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Folge 32 - Die neue Prävention – zwischen Selbstverantwortung und Systemrelevanz

Next Stop Future: Trends – Wandel – Zukunft.
In dieser Folge werfen wir einen neuen Blick auf das Thema Prävention – jenseits von Check-ups und Gesundheitstipps. Wir sprechen über Prävention als Teil einer neuen Gesundheitskultur, die unseren Alltag zunehmend prägt – sichtbar in personalisierter Ernährung, Longevity-Retreats oder Biohacking, aber auch als unsichtbarer Alltagsbegleiter. Was früher medizinisches Zusatzangebot war, wird heute systemrelevant: Fachkräftemangel, alternde Gesellschaft und steigende Gesundheitskosten machen Prävention zum strategischen Muss. Doch sie ist mehr als Notwendigkeit – sie ist Ausdruck eines neuen Verständnisses von Lebensqualität, Teil eines sozialen Anspruchs und darf kein Privileg sein. Eine Folge über die Zukunft von Gesundheit – und darüber, wie wir Prävention neu denken müssen. NEXT STOP FUTURE: https://www.nextstopfuture.de/  Anja Kirig: https://www.linkedin.com/in/anjakirig/ Catharina Fischer: https://www.linkedin.com/in/catharinafischer/  Realizing Progress: https://www.realizingprogress.com/ 

Transcript

Catharina Fischer: Ein wunderschönes Hallo, herzlich willkommen zurück zu einer neuen Folge von Next Stop Future mit der Anja und mir, der Katharina.

Catharina Fischer: Und heute sprechen wir über Prävention.

Catharina Fischer: Ein Thema, das einem höchstwahrscheinlich was sagt.

Catharina Fischer: Das Wort hat man bestimmt schon mal im Kontext vielleicht einer eigenen Krankheitsgeschichte gehört.

Catharina Fischer: Vielleicht.

Catharina Fischer: Oder bei den Großeltern.

Catharina Fischer: Also ich glaube, da ist jetzt so erste Gedanken im Kopf sind da bestimmt.

Catharina Fischer: Aber wir wollen das Thema heute vielleicht durchaus mal neu beleuchten, neu denken.

Catharina Fischer: Und die Anja hat sich da im Speziellen viele Gedanken gemacht, die sehr, sehr spannend sind, wie ich finde.

Catharina Fischer: Und daher machen wir heute eine Folge dazu.

Catharina Fischer: Und damit wünsche ich euch viel Spaß.

Anja: Hallo Katharina.

Catharina Fischer: Hallo, schön dich zu sehen.

Anja: Wir sind wieder zu sehen und zu hören.

Anja: Für unsere ZuhörerInnen, wir sehen uns, die Katharina und ich, ihr uns leider noch nicht, aber vielleicht wird sich ja das bald auch mal ändern, dann werden wir vielleicht auch mal einen Videocall, einen Videopodcast machen.

Catharina Fischer: Du Anja, Prävention, also du hast mir das ja vorgeschlagen, das Thema und ich habe tatsächlich erst mal gesagt, oh, Prävention und dann habe ich aber so ein bisschen reingelesen in deine tollen Unterlagen, ja lass doch mal hören, was du bist.

Anja: Genau, richtig.

Anja: Ja.

Anja: Also ganz neu ist das Thema ja für uns nicht.

Anja: Wir haben uns ja schon vor ein paar Folgen über das Thema Gesundheitstourismus auch unterhalten und dabei ja auch das Thema Longevity irgendwie angesprochen.

Anja: Und für alle, die jetzt bei Prävention vielleicht eher an Kriminalprävention oder Verbrechsprävention gedacht haben, nein, es geht um Gesundheitsprävention.

Catharina Fischer: Klar.

Anja: Wir reden heute sozusagen über das Thema Gesundheit und Prävention und das knüpft so ein bisschen daran an.

Catharina Fischer: Ja.

Anja: Also

Anja: Es ist ja immer so ganz spannend, ich hole jetzt nochmal ein bisschen kurz aus, weil du, Katharina, und auch ich, wir beschäftigen uns ja viel auch zentral eigentlich so mit diesem Thema Destination, Tourismus, Lebensqualität.

Anja: Und da gibt es ja immer so Schnittstellen, Branchen, sage ich jetzt mal, oder Themen, Infrastrukturen.

Anja: Und da ist natürlich irgendwie auch das Thema bei Lebensqualität, ist das Thema Gesundheit irgendwie auch dabei.

Anja: Also Gesundheit ist auch tatsächlich ein Thema, mit dem ich mich schon seit, keine Ahnung, 2007 oder so beschäftige, immer wieder in Abständen.

Anja: Das trifft in diesen Bereich Tourismus mit rein, aber natürlich auch im Bereich Sport und Gesundheit, Sport und Fitness, Bewegung.

Anja: Also das ist, finde ich, so ein Schnittstellenthema.

Anja: Gut, und warum beschäftigen wir uns jetzt heute mit Prävention?

Anja: Genau, warum sage ich auch Prävention muss man neu denken?

Anja: Es kommt natürlich aus diesem Thema von Gesundheit heraus.

Anja: Das kann man, je nachdem, wie man sozusagen die Kriterien anlegt, kann man auch sagen, ja, Gesundheit ist ein Megatrend.

Anja: Ist auf jeden Fall ein Thema, was uns alle in den letzten, sag ich jetzt mal, 20 Jahren immer stärker beschäftigt.

Catharina Fischer: Vielen Dank.

Anja: Ist natürlich auch kein ganz neues Thema.

Anja: Also Gesundheit war schon immer eigentlich auch ein Thema der Menschheit.

Anja: Man wollte quasi natürlich gesund bleiben, hat versucht, die eigene Gesundheit irgendwie möglichst wieder herzustellen oder auch zu erhalten.

Anja: Und trotzdem würde ich sagen, ist es heute nochmal eine ganz, hat eine ganz andere Gewichtung.

Anja: Also gerade nicht nur das Thema Gesundheit, sondern vor allem auch das Thema der Prävention.

Anja: Erstmal vielleicht auch so ganz grob, so als Metatrend kann man sagen, dass wir uns mit dem Thema Gesundheit so stark beschäftigen, weil wir als reflektierte Lebewesen, als reflektierte Menschen uns ständig eigentlich bewusst oder unbewusst mit unserer eigenen Vergänglichkeit auseinandersetzen.

