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Folge 42 - Länger leben, besser leben? – Longevity im Fokus

Next Stop Future: Trends – Wandel – Zukunft.

Transcript

Speaker: Hallo und herzlich willkommen zurück zu einer neuen Folge von Next Stop Future.

Speaker: Wir freuen uns, dass ihr wieder eingeschaltet habt und hier mit uns dabei seid.

Speaker: Ich und die Anja sprechen heute über das Thema Longevity.

Speaker: Länger leben, besser leben, das ist die Frage.

Speaker: Darum soll es hier heute in dieser Folge gehen.

Speaker: Und Longevity, ja, das ist ein Schlagwort, ein Passwort, ein Marketingwort, Fragezeichen,

Speaker: Ebenfalls sieht es man jetzt viel und oft, gerade wenn es um verjüngende Pillen geht oder schönheitsfördernde Pülferchen, die die ewige Jugend versprechen.

Speaker: Da liest man es doch ganz viel, aber es geht dabei berechtigterweise natürlich auch um Hightech-Medizin, die ein gesundes Alter von 100 Jahren oder auch mehr in Aussicht stellen.

Speaker: Wir fragen uns aber, wie realistisch ist das eigentlich alles und gilt das dann für alle?

Speaker: Können sich das überhaupt alle leisten?

Speaker: Ist das nicht nur alles ein großer Hype oder ist das tatsächlich auch eine Chance für eine bessere, gesündere Gesellschaft?

Speaker: Diesen Fragen wollen wir heute mal so ein bisschen auf den Grund gehen und wir schauen auch rein, was ein langes Leben für Arbeit, Rente und Vorsorge bedeuten würde.

Speaker: Und welche Strukturen es eigentlich braucht, damit dann ältere Menschen nicht ausgeschlossen werden, sondern auch aktiv und gesund teilhaben können.

Speaker: Also ihr seht, zwischen Lifestyle-Trend und echter gesellschaftlicher Herausforderung liegen doch noch einige Fragen, die wir heute hier mal so ein bisschen beantworten wollen und auf die wir auch einen Blick werfen.

Speaker: Und damit natürlich auch auf die Chancen und die Widersprüche dieses Longevity-Hypes, Bewegung,

Speaker: Trend?

Speaker: Wir werden sehen.

Speaker: Wir wünschen euch auf jeden Fall viel Spaß bei dieser Folge.

Speaker: Kommentiert und liked und teilt sie gerne, wenn sie euch gefallen hat.

Speaker: Und damit geht es jetzt los.

Speaker: Hallo Anja.

Speaker: Hallo Katharina, bist du zurück aus dem Urlaub, aus deinen Ferien?

Speaker: Ich bin zurück, ja, ich bin zurück hier am Tisch, diesmal ein bisschen woanders.

Speaker: Noch nicht ganz an meinem Schreibtisch, aber an einem Tisch und genau.

Speaker: konnte die letzten drei Wochen ein wenig abspannen und runterkommen und ja, den Sommer genießen.

Speaker: Ja, toll.

Speaker: Ja, ich habe mich auch ein bisschen erholt.

Speaker: Ich habe mich auch ein bisschen zurückgenommen.

Speaker: Nicht ganz so wie geplant, aber ich muss sagen, das ist dann doch immer auch trotzdem, auch wenn es nur so kurze Momente sind, erholsam.

Speaker: Genau.

Speaker: Gut für die Gesundheit und das ist ja auch so ein bisschen heute unser Thema.

Speaker: Richtig, sehr schöne Überleitung.

Speaker: Ja, wir wollen uns heute nochmal dem Thema Longevity widmen und man muss ja sagen, wir hatten das schon mal, wir haben das schon mal aufgegriffen in einer Folge und wir hatten auch ein ähnliches Thema, sage ich mal, was da glaube ich so ein bisschen mit rein zielt, auch das Thema Prävention.

Speaker: Genau.

Speaker: Das hatten wir auch schon mal, aber wir dachten, das Thema Longevity kann noch mehr, um es mal so auszudrücken.

Speaker: Denn da steigen noch viele Aspekte drin, die wir tatsächlich beim letzten Mal in der letzten Folge dazu nicht so konkret besprochen haben, auch aus Zeitgründen, weil es natürlich ganz viele Perspektiven grundsätzlich darauf gibt und die wollen wir heute einfach nochmal angehen.

Speaker: Und vielleicht startest du einfach mal so ein bisschen, wir haben ja schon uns natürlich wie immer vorbereitet und ein bisschen recherchiert nochmal dazu, wie man denn eigentlich auch auf das Thema noch schauen könnte, mal abgesehen von, ich sag mal, Wunderpülferchen und länger fit bleiben und viel Sport treiben und gut aussehen.

Speaker: Mal ein bisschen provokativ.

Speaker: Ja, ich glaube, das ist so das Erste vielleicht auch, was ganz relevant ist zu schauen, ist es tatsächlich so ein Buzzword, Longevity, also es ist einfach so was, was gerade so einfach im Marketing, in der Marketing-Speech so ganz gut irgendwie funktioniert oder es ist tatsächlich etwas, was Potenzial hat und was auch eine Substanz hat und aus meiner Perspektive,

Speaker: ist das tatsächlich etwas, was eben in ganz viele unterschiedliche Dimensionen reinreicht, was eine Gewichtung in Zukunft auch noch, die Gewichtung wird in Zukunft noch zunehmen.

Speaker: Also es heißt alles andere als nur ein Buzzword und ein Marketing-Tool.

Speaker: Wenn man sich das anschaut, wir sprechen ja oftmals auch von einem Megatrend von Gesundheit.

Speaker: Und ist Longevity sicherlich vielleicht ein Teil davon.

Speaker: Vielleicht kann man auch sagen, fast sowas wie eine Fortsetzung vom Thema Gesundheit.

Speaker: Weil natürlich auch noch ganz viele verschiedene Bereiche mit reinspielen.

Speaker: Letztendlich, lange Rede, kurzer Sinn, es geht natürlich irgendwie um das Ziel, möglichst alt zu werden.

Speaker: Aber nicht nur möglichst alt zu werden, sondern eben vor allem gesund, geistig, klar, fit und selbstbestimmt alt zu werden.

Speaker: Also das, wovon wir eigentlich in einer immer älter werdenden Gesellschaft auch alle träumen.

Speaker: Wir wollen sozusagen wirklich unser Leben so lange wie möglich gut gestalten, selbstbestimmt gestalten und genießen.

Speaker: Also das heißt, es geht dabei eigentlich um Gesunderhaltung und der Fokus dann auf die Verlängerung der gesunden Lebensspanne.

