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Folge 52 - Vom Reiseprodukt zum Lebensraumauftrag – Tourismus als Zukunftsgestalter

Next Stop Future: Trends – Wandel – Zukunft.

Transcript

Speaker: Hallo und herzlich willkommen zurück zu einer neuen Folge von Next Stop Future.

Speaker: Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt.

Speaker: Stellt euch mal vor, es gibt ein Dokument aus einer Branche, das nicht einfach Trends aufzählt, sondern ein Zukunftsbild formuliert.

Speaker: Als Orientierung dafür, wohin sich Tourismus entwickeln kann und sollte.

Speaker: Genau das ist das Impulse for Travel Manifest 2030.

Speaker: Ein strategisches Zukunftspapier, entstanden aus einem gemeinsamen Prozess in der Branche, als Einladung Tourismus zukunftsfähig zu gestalten.

Speaker: Das zentrale Bild darin ist ein Paradigmenwechsel.

Speaker: Vom Reiseprodukt zum Lebensraumauftrag.

Speaker: Tourismus soll nicht nur Aufenthalte verkaufen, sondern mitgestalten.

Speaker: wie Lebensqualität entsteht für Gäste und für Einheimische.

Speaker: Und das ist keine abgehobene Idee, sondern es ist eine Antwort auf einen Kontext, der spürbar härter geworden ist.

Speaker: Krisen, Erwartungen, Legitimation und die Frage, wie Resilienz dauerhaft und strukturell verankert werden kann.

Speaker: Gleichzeitig ist der Tourismus längst ein Schwergewicht.

Speaker: 2024 war in Deutschland wieder ein Rekordjahr mit 496,1 Millionen Gäste Übernachtung.

Speaker: Und EU-weit wurden 2024 rund drei Milliarden Nächte gezielt.

Speaker: Das zeigt, wie groß der Einfluss der Branche auf Räume, Infrastruktur und Alltag tatsächlich ist.

Speaker: In dieser Folge nehmen wir das Manifest als Sprungbrett, um genau diesen Perspektivwechsel greifbar zu machen.

Speaker: Warum Werte zum strategischen Fundament werden und warum Glaubwürdigkeit nicht nur Kommunikation ist, sondern Entscheidungen und Prioritäten braucht.

Speaker: Und warum Themen wie KI und Daten nicht nur Tech-Spielereien sind, sondern darüber mitentscheiden, wie Sichtbarkeit, Zugang und Wertschöpfung in Zukunft funktionieren.

Speaker: Eurostat zeigt, 2025 nutzten bereits 20% der EU-Unternehmen KI.

Speaker: Große deutlich häufiger als kleine.

Speaker: Das verändert Skalierung und Wettbewerb spürbar.

Speaker: Vor allem aber geht es um den Möglichkeitsraum.

Speaker: Das Manifest bündelt acht Stellschrauben von Nachhaltigkeit und Kooperation über Mitarbeitende bis zur politischen Rolle und macht damit sichtbar, dass bereits viel in Bewegung ist, aber auch, wo es neue Logiken und gemeinsame Schritte braucht.

Speaker: Wir geben Einblicke, warum dieser Paradigmenwechsel so entscheidend ist und wie die Branche ihn gestalten kann.

Speaker: Nicht als Wunschdenken, sondern als Orientierungsrahmen für echte Zukunftsfähigkeit.

Speaker: Viel Spaß bei dieser Folge.

Speaker: Hallo Anja, ich grüße dich.

Speaker: Hallo Katja, wie geht es dir?

Speaker: Schön, dich zu sehen.

Speaker: Mir geht es gut.

Speaker: Ich bin noch nicht erkältet.

Speaker: Ich bin fast wieder nicht erkältet.

Speaker: Genau, man hört es vielleicht noch leicht, aber mir geht es wieder gut.

Speaker: Das ist ja.

Speaker: Das ist gut.

Speaker: Ich versuche das noch von mir fernzuhalten.

Speaker: Gerade hat es das Töchterlein.

Speaker: Mal gucken, ob es an mir vorbeigeht.

Speaker: Schauen wir mal.

Speaker: Drücken wir mal die Daumen.

Speaker: Ja, wir sind heute wieder zu zweit ohne Gast und wir haben uns ein schönes Thema vorgenommen, an dem wir selber aktiv mitarbeiten durften.

Speaker: Wir tun uns also ein Dokument, um es genau zu sagen, das Impulse for Travel Manifest.

Speaker: haben wir ja gerade schon im Intro kurz einen Einstieg gemacht, was das ist.

Speaker: Und wir wollen jetzt mal tiefer reingehen in dieses Manifest.

Speaker: Das wurde letzte Woche veröffentlicht, du warst auch dabei.

Speaker: Also der Tourismusbranche sozusagen präsentiert.

Speaker: Und in diesem Manifest stehen ganz viele spannende Themen, Zukunftsthemen natürlich.

Speaker: Es geht um die Zukunft der Tourismusbranche 2030.

Speaker: die letztendlich, wie ich finde, aber nicht nur für die Tourismusbranche gelten, sondern auch darüber hinaus.

Speaker: Wir reden über Arbeitswelten, neue Arbeitswelten, wir reden natürlich über KI, wir reden über Nachhaltigkeit, wir reden über Werte, da werden wir gleich im Detail nochmal drauf eingehen.

Speaker: Und daher ist es natürlich prädestiniert, das Manifest hier in unserem Podcast zu nehmen, wenn es um das Thema Zukunft geht, denn das sind alles Zukunftsthemen, über die wir da geschrieben haben, mit ganz vielen anderen auch gedacht in der letzten Zeit, im letzten Jahr.

Speaker: Und genau, aber bevor wir mal so ein bisschen in das thematisch reingehen, in die Aspekte reingehen, die auch im Manifest drin stehen, nochmal so ein bisschen dein persönlicher Blick an, wie gesagt, du warst letzte Woche auch dabei bei der Veröffentlichung.

Speaker: Wie ist es denn so angekommen bei der Branche?

Speaker: Was war so dein Gefühl?

Speaker: Ich glaube, durchweg schon auch sehr positiv.

Speaker: Vielleicht auch da kann man nochmal die Branche positiv hervorheben, da wirklich dieses Manifest ja auch ein partizipativer Prozess war.

Speaker: Das heißt, alle Menschen, die daran mitgewirkt haben, haben das ehrenamtlich oder auf freiwilliger Basis getan, also innerhalb ihres Arbeitsalltags dafür Zeit und teilweise auch Geld investiert.

Speaker: um damit dran mitzuwirken.

Speaker: Und ich finde, das ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich.

Speaker: Und zum anderen zeigt es aber auch, dass die Branche intern wirklich auch eine

Speaker: eine Transformation wünscht oder ein neues Zielbild eben auch, ein gemeinsames Zielbild herbeisehend oder etwas sich wünscht, Veränderungsprozesse wünscht.

Speaker: Und das, finde ich, ist auch das, was für mich die Resonanz war oder das Gefühl war nach dem Launch, dass dort eben wirklich auch einerseits das sehr herbeigesehnt wird, ein Manifest mit einer Vision oder einer fortgeschriebenen Vision zu haben,

Speaker: die durchaus strategischer ist als noch die 2020er-Version.

Speaker: Und gleichzeitig aber trotzdem, obwohl dieses Manifest ja einen Orientierungsrahmen hervorgibt,

Speaker: teilweise dann doch eben auch noch so die nächsten Schritte sich noch wünscht.

Speaker: Also wir haben formuliert, wir haben eine Vision formuliert und das ist, würde ich sagen, eins von möglichen Szenarien, wohin sich der Tourismus eben entwickeln kann.

Speaker: Und vielleicht sozusagen das Szenario, wo man auch sagen kann, ja, das wäre tatsächlich das Szenario, was wünschenswert auch wäre, weil die Branche da wirklich auch aktiv gestaltend tätig ist.

Speaker: an ihrer Zukunft gestalten tätig ist.

Speaker: Und gleichzeitig braucht es natürlich dann auch nochmal eine Übersetzung für die einzelnen Akteure auf einer strategischen, aber auch dann vor allem operativen Basis.

Speaker: Das sind so die nächsten Schritte, aber das nur so als kurze Zusammenfassung von dem, wie ich den Launch und auch die Gespräche im Anschluss erlebt.

Speaker: Ja, das ist ja immer die Herausforderung, das dann auch zu übersetzen in die operative Ebene, in die Praxis, bei allen wertvollen Gedanken, die drinnen stecken, in so einem Manifest, wie wir es auch schon beschrieben haben, jetzt im Intro.

Speaker: Und nochmal zusammengefasst, also das Zielbild für die Tourismusbranche, für den Tourismus 2030 ist Zukunfts- und Lebensraumgestalter.

Speaker: Und das ist tatsächlich ein Zielbild, was jetzt nicht komplett neu ist.

Speaker: Das gab es so auch schon 2020.

Speaker: Und das ist etwas, was sich, glaube ich, schon auch merklich in der Realität niederschlägt.

