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Folge 53 - Gold für alle? Sport, Inklusion und die Zukunft der Teilhabe

Next Stop Future: Trends – Wandel – Zukunft.
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145 Plays21 days ago

Gold für alle – klingt nach Sport. Und nach Fairness.
Aber wer wird im Sport eigentlich wirklich gesehen – und wer bleibt am Rand?

Ausgangspunkt dieser Folge ist eine Kampagne der Deutschen Bahn rund um die Olympischen Spiele, die zunächst die Paralympics außen vor ließ. Ein Kommunikationsfehler – ja. Aber auch ein Anlass, tiefer zu schauen: Welche Bilder von Leistung und „Normalität“ stecken in unserem System? Und was braucht es, damit Inklusion und Diversität im Sport nicht nur Anspruch bleiben, sondern Alltag werden?

Wir sprechen darüber, wie Teilhabe praktisch gelingt – in Vereinen, in Infrastruktur, in Sprache, in Zugängen. Und wir fragen: Was bedeutet Diversität eigentlich, wenn es nicht um einzelne Labels geht, sondern um echte Zugehörigkeit?

Im Kern geht es um Sport als Transformationsraum: als Ort für Begegnung, Zusammenhalt, Demokratie – und damit auch als Schlüssel für eine zukunftsfähige Gesellschaft.

Zu Gast sind Katja Lüke (Diversity, Deutscher Olympischer Sportbund) und Daniel Schmidt (Sportkommunikator, Podcaster, Dozent). Gemeinsam diskutieren wir: Was läuft schon gut? Wo hängen wir weiter hinterher? Und warum ist Inklusion kein „Extra“, sondern ein Qualitätsmaßstab für Zukunft.

Next Stop: Future: www.nextstopfuture.de

Anja Kirig

Catharina Fischer 

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Transcript

Kommunikationsprobleme in der Deutschen Bahn Olympia-Kampagne

00:00:15
Speaker
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Next Stop Future.
00:00:21
Speaker
Diese Episode beginnt mit einem scheinbar kleinen Kommunikationsdetail und führt ziemlich schnell zu einer großen Frage.
00:00:29
Speaker
Wer wird im Sport eigentlich gesehen und wer nicht?
00:00:33
Speaker
Auslöser ist eine Kampagne der Deutschen Bahn rund um die Olympischen Spiele, die zunächst die Paralympics außen vor ließ.
00:00:42
Speaker
Ein Marketing-Fail?
00:00:43
Speaker
Ja.
00:00:44
Speaker
Aber wahrscheinlich auch ein Spiegel dafür, wie tief bestimmte Normen noch sitzen.
00:00:49
Speaker
Welches Leistungsbild wir im Kopf haben, welche Körper wir als selbstverständlich mitdenken und welche eben nicht.
00:00:56
Speaker
Von dort aus schauen wir weiter, wie findet Inklusion und Diversität im Sport wirklich statt?

Inklusion und Diversität im Sportalltag

00:01:02
Speaker
Nicht nur als Schlagwort, nicht nur von oben als Programm, sondern ganz praktisch im Alltag.
00:01:07
Speaker
In Vereinen, in Sportstätten, in Bildern, in Sprache, in Zugängen.
00:01:11
Speaker
Und vor allem, was bedeutet Diversität eigentlich, jenseits all seiner Kategorien, wenn wir Sport als Ort für Teilhabe, Zugehörigkeit und Begegnung ernst nehmen?
00:01:21
Speaker
Im Kern geht es um Sport als Transformationsraum.
00:01:25
Speaker
Sport ist Wettbewerb, aber eben auch Sozialraum.
00:01:28
Speaker
Ein Ort, an dem Menschen miteinander in Verbindung kommen, an dem Barrieren fallen können, an dem Demokratie nebenbei geübt wird, weil man gemeinsam etwas macht, Regeln aushandelt und Unterschiede aushält.
00:01:41
Speaker
Und genau darin steckt Zukunft.
00:01:43
Speaker
Denn eine Gesellschaft, die Teilhabe ermöglicht, wird robuster und am Ende auch gesünder.
00:01:48
Speaker
Zu Gast sind Katja Lücke, Diversity-Referentin beim Deutschen Olympischen Sportbund und Janne Schmidt, Sportkommunikator, Podcaster und Dozent.
00:01:59
Speaker
Gemeinsam fragen wir, was läuft schon gut und was läuft eben noch nicht so gut?
00:02:04
Speaker
Und was wäre, wenn wir Inklusion nicht als extra behandeln, sondern als das, was sie ist?

Interview mit Katja Lüke und Janne Schmidt

00:02:11
Speaker
Ein Qualitätsmastab für Zukunftsfähigkeit.
00:02:14
Speaker
Viel Spaß bei dieser Folge.
00:02:18
Speaker
Ein herzliches Hallo und willkommen zurück zu einer neuen Folge von Next of Future.
00:02:23
Speaker
Wir sind heute tatsächlich zu viert hier in unserem virtuellen Raum.
00:02:28
Speaker
Das hatten wir auch noch nicht, Anja.
00:02:30
Speaker
Zu viert oder natürlich zu zweit.
00:02:34
Speaker
Insofern freue ich mich tatsächlich mal drauf, dass die Runde hier auch ein bisschen größer wird heute.
00:02:39
Speaker
Und wir sprechen heute über Sport, Zukunft.
00:02:43
Speaker
Also Inklusion, Diversität, also wir haben natürlich wieder einiges mitgebracht für euch, aber dazu kommen wir gleich und ich glaube Anja, du steigst mal ein, denn du hast ja mit unseren beiden Gästen auch schon gesprochen, so ein bisschen im Vorgespräch und ich glaube, da kannst du mal die Rolle hier übernehmen, sie heute mal ein bisschen vorzustellen und einzusteigen in diesen Sprechen.
00:03:06
Speaker
Ja, vielen Dank, Katharina.
00:03:08
Speaker
Ich kenne unsere beiden Gäste, Katja Lüke und Daniel Schmidt, tatsächlich schon eine ganze Weile.
00:03:15
Speaker
Ich beschäftige mich ja auch immer intensiv mit der Sportgesellschaft der Zukunft, habe gerade im Kontext organisiertem Sport auch immer wieder viel mit Verbänden zusammengearbeitet.
00:03:24
Speaker
Unter anderem eben auch durfte ich für den DOSB einiges bereits machen an Workshops, aber eben auch an Vorträgen oder auch Diskussionsrunden.
00:03:32
Speaker
Und daher kann ich Katja, sie ist unter anderem auch Moderatorin für barrierefreie Veranstaltungen.
00:03:40
Speaker
Wir haben uns in einigen Situationen und Veranstaltungen kennengelernt und ich freue mich total, dass die beiden heute da sind.
00:03:48
Speaker
Und ja, liebe Katja, erstmal herzlich willkommen auch an dich in unserer Runde hier.
00:03:53
Speaker
Schön, dass du Zeit hast, schön, dass du dabei bist.
00:03:55
Speaker
Und ich hatte jetzt gerade schon zwei Sachen zu dir genannt, dass du beim DOSB bist, dort im Resort Diversity, auch schon, ich glaube, über zehn Jahre.
00:04:05
Speaker
Aber vielleicht magst du dich gerne kurz selber vorstellen.
00:04:07
Speaker
Ja, das Wichtigste für heute hast du jetzt tatsächlich gesagt.
00:04:11
Speaker
Also von meiner Seite auch vielen Dank, dass ich hier sein darf, dass ihr uns eingerannt habt, Daniel und mich.
00:04:18
Speaker
Und ja, heute bin ich vor allen Dingen als Diversity-Referentin für den DOSB hier, den Dachverband des Sports und
00:04:29
Speaker
Ja, weil es der Sport ist, nenne ich gerade noch meine persönlichen Lieblingssportarten.
00:04:34
Speaker
Das eine ist Rollstuhlfechten, was ich nicht mehr aktiv mache und das andere ist Handbiken, was ich immerhin nur so für die Bewegung, aber auch nicht mehr im Leistungssport oder auf Wettkämpfen mache.
00:04:47
Speaker
Das ist vielleicht...
00:04:49
Speaker
Und ja, eine schöne Info oder auch wichtige Info, dass jetzt alle schon mal sich denken, warum macht die Rollstuhlfechten?
00:04:56
Speaker
Ja, weil ich Rollstuhlshaarein bin.
00:04:58
Speaker
Wunderbar, vielen Dank, Katja.
00:05:00
Speaker
Und Daniel, wir kennen uns auch über den DOSB tatsächlich.

Kontroverse um die Olympia-Kampagne der Deutschen Bahn

00:05:03
Speaker
Wir hatten auch, glaube ich, zusammen, du bist ja auch ein aktiver Podcaster, machst für den DOSB auch Podcasts.
00:05:09
Speaker
Und du hattest damals eben auch eine Folge als Host geleitet zum Thema Gesundheit und Sport, Sportgesundheit im organisierten Sport.
00:05:19
Speaker
Vielleicht magst du dich aber auch noch mal ganz kurz vorstellen, weil das ist ja sozusagen nicht auch dein einziges Feld und auch nicht der einzige Grund, warum du heute auch in unserer Runde bist.
00:05:28
Speaker
Ja, vielen herzlichen Dank für die nette Einladung.
00:05:31
Speaker
Ja, ich darf dem Sport bei einigen Gelegenheiten meine Stimme leihen, sei es für den DOSB, der Podcast Gesund in Sport Deutschland, aber auch bei Sport-Events, insbesondere im Volleyball und im Handball unterwegs.
00:05:45
Speaker
Ja, ich arbeite in der Sportkommunikation und bin nebenbei Dozent einer kleinen privaten Hochschule.
00:05:51
Speaker
Super, vielen Dank, Daniel.
00:05:53
Speaker
Ja, und du sagtest gerade, du machst Kommunikation.
00:05:56
Speaker
Heute der Aufhänger eigentlich zu unserer Folge ist tatsächlich auch eine Sache, die ich über LinkedIn bei dir, Daniel, gesehen habe und die mich einfach irgendwie auch dazu nochmal motiviert hat, das Thema nochmal aufzunehmen.
00:06:12
Speaker
Ich hatte immer wieder auch für den DOSB, aber auch für andere Verbände zum Thema Diversity,
00:06:18
Speaker
Inklusion, Integration durch Sport beschäftigt.
00:06:21
Speaker
Und es gab, weil vielleicht wissen einige Hörerinnen, es gab von der Deutschen Bahn eine Kampagne, dass während der Olympischen Spiele jedes Mal, wenn Deutschland eine Goldmedaille geholt hat und man eine sogenannte Bahncard Gold besessen hat, durfte man am nächsten Tag frei mit der Deutschen Bahn fahren, kostenlos mit der Deutschen

