Transcript
Speaker: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Next Stop Future.
Speaker: Schön, dass ihr wieder bei uns seid.
Speaker: Ja, Apple verkauft auch Kopfhörer.
Speaker: Eigentlich.
Speaker: Seit Oktober 2024 funktionieren die AirPods Pro 2 aber auch als zugelassenes Hörgerät.
Speaker: Über ein einfaches Software-Update wurde das realisiert.
Speaker: Ohne Audiologen, ohne Rezept oder den Gang in ein spezielles Geschäft bekommt man diese AirPods Pro über den Ladentisch gekauft.
Speaker: Ein Markt, der jahrzehntelang geschützt war, beginnt sich damit zu verschieben.
Speaker: Und das Spannende, die Hörakustik ist kein Sonnerfall.
Speaker: Es ist das Muster.
Speaker: Wir haben es vor etlichen Jahren bei Blockbuster gesehen, bei Kodak, bei Nokia.
Speaker: Und wir sehen es in der jüngsten Vergangenheit auch bei den Banken gegenüber den Neoprokern.
Speaker: Und wir werden es ziemlich sicher in Zukunft noch bei vielen anderen sehen, zum Beispiel bei den klassischen Apotheken, bei medizinischer Diagnostik und eigentlich grundsätzlich bei jeder Berufsrolle, die auf exklusiven Zugang zu Wissen basiert.
Speaker: Und daher sprechen wir in dieser Folge über eine zentrale Frage.
Speaker: Wie bleiben etablierte Märkte zukunftsfähig, wenn Disruption von außen kommt?
Speaker: Wir sprechen in diesem Zusammenhang auch über Anjas aktuelles White Paper zu Longevity und Hörakustik und über das, was Blockbuster zum Beispiel vor vielen, vielen Jahren hätte ernass machen können.
Speaker: über Prinzipien für einen anderen Umgang mit Veränderungen und am Ende auch ein bisschen über uns selbst.
Speaker: Denn die Frage, was passiert, wenn KI die Zukunftsforschung disruptiert, betrifft uns natürlich ziemlich direkt.
Speaker: Wir wünschen euch viel Spaß bei dieser Folge.
Speaker: Hallo Anja, ich grüße dich.
Speaker: Hallo Carina.
Speaker: Du bist zu Hause, wie ich sehe, ne?
Speaker: Dein Hintergrund zu erkennen, so wie ich.
Speaker: Wie geht's dir?
Speaker: Soweit gut.
Speaker: In genau drei Tagen öffnet mein Freibad und das sind ja immer acht Monate, auf die ich dann hinfiebere, dass es der 15.
Speaker: Mai ist und man wieder draußen kommen kann.
Speaker: Also insofern geht's mir prima.
Speaker: Bei uns hat hier schon die Badesaison begonnen.
Speaker: Also nicht für mich, aber für meine Tochter.
Speaker: Die war schon dreimal drin.
Speaker: Zum Pater.
Speaker: Im See.
Speaker: Ja, also ich beneide sie nicht, weil mir ist das viel zu kalt.
Speaker: Aber gut.
Speaker: Die Kinder sind ja da, glaube ich, immer noch ein bisschen, ja,
Speaker: als wir älteren Damen, wenn ich das zu sagen habe.
Speaker: Nein, ich meine nur mich.
Speaker: Ich bin ein bisschen Frau Spoiler.
Speaker: Aber das soll heute nicht das Thema sein.
Speaker: Wie ihr schon gehört habt im Intro, wir unterhalten uns heute über Disruption.
Speaker: Und das freut mich tatsächlich sehr, denn noch mal kurz zur Erinnerung, wir hatten unsere vorletzte Folge zum Thema Transformation gemacht.
Speaker: Und auch da tauchte der Begriff Disruption auf, denn wir haben da versucht, auch so ein bisschen die Unterschiede herauszuarbeiten zwischen so Begrifflichkeiten wie Transformation oder Reform oder auch Disruption.
Speaker: Und daher auch an der Stelle empfohlen, sich vielleicht die Folge nochmal anzuhören, denn diese hier schließt da an das Thema, glaube ich, sehr gut an.
Speaker: Genau, also Disruption, Überleben, was alte Märkte wirklich zukunftsfähig macht, darum soll es heute gehen.
Speaker: Ja, prädestiniertes Thema für Zukunft.
Speaker: Und letztendlich diese Dinge, die wir heute besprechen, umtreiben, glaube ich, viele Unternehmen, ganze Branchen, so muss man es ja sagen.
Speaker: Und daher haben wir es ja auch mit in unseren Podcast genommen.
Speaker: Genau, ganz kurz, bevor du gleich mal einsteigst, denn wir haben so ein bisschen als Aufhänger eine Langevinz zum Thema Longevity und Hörakustik.
Speaker: Und da passiert nämlich derzeit auch einiges und verschiebt sich so ein bisschen im Markt mit entsprechenden Hörhilfen.
Speaker: Und an diesem Beispiel kann man schon so ein bisschen hoffentlich gut verstehen, worüber wir heute dann im Kern sprechen.
Speaker: und was man unter Disruption verstehen darf.
Speaker: Und da haben wir heute auch so wie immer bei unserem Podcast eine Leitfrage auch mit dabei.
Speaker: Insofern wollen wir die hier auch mal nennen.
Speaker: Wie bleiben etablierte Märkte zukunftsfähig, wenn Disruption von außen kommt?
Speaker: Genau.
Speaker: Und das ist erstmal genug der Worte von meiner Seite.
Speaker: Ich habe es schon ein bisschen angeteasert.
Speaker: Anja, erzähl doch mal ein bisschen, vielleicht kurz zu diesem White Paper und letztendlich zu dem Thema des White Papers, was hier so ein bisschen heute auch für uns die Diskussion eröffnet.
Speaker: Ja, der Bundesverband der Hörsystemindustrie, der BVHI, hatte mich beauftragt und wir haben uns darüber ausgetauscht, eben ein White Paper zu schreiben zum Thema Prävention und Longevity.
Speaker: Longevity hatten wir auch schon in einigen Folgen immer mal wieder angesprochen und darüber gesprochen und auch Prävention ist ja immer wieder ein Thema bei uns.
Speaker: Und das eben speziell aus Perspektive der Hörakustik und da passieren jetzt sozusagen verschiedene Entwicklungen gleichzeitig.
Speaker: Das schließt dann wieder vielleicht so ein bisschen an diese Transformationsfolge an, die du eben auch angesprochen hattest.
Speaker: Zum einen eben, dass wir diese Transformation erleben, dass sich die Gesundheitsmärkte gerade verändern und dieser Gedanke,
Speaker: der Prävention immer stärker wird und wir da sozusagen nicht nur eine Reform erleben, sondern tatsächlich so ein Stück weit eine Transformation beobachten können, wie Longevity als Bedürfnis, eben lang und gesund alt zu werden, dann eben tatsächlich irgendwie die Märkte und die Marktlogik eben verändert in Richtung Prävention.
Speaker: Das heißt Gesundheit als gestaltbares Gut.
Speaker: Und da spielen natürlich irgendwie ganz unterschiedliche große Phänomene, Megatrends mit rein.
Speaker: Aber ein relevanter Aspekt, gerade auch nochmal in diesem Kontext und in diesen Märkten, ist tatsächlich eine Disruption, die für die Branche der Hörakustiker und der Hörsystemindustrie ganz relevant ist, nämlich dass zunehmend sogenannte OTC, also Over-the-Counter-Produkte, verkauft werden und als Hörhilfen verkauft werden.
Speaker: Das heißt, ich muss nicht mehr zwingend zu einem
Speaker: Hörakustiker, Hörakustikerin gehen, muss nicht mehr zwingend zu einem HNO gehen, zu einer HNO gehen, sondern bestelle mir übers Internet eine Hörhilfe, die dann so ähnlich eben zum Beispiel auch aussehen kann wie AirPods.
Speaker: Weil nämlich, das ist vielleicht auch so einer der großen Marktprodukte,
Speaker: Apple mit ihren Airpods sozusagen Hörhilfen ermöglichen.
Speaker: Und das verändert natürlich wirklich irgendwie diese Märkte und das verändert eben natürlich auch das Denken.
Speaker: Zum einen aus diesem Präventionsgedanken heraus, dass Menschen sozusagen frühzeitig anfangen, sich um ihre Hörgesundheit Gedanken zu machen.
