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Folge 54 - Last Chance Tourism: Ein Brennglas für Tourismus im 21. Jahrhundert

Next Stop Future: Trends – Wandel – Zukunft.
Last Chance Tourism klingt erstmal wie ein neuer Reise-Hype: noch schnell hin, bevor es weg ist. Doch genau darin steckt ein Dilemma. In dieser Folge sprechen Catharina und Anja darüber, warum Menschen zu schmelzenden Gletschern, bedrohten Korallenriffen oder anderen fragilen Orten reisen und wie Tourismus dabei gleichzeitig Zeuge und Mitverursacher sein kann. Sie diskutieren die ethische Frage: Darf man solche Orte überhaupt noch vermarkten? Oder braucht es harte Spielregeln – von Besucherlenkung über Schutzbeiträge bis hin zu komplettem „Nein“? Und sie schauen auf die große Ebene dahinter: Was bedeutet Last Chance Tourism für die Zukunft des Reisens – für Handlungsfreiheit („Agency“), für Gerechtigkeit und für die Rolle von Destinationen als Lebensraumgestalter? Eine Folge über Vergänglichkeit, Verantwortung und die Frage, ob Tourismus mehr sein kann als Konsum. Next Stop: Future: https://www.nextstopfuture.de/ Anja Kirig  [https://www.linkedin.com/in/anjakirig/] Catharina Fischer  [https://www.linkedin.com/in/catharinafischer/]

Transcript

Speaker: Hallo und herzlich willkommen zurück zu einer neuen Folge von Next Stop Future.

Speaker: Wenn man Last Chance Tourism zum ersten Mal hört, klingt das fast wie ein neuer Reisehype.

Speaker: Noch ein Trend, noch eine Bewegung.

Speaker: Und ja, das ist es zum Teil auch.

Speaker: Aber eigentlich ist es vor allem eins, ein Brennglas.

Speaker: Ein Brennglas für die Frage, was Tourismus im 21.

Speaker: Jahrhundert überhaupt sein will.

Speaker: In einer Welt, die volatiler wird, in der sich Klimarisiken zuspitzen, Arten verschwinden und fragile Systeme unter Druck geraten.

Speaker: Denn die Orte, über die wir sprechen, Gletscher, Riffe, Küsten, Landschaften, stehen exemplarisch für eine größere Verantwortung.

Speaker: Sehen wir sie weiter als Produkt, das man vermarktet, reguliert, reglementiert, bis es halt nicht mehr geht?

Speaker: Oder müssen wir an einem Punkt sagen, Verantwortung heißt auch, Grenzen zu ziehen, Orte zeitweise zu schließen, Zugang radikal zu steuern und vielleicht sogar einen Bildungsauftrag daraus zu machen?

Speaker: Und genau in diesem Spannungsfeld bewegen wir uns heute zwischen Erlebnis, Wirtschaft, Schutz und die Frage, wie weit Tourismus in einer Welt gehen darf, die sich gerade sichtbar verändert.

Speaker: Wir wünschen euch viel Spaß bei dieser Folge.

Speaker: Hallo Anja, ich grüße dich.

Speaker: Mir geht es gut durchaus, also sehr gut.

Speaker: Wir haben ja gerade schon so ein bisschen geblauscht, ich mache gerade wieder...

Speaker: Ich bin wieder sehr in meinem Training, was ich eigentlich schon so mit tatsächlich noch vor 40, man soll ja vor 40 Krafttraining anfangen.

Speaker: Habe ich mal irgendwie gelesen gehört.

Speaker: Zumindest bei Frauen wäre das super wichtig.

Speaker: Und ich habe tatsächlich mit 39 angefangen und habe gerade natürlich so ein bisschen mehr Zeit.

Speaker: Tue ich mal ein bisschen beruflich in Masse.

Speaker: Ja, Wechsel oder meine Neuausrichtung, um es so auszudrücken.

Speaker: Daher sehr gut im Training und das tut mir immer sehr gut.

Speaker: Wir haben gerade im Vorfeld ein bisschen drüber gesprochen und ich würde sagen, dass Krafttraining jetzt eher so die Pflicht ist für mich.

Speaker: Nicht die Kühe.

Speaker: Ich mache es ja, wenn man es machen muss.

Speaker: Ich denke so, ich sitze jetzt gerne an den Gewichten und an den Geräten.

Speaker: Aber

Speaker: Das war ja auch gerade irgendwie unsere Konklusion, dass es danach irgendwie immer besser geht.

Speaker: Man kommt raus, steht anders, hält sich anders und irgendwie ist es ja dann doch ganz gut immer hinterher.

Speaker: Ganz richtig.

Speaker: Ich schwimme ja auch echt gerne, vor allem draußen im Sommer.

Speaker: Und manchmal war es wirklich auch so für mich zu viel.

Speaker: Dann sage ich einfach, okay, ich gucke mal, wie es ist.

Speaker: Ich gehe mal zum Schwimmbad hin und schaue dann einfach, wie es da ist.

Speaker: Aber sobald ich irgendwie das Wasser sehe, bin ich dann irgendwie auch dran.

Speaker: Das geht mir genauso.

Speaker: Wir hatten ja auch kurz jetzt so Motivation, bevor wir gleich auf unser Thema kommen.

Speaker: Nicht, dass alle denken, wir reden heute über Fitness und Krafttraining, aber können vielleicht auch mal machen.

Speaker: Vielleicht interessiert das ja irgendjemanden.

Speaker: Also schreibt uns gerne in die Kommentare, falls euch das interessiert.

Speaker: Dann machen wir gerne mal eine Folge darüber, wie wir uns so fit halten.

Speaker: Aber wir hatten gerade auch über Motivation gesprochen.

Speaker: Das ist natürlich, ja, hat man nicht immer 100 Prozent, 90 oder 80 oder wie auch immer man drücken möchte.

Speaker: Aber tatsächlich, wenn man dann erst mal dabei ist, ja, das ist bei mir auch ganz oft so, dann entwickelt man tatsächlich so in dem Tun, ja, dann auch so eine, ja, so eine Kraft und eigentlich wiederum dieses gute Gefühl.

Speaker: Und schon allein deswegen lohnt es sich, mal abgesehen von den Muskeln, je nachdem, wie man sie aufbauen möchte oder nicht.

Speaker: Wir können da gerne mal eine Folge machen, weil ich nämlich auch ein paar ganz interessante Thesen zum Thema Fitness und Sportgesellschaft habe.

Speaker: Also gerade nochmal dieses Thema, wie sind eigentlich heute die Sportidentitäten da und auch die Fitnessidentitäten.

Speaker: Und ich finde also gerade diesen ganzen Fitnessbereich, der sich ja auch nach der Pandemie nochmal entwickelt hat, total spannend.

Speaker: Aber lass uns mal heute zu unserem anderen Thema.

Speaker: Dann kannst du uns das mal vormerken, dass du auf unseren schlaren Zettel und

Speaker: Wir nehmen uns das mal für eine nächste Folge vor.

Speaker: Heute wollen wir tatsächlich über Last Chance Tourism sprechen.

Speaker: Ja, wir sprechen mal wieder über Tourismus.

Speaker: Und in unserer vorletzten Folge hatten wir die Branche auch im Blick mit dem Impulse for Travel Manifest.

Speaker: Kleiner Spoiler an dieser Stelle.

Speaker: Also wer da nochmal reinholen möchte, sei die Folge sehr empfohlen.

Speaker: Denn letztendlich sind einige Aspekte beziehungsweise auch so diese Kernthese oder dieses Zielbild Tourismus als Zukunft- und Lebensraumgestalter,

Speaker: Ja, spiegelt sich auch in diesem Thema wieder, was wir heute hier mitgebracht haben, speziell das Thema der Verantwortung des Tourismus.

Speaker: Gehen wir sicherlich gleich darauf ein.

Speaker: Insofern passt es, ist es eigentlich auch eine gute Anschlussfolge an die Impulse for Travel Folge.

Speaker: Insofern hört doch einfach die eine und dann einfach die jetzt dann als zweite danach.

Speaker: Genau.

Speaker: Aber nochmal ein bisschen für uns alle, worum geht es bei Last Chance Tourism?

Speaker: Ja, man könnte so sagen oder...

Speaker: Denken, wenn man es so hört, das ist das neue Reise-Hype.

Speaker: Nochmal schnell hin, bevor es weg ist.

Speaker: Und im Grunde genommen, ja, ein Stück weit ist es das, weil es geht um Reisen zu Orten, von denen wir glauben, beziehungsweise auch wissen, dass sie in absehbarer Zeit verschwinden oder sich zumindest massiv verändern werden.

Speaker: Und da denken wir zum Beispiel an Gletscher, ja.

