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Folge 44 - Zuversicht als Praxis: Wege aus der Zukunftsangst

Next Stop Future: Trends – Wandel – Zukunft.

Transcript

Speaker: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Next Stop Future.

Speaker: Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt und die nächsten Minuten mit uns zusammen verbringt.

Speaker: Heute sprechen wir über das Thema Zukunftsangst.

Speaker: Das hat natürlich eine hohe Relevanz.

Speaker: Einerseits für unsere Arbeit, denn Anja und ich dürfen natürlich diverse Zukunftsprozesse, Projekte oder auch Veranstaltungen dahingehend begleiten.

Speaker: Und da spielt natürlich so ein bisschen die Angst, der Blick auf die Zukunft immer eine große Rolle.

Speaker: Und andererseits ist es natürlich hochrelevant für uns als Gesellschaft.

Speaker: Und leider müssen wir feststellen und hören das auch so aus Gesprächen heraus oder dürfen wir es auch lesen, dass diese Angst durchaus zunimmt.

Speaker: Und wenn diese Angst zu groß wird, dann entsteht da manchmal auch eine Art Verweigerung, also Zukunftsverweigerung raus.

Speaker: Und das ist natürlich schon ein bisschen kritisch für eine Gesellschaft, für ein Land, was doch durchaus viel zu lösen hat.

Speaker: Und ja, dass durchaus doch eigentlich auch positiv in die Zukunft blicken könnte, sollte?

Speaker: Und daher nehmen wir das Thema heute mal mit hier in unserem Podcast.

Speaker: Ja, und schauen mal drauf.

Speaker: Einerseits, woraus resultiert diese Angst?

Speaker: Warum haben durchaus immer mehr Menschen tatsächlich Angst?

Speaker: und verweigern dann auch in gewisser Weise die Zukunft.

Speaker: Aber wir wollen dann auch ziemlich schnell wieder in unsere Lösungsperspektive eintauchen, denn aus unserer Sicht gibt es da durchaus Ansätze und Wege, mit solcher Angst umzugehen, sowohl als Gesellschaft als auch dann natürlich in den Organisationen, in den Unternehmen.

Speaker: Denn da sitzen ja auch ganz viele Menschen,

Speaker: Die versuchen gemeinschaftlich etwas voranzubringen, etwas für die Zukunft oder für deren Zukunft zu planen.

Speaker: Und ganz zum Schluss schauen wir auch nochmal auf uns selbst.

Speaker: Haben wir denn Angst?

Speaker: Also die Anja und ich.

Speaker: Und ja, das ist durchaus auch ganz spannend, wie wir da so raufblicken.

Speaker: Und damit wünsche ich euch viel Spaß.

Speaker: Kommentiert, liked den Podcast.

Speaker: Ihr findet uns überall, wo es Podcasts gibt.

Speaker: Besucht gerne auch mal unsere Webseite Next Stop Future.

Speaker: Da findet ihr noch mehr Informationen über uns und unsere Arbeit und ganz, ganz viele andere Folgen von Next Stop Future.

Speaker: Und damit wünsche ich euch jetzt viel Spaß beim Zuhören.

Speaker: Hallo Anja.

Speaker: Wir haben uns ja gestern erst gesehen und waren mal wieder sozusagen im Analogen unterwegs.

Speaker: Wir sehen uns ja ganz oft hier im Digitalen.

Speaker: Was haben wir denn gestern gemacht?

Speaker: Erzähl du doch mal.

Speaker: Wir durften gestern bei Düsseldorf mit den Stadttöchtern vorlesen.

Speaker: der Stadt Düsseldorf einen Workshop halten zum Thema Legacy und da hatten wir bereits eine digitale Version und gestern war dann das analog in Präsenz, haben wir gearbeitet an dem Thema Legacy, Zukunftswerte schaffen und haben auch ganz gute Ergebnisse erzielt, oder?

Speaker: Was meinst du?

Speaker: Doch, doch.

Speaker: Ich fand, wir sind sehr produktiv gewesen.

Speaker: Es war ja tatsächlich nur ein Halbtags-Wirkshop.

Speaker: Und da haben wir doch recht viel reingepackt.

Speaker: Aber ich fand, da das ja schon auch so ein bisschen in das Thema reingreift, kann man das schon noch mal ein bisschen ausweiten.

Speaker: Ich fand gut, dass wir den Raum schon digital geöffnet hatten.

Speaker: Also wir hatten quasi an dem Freitag letzte Woche schon einen digitalen Austausch zu diesem Thema.

Speaker: Und das fand ich schon ganz wertvoll, da ich das Gefühl hatte, die Teilnehmenden waren schon mehr auf dieses Zukunftsszenario oder diesen Zukunftsblick ein bisschen schon eingestellt.

Speaker: Man hatte schon vorfühlen können und klären können, worüber sprechen wir eigentlich, was verstehen wir unter Legacy, unter Zukunftswert.

Speaker: Und das fand ich schon sehr gut, weil dadurch waren wir dann auch so produktiv im Workshop vor Ort.

Speaker: Ja, ich finde es auch.

Speaker: Wir waren ja auch eine relativ kleine Gruppe.

Speaker: Das finde ich dann auch nochmal wirklich ganz gut, diesen Einstieg zu schaffen, erstmal vielleicht auch so eure Fragen zu klären, vielleicht auch Bedenken zu diskutieren, um dann tatsächlich miteinander im selben physischen Raum in die Arbeit zu gehen.

Speaker: Und ich habe auch das Gefühl gehabt, dass das durchaus auch kreativ

Speaker: auch Interesse daran bestand, also diese Dinge weiterzuentwickeln.

Speaker: Ich finde das immer so wichtig.

Speaker: Also mich muss sagen, ich begeister das tatsächlich immer bei Workshops, wenn dann Menschen am Anfang vielleicht so ein bisschen auch Berührungsängste mit dem Thema haben und dann tatsächlich auch wirklich ins Arbeiten kommen.

Speaker: Und ich finde es dann immer toll.

Speaker: Also es ist für mich immer so ein Gänsehaut-Moment, wenn da wirklich so schöne Ergebnisse rauskommen.

Speaker: Und ich denke, wow, ja, cool.

Speaker: Ja, absolut.

Speaker: Ganz richtig, das geht mir auch mal so.

Speaker: Und wenn dann so verschiedene Perspektiven eigentlich dann doch zusammenfinden.

Speaker: Genau, richtig.

Speaker: Und dann auch so diese Aha-Erlebnisse.

Speaker: Also wenn dann sozusagen sich gegenseitig auch Dinge erzählt werden, von denen man gar nicht wusste, dass der andere Partner, Partnerin oder Akteur die eigentlich umsetzt.

Speaker: Und das hatten wir auch, dieses Erlebnis, dass dann tatsächlich Dinge geteilt wurden.

Speaker: Ach, da wusste ich gar nicht, dass sie das macht.

Speaker: Tolle Sache.

Speaker: Ja, also...

Speaker: Ja, das ist ja schon so ein bisschen ein Einstieg in unser Thema, wenn auch, ich sage mal, also Zukunft ist mit drin, aber wir wollen ja heute nicht über Zukunftswerte sprechen, sondern wir wollen tatsächlich nochmal das Thema Zukunftsangst beleuchten, auch Future Rejection genannt,

Speaker: Und das spielt aber natürlich damit rein, denn letztendlich, wenn wir über Potenziale sprechen wollen, über Möglichkeitsräume, wie wir auch immer so schön sagen und damit auch über Legacy, dann hat natürlich die Zukunftsangst einen Einfluss darauf, inwieweit wir überhaupt darüber nachdenken mögen, ja,

Speaker: inwieweit wir überhaupt so ein bisschen unseren Kopf öffnen oder inwieweit vielleicht doch relativ schnell so ein paar Schranken runterfallen und man erst mal sagt, ach nee, wie wir das so kennen.

