Transcript
Speaker: Aber unser Leitbild leitet uns dazu an, eben dann zu sagen, Moment mal, das fand ich jetzt nicht in Ordnung und ich hätte mir in der Situation echt was anderes von dir gewünscht.
Speaker: Und das immer im Dialog, auch mit den Führungskräften, mit den Menschen vor Ort.
Speaker: Der Erfolg eines Unternehmens hängt ganz entscheidend von der Führungskultur im Unternehmen ab.
Speaker: Denn wenn sich Mitarbeiterinnen zufrieden fühlen, steigt die Produktivität um bis zu 20%.
Speaker: Doch die Frage lautet, wie kann das bei dem hohen Druck der Zeitverdichtung und den vielen operativen Aufgaben gelingen?
Speaker: Lausche den Deep Talks und erhalte erprobte und praxisnahe Führungswerkzeuge für eine sinn- und menschenorientierte Führung.
Speaker: Erlebe gleichzeitig, wie eine positive innere Haltung den Unterschied bei meinen Gästen gemacht hat.
Speaker: Ich bin Norm Ulbrich und heiße Dich herzlich willkommen zu meinem Podcast Führen mit Herz und Verstand.
Speaker: Heute darf ich euch einen ganz besonderen und wunderbaren Gast ankündigen.
Speaker: Seit über 20 Jahren gestaltet sie mit Leidenschaft und Klarheit die Personalarbeit.
Speaker: Heute trägt sie bei der Mölders Holding Verantwortung als Personalleiterin, Prokuristin und Mitglied der Geschäftsleitung.
Speaker: Ihr Herz schlägt für Führungskräfteentwicklung und besonders für den Kulturwandel im Unternehmen.
Speaker: Was sie antreibt,
Speaker: Die Überzeugung, dass Unternehmenskultur nur dann Wirkung entfaltet, wenn Menschen mitgestalten dürfen.
Speaker: Deshalb hat sie die Mölders Akademie geprägt, KulturbotschafterInnen aufgebaut und Programme ins Leben gerufen, die Mut machen, Veränderungen zu gestalten.
Speaker: Auch über den Job hinaus ist ja Engagement spürbar.
Speaker: Als ehrenamtliche Richterin am Landesarbeitsgericht Niedersachsen, Mitglied in der IHK-Vollversammlung,
Speaker: Und leidenschaftliche Sängerin, die in Yoga Kraft und Balance findet.
Speaker: Was mich besonders beeindruckt, mit einer wohltuenden Mischung aus Klarheit, Begeisterung und echter Wertschätzung gelingt es ihr Menschen für neue Wege zu gewinnen und Unternehmenskultur lebendig werden zu lassen.
Speaker: Und damit sage ich herzlich willkommen im Podcast.
Speaker: Ich freue mich riesig, dass du heute hier bist.
Speaker: Cécile Meyer-Batsch.
Speaker: Danke, Norman.
Speaker: Was für eine schöne Begrüßung.
Speaker: Toll.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Sehr gerne.
Speaker: Cécile, wir springen direkt rein in einen Moment, ein paar Tage zurück.
Speaker: Nämlich, wenn du an deinen ersten Arbeitstag als junge Personalleiterin zurückdenkst, gibt es da irgendwie ein Bild oder vielleicht einen Moment, der dir irgendwie bis heute lebendig vor Augen steht?
Speaker: Ja, tatsächlich.
Speaker: In der Tat.
Speaker: Mein Bild ist ein großer Aktenberg von Papieren und Personalakten und Dingen, die in die Personalakten hineinkommen und bergeweise Bewerbungsunterlagen.
Speaker: Das war so mein Start.
Speaker: Und
Speaker: Ja, das beschreibt das, glaube ich, tatsächlich sehr gut, weil es war eine Menge an Dingen, die da einfach darauf gewartet haben, sortiert und gut strukturiert auf den Weg gebracht zu werden.
Speaker: Also den spüre ich förmlich noch, den Berg an zu sagen.
Speaker: Das hat dich nachhaltig beeinflusst, ja?
Speaker: Tatsächlich.
Speaker: Jetzt würde ich sagen, also auch mit dem, wie ich dich anmoderiert habe und wie ich dich so verstanden habe oder wie ich dich erlebe und sehe,
Speaker: ist ja dein Bild von Personalarbeit nicht Aktenarbeit, sondern es geht irgendwie um Kultur.
Speaker: Das heißt, es muss ja um Menschen gehen, um Bedürfnisse auch von Menschen, von Organisationen.
Speaker: Gab es irgendwas, also es war ja dann viel später, aber was dich bewegt hat in Richtung Unternehmenskultur und Leitbildentwicklung bei Mölders zu gehen?
Speaker: Ja, was hat mich da bewegt?
Speaker: Tatsächlich die Erkenntnis oder auch der Wunsch von vielen Führungskräften und auch von vielen Menschen, sich weiterzuentwickeln, die Zukunft aktiv zu gestalten und weg von diesem täglichen Druck, der einen belastet, hin zu, wie soll ich das beschreiben?
Speaker: Ja, spürbare Freiheit in dem, was ich tue und auch mehr
Speaker: Ja, mehr Freude bei der Arbeit.
Speaker: Denn ich spüre das tatsächlich fast täglich, wie sich Menschen bemühen, ihre Arbeit zu erledigen und voranzukommen und gleichzeitig aber auch einer großen Belastung erliegen.
Speaker: Das ist kassierig.
Speaker: kam natürlich jetzt auch durch die letzten Jahre, das ist ja an keinem von uns spurlos vorbeigegangen, hat das sicherlich nochmal intensiviert, das war auch vorher aber schon spürbar, dass so ein bisschen Angst vor der Zukunft herrscht und das finde ich für so einen Weg in die Zukunft nicht so ganz schön und auch nicht so ganz einfach, wenn man da so von Ängsten geplagt wird und für sich vielleicht gar nicht so das
Speaker: Und ich weiß auch gar nicht, warum das so über mich kommt und warum das so in mir drin steckt, aber es macht mir unheimlich viel Spaß, den Menschen dann Räume zu zeigen und insbesondere auch Räume zu eröffnen, was ich zum Glück bei Mölders darf.
Speaker: dass man dann eben anders in die Zukunft gehen kann und sich von diesen Belastungen im Idealfall befreien kann, zumindest einen anderen Weg findet, damit umzugehen, sodass eben wirklich Arbeit Spaß macht.
Speaker: Ich habe vor einiger Zeit eine Keynote gehalten, die hatte mit Kommunikation zu tun, aber wahrscheinlich auch gibt es viele Parallelen.
Speaker: Da muss ich gerade denken, mehr Freude und Erfolg bei der Arbeit.
Speaker: Das ist ja so das, was du gerade so beschrieben hast.
Speaker: Wie gelingt das quasi?
Speaker: Ja.
Speaker: Nicht nur irgendwie angestrengt, um verbissen zu sein, sondern auch irgendwie, also Sinnhaftigkeit ist ja da irgendwie so ein fast schon Modewort, Purpose irgendwie.
Speaker: Aber ich sag mal, neben der Mode zeigen ja auch, ich weiß gar nicht, wie viele Untersuchungen und Befragungen von Menschen wie Menschen,
Speaker: Also was das für einen Impact hat auf Gefühle, aber auch damit irgendwie auf Produktivität, so aus der unternehmlichen Perspektive.
Speaker: Ja, absolut.
Speaker: Nicht nur auf das Wohlbefinden, das ist ja das eine.
Speaker: Aber tatsächlich geht das ja im Unternehmen dann wirklich mit Produktivitätssteigerung einher, mit Senkung von Krankentagen, mit Fluktuationsquoten, die sinken.
Speaker: Und das ist ja irgendwie großartig.
Speaker: Also das ist ja genau, das ist ja ein Anknüpfungspunkt, gerade in Zeiten von, also auch wenn wahrscheinlich viele das gerade schon nicht mehr glauben, aber in Zeiten von Fachkräftemangel, der ja trotzdem immer noch da ist, also obwohl gerade Arbeitsplätze abgebaut werden irgendwie in Deutschland und trotzdem, das ist ja ein bisschen das Schizophrenie, gibt es in zumindest Teilbranchen ja trotzdem Fachkräftemangel.
Speaker: Der ist ja nicht weg.
Speaker: Und Arbeit verändert sich auch sehr stark, das gehört ja auch noch mit dazu, ne?
Speaker: Ja, sag mal, was geht dir da durch den Kopf, wenn du das sagst?
Speaker: Naja, ich denke mir schon dabei, Mensch, wie wird unsere Kassenkraft in fünf Jahren unterwegs sein?
Speaker: Wird da überhaupt noch eine Kasse stehen oder tragen die Menschen die Sachen so aus unserem stationären Handel hinaus?
Speaker: Und wie verändern sich dann auch andere Arbeitsplätze?
Speaker: Also auch das Thema autonomes Fahren wird ja irgendwann kommen, auch wenn da keiner mehr so richtig dran glaubt.
Speaker: Ich fürchte, das geht nicht an uns vorbei und kann auch überhaupt gar nicht an uns vorbeigehen, wenn wir, ich sage mal, die große Welt neu denken wollen und auch müssen.
Speaker: Das betrifft man natürlich jeden Einzelnen an seinem Arbeitsplatz ganz unterschiedlich.