Speaker: An Korallenriffe, an Inseln, an Küstenabschnitte, an bestimmte Landschaften oder durchaus zum Beispiel auch an kulturelle Dinge.

Speaker: Auch die sind in gewisser Weise durchaus bedroht.

Speaker: Und nehmen wir aber vielleicht so ein bisschen das Thema Gletscher, weil ich glaube, das ist sehr...

Speaker: Präsent durchaus auch durch die Klimadebatte und dann natürlich auch im Kontext von Tourismus.

Speaker: Denn es gibt tatsächlich Gletschertourismus.

Speaker: Es gibt Menschen, die explizit zu diesen Orten hinreisen, um dann nochmal diese Orte zu besichtigen in ihrer ganzen Schönheit, die sie durchaus natürlich haben, bevor sie dann aber wohl wissentlich auch natürlich auswählen.

Speaker: auf Basis der Fakten und Analysen, die wir haben und des Klimawandels durchaus verschwinden.

Speaker: Und ja, in dem Zusammenhang, glaube ich, sehen wir schon so ein bisschen ein Dilemma, weil man kann ja einerseits sagen, okay,

Speaker: Und mehr Menschen, die da hinreisen, weil es die letzte Chance ist, dann erhöht sich ja durchaus im Zweifel auch genau dieser Druck auf diesen Orten.

Speaker: Also die haben ja eh schon Druck, diese Orte.

Speaker: Nun kommen noch Menschen da hin, reisen da hin.

Speaker: Das heißt, man muss diese durchaus managen, weil diese Orte sehr sensibel sind.

Speaker: Man muss zum Beispiel, und das ist auch so, bei Gletschern, die immer weiter zurückgehen, muss man die Infrastruktur immer wieder anpassen, damit die Menschen noch zu dem Gletscher kommen und den dann überhaupt noch ganz hautnah erleben können.

Speaker: Und natürlich, wie immer auch, wenn Tourismus stattfindet, werden zum Beispiel natürlich auch Emissionen ausgeschüttet.

Speaker: Und am Ende beschleunigt das vielleicht noch eigentlich das, was man ja sehen will oder was man eigentlich verhindern will.

Speaker: Und gleichzeitig denke ich aber auch, und da bin ich ganz gespannt dann nachher, wie du darauf blickst, könnte man ja auch durchaus eine andere Perspektive einnehmen.

Speaker: Man könnte ja auch sagen, ja, vielleicht ist für manche Menschen genau so ein Ort, wo sie, ich sage jetzt mal, den Klimawandel nicht nur abstrakt gehört haben, sondern wirklich praktisch erleben.

Speaker: Also sie sehen ja, was da passiert.

Speaker: Das wird ja auch durchaus erklärt.

Speaker: Ist vielleicht auch so ein Ort eine Art,

Speaker: Oder zumindest hat es so einen Education-Effekt.

Speaker: Also man kann vielleicht davon ausgehen, dass Tourismus hier auch einen Raum schafft oder schaffen kann, um etwas zu verstehen, was man sonst nicht so ganz begreift und vielleicht dann auch ein bisschen verändert, von dort wegzugehen oder mit einem anderen Verhalten durchaus.

Speaker: Genau.

Speaker: Und daher, ja, die Frage dann aber an der Stelle, ist das per se jetzt mal grundsätzlich, abgesehen von diesen Perspektiven, die wir ja darauf wenden können, eigentlich ethisch vertretbar, dass man solche Orte überhaupt noch vermarktet?

Speaker: Dass man sie überhaupt noch ins Schaufenster stellt und sagt, ja, kommt dennoch zu diesen Orten, schaut sie euch an, auch wenn man weiß, sie sind gefährdet und es wird sie bald nicht mehr geben.

Speaker: Und wenn ja, was bräuchte es dann eigentlich für Bedingungen?

Speaker: Muss man das stark reglementieren?

Speaker: Sollte man das stark reglementieren?

Speaker: Sollte man da auch ganz klar sagen, zum Beispiel, es muss ein Schutzbeitrag abgetreten werden, wenn man sowas besuchen will und braucht es dann nicht eigentlich auch eine andere Kombination als, ja,

Speaker: kommt nochmal vorbei, bevor es weg ist, sondern eine Kommunikation, die all diese Themen, die da drin stecken, auch wirklich mit an den Mann und die Frau bringt.

Speaker: Und darüber wollten wir heute mal so ein bisschen diskutieren, weil ihr merkt schon, dass in diesen mal schnell gesagten drei Wörtern, Last Chance Tourism und mal so ein bisschen von dieser Perspektive, ja, das sind ja durchaus doch,

Speaker: sehenswerte Kulissen, ja, da steckt halt viel, viel mehr dahinter, auch natürlich wieder für die Tourismusbranche selbst in der Verantwortung für diese Orte, als man vielleicht im ersten Moment denken mag.

Speaker: Genau, und damit würde ich sagen, eröffnen wir mal unsere

Speaker: Diskussion darüber.

Speaker: Ich bin ganz gespannt, was du denkst.

Speaker: Und so als Einstiegsfrage, wenn du das hörst, Last Chance Tourism, was ist denn dein Impuls?

Speaker: Sagst du, ach tja, also müssen die Leute jetzt auch noch dahin zu diesen Orten?

Speaker: Muss man das noch so auch ein bisschen vermarkten und ins Schaufenster stellen?

Speaker: Oder sagst du, naja, es ist schon auch eine Chance,

Speaker: Ja, so ein bisschen auch da mit einer Wirkung zu erzeugen.

Speaker: Und es ist schon okay, wenn wir die Spielregeln halt richtig definieren und wenn Tourismus Verantwortung.

Speaker: Ich glaube, ich würde nochmal gerne einen Schritt zurückgehen und zwar erstmal so diesen Trend nochmal so ein bisschen einordnen und vielleicht auch gucken, welche Dimensionen er hat.

Speaker: Du hattest es gerade schon mal gesagt, letztendlich geht es ja um ein Stück weit einen Konsum von verschwindenden Dingen.

Speaker: Also tatsächlich etwas, was rar ist, was ein Stück weit mit Vergänglichkeit zu tun hat.

Speaker: Und gerade so in den letzten vier, fünf Jahren ist ja so dieses Thema Last Chance Tourism auch so ein bisschen populärer geworden.

Speaker: Ich finde es auch ganz interessant.

Speaker: Also viele Reisemagazine, Reiseblogs haben darüber berichtet.

Speaker: Also ganz klar, was du gerade beschrieben hast, das ist ein

Speaker: ein Thema geworden, was irgendwie an Popularität geworden hat.

Speaker: Das wird natürlich noch mal über soziale Medien transportiert.

Speaker: Und trotzdem glaube ich, gibt es auch noch mal so unterschiedliche Unterkunden.

Speaker: Das eine war das, was du gerade so gesagt hattest, diese schnell noch mal hin, bevor es zu spät ist.

Speaker: Also ein Stück weit so dieses, es ist ein Luxusanspruch, aber es ist tatsächlich auch so eine Auseinandersetzung mit dieser Vergänglichkeit.

Speaker: Ich fahre zu etwas hin, um es noch mal mir anzuschauen, bevor es weg ist.

Speaker: Und gleichzeitig kann es ja auch ein Stück weit so dieses Tabu ist.

Speaker: Also ich glaube, dass es auf der einen Seite ist so dieses Selbstverständnis.

Speaker: Ich fahre dahin, bevor es zu spät ist.

Speaker: Ich habe vielleicht so ein Recht darauf.

Speaker: Wir haben ja auch schon mal gesprochen.

Speaker: Haben wir überhaupt ein Recht auf Tourismus?

Speaker: Wir sind im besten Fall freie Menschen, die irgendwie auch entscheiden können, wohin sie fahren.

Speaker: Und gleichzeitig aber hat es ja diesen Tabu-Charakter.

Speaker: Und da ist es ja ein Stück weit auch so dieses Zeugen von Verschwinden.

Speaker: Und da kommt vielleicht dann auch so dieses Moralische rein, was du gerade nochmal so angesprochen hast, inwieweit dadurch auch ein Stück weit Transformation stattfinden kann.

Speaker: Das heißt, ich pilgere zu Orten, die vor einigen Jahren vielleicht auch ganz anders aussahen, weil der Gletscher in dem Fall

Speaker: wir haben jetzt das als Beispiel genommen, vielleicht noch viel weiter ins Tal ging, viel größer war und jetzt sozusagen ein Stück weit immer weiter zurück geht oder vielleicht am letzten Ende dann auch gar nicht mehr existiert.

Speaker: Das heißt, ich bin so ein Zeuge des Verschwindens, im Gegensatz zu diesem vielleicht eher so ein Stück weit hedonistischen, ich war noch dort, bevor es zu spät ist.