Speaker: Und das ist ja auch alles legitim, weil du hast dich ja mit dem Thema auch für den Vortrag auseinandergesetzt, beziehungsweise schon darüber hinaus setzt du dich natürlich mit dem Thema auseinander.

Speaker: Und man merkt ja schon so ein bisschen, nicht nur ein bisschen würde ich sagen, schon auch ein bisschen doller, dass die Menschen schon Zukunftsangst haben.

Speaker: Also das sieht man ja auch in einigen Umfragen bzw.

Speaker: merkt man es auch in unserer Arbeit, in Gesprächen.

Speaker: Und das muss nicht unbedingt bedeuten, dass die da sitzen und zittern.

Speaker: sprichwörtlich und da, ich sag mal, zu negativ in die Zukunft schauen, aber man merkt schon Bedenken, sagen wir es mal so.

Speaker: Und aus meiner Wahrnehmung haben die zugenommen.

Speaker: Wie siehst du das?

Speaker: Empfindest du es auch so, dass wir eine höhere Future Rejection oder Angst haben?

Speaker: Ja, also ich würde tatsächlich sagen, das hat in den letzten Jahren zugenommen, in den letzten, ja vielleicht auch nochmal in den letzten zwei Jahren.

Speaker: Durch natürlich, wir haben ja auch schon darüber gesprochen, über die Omnikrise oder über die multiplen Krisen, über die vielen Dinge, die heutzutage Menschen vielleicht Sorgen bereiten, wo sie keine schnellen Lösungen, keine einfachen Lösungen drauf haben, ob es ein Klimawandel ist, geopolitische Situation, Wirtschaft.

Speaker: Also es sind so lauter Themen, die ja wirklich auch uns beschäftigen und ich glaube uns auch,

Speaker: uns beide privat sicherlich auch irgendwie mit beeinflusst.

Speaker: Und dadurch ist diese Bereitschaft, sich einer positiven Zukunft oder einem optimistischen Blick in die Zukunft hinzuwenden, durchaus gesunken.

Speaker: Ich erlebe das unter anderem zum Beispiel, wenn ich Vortragsanfragen bekomme, wo ich häufig die Frage bekomme, wie können wir denn den Teilnehmenden

Speaker: die Gäste, die an dieser Veranstaltung teilnehmen, ein Stück weit einen positiven Blick in die Zukunft wieder mitgeben, etwas Optimismus mitgeben oder zumindest einen anderen Blick auf die Zukunft.

Speaker: Und für mich ist dann sozusagen dieses Rejection of the Future, also diese Zukunft, die Verweigerung der Zukunft, ist tatsächlich so, dass...

Speaker: der Tipping Point, also nicht der Tipping Point, aber wo es tatsächlich irgendwie so sich zugespitzt hat, dass man sich der Zukunft völlig verschließt und tatsächlich alles so negativ sieht, dass man in ein Stück weit vielleicht eine Paralyse fällt oder in eine Handlungsunfähigkeit und damit auch sich selbst diese Möglichkeit eben auch nimmt, ein Stück weit Zukunft auch mitzugestalten und

Speaker: Du hattest eben so gesagt, wir sprechen heute nicht über Zukunftswerte.

Speaker: Nein, aber wir sprechen vielleicht ein bisschen über Zukunftswertung, weil das hängt da mit drin.

Speaker: Also wenn ich Zukunft verweigere, also tatsächlich im Laufe meiner Arbeitsjahre mit dem Thema Zukunft sind mir immer so zwei Reaktionen entgegengekommen.

Speaker: Entweder so ein totaler Optimismus, also so nach dem Motto, oh, über Zukunft, erzähl mir, wie wird es sein?

Speaker: Ja, so.

Speaker: pack aus, was bringt die Zukunft?

Speaker: Ich denke halt immer so, ja gut, man muss halt irgendwie auch so ein bisschen gucken, welches Thema, welcher Bereich und so, lass uns die Frage mal konkretisieren.

Speaker: Und auf der anderen Seite dann aber tatsächlich eher so eine ablehnende Haltung und so, ach Gott, wird nicht sowieso alles schlimmer, ist nicht sowieso alles hoffnungslos und geht es nicht sowieso immer nur noch bergab.

Speaker: Und so diese Haltung, sich erstmal eine Situation anzuschauen, die also Veränderungen anzuschauen vor allem, also ob es ein

Speaker: große Megatrends sind, ob es die soziokulturellen Transformationen sind, die sich mit einer wertfreien Haltung anzuschauen und sagen, es ist jetzt erstmal so.

Speaker: Das ist tatsächlich, das ist eine Kunst, glaube ich, die wir uns als Individuum immer wieder selber auch an die wir uns erinnern müssen, dass es diese Haltung eben braucht, um tatsächlich auch zu sagen, okay, nicht alles ist immer gut und schlecht, oder gut oder schlecht, sondern es hat meistens eben auch diese Graustufen und diese Beidseitigkeit und

Speaker: Das ist für mich dann so die, vielleicht auch so die Quintessenz, wie man als erster Schritt dieser Verweigerung der Zukunft entgegentreten kann.

Speaker: Bevor wir in so mögliche Strategien gehen, wie man letztendlich auch auf Zukunft blicken kann, beziehungsweise wie man auch auf sich selbst blicken kann, da steckt ja immer ganz viel dahin, würde ich gerne nochmal so ein bisschen reinschauen,

Speaker: noch mal ein bisschen in diesem Warum.

Speaker: Warum ist das so?

Speaker: Sind das tatsächlich diese Motiven Krisen, von denen man immer hört und die wir auch immer gespiegelt bekommen, gerade wenn wir jetzt in Organisationen Strategieprojekte begleiten, wenn wir versuchen, über das Thema KI zu sprechen und da auch Szenarien zu zeichnen, Möglichkeiten, Potenziale aufzudecken, spielt doch immer...

Speaker: sehr oft, das merkt man so in den Gesprächen, dieses ja, aber wir sind ja eigentlich eh schon so voll und wir haben so viel auf dem Tisch und es ist so viel einfach, was nicht vielleicht, ja nicht ganz im Klaren ist, was man angehen muss.

Speaker: Und hatten wir auch im letzten Podcast zu KI, du erinnerst dich vielleicht, da hat der Alex auch gesagt, diverse Führungskräfte haben ihm auch gesagt, ich habe gar keine Zeit, mich mit KI zu beschäftigen.

Speaker: Ja.

Speaker: Ich habe damit zu tun, hier mein Daily Business zu pflegen, zu hegen, voranzubringen mit allen Veränderungen, die da doch immer wieder auf einen einwirken.

Speaker: Und ich frage mich, ist das sozusagen einer der Hauptaspekte, dass es einfach auch vielen zu viel ist?

Speaker: Und gleich Gegenfrage, war aber es eigentlich schon immer so?

Speaker: Also die Welt war ja immer in Bewegung.

Speaker: Also es haben sich immer Dinge auch weiterentwickelt.

Speaker: Ja, vielleicht mal ein bisschen langsamer.

Speaker: Jetzt ist es vielleicht schon schneller.

Speaker: Ist es vielleicht auch nochmal dieses Thema, man kann und darf, wenn man möchte, ja alles wissen heutzutage.

Speaker: Also auch diese Dinge, die man früher nur gelesen hat, haben heute Bilder.

Speaker: verschiedene Informationen, Lagen, die von diversen Menschen dieser Welt gebündelt werden, mal besser, mal schlechter.

Speaker: Das ist natürlich auch etwas, was auf Menschen wirkt.

Speaker: Was ist es nach deiner Meinung?

Speaker: Es ist, glaube ich, schon wichtig, auch ein bisschen zu erkennen, warum das vielleicht so ist.

Speaker: Ich denke, das kann ganz unterschiedliche Gründe haben.

Speaker: Und ich denke, viele hast du gerade auch schon erwähnt.