Speaker: Zum anderen aber eben auch, dass das Tragen von Gelegenheiten
Speaker: Dingen im Ohr zunehmend zu unserem Alltag gehört.
Speaker: Also das ist gar nicht mehr so befremdlich, wenn Leute etwas in ihrem Ohr haben.
Speaker: Und zum anderen eben, dass wenn man merkt, man hat zum Beispiel eine höhere Schwäche oder möchte sich besser konzentrieren, es muss ja noch nicht mehr wirklich eine
Speaker: dramatische Hörschwäche da sein, sondern ich möchte mich einfach vielleicht in einem Café besser mit dir unterhalten können und den Außenwärm ausblenden können, kann ich auf sogenannte Over-the-Counter-OTC-Produkte zurückgreifen.
Speaker: Und das sind ja tatsächlich solche Consumer Electronics-Produkte.
Speaker: Also ganz niedrigschwellig.
Speaker: Ich bestelle sie einfach, stopfe sie mir ans Ohr und kann besser oder konzentrierter hören.
Speaker: Und das verändert natürlich wirklich diese... Ja, super.
Speaker: Ja.
Speaker: Total spannend.
Speaker: Ich habe dazu auch noch mal ein paar Zahlen rausgesucht, die das gleich auch mal so von der Dimension greiferer machen.
Speaker: Also wenn wir uns jetzt so drüber unterhalten, dann denkt einer, ja Mensch, dann bestellt man sich halt mal ein paar Airpods.
Speaker: Ist ja fein, ist ja auch schick.
Speaker: Kann man auch dann zusätzlich noch andere Dinge mit tun.
Speaker: Aber um das einfach mal so ein bisschen in Perspektive zu rücken, was da auch...
Speaker: Zahlenmäßig hintersteckt, wenn so ein etablierter, doch sehr geschützter Markt insofern von außen ein bisschen durchgerüttelt, kann man schon fast gar nicht mehr sagen, schon auch verändert wird.
Speaker: Und da einfach nochmal so ein paar Zahlen.
Speaker: Also der globale OTC, Hörgerätemarkt, liegt 2025 bei rund 996 Millionen US-Dollar.
Speaker: Und soll bis 2035 auf 1,8 Milliarden US-Dollar wachsen.
Speaker: Und im Oktober, und das hattest du gerade angesprochen, wurden die Hearing Aid Feature für Apple AirPods Pro von der FDA, das ist die Food and Truck Administration in den USA, also der Name KC,
Speaker: Lässt jetzt nicht unbedingt darauf hindeuten, dass es was mit Hörgeräten oder Medizin zu tun hätte.
Speaker: Aber es ist so, die sind dafür auch verantwortlich.
Speaker: Die FDA hat das als erstes Over-the-Counter-Hörgerät auf Softwarebasis zugelassen.
Speaker: Und klinische Studien zeigen in diesem Zeitraum oder seitdem auch, dass Nutzer ähnlich profitieren wie bei professionell angepassten Geräten.
Speaker: Also das ist auch nicht nur einfach mal so ein Gimmick.
Speaker: Ich stürze mir das rein und höre dann vielleicht ein bisschen besser.
Speaker: Ich sage jetzt mal ganz blatt, das Gerät oder die können halt auch was in dem Bereich.
Speaker: Und ganz kurz noch, die Preisspreizung erklärt den Druck.
Speaker: Ein traditionelles Hörgerät A kostet im Schnitt rund 4.600 Dollar und diese OTC-Geräte im Schnitt etwa 1.600 US-Dollar.
Speaker: Also da sieht man auch so, wie sich sozusagen dann natürlich auch dieses ganze Preismodell dahinter verschiebt.
Speaker: Und so eine Dinge einer breiten Masse zugänglicher werden, gerade in den USA, wo die Leute das ja eigentlich auch alles aus eigener Tasche zocken.
Speaker: Ja.
Speaker: Genau, also das ist wirklich so, finde ich, auch das Zentrale eigentlich.
Speaker: Der Zugang wird wesentlich einfacher.
Speaker: Das heißt, es gibt so ein Stück weit eine Demokratisierung am Markt.
Speaker: Das heißt, jeder kann eigentlich sich sozusagen diese Produkte auf einmal kaufen und leisten und vielleicht nicht jeder kann sie sich leisten, aber sie...
Speaker: Die Preise sinken auf jeden Fall radikal dadurch.
Speaker: Es sind neue Player am Markt und gerade wir hatten es jetzt irgendwie mit Apple, die ja wirklich auch schon in diesem ganzen Health-Product-Bereich, in dem Tracking-Bereich sehr, sehr weit vorne sind und die Entwicklung ja auch sehr hoch ist.
Speaker: weit mit auch antreiben.
Speaker: Das heißt, hier kommen sozusagen von außen neue Player in die Branche hinein und das verändert natürlich sozusagen die Urbranche, in dem Fall jetzt hier die Hörakustiker.
Speaker: Und ich glaube, das Interessante ist daran tatsächlich auch, dass das natürlich auch wieder etwas Innovationen innerhalb der gesamten Branche antreiben kann.
Speaker: Also
Speaker: Das heißt, diese Disruption sorgt ja erstmal so für ein Aufrütteln des Marktwöbeles.
Speaker: Sie müssen sich ja dann neu positionieren.
Speaker: Und meine ganz klare Empfehlung ist sozusagen, da stärker eben in diesen Service-Gedanken, in diesen Präventionsgedanken mit hineinzugehen.
Speaker: Die Menschen sind interessierter daran, zu sagen, okay,
Speaker: Wir achten sehr frühzeitig auf unsere Hörgesundheit.
Speaker: Wir sind sehr frühzeitig daran interessiert, eben auch die zu halten, weil wir möglichst lange alt werden wollen.
Speaker: Es gibt tausend Gründe, warum das Hören gut ist fürs Altwerden.
Speaker: Das wollen wir gar nicht hier drauf eingehen.
Speaker: Aber es ist natürlich dann sozusagen, es erfordert ein Umdenken.
Speaker: Und es erfordert aber natürlich auch ein Umdenken bei denjenigen, die bisher sozusagen auch die Hörgeräte hergestellt haben.
Speaker: Also auch hier erleben wir natürlich, dass das etwas macht,
Speaker: dass dort natürlich dann neue Innovationen wieder eingebaut werden, die dann vielleicht auch einen höheren Preis gerechtfertigen.
Speaker: Aber erstmal ist es so, dass natürlich etwas viel, viel leichter zugänglich wird und viel, viel mehr Menschen auf einmal zur Verfügung steht und natürlich auch diese Hemmschwelle niedriger ist.
Speaker: Also wir haben es vielleicht, also bei Brillen ist es mittlerweile völlig gang und gäbe, dass man irgendwie fast jeder in irgendeiner Form eine Brille trägt und sei es nur eine Sonnenbrille, manchmal eben auch als Accessoire.
Speaker: Aber bei den Hörgeräten ist das erst ein langsam werdender Prozess,
Speaker: Wir sehen zwar immer mehr diese Hörhilfen oder auch Airpods und Earplugs und was auch immer in den Ohren, aber es ist natürlich noch sozusagen ein zweiter Schritt, dann eben auch zu sagen, okay, ich höre tatsächlich schwer.
Speaker: Aber da erleben wir tatsächlich auch eine oder ich beobachte zumindest eine Veränderung in den Märkten und auch in dem Selbstwahrnehmung der einzelnen Personen.
Speaker: Also das ist wirklich ein ganz spannender Prozess, in dem wir da gerade sind.
Speaker: Und was ja auch interessant ist, es geht ja nicht um ein besseres Produkt.
Speaker: Das ist vielleicht so ein bisschen auch die Denke, die man schnell haben könnte, gerade im Kontext von Disruption und der Annahme oder so ein bisschen das Draufschauen, warum manche Unternehmen verschwunden sind und insolvent gegangen sind.
Speaker: Das hat erstmal per se gar nicht damit zu tun, dass ihr Produkt...
Speaker: schlechter war oder insgesamt vielleicht nicht konkurrieren konnte.
Speaker: Es gibt vor allen Dingen, und das sehen wir, wir haben gleich noch mal ein paar andere Beispiele auch mitgebracht, um diese andere Logik.
Speaker: Und das finde ich nochmal total spannend, weil das haben wir nämlich auch in dieser Transformationsfolge besprochen, dass wir in die Transformation kommen und dann auch
Speaker: wenn es so ist, in die Disruption, indem sich wirklich Logiken ändern.
