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#65 Interview mit Cécile Meyer-Bartsch Leitbild als Dialograum |Zeit für Menschen schaffen | Loslassen ist ein Lernproze image

#65 Interview mit Cécile Meyer-Bartsch Leitbild als Dialograum |Zeit für Menschen schaffen | Loslassen ist ein Lernproze

Führen mit Herz & Verstand
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48 Plays5 months ago

In dieser Folge spricht Normen Ulbrich mit Cécile Meyer-Bartsch – Personalleiterin, Prokuristin und Mitglied der Geschäftsleitung der Mölders Holding – über mutige Kulturarbeit, nachhaltige Personalentwicklung und den langen Atem, den echte Transformation braucht. Cécile bringt über 20 Jahre Erfahrung in der HR-Arbeit mit – und ein Herz für Menschlichkeit, Klarheit und echte Beteiligung.

Sie zeigt, wie ein Leitbild mehr wird als ein Plakat an der Wand – nämlich ein lebendiges Dialogangebot an alle im Unternehmen. Warum Führung mit Haltung beginnt, wie Rituale wie Murmeln dabei helfen, Wertschätzung zu verankern – und weshalb Veränderung nicht ohne Selbstreflexion funktioniert, teilt sie mit bewegenden Beispielen und praktischen Impulsen.

🔎 Themen dieser Folge:

• Vom Leitbild zur gelebten Kultur: Wie aus Workshops echte Bewegungen werden

• Führung mit Haltung: Warum Zuhören, Loslassen und Vertrauen essenziell sind

• Murmeln, Bohnen, Coffee-Dates: Kleine Rituale mit großer Wirkung

• Zwischen Digitalisierung und Menschlichkeit: Wie Führung Zeit für Dialog schafft

• Kultur-Botschafter:innen bei Mölders: Multiplikator:innen für Zukunftskompetenz

Links: Cécile Meyer-Bartsch auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/c%C3%A9cile-meyer-bartsch-b9a00826a
https://www.moelders.de

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🖼️ Das Führungsposter: Dieses Poster bietet Führungskräften und Teams inspirierende Grundsätze, um eine positive und unterstützende Atmosphäre zu schaffen. Es fördert Innovation, Zusammenarbeit und persönliche Entwicklung und stärkt so die Führungskompetenzen im Unternehmen. Das Führungsposter ist in den Größen A3 und A2 erhältlich. Du findest es bei uns im Shop.

Recommended
Transcript

Einfluss der Führungskultur auf den Unternehmenserfolg

00:00:00
Speaker
Aber unser Leitbild leitet uns dazu an, eben dann zu sagen, Moment mal, das fand ich jetzt nicht in Ordnung und ich hätte mir in der Situation echt was anderes von dir gewünscht.
00:00:10
Speaker
Und das immer im Dialog, auch mit den Führungskräften, mit den Menschen vor Ort.
00:00:14
Speaker
Der Erfolg eines Unternehmens hängt ganz entscheidend von der Führungskultur im Unternehmen ab.
00:00:20
Speaker
Denn wenn sich Mitarbeiterinnen zufrieden fühlen, steigt die Produktivität um bis zu 20%.
00:00:27
Speaker
Doch die Frage lautet, wie kann das bei dem hohen Druck der Zeitverdichtung und den vielen operativen Aufgaben gelingen?
00:00:34
Speaker
Lausche den Deep Talks und erhalte erprobte und praxisnahe Führungswerkzeuge für eine sinn- und menschenorientierte Führung.
00:00:41
Speaker
Erlebe gleichzeitig, wie eine positive innere Haltung den Unterschied bei meinen Gästen gemacht hat.

Vorstellung von Cécile Meyer-Batsch und ihre Leidenschaft

00:00:48
Speaker
Ich bin Norm Ulbrich und heiße Dich herzlich willkommen zu meinem Podcast Führen mit Herz und Verstand.
00:00:56
Speaker
Heute darf ich euch einen ganz besonderen und wunderbaren Gast ankündigen.
00:01:00
Speaker
Seit über 20 Jahren gestaltet sie mit Leidenschaft und Klarheit die Personalarbeit.
00:01:05
Speaker
Heute trägt sie bei der Mölders Holding Verantwortung als Personalleiterin, Prokuristin und Mitglied der Geschäftsleitung.
00:01:12
Speaker
Ihr Herz schlägt für Führungskräfteentwicklung und besonders für den Kulturwandel im Unternehmen.
00:01:17
Speaker
Was sie antreibt,
00:01:19
Speaker
Die Überzeugung, dass Unternehmenskultur nur dann Wirkung entfaltet, wenn Menschen mitgestalten dürfen.
00:01:25
Speaker
Deshalb hat sie die Mölders Akademie geprägt, KulturbotschafterInnen aufgebaut und Programme ins Leben gerufen, die Mut machen, Veränderungen zu gestalten.
00:01:35
Speaker
Auch über den Job hinaus ist ja Engagement spürbar.
00:01:38
Speaker
Als ehrenamtliche Richterin am Landesarbeitsgericht Niedersachsen, Mitglied in der IHK-Vollversammlung,
00:01:44
Speaker
Und leidenschaftliche Sängerin, die in Yoga Kraft und Balance findet.
00:01:49
Speaker
Was mich besonders beeindruckt, mit einer wohltuenden Mischung aus Klarheit, Begeisterung und echter Wertschätzung gelingt es ihr Menschen für neue Wege zu gewinnen und Unternehmenskultur lebendig werden zu lassen.
00:02:00
Speaker
Und damit sage ich herzlich willkommen im Podcast.
00:02:02
Speaker
Ich freue mich riesig, dass du heute hier bist.
00:02:04
Speaker
Cécile Meyer-Batsch.

Céciles erste Erfahrungen und der Wandel zur kulturellen Entwicklung

00:02:07
Speaker
Danke, Norman.
00:02:08
Speaker
Was für eine schöne Begrüßung.
00:02:10
Speaker
Toll.
00:02:10
Speaker
Vielen Dank.
00:02:12
Speaker
Sehr gerne.
00:02:14
Speaker
Cécile, wir springen direkt rein in einen Moment, ein paar Tage zurück.
00:02:21
Speaker
Nämlich, wenn du an deinen ersten Arbeitstag als junge Personalleiterin zurückdenkst, gibt es da irgendwie ein Bild oder vielleicht einen Moment, der dir irgendwie bis heute lebendig vor Augen steht?
00:02:33
Speaker
Ja, tatsächlich.
00:02:34
Speaker
In der Tat.
00:02:37
Speaker
Mein Bild ist ein großer Aktenberg von Papieren und Personalakten und Dingen, die in die Personalakten hineinkommen und bergeweise Bewerbungsunterlagen.
00:02:51
Speaker
Das war so mein Start.
00:02:54
Speaker
Und
00:02:55
Speaker
Ja, das beschreibt das, glaube ich, tatsächlich sehr gut, weil es war eine Menge an Dingen, die da einfach darauf gewartet haben, sortiert und gut strukturiert auf den Weg gebracht zu werden.
00:03:07
Speaker
Also den spüre ich förmlich noch, den Berg an zu sagen.
00:03:12
Speaker
Das hat dich nachhaltig beeinflusst, ja?
00:03:13
Speaker
Tatsächlich.
00:03:16
Speaker
Jetzt würde ich sagen, also auch mit dem, wie ich dich anmoderiert habe und wie ich dich so verstanden habe oder wie ich dich erlebe und sehe,
00:03:29
Speaker
ist ja dein Bild von Personalarbeit nicht Aktenarbeit, sondern es geht irgendwie um Kultur.
00:03:35
Speaker
Das heißt, es muss ja um Menschen gehen, um Bedürfnisse auch von Menschen, von Organisationen.
00:03:44
Speaker
Gab es irgendwas, also es war ja dann viel später, aber was dich bewegt hat in Richtung Unternehmenskultur und Leitbildentwicklung bei Mölders zu gehen?
00:03:54
Speaker
Ja, was hat mich da bewegt?
00:03:55
Speaker
Tatsächlich die Erkenntnis oder auch der Wunsch von vielen Führungskräften und auch von vielen Menschen, sich weiterzuentwickeln, die Zukunft aktiv zu gestalten und weg von diesem täglichen Druck, der einen belastet, hin zu, wie soll ich das beschreiben?

Herausforderungen und Chancen der kulturellen Transformation bei Mölders

00:04:18
Speaker
Ja, spürbare Freiheit in dem, was ich tue und auch mehr
00:04:23
Speaker
Ja, mehr Freude bei der Arbeit.
00:04:25
Speaker
Denn ich spüre das tatsächlich fast täglich, wie sich Menschen bemühen, ihre Arbeit zu erledigen und voranzukommen und gleichzeitig aber auch einer großen Belastung erliegen.
00:04:39
Speaker
Das ist kassierig.
00:04:40
Speaker
kam natürlich jetzt auch durch die letzten Jahre, das ist ja an keinem von uns spurlos vorbeigegangen, hat das sicherlich nochmal intensiviert, das war auch vorher aber schon spürbar, dass so ein bisschen Angst vor der Zukunft herrscht und das finde ich für so einen Weg in die Zukunft nicht so ganz schön und auch nicht so ganz einfach, wenn man da so von Ängsten geplagt wird und für sich vielleicht gar nicht so das
00:05:03
Speaker
Und ich weiß auch gar nicht, warum das so über mich kommt und warum das so in mir drin steckt, aber es macht mir unheimlich viel Spaß, den Menschen dann Räume zu zeigen und insbesondere auch Räume zu eröffnen, was ich zum Glück bei Mölders darf.
00:05:21
Speaker
dass man dann eben anders in die Zukunft gehen kann und sich von diesen Belastungen im Idealfall befreien kann, zumindest einen anderen Weg findet, damit umzugehen, sodass eben wirklich Arbeit Spaß macht.
00:05:35
Speaker
Ich habe vor einiger Zeit eine Keynote gehalten, die hatte mit Kommunikation zu tun, aber wahrscheinlich auch gibt es viele Parallelen.
00:05:45
Speaker
Da muss ich gerade denken, mehr Freude und Erfolg bei der Arbeit.
00:05:51
Speaker
Das ist ja so das, was du gerade so beschrieben hast.
00:05:53
Speaker
Wie gelingt das quasi?
00:05:54
Speaker
Ja.
00:05:56
Speaker
Nicht nur irgendwie angestrengt, um verbissen zu sein, sondern auch irgendwie, also Sinnhaftigkeit ist ja da irgendwie so ein fast schon Modewort, Purpose irgendwie.
00:06:06
Speaker
Aber ich sag mal, neben der Mode zeigen ja auch, ich weiß gar nicht, wie viele Untersuchungen und Befragungen von Menschen wie Menschen,
00:06:17
Speaker
Also was das für einen Impact hat auf Gefühle, aber auch damit irgendwie auf Produktivität, so aus der unternehmlichen Perspektive.
00:06:25
Speaker
Ja, absolut.
00:06:26
Speaker
Nicht nur auf das Wohlbefinden, das ist ja das eine.
00:06:28
Speaker
Aber tatsächlich geht das ja im Unternehmen dann wirklich mit Produktivitätssteigerung einher, mit Senkung von Krankentagen, mit Fluktuationsquoten, die sinken.
00:06:39
Speaker
Und das ist ja irgendwie großartig.