Speaker: Und dass wir natürlich da auch dann die Definition von Gesundheit uns vielleicht auch nochmal anders anschauen müssen, ist eigentlich ein Teil davon.

Speaker: Denn natürlich kommt mit dem Alter auch die eine oder andere Erkrankung dazu.

Speaker: Viele Menschen haben einfach auch chronische Erkrankungen, ob es nun Diabetes ist, Bluthochdruck oder sowas.

Speaker: Aber das ist sozusagen nicht kontraindiziert zu einem langen, gesunden Lebensspanner, weil das tatsächlich auch Zustände sind, die behandelbar sind und mit denen man eben auch gut lange leben kann.

Speaker: Also du hattest am Anfang auch gesagt, geht es über Pülverchen hinaus aus meiner Perspektive ganz, ganz weit.

Speaker: Es ist natürlich ein Stück weit eben auch Ernährung.

Speaker: Es ist aber eben tatsächlich auch mentale Gesundheit.

Speaker: Es geht um die Frage, wie können Technologien eingesetzt werden, um Gesundheit zu erhalten, um

Speaker: Prävention ist ein ganz großes Thema und natürlich auch eine Frage von gesellschaftlichen Werten und von gesellschaftlichem Miteinander.

Speaker: Und das finde ich tatsächlich auch das Spannende an diesem Longevity-Aspekt, dass er sehr vielschichtig ist, also wirklich auch so eine ubiquitäre Wirkung hat.

Speaker: ganz viele Schnittstellen hat zu eben anderen großen Trends und eben ja und auch tatsächlich gesellschaftlich uns vielleicht auch nochmal ein Stück weit herausfordert.

Speaker: Ja, ja.

Speaker: Um da mal gleich so ein bisschen in die Kerbe zu hauen.

Speaker: Du hast es jetzt schön erklärt und da auch schon einige Themen so ein bisschen angerissen.

Speaker: Aber gleich mal vorneweg und das finde ich ja ganz spannend.

Speaker: Weil, wie immer du hattest es auch so ganz am Anfang gesagt, wird das Thema natürlich auch momentan noch sehr reißerisch diskutiert.

Speaker: Es gibt diverse Startups, Biotech-Unternehmen, die damit auch viel Geld verdienen und grundsätzlich, glaube ich, ist die

Speaker: ist das Bedürfnis und auch so ein bisschen die Aufmerksamkeit dafür ja schon auch gewachsen in der Gesellschaft, gerade auch bei jüngeren Zielgruppen, die aber wie gesagt schon auch einen gewissen Fokus auf Longevity haben, im Sinne von eher auch,

Speaker: Wellness, Optimierung, so ein bisschen Selbstoptimierung in Richtung auch Schönheit, in Richtung auch, ja, wie stehe ich auch länger sprichwörtlich gut da im Aussehen.

Speaker: Und da mixe ich ja dann auch nochmal so ein bisschen diese, so eine andere Perspektive mit rein, dieses treibende Thema, wir können und wir werden alle älter, ja.

Speaker: Und wir erreichen die 100 oder über 100 Jahre.

Speaker: Und da gibt es ja tatsächlich, und da kommen wir mal wieder doch immer gerne natürlich zur Wissenschaft, schon auch einige andere Perspektiven darauf.

Speaker: Und du hattest im Vorhinein mir auch ein Artikel oder eine Studie geteilt von Nature.

Speaker: die ja ganz klar sagen, es ist unwahrscheinlich, dass viele Menschen 100 Jahre alt werden.

Speaker: Also diese radikale Lebensverlängerung, die da immer so groß draufsteht oder mitschwingt in der Kommunikation auch von diesen diversen Unternehmen und auch so ein bisschen Bewegungen, die ist eigentlich in unserem Jahrhundert illusorisch.

Speaker: Genau, die Frage ist tatsächlich auch, ob sie später dann irgendwann erreicht wird, aber zumindest haben wir sozusagen das, was im letzten Jahrhundert der Fall war, dass die Lebensspanne ja sozusagen kontinuierlich sich verlängert hat, ist gerade einfach stagnierend.

Speaker: Das heißt, wir kommen an unsere körperlichen Grenzen, muss man einfach so sagen.

Speaker: Und das ist tatsächlich auch so vielleicht ein ganz wichtiger Punkt.

Speaker: Aspekt von Longevity, dass man eben sozusagen nicht den Blick auf die Altersjahre tatsächlich legt, zu schauen, wie kann ich irgendwie 120 werden oder wie auch immer, sondern tatsächlich, wie kann ich jetzt für mich so sorgen, dass die Zeit, die ich habe, einfach gesund ist.

Speaker: Also tatsächlich auch so ein Stück weit den Fokus von der Zukunftsperspektive auf das Hier und Jetzt zu legen.

Speaker: Ja, ich finde das nämlich nochmal einen ganz spannenden Aspekt, weil das Thema doch sehr stark in diese Richtung diskutiert wird.

Speaker: Also das ist so ein Fokus, den ich wahrnehme.

Speaker: Es geht immer um diese 100 und 120 und dass man sprichwörtlich noch mit 120 Marathon läuft, so ungefähr.

Speaker: Und das auch mal so ein bisschen jetzt hier transparent zu beleuchten, aus wissenschaftlicher Perspektive und ja,

Speaker: nach allem, was man sieht und auch über die Jahrzehnte jetzt auch, ich sage mal, gemessen hat und weiß auch, was möglich ist medizinisch, perspektivisch, auch wenn es jetzt vielleicht weh tut, ist das für viele oder sollte das eigentlich nicht das Ziel sein und ist auch für viele einfach nicht erreichbar.

Speaker: Das ist einfach nochmal so ein bisschen vorneweg.

Speaker: Und da kommt es aber zu diesem spannenden Aspekt, den du ja jetzt schon erwähnt hast, dass wir eher auf die Qualität schauen.

Speaker: Also auf die Gesundheitsspanne, dass die möglichst lang ist.

Speaker: Also diese Zeitspanne, in der man gesund ist, auch im Alter.

Speaker: Und das hat ja natürlich viele Implikationen für die Gesellschaft, für ein Zusammenleben, für das Thema Arbeit auch, für das Thema

Speaker: medizinisch gesehen, natürlich für die Gesundheitssysteme.

Speaker: Und da wäre es ja immer spannend, nochmal ein bisschen reinzugeben.

Speaker: Ja, ich finde, das sind so zwei, ich muss nochmal ganz kurz, vielleicht ein Stück, ein Schritt zurückgehen, das sind so zwei

Speaker: Welche Ansätze eben auch so.