Speaker: Zum einen würde ich sagen, es ist zuerst einmal eine Angst, oder was heißt hier vielleicht eine unbegründete Angst?

Speaker: Es ist eine, dass wir uns mit vielen Dystopien eigentlich auseinandersetzen müssen und diese Dystopien dann tatsächlich als etwas Reales annehmen und dementsprechend uns mit Angst dem Abwenden oder diesem Abwenden.

Speaker: diesen Szenarien begegnen.

Speaker: Das ist so das eine.

Speaker: Und das ist tatsächlich gar nicht mal unbedingt, weil wir vielleicht zu viele Fakten haben, sondern weil wir eigentlich die richtigen Fakten nicht zur Verfügung haben oder diese aus diesem ganzen Wust an Informationen, die wir heute bekommen, nicht richtig herauslesen können.

Speaker: Wir haben so viel Rauschen ja um uns herum.

Speaker: Das ist ja tatsächlich irgendwie schwierig zu sehen, okay, was ist jetzt wirklich relevant, was ist tatsächlich wahr.

Speaker: Und wir haben natürlich jetzt auch noch mal mit nicht nur

Speaker: Auch schon vor AI mussten wir uns mit Fake News beschäftigen und das nimmt natürlich gerade auch noch mal zu.

Speaker: Also das heißt, hier ist tatsächlich ein Informationsüberfluss da, der uns aber tatsächlich von den eigentlichen Informationen ein Stück weit oder von den eigentlich wesentlichen Informationen ein Stück weit trennt.

Speaker: Und dann kann es aber natürlich auch wirklich sein, einfach, dass wir die Zukunft aufgrund von anderen Werten, die wir haben, ablehnen.

Speaker: Also dass wir uns dem entsprechend, gerade wenn es um soziokulturelle Trends geht, dass wir dort sagen, okay, das passt eigentlich so mit meinen Werten gar nicht überein, die ich momentan habe und dass das,

Speaker: Also auch das ist eine Möglichkeit.

Speaker: Also das sind so die Dinge.

Speaker: Oder natürlich auch Vertrauensverlust, dass wir uns gar nicht mehr vorstellen können, dass es sozusagen etwas besser werden könnte oder dass es eine positive Entwicklung geben könnte.

Speaker: Und wenn wir uns Zukunftsentwicklung anschauen oder überhaupt, das ist ja immer eine Entwicklung in die Zukunft, also wenn wir uns Entwicklung anschauen, ist es ja immer so, dass gerade auch wenn wir von großen Trendbewegungen

Speaker: ausgehen, die immer auch Rückschritte implizieren.

Speaker: Also wir haben ja immer diese Trend-Gegentrend-Entwicklungen, die manchmal ja sogar parallel und gleichzeitig stattfinden können oder meistens sogar gerade in der jetzigen Zeit.

Speaker: Und das sorgt natürlich auch für ein Stück weit eine Unsicherheit, weil wir nicht linear sozusagen denken können, aber in unserem Alltag eigentlich schon das gerne sozusagen immer tun, automatisch.

Speaker: Und das ist tatsächlich...

Speaker: Ich denke, das ist ein Stück weit ein Lernprozess, den wir da machen müssen.

Speaker: Und das finde ich, für mich ist so da...

Speaker: und jetzt komme ich vielleicht schon wieder ein bisschen zu den Lösungen oder zu dem Ansatz, aber in dem Moment, in dem wir halt wirklich die Zukunft verweigern, uns der Zukunftsidee überhaupt, vielleicht verschließen wir den Zukunften, ja, also wir sprechen ja immer von Zukunften, verschließen wir uns eigentlich auch dem Hier und Jetzt, also weil, und das finde ich so interessant eigentlich, dass diese ganzen Bilder, die wir über Zukunft im Kopf haben, die hast du gerade auch schon angesprochen, viel wird ja auch nochmal visualisiert und wir haben diese Möglichkeiten uns

Speaker: dazu Bilder auszumalen und meistens sind es vielleicht gar nicht mehr so unbedingt positive Bilder, weil die anderen mehr Klicks oder mehr Aufmerksamkeit erzeugen.

Speaker: Diese Bilder sind ja im Grunde genommen Sachen, die eben hier und jetzt entstehen.

Speaker: Also das heißt, alles, was wir uns über die Zukunft erzählen, ist eigentlich eine Momentaufnahme unserer Gegenwart.

Speaker: Und in dem Moment, in dem ich mich halt in der Zukunft verweigere, verweigere ich mich eigentlich der Gegenwart.

Speaker: Und das finde ich so...

Speaker: das finde ich eigentlich so eine Kernaussage.

Speaker: Also das ist für mich so der Kern, auch zu sagen, hier setze ich vielleicht auch als erstes mal an.

Speaker: Ja, das ist ja super spannend, weil ja dadurch, glaube ich, eine grundsätzlich andere Perspektive entsteht.

Speaker: Und das ist auch natürlich was sehr Interessantes für unsere Arbeit, in dem Sinne auch, wie gehen wir zum Beispiel in so einen Prozess rein, wo wir versuchen, über Zukunftswerte zu sprechen und über Möglichkeiten, Potenziale und gemeinsames Commitment und einen gemeinsamen Weg.

Speaker: Das ist, glaube ich, tatsächlich eine gewisse Herausforderung, weil Zukunft oder Zukünfte oft mit so einem Jahresplan verstanden werden, mit so einem gewissen Zeithorizont, 15 Jahre, 15 Jahre, wie auch immer.

Speaker: Und das automatisch bringt einem ja in diese Denke, okay, was könnte denn sein?

Speaker: Und was wollen wir gleich?

Speaker: Und dann automatisch, glaube ich, auch relativ schnell in so einer Haltung auch, ja, aber.

Speaker: Und diese Betrachtungsweise, die gerade erwähnt ist, und das ist ja auch das, was du sagst, Zukunft entsteht im Hier und Jetzt.

Speaker: Und auch diese Wahrnehmung, dass wir quasi eigentlich schon ja dabei sind, sie zu gestalten oder sie mitzuformen.

Speaker: Ist ja tatsächlich nochmal wirklich entscheidend, weil ich glaube, dass dann auch Ängste oder eine Art Verweigerung einen ganz anderen Stellenwert bekommen, weil keiner würde ja sagen, mal ein bisschen überspitzt, er verweigert die Gegenwart.

Speaker: Also da können wir sagen, okay, dann vielen Dank.

Speaker: Also ich meine, das würde ja keiner sagen, weil ich sage mal so im direkten Bezug zu einem selbst auch,

Speaker: spürt man ja schon einen Handlungsspielraum und einen Gestaltungsspielraum und genau darum geht es ja.

Speaker: Genau, richtig, ja.

Speaker: Also ich denke, zum einen ist es erstmal, und ich meine, damit arbeiten wir ja auch tagtäglich, also dass wir Menschen damit begleiten, Zukunft zu gestalten.

Speaker: Also das heißt, es ist ja auch durchaus, hat ja auch was Sinnvolles, mit gewissen Plänen zu arbeiten.

Speaker: Also wir möchten einfach wissen und möchten einfach,

Speaker: Also keine Ahnung, wenn ich morgen irgendwie 20 Gäste erwarte, dann muss ich ja irgendwie heute einkaufen dafür oder planen, was ich denjenigen anbiete oder sowas.

Speaker: Also letztendlich ist es ja schon auch eine Notwendigkeit im Alltag, in der Organisation, in der Gesellschaft irgendwie ein Stück weit zu planen und gleichzeitig aber eben auch diese Möglichkeit zu haben, auf verschiedene Ergebnisse sozusagen, um mich vorzubereiten.

Speaker: Also

Speaker: kommen von den 20 Leuten dann doch nur 10 oder es kommen 30 oder so.

Speaker: Also, dass ich natürlich irgendwie ein Stück weit auch eine Flexibilität habe, damit umzugehen.