Speaker: Und da bin ich eben dabei und das macht mir auch wirklich unheimlich viel Spaß, den Menschen dort den Mut zu machen, dass jeder, aber wirklich jeder, der das will, das aktiv mitgestalten kann und dafür die Voraussetzungen, Rahmenbedingungen zu schaffen.
Speaker: Ist nicht immer ganz einfach und sicherlich auch herausfordernd, aber es macht unheimlich viel Spaß, wenn das gelingt, wenn man sieht, wie die Menschen dann auch wirklich Lust und Leidenschaft entwickeln, sich dann dort einzubringen und wirklich die Zukunft aktiv mitzugestalten, ihre Ideen und ihre Kreativität sprudeln lassen und wir dann gemeinsam so vorankommen.
Speaker: Das ist einfach toll zu sehen.
Speaker: Ihr habt ja...
Speaker: In Corona oder kurz vor Corona habt ihr euer Leitbild entwickelt, ne?
Speaker: Mitten im tiefen Corona-Zeitalter, genau.
Speaker: Du hast das ja so gesagt, also ich habe so einen Führungsgrundsatz, der passt da ganz gut zu, finde ich.
Speaker: Orientierung schafft Sicherheit und Sicherheit schafft Vertrauen.
Speaker: Und aus meiner Perspektive sind Führungskräfte quasi genau für dieses Orientierungsgeben verantwortlich, ne?
Speaker: Ich sage mal im ganz Kleinen, was machen wir heute an diesem Tag bis hin zum ganz Großen, wo wird unser Unternehmen in fünf Jahren, in zehn Jahren stehen, um diese Ängste und Sorgen quasi, um denen zumindest mal zu begegnen.
Speaker: Ob man die jetzt bei allen Menschen dadurch beseitigt, das glaube ich nicht, aber zumindest ist es ein Angebot.
Speaker: Ja, auf jeden Fall.
Speaker: War das dann Teil eurer Überlegung, als ihr diese Leitbildentwicklung da in Corona gestartet habt oder war das sozusagen eher zufällig?
Speaker: Nee, zufällig war das nicht.
Speaker: Wir haben tatsächlich schon, ich sage mal, anderthalb Jahre vorher darüber nachgedacht, dass wir, also eigentlich wollten wir eine neue Strategie entwickeln.
Speaker: Und daraus entstanden ist die Überlegung, Mensch, bevor wir eine neue Strategie entwickeln, wäre es ja wohl sinnvoll, wenn wir unsere Menschen erstmal dafür stark machen,
Speaker: so eine Strategie im Zweifel mitzugestalten und uns dabei zu unterstützen, das dann auch gut auf den Weg zu bringen.
Speaker: Und so ist ja seinerzeit unsere Kulturbotschafterausbildung gestartet, weil wir erstmal an den Menschen...
Speaker: direkt unterstützen wollten und die Menschen wirklich dahingehend zu entwickeln, dass sie Mut haben, dass sie ihre Stärken entdecken, dass sie ihre Potenziale entfalten und auch Lust haben, das ins Unternehmen reinzubringen.
Speaker: Und das betrifft ja Führungskräfte ganz genauso.
Speaker: Da sind ja auch irgendwie keine anderen Menschen.
Speaker: Die haben nur andere Aufgaben als andere Menschen vielleicht.
Speaker: Und
Speaker: Daraus ist dann entstanden, dass wir irgendwann gesagt haben, so jetzt haben wir unsere Menschen ein Stück weit stark gemacht, jetzt können wir eigentlich auch den nächsten Schritt gehen.
Speaker: Und dann wussten wir nicht so recht, wie machen wir das, weil wir natürlich auch die Herausforderung haben mit 16 Standorten, dass das nicht ganz so einfach ist, da immer jeden überall und gleichzeitig zu erreichen.
Speaker: Und dann war vielleicht Corona sogar ein Glück für uns.
Speaker: Ich möchte es aber eigentlich gar nicht so bezeichnen.
Speaker: Wir haben vielleicht die Gunst der Stunde genutzt, weil wir eh schon in den Überlegungen gewesen sind und haben gesagt, so komm, das hilft jetzt einfach, um mit den Menschen in Kontakt zu bleiben, die wir nicht besuchen durften, wenn wir es einfach digital machen.
Speaker: Und klar hat das nicht nur Vorteile, sondern auch ein paar Nachteile.
Speaker: Aber die Vorteile waren, dass wir mitten in Corona wirklich mit allen Menschen im Gespräch gewesen sind.
Speaker: Und das hat natürlich zu einem großen Zusammenhalt beigetragen.
Speaker: Und im Übrigen hatten die Menschen in der Corona-Zeit ja auch ein bisschen mehr Zeit als sonst, weil man ja nicht wirklich weg konnte, sondern man war irgendwie auch so ein bisschen in seiner Heimat gefangen.
Speaker: Und insofern war das, glaube ich, auch für alle ein schöner Moment, um wenigstens digital zusammenzukommen und die Gedanken auszutauschen.
Speaker: Und das hat uns in der Zeit wahnsinnig geholfen, da Dinge gemeinsam auf den Weg zu bringen.
Speaker: Und was du gesagt hast, stimmt.
Speaker: Einfach Sicherheit und Orientierung zu geben und die Menschen spüren zu lassen, ihr seid da nicht alleine da draußen.
Speaker: Wir sind eine große Gemeinschaft und wir haben auch vor, die Zukunft gemeinsam zu gestalten.
Speaker: Irgendwann ist Corona vorbei und da freuen wir uns alle drauf.
Speaker: Und bis dahin, lasst uns doch gemeinsam überlegen, wie wir das bestmöglich gestalten können.
Speaker: Und schon mal für die Zukunft ein bisschen vordenken, wo da unsere gemeinsame Reise hingehen soll.
Speaker: Und das war ganz wunderbar zu sehen in so vielen digitalen Workshops, wie die Leute da Ideen entwickelt haben.
Speaker: Und wir haben tatsächlich auch jemanden dabei gehabt, der hat unsere ganzen Ideen auch aufgezeichnet.
Speaker: sodass wir dann Bilder hatten, die wir auch nochmal mit in die Standorte geben konnten für die Menschen, die vielleicht nicht dabei sein konnten oder auch nicht wollten.
Speaker: So, Graphic Recorder, ne?
Speaker: Genau.
Speaker: Und das war ganz wunderbar.
Speaker: Also von diesen Bildern leben wir heute noch.
Speaker: Unser Leitbild ist ja auch ein Bild.
Speaker: Ein großes Wimmelbild.
Speaker: Und das hilft uns unheimlich, um über die Bilder zu sprechen und das, was da drauf ist und sich darüber zu unterhalten.
Speaker: Was siehst du dort?
Speaker: Was macht das mit dir?
Speaker: Was bedeutet das für dich an deinem Arbeitsplatz, dieses konkrete Bild?
Speaker: Und das hilft, um im Austausch zu bleiben und transparent die Themen auch an die Menschen zu bringen.
Speaker: Das ist tatsächlich aber auch nach wie vor eine große Arbeit, die wir leisten.
Speaker: Genau, da würde ich gerne noch ein bisschen tiefer bohren.
Speaker: Ich habe mir aber noch ein paar Sachen aufgeschrieben, die dürfen wir nicht vergessen.
Speaker: Zum einen, du hast ja gerade gesagt, Corona war ein Glück für uns und dann warst du ja ein bisschen fast schon beschämt, das so zu sagen.
Speaker: Das fand ich ganz witzig, weil...
Speaker: Ich habe da hinten an meinem Whiteboard, was da hängt, da hängt noch eine Moderationskarte.
Speaker: Corona schenkt mir etwas Unbezahlbares, steht da drauf.
Speaker: Ja.
Speaker: Weil, da muss ich gerade dran denken, also meine Auftragsbücher waren ja leer quasi, einen Tag nachdem der Lockdown war im März.
Speaker: Und...
Speaker: Dann bin ich erst mal in so ein tiefes Loch gefallen irgendwie.
Speaker: Und da habe ich mich mit einem Freund, wir haben uns dann jeden Morgen getroffen um sechs virtuell oder um sieben, weiß gar nicht mehr, und haben uns dann so gegenseitig gecoacht.
Speaker: Der hatte eine ähnliche Situation wie ich.
Speaker: Und ich glaube, nach zwei oder zweieinhalb Wochen habe ich diesen Satz aufgeschrieben, weil ich dann quasi mich aus dem Loch freigekämpft hatte und gesehen habe, okay, da gibt es natürlich eine Menge Mist, aber es gibt auch eine Menge Chancen auf einmal.
Speaker: Und deshalb fand ich diesen Satz, den du gerade gesagt hast, das war vielleicht auch euer Glück, ihr habt es halt genutzt.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Und ich glaube, das ist der Punkt von dem, was du gerade auch erzählt hast.
Speaker: Darum geht es ja zum Beispiel auch in unserer Ausbildung, was wir unseren Menschen an Entwicklung ermöglichen.
Speaker: Es passiert immer ganz viel Scheiße um uns herum, wenn ich das mal so aufdrücken darf.
Speaker: Aber es geht ja darum, zu sehen,
Speaker: wie gelingt es mir da rauszukommen und nicht da drin stecken zu bleiben und wirklich der Fokus auf das Gelingende.
Speaker: Und das hat auch nichts mit Schönfärberei zu tun oder rosa Wolken, die da immer am Himmel schweben.
