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#75 Gründergeist | Doing by Doing | Bildungsauftrag – Interview mit Ludwig Thiede image

#75 Gründergeist | Doing by Doing | Bildungsauftrag – Interview mit Ludwig Thiede

S5 E76 · Führen mit Herz & Verstand
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83 Plays13 days ago

Wie führt man, wenn der Businessplan veraltet ist, sobald man ihn ausdruckt?

In dieser Episode spricht Normen mit Ludwig Thiede, Gründer von Live Teach Us, über Gründergeist als Haltung, "Doing by Doing" als Führungsprinzip und Bildung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Ludwig teilt Einblicke aus zehn Jahren Aufbauarbeit – vom ehrenamtlichen Start bis zum Social Startup mit acht Mitarbeitenden – und zeigt, wie man Strukturen schafft, ohne den Mut zur Improvisation zu verlieren.

Im Gespräch geht es unter anderem um:
💜 warum "Doing by Doing" mehr ist als ein Mantra – und schneller zu Wirkung führt als jeder Masterplan
💜 wie Führung Struktur gibt, ohne den Startup-Spirit zu verlieren
💜 weshalb die beste Idee gewinnen muss – egal, aus welcher Rolle sie kommt
💜 wie aus persönlicher Schul-Frustration ein bundesweiter Bildungsauftrag wird

Außerdem spricht Ludwig darüber, warum echtes Gründen nicht heißt, alles vorab durchzudenken – sondern früh rauszugehen, ehrliches Feedback einzusammeln und beim Machen schärfer zu werden. Eine inspirierende Folge über Gründermut, moderne Führung im sozialen Sektor und die Kunst, große Visionen in tägliche Sprints zu übersetzen.

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Transcript

Vorstellung der Podcast-Themen

00:00:00
Speaker
Und die Menschen, die uns das Geld geben, in dem Fall sind das eben Stiftungen, keine klassischen Investoren, die wollen zwar das Geld nicht zurück, aber die wollen halt sehen, das bringt was auf die Straße.
00:00:08
Speaker
Und wenn wir das nicht machen, dann ziehen die die Gelder genauso wieder ab.
00:00:10
Speaker
Also da gibt es auch schon sehr, sehr viel Ähnlichkeit zu klassischen Startups, nur halt diese Gewinnorientierungskomponente ist halt nicht dabei.
00:00:17
Speaker
Und dabei ist es enorm wichtig, dass man eigentlich mit dieser Idee frühzeitig rausgeht und allen davon erzählt.
00:00:21
Speaker
Also ich höre immer wieder von Menschen, die sagen, nee, ich kann dir jetzt nicht von meiner neuen Idee erzählen, weil sonst glaubt die jemand.
00:00:26
Speaker
Ich denke, wenn die so einfach zu klauen ist, dann wird es eh passieren.
00:00:28
Speaker
Also ich zumindest war schlicht überfordert, weil es gibt so viele Dinge, die man machen könnte.
00:00:33
Speaker
So und dann aber diesen Fokus zu setzen, was sind jetzt wirklich die Hebel, die uns dahin bringen, wo wir hinwollen.
00:00:38
Speaker
Und das ist so Bildung zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe zu machen.
00:00:41
Speaker
Und das ist irgendwie, keine Ahnung, dass wir bis 20, 30, 100.000 Nutzer auf der Plattform haben.
00:00:45
Speaker
Wie kommen wir dahin?
00:00:47
Speaker
Gute Führung zeigt sich nicht im Organigramm, sondern im Miteinander, Tag für Tag.
00:00:53
Speaker
Studien zeigen, wenn MitarbeiterInnen sich gesehen und wertgeschätzt fühlen, steigt die Produktivität um bis zu 20 Prozent.