Zukunft der Arbeit und Rolle der Mitarbeiter

00:06:42
Speaker
Also das ist ja genau, das ist ja ein Anknüpfungspunkt, gerade in Zeiten von, also auch wenn wahrscheinlich viele das gerade schon nicht mehr glauben, aber in Zeiten von Fachkräftemangel, der ja trotzdem immer noch da ist, also obwohl gerade Arbeitsplätze abgebaut werden irgendwie in Deutschland und trotzdem, das ist ja ein bisschen das Schizophrenie, gibt es in zumindest Teilbranchen ja trotzdem Fachkräftemangel.
00:07:06
Speaker
Der ist ja nicht weg.
00:07:08
Speaker
Und Arbeit verändert sich auch sehr stark, das gehört ja auch noch mit dazu, ne?
00:07:12
Speaker
Ja, sag mal, was geht dir da durch den Kopf, wenn du das sagst?
00:07:16
Speaker
Naja, ich denke mir schon dabei, Mensch, wie wird unsere Kassenkraft in fünf Jahren unterwegs sein?
00:07:25
Speaker
Wird da überhaupt noch eine Kasse stehen oder tragen die Menschen die Sachen so aus unserem stationären Handel hinaus?
00:07:30
Speaker
Und wie verändern sich dann auch andere Arbeitsplätze?
00:07:33
Speaker
Also auch das Thema autonomes Fahren wird ja irgendwann kommen, auch wenn da keiner mehr so richtig dran glaubt.
00:07:40
Speaker
Ich fürchte, das geht nicht an uns vorbei und kann auch überhaupt gar nicht an uns vorbeigehen, wenn wir, ich sage mal, die große Welt neu denken wollen und auch müssen.
00:07:52
Speaker
Das betrifft man natürlich jeden Einzelnen an seinem Arbeitsplatz ganz unterschiedlich.
00:07:56
Speaker
Und da bin ich eben dabei und das macht mir auch wirklich unheimlich viel Spaß, den Menschen dort den Mut zu machen, dass jeder, aber wirklich jeder, der das will, das aktiv mitgestalten kann und dafür die Voraussetzungen, Rahmenbedingungen zu schaffen.
00:08:12
Speaker
Ist nicht immer ganz einfach und sicherlich auch herausfordernd, aber es macht unheimlich viel Spaß, wenn das gelingt, wenn man sieht, wie die Menschen dann auch wirklich Lust und Leidenschaft entwickeln, sich dann dort einzubringen und wirklich die Zukunft aktiv mitzugestalten, ihre Ideen und ihre Kreativität sprudeln lassen und wir dann gemeinsam so vorankommen.
00:08:32
Speaker
Das ist einfach toll zu sehen.
00:08:33
Speaker
Ihr habt ja...
00:08:38
Speaker
In Corona oder kurz vor Corona habt ihr euer Leitbild entwickelt, ne?

Digitales Engagement während Corona

00:08:43
Speaker
Mitten im tiefen Corona-Zeitalter, genau.
00:08:47
Speaker
Du hast das ja so gesagt, also ich habe so einen Führungsgrundsatz, der passt da ganz gut zu, finde ich.
00:08:51
Speaker
Orientierung schafft Sicherheit und Sicherheit schafft Vertrauen.
00:08:54
Speaker
Und aus meiner Perspektive sind Führungskräfte quasi genau für dieses Orientierungsgeben verantwortlich, ne?
00:09:03
Speaker
Ich sage mal im ganz Kleinen, was machen wir heute an diesem Tag bis hin zum ganz Großen, wo wird unser Unternehmen in fünf Jahren, in zehn Jahren stehen, um diese Ängste und Sorgen quasi, um denen zumindest mal zu begegnen.
00:09:20
Speaker
Ob man die jetzt bei allen Menschen dadurch beseitigt, das glaube ich nicht, aber zumindest ist es ein Angebot.
00:09:26
Speaker
Ja, auf jeden Fall.
00:09:28
Speaker
War das dann Teil eurer Überlegung, als ihr diese Leitbildentwicklung da in Corona gestartet habt oder war das sozusagen eher zufällig?
00:09:37
Speaker
Nee, zufällig war das nicht.
00:09:38
Speaker
Wir haben tatsächlich schon, ich sage mal, anderthalb Jahre vorher darüber nachgedacht, dass wir, also eigentlich wollten wir eine neue Strategie entwickeln.
00:09:49
Speaker
Und daraus entstanden ist die Überlegung, Mensch, bevor wir eine neue Strategie entwickeln, wäre es ja wohl sinnvoll, wenn wir unsere Menschen erstmal dafür stark machen,
00:09:59
Speaker
so eine Strategie im Zweifel mitzugestalten und uns dabei zu unterstützen, das dann auch gut auf den Weg zu bringen.
00:10:08
Speaker
Und so ist ja seinerzeit unsere Kulturbotschafterausbildung gestartet, weil wir erstmal an den Menschen...
00:10:15
Speaker
direkt unterstützen wollten und die Menschen wirklich dahingehend zu entwickeln, dass sie Mut haben, dass sie ihre Stärken entdecken, dass sie ihre Potenziale entfalten und auch Lust haben, das ins Unternehmen reinzubringen.
00:10:30
Speaker
Und das betrifft ja Führungskräfte ganz genauso.
00:10:32
Speaker
Da sind ja auch irgendwie keine anderen Menschen.
00:10:34
Speaker
Die haben nur andere Aufgaben als andere Menschen vielleicht.
00:10:37
Speaker
Und
00:10:39
Speaker
Daraus ist dann entstanden, dass wir irgendwann gesagt haben, so jetzt haben wir unsere Menschen ein Stück weit stark gemacht, jetzt können wir eigentlich auch den nächsten Schritt gehen.
00:10:49
Speaker
Und dann wussten wir nicht so recht, wie machen wir das, weil wir natürlich auch die Herausforderung haben mit 16 Standorten, dass das nicht ganz so einfach ist, da immer jeden überall und gleichzeitig zu erreichen.
00:11:02
Speaker
Und dann war vielleicht Corona sogar ein Glück für uns.
00:11:06
Speaker
Ich möchte es aber eigentlich gar nicht so bezeichnen.
00:11:10
Speaker
Wir haben vielleicht die Gunst der Stunde genutzt, weil wir eh schon in den Überlegungen gewesen sind und haben gesagt, so komm, das hilft jetzt einfach, um mit den Menschen in Kontakt zu bleiben, die wir nicht besuchen durften, wenn wir es einfach digital machen.
00:11:24
Speaker
Und klar hat das nicht nur Vorteile, sondern auch ein paar Nachteile.
00:11:28
Speaker
Aber die Vorteile waren, dass wir mitten in Corona wirklich mit allen Menschen im Gespräch gewesen sind.
00:11:34
Speaker
Und das hat natürlich zu einem großen Zusammenhalt beigetragen.
00:11:39
Speaker
Und im Übrigen hatten die Menschen in der Corona-Zeit ja auch ein bisschen mehr Zeit als sonst, weil man ja nicht wirklich weg konnte, sondern man war irgendwie auch so ein bisschen in seiner Heimat gefangen.
00:11:52
Speaker
Und insofern war das, glaube ich, auch für alle ein schöner Moment, um wenigstens digital zusammenzukommen und die Gedanken auszutauschen.
00:12:02
Speaker
Und das hat uns in der Zeit wahnsinnig geholfen, da Dinge gemeinsam auf den Weg zu bringen.
00:12:08
Speaker
Und was du gesagt hast, stimmt.
00:12:09
Speaker
Einfach Sicherheit und Orientierung zu geben und die Menschen spüren zu lassen, ihr seid da nicht alleine da draußen.
00:12:16
Speaker
Wir sind eine große Gemeinschaft und wir haben auch vor, die Zukunft gemeinsam zu gestalten.
00:12:23
Speaker
Irgendwann ist Corona vorbei und da freuen wir uns alle drauf.
00:12:26
Speaker
Und bis dahin, lasst uns doch gemeinsam überlegen, wie wir das bestmöglich gestalten können.
00:12:30
Speaker
Und schon mal für die Zukunft ein bisschen vordenken, wo da unsere gemeinsame Reise hingehen soll.
00:12:36
Speaker
Und das war ganz wunderbar zu sehen in so vielen digitalen Workshops, wie die Leute da Ideen entwickelt haben.
00:12:42
Speaker
Und wir haben tatsächlich auch jemanden dabei gehabt, der hat unsere ganzen Ideen auch aufgezeichnet.
00:12:49
Speaker
sodass wir dann Bilder hatten, die wir auch nochmal mit in die Standorte geben konnten für die Menschen, die vielleicht nicht dabei sein konnten oder auch nicht wollten.
00:12:56
Speaker
So, Graphic Recorder, ne?
00:12:58
Speaker
Genau.
00:12:59
Speaker
Und das war ganz wunderbar.
00:13:00
Speaker
Also von diesen Bildern leben wir heute noch.
00:13:03
Speaker
Unser Leitbild ist ja auch ein Bild.
00:13:05
Speaker
Ein großes Wimmelbild.
00:13:07
Speaker
Und das hilft uns unheimlich, um über die Bilder zu sprechen und das, was da drauf ist und sich darüber zu unterhalten.
00:13:14
Speaker
Was siehst du dort?
00:13:15
Speaker
Was macht das mit dir?
00:13:16
Speaker
Was bedeutet das für dich an deinem Arbeitsplatz, dieses konkrete Bild?
00:13:19
Speaker
Und das hilft, um im Austausch zu bleiben und transparent die Themen auch an die Menschen zu bringen.
00:13:27
Speaker
Das ist tatsächlich aber auch nach wie vor eine große Arbeit, die wir leisten.
00:13:34
Speaker
Genau, da würde ich gerne noch ein bisschen tiefer bohren.
00:13:37
Speaker
Ich habe mir aber noch ein paar Sachen aufgeschrieben, die dürfen wir nicht vergessen.
00:13:41
Speaker
Zum einen, du hast ja gerade gesagt, Corona war ein Glück für uns und dann warst du ja ein bisschen fast schon beschämt, das so zu sagen.
00:13:50
Speaker
Das fand ich ganz witzig, weil...
00:13:53
Speaker
Ich habe da hinten an meinem Whiteboard, was da hängt, da hängt noch eine Moderationskarte.
00:14:00
Speaker
Corona schenkt mir etwas Unbezahlbares, steht da drauf.
00:14:03
Speaker
Ja.
00:14:05
Speaker
Weil, da muss ich gerade dran denken, also meine Auftragsbücher waren ja leer quasi, einen Tag nachdem der Lockdown war im März.
00:14:17
Speaker
Und...
00:14:19
Speaker
Dann bin ich erst mal in so ein tiefes Loch gefallen irgendwie.
00:14:22
Speaker
Und da habe ich mich mit einem Freund, wir haben uns dann jeden Morgen getroffen um sechs virtuell oder um sieben, weiß gar nicht mehr, und haben uns dann so gegenseitig gecoacht.
00:14:31
Speaker
Der hatte eine ähnliche Situation wie ich.
00:14:34
Speaker
Und ich glaube, nach zwei oder zweieinhalb Wochen habe ich diesen Satz aufgeschrieben, weil ich dann quasi mich aus dem Loch freigekämpft hatte und gesehen habe, okay, da gibt es natürlich eine Menge Mist, aber es gibt auch eine Menge Chancen auf einmal.
00:14:49
Speaker
Und deshalb fand ich diesen Satz, den du gerade gesagt hast, das war vielleicht auch euer Glück, ihr habt es halt genutzt.
00:14:58
Speaker
Ja, genau.
00:14:59
Speaker
Und ich glaube, das ist der Punkt von dem, was du gerade auch erzählt hast.
00:15:04
Speaker
Darum geht es ja zum Beispiel auch in unserer Ausbildung, was wir unseren Menschen an Entwicklung ermöglichen.
00:15:11
Speaker
Es passiert immer ganz viel Scheiße um uns herum, wenn ich das mal so aufdrücken darf.
00:15:15
Speaker
Aber es geht ja darum, zu sehen,
00:15:19
Speaker
wie gelingt es mir da rauszukommen und nicht da drin stecken zu bleiben und wirklich der Fokus auf das Gelingende.
00:15:26
Speaker
Und das hat auch nichts mit Schönfärberei zu tun oder rosa Wolken, die da immer am Himmel schweben.
00:15:32
Speaker
Es hat damit zu tun, dass man wirklich guckt, wie kann ich meine Energiereserven für sinnvolle Dinge nutzen und mich nicht mit den, wir nennen sie bei uns Energiewampiren, beschäftigen, sondern wirklich zu gucken,
00:15:47
Speaker
Bei allem, was scheiße läuft und alles, was schlimm ist und alles, was furchtbar ist.
00:15:51
Speaker
Es gibt so viele tolle Dinge, die aber auch gut laufen.
00:15:55
Speaker
Und wahrscheinlich neigen wir Deutschen ein bisschen dazu, immer erst mal nur in die negative Ecke zu blicken und dort irgendwie alles...
00:16:06
Speaker
ganz detailliert aufzusammeln, was da so rumliegt.
00:16:10
Speaker
Es gibt aber auch die andere Ecke, wo ganz viele tolle Dinge passieren.
00:16:14
Speaker
Und ja, ich habe die Erfahrung gemacht, dass es viel schöner ist, in die andere Ecke zu gucken.
00:16:22
Speaker
Und klar, von den anderen Punkten vielleicht auch mal das eine oder andere wegzutun, wenn das irgendwie geht.
00:16:29
Speaker
Und ansonsten,
00:16:31
Speaker
wirklich die Kraft daraus zu schöpfen, dass Dinge auch anders werden können und nichts bleibt, wie es ist und Corona ist auch vorbeigegangen.
00:16:37
Speaker
Und das Nächste wird auch kommen und auch wieder vorbeigehen.
00:16:40
Speaker
Es ist ja, glaube ich, nur wichtig, dass wir für uns deutlich machen und herausfinden, wie gelingt es mir gut, damit umzugehen.
00:16:52
Speaker
Und manchmal braucht man dabei Hilfe, ein anderes Mal schafft man das selber und die Mischung macht es, glaube ich, tatsächlich.
00:16:59
Speaker
Das ist ja in der Umsetzung gar nicht so einfach.
00:17:03
Speaker
Ich habe gerade, als du das so erzählt hast, mir so ein paar Bilder durch meinen Kopf gehuscht.