Anja: Also das hat fast schon so was, einerseits was Existenzielles, aber natürlich auch so was Philosophisches.

Anja: Also wir sind uns einfach unserer Endlichkeit bewusst.

Anja: Punkt.

Anja: Das heißt, Vergänglichkeit schwebt so ein bisschen als Metathema darüber.

Anja: Und jetzt gibt es aber diese großen Entwicklungen, die das Thema nochmal stärker eben in den Fokus rücken.

Anja: Das ist zum einen die alternde Gesellschaft, also der demografische Wandel.

Catharina Fischer: Okay.

Anja: Wir werden älter und unser Anspruch in der Gesellschaft ist daraus auch oder unser Wunsch.

Anja: ist daraus auch, dass wir möglichst nicht nur alt werden, sondern gesund alt werden.

Anja: Also hier verschiebt sich so ein bisschen zu dieser Wunsch, die Lebensspanne auszudehnen in den Wunsch, die Gesundheitsspanne.

Anja: Also man redet so von Lifespan und Healthspan und die Healthspan ersetzt so ein bisschen diese Lifespan.

Anja: Das ist nur das eine Thema.

Anja: Also wir haben diese alternde Gesellschaft, aber mit der alternden Gesellschaft kommt eben auch so dieser demografische Wandel.

Anja: Das heißt, die Alterspyramide, die verschiebt sich ja.

Anja: Mehr alte Leute, weniger junge Leute, zumindest so in vielen der Industrieländern.

Anja: Und das bedeutet auch so ein Stück weit, dass wir halt einfach einen Fachkräftemangel haben.

Anja: Und dadurch das Thema Prävention natürlich nicht nur aus dem Wunsch nach langer Gesundheit verstärkt wird, sondern eben auch einfach aus einer gewissen Notwendigkeit heraus.

Catharina Fischer: Mhm.

Anja: Der andere Punkt ist so dieses Megatrend auch in der Digitalisierung.

Anja: Also viele technologische Entwicklungen machen unser Alter natürlich auch oder verlängern unser Leben.

Anja: Aber natürlich auch der Zugang zu Gesundheitsinformationen steigt.

Anja: Also das heißt, wir haben einfach mehr Wissen und können uns auch mehr Wissen aneignen über das Thema Gesundheit und Prävention.

Anja: Das ist natürlich auch gerade stark, ja in den Medien lässt sich das irgendwie ablesen.

Anja: Der dritte große Trend, der das Thema Prävention neu anschiebt, ist die Individualisierung.

Anja: Hier kann man tatsächlich auch nochmal so diesen Wunsch sozusagen nach eben dieser Health-Spend verorten.

Anja: Also wir möchten ein möglichst individuell langes, gesundes Leben haben.

Anja: Und als letzten Punkt, und das, denke ich, ist auch nochmal ganz relevant für das Thema Prävention, ist der Klimawandel.

Anja: Also das ist einfach eine große Herausforderung.

Anja: auf uns zurollende Veränderung, die wir heute schon spüren.

Anja: Und hier auch nochmal interessant im Kontext natürlich von alternder Gesellschaft, mehr ältere Menschen und auch das Thema der Urbanisierung, mehr ältere Menschen in mehr Städten, bedeutet einfach auch eine höhere Vulnerabilität dieser Gruppe, wenn es darum geht, wie kann man sie vor Hitze schützen, wie kann man sie tatsächlich auch vor diesen Auswirkungen, direkten Auswirkungen des Klimawandels in Zukunft schützen.

Catharina Fischer: Mhm.

Anja: Und das ist im Grunde genommen so, wo ich sage, das sind tatsächlich Katalysatoren für das Thema der Prävention, wo es tatsächlich darum geht zu schauen, wie kann ich im Vorfeld Krankheiten und Erkrankungen verhindern, statt sozusagen erst dann zu reparieren, wenn es schon zu spät ist.

Catharina Fischer: Super.

Anja: Gerne.

Catharina Fischer: Also da sind ganz viele spannende Sachen drin.

Catharina Fischer: Da würde ich gerne jetzt mal so ein bisschen reingehen.

Catharina Fischer: Das Erste, was ich sehr spannend finde, ist, und du hattest es am Anfang auch gesagt, dass wir, glaube ich, seit 20 vielleicht schon sogar länger, ich glaube, das hat in den, also

Catharina Fischer: nach meinem Gefühl in den 80ern, 70ern vielleicht schon so ein bisschen begonnen, dass wir ein höheres Bewusstsein so ein bisschen für diese Gesundheitsthemen haben.

Anja: Hm?

Catharina Fischer: Aber erst mal auf dieser Ebene, ich ernähre mich vielleicht ein bisschen besser als alle anderen, ich treibe ein bisschen mehr Sport oder ich baue Muskeln auf.

Catharina Fischer: Also ich glaube, es gab ja schon so eine erste Fitnesswelle und die hat diese ganze Fitnessindustrie, die hat sich ja unheimlich entwickelt über die letzten Jahrzehnte.

Catharina Fischer: Das ist ja heute schon wirklich so ein eigener Kosmos.

Catharina Fischer: Und wenn man jetzt mal auch so betrachtet, was einem online alles zugänglich ist, an Workouts, an Tipps, an...

Anja: Hm?

Catharina Fischer: an, ich sage jetzt auch mal, besserer Sportkleidung und Gerätchen und ach, was weiß ich, ja, das konnte man sich ja vor, ja, also in meiner Kindheit hätte man sich das so nicht vorstellen können.

Catharina Fischer: Und das ist ja schon etwas, was sehr, wie gesagt, was sehr gewachsen ist und wo sei jetzt mal so, weißt du, der Durchschnittsbürger, ja,

Catharina Fischer: ja jetzt tatsächlich Zugriff hat auf Informationen, wie gesagt, auf Angebote, das ist ja enorm.

Catharina Fischer: Und da frage ich mich so ein bisschen, also einerseits frage ich mich, bedingt sich das beides, ja, dadurch, dass sich dieses wachsende Angebot beinhaltet,

Anja: Vielen Dank.

Catharina Fischer: da findet und dann höchstwahrscheinlich auch nochmal mit dem Internet gepusht, also an Informationen, die nach außen gehen, an tatsächlich Bilder, Videos, das war ja alles früher nicht so zugänglich, dass es quasi dadurch auch so einen Hype nochmal gab oder ist das wirklich etwas im Bewusstsein der Menschen, wo die tatsächlich so sagen, also jetzt weißt du, wirklich so aus der Perspektive heraus,

Catharina Fischer: Ich will und muss da was tun, weil ich halt merke, die Umwelt verändert sich.