Historische Unsichtbarkeit der Paralympics

00:06:44
Speaker
Bahn fahren.
00:06:44
Speaker
Diese Kampagne war nur für den
00:06:48
Speaker
für die Olympischen Spiele
00:06:50
Speaker
zwischen im Februar ausgeschrieben und eben nicht für die Paralympics.
00:06:54
Speaker
Und das hattest du, Daniel, eben auch angemerkt und gesagt, okay, da wird ganz klar eben auch eine Gruppe an Athletinnen, an Sportlerinnen ausgeblendet.
00:07:03
Speaker
Es gab immer eine, also im Nachfolgegang gab es eine große Diskussion darum.
00:07:08
Speaker
Zum aktuellen Zeitpunkt, wir nehmen die Folge ein wenig vor den Paralympics auf, ist noch nicht ganz klar, ob die Deutsche Bahn diese Kampagne erweitern wird.
00:07:17
Speaker
Das wird sich in den nächsten Tagen überwinden.
00:07:20
Speaker
Auf jeden Fall im ersten Moment war diese Karmannien nicht für die Paralympics gedacht.
00:07:26
Speaker
Und für mich jetzt vielleicht auch schon so die erste Frage in die Runde, ist das wirklich einfach nur schlechtes Marketing oder ist es tatsächlich auch ein Signal unseres gesellschaftlichen Verständnisses, Leistungsverständnisses auch?
00:07:36
Speaker
Katja, soll ich mal den Einstieg machen?
00:07:38
Speaker
Es brennt in mir schon bei diesem Thema.
00:07:41
Speaker
Also erstmal möchte ich sagen, ich bin natürlich nur Ally.
00:07:44
Speaker
Ich bin nur Unterstützer.
00:07:45
Speaker
Viele andere Sportfunktionäre haben hier auch unterstützt.
00:07:48
Speaker
Letztendlich war es die Parathletin Flora Klin, die das aufgedeckt hat und in einem Reel gesagt hat, Mensch, irgendwas läuft hier völlig aus dem Ruder.
00:07:56
Speaker
Jetzt bin ich auch Fachkraft für Diversitätsmanagement und in mir hat es auch gebrodelt, als ich das gesehen habe.
00:08:03
Speaker
Natürlich ist das extrem schlechtes Marketing, extrem schlechte Kommunikation, die leider noch mal unterstreicht, dass die Deutsche Bahn nicht nur wenig barrierefrei ist in dem, was wir tagtäglich im öffentlichen Personennahverkehr so erleben, sondern eben auch in der Kommunikation, im Marketing bei dieser Sache.
00:08:24
Speaker
Es ist
00:08:25
Speaker
völlig unklar, warum hier das Denken aufhört bei den Olympischen Spielen, warum die Paralympics nicht mitgewachsen sind.
00:08:33
Speaker
Und um jetzt im Bogen zur eigentlichen Fragestellung nochmal zu...
00:08:38
Speaker
Ich glaube, historisch ist einfach so ein bisschen gewachsen, dass die Sichtbarkeit der Olympischen Spiele immer noch deutlich höher ist als der der Paralympischen Spiele.
00:08:46
Speaker
Und das kann man jetzt natürlich auch noch weiterdenken.
00:08:49
Speaker
Es gibt ja noch ganz andere Wettbewerbe wie die Special Olympics beispielsweise, also die Spiele mit Menschen mit geistiger Behinderung.
00:08:55
Speaker
Also wir erleben hier erst einen ganz langsamen Paradigmenwechsel, dass eben andere Sportlerinnen und Sportler außerhalb der Olympischen Spiele eben auch endlich Sichtbarkeit bekommen, zu Recht für den Leistungssport, den sie treiben.
00:09:10
Speaker
Also hier ist noch ein großer Weg vor uns.
00:09:13
Speaker
Ja, danke Daniel.
00:09:15
Speaker
Katja, wie erlebst du solche Signale?
00:09:17
Speaker
Wie reflektierst du solche Signale auch in der Praxis?
00:09:21
Speaker
Wird aus deiner Perspektive der paralympische Sport tatsächlich immer noch strukturell anders behandelt?
00:09:26
Speaker
Ja, ich glaube, das zeigt ja das Beispiel der Bahn, dass es anders behandelt oder anders gesehen wird.
00:09:32
Speaker
Und ich habe so überlegt, ist es schlechtes Marketing oder ist es nur pur vergessen, was ja auch schon schlimm genug ist, finde ich.
00:09:42
Speaker
Ich möchte noch einen Punkt sagen, weil zu deiner Frage, hat das was mit Leistungsverständnis zu tun?
00:09:48
Speaker
Also da möchte ich nochmal klarstellen, auch die Parathletinnen bringen ja große Leistungen und auch denen ist Leistung wichtig.
00:09:56
Speaker
Also auch da geht es um Leistung und Siegen.
00:09:59
Speaker
Das sind also die Paralympics.
00:10:02
Speaker
sind ja nicht irgendwie schöne Behindertenreisen, sondern da geht es auch darum, dass Menschen, die darauf lange trainiert haben, ihre Leistungen erbringen wollen und können und sich mit anderen messen.
00:10:15
Speaker
Und wenn du, die Frage an mich ging jetzt auch um die Struktur und die Struktur, zumindest im Sport, finde ich, hat sich in den letzten Jahren sehr verbessert.
00:10:26
Speaker
Also das begann damit, dass die Paralympics und die Olympischen Spiele immer am gleichen Ort sind.
00:10:32
Speaker
Das ist erst seit den 80ern so.
00:10:36
Speaker
Und es ist heute selbstverständlich, dass wir uns halt, wenn wir uns bewerben,
00:10:41
Speaker
auch um olympische und paralympische Spiele bewerben und dass man auch nicht nur eins von beiden bekommen kann.
00:10:48
Speaker
Das finde ich wichtig und auch noch neuer ist die Regelung, die kam mit Sochi oder Tokio, dass die paralympischen Athletinnen auch die gleichen Prämien für ihre Medaillen bekommen, wie die
00:11:05
Speaker
die Athletinnen bei den Olympischen Spielen.
00:11:07
Speaker
In der Gesellschaft ist es halt noch nicht überall angekommen.
00:11:10
Speaker
Das ist wirklich schade.
00:11:12
Speaker
Also ich hoffe, wenn wir ausstrahlen, dass die Bahn dann nachgezogen hat und andere natürlich

Integration inklusiver Sportveranstaltungen

00:11:19
Speaker
auch.
00:11:19
Speaker
Das geht dann weiter bei der medialen Darstellung, im Fernsehen, aber auch in allen anderen Medien.
00:11:27
Speaker
Ja, danke.
00:11:29
Speaker
Ich glaube, das ist auch nochmal ganz wichtig eben hier zu betonen, was du gerade gesagt hast, dass Parasport absolut Wettkampfsport ist, Leistungssport ist und dass wir da überhaupt nicht drüber diskutieren müssen, dass alle Formen dieser Wettkämpfe, auch die Personen, egal was sie mitbringen, wirklich einfach
00:11:44
Speaker
ihre beste Leistung irgendwie auch dort präsentieren und einfach also wirklich auch Leistungssportlerinnen sind.
00:11:51
Speaker
Und dennoch haben wir, und das hattest du gerade gesagt, dass wir so implizite Normen eigentlich an Sport irgendwie auch voraussetzen.
00:11:58
Speaker
Und das aber dann auch, und das finde ich jetzt sehr spannend, dass sich schon auch kleine Stellschrauben eben auch geändert haben.
00:12:05
Speaker
Also du sagtest gerade eben auch, dass die
00:12:07
Speaker
die Spiele eben an den gleichen Orten ausgetragen werden oder eben auch die Prämien, die für die Medaillen eben identisch sind.
00:12:15
Speaker
Ich muss gerade so ein bisschen daran denken, ich durfte letztes Jahr die World University Games ein bisschen begleiten, im Kontext auch
00:12:23
Speaker
eines Legacy Reports und dort ist der 3x3-Rollstuhlbasketball eingebunden worden.
00:12:28
Speaker
Das heißt, es fand eigentlich auch eine kombinierte Veranstaltung von eben Parasport und Sport statt und auf der Veranstaltung fand auch ein Summit statt, wo ein Paper verabschiedet wurde, das sozusagen inklusive Sportgroßveranstaltungen der Zukunft als Vision hat.
00:12:43
Speaker
Insbesondere jetzt eben für den
00:12:45
Speaker
für die University Games, World University Games, aber trotzdem.
00:12:48
Speaker
Also diese Forderung von Einbindung in Wettkampfstrukturen ist ja sozusagen auch eine Möglichkeit, Vielfalt sichtbar zu machen.
00:12:56
Speaker
Und für mich wäre das jetzt so die Frage, also das ist so ein Stück weit dann auf dieser Event-Ebene dann eben der Fall, aber was braucht es eigentlich sozusagen vielleicht auch an Interessen?
00:13:08
Speaker
Oder wie kann Sport vielleicht dann tatsächlich auch diesen Transformationsraum darstellen?
00:13:15
Speaker
Was jetzt vielleicht im Wettkampfssport passiert, tatsächlich auch in der Gesellschaft zu verankern?
00:13:21
Speaker
Wie sind da vielleicht so eure Zugänge oder auch eure Erfahrungen?
00:13:28
Speaker
Ich fange mal damit an, dass ich deine Erfahrung, die du gemacht hast, an ihr ergänze.
00:13:34
Speaker
Es gibt immer mehr Sportarten, es sind eigentlich noch wenige, entschuldigt, das ist aus meiner positiven Sportverbandsbrille, aber trotzdem, es gibt Sportarten, die machen sich auf den Weg und machen eben inklusive deutschen Meisterschaften.
00:13:50
Speaker
Also
00:13:51
Speaker
Dazu gehört Parate, wo ich es jetzt sofort präsent habe.
00:13:55
Speaker
Und Asche über meinen Haupt wegen der Aufregung fallen mir jetzt die anderen nicht ein, aber es gibt noch mehrere.
00:14:04
Speaker
Und es geht auch.
00:14:06
Speaker
Es wird ja auch oft mal gefordert, aber kann man nicht olympische und paralympische Sportarten, die olympischen und paralympischen Spiele, gemeinsam machen?
00:14:14
Speaker
Wäre nicht erst das inklusiv?
00:14:16
Speaker
Und ich glaube, da können wir viel kleiner beginnen, nämlich bei deutschen Meisterschaften oder dann und dann so der Bezug zur Gesellschaft damit, dass man einfach barrierefreiheitlich gebraucht wird, viel öfter mal mitdenkt, auch beim