Persönliche Geschichten der Resilienz und Einstellung

00:17:10
Speaker
Ich würde sagen, wahrscheinlich das einschneidendste oder schmerzlichste Erlebnis, was ich bisher hatte, war die Trennung von meiner Frau.
00:17:23
Speaker
Die hat sich damals 2016 von mir getrennt.
00:17:26
Speaker
Und da konnte ich
00:17:29
Speaker
gar nicht mit umgehen.
00:17:30
Speaker
Also da konnte ich auch, ich weiß noch, mein bester Freund, mit dem habe ich am gleichen Abend irgendwie telefoniert und der sagte dann, also liebe Grüße an der Stelle, Andreas, danke nochmal.
00:17:43
Speaker
Der sagte dann sinngemäß, nicht der O-Ton, aber sinngemäß, andere Mütter haben ja auch schöne Töchter.
00:17:52
Speaker
Also da, wo eine Tür zugeht, gehen andere auf.
00:17:55
Speaker
Das war seine pragmatische Idee.
00:18:00
Speaker
Das habe ich nicht gesehen, diese Chance an der Stelle.
00:18:02
Speaker
Da war ich zu sehr im Schmerz.
00:18:05
Speaker
Was ich dann zuerst lernen durfte, war das Loslassen.
00:18:09
Speaker
Also sozusagen etwas, was war, loszulassen.
00:18:12
Speaker
Das ist ja auch dieser...
00:18:13
Speaker
In dieser Change-Kurve, wenn man das analysiert, sieht man das ja auch, dieses Tal der Tränen, nennen wir das.
00:18:21
Speaker
Und das zu akzeptieren, dass Dinge, die waren, waren und jetzt irgendwie Zeit für andere Sachen ist.
00:18:28
Speaker
Und im Grunde ist ja jeder Veränderungsprozess, Corona, jedes Ereignis irgendwie, ist ja so ähnlich.
00:18:37
Speaker
Und das ist natürlich dann...
00:18:39
Speaker
Dann schwierig, aber die einzige Chance ist dann quasi in diese Selbstwirksamkeit zu kommen und zu gucken, was kann ich denn verändern.
00:18:45
Speaker
Also ich konnte sozusagen nicht verändern, dass meine Frau keine Liebe mehr empfunden hat, aber es gab natürlich viele andere Dinge, die ich irgendwie für mich machen konnte.
00:18:57
Speaker
Genau.
00:18:58
Speaker
um mein Leben zu gestalten.
00:19:00
Speaker
Das war bei Corona mit dem Satz, der ich da hinten dran geschrieben habe, am Ende ja genauso.
00:19:04
Speaker
Das eine ist, wie es ist, das kann ich nicht verändern, kann den Virus nicht tot machen, ich kann auch die politische Handhabe in Europa, die ist halt so, wie sie ist.
00:19:16
Speaker
Aber ich kann natürlich mein Leben da drin so gestalten, dass ich maximal selbstwirksam bin.
00:19:24
Speaker
Und das ist ja vermutlich in euren Baumärkten genau das Gleiche.
00:19:28
Speaker
Da muss es tolle Kunden geben und es gibt aber auch blöde Kunden.
00:19:33
Speaker
Jetzt kann ich mich ja entscheiden, ob ich nur auf den einen gucke oder ob ich auch sehe, dass es da auch andere gibt.
00:19:39
Speaker
Richtig und im Zweifel auch, was kann ich dazu beitragen, dass vielleicht jemand, der jetzt gerade mal zur Tür reinkommt und vielleicht auch irgendwie gerade blöde Momente hatte, vielleicht kann ich dem aber auch einen Glücksmoment schenken, dass er zur Tür wieder rausgeht.
00:19:56
Speaker
Ja.
00:19:57
Speaker
mit einer anderen Haltung, als er reingekommen ist.
00:19:59
Speaker
Und das macht ja ganz viel, wie ich Menschen begegne und was ich dazu beitragen kann, dass sie vielleicht mit einem Lächeln wieder zur Tür rausgehen.
00:20:08
Speaker
Und das hat ganz viel mit Haltung zu tun, bin ich von überzeugt.
00:20:13
Speaker
Und
00:20:14
Speaker
Da sind wir auch wieder bei den Führungskräften.
00:20:16
Speaker
Ich wollte das gerne mal aufgreifen, was du gerade gesagt hast, das Thema Loslassen.
00:20:20
Speaker
Das fällt ja vielen Führungskräften unheimlich schwer.
00:20:23
Speaker
Also ich kenne das auch selber und habe da auch einen Lernprozess hinter mir.
00:20:29
Speaker
Insbesondere so meine Babys, die ich in unserer Mölders-Akademie, das sind unsere Personalentwicklungsprogramme, die wir bei Mölders machen, die ich da so entwickelt habe, für unsere Azubis oder unser Trainee-Programm.
00:20:39
Speaker
Die sind mir natürlich so wie kleine Kinder ans Herz gewachsen.
00:20:43
Speaker
Und die abzugeben, ist mir unheimlich schwer gefallen.
00:20:47
Speaker
Und an dem einen Projekt arbeite ich immer noch.
00:20:52
Speaker
Gleichzeitig, man kann nicht immer alles gleichzeitig tun.
00:20:55
Speaker
Und das ist bei Führungskräften so, dass eben hier und da mal neue Aufgaben dazukommen.
00:21:02
Speaker
Und dann ist es in der Tat wirklich gut, wenn man andere Dinge loslässt.
00:21:08
Speaker
Genau, und dann ist es halt oft ja auch sowas, als Führungskraft würde ich sagen, wenn ich da so drauf gucke, hat es ja oft auch mit Kontrolle zu tun oder Verantwortung auch zu übergeben.
00:21:18
Speaker
Dann habe ich viel weniger Einfluss auf das Ergebnis.
00:21:22
Speaker
Und das ist tatsächlich nicht so einfach.
00:21:25
Speaker
Da ist halt die Kultur wahrscheinlich ja entscheidend.
00:21:29
Speaker
Also habe ich eine unternehmerische oder eine Unternehmenskultur, die für sowas Platz hat oder nicht?