Catharina Fischer: Auch, ich sage mal, die Arbeitswelt ist durchaus in Teilen anspruchsvoller geworden, zumindest was die Kopfleistung betrifft.

Catharina Fischer: Vielleicht nicht unbedingt das Körperliche und somit sucht man den Ausgleich.

Anja: Ja.

Catharina Fischer: Also das würde mich noch mal so ein bisschen interessieren, weil du schreibst ja auch in einer Thesen, Emergenz einer neuen Branche durch Fusion von Gesundheit, Sport, Ernährung und Technologie.

Catharina Fischer: Und das sieht man ja jetzt, also das ist ja wirklich, weißt du, das potenziert sich ja gerade alles unheimlich, ne?

Anja: Ja, genau, das ist vielleicht auch so, du hattest es gerade angesprochen, das ist vielleicht so meine Grundthese, mit der ich jetzt erstmal quasi auch so ein bisschen rausgehe.

Anja: Also vielleicht auch nochmal für die HörerInnen, ich hatte letztens am 2.

Anja: April, am 3.

Anja: April hatte ich beim Future Project quasi mein Netzwerk, mit dem ich zusammenarbeite, dazu einen Zukunftsballon.

Anja: Das war ein Abend von anderthalb bis zwei Stunden, wo wir über dieses Thema eben auch offen geredet haben, wo die Teilnehmenden auch mitmachen durften oder mitmachen, ja, eingeladen waren, tatsächlich auch ihr ExpertInnenwissen zu teilen.

Anja: Und wir über dieses Thema eben auch gesprochen haben.

Anja: Und meine These ist dazu, dass wir momentan uns in eine neue Branche der Prävention hineinbewegen oder dass wir quasi tatsächlich an einem Punkt sind, wo sich daraus eine neue Branche entwickeln kann oder auch entwickelt gerade.

Anja: Und zwar genau aus diesen ganzen unterschiedlichen Einzelindustriebranchen, die du gerade genannt hast.

Anja: Dazu gehört das Thema Medizin, dazu gehört das Thema Rettung,

Anja: Bewegung, Fitness, Sport, Wellness, Lifestyle, Ernährung, Lebensmittel, der ganzen Supplements-Märkte, aber eben auch so das Thema von Wissensmarkt, was kriege ich eigentlich auch an Kommunikation zu dem Thema, was wird mir zur Verfügung gestellt, was kann ich mir auch erarbeiten und natürlich dieses große Thema von Technologien und Lifehacks.

Catharina Fischer: Vielen Dank.

Anja: Und nochmal auf deine Frage jetzt zurückzukommen, ist, dass ich glaube, das ist so schwarz-weiß nicht zu sagen, ob das jetzt sozusagen da erst ein Need geschaffen wird oder ein Bedürfnis geschaffen wird durch vermehrte mediale Veränderungen.

Anja: Oder ob dieser Wunsch nicht auch da ist.

Anja: Ich denke, es ist beides.

Anja: Und auf der einen Seite haben wir natürlich immer so dieses Narrativ auch in unserer Gesellschaft.

Anja: Wir müssen mehr für unsere Prävention machen.

Anja: Wir müssen uns mehr bewegen, gesünder ernähren.

Anja: Also alles so dieses mit diesem erhobenen Zeigefinger.

Anja: wo wir eigentlich sagen, die Couch am Abend ist auch echt gemütlich und mit den Snacks.

Anja: Also da, wo man eigentlich so feststellt, nee, die Gesellschaft ist nicht so wirklich auf einen präventiven Zug aufgesprungen.

Anja: Und auf der anderen Seite haben wir einen Riesenmarkt eben an genau diesen Produkten, von denen du gerade sagtest, das konnten wir uns vor 20 Jahren irgendwie, vor 30, 40 Jahren überhaupt nicht erträumen.

Anja: Wenn man sich jetzt mal so ein bisschen anschaut, ich habe mal auch so ein bisschen geguckt, was sind das eigentlich alles gerade so für Signale, die man da beobachtet, ob es nun über das Thema Social Media ist, das transportiert wird in Medien oder überhaupt in diesen ganzen Produkten auch und da haben wir natürlich irgendwie also Themen von Schlaf,

Anja: Enttabuisierung von Themen wie Menopause, wie Mental Health natürlich, wie aber auch das Thema dieses ganze Detox-Thema, ob es nun um Alkohol geht, ob es um Zucker geht, ob es um Kaffee geht, also oder um Technologien, alles wird ja versucht, so ein bisschen zu entgiften.

Anja: Es sind aber auch Enttabuisierungen der Themen oder überhaupt das Besprechen von Einsamkeit, auch das ist ja ein gesundheitsrelevantes Thema, ein Thema von Prävention.

Anja: Es geht aber auch um große Themen wie Biohacking oder um das

Anja: Letztes Jahr war das ja sehr, sehr stark im Fokus, dass das Thema von der GLP1, also die Spritzen zum Abnehmen, Darmgesundheit, die hochverarbeiteten Lebensmittel, also wir haben wirklich viele, viele Buzzwords, sage ich jetzt mal da, die

Catharina Fischer: Ja.

Anja: im ganzen Medienkosmos auf uns einprasseln, ganz egal auf welchen Medienkanälen wir unterwegs sind, je nach Generation kann das TikTok sein oder eben auch noch Facebook oder auch Fernsehen, also das ist einfach ein großes Thema.

Anja: Auch gerade am Anfang hatte ich auch das Thema Longevity nochmal angesprochen, also dieser Wunsch eben nach Langlebigkeit und auch hier

Anja: sieht man, wie viel da tatsächlich auch versucht wird zu vermarkten.

Anja: Und ich denke, wir können hier an dieser Stelle gerade gar nicht unterscheiden, was sozusagen etwas ist, was natürlich ein Bedürfnis anspricht, eben der Vergänglichkeit entgegenzuwirken.

Anja: Und gleichzeitig aber natürlich auch, wie beim Thema Schlaf, da bin ich sehr kritisch zum Beispiel, auch ein neues Bedürfnis oder ein Thema erst auch geschaffen wird, ja.

Catharina Fischer: Vielen Dank.

Anja: Also hier ist wirklich beides parallel, gleichzeitig findet statt und man muss sich tatsächlich auch diese Frage stellen, ist, also...