Speaker: Und damit ist auch so ein Stück weit vielleicht auch nochmal so eine andere Ebene, wo man sich gar nicht so mit dieser Vergänglichkeit auseinandersetzt, sondern einfach ein Stück weit mehr in dieser radikalen Gegenwart ist und sagt, okay, ich habe einfach diese Angst, dieses klassische Fear of missing out.

Speaker: Das heißt, ich möchte nochmal ein exklusives Extremerlebens.

Speaker: Ich fahre da jetzt nochmal hin, weil ich es mir leisten kann.

Speaker: Distinktionen.

Speaker: Und dann wiederum aber auch so dieser Reiz der Grenzüberschreitung ist ja auch wiederum da.

Speaker: Und das, glaube ich, ist auch eher ein Stück weit so ein Gegenwartstabu dann, was da ist.

Speaker: Also das heißt, ich beschäftige mich eigentlich in unserer Gegenwart mit so einem Stück weit diesem Thrill-Tourism oder Tabu-Tourism, Dark-Tourism, wo ich eigentlich weiß, ich überschreite hier eine Grenze, aber ich mache es trotzdem.

Speaker: Da können wir jetzt zum einen sagen, es sind...

Speaker: Orte, die besonders vom Klimawandel betroffen sind, häufig ja auch Gegenden, die wirklich ein Stück weit noch ein besonders empfindliches Ökosystem haben und da genau sozusagen damit spiele.

Speaker: Und ich finde also das nochmal so wirklich nochmal so ganz interessant, dass es da durchaus auch so unterschiedliche Zugänge gibt, warum Menschen das attraktiv finden und machen.

Speaker: Und trotzdem ist alles ein Stück weit unter dieser Klammer, wir beschäftigen uns mit dem Verschwinden, mit der Vergänglichkeit.

Speaker: Und insofern, ich glaube, ich kann eher so diese Perspektive einnehmen.

Speaker: Ich habe natürlich irgendwie so ein Stück weit auch so eine erste Reaktion von mir.

Speaker: So persönlich kann ich einfach sagen, wo ich denke, muss das sein?

Speaker: Und andererseits ist natürlich auch die Frage, die da mit reinspielt, ist,

Speaker: Jetzt mal abgesehen von den Trendentwicklungen und vielleicht auch von der Transformation, die der Terrorismus da vielleicht auch mit auslöst, also so ein Stück weit.

Speaker: Es kann ja auch theoretisch in so einen regenerativen Terrorismus reinragen.

Speaker: Also wie können wir diese Orte dann tatsächlich so zugänglich machen, dass sie nicht weiter vielleicht geschädigt werden?

Speaker: Also das wäre ja vielleicht sozusagen dann die Anschlussfrage und vielleicht auch die Anschlussdebatte.

Speaker: Ja, sicherlich.

Speaker: Aber ich sage mal jetzt mal als Beispiel, zum Beispiel die Korallenriffe genommen.

Speaker: Und das Great Barrier Reef ist da leider das prominente Negativbeispiel.

Speaker: Aber es gibt ganz viele andere.

Speaker: Also die...

Speaker: Das Pleaching sozusagen auch durch Hitze auf die Korallen, das ist weltweit zu verzeichnen.

Speaker: Und dann ist es natürlich auch zusätzlich ein Stress auf diese Systeme, wenn dann Menschen vor Ort dennoch hinreisen, mit Booten ihre Anker ausschmeißen und dann da runtertauchen und dann vielleicht noch auf den Korallen rumtreten und was auch immer.

Speaker: Und bei allem, was du gesagt hast, ist ja dennoch die Frage erlaubt, muss das denn sein?

Speaker: Gibt es nicht auf dieser Welt Orte, wo man grundsätzlich einfach sagen könnte, nee, also da brauchen wir jetzt wirklich keinen Tourismus, so weh es uns tut.

Speaker: Und so schade es sicherlich auch ist, aber nehmen wir jetzt mal zum Beispiel Australia.

Speaker: Die hätten durchaus noch ein paar andere Sachen, die sie dann anstelle anbieten könnten oder können.

Speaker: Es ist jetzt nicht, sage ich jetzt mal, ein Ort, eine Region, die ausschließlich nur das eine hat, was sie sozusagen ins Schaufenster stellen kann.

Speaker: Und da war ja die Frage, warum macht man das trotzdem?

Speaker: Warum schiebt man da eigentlich einen Riegel vor und sagt, auch wieder im Sinne von einer Verantwortung, Verantwortung übernehmen?

Speaker: Also Tourismus heißt ja nicht per se einfach immer Zugang verschaffen, immer sozusagen Leute reinholen, sondern heißt durchaus auf Darmal nie.

Speaker: ist jetzt einfach nicht mehr, vielleicht auch für eine bestimmte Zeit, weil es sich dann regeneriert hat.

Speaker: Da gibt es auch dieses Beispiel von dieser Insel in Thailand, die dafür in einem gewissen Zeitraum geschlossen wurde.

Speaker: Wie stehst du dazu?

Speaker: Könnte man nicht schon auch sagen, das lassen wir jetzt sein?

Speaker: Ja, aus der Vernunftsperspektive und aus der persönlichen Perspektive würde ich auch sagen, es ist sicherlich sinnvoll, wenn ich...

Speaker: aus einer Destinationsperspektive da einfach ein Stück weit eine Schranke mache und versuche sozusagen tatsächlich eine Besucherlenkung zu machen, weil es ist ja im Grunde genommen auch das, und darüber reden wir auch viel, dass das ja auch wiederum die Grundlage ist, wovon der eigentlichen Ort auch lebt.

Speaker: Und es hat eine bestimmte Attraktivität erreicht, aufgrund einer Schönheit, aufgrund einer

Speaker: Und jetzt ist es sozusagen, beziehungsweise jetzt ist die Attraktivität da, weil es sozusagen verschwindet.

Speaker: Und die Frage ist tatsächlich, wie kann ich das trotzdem zugänglich machen in alternativen Formen oder wie kann ich sozusagen ein Stück weit dann eben auch Besucher an Orte lenken, wo weniger Schaden angerichtet wird oder die weniger empfindlich sind.

Speaker: Ich glaube, das ist sicher die zentrale Frage.

Speaker: Nicht nur aus der Perspektive von einem ökologischen System, sondern tatsächlich auch aus der Perspektive vom Erhalt eines gewissen touristischen Infrastrukturnetzes.

Speaker: Das heißt, es ist ja ein Stück weit eben auch diese Attraktion, ist ja tatsächlich auch die Grundlage, warum ein Stück weit Tourismus dort eben auch funktioniert in einer Gegend.

Speaker: Wir haben heute natürlich viele Möglichkeiten und ich glaube, da mangelt es auch eigentlich nicht an Ideen, wie man das auch ein Stück weit anders sozusagen attraktiv machen kann.

Speaker: Ich glaube, hier ist dann tatsächlich auch eher so diese Frage des Mutes, da auch einfach Grenzen zu machen.

Speaker: Ich glaube, in der Vergangenheit, in der Geschichte haben wir viele Orte, die eigentlich irgendwann mal eine sehr hohe Attraktivität hatten, die schrittweise dann aber geschützt wurden.

Speaker: Erinnere mich irgendwie an den schiefen Turm von Pisa, der war in meiner Kindheit, konnte man da irgendwie noch raufgehen.

Speaker: Ich glaube, das ist schon seit langem nicht mehr so.

Speaker: Also da wurde ja im Grunde genommen auch schon Beschränkungen gemacht, um jetzt hier in dem Fall ein Gebäude zu schützen.

Speaker: Und gleichzeitig ist es natürlich trotzdem noch ein Landmark und gleichzeitig ist es trotzdem noch etwas, wo Menschen hinfahren.

Speaker: Und ich glaube, das ist vielleicht so diese Frage da drin, wenn auch dieses...

Speaker: dass die Attraktion weiter erhalten werden soll und vielleicht manchmal auch ein Stück weit gesperrt werden muss für ein paar Jahre.

Speaker: Und trotzdem im Grunde genommen auch noch vielleicht so den Menschen diese Pilgerreise quasi zu diesen vergänglichen Orten ermöglichen.

Speaker: Also ich finde, das ist tatsächlich noch ein spannender Aspekt.

Speaker: Also wie kann man da tatsächlich auch den Tourismus so steuern und auch touristisch tätig.

Speaker: vielleicht mit aufgreifen, wenn ich sage, okay, die eigentliche Attraktion ist vielleicht erstmal geschützt, aber drumherum habe ich sozusagen vielleicht Alternativen aufgebaut und sei es nun irgendwie, ja, also wie auch immer, dann um was es auch immer geht, aber kann den Menschen sozusagen diese Schönheit oder diese Vergänglichkeit oder deswegen sie eigentlich hingefahren sind, irgendwie doch auch zeigen und sie an diesen Ort halten.