Speaker: Also man merkt, da ist schon einiges passiert auch in den letzten Jahren, so im Jahrhundert.

Speaker: in der Aufnahme dieses Zielbild, dass man schon auch immer mehr sieht, auch in der Praxis tatsächlich, dass diese gestaltende Rolle mehr und mehr teilweise auch eingenommen wird oder zumindest auch sehr stark diskutiert wird, inwieweit man die einnehmen kann und wie das genau aussehen kann.

Speaker: Und das ist ja schon mal per se sehr schön, sehr gut.

Speaker: Und diese Rolle denke ich ja auch, und so haben wir es ja auch beschrieben im Manifest,

Speaker: bedingt ja auch schon eine gewisse Verantwortung, also dass man Verantwortung übernimmt.

Speaker: Und das finde ich nochmal einen spannenden generellen Aspekt, den ich gerne mal mit dir diskutieren würde, weil tatsächlich das ja schon, ich sage mal, ein großer Paradigmenwechsel, kann man schon sagen, ist für die Branche.

Speaker: sozusagen da auch ein bisschen die Perspektive zu ändern vom Produktvolumen, in dieser Perspektive hat man ja gedacht oder denkt teilweise immer noch über die letzten Jahrzehnte, hin zum Lebensraum, weil Lebensräume haben Belastungsgrenzen, Lebensräume haben

Speaker: brauchen Infrastruktur oder haben Infrastrukturkonflikte, Lebensräume existieren oder brauchen auch eine gewisse Akzeptanz in ihrer Nutzung, in ihrer verschiedenartigen Nutzung.

Speaker: All diese Dinge sind ja per se erst mal

Speaker: grundsätzlich in der konventionellen Denke von Tourismus nicht unbedingt vorgesehen.

Speaker: Also da herrscht ja Verkauf, Volumen, Produkt, Erlebnisräume, Verkauf, Produzieren.

Speaker: Wie siehst du da oder wie ist da dein Blick drauf tatsächlich auch, also einerseits in der jetzigen Umsetzung schon, beziehungsweise auch, wie kommen wir da hin?

Speaker: Ja, ja.

Speaker: Genau, diese Vision, das vielleicht auch nochmal so ein Stück weit war 2020 bereits formuliert, du hast es gerade gesagt und ich denke, dass jetzt wir 2025 bzw.

Speaker: jetzt 2026 haben wir es veröffentlicht, ist es nochmal klarer aus der Verantwortungslogik heraus argumentiert, also tatsächlich diese Aufgabe als Lebensraumgestaltungspartner,

Speaker: ist ein Legitimationsargument für die Branche und tatsächlich schafft es auch eben Resilienz.

Speaker: Also das heißt, es ist aus mehrfacher oder aus mehrdimensionaler Sicht ist es wirklich angeraten, dieses Denken eben und diesen Strukturwandel zu implementieren innerhalb der Branche.

Speaker: Zum einen, um die Destination einfach eben als lebenswerten Raum zu schützen.

Speaker: Und das ist ja auch etwas, worüber wir schon lange sprechen eigentlich, dass nur Tourismus dort gut funktionieren kann, wo eben auch der Lebensraum ein Stück weit Lebensqualität hat, wo Menschen gerne sind, egal ob als Gäste oder als Einwunde.

Speaker: Und zum anderen eben aber auch da, weil wir gerade eben

Speaker: dieses Thema der Tourismusakzeptanz haben und darüber eben dann eben auch ein Stück weit eine Legitimierung der Branche als solche eben stattfinden kann.

Speaker: Wenn ich Verantwortung übernehme für die Destination, aber natürlich auch nicht nur als DMO, sondern eben auch als Akteur innerhalb der ganzen Branche,

Speaker: Als Partner, wenn ich im Vertrieb oder als Reiseveranstaltungsricht bin, ist das natürlich auch ein Stück weit eine Legitimationslogik, die da mit drinsteht.

Speaker: Wenn ich sage, okay, dort, wo ihr hinfahrt, wird im Grunde genommen auch ein Stück weit ein Zukunftswert geschaffen.

Speaker: Und das ist ja auch das, worüber wir häufig auch sprechen über das Thema Legacy, dass da ganz klar eben drin ist.

Speaker: Was der Status quo betrifft, merke ich ebenso wie du, dass diese Diskussion immer wieder geführt wird und auch häufig erkannt wurde.

Speaker: Ich glaube zum Teil einfach aus einer Notwendigkeit heraus gesehen wurde, okay, mir fehlen hier als DMO plötzlich tatsächlich diese Legitimationsgrundlage und ich muss mich neu erfinden.

Speaker: andererseits aber eben auch, weil es sozusagen einfach die Destination in Zukunft noch geben soll und weil ich mehrere Akteure mit an Bord holen muss, weil ich mich zusammensetzen muss mit vielleicht NGOs, mit Naturschutz, mit aber auch der Wirtschaft vor Ort, ganz egal, ob es nun Landwirtschaft ist oder JägerInnen oder also alle Parteien, die dort auch von der Region profitieren in irgendeiner Weise oder von ihr Leben, müssen auch diesen Lebensraum mitgestalten.

Speaker: Und

Speaker: Das Problem ist aber natürlich, dass das Denken und die einzelnen Strukturen bisher nicht in dieser Logik funktionieren.

Speaker: Und das dann sozusagen umzusetzen, ist wirklich ein langfristiger Prozess, der ja nicht nur intern in einer Region stattfinden muss, sondern tatsächlich auch im Denken in verschiedenen Bereichen einfach erstmal ankommen muss.

Speaker: Also da merke ich, dass man eben auch selbst häufig eben schon an diesen Diskussionspunkten kommt und sagt, was ist

Speaker: Wo hört Lebensraum auf?

Speaker: Wo beginnt er?

Speaker: Gehört nun ein organisierter Sport dazu oder nicht?

Speaker: Also solche Fragen werden in diesem Kontext diskutiert.

Speaker: Also die Diskussion ist lebendig.

Speaker: Die Umsetzung ist noch manchmal oder in vielen Orten, würde ich sagen, nicht da, wenn sie auch vielleicht irgendwie angedacht ist, aber sie ist noch nicht vollzogen letztendlich.

Speaker: Und die Frage, wie man dorthin kommt, ich würde sagen, es ist vor allem erstmal so dieses Bewusstwerden.

Speaker: Was ist tatsächlich auf eine Chance?

Speaker: für Chancen und für ein Potenzial bietet.

Speaker: Also ich sehe sehr viele Chancen eben da drin, weil zum einen Tourismus für viel Infrastruktur sorgen kann.

Speaker: Es ist sozusagen ein Wirtschaftsfaktor, der einen Ort, eine Region wirklich gut mit ausbauen kann und zukunftsfähig machen kann.

Speaker: Aber er muss natürlich mit diesen Ressourcen, die vor Ort da sind, auch gut umgehen können.

Speaker: Und diese Diskussion braucht es, es braucht die Diskussion mit den Menschen.

Speaker: Insofern Schritt eins, natürlich einfach sich das bewusst werden und dann

Speaker: bin ich ehrlich gesagt eher so die Person mit strategischem Ansatz und brauche dich dann dafür, für das was weitergegeben.

Speaker: Vielleicht hast du konkrete Ideen, vielleicht auch aus eigenen Projekten, die du gesagt hast, das ist gut gelungen.

Speaker: Ja, würde ich gleich nochmal darauf eingehen, was ich gerne noch so ein bisschen ergänzen würde.

Speaker: Du hattest es gerade schon genannt, dass durchaus viele Chancen in dieser Denke bestehen.

Speaker: In diesem, ja, man darf schon sagen, auch ein bisschen andere Wirtschaftslogik, die dahinter steckt.

Speaker: Und da würde ich gerne nochmal vorher darauf eingehen, weil

Speaker: Ich glaube, gemerkt auch aus den letzten Jahren und wie gesagt, 2020 wurde dieses Zielbild zum ersten Mal so formuliert, so klar formuliert auch und der Branche auch präsentiert.

Speaker: Da muss man ganz offen sagen, per se schreit da nicht jeder Hurra.

Speaker: Da waren viele Fragezeichen auch im Raum und die sind es immer noch.

Speaker: Und es gibt da viele diskussionswürdige Punkte.

Speaker: Aber umso mehr, glaube ich, ist es sehr, sehr wichtig, sich mal auf die Chancen zu konzentrieren, beziehungsweise zu schauen explizit.

Speaker: Und die ja tatsächlich, ich sage mal, noch mal darüber hinaus liegen, als, ich sage jetzt mal, dass bestimmte Herausforderungen,

Speaker: zentral adressiert werden, wie Thematiken zum Klimawandel, wie Thematiken dann innerhalb des Klimawandels auch zur Nachhaltigkeit, wie Thematik zur Resilienz, zur Akzeptanz.

Speaker: Alles das liefert ja dieses Zielbild, dieser Ansatz, sage ich mal, diese Denkweise absolut.