Speaker: Es hat damit zu tun, dass man wirklich guckt, wie kann ich meine Energiereserven für sinnvolle Dinge nutzen und mich nicht mit den, wir nennen sie bei uns Energiewampiren, beschäftigen, sondern wirklich zu gucken,
Speaker: Bei allem, was scheiße läuft und alles, was schlimm ist und alles, was furchtbar ist.
Speaker: Es gibt so viele tolle Dinge, die aber auch gut laufen.
Speaker: Und wahrscheinlich neigen wir Deutschen ein bisschen dazu, immer erst mal nur in die negative Ecke zu blicken und dort irgendwie alles...
Speaker: ganz detailliert aufzusammeln, was da so rumliegt.
Speaker: Es gibt aber auch die andere Ecke, wo ganz viele tolle Dinge passieren.
Speaker: Und ja, ich habe die Erfahrung gemacht, dass es viel schöner ist, in die andere Ecke zu gucken.
Speaker: Und klar, von den anderen Punkten vielleicht auch mal das eine oder andere wegzutun, wenn das irgendwie geht.
Speaker: Und ansonsten,
Speaker: wirklich die Kraft daraus zu schöpfen, dass Dinge auch anders werden können und nichts bleibt, wie es ist und Corona ist auch vorbeigegangen.
Speaker: Und das Nächste wird auch kommen und auch wieder vorbeigehen.
Speaker: Es ist ja, glaube ich, nur wichtig, dass wir für uns deutlich machen und herausfinden, wie gelingt es mir gut, damit umzugehen.
Speaker: Und manchmal braucht man dabei Hilfe, ein anderes Mal schafft man das selber und die Mischung macht es, glaube ich, tatsächlich.
Speaker: Das ist ja in der Umsetzung gar nicht so einfach.
Speaker: Ich habe gerade, als du das so erzählt hast, mir so ein paar Bilder durch meinen Kopf gehuscht.
Speaker: Ich würde sagen, wahrscheinlich das einschneidendste oder schmerzlichste Erlebnis, was ich bisher hatte, war die Trennung von meiner Frau.
Speaker: Die hat sich damals 2016 von mir getrennt.
Speaker: Und da konnte ich
Speaker: gar nicht mit umgehen.
Speaker: Also da konnte ich auch, ich weiß noch, mein bester Freund, mit dem habe ich am gleichen Abend irgendwie telefoniert und der sagte dann, also liebe Grüße an der Stelle, Andreas, danke nochmal.
Speaker: Der sagte dann sinngemäß, nicht der O-Ton, aber sinngemäß, andere Mütter haben ja auch schöne Töchter.
Speaker: Also da, wo eine Tür zugeht, gehen andere auf.
Speaker: Das war seine pragmatische Idee.
Speaker: Das habe ich nicht gesehen, diese Chance an der Stelle.
Speaker: Da war ich zu sehr im Schmerz.
Speaker: Was ich dann zuerst lernen durfte, war das Loslassen.
Speaker: Also sozusagen etwas, was war, loszulassen.
Speaker: Das ist ja auch dieser...
Speaker: In dieser Change-Kurve, wenn man das analysiert, sieht man das ja auch, dieses Tal der Tränen, nennen wir das.
Speaker: Und das zu akzeptieren, dass Dinge, die waren, waren und jetzt irgendwie Zeit für andere Sachen ist.
Speaker: Und im Grunde ist ja jeder Veränderungsprozess, Corona, jedes Ereignis irgendwie, ist ja so ähnlich.
Speaker: Und das ist natürlich dann...
Speaker: Dann schwierig, aber die einzige Chance ist dann quasi in diese Selbstwirksamkeit zu kommen und zu gucken, was kann ich denn verändern.
Speaker: Also ich konnte sozusagen nicht verändern, dass meine Frau keine Liebe mehr empfunden hat, aber es gab natürlich viele andere Dinge, die ich irgendwie für mich machen konnte.
Speaker: Genau.
Speaker: um mein Leben zu gestalten.
Speaker: Das war bei Corona mit dem Satz, der ich da hinten dran geschrieben habe, am Ende ja genauso.
Speaker: Das eine ist, wie es ist, das kann ich nicht verändern, kann den Virus nicht tot machen, ich kann auch die politische Handhabe in Europa, die ist halt so, wie sie ist.
Speaker: Aber ich kann natürlich mein Leben da drin so gestalten, dass ich maximal selbstwirksam bin.
Speaker: Und das ist ja vermutlich in euren Baumärkten genau das Gleiche.
Speaker: Da muss es tolle Kunden geben und es gibt aber auch blöde Kunden.
Speaker: Jetzt kann ich mich ja entscheiden, ob ich nur auf den einen gucke oder ob ich auch sehe, dass es da auch andere gibt.
Speaker: Richtig und im Zweifel auch, was kann ich dazu beitragen, dass vielleicht jemand, der jetzt gerade mal zur Tür reinkommt und vielleicht auch irgendwie gerade blöde Momente hatte, vielleicht kann ich dem aber auch einen Glücksmoment schenken, dass er zur Tür wieder rausgeht.
Speaker: Ja.
Speaker: mit einer anderen Haltung, als er reingekommen ist.
Speaker: Und das macht ja ganz viel, wie ich Menschen begegne und was ich dazu beitragen kann, dass sie vielleicht mit einem Lächeln wieder zur Tür rausgehen.
Speaker: Und das hat ganz viel mit Haltung zu tun, bin ich von überzeugt.
Speaker: Und
Speaker: Da sind wir auch wieder bei den Führungskräften.
Speaker: Ich wollte das gerne mal aufgreifen, was du gerade gesagt hast, das Thema Loslassen.
Speaker: Das fällt ja vielen Führungskräften unheimlich schwer.
Speaker: Also ich kenne das auch selber und habe da auch einen Lernprozess hinter mir.
Speaker: Insbesondere so meine Babys, die ich in unserer Mölders-Akademie, das sind unsere Personalentwicklungsprogramme, die wir bei Mölders machen, die ich da so entwickelt habe, für unsere Azubis oder unser Trainee-Programm.
Speaker: Die sind mir natürlich so wie kleine Kinder ans Herz gewachsen.
Speaker: Und die abzugeben, ist mir unheimlich schwer gefallen.
Speaker: Und an dem einen Projekt arbeite ich immer noch.
Speaker: Gleichzeitig, man kann nicht immer alles gleichzeitig tun.
Speaker: Und das ist bei Führungskräften so, dass eben hier und da mal neue Aufgaben dazukommen.
Speaker: Und dann ist es in der Tat wirklich gut, wenn man andere Dinge loslässt.
Speaker: Genau, und dann ist es halt oft ja auch sowas, als Führungskraft würde ich sagen, wenn ich da so drauf gucke, hat es ja oft auch mit Kontrolle zu tun oder Verantwortung auch zu übergeben.
Speaker: Dann habe ich viel weniger Einfluss auf das Ergebnis.
Speaker: Und das ist tatsächlich nicht so einfach.
Speaker: Da ist halt die Kultur wahrscheinlich ja entscheidend.
Speaker: Also habe ich eine unternehmerische oder eine Unternehmenskultur, die für sowas Platz hat oder nicht?
Speaker: Ist das denn, als ihr diese...
Speaker: diesen Leitbildprozess gestartet habt, war das dann auch Teil eurer Gedanken, also so eine, ich sag mal, eher offene, moderne Kultur zu etablieren oder vielleicht zu festigen auch?
Speaker: Ich weiß ja gar nicht, von wo ihr gekommen seid.
Speaker: Ja, also wir sind von den klassischen Strukturen, die man so in Unternehmen findet, gekommen.
Speaker: So Geschäftsführung, dann erste, zweite Führungsebene.
Speaker: Und bei uns war natürlich auch ganz stark, jeder Standort hat für sich irgendwie gearbeitet.
Speaker: So übergreifendes Arbeiten haben wir uns zwar immer gewünscht, hat aber nicht so wirklich stattgefunden, weil die Strukturen dafür...
Speaker: das vielleicht auch nicht immer gut hergegeben haben.
Speaker: Aber da kann man viel drüber philosophieren.
Speaker: Hätte, wäre, wenn.
Speaker: Es hat halt alles seine Zeit.
Speaker: Das habe ich in diesem Loslassprozess für mich sozusagen auch so irgendwie mitgenommen.
Speaker: Nur weil das jetzt vergangen ist, ist das nicht schlecht.
Speaker: Aber das ist im Veränderungsprozess ja auch wichtig.
Speaker: Genau, dass man das versteht, dass Dinge eben auch gewachsen sind.
Speaker: Wichtig ist, glaube ich, nur, dass man irgendwann versteht,
Speaker: Es ist auch wichtig, mal neu über Dinge nachzudenken und mal zu hinterfragen, ist das, was wir bisher getan haben für die Zukunft noch genauso tragfähig oder braucht es nicht vielleicht auch andere Ideen und aber auch andere Strukturen, um die Zukunft gut gemeinsam zu meistern und da auch Spaß beizuhaben.
Speaker: Genau.
Speaker: Und ich glaube, das ist wichtig in so einem Denkprozess, dass es nicht darum geht, nach hinten zu treten, sondern dass es ausschließlich darum geht, quasi nach vorne zu gucken und zu überlegen, ist das, was wir haben, wo wir herkommen, was geil war bisher, weil sonst wären wir da ja nicht, wo wir jetzt sind, ist das noch geeignet, um uns ins Morgen zu tragen, ne?
Speaker: Richtig.