Entwicklung einer offenen Unternehmenskultur bei Mölders

00:21:36
Speaker
Ist das denn, als ihr diese...
00:21:38
Speaker
diesen Leitbildprozess gestartet habt, war das dann auch Teil eurer Gedanken, also so eine, ich sag mal, eher offene, moderne Kultur zu etablieren oder vielleicht zu festigen auch?
00:21:52
Speaker
Ich weiß ja gar nicht, von wo ihr gekommen seid.
00:21:54
Speaker
Ja, also wir sind von den klassischen Strukturen, die man so in Unternehmen findet, gekommen.
00:21:59
Speaker
So Geschäftsführung, dann erste, zweite Führungsebene.
00:22:03
Speaker
Und bei uns war natürlich auch ganz stark, jeder Standort hat für sich irgendwie gearbeitet.
00:22:10
Speaker
So übergreifendes Arbeiten haben wir uns zwar immer gewünscht, hat aber nicht so wirklich stattgefunden, weil die Strukturen dafür...
00:22:17
Speaker
das vielleicht auch nicht immer gut hergegeben haben.
00:22:20
Speaker
Aber da kann man viel drüber philosophieren.
00:22:22
Speaker
Hätte, wäre, wenn.
00:22:25
Speaker
Es hat halt alles seine Zeit.
00:22:27
Speaker
Das habe ich in diesem Loslassprozess für mich sozusagen auch so irgendwie mitgenommen.
00:22:33
Speaker
Nur weil das jetzt vergangen ist, ist das nicht schlecht.
00:22:36
Speaker
Aber das ist im Veränderungsprozess ja auch wichtig.
00:22:38
Speaker
Genau, dass man das versteht, dass Dinge eben auch gewachsen sind.
00:22:43
Speaker
Wichtig ist, glaube ich, nur, dass man irgendwann versteht,
00:22:46
Speaker
Es ist auch wichtig, mal neu über Dinge nachzudenken und mal zu hinterfragen, ist das, was wir bisher getan haben für die Zukunft noch genauso tragfähig oder braucht es nicht vielleicht auch andere Ideen und aber auch andere Strukturen, um die Zukunft gut gemeinsam zu meistern und da auch Spaß beizuhaben.
00:23:05
Speaker
Genau.
00:23:06
Speaker
Und ich glaube, das ist wichtig in so einem Denkprozess, dass es nicht darum geht, nach hinten zu treten, sondern dass es ausschließlich darum geht, quasi nach vorne zu gucken und zu überlegen, ist das, was wir haben, wo wir herkommen, was geil war bisher, weil sonst wären wir da ja nicht, wo wir jetzt sind, ist das noch geeignet, um uns ins Morgen zu tragen, ne?
00:23:26
Speaker
Richtig.
00:23:27
Speaker
Und was kann ich aus der Vergangenheit an Erfolgsfaktoren mitnehmen, die mir helfen für die Zukunft?
00:23:32
Speaker
Und was lasse ich aber auch zurück?
00:23:34
Speaker
Sonst wird ja irgendwann so mein Rucksack ganz schön schwer, wenn ich da alles drin lasse, was ich da so mit mir rumschleppe.
00:23:39
Speaker
Das kann sehr beschwerend sein.
00:23:42
Speaker
Also es hilft, da hin und wieder mal reinzugucken und mal neu zu sortieren.
00:23:47
Speaker
Was nehme ich jetzt auf die weitere Reise mit?
00:23:49
Speaker
Und das haben wir in unserem Leitbildprozess, glaube ich, tatsächlich sehr gut hingekriegt, dort reinzugucken in unsere Rucksäcke und zu schauen, was brauchen wir denn jetzt wirklich für die Zukunft?
00:24:01
Speaker
Was hilft uns aus der Vergangenheit?
00:24:03
Speaker
Und was braucht es vielleicht aber auch noch zusätzlich, damit wir eben gemeinsam gut die Zukunft gestalten können und
00:24:13
Speaker
vielleicht ein Part, der sich wie ganz alleine entwickelt hat, dadurch, dass wir unseren Leitbildprozess ja geöffnet haben für alle Menschen bei unserem Unternehmen.
00:24:21
Speaker
Das gab es vorher halt auch nicht.
00:24:24
Speaker
Vorher haben wir die Strategie oder auch das Leitbild von oben nach unten gedacht und auch weiter kommuniziert.
00:24:32
Speaker
Und als ich 2013 ins Unternehmen gekommen bin,
00:24:40
Speaker
Hat mir auch noch niemand mal mehr irgendwie ein Leitbild oder eine Strategie erklärt.
00:24:45
Speaker
Die habe ich mir dann irgendwann selber mal herausgesucht, weil ich den Menschen irgendwie so gar nicht präsent war.
00:24:51
Speaker
Und das kennt man ja aus vielen Unternehmen.
00:24:53
Speaker
Wenn man da jemanden fragt, was ist eigentlich eure Strategie?
00:24:55
Speaker
Wofür steht ihr?
00:24:56
Speaker
Was sind eure Werte?
00:24:58
Speaker
Dann hört man meistens nicht ganz so viel.
00:25:03
Speaker
Mag aber auch andere positive Unternehmen geben, wo das jeder gleich sagen kann.
00:25:07
Speaker
Und wir haben dadurch, dass wir alle Menschen eingeladen haben, das Leitbild mit uns gemeinsam zu entwickeln.
00:25:13
Speaker
Also da hatte der Inhaber oder die Geschäftsführung genauso viel Stimmgewalt wie der Azubi oder Lkw-Fahrer oder die Kassiererin.
00:25:22
Speaker
Und haben da gemeinsam um jedes Wort und jedes Bild gerungen, was wir da reingeschrieben haben.
00:25:27
Speaker
Und das war total spannend, weil natürlich haben die Menschen gedacht so,
00:25:31
Speaker
Der Felix Mölders, na klar, hat ja sein Leitbild schon fertig in der Schreibtischschublade liegen.
00:25:35
Speaker
Das holt er am Ende raus und wir müssen das alle abnicken und genau das machen, was er sagt.
00:25:39
Speaker
Aber das war nicht der Fall und es haben alle gemerkt, die sich in dem Prozess wirklich beteiligt haben.
00:25:45
Speaker
Wie viele haben da mitgemacht bei euch?
00:25:47
Speaker
Wir hatten 80 Leute, die mitgemacht haben.
00:25:51
Speaker
Ihr habt insgesamt wie viele Mitarbeitende?
00:25:54
Speaker
Es waren an die 700 seinerzeit.
00:25:56
Speaker
Also gute 10%.
00:25:58
Speaker
Gute 10%.
00:26:01
Speaker
Habt ihr das da gedeckelt bei denen oder waren das die, die sozusagen Lust hatten, sich da einzubringen?
00:26:06
Speaker
Haben wir nicht gedeckelt.
00:26:07
Speaker
Okay.
00:26:08
Speaker
Das hätte das auch mit 200 gemacht.
00:26:10
Speaker
Ja, genau.
00:26:12
Speaker
Okay.
00:26:12
Speaker
Und das war ein rein digitaler Prozess, den ihr da hattet?
00:26:16
Speaker
Also wir haben es unterstützt durch Präsenz.
00:26:21
Speaker
wo wir dann die Ergebnisse in den Standorten nochmal vorgestellt haben.
00:26:25
Speaker
Wir haben mehrere große digitale Workshops gemacht, eben mit mehreren Gruppen und haben dann jedes Mal nach diesen Workshops, wo wir die ersten Ergebnisse zusammengetragen haben, dann in jedem Standort nochmal kleinere,
00:26:41
Speaker
Mini-Workshops gemacht, eine Stunde, anderthalb, wo wir die Ergebnisse präsentiert haben, gesagt haben, so weit sind wir gekommen, das ist jetzt gerade Inhalt unseres Prozesses, habt ihr noch irgendwas, was ihr dazu wissen möchtet oder habt ihr noch Ideen, die da unbedingt mit reingehören, sollen wir was mitnehmen für die nächste Runde und haben da quasi so Feedback-Schleifen vor Ort gemacht und das war total hilfreich, um eben wirklich möglichst viele Leute in den Prozess einzubeziehen, sodass jeder
00:27:09
Speaker
also zumindestens mal die Chance gehabt hätte, alles das, was er CS hätte sagen wollen, dass das auch gehört worden wäre.
00:27:18
Speaker
Aber es bedingt natürlich auch, dass man mitmacht, ne?
00:27:21
Speaker
Gut, das erlebe ich sehr, sehr, sehr regelmäßig.
00:27:27
Speaker
Das hat natürlich, klar, da wissen wir über Haltung.
00:27:29
Speaker
Ich habe so einen anderen Führungsgrundsatz, der lautet, die Handlung folgt immer der Haltung.
00:27:35
Speaker
Und da hast du jetzt viel drüber gesagt und ich auch an vielen anderen Stellen.
00:27:40
Speaker
Im Grunde ist das immer der Kern, wenn ich die Haltung habe,
00:27:46
Speaker
stärker auf das Negative zu fokussieren, dann mache ich halt mehr das und dann sehe ich halt auch weniger Chancen, dann beschäftige ich mich weniger mit den tollen Sachen oder den gelingenden Sachen, so hast du es vorhin schön formuliert, und mehr mit den anderen.
00:28:00
Speaker
Und so ist es beim
00:28:02
Speaker
Beim Weiterentwickeln, beim Lernen ja genauso.
00:28:05
Speaker
Wenn ich die Idee habe, Lernen findet in meiner Kindheit und Jugend statt, dann bin ich fertig, dann arbeite ich, dann bin ich Rentner.
00:28:14
Speaker
Dann habe ich wahrscheinlich, wenn das meine innere Haltung ist, wenig Lust an solchen Entwicklungsprogrammen teilzunehmen.
00:28:21
Speaker
Das hast du schön zusammengefasst, genau.
00:28:25
Speaker
Was mir an der Stelle tatsächlich noch wichtig wäre zu ergänzen, wenn du mir das erlaubst, ist die Tatsache, dass dieses Thema Haltung und eine Veränderung der persönlichen Haltung, das kann man ja lernen.
00:28:39
Speaker
Ja, das stimmt.
00:28:40
Speaker
Und das ist vielleicht auch wichtig zu wissen.
00:28:42
Speaker
Man muss sich nicht seinem Schicksal ergeben, wenn man jetzt feststellt, ich bin jetzt vielleicht irgendwie immer so in der
00:28:49
Speaker
in einer neutralen oder negativen Ecke unterwegs.