Speaker: Aber natürlich dürfen wir ja nicht ausblenden auch, ich sage mal, wirtschaftliche Aspekte, die eine zentrale Rolle spielen.

Speaker: Und ich sage jetzt mal so ein bisschen überspitzt, wenn man jetzt mal weiter so in die Branche schaut und auch auf die Volumen schaut, die Tourismus generiert hat.

Speaker: Also auch 2024 gab es wieder...

Speaker: Kortübernachtungen, genauso 2025.

Speaker: Mit diesen Zahlen, mit dieser Perspektive wird ja auch weitergearbeitet, wird kommuniziert und wird Legitimation geschaffen, gerade in Richtung der Politik.

Speaker: scheint ja doch zumindest teilweise vielleicht noch nicht komplett verstanden auch, wo tatsächlich über diese genannten Dinge eben hinaus die Chancen liegen, auch im wirtschaftlichen Aspekt.

Speaker: Und das wäre, glaube ich, nochmal spannend zu beleuchten, auch im politischen Aspekt.

Speaker: Weil wir haben ja einerseits auch eine wirtschaftliche Perspektive im Manifest drin und wir haben hinten auch beim letzten Aspekt Tourismus als politischer Gestalter, Mitgestalter.

Speaker: Nicht nur so ein bisschen Bittsteller ganz böse formuliert.

Speaker: Und ich glaube, dass wenn nämlich der Tourismus, die Branche, die Akteure hier eine aktivere Rolle einnehmen, im Sinne auch einer nachhaltigeren Wertschöpfung, im Sinne auch, sie sind Gestalter im Lebensraum,

Speaker: Können sie oder würden sie auch die Rolle, die Akzeptanz gerade im Hinblick auf Politik ändern?

Speaker: Weil so befinden wir uns ja immer in der Diskussion und das tun wir jetzt momentan.

Speaker: Sobald es dann wirtschaftlich auch nicht mehr ganz so rosig läuft, das sind ja immer die Mechanismen,

Speaker: Die Haushaltskassen sind leer.

Speaker: Wo wird mit zuerst gespart beim Tourismus?

Speaker: Viele Organisationen haben jetzt gerade auch zu tun, budgetär.

Speaker: Es wird hinterfragt, warum, wieso, weshalb, noch diese und jene Ausgabe oder jenes und dieses Projekt.

Speaker: Tourismus ist ja überspitzt, haben wir auch schon diskutiert, die Schönwetterbranche ist ja jetzt nicht systemrelevant, sage ich jetzt mal, überlebensfähig für Touristen.

Speaker: für die eine oder andere Kommune oder auch für das Bundesland.

Speaker: Und genau hier ist doch der spannende Aspekt zu sagen, wenn Tourismus wirklich als Zukunfts- und Lebensraumgestalter eine Systemrelevanz übernimmt, im Sinne von einem wirklichen Beitrag mal darüber hinaus, dass Menschen kommen und da etwas konsumieren,

Speaker: Also in einem Beitrag für dieses System Kommune, für dieses System Destination, also bei Infrastruktur, bei Verbesserung der Lebensqualität, also aus Nachhaltigkeitsperspektive, aus Klimaanpassungsperspektive zum Beispiel.

Speaker: Vielleicht auch als Verständigungs-Pol, ja, Plattform, ja, für auch eine Weiterentwicklung des Ortes.

Speaker: Also da sind ja ganz verschiedene Aspekte drin, ja, wo Tourismus eine aktive Rolle übernehmen könnte und somit eine ganz andere Legitimation, außer wir bringen Leute rein, die konsumieren, ne, und die gehen dann wieder, ja, und

Speaker: Und ich glaube, da ist ja so ein bisschen der Zauber des Ganzen, das wirklich auch wahrzunehmen und zu bedienen, was sicherlich nicht einfach ist, was Entwicklung benötigt, was Strukturen benötigt und so weiter und so fort.

Speaker: Aber was letztendlich in diesen Rollen, die wir da auch beschreiben im Manifest, die der Tourismus da einnehmen soll, tatsächlich auch einen langfristigen Mehrwert im Sinne von der Zukunftsfähigkeit.

Speaker: Wir haben ja innerhalb vielleicht ganz kurz für diejenigen, die jetzt auch noch keine Chance hatten, in das Manifest reinzuschauen, es gibt ein kurzes Intro und eben auch, wie der Prozess entstanden ist, dann acht Aspekte insgesamt.

Speaker: Und zu diesen acht Aspekten gibt es immer eine Analyse und dann aber eben auch einen kurzen Weg dorthin.

Speaker: Dieser Weg dorthin, den darf man sich jetzt nicht zu praktisch und operativ vorstellen, das ist mehr so ein strategischer Handlungsrahmen.

Speaker: Aber genau das ist eben dann bei diesem Punkt eins,

Speaker: der Lebensraumgestalter, Tourismus als Lebensraumgestalter notiert, dass es eben sozusagen diese strategische, systemische Perspektive braucht, ganz klar eben sozusagen weg von diesem Saisonkennzahlen etc.

Speaker: Und aber eben auch diese Kooperationen braucht, die du auch eben gerade angesprochen hattest,

Speaker: Und letztendlich eben neue Narrative, also eine neue Erzählung überhaupt, wofür Tourismus in Zukunft eigentlich da ist, eben nicht nur um Betten zu füllen, sondern eben tatsächlich auch, dass es wirklich eine Funktion sein kann oder eine Funktion übernehmen kann, eben als Lebensraumgestalter aktiv mitzuwirken.

Speaker: Es ist ja nie sozusagen, dass dann auch die Branche in anderen Bereichen etwas wegnehmen möchte, sondern es geht wirklich mehr um dieses kooperative Denken,

Speaker: gemeinsam zu schauen, was braucht eigentlich ein Ort, was braucht einen Raum, was braucht eine Destination, wo fehlt es, wo ist es vielleicht einfach auch an solchen Dingen zu viel, wo kann die Lebensqualität erhöht werden oder wieder erhöht werden.

Speaker: Das heißt, dieses sich zusammensetzen ist sicherlich wahrscheinlich der erste Schritt, um dahin zu kommen und weg von diesem Silo-Denken auch.

Speaker: Also wirklich nicht so zu sagen, okay, das ist hier immer meine Aufgabe gewesen und ich kümmere mich nur darum, sondern auch dieses interdisziplinäre Denken dort reinzubringen und über Verantwortlichkeiten auch hinwegzuarbeiten und gemeinsam eben diese Idee und diese Vision eben dann auch zu haben.

Speaker: Und insofern, du hattest es am Anfang gesagt, ist es eben tatsächlich eben auch ein Manifest, was weit über die Branche hinausgeht.

Speaker: Es braucht dieses Denken innerhalb der Branche, aber es braucht natürlich auch das Verständnis und den Weitverwaltung.

Speaker: Blick von anderen, von Institutionen, von anderen Organisationen, die eben genau das auch akzeptieren und diese neue Verantwortung des Tourismus auch mit offenen Armen aufnehmen.

Speaker: Und dafür braucht es Strukturenänderungen.

Speaker: Genau, genau.

Speaker: Also weil du hast es jetzt quasi schon mit auch selbst beantwortet, die Frage, wie kommen wir da hin?

Speaker: Genau.

Speaker: Also ich glaube, dass es ganz klar anfängt und das ist letztendlich beim System.

Speaker: Also wenn man

Speaker: Ich glaube, das ist ja auch etwas, was sich durch ganz viele andere Systemfragen zieht, so formuliert, ist die Frage, denken wir innerhalb unserer bestehenden Strukturen oder denken wir wirklich außerhalb unserer bestehenden Strukturen oder zumindest ansatzweise?

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Und ich glaube, da liegt der erste Schritt in eine andere Wahrnehmung und ein anderes Selbstverständnis und letztendlich auch Gestaltungsmöglichkeiten, die daraus sich entwickeln.

Speaker: Und ich glaube, dass das

Speaker: Und das haben wir tatsächlich ja auch im Manifest geschrieben, so ehrlich müssen wir ja sein vorne, haben wir geschrieben auch bei der Zusammenfassung, dass viele Organisationen, so wie sie jetzt bestehen, diese Vision nur zum Teil oder gar nicht realisieren können.

Speaker: Und so ehrlich müssen wir sein.

Speaker: Also wir haben auch gesagt, wir wollen eine neue Ehrlichkeit bei Organisationen.

Speaker: Im Rahmen dieses Manifestes, so ehrlich müssen wir sein, dass bestehende Strukturen das nicht ermöglichen oder nur zum Teil ermöglichen.

Speaker: Und das ist natürlich so ein bisschen eine Krux der Geschichte, ist die Frage, wie sollen das Akteure in diesen Strukturen jetzt lösen?

Speaker: Was kann man da tun?

Speaker: Wie kommt man da eigentlich raus?

Speaker: Wie kann man sich überhaupt mal vielleicht so ein bisschen aus seiner Struktur raus bewegen?