Speaker: Und wir wollen natürlich auch wissen, und auch das ist ja unser Job ein Stück weit, welche Zukunft sind tatsächlich auch dann wirklich am wahrscheinlichsten.

Speaker: Also, dass wir irgendwie in zehn Jahren alle nur noch in fliegenden Autos unterwegs sind, halte ich jetzt für eher unwahrscheinlich, ja.

Speaker: Aber das heißt, wir wollen natürlich irgendwie auch dieses uns für möglichen Risiken und Herausforderungen ein Stück weit damit auseinandersetzen.

Speaker: Und das ist zum einen total verständlich und gleichzeitig aber kollidiert das so ein bisschen mit diesen ganzen negativen Erzählungen, die wir uns geben.

Speaker: Und wie du sagst, es ist im Grunde genommen alles das auch, wir machen das aus dem Hier und Jetzt heraus und

Speaker: Das ist tatsächlich auch wirklich so dieses Kern.

Speaker: Und deswegen, glaube ich, braucht es auch diese Flexibilität, nicht nur immer sich wieder selbst in diesem Moment zu verorten und zu sagen, ja, das, was ich mir jetzt gerade über die Zukunft erzähle, ist tatsächlich etwas, was nur jetzt stattfindet.

Speaker: Und gleichzeitig aber eben dann sozusagen auch diese Flexibilität und die Pläne, die wir vielleicht machen, ein Stück weit anpassen zu können.

Speaker: Und das ist für mich so tatsächlich...

Speaker: ganz elementar.

Speaker: Selbst wenn wir uns ständig damit beschäftigen, auch mit Prognosen natürlich, ist es manchmal durchaus auch legitim, diese Prognosen zu verwenden.

Speaker: Wir müssen uns einfach darauf einstellen, dass der demografische Wandel eine Folge hat für unsere Gesellschaft.

Speaker: Aber das sind Dinge, die wir jetzt sozusagen im Hier und Jetzt verankern können und sagen, wir können uns jetzt darauf vorbereiten, wie es sein wird.

Speaker: Und dann gibt es aber die Entwicklungen, die tatsächlich irgendwie

Speaker: die wir gar nicht so genau voraussagen können.

Speaker: Und da finde ich dann tatsächlich sozusagen diesen Gedanken auch ganz spannend, sich nicht zu fragen, wie wird die Zukunft eigentlich, sondern wie werde ich der Zukunft begegnen, wenn sie dann da ist.

Speaker: Also eine innere Haltung eben auch darin einzunehmen und mich damit auch ein Stück weit im Kopf

Speaker: herauszufordern, diese Flexibilität einzunehmen.

Speaker: Und du hattest ja auch neulich einen Vortrag dazu in der Schweiz und du hattest ja zwei Ansätze auch herausgearbeitet, wie man sozusagen dieser Rejection oder erstmal auch vielleicht der Angst, und Angst kommt ja höchstwahrscheinlich vor Rejection, umgehen kann und das ist Zen und Resonanz.

Speaker: Wobei die beiden schon auch ein bisschen unterschiedlich sind.

Speaker: Genau.

Speaker: Also vielleicht erst mal so ein bisschen, ja, dieser Vortrag, der war in der Schweiz bei einem Impact Weekend am SVRS und das ganze Thema, das ganze Wochenende handelte im Grunde über, wie man damit umgeht mit Rejection, wenn man abgelehnt wird.

Speaker: Und ich wurde eingeladen, ihm etwas dazu zu sagen, was bedeutet eigentlich die Ablehnung von Zukunft?

Speaker: Also wie in unserer Gesellschaft, wir hatten am Anfang darüber gesprochen, erleben wir es einfach zunehmend, dass Zukunft verweigert und abgelehnt wird.

Speaker: Und ich habe vor der Pandemie eigentlich schon, während der Pandemie habe ich eben an diesem Konzept von zeitloser Neugier gearbeitet.

Speaker: Das kommt so ein bisschen aus dem Sinn.

Speaker: Ich habe mich eine Zeit lang intensiver damit beschäftigt.

Speaker: Und dort existieren Zukunft und Vergangenheit ja eigentlich nicht so.

Speaker: Und ich hatte immer diesen Knoten im Kopf.

Speaker: Wie passt das eigentlich zu meiner Arbeit?

Speaker: Wie passt das mit der Zukunftsforschung zusammen, wenn ich eigentlich keine Vergangenheit, keine Zukunft habe, sondern alles nur eigentlich jetzt stattfindet?

Speaker: Und tatsächlich ist für mich da so dieser Ansatz dann daraus entstanden zu sagen, okay, ich nehme diese Elemente vielleicht, die ich aus dem Zen kenne und vielleicht auch schätze und versuche sie tatsächlich zu übertragen, wie ich mich der Zukunft oder auch der Vergangenheit meinetwegen auch begegnen kann.

Speaker: Und das ist vor allem natürlich dann, dass vielleicht auch so diese Tradition und diese Schulen ausmacht, diese radikale Präsenz erstmal so zu haben, okay, also erstmal zu schauen, diese

Speaker: Das heißt, eine Offenheit, statt irgendwie schon mit gewissen Vorstellungen in eine Sache reinzugehen.

Speaker: Das heißt, durch diese radikale Präsenz löse ich mich von Konzepten, die ich über die Zukunft habe.

Speaker: Das ist so der erste Schritt.

Speaker: Also weg von dem imaginierten Katastrophen.

Speaker: Das zweite ist dann so ein Stück weit eben auch so dieses Nichtwissen zu schätzen.

Speaker: Das heißt,

Speaker: Anfängergeist, der vielleicht auch im Sennen immer wieder mal betont wird, den haben vielleicht die einen oder anderen auch schon gehört, dass ich mich einfach mit dieser absoluten Leere im Kopf oder dieser Neugier einfach hinwende und zu sagen, ich weiß es einfach nicht.

Speaker: Und damit wird dann sozusagen auch dieses Nichtwissen, was vielleicht normalerweise eher so eine negative Konnotation hat, kann sozusagen von diesem Mangel zu einem Vorteil werden, weil ich eben sozusagen dieser Offenheit wirklich auch hinwende.

Speaker: Und dann eben auch das baut darauf auf, dass ich dann auch eben ein Stück weit diese Kontrollbedürfnisse abgebe.

Speaker: Und auch das muss ich ganz ehrlich sagen, persönlich finde ich das auch ganz schwierig.

Speaker: Also irgendwie dann hat sich eben auch einfach so diesen, der Entwicklung hinzugeben, gerade bei vielleicht Entwicklungen und Veränderungsprozessen, die ich erstmal beängstigend finde.

Speaker: Und wo ich sage, ich möchte hier eigentlich sofort etwas tun, einen Handlungsimpuls habe.

Speaker: Und im Sen würde man dann tatsächlich eher so fragen, ja, vielleicht ist diese Kontrolle, die wir meinen zu haben, einfach eine Illusion.

Speaker: Und das würde dann tatsächlich auch ein Stück weit eben dazu führen, dass wir uns von der Idee lösen, die Zukunft maximal steuern zu wollen und maximal Einfluss darauf haben zu wollen.

Speaker: Ich gebe zu, diese ganzen Konzepte kann man bei Themen durchaus auch hinterfragen, wenn es irgendwie um Menschenrechte geht, wenn es um Lebensqualität geht.

Speaker: Das finde ich auch durchaus diskussionswürdig und schwierig, sich da manchmal sozusagen danach zu richten.

Speaker: Aber trotzdem dieses Zurückbesinnen und zu sagen, ich kann manche Dinge einfach auch gerade in diesen großen Kontexten nicht immer unbedingt beeinflussen, sondern vielleicht eher im kleinen habe ich Einflussmöglichkeiten.

Speaker: Dann gibt es noch so einen vierten Punkt, den ich bei dieser zeitlosen Neugier ganz wichtig finde.