Speaker: Und das, was du beschrieben hast, auch vor allen Dingen im Zugang zu diesem Produkt, also gerade Vertriebskanäle, aber natürlich auch Preislogiken.
Speaker: Also in dieser Annahme, die Hörgeräte sind kompliziert, aufwendig und ganz speziell und die kosten halt ganz, ganz viel.
Speaker: ist vielleicht jetzt nicht unbedingt mehr der Fall.
Speaker: Und das haben wir ja, wie gesagt, auch nicht nur in diesem Bereich, sondern schon in auch anderen Branchen gesehen.
Speaker: Und das ist, finde ich, nochmal wirklich essentiell, weil ich es oft erlebe, dass der Produktlogik gedacht wird.
Speaker: Also in diesem Produkt,
Speaker: Design, Produkt, Features, die spielen natürlich auch eine Rolle, das will ich gar nicht negieren.
Speaker: Aber man sieht sehr deutlich bei vielen, vielen Beispielen, es geht eher um so eine Systemlogik.
Speaker: Also wie ist das Produkt sozusagen im
Speaker: Wie ist der Preis?
Speaker: Wie einfach teilt es sich, um es mal so auszudrücken?
Speaker: Wie kann ich es adaptieren?
Speaker: Wie einfach?
Speaker: Wie schnell?
Speaker: Ja, all diese Dinge.
Speaker: Und die haben erstmal mit der eigenen Kernlogik des Produkts nicht so viel zu tun.
Speaker: Man kann vielleicht so ein bisschen eine Klammer drum machen und das ist...
Speaker: Wir finden sicherlich auch andere Beispiele, wo wir Disruption erlebt haben, aber ganz viel wird durch Digitalisierung eben vorantrieben.
Speaker: Und also das heißt, wir haben hier diesen Megatrend der Digitalisierung, der wirklich dafür sorgt, dass ganze Vorbereitung,
Speaker: vorher geschlossene Systeme wirklich gezwungen sind, nicht zwingend das, was am Ende bei Ihren Kunden ankommt, zu überdenken, aber wie gesagt, diesen Weg dorthin und welche Rolle Sie dabei spielen.
Speaker: Das heißt, durch die Öffnung und durch neue Zugänge ist Ihr ursprüngliches System sozusagen gefordert, sich neu aufzunehmen.
Speaker: Und das passiert eben jetzt auch, wie wir es gerade gesagt haben, am Beispiel der Hörakustiker.
Speaker: Aber du sagtest gerade, es gibt auch andere Beispiele, wo wir das erlebt haben.
Speaker: Beispiel zum Beispiel ist sicherlich, wo wir diesen von einstigen Videotheken und Blockbuster, wo man in eine Filiale gegangen ist, sich erstmal VHS-Kassetten dann überprüfen.
Speaker: DVDs ausgeliehen hat und dann kam Netflix und hat eben das ganze System zuerst mit diesem Postversand verändert und dann natürlich über diese Streaming-Plattformen.
Speaker: Das heißt also hier ist natürlich auch etwas weggebrochen, was durch die Digitalisierung erstmal dann auch einmal viel, viel einfacher zugänglich war.
Speaker: Das finde ich so ein schönes Beispiel.
Speaker: Wir haben das Gleiche eben auch bei Musik.
Speaker: Heute haben ganz viele Menschen Spotify und hören darüber ihre Musik oder eben auch eine andere Musikplattform.
Speaker: Also das ist jetzt Spotify vielleicht der größte Player, der sofort einfällt.
Speaker: Da gibt es natürlich auch noch andere Konkurrenzprodukte.
Speaker: Darum geht es auch gar nicht, sondern es geht wirklich darum, wie wir sozusagen heute an diese Produkte, wie die Produkte zu uns kommen.
Speaker: Und
Speaker: Natürlich erleben wir dann auch sozusagen die gegenläufigen Trends, wo Leute dann wieder sagen, okay, ich kaufe mir wieder Vinylplatten, das hat vielleicht für mich einen ganz anderen Klang, das hat auch eine ganz andere Zeremonie.
Speaker: Aber das sind sozusagen nicht die Marktführer und nicht das, was Mainstream ist und was gängig ist.
Speaker: Das sind dann sozusagen Teile, die drumherum existieren in dieser Branche, die auch weiterhin dann vielleicht Bestand haben durch Verlust.
Speaker: manchmal eben Gegentrends.
Speaker: Aber erstmal ist es so, dass der Markt völlig umgekrempelt wurde und damit eben auch einzelne Unternehmen tatsächlich eben auch in Konkurs gegangen sind oder eben auch sich nicht mehr
Speaker: nicht mehr existieren heute.
Speaker: Also das ist sicherlich, da erlebt man viel.
Speaker: Ein anderes Beispiel ist vielleicht, was ich auch ganz schön finde immer, ist Kodak, die natürlich jetzt auch wieder gegen Trend Analogfotografie mit wieder etwas mehr im Fokus stehen.
Speaker: Aber als die Digitalkamera aufkam, haben sie halt sehr, sehr stark an den Analogkameras festgehalten und haben sozusagen an diesem Originalprodukt weiter festgehalten.
Speaker: und dadurch eben diesen Anschluss an den stark wachsenden Digitalkameramarkt eben verloren.
Speaker: Also das heißt, hier ist tatsächlich immer so die Frage dann auch, wie stelle ich mich als Unternehmen oder auch als Branche manchmal eben auf, wenn ich entweder sehe, dass die Branche sich intern verändert durch zum Beispiel Digitalkameras oder durch digitalen Vertrieb von dem Produkt oder eben, dass eben jetzt beim Beispiel der Hörakustik auf einmal ganz branchenfremde Hersteller und Anbieter sozusagen meinen Markt verändern.
Speaker: ja in einer Weise infiltrieren mit Produkten, die ursprünglich nicht aus der Marktlogik oder aus der Branchenlogik heraus entstanden sind.
Speaker: Das sind so Beispiele eben, wo ich denke, dass gerade die Digitalisierung schon einen sehr starken Einfluss darauf hat.
Speaker: Absolut.
Speaker: Ich glaube, dass...
Speaker: Also wenn man ja auch die anderen Beispielen anguckt, wie Nokia oder auch das ganze Thema von den Online-Prokern mit Trade Republic.
Speaker: Das sind ja alles Dinge, die natürlich durch die Digitalisierung entsprechend auch erst möglich gemacht wurden.
Speaker: Also sprich, dass diese Geschäftsmodelle in dieser Form dann auch so existieren.
Speaker: Aber was ich dabei spannend finde, ist immer, mich reinzuschauen, was eigentlich tatsächlich ist,
Speaker: der Grund war.
Speaker: Ja, weil wir sind dann schnell in dieser Ebene Digitalisierung und wir werden jetzt auch schnell, weißt du, in dieser Argumentation sein, ja, die KI, ja.
Speaker: Aber wenn man sich dann tatsächlich mal damit beschäftigt, was tatsächlich dazu besteht, weil grundsätzlich per se kannst du ja sagen, also die
Speaker: eine deutsche Bank, eine Sparkasse, hätte sich auch eher damit beschäftigen können im Hinblick auf Online-Broker und Online-Depots, gerade für eine junge Zielgruppe oder ich sage mal auch Nokia, hätte damals erkennen können, dass sozusagen die Software, also dieses Ökosystem, dieser Ökosystemansatz von Apple und iPhone, dass das zentrale Thema ist und nicht die Hardware.
Speaker: Daher finde ich das schon spannend, da mal so ein bisschen reinzuschauen und das nochmal so ein bisschen näher zu beleuchten.
Speaker: Weil das ist ja genau die Krux an der Geschichte, die wir auch in unserem Alltag sehen.
Speaker: Und nun haben wir schon, ich weiß nicht, 25 Jahre Digitalisierung oder fast noch länger, kann man eigentlich sagen.
Speaker: Und dennoch...
Speaker: Bei allem, was auch schon passiert ist, wissen wir, dass es bei vielen bei dem Thema immer noch hakt und immer noch viele, viele offene Lücken gibt.
Speaker: Und jetzt umteilt das KI-Thema.
Speaker: Und man muss einfach dazu sagen, dass jetzt diese Zyklen, habe ich gleich nochmal bei spannenden Zahlen dabei.
Speaker: Ich sage mal, glaube ich, Blockbuster bis zu Netflix, das waren irgendwie 15 Jahre, die da vergingen.
Speaker: Diese 15 Jahre hat aber heute keiner mehr.