Speaker: Und da haben wir verschiedene Möglichkeiten schon gesehen.

Speaker: Das kann einerseits tatsächlich so funktionieren, dass man sich wirklich mal

Speaker: sinnbildlich in neue Räume begibt, ja, mit anderen Akteuren, als man das sonst tut, ja, in, ich sag mal, auch Thinktanks, Zukunftslabore, wie auch immer man das beschreiben möchte, ja, um überhaupt mal so ein Momentum auch zu schaffen.

Speaker: Was aber bedingt wirklich, dass man, glaube ich, und da gibt es schon auch gute Beispiele, dass man natürlich auch als, ich sage mal, vielleicht Menschen in der Verantwortung in diesen Organisationen, das natürlich aber auch erkennt.

Speaker: Also im Sinne von, ja, wir können eine neue Rolle einnehmen, wir können eine neue Verantwortung einnehmen, müssen das vielleicht auch zu gewisser Weise.

Speaker: Und dann ergreife ich natürlich so Schritt für Schritt die Initiative.

Speaker: Ja, das ist natürlich nie der Fall, dass man das jetzt, ich sage mal, jetzt nimmt man das Manifest und dann marschiert man zu seinem Wirtschaftsreferat oder zu seinen kommunalen Politikern und dann wird sich die Welt drehen.

Speaker: So wird es natürlich nicht sein.

Speaker: Aber im Sinne von eines tatsächlich auch Erkennen und die Chance ergreifen, seine Organisation auch in eine neue Rolle zu überführen und dann auch entsprechend versuchen, Räume zu schaffen, Diskussionsplattformen zu schaffen mit Akteuren, die dafür auch

Speaker: eine Rolle spielen würden, ist schon mal, glaube ich, ein erster guter Schritt.

Speaker: Weil sich meistens aus diesem, schon alleine diesen kleinen Schritt der Erkenntnis, was durchaus ein großer Schein kann, aber dadurch schon mal so ein bisschen eine andere Ebene entwickelt und eine andere Perspektive darauf.

Speaker: Außer, wir sind hier die Marketingorganisationen, mal ganz klassisch gesehen, bringen Leute in die Destination.

Speaker: Ja, ja.

Speaker: Ja, ich erinnere mich jetzt gerade zum Beispiel, wo es ja wirklich auch, wo man anknüpfen kann, an manchmal ganz automatisch passierende Prozesse.

Speaker: Ich erinnere mich jetzt an ein Beispiel, das ich gehört habe, wo es um einen Deich in Norddeutschland ging und wo der Deich dann tatsächlich gemeinschaftlich mit von denjenigen, von den Naturschutzschützern und denjenigen, die halt diesen Deich sozusagen gestaltet haben, gemeinsam mit der touristischen Deich.

Speaker: mit den touristischen Instanzen entwickelt wurde, weil man halt sagt, okay, wir brauchen diesen Leich, wir brauchen aber auch grundlegend einen Raum, wo Touristen, Touristinnen sich irgendwie wohlfühlen und den sie nutzen können.

Speaker: Also wo dann manchmal wirklich auch schon aus, einfach aus einer Situation heraus solch ein Denken schon im

Speaker: praktiziert, nicht nur das Denken erst wird sozusagen impliziert und dann wird es tatsächlich auch umgesetzt in der Praxis.

Speaker: Und ich glaube, das ist dann wahrscheinlich, muss man einerseits die Strukturen ändern und manchmal kann man auch an eigenen kleinen Beispielen auch schon gucken, wo das vielleicht sogar auch schon passiert, wo es dann auch damit argumentiert werden kann, wie sinnvoll eben auch ein solches Denken ist auf einer größeren Beziehung.

Speaker: Total.

Speaker: Lass uns mal gerne noch ein weiteres Spannungsfeld reingehen.

Speaker: Ich habe es mal so formuliert.

Speaker: Wir haben auch viel über Werte gesprochen und dann auch geschrieben im Manifest.

Speaker: Und das ist für mich persönlich tatsächlich eines der spannendsten Aspekte und Themen, die im Manifest stecken.

Speaker: Denn wir sagen ja explizit, Werte sind sozusagen das neue Fundament, auch im Sinne von nachhaltigeren Wirtschaften, aber auch im Sinne von Organisationen, die attraktiv sind, die eine Langlebigkeit auch, ich sage mal, signalisieren für ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Speaker: Auch zum Beispiel beim Thema KI, ja,

Speaker: ist sozusagen oder sollte man eine bestimmte Werthaltung mitbringen oder müsste eine bestimmte Werthaltung mitbringen.

Speaker: Das Thema letztendlich ja durchaus auch offen und mit einer bestimmten Ethik vertretbar auch zu implementieren.

Speaker: Also man sieht ja, Werte durchziehen ja eigentlich alle Aspekte, die wir so besprochen haben.

Speaker: Und letztendlich stecken ganz zentral natürlich auch im Zielbild.

Speaker: Da ist natürlich, da haben wir das schon, aber sage ich jetzt mal ehrlicherweise auch, nicht erst seit heute, eine Diskussion oder sagen wir mal, doch sehr unterschiedliche Perspektiven drauf im Sinne von, also erstmal, was ist das konkret?

Speaker: Ja, also

Speaker: Stimmte Werthaltung, welche Werte, sagen wir mal, benenne ich da auch ganz explizit für mich, für mein Unternehmen und inwieweit tatsächlich fülle ich die dann auch, also durch entsprechendes Handeln.

Speaker: Bekannt auch gerade aus der Nachhaltigkeitsdebatte und auch leider oft gesehen, ja, auch dort verbinden sich ja bestimmte Werte, die dann tatsächlich auch nicht wirklich aber mit dem übereinstimmen, was tatsächlich im Unternehmen passiert.

Speaker: Also da ist man dann schnell wieder durchaus bei Dingen, die schön klingen und die sich vielleicht auch ganz gut verkaufen lassen, aber am Ende des Tages dem allen nicht so ganz standhalten, was man eigentlich damit sozusagen versucht hat,

Speaker: auszudrücken, zu kommunizieren.

Speaker: Und dann haben wir, wie das Thema eben schon so ein bisschen, haben wir immer noch auch durchaus diesen Aspekt Volumen, also Preis, Zeitknappheit, auch im Sinne von, weißt du, also

Speaker: wie will oder soll man denn in Perspektive reisen?

Speaker: Also diese Wertedimension betrifft ja einerseits die Unternehmen, die Branche, aber soll sich natürlich auch widerspiegeln in den Reisenden.

Speaker: Und da wissen wir auch aus dem Thema der Nachhaltigkeit, da ist der Wille groß, aber der Aktionismus klein, sagen wir es mal so.

Speaker: Ich finde erstmal, das Thema Nachhaltigkeit oder auch das Thema Werte sind natürlich beides Themen, die sehr emotionale Diskussionen auslösen können, gerade wenn es eben zum einen darum geht, um den Begriff Nachhaltigkeit als solcher, der emotional oft aufgeladen ist und zum anderen eben auch die Frage des Preises, des Volumens, des Wachstums eben.

Speaker: Das Schöne war, und das kannst du sicherlich bestätigen, weil du ja auch in vielen der Vorgespräche dabei warst und auch wir waren gemeinsam ja auch beim Think Tank in Leipzig, dass Nachhaltigkeit eigentlich als Thema überhaupt nicht von der Branche in Frage gestellt wurde.

Speaker: Und das finde ich wirklich auch das Bemerkenswerte oder das Positive eigentlich auch so, wenn man sich so diesen Prozess anschaut.

Speaker: diesen Wandel auch, den transformativen Prozess im Kontext der Achtigkeit, dass es 2020 noch so als Richtschnur gedacht war und man hat es als Chance gesehen, aber es hatte nicht diese Strukturbedingung, mit der wir es jetzt nochmal herausstellen oder es hatte nicht dieses Selbstverständnis in der Branche, es auch als Teil der DNA zu sehen.

Speaker: Jetzt mal ganz abgesehen von dem, was du auch gerade gesagt hast, was es alles auch für Greenwashing-Sachen heute noch gibt und für Maßnahmen, die vielleicht auch wirklich

Speaker: ein Stück weit nur fürs Portfolio sind oder sowas, aber es gibt einfach tatsächlich ein tiefgehendes Verständnis in der Branche, dass Nachhaltigkeit auf allen Säulen wirklich relevant ist.

Speaker: Und das ist vielleicht auch nochmal das Zweite, was ich daran so spannend an der Entwicklung gerade finde, dass wir natürlich eine ökologische Nachhaltigkeit brauchen und dass dieses Thema der ökologischen Nachhaltigkeit auch ganz relevant ist, gerade für den Tourismus und den Folgen des Klimawandels, den viele touristische Destinationen ja auch erleben oder noch erleben werden.