Einführung Ludwig Tieder und der Weg zu Live Teach Us

00:01:01
Speaker
Doch wie gelingt das inmitten von Druck, Dynamik und Dauerstress?
00:01:06
Speaker
In Führen mit Herz und Verstand spreche ich mit Menschen, die Verantwortung anders leben.
00:01:13
Speaker
Du bekommst praxisnahe Werkzeuge für eine menschen- und sinnorientierte Führung.
00:01:19
Speaker
Und echte Geschichten von Führungspersönlichkeiten, bei denen innere Haltung den Unterschied macht.
00:01:25
Speaker
Ich bin Norm Ulbricht.
00:01:27
Speaker
Schön, dass du da bist.
00:01:29
Speaker
Heute darf ich euch einen ganz besonderen und wunderbaren Gast ankündigen.
00:01:33
Speaker
Er hat Kommunikationswissenschaften in Stuttgart studiert und ist dann erst einmal in die Welt von Branding, Marketing und Design gegangen.
00:01:41
Speaker
Also dahin, wo es darum geht, Dinge sichtbar zu machen und Menschen zu erreichen.
00:01:46
Speaker
Und gleichzeitig ist bei ihm schon früh etwas hängen geblieben aus der eigenen Schulzeit.
00:01:52
Speaker
Zum einen das Gefühl nicht wirklich auf das Leben danach vorbereitet.
00:01:57
Speaker
Und zum anderen ganz konkret dieser massive Unterrichtsausfall.
00:02:01
Speaker
Also die Frage, warum fällt so viel aus und warum nutzen wir diese Zeit nicht besser?
00:02:05
Speaker
Aus dieser Idee ist Live Teach Us entstanden.
00:02:09
Speaker
Eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Berlin, die genau das macht.
00:02:14
Speaker
Menschen aus ganz unterschiedlichen Lebensrealitäten, die
00:02:17
Speaker
in Schule bringt, immer dann, wenn sie gebraucht werden.
00:02:21
Speaker
Heute arbeiten Sie mit Schulen in ganz Deutschland.
00:02:24
Speaker
Tausende Menschen engagieren sich als sogenannte Live-Teacher und bringen Themen rein, die im klassischen Unterricht oft keinen Platz haben.
00:02:31
Speaker
Und damit sage ich herzlich willkommen im Podcast.
00:02:34
Speaker
Ich freue mich riesig, dass du heute hier bist, Ludwig Tieder.

Herausforderungen und Motivation in Ludwigs Schulzeit

00:02:37
Speaker
Vielen Dank für die Einladung.
00:02:38
Speaker
Ich freue mich sehr, dabei zu sein.
00:02:40
Speaker
Cool, dass das geklappt hat und wir haben dir auch einen Hintergrund in eurer Brandfarbe rosa organisieren können.
00:02:46
Speaker
Das sieht sehr schön aus, wo ich da drauf gucke.
00:02:49
Speaker
Ja, ich fühle mich total wohl.
00:02:52
Speaker
Ludwig, erinnerst du dich noch an eine ganz konkrete Situation aus deiner eigenen Schulzeit?
00:02:58
Speaker
Vielleicht eine ausgefallene Stunde oder sowas, in der du dachtest, das kann doch irgendwie jetzt hier nicht alles gewesen sein.
00:03:04
Speaker
Ich glaube, das war so ein ganz allgemeines Gefühl am Ende der eigenen Schulzeit, wo ich im Grunde, ich weiß gar nicht, ob es auch irgendwo vielleicht gewisse Ängste waren vor diesem Gefühl und was jetzt?
00:03:16
Speaker
Und es war gar nicht irgendwie so, dass ich nicht wusste, was ich machen soll, sondern ich war ein bisschen überfordert an der Auswahl der vielen Möglichkeiten.
00:03:22
Speaker
Also ich habe relativ früh verstanden, okay, ich könnte jetzt erst mal ein Praktikum machen, um einfach überhaupt mal was außerhalb von Schule kennenzulernen.
00:03:31
Speaker
Dann hatte ich Freunde, die sind Reisen gegangen, wo ich ehrlicherweise immer nicht ganz verstanden habe, wie sie das finanzieren konnten.
00:03:36
Speaker
Aber klar, wenn man das Elternhaus hat, ist das super.
00:03:38
Speaker
War bei mir jetzt leider nicht so das Thema.
00:03:42
Speaker
Dann war halt auch die Frage, arbeite ich erstmal und verdiene ein bisschen Geld?
00:03:45
Speaker
Wenn ja, wie
00:03:47
Speaker
Wie bewerbe ich mich eigentlich richtig und was sind da überhaupt für Jobs, die in Frage kommen mit so einem Abitur in der Tasche?
00:03:53
Speaker
Oder starte ich direkt ins Studium, so wie es ganz viele gemacht haben?
00:03:56
Speaker
Ich glaube auch viele, ohne nachzudenken, ehrlicherweise wirklich mit, glaube ich, wenig Pause, ich glaube vielleicht sechs Wochen Sommerferien dazwischen und dann direkt ins Studium gestartet.
00:04:05
Speaker
Aber das war auch eine Option.
00:04:07
Speaker
Und dann