Speaker: Und was kann ich aus der Vergangenheit an Erfolgsfaktoren mitnehmen, die mir helfen für die Zukunft?
Speaker: Und was lasse ich aber auch zurück?
Speaker: Sonst wird ja irgendwann so mein Rucksack ganz schön schwer, wenn ich da alles drin lasse, was ich da so mit mir rumschleppe.
Speaker: Das kann sehr beschwerend sein.
Speaker: Also es hilft, da hin und wieder mal reinzugucken und mal neu zu sortieren.
Speaker: Was nehme ich jetzt auf die weitere Reise mit?
Speaker: Und das haben wir in unserem Leitbildprozess, glaube ich, tatsächlich sehr gut hingekriegt, dort reinzugucken in unsere Rucksäcke und zu schauen, was brauchen wir denn jetzt wirklich für die Zukunft?
Speaker: Was hilft uns aus der Vergangenheit?
Speaker: Und was braucht es vielleicht aber auch noch zusätzlich, damit wir eben gemeinsam gut die Zukunft gestalten können und
Speaker: vielleicht ein Part, der sich wie ganz alleine entwickelt hat, dadurch, dass wir unseren Leitbildprozess ja geöffnet haben für alle Menschen bei unserem Unternehmen.
Speaker: Das gab es vorher halt auch nicht.
Speaker: Vorher haben wir die Strategie oder auch das Leitbild von oben nach unten gedacht und auch weiter kommuniziert.
Speaker: Und als ich 2013 ins Unternehmen gekommen bin,
Speaker: Hat mir auch noch niemand mal mehr irgendwie ein Leitbild oder eine Strategie erklärt.
Speaker: Die habe ich mir dann irgendwann selber mal herausgesucht, weil ich den Menschen irgendwie so gar nicht präsent war.
Speaker: Und das kennt man ja aus vielen Unternehmen.
Speaker: Wenn man da jemanden fragt, was ist eigentlich eure Strategie?
Speaker: Wofür steht ihr?
Speaker: Was sind eure Werte?
Speaker: Dann hört man meistens nicht ganz so viel.
Speaker: Mag aber auch andere positive Unternehmen geben, wo das jeder gleich sagen kann.
Speaker: Und wir haben dadurch, dass wir alle Menschen eingeladen haben, das Leitbild mit uns gemeinsam zu entwickeln.
Speaker: Also da hatte der Inhaber oder die Geschäftsführung genauso viel Stimmgewalt wie der Azubi oder Lkw-Fahrer oder die Kassiererin.
Speaker: Und haben da gemeinsam um jedes Wort und jedes Bild gerungen, was wir da reingeschrieben haben.
Speaker: Und das war total spannend, weil natürlich haben die Menschen gedacht so,
Speaker: Der Felix Mölders, na klar, hat ja sein Leitbild schon fertig in der Schreibtischschublade liegen.
Speaker: Das holt er am Ende raus und wir müssen das alle abnicken und genau das machen, was er sagt.
Speaker: Aber das war nicht der Fall und es haben alle gemerkt, die sich in dem Prozess wirklich beteiligt haben.
Speaker: Wie viele haben da mitgemacht bei euch?
Speaker: Wir hatten 80 Leute, die mitgemacht haben.
Speaker: Ihr habt insgesamt wie viele Mitarbeitende?
Speaker: Es waren an die 700 seinerzeit.
Speaker: Also gute 10%.
Speaker: Gute 10%.
Speaker: Habt ihr das da gedeckelt bei denen oder waren das die, die sozusagen Lust hatten, sich da einzubringen?
Speaker: Haben wir nicht gedeckelt.
Speaker: Okay.
Speaker: Das hätte das auch mit 200 gemacht.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Okay.
Speaker: Und das war ein rein digitaler Prozess, den ihr da hattet?
Speaker: Also wir haben es unterstützt durch Präsenz.
Speaker: wo wir dann die Ergebnisse in den Standorten nochmal vorgestellt haben.
Speaker: Wir haben mehrere große digitale Workshops gemacht, eben mit mehreren Gruppen und haben dann jedes Mal nach diesen Workshops, wo wir die ersten Ergebnisse zusammengetragen haben, dann in jedem Standort nochmal kleinere,
Speaker: Mini-Workshops gemacht, eine Stunde, anderthalb, wo wir die Ergebnisse präsentiert haben, gesagt haben, so weit sind wir gekommen, das ist jetzt gerade Inhalt unseres Prozesses, habt ihr noch irgendwas, was ihr dazu wissen möchtet oder habt ihr noch Ideen, die da unbedingt mit reingehören, sollen wir was mitnehmen für die nächste Runde und haben da quasi so Feedback-Schleifen vor Ort gemacht und das war total hilfreich, um eben wirklich möglichst viele Leute in den Prozess einzubeziehen, sodass jeder
Speaker: also zumindestens mal die Chance gehabt hätte, alles das, was er CS hätte sagen wollen, dass das auch gehört worden wäre.
Speaker: Aber es bedingt natürlich auch, dass man mitmacht, ne?
Speaker: Gut, das erlebe ich sehr, sehr, sehr regelmäßig.
Speaker: Das hat natürlich, klar, da wissen wir über Haltung.
Speaker: Ich habe so einen anderen Führungsgrundsatz, der lautet, die Handlung folgt immer der Haltung.
Speaker: Und da hast du jetzt viel drüber gesagt und ich auch an vielen anderen Stellen.
Speaker: Im Grunde ist das immer der Kern, wenn ich die Haltung habe,
Speaker: stärker auf das Negative zu fokussieren, dann mache ich halt mehr das und dann sehe ich halt auch weniger Chancen, dann beschäftige ich mich weniger mit den tollen Sachen oder den gelingenden Sachen, so hast du es vorhin schön formuliert, und mehr mit den anderen.
Speaker: Und so ist es beim
Speaker: Beim Weiterentwickeln, beim Lernen ja genauso.
Speaker: Wenn ich die Idee habe, Lernen findet in meiner Kindheit und Jugend statt, dann bin ich fertig, dann arbeite ich, dann bin ich Rentner.
Speaker: Dann habe ich wahrscheinlich, wenn das meine innere Haltung ist, wenig Lust an solchen Entwicklungsprogrammen teilzunehmen.
Speaker: Das hast du schön zusammengefasst, genau.
Speaker: Was mir an der Stelle tatsächlich noch wichtig wäre zu ergänzen, wenn du mir das erlaubst, ist die Tatsache, dass dieses Thema Haltung und eine Veränderung der persönlichen Haltung, das kann man ja lernen.
Speaker: Ja, das stimmt.
Speaker: Und das ist vielleicht auch wichtig zu wissen.
Speaker: Man muss sich nicht seinem Schicksal ergeben, wenn man jetzt feststellt, ich bin jetzt vielleicht irgendwie immer so in der
Speaker: in einer neutralen oder negativen Ecke unterwegs.
Speaker: Es gibt da ganz viele tolle Instrumente und Tools, wie man eben lernen kann, dass man auch mal in die positiven Ecken guckt und das für sich auch annimmt und auch stolz darauf sein kann, für das, was man dann in dem Moment erreicht.
Speaker: Ich meine...
Speaker: Das sagen wir uns, glaube ich, auch viel zu selten.
Speaker: Und insbesondere wir Führungskräfte, warum nicht mal jeden Tag drauf gucken und sich mal drei Sachen aufschreiben.
Speaker: Was habe ich heute echt großartig gemacht?
Speaker: Und das hat nichts mit Selbstüberschätzung zu tun, sondern das ist einfach nur Dankbar sein für das, was ich geleistet habe und was ich Tolles heute vollbracht habe.
Speaker: Und was weiß ich, was es ist, wenn ich Menschen begleitet habe oder wenn ich Dinge erledigt habe.
Speaker: Also ich bin total bei dir.
Speaker: Ich glaube, dass das, vielleicht ist das auch, du hast ja vorhin gesagt, so ein deutsches Phänomen, vielleicht ist das auch so, also auf jeden Fall ein Erziehungsthema, glaube ich.
Speaker: Vielleicht kannst du dich an den Satz erinnern,
Speaker: Ich denke, wir kommen ja beide aus dem Osten der Republik.
Speaker: Den gab es nicht nur bei uns, sondern auch in den westlichen Bundesländern.
Speaker: Eigenlob stinkt.
Speaker: Kennst du das noch?
Speaker: Ist ja eigentlich total widersinnig.
Speaker: Wir reden über Selbstwirksamkeit und Selbstwirksamkeit.
Speaker: Aber irgendwie, also das habe ich gut gemacht, das ist dann irgendwie nicht okay.
Speaker: Und warum sage ich das?
Speaker: Weil wir haben bei uns, wir sind ja ein reines Remote-Team bei mir im Unternehmen und wir machen so, ich sage mal, den Flurfunk machen wir über einen Messenger-Dienst, über Streamer Works.
Speaker: Da haben wir so verschiedene Gruppen und da quatschen wir quasi so.
Speaker: wie ihr vielleicht bei euch dann, wenn ihr euch einen Kaffee holt und wen trefft, dann gibt es einen kurzen Plausch, das machen wir auch.
Speaker: Unter anderem in dieser App.
Speaker: Und wir haben vor, weiß ich nicht, zwei Jahren oder was, haben wir eine Gruppe eingeführt in dieser App.
Speaker: Erfolge gemeinsam feiern, haben wir die genannt.
Speaker: Ja, großartig.
Speaker: Und die Startstory quasi, die habe ich aus einer...