Speaker: Und zum anderen aber eben auch sozusagen diese anderen Aspekte nochmal mit reinzunehmen, nämlich die soziale Nachhaltigkeit, die ökonomische Nachhaltigkeit, aber eben auch mit, wie wir im Grunde genommen auch beim neuen, was du vorhin angesprochen hattest, beim neuen Wirtschaftsdenken werden.

Speaker: Aber tatsächlich kann man das ja auch noch erweitern, technologische Nachhaltigkeit zum Beispiel.

Speaker: Also das ist ja auch nochmal ein Punkt, den man mit integrieren kann.

Speaker: Und das andere ist dann aber eben sozusagen dieser Aspekt, und ich finde beide Aspekte, also meistens bauen die Aspekte ja in irgendeiner Weise auch aufeinander auf, hängen miteinander zusammen und auch dieses Thema der Werte ist ja damit tatsächlich dann auch angesprochen.

Speaker: Also wenn ich mir Nachhaltigkeit schreibe,

Speaker: in verschiedenen Säulen mir eine Nachhaltigkeitsstrategie gebe, brauche ich natürlich auch ein Stück weit eine gewisse Werteausrichtung.

Speaker: Und überhaupt muss ich mir erst mal darüber klar sein, und das war ja gerade auch so deine Frage, mit welchen Werten arbeite ich?

Speaker: Wie ist meine Haltung?

Speaker: Was für Werte stelle ich vielleicht besonders in den Vordergrund oder sind besonders wichtig?

Speaker: Und diese Werte,

Speaker: Die marktorientierte Marktausrichtung scheint vielleicht im ersten Moment so ein bisschen kontraproduktiv zu sein zu dem, was bisher den Markt getrieben hat, nämlich vor allem eine Wachstumslogik.

Speaker: Aber letztendlich dieses Weg von Preis und Weg von einer Preislogik hat im Grunde genommen aus unserer Perspektive zumindest gute Chancen eigentlich auch, um Tourismus tatsächlich auch nicht nur zu legitimieren, sondern tatsächlich auch zu stabilisieren.

Speaker: Das hat aber natürlich auch eine Frage, wird eine Frage aufbringen, wie wir in Zukunft mit massentouristischen Konzepten umgehen.

Speaker: Dafür braucht es einfach Lösungen, weil natürlich ist es irgendwie legitim, dass halt viele Menschen irgendwie verreisen wollen und

Speaker: dass es Orte gibt, die eben auch auf große Menschenmengen ausgerichtet sind mittlerweile und davon auch weiterleben.

Speaker: Und dennoch braucht es tatsächlich eben auch so diese bewusste Zielgruppenwahl.

Speaker: Und ich nenne jetzt den Begriff Zielgruppenwahl, wir können auch Personas oder was auch immer sagen.

Speaker: Es braucht einfach eine Strategie und ein Bewusstsein dafür, wen spreche ich eigentlich an und wo sind aber tatsächlich auch meine roten Linien.

Speaker: Und das ist in dieser werteorientierten Marktausrichtung eben auch ganz klar mit adressiert, dass das auch eine Wertschätzung

Speaker: Entscheidung sein kann.

Speaker: Wer ist eigentlich für mich der richtige Gast?

Speaker: Und das kann jetzt ein Stück weit wie distinguiert oder exklusiv sein, aber es kann genau ja auch in die andere Richtung gehen.

Speaker: Ich muss einfach klar sein, was gibt es da für einen Impact, wie ist die Qualität?

Speaker: Und dann

Speaker: Impliziert das aber auch, wenn ich mir eine eigene Wertehaltung verschrieben habe, dass ich auch dann verzichte, konsequent verzichte auf Kooperationen und auf Segmente, die sich dem widersprechen und die damit eben nicht einhergehen.

Speaker: Und das ist natürlich erstmal, das kann natürlich und das soll auch, glaube ich, für Diskussionen in der Branchen sorgen.

Speaker: Ja, absolut, wird auch.

Speaker: Wird auch.

Speaker: Gerade wo du es gesagt hast, kommt mir noch der Gedanke.

Speaker: Letztendlich ist das auch so zu verstehen, wir sagen das auch eigentlich im Manifest, nicht eigentlich, wir sagen es, Werte sind das strategische Fundament.

Speaker: Und mit dieser Aussage steht auch eng verbunden, dass es diese Werte nicht nur auf Unternehmensebene braucht,

Speaker: sondern letztlich auch im Kontext so eines Zielbildes.

Speaker: Also das Manifest kommt ja tatsächlich auch zu einer Zeit, die durchaus Sinn macht.

Speaker: Die ETB steht vor der Tür.

Speaker: Es wurde jüngst auch die Nationale Tourismusstrategie veröffentlicht und es versucht ja,

Speaker: hier einen Möglichkeitsraum zu zeichnen mit einem sehr, sehr klaren Zielbild.

Speaker: Also ein bisschen im Unterschied zur nationalen Strategie oder zu dem, was man vorher gesehen hat und was als nationale Strategie bezeichnet wurde, gibt es ja hier schon eine sehr, sehr klare Zielrichtung.

Speaker: Und wiederum in diesem Zielbild steckt diese Wertedimension ganz, ganz zentral drin.

Speaker: Was ich damit sagen will, ist,

Speaker: Das wird auch flächendeckend uns mit auch nur gelingen, wenn sozusagen auf nationaler Ebene, auf politischer Ebene auch dieses neue Werteverständnis oder überhaupt ein Werteverständnis integriert ist.

Speaker: natürlich von, ich sage mal auch, von oben, wie man das immer so schön salopp sagt, weiterhin eher mit, ich sage mal, Strukturaspekten kommuniziert wird oder die vorrangig behandelt werden, beziehungsweise

Speaker: Ich sage mal, ganz konkrete Themen adressiert werden, die natürlich sehr stark auch im Kontext von Wirtschaftsstandort Deutschland und dem Tourismus zu verankern sind, was ja per se

Speaker: Nichts Schlimmes ist, was per se ja schon seine Berechtigung hat, bleibt aber, ich sag mal, diese nationale Strategie auf so einer systemischen Maßnahmebene, die ja doch sehr stark auf wirtschaftspolitische Aspekte zielt.

Speaker: Und genau das ist ja das, was wir versuchen ja auch zu sagen in dem Manifest.

Speaker: Also wir sagen ja nicht per se, dass das alles keine Rolle mehr spielt, aber wir sagen letztendlich ja schon, wir brauchen auch übergeordnet eine bestimmte Wertebasis, die sozusagen auch dieses Zielbild mit bezeichnet.

Speaker: untermauert, mitfüttert.

Speaker: Weil du kannst natürlich nicht, und das haben wir auch geschrieben, jetzt dieses Zielbild schön runterschreiben als schönes neues Zielbild mit noch einem schönen Narrativ dran.

Speaker: Und dahinter, wie gesagt, immer noch verfolgen, nochmal einen Wachstumsrekord und noch mehr Ankünfte und noch mehr Umsatz.

Speaker: Also wenn das dann auch die Legitimationslogik weiterhin nach oben bleibt, für die Branche, auch in Richtung Politik, ganz nach Berlin,

Speaker: Da kommen wir da auch nicht weiter.

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Also ich denke auch, diese Wertebasis, diese wertebasierte Logik ist einfach Schaftorientierung.

Speaker: Und es ist in der nationalen Tourismusstrategie ist das tatsächlich eher etwas weniger stark geholfen.

Speaker: akzentuiert.

Speaker: Also das heißt, hier kann tatsächlich nochmal aus meiner Perspektive ein Stück weit, wäre es wünschenswert, ein Stück weit noch stärker Positionen zu beziehen und sagen, ja, wir brauchen einfach eine Werteorientierung innerhalb der Branche, innerhalb des Tourismus und wir geben auch die Strukturen dafür oder wir schaffen die Strukturen dafür, damit das möglich wird.

Speaker: Weil letztendlich, wir haben es ja gerade auch argumentiert, profitiert davon einfach der Lebensraum und die Branche.

Speaker: Also das heißt, hier haben wir wirklich einen Zukunftswert dann geschaffen,

Speaker: auf Basis der Werte basiert.

Speaker: Ist tatsächlich eben ein Stück weit auch, kann auch eine, dafür braucht es dann vielleicht auch neue KPIs, um diesen Erfolg zu messen.

Speaker: Wir verändern hier natürlich dann insofern auch Wachstum.

Speaker: Und das ist ja auch eine Diskussion, weil du es am Anfang auch erwähnt hast, dass das eigentlich Themen sind, die ja nicht nur für den Tourismus spezifisch sind, sondern auch für andere Unternehmen.

Speaker: Also auch hier dann die Frage, was für ein Wachstum haben wir in Zukunft?

Speaker: Was wächst in Zukunft?

Speaker: Und wie können wir das dann eben auch anders messen, wenn es eben nicht mehr nur um Quantität geht und um Bettenzahlen oder um Ankünfte oder um Einkünfte im Endeffekt.

Speaker: Und das ist sicherlich eine dringende Diskussion, die da geführt werden muss.

Speaker: Ja, dafür haben wir aber auch schon was verlinkt im Manifest.