Speaker: Und das ist dann tatsächlich eine gesunde Mischung zwischen eben Handeln und Ruhe zu bewahren.

Speaker: Also das, was ich eben auch gesagt habe, dass ich diese Balance finde.

Speaker: Weder in Panik zu verfallen, aber auch nicht in eine Paralyse zu verfallen, in Lähmung zu verfallen.

Speaker: Das heißt, ich habe eine Handlung, die mit dem Hier und Jetzt in irgendeiner Weise übereinstimmt.

Speaker: Und das andere ist dann tatsächlich auch nochmal sich zu fragen, was ist eigentlich so mein innerer Kompass?

Speaker: Also muss ich sozusagen jeder Prognose und jeder Zukunftsprognose sozusagen folgen oder auch den vielen Szenarien, die wir vielleicht haben, sondern tatsächlich eben auch noch hier dann, was ich gerade auch schon mal gesagt habe, nicht solche, welche Zukunft wird kommen, sondern wie kann ich mich der Zukunft stellen oder wie kann ich der Zukunft begegnen, wenn sie denn dann da ist?

Speaker: Ja.

Speaker: Das sind für mich erstmal so die fünf Haltungen, die sich aus dem Zen der Tradition heraus für mich kristallisieren.

Speaker: Also ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin jetzt auch nicht jemand, der da total drin ist.

Speaker: Also ich habe mich längere Zeit da schon auch mit beschäftigt.

Speaker: Aber es gibt sicherlich Menschen, die das ganz anders auch sehen würden.

Speaker: Aber für mich ist das sozusagen eine Fortführung oder eine Übertragung auf eben der, wie ich Zukunft begegnen kann oder gerade Zukunftsängsten begegnen kann.

Speaker: Das heißt, diese Perspektive ist erstmal so, dass ich eben nicht in so eine Hysterie verfalle, sondern mich zurücknehme und erstmal mich von diesen ganzen negativen Szenarien auch ein Stück weit lösen kann.

Speaker: Und ich glaube, das ist tatsächlich wichtig, um dann eben auch wieder zu sagen, in welche kleinen Handlungsschritte möchte ich denn sozusagen auch kommen.

Speaker: Und den zweiten Aspekt, das hattest du gerade auch gesagt, ist so das Thema Resonanz und das steht tatsächlich ein Stück weit im Widerspruch.

Speaker: Und ich habe tatsächlich am Anfang auch so gedacht, ach,

Speaker: Verweigerung von Zukunft und Resonanz, wie passt das zusammen?

Speaker: Und ich habe es tatsächlich irgendwann dann auch, erst ist bei mir so der Knoten dann auch geplatzt, weil es tatsächlich, ich denke, dass wir oftmals uns auch der Zukunft verweigern, weil es eben, weil wir das Gefühl haben, dass die Geschichten, die über die Zukunft erzählt werden, dass wir da keinen Platz drin haben.

Speaker: Also das ist tatsächlich das, was so im Hartmut-Rosaschen Kontext, so die Welt antwortet mir nicht,

Speaker: Bereich zu verorten wäre.

Speaker: Also ich fühle mich sozusagen getrennt davon, von dem, was Zukunft eigentlich, wie Zukunft sich scheinbar entwickelt.

Speaker: Und das heißt, es fühlt sich nach einer Unverbundenheit an zu den Zukunftsgeschichten, die wir uns erzählen.

Speaker: Und da wäre dann sozusagen die Antwort aus einer Resonanztheorie oder aus der Resonanzsoziologie heraus,

Speaker: dass ich sagen würde, wie kann ich eigentlich wieder sozusagen diese Verbindung herstellen, wie kann ich mich dann auch da wieder tatsächlich den Zukunftsgeschichten öffnen, wie kann ich dann tatsächlich oder woran liegt es auch vielleicht erstmal, dass ich sozusagen mich dessen verweigere oder Angst habe oder meinen Werten bedroht fühle und so weiter.

Speaker: Also da würde dann Resonanz tatsächlich so ein Stück weit die Antwort drauf geben.

Speaker: Es würde die Angst ernst nehmen und auch die Gefühle, die damit sind.

Speaker: Oder das wäre sozusagen eine Erklärung dafür, nach dem Motto, ich fühle mich unverbunden, ich fühle mich unverstanden, ich fühle mich getrennt davon, es ist so eine Stille.

Speaker: Und während aus der Zen-Perspektive wäre es dann eher so, es gibt eigentlich gar kein fixiertes Ich, kein Ego, was dem Ganzen irgendwie...

Speaker: anhaften kann und es gibt auch nicht die eine Zukunft, also das wäre dann tatsächlich nochmal so zwei verschiedene Betrachtungsweisen, die vielleicht auch gar nicht so unterschiedlich oder schon unterschiedlich sind, aber vielleicht auch aufeinander aufbauen.

Speaker: Vielleicht brauche ich auch erstmal sozusagen diesen Anfängergeist, diese radikale Präsenz, diese zeitlose Neugier, um dann sozusagen auch wieder in eine Resonanz oder meine Resonanzfähigkeit zu öffnen zu können.

Speaker: Ja, der Spannende ist ja, oder eigentlich das, was ja so ein bisschen da für uns auch drin steckt oder beziehungsweise auch für unsere Gesellschaft.

Speaker: Wie schafft man die Räume dafür?

Speaker: Vielleicht auch so ein bisschen zum Zurücktreten und dann aber auch wieder in Verbindung treten.

Speaker: Und da frage ich mich immer so ein bisschen, und das ist höchstwahrscheinlich auch eine Krux unserer Zeit, inwieweit ist das überhaupt möglich?

Speaker: Oder inwieweit ist es den Menschen möglich mit all ihren vollen Tagen und Verpflichtungen?

Speaker: Oder letztendlich auch mit den Strukturen, die wir in Unternehmen haben, in unserem sogenannten System.

Speaker: Und da wären wir ja eigentlich schon so ein bisschen auch wieder in dem Gedanken oder vielleicht mal in den Überlegungen zumindestens,

Speaker: ob wir vielleicht tatsächlich dann auch ein bisschen andere Strukturen, andere Räume benötigen würden, um überhaupt einen Austausch zu gewährleisten, um überhaupt auch dieses Wahrnehmen zu gewährleisten, um überhaupt auch eine Resonanz zu gewährleisten, sodass Zukunft oder das Gestalten auch eine andere...

Speaker: einen anderen Stellenwert bekommt und letztendlich auch einen anderen Zugang.

Speaker: Und wir versuchen das ja zum Beispiel in den Strategie-Projekten oder auch Nachhaltigkeitsprojekten, haben wir es schon gemacht und jetzt auch in dem Legacy.

Speaker: Das ist ja ein Aspekt, wir machen es nicht alleine, also nicht in einer kleinen Runde, sondern wir versuchen so viel wie möglich Akteure mit einzubeziehen.

Speaker: an den Tisch zu holen, teilhaben zu lassen.

Speaker: Und das geht ja bis hin zu Bürger, Bürgerinnen in anderen Prozessen.

Speaker: Aber dennoch ist es ja schon auch eine Herausforderung.

Speaker: Also wir wissen ja alle, wir bieten zwar Formate an, manchmal aber ehrlich gesprochen kommt auch keiner.

Speaker: Und da frage ich mich so ein bisschen, wie...

Speaker: Also wie augenscheinlich schaffen wir es dennoch, genau diese Dinge, die du beschrieben hast, zu ermöglichen?

Speaker: Weil das wäre ja eine Grundvoraussetzung für auch eine zeitlose Neugier und durchaus ein anderes Umgehen mit den Zukunften.

Speaker: Vielleicht auch da zwei verschiedene Zugänge wieder.

Speaker: Also einerseits, was du auch sagst, wie kann ich einen Raum öffnen, dass der Raum tatsächlich ein Stück weit eine Resonanzfähigkeit ermöglicht.