Persönliche Einstellungen und positive Rituale fördern

00:28:52
Speaker
Es gibt da ganz viele tolle Instrumente und Tools, wie man eben lernen kann, dass man auch mal in die positiven Ecken guckt und das für sich auch annimmt und auch stolz darauf sein kann, für das, was man dann in dem Moment erreicht.
00:29:04
Speaker
Ich meine...
00:29:05
Speaker
Das sagen wir uns, glaube ich, auch viel zu selten.
00:29:08
Speaker
Und insbesondere wir Führungskräfte, warum nicht mal jeden Tag drauf gucken und sich mal drei Sachen aufschreiben.
00:29:17
Speaker
Was habe ich heute echt großartig gemacht?
00:29:20
Speaker
Und das hat nichts mit Selbstüberschätzung zu tun, sondern das ist einfach nur Dankbar sein für das, was ich geleistet habe und was ich Tolles heute vollbracht habe.
00:29:29
Speaker
Und was weiß ich, was es ist, wenn ich Menschen begleitet habe oder wenn ich Dinge erledigt habe.
00:29:36
Speaker
Also ich bin total bei dir.
00:29:38
Speaker
Ich glaube, dass das, vielleicht ist das auch, du hast ja vorhin gesagt, so ein deutsches Phänomen, vielleicht ist das auch so, also auf jeden Fall ein Erziehungsthema, glaube ich.
00:29:48
Speaker
Vielleicht kannst du dich an den Satz erinnern,
00:29:51
Speaker
Ich denke, wir kommen ja beide aus dem Osten der Republik.
00:29:55
Speaker
Den gab es nicht nur bei uns, sondern auch in den westlichen Bundesländern.
00:29:59
Speaker
Eigenlob stinkt.
00:30:00
Speaker
Kennst du das noch?
00:30:04
Speaker
Ist ja eigentlich total widersinnig.
00:30:07
Speaker
Wir reden über Selbstwirksamkeit und Selbstwirksamkeit.
00:30:11
Speaker
Aber irgendwie, also das habe ich gut gemacht, das ist dann irgendwie nicht okay.
00:30:17
Speaker
Und warum sage ich das?
00:30:19
Speaker
Weil wir haben bei uns, wir sind ja ein reines Remote-Team bei mir im Unternehmen und wir machen so, ich sage mal, den Flurfunk machen wir über einen Messenger-Dienst, über Streamer Works.
00:30:33
Speaker
Da haben wir so verschiedene Gruppen und da quatschen wir quasi so.
00:30:37
Speaker
wie ihr vielleicht bei euch dann, wenn ihr euch einen Kaffee holt und wen trefft, dann gibt es einen kurzen Plausch, das machen wir auch.
00:30:44
Speaker
Unter anderem in dieser App.
00:30:45
Speaker
Und wir haben vor, weiß ich nicht, zwei Jahren oder was, haben wir eine Gruppe eingeführt in dieser App.
00:30:50
Speaker
Erfolge gemeinsam feiern, haben wir die genannt.
00:30:53
Speaker
Ja, großartig.
00:30:54
Speaker
Und die Startstory quasi, die habe ich aus einer...
00:31:00
Speaker
Märchenführung bei uns hier im Kloster Lüne mitgebracht.
00:31:03
Speaker
Verwachsene war die.
00:31:05
Speaker
Und da war die, das Abschlussmärchen der Geschichtenerzählerin war, dass sie von einem Mädchen erzählt hat, was sich jeden Morgen eine Handvoll Bohnen in die linke Hosentasche steckt.
00:31:18
Speaker
Und immer wenn sie
00:31:19
Speaker
einen schönen Moment hat, wenn sie irgendwas Tolles erlebt, dann nimmt sie eine Bohne aus der linken in die rechte Hosentasche.
00:31:27
Speaker
Und abends, bevor sie schlafen geht, fässt sie einmal in die rechte Hosentasche und guckt, wie viel Bohnen da drin sind.
00:31:35
Speaker
Und
00:31:37
Speaker
Sie hat dann quasi, also die Story war dann, es ist immer mindestens eine Bohne drin.
00:31:41
Speaker
Eher eine Menge.
00:31:43
Speaker
Und sie erinnert sich dann sozusagen an die schönen Momente und kann dann halt, legt sich da ins Bett und schläft.
00:31:48
Speaker
Und das ist so die, die
00:31:51
Speaker
die Haltung, wenn man so will, hinter dieser Gruppe, das ist so die Story.
00:31:55
Speaker
Und wir versuchen dann quasi diese schönen Momente oder auch erfolgreiche Momente, die wir selber hatten, wir sehen die ja nicht, weil wir remote arbeiten, also die hat halt jeder an seinem Arbeitsplatz, aber nicht zusammen.
00:32:07
Speaker
Und dann versuchen wir, die zu teilen.
00:32:11
Speaker
Aber, und darauf wollte ich hinaus, das ist gar nicht so einfach.
00:32:14
Speaker
Ja.
00:32:16
Speaker
Weil die Menschen dann ganz oft, also im 1 zu 1 Gespräch sprechen wir da regelmäßig drüber und dann ist immer, ja, aber das ist doch normal, das ist doch meine Arbeit.
00:32:28
Speaker
Das ist so eine geflügelte Redewendung, die ich oft höre.
00:32:32
Speaker
Und dann denke ich, ja, das ist ja okay, wenn das deine Arbeit ist, auch toll, wenn das normal ist, freue ich mich als Chef, aber das ist doch trotzdem was Gutes oder was Erfolgreiches oder was Besonderes.
00:32:43
Speaker
Und das meine ich so, zu meiner Erfahrung, ist gar nicht so einfach, die Menschen dazu einzuladen, da mitzumachen bei sowas.
00:32:53
Speaker
Tatsächlich.
00:32:53
Speaker
Und was du gerade mit Bohnen beschreibst, das machen wir bei Mölders mit Murmeln.
00:32:59
Speaker
Und da verteilen wir Murmeln.
00:33:01
Speaker
Also immer wenn uns auffällt, so Mensch, das war jetzt gerade irgendwie was Großartiges und danke für den Moment oder danke für das, was wir jetzt gemeinsam gerade teilen durften oder danke, dass du den Kunden gerade total toll beraten hast.
00:33:13
Speaker
Das hat mich unheimlich beeindruckt.
00:33:15
Speaker
Dann verteilen wir gerne so eine Murmel.
00:33:17
Speaker
Und da wird man natürlich auch mal schräg angeguckt.
00:33:20
Speaker
Was will ich jetzt mit so einer Murmel?
00:33:22
Speaker
Aber es ist einfach ein Ausdruck dessen, was schön ist.
00:33:26
Speaker
Man hat so eine Murmel immer gerne in der Hand.
00:33:29
Speaker
Sie ist nicht so groß, kann die immer dabei haben.
00:33:31
Speaker
Und man erinnert sich dann eben wieder daran, wenn man diese Murmel wieder in die Hand nimmt und vielleicht jemandem anders ein kleines Dankeschön oder eine Wertschätzung schenkt.
00:33:41
Speaker
Weil es geht ja nicht darum, die Murmeln zu sammeln, sondern die auch immer weiter in die Welt zu verteilen.
00:33:47
Speaker
Und das ist tatsächlich auch ein schöner Moment, um dann auch immer wieder darüber zu sprechen, wie schaut es denn mit deinem Murmelhaufen aus?
00:33:56
Speaker
Hast du den in deiner Schreibtischschublade gesammelt oder bist du schon mal rumgegangen und hast dem einen oder anderen mal wieder eine in die Hosentasche gesteckt?
00:34:05
Speaker
Im übertragenen Sinne.
00:34:06
Speaker
Ja, ja, ja.
00:34:07
Speaker
Das habe ich auch gerade gedacht.
00:34:09
Speaker
Das ist ganz wichtig zu sagen im übertragenen Sinne.
00:34:11
Speaker
Genau.
00:34:13
Speaker
Das ist ja auch ein schönes Ritual, das mag ich ja auch.
00:34:19
Speaker
Und Rituale, glaube ich, helfen tatsächlich ganz, ganz viel dabei, um so neue Themen einzustudieren, aber zu lernen und dran zu bleiben und das wirklich in den Arbeitsalltag überführen zu können.
00:34:35
Speaker
Ich habe so ein Buch geschrieben, es ist dieses Jahr rausgekommen, Leitbildintegration und
00:34:40
Speaker
Im Grunde fehlt dein Murmelbild hier drin.
00:34:43
Speaker
Das ist die Murmelstory.
00:34:44
Speaker
Das darfst du gerne verwenden für die nächste Auflage.
00:34:49
Speaker
Was wir da versucht haben, ist quasi genau so ein
00:34:53
Speaker
so eine Art Nachschlagewerk für Ideen zu machen.
00:34:59
Speaker
Weil das Leitbild zu entwickeln, hast du ja beschrieben, war irgendwie ein Prozess, der war, habe ich jetzt so wahrgenommen für euch, also unheimlich positiv, gerade in der Zeit, wo das stattgefunden hat.
00:35:10
Speaker
Und dann war das Leitbild ja irgendwann fertig.
00:35:13
Speaker
Du hast mir das ja auch gezeigt, ihr hattet da euer
00:35:16
Speaker
Euer Bild, was wirklich großartig auch mit ein paar, wie ich finde, witzigen Details ausgestattet ist.
00:35:23
Speaker
Ja, wir lieben das auch.
00:35:25
Speaker
Und dann heißt es ja...
00:35:29
Speaker
Das jetzt im Alltag zu leben.
00:35:31
Speaker
Ja.