Speaker: Sich tatsächlich an die aktuellen Entwicklungen anzupassen.
Speaker: Also im Zeitraum von der KI hast du vielleicht jetzt sechs Monate oder so.
Speaker: Das genau.
Speaker: Vielleicht nochmal ganz kurz für die jüngeren ZuhörerInnen oder auch die älteren ZuhörerInnen.
Speaker: Nokia war ursprünglich mal das Telefon.
Speaker: Also Ende der 90er, Anfang 2000er hatte eigentlich jeder ein Nokia-Telefon.
Speaker: Das war sozusagen nicht das Smartphone, sondern nur Tastik, Bildschirm, keine Spiele drauf, keine Apps drauf am Anfang.
Speaker: Und sie waren quasi wirklich der führende Anbieter.
Speaker: Jeder hatte eigentlich fast ein Nokia-Telefon.
Speaker: Und sie hatten 2007, also in dem Jahr, in dem das erste iPhone präsentiert wurde, hatten sie 40% Marktanteil, war wirklich einer der großen Player.
Speaker: Und bis 2013 dann ein Absturz auf unter 5%.
Speaker: Also wirklich innerhalb von sechs Jahren ist sozusagen Nokia vom Markt verschwunden eigentlich.
Speaker: Das heißt, das war mit dem iPhone, war nicht nur, war kein Hardware-Shift.
Speaker: Also das heißt, sie haben nicht sozusagen es schneller gemacht, sondern es war wirklich einfach dieses Ökosystem-Shift.
Speaker: Also der, was du gerade gesagt hast.
Speaker: Und das heißt, es ist nicht natürlich zwingend die Technologie, es ist nicht zwingend die Digitalisierung, die aber natürlich ein Stück weit der große Treiber dahinter ist.
Speaker: Aber es ist dann von den Unternehmen heraus die eigene Perspektive, auf was konzentriere ich mich, auf die Technik oder sozusagen auf die Logik, was möchte eigentlich dann tatsächlich der Kunde, die Kundin am Ende und wie nutzt sie das Gerät?
Speaker: Also das heißt, da sieht man dann natürlich auch, dass KundInnen nicht unbedingt an Marken hängen, selbst wenn sie lange Traditionen hatten und wirklich auch vorgegeben,
Speaker: Vertrauen hatten, sondern tatsächlich, wenn ein Produkt kommt, was besser sozusagen in meinen Alltag reinpasst, was die Bedürfnisse des Moments wirklich gut anspricht, dann natürlich auch dann sozusagen gewechselt wird.
Speaker: Und nochmal jetzt vielleicht dann eben für die älteren HörerInnen, die vielleicht nicht mit Neobrokern so vertraut sind, weil sie
Speaker: Nicht vielleicht Online-Banking so.
Speaker: Wir haben mit Trade Republic kann ich ganz einfach eben über eine App sozusagen selbst handeln.
Speaker: Ich kann die ETFs kaufen, ich kann Aktien kaufen.
Speaker: Das geht mit einem Klick eigentlich.
Speaker: Und das verändert natürlich sozusagen, wie traditionelle Banken ihre Betriebskommission
Speaker: Depots und sowas verwalten.
Speaker: Da wird ja oftmals sozusagen eine gewisse Gebühr verlangt und das entfällt bei Trade Republic.
Speaker: Und auch hier kann ich ganz kurz, habe ich ein paar Zahlen eben auch recherchiert, dass die insbesondere dann eben auch die Sparkassen zum Beispiel haben seit 2018 rund 7 Prozent ihrer Wert Papierdepots verloren.
Speaker: Das dürfte mittlerweile noch mehr sein.
Speaker: Die Zahlen sind glaube ich aus
Speaker: Im vorletzten Jahr.
Speaker: Und die Genossenschaftsbanken sogar 18 Prozent.
Speaker: Und also das heißt, es gibt einfach immer mehr Menschen, die halt über diese Neo-Broker, diese sogenannten Neo-Broker sozusagen dann handeln.
Speaker: Und das entzieht natürlich den klassischen Sparkassen, den klassischen Banken ihrer Kunden, die eben vorher dort ihre Depots eben hatten.
Speaker: Das als Einschub, sagte ich.
Speaker: Ja, absolut.
Speaker: Also ich meine, das Thema ist ja jetzt schon auch gar nicht mehr neu.
Speaker: Das würde ich jetzt so ein bisschen vermuten, aber
Speaker: Tatsächlich haben wir das ja jetzt schon seit einigen Jahren.
Speaker: Aber wie gesagt, es zeigt eben auch schön, also schön in Anführungsstrichen natürlich für die, die sich da sozusagen Geschäftsmodell herausgearbeitet haben.
Speaker: Für die etablierten großen Player eher natürlich nicht.
Speaker: Aber es zeigt tatsächlich ein...
Speaker: ja doch sehr etablierte Branche, ja, von außen ganz schön, ja, angegriffen wurde oder wird.
Speaker: Wie gesagt, das bringt mich halt so ein bisschen, ne, zu dieser Überlegung, dafür machen wir die Folge ja auch, mit all dem, was man da wahrnehmen darf und jetzt natürlich auch erwarten darf im KI-Zeitalter, ja.
Speaker: Ja.
Speaker: Was kann man denn als Unternehmen tun oder was hilft einem denn, Disruptionen zu gestalten?
Speaker: Weil ich sage mal, das haben wir glaube ich auch gesehen, auch in unserer Recherche gesehen oder hier auch oft schon gesprochen.
Speaker: Im Kontext auch von Zukunft und Zukunftsfähigkeit und so weiter.
Speaker: Ich sage mal, die Antwort kann ja nicht sein, wir riegeln es ab oder wir versuchen es so lange, wie es geht, zu vermeiden.
Speaker: Wobei das natürlich immer auch abhängig ist, so ein bisschen von zum Beispiel regulatorischen Bedingungen.
Speaker: Aber wie man jetzt zum Beispiel in den USA gesehen hat, bei dieser FDA,
Speaker: Die Behörde hat entsprechend das jetzt freigegeben, hat es zugelassen und man darf davon ausgehen, dass das sicherlich bald auch in anderen Ländern so passieren wird und vielleicht auch in Deutschland passieren wird.
Speaker: Also sozusagen das auch in der Erwartungshaltung, vielleicht so ein bisschen zu hoffen, naja, das ist ja auch ein bisschen zu hoffen.
Speaker: Das muss ja erstmal sozusagen, da muss ja rechtliche Rahmen geschaffen werden und so weiter.
Speaker: Das ist ja gerade auch jetzt im KI-Kontext ein Thema, wo wir uns ja immer auch so ein bisschen, ich weiß nicht, rausreden, aber wo man natürlich dann immer so versucht zu sagen, was ist gerade der bestehende Rahmen, was darf ich wie tun?
Speaker: Auch dieses ganze Thema Datenschutz, gerade bei Agentic AI ist es ja ein riesen Problem,
Speaker: Wirklich ein Riesenpunkt.
Speaker: Also ich kriege das ja auch aus den Unternehmen mit bei allem schönen Denken und Ausprobieren und was man alles Schönes tun könnte.
Speaker: Hängt es dann doch am Ende des Tages immer an diesem Thema Daten und was darf ich wie mit wem tun und wo hoste ich dann am besten in welchem Land oder in welchem eher nicht.
Speaker: Das ist ja alles per se erstmal da, aber ich denke mal tatsächlich, und das haben wir ja versucht jetzt auch in diesen Beispielen zu zeigen, diese Entwicklung, deshalb ist dein Beispiel auch ein sehr schönes mit dieser Hörakustik und mit diesem Thema dann Prävention und Longevity und das sehen wir ja auch in anderen Branchen,
Speaker: Diese Entwicklung kommt ja dann meistens eher so parallel von außen.
Speaker: Und das ist ja etwas, was tatsächlich dann auch vielleicht, könnte man sagen, Fragezeichen, durch ein fehlendes Angebot von den großen Playern sich halt sozusagen entwickeln muss, weil einfach die Bedingungen da sind, dass die digitalen Möglichkeiten da sind und natürlich dann auch die Nachfrage.
Speaker: Also wie jetzt bei diesem Förakustik-Thema, wie aber auch bei diesem Neo-Broker-Thema,
Speaker: Wie aber auch letztendlich bei dem Thema dann iPhone.