Speaker: Da hat er sich ja auch schon Gedanken gemacht dazu.

Speaker: Super, lass uns nochmal auf, wir haben noch zwei Spannungsfelder mitgebracht aus dem Manifest, nämlich noch das Thema KI, Offenheit und Machtverschiebung, haben wir jetzt mal so drüber geschrieben.

Speaker: Das heißt, worum geht es im Kern?

Speaker: Wir sprechen ja schon angekündigt im Manifest natürlich auch über das Thema KI.

Speaker: Wir sprechen über offene Daten,

Speaker: Wir sprechen über Teilhabe auch dadurch.

Speaker: Aber gleichzeitig muss man ja so ehrlich sein, sehen wir ja schon auch die Gefahr und wir sehen es jetzt auch schon, Entwicklung, dass sich da natürlich auch viel durchaus noch mehr konzentriert auf entsprechenden Plattformen, in den Händen von bestimmten Anbietern, die dann letztendlich dadurch natürlich auch macht.

Speaker: Ja, und die sicherlich auch nutzen werden.

Speaker: Und daher appellieren wir und auch alle, die mitgewirkt haben an diesem Manifest, ja, für wirklich tatsächliche Offenheit, für eine Transparenz hier auch in dem Zusammenhang und vor allen Dingen auch für eine wirkliche Auseinandersetzung mit einer ethischen Gestaltung dieser soziotechnischen Beziehungen, so haben wir es auch genannt.

Speaker: Also Maschine Mensch, die

Speaker: Das finde ich nochmal wirklich auch einen, ja, nicht nur sehr wichtigen Aspekt, ich finde es tatsächlich aber durchaus auch einen sehr herausfordernden Aspekt, weil wir eben auch schon Entwicklungen sehen und das Thema tatsächlich durchaus anstrengen.

Speaker: schnell vonstatten geht.

Speaker: KI ist ja gefühlt doppelt dreifach so schnell wie die ganze Digitalisierung der letzten Jahrzehnte zusammen so gefühlt.

Speaker: Und man ja irgendwie sieht, wie sich da halbjährig oder so ein Kürzer Dinge entwickeln und verändern.

Speaker: Und da würde mich nochmal dein Blick interessieren, mit dem Anspruch, den wir hier formuliert haben, der durchaus sehr, sehr eine Berechtigung hat, wie siehst du da die Möglichkeiten für Akteure in der Tourismusbranche, für die Tourismusbranche, hier tatsächlich auch in gewisser Weise entgegenzuwirken?

Speaker: Ja, also erstmal ist, glaube ich, diese Offenheit als Haltung auch zu verschreiben und gemeinsam eben auch

Speaker: für Offenheit und Transparenz und Datenaustausch zu stehen.

Speaker: Es braucht einfach offene Standards und transparente Entscheidungsprozesse und das ist eben nicht eine Frage der Technik, sondern es ist erstmal eine Frage der Arbeits- und Organisationskultur.

Speaker: Und dabei geht es eben nicht nur um Open-Source-Systeme, sondern tatsächlich auch wirklich um transparente Daten.

Speaker: Das ist nicht nur für die eigene Arbeit hilfreich, sondern das ist natürlich auch für die Kommunikation mit den Gästen, mit den Kunden am Ende hilfreich.

Speaker: Also da wirklich eben diese offenen Systemlandschaften zu haben, ist eben nicht etwas, was ein nettes Add-on ist, sondern es ist tatsächlich wirklich eine Pflicht.

Speaker: Aus unserer Perspektive sollte es eine Selbstverständlichkeit sein.

Speaker: Eine Pflicht ist es natürlich nicht.

Speaker: Und bei diesen Systemen bleiben wir erstmal sozusagen auf der Ebene der Systeme, die auch diese klaren Regeln eben zu Datenschutz und Ethik brauchen und auch Fairness essentiell notwendig machen und das führt uns so ein bisschen auch schon zu dieser nächsten Aspekt, nämlich dieser Symbiotic Intelligence.

Speaker: Mensch-Maschine-soziotechnologischen Entwicklung.

Speaker: Und ich finde, in diesen beiden Aspekten sind auch vielleicht nochmal am stärksten, werden die Unterschiede zu 2020 deutlich, wo ja schon sehr weitdenkend eigentlich auch diese

Speaker: gestaltung der sozio-technologischen Beziehungen diskutiert und auch formuliert wurden.

Speaker: Wir haben heute aber eine andere Situation, du hast es gerade erwähnt, eine sehr rasant fortschreitende Situation durch eben Generators AI und die Möglichkeiten, die uns heute da entstehen und vor allem eine Transformation, wie Mensch und Maschine miteinander interagieren, nämlich als Kommunikationspartner.

Speaker: Und das ist wirklich so der große Unterschied, dass wir jetzt heutzutage mit dieser

Speaker: den Maschinen uns unterhalten können, wie es vorhin der Fall war, und zwar jeder prinzipiell, für jeden ist das prinzipiell möglich.

Speaker: Und in Zukunft wird sich das eben noch stärker verschieben, dass eben

Speaker: die Maschinen, die KI, die AI-Agents stärker eben auch zu HandlungspartnerInnen werden.

Speaker: Wir erleben das ja gerade auch aktuell stark in den Diskussionen, was AI-Agents alles theoretisch können, aber natürlich auch, welche Schattenseiten es gibt.

Speaker: Und da braucht es einfach auch wieder diese offenen Standards, da braucht es diese Ethik für, um da diese Transparenz herzustellen.

Speaker: Aber ganz klar ist es, wir werden diese AI-Agents, die

Speaker: werden zukünftig implementiert werden und sie werden wie

Speaker: Mitarbeitenden wie KollegInnen eben auch dabei sein auf Perspektive der Arbeitenden, aber natürlich sozusagen auch in der Kommunikation mit den Gästen.

Speaker: Und hier gilt es darüber sozusagen nicht ein Entweder-oder herzustellen, sondern wirklich zu schauen, was kann wer eben auch am besten, wie kann man sozusagen die gegenseitigen Stärken eben nutzen.

Speaker: Und das ist so der Weg, der jetzt gestaltet werden sollte.

Speaker: Das heißt, ja, wir haben wenig oder

Speaker: wenig Einflussmöglichkeiten eigentlich auf die großen Unternehmen, aber doch gibt es immer wieder die Möglichkeit, kleine Lokale oder Dinge zu schaffen, die halt möglichst eben auf offenen Systemen arbeiten.

Speaker: Und jetzt ist spätestens der Zeitpunkt dafür, damit anzufangen, sich nicht nur eine Digital- und KI-Strategie

Speaker: zu geben, sondern sich über Ethic AI zu unterhalten in der Tourismusbranche und zu gucken, was kann ich für ein System nutzen, von dem ich vielleicht nicht so abhängig bin von großen Unternehmen.

Speaker: Ich finde vor allem auch nochmal diesen Zugang, das ist jetzt im Manifest nicht ganz so stark thematisiert, aber die Frage des Zugangs dafür ist natürlich auch ganz wichtig.

Speaker: Wenn wir über neue Arbeitskulturen sprechen, über neue Organisationsformen, wenn

Speaker: AI-Agents oder KI zu Mitarbeitenden und KollegInnen werden, ist das der eine Punkt, aber natürlich auch mit der Kommunikation nach außen, wie barrierefrei sind diese Maßnahmen.

Speaker: Sie haben das Potenzial, unglaublich viel, unglaublich niedrigschwellig den Zugang zu geben, aber dafür braucht es eine gute Systemarchitektur.

Speaker: Auch die KI muss im Grunde genommen diese Dinge verstehen und auslesen können.

Speaker: Das heißt,

Speaker: Auch hier ist aus meiner Perspektive ganz wichtig, frühzeitig darauf zu reagieren, wenn ich wirklich auch in Zukunft alle Menschen mitnehmen möchte, sowohl in meinem Unternehmen, aber eben natürlich mit den Menschen, mit denen ich im Außen spreche.

Speaker: Das heißt, diese Symbiotic Intelligence muss einfach ganz klar aktiv gestaltet und gesteuert werden.

Speaker: Und da ist es tatsächlich besser, heute als morgen damit anzufangen, hier.

Speaker: Und wir haben ja auch in einem der Podcasts, diese Live-Podcasts, die wir gemacht haben, über die Qualität von Daten gesprochen.

Speaker: Es braucht einfach eben auch diese Datenqualität und auch da muss jetzt mit angefangen werden, diese Daten dafür bereitzustellen und nutzbar zu machen.

Speaker: was in dem Zusammenhang sicherlich noch erwähnenswert ist.

Speaker: Und ich hatte das vorhin so ein bisschen angedeutet und du hast es letztendlich jetzt auch immer wieder betont, das impliziert ja diese Offenheit, dass es wirklich allen zugänglich ist.

Speaker: Und ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt,

Speaker: Wichtiger Punkt nochmal zu erwähnen an dieser Stelle, dass es dafür tatsächlich einen Zugang auch wirklich für alle braucht.