Anja: Wie gibt es heutzutage vielleicht fast sozusagen etwas so wie eine Obligation, gesund zu sein?

Anja: Also auch das haben wir zum Beispiel im Zukunftssalon am 3.

Anja: April diskutiert.

Anja: Also was gibt es da eigentlich?

Anja: Wird unserer Gesellschaft quasi sozusagen dieses Narrativ, ein neues Narrativ geben?

Anja: Ihr müsst gesund sein, ihr müsst Prävention betreiben.

Anja: Ist Prävention vielleicht auch ein Stück weit momentan ein Marketingaspekt?

Anja: Also das sind durchaus eben auch Teile von meiner Konzeption.

Anja: großen These, dass Prävention zu einer neuen Branche avanciert.

Anja: Und ich würde hier ganz gerne aber tatsächlich unterscheiden zwischen den Sachen, die tatsächlich auf Fakten basieren oder auch notwendig sind, dass wir uns eben einfach zum Beispiel mit Themen wie Klimawandel beschäftigen.

Anja: einer alternden Gesellschaft auseinandersetzen müssen und den Themen, die natürlich eher sozusagen einem Bedürfnis und einem Wunsch heraus entsprechen, wie zum Beispiel das Thema der individuellen Gesundheit, dieser Verlängerung der individuellen Lebensspanne oder natürlich auch, darüber kann man streiten, der Zugang zur Information, zur Gesundheitsinformation kann man durchaus eben auch als Recht, als Menschenrecht vielleicht auch verstehen und ausdrücken.

Anja: Zugang zur Prävention.

Anja: Also hier, du siehst schon, das Thema ist wirklich breit und das Thema ist auch tatsächlich immer, steht in Spannungsfeldern.

Anja: Ja.

Catharina Fischer: Ja, genau dieses Spannungsfeld finde ich eigentlich ganz spannend, weil ob jetzt zufällig, ja, kann man sich höchstwahrscheinlich drüber schreiten, beziehungsweise wäre es dann sicherlich nochmal auch wertvoll, in konkrete Entwicklungen hineinzuschauen,

Catharina Fischer: Aber was mir dabei kommt, weißt du, ist ja, was du gerade beschrieben hast.

Catharina Fischer: Also wir haben einerseits diese Entwicklung auf individueller Ebene, ja, und ich merke dir auch, also bei mir selbst, ja, ich beschäftige mich zunehmend mit dem Thema und viele andere tun das auch.

Anja: Ja.

Catharina Fischer: Also bis hin zu, dass sie tatsächlich Dinge wirklich sehr akribisch messen, ja, und wie gesagt, die Geräte, die das heutzutage möglich machen, also auch das hätte mir einer das vor zehn Jahren erzählt, ne, oder hätte man das in irgendeiner

Catharina Fischer: ja, Kaffee-Runde besprochen, dann hätte einer ja gesagt, naja, also komm, du tickst doch nicht mehr ganz richtig, ja.

Catharina Fischer: Heute ist es normal, dass jeder irgendwie so ein Armbändchen da hat, ja, und dann wird irgendwie gemessen, wie viele Schritte, wie gut hast du geschlafen, ja, wie ist dein, wie ist dein, deine Herzfrequenzvariabilität, ja, und all diese Dinge, das ist ja schon, das hat ja schon ein Level, das,

Catharina Fischer: Wie gesagt, das war vor einigen Jahren nur den Ärzten vorbehalten.

Catharina Fischer: Und also sprich, wir haben da schon, glaube ich, echt einen großen Sprung gemacht, nach meinem Empfinden.

Catharina Fischer: Und das ist ja auch, wie gesagt, hat ja alles seine Berechtigung, muss man aber auch in einem Nebensatz gleich erwähnen, ist auch jedoch, wie immer so, auch bei anderen Themen einer bestimmten Bevölkerungsgruppe vorbehalten, die auch Zeit und Geld haben, sich damit auseinanderzusetzen.

Anja: Ja.

Catharina Fischer: Das sei an dieser Stelle mal erwähnt.

Catharina Fischer: Spannend finde ich aber, was du ja auch in deinen Thesen geschrieben hast, Prävention als strategisch operatives Muss, also bezogen auf diese Dinge, Fachkräftemangel, Klimawandel, alternde Gesellschaft und da ist ja spannend, irgendwie, also augenscheinlich schließt sich ja so ein bisschen der Kreis, weil einerseits brauchen, also

Catharina Fischer: Jetzt mal ein bisschen überspitzt.

Catharina Fischer: Es ist ja toll, wenn wir eine immer gesündere, älternde Gesellschaft haben und wenn sich jeder damit befasst tatsächlich und sozusagen so ein bisschen auch selbst darauf achtet und Maßnahmen ergreift, gesünder zu sein und damit auch länger dem System zu dienen, mal überspitzt gesagt.

Catharina Fischer: Und andererseits brauchen wir das ja, weil wir sozusagen im Arbeitsmarkt Herausforderungen haben, weil wir gesellschaftliche Herausforderungen haben und weil, wie gesagt, auch der Klimawandel, mal dieses Thema rausgegriffen nochmal, was du auch hattest, höhere Temperaturen, Wettereinflüsse, das wirkt ja auch auf Systemkörper.

Anja: Ja.

Catharina Fischer: Also sprich, da kommen ja eigentlich so zwei Entwicklungen zusammen.

Catharina Fischer: Die eine ist natürlich, die hat noch viele Fragezeichen, finde ich zumindest, also gerade diese systemische, gesellschaftliche,

Catharina Fischer: Aber die individuelle zahlt ja irgendwie ein bisschen darauf ein gerade, ne?

Anja: Genau, ich denke, das ist tatsächlich so dieses Spannungsfeld, in dem wir auch auf der institutionellen Basis und auch auf der zivilgesellschaftlichen Basis gerade sind.

Anja: Wir haben einerseits einen großen Anteil an Menschen, die auch wirklich bereit sind, viel Geld in Prävention zu investieren.

Anja: auch nicht unbedingt immer in evidenzbasierte Prävention.

Catharina Fischer: Ja.

Anja: Auch das kann man tatsächlich sagen.

Anja: Du hattest es vorhin auch angesprochen, dass wirklich medial da ja auch viel über Social Media und sowas an Präventivmaßnahmen angeboten wird, die wirklich auch teilweise tatsächlich

Anja: aus der Luft gegriffen sind, kann man tatsächlich sagen, aber es wird viel Geld investiert.