Praktische Schritte zur Inklusion in Vereinen

00:14:30
Speaker
Sommerfest.
00:14:30
Speaker
Und da ist es dann egal, ob das im Sportverein oder in der Kommune ist.
00:14:35
Speaker
Also gar nicht sozusagen der Top-Down-Button, die Olympischen Spiele, die Paralympics als Vorbild zu nehmen und das dann eher so ein bisschen Button-Up, also wo man sozusagen wirklich von unten ein Stück weit eben auch beginnen kann, Gesellschaft über die Sportangebote, die Zugänge, die Barrierefreiheit vielleicht auch zu verändern.
00:14:53
Speaker
Persönlich finde ich es da sogar bedeutender, ja.
00:14:56
Speaker
Oder so wie das bei der Eröffnung zu den Olympischen Spielen, zu den Sommerspielen in Paris war.
00:15:02
Speaker
Da war bei der Eröffnungsfeier auch Menschen mit Behinderung dabei und die Paralympics wurden schon mitgedacht.
00:15:09
Speaker
Das fand ich gut.
00:15:12
Speaker
Und wenn man immer so gleich fordert, dass die Paralympics und die Olympischen Spiele gemeinsam stattfindet,
00:15:21
Speaker
Ach, da gibt es so einiges, was dagegen spricht und teilweise auch von den betroffenen Athletinnen, auch von den Para-Athletinnen.
00:15:29
Speaker
Und da können wir im Kleinen schon viel mehr bewirken, was bei viel mehr Menschen ankommt.
00:15:37
Speaker
So aus meiner Sicht, ja.
00:15:39
Speaker
Ich würde einfach an das anknüpfen, was Katja gesagt hat.
00:15:42
Speaker
Ich finde auch, wir müssen, also ich habe immer das Gefühl, dass Inklusion im Kontext von Sport-Events auch noch so als nettes Add-on veranstaltet wird.
00:15:55
Speaker
Hier geht es darum, Leistungssport zu präsentieren.
00:15:58
Speaker
ParaathletInnen liefern Leistungssport.
00:16:02
Speaker
Menschen mit geistigen Behinderungen bei den Special Olympics arbeiten leistungssportorientiert.
00:16:07
Speaker
Ganz genauso, wie das Menschen bei den Olympischen Spielen auch tun.
00:16:11
Speaker
Und ich würde mir als Ally jetzt zumindest wünschen, dass...
00:16:16
Speaker
das immer mehr ineinander zusammenfließt, dann gibt es natürlich noch wirklich Hands-on-Sachen, die einfach sein müssen.
00:16:22
Speaker
Wir haben immer noch größtenteils keine barrierefreie Infrastruktur.
00:16:26
Speaker
Da fängt es ja schon an.
00:16:27
Speaker
Deutschland hat 2007 die UN-Behindertenrechtskonvention unterschrieben.
00:16:31
Speaker
Und wir reden immer noch davon, dass teilweise Menschen keinen Zugang zu gewissen Sportveranstaltungen haben.
00:16:37
Speaker
Jetzt egal, ob auf der aktiven Seite oder auf der passiven, also auf der Zuschauerseite.
00:16:42
Speaker
Wir brauchen andere mediale Zugänge.
00:16:44
Speaker
Wir brauchen auch eine Sensibilisierung.
00:16:46
Speaker
Da sehe ich auch ganz, ganz viel Schwächen jetzt auf der Seite der Medienberichterstattung beispielsweise.
00:16:53
Speaker
Dann das Thema, was Katja mit Sicherheit im DOSB umtreibt, natürlich auch die Governance-Seite.
00:16:58
Speaker
Inklusion muss messbar gemacht werden, Inklusion muss überprüfbar gemacht werden und muss auch auf den Prüfstand gestellt werden.
00:17:04
Speaker
Wir müssen uns als Gesellschaft auch immer wieder reflektieren und weiterarbeiten an so etwas.
00:17:11
Speaker
Ja, für mich ist so die Sportgesellschaft immer auch so ein Raum tatsächlich, in dem es, also ganz gleich, ob es jetzt sozusagen der Event ist oder egal, ob man Fan oder Athletin ist, ob es sich um informelle oder organisierte Sportcommunities geht, in der wird ja ständig eigentlich so diese, die Homogenität versus Diversität ständig neu ausgehandelt.
00:17:31
Speaker
Also ich sehe so Sport,
00:17:33
Speaker
Sport generell, jetzt mal als Überbegriff, als Klammer, nicht nur den Leistungssport, sondern auch den Breitensport oder das, was wir eben auch so in unserer Freizeit machen, als einen aktiven Transformationsraum.
00:17:47
Speaker
Und wenn wir das aber so als solch einen Raum begreifen, kann, aber muss er ja nicht automatisch zur gesellschaftlichen Veränderung führen.
00:17:55
Speaker
Es kann sozusagen ein Ort sein, an dem wir Neues ausprobieren.
00:17:59
Speaker
Und das ist vielleicht auch so die Frage nochmal so ein bisschen nochmal an euch, euch, die euch stark mit eben auch diesem Thema Diversity tagtäglich beschäftigt.

Hürden für Diversität im Sportmanagement

00:18:08
Speaker
Was bedeutet eigentlich, oder wir unterscheiden, wir können ja unterscheiden, dass Gleichberechtigung, Chancengleichheit versus eben auch einer strukturellen Gerechtigkeit in unserer diversen Gesellschaft eigentlich, was bedeutet das?
00:18:19
Speaker
Und wie wird es aus eurer Praxis gerade tatsächlich vielleicht auch unterschieden und auch dann auch umgesetzt oder gelebt oder eben auch nicht gelebt?
00:18:28
Speaker
Fangen wir mal ran.
00:18:30
Speaker
Ich möchte nämlich jetzt aus Glanz auch noch die Deflympics erwähnen.
00:18:36
Speaker
Wir hatten jetzt irgendwie die Paralympics.
00:18:38
Speaker
Katja, du musstest ein bisschen mehr zum Gerät kommen, gell?
00:18:43
Speaker
Ja, dann sage ich den ganzen Satz nochmal.
00:18:47
Speaker
Ich starte mal mit einem Gleichberechtigungspunkt, den ich gerne einbringen möchte.
00:18:53
Speaker
Wir haben nämlich die Devlympics noch gar nicht erwähnt.
00:18:55
Speaker
Das sind die, also als Pendant zu den Olympischen Spielen, zu den Paralympischen Spielen und zu den World Games der Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen, sind das die Spiele der gehörlosen Menschen.
00:19:09
Speaker
Also
00:19:10
Speaker
Gleichberechtigung gehört für mich jetzt auch diese Gruppe und auch diese Mitgliedsorganisation des Deutschen Olympischen Sportbundes einmal zu erwähnen.
00:19:18
Speaker
Und die Ursprungsfrage war, was bedeutet Gleichberechtigung?
00:19:26
Speaker
Und ich glaube, Gleichberechtigung ist manchmal vielleicht auch
00:19:31
Speaker
Menschen und Sportlerinnen ungleich zu behandeln, weil die einen vielleicht mehr brauchen, mehr finanzielle Unterstützung oder mehr Zeit, mehr Raum, um den gleichen Sport zu machen wie jemand anders, der vielleicht irgendeine Beeinträchtigung nicht hat.
00:19:47
Speaker
Also damit Gleichberechtigung entsteht, geht es nicht darum, dass alle gleich behandelt werden.
00:19:56
Speaker
Also ich glaube, es ist noch viel zu tun und das ist jetzt kein Geheimnis, was ich hier verrate.
00:20:00
Speaker
Die Zahlen veröffentlicht der DOSB auch selbst.
00:20:03
Speaker
Wenn wir jetzt alleine nur mal gucken, den Anteil der weiblichen Mitglieder im organisierten Sport, dann sind wir bei 39 Prozent, soweit okay.
00:20:10
Speaker
Wenn wir jetzt das runterbrechen auf Führungspositionen im Sport, dann sind wir nur noch schon bei 31 Prozent.
00:20:15
Speaker
Und wenn wir dann die DOSB-Mitgliederversammlung angucken, dann sitzen da plötzlich nur noch 19 bis 26 Prozent, also schon deutlich unter der sogenannten kritischen Masse.
00:20:25
Speaker
Diese Zahlen stagnieren jetzt auch über die Jahre hinweg.
00:20:27
Speaker
Also wir sehen leider noch keine Verbesserung.
00:20:30
Speaker
Und da sind noch andere Vielfaltsdimensionen gar nicht betrachtet.
00:20:33
Speaker
Wir können ja mal schauen, wie viel sitzen in der DOSB-Mitgliederversammlung, die vielleicht Rollstuhlfahren sind oder die vielleicht offen geoutet sind als schwul, lesbisch oder irgendwie in anderen LGBTIQ-Plus-Dimensionen etc.
00:20:46
Speaker
etc.
00:20:47
Speaker
Also da sieht man, der Sport hat noch große Aufgaben vor sich.
00:20:51
Speaker
Und das darf man beim Sport auch nicht vergessen,
00:20:53
Speaker
Der leidet in seiner Transformation immer an Ressourcenmangel.
00:20:57
Speaker
Der organisierte Sport ist ein ressourcenschwaches System, weil eben Sachen fehlen wie Zeit, wie Geld, wie professionelle Mitarbeitende.
00:21:07
Speaker
Also vieles muss auch über Ehrenamt gestemmt werden.
00:21:09
Speaker
Das ist gar kein Vorwurf, sondern es ist einfach gesellschaftlich in Deutschland so aufgehängt.
00:21:15
Speaker
Und da ist natürlich Transformation dann auch ein Stück weit zurück, während die freie Wirtschaft dann vielleicht sagt, gut, dann hole ich mir eine Change Managerin oder einen Change Manager ins Haus und gehe das Projekt wirklich sehr zielgerichtet an, muss das im Sport vielleicht so nebenbei erarbeitet werden und deshalb tut sich der Sport durchaus auch in der Transformation noch ein bisschen schwerer.
00:21:37
Speaker
weil wir sind ja in unserem Zukunftspodcast, weil das sind ja ganz wichtige Sachen, die du ansprichst.
00:21:42
Speaker
Und Tatja, du hast es auch so in deinen Sätzen mit drin.
00:21:47
Speaker
Wir versuchen hier auch mal ganz praktisch zu werden.
00:21:49
Speaker
Und wenn ich das gerade, was du auch schilderst, mir einfach mal vor Augen halte,
00:21:53
Speaker
Hier in dem Ort, wo ich entsprechend wohne, da gibt es einen Sportverein, wie das in vielen Orten so ist.
00:21:59
Speaker
Und da fehlt es einerseits hinten und vorne an Menschen, die tatsächlich überhaupt Sportkurse anbieten.
00:22:08
Speaker
Wenn, dann ist es auf Ehrenamt oder teilweise machen es die Eltern mit.
00:22:12
Speaker
Und dementsprechend können natürlich bestimmte Dinge abgebildet werden oder auch gar nicht abgebildet werden.
00:22:18
Speaker
Dementsprechend findet überhaupt mal so ein Thema Diversity in Ansatz statt.
00:22:24
Speaker
Oder vielleicht auch Barrierefreiheit.
00:22:27
Speaker
Oder eben auch gar nicht.
00:22:29
Speaker
Und
00:22:30
Speaker
Das würde mich jetzt nochmal aus eurer Perspektive interessieren, weil ihr seid ja in dem Thema und ihr seht ja auch viel.
00:22:36
Speaker
Und du hattest vorne, Daniel, auch gesagt, wir müssen auch erstmal auch an Kommunikation arbeiten, vielleicht auch an Sichtbarkeit arbeiten.
00:22:45
Speaker
Die Sache ist ja, das sind ja mal so Dinge, die sich gegenseitig so ein bisschen potenzieren.
00:22:49
Speaker
Also wenn man natürlich irgendwo auch Geld hinein gibt und vielleicht auch mal eine große Kampagne macht, eine große Aufmerksamkeit generiert, ist ja dann immer noch die Frage, was bleibt davon?
00:22:59
Speaker
Also ist das ein wichtiger Baustein?
00:23:01
Speaker
Aber der müsste ja dann auch irgendwie Strukturen sich gießen, wo dann Dinge auch ermöglicht werden.
00:23:07
Speaker
Das eineseits ist ja das eine zu sagen, hier ist es wichtig.
00:23:10
Speaker
Und das andere ist, wie kriegen wir es denn auf die Straße?
00:23:14
Speaker
Also was sind denn da so eure Punkte, Aspekte oder Dinge, die ihr vielleicht auch schon gesehen habt, die vielleicht sogar am kleinen Gut laufen, die man auf größere übertragen könnte?
00:23:25
Speaker
Oder was habt ihr vielleicht auch eigene Gedanken euch sicherlich gemacht?
00:23:29
Speaker
Was würde denn dabei helfen, dieses Dilemma oder auch diese Herausforderung ansatzweise zu lösen oder in andere Bahnen zu kriegen?
00:23:39
Speaker
Katja, magst du starten?
00:23:40
Speaker
Ich glaube, da ist die Perspektive des organisierten Sports unglaublich wertvoll.
00:23:44
Speaker
Ja, also meine Sicht als Diversity-Referentin, da ist Diversity, was für vieles eine Herausforderung ist, weil wir Barrierefreiheit brauchen, weil wir vielleicht andere Umkleiden brauchen für andere Menschen