Speaker: Wenn man halt sozusagen einfach schaut, diese Perspektive, wie könnte ich mit 120 noch den Marathon laufen, habe ich oftmals eine Brille auf, die mir sagt, okay, es wird ganz viele Lösungen für mich geben, die es mir ermöglicht, 120 zu werden.

Speaker: Und dieser eigene Anteil dabei ist so ein bisschen in den Hintergrund gerückt.

Speaker: Das heißt, ich nutze tatsächlich dann vielleicht Technologien, ich nutze neue Innovationen, damit ich 120 bin und eben diesen Marathon laufen kann.

Speaker: Und umgekehrt ist natürlich der andere Ansatz tatsächlich auch, und das will ich jetzt gar nicht irgendwie in so einer liberalen Haltung irgendwie, politisch-liberalen Haltung sagen, dass jeder muss sozusagen gucken, wo er bleibt und Selbstverantwortung übernehmen, aber es impliziert natürlich schon, dass ich ein Stück weit schaue, wie ist mein Lebensstil und wie kann ich meinen Lebensstil so anpassen,

Speaker: dass ich wirklich tatsächlich auch an Lebensqualität gewinne.

Speaker: Und das ist nicht für jeden möglich.

Speaker: Und hier ist natürlich dann auch sozusagen schon gleich die nächste Frage, die sich stellt.

Speaker: Ist Longevity sozusagen etwas, was nur möglich ist oder Longevity als Haltung oder als Lebensstil zu pflegen, was nur möglich ist, wenn ich ein gut gefülltes Portemonnaie habe, wenn ich Zugang zu Lebensmitteln

Speaker: auch zu wissen habe, weil ich meine, wir haben am Anfang, hattest du es auch angesprochen, es gibt einfach viele Pülferchen, es gibt viele Sachen, die darunter verkauft werden, die aus evidenzbasierter Sicht irgendwie sehr, sehr kritisch zu hinterfragen sind.

Speaker: Also wie ist es eigentlich möglich, dass eine Gesellschaft Longevity leben kann und das trotzdem eben auch für alle zugänglich und möglich ist?

Speaker: Und das finde ich tatsächlich einen ganz sozialen Aspekt wichtig.

Speaker: der hochrelevant ist und der uns in Zukunft sicherlich sehr stark begleiten wird.

Speaker: Und was hieße das denn jetzt genau?

Speaker: Weil das ist ja, wie gesagt, die super spannende Frage.

Speaker: Wenn wir es jetzt mal so sehen, dann könnte man ja sagen, also wenn wir Strukturen nicht neu denken, wird ja langes Leben vielleicht auch eher zur Last.

Speaker: Und wenn wir es tun, wird es vielleicht auch eine Art Ressource.

Speaker: Aber so wird es ja momentan gar nicht betrachtet.

Speaker: Ja.

Speaker: Genau.

Speaker: Also wir haben sicherlich zum einen Voraussetzungen in unserer Gesellschaft, die tatsächlich eher darauf ausgelegt sind, nicht auf Prävention zu achten, sondern eben auf die Behandlung von Erkrankungen.

Speaker: Also wir haben hier nach wie vor ein Gesundheitssystem, das eben darauf ausgelegt ist, Krankheiten nicht zu vermeiden, sondern sie zu behandeln.

Speaker: Das ist sicherlich der eine Punkt.

Speaker: Der andere Punkt ist aber natürlich auch, dass wir dieses, das

Speaker: in vielen Strukturen in unserem Alltag, ich rede jetzt mal hier tatsächlich auch von unserer Gesellschaft in Europa oder sowas, darauf ausgerichtet waren, auf so ganz klassische, noch alte Strukturen.

Speaker: Das heißt, man hatte diesen Arbeitsprozess, ist dann in Rente gegangen und hat tatsächlich dann sozusagen auf dieses Lebensende fokussiert.

Speaker: Und es ging eigentlich gar nicht darum oder erst langsam beginnt dieses Denken,

Speaker: dass wir ja eigentlich so eine dreigeteilte Phase haben.

Speaker: Wir haben irgendwie so Kindheit, Jugend, Ausbildung.

Speaker: Wir haben eine lange Arbeitsphase und dann nochmal eine weitere Phase, die tatsächlich ja auch eher von Alter geprägt ist, von der Alternative geprägt ist.

Speaker: Aber natürlich, wo hier ganz klar eben auch dieser Fokus auf Longevity ist.

Speaker: Was jetzt dabei aber noch sehr spannend ist und was sicherlich, wenn du fragst, was bedeutet das für die Zukunft,

Speaker: dass gerade bei jüngeren Menschen eben dieses Bewusstsein für Longevity wächst.

Speaker: Also das heißt, hier ist einfach eine große Bereitschaft eben auch da, dafür, wenn das Budget vorhanden ist, eben auch Geld auszugeben.

Speaker: Das heißt, diesen Aspekt tatsächlich für sich selbst auch frühzeitig schon zu integrieren in das Leben.

Speaker: Und das ist tatsächlich, finde ich, nochmal ein wichtiger Punkt,

Speaker: der natürlich dann auch von Strukturen und von Institutionen aufgegriffen werden kann und sollte, um sozusagen auch zu ermöglichen, dass wir als alternde Gesellschaft wirklich auch lange leben können und gesund lange leben können.

Speaker: Ja, aber das siehst du ja, wenn ich das jetzt so raushöre, dass es tatsächlich da auch zum Beispiel teilweise ganz andere neue Angebote braucht, auch von einem Staat,

Speaker: Für diese Anforderungen oder zum Beispiel auch von einem Arbeitgeber, oder?

Speaker: Definitiv, genau.

Speaker: Also das heißt, da können wir ja irgendwie auch, auch wenn gerade die Diskussionen aus meiner Perspektive wieder ein Stück weit zurückgehen.

Speaker: Wir haben ja tatsächlich in den letzten Jahren schon sehr viel auch im Kontext neuer Arbeitskulturen erreicht und diskutiert.

Speaker: ob es nun um das Thema mentale Gesundheit geht oder eben auch wie sozusagen die Arbeitskulturen, die Arbeitsplätze strukturiert sind, dass sie quasi mehr darauf ausgerichtet sind, an denjenigen, der eben auch die Tätigkeit ausführt, wo auch immer er oder sie sich dann gut fühlt und nicht quasi sich ausschließlich an den Arbeitgeber richtet.

Speaker: Das heißt, hier haben wir schon irgendwie ein Erste Indizien oder auch wenn auch die durchaus vielleicht auch

Speaker: zu diskutierende Frage der Viertagewoche.