Speaker: Und das, glaube ich, ist so ein Stück weit vielleicht dann auch die Kunst dabei, weil es tatsächlich der Ort ja davon lebt, von dem, was gerade auch eigentlich tatsächlich zerstört wird.

Speaker: Da gebe ich mir noch ein Gedanke.

Speaker: Also sicherlich ist das je nach Ort natürlich unterschiedlich ausgestaltbar.

Speaker: Und ich sage jetzt mal, nehmen wir mal so einen Korallenriff, das ist ja nun mal unter Wasser.

Speaker: Ja.

Speaker: Insofern, also so einen schiefen Turm von Pisa, den kann ich mir halt schon auch noch mit einem Abstand von 20 Metern anschauen und ein Foto machen.

Speaker: Da wird es ja dann halt schon irgendwie schwierig, sage ich jetzt mal.

Speaker: Und bei anderen Orten, die noch exklusiver sind oder vielleicht tatsächlich, wo es tatsächlich der Ort einfach auch abhängig ist von diesem einen Attraktion, ist natürlich der Spielraum auch eingeschränkter.

Speaker: Aber ich würde jetzt mal sagen, so

Speaker: Also ich sage mal, er hätte tatsächlich auch so ein bisschen die Tendenz oder mal, ich finde es tatsächlich auch mal mutig und ehrlich, dann zu sagen, nee, bestimmte Orte sind einfach nicht mehr besuchbar.

Speaker: Und das ist auch völlig in Ordnung.

Speaker: Gerade im Kontext dieser...

Speaker: größere Debatte, die wir ja auch in diesem Zusammenhang mit Overtourism führen und wie sind wir gereist in den letzten Jahrzehnten und wohin sind wir überall gereist.

Speaker: Und da gibt es ja auch diverse Storys darüber, wo Menschen dann doch noch hingelaufen sind, bei irgendwelchen Klippen oder irgendwo anders, wo sie eigentlich gar nicht mehr hinlaufen sollten.

Speaker: Aber um dieses eine Instagram-Foto noch zu machen,

Speaker: Dabei haben Sie höchstwahrscheinlich nicht immer, aber durchaus vielleicht das eine oder andere auch zertrampelt.

Speaker: Oder es gab dann, ich erinnere mich, diese eine steinerne Brücke, ich glaube auf Malta war es.

Speaker: Die ist jetzt sozusagen weg, die ist zusammengebrochen und die wurde auch aber trotz Warnungen und Bitten, wurde da immer, hat man versucht so nah wie möglich immer noch an diesen Küstenabschnitt heranzukommen und sich da hinzustellen, um noch dieses eine Foto zu machen.

Speaker: Und da denke ich manchmal, vielleicht sollten wir auch einfach mal akzeptieren, es gibt diese Orte und die haben auch sozusagen Recht darauf,

Speaker: vielleicht mal nicht mehr besucht zu werden und wir müssen auch jetzt keine Alternative direkt um die Ecke anbieten, weil es vielleicht dann auch doch immer noch verlockt, dass man nochmal um die Ecke schaut zu diesem Ort und das ist auch völlig okay und das ist vielleicht auch mal einfach, wie gesagt, eine neue Art von Verantwortung zu übernehmen, dass man explizit sagt, nein, machen wir jetzt nicht, wollen wir auch nicht und ihr habt genug andere Möglichkeiten auf dieser Welt zu reisen.

Speaker: Das wäre sicherlich so eine Vernunftsperspektive, weil

Speaker: Ich habe nur tatsächlich auch jetzt irgendwie, müsste man natürlich irgendwie dann mit Nudging oder wie auch immer mit bestimmten Einschränkungen eben arbeiten.

Speaker: Ich würde jetzt lieber nochmal die Perspektive der Reisenden übernehmen.

Speaker: Und ich glaube, du hast es gerade irgendwie auch nochmal schön irgendwie dargestellt, wie dann tatsächlich dieser Reiz da ist.

Speaker: Also wirklich dieser Reiz, das Verbotenen irgendwo hinzugehen, was eigentlich gar nicht mehr zugänglich ist.

Speaker: Und ich mache doch noch ein Foto.

Speaker: Ich war doch noch da.

Speaker: Da ist, finde ich, die größere Chance tatsächlich da etwas mehr zu gestalten, was das Ganze in irgendeiner Weise abbildet und trotzdem sozusagen den Menschen einen Weg dahin gibt.

Speaker: Ich denke jetzt an alte Höhlenmalereien, wo ja im Grunde genommen die auch nicht mehr zugänglich sind und stattdessen ein Museum da ist.

Speaker: Oder ich kann natürlich auch viel über heutzutage über digitale Möglichkeiten irgendwie abbilden.

Speaker: Die Frage ist ja, was inszeniere ich stattdessen?

Speaker: Weil letztendlich, wenn ich jetzt nochmal mir überlege von den vier Bereichen, wo ich gerade gesagt habe, das treibt eigentlich so diesen Last Chance Tourism, ist ja tatsächlich dieses Tabu.

Speaker: Und diese Übertretung ein Stück weit eben auch des Reizes, das wird sicherlich nicht jeder machen, weil natürlich auch viele Reisende sich an Regeln halten.

Speaker: Aber es gibt eben immer wieder, und wir haben das ja auch bei so Lost Places, wo Menschen eigentlich nicht hin dürfen und dann trotzdem das aufsuchen.

Speaker: Also es ist ja wirklich schon auch ein ganzer,

Speaker: eine ganze, sage ich mal, Reiseszene da drin, die wirklich Orte konkret aufsucht, die eigentlich nicht mehr da sind.

Speaker: Oder die Orte aufsucht, die tatsächlich auch ein Stück weit gar nicht zugänglich sein sollten, weil sie irgendwie in Naturschutz geliehen oder was auch immer.

Speaker: Also das heißt, ich denke, ja, es braucht eben diese Verantwortungsübernahme, die jetzt auch

Speaker: du hattest es am Anfang angesprochen, im Impulse for Travel Magazin ja ein Manifest eindeutig irgendwie auch nochmal formuliert wird, dass es irgendwie auch diese geteilte Verantwortung braucht, wenn wir aus so einem neoökologischen Gedanken heraus denken.

Speaker: Und gleichzeitig ist die Frage, wie kann ich wirklich eben auch da dann diese Trendphänomene eben auch auffangen und aufgreifen, dass sie sozusagen nicht ein Stück weit ein Selbstläufer oder ein selbstorganisierendes System werden.

Speaker: Insofern ist, ich finde da tatsächlich auch nochmal diesen Gedanken, den wir am Anfang angesprochen hatten, spannend.

Speaker: Was kann eigentlich so eine Reise zu diesen Orten dann tatsächlich bewegen?

Speaker: Und ich persönlich, und das ist jetzt wirklich nicht die Anja, die jetzt irgendwie Zukunftsforscherin ist, sondern es ist die Anja als Privatperson, habe damit Schwierigkeiten.

Speaker: Ich finde es auch schwierig, wenn irgendwie jetzt zum Beispiel Grönland ein großes touristisches Ziel wird, weil ich denke, okay, das ist ein empfindliches Ökosystem, müssen da viele Menschen hinbekommen.

Speaker: Und gleichzeitig ist uns natürlich auch die Frage, ja, dieser Gründland ist ein Ort, der natürlich auch von Tourismus profitieren sollte.

Speaker: Also diese Grenze ist natürlich immer fragil, würde ich sagen.

Speaker: Und wir haben heute eben diese Situation, dass wir mit dem Klimawandel in irgendeiner Weise beschäftigen.

Speaker: uns abfinden müssen tatsächlich und eben aber auch adaptieren können und müssen.

Speaker: Und gleichzeitig aber eben auch so diese Frage, wie können wir Tourismus darum eben steuern?

Speaker: Und da ist, finde ich tatsächlich, jetzt nochmal, um es auch

Speaker: aufzugreifen, was du am Anfang gesagt hast, wenn wir nochmal diesen Gletscher nehmen, der wirklich für ganz viele Dinge steht, symbolisch.

Speaker: Zum einen eben für diese Vergänglichkeit, man sieht direkt, wie viel Meter er seit letztem Jahr geschmolzen ist.

Speaker: Gleichzeitig natürlich aber auch ein Stück weit diese Fragilität und auch diese Abhängigkeit um das System, also auch nochmal diese Vergänglichkeit.

Speaker: Wie können wir da tatsächlich etwas auch vermitteln oder wie können wir da ein transformatives Erlebnis draus machen?