Speaker: Märchenführung bei uns hier im Kloster Lüne mitgebracht.
Speaker: Verwachsene war die.
Speaker: Und da war die, das Abschlussmärchen der Geschichtenerzählerin war, dass sie von einem Mädchen erzählt hat, was sich jeden Morgen eine Handvoll Bohnen in die linke Hosentasche steckt.
Speaker: Und immer wenn sie
Speaker: einen schönen Moment hat, wenn sie irgendwas Tolles erlebt, dann nimmt sie eine Bohne aus der linken in die rechte Hosentasche.
Speaker: Und abends, bevor sie schlafen geht, fässt sie einmal in die rechte Hosentasche und guckt, wie viel Bohnen da drin sind.
Speaker: Und
Speaker: Sie hat dann quasi, also die Story war dann, es ist immer mindestens eine Bohne drin.
Speaker: Eher eine Menge.
Speaker: Und sie erinnert sich dann sozusagen an die schönen Momente und kann dann halt, legt sich da ins Bett und schläft.
Speaker: Und das ist so die, die
Speaker: die Haltung, wenn man so will, hinter dieser Gruppe, das ist so die Story.
Speaker: Und wir versuchen dann quasi diese schönen Momente oder auch erfolgreiche Momente, die wir selber hatten, wir sehen die ja nicht, weil wir remote arbeiten, also die hat halt jeder an seinem Arbeitsplatz, aber nicht zusammen.
Speaker: Und dann versuchen wir, die zu teilen.
Speaker: Aber, und darauf wollte ich hinaus, das ist gar nicht so einfach.
Speaker: Ja.
Speaker: Weil die Menschen dann ganz oft, also im 1 zu 1 Gespräch sprechen wir da regelmäßig drüber und dann ist immer, ja, aber das ist doch normal, das ist doch meine Arbeit.
Speaker: Das ist so eine geflügelte Redewendung, die ich oft höre.
Speaker: Und dann denke ich, ja, das ist ja okay, wenn das deine Arbeit ist, auch toll, wenn das normal ist, freue ich mich als Chef, aber das ist doch trotzdem was Gutes oder was Erfolgreiches oder was Besonderes.
Speaker: Und das meine ich so, zu meiner Erfahrung, ist gar nicht so einfach, die Menschen dazu einzuladen, da mitzumachen bei sowas.
Speaker: Tatsächlich.
Speaker: Und was du gerade mit Bohnen beschreibst, das machen wir bei Mölders mit Murmeln.
Speaker: Und da verteilen wir Murmeln.
Speaker: Also immer wenn uns auffällt, so Mensch, das war jetzt gerade irgendwie was Großartiges und danke für den Moment oder danke für das, was wir jetzt gemeinsam gerade teilen durften oder danke, dass du den Kunden gerade total toll beraten hast.
Speaker: Das hat mich unheimlich beeindruckt.
Speaker: Dann verteilen wir gerne so eine Murmel.
Speaker: Und da wird man natürlich auch mal schräg angeguckt.
Speaker: Was will ich jetzt mit so einer Murmel?
Speaker: Aber es ist einfach ein Ausdruck dessen, was schön ist.
Speaker: Man hat so eine Murmel immer gerne in der Hand.
Speaker: Sie ist nicht so groß, kann die immer dabei haben.
Speaker: Und man erinnert sich dann eben wieder daran, wenn man diese Murmel wieder in die Hand nimmt und vielleicht jemandem anders ein kleines Dankeschön oder eine Wertschätzung schenkt.
Speaker: Weil es geht ja nicht darum, die Murmeln zu sammeln, sondern die auch immer weiter in die Welt zu verteilen.
Speaker: Und das ist tatsächlich auch ein schöner Moment, um dann auch immer wieder darüber zu sprechen, wie schaut es denn mit deinem Murmelhaufen aus?
Speaker: Hast du den in deiner Schreibtischschublade gesammelt oder bist du schon mal rumgegangen und hast dem einen oder anderen mal wieder eine in die Hosentasche gesteckt?
Speaker: Im übertragenen Sinne.
Speaker: Ja, ja, ja.
Speaker: Das habe ich auch gerade gedacht.
Speaker: Das ist ganz wichtig zu sagen im übertragenen Sinne.
Speaker: Genau.
Speaker: Das ist ja auch ein schönes Ritual, das mag ich ja auch.
Speaker: Und Rituale, glaube ich, helfen tatsächlich ganz, ganz viel dabei, um so neue Themen einzustudieren, aber zu lernen und dran zu bleiben und das wirklich in den Arbeitsalltag überführen zu können.
Speaker: Ich habe so ein Buch geschrieben, es ist dieses Jahr rausgekommen, Leitbildintegration und
Speaker: Im Grunde fehlt dein Murmelbild hier drin.
Speaker: Das ist die Murmelstory.
Speaker: Das darfst du gerne verwenden für die nächste Auflage.
Speaker: Was wir da versucht haben, ist quasi genau so ein
Speaker: so eine Art Nachschlagewerk für Ideen zu machen.
Speaker: Weil das Leitbild zu entwickeln, hast du ja beschrieben, war irgendwie ein Prozess, der war, habe ich jetzt so wahrgenommen für euch, also unheimlich positiv, gerade in der Zeit, wo das stattgefunden hat.
Speaker: Und dann war das Leitbild ja irgendwann fertig.
Speaker: Du hast mir das ja auch gezeigt, ihr hattet da euer
Speaker: Euer Bild, was wirklich großartig auch mit ein paar, wie ich finde, witzigen Details ausgestattet ist.
Speaker: Ja, wir lieben das auch.
Speaker: Und dann heißt es ja...
Speaker: Das jetzt im Alltag zu leben.
Speaker: Ja.
Speaker: Und jetzt hast du von den Mormeln erzählt, das würde ich jetzt so interpretieren, das ist quasi ein Ausdruck davon, ein Puzzleteil, wenn man so will.
Speaker: Also vielleicht Wertschätzung irgendwie weiterzugeben.
Speaker: Was macht ihr noch, um das im Alltag lebendig zu machen?
Speaker: Ja, was...
Speaker: Wir gucken eigentlich im Moment so, was machen wir nicht, damit wir das, was wir noch nicht machen, auch noch tun können.
Speaker: Weil tatsächlich ist das, was du sagst.
Speaker: Ja, weil wir glauben, dass es noch mehr braucht.
Speaker: Weil es ist tatsächlich gar nicht so einfach.
Speaker: Es reicht ja nicht, wenn du so ein Bild irgendwo hinhängst, vielleicht noch ein Erklärvideo dazu machst oder alles Mögliche zur Verfügung stellst.
Speaker: sondern es ist ja tatsächlich wichtig, dass es an jedem Arbeitsplatz ankommt, dass jeder versteht, was hat das eigentlich mit mir zu tun.
Speaker: Und das ist insbesondere, wir sind ja nun schon, ich weiß gar nicht, wann wir das fertig gemacht haben, aber ich glaube 21, wir sind schon vier, fünf Jahre nach dem Leitbild unterwegs, mit dem Leitbild, also wahrscheinlich werden wir demnächst das einmal überarbeiten, weil einige unserer Ziele da ja schon erreicht sind.
Speaker: Nichtsdestotrotz haben wir eine riesen Herausforderung tatsächlich dabei, dass allen neuen Menschen, die ins Unternehmen kommen, die bei dem Prozess ja gar nicht dabei gewesen sind, erstmal verständlich zu machen, was bedeutet das eigentlich für uns?
Speaker: Und dann natürlich auch immer wieder die Frage zu stellen und das auch zu begleiten, was bedeutet das für dich an deinem Arbeitsplatz, für dich als Führungskraft mit deinem Team?
Speaker: Und wie kannst du dazu beitragen, dass eben alles, was wir tun, auf unsere Leitbildziele, auf unsere Vision und letztlich auf unsere Mission, wir begeistern dich, einzahlt?
Speaker: Und wir tun da eine ganze Menge.
Speaker: Wir machen Quartalstermine für alle neuen KollegInnen.
Speaker: Wir haben an jedem Standort, hängt es groß aus, kannst du eigentlich immer angucken, wenn du willst.
Speaker: Wir haben ganz viel auch digital zur Verfügung.
Speaker: Kann ich das als, sehe ich das als Kunde auch euer Leitbild?
Speaker: Hängt das so, dass ich es sehe oder?
Speaker: Ich glaube schon.
Speaker: Okay, achte ich das nächste Mal drauf, wenn ich... Ja, mach mal.
Speaker: Und wenn du es nicht sagst, dann sage ich Bescheid.
Speaker: Da denk mal nochmal neu drüber nach.
Speaker: Aber du kannst es auf jeden Fall auf unserer Homepage immer angucken.
Speaker: Da ist es ganz präsent unterwegs.
Speaker: Und ja, wir versuchen auch mit kleinen Workshops so Leitbildthemen immer wieder in die Standorte reinzubringen und Menschen zu begeistern.
Speaker: Aber es steht und fällt, tatsächlich auch mit den Führungskräften vor Ort, wie intensiv, die das auch mit begleiten und für ihren Führungsalltag auch als Hilfestellung nutzen.
Speaker: Ja, und das, also das, wenn ich mit Geschäftsführungen im Austausch bin, die sowas machen wollen und wir darüber sprechen, wie das gehen kann, dann ist, also das, was du jetzt beschreibst, ist im Grunde das, womit ich auch immer einsteige.