Speaker: Also sozusagen die Möglichkeiten, der Bedarf, die steuern dann ja so ein bisschen auch die Entwicklung so eines Parallelmarktes, sage ich jetzt mal, der natürlich zum Fall führen könnte, je nach Player.
Speaker: Da würde ich gerne einfach mit dir nochmal so ein bisschen reingehen.
Speaker: Also weil dann kann man natürlich sagen, ja, wir haben ein etabliertes Produkt, wir sind stark, wir haben unsere Kernzielgruppen
Speaker: wird uns schon nichts passieren.
Speaker: Oder was könnte man tun?
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Ich denke, auch die häufigste Reaktion ist erstmal Abwehr.
Speaker: Ich denke, das kann man aus dem eigenen, kann man selbst irgendwie auch schön sehen, dass erstmal, wenn es kommt, dann, nee, nee, nee, das betrifft mich gar nicht.
Speaker: Ja, ich denke, das ist die häufigste Reaktion.
Speaker: Und dann natürlich eben auch das, was du gerade gesagt hattest, so dieses
Speaker: diese Forderung nach mehr Regulierung, also da kommt was von außen und dann will man sozusagen sich selbst abschotten und sich sichern von den Sachen und häufig eben dann wirklich diese Argumente ist einfach natürlich dann Qualitätssicherung und eben die Marktintegrität, das Vertrauen und, und, und.
Speaker: Und aber man verlässt sich da tatsächlich eben auf etwas, was, auf etwas Altes, sag ich jetzt mal, auf etwas, was schlecht und schwer dann wieder sozusagen immer wieder erneuert und reproduziert werden kann, weil eben die anderen Player den Markt
Speaker: weiterhin bespielen und sich eben auch ein Stück weit Marktintegrität aufbauen, ein Stück weit Vertrauen aufbauen und eben manchmal dann eben auch jenseits einer Regulierung auch funktionieren.
Speaker: Also die OTC-Hörhilfen, die funktionieren auch teilweise in Deutschland, auch wenn sie hier sozusagen nicht von einer FDA oder von einem eben zertifiziert.
Speaker: Ja, aber das ist schon ein erstes Vertrauenssignal.
Speaker: Das heißt, es sind nicht unbedingt immer die falschen Argumente, aber es sind sicherlich ein Stück weit vorgeschobene Argumente, weil es eben sozusagen darum geht, sich abzuschotten und ein Stück weit zu sichern, was man hat.
Speaker: Für mich ist dann tatsächlich eine andere Antwort oder eine andere Reaktion wäre adäquater, nämlich zu sagen, die Haltung zu ändern, also ein Stück weit sich zu öffnen und zu sagen,
Speaker: Was ist sozusagen, was verkaufe ich eigentlich oder was ist eigentlich sozusagen das, was derjenige am anderen Ende, der mein Kunde, meine Zielgruppe eben möchte, was ist das Bedürfnis?
Speaker: Hat sich dieses Bedürfnis vielleicht auch leicht verändert durch neue Innovationen, durch eben neue Techniken vielleicht auch?
Speaker: Und wie bleibe ich dann innerhalb dessen relevant?
Speaker: Und wenn wir uns nochmal zurück auf das Ursprungsbeispiel kommen, nämlich der Hörhilfen, da geht es ja tatsächlich dann gar nicht darum, dass ich irgendwie ein schickes Hörgerät haben will, sondern ich möchte einfach sozusagen Hörqualität haben in jedem Alter, eine gute Teilhabe haben.
Speaker: Ich möchte an Gesprächen haben, ich möchte vielleicht gut Musik hören, ich möchte Lärm ausblenden, ja.
Speaker: Und das heißt, da kann ich natürlich, das ist dann sozusagen der Kern der Leistung, nämlich eine höher Qualität zu leisten.
Speaker: Und das kann ja auch im Grunde genommen bei einem gesunden Ohr der Fall sein.
Speaker: Und das heißt, hier einfach den Blick zu verschieben und nicht sozusagen festhalten an dem Kernprodukt.
Speaker: Und an dem ursprünglichen Produkt, sondern eben tatsächlich stärker auf diese Bedürfnisse ausgehen.
Speaker: Das ist der eine Ansatz zu sagen, ist das, was ich habe, überhaupt heutzutage noch von wert?
Speaker: Aber wie kann ich dann sozusagen das, wenn es sich überholt hat, eben wieder Wert schaffen?
Speaker: Weil ich denke, dieses Argument der Qualität und der Expertise ist ja durchaus legitim.
Speaker: Die meisten, egal ob es nun Kodak ist, Sparkassen sind oder eben,
Speaker: Blockbuster war, sie haben einfach ein Stück weit eine große und lange Expertise, jetzt bei den Hörakustikern nochmal wirklich eine Fachexpertise, die sie mitbringen, aber die sie tatsächlich dann eben übersetzen müssen auf die Bedürfnisse des heutigen Marktes und die Bedürfnisse der heutigen Kunden, die sich eben auch teilweise verändern durch Megatrends, durch neue soziokulturelle Verschiebungen.
Speaker: Das heißt, das ist so dieses eine Punkt.
Speaker: Und dann wäre für mich tatsächlich so, dass das erste Schritt zu sagen, okay, wir haben oftmals, und dann kommt es ein Stück weit doch wieder auf Regulierung an, aber nicht auf Abschattung, sondern diesen Schritt dann zum Beispiel auf die Consumer Electronics zuzugehen und sagen, hey, warum machen wir nicht eine Kooperation?
Speaker: Wie können wir sozusagen zusammenarbeiten?
Speaker: Das Ziel ist ja eigentlich das Gleiche.
Speaker: Wir möchten Menschen mit Regulierung,
Speaker: die Hörqualität verbessern oder wir möchten einen Hörschutz anbieten oder, oder, oder.
Speaker: Und dann eben zu gucken, wie kann ich da dann wirklich nach Bedeutung bedeutsam bleiben und diese Bedeutung eben vielleicht auch erweitern, indem ich Kooperationen eingehe.
Speaker: Das heißt, wir müssen viel stärker dann in diesen offenen Systemen denken, in Co-Petition, Kooperationen statt eben in Abschott.
Speaker: Darum geht es dann wirklich, sich zu öffnen.
Speaker: Das wäre für mich der erste Ansatz.
Speaker: Ja, ich glaube, das macht auch total Sinn, weil auch nochmal zurückgekommen, wir spoilern halt oft die vorletzte Folge, aber so ist es nochmal, darüber auch schon mal im Ansatz gesprochen hat.
Speaker: Ich glaube, was dahinter steckt, was du jetzt auch gesagt hattest mit dieser Anschlussfähigkeit versus Kontrolle und offene Systeme und Kollaborationen.
Speaker: Das ist ja auch eine andere Systemdenke, die dahinter steckt.
Speaker: Und ich glaube, das ist ein ganz wesentlicher Punkt, wenn man sich wirklich auch nochmal diese ganzen Beispiele anschaut.
Speaker: Und wenn man sich jetzt auch mal anschaut, wir haben da auch noch ein bisschen was dabei.
Speaker: wo es jetzt gerade auch durch KI rüttelt und wo sich doch einiges höchstwahrscheinlich ändern wird.
Speaker: Was wir da immer wieder erkennen dürfen ist, und deshalb ist diese Transformationsfolge so schön, dass sich die Systemlogik ändert.
Speaker: Und die Frage ist, ob man das annimmt.
Speaker: Also mal ganz platt gesprochen, ich bin ein Unternehmen und ich habe Prozesse und ich habe eine gewisse Struktur, ich habe ein gewisses Vertriebskonzept und so weiter und so fort.
Speaker: Und das läuft halt seit XY Jahren.
Speaker: Das ist sozusagen für uns ein System, ein geschlossenes.
Speaker: Und wir sehen jetzt aber, auch schon haben wir in der Vergangenheit gesehen, deshalb haben wir ja auch die schönen Beispiele hiermit, die sind ja nicht erst von vorgestern, dass sich durch das Internet, die Digitalisierung im Speziellen dieses System oder diese Systeme immer mehr verändern mussten.
Speaker: Und einige haben das getan, andere nicht so stark.
Speaker: Und die haben sich dann halt parallel zu diesem System neue System gebildet, also neue Anbilder gebildet, neue Geschäftsmodelle gebildet,
Speaker: die auch eine neue Art von Systemnetzwerkpflege betreiben, um es mal so auszudrücken.
Speaker: Also im Sinne von Kooperation, im Sinne von offen, im Sinne von Partnership.
Speaker: Alles, was da so dran hängt in der heutigen Zeit.