Anja: Also einerseits so dieser starke Wunsch, doch etwas zu tun, auch mehr zu wissen, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, etwas für sich zu tun.

Anja: Und auf der anderen Seite eben tatsächlich dann auch so dieses System, in dem wir stecken und das ist

Anja: betrifft viele Gesundheitssysteme, die ja eher so auf diesen Reparaturbetrieb ausgerichtet sind.

Anja: Das heißt, von der staatlichen Seite aus wird ja ganz, ganz viel nicht in die Prävention gesteckt, sondern eher sozusagen in diesen Reparaturbetrieb.

Catharina Fischer: Vielen Dank.

Anja: Und das ist ja momentan für viele Staaten und auch in Deutschland ist das ja sozusagen ein ständiges Thema,

Anja: können wir das in unserer Zukunft eigentlich noch leisten.

Anja: Auf der einen Seite ist es natürlich, Gesundheit ist etwas, ein hohes Gut, was irgendwie auch jedem zusteht und jeder sollte einen Zugang zu Gesundheitssystemen haben und jeder sollte aber auch einen Zugang zu Präventionssystemen haben.

Anja: Da ist die Frage tatsächlich, wie kann man einerseits auf diese auf uns zukommenden Entwicklungen reagieren, ob es nun Fachkräftemangel ist.

Anja: Wer pflegt künftig unsere alternde Gesellschaft?

Anja: Ganz klare Frage.

Anja: Also wie können wir das lösen?

Anja: Wie können wir aber auch mit den Gesprächsfragen,

Anja: gestiegenen oder mit steigenden Gesundheitskosten umgehen, die ja primär dann vielleicht auch erst sozusagen entstehen, wenn Prävention schon gar nicht mehr greift, also wenn es zu spät ist.

Anja: Und natürlich dieses Thema des Klimawandels, das ist so diese eine Seite.

Anja: Und auf der anderen Seite, wie können wir aber dann auch Menschen dazu bringen,

Anja: dass tatsächlich jeder Zugang zur Prävention hat, also nicht nur die Menschen, die auch viel Geld dafür haben, dass aber auch jeder Zugang zu einer evidenzbasierten Prävention hat.

Anja: Also das ist natürlich auch wichtig.

Anja: Wir brauchen Informationen hier.

Anja: Wir müssen einfach Gesundheitsinformationen werten können.

Anja: Also wer sagt überhaupt, was gute Prävention ist und was nicht?

Anja: Und natürlich dann auch sozusagen diese Hürde irgendwie überwinden, dass wir bequeme Tiere sind.

Anja: Also dass Prävention jetzt ja erstmal sozusagen etwas ist, wo ich nicht sofort, also wenn ich krank bin, bin ich sofort dabei, etwas zu tun.

Anja: Aber präventiv etwas zu machen, kostet ja oftmals erstmal Überwindung.

Anja: Ja.

Anja: da zu schauen, wie kann ich eigentlich in Zukunft etwas, ja auch, wie ich sage, entstehen lassen, dass Prävention zu einem fast unsichtbaren Teil vielleicht auch unseres Alltags wird, ja, was nicht mehr so eine große Hürde ist.

Anja: Und das fände ich ein ganz spannendes Thema.

Anja: ganz spannenden Bereich auch zu untersuchen, wie können Technologien dann in Zukunft oder mehr Informationen, unbewusste Informationen eigentlich dazu beitragen, dass zu einem, ja, so wie es bei Seamless Mobility dieser Idee ist, zu einer Seamless Prevention zu machen oder so.

Catharina Fischer: Ja, ich finde das wirklich total spannend, weil ich hatte letzte Woche, glaube ich, auch so einen Post gemacht zu Gesundheit und habe so ein bisschen überspitzt dargestellt, wenn man das tatsächlich mal, also auch in den Organisationen, die Arbeitstätigkeit von der Gesundheit herausdenkt.

Anja: Okay.

Catharina Fischer: Und entsprechend da wirklich auch, was es ja letztendlich bedeuten würde, Angebote gemacht oder Freiräume schafft für die Mitarbeitenden.

Catharina Fischer: Wie teilweise Organisationen anders funktionieren würden, die Menschen natürlich anders funktionieren, weil, wie wir ja alle wissen, eine gute Gesundheit hat Auswirkungen auf alles.

Catharina Fischer: Wie man agiert, wie man kommuniziert, wie viel Leistung man erbringen kann, alles diese Dinge.

Catharina Fischer: Und das finde ich nämlich total spannend, weil wenn wir das jetzt mal so ein bisschen weiterspinnen, dann ist das ja einerseits eine Riesenchance für die Unternehmen, für alle, die da Arbeitskräfte suchen und brauchen in der Zukunft.

Anja: Vielen Dank.

Catharina Fischer: Andererseits ist es natürlich auch etwas, was denke ich mir, gerade wenn es zum gewissen Teil dann vielleicht auch vom Unternehmen zur Verfügung gestellt wird oder unterstützt wird,

Catharina Fischer: könnte man ja auch weiterdenken Richtung Krankenkassen, also da gäbe es ja verschiedene Möglichkeiten, das System ein bisschen anders aufzustellen oder noch anders aufzustellen, wäre es auch ein Zugang für die, die vielleicht jetzt nicht privat hunderte von Euros für so ein Messer ausgeben können, also ich meine hier so ein Messgerät, um es deutlich zu sagen, oder irgendwelche Supplements, also Ernährungsergänzungsdinge,

Catharina Fischer: Und noch weiter gedacht, und da kommen wir noch so ein bisschen jetzt auch auf unser Thema, wie verändert sich dann vielleicht auch Urlaub?

Anja: Ja.

Catharina Fischer: Also es ist ja sozusagen ein Aspekt, zu sagen, okay, ich mache jetzt mal explizit Urlaub, um mir wirklich explizit was Gutes zu tun, im Sinne von tatsächlich Sport, Sporturlaub oder gehe in Urlaub, um da tatsächlich ein bisschen ein Coaching zu bekommen, auch zum Thema Ernährung, ne?

Catharina Fischer: Aber jetzt sind wir mal ehrlich, also das ist ein wachsender Markt, auf jeden Fall.

Catharina Fischer: Aber ich würde mal gerne auch so auf die Breite schauen wollen.