Speaker: Aber dazu müssen natürlich dann auch die Menschen erstmal Zeit haben zu kommen, aber auch die den Wunsch haben, mitzugestalten.

Speaker: Und ich denke, das ist so.

Speaker: Einerseits kann man eben versuchen, einfach diese Räume möglichst offen zu halten und die Leute eben auch in all ihren Bedenken eben auch abzuholen und schauen, wie kann ich da tatsächlich auch erstmal so eine Atmosphäre schaffen, in der auch dann tatsächlich wieder dieses Zutaten

Speaker: man sich selbst erlaubt, andere Zukunft zu denken.

Speaker: Weil das ist ja auch etwas, was wir häufig in unserer Arbeit erleben, dass Menschen aus ihrem Arbeitsalltag kommen und verständlicherweise ganz stark in ihren Themen drin sind.

Speaker: Und sie sind ja dann auch die Experten, Expertinnen für die Themen.

Speaker: Aber erst mal sozusagen einen Moment brauchen, um diesen Arbeitsalltag zu verlassen und sich auf Ideen und auf Gedanken umzusetzen,

Speaker: Bereiche einlassen zu können, die dann tatsächlich auch die ganz andere Pfade einschlagen und die ganz andere Zukunft vielleicht auch ergeben.

Speaker: Und das ist natürlich dann erstmal so, da können wir glaube ich einfach nur eine Atmosphäre für schaffen oder diesen Übergang schaffen zu schauen.

Speaker: Das hattest du ja gestern auch zum Beispiel ganz schön gemacht in dem Workshop, einfach indem man ein Stück weit, ich nenne es immer so ein bisschen mentale Zeitreisen, die kann man ja ganz unterschiedlich lang machen, indem die Leute sich das einfach mal vorstellen können.

Speaker: wie es in zehn Jahren ist, was gibt es da für Produkte oder wie sieht da die Umgebung aus, wie sieht mein Alltag aus, was für Kleider habe ich an, was esse ich, also einfach mal so auf wilde Gedankenreisen begeben und zu gucken, wie kann ich da tatsächlich, was habe ich da erlebt in dieser Zeitreise, in dieser mentalen Zeitreise.

Speaker: Das sind so, glaube ich, erstmal so Möglichkeiten.

Speaker: Und dann aber natürlich auch die Frage, und da, glaube ich, kann man auch wieder so ein Stück weit auf sich zurück selbst gucken, also inwieweit muss ich dann vielleicht auch diese Prinzipien von einer zeitlosen Neugier auch wieder einnehmen und sagen, okay,

Speaker: Ich begebe mich auch erstmal in solche Situationen, in Kontakt mit KundInnen, mit Workshops, dass ich auch da erstmal sozusagen selbst wieder diesen Anfängergeist übernehme, mit Neugier mich einer Gruppe hinwende und erstmal schaue, was passiert hier eigentlich gerade, so diesen Raum zu öffnen, was ist hier gerade eigentlich wirklich passiert.

Speaker: was wird hier gerade eigentlich wirklich diskutiert oder besprochen.

Speaker: Und dann auch dann wieder zu sagen, okay, natürlich habe ich einen Plan vielleicht, wie ich einen Partizipationsworkshop oder einen partizipativen Prozess gestalten möchte.

Speaker: Dann aber auch zu sagen, okay, es passt vielleicht nicht alles so, wie ich es im Kopf hatte.

Speaker: Auch da brauche ich natürlich persönlich oder wir brauchen dann auch persönlich diese Flexibilität und uns auch dann selbst einzulassen, ob das Nichtwissen wir haben.

Speaker: Und ich glaube aber ganz wichtig, und das trifft für uns alle zu, und das ist dann auch, glaube ich, wieder möglich, dass wir diesen Referenzrahmen neu gestalten, wo Resonanz mit Zukunft möglich ist, dass wir einfach unsere Narrative hinterfragen.

Speaker: Was erzählen wir uns eigentlich tagtäglich über die Zukunft?

Speaker: Also sowas wie, die Zukunft ist digital, die Zukunft ist nachhaltig, die Zukunft ist AI, die Zukunft findet ohne mich statt, was auch immer.

Speaker: Also das heißt, zu sagen, okay, nicht nur welche Story hat die, welche Geschichte,

Speaker: Werte und welche Geschichten, sondern auch in welcher Geschichte möchte ich gerne eigentlich mitspielen?

Speaker: Was für eine Geschichte, welchem Narrativ das entspricht mir?

Speaker: Wo möchte ich mitgestalten?

Speaker: Also auch das gibt ja wieder sozusagen eine, damit löse ich mich auch wieder von den ganzen Erzählungen.

Speaker: Das wären für mich so diese Momente und gleichzeitig noch vielleicht noch ein Punkt, den ich ganz relevant finde, ist

Speaker: tatsächlich auch manchmal einfach Stille zuzulassen.

Speaker: Das ist ja auch eines meiner Lieblingsthemen bei Vorträge, zu sagen, über das Thema Stille zu sprechen.

Speaker: Und auch dieses brauchen wir teilweise manchmal wirklich in diesen Prozessen.

Speaker: Und auch wenn wir uns hier direkt verknüpfen mit dem Nichtwissen, also da ein Stück weit dann auch mal eine Pause zuzulassen in Meetings, in Workshop-Prozessen, in Gesprächen.

Speaker: Das kann manchmal tatsächlich mehr Klarheit schaffen, als wenn wir dann noch eine PowerPoint-Präsentation machen.

Speaker: Ich finde diesen Punkt Narrative nochmal ganz wichtig, weil ich hatte, habe ich letztens auch geteilt, spannende Artikel von dem Stefan Gößling und die Überschrift war, viele werden in

Speaker: in 10, 20 Jahren nicht mehr so reisen, wie sie es jetzt kennen, weil die Welt wird sich verändern, Destinationen werden sich verändern, ganz stark natürlich in dem Kontext Klimakrise.

Speaker: Da war dieser Artikel aufgehangen sozusagen, verankert.

Speaker: Und das ist alles richtig.

Speaker: Ich kann das, also wir haben die Fakten, wir haben die Datenlage, ja, wir sehen schon jetzt, was passiert.

Speaker: Alles fein, ich kann das unterstreichen, diese Aussage.

Speaker: Dennoch, und das sagt er selber auch, wenn man diesen Artikel liest, und auch das kann ich unterstreiten, sagt er, wir haben es nicht geschafft im Kontext dieser Klimadebatte, der Klimakrise.

Speaker: dennoch die Potenziale, die Chancen zu kommunizieren und zu adressieren, mehrheitlich.

Speaker: Also sprich, auch wenn es für einen vielleicht ein bisschen gegensätzlich klingt, ein positives Narrativ zu ziehen, dass ein anderes Handeln eine Option darstellt, eine Antwort darstellt.

Speaker: Und dass aus all den Veränderungen so groß und mächtig sie auch erscheinen,

Speaker: Und auch bedrohlich.

Speaker: Dennoch, dass Chancen da drin liegen, es eben anders zu machen.

Speaker: Lösungen zu finden, Innovationen hervorzubringen.

Speaker: Sich Gedanken zu machen, und das haben wir ja auch schon hier ganz oft besprochen,

Speaker: Ist das noch Produktpauschalreise, klassisch Mittelmeer, wie wir es kennen?

Speaker: Ist das tatsächlich noch das Produkt der Zukunft oder brauchen wir nicht andere Produkte?

Speaker: Und ich will das, wie gesagt, auch hier ganz deutlich gesprochen, nicht kleinreden, das sind große Fragen.

Speaker: Das sind extensielle Fragen für viele Anbieter, für Destinationen.

Speaker: Aber dennoch, und das ist auch meine Wahrnehmung und ich bin ja nur auch schon geraume Zeit zu dem Thema unterwegs und wir durften dazu in etlicher Weise beraten, unterstützen, haben wir tatsächlich in der Kommunikation

Speaker: dieses Zukunftspotenzial nie, aus meiner Perspektive, nie wirklich klar vermitteln können.