Speaker: Auch wenn man mal die ganzen Online-Plattformen oder Social Media nimmt.
Speaker: Netzwerksysteme, Community-Systeme, das sind ja alles andere Geschäftsmodelle, die wir so in diesem traditionellen Denke, sage ich mal, nicht hatten vorher.
Speaker: Und genau das ist der Punkt.
Speaker: Und diese, glaube ich, diese Systemdenke und dieses Öffnen hin zu dem System ist mit so, glaube ich, einer der wesentlichen Punkte.
Speaker: Und das ist das, was ich vorhin meinte.
Speaker: Also nicht in dem Produktdenken, also nicht nur ausschließlich für sein Produktdenken,
Speaker: sondern eher heutzutage in Systemdenken.
Speaker: Und das kann Verschiedenes bedeuten, gerade im Zeitalter von nun auch KI, wo ja auch dann Systeme mit Schnittstellen und so weiter, wenn wir dann auch in der Agentic AI-Denken dranhängen.
Speaker: Und ich glaube, so wen ich dich da auch verstanden habe, würde ich sagen, du siehst das ähnlich.
Speaker: Also das ist genau so ein ganz wichtiger Hebel.
Speaker: der natürlich nicht einfach ist.
Speaker: Das ist immer auch von außen natürlich alles schön betrachtet, aber der, glaube ich, sehr essentiell ist.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Und das Spannende ist tatsächlich, finde ich jetzt so ein bisschen, weil du gerade auch manche dieser Plattformen angesprochen hast und diese Systeme angesprochen hast, dass wir gerade wieder eine Disruption durch zum Beispiel KI eben erleben, wo man teilweise sagt, okay, wir hatten hier Systeme, die gut funktioniert haben und wo wir jetzt irgendwie uns die Frage stellen werden, diese Systeme tatsächlich jetzt wieder, erleben sie eine neue Disruption, erleben Plattformen eine neue Disruption zum Beispiel durch KI und AI-Agents?
Speaker: Also das heißt, das zeigt, wir erleben eigentlich ständig diese Disruption und eigentlich muss man ständig sich die Frage stellen, wie bin ich eigentlich noch relevant am Markt, beziehungsweise was kommt eigentlich in Zukunft, was vielleicht meine Relevanz am Markt verändern könnte und wie kann ich mich darauf vorbereiten.
Speaker: Das heißt, Disruptionen erleben wir eigentlich ständig, gerade wenn wir auch sehen, dass sich diese Systeme eben in sich transformieren oder dabei sind, sich zu transformieren.
Speaker: Und dann wird es eben spannend zu gucken, wie kann ich darauf reagieren.
Speaker: Und jetzt, um bei diesen Beispielen zu bleiben oder bei diesen Szenarien, die teilweise ja wirklich irgendwie schon so Gegenwartssituationen oder Gegenwartsbeschreibungen sind.
Speaker: Ich glaube hier, was ich gerade angesprochen habe, so diese Plattformen,
Speaker: von denen wir tatsächlich gerade überlegen, haben sie in Zukunft noch Relevanz?
Speaker: Ich rede jetzt von gerade jetzt, wir arbeiten ja auch viel im Bereich Touristik immer mal wieder, dass dann Plattformen wie Booking oder sowas, wie bleiben diese Plattformen relevant, wenn mir zukünftig vielleicht ein AI-Agent die beste Reise sofort über direkt buchen kann.
Speaker: Also hier geht es tatsächlich sozusagen zu schauen, wie diese Plattformen dann eben auch sich in diese neuen Logiken einbinden oder in diese neuen Logiken eben auch
Speaker: positionieren.
Speaker: Das heißt, teilweise sind diese klassischen Tools auch hier in der Software, in der Plattformlogik, werden teilweise ersetzt werden und durch zum Beispiel KI.
Speaker: Und das sind so diese Kipppunkte, die wir gerade sehen und wo eben es auch
Speaker: spannend ist zu beobachten, wie dann die einzelnen Player eben auch darauf reagieren werden.
Speaker: Das Beispiel hattest du auch noch aus der Gesundheit, zu dem KI-Thema.
Speaker: Genau, und das ist immer auch, finde ich, es wird so von zwei Seiten auch diskutiert.
Speaker: Das ist gerade diese KI-gestützte Diagnostik, die eben dann diese klassischen, sage ich jetzt, medizinischen Expertisen ein Stück weit eben auch obsolet machen kann.
Speaker: Das heißt, wenn es darum geht, Bilder auszuwerten, Risiken abzuschätzen, Symptomchecks oder sowas.
Speaker: Heute kann das die Software gut.
Speaker: Da kann man natürlich Pro und Kontra argumentieren.
Speaker: Da können ganz, ganz viele Fehler passieren.
Speaker: Da werden Dinge übersehen und, und, und.
Speaker: Und gleichzeitig aber kann es natürlich auch dieses Gesundheitssystem entlasten.
Speaker: Also wir haben hier auch aus der Branche selber so ganz unterschiedliche Perspektiven.
Speaker: Es kann eine große Unterstützung sein.
Speaker: Und es kann natürlich auch insofern ein Stück weit die
Speaker: die klassischen Gatekeeper angreifen und obsolet machen.
Speaker: Das heißt, es ist auch hier wieder sozusagen sowohl bei dem Beispiel von Booking, wie aber auch bei dem Beispiel der Hörakustik, wie auch hier bei der KI-gestützten Diagnostik, ist es, dass eigentlich dieser exklusive Zugang sozusagen verschwindet.
Speaker: Und es ist ein Stück weit eben diese Demokratisierung,
Speaker: die natürlich Vor- und Nachteile mitbringt.
Speaker: Das heißt, ich muss im Grunde genommen vertrauen können oder ich brauche eine gewisse Grundexpertise oder ich brauche jemanden an meiner Hand, der mir sozusagen diese Expertise ein Stück weit vermittelt.
Speaker: Und damit verändert sich dann aber eben diese Rolle der Gatekeeper, die nicht mehr sozusagen über Wissen und über Zugang sozusagen herrschen, sondern vielleicht eher in diese Servicerolle, in diese Kuratorrolle eben reinkommen.
Speaker: Und das verändert dann tatsächlich eben diese Märkte.
Speaker: Bevor wir nochmal zu diesem Thema Vertrauen kommen, weil das finde ich noch ein ganz wichtiges, was du gerade schon angesprochen hast, auch nochmal ein paar Beispiele, die ich ganz spannend fand und wo sich derzeit auch einiges tut, was man vielleicht nicht so unmittelbar vor Augen hat.
Speaker: Aber das, was wir gerade auch alles schon besprochen haben,
Speaker: Ja, schön Zeit, sage ich jetzt einfach mal.
Speaker: Ist zum Beispiel auch der Apothekenmarkt.
Speaker: Also da gibt es, kann man schon so ein bisschen sagen, auch so eine Art Vorhofflimmern.
Speaker: Auch durch diese ganzen Tracking-Möglichkeiten, Smartwatches, E-Rezept, Digital, Lieferung über Amazon Pharmacy und da gibt es ja noch andere Anbieter.
Speaker: Genau.
Speaker: Und dann kann man ja auch die bewerten und einstufen.
Speaker: Das heißt so ein bisschen, diese traditionelle Apotheke, wo man so hingegangen ist, Vertrauen hatte, da wird einem geholfen, da wird man gut beraten.
Speaker: Das ist sicherlich immer noch so.
Speaker: Aber das wird natürlich schon auch jetzt...
Speaker: nicht erst jetzt, es läuft auch schon ein paar Jahre, ja, schon auch disruptiert durch diese ganzen anderen Möglichkeiten, also auch wieder die digitalen Möglichkeiten, die wir heute sehen.
Speaker: Und da ist auch spannend zu sehen, sozusagen, was die Apotheke dann noch verkauft.
Speaker: Also ich nehme mich jetzt mal selbst als Beispiel.
Speaker: Also ich sage mal, diese Produkte, die ich auch hier bei mir in der Apotheke sehe, viele davon kann ich online bestellen.
Speaker: Natürlich immer nach Rezept und so weiter, aber auch das geht ja ansatzweise heute auch schon online.
Speaker: Aber daneben her sind ja auch in den letzten Jahren, ich weiß nicht, ob
Speaker: Hat vielleicht der eine oder die andere beobachtet.
Speaker: Auch immer mehr so Kosmetikprodukte dazugekommen.