Catharina Fischer: Und ich sage mal, vom Gefühl her fahren ja noch viele, gerade so auch im Pauschalbereich, in Urlaub, um tatsächlich, und das wird ja mal wieder angegeben, die wollen einfach nur raus.

Anja: Mhm.

Catharina Fischer: entspannen, loslassen, sorglos sein.

Catharina Fischer: Und das hat ja auch viel damit zu tun, dass man auf irgendeiner Ebene gesundheitlich vielleicht doch irgendwie was spürt oder sei es halt im Kopf überlastet ist.

Catharina Fischer: Und wenn man da vom System her

Catharina Fischer: vielleicht ein anderes Angebot noch machen würde, ein erweitertes Angebot, hätte das sicherlich auch Auswirkungen auf, wie man vielleicht perspektivisch reist, beziehungsweise was danach gefragt wird.

Anja: Ja, tatsächlich gab es, ich glaube Anfang des Jahres von Booking.com gab es eine, oder ich war im letzten Jahr, weil es Booking.com hat Travel Prediction für 2025 gemacht und dort eben auch aus 33 Ländern zigtausend Menschen befragt, zigtausend Reisende.

Anja: Und da haben 60 Prozent gesagt, dass sie an einem Longevity Retreat interessiert wären, also an einem Retreat, wo sie quasi ihre langen

Anja: ihre Langlebigkeit quasi entweder etwas dazu erfahren können oder Tools dazu bekommen, also was einfach ihrer Healthspan gut tut.

Catharina Fischer: Ja.

Anja: Und auch fast genauso viele als 58 haben gesagt, dass sie für Urlaube bezahlen würden, der eben ihre Lebensspanne verlängert und auch das Wohlbefinden verbessert.

Anja: Und das Interessante jetzt dabei, und da kommen wir dann sozusagen auch an diese Schnittstelle zwischen Zukunft von Gesundheitstourismus und auch dann nochmal diesem Thema der Resonanz, des Resonanztourismus, ist, dass zwei Drittel davon sagten, dass sie eben die Wellnessrituale, haben sie es noch genannt, mit nach Hause nehmen wollen.

Anja: Also tatsächlich auch eine, das ist eine Implikation für den Alltag.

Anja: Und das finde ich wieder interessant.

Catharina Fischer: Mhm.

Anja: Also es geht darum, sozusagen nicht nur eben kurz, wie du sagtest, irgendwo in einen

Anja: in ein All-Inclusive-Resort zu fahren, um dann sozusagen wieder normal anzufangen, wie man vorher gelebt hat, sondern tatsächlich auch etwas mitnehmen zu wollen, was im Alltag vielleicht auch verändert.

Anja: Das heißt, es ist prinzipiell schon da, ein hohes Interesse, dass man eben auch während des Urlaubs, während der Reise da etwas zu erfahren kann, etwa Tools mitbekommt.

Anja: und eben auch genau dafür bezahlen würde und das im Kontext dann auch noch mitnehmen würde.

Anja: Und ich finde das schon auch, das merkt man schon natürlich auch so, es gibt ja immer so kleine Signale, wir arbeiten ja als Zukunfts- und Trendforscher so ein bisschen auch, indem wir einfach Signale beobachten und gucken, was ist da so nur so ein undifferenziertes Rauschen und was ist tatsächlich ein Signal, was man als ein Trendindikator sehen kann.

Anja: Und da haben wir ja schon auch diese ganze, in den letzten Jahren auch diese ganze Retreat, ob es ein Yoga-Retreat sind oder ob es irgendwie auch, also was gibt es nicht alles sozusagen für Retreats von Menopause mittlerweile über Menschen,

Anja: Eisbaden und was auch immer.

Anja: Also wirklich schon bewusst irgendwelche Sachen, die nicht nur zum Entschleunigen da sind, sondern um einen gesundheitlichen Mehrwert zu bekommen.

Anja: Und das finde ich schon auch so ein Indikator dafür, dass sich da etwas verändert.

Anja: Aber natürlich ist die zweite Frage auch hier wieder, wer kann sich das leisten?

Anja: Und da kommen wir dann

Anja: Wieder bei der Frage, wie zugänglich ist es, wie seamless, also wie nahtlos kann das zum einen vielleicht auch gebucht werden oder auch wie nahtlos kann es dann wieder in den Alltag integriert werden.

Anja: Und ja, was kostet es?

Anja: Und das ist sicherlich ein großes Thema da rein.

Catharina Fischer: Ja, total.

Catharina Fischer: Ich habe gerade so ein bisschen, das ist jetzt so ein bisschen, ja, auch wieder ein bisschen überspitzt, glaube ich, gesagt, aber ich habe jetzt gerade so vor Augen, weißt du, so klassisch Pauschalurlaub, ja, und da ist ja durchaus eher manchmal teilweise wenig Bewegung vorgesehen und da

Anja: Ja.

Anja: Ja.

Catharina Fischer: viel essen und wenn man sagt, so eine Pauschale hat, wo man dann auch noch frei trinken kann, wie man möchte.

Catharina Fischer: Also was ich damit sagen will, ist ja, was ich jetzt so als Gedanken ganz spannend finde.

Catharina Fischer: Ich sage jetzt mal, dieses klassische Toastmus-Produkt ist ja nicht unbedingt gesundheitsfördernd, wenn man es mal so ganz auf das Video betrachtet.

Catharina Fischer: Also weil ich, wie gesagt, ich war auch mal schon sehr, sehr lange her

Catharina Fischer: auf einem Schiff und ich glaube, es gab, wie gesagt, zum Frühstück war es dazwischen, dann gab es Mittag, dann gab es Kaffee, dann gab es Abendblühe und dann gab es ein Mitternachtsblühe und du konntest dich sozusagen tot futtern, ja, von früh bis spät und genauso viel trinken von früh bis spät.

Anja: Vielen Dank.

Catharina Fischer: Also das ist jetzt, wie gesagt, soll ich keinen angreifen, ja, das ist jetzt alles ein bisschen überschwitzt, aber ich finde es schon sehr spannend, das mal so ein bisschen aus diesen verschiedenen Aspekten zu betrachten, weil

Catharina Fischer: Weil ich schon immer so ein bisschen schaue, was könnten eigentlich tatsächlich auch so ein bisschen mehr systemische oder angebotsseitige, gerade auch im Reisesektor Dinge sein, die dann wirklich auch nachhaltig verändern, beziehungsweise was könnte auch ein Produkt sein, wie du ja auch sagtest, was es nicht tausend von Euro kostet, ja.