Speaker: Auch im Gesamtkontext von Reisen, Tourismus.

Speaker: Wir kennen ja all diese Debatten und Flugscham und was weiß ich nicht alles.

Speaker: Und daher finde ich nochmal diesen Aspekt wirklich narrativ extrem wichtig.

Speaker: Und das ist etwas, was mir immer wieder wirklich auch aufstößt, wenn ich Zeitung lese, wenn ich ins Internet schaue, wenn ich auf LinkedIn schaue, wie auch weiterhin...

Speaker: ich sage es jetzt mal ein bisschen platt, die Dramakeule rausgeholt wird und dieses Thema immer wieder behaftet ist mit allem, was ganz schlimm wird.

Speaker: Und wie gesagt, da können wir nicht mehr reisen und einige Destinationen werden gar keine Nachfrage mehr haben und was es da nicht alles gibt.

Speaker: Und es ist jetzt kurz vor zwölf, ja, das ist es, aber genau das ist ja gerade hier auch unser Punkt,

Speaker: Dennoch gibt es Möglichkeiten, mit diesem kurz vor zwölf umzugehen.

Speaker: Aber die werden uns durch teilweise auch diese Art von Kommunikation und Darstellung verwehrt.

Speaker: Gedanklich.

Speaker: Genau.

Speaker: Ich denke, das ist tatsächlich, das sind sicherlich diese Narrative und auch diese Ablehnung dann auch teilweise von den Akteuren in Selma, aber auch vielleicht von denjenigen, die als

Speaker: als KonsumentInnen dabei sind, dass sie sozusagen eine Veränderung als solche erstmal ablehnen.

Speaker: Also ich denke, als Menschen gibt es wahrscheinlich Personen, die offener sind gegenüber Veränderungen als andere.

Speaker: Gerade natürlich, wenn es um Existenzen geht, ich bin jetzt keine PsychologInnen, aber sicherlich lässt sich das gut erklären, warum wir da

Speaker: an Dingen auch anhaften, die uns gewohnt sind, die uns bekannt sind, die uns ein Stück weit Routine geben.

Speaker: Aber tatsächlich, und ich denke, da gebe ich dir recht, dass wir es versäumt haben in der Vergangenheit, in vielen Branchen, nicht nur in der Tourismusbranche, Geschichten und auch Narrative zu erzählen, die tatsächlich diese Veränderung in einem positiven Licht schließen.

Speaker: Und die diesen Weg, eben diese Transformation in eine andere Reisezukunft tatsächlich auch ebnen.

Speaker: Weil jetzt, und wie du es auch sagst, ist es so, wir sind an einem Punkt angekommen, an dem Dinge eher radikal passieren, weil es keine andere Lösung gibt.

Speaker: Und weil Destinationen vielleicht merken, dass sie mit dem Thema Klimawandel einfach stärker konfrontiert sind, als sie vor fünf bis zehn Jahren noch mal erwartet haben, ja.

Speaker: Oder weil das Gästeverhalten sich ändert.

Speaker: Auch vielleicht aufgrund von Reiseverhaltenveränderungen.

Speaker: Bedingt durch vielleicht auch zum Beispiel beim Thema Klimawandel zu bleiben.

Speaker: Oder durch finanzielle Geschichten.

Speaker: Oder durch andere Bedürfnisse eben auch.

Speaker: Und sich dann diese Offenheit, und ich finde, da helfen natürlich dann auch wieder Szenarientechniken.

Speaker: Also mit verschiedenen Zukunften zu spielen und zu sagen, was ist denn wie?

Speaker: Und was kann ich mir wie vorstellen?

Speaker: Und was ist da dahinter die Geschichte?

Speaker: Und da

Speaker: tatsächlich auch andere Geschichten uns zu erzählen, andere Narrative zu bilden, die nicht eben immer von einem Verzichtsdenken auch ausgehen, sondern tatsächlich diese Räume öffnen, wo wir uns auch die erlauben, eben auch positive andere Zukunft zu erzählen.

Speaker: Und da gebe ich dir sehr recht, das haben wir vermisst oder verpasst und

Speaker: Das lässt sich aber sicherlich auch damit erklären, dass wir einfach so oft an so Fahrtabhängigkeiten gebunden sind, dass es ganz, ganz schwer ist, da eben so diese gerade größere Tanker, sag ich jetzt mal, umzulenken.

Speaker: Und da finde ich dann auch wieder diese zeitlose Neugier als Konzept ganz hilfreich, weil sie tatsächlich diese Einladung ist eben zur Co-Kreation.

Speaker: Also dann wirklich irgendwie auch verschiedene Dinge miteinander zu überlegen, zu sagen, wo möchten wir eigentlich hin und was ist denn gerade hier und jetzt, was passiert mit uns?

Speaker: Vielleicht auch einfach mal diese Ängste zu benennen und dann eben zu schauen, wie können wir damit umgehen.

Speaker: Das ist für mich dann eben auch so ein sehr trendfreier Ansatz, der der Zukunft immer begegnen kann, ganz gleich eigentlich, welche Entwicklungen wir gerade beobachten und welche Entwicklungen gerade vielleicht auch einen höheren Puls haben.

Speaker: Und das eben auch für alle drei Ebenen, sowohl für das Individuum, das gibt uns irgendwie so ein Stück weit eben auch so diese, oder ja, stärkt unsere Resilienz.

Speaker: Und das eben jenseits von einem Dogmatismus oder einer Selbstoptimierung.

Speaker: Und für Organisationen, das ist einfach ganz wichtig und ich glaube, das ist das, was du auch gerade so gemeint hast, das impliziert eigentlich die Möglichkeit zum Wandel, eben auch so sich sehr, ja auch wertebasiert und gleichzeitig auch flexibel Zukunften zu nähern.

Speaker: Und für Gesellschaft glaube ich auch, ist es da ganz wichtig, dann eben das immer wieder sich in Erinnerung zu rufen, weil das dann eben sozusagen auch die Diversität und die Heterogenität von verschiedenen Geschichten nicht länger sozusagen vielleicht auch als Gefahr wahrgenommen wird, sondern eher als Potenzial, wohin wollen wir uns eigentlich gemeinsam entwickeln.

Speaker: Und ich glaube, das ist so ein Selbsttraining, was wir uns immer ständig wieder neu auch in Erinnerung rufen dürfen.

Speaker: Ja, und vielleicht ist es auch eine Art,

Speaker: Ja, so in gewisser Weise ein bisschen eine Aufgabe eigentlich auch für unsere Gesellschaft.

Speaker: Noch mehr als es das in den letzten Jahrzehnten war.

Speaker: Ich denke mal, wenn man zurückschaut, natürlich die Nachkriegsgesellschaft, die hatte das, glaube ich, intrinsisch schon drin, weil es war klar,

Speaker: Ja, das will also unmittelbar danach und noch ein paar Jahrzehnte, es war klar, das will keiner mehr.

Speaker: Und es war natürlich, es ging nur nach vorn.

Speaker: Und man hatte ja quasi dann auch diesen, ich glaube, den, soweit ich weiß, auch von meinen Großeltern, es war dann einfach, jeder hat angepackt und es gab ja nur den Weg, einfach gemacht.

Speaker: Man hat einfach gemacht, man hat zusammen aufgebaut,

Speaker: Klar, keiner wusste so richtig, wie entwickelt sich das jetzt so, wie schnell geht es, was bedeutet das dann für jeden Einzelnen, aber es war so ein Grundtenor und ich glaube, der ist natürlich, und das sieht man ja in der Geschichte oft, mit einer gewissen Sättigung, mit einem gewissen Wachstum, mit einer gewissen Zufriedenheit,

Speaker: Die, die dann ja auch Gott sei Dank kam, auch für die Bundesrepublik und selbst in einer gewissen Zeit auch für die DDR, war da natürlich auch ein ganz anderer Zugang, glaube ich, auch da drin zu dem Thema.