Speaker: Das wäre so für mich die Frage, die dann wieder so aus der eher Trendperspektive kommen würde.

Speaker: Das heißt, du siehst schon auch ein Potenzial für diesen Educational-Effekt.

Speaker: Es ist die Frage nur, wann man ihn wie ansetzt.

Speaker: Also man könnte ja auch sagen, grundsätzlich findet ja auch schon statt.

Speaker: Also es gibt ja schon sozusagen, ich glaube tatsächlich auch, weiß ich jetzt gar nicht, das Great Barrier Reef.

Speaker: Aber es gibt Landschaften, in die man virtuell erleben kann und bereisen kann.

Speaker: Und das ist erst mal vor, ich glaube ich, gerade auch aus der Brille gedacht, für Menschen, die vielleicht da auch nicht mehr hinkommen, für die, die es vielleicht auch gar nicht mehr so können, sage ich jetzt mal, beziehungsweise durchaus aber auch im umgekehrten Sinne für Inspiration zu schaffen, um dann dennoch wiederum dahin zu reisen.

Speaker: Also da gibt es ja verschiedene Ansätze.

Speaker: Aber man könnte ja durchaus auch sagen, nehmen wir mal wieder das Gletscher-Thema, man macht das Ganze auch als eine Art Erlebnisreise, in der Nähe zumindest von diesem Ort, durchaus auch virtuell erlebbar, mit allen Informationen, die darum wichtig sind und schafft damit natürlich auch nochmal gerade so eine Aufmerksamkeit für Klimawandel, Wasserversorgung, kultureller Ort, alles, was mit so einem Gletscher durchaus im Zusammenhang stehen könnte.

Speaker: wäre ja durchaus eine Option.

Speaker: Und die Frage ist nur dann von meiner Seite aus so, wenn du sagst auch, dass gerade dieses Tabu, was dahinter steckt, ein großer Anreiz ist, wen erreichst du dann wirklich damit?

Speaker: Sind das nicht eher die Menschen, die die

Speaker: per se vielleicht etwas reflektierter sind, die sich tatsächlich auch Gedanken darüber machen, was sozusagen Reisen für eine Auswirkung hat.

Speaker: In Ansatz darüber nachdenken, so ein bisschen im Kontext von Klimawandel und auch eigenem Impact.

Speaker: Was kann ich tun, was will ich nicht tun oder wie auch immer.

Speaker: Sind es nicht eher die, die dann sowas auch wahrnehmen?

Speaker: Die Frage ist ja,

Speaker: Welche Wirkung hat das dann?

Speaker: Also ist das tatsächlich eine Art, eine Art wirklicher Ersatz oder zumindest eine Art möglichst nachhaltiger Sensibilisierung, dass dann vielleicht der andere oder andere sagt, naja, okay, muss ich jetzt nicht unbedingt direkt dabei sein, verstehe ich jetzt besser und mache ich deswegen nicht.

Speaker: Weil ich frage mich dann tatsächlich, ob ich sage jetzt mal so ein bisschen überspitzt und vereinfacht dargestellt, die breite Mitte, und das ist jetzt nicht despektierlich gemeint, aber ich sage mal Instagram-Shareability und auch dieses Motiv, was du so beschrieben hast, was dahinter steckt.

Speaker: Ja.

Speaker: bin ich mir nicht sicher, ob man die damit wirklich erreicht.

Speaker: Genau.

Speaker: Die Frage ist sozusagen, ob man sie erreicht, worüber man sie erreicht.

Speaker: Die Frage ist aber nicht sozusagen, oder beziehungsweise ich glaube nicht, dass man das Thema oder der Trend, der dahinter steht, irgendwie

Speaker: eindämmen.

Speaker: Also ich glaube, wir haben einfach diese Entwicklung und wir haben diesen Wunsch, diese letzten Zeitfenster von manchen Orten zu konsumieren, diese letzten Möglichkeiten.

Speaker: Und die Frage ist ja tatsächlich dann irgendwie, wie kann ich auch irgendwie darauf reagieren, jetzt aus der Perspektive der Tourismusbranche.

Speaker: Und wo kann ich dann tatsächlich sozusagen ein Stück weit diesen Wunsch eben auch, der ja sich in unterschiedlichen Dingen manifestiert, das kann diese Instagram-Ability sein, das kann eben auch

Speaker: dieser Reiz des Tabus sein, es kann einfach nur sein, ich war nochmal da, ich habe es jetzt von meiner Bucketlist gestrichen.

Speaker: Oder eben auch so dieses Pilgerreisen und da vielleicht auch ein Stück weit diese Verantwortung schon mitzuhaben oder dieses Ehrenbewusstsein auch.

Speaker: Und ich glaube, da ist eher so die Frage, dass eben das Last Chance Tourism ist einfach so ein Stück weit ein Phänomen, ein Symptom, mit dem wir in den nächsten Jahren noch stärker wahrscheinlich konfrontiert werden, weil es vielleicht noch mehr Orte sozusagen davon gefährdet sein werden, vielleicht entstehen noch neue Orte.

Speaker: Aber dennoch ist es die Frage, wie kann man auf diese einzelnen Aspekte eben eingehen.

Speaker: Und ja, wir haben die sozialen Medien, die das Ganze eben nochmal sicherlich multiplizieren und als Multiplikator wirken.

Speaker: Und da können wir viel darüber reden, wie sollten Algorithmen und wie viel Verantwortung brauchen auch die Influencer und, und, und.

Speaker: Und dennoch ist die Frage dann tatsächlich in den Destinationen, wie sie das eben lenken können.

Speaker: Und natürlich kann man sagen, okay, wir haben hier irgendwie, man verstärkt es vielleicht noch einen Reiz, wenn man sagt, okay, man baut noch eine besondere Infrastruktur, um den Gletscher das letzte Mal zu sehen.

Speaker: Das ist durchaus eben, kann man kritisch sehen.

Speaker: Und ich glaube, ganz viel passiert hier wirklich sozusagen über eben auch, und da kommen wir dann doch wieder auf Impulse for Travel auf, diese Frage, wie sich der Raum und die Destination dort versteht.

Speaker: und welche Angebote sie macht und welche Infrastrukturen sie bereithält, um gleichzeitig ihre Sachen zu schützen, die sie haben, von denen sie leben und dennoch eben auch mit diesem Aspekt von Last Chance Tourism umzugehen, ihnen sozusagen nicht auf die Konsumenten, auf die Reisenden abzugeben, die reine Verantwortung und zu sagen, dort sollte dieser Bewusstseinsänderung stattfinden.

Speaker: Ich glaube, das findet einfach nicht statt.

Speaker: Es gibt einfach immer Menschen, die da

Speaker: aus welchen Gründen auch immer dieses Gespür nicht haben und tatsächlich dann eben so diese beteilte Verantwortung übernehmen.

Speaker: Und ich denke, das wäre für mich so ein richtiger Weg, um dann eben auch zu schauen, wie kann ich tatsächlich dann das, was gefährdet ist, ein Stück weit auch so schützen, dass es sich vielleicht wieder regeneriert.

Speaker: Bei den Gletschern bin ich jetzt irgendwie skeptisch, aber vielleicht, wie du sagtest, ist es eben auch beim Great Barrier Reef oder so, da ist vielleicht eine größere Chance, dass dort eben auch sich ein Stück weit Natur wieder erholt.

Speaker: Also ist für mich eher die Frage, wie kann ich tatsächlich diese Infrastruktur so lenken?

Speaker: Und natürlich aber auch ein zweites, wie vermarkte ich das Objekt?

Speaker: Es ist jetzt sozusagen wirklich ein Tabu, keiner mehr darf hin.

Speaker: Erhöht vielleicht den Reiz für die Leute, die gerne Grenzüberschreiten oder die jetzt nochmal ganz schnell, bevor sozusagen 2027 das Tabu ist, nochmal alle hinströmen.

Speaker: Das ist sicherlich dann die Frage, wie organisiere ich es?

Speaker: Aber Fakt ist erstmal, dass es diese Entwicklung gibt und ich damit in irgendeiner Weise darauf reagieren kann.

Speaker: muss, um eben auch diesen Anstrom dann oder diesen Effekt eben auch ein Stück weit steuern zu können.

Speaker: Aber da wären wir ja eigentlich schon ein bisschen mitten im Thema, weil ich würde gerne nochmal so ein bisschen dann auf ein paar Beispiele gehen.

Speaker: Also was weiß denn dann geteilte Verantwortung?

Speaker: Also was kann denn genau wie getan werden?

Speaker: Und nehmen wir mal irgendwie

Speaker: höchstwahrscheinlich das, was einem vielleicht durchaus zuerst in den Sinn kommt.