Anja: Okay.

Catharina Fischer: was sich auch eine breite Masse leisten kann und um mit dem man sich dann auch trotzdem was Gutes tut.

Catharina Fischer: Auch wenn es jetzt nicht das High Class Luxury Longevity Camp ist, ist klar, dass das jetzt nur für bestimmte Milieus irgendwie teilweise auch erstrebenswert ist, sage ich mal, oder machbar ist.

Catharina Fischer: Aber ja,

Catharina Fischer: Also gerade was das Thema angeht, das ist ja wirklich essentiell, was wir auch vorhin gesagt hatten, in Richtung gesellschaftlicher Wandel bzw.

Catharina Fischer: demografischer Wandel, Klimawandel, all diese Dinge.

Catharina Fischer: Es ist ja wirklich ein, müsste ja auf breiter gesellschaftlicher Ebene stattfinden und Angebote schaffen und wie gesagt nicht nur für einen Teil der Bevölkerung.

Anja: Ja, genau.

Anja: Und ich denke, das fängt natürlich dann sozusagen nicht nur unterwegs im Reisesegment an, sondern natürlich ist es auch schon eine Frage, wie organisiert man Gesellschaft überhaupt in einer Destination, in einem Staat, in einer Kommune oder sowas.

Anja: Also auch hier haben wir ja die Frage, welchen Zugang habe ich zu Gesundheitsangeboten und was wird mir eigentlich den ganzen Tag präsentiert?

Anja: Also wenn ich in einen klassischen Supermarkt gehe, habe ich ja quasi mehr eigentlich an Fertignahrung und mehr an

Anja: an Tütensuppen zur Verfügung als an frischen Geschichten.

Anja: Und hier reden wir sozusagen noch nicht mal von Ländern, die noch wesentlich weniger Zugang zu diesen frischen Produkten haben.

Catharina Fischer: Ja.

Anja: Also da fängt es ja eigentlich an und dann kriegt das ja sozusagen ein Stück weit ein Überkonsum innerhalb dieser All-Inclusive-Geschichten, die du gerade auch genannt hast.

Anja: Und da ist sicherlich so die Frage, wie kann man da...

Anja: anders andere Angebote auch machen und es ist die Frage, wollen die Kunden oder die Touristen, die Reisen tatsächlich diesen Überfluss haben und ich möchte das tatsächlich auch in Frage stellen.

Anja: Also ob wir in dieser Überflussgesellschaft, ob das nicht sozusagen ein Stück weit auch einfach diesen Peak erreicht hat und nicht auch hier ein Stück weit eine Verantwortung haben,

Anja: bei den Unternehmen liegt ganz egal, ob sie nun einen Supermarkt quasi bestücken oder ob sie ein Ressort ausstatten mit Nahrung, aber auch mit Angeboten, was man da tatsächlich auch an neuen Bedürfnissen eher adressieren kann.

Anja: Neue Bedürfnisse, die tatsächlich nicht unbedingt in Richtung Verzicht gehen.

Anja: Es geht ja nicht irgendwie um eine Fastenkur oder sowas, sondern tatsächlich einfach auch zu zeigen, man kann tatsächlich auch eben, ja,

Catharina Fischer: Vielen Dank.

Anja: andere mit anderen Methoden gut leben, vielleicht auch Urlaub genießen oder durchaus Urlaub genießen und sich erholen und gleichzeitig sozusagen weder sich noch vielleicht dem Klima oder dem Alterungsprozess schaden.

Anja: Also das ist, glaube ich, aus meiner Perspektive ist das sicherlich eine Aufgabe, die sich eben auch die Anbieter von All-Inclusive und All-Inclusive

Catharina Fischer: Ja.

Anja: von diesem Ressource mal annehmen könnten und schauen können, wie kann ich das eigentlich umsetzen, welche Verantwortung habe ich tatsächlich auch und wie kann ich das so umsetzen, dass ich trotzdem eben noch die Grundbedürfnisse der Reisenden ansprechen kann und ich

Anja: Was ich denke, ist, dass viele Menschen natürlich auch einfach in diesen Angeboten ein Stück weit diese Entschleunigung schon allein im Buchungsprozess haben.

Anja: Also ich buche etwas und muss mich ja um nichts mehr kümmern.

Anja: Und das ist ja auch etwas, was in den letzten Jahren tatsächlich auch wieder zugenommen hat, dass Menschen gerne wieder etwas buchen, wo sie nicht alle Bausteine sich selbst organisieren müssen, sondern wo sie einfach so ein Komplettpaket haben.

Catharina Fischer: Ja.

Anja: das Komplettpaket dann tatsächlich auch noch einen Mehrwert hat in dieser Richtung der Prävention, das fände ich durchaus schon eine Überlegung, die ich auch diesen Unternehmen mitgeben würde, da mehr drauf zu setzen.

Anja: Ja.

Catharina Fischer: Was ich dann auch ganz kurz erwähnt, das ist immer schön, aber das ist ein gutes Beispiel jetzt, da schließt sich zum Beispiel auch der Kreis zur Nachhaltigkeit.

Catharina Fischer: Man kann das Thema jetzt sozusagen aus so einem Präventionsaspekt im Hinblick auf individuelle Gesundheit betrachten, aber man könnte das Thema genauso gut aus der Nachhaltigkeitsperspektive vom Unternehmen her aus betrachten und

Anja: Ja.

Anja: Ja.

Catharina Fischer: Dann würde man vielleicht auch zu dem Schluss kommen, dass man, nehmen wir jetzt einfach mal das Thema Essen, Food, dass man dann vielleicht ein anderes Angebot macht.

Catharina Fischer: Und das finde ich immer ganz schön, weil das jetzt einfach mal schön zeigt, wie diese Dinge eigentlich aus unterschiedlichen Perspektiven dann doch wieder ineinander laufen.

Catharina Fischer: Und das Präventionsthema könnte so

Catharina Fischer: gut und gerne auf Unternehmensebene im Kontext einer Nachhaltigkeitsstrategie sozusagen ein Punkt, ein Thema sein, was wiederum dann auch zu anderen Dingen führt.

Anja: Genau.

Anja: Genau, also wenn wir auch nochmal zurück, also wenn wir davon, wir gehen davon aus, klar, Prävention hängt mit dem Thema oder mit dem Megatrend der Gesundheit zusammen, ja.