Leitbild als lebendiges Dokument

00:35:32
Speaker
Und jetzt hast du von den Mormeln erzählt, das würde ich jetzt so interpretieren, das ist quasi ein Ausdruck davon, ein Puzzleteil, wenn man so will.
00:35:39
Speaker
Also vielleicht Wertschätzung irgendwie weiterzugeben.
00:35:43
Speaker
Was macht ihr noch, um das im Alltag lebendig zu machen?
00:35:46
Speaker
Ja, was...
00:35:49
Speaker
Wir gucken eigentlich im Moment so, was machen wir nicht, damit wir das, was wir noch nicht machen, auch noch tun können.
00:35:54
Speaker
Weil tatsächlich ist das, was du sagst.
00:35:58
Speaker
Ja, weil wir glauben, dass es noch mehr braucht.
00:36:01
Speaker
Weil es ist tatsächlich gar nicht so einfach.
00:36:05
Speaker
Es reicht ja nicht, wenn du so ein Bild irgendwo hinhängst, vielleicht noch ein Erklärvideo dazu machst oder alles Mögliche zur Verfügung stellst.
00:36:13
Speaker
sondern es ist ja tatsächlich wichtig, dass es an jedem Arbeitsplatz ankommt, dass jeder versteht, was hat das eigentlich mit mir zu tun.
00:36:22
Speaker
Und das ist insbesondere, wir sind ja nun schon, ich weiß gar nicht, wann wir das fertig gemacht haben, aber ich glaube 21, wir sind schon vier, fünf Jahre nach dem Leitbild unterwegs, mit dem Leitbild, also wahrscheinlich werden wir demnächst das einmal überarbeiten, weil einige unserer Ziele da ja schon erreicht sind.
00:36:43
Speaker
Nichtsdestotrotz haben wir eine riesen Herausforderung tatsächlich dabei, dass allen neuen Menschen, die ins Unternehmen kommen, die bei dem Prozess ja gar nicht dabei gewesen sind, erstmal verständlich zu machen, was bedeutet das eigentlich für uns?
00:36:58
Speaker
Und dann natürlich auch immer wieder die Frage zu stellen und das auch zu begleiten, was bedeutet das für dich an deinem Arbeitsplatz, für dich als Führungskraft mit deinem Team?
00:37:07
Speaker
Und wie kannst du dazu beitragen, dass eben alles, was wir tun, auf unsere Leitbildziele, auf unsere Vision und letztlich auf unsere Mission, wir begeistern dich, einzahlt?
00:37:20
Speaker
Und wir tun da eine ganze Menge.
00:37:24
Speaker
Wir machen Quartalstermine für alle neuen KollegInnen.
00:37:28
Speaker
Wir haben an jedem Standort, hängt es groß aus, kannst du eigentlich immer angucken, wenn du willst.
00:37:33
Speaker
Wir haben ganz viel auch digital zur Verfügung.
00:37:36
Speaker
Kann ich das als, sehe ich das als Kunde auch euer Leitbild?
00:37:39
Speaker
Hängt das so, dass ich es sehe oder?
00:37:41
Speaker
Ich glaube schon.
00:37:42
Speaker
Okay, achte ich das nächste Mal drauf, wenn ich... Ja, mach mal.
00:37:44
Speaker
Und wenn du es nicht sagst, dann sage ich Bescheid.
00:37:46
Speaker
Da denk mal nochmal neu drüber nach.
00:37:48
Speaker
Aber du kannst es auf jeden Fall auf unserer Homepage immer angucken.
00:37:51
Speaker
Da ist es ganz präsent unterwegs.
00:37:54
Speaker
Und ja, wir versuchen auch mit kleinen Workshops so Leitbildthemen immer wieder in die Standorte reinzubringen und Menschen zu begeistern.
00:38:06
Speaker
Aber es steht und fällt, tatsächlich auch mit den Führungskräften vor Ort, wie intensiv, die das auch mit begleiten und für ihren Führungsalltag auch als Hilfestellung nutzen.
00:38:17
Speaker
Ja, und das, also das, wenn ich mit Geschäftsführungen im Austausch bin, die sowas machen wollen und wir darüber sprechen, wie das gehen kann, dann ist, also das, was du jetzt beschreibst, ist im Grunde das, womit ich auch immer einsteige.
00:38:34
Speaker
Also wir können so ein Leitbild entwickeln.
00:38:36
Speaker
Das sieht dann, also wenn man die Menschen holt, die das so gut können wie eure Graphic-Recorderin, dann sieht das auch geil aus.
00:38:43
Speaker
Ja.
00:38:44
Speaker
Aber das ist ja nicht das Entscheidende für euch, sondern das Entscheidende ist ja, dass das, was da draufsteht, quasi spürbar ist.
00:38:53
Speaker
Also wenn du sagst, die Mission ist, mich als Kunden zu begeistern, dann muss ich das spüren.
00:38:59
Speaker
Dann muss ich bei euch aus dem Hagebaumarkt rausgehen.
00:39:01
Speaker
Also hier meiner ist in Adendorf.
00:39:04
Speaker
Und dann muss ich da rausgehen und muss mir denken, das war gut, dass ich hier war.
00:39:08
Speaker
Richtig.
00:39:09
Speaker
Und nicht woanders oder nicht online.
00:39:10
Speaker
Das ist ja vermutlich euer größter Wettbewerb.
00:39:14
Speaker
Und dann ist die Frage genau, wie passiert das?
00:39:19
Speaker
Und das versuche ich denen immer zu sagen, dass das halt, das ist halt leider ein Marathon.
00:39:24
Speaker
Ja.
00:39:25
Speaker
Das andere, das ist schnell fertig gemacht.
00:39:27
Speaker
Aber wenn ich nicht bereit bin, hinterher nochmal die Langstrecke zu gehen, dann kann ich mir das eigentlich sparen, weil dann kann ich eigentlich dann weiter das machen, was du vorhin geschildert hast.
00:39:38
Speaker
Dann kann einer sagen, das hätte ich gern.
00:39:41
Speaker
Dann gehst du zu einer Marketingagentur, die soll dir das irgendwie hübsch machen und ein paar nette Claims formulieren.
00:39:47
Speaker
Und dann kannst du das in Hochglanzformat irgendwie ausdrucken und irgendwo hinhängen.
00:39:53
Speaker
Aber das hat natürlich gar keine Wirkung.
00:39:56
Speaker
Nee, tatsächlich nicht.
00:39:58
Speaker
Also eher eine schlechte habe ich wahrgenommen immer wieder, weil die Leute dann es im schlimmsten Fall sehen, was da draufsteht und im Alltag halt dann noch anders erleben.
00:40:08
Speaker
Und dieser Widerspruch, der ist dann eher ein größeres Problem.
00:40:12
Speaker
Dann würde ich eher gar kein Plakat hinhängen.
00:40:15
Speaker
Wobei dieser Widerspruch, also ich sage mal, ein Leitbild, es leitet ja auch zu einer Vision oder einer Mission, auf der man unterwegs ist.
00:40:25
Speaker
Das Leitbild, also wir begreifen das zumindest immer als Zielbild und nicht als das, was es schon gibt.
00:40:32
Speaker
Sondern da, wo wir hinwollen und auf dem Weg dahin helfen uns unsere Werte, die wir mal als die zehn Werte definiert haben, die da als unser Maßstab dienen.
00:40:45
Speaker
Und das ist, glaube ich, aber auch wichtig, das so zu begreifen, dass es ein Leitbild ist, was noch nicht fertig im Alltag vorhanden ist, sondern was dazu dienen soll, dort anzukommen, wo wir hinwollen.
00:40:59
Speaker
Und das ist auch eine sehr intensive Diskussion, die wir mit unseren Menschen immer wieder führen und auch mit unseren Führungskräften.
00:41:06
Speaker
Weil natürlich erlebt der ein oder andere, dass er vielleicht jetzt mal nicht verständnisvoll oder respektvoll behandelt wurde.
00:41:13
Speaker
Das kommt vor, natürlich.
00:41:15
Speaker
Aber unser Leitbild leitet uns dazu an, eben dann zu sagen, Moment mal, das fand ich jetzt nicht in Ordnung und ich hätte mir in der Situation echt was anderes von dir gewünscht.
00:41:28
Speaker
Und das immer im Dialog, auch mit den Führungskräften, mit den Menschen vor Ort, immer wieder auszuloten und auszuhandeln,
00:41:36
Speaker
was ist denn jetzt wirklich unser gemeinsamer Weg?
00:41:38
Speaker
Und wie begegnen wir uns?
00:41:40
Speaker
Damit wir, also tatsächlich, wir dich begeistern, nicht nur die Kunden draußen, sondern auch intern uns gegenseitig begeistern.
00:41:48
Speaker
Also wir steht für alle.
00:41:52
Speaker
Also die, mein Verständnis ist in Teilen noch ein bisschen anders von einem Leitbild.
00:41:59
Speaker
Ich würde es eher so verstehen, dass die Vision diese Aufgabe hat, quasi in die Zukunft zu leiten.
00:42:05
Speaker
Ja, natürlich.
00:42:07
Speaker
Und die Werte im Grunde das sind, was wir heute schon haben, was irgendwie unser Rahmen ist.
00:42:12
Speaker
Und die Mission ist halt das, was sozusagen eure Kunden und Kundinnen versprechen.
00:42:19
Speaker
So würde ich es definieren, aber das sind Nuancen, glaube ich, zwischen dem, was du hast.
00:42:23
Speaker
Aber der entscheidende Punkt, das ist der, den du sagst, ich muss halt diese Gespräche führen.
00:42:28
Speaker
Ja.
00:42:29
Speaker
Weil im Grunde, ganz oft diskutiere ich das mit Führungskräften, nehmen wir Wertschätzung.
00:42:38
Speaker
Das ist, würde ich sagen, ganz, ganz vielen Menschen ist das wichtig.
00:42:43
Speaker
Das Problem ist halt nur, dass Wertschätzung für dich was anderes sein kann als für mich.
00:42:47
Speaker
Ja, ich habe einen guten Bekannten, den habe ich vor 20 Jahren, 25 Jahren mal kennengelernt und in meiner Lebenswelt ist Pünktlichkeit jetzt nicht so wichtig.
00:43:05
Speaker
Ja.
00:43:08
Speaker
Ich mache das schon kontextabhängig, aber im Grunde würde ich sagen, viele meiner Freunde, ja auch der Andreas, von dem ich vorhin gesprochen habe, der würde sagen, ja, das ist normativ wichtig.
00:43:21
Speaker
Und da habe ich mich damals mit dem getroffen, das weiß ich noch, das ist so ein Bild, was ich noch gut im Kopf habe und dann habe ich das ganz kurzfristig verschoben, weil ich irgendwie noch eine andere Aufgabe habe, die wollte ich noch zu Ende machen und
00:43:36
Speaker
dann bin ich zu dem verschobenen Termin auch noch zu spät gekommen.
00:43:40
Speaker
Und bevor er mit mir dann angestoßen hat, hat er gesagt, wir müssen uns einmal kurz unterhalten.
00:43:47
Speaker
Und dann hat er mir erklärt, dass dieses...
00:43:50
Speaker
ich sage mal, unpünktlich sein, in seiner Welt wirklich verletzend ist und quasi auf einer Werteebene, also das hat er so nicht gesagt, aber das habe ich hinterher verstanden, auf einer Werteebene ihn, also wirklich im Mark quasi verletzt hat.
00:44:07
Speaker
Und damit konnte ich was anfangen, weil
00:44:12
Speaker
Also für mich ist Wertschätzung, also den anderen wertvoll zu behandeln, den anderen zu sehen, ist für mich schon auch wichtig.
00:44:21
Speaker
Aber ich hatte das bis zu diesem Zeitpunkt gar nicht mit Pünktlichkeit gekoppelt.
00:44:25
Speaker
Was in deiner Welt auch nicht so wichtig ist.
00:44:29
Speaker
Aber da habe ich verstanden, dem ist das so wichtig.
00:44:31
Speaker
Und dann habe ich von da an andere Entscheidungen getroffen.
00:44:36
Speaker
Und das ist so dieses Aushandeln.
00:44:39
Speaker
Was verstehe ich dann?
00:44:40
Speaker
Du hast eben auch von zehn Werten gesprochen.
00:44:42
Speaker
Da stehen jetzt zehn Begriffe.
00:44:45
Speaker
Und vielleicht habe ich noch eine kleine Erklärung, was ich unter dem Begriff verstehe.
00:44:50
Speaker
Aber trotzdem, auch die wird ja nicht ausreichen, dass meins und deins immer exakt das Gleiche ist.
00:44:55
Speaker
Sondern wir brauchen diesen...
00:44:58
Speaker
diesen Reflexionsmoment quasi, diesen Feedback-Moment, diesen drüber-Nachdenk-Moment, wo du mir was anbietest oder ich dir was anbieten kann.
00:45:07
Speaker
Und dann sind wir ja in den Urtiefen von Kultur, würde ich sagen.
00:45:10
Speaker
Ja, tatsächlich.
00:45:11
Speaker
Und dafür ist so ein Leitbild dann ja auch total wichtig, dass man dann immer wieder Anknüpfungspunkte hat, über die man sprechen kann.
00:45:20
Speaker
Was bedeutet das für mich?
00:45:21
Speaker
Was bedeutet das für uns?
00:45:23
Speaker
Und du hast ja völlig recht, dieses Aushandeln,
00:45:27
Speaker
von Themen ist so super wichtig.
00:45:30
Speaker
Und gerade in der jetzigen Zeit, wir haben alle irgendwie verlernt, miteinander zu reden und aufeinander Rücksicht zu nehmen.
00:45:37
Speaker
Also alle ist vielleicht auch ein bisschen pauschal, aber ich erlebe das tatsächlich in der Arbeit mit unseren Menschen ganz, ganz häufig, dass das ein oder andere Gespräch mehr schon viel lösen würde an Missverständnissen oder... Total, ja.
00:45:55
Speaker
Ja.
00:45:57
Speaker
Redet mehr miteinander, müsste man überall hinschreiben.
00:46:03
Speaker
Du, das würde ich auch unterstreichen, das würde ich auch unterstützen.
00:46:10
Speaker
Ich glaube, da beißt sich, wie man so schön sagt, die Katze so ein bisschen in den Schwanz, weil wir ja gefühlt, wir haben das vorhin ja so gesagt, immer weniger Zeit haben.
00:46:21
Speaker
Und wenn der Zeitdruck wächst,
00:46:25
Speaker
dann ist es, glaube ich, für manche Menschen zumindest noch schwieriger, dann Zeit oder vielleicht sogar noch mehr Zeit für ein Gespräch aufzuwenden.
00:46:37
Speaker
Und dann streichen die das halt eher.
00:46:39
Speaker
Da sind wir vielleicht wieder bei dem Thema Rituale, dass ich dann vielleicht als
00:46:44
Speaker
Führungskraft als Geschäftsführung, wenn mir das wichtig ist, dafür sorgen müsste, Dinge zu ritualisieren, damit sie halt trotzdem stattfinden, trotz des ganzen Wahnsinns, der um mich herum passiert.