Speaker: Also was meinen wir damit?

Speaker: Und das sieht man derzeit, dass natürlich zum Beispiel größere Unternehmen haben mit Abstand schon mehr gemacht zu dem Thema und sind da auch deutlich, ja,

Speaker: Größer und länger jetzt auch schon unterwegs.

Speaker: Und bei kleineren Unternehmen sieht das natürlich anders aus.

Speaker: Also dieses Machtverhältnis, auch vorhin geschildert, eher auch so ein bisschen jetzt dann aus der Perspektive des Reisenden zum Beispiel, ja.

Speaker: findet auch sozusagen in der Branche statt.

Speaker: Also hier ist natürlich auch zu schauen, wie tatsächlich auch, und Tosmos ist eine kleinteilige Branche, viele mittelständische und kleinere Unternehmen, wie da wirklich auch die Möglichkeiten, die Zugänge, die Offenheit geschaffen wird, dass diese auch an dieser Entwicklung teilhaben können.

Speaker: Also ich glaube, das ist auch nochmal ein wichtiger Punkt, den wir vielleicht nicht jetzt ganz konkret adressieren, aber der letztendlich da auch mit drin steckt.

Speaker: Dass hier natürlich diese Entwicklungen, die wir durch KI sehen und die sich...

Speaker: die stattfinden werden für die Reisebranche, dass die natürlich möglichst für viele auch Potenziale heben und Wertschöpfung und nicht nur für die Großen.

Speaker: Das ist, glaube ich, nochmal ein Aspekt, der damit reinfällt.

Speaker: Und was vielleicht ganz spannend ist,

Speaker: auch nochmal kurz recherchiert.

Speaker: Es gibt ja gerade im Hinblick auch auf dieses ganze Thema Daten, also Tourismus-Datenraum, gibt es ja schon verschiedene Initiativen und Entwicklungen, auch schon in den letzten Jahren.

Speaker: Und es gibt zum Beispiel auch auf

Speaker: auf der EU-Ebene ein Projekt dazu, das heißt die Bleu-Tour, ja, und da sollen fragmentierte Tozmus-Daten speziell für KMUs und DMOs, ja, beim digitalen und grünen Wandel unterstützen.

Speaker: Und das ist so eine Art Pilotprojekt, ja, ist jetzt gar nicht ganz neu, aus 2024.

Speaker: Aber was ich damit sagen will, ist, dass es sozusagen auch wieder diese Haltung und dieses Verständnis braucht, das flächendeckend und das möglich machen.

Speaker: Und auch sowas ist sozusagen Teil dieses Zielbildes, dass das sozusagen systemisch auch einen Wandel ermöglicht durch diese Technologie.

Speaker: Ich finde das Beispiel jetzt wieder sehr schön, weil du auch nochmal hervorgehoben hast, dass eigentlich in der Branche existieren viele Ansätze und viele Projekte, die eben auch auf dieses Manifest einzahlen.

Speaker: Und das ist wirklich nur darum, dass es darum geht, tatsächlich zu bündeln und in eine systemische Strategie, eben auch in ein systemisches Denken hinzuwandeln.

Speaker: Und das vielleicht auch nur einfach nochmal, wir nehmen nicht dieses Manifest und sagen, hier, ihr müsst das so und so machen, sondern es gibt viel in der Branche und das muss man einfach auch mal wertschätzen.

Speaker: Aber es braucht halt dann letztendlich doch diesen gemeinsamen Weg, den man gemeinsam eben auch geht und diese Bündelung eben auch, dass nicht viele, viele kleine Projekte nebenher existieren, sondern eben diese in irgendeiner Weise gut vernetzt sind.

Speaker: Genau, genau.

Speaker: Und womöglich auch nicht doppelt und dreifach.

Speaker: Jeder für sich quasi.

Speaker: Das ist auch nicht unbedingt zielführend.

Speaker: Schauen wir da nochmal in das letzte Spannungsfeld rein.

Speaker: Neue Arbeits- und Lebensmodelle haben wir es genannt.

Speaker: Auch darüber schreiben wir im Manifest und haben viel diskutiert.

Speaker: Im Kern geht es ja auch sicherlich schon ab und zu gehört, neue Arbeitswelten, Hybridisarbeiten, neue Rhythmen auch in der Lebensgestaltung, wie man arbeitet und wie man Freizeit wahrnimmt oder so sagen, beides sogar auch miteinander verschneidet.

Speaker: Und damit aber auch so ein bisschen die Frage, wem ist das alles zugänglich,

Speaker: Wer kann da wie auch gestalten?

Speaker: Und das ist so ein bisschen vielleicht die Verbraucherperspektive, die Reisendenperspektive.

Speaker: Und für die Branche oder aus der Branche geblickt haben wir das Thema natürlich genauso, weil die Branche braucht natürlich auch Lösungen für den Fachkräftemangel.

Speaker: Sie braucht Lösungen für die Zukunft, wer wie gestaltet.

Speaker: noch wo auch in der Branche arbeitet und zu welchen Bedingungen vor allen Dingen.

Speaker: Sie muss dahingehend auch wettbewerbsfähig sein, bleiben, noch vielleicht mehr werden, Fragezeichen, durchaus.

Speaker: Und damit ist dieses Thema sozusagen auch wieder wechselseitig zu sehen und hat natürlich auch ein

Speaker: Ist eine wichtige Stellschraube für die Zukunftsfähigkeit der Branche, weil wir letztendlich auch gesagt haben, und es steht auch im Manifest, also bei aller KI und Technologie, am Ende des Tages braucht es Menschen, die Tourismus umsetzen, ganz platt gesagt, die Dienstleistungen erbringen.

Speaker: Und die auch vor Ort sind.

Speaker: Also das sind alles so Banalitäten, wo man denkt, ja, ist doch klar.

Speaker: Aber geht manchmal so ein bisschen in der Diskussion unter.

Speaker: Auch in diesem bisschen reißerischen, die KI wird uns jetzt alle ersetzen.

Speaker: Da muss man immer ganz genau hinschauen, wo und wie entlang der Wertschöpfungskürte.

Speaker: Und genau das adressieren wir halt auch im Manifest.

Speaker: Das ist letztendlich ein Stück weit so ein Weiterdenken dieser Symbiotic Intelligence, wenn wir da von dem Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine sprechen, ist das natürlich eben auch die Frage, wie wird das dann sozusagen auf der...

Speaker: Basis der Mitarbeiterkultur eben auch umgesetzt werden.

Speaker: Und das haben wir eben in einem dieser Aspekte diskutiert, ja auch in Workshop-Gruppen in Leipzig in dem Think Tank.

Speaker: Und für mich war damals so, das war so schön zu beobachten, dass jeder eigentlich in der Workshop-Gruppe gesagt hat, ja, Menschen sind eigentlich das Betriebssystem des Ganzen.

Speaker: Ohne sie funktioniert das eigentlich.

Speaker: Das ist für die Branche einfach ganz relevant.

Speaker: Das heißt,

Speaker: dass während 2020 noch stärker auf so faire Entlohnung und natürlich auf die Wertschätzung schon auch eingegangen wurde, aber vor allem eben auch, wie können wir eigentlich sozusagen Werte eben auch im Recruiting vermitteln.

Speaker: Und es ist jetzt tatsächlich mehr so, ich habe noch mal stärker gesagt, okay, Menschen sind eigentlich wirklich die Zukunftskompetenz dieser Branche.

Speaker: Es braucht sie einfach.

Speaker: KI kann Dinge automatisieren, kann Dinge übernehmen, aber Menschen werden sozusagen zu den Orchestratoren, zu den Kuratoren,

Speaker: und werden zu Kompetenzen in dem Moment.

Speaker: Und das ist so die, erst mal so diese Aussage und dann aber natürlich so diese große Frage, ja, wie kommen wir eigentlich dahin, wie bekommen wir das hin, dass wirklich auch Menschen gerne in dieser Branche arbeiten und da war dann wirklich auch ein großes Thema diese Wertschätzung.

Speaker: Also, dass es diese Wertschätzungskultur braucht innerhalb der Branche selber und ich glaube auch da,

Speaker: sich schon stark und viel geändert, nicht überall, aber in vielen Kontexten.

Speaker: Aber natürlich auch nochmal, und das wurde immer wieder angesprochen, dass es auch diese Wertschätzung seitens der Gäste braucht für die Arbeit.

Speaker: Und da sind wir dann vielleicht auch wieder so ein bisschen bei dem Thema, was du eben nochmal angesprochen hast, neue Reiseformen, neue Lebensformen unterwegs in der Unterwegs-Kultur.

Speaker: Also wie verstehen Menschen

Speaker: Menschen eigentlich reisen in Zukunft und welche Narrative werden ihnen auch über Tourismus und Reisen erzählt und damit einher kann ja wirklich dann auch diese Frage oder diese Notwendigkeit adressiert werden, das ist einfach eine gewisse Wertschätzung eben auch für diese Menschen, die dort tätig sind, braucht.