Speaker: Aber das sind natürlich alles Strukturen, die mehr darauf ausgerichtet sind, dass die Menschen nicht irgendwie schon bevor sie 50 sind ausgebrannt sind oder Beschwerden haben, sondern tatsächlich auch hier dazu beitragen können, eben dieses Thema von Longevity zu fördern.

Speaker: Das heißt, wir brauchen natürlich irgendwie weiterhin dieses Bewusstsein, dass wir als Gesellschaft, dass da verschiedene Parameter irgendwie wichtig sind, dass wir als Gesellschaft gut arbeiten.

Speaker: Und gesund sind und gesund eben auch altern können.

Speaker: Und das Zentrale finde ich hier tatsächlich ebenso die Perspektive, wie wir auf Alter schauen.

Speaker: Das hat sich in den letzten Jahren ja auch schon leicht verändert, aber ist immer noch nicht an dem Punkt angekommen.

Speaker: Und hier tatsächlich auch nochmal die provokativen Fragen, ob es sozusagen, wenn Menschen lange und gesund alt werden wollen,

Speaker: haben sie natürlich auch den Wunsch, auch an Gesellschaft zu partizipieren und nicht nur in Form von Freizeitaktivitäten, sondern unter Umständen auch in Arbeitsaktivitäten.

Speaker: Also hier spielt ganz, ganz viel rein.

Speaker: Selbstverwirklichung ist sicherlich auch, finde ich, ein Thema, das jetzt jenseits von medizinischen Aspekten bei Longevity eine Rolle spielt.

Speaker: Ja, und da wären wir ja aber ganz klar bei Strukturen.

Speaker: Also wenn ich mir mal vorstelle, ich bin Arbeitgeber und nehme jetzt einfach mal an, ich hätte das Interesse, möglichst tatsächlich meine Mitarbeitenden auch lange fit im Unternehmen zu halten, also nicht nur körperlich, sondern zum Beispiel auch mental, ist ja auch ein Riesenthema im Kontext letztendlich auch von Longevity.

Speaker: Dann würde das ja bedeuten, dass man tatsächlich auch so einen Lebenslauf von so einem Arbeitnehmer ganz anders betrachtet.

Speaker: Also im Hinblick auf seinen Einstieg, auf seine Möglichkeiten, die er im Unternehmen hat, auf vielleicht auch Auszeiten, die er nehmen darf, kann.

Speaker: wie er vielleicht wieder zurückkommt, wie er vielleicht auch wechseln kann, wie er vielleicht auch, ich sag mal, wenn er dann tatsächlich vielleicht doch körperlich abbaut, was durchaus ja bei jedem auch unterschiedlich ist oder sich unterschiedlich vollzieht, dennoch durchaus vielleicht in einer Art von Kooperation oder Teilhabe in einem Team weiter im Unternehmen ist.

Speaker: Also sprich,

Speaker: Da steckt ja ganz viel drin, auch im Hinblick auf dieses Thema HR, wie man von Anfang an eigentlich da schon Lebenswege, Unternehmenslebenswege neu denkt.

Speaker: Definitiv.

Speaker: Also das ist sicherlich nicht, also aus einer ArbeitgeberInnen-Perspektive ist das sicherlich kein leicht umsetzbarer Punkt.

Speaker: Das ist sicherlich auch ein Strukturwandel, der drinsteht.

Speaker: Politische Rahmenbedingungen sind vielleicht auch nicht immer ganz günstig dafür.

Speaker: Aber letztendlich geht es wirklich zu schauen, wie kann ich denjenigen oder diejenige, die bei mir arbeitet, so einen solchen Arbeitsplatz anbieten, dass die Person eben

Speaker: gesund und bleibt und gesund ist oder wenn sie sozusagen, dass sie schnellzeitig auch diese Möglichkeit hat, eben für sich zu sorgen.

Speaker: Es erfordert einerseits eben strukturelle Veränderungen im Bereich, im Arbeitskontext, aber es braucht natürlich auch diese Erlaubnis oder dieses Selbst, die Selbstreflexion der Person, die arbeitet, wann sie sich herausnehmen muss, um sozusagen das auch zu erreichen.

Speaker: Also

Speaker: Auch da ist es ja nicht so gerade in den letzten Jahrzehnten gewesen, dass es eine förderliche Kultur war, wenn die Krankenhäuser dann immer davon sprechen, ach, die Krankentage sind gestiegen und, und, und.

Speaker: Also da gilt es sicherlich einfach auch vielleicht, ich glaube, da gibt es keine Blaupause.

Speaker: Ich glaube, es ist eine Haltung und zu schauen, wie krankend.

Speaker: was für eine Verantwortung habe ich als Gesellschaft?

Speaker: Und das muss ich tatsächlich sagen, fehlt mir ganz oft eben in unseren Diskussionen, dass halt Gesellschaft nicht als Gesamtheit gesehen wird, dass man sich selten fragt, wie gesund ist eigentlich die Gesellschaft als Ganzes.

Speaker: wie können wir dazu beitragen, dass wir eine gesunde Gesellschaftskultur auch fördern.

Speaker: Das ist so die, ich würde sagen, so die Bedingung, in denen eben Longevity gut möglich ist und gleichzeitig aber eben auch, das habe ich gesagt, diese Selbstreflexion, die ich tatsächlich auch nochmal herausfordert, aber natürlich auch sehr spannend finde.

Speaker: Also die Frage dann auch sich zu stellen, wie, ja, wie,

Speaker: was kann ich eigentlich selbst für mich tun?

Speaker: Wir beide, wir arbeiten ja viel auch im Kontext Tourismus, Urlaub, Freizeitgestaltung.

Speaker: Also wo habe ich im Grunde genommen vielleicht auch Ansatz- und Anknüpfungspunkte in meiner Freizeitgestaltung, in dem Urlaub sozusagen nicht nur dieses

Speaker: ich bin fertig von der Arbeit, ich muss meine Batterien aufladen, sondern das kann ich tatsächlich auch dort noch machen, um etwas für meine Gesundheit generell zu tun.

Speaker: Und das merkt man halt gerade bei den nachfolgenden Generationen, die da tatsächlich einen stärkeren Fokus drauf legen.

Speaker: Wie siehst du denn das Potenzial, weil wir es ja auch in der letzten Folge hatten, KI?

Speaker: Also Technologie, glaube ich, wird ja schon eine zentrale Rolle spielen bei dem Thema.

Speaker: Wir wissen schon, in der Medizin ist das schon so.

Speaker: Da erreicht man ja auch schon rasante Fortschritte.