Sport als Raum für gesellschaftlichen Wandel

00:24:05
Speaker
oder anders als wir es bisher gewohnt sind, weil wir uns mitentwickeln müssen, auch im Sportverein, der eben sagt,
00:24:14
Speaker
Aber mein Ziel ist, diese Sportart beizubringen, zu vermitteln.
00:24:18
Speaker
Oder mein Ziel ist, Spaß zu haben im Sport.
00:24:21
Speaker
Und mit diesem ganzen Diversity-Kram habe ich nichts zu tun.
00:24:25
Speaker
Und trotzdem habe ich die Hoffnung, dass Diversity eben die Antwort sein kann.
00:24:31
Speaker
Weil die nächste Frau mit Hijab, die eben...
00:24:37
Speaker
eine Kabine braucht, in der sie ihre Haare föhnen kann nach dem Sport, wo eben eine Steckdose drin ist, ohne dass Männer sie sehen.
00:24:46
Speaker
Das könnte die nächste Übungsleiterin sein.
00:24:49
Speaker
Das könnte die nächste Vorständin oder Schatzmeisterin sein.
00:24:53
Speaker
Und wir haben auch Programme im DOSB durch Integration des Sport auf den Weg gebracht, wo geflüchtete Menschen Übungsleiterausbildungen gemacht haben.
00:25:04
Speaker
Und insofern sehe ich da in Diversity,
00:25:08
Speaker
Herausforderungen, weil wir es nicht mehr alles so machen können wie gewohnt, sondern die Chance haben dazu zu lernen, aber auch Antworten auf vielleicht auch Menschen und Angebote, die uns fehlen.
00:25:22
Speaker
Also Katharina, vielleicht um nochmal auf das konkrete Hands-on-Beispiel einzugehen.
00:25:26
Speaker
Was könnte denn jetzt ein Sportverein machen?
00:25:28
Speaker
Vielleicht fängt es schon mal an, einfach mit dem Reflektieren der eigenen Kommunikation.
00:25:33
Speaker
Früher war es so, die Sportvereine haben immer gewartet, bis Menschen auf sie zukommen.
00:25:37
Speaker
Heute wird eher erwartet, dass Sportvereine sich öffnen nach außen und auf andere Menschen zugehen.
00:25:42
Speaker
Und dann ist noch die Frage, wie mache ich das?
00:25:45
Speaker
Wenn ich heute in eine Suchmaschine eingehe, bei Sportverein Ehrenamtliche gesucht, dann kriege ich super viele Angebote, wo Sportvereine sich über Menschen freuen würden.
00:25:54
Speaker
Wenn ich dann etwas näher ran gucke, dann sehe ich auf den Bildern immer...
00:25:59
Speaker
denselben Personentypus, oft weiße Menschen, nicht behinderte Menschen, vielleicht auch noch vormerklich männlich geprägt und dann frage ich mich schon, ja was suggeriert das denn eigentlich?
00:26:12
Speaker
Würde jemand der Rollstuhl fahren ist sich assoziieren mit diesem Bild?
00:26:15
Speaker
Kriegt der Appetit auf so einen Sportverein?
00:26:17
Speaker
Kriegt eine Person of Color Appetit da mitzuwirken?
00:26:21
Speaker
Also hier auch mal zu überlegen, Vielfalt zu zeigen und damit meine ich nicht nur weiß-schwarz als Hautfarbe, sondern damit meine ich auch zum Beispiel, ich bin jetzt zum Beispiel ein stark übergewichtiger Mensch.
00:26:31
Speaker
Wenn ich Menschen in die Bewegung, in die Breitensportvereine bekommen will, dann muss ich auch den Mut haben, auch mal Menschen zu zeigen, die nicht der körperlichen Norm entsprechen.
00:26:41
Speaker
Hier einfach mal zu überlegen als Sportverein, wie kann ich auf

Sport und soziale Themen

00:26:44
Speaker
Menschen zugehen?
00:26:44
Speaker
B, mit welchen Bildern, mit welchen Vorstellungen gehe ich auf Menschen zu?
00:26:48
Speaker
Und C, einfach machen.
00:26:50
Speaker
Denn es gibt wahnsinnig viele Menschen, die selber vielleicht introvertiert sind und einfach nur mal darauf warten, angesprochen und integriert zu werden und inkludiert zu werden vor allem.
00:27:00
Speaker
Und ich glaube, da haben Sportvereine noch unfassbar viel Potenziale, die sie nicht ausschöpfen.
00:27:08
Speaker
Ganz kurz nur, das ist einer meiner Lieblingspunkte, den Daniel erwähnt hat.
00:27:11
Speaker
Entschuldige bitte, aber ich finde wirklich so, wir bilden immer so normschöne, athletische Menschen ab, die Sport machen.
00:27:22
Speaker
Und dabei wissen wir ja, dass es allen Personen gut tut, sich zu bewegen und Sport zu machen.
00:27:27
Speaker
Die bilden wir aber nicht ab.
00:27:29
Speaker
Wir bemühen uns da im DOSB wirklich darum,
00:27:32
Speaker
fielfältige Bilder zu machen, wollen aber auch keine gestellten Bilder machen, die man bei irgendeiner Agentur kauft, sondern gehen in die Vereine und dann, ja dann fehlt es halt manchmal wieder, dass man diese Bilder bekommt.
00:27:46
Speaker
Aber wir sind dran und gleichzeitig glaube ich, würden viele Sportvereine sagen, aber wir haben sowieso schon eine Warteliste und können niemand aufnehmen.
00:27:55
Speaker
weil wir nicht genug Sportstätten haben, nicht genug Trainingszeiten und aber auch nicht genug Ehrenamtler.
00:28:02
Speaker
Spätestens bei den Ehrenamtlerinnen beißt sich die Katze dann in den Schwanz.
00:28:06
Speaker
Bitte entschuldige, Anja, aber das wollte ich noch.
00:28:08
Speaker
Ich muss mal ganz kurz befürchten.
00:28:09
Speaker
Ich wollte mich immer bitte reingrätschen.
00:28:12
Speaker
Mich würde jetzt noch ein bisschen interessieren, also Katze, du hattest gerade auch schon ein paar Aspekte genannt, wie...
00:28:18
Speaker
die tatsächlich es auch schwer machen, also gerade auch sowas abzubilden, weil einfach die Situation in den Sportvereinen, Turnvereinen nicht da ist und dann vielleicht auch sozusagen einfach strukturelle oder infrastrukturelle Sachen, Hürden einfach sind.
00:28:33
Speaker
Mich würde es aber auch nochmal interessieren, also wir haben in den letzten Jahren schon ein bisschen so auch so einen Backlash erlebt, würde ich sagen, also gerade auch nochmal so durch die USA, die ja auch stark ihr Diversity, Equity, Inclusion Programm
00:28:48
Speaker
zurückgefahren haben, dass diese Abkürzung ist ja oftmals genannt, D-E-I, das bedeutet ja im Deutschen Vielfalt, Gerechtigkeit, Inklusion.
00:28:56
Speaker
Ich erlebe das zumindest auch in Kommunikation mit KollegInnen, wo sie sagen, ja, das beeinträchtigt meinen Beruf schon gerade, das wird ein bisschen zurückgefahren.
00:29:05
Speaker
Für mich ist so die Frage, wir haben jetzt so einerseits, glaube ich, so ein Stück weit auch so dieses, würde ich sagen, so ein Common Sense, hier zumindest in unserem Kreis, dass Diversity und auch Inklusion eigentlich eine Organisation schon auch
00:29:16
Speaker
davon profitieren würde.
00:29:19
Speaker
Und andererseits würde ich mich fragen, inwieweit werden gerade jetzt auch im Kontext von einer multiplen Krise, in der wir einfach aktuell existieren, solche Themen zurückgefahren oder hinten angestellt?
00:29:29
Speaker
Wie sind da eure Erfahrungen?
00:29:32
Speaker
Ich glaube, da sind die Erfahrungen vor Ort und eben in den Sportverbänden und gerade in den Landessportverbänden, also in den übergeordneten Sportverbänden, sehr unterschiedlich.
00:29:44
Speaker
Ich merke mit meinen Kolleginnen auch aus anderen Verbänden, da merke ich...
00:29:50
Speaker
Zurückhaltung, sondern da merke ich, dass wir Haltung zeigen wollen, dass wir weiter die Themen bearbeiten, uns austauschen zu verschiedenen, auch unterrepräsentierten Gruppen und was wir da machen können, wie wir die Themen und die Menschen stärken können.
00:30:06
Speaker
Ich glaube aber vor Ort, wo es dann eben auch
00:30:11
Speaker
um die Finanzierung geht, da ist es ganz anders.
00:30:13
Speaker
Also da ist es auch aus politischer Sicht ganz anders spürbar.
00:30:18
Speaker
Also zum Beispiel der Aktionsplan Queerleben wird nicht mehr weiter verfolgt und das Projekt Demokratieleben wird mal zumindest verändert und erschwert.
00:30:31
Speaker
Das sind schon Dinge, die wir bemerken und die sich vor Ort natürlich viel mehr deutlich machen, uns schwieriger machen.
00:30:39
Speaker
Also ich nehme den Sport als unglaublich haltungsstabil wahr.
00:30:43
Speaker
Das möchte ich erst mal voranschicken.
00:30:45
Speaker
Ich glaube, der Sport hat der freien Wirtschaft hier einiges voraus.
00:30:49
Speaker
Er kann nämlich nicht nur, sage ich mal,
00:30:54
Speaker
diversitätskritische Äußerungen aushalten, sondern er trägt auch seinen demokratischen Anteil dazu bei, eben solche Strukturen zu stärken und zu halten.
00:31:06
Speaker
Jetzt ist es so, dass ich persönlich ja selbstständig bin und auch Kunden habe, die so in der Querschnittsbranche sind, sie vielleicht mit dem Sport zu tun haben, aber eher der freien Wirtschaft zuzurechnen