Unternehmerische Herausforderungen und der Weg zur Gründung

00:04:08
Speaker
irgendwie auch das Thema Ausbildung fand ich auch wahnsinnig interessant, weil irgendwie auch das Handwerkliche fand ich schon immer irgendwie spannend und auch was mit den Händen zu machen.
00:04:14
Speaker
Das ist, glaube ich, auch etwas, was ich kann.
00:04:17
Speaker
Aber es war eine massive Überforderung.
00:04:19
Speaker
Und das ist so ein Gefühl, an das erinnere ich mich noch immer sehr gut am Ende der eigenen Schulzeit, wo ich dachte, Mensch, wie kann das denn sein?
00:04:24
Speaker
Schule soll doch eigentlich aufs Leben vorbereiten.
00:04:26
Speaker
Wie kann sein, dass sie sich mit einem der wichtigsten Themenbereiche, was kommt jetzt, überhaupt nicht irgendwie auseinandersetzt und einem da wenig Unterstützung geboten wird?
00:04:36
Speaker
Das heißt, also das kann man ja auch bei dir, würde ich sagen, jetzt festhalten.
00:04:40
Speaker
Ich meine, du bist erfolgreicher Gründer.
00:04:42
Speaker
Du hast acht Vollzeitmitarbeitende.
00:04:47
Speaker
Also,
00:04:49
Speaker
Also du hast ja von irgendwoher auf jeden Fall etwas bekommen, wo man sagen kann, funktioniert.
00:04:55
Speaker
Und ich glaube, das ist ja vermutlich auch immer das, was Schule sagt.
00:04:58
Speaker
Also sozusagen, wir bringen ja nicht Mist aus der Schule, sondern es funktioniert.
00:05:03
Speaker
Die Frage ist dann, bei wie vielen, bei wie vielen funktioniert es nicht.
00:05:07
Speaker
Das ist sicherlich eine Frage.
00:05:10
Speaker
Und vielleicht kannst du das noch konkretisieren, was dir, also was
00:05:17
Speaker
was dir gefehlt hat.
00:05:19
Speaker
Ein bisschen hast du es ja eben schon gesagt, aber irgendwann muss ja auch die Idee entstanden sein, Live-Teachers irgendwie oder da was zu machen.
00:05:26
Speaker
Total, total, genau.
00:05:27
Speaker
Also als ich dann eben quasi diese vielen Gedanken hatte und auch ein bisschen Sorgen, Ängste, was passiert jetzt?
00:05:33
Speaker
hatte ich überhaupt nur eben diese viele Zeit darüber nachzudenken, weil ich halt so viel Unterrichtsausfall hatte und dementsprechend auch viel rumsaß und mir diese Gedanken überhaupt machen konnte.
00:05:41
Speaker
Also die Schule ist ja auch die Ursache von dem Ganzen, warum ich das jetzt hier machen darf, was ich tue.
00:05:48
Speaker
Und genau, ich saß halt da und hatte diese Fragen und dachte, Mensch, so viel Unterricht fällt hier aus, das wäre eigentlich eine sehr ungenutzte Chance.