Speaker: So auch so ein bisschen Lifestyle-Produkte, sage ich jetzt mal.
Speaker: Die, die ja so ein bisschen da vorne stehen immer.
Speaker: Und ganz offen gesprochen, in die Apotheke gehe ich in dem Sinne fast nur noch, wenn ich ein konkretes Medikament im Kopf habe.
Speaker: Beziehungsweise wenn ich ein Rezept habe.
Speaker: Aber ich sage mal, Bruder, wenn ich vielleicht eine ganz spezielle Frage hätte an den, der da hinter dem Counter steht.
Speaker: Aber ich vermute mal, jemand, der natürlich gerade, und da werden wir auch wieder bei diesen jüngeren Zielgruppen, die mit diesen Apps jetzt auch immer mehr aufwachsen, die so ein bisschen auch, haben wir, wie gesagt, viel darüber gesprochen,
Speaker: schon die Selbstanalyse sehr lange fahren dann, ja, auch wenn sie dann älter sind und die tatsächlich vieles von dem, was es da wie gesagt jetzt im Laden gibt, auch online kriegen, ist es natürlich nochmal ein ganz anderer Case, warum man überhaupt in die Apotheke geht.
Speaker: Und das finde ich halt schon auch nochmal so ein bisschen spannend im Kontext von diesem Vertrauensthema.
Speaker: Und ich hatte ja, da werden wir mal nächstes Mal drüber sprechen, auch einen Artikel darüber geschrieben, die neue Währung im KI-Zeitalter ist die Urteilskraft.
Speaker: Und das ist ja etwas, und das zieht sich ja so ein bisschen durch diese ganzen Beispiele auch, auch bei diesem, weißt du, bei diesem Neobroker-Beispiel.
Speaker: Also die Sache ist ja...
Speaker: wie gesagt, mal überspitzt gesagt, wenn wir vieles, und das wird ja teilweise so kommen, KI-gestützt für uns auswerten lassen können, personalisieren können, individualisieren können, haargenau planen können.
Speaker: Ich muss eigentlich gar nicht mehr so viel denken.
Speaker: Ist ja am Ende die Frage, vertraue ich dem, was ich da sozusagen präsentiert bekomme?
Speaker: Vertraue ich dem Reiseberater, dem Agentic AI Reiseberater mit meiner Reise und dass der das alles auch fein gebucht hat und alles stimmt?
Speaker: Vertraue ich einfach hier meinem Whoop und der sagt mir jetzt irgendwie, ich sollte das und das tun, also dann mal weitergedacht und findet ja schon teilweise so statt.
Speaker: Also gerade dieses, kann ich das einschätzen, kann ich das überhaupt beurteilen?
Speaker: Oder wer kann das dann überhaupt noch beurteilen?
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Da braucht es auf jeden Fall andere Kompetenzen für und die jüngere Generationen werden sicherlich diese Kompetenzen mitbringen, die vielleicht den Nicht-Digital-Natives, die ja immer noch existieren, nicht so in die Wiege gelegt wurden.
Speaker: Und da ist natürlich irgendwie die Frage, wie wir da in Zukunft mit umgehen.
Speaker: Das heißt, wir haben hier sicherlich auch ein Stück weit die
Speaker: die Frage, ob wir eher in eine Krise des Vertrauens hineingehen oder eher sozusagen in eine positive Entwicklung, wo wir Vertrauen auf anderen Ebenen schaffen können.
Speaker: Und ich finde das Beispiel der Banken und Sparkassen versus der Neobroker in Anführungsstrichen wirklich gut, weil Sparkassen, glaube ich, sozusagen der
Speaker: der Inbegriff des Vertrauens für Bankgeschäfte waren.
Speaker: Und heutzutage eben, dass das tatsächlich sich gewandelt hat und man viel stärker eben auch digitalen Anbietern der ganzen Fintech-Branche eben vertraut.
Speaker: Und dass wir das eben auch gerade an einem anderen sehr personalisierten Thema wie Gesundheit sehen.
Speaker: Also wo ein Stück weit ja
Speaker: Auch wenn man ja immer wieder liest, manche Daten sind dann sozusagen tatsächlich irgendwie mit eher, ja, nicht unbedingt ganz seriös.
Speaker: Aber trotzdem vertrauen wir diesen ganzen Tracking-Geräten und nehmen sie sozusagen als Basis, um etwas auszuwerten und Informationen über uns selber zu bekommen.
Speaker: Das heißt, hier wird wirklich über einen ganz kurzen Zeitraum gebraucht,
Speaker: über einen nicht persönlichen Kontakt eine Vertrauensebene geschaffen.
Speaker: Und das ist tatsächlich ein großer Wandel.
Speaker: Und das widerspricht auch den häufigen Vermutungen, dass es eigentlich immer wieder einen menschlichen Kontakt braucht, um Vertrauen herzustellen.
Speaker: Und ich finde, das sind tatsächlich Belege dafür, wie es eben auch anders geht.
Speaker: Und wie wir wirklich auch...
Speaker: Und dem Digitalen doch sehr, sehr vertrauen können und eben da tatsächlich auch, dass eigentlich ein Türöffner ist für künftige Entwicklungen, gerade was eben die ganze KI- und AI-Agent-Entwicklung betrifft.
Speaker: Ja, wo wir es dahin entwickeln.
Speaker: Das heißt, du siehst schon einen Teil sozusagen der menschlichen Komponente da schwinden im Kontext auch von Vertrauen, weil du denkst, glaube ich, dass die da jetzt heranwachsen, einfach viel natürlicher auch damit umgehen und viel souveräner damit umgehen.
Speaker: Da sie vielleicht unter anderem auch bei einigen Dingen die menschlichen Kontakte erlebt haben, ganz mal so zu formulieren.
Speaker: Oder würdest du, also ich bin mir da tatsächlich nicht so ein bisschen, nicht ganz so sicher.
Speaker: Ich frage mich manchmal, wo eigentlich dann diese Urteilskraft herkommt, wenn ich...
Speaker: Also ich kann ja bestimmte Dinge einschätzen, weil ich sie halt auch erstens vielleicht wirklich persönlich selbst erlebt habe, weil ich einen gewissen Abwärmungswert habe, einfach auch aus meiner Lebenserfahrung heraus, weil ich
Speaker: vielleicht auch schon mal einen Fehler begangen habe oder sozusagen etwas nicht so gut lief.
Speaker: Also sprich, das sind ja alles auch so erfahrungswerte Muster, die sich da etablieren in einem selbst, auf die man zurückgreifen kann.
Speaker: Und wo ich dann heute auch zum Beispiel, wenn ich mit KI arbeite, sagen kann, naja, also da gucke ich jetzt lieber nochmal nach, ob das stimmt.
Speaker: Oder selbst hier, wenn mein Whoop mir da was anzeigt,
Speaker: Da schaue ich dann schon nochmal dreimal hin und sage, kann das jetzt eigentlich so stimmen?
Speaker: Oder woraus resultiert jetzt eigentlich diese Analyse, diese Zahl und so weiter und so fort?
Speaker: Ich frage mich, ob das tatsächlich, macht das dann ein 20-Jähriger oder ein 19-Jähriger oder wie auch immer?
Speaker: Ich glaube, das ist einfach ein Stück weit Lebenserfahrung.
Speaker: Und da, glaube ich, ist es eher dem Vertrauen der Quelle der Daten.
Speaker: Und
Speaker: Wenn wir ein Stück weit zurück noch gehen, bevor wir den Zugang zu diesen ganzen Daten hatten und bevor wir sozusagen Zugang zu diesen Märkten oder zu diesen Produkten hatten, waren wir eher quasi gezwungen, der Apothekerin, dem Apotheker, der Ärztin, dem Arzt zu vertrauen oder auch dem Bankangestellten.
Speaker: Das heißt, wir waren an eine oder an zwei Personen quasi gebunden, dass diese Informationen, die wir bekommen, sozusagen wirklich der Wahrheit entsprechen.
Speaker: Heute in den Tagen haben wir eigentlich eine Möglichkeit, verschiedene Daten gegeneinander auszuwerten.
Speaker: Das heißt, du schläfst schlecht, guckst hinterher auf dein Tracking-Gerät und siehst, okay, das stimmt irgendwie überein.
Speaker: Ja, da denkst du, okay, ja prima.
Speaker: Aber wenn du dann, du bist irgendwie super ausgeschlafen, ja, und dein Tracking-Gerät sagt dir, du hast irgendwie einen echt miesen Schlaf, kommst du vielleicht ins Zweifeln.