Speaker: Das ist so der eine Ebene, die sich da so herauskristallisiert hat, das heißt, es braucht einfach wirklich eine andere Arbeitskultur, es braucht aber auch sozusagen auch eine neue Befähigungssituation,

Speaker: oder vielleicht auch ein branchenübergreifendes Hub, wo Menschen ausgebildet werden.

Speaker: Die nächsten Generationen ticken anders, nicht ganz anders, aber sie haben andere Formen der Kommunikation, des Interaktions.

Speaker: Und man kann nicht erwarten, dass sie genauso sind wie die Generationen, die jetzt vielleicht sozusagen an Führungspositionen sitzen oder an Stellschrauben sitzen.

Speaker: Das heißt, es gilt auch da eine Kultur zu etablieren, die eben auch vielleicht zu den nächsten Generationen passt.

Speaker: und da eben auch dann Lern- und Lehrformate entwickeln, die dann eben auch gut angenommen werden.

Speaker: Das heißt, hier war aus der Branche ein ganz klares Bedürfnis, eben auch zu spüren, da Menschen einen Raum zu geben, wo sie sich entwickeln können und wo sie sich weiterentwickeln können, weil sie einfach braucht, weil sie sozusagen das zentrale Betriebssystem der Branche sind.

Speaker: Und vielleicht jetzt nochmal ganz kurz zu dem anderen Aspekt der künftigen Arbeitsreise, Lebensformen in der Unterwegskultur.

Speaker: Da finde ich so den großen Unterschied auch nochmal und ich sage bewusst immer so die Unterschiede zum Manifest 2020, weil eigentlich der Zeitpunkt,

Speaker: Die Zeitspanne von fünf Jahren wirkt jetzt erst mal nicht viel, aber doch hat sich sehr viel geändert.

Speaker: Wir haben stark 2020 über diese hybriden Lebensstile und Workation gesprochen und haben aber in den letzten fünf Jahren stark gemerkt, dass es diese Freiheiten braucht, aber gleichzeitig eben auch zu Überforderungen führen kann.

Speaker: In welchem Modus befinde ich mich jetzt gerade?

Speaker: wenn Arbeit und Freizeit ineinander fließen, ist gerade eher so die Tendenz zu spüren, dass man wieder ein geschlossenes System ein wenig hat.

Speaker: Aber trotzdem, diese Freiheit hat sich diese geschlossenen Systeme selbst sozusagen in Zeiten einzuteilen.

Speaker: Und dafür braucht es vielleicht in Zukunft mehr das, was du eben auch gesagt hast, diese modularen Reise- und Arbeitsformen,

Speaker: wo ich ganz klar eben situativ eben eine bestimmte Atmosphäre vorfinden kann, wenn ich arbeiten möchte, aber eben auch, wenn ich sozusagen tatsächlich dann eben nicht mehr arbeite, wenn ich mich nur arbeiten möchte.

Speaker: Und das, finde ich, ist nochmal so eine Fortführung und löst eben auch so ein bisschen eben dieses Missverständnis auf, dass wir in Zukunft alles sich ineinander vermischt und wir eigentlich gar nicht mehr wissen, wann wir arbeiten und wann wir leben und wann wir Freizeit haben, dass das eben nicht der Fall ist und dass Menschen ganz klar eben auch wissen möchten, in welchem Zustand befinden sich jetzt gerade.

Speaker: Sehr schön, wunderbar.

Speaker: Ja, da haben wir doch einiges besprochen, würde ich sagen, aus dem Manifest.

Speaker: Wir haben Lust gemacht, dass man sich das mal anschaut und zu Gemüte führt.

Speaker: Also es ist eine lange Version und eine Kurzversion.

Speaker: Aber was ich tatsächlich spannend fände, ist, vielleicht können wir da auch nochmal eine Folge zu machen, die

Speaker: dass diese Themen uns ja generell beschäftigen und wie sie letztendlich jetzt auch Ausdruck finden in der Branche.

Speaker: Also nicht sichtbar werden, dass hier eine Verantwortung sozusagen auch eingenommen wird und dass sich doch einige Dinge ändern müssen.

Speaker: Ja.

Speaker: Also es ist ja, der Theos, muss ich sagen, haben wir ja ganz oft schon auch gesagt, ist ja etwas, was sich nicht so abschließen lässt, auch wenn man es manchmal so denkt.

Speaker: Also so dieses, wir reisen im Urlaub und das ist eine bestimmte Zeit und das machen wir ein paar Mal im Jahr und gut ist.

Speaker: Aber

Speaker: Tatsächlich aus branchischer Sicht ist Tourismus immer, weil er immer stattfindet, weil er sozusagen Teil dieser Lebensräume ist und deshalb gibt es auch dieses Zielbild.

Speaker: Und daher ist er immer beeinflusst, mal vielleicht ein bisschen deutlicher, mal auch mit mehr Aufmerksamkeit zu bestimmten Saisonzeiten.

Speaker: Aber grundsätzlich findet er immer statt.

Speaker: Findet immer statt.

Speaker: Ich denke auch, dass sich in unserer Gesellschaft ja auch dieses Bild gewandelt hat, dadurch, dass wir einfach in den letzten Jahrzehnten immer stärker auch dazu verleitet wurden, häufiger Urlaub zu machen.

Speaker: Also wir hatten mehr Möglichkeiten und dass der Urlaub sich ja auch dadurch oder das Reisen sich dadurch auch nochmal stark verändert hat.

Speaker: Das ist also sozusagen in den Köpfen der Menschen ja auch ein Stück weit ein ganz Jahresthema geworden.

Speaker: Vielleicht noch so zum Ausblick, du sagtest es gerade, wohin die Branche müsste oder sollte.

Speaker: Und ich glaube, das ist vielleicht auch nochmal ganz wichtig, dass dieses Manifest ist jetzt keine Prognose, so wird es 2030 sein, sondern es ist tatsächlich eine Vision oder eine der möglichen Zukunft, in die sich die Branche entwickeln kann.

Speaker: Aus unserer Perspektive ist es tatsächlich die Richtung, in die sie sich auch entwickeln sollte, wenn wir eine lebenswerte Zukunft anstreben.

Speaker: Und deswegen finde ich vielleicht nochmal, würde ich ganz gerne nochmal mit dem Schlusssatz eben auch des Manifests enden, dass die Branche nur dann eben auch zukunftsfähig ist, wenn sie wirklich Lebensraumqualität stärkt und den Mut hat, den Wandel aktiv zu gestalten.

Speaker: Also wirklich dieses Szenario ist wirklich eine Einladung, Zukunft aktiv mit zu gestalten und nicht alle Punkte sind so in Stein gemeißelt, ganz gar nicht, aber es lädt ein zur Diskussion, eben wirklich diese aktive Gestaltung mit zu übernehmen.

Speaker: Ganz genau.

Speaker: Das ist doch ein schönes Schlusswort.

Speaker: Und ich glaube, wenn der Tourismus der Gestalter wird, dann wird er auch anders wahrgenommen.

Speaker: Und durch eine andere Wahrnehmung entstehen auch wieder andere Möglichkeiten.

Speaker: Das ist etwas, was man immer wieder beobachten darf.

Speaker: Und daher...

Speaker: können wir da nur ermutigen, diesen Weg mitzugehen und mitzugestalten.

Speaker: Und ja, das Manifest gerne runterladen, einfach mal vielleicht auch teilen im Team, einfach mal draufschauen.

Speaker: Es sind sicherlich sehr spannende Impulse dabei.

Speaker: Und wie du sagtest, man muss nicht alles auf einmal tun, aber Schritt für Schritt gehen.

Speaker: die acht Aspekte zum Beispiel hernehmen und einfach mal anfangen.

Speaker: So, wie wir das immer schön sagen.

Speaker: Wunderbar.

Speaker: Danke dir, Anja.

Speaker: gehen wir in unseren Nachmittag, würde ich sagen.

Speaker: Bei uns ist es fast schon soweit.

Speaker: Und danken fürs Zuhören.

Speaker: Gerne kommentiert und liked zu dieser Folge, wenn ihr mögt.

Speaker: Oder teilt sie natürlich auch.

Speaker: Und wir werden auch nochmal die anderen Folgen verlinken, die wir zu diesem Thema schon aufgenommen haben.

Speaker: Das ist vielleicht ganz spannend.

Speaker: Letztes Jahr hatten wir da einige InterviewpartnerInnen mit hier im Podcast, die auch 2020 dabei waren.

Speaker: Und ja, wer da Lust hat, kann da mal reinhören.

Speaker: Das ist durchaus sehr spannend.

Speaker: Und wir hören uns bald wieder mit neuen Gästen und einem neuen Thema.

Speaker: So sieht es aus.

Speaker: Ich grüße dich ganz lieb und wünsche dir noch einen schönen Tag.

Speaker: Bis dann.

Speaker: Ciao.

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