Die unternehmerische Denkweise und Risikobereitschaft

00:05:58
Speaker
Und um da auf deine Frage einzugehen, jetzt mittlerweile acht
00:06:01
Speaker
Leute, wir nennen es ja selber Social Startup, also ich sehe mich eben auch als Gründer eines Startups.
00:06:06
Speaker
Das Ganze hat aber nochmal zehn Jahre gebraucht, bis das jetzt soweit ist und ich glaube, gerade dieser Zeitraum hätte deutlich verkürzt werden können, hätte ich frühzeitig schon echte Gründerinnen und Gründer kennengelernt, Menschen, die selber schon mal was aufgebaut haben, weil das würde ich sagen,
00:06:21
Speaker
Die Idee war ja schon vor zehn Jahren da, aber bis ich in die richtige Umsetzung kam und auch, ich sag mal, die richtigen Schritte gemacht habe, hat es nochmal eine ganze Weile gebraucht.
00:06:28
Speaker
Also ich habe natürlich dann in der Zwischenzeit auch studiert und habe auch ein paar Sachen ausprobiert, wie es halt immer so ist.
00:06:33
Speaker
Aber ich glaube dennoch, was mir total gefehlt hat, also ich komme nicht aus einer Familie, wo es jetzt irgendwie viel Unternehmertum und Gründung und Selbstständigkeit gab, sondern das war gar nicht unser Fall.
00:06:41
Speaker
Von daher fehlen mir da...
00:06:44
Speaker
Der Zugang hat mir da total gefehlt.
00:06:45
Speaker
Ich weiß nicht, ob du das irgendwie bestätigen kannst, aber ich finde schon, es ist sehr stark abhängig von den familiären Umfällen.
00:06:52
Speaker
Also wenn ich jetzt so andere Gründerinnen und Gründer so kennengelernt habe in den letzten Jahren, viele kommen immer auch eigentlich so aus Familien, wo die Eltern selber ein Unternehmen aufgebaut haben und so.
00:07:00
Speaker
Und ich glaube, da ist dieser erste Schritt deutlich leichter, als so, wie ich es jetzt auch erlebt habe, wo es quasi was komplett Neues ist.
00:07:06
Speaker
Und ehrlicherweise meine Eltern, das war auch eine lange Gründungszeit, also wir haben das ja drei Jahre ehrenamtlich aufgebaut.
00:07:11
Speaker
Das heißt jetzt im Sozialen halt ehrenamtlich, aber im Grunde so wie andere Gründer auch jahrelang quasi ohne Geld zu verdienen und alles reinzustecken leben, haben wir auch gelebt.
00:07:20
Speaker
Und meine Eltern haben natürlich zurecht gefragt, wie lange wird sie das noch machen?
00:07:22
Speaker
Also weil sie wenig Verständnis dafür hatten, dass man was aufbaut und das eine lange Durststrecke eigentlich mit sich bringt.
00:07:28
Speaker
Naja, und ich würde sagen, das hängt auch ein bisschen mit der Risikoaffinität der Menschen zusammen, mit denen man da spricht, ob das jetzt Eltern sind oder Bekannte.
00:07:40
Speaker
Also, weil du natürlich keine Gewissheit hast.
00:07:42
Speaker
Du hast ja nicht gesagt, ich mache das jetzt drei Jahre oder fünf Jahre, verdiene nichts, aber danach...
00:07:48
Speaker
da geht's los, sondern das ist ja sozusagen deine Vision vermutlich gewesen, dass da was passiert.
00:07:53
Speaker
Zu 100 Prozent, also ich habe fest daran geglaubt, aber dieses Mindset zu haben, das habe ich jetzt ja auch erst verstanden, das ist ja so ein Unternehmer-Mindset.
00:08:00
Speaker
Das sind Leute, denen ist so ganz viel anderes dafür egal, so Sicherheitsnetze oder so, oder jetzt ein gutes Auto zu fahren, sondern die sind erstmal so, ich will jetzt alles in diese Idee reinstecken und will das aufbauen und bis dahin gebe ich alles und dann mache ich halt viele Abstriche in anderen Bereichen.
00:08:16
Speaker
Und wenn ich mir angucke, so meine
00:08:18
Speaker
Teilweise Mitschüler, mit denen ich damals in der Schule war und so, die hatten halt den Fokus, ich will schnell einen sicheren Job, festes Einkommen, festen Urlaub.
00:08:25
Speaker
So, keine Ahnung, ich hatte noch nie wirklich in meinem Leben festen Urlaub oder bezahlten Urlaub.
00:08:29
Speaker
So kenne ich gar nicht, weil es mir aber auch nie so richtig wichtig war.
00:08:34
Speaker
Aber dieses Mindset überhaupt zu entwickeln, war jetzt, glaube ich, für mich hat deutlich länger gebraucht, weil ich einfach überhaupt gar keinen Zugang hatte zu Menschen, die aus diesen Bereichen kommen.
00:08:43
Speaker
Ich bin mittlerweile saufroh, dass ich total viele kennengelernt habe und habe auch verstanden, okay, das ist echt ein ganz eigener Schlag Mensch, aber ich fühle mich dem total hingezogen, weil ich das liebe.
00:08:52
Speaker
Wenn man für was brennt oder so, dann ist man da bereit, auch wirklich alles reinzustecken.
00:08:55
Speaker
Ich