Sport und demokratische Werte

00:31:16
Speaker
sind.
00:31:16
Speaker
Und da nehme ich tatsächlich schon wahr,
00:31:18
Speaker
Zumindest in einem konkreten Beispiel, dass beispielsweise ein Unternehmen jetzt doch wieder von seiner Gender-Regelung abgerückt ist.
00:31:25
Speaker
Also da dreht man sich so ein bisschen wie die Fahne im Wind und man hört aus mir schon heraus, dass ich das stark kritisiere.
00:31:33
Speaker
Ich finde es aber wichtig, was du gerade gesagt hast, gerade auch nochmal für unsere Diskussion heute und die Fragestellung heute, dass du gesagt hast, der Sport ist unglaublich stabil in seiner Haltung, beziehungsweise er bietet eigentlich auch diesen Raum, um diese ganzen manchmal ja auch sehr emotional geführten Diskussionen aushalten zu können und diesen Raum zu geben, wo demokratische Prozesse eigentlich stattfinden können und kann damit ein Vorbild sein für auch andere Unternehmen, Organisationen in der freien Wirtschaft, vielleicht auch für die Gesellschaft als solches.
00:32:02
Speaker
Das würde ja im Grunde genommen dafür sprechen, dass der Sport mit seinen Strukturen wirklich ein Transformationsraum sein kann, der gesellschaftliche Relevanz hat.
00:32:10
Speaker
Ja, absolut kann er das.
00:32:12
Speaker
Ich glaube, Sport ist...
00:32:15
Speaker
In seiner Sportpraxis natürlich auch gelebte Transformation.
00:32:19
Speaker
Wenn man sich alleine mal anguckt, jetzt vielleicht mal einen kleinen Schritt zurück gemacht.
00:32:23
Speaker
Wenn man Kinder vielleicht im Alter zwischen sechs und zehn Jahren zusammenpackt, die allein vielleicht gar nicht die gleiche Sprache sprechen, dann kommen die miteinander klar.
00:32:32
Speaker
Die schaffen in sich Strukturen und, sage ich mal, einen gewissen Wertekompass, ohne dass es diese ganzen Vorbehalte überhaupt braucht.
00:32:42
Speaker
Und da sehen wir schon gerade im Jugendsport, wie sehr Inklusion gelebt wird, wie sehr diese Barrieren plötzlich abfallen, die vormärklich von uns Erwachsenen ja geschaffen werden.
00:32:53
Speaker
Und wenn man das jetzt auf das gesamte Sportsystem überträgt, dann glaube ich, ist der Sport schon ein Treiber von Transformationen, von gesellschaftlicher, weil er das eben auch verknüpft mit demokrater, mit urdemokratischen Werten, die es zur Zeit mehr denn je braucht.