Bedeutung von Kommunikation und Flexibilität im Arbeitsprozess

00:46:58
Speaker
Ja, trotz oder gerade deswegen.
00:47:01
Speaker
Aber das ist, ich glaube, Buddha wird das ja zugeschrieben, wenn es dir gut geht, meditiere jeden Tag eine halbe Stunde und wenn es dir nicht gut geht, dann nimm dir mindestens eine Stunde Zeit.
00:47:12
Speaker
Da ist viel Wahres dran.
00:47:13
Speaker
Ja, genau, aber das ist ja in der Umsetzung, würde ich sagen, ist das gar nicht so einfach, wenn der Druck wächst, dann irgendwie noch mehr Zeit in sowas zu investieren.
00:47:25
Speaker
Ja, also ich
00:47:27
Speaker
Habt ihr da Antworten für euch irgendwie rausgefunden?
00:47:30
Speaker
Oder Ideen zumindest?
00:47:34
Speaker
Ich sage dann immer, einfach machen.
00:47:38
Speaker
Wenn du schon mal die Erkenntnis hast, du brauchst das jetzt, dann tu das doch.
00:47:42
Speaker
Ja.
00:47:44
Speaker
Bei uns wird man ja nicht geköpft, wenn man jetzt einfach mal eine halbe Stunde um den Block geht oder sich eine Stunde Zeit für den Mitarbeitenden nimmt.
00:47:51
Speaker
Das finden wir großartig.
00:47:54
Speaker
Es wird nur häufig nicht genutzt oder nicht gemacht.
00:47:59
Speaker
Und wir beschäftigen uns gerne auch mit Dingen, die jetzt vielleicht gerade nicht so hilfreich sind.
00:48:05
Speaker
Ich muss nicht das zehnte Papier nochmal hin und her bewegen.
00:48:11
Speaker
ich könnte jetzt auch einfach mal die Zeit mit dem Menschen verbringen, der es gerade braucht.
00:48:14
Speaker
Ich könnte mal hingucken, Mensch, der kommt schon den dritten Tag jetzt morgens und sieht nicht so freudig aus.
00:48:23
Speaker
Dem nehme ich dann mal meine Tasse Kaffee mit und stelle mich mal mit ihm in die Ecke und frage mal so, was denn los?
00:48:28
Speaker
Ich habe festgestellt, dass... Das wäre Leadership, ja.
00:48:33
Speaker
Ja.
00:48:34
Speaker
Oder Zugewandtheit, wenn ich es als Kollege mache.
00:48:36
Speaker
Das wäre ja auch eine Option.
00:48:39
Speaker
Irgendjemand fällt es auf.
00:48:41
Speaker
Und dann einfach machen.
00:48:42
Speaker
Dann wirklich einfach in dem Moment, wenn ich schon darüber nachdenke, ich habe jetzt dafür keine Zeit.
00:48:47
Speaker
Genau dann innehalten und sagen, doch, habe ich.
00:48:52
Speaker
Ich nehme mir jetzt die Zeit.
00:48:54
Speaker
Und diese Entscheidung, naja, die muss jeder für sie selber treffen.
00:48:58
Speaker
Genau, die bleibt schwierig für alle Menschen.
00:49:00
Speaker
Ja, natürlich bleibt die herausfordernd.
00:49:02
Speaker
Mein Tag hat auch 24 Stunden und er könnte auch 48 haben.
00:49:06
Speaker
Hätte ich genug, was ich da drin zu erledigen wüsste.
00:49:11
Speaker
Das ist eine spannende Erkenntnis, weil ich glaube, das geht ja ganz, ganz vielen Menschen so, dass die To-Do-Liste wird nicht leer.
00:49:18
Speaker
Also ich führe die, fürs Gespräch manchmal mit meiner Frau,
00:49:23
Speaker
die also unheimlich darauf steht, dass ihre To-Do-Liste leer ist, gelehrt ist.
00:49:29
Speaker
Und ich meine, es sieht anders aus.
00:49:32
Speaker
Und dann führen wir manchmal dieses Gespräch und dann sage ich, ja, das ist
00:49:38
Speaker
Ich muss ja für mich sorgen oder Dinge tun, die ich auch für wichtig erachte, wie dann vielleicht auch Gespräche mit anderen zu führen, obwohl meine To-Do-Liste so viele To-Dos hat, weil in meiner Welt wird die halt nie leer.
00:49:53
Speaker
Und dann führe ich das Gespräch nie.
00:49:55
Speaker
Dann mache ich nie Sport oder dann habe ich nie irgendwie Ruhe in meinem Feierabend oder was auch immer.
00:50:00
Speaker
Aber das ist ja eine Erkenntnis.
00:50:02
Speaker
Und dort bin ich dann wieder ganz schnell beim Thema Haltung.
00:50:05
Speaker
Ich kann ja auf die To-Do-Liste schauen und sagen so, oh Mann, furchtbar, da stehen schon wieder zwölf Punkte drauf und ich habe heute wieder nichts erledigt bekommen.
00:50:13
Speaker
Oder ich gucke auf die To-Do-Liste und sage, oh toll, für morgen ist auch noch was übrig.
00:50:16
Speaker
Mir wird morgen nicht langweilig werden.
00:50:19
Speaker
Das ist jetzt vielleicht ein bisschen überspitzt.
00:50:22
Speaker
Die Richtung zumindest.
00:50:24
Speaker
Oder ich kann dankbar dafür sein, dass ich dann das Gespräch hatte oder was auch immer.
00:50:29
Speaker
Wir haben bei uns dann so ein neues Format eingeführt.
00:50:34
Speaker
Das Coffee Paul nennen wir das.
00:50:38
Speaker
Das ist eine App quasi.
00:50:40
Speaker
Also wir sind ja ein
00:50:41
Speaker
Remote-Unternehmen und wir haben diese App eingeführt.
00:50:48
Speaker
Die ist sozusagen ein Bot, also ein Programm, was in Teams arbeitet.
00:50:55
Speaker
Das matcht, wir haben das so eingestellt, alle sechs Wochen matcht das zwei von uns und dann treffen wir uns zu einem Kaffeetermin, also mit unserem Kaffeekumpel quasi.
00:51:08
Speaker
Und dann ist die Idee und die teilen wir auch, ist quasi, mach das nicht an deinem Arbeitsplatz.
00:51:17
Speaker
Also jetzt 20 Minuten muss ich jetzt mit Césir kurz Meeting machen, sondern verstehe das irgendwie als Pause, aktive Pause.
00:51:29
Speaker
Setz dich irgendwo hin, hol dir einen Tee, einen Kaffee.
00:51:31
Speaker
Macht ihr was zu essen, ein bisschen Obst oder was und dann nehmt ihr die Zeit für den Austausch mit dem Menschen auf der anderen Seite.
00:51:40
Speaker
Und wir machen das jetzt seit einem Dreivierteljahr, würde ich sagen.
00:51:45
Speaker
Und...
00:51:46
Speaker
Wir teilen dann auch so unsere Erfahrungen hinterher, auch in dieser Wohnengruppe nennen wir die liebevoll.
00:51:54
Speaker
Und das ist für uns jetzt auch ein großartiges Format, weil da Gespräche zustande kommen, die jetzt stehen so gar nicht.
00:52:04
Speaker
Ja, das erinnert mich daran, also das hat unser Inhaber Felix Mölders eine Zeit lang nach unserer Leitbildentwicklung tatsächlich gemacht.
00:52:14
Speaker
Er hat, ich weiß gar nicht, ob es jede Woche oder vielleicht sogar jeden Tag war, einfach sich mit Menschen aus dem Unternehmen verabredet, eine halbe Stunde Mittag gemacht und
00:52:25
Speaker
Und die waren erst mal ganz erschrocken, dass sie jetzt plötzlich zum Mittagessen eingeladen waren.
00:52:32
Speaker
Aber ihm ging es darum, tatsächlich mit den Menschen wirklich ins Gespräch zu kommen.
00:52:35
Speaker
Ich weiß gar nicht, was daraus geworden ist.
00:52:36
Speaker
Das muss ich immer fragen.
00:52:38
Speaker
Ja, mach mal, weil das ist... Fand ich eine völlig großartige Idee, um einfach so, ich sag mal, die Barriere, die es ja häufig alleine allerdings in den Köpfen der Menschen gibt.
00:52:49
Speaker
Das ist der große Chefboss und der hat bestimmt keine Zeit für mich.
00:52:53
Speaker
Das Gegenteil ist der Fall.
00:52:54
Speaker
Die Tür steht ja immer offen.
00:52:56
Speaker
Naja, ich würde schon sagen, du hast das vorhin eingangs ja auch gesagt, dass das bei vielen sicherlich auch Erfahrungen von früheren Chefs, Arbeitgebern, whatever ist.
00:53:05
Speaker
Ja, ja.
00:53:06
Speaker
Gründe gibt es immer viele und auch vielfältige, warum Dinge so sind, wie sie sind.
00:53:12
Speaker
Aber das ist zum Beispiel eine tolle Möglichkeit, um da mal wieder, das kann ich mir eigentlich auch mal wieder auf die Fahne schreiben, einfach mal einen Termin mit Menschen machen und sagen so.
00:53:22
Speaker
Und vielleicht den Abstand, wir hatten diese Coffee-Poll zum Beispiel, hatten wir alle zwei Wochen zuerst.
00:53:28
Speaker
Und dann war aber relativ schnell klar für unser, also wie wir zusammenarbeiten, ist das zu viel.
00:53:33
Speaker
Wir haben dann gemeinschaftlich entschieden, was ist eine gute Entfernung und dann sind wir auf sechs gegangen.
00:53:38
Speaker
Und das glaube ich auch, Formate zu haben, genau, auszuprobieren und dann irgendwie sich schnell Feedback zu geben.
00:53:48
Speaker
Mag ich, mag ich nicht.
00:53:50
Speaker
Ein bisschen anderes Setting.
00:53:51
Speaker
Genau, das funktioniert gut.
00:53:53
Speaker
Genau, und wenn es nicht funktioniert, dann such halt was anderes.
00:53:57
Speaker
Und das ist ja tatsächlich auch ein wichtiger Punkt.
00:54:00
Speaker
Für den einen ist das eine gut und für den anderen was anderes.
00:54:02
Speaker
Und da auch die Flexibilität und die Freiheit im Kopf zu haben, es muss nicht alles gleich sein und es muss nicht alles irgendwie immer mit der Gießkanne sein.
00:54:10
Speaker
Das ist auch, glaube ich, eine sehr wichtige Erkenntnis.
00:54:13
Speaker