Live Teach Us: Wirkung und Finanzierungsmodell

00:08:56
Speaker
werde das wahrscheinlich auch nachvollziehen können.
00:08:58
Speaker
Total.
00:08:59
Speaker
Also das war in meinen Gründungsjahren war das im Grunde ja genauso.
00:09:04
Speaker
Und auch wenn ich jetzt nicht im eher sozialen Umfeld irgendwie bin.
00:09:11
Speaker
Aber am Ende, also ich sage das immer so, man sagt ja so, wir sind hier nicht bei der Caritas, weiß ich nicht, ob du den Schiff kennst, der so impliziert.
00:09:21
Speaker
Wir haben nichts zu verschenken, sondern wir sind betriebswirtschaftlich.
00:09:24
Speaker
Aber auch die Caritas kann so natürlich nicht denken, sondern wir haben ja Einnahmen, Ausgaben.
00:09:30
Speaker
Also betrifft uns das ja alle, auch euch, auch wenn ihr im sozialen Kontext arbeitet.
00:09:35
Speaker
Voll.
00:09:35
Speaker
Ich finde immer, da muss man auch immer, also gerade für die Leute, die das irgendwie noch nie gehört haben, Social Startup oder gemeinnützige Startup, der entscheidende Unterschied ist ja eigentlich letztendlich nur, dass am Ende vom Jahr sich niemand was rausnehmen kann aus dem Ganzen.
00:09:46
Speaker
Ansonsten kann man marktübliche Gehälter, muss man marktübliche Gehälter zahlen, um gute Leute zu finden.
00:09:51
Speaker
Wir haben genauso auch Zahlen, die wir erreichen müssen.
00:09:54
Speaker
Also ich glaube, wir besonders arbeiten sehr stark wie ein normales Startup.
00:09:57
Speaker
Wir denken, wir handeln, wir arbeiten jeden Tag wie ein Startup, aber mit dem großen Unterschied, dass halt hier niemand persönliche Gewinne rausziehen kann.
00:10:05
Speaker
Aber trotzdem normale Gehälter zu zahlen und auch langfristig hier was aufzubauen, wo ich ein großes Team habe von sehr guten Leuten.
00:10:11
Speaker
Das ist das Hauptziel, was wir haben.
00:10:13
Speaker
Mit dem entscheidenden Unterschied, dass wir halt alles darauf ausrichten, dass wir einen Impact am Ende kreieren.
00:10:18
Speaker
Aber auch der ist am Ende messbar.
00:10:20
Speaker
Wie viele Stunden halten wir, wie viele Menschen machen wir mit.
00:10:22
Speaker
Und die Menschen, die uns das Geld geben, in dem Fall sind das eben Stiftungen, keine klassischen Investoren, die wollen zwar das Geld nicht zurück, aber die wollen halt sehen, es bringt was auf die Straße.
00:10:30
Speaker
Und wenn wir das nicht machen, dann ziehen die die Gelder genauso wieder ab.
00:10:33
Speaker
Also da gibt es auch schon sehr, sehr viel Ähnlichkeit zu klassischen Startups, nur halt diese Gewinnorientierungskomponente ist halt nicht dabei.
00:10:41
Speaker
Vielleicht, da bin ich eben ein bisschen drüber gegangen, vielleicht erzählst du nochmal, quasi machst du einen kleinen Pitch, was ihr so macht.
00:10:50
Speaker
Also ich weiß das natürlich, weil ich bin, also ich habe ja den Kontakt zu dir gesucht und ich bin sozusagen kurz davor, Live-Teacher zu werden.
00:10:59
Speaker
Sehr cool.
00:11:00
Speaker
Ich habe alles soweit gemacht, habe hier meinen, irgendwo da liegt es hier, meinen...
00:11:09
Speaker
mein erweitertes Führungszeugnis, kann ich ja zeigen, Einträge.
00:11:12
Speaker
Ich muss jetzt nur noch meine Themen festlegen.
00:11:19
Speaker
Ich glaube, das ist der letzte Schritt in diesem Prozess und da ist mir das auch aufgefallen, um das nur zu bestätigen, was du gerade sagst.
00:11:27
Speaker
Also ihr seid ja vermutlich eher eine Art Software-Company oder Tech-Unternehmen.
00:11:32
Speaker
Ja, genau.
00:11:33
Speaker
Also sehen wir uns selber auch.
00:11:34
Speaker
Wir sind immer auch wie so ein Tech-Startup.
00:11:36
Speaker