Speaker: Also es fängt ja tatsächlich eigentlich schon auch bei Kommunikation an.

Speaker: Also ich sage mal, wenn diese Orte natürlich auch weiterhin dennoch präsentiert werden.

Speaker: Und wir kennen das alle, das soll ja möglichst schön sein und möglichst animierend und toll und einzigartig, sei es in eigenen Bildern, sei es auch durch

Speaker: Blogger, Influencer, was auch immer.

Speaker: Also ich sag mal gerade die Content-Darstellung, die Marketing-Darstellung von Destinationen, die hat sich ja in den letzten Jahrzehnten sozusagen selbst immer übertroffen.

Speaker: Also es musste ja immer noch cooler sein und immer noch toller sein.

Speaker: Und dann kamen die Drohnen-Videos und ohne Drohne geht es ja fast gar nicht mehr.

Speaker: Und das finde ich halt auch so ein spannender Aspekt eigentlich dabei.

Speaker: Also man hat sich immer weiter potenziert, auch in dieser Hochglanzdarstellung, in diesem tollen, perfekten, super duper.

Speaker: Und insofern wurde das natürlich auch sehr stark dann erst von Blogger-Influencern übernommen.

Speaker: Und letztendlich kann es heute auch jeder...

Speaker: Also die Tools und Mittelgeräte haben wir.

Speaker: Wir wissen ja um das Spiel der tollsten neuen Perspektiven und so weiter und so fort.

Speaker: Und da ist ja die Frage, fängt ja eigentlich schon so ein bisschen so eine Verantwortung an zu sagen, auch inwieweit bewerbe ich solche Orte so überhaupt?

Speaker: gibt sie somit auch immer wieder der Öffentlichkeit preis.

Speaker: Ich nehme mal ein Beispiel.

Speaker: Ich nenne es jetzt einfach mal nicht die Destination, aber ich bin hier im Alpenvorland und es gibt hier auch bestimmte Orte, die sind jetzt nicht Last Chance Tourism, aber die sind hoch frequentiert, durchaus in bestimmten Peaks im Jahr.

Speaker: Und da ist ja auch die Frage, wie weit bespiele ich das immer weiter noch?

Speaker: Inwieweit mache ich denn dennoch immer noch ein Foto von diesem Ort auf meinen Social Media Kanälen?

Speaker: Oder lasse die doch nochmal bereisen von den Influencer, um nochmal eine andere Perspektive abzulichten, die es da augenscheinlich eigentlich schon gibt, aber okay.

Speaker: Oder inwieweit, weißt du, mache ich Orte zugänglich, Bergseen etc.,

Speaker: In einer Art und Weise, wo man dann auch sagt, naja, also das, was dort eigentlich gerade vermarkten wird, findet ja dann gar nicht mehr statt, wenn dann da so viele kommen, wie dann da kommen eigentlich sollen.

Speaker: Also das ist ja wieder diese Ambivalenz, die da drin steht.

Speaker: Ja.

Speaker: Und Kommunikation wäre eigentlich schon mal der erste Schritt von dieser geteilten Verantwortung, oder?

Speaker: Sicherlich, genau.

Speaker: Und ich glaube, da steckt aber dann sozusagen auch die Frage dahinter, wie wir mit diesen Orten eben umgehen.

Speaker: Sehen wir sie vielleicht sozusagen, wenn wir davon ausgehen, dass dieser ganze Last Chance Tourism auch so ein Indikator ist für eine Zukunft, in der wir mehr und mehr tatsächlich irgendwie über...

Speaker: ein Stück weit auch diese verschwundenen Landschaften und die nicht mehr existenten Orte.

Speaker: Es ist ja fast ein Stück weit, wo dann nur noch irgendwelche Erinnerungskultur, also vielleicht sind es irgendwann nur noch Friedhöfe.

Speaker: Und manche Destinationen oder manche Orte gehen vielleicht einfach davon aus, dass diese Orte verschwinden.

Speaker: Du hattest jetzt ein anderes Beispiel genannt mit Overtourism vielleicht, also wo dann Orte ganz viel, die vielleicht noch nicht sozusagen gefährdet sind, von vielen Menschen irgendwie frequentiert werden.

Speaker: Und da steckt ja dann ein Stück weit dahinter, dass diese Orte ein reines Konsumobjekt bleiben und sind und entsprechend eben auch vermarktet werden.

Speaker: Und wenn es halt nicht mehr da ist, kommt vielleicht was anders.

Speaker: Und da, und das ist ja dann auch wieder sozusagen dieser Wandel, der auch im Impulse for Travel ist, wo wir sagen, okay, Tourismus...

Speaker: Im besten Fall, wenn Tourismus auch in Zukunft eine Zukunftsfähigkeit haben will und eine Zukunft haben soll, er verändert sich von diesem Konsumprojekt zu einer geteilten Verantwortung und auch zu einer Steuerung.

Speaker: Und da wäre dann sicherlich eben dieser Ansatz zu sagen, okay, was habe ich tatsächlich eben noch an Alternativen?

Speaker: Was gibt es vielleicht an Orte, die ich stattdessen promote und attraktiv machen kann?

Speaker: Kann ich InfluencerInnen dorthin lenken und das eben attraktiv machen?

Speaker: Und das wäre dann sicherlich so der eine Schritt über die Kommunikation.

Speaker: Und gleichzeitig aber bleibt es tatsächlich, glaube ich, so dieses, dass wir mit diesem moralischen Spannungsfeld, dass wir in einer Welt von Verlust leben und uns diese Vergänglichkeit eigentlich immer stärker bewusst werden, dass das natürlich irgendwie auch so diesen Reiz ausmacht.

Speaker: Und damit, glaube ich, ist vielleicht auch ein Stück weit noch, kann man weiter arbeiten.

Speaker: Aber ich gebe dir recht, also ein erster Schritt wäre sicherlich bei dieser geteilten Verantwortung als Destination, sich zu überlegen, was möchte ich?

Speaker: Möchte ich weiter Tourismus als Koldum, als Produkt verstehen?

Speaker: Und wenn halt das Produkt alle ist, Anführungsstrichen, ist es halt nicht mehr da, man muss sich was ausreißen?

Speaker: Oder habe ich im Grunde genommen ein Stück weit ein...

Speaker: Aufhaltigkeitsgedanke auf allen Säulen sozusagen und vermarkte dann eben auch einen anderen Ort oder betone es vielleicht auch nochmal, lenke sozusagen die Aufmerksamkeit weg von dem, was eigentlich so fragil ist.

Speaker: Was ich da auch nochmal einen spannenden Gedanken finde, wo du das jetzt so sagst,

Speaker: Also eine andere Komponente ist ja das ganze Thema, das hast du ja auch schon erwähnt, Besucherlenkung.

Speaker: Also man lenkt Besucher oder man reglementiert den Zugang zu diesen Orten oder man nimmt entsprechend noch auch so eine Art Schutzgebühr, also neben dem normalen Preis, eine Art Schutzgebühr, was dann hoffentlich in dem Pflege und Erhalt dieser Orte fließt.

Speaker: Also es gibt ja verschiedene Ansätze.

Speaker: Aber da kommt mir der Gedanke tatsächlich und wo du jetzt sagst auch, wir leben in einer Zeit des Verlustes, mal so ein bisschen auch auf einer vielleicht höheren Ebene gedacht.

Speaker: Also spannend mal zu hinterfragen, wie findet Tourismus dann eigentlich perspektivisch noch statt?

Speaker: Weil wir reden ja nicht nur über Besucherlenkung und Reglementierung im Kontext von Last Chance Tourism, also im Kontext von

Speaker: sozusagen nicht mehr bald nicht mehr da sein oder nicht mehr gegebenen Orten oder Attraktionen, sondern wir reden ja auch darüber im Thema von Overtourism.

Speaker: Und wir reden auch sogar darüber in Destinationen, wo kein Overtourism ist.

Speaker: weil da zum Beispiel bestimmte andere Orte sind, die sensibel sind oder beziehungsweise, weil es zum Beispiel auf Mobilitäts- oder Infrastrukturaspekten Sinn macht, Besucher zu lenken.

Speaker: Und da finde ich einfach mal spannend, nochmal so ein bisschen reinzugehen und

Speaker: zu uns mal so ein bisschen zu fragen, also wie findet dann Tourismus eigentlich noch statt in Zukunft?

Speaker: Also in der Art und Weise, weißt du, weil so vom Gedanken vormals, man reist frei, um zu erleben, man lernt neue spannende Orte kennen, man macht tolle Begegnungen, man ist überrascht, all diese Dinge,

Speaker: Natürlich nicht auf der ganzen Welt, aber finden ja zunehmend immer begrenzte statt.

Speaker: Und wie gesagt, das nicht nur im Kontext dieses heutigen Themas, was wir haben.