Und das ist in der Umsetzung tatsächlich, also ich kann das jetzt nur für unsere Personalarbeit sagen, wir machen da ja auch die karrierten Maiglöckchen sehr gerne, weil es uns einfach wichtig ist.
00:54:25
Speaker
Aber das ist natürlich auch anstrengend für die Arbeit, weil da hast du dann im Zweifel mal nur 60 Prozent Standardprozesse und der Rest ist individuell.
00:54:34
Speaker
Und das geht dann natürlich nicht immer ganz so reibungslos, wie man sich das wünschen würde.
00:54:40
Speaker
Es darf einem aber wert sein, würde ich sagen.
00:54:44
Speaker
Genau, ich glaube, da ist es so ein bisschen die Kunst, diesen, wie man so schön sagt, diesen schmalen Grat irgendwie zu finden und zu sagen, es gibt vielleicht Prozesse, da lassen wir gar keine Ausnahmen zu, sondern das ist der Prozess und wenn der nicht gut funktioniert, dann müssen wir den Prozess angucken, aber den machen wir in allen 16 Häusern, machen wir den identisch.
00:55:08
Speaker
Genau.
00:55:10
Speaker
Und daneben gibt es aber dann auch vielleicht Gesprächsformate oder so, wo der eine sagt, also nehmen wir das Beispiel, es gibt ja Menschen, die in großen Gruppen arbeiten,
00:55:22
Speaker
Also ich zum Beispiel, ich finde das total gut.
00:55:25
Speaker
Ich bringe mich da auch ein und ich diskutiere da, also mag ich.
00:55:29
Speaker
Ich kenne aber auch Menschen, für die ist das der Horror.
00:55:33
Speaker
Das heißt, wenn ich jetzt alle Gesprächsformate quasi in großen Gruppen anbiete, dann bin ich total happy.
00:55:41
Speaker
Aber die anderen sind total unglücklich, weil die sagen, ja, was soll ich da beitragen, mache ich ja eh nicht.
00:55:47
Speaker
Die bräuchten dann ein anderes Format, wie du gesagt hast.
00:55:51
Speaker
Und das ist tatsächlich ja auch das Herausfordernde, glaube ich, für Führungskräfte, zumindest für unsere Führungskräfte auch, jeden Menschen dort abzuholen, wo er steht und da die Bedürfnisse auch überhaupt zu kennen und dann auch wahrnehmen zu können.
00:56:05
Speaker
Das glaube ich wird eine der großen Herausforderungen auch für die Zukunft bleiben, gerade in der sich verändernden, doch sehr digitalen Welt.
00:56:14
Speaker
Wir sind einfach soziale Wesen und brauchen da ganz viel mehr Ansprache, als sie heutzutage, glaube ich, tatsächlich so von Mensch zu Mensch stattfindet.
00:56:24
Speaker
Und da würde ich sagen, da könnte, also Digitalisierung kommen wir jetzt gar nicht zu, weil wir mit der Zeit leider schon fast durch sind.
00:56:34
Speaker
Ich habe noch sehr viele Fragen, die ich gerne mit dir besprechen würde.
00:56:39
Speaker
Aber da ist, glaube ich, so ein Punkt, wo KI, wo Digitalisierung, Automatisierung, also ja durchaus helfen kann.
00:56:48
Speaker
Ja, total.
00:56:49
Speaker
Wenn ich Prozesse, du hast das vorhin gesagt, zwölfmal ein Blatt hin und her geben, wenn ich diesen Prozess vielleicht auf einmal Blatt hin und her geben, reduzieren kann,
00:56:59
Speaker
Ist ja die Frage, wofür nutze ich diese elf eingesparten Blatt-hin-und-her-Geb-Momente?
00:57:05
Speaker
Und die könnte ich dann vielleicht für so einen Murmelmoment nutzen oder für so einen in die Ecke stellen.
00:57:10
Speaker
Wie geht es dir eigentlich?
00:57:11
Speaker
Das wäre sinnvoll, weil das kann KI, also ich glaube, KI ist schon sehr empathisch.
00:57:21
Speaker
Da gibt es ja auch spannende Untersuchungen drüber.
00:57:25
Speaker
Aber ich glaube, für uns Menschen bleibt es für den Moment auf jeden Fall schwierig, wenn so ein Monitor uns fragt, wie es uns geht.
00:57:31
Speaker
Das ist für uns anders, als wenn du mich das fragst, wie es mir geht.
00:57:36
Speaker
Und dieses Thema des Authentischseins, ich glaube, das wird noch eine Weile uns begleiten, bevor wir...
00:57:42
Speaker
irgendwelche Roboter so authentisch sind, dass wir nicht erkennen, dass das ein Roboter ist.
00:57:48
Speaker
Also da sind wir ja noch nicht.
00:57:50
Speaker
Insofern ist es ein Werkzeug für uns und ich glaube für Führungskräfte ein geiles Werkzeug, was man wirklich super nutzen kann.
00:57:56
Speaker
Auf jeden Fall.
00:57:57
Speaker
Und ich wäre sofort dabei zu sagen, die Zeit, die man dort gewinnt, wirklich in Gespräche und im Dialog, also Gespräche, ja tatsächlich, Gespräche mit den Menschen, einfach wahrzunehmen, was braucht der andere jetzt gerade von mir, sich gemeinsam weiterzuentwickeln und das...
00:58:16
Speaker
Dafür sollten wir KI unbedingt dringend ganz schnell nutzen.
00:58:19
Speaker
Genau, das ist das, wenn ich mit Führungskräften darüber spreche, was ich versuche, denen auch mitzugeben.
00:58:27
Speaker
Sei es, das hatte ich schon eine Weile her, aber da haben dann wirklich Führungskräfte eine Menge Zeit mit Protokollschreiben verbracht.
00:58:36
Speaker
Ja, das ist klar.
00:58:38
Speaker
Also wirklich ganz einfache Hands-on-Lösungen, die man einfach, wie du sagst, machen kann, jetzt sofort,
00:58:46
Speaker
Wo ich gesagt habe, also bitte schreib doch da nicht drei Stunden irgendein Protokoll, was ich mir dann angucke, also im besten Fall und nur sage, nee, so habe ich das nicht gemeint.
00:58:59
Speaker
Oder gar nichts damit passiert, das wäre ja noch schlimmer.
00:59:02
Speaker
Sondern genau, nutzt die Zeit auch dann anders.
00:59:04
Speaker
Ja, unbedingt.
00:59:07
Speaker
Cecile, da steckt, finde ich, eine Menge drin.
00:59:09
Speaker
Danke für deine Zeit.
00:59:11
Speaker
Ich habe eine letzte Frage an dich.
00:59:13
Speaker
Mhm.
00:59:14
Speaker
Mit der würde ich gerne schließen oder dich einladen zu schließen.
00:59:18
Speaker
Nämlich, welche Pressemeldung würdest du gerne von dir, von Mölders oder auch über das Thema Leitbild, Kultur, Führung in den nächsten zwölf Monaten lesen?
00:59:32
Speaker
Das ist ja eine spannende Frage.
00:59:38
Speaker
Ich weiß gar nicht, ob ich so schnell darauf eine Antwort finde.
00:59:40
Speaker
Welche Pressemeldung würde ich gerne lesen?
00:59:46
Speaker
Also ich fände es großartig, wenn da stehen würde, Müll, das begeistert die Menschen.
00:59:51
Speaker
Okay, das ist meine Headline, die finde ich einfach.
00:59:56
Speaker
Wir lesen ja ähnliche Zeitungen hier, da gucke ich mal, ob ich die finde.
01:00:02
Speaker
Wir geben alles, dass du das lesen willst.
01:00:04
Speaker
Ja.
01:00:07
Speaker
Super, Cécile.
01:00:09
Speaker
Ich packe in die, das hatte ich mir noch aufgeschrieben, wollte ich nochmal drauf eingehen, haben wir nicht geschafft.
01:00:14
Speaker
Du hast kurz von euren Kulturbotschaftern und Botschafterinnen gesprochen.
01:00:19
Speaker
Ihr bietet da ab nächstem Jahr auch eine Ausbildung, eine interne Ausbildung bei euch im Unternehmen an, die aber auch für Externe öffnet.
01:00:28
Speaker
Ich würde den Link mit in die Shownotes packen.
01:00:31
Speaker
Sehr, sehr gerne.
01:00:32
Speaker
Und nehme das auch oder habe das sogar schon zu einem Kunden als Option mitgenommen, gleich mit euch zusammenzuarbeiten, weil ich das auch ein schönes Werkzeug für diese Leitbildintegration finde, einfach Multiplikatoren auszubilden.
01:00:50
Speaker
Genau.
01:00:50
Speaker
Und ich kann auch nur anbieten tatsächlich, wo du das jetzt gerade schon gesagt hast, wer dazu Fragen hat, der kann mich gerne jederzeit anschreiben, sich mit mir auf LinkedIn oder sonst wo vernetzen.
01:01:00
Speaker
Wir packen da ein Profil auch mit in die Shownotes, das LinkedIn-Profil und dann...
01:01:04
Speaker
Genau.
01:01:05
Speaker
Und wir stehen auch tatsächlich einfach auch nur mal so für Austausch zur Verfügung, weil wir es einfach wichtig finden, die Dinge zu teilen, die wir jetzt in den letzten Jahren auch erlebt haben, die Erfahrung zu teilen, die wir gemacht haben.
01:01:16
Speaker
Und das, was gut funktioniert hat, glaube ich, sollte man unbedingt weitermachen.
01:01:22
Speaker
Und das, was vielleicht auch nicht funktioniert hat, muss man ja irgendwie nicht selber da noch machen.
01:01:25
Speaker
Ausprobieren.
01:01:29
Speaker
Cécile, ich danke dir für deine Zeit.
01:01:31
Speaker
Sehr, sehr gerne.
01:01:32
Speaker
Und bis ganz bald.
01:01:33
Speaker
Hat total Spaß gemacht, Norman.
01:01:34
Speaker
Vielen Dank.
01:01:35
Speaker
Danke, sehr gerne.
01:01:40
Speaker
Macht's gut.
01:01:41
Speaker
Ciao.
01:01:42
Speaker
Das war eine neue Folge von Führen mit Herz und Verstand.
01:01:45
Speaker
Toll, dass du dabei warst und dir die Zeit genommen hast.
01:01:49
Speaker
Wenn es dir gefallen hat, hinterlass mir doch bitte direkt jetzt eine positive Bewertung.
01:01:54
Speaker
Ich wünsche dir eine tolle Zeit und gutes Gelingen bei dem, was auf dich wartet.