Speaker: durch die Unterstützung von KI, aber auch weiter gedacht dann für das Alter und für das Leben, was wir alle haben im Alltag, denke ich, wird es uns zunehmend unterstützen und natürlich auch, und das hatten wir letztes Mal in unserer letzten Folge, im Fokus im Unternehmen selbst.

Speaker: Also wir haben zum Beispiel auch über dieses Thema Wissensmanagement gesprochen, wenn dann

Speaker: Menschen das Unternehmen verlassen, was passiert mit dem Wissen, wie wird das vorgehalten, wie kann KI-Daten Wissen auch aufbereitet, zur Verfügung stellen.

Speaker: Wir haben darüber gesprochen, wie tatsächlich dann vielleicht auch wirklich überflüssige Prozesse,

Speaker: Ja, ausgelagert werden in die KI.

Speaker: Und da, denke ich ja, ist ja schon auch ein großes Potenzial, bestimmte Arbeitsabläufe, gerade auch so nervige Arbeiten, monotone Arbeiten, ja, sozusagen rauszunehmen, ja, aus dem menschlichen Tun und damit eine Erleichterung zu schaffen.

Speaker: Und tatsächlich vielleicht dann zum Beispiel auch Arbeitskraft im Alter anders zu verwenden, als man das vielleicht jetzt bisher getan hat.

Speaker: Also was meine ich damit, dass jemand dann nicht stundenlang noch irgendwo sitzen muss?

Speaker: Oder wie gesagt, immer das Gleiche tun muss, sondern dass jemand eher mit Unterstützung von KI noch das beitragen kann oder vielleicht auch möchte im besten Fall, was noch möglich ist.

Speaker: Also ich will sagen, es ist ja vielleicht dann auch durchaus einfacher möglich, Leute gerade im Alter auch noch im Beruf zu halten.

Speaker: In gewissen Bereichen.

Speaker: Nicht in allen natürlich, in gewissen Bereichen.

Speaker: Ja, ja.

Speaker: Ich denke, das ist auch dann, auch da haben wir wieder ganz viele unterschiedliche Punkte, wo man anknüpfen kann und wo man ansetzen kann.

Speaker: Zum einen, dass irgendwie KI sicherlich unsere Arbeitskultur verändert, wie du es gerade gesagt hattest, dass lästige Aufgaben wegfallen, dass die übernommen werden und gleichzeitig aber natürlich das, was ein Mensch mit seiner Lebenserfahrung auch mitbringt,

Speaker: das Know-how sicherlich ganz relevant bleiben wird.

Speaker: Also dass dieses Wissen natürlich irgendwie genutzt werden kann, genutzt werden sollte und dass da technologische Fortschritte dann eben auch das ermöglichen.

Speaker: Und auch hier natürlich auch schon wieder die Frage einer anderen Arbeitskultur, aber auch eben einer gesellschaftlichen, einen gesellschaftlichen Fähigkeiten,

Speaker: Veränderung, wie wir Menschen über 65 oder ich bin Freiberuflerin, ich habe immer keine Ahnung, mit welchem Alter man gerade in Rente geht.

Speaker: 65.

Speaker: Genau, dass man sie in diesem Alter dann einfach tatsächlich auch noch in den Berufen hält.

Speaker: Gerade auch hier nochmal das Thema der demografischen Entwicklung.

Speaker: Wir brauchen einfach Menschen, die eben noch, wenn sie auch Lust haben zu arbeiten, wenn sie sich beteiligen wollen, integriert werden oder weiter arbeiten dürfen.

Speaker: Integriert werden, klingt irgendwie auch falsch.

Speaker: Das ist so der eine Punkt, dass da tatsächlich, glaube ich, auch KI viel helfen kann oder auch technologische Innovationen und natürlich auch dann nicht nur, wie sind die Strukturen, sondern natürlich auch, wie kann ich hier auch ein Stück weit wieder selbst, also wir haben diese ganzen Entwicklungen von Tracking, von Auswertung von Gesundheitsdaten in Echtzeit, die da nicht nur sozusagen den medizinischen

Speaker: Fachkräften zur Verfügung stehen, sondern eben auch den Individuen.

Speaker: Das heißt, auch hier kann ich tatsächlich ja unter Umständen in Zukunft viel, viel schneller und besser auch noch einschätzen, mithilfe von Auswertungen von KI, wie bin ich eigentlich heute sozusagen aufgestellt?

Speaker: Muss ich mich vielleicht irgendwie, ist es vielleicht besser, wenn ich nur vier Stunden arbeite statt sieben oder wie auch immer.

Speaker: Das heißt, es gibt einfach die Möglichkeit, dass man digitale Tools nutzt zur Unterstützung, eben zur Integration von, Integration ist vielleicht auch was, aber zum, ja, dass die Gesellschaft einfach auch älter werdende Menschen in allen Bereichen eben auch

Speaker: besser integriert und dann aber natürlich auch nochmal die Frage, was kann KI oder was kann technologischer Fortschritt auch dabei dazu beitragen, dass wir eigentlich auch hier dann nochmal tatsächlich die Gesundheit, die Lebensspanne nochmal erweitern durch eben neue Wege zur Prävention, zur Diagnostik, die nochmal ganz anders sind.

Speaker: Und da sehe ich schon auch ein großes Potenzial,

Speaker: großen Möglichkeiten eben auch das Thema Longevity nochmal weiter voranzutreiben, wenn wir halt wirklich diese gute auswertbare Daten eben haben und die auch so aufbereiten, dass sie für den Nutzer, Nutzerinnen tatsächlich auch einen Mehrwert bringen.

Speaker: Ich würde gerne nochmal zwei andere Aspekte mit reinbringen, die vielleicht ein bisschen, ja, die wir heute wahrscheinlich auch nicht allumfassend beantworten können, aber die sicherlich bei dem Thema erwähnt sein sollen.

Speaker: Das eine wäre ja, du hattest es gerade schon erwähnt, wir wissen all, oder ich denke mal, viele wissen um die Entwicklung des demografischen Wandels und die, ja,

Speaker: Gebotenraten, die wir speziell auch hier in Deutschland und in vielen anderen europäischen Ländern haben und was das perspektivisch für unsere Gesellschaften bedeutet und damit ja auch die große Frage, wie ist das Ganze zu finanzieren.

Speaker: Also wie finanziert man auch Langlebigkeit im Sinne von auch Rentensystem beziehungsweise auch einer persönlichen Vorsorge.

Speaker: Das ist das eine Thema.

Speaker: Und das andere, mal ein bisschen böse gesprochen, sicherlich in einigen Ohren,

Speaker: Und die Frage ist es denn gut für unsere Erde, wenn wir alle fast 100 werden mit all den Herausforderungen, die wir gerade sehen.