Speaker: Und da finde ich es tatsächlich immer spannend.

Speaker: Es ist dann durchaus ein großer Bestandteil von zukunftsfähigem Tourismus oder von Tourismus in der Zukunft.

Speaker: das jetzt sozusagen als Baustein oder als Fundament innehat, dass es Reglementierung braucht.

Speaker: Dass es eine Steuerung braucht, weil wir eben diese Herausforderung haben, die wir nun mal haben.

Speaker: Genau.

Speaker: Ich finde ganz spannend, weil hier kommt dann wieder so, damit arbeiten wir beide auch gerade ganz stark mit dem Thema der Agency, also der Handlungsfähigkeit.

Speaker: Und inwieweit habe ich genügend Handlungsfreiheit und kann sozusagen selbst gestalten, sei es nun als Reisender, als Tourist, sei es aber eben auch als Destination, als Veranstalter oder eben auch als lokale Bevölkerung und letztendlich vielleicht auch sozusagen, wenn wir nochmal aus...

Speaker: Perspektive, ohne das jetzt irgendwie esoterisch zu meinen, aber aus dem Gedanken heraus eines Naturraums denken, wie viel Handlungsfähigkeit habe ich eigentlich, wie viel Selbstbestimmung, wie viel Selbstwirksamkeit habe ich in dem Kontext.

Speaker: Und da ist dann tatsächlich neben diesem Gedanken von geteilter Verantwortung, wo ich halt ein Stück weit eben was übernehme und sage, ich handel jetzt vielleicht irgendwie entsprechend bestimmter Normen, bestimmter Ethiken, bestimmter Moralvorstellungen,

Speaker: oder Werte, dann tatsächlich auch zu sagen, inwieweit habe ich Handlungsfähigkeiten, aber kann trotzdem sozusagen ein Stück weit steuern, ohne zu viel zu regulieren.

Speaker: Und ich glaube, da liegt wirklich so in Zukunft ein großes Spannungsfeld und noch eine große Herausforderung, eben diese einerseits das zu ermöglichen,

Speaker: Also dann eben zu sagen, okay, wir müssen einfach damit umgehen.

Speaker: Wir leben in einer zunehmend vielleicht vergänglichen Welt.

Speaker: Wir werden uns mit einer unserer eigenen Vergänglichkeit beschäftigen.

Speaker: Wir beschäftigen uns tagtäglich immer mehr Kontext und Longevity, haben wir auch schon darüber gesprochen.

Speaker: Und andererseits aber eben auch sozusagen diese Vergänglichkeit zum einen von Ökosystemen, aber natürlich auch nochmal, und das ist das, was du gerade nochmal angesprochen hast, was ich auch sehr spannend finde, ist,

Speaker: Wir haben ja auch noch zusätzliche Faktoren, die das Ganze eben auch ein Stück weit nochmal verändern.

Speaker: Und auch nochmal diese Frage, Last Chance Tourism kann ja auch ein Tourismus sein, der an Orte geht, die gerade sozusagen vielleicht ein Stück weit noch gut bereisbar sind, weil geopolitische Situationen dort ideal sind.

Speaker: Wo wir aber davon ausgehen, dass sich vielleicht in den nächsten Monaten, Jahren ein Spannungsfeld ausbaut und auch das kann eine Form von Last

Speaker: Also dass durch geopolitische Verschränkungen und Verstrickungen einfach auch die Zugänge zu manchen Destinationen gar nicht mehr so frei und möglich umgegeben sind.

Speaker: Zusätzlich zu der Frage überhaupt, nicht nur können wir uns das leisten im Kontext von Natur, im Kontext von dem Naturraum, der es zu schüssen geht, sondern natürlich auch noch eine finanzielle Art.

Speaker: Und da ist tatsächlich, kann man ja mit verschiedenen Szenarien eben auch arbeiten, wohin es geht.

Speaker: Und da finde ich eben auch dann gerade dieses Last Chance Tourism so symptomatisch für eine wirklich eine Veränderung, eine Transformation, in der die Branche sich gerade oder in der die Branche sich gerade befindet, dass wir Möglichkeiten eben haben, es sehr stark zu reglementieren, dass es zu einem Luxusmarkt wird, dass nur diejenigen es sich leisten können, diese Orte zu sehen, die halt einfach ganz, ganz viel Geld mitbringen oder eben die Privilegien haben, den richtigen Ausweis haben, den richtigen Zugang haben, die richtigen

Speaker: Kontakte haben oder es ist tatsächlich etwas, was wir so steuern, dass es für einen bestimmten Bereich eben auch noch zugänglich bleibt und das auch mehreren Menschen in irgendeiner Weise zu ermöglichen.

Speaker: Also ich glaube, hier haben wir noch unglaublich viel nicht in der Branche verwendet.

Speaker: Es fehlt teilweise, glaube ich, auch die Vorstellungskraft, wie das auch alles zusammenhängt.

Speaker: Also vielleicht fehlt nicht die Vorstellungskraft, das klingt vielleicht ein bisschen hart, aber ich glaube, dass man sich wenig damit gerade strategisch auseinandersetzt, wie man darauf eben auch reagieren kann.

Speaker: Abgesehen von den schnellen Reaktionen auf aktuelle Krisen.

Speaker: Aber das finde ich tatsächlich so diese interessante Entwicklung, dass wir natürlich in diese Überregulierung reinrutschen können, damit aber ein Stück weit vielleicht auch einen Zugang nur für wenige Menschen mit Privilegien eröffnen.

Speaker: Und andererseits die Frage ist, wie können wir sozusagen die Agency für die unterschiedlichsten Bereiche möglichst hoch halten.

Speaker: Und gleichzeitig ein Stück weit aber so regulieren, dass Bewegung und Erfahrungen eben möglich bleiben.

Speaker: Aber da wären wir ja eigentlich beim Thema auch Ökonomie und Gerechtigkeit.

Speaker: Also wenn du quasi sagst oder die Beispiele gegeben hast, für wen ist es dann noch zugänglich?

Speaker: Oder wie ist es dann auch zugänglich?

Speaker: Zu welchem Preis ist es dann eigentlich zugänglich?

Speaker: Da sind wir ja tatsächlich auch bei einem ganz wichtigen Aspekt, der durchaus auch mit im Manifest beschrieben ist, aber tatsächlich, glaube ich, gar nicht so in der Tiefe.

Speaker: Einfach dieses Thema auch, wer kann sich wie dann Tourismus noch leisten, beziehungsweise auch, wer kann sich wohin Tourismus auch noch leisten?

Speaker: Also per se, wenn man das jetzt einfach mal so ein bisschen weiterspinnt, was du gesagt hast und man sagt jetzt zum Beispiel, mal angenommen, dass diese hochsensiblen Orte, die brauchen einfach eine entsprechende Pflege, die brauchen Infrastruktur, die brauchen eine entsprechende Achtsamkeit.

Speaker: Also wir müssen reglementieren, wenn sie tatsächlich noch sozusagen zugänglich gemacht werden sollen.

Speaker: Und wenn man vielleicht auch entsprechend sich da durchaus Gedanken gemacht hat,

Speaker: ob und wie das sinnvoll ist.

Speaker: Dann hat das aber auch seinen Preis.

Speaker: Gut, Preis bedeutet auch oder ein höherer Preis, dass man tatsächlich auch natürlich einige durchaus ausschließt von diesen Orten.

Speaker: Ist ja erstmal völlig legitim, ist ja insofern jetzt schon so.

Speaker: Also wir haben ja bestimmte zumindest Angebote, die ja durchaus logischerweise, wissen wir alle, im Luxussegment anzusiedeln sind.

Speaker: Und die per se jetzt mal, sage ich mal, für einen Teil der Weltbevölkerung, mal davon abgesehen, dass auch nur wirklich ein kleiner Teil der Weltbevölkerung reist,

Speaker: nicht zugänglich sind.

Speaker: Aber jemand von Europa, von uns aus, könnte ja dann auch bedeuten, okay, so ist es.

Speaker: Das wird tatsächlich vielleicht auch eine Art Luxusgut.

Speaker: Und andere Angebote, die vielleicht näher sind, die vielleicht auch nicht so sehr stark frequentiert sind, die vielleicht auch gar nicht so hoch touristisch sind, vielleicht aber perspektivisch werden, weil sie einen einfachen Zugang haben, weil sie nicht so sensibel sind, weil sie in der Nähe sind.

Speaker: All diese Aspekte.

Speaker: sind eher auch preislich besser zugänglich.

Speaker: Wir gewähren sozusagen eine Art von Tourismus, aber nicht mehr per se in dem, die Welt gehört uns allen, sondern wir haben sozusagen verschiedene Segmente, die wir ja sowieso schon haben, auch preislich, aber noch stärker auch örtlich, sage ich jetzt mal.