Speaker: Also wir können so ein Leitbild entwickeln.
Speaker: Das sieht dann, also wenn man die Menschen holt, die das so gut können wie eure Graphic-Recorderin, dann sieht das auch geil aus.
Speaker: Ja.
Speaker: Aber das ist ja nicht das Entscheidende für euch, sondern das Entscheidende ist ja, dass das, was da draufsteht, quasi spürbar ist.
Speaker: Also wenn du sagst, die Mission ist, mich als Kunden zu begeistern, dann muss ich das spüren.
Speaker: Dann muss ich bei euch aus dem Hagebaumarkt rausgehen.
Speaker: Also hier meiner ist in Adendorf.
Speaker: Und dann muss ich da rausgehen und muss mir denken, das war gut, dass ich hier war.
Speaker: Richtig.
Speaker: Und nicht woanders oder nicht online.
Speaker: Das ist ja vermutlich euer größter Wettbewerb.
Speaker: Und dann ist die Frage genau, wie passiert das?
Speaker: Und das versuche ich denen immer zu sagen, dass das halt, das ist halt leider ein Marathon.
Speaker: Ja.
Speaker: Das andere, das ist schnell fertig gemacht.
Speaker: Aber wenn ich nicht bereit bin, hinterher nochmal die Langstrecke zu gehen, dann kann ich mir das eigentlich sparen, weil dann kann ich eigentlich dann weiter das machen, was du vorhin geschildert hast.
Speaker: Dann kann einer sagen, das hätte ich gern.
Speaker: Dann gehst du zu einer Marketingagentur, die soll dir das irgendwie hübsch machen und ein paar nette Claims formulieren.
Speaker: Und dann kannst du das in Hochglanzformat irgendwie ausdrucken und irgendwo hinhängen.
Speaker: Aber das hat natürlich gar keine Wirkung.
Speaker: Nee, tatsächlich nicht.
Speaker: Also eher eine schlechte habe ich wahrgenommen immer wieder, weil die Leute dann es im schlimmsten Fall sehen, was da draufsteht und im Alltag halt dann noch anders erleben.
Speaker: Und dieser Widerspruch, der ist dann eher ein größeres Problem.
Speaker: Dann würde ich eher gar kein Plakat hinhängen.
Speaker: Wobei dieser Widerspruch, also ich sage mal, ein Leitbild, es leitet ja auch zu einer Vision oder einer Mission, auf der man unterwegs ist.
Speaker: Das Leitbild, also wir begreifen das zumindest immer als Zielbild und nicht als das, was es schon gibt.
Speaker: Sondern da, wo wir hinwollen und auf dem Weg dahin helfen uns unsere Werte, die wir mal als die zehn Werte definiert haben, die da als unser Maßstab dienen.
Speaker: Und das ist, glaube ich, aber auch wichtig, das so zu begreifen, dass es ein Leitbild ist, was noch nicht fertig im Alltag vorhanden ist, sondern was dazu dienen soll, dort anzukommen, wo wir hinwollen.
Speaker: Und das ist auch eine sehr intensive Diskussion, die wir mit unseren Menschen immer wieder führen und auch mit unseren Führungskräften.
Speaker: Weil natürlich erlebt der ein oder andere, dass er vielleicht jetzt mal nicht verständnisvoll oder respektvoll behandelt wurde.
Speaker: Das kommt vor, natürlich.
Speaker: Aber unser Leitbild leitet uns dazu an, eben dann zu sagen, Moment mal, das fand ich jetzt nicht in Ordnung und ich hätte mir in der Situation echt was anderes von dir gewünscht.
Speaker: Und das immer im Dialog, auch mit den Führungskräften, mit den Menschen vor Ort, immer wieder auszuloten und auszuhandeln,
Speaker: was ist denn jetzt wirklich unser gemeinsamer Weg?
Speaker: Und wie begegnen wir uns?
Speaker: Damit wir, also tatsächlich, wir dich begeistern, nicht nur die Kunden draußen, sondern auch intern uns gegenseitig begeistern.
Speaker: Also wir steht für alle.
Speaker: Also die, mein Verständnis ist in Teilen noch ein bisschen anders von einem Leitbild.
Speaker: Ich würde es eher so verstehen, dass die Vision diese Aufgabe hat, quasi in die Zukunft zu leiten.
Speaker: Ja, natürlich.
Speaker: Und die Werte im Grunde das sind, was wir heute schon haben, was irgendwie unser Rahmen ist.
Speaker: Und die Mission ist halt das, was sozusagen eure Kunden und Kundinnen versprechen.
Speaker: So würde ich es definieren, aber das sind Nuancen, glaube ich, zwischen dem, was du hast.
Speaker: Aber der entscheidende Punkt, das ist der, den du sagst, ich muss halt diese Gespräche führen.
Speaker: Ja.
Speaker: Weil im Grunde, ganz oft diskutiere ich das mit Führungskräften, nehmen wir Wertschätzung.
Speaker: Das ist, würde ich sagen, ganz, ganz vielen Menschen ist das wichtig.
Speaker: Das Problem ist halt nur, dass Wertschätzung für dich was anderes sein kann als für mich.
Speaker: Ja, ich habe einen guten Bekannten, den habe ich vor 20 Jahren, 25 Jahren mal kennengelernt und in meiner Lebenswelt ist Pünktlichkeit jetzt nicht so wichtig.
Speaker: Ja.
Speaker: Ich mache das schon kontextabhängig, aber im Grunde würde ich sagen, viele meiner Freunde, ja auch der Andreas, von dem ich vorhin gesprochen habe, der würde sagen, ja, das ist normativ wichtig.
Speaker: Und da habe ich mich damals mit dem getroffen, das weiß ich noch, das ist so ein Bild, was ich noch gut im Kopf habe und dann habe ich das ganz kurzfristig verschoben, weil ich irgendwie noch eine andere Aufgabe habe, die wollte ich noch zu Ende machen und
Speaker: dann bin ich zu dem verschobenen Termin auch noch zu spät gekommen.
Speaker: Und bevor er mit mir dann angestoßen hat, hat er gesagt, wir müssen uns einmal kurz unterhalten.
Speaker: Und dann hat er mir erklärt, dass dieses...
Speaker: ich sage mal, unpünktlich sein, in seiner Welt wirklich verletzend ist und quasi auf einer Werteebene, also das hat er so nicht gesagt, aber das habe ich hinterher verstanden, auf einer Werteebene ihn, also wirklich im Mark quasi verletzt hat.
Speaker: Und damit konnte ich was anfangen, weil
Speaker: Also für mich ist Wertschätzung, also den anderen wertvoll zu behandeln, den anderen zu sehen, ist für mich schon auch wichtig.
Speaker: Aber ich hatte das bis zu diesem Zeitpunkt gar nicht mit Pünktlichkeit gekoppelt.
Speaker: Was in deiner Welt auch nicht so wichtig ist.
Speaker: Aber da habe ich verstanden, dem ist das so wichtig.
Speaker: Und dann habe ich von da an andere Entscheidungen getroffen.
Speaker: Und das ist so dieses Aushandeln.
Speaker: Was verstehe ich dann?
Speaker: Du hast eben auch von zehn Werten gesprochen.
Speaker: Da stehen jetzt zehn Begriffe.
Speaker: Und vielleicht habe ich noch eine kleine Erklärung, was ich unter dem Begriff verstehe.
Speaker: Aber trotzdem, auch die wird ja nicht ausreichen, dass meins und deins immer exakt das Gleiche ist.
Speaker: Sondern wir brauchen diesen...
Speaker: diesen Reflexionsmoment quasi, diesen Feedback-Moment, diesen drüber-Nachdenk-Moment, wo du mir was anbietest oder ich dir was anbieten kann.
Speaker: Und dann sind wir ja in den Urtiefen von Kultur, würde ich sagen.
Speaker: Ja, tatsächlich.
Speaker: Und dafür ist so ein Leitbild dann ja auch total wichtig, dass man dann immer wieder Anknüpfungspunkte hat, über die man sprechen kann.
Speaker: Was bedeutet das für mich?
Speaker: Was bedeutet das für uns?
Speaker: Und du hast ja völlig recht, dieses Aushandeln,
Speaker: von Themen ist so super wichtig.
Speaker: Und gerade in der jetzigen Zeit, wir haben alle irgendwie verlernt, miteinander zu reden und aufeinander Rücksicht zu nehmen.
Speaker: Also alle ist vielleicht auch ein bisschen pauschal, aber ich erlebe das tatsächlich in der Arbeit mit unseren Menschen ganz, ganz häufig, dass das ein oder andere Gespräch mehr schon viel lösen würde an Missverständnissen oder... Total, ja.
Speaker: Ja.
Speaker: Redet mehr miteinander, müsste man überall hinschreiben.
Speaker: Du, das würde ich auch unterstreichen, das würde ich auch unterstützen.
Speaker: Ich glaube, da beißt sich, wie man so schön sagt, die Katze so ein bisschen in den Schwanz, weil wir ja gefühlt, wir haben das vorhin ja so gesagt, immer weniger Zeit haben.
Speaker: Und wenn der Zeitdruck wächst,
Speaker: dann ist es, glaube ich, für manche Menschen zumindest noch schwieriger, dann Zeit oder vielleicht sogar noch mehr Zeit für ein Gespräch aufzuwenden.
Speaker: Und dann streichen die das halt eher.