Zukunft der Sportvereine und gesellschaftliche Rollen

00:33:09
Speaker
Und ich glaube, es gründet sich ja kein Sportverein, um Demokratie zu leben.
00:33:14
Speaker
Das ist das, was nebenbei passiert, aber so wichtig ist.
00:33:17
Speaker
Ein Sportverein gründet sich, weil man diesen gemeinsamen Sport, den man lieb machen möchte und ein Angebot schaffen will.
00:33:23
Speaker
Aber dabei passiert ganz viel Sozialisation in Richtung Demokratie.
00:33:29
Speaker
Und das versuchen wir jetzt auch eben weiter zu unterstützen, sowohl in den Sport als auch in die Gesellschaft.
00:33:37
Speaker
durch Kampagnen wie eben Hör auf deinen Sport, wo wir uns mit einer Kampagne, wo irgendwie das Basketballnetz dann sagt, bei mir wird nicht mit Hass gepunktet und anderen Slogans, wo wir uns für demokratische Werte einsetzen.
00:33:56
Speaker
Und ich hoffe natürlich, dass es sowohl Sportvereine stärkt und stützt, als auch die Gesellschaft irgendwie beeinflusst.
00:34:03
Speaker
Und ja,
00:34:03
Speaker
Aber wenn wir Sport tatsächlich als Transformationsraum wahrnehmen oder auch sehen dürfen, da wäre ja nochmal für mich eine wichtige Frage, die ich vorhin so ein bisschen rausgehört habe, beziehungsweise dadurch, was ihr gesagt habt, ist bei mir die Frage entstanden.
00:34:20
Speaker
weil du ja Daniel auch so schön beschrieben hast, also schön im Sinne eigentlich nicht schön, aber anschaulich, sagen wir es mal so, welche Menschen wir vorrangig dann doch immer wieder sehen.
00:34:31
Speaker
Also die sozusagen für den Sport stehen, die für Erfolg stehen, die für Sportlichkeit stehen, für was man alles damit assoziiert, auch Fitness und vielleicht auch eine gewisse Jungsein dynamisch, alles was man da so rein interpretieren kann.
00:34:48
Speaker
Da ist doch aber sicherlich, glaube ich, schon auch noch eine Riesenlücke, auch in der generellen Wahrnehmung von Sport.
00:34:55
Speaker
Also ich glaube, wir haben ja schon eine Herausforderung zwischen dem, was definitiv die Olympischen Spieler auch schön sind.
00:35:02
Speaker
Ja, sie sind ein Sport eigenes, aber es geht um Leistung, das haben wir vorhin auch gesagt.
00:35:06
Speaker
Es geht um etwas Großes zu erreichen.
00:35:09
Speaker
Aber generell ist es ja per se eigentlich keine Pflicht im Sport.
00:35:14
Speaker
Sport soll ja erstmal auch gerade für Kinder oder für Jugendliche Spaß machen.
00:35:17
Speaker
Es soll ja ein Zugang zu einer vielleicht ja auch einer Gruppe sein, einer sozialen Gruppe sein, in der man sich wohl fühlt.
00:35:25
Speaker
Eine Gruppe sein, die Vielfalt abbildet.
00:35:28
Speaker
Es soll letztendlich auch etwas sein, glaube ich, gerade in einer alternden Gesellschaft,
00:35:33
Speaker
wo man das vielleicht auch in eine andere Generation auch weiter mal denkt und überführt.
00:35:38
Speaker
Also weil gerade wir haben darüber auch schon viel gesprochen in unserem Podcast.
00:35:44
Speaker
Es gibt immer noch sehr, sehr viele Menschen, die auch im hohen Alter, seien sie, ich sage jetzt mal,
00:35:49
Speaker
aus unterschiedlichen Kontexten, aber sie wollen Leben lang leben.
00:35:54
Speaker
Sie wollen sich aktiv am Sport beteiligen.
00:35:56
Speaker
Das heißt, Sport kann ja so vieles sein.
00:35:59
Speaker
Und ich frage mich da so ein bisschen auch, um diese verschiedenen Zugänge tatsächlich auch zu schaffen oder auch mal, wie du sagst, fühlen sich Menschen davon angesprochen, vielleicht eher nicht, so wie es jetzt gerade dargestellt wird oder wie er mehrheitlich dargestellt wird.
00:36:15
Speaker
Was bräuchte es denn da für euch auch noch
00:36:18
Speaker
andere Zugänge vielleicht auch.
00:36:20
Speaker
Ist es denn der Sportverein oder braucht man vielleicht auch was anderes, um Menschen auch in Sport zu bekommen oder in ein sportliches Tun zu bekommen?
00:36:30
Speaker
Weil ich sage mal, gesellschaftlich ist das ja eigentlich schon auch ein Riesenthema, so für Jung und Alt.
00:36:35
Speaker
Ich glaube, der Sportverein ist ein
00:36:38
Speaker
ist eben nicht nur das, was du gerade beschrieben hast.
00:36:41
Speaker
Das ist vielleicht nicht bekannt genug, aber der Sportverein ist ja auch Reha-Sport.
00:36:47
Speaker
Der ist auch Bewegung gegen Krebs.
00:36:49
Speaker
Wir haben Projekte zum Thema Einsamkeit, die dann auch nicht immer zwingend nur in der Sporthalle stattfinden.
00:36:56
Speaker
Oder wir hatten ein Projekt zur Gesundheitsförderung von älteren Migrantinnen durch Bewegung, wo es auch Infoabende gab zum Thema Vorsorge und solche Dinge und wo es ganz oft auch erstmal Gegnung, Bewegung gab.
00:37:15
Speaker
Und dann um das ging, was man jetzt so als erstes unter Sport versteht und du gerade beschrieben hast, so Athletik, Leistung.
00:37:25
Speaker
Da denke ich wirklich, der Sport ist viel mehr und der Sportverein ist auch viel mehr.
00:37:31
Speaker
Also ich glaube auch, der Sport als Sozialraum wird häufig nicht betrachtet.
00:37:36
Speaker
Es geht immer nur um das eigentliche Sporttreiben an sich, wenn wir erstmal über den Sportverein nachdenken.
00:37:41
Speaker
Aber das ist ja auch viel mehr.
00:37:43
Speaker
Jetzt nochmal, ich versuche auch nochmal den Bogen zu schlagen, was könnte das für die Praxis heißen?
00:37:47
Speaker
Ich glaube und ich erwische mich sehr häufig selbst dabei, ich habe jetzt auch mit vielen Sportevents zu tun, dass wir im Kopf die Barrieren einfach tilgen müssen.
00:37:57
Speaker
Viele Sportvereine haben mit ihren Verantwortlichen Schwierigkeiten sich vorzustellen, beispielsweise
00:38:05
Speaker
einem Mitglieder zuzulassen und zu inkludieren, die eine geistige Behinderung haben.
00:38:11
Speaker
Und wenn man sie dann konkret fragt, warum macht ihr das nicht oder warum glaubt ihr, dass ihr das nicht könnt, dann kommt sehr häufig erstmal eine gewisse, ich sag mal Flatline, bis dann irgendwelche Argumente aus dem Hut gezaubert werden.
00:38:25
Speaker
Dass man einfach mal gezielt mit diesen Personen spricht.
00:38:28
Speaker
Ja, man kann mit Rollstuhlfahrenden genauso sprechen wie mit Menschen mit geistiger Behinderung und einfach mal fragen, welche Barrieren seht ihr und wie können wir das gemeinsam lösen?
00:38:36
Speaker
Und dann kriegt man auch plötzlich, öffnet man die Tür für ganz, ganz neue Mitglieder.
00:38:43
Speaker
die ja auch so einen Sportverein bereichern und letztendlich, und jetzt kommt mal ein bisschen der Betriebswirtschaftler in mir durch, muss man ja auch sagen, ein Sportverein braucht eben auch seine Mitglieder zum Leben.
00:38:55
Speaker
Ein Sportverein braucht eben, ja, was weiß ich, Partnerinnen und Partner, die das Ganze auch fördern.
00:39:02
Speaker
Also das hat ja einen Mehrwert für alle Seiten, ja, wenn wir möglichst viele Menschen versuchen zu inkludieren in das Sportsystem, ja.
00:39:10
Speaker
Ich finde es ganz spannend, weil, Entschuldigung, Katja, gerne.
00:39:15
Speaker
Darf ich den Tipp für die Praxis noch konkretisieren?
00:39:18
Speaker
Ich glaube, die meisten Menschen mit Behinderung oder Beeinträchtigung bringen ihre Lösung schon mit.
00:39:23
Speaker
Die wissen ja schon, was sie brauchen und wie sie damit umgehen können.
00:39:26
Speaker
Die haben ja ihre Behinderung in der Regel nicht erst seit gestern, wenn die sich einen Sportverein suchen.
00:39:31
Speaker
Also man muss das Wissen als Übungsleitende, als Trainerin gar nicht schon haben, sondern das bringen die Menschen mit Behinderung mit.
00:39:39
Speaker
Und wissen vielleicht auch, du, nach einer halben Stunde brauche ich immer eine Pause,
00:39:43
Speaker
weil ich mich dann erstmal wieder runterbringen muss oder oder.
00:39:46
Speaker
Dehnübungen mache ich immer so und so.
00:39:48
Speaker
Also da darf man auch den Menschen mit Behinderungen was zutrauen oder eben auch andere Menschen würden sagen, kann ich mal die Sanitäranlagen sehen, dann kann ich sagen, ob ich hier duschen kann oder ob ich vielleicht zum Duschen dann halt blöderweise immer ein bisschen verschwitzt erstmal nach Hause muss.
00:40:06
Speaker
Also da gibt es, glaube ich, viele Lösungen, die man sich nur trauen muss zu erfragen.
00:40:12
Speaker
Ja, ich finde auch so, das ist so ein bisschen ein Stück weit dann eben auch so die Frage der Legitimität der Sportvereine der Zukunft.
00:40:18
Speaker
Also wie offen sind sie eigentlich?
00:40:21
Speaker
Und das hattest du, Daniel, eben auch mal schön gesagt.
00:40:23
Speaker
Sie haben natürlich irgendwie auch eine wirtschaftliche Komponente dabei.
00:40:26
Speaker
Also mehr Mitglieder bedeutet mehr natürlich auch Einnahmen, bessere strukturelle Möglichkeiten eben auch den Verein gut auszubauen.
00:40:34
Speaker
Gleichzeitig ist es aber natürlich auch keine Pflicht von einem Verein, sich verändern zu müssen.
00:40:38
Speaker
Und das finde ich auch immer ganz relevant.
00:40:39
Speaker
Also da gibt es ja nicht wirklich auch
00:40:40
Speaker
Also diese Notwendigkeit der Zukunftsorientierung.
00:40:43
Speaker
Und das ist aber so das, was Katja eben auch nochmal gerade gesagt hat, als du die verschiedenen Rollen eigentlich der Sportvereine angesprochen hast.
00:40:50
Speaker
Also das ist eben zum einen, man vereint sich unter diesem Aspekt, wir bieten Sport an, wir bieten einen Zugang zu einer bestimmten Sportart oder Multisportoptionen an.
00:41:00
Speaker
Die Menschen kommen deswegen zu uns, aber gleichzeitig...
00:41:03
Speaker
summieren sie sich unter diesem Dach oder unter diesem Label von einer bestimmten Sportart und finden ja darüber auch ein Stück weit Identität und sind im besten Fall eine diverse und vielfältige Gruppe, die sich wirklich auch dort trifft.
00:41:15
Speaker
Und das finde ich immer so das Spannende eigentlich darum, also wenn man tatsächlich sich dann in der Sportkleidung trifft und gar nicht mehr so wirklich klar ist, ob man jetzt irgendwie vielleicht ein CEO ist oder gerade irgendwie...
00:41:26
Speaker
Vielleicht, ja, keine Ahnung, auch in einer Arbeitslosen-Übergangsphase.
00:41:29
Speaker
Wir hatten letztens die Multigraphien, also in welcher Phase des Lebens man auch immer sich befindet, wird in dem Moment nicht klar, wenn man gemeinsam eigentlich irgendwie einen Sportart betreibt.
00:41:38
Speaker