Speaker: Also alleine, wenn du auch diesen Aspekt der Pauschalreise nimmst und mal wirklich anschaust, was heutzutage eine Pauschalreise kostet im Vergleich zu noch vor zehn Jahren oder fünf Jahren selbst, also zu den Mittelmeerdestinationen, da wäre ja auch ein ordentlicher Preisanstieg.

Speaker: Ja.

Speaker: da haben wir ja schon auch drüber gesprochen, das wird uns jetzt auch nicht mehr verlassen.

Speaker: Also eher wird sich das da manifestieren beziehungsweise noch weiter nach oben bewegen, weil wir einfach auch grundsätzlich die Entwicklungen haben, die wir auch hier im Podcast und in anderen Folgen schon vielfach besprochen haben.

Speaker: Und somit hast du natürlich

Speaker: immer weiter Ausschlussfaktoren für einen Teil von der Zielgruppe.

Speaker: Und das kannst du insofern ja, wie du auch sagst, steuern bzw.

Speaker: in erster Instanz vielleicht überhaupt erst mal registrieren und darüber vielleicht auch nachdenken, was heißt das tatsächlich dann auch für mein Angebot, was heißt es dann für meine Destination als Destinationsakteur.

Speaker: Was heißt das aber durchaus auch, wenn wir wieder mal ein Thema Verantwortung, wenn wir diese denn übernehmen, das vielleicht auch so zu tun.

Speaker: Und das ist dann auch okay.

Speaker: Ja, ich glaube, deswegen finde ich auch dieses Thema Last Chance to Reason, was ja auf den ersten Blick so ein bisschen flach klingt.

Speaker: Wenn man denkt, okay, die Leute fahren halt irgendwo hin, um es nochmal zu sehen.

Speaker: Ja.

Speaker: Und wenn man dann aber sozusagen tiefer reingeht, sieht man tatsächlich diese Dimensionen und diese Symptomaten, in der die Branche gerade ist, dass sie eben mit dieser Vergänglichkeit sich immer stärker beschäftigen muss, weil vielleicht auch in den letzten Jahrzehnten einfach so ein Stück weit Ausverkauf stattgefunden hat.

Speaker: Und gleichzeitig kann auch ganz viele ethische und moralische Fragen da mitgestellt werden, die ich mir nicht zutraue zu beantworten und auch, glaube ich, die Frage nicht letztendlich beantwortet.

Speaker: für mich abschließend ausdiskutiert habe, ob es sozusagen welche Ethik nun die richtige ist.

Speaker: Also brauche ich sozusagen mehr diesen Schutz?

Speaker: Muss ich es ermöglichen?

Speaker: Darf jeder reisen?

Speaker: Hat jeder ein Recht zu reisen?

Speaker: Also da haben wir auch schon drüber gesprochen.

Speaker: Aber es zeigt sich tatsächlich in diesem Phänomen vom Last Chance so gut, weil dort wirklich irgendwie

Speaker: zentriert und wirklich zugespitzt genau das stattfindet, dass die Menschen eben an diese Orte reisen, weil sie gerade noch können, weil sie vielleicht gerade das Geld haben, weil sie diesen Zugang haben, weil es eben noch die Destination aus ihrer Logik her erlaubt, weil sie es noch vermarktet.

Speaker: Und das wäre wirklich so ein schöner Aufhänger für die Branche, sich zu nehmen und zu sagen, wir haben hier dieses Phänomen, wir haben das ein

Speaker: Trend des Last Tourism, Last Chance Tourism und was bedeutet das eigentlich wirklich dann tatsächlich für die Zukunft?

Speaker: Wie wollen wir uns aufstellen?

Speaker: Wie wollen wir uns positionieren?

Speaker: Und wie wollen wir uns dann tatsächlich auch aus diesem Lebensraummanagement-Gedanken heraus dann auch mit den Akteuren, die vielleicht für die Natur sprechen,

Speaker: die aber vielleicht auch für andere ethische Perspektiven sprechen, zusammensetzen und da dann tatsächlich was draus gestalten.

Speaker: Und das ist dann wieder so die Frage, wie möchte ich Zukunft eigentlich gestalten, unabhängig von dem, was als Trend vielleicht gerade existiert und wo ich momentan vielleicht nur kommunikative Stolzungsmittel habe, die Weltsprache, aber viel ist natürlich auch heute über Selbstverfahren.

Speaker: Ja, absolut.

Speaker: Wow, spannend, was wir da so alles rausgearbeitet haben, finde ich zumindest.

Speaker: Ja.

Speaker: Aus diesen drei Wörtern.

Speaker: Mit Blick auf die Uhr, Last Chance Tourism, was würdest du tun?

Speaker: Nochmal hin oder nicht?

Speaker: Bisschen gemeint, ne?

Speaker: Ich muss sagen, wir hatten am Anfang, wir haben ja den Podcast mit ein bisschen Fitness und Sport und so angefangen.

Speaker: Ich schwimme ja auch unglaublich gerne.

Speaker: Und wenn irgendwie ein See gesperrt ist aus Naturschritts und ich doch nicht rein kann.

Speaker: Ich muss sagen, es macht mich schon so ein bisschen grumpy.

Speaker: Also das ist schon kein gutes Gefühl.

Speaker: Aber gleichzeitig gilt es natürlich auch ein Stück weit, das zu respektieren.

Speaker: Und ich bin sowieso persönlich eher rückhaltend, was Fernweisen angeht oder was Mobilität zu Orten geht, die ich als empfindliches Ökosystem sehe.

Speaker: Und diskutiere da auch viel mit FreundInnen, die vielleicht viel mit dem Auto unterwegs sind.

Speaker: Ich glaube, das ist so ein Stück weit für mich eher auch, gibt es unglaublich viele Orte, die ich noch sehen möchte, die weniger gefährdet sind von der Zeit, wo es die Zeitfenster noch länger sind.

Speaker: Insofern

Speaker: haben wir auch einfach unglaublich gute Mittel, uns Dinge anzuschauen, ohne real da gewesen zu sein.

Speaker: Also insofern würde ich, glaube ich, eher mich als zögerlich und zurückhaltend da sehen, ohne das jetzt ethisch und moralisch zu sehr aufzuwerten.

Speaker: Wie geht es dir damit?

Speaker: Ja, ich habe ja eben eine ferne Reise.

Speaker: Ich bin Konsum sehr eingeschränkt in den letzten Jahren oder fast Jahrzehnten, muss ich sagen.

Speaker: Also ich kann mich kaum fast noch erinnern, wann ich jetzt meine letzte große Reise hatte.

Speaker: Und bin da schon auch, ohne das jetzt irgendwie, wie du sagst, jetzt auf einen großen Sockel zu heben, aber ich bin da schon auch irgendwie reflektiert unterwegs.

Speaker: Ich muss das nicht haben.

Speaker: Ich habe da auch nicht den Drang und diese Fear of Missing Out.

Speaker: Und das ist bei mir irgendwie, weiß nicht, habe ich eh nicht.

Speaker: Also ist mit meiner DNA irgendwie nicht verhanden, keine Ahnung.

Speaker: Insofern spüre ich die da auch nicht.

Speaker: Ich bin da sehr, sehr auch in der Perspektive dann aufgetauscht.

Speaker: Ja, tatsächlich von dem Ort, von der Natur, von den Menschen und so weiter und so fort.

Speaker: Weil wie immer hängen die Dinge ja miteinander zusammen.

Speaker: Und will aber jetzt nicht ausschließen, dass ich nicht vielleicht doch mal noch zu einem Gletscher in den Alpen, wenn ich da vorbeikomme, würde ich mir den schon anschauen.

Speaker: Also das würde ich jetzt gar nicht irgendwie hier negieren.

Speaker: Aber das sozusagen bewusst zu machen als Reiseanlass, wäre es bei mir definitiv nicht.

Speaker: Ja.

Speaker: Wunderbar.

Speaker: Wir hoffen, die Folge hat euch gefallen.

Speaker: Gerne liked, shared, kommentiert, wie immer.

Speaker: Und ja, gerne hört auch nochmal in die Impulse4Travel-Folge rein.

Speaker: Ich glaube, da ist vieles drin, was so ein bisschen zu dieser Folge auch hinführt, beziehungsweise durchaus das eine oder andere nochmal auch ein bisschen aus einer anderen Perspektive erklärt.

Speaker: Ist definitiv zu empfehlen.

Speaker: Und damit würden wir sagen, schönen Tag.

Speaker: Schöne Woche und wir hören uns bald wieder.

Speaker: Bis bald.

Speaker: Bis dann.

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