Speaker: Da sind wir vielleicht wieder bei dem Thema Rituale, dass ich dann vielleicht als
Speaker: Führungskraft als Geschäftsführung, wenn mir das wichtig ist, dafür sorgen müsste, Dinge zu ritualisieren, damit sie halt trotzdem stattfinden, trotz des ganzen Wahnsinns, der um mich herum passiert.
Speaker: Ja, trotz oder gerade deswegen.
Speaker: Aber das ist, ich glaube, Buddha wird das ja zugeschrieben, wenn es dir gut geht, meditiere jeden Tag eine halbe Stunde und wenn es dir nicht gut geht, dann nimm dir mindestens eine Stunde Zeit.
Speaker: Da ist viel Wahres dran.
Speaker: Ja, genau, aber das ist ja in der Umsetzung, würde ich sagen, ist das gar nicht so einfach, wenn der Druck wächst, dann irgendwie noch mehr Zeit in sowas zu investieren.
Speaker: Ja, also ich
Speaker: Habt ihr da Antworten für euch irgendwie rausgefunden?
Speaker: Oder Ideen zumindest?
Speaker: Ich sage dann immer, einfach machen.
Speaker: Wenn du schon mal die Erkenntnis hast, du brauchst das jetzt, dann tu das doch.
Speaker: Ja.
Speaker: Bei uns wird man ja nicht geköpft, wenn man jetzt einfach mal eine halbe Stunde um den Block geht oder sich eine Stunde Zeit für den Mitarbeitenden nimmt.
Speaker: Das finden wir großartig.
Speaker: Es wird nur häufig nicht genutzt oder nicht gemacht.
Speaker: Und wir beschäftigen uns gerne auch mit Dingen, die jetzt vielleicht gerade nicht so hilfreich sind.
Speaker: Ich muss nicht das zehnte Papier nochmal hin und her bewegen.
Speaker: ich könnte jetzt auch einfach mal die Zeit mit dem Menschen verbringen, der es gerade braucht.
Speaker: Ich könnte mal hingucken, Mensch, der kommt schon den dritten Tag jetzt morgens und sieht nicht so freudig aus.
Speaker: Dem nehme ich dann mal meine Tasse Kaffee mit und stelle mich mal mit ihm in die Ecke und frage mal so, was denn los?
Speaker: Ich habe festgestellt, dass... Das wäre Leadership, ja.
Speaker: Ja.
Speaker: Oder Zugewandtheit, wenn ich es als Kollege mache.
Speaker: Das wäre ja auch eine Option.
Speaker: Irgendjemand fällt es auf.
Speaker: Und dann einfach machen.
Speaker: Dann wirklich einfach in dem Moment, wenn ich schon darüber nachdenke, ich habe jetzt dafür keine Zeit.
Speaker: Genau dann innehalten und sagen, doch, habe ich.
Speaker: Ich nehme mir jetzt die Zeit.
Speaker: Und diese Entscheidung, naja, die muss jeder für sie selber treffen.
Speaker: Genau, die bleibt schwierig für alle Menschen.
Speaker: Ja, natürlich bleibt die herausfordernd.
Speaker: Mein Tag hat auch 24 Stunden und er könnte auch 48 haben.
Speaker: Hätte ich genug, was ich da drin zu erledigen wüsste.
Speaker: Das ist eine spannende Erkenntnis, weil ich glaube, das geht ja ganz, ganz vielen Menschen so, dass die To-Do-Liste wird nicht leer.
Speaker: Also ich führe die, fürs Gespräch manchmal mit meiner Frau,
Speaker: die also unheimlich darauf steht, dass ihre To-Do-Liste leer ist, gelehrt ist.
Speaker: Und ich meine, es sieht anders aus.
Speaker: Und dann führen wir manchmal dieses Gespräch und dann sage ich, ja, das ist
Speaker: Ich muss ja für mich sorgen oder Dinge tun, die ich auch für wichtig erachte, wie dann vielleicht auch Gespräche mit anderen zu führen, obwohl meine To-Do-Liste so viele To-Dos hat, weil in meiner Welt wird die halt nie leer.
Speaker: Und dann führe ich das Gespräch nie.
Speaker: Dann mache ich nie Sport oder dann habe ich nie irgendwie Ruhe in meinem Feierabend oder was auch immer.
Speaker: Aber das ist ja eine Erkenntnis.
Speaker: Und dort bin ich dann wieder ganz schnell beim Thema Haltung.
Speaker: Ich kann ja auf die To-Do-Liste schauen und sagen so, oh Mann, furchtbar, da stehen schon wieder zwölf Punkte drauf und ich habe heute wieder nichts erledigt bekommen.
Speaker: Oder ich gucke auf die To-Do-Liste und sage, oh toll, für morgen ist auch noch was übrig.
Speaker: Mir wird morgen nicht langweilig werden.
Speaker: Das ist jetzt vielleicht ein bisschen überspitzt.
Speaker: Die Richtung zumindest.
Speaker: Oder ich kann dankbar dafür sein, dass ich dann das Gespräch hatte oder was auch immer.
Speaker: Wir haben bei uns dann so ein neues Format eingeführt.
Speaker: Das Coffee Paul nennen wir das.
Speaker: Das ist eine App quasi.
Speaker: Also wir sind ja ein
Speaker: Remote-Unternehmen und wir haben diese App eingeführt.
Speaker: Die ist sozusagen ein Bot, also ein Programm, was in Teams arbeitet.
Speaker: Das matcht, wir haben das so eingestellt, alle sechs Wochen matcht das zwei von uns und dann treffen wir uns zu einem Kaffeetermin, also mit unserem Kaffeekumpel quasi.
Speaker: Und dann ist die Idee und die teilen wir auch, ist quasi, mach das nicht an deinem Arbeitsplatz.
Speaker: Also jetzt 20 Minuten muss ich jetzt mit Césir kurz Meeting machen, sondern verstehe das irgendwie als Pause, aktive Pause.
Speaker: Setz dich irgendwo hin, hol dir einen Tee, einen Kaffee.
Speaker: Macht ihr was zu essen, ein bisschen Obst oder was und dann nehmt ihr die Zeit für den Austausch mit dem Menschen auf der anderen Seite.
Speaker: Und wir machen das jetzt seit einem Dreivierteljahr, würde ich sagen.
Speaker: Und...
Speaker: Wir teilen dann auch so unsere Erfahrungen hinterher, auch in dieser Wohnengruppe nennen wir die liebevoll.
Speaker: Und das ist für uns jetzt auch ein großartiges Format, weil da Gespräche zustande kommen, die jetzt stehen so gar nicht.
Speaker: Ja, das erinnert mich daran, also das hat unser Inhaber Felix Mölders eine Zeit lang nach unserer Leitbildentwicklung tatsächlich gemacht.
Speaker: Er hat, ich weiß gar nicht, ob es jede Woche oder vielleicht sogar jeden Tag war, einfach sich mit Menschen aus dem Unternehmen verabredet, eine halbe Stunde Mittag gemacht und
Speaker: Und die waren erst mal ganz erschrocken, dass sie jetzt plötzlich zum Mittagessen eingeladen waren.
Speaker: Aber ihm ging es darum, tatsächlich mit den Menschen wirklich ins Gespräch zu kommen.
Speaker: Ich weiß gar nicht, was daraus geworden ist.
Speaker: Das muss ich immer fragen.
Speaker: Ja, mach mal, weil das ist... Fand ich eine völlig großartige Idee, um einfach so, ich sag mal, die Barriere, die es ja häufig alleine allerdings in den Köpfen der Menschen gibt.
Speaker: Das ist der große Chefboss und der hat bestimmt keine Zeit für mich.
Speaker: Das Gegenteil ist der Fall.
Speaker: Die Tür steht ja immer offen.
Speaker: Naja, ich würde schon sagen, du hast das vorhin eingangs ja auch gesagt, dass das bei vielen sicherlich auch Erfahrungen von früheren Chefs, Arbeitgebern, whatever ist.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Gründe gibt es immer viele und auch vielfältige, warum Dinge so sind, wie sie sind.
Speaker: Aber das ist zum Beispiel eine tolle Möglichkeit, um da mal wieder, das kann ich mir eigentlich auch mal wieder auf die Fahne schreiben, einfach mal einen Termin mit Menschen machen und sagen so.
Speaker: Und vielleicht den Abstand, wir hatten diese Coffee-Poll zum Beispiel, hatten wir alle zwei Wochen zuerst.
Speaker: Und dann war aber relativ schnell klar für unser, also wie wir zusammenarbeiten, ist das zu viel.
Speaker: Wir haben dann gemeinschaftlich entschieden, was ist eine gute Entfernung und dann sind wir auf sechs gegangen.
Speaker: Und das glaube ich auch, Formate zu haben, genau, auszuprobieren und dann irgendwie sich schnell Feedback zu geben.
Speaker: Mag ich, mag ich nicht.
Speaker: Ein bisschen anderes Setting.
Speaker: Genau, das funktioniert gut.
Speaker: Genau, und wenn es nicht funktioniert, dann such halt was anderes.
Speaker: Und das ist ja tatsächlich auch ein wichtiger Punkt.
Speaker: Für den einen ist das eine gut und für den anderen was anderes.
Speaker: Und da auch die Flexibilität und die Freiheit im Kopf zu haben, es muss nicht alles gleich sein und es muss nicht alles irgendwie immer mit der Gießkanne sein.