Speaker: Bräuchte es ja da tatsächlich auch schon durchaus vielleicht dramatischere Anpassungen, um diesen vielen älteren Menschen tatsächlich her zu werden, beziehungsweise einer Menschheit her zu werden, die immer älter wird.

Speaker: Ja, da greift natürlich dieses klassische Denken, sage ich jetzt mal, des letzten Jahrhunderts ein, wo wir eben immer in diesem Verzichtsdenken und in dem Vermeidungsdenken waren, so nach dem Motto, wir müssen reduzieren, wir müssen uns zurücknehmen, wir dürfen nicht.

Speaker: Und da natürlich, unabhängig davon, dass es vielleicht in manchen Kontexten durchaus Sinn ergibt, Reduktion mitzudenken, ist natürlich die Frage, ist wirklich, gibt es zu viele Menschen, gibt es zu viele alte Menschen oder haben wir einfach nur noch nicht die richtigen Lösungen, beziehungsweise

Speaker: Auch das ist natürlich, kommt man schnell in so technologische Fantasien hinein, dass das alles damit gelöst wird, das würde ich damit gar nicht sagen, aber trotzdem, ich glaube, diese Einladung ist dahingehend auszusprechen, dass wir sagen, okay, wir haben einfach eine wachsende Bevölkerung bis zu einem gewissen Punkt, also auch hier gibt es ja verschiedene Szenarien, wie Bevölkerungswachstum global sich entwickeln wird.

Speaker: Gleichzeitig, wir haben eine älter werdende Gesellschaft, die andere Bedürfnisse hat und da ist die Frage, wie können wir uns jetzt schon darauf einstellen, auf diesen Zustand, also

Speaker: Ich glaube, das ist ja, selbst wenn du eine provozierende ethische Frage gestellt hast, kann sich der Planet sozusagen viele, viele Menschen leisten, die lange alt werden.

Speaker: Ich denke, wenn wir diese Prinzipien, die damit einhergehen mit Longevity, auch pflegen, und da geht es ja tatsächlich auch, dass das auf den Lebensstil sich auswirkt, also statt eines hedonistischen, konsumorientierten Lebensstils,

Speaker: geht es ja mehr Richtung Werte.

Speaker: Es geht um gesunde Ernährung.

Speaker: Hier vielleicht auch tatsächlich Ernährungsformen, die gesund sind und nachhaltig sind.

Speaker: Also wenn das, glaube ich, alles mit integriert wird, ist das vielleicht keine Frage von entweder oder, sondern wir müssen einfach damit rechnen und wir müssen uns darauf anpassen.

Speaker: Also das heißt, hier ist tatsächlich die Frage schon auch relevant, weil es sozusagen in andere Bereiche mit hineingeht, nämlich die große Frage, ist es überhaupt ein Nachteil?

Speaker: Ist Longevity mit Nachhaltigkeit zu verbinden?

Speaker: Ich würde sagen, ja, weil tatsächlich...

Speaker: Zumindest die Chance besteht, dass Nachhaltigkeit eben auch in diesem Ganzen in verschiedenen Dimensionen eben auch gedacht wird.

Speaker: Wie kann ich tatsächlich auch nachhaltig mit meinem Leben umgehen im Kontext eines gesunden Lebens?

Speaker: Das klingt jetzt vielleicht auch wieder ein bisschen komplex.

Speaker: bisschen zu wenig konkret.

Speaker: Aber für mich ist es ein integrierter Bestandteil davon, dass man tatsächlich diese Achtsamkeit hat, nicht nur mit der Gesundheit, sondern tatsächlich auch die Achtsamkeit, die damit einhergeht, mit der Umgebung, mit der Mitmenschen, mit dem sozialen, gesellschaftlichen Struktur und letztendlich dann auch wieder mit der planetaren Gesundheit.

Speaker: Ja, ja, absolut.

Speaker: Und wie Sie es aus der finanziellen Sicht, das war noch der andere Aspekt,

Speaker: Ja, die finanzielle Sicht ist sicherlich ein ganz schwieriger Punkt.

Speaker: Also gerade wenn wir uns momentan die Märkte anschauen, wir haben sozusagen natürlich irgendwie, Longevity ist ein ökonomischer Treiber.

Speaker: Das heißt, es gibt immer mehr Menschen über 65, damit auch ihren riesigen Markt für Produkte und Dienstleistungen.

Speaker: Es gibt einen riesigen Markt von Scheinprodukten und Fake-Produkten, die überhaupt nicht wirklich dazu beitragen, Longevity zu fördern.

Speaker: Das heißt, hier braucht es einfach mehr eben auch nicht nur Zugänge, günstigere Zugänge, sondern auch einfach Wissensvermittlung.

Speaker: Dennoch bleibt natürlich die Frage, wenn wir weiterhin in diesen Strukturen, die wir momentan haben,

Speaker: wo tatsächlich eher man Krankheiten behandelt und eben nicht die Prävention, ist natürlich für viele Menschen das einfach nicht leistbar, weil sie eben den Zugang nicht zu diesen präventiven Maßnahmen haben, weil die einfach kosten.

Speaker: Und das ist natürlich ein ganz kritischer Punkt.

Speaker: Das heißt, aus einer Jetzt-und-hier-Perspektive heraus kann man sagen, dass es eher zu einer Spaltung weiterführt, dass die Menschen, die Geld haben, sich auch Longevity als Idee oder als Haltung, als Prinzip sozusagen leisten können.

Speaker: Das heißt, sie haben den Zugang vielleicht zu gesundem Essen, sie haben den Zugang zu Kuren, zu gesundheitstouristischen Anbieten, zum Tracking, zum Messen, Beraten.

Speaker: Sie haben die Zeit auch dazu, nicht nur das Geld oder das Wissen.

Speaker: Und das ist dann tatsächlich...

Speaker: Konträr zu den Menschen, die, keine Ahnung, auch einfach keinen Zeitraum haben.

Speaker: Die alleinerziehende Mutter oder die alleinerziehende Vater, der vielleicht irgendwie tatsächlich mit ganz anderen Dingen gerade Probleme hat, als mit dem Auswerten seiner Gesundheitsdaten.

Speaker: Das ist so der momentane Stand.

Speaker: Aber ich merke also einfach in der Diskussion,

Speaker: Auch wenn ich teilweise mit Menschen, die im Bereich der Krankenkassen arbeiten, diskutiere, dass es durchaus eben auch stärker dort ein Thema ist, die Frage eben zu schauen, wie können wir weg von diesem Denken in Krankheiten hin zu diesen Präventionen.

Speaker: Aber dafür müssen natürlich auch die politischen Rahmenbedingungen sich ändern.