Und dann aber daraus, und das finde ich gerade so eigentlich auch eine ganz spannende Entwicklung, ist die Frage, die ich mir stelle, inwieweit eben auch Sportvereine in Zukunft sich stärker ihrer Rolle in der Gesellschaft bewusst werden müssen.
00:41:50
Speaker
Also gar nicht mehr vielleicht sozusagen,
00:41:52
Speaker
primär sagen, ich bin ein Tischtennisverein oder ich bin ein Hockeyverein, sondern zu sagen, unser Verein steht vielleicht für Diversity.
00:41:58
Speaker
Unser Verein steht für die Rolle in der Gesellschaft, die Rolle Kommunikation zu gestalten, Gesellschaft mitzugestalten, Einsamkeit zu bekämpfen.
00:42:08
Speaker
Also da haben wir ja unterschiedliche Themen heutzutage, die sekundär momentan immer einfließen, aber nie primär mit kommuniziert werden, wenn es ein Stück weit um Selbstdarstellung geht.
00:42:19
Speaker
Und jetzt, und jetzt zu meiner Folge heraus, ist das dann sozusagen auch der Fehler, der häufig bei Sportvereinen selber passiert, diese Blindheit zu haben.
00:42:27
Speaker
Dass ich denke, okay, ich brauche ja vielleicht diese Umkleiden gar nicht, weil ich habe ja gar nicht sozusagen diese Mitglieder, die das benötigen würden.
00:42:35
Speaker
Statt vorausschauend zu denken, ich bin vielleicht ein diverser Verein und ich denke das vorab mit.
00:42:39
Speaker
Also diese Barrierefreiheiten, diese Inklusion, die strukturelle Gerechtigkeit vorab mitdenken, um dann sozusagen eben auch zukunftsfähig zu sein.
00:42:48
Speaker
Das ist natürlich dahingehend schwer, dass Sportvereine, die schon existent sind, natürlich vielleicht mit ihrem Vereinsheim, das nicht barrierefrei ist, mit gewissen Strukturen, die vor Ort sind, die lokal sind, eben auch einfach Altlasten haben, die sie auch bei der Haushaltslage von Bund, Land, Kommune etc.
00:43:07
Speaker
so schnell nicht loswerden.
00:43:08
Speaker
Das muss man einfach sagen.
00:43:09
Speaker
Aber da kann man natürlich schon mit der menschlichen Komponente einfach dagegen wirken.
00:43:13
Speaker
Katja hat eben das beste Beispiel gesagt.
00:43:16
Speaker
Fragt doch einfach, wo der Bedarf ist und ihr kriegt eine Antwort und dann guckt ihr gemeinsam, wie wir das lösen können.
00:43:23
Speaker
Und oftmals, zumindest mein Bauchgefühl, ist es so wesentlich einfacher, was dann als Antworten kommt, als das, was die Denkbarriere im Kopf schon zusammen produziert hat.
00:43:32
Speaker
Ich glaube,
00:43:34
Speaker
Bei den Vereinen wird sich, und das ist jetzt auch wieder sehr hart aus der Management-Perspektive, auch die Spreu vom Walzen trennen.
00:43:42
Speaker
Es werden Sportvereine, die diese Öffnung, diese Transformation nicht schaffen, aufgrund der Überalterung der Mitglieder auch einfach hops gehen.
00:43:51
Speaker
Ja, das sage ich relativ deutlich.
00:43:53
Speaker
Oder sie werden zumindest gezwungen sein, werden vielleicht mit der Nachbarkommune eine Spielgemeinschaft, eine Vereinsgemeinschaft oder was auch immer zu gründen.
00:44:01
Speaker
Also ich glaube schon, dass hier die Vereine auch die Transformationsaufgabe annehmen müssen, weil sonst einfach auch die Demografie gegen sie spielt.
00:44:11
Speaker
Ich glaube auch noch, dass viele, viele gesellschaftliche Aufgaben werden auch
00:44:19
Speaker
Sportvereine herangetragen, sag ich mal, wie zum Beispiel das Nachmittagsangebot in Ganztagsschulen.
00:44:25
Speaker
Manche Sportvereine können das als Chance nutzen und andere überfordert es aber einfach.
00:44:31
Speaker
Und das auch zum Teil aus sehr berechtigten Gründen, wenn die Mitglieder überwiegend alle selber bis 16, 17 oder 18 Uhr arbeiten gehen, wie soll dann der Sportverein noch ein Ganztagsangebot
00:44:43
Speaker
bieten können an einer Schule.
00:44:44
Speaker
Und gleichzeitig ist es für andere Sportvereine, die das machen können, natürlich auch eine große Chance, sowohl zur Mitgliedergewinnung als auch sich in der Kommune nochmal zu etablieren und darzustellen.
00:44:56
Speaker
Also ich glaube auch unsere Sportvereine sind halt auch so vielfältig, dass wir nie nur über den Sportverein sprechen können.
00:45:05
Speaker
Genau, da kommen ja auch schon ganz viele unterschiedliche Aspekte mit, ob sie auf dem Land sind, in der Stadt, wie groß sie sind, Multisport und so.
00:45:11
Speaker
Also ich glaube auch da sind ja, oder auch die Historie und Tradition ist ja auch immer eine ganz andere.
00:45:16
Speaker
Und daher auch so ein bisschen so meine Gedanke, also dass Sportvereine sich vielleicht primär über eine neue Rolle darstellen sollten, die sie übernehmen können oder eben auch nicht können.
00:45:26
Speaker
Dann klar eben auch sagen, wir können vielleicht dies oder jenes nicht, weil wir alte Strukturen haben, alte Infrastrukturen oder weil wir einfach vielleicht momentan keine Kapazitäten haben.
00:45:35
Speaker
Aber dafür besetzen wir vielleicht ein anderes Vielfältigkeitsthema in unserer Gesellschaft oder ein anderes demokratisches Thema.
00:45:42
Speaker
Worauf ich jetzt gerne nochmal kurz zurückkommen würde, ist auch nochmal die Frage, welche Rolle eigentlich wirklich auch nicht nur der organisierte Sport, sondern auch Sport als
00:45:53
Speaker
Jetzt nochmal im Kontext von Paralympics, Olympischen Spielen, als Role Model.
00:45:58
Speaker
Welche Rolle könnte der Sport da wirklich auch in diesen gesellschaftlichen Transformationsprozessen in den nächsten Jahren spielen aus eurer Perspektive?
00:46:05
Speaker
Nichts vielleicht auch gerne unterscheiden sollte, also nach den Möglichkeiten, was wünsche ich mir eigentlich, aber eben auch so vielleicht so eure, wo ihr Stellschrauben seht oder Signale seht, die auch schon in eine Transformationsrichtung gehen.
00:46:21
Speaker
Ich glaube, das ist eine Frage wieder für dich.
00:46:25
Speaker
Ja, aber ich beziehe mich auf was, was du gesagt hast.
00:46:28
Speaker
Ich habe natürlich total gern gehört, Daniel, dass du sagst, du nimmst den Sport als
00:46:34
Speaker
Organisation war mit einer sehr klaren Haltung zum Thema Demokratie und Werte.
00:46:40
Speaker
Und ich finde es nur so schwierig zu sagen, tada, ich arbeite in einer Organisation, die ist da Vorbild, nehmt euch mal ein Beispiel.
00:46:50
Speaker
Aber ich erlebe das schon so.
00:46:52
Speaker
Und gleichzeitig haben wir ja auch noch andere Partner, mit denen wir zusammen im Bündnis sind, zusammen für Demokratie.
00:47:00
Speaker
Also es gäbe, ich möchte es nur sagen, es gäbe auch noch andere Vorbilder.
00:47:04
Speaker
Aber ich denke schon, man findet bei uns auch viele Hinweise zum Thema Werte, wie man auch eine Satzung eben so aufsetzt, dass sie die Demokratiewerte stärkt und gegen demokratiefeindliche Personen auch vorgehen kann.
00:47:25
Speaker
An solchen Punkten erlebe ich den Sport als vorbildlich.
00:47:28
Speaker
Und dafür haben wir auch schon viele Infomaterialien, die man nutzen kann, die man auch außerhalb des Sports nutzen kann.
00:47:38
Speaker
Jetzt bin ich seit elf Jahren im DOSB und alle, die in unserem Ressort Diversity Anfragen gestellt haben, da ging es bei allen Sachen, auch zum Thema Barrierefreiheit gerade, immer eher um das Wie und nie um das Ob.
00:47:54
Speaker
Also es ging um das Wie und um die Finanzierung für das Wie.
00:47:57
Speaker
Aber das ist leider immer noch vorbildlich.
00:48:02
Speaker
Ich finde, das sollte nicht so sein.
00:48:04
Speaker
Es sollte allen immer um das Wie gehen.
00:48:06
Speaker
Aber das sieht man noch an vielen Punkten, dass es nicht so ist.
00:48:12
Speaker
Das wäre dann quasi auch vielleicht der gewünschte Transformationseffekt, dass wir gar nicht mehr um das Wie diskutieren müssten in Zukunft.
00:48:21
Speaker
Ja, um das Ob.
00:48:22
Speaker
Genau.
00:48:22
Speaker
Also es ist so, dass es inzwischen wieder viele kleine Anfragen im Bundestag gibt, die uns dann auch manchmal erreichen, die eben bei Bauvorhaben, bei neuen Vorhaben, bei Veranstaltungen fragen, wie viel kostet hier Barrierefreiheit?
00:48:42
Speaker
Könnt ihr das bitte rausrechnen?
00:48:44
Speaker
Und das ist für mich ein Unding.
00:48:47
Speaker
Also
00:48:49
Speaker
Ja, Barrierefreiheit kostet was, wobei, wenn man sie von Anfang an mitdenkt, oft gar nicht so viel mehr, wie man so denkt.
00:48:56
Speaker
Aber das ist für mich nichts, was man rausrechnen kann.
00:48:58
Speaker
Also das ist für mich etwas, was im Grundgesetz festgeschrieben ist und auch in der von Daniel schon erwähnten UN-Behindertenrechtskonvention, dass sich Deutschland verpflichtet hat zur Barrierefreiheit.
00:49:11
Speaker
Und wir im Sport sind dazu gefordert,
00:49:16
Speaker
auch nicht mal an allen Stellen verpflichtet, weil private Anbieter ja immer noch nicht zur Barrierefreiheit verpflichtet sind und nehmen uns das eben sehr zu Herzen, dass wir die Teilhabe für alle schaffen wollen.
00:49:28
Speaker
Einmal, weil es ja auch, Entschuldigung, ja.
00:49:32
Speaker
Zumal ja Barrierefreiheit auch in einer alternden Gesellschaft nicht, also versteht mich nicht falsch, nicht nur Menschen betrifft, die eine Behinderung haben.
00:49:40
Speaker
Natürlich.
00:49:42
Speaker
Ganz viele Sachen für ältere Menschen nicht mitgedacht.
00:49:46
Speaker
Absolut.
00:49:48
Speaker
Jürgen Dusel hat es so schön gesagt, unser Bundesbehindertenbeauftragter, das ist die Kurzform des Titels, also der hat gesagt, Barrierefreiheit ist für 10% unerlässlich und für 90% sehr komfortabel.
00:50:01
Speaker
Das sind die älteren Menschen, die älter werdenden Menschen.
00:50:04
Speaker
Ja, aber das sind auch die Elternteile mit Kinderwagen oder meinetwegen die Menschen mit dem Koffer.
00:50:09
Speaker
Die Mutti, let's grüßen hier.
00:50:12
Speaker
Und wenn ich in einer fremden Stadt bin und irgendwie noch nicht so richtig weiß, wie komme ich hier aus dem Bahnhof raus, dann orientiere ich mich als Sehende immer am Blindenleitsystem, wenn es das denn gibt.
00:50:23
Speaker
Weil das führt meistens zu irgendeinem wichtigen Punkt.
00:50:25
Speaker
Und wenn es mich nicht zum Ausgang führt, dann zumindest zum Infopoint oder solchen Sachen.
00:50:30
Speaker
Also das ist dieses
00:50:32
Speaker
Ja, es braucht gar nicht jeder, aber jeder kann es ja mitnutzen und findet es meistens gut.
00:50:38
Speaker
Wichtig, wichtig.
00:50:40
Speaker
Insofern auch wieder die Frage zur Finanzierung.
00:50:42
Speaker