Anja: Es setzt nur eben an, bevor ich sozusagen krank werde oder bevor ich sozusagen, und das ist natürlich auch eine Prävention, wenn wir da Gesundheit auch nochmal an diesen verschiedenen Dimensionen denken, hin von dem, was bringe ich als Individualperson von meiner Genetik her mit, also da kalbe ich ja manchmal weniger Einflussmöglichkeiten drauf, bis hin zu meinem Lebensstil, bis hin zu der

Anja: Zu dem Ort, wie ich wohne, wie ist meine Luftverschmutzung, wie ist die politische Situation.

Anja: Das hat natürlich alles etwas mit meiner Gesundheit zu tun, wenn ich in einem instabilen Land wohne oder in Kriegsgebieten oder in wirklich hoch verschmutzten Gegenden.

Catharina Fischer: Ja.

Anja: Und natürlich dann aber tatsächlich auszahlen geht es bis hin zu der Frage der planetaren Gesundheit.

Anja: Und das ist natürlich auch ein Stück weit dann Prävention.

Anja: Insofern habe ich nochmal aus einer unternehmerischen, organisatorischen Perspektive

Anja: tatsächlich ja auch diese starke, sollte ich ein starkes Interesse haben, eine Destination in diesen Kontexten zu schützen, nicht nur für die Menschen, die zu Gast kommen, sondern natürlich auch für die Menschen, die vor Ort sind.

Anja: Also hier auch wieder dieses Thema ganzheitlich zu denken, aus dem Thema der Lebensqualität vor Ort zu denken und natürlich auch nochmal dann für die Menschen, die dort arbeiten.

Anja: Also auch da greifen sozusagen wieder verschiedene Themen, mit denen wir uns ja auch sonst beschäftigen, ineinander.

Anja: Also

Anja: Und das finde ich tatsächlich auch dann wiederum so spannend, wenn wir nochmal auf diese Ausgangsthese von mir zurückkommen, wird es zukünftig eine eigene Branche werden?

Anja: Ist es tatsächlich etwas wie eine neue Branche?

Catharina Fischer: Ja.

Anja: Ich habe auch zur Diskussion gestellt bei dem Zukunftssalon am 3.

Anja: April, es könnte auch als Infrastruktur gedacht werden.

Anja: Ich denke, da lässt sich momentan keine eindeutige Antwort darauf geben.

Anja: Es wird sich zeigen.

Anja: Für mich ist es aber momentan tatsächlich ein

Anja: eine große Tendenz Richtung einer neuen Branche, wie es irgendwann auch mal eine Biobranche sich sozusagen entwickelt hat und relativ groß geworden ist, seit 20 Jahren mehr oder weniger besteht, so halte ich für diesen Präventionsmarkt durchaus auch so facettenreich, dass er wirklich zu einer neuen Branche avanciert und natürlich darüber dann in die unterschiedlichen Industrien Einzug erhält.

Catharina Fischer: Ja, spannend.

Catharina Fischer: Also ich könnte darüber noch stundenlang weiterreden.

Catharina Fischer: Aber wir machen sicherlich nochmal eine Folge dazu, weil ich glaube... Ja.

Anja: Ja, bestimmt.

Anja: Also ich möchte auch an dem Thema dranbleiben.

Anja: Das war erst ein bisschen der Auftakt, auch dadurch, dass die Workshop-Teilnehmer beim Zukunftssalon natürlich auch ihre Expertenwissen mit eingebracht haben, nochmal das auszuwerten und vielleicht, also ja.

Catharina Fischer: Ja.

Anja: Wer mag, kann gerne mit mir da auch nochmal Kontakt aufnehmen, wer vielleicht auch Interesse hat, dazu noch eine eigene Publikation zu erstellen.

Anja: Also das Thema ist sozusagen, es pressiert aus meiner Perspektive dringend, es ist pressiert und ich werde da auf jeden Fall dranbleiben und weiterforschen und dann werden wir sicherlich auch noch weiter darüber sprechen in dem einen oder anderen Kontext.

Catharina Fischer: Wunderbar, sehr schön.

Catharina Fischer: Das war doch ein sehr schöner Einblick zum Thema Prävention und vielfältig wie immer.

Catharina Fischer: Aber irgendwie ist das ja sozusagen der Kern unserer Zeit.

Catharina Fischer: Die Dinge sind halt miteinander verzahnt.

Anja: Genau, die Dinge sind komplex.

Catharina Fischer: Ja.

Anja: Es ist ein Element unserer Zeit, aber es ist natürlich auch ein Element unserer Tätigkeit, Katharina.

Anja: Also dass wir einfach sozusagen aus einer generalistischen Perspektive auf Dinge blicken, sie systemisch denken und dadurch natürlich auch immer wieder diese Vielfältigkeit eben auch in die Betrachtung mit reinnehmen müssen.

Anja: Ja, gerne.

Catharina Fischer: Ja, das ist stimmt.

Catharina Fischer: Wunderbar.

Catharina Fischer: Vielen Dank dir.

Catharina Fischer: Wir können schon so viel sagen.

Catharina Fischer: Die nächste Folge wird dann wieder eine Folge zu Impulse for Travel.

Anja: Ich kann uns die Ergebnisse anschauen.

Catharina Fischer: Unsere Brancheninitiative, die ist ja jetzt gestartet.

Catharina Fischer: Kann man vielleicht hier an der Stelle auch nochmal einen Aufruf machen.

Catharina Fischer: Gilt natürlich für das Jahr 2025.

Catharina Fischer: Also falls jemand diese Folge in 2026 hört, gilt es nicht mehr.

Catharina Fischer: Genau, da kann man schon dann die Ergebnisse anschauen.

Catharina Fischer: Aber jetzt gibt es gerade die Vorab-Sessions in den verschiedenen Segmenten und da kann man sich gerne anmelden und mit dran teilnehmen.

Catharina Fischer: Genau, ja und damit würde ich sagen, gehen wir weiter in diesem Tag in unserer Arbeit und wir sehen uns recht bald, wie immer.

Anja: Genau, ja.

Anja: Dann habt noch einen schönen Tag, Katharina, und auch eine gute Woche.

Catharina Fischer: Ja, dir auch.

Anja: Wir hören.

Catharina Fischer: Ciao, ciao.

Catharina Fischer

Catharina Fischer

Anja

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Anja

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Catharina Fischer

Anja

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