Speaker: Ja, und vor allen Dingen glaube ich, brauche es da auch ein Angebot nach dem Arbeiten.

Speaker: Ja.

Speaker: Beziehungsweise nach dem, wie gesagt, also wenn wir diesen Gedanken auch weiter verfolgen und ich finde den schon, den hatten wir auch schon öfter aufgegriffen, schon sehr, ja,

Speaker: Es ist sehr gedankenswert, sage ich jetzt mal, dass tatsächlich wir schon auch anstreben sollten, dieses Narrativ da so ein bisschen aufzubrechen und zu sagen, wer gerne noch dabei bleiben möchte in seinem Arbeitsumfeld, in seinem Unternehmen.

Speaker: Und das in dem entsprechenden Rahmen, dem soll das möglich sein.

Speaker: Andere müssen das ja nicht unbedingt tun.

Speaker: Aber dennoch glaube ich, brauche es da sicherlich auch andere Möglichkeiten teilzuhaben in einem gewissen Rahmen, weil ich glaube, das ist ein wichtiger Aspekt von auch dieser Eigenwahrnehmung im Sinne von ich bin

Speaker: ja, ich habe noch eine bestimmte Bedeutung, auch für die Gesellschaft.

Speaker: Ja, ich kann noch beitragen.

Speaker: Und tatsächlich ist das ja auch so ein bisschen für viele, denke ich mal, im Alter, ja auch so dann diese Sinnfrage.

Speaker: Also inwieweit ist mein Leben dann noch erfüllt durch verschiedene Dinge und inwieweit nicht?

Speaker: Also ich glaube, ich habe das auch mal gelesen, dass es ja einen großen Einfluss darauf hat, gerade im Alter,

Speaker: ob man da alleine vor sich hin sitzt, sprich wirklich und es kommt fast keiner mehr vorbei und die Familie ist irgendwo anders und teilweise vielleicht die Freunde von damals sind auch nicht mehr da.

Speaker: Das hat ja einen großen Einfluss darauf, wie gesund tatsächlich man dann auch ist und wie lange man tatsächlich vielleicht auch leben möchte.

Speaker: Und ich glaube, dieses Sinn geben auch im Alter, dem Leben Sinn geben, ist ein ganz wichtiges und dafür brauchst du dann auch aber ein entsprechendes Angebot.

Speaker: Genau.

Speaker: Also was du da ansprichst, ich glaube, das ist wirklich so eine der Kern oder der Quintessenzen, dass Longerity eben sozusagen wirklich diese tiefgreifende gesellschaftliche Transformation ist, ja.

Speaker: die wirklich in allen Bereichen reingeht, in unser Denken einfach und unsere Werte transformiert.

Speaker: Und ich sehe da, was du gerade gesagt hast, wenn es darum wirklich geht, wir brauchen und haben auch schon ein neues Verständnis von Altern und auch von Gesundheit.

Speaker: Es geht um Lebensqualität und eben um Selbstvermöglichkeit.

Speaker: Und da sehe ich eben auch so andere Schnittstellen, die in unserer Gesellschaft einfach ein riesengroßes Thema sind.

Speaker: Wir haben überall die Frage gestellt,

Speaker: dass die Ehrenamtskultur sich zum Beispiel verändert und es immer schwieriger ist, Menschen zu finden, die sich ehrenamtlich unserer Gesellschaft fänden.

Speaker: Das heißt, wir brauchen hier tatsächlich eben nicht nur ein neues Verständnis von Alter und von Gesundheit, sondern auch tatsächlich von Arbeit, die da mit reinkommt.

Speaker: Also wo kann ich selbstwirksam und Selbstverwirklichung finden,

Speaker: Unabhängig von meinem Alter.

Speaker: Und ich glaube, dass das damit reinspielt und daran sieht man tatsächlich auch, dass Longevity viel, viel mehr ist als eben ein Schokoriegel, auf dem Longevity steht und der irgendwie mehr...

Speaker: keine Ahnung, mit irgendwelchen Zusatzprodukten um Gesundheit verspricht.

Speaker: Also es ist tatsächlich eine strukturelle Veränderung in unserer Gesellschaft.

Speaker: Und ja, gleichzeitig aber ist es eben auch so, dass wir da neue Angebote brauchen, dass wir einfach Menschen brauchen, die dieses Thema von Longevity aus dieser Perspektive, aus einer strukturellen, systemischen Perspektive,

Speaker: Und da eben auch dann eben Angebote schaffen.

Speaker: Und wir hatten gerade auch gesprochen, es gibt einfach dabei auch durch Digitalisierung, durch technologische Veränderungen großes Potenzial, das eben auch mal wirklich neu umzusetzen.

Speaker: Und dafür muss es auch aber eben dann sozusagen ein Aufbrechen mit alten Strukturen geben.

Speaker: Wir leben in Deutschland jetzt zumindest ganz viel noch in Strukturen, die an einer Gesellschaft ausgerichtet sind, die nicht mehr sozusagen in dem Maße existiert, sei es nur auf der Welt.

Speaker: die Kernfamilie ist, sei es die Arbeitszeiten, sei es eben auch der Gedanke der Krankenversicherung und der Krankheit.

Speaker: Also bitte nicht falsch verstehen.

Speaker: Also es geht nicht darum, dass ich Krankenversicherung ablehne oder sowas, sondern ganz im Gegenteil, dass man halt guckt, wie kann man sozusagen mehr auf die Prävention und die Menschen beteiligen.

Speaker: dort erreichen, bevor sie sozusagen tatsächlich auch schwerwiegend erkrankt sind.

Speaker: Und das, glaube ich, muss einfach innerhalb dieses Thema von Longevity mitgedacht werden und

Speaker: Ich sehe da so viele verschiedene Schnittstellen und so viele Anknüpfungspunkte, dass ich gerade auch denke, wir müssten eigentlich in einem der nächsten Podcasts nochmal uns einen ganz konkreten Bereich rausnehmen und da tatsächlich auch mal schauen, wie kann das tatsächlich auch oder wie wird das vielleicht auch momentan schon teilweise umgesetzt.

Speaker: Es ist auf jeden Fall irgendwie auch aus meiner Perspektive eine Entwicklung, die einen globalen Aspekt hat.

Speaker: Also Longevity ist kein Phänomen, was nur irgendwie in Europa stattfindet oder auch nur in den westlichen Kulturen.

Speaker: Es mag vielleicht in anderen Kulturen anders heißen, aber das ist sicherlich ein Thema, das weltweit auch aufgrund dieser globalen großen Entwicklung, wie zum Beispiel eines demografischen Wandels, technologischer Innovationen eben auch stattfindet.