Speaker: Das ist auch, glaube ich, eine sehr wichtige Erkenntnis.
Speaker: Und das ist in der Umsetzung tatsächlich, also ich kann das jetzt nur für unsere Personalarbeit sagen, wir machen da ja auch die karrierten Maiglöckchen sehr gerne, weil es uns einfach wichtig ist.
Speaker: Aber das ist natürlich auch anstrengend für die Arbeit, weil da hast du dann im Zweifel mal nur 60 Prozent Standardprozesse und der Rest ist individuell.
Speaker: Und das geht dann natürlich nicht immer ganz so reibungslos, wie man sich das wünschen würde.
Speaker: Es darf einem aber wert sein, würde ich sagen.
Speaker: Genau, ich glaube, da ist es so ein bisschen die Kunst, diesen, wie man so schön sagt, diesen schmalen Grat irgendwie zu finden und zu sagen, es gibt vielleicht Prozesse, da lassen wir gar keine Ausnahmen zu, sondern das ist der Prozess und wenn der nicht gut funktioniert, dann müssen wir den Prozess angucken, aber den machen wir in allen 16 Häusern, machen wir den identisch.
Speaker: Genau.
Speaker: Und daneben gibt es aber dann auch vielleicht Gesprächsformate oder so, wo der eine sagt, also nehmen wir das Beispiel, es gibt ja Menschen, die in großen Gruppen arbeiten,
Speaker: Also ich zum Beispiel, ich finde das total gut.
Speaker: Ich bringe mich da auch ein und ich diskutiere da, also mag ich.
Speaker: Ich kenne aber auch Menschen, für die ist das der Horror.
Speaker: Das heißt, wenn ich jetzt alle Gesprächsformate quasi in großen Gruppen anbiete, dann bin ich total happy.
Speaker: Aber die anderen sind total unglücklich, weil die sagen, ja, was soll ich da beitragen, mache ich ja eh nicht.
Speaker: Die bräuchten dann ein anderes Format, wie du gesagt hast.
Speaker: Und das ist tatsächlich ja auch das Herausfordernde, glaube ich, für Führungskräfte, zumindest für unsere Führungskräfte auch, jeden Menschen dort abzuholen, wo er steht und da die Bedürfnisse auch überhaupt zu kennen und dann auch wahrnehmen zu können.
Speaker: Das glaube ich wird eine der großen Herausforderungen auch für die Zukunft bleiben, gerade in der sich verändernden, doch sehr digitalen Welt.
Speaker: Wir sind einfach soziale Wesen und brauchen da ganz viel mehr Ansprache, als sie heutzutage, glaube ich, tatsächlich so von Mensch zu Mensch stattfindet.
Speaker: Und da würde ich sagen, da könnte, also Digitalisierung kommen wir jetzt gar nicht zu, weil wir mit der Zeit leider schon fast durch sind.
Speaker: Ich habe noch sehr viele Fragen, die ich gerne mit dir besprechen würde.
Speaker: Aber da ist, glaube ich, so ein Punkt, wo KI, wo Digitalisierung, Automatisierung, also ja durchaus helfen kann.
Speaker: Ja, total.
Speaker: Wenn ich Prozesse, du hast das vorhin gesagt, zwölfmal ein Blatt hin und her geben, wenn ich diesen Prozess vielleicht auf einmal Blatt hin und her geben, reduzieren kann,
Speaker: Ist ja die Frage, wofür nutze ich diese elf eingesparten Blatt-hin-und-her-Geb-Momente?
Speaker: Und die könnte ich dann vielleicht für so einen Murmelmoment nutzen oder für so einen in die Ecke stellen.
Speaker: Wie geht es dir eigentlich?
Speaker: Das wäre sinnvoll, weil das kann KI, also ich glaube, KI ist schon sehr empathisch.
Speaker: Da gibt es ja auch spannende Untersuchungen drüber.
Speaker: Aber ich glaube, für uns Menschen bleibt es für den Moment auf jeden Fall schwierig, wenn so ein Monitor uns fragt, wie es uns geht.
Speaker: Das ist für uns anders, als wenn du mich das fragst, wie es mir geht.
Speaker: Und dieses Thema des Authentischseins, ich glaube, das wird noch eine Weile uns begleiten, bevor wir...
Speaker: irgendwelche Roboter so authentisch sind, dass wir nicht erkennen, dass das ein Roboter ist.
Speaker: Also da sind wir ja noch nicht.
Speaker: Insofern ist es ein Werkzeug für uns und ich glaube für Führungskräfte ein geiles Werkzeug, was man wirklich super nutzen kann.
Speaker: Auf jeden Fall.
Speaker: Und ich wäre sofort dabei zu sagen, die Zeit, die man dort gewinnt, wirklich in Gespräche und im Dialog, also Gespräche, ja tatsächlich, Gespräche mit den Menschen, einfach wahrzunehmen, was braucht der andere jetzt gerade von mir, sich gemeinsam weiterzuentwickeln und das...
Speaker: Dafür sollten wir KI unbedingt dringend ganz schnell nutzen.
Speaker: Genau, das ist das, wenn ich mit Führungskräften darüber spreche, was ich versuche, denen auch mitzugeben.
Speaker: Sei es, das hatte ich schon eine Weile her, aber da haben dann wirklich Führungskräfte eine Menge Zeit mit Protokollschreiben verbracht.
Speaker: Ja, das ist klar.
Speaker: Also wirklich ganz einfache Hands-on-Lösungen, die man einfach, wie du sagst, machen kann, jetzt sofort,
Speaker: Wo ich gesagt habe, also bitte schreib doch da nicht drei Stunden irgendein Protokoll, was ich mir dann angucke, also im besten Fall und nur sage, nee, so habe ich das nicht gemeint.
Speaker: Oder gar nichts damit passiert, das wäre ja noch schlimmer.
Speaker: Sondern genau, nutzt die Zeit auch dann anders.
Speaker: Ja, unbedingt.
Speaker: Cecile, da steckt, finde ich, eine Menge drin.
Speaker: Danke für deine Zeit.
Speaker: Ich habe eine letzte Frage an dich.
Speaker: Mhm.
Speaker: Mit der würde ich gerne schließen oder dich einladen zu schließen.
Speaker: Nämlich, welche Pressemeldung würdest du gerne von dir, von Mölders oder auch über das Thema Leitbild, Kultur, Führung in den nächsten zwölf Monaten lesen?
Speaker: Das ist ja eine spannende Frage.
Speaker: Ich weiß gar nicht, ob ich so schnell darauf eine Antwort finde.
Speaker: Welche Pressemeldung würde ich gerne lesen?
Speaker: Also ich fände es großartig, wenn da stehen würde, Müll, das begeistert die Menschen.
Speaker: Okay, das ist meine Headline, die finde ich einfach.
Speaker: Wir lesen ja ähnliche Zeitungen hier, da gucke ich mal, ob ich die finde.
Speaker: Wir geben alles, dass du das lesen willst.
Speaker: Ja.
Speaker: Super, Cécile.
Speaker: Ich packe in die, das hatte ich mir noch aufgeschrieben, wollte ich nochmal drauf eingehen, haben wir nicht geschafft.
Speaker: Du hast kurz von euren Kulturbotschaftern und Botschafterinnen gesprochen.
Speaker: Ihr bietet da ab nächstem Jahr auch eine Ausbildung, eine interne Ausbildung bei euch im Unternehmen an, die aber auch für Externe öffnet.
Speaker: Ich würde den Link mit in die Shownotes packen.
Speaker: Sehr, sehr gerne.
Speaker: Und nehme das auch oder habe das sogar schon zu einem Kunden als Option mitgenommen, gleich mit euch zusammenzuarbeiten, weil ich das auch ein schönes Werkzeug für diese Leitbildintegration finde, einfach Multiplikatoren auszubilden.
Speaker: Genau.
Speaker: Und ich kann auch nur anbieten tatsächlich, wo du das jetzt gerade schon gesagt hast, wer dazu Fragen hat, der kann mich gerne jederzeit anschreiben, sich mit mir auf LinkedIn oder sonst wo vernetzen.
Speaker: Wir packen da ein Profil auch mit in die Shownotes, das LinkedIn-Profil und dann...
Speaker: Genau.
Speaker: Und wir stehen auch tatsächlich einfach auch nur mal so für Austausch zur Verfügung, weil wir es einfach wichtig finden, die Dinge zu teilen, die wir jetzt in den letzten Jahren auch erlebt haben, die Erfahrung zu teilen, die wir gemacht haben.
Speaker: Und das, was gut funktioniert hat, glaube ich, sollte man unbedingt weitermachen.
Speaker: Und das, was vielleicht auch nicht funktioniert hat, muss man ja irgendwie nicht selber da noch machen.
Speaker: Ausprobieren.
Speaker: Cécile, ich danke dir für deine Zeit.
Speaker: Sehr, sehr gerne.
Speaker: Und bis ganz bald.
Speaker: Hat total Spaß gemacht, Norman.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Danke, sehr gerne.
Speaker: Macht's gut.
Speaker: Ciao.
Speaker: Das war eine neue Folge von Führen mit Herz und Verstand.
Speaker: Toll, dass du dabei warst und dir die Zeit genommen hast.
Speaker: Wenn es dir gefallen hat, hinterlass mir doch bitte direkt jetzt eine positive Bewertung.
Speaker: Ich wünsche dir eine tolle Zeit und gutes Gelingen bei dem, was auf dich wartet.