Speaker: Und nun haben wir das, glaube ich, schon durch diverse Veränderungen durch Corona, sind wir da schon wieder in einer anderen Phase, um es mal so auszudrücken.

Speaker: Und ich glaube gerade aber jetzt, vielleicht haben wir es auch nicht so ein bisschen gelernt.

Speaker: Also gerade die, die ja jünger sind, die Nachkriegsgesellschaft, also gerade die Alten sind ja viele weg, weil wir es auch nicht lernen mussten.

Speaker: Und nun sind wir, glaube ich, so an einem Punkt, wo es eigentlich gefordert ist.

Speaker: Aber ich sage mal, keine Schule bringt dir das bei und kein...

Speaker: Kein Studium.

Speaker: Und das war ja vielleicht auch nochmal so eine Überlegung, tatsächlich auch so eine Art Zukunftsraum, denke, auch wirklich als inhaltlichen Aspekt zu sehen.

Speaker: In Zeiten, in Gesellschaften, in einer Welt, die eine gewisse Unsicherheit mit sich bringt.

Speaker: Ja, ja, ja.

Speaker: Ja, ich denke, das stimmt.

Speaker: Gerade in der Nachkriegsgeneration gab es nur einen Fortschritt und positive Versprechungen, die in Erfüllung gehen konnten.

Speaker: Und heute ist es, dass wir natürlich durch eben auch...

Speaker: die letzten Jahrzehnte, in denen wir relativ, zumindest hier in unseren Regionen in relativer Sicherheit und in Luxus gelebt haben oder in guten Zeiten gelebt haben, dass natürlich jetzt gerade in den letzten Jahren einfach nicht nur die Komplexität gestiegen ist, sondern auch vielleicht die Versprechen, dass es sich immer so in diese Richtung weiterentwickelt, ein Stück weit nicht gehalten werden konnten.

Speaker: Und

Speaker: dann tatsächlich ein Stück weit diese Ungewissheit mit der Angst einhergeht.

Speaker: Und für mich ist dann tatsächlich die Antwort darauf zu sagen, okay, die Zukunft wird nicht morgen erst passieren.

Speaker: Die Zukunft ist tatsächlich etwas, was heute passiert und heute eben in jedem Moment, in dem wir darüber sprechen, in dem wir uns unsere Geschichten erzählen, in dem wir darüber entscheiden, was wir machen, dass sie dann eben auch gebildet wird.

Speaker: Da ist für mich dann tatsächlich dieser Weg zu sagen, offen zu bleiben, auch selbst wenn die Antwort nicht immer klar ist, wo es hingehen wird, aber diese Offenheit für sich selber ständig immer sich in die Erinnerung zu rufen und tatsächlich dann auch eben diese Präsenz zu haben und offen zu sein für den Moment, wenn dann tatsächlich Zukunft beginnt.

Speaker: Ja, so zum Abschluss, wir sind ja hier schon wieder...

Speaker: Mit unserer kleinen Runde am Ende fast hast du denn Zukunftsangst?

Speaker: Du als Zukunftsforscherin.

Speaker: Ich sage immer so, es ist so ganz tagesformabhängig, aber natürlich gibt es Themen, die mich sehr beängstigen.

Speaker: Und da, glaube ich, hatte ich vorhin auch schon so ein paar genannt.

Speaker: Das Thema Demokratie ist sicherlich etwas, wo ich schon auch Ängste habe.

Speaker: Zunehmender Antisemitismus in unserer Gesellschaft,

Speaker: Auch eine Verdrossenheit, sich mit den Themen auseinanderzusetzen.

Speaker: Aber auch, welche Rolle dabei soziale Medien spielen.

Speaker: Das sind schon Dinge, wo ich auch gerne eine einfache Lösung drauf hätte.

Speaker: Oder auch eine Perspektive und sage, ja, es wird sich linear verbessern.

Speaker: Aber ich kann das durchaus auch nachvollziehen, dass man Zukunftsängste hat.

Speaker: Und dann wiederum finde ich es aber auch schön, einfach dann diese Perspektive mal zu wechseln und zu sagen, okay, aber hier haben wir auch vielleicht ganz viele schöne Geschichten und positive Geschichten.

Speaker: Nicht schöne, sondern positive Geschichten, wo Menschen tatsächlich in anderen

Speaker: in andere Richtungen arbeiten, denken, entwickeln und wenn ich dann Menschen treffe, wie auch bei diesem As-Fars-Impact-Weekend und man kommt in Gespräche und in Diskussionen und ich merke, wow, es gibt so viele kreative Leute da draußen, die ganz viele tolle Ideen haben, wie sie Zukunft gestalten können und aus dem Hier und Jetzt und das finde ich dann auch wieder sehr

Speaker: motivierend.

Speaker: Und du?

Speaker: Ich habe tatsächlich keine Angst.

Speaker: Also das verspüre ich nicht.

Speaker: Ich habe eher, ich sage oft eher Respekt.

Speaker: Also ich denke, es ist nicht die Zeit,

Speaker: Und das sage ich ganz offen, der schönen Malerei oder so.

Speaker: Weil ich glaube, das verlangt eigentlich auch unsere Arbeit und das verlangt auch unser Tun, dass man schon auch eine Ernsthaftigkeit da reinbringt und die einfach gegeben ist.

Speaker: Aber es ist keine Angst.

Speaker: Ich sehe und wenn ich auch so zurückblicke auf mein eigenes Leben und auf die Generation davor und auch so ein bisschen in die Geschichte, also diese Entwicklung hat es größer oder kleiner immer gegeben.

Speaker: Ja, ganz platt gesprochen, diese Welt steht nicht still und natürlich hatte das Konsequenzen in unterschiedlicher Ausprägung und auch da kann ich jetzt natürlich nicht in die Kugel schauen und sagen, so ist es und so wird es sein.

Speaker: Es macht mir dennoch keine Angst.

Speaker: Also ich habe

Speaker: Aus der Erfahrung heraus gemerkt, wenn man eine gewisse Anpassungsfähigkeit hat und auch so einen gesunden Pragmatismus, dann lässt sich es damit umgehen.

Speaker: Und ich glaube aber, was mir immer auch geholfen hat, ich habe tatsächlich...

Speaker: Vielleicht kommt es aus meinem eigenen Leben heraus, also auch mit der DDR, mit dem Mauerfall und was da alles passiert ist.

Speaker: Ich habe tatsächlich so, also mir ist klar, das Leben ist nicht immer toll.

Speaker: Um es mal ganz platt auszudrücken.

Speaker: Ich habe nicht den Anspruch und ich habe auch nicht diesen Blick drauf, es muss immer alles toller, größer, schneller weitergehen und es wird immer alles toller, größer, schneller und es wird alles immer unkompliziert.

Speaker: Und

Speaker: So frei und luftig, wie man es vielleicht in der Jugend wahrgenommen hat.

Speaker: Eine gewisse Zeit vielleicht, je nachdem wie man auch so aufgewachsen ist.

Speaker: Daher bin ich da sehr realistisch.

Speaker: Man muss auch sagen antifragil.

Speaker: Genau, Antipragie.

Speaker: Absolut.

Speaker: Also daher, ja, keine Angst, aber Respekt.

Speaker: Ja, ja.

Speaker: Super, meine Liebe.

Speaker: Es war schön, dass wir uns mal ein bisschen ausgetauscht haben wieder.

Speaker: Und ich würde sagen, wir sehen uns ja eh ständig.

Speaker: Und hoffentlich ganz bald wieder.

Speaker: Und wünsche dir erstmal noch einen schönen Tag.

Speaker: Ja, danke dir auch.

Speaker: Bis ganz bald.

Speaker: Bis bald.

Speaker: Ciao.

Speaker

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