Speaker: Ja, absolut.

Speaker: Das sollten wir auf jeden Fall machen.

Speaker: Noch ein Gedanke vielleicht hier so ein bisschen zum Abschluss, den wir vielleicht dann auch in diesem Podcast aufgreifen oder wir machen noch einen Podcast dazu.

Speaker: Weil wir hatten ja in unserer vorletzten Folge zum Thema Coolcation, Staycation.

Speaker: Ja.

Speaker: Mit Reiseboykotte hatten wir ja auch das Thema, ja nochmal so ein bisschen des, ich sag mal, Massentourismus aufgegriffen, ohne das jetzt auch wirklich wertend hier positionieren zu wollen, sondern einfach die Nachfrage, immer noch große Nachfrage auch nach Deutschland.

Speaker: Ja, den Ferien am Mittelmeer in entsprechenden Anlagen zu einem entsprechenden Preis und mit einem entsprechenden Produkt.

Speaker: Und wenn ich das jetzt so ein bisschen reflektiere, auch aus unseren Dingen, die wir hier ja gerade so besprochen haben und auch so ein bisschen dem...

Speaker: Einerseits diesen demografischen Wandel und zumindest dem Teilsegment dieser älteren Generation, die sicherlich das nicht nachfragt und ein anderes Reisen auch möchte, beziehungsweise ein jüngeres Segment, was jetzt kommt und eine höhere

Speaker: Ja, Aufmerksamkeit, höhere Anforderungen hat auch grundsätzlich an das Thema, also Gesundheit, Sport, Fitness, also einfach ein größeres Bewusstsein, als das vorherige Generationen hatten.

Speaker: Da verschiebt sich ja auch nochmal etwas mit dem Bedürfnis an Reisen, Bedürfnis an, was finde ich dann vor Ort, was wird mir angeboten, was

Speaker: Also das ist auch nochmal spannend reinzugucken, was dann genau das für das Produkt Reise, vielleicht auch konkret für das Produkt Pauschalreise perspektivisch bedeutet.

Speaker: Also wenn ich mir vorstelle, klar, wir werden immer auch ein mittleres, sage ich mal, Segment haben, also Familie, Kind und diese Zielgruppe.

Speaker: Aber wie gesagt, wir haben gerade kurz vorhin angesprochen Geburtenraten und wie sich das weiter verschiebt.

Speaker: Insofern, ich sage jetzt mal, vielleicht noch nicht ganz valide, aber aus dem Gedanken heraus gesprochen, dieses klassische Bild Mann und Frau mit zwei Kindern oder drei Kindern.

Speaker: Ich glaube, dieses klassische Bild wird immer mehr

Speaker: zerrt sich immer mehr aus an den Rändern.

Speaker: Und ich glaube, dahingehend hat das auch schon eine große Auswirkung, natürlich jetzt nicht übermorgen, auch nicht jetzt unbedingt in fünf Jahren, aber dennoch vielleicht in 15 oder 10 auf dieses Produkt, speziell auch der Pauschalreise, dieses Brot- und Buttergeschäft.

Speaker: Ja, das ist ein spannender Aspekt und ich denke, das gilt es tatsächlich weiter zu beobachten, wie dann

Speaker: Zum einen die Bedürfnisse.

Speaker: Ich meine also die Menschen mit ihren 1,8 Kindern oder zwei Kindern haben ja natürlich auch sozusagen diesen Gedanken dabei, wenn sie damit aufgewachsen sind, ob es denn um die Millennials sind, wenn sie tatsächlich auch Ansprüche haben, selbst wenn sie Kinder haben, dann auch diesen Gedanken von Gesundheit, von einer Verlängerung der Healthspend zu erreichen.

Speaker: Und dass das aber dann tatsächlich auch aufgegriffen wird.

Speaker: Und ich finde hier ganz, ich bin durch ein Interview letztens eben auch auf diese gastronomischen Angebote gestoßen.

Speaker: Das heißt, dass hier tatsächlich auch schon funktionale Menüs sozusagen entwickelt werden, jenseits von vielleicht Mittelmeer-Diät, sondern tatsächlich zu schauen, wie kann sozusagen Ernährung auch dazu beitragen, diese Diät.

Speaker: Health Spend zu ermöglichen.

Speaker: Wir haben hier viele verschiedene Ansätze, aber dass tatsächlich gastronomische Angebote oder dann vielleicht auch Ressorts, Hotels, Retreats sich wirklich genau darauf konzentrieren und sagen, wir helfen dir dabei, die Health Spend zu verlängern.

Speaker: Wir stehen für Longevity.

Speaker: Absolut, ja.

Speaker: Also spannend.

Speaker: Jetzt sind wir wieder nicht zum Ende gekommen, aber gut.

Speaker: Also im Sinne von, man könnte eigentlich noch weitere Dinge da.

Speaker: Definitiv, ja.

Speaker: Also ich finde, es ist einfach, es hat so viele verschiedene Aspekte, die wir jetzt auch gerade nochmal gesagt haben, wo große Trends eben mit reinspielen.

Speaker: Eben auch, weil du nochmal sagt, auch nochmal das Thema der Nachhaltigkeit angesprochen hast.

Speaker: Also auch das ist tatsächlich, finde ich,

Speaker: Diese Kombination und dieses Zusammenspiel zu betrachten, finde ich tatsächlich auch nochmal sehr, sehr spannend.

Speaker: Gut, dann haben wir doch Futter für die nächsten Folgen.

Speaker: Die Themen gehen uns ja nicht aus.

Speaker: Und das ist doch auch gut.

Speaker: Sehr schön, danke dir Anja.

Speaker: Ja, wir sind schon wieder am Schluss, aber wie gesagt, freut euch auf nächste Folgen.

Speaker: Wir werden auch wieder Gäste haben, so viel sei schon gesagt.

Speaker: Wir sind da weiter am Planen.

Speaker: Und genau, wenn euch die Folge gefallen hat, gebt uns ein Like, kommentiert, teilt sie.

Speaker: Darüber freuen wir uns immer.

Speaker: Und damit würde ich sagen, verabschieden wir uns für heute.

Speaker: Genau, wunderbar.

Speaker: Vielen Dank dir, Katharina.

Speaker: Vielleicht noch eine kurze Anmerkung.

Speaker: Die Studien und sowas, die wir gerade erwähnt haben, werden wir gerne dann verlinken.

Speaker: Natürlich, das machen wir.

Speaker: Die sollen nicht unerwähnt bleiben.

Speaker: Dann bis zum nächsten Mal.

Speaker: Tschüss.

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