Also eigentlich gar nicht stellen, weil es kommt allen zu gut oder sehr viel.
00:50:48
Speaker
Daniel.
00:50:49
Speaker
Ja, also ich kann das nur unterstreichen.
00:50:51
Speaker
Ich war jetzt auch gerade zuletzt im Nachbarland Luxemburg unterwegs und bepackt mit Koffern und Mikrofonen und allem drum und dran und war total dankbar, dass es da überall Rampen gibt.
00:51:03
Speaker
Es gibt überall funktionierende Aufzüge.
00:51:05
Speaker
Das ist auch für mich der gehend ist, der sehend ist, der jetzt erstmal von außen keine erkennbare Behinderung hat.
00:51:12
Speaker
Das ist total hilfreich und baut auch für mich Barrieren ab.
00:51:16
Speaker
Also hier mein Appell auch nochmal, weil ich finde, dass wir als Gesellschaft auch ethisch dazu verpflichtet sind, ein baut diese Barrieren ab, wo es auch immer nur geht, denn es profitieren alle davon.
00:51:26
Speaker
Das sind eben nicht nur die x Prozent Menschen mit Behinderungen oder x Prozent Menschen mit geistigen Behinderungen, sondern wir alle profitieren ganz genauso von diesen abgebauten Barrieren.
00:51:36
Speaker
Ich würde aber auf die Ursprungsfrage gern noch einen Aspekt einbringen.
00:51:41
Speaker
weil wir jetzt natürlich ein starkes Plädoyer für Diversity, für Vielfalt geben.
00:51:46
Speaker
Aber ich will auch ganz klar sagen, Vielfalt muss auch gemanagt werden und auch in Sportverbänden oder Vereinen.
00:51:53
Speaker
Vielfalt bringt auch Probleme mit sich.
00:51:55
Speaker
Also wir müssen jetzt hier nicht...
00:51:57
Speaker
Das rosarote Bild malen, Vielfalt löst automatisch all unsere Probleme.
00:52:02
Speaker
Es bringt auch Herausforderungen mit sich.
00:52:03
Speaker
Das können Sprachbarrieren sein, kulturelle Barrieren, was auch immer.
00:52:07
Speaker
Also da jemanden zu haben, das muss jetzt nicht der höchst top studierte, ausgebildete Sozialpsychologe oder was auch immer sein, sondern aber vielleicht ein Vielfaltsmanager, der das so ein bisschen in die Hand nimmt, der versucht,
00:52:20
Speaker
Verbindungen zu schaffen, der versucht, diese ganzen, ja, die ganzen unterschiedlichen Aspekte miteinander zu verweben, tut auch Sportvereinen oder Sportverbänden gut.
00:52:29
Speaker
Also Vielfalt muss auch schon ein bisschen Überblick und Management erhalten, finde ich.
00:52:34
Speaker
Ja, das ist nochmal ein super wichtiger Punkt und total wertvoll.
00:52:40
Speaker
Und das bringt nochmal so ein bisschen zurück, weil ich glaube tatsächlich auch so ein bisschen traditionell aus diesen Sportvereinsgedanken heraus gesehen, hat man vor allen Dingen auch ja immer
00:52:51
Speaker
Natürlich ist allererst auch gerne Menschen, die selber gerne Sport machen, also die da stehen als Trainer, die vielleicht eine gewisse Erfahrung haben, vielleicht sogar eine gewisse Ausbildung haben in einer Sportart und als Trainer.
00:53:01
Speaker
Auch da hat man ja sicherlich schon, sollte man zumindest ein paar Sozialkompetenzen dabei sein, wenn man Trainer ist.
00:53:08
Speaker
Aber das, was du beschreibst, geht ja noch ein bisschen darüber hinaus.
00:53:11
Speaker
Und das ist aber auch wieder nochmal dieses erweiterte Verständnis von Sport als gesellschaftlicher Raum für verschiedene Menschen, für verschiedene Kulturen und so weiter.
00:53:21
Speaker
Und da hat sich natürlich auch viel, glaube ich, in den letzten Jahren in dem Sinne getan, weiterentwickelt, dass es diese Ansprüche halt immer mehr gibt.
00:53:29
Speaker
Und dass die auch immer mehr sichtbar werden, auch in kleineren Orten, nicht nur in den großen Städten, wo es dann auch ein ganz anderes Angebot gibt.
00:53:37
Speaker
Und ich glaube, das ist ja das, was Anja vorhin auch mit erwähnte, wo dann Sport tatsächlich auch so ein Transformationsraum wird und darstellen kann, weil sich nämlich Menschen vielleicht auch nicht nur wegen dem Sport dort wiederfinden, sondern halt auch wegen vielen anderen Dingen oder weil solche Menschen zum Beispiel auch einfach
00:53:55
Speaker
Sprichpartner sind, die man sonst nicht hat, die man sich vielleicht im Alltag wünschen würde.
00:53:59
Speaker
Aber wie oft ist es auch so, dass man dann so Bezugspersonen in so einem Verein hat, die natürlich weit über diese reine sportlichen Leistungen hinaus einfach auch wieder einen Raum bieten, um anzukommen, um Teilhabe zu gewährleisten und um sich einfach mal ganz glatt gesagt wohlzufühlen.
00:54:18
Speaker
Das ist ja auch ein ganz...
00:54:19
Speaker
Und da kann auch die freie Wirtschaft von profitieren.
00:54:22
Speaker
Jetzt hören uns vielleicht nicht nur Leute zu, die dem Sport zugewandt sind, sondern wir können es ja mal umdrehen.
00:54:26
Speaker
In der freien Wirtschaft Sport als Transformationsmittel zu nehmen.
00:54:29
Speaker
Ich will ein konkretes Beispiel aufmachen.
00:54:31
Speaker
An der Hochschule haben wir ein Mentoring-Programm.
00:54:33
Speaker
Jedes Jahr, wenn der neue Mentoring-Jahrgang zusammenkommt, dann stehen sie alle in den Ecken.
00:54:38
Speaker
Keiner traut sich, irgendetwas miteinander zu sprechen, weil doch irgendwie der Eisbrecher noch nicht gefunden ist.
00:54:43
Speaker
Letztes Jahr haben wir sie zusammen Tischtennis spielen lassen.
00:54:46
Speaker
Eine Halle, ich glaube zwölf Platten waren es.
00:54:48
Speaker
So schnell ist noch nie jemand ins Gespräch gekommen mit den anderen.
00:54:51
Speaker
Das Eis war binnen Minuten gebrochen, man hatte so viel Spaß.
00:54:55
Speaker
So kann man Sport natürlich auch mal andersrum denken, als Transformationsinstrument für die freie Wirtschaft vielleicht.
00:55:01
Speaker
Einfach solche Zugänge mal zu nehmen, um Veränderungsprozesse anzustoßen und dann vielleicht auch innere Konflikte oder innere Barrieren abzubauen.
00:55:10
Speaker
Wunderbar.
00:55:11
Speaker
Das ist schon eigentlich das perfekte Schlusswort.
00:55:17
Speaker
Auf die Ohr.
00:55:19
Speaker
Also besser hätten wir es gar nicht zusammenfassen können.
00:55:22
Speaker
Aber vielleicht noch mal so ein kleiner abschließender Satz.
00:55:26
Speaker
Also ganz persönlich, fernab aller Vereine, wie auch immer, was euch so umtreibt, auch in eurem Alltag.
00:55:34
Speaker
Ganz persönlich für euch, was ist Sport für euch?
00:55:37
Speaker
Mal aus einer ganz persönlichen Perspektive.
00:55:39
Speaker
Katja, magst du beginnen?
00:55:43
Speaker
In zwei Worten ist Sport für mich Begegnung und Spaß.
00:55:47
Speaker
Und daran kommt alles andere dahinter, dass ich irgendwie weiß, dass es für mich auch gesundheitlich gut ist.
00:55:52
Speaker
Und Sport hat mir auch gerade als Rollstuhlfahrerin oft ganz viel Mut geschenkt, wo ich irgendwie...
00:56:00
Speaker
Also die Reisen, die ich gemacht habe, weil ich eben zu Wettkämpfen gefahren bin und aber auch immer wusste, ich treffe da auf Gleichgesinnte, die eben auch zum Wettkampf gekommen sind.
00:56:10
Speaker
Und da geht es dann nicht nur um Wettkampf, sondern auch um das sich Treffen und Austauschen.
00:56:16
Speaker
Das ist Sport für mich.
00:56:18
Speaker
Und Sport für mich ist noch eins, was ich noch sagen möchte.
00:56:25
Speaker
dieses Abbild der Gesellschaft.
00:56:27
Speaker
Also wir sind ja schon eine diverse Gesellschaft.
00:56:32
Speaker
Und wir haben darüber gesprochen, man sieht es bei den Bildern von Vereinen noch nicht.
00:56:37
Speaker
Es geht also darum, im Sport wie auch in der freien Wirtschaft, wie gehen wir denn damit um, dass wir divers sind?
00:56:43
Speaker
Also wir haben, glaube ich, ein paar kleine neue Regeln zu lernen und die sind auch, die mögen auch herausfordernd sein oder manchmal größer sein, aber
00:56:53
Speaker
Divers sind wir sowieso schon.
00:56:55
Speaker
Jetzt geht es nur noch darum, wie gut wir damit umgehen können.
00:56:59
Speaker
Sport ist für mich Verbindung und ein Barrierenkiller tatsächlich.
00:57:04
Speaker
Also wer gemeinsam Sport treibt, kann Barrieren völlig vielfältigster Art abbauen und einfach verschwinden lassen.
00:57:12
Speaker
Und hier wünsche ich mir einfach, dass wir ein bisschen mehr Kind sind und einfach den Sport so nutzen, wie er gedacht ist.
00:57:18
Speaker
Gemeinsam bewegen, Spaß haben, fertig.
00:57:21
Speaker
Sehr schön.
00:57:22
Speaker
So einfach ist es.
00:57:23
Speaker
Ja, dann vielen Dank euch in diese schöne Runde.
00:57:26
Speaker
Ihr seht, die Zeit rennt.
00:57:28
Speaker
Es geht immer so schnell vorbei.
00:57:30
Speaker
Wenn man da erstmal richtig drin ist, würde man eigentlich gerne immer weiter, immer weiter.
00:57:35
Speaker
Aber ich denke, da haben wir doch nicht nur ein spannendes Thema, sondern auch, ich glaube, gesellschaftlich eigentlich ein sehr wichtiges Thema und ein schönes Thema heute hier besprochen.
00:57:45
Speaker
Anja, magst du noch auch, vielleicht, Anja, machst du doch das Schlusswort.
00:57:48
Speaker
Was ist Sport für dich?
00:57:49
Speaker
Und dann
00:57:51
Speaker
Das könnte eine neue Podcast-Folge werden.
00:57:53
Speaker
Also ich muss sagen, vielleicht aus einer beruflichen Perspektive, ich arbeite unglaublich gerne mit organisiertem Sport zusammen.
00:57:59
Speaker
Ich finde einfach schon da spiegelt sich in der Zusammenarbeit mit den Verbänden, aber auch manchmal mit Vereinen diese Diversität der Gesellschaft eigentlich wieder.
00:58:07
Speaker
Wenn Menschen zusammenkommen, die zum Teil ehrenamtlich sich dafür engagieren, zum Teil aber eben auch beruflich aus den ganz vielen verschiedenen, auch beruflichen Kontexten kommen, aus verschiedenen auch...
00:58:18
Speaker
Hintergründen, gesellschaftlichen, kulturellen Hintergründen.
00:58:20
Speaker
Und das ist einfach eine Atmosphäre, die ich unglaublich schätze, damit zusammenzuarbeiten.
00:58:24
Speaker
Und da sehe ich tatsächlich so den ersten Schritt zu diesem Transformationskraft, die der Sport oder die Sportgesellschaft haben kann.
00:58:32
Speaker
Und da habe ich tatsächlich, da bekomme ich so ein bisschen Glitzern in meinen Augen, weil das wirklich einfach unglaublich bereichernd ist.
00:58:39
Speaker
Ich wünsche euch noch einen schönen Tag.
00:58:44
Speaker
Vielen Dank an euch.
00:58:46
Speaker
Vielen Dank für die Einladung.
00:58:48
Speaker
Und immer schön Sport machen.
00:58:51
Speaker
In Bewegung bleiben.
00:58:52
Speaker
Genau, in Bewegung bleiben.
00:58:54
Speaker
Dann bis auf bald.
00:58:56
Speaker
Ciao.