Speaker: Also das heißt, hier ist ja ein Stück weit auch ein Erfahrungswert, den wir erstmal aufbauen müssen über gewisse Jahre hinweg oder über einen gewissen Zeitraum hinweg.
Speaker: Und ich glaube, das ist eher ein Stück weit, was Lebenserfahrung mit sich bringt.
Speaker: und weniger vielleicht abhängig davon ist, ob es uns von einem Menschen oder von einem digitalen Gerät übermittelt wird.
Speaker: Der Zugang ist eher der, wie kann ich sozusagen, welche Fähigkeiten oder welche Qualitäten kann ich sozusagen den Daten entnehmen und welche Möglichkeiten habe ich selbst dann auch diese Daten auszuwerten oder einzuschätzen und einzuordnen.
Speaker: Und das ist sicherlich eine Kompetenz, die wir heute brauchen und die sich aber vielleicht auch erst im Laufe der Jahre entwickelt.
Speaker: Für mich ist es dann wieder sozusagen eher relevant und da komme ich dann wieder zu der menschlichen Qualität.
Speaker: Und darüber haben wir auch immer, wir haben ja fast auch schon mittlerweile wirklich auch einen überstrapazierten Begriff des Kuratierens der Daten und des Einschätzens und des Einordnens und den Zugang geben und dann sozusagen dem Ganzen den Sinn eben geben.
Speaker: Und dafür braucht es einfach die menschliche Komponente.
Speaker: Und das sehe ich dann eben auch branchenunabhängig.
Speaker: Und auch da eben im Bereich des Services braucht es dann tatsächlich den Menschen.
Speaker: Also auch das ist ja was, was man überall heute hört, wo die Menschen mit Plattformen arbeiten, unglaublich happy sind.
Speaker: Wenn es aber darum geht, dann sozusagen einen Mitarbeitenden zu erreichen, um irgendein Problem, ein tatsächliches Problem zu lösen, scheitern sie an den digitalen Chatbots oder an den digitalen AI-Assistenten, sondern brauchen dann tatsächlich jemanden,
Speaker: an der Leitung oder die Person, die dann vielleicht auch weiterhilft.
Speaker: Also ich glaube, es ist sicherlich dieses Zusammenspiel, dieser Symbiotic Intelligence, die es in Zukunft braucht, auch dieses Vertrauen herzustellen.
Speaker: Es ist keine Entweder-oder-Entscheidung.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Nee, das glaube ich auch nicht.
Speaker: Aber ich bin da tatsächlich ein bisschen schauderspannend drauf, wo dieses Vertrauen oder diese Erfahrung, dieses Urteilsvermögen herkommen soll, wenn immer früher und immer schneller digitale Systeme Antworten liefern.
Speaker: Und wenn ich jetzt auf meine Tochter schaue, die wird ja noch früher damit in Kontakt kommen als ich.
Speaker: Früher und wahrscheinlich auch mit dem KI-Thema.
Speaker: Und da ist die Frage, inwieweit kann sie dann entsprechend auch und ist sie überhaupt in der Lage, diese Dinge einzuschätzen, die die KI ihr vorschlägt, ihr empfiehlt, zusammenstellt, was auch immer.
Speaker: Also weil, klar, man kann sagen, die Datenbasis muss stimmen, aber die brauchst du dann auch erst mal.
Speaker: Also es ist ja immer die Frage, was kommt rein?
Speaker: Also was gebe ich der KI?
Speaker: Entsprechend kommt auch etwas dann wieder raus.
Speaker: Aber perspektivisch würde es ja so sein, dass diese Möglichkeiten, die
Speaker: integriert sein werden in unsere Alltagssysteme, in Smartphones.
Speaker: Und man wird ja gar nicht mehr in die Not kommen, in bestimmten Rahmen, nicht überall.
Speaker: Aber jetzt genau zu überprüfen, woher kommt das denn, was mir da jetzt vorgeschlagen wird.
Speaker: Daher bin ich da gespannt, was das so mit dem menschlichen Urteilsvermögen tut.
Speaker: Davon ist aber schon fast ein bisschen in der nächsten Folge dran.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Die sagen wir mal hier ganz kurz an.
Speaker: Ganz kurz zum Schluss.
Speaker: Wir haben uns natürlich über uns selbst auch Gedanken gemacht.
Speaker: Wir werden ja nicht immer nur über andere reden.
Speaker: Also ich glaube, Disruption vor Disruption ist ja keiner sozusagen gefeit.
Speaker: Und das betrifft natürlich auch sozusagen das eigene Feld.
Speaker: Also gerade jetzt auch nochmal durch die künstliche Intelligenz, durch die ganzen Modelle ist natürlich die Frage, was passiert.
Speaker: Also gerade beim Thema Zukunfts- und Trendforschung, wenn sozusagen Trendscanning auf Knopfdruck passiert oder man die Szenarien ausgespuckt bekommt.
Speaker: Ja.
Speaker: dann die ganzen Reports automatisch erstellt werden.
Speaker: Wozu braucht man uns eigentlich noch?
Speaker: Das passiert ja bereits heute auch schon und das betrifft uns direkt, würde ich sagen.
Speaker: Also sowohl was das Erstellen von Publikationen, auch was sozusagen das Auswerten teilweise betrifft.
Speaker: Und jetzt kann ich sagen, okay, ich wäre das so ein bisschen abgehauen, dass der Mensch kann alles.
Speaker: Und ich würde sagen, nein, also ich glaube, man sieht Grenzen und aber auch Möglichkeiten tatsächlich.
Speaker: Ich glaube, Möglichkeiten sind da, indem man wirklich irgendwie die Daten kuratiert und dann eben auch auswertet, gerade im Bereich Tritts, glaube ich, lässt sich das.
Speaker: Und dann gibt es aber natürlich sozusagen auch noch das, was so ein Stück weit eben diese Einordnung betrifft, die Orientierung gibt, die Navigation dadurch.
Speaker: Und ich denke, das ist tatsächlich auch etwas, wiederum dieses Kuratieren, was eben auch
Speaker: die KI nicht kann.
Speaker: Und auch hier sehe ich dann wieder eher sozusagen die, zum einen die Chancen natürlich, also auch, dass es leichter ist, Zugang zu finden und natürlich aber auch darüber auch, und das ist dann wieder das Thema der Urteilskraft, wie vertraue ich, wie kann ich vertrauen dem, was mir dann ausgespuckt wird, sondern eben tatsächlich auch zu schauen, wie kann man da beide Aspekte eben kombinieren.
Speaker: Und ich bleibe aber auch gespannt, weil natürlich auch wir in den letzten drei Jahren unglaublich viel an der Entwicklung der Models und der Large Language Models erlebt haben, was sie können und was sie leisten können.
Speaker: Wo ich jedoch immer noch sozusagen eine Schwachstelle sehe, ist tatsächlich aus diesem linearen Denken herauszukommen.
Speaker: die Komplexität wirklich auch mit einzuordnen, richtig selbst, wenn sie große Datenmengen haben, dann eben auch weiterzudenken.
Speaker: Das ist, glaube ich, so für mich.
Speaker: Ich merke gerade, ich habe eine Baustelle im Haus.
Speaker: Genau, das ist die Disruption, die von außen gerade kommt.
Speaker: Das ist das Zeichen, dass die Folge langsam zum Ende kommt.
Speaker: Aber vielleicht können wir uns ja in einer künftigen Folge auch nochmal näher diesem Thema.
Speaker: Was eigentlich mit der Zukunftsforschung selbst und uns passiert und auch dem Beratungswesen.
Speaker: Das sollten wir unbedingt machen.
Speaker: Das war eine schöne Folge, Anja.
Speaker: Hat Spaß gemacht.
Speaker: Hat mich sehr gefreut.
Speaker: Also teilt, liked, kommentiert, wenn ihr mögt.
Speaker: Und wenn euch das Thema interessiert, natürlich.
Speaker: Und ja, wir haben es schon ein bisschen angeteasert in der nächsten Folge, wenn wir nochmal ein bisschen mehr in dieses Thema Urteilskraft reingehen im KI-Zeitalter.
Speaker: Auch sehr spannend und dann haben wir auch bald wieder ein paar Gäste bei uns.
Speaker: Genau, damals sage ich erstmal Happy Day und hoffentlich keine zu laute Beauftragte.
Speaker: Okay, bis bald, ne?
Speaker: Ciao.