Wir haben mittlerweile auch, glaube ich, die gleichen Prozesse.
00:11:38
Speaker
Ich glaube, jeder, der mit Tech schon mal zusammengearbeitet hat, also von Jira-Boards, in denen wir da arbeiten, mit Sprints, in denen wir arbeiten, das ist etwas, das habe ich auch erst die letzten Jahre gelernt, so wie die Denkweise da funktioniert.
00:11:48
Speaker
Ich mag die aber total, weil die wahnsinnig effizient ist und sehr, sehr strukturiert.
00:11:52
Speaker
Und das haben wir mittlerweile auf alle Bereiche übertragen.
00:11:56
Speaker
Aber vielleicht nochmal genau kurz, wer sind wir eigentlich und was tun wir?
00:11:58
Speaker
Also die Kernidee wurde ja gerade schon mal so ein bisschen angeteasert.
00:12:01
Speaker
Es geht im Grunde darum, dass wir sagen, wir haben so viel Unterrichtsausfall in Deutschland, rund eine Million Stunden pro Woche.
00:12:06
Speaker
Lasst uns die Zeit dafür nutzen, Menschen aus dem echten Leben in die Schule zu bringen, die all die Themen in die Schule bringen, die aktuell keinen Platz haben.
00:12:12
Speaker
Also wir sprechen immer gerne von Lebenserfahrungen, die weitergegeben werden sollen.
00:12:15
Speaker
Am Ende sind es Begegnungen, die wir schaffen zu ganz unterschiedlichen Menschen.
00:12:19
Speaker
Von jetzt konkret Finanzen, Steuern, Versicherungen, was einen direkt betrifft, aber auch das Thema Ausbildung, Studium, wie bewerbe ich mich richtig, bis hin, dass wir Menschen haben, die über mentale Gesundheit sprechen im Sinne von, wie gehe ich mit Stress um, wie organisiere ich mein Leben, was mache ich, wenn ich mal einen großen Niederschlag habe im Leben, also all diese Themen.
00:12:40
Speaker
die doch stark vom Elternhaus abhängen, ob man die mitgegeben bekommt oder nicht.
00:12:43
Speaker
Und um das zu durchbrechen, haben wir gesagt, Mensch, wir haben so viel Lehrlauf in den Schulen, lasst uns doch da eben die Gesellschaft reinbringen mit ihrem Wissen.
00:12:50
Speaker
Und das ist eben auch Wissen, das können Lehrkräfte so gar nicht haben.
00:12:52
Speaker
Und das wird eben, wie gesagt, in Fächern gar nicht abgebildet.
00:12:55
Speaker
Und wir glauben fest daran, wenn wir es schaffen, quasi aus diesem aktuellen sehr negativen Ausfall etwas Positives umzuwandeln, dann wird sich langfristig unser Bildungssystem extrem verbessern und verändern.
00:13:05
Speaker
Und in unseren Augen ist es auch eine der
00:13:07
Speaker
Wahrscheinlich, also ich habe bisher wenig Alternativen gesehen, aber eine der besten Antworten auf diese neuen Zeiten, in denen wirklich gefühlt sich jeden Tag ganz viel ändert und die Zeiten immer ein Stück wilder werden.
00:13:19
Speaker
Genau, und finde ich, da hängen ein paar spannende Punkte drin.
00:13:22
Speaker
Das eine ist, was du ja selbst erlebt hast, nämlich, dass dir irgendwie eine Art von Mindset fehlte.
00:13:27
Speaker
Also wo du zwar irgendwie, so habe ich das verstanden, so einen Drang hattest, da hinzuwollen und deshalb hast du es wahrscheinlich auch gefunden irgendwann.
00:13:36
Speaker
Aber was dir aus deinem Umfeld in Schule, Elternhaus, Freundeskreis irgendwie fremd war, das war so das eine.
00:13:44
Speaker
Ja.
00:13:45
Speaker
Da habe ich ja Begegnungen, die schafft ihr ja dadurch.
00:13:47
Speaker
Ganz genau.
00:13:48
Speaker
Und was ich verstanden habe, die Schwester einer Mitarbeiterin von mir, die lebt in Berlin, die hat bei euch auch Live-Teacher und die hat schon Sessions gemacht.
00:13:59
Speaker
Die war begeistert davon, deshalb auch diese Idee mit dem Tech-Startup oder Software-Unternehmen, wie sie
00:14:07
Speaker
Also wie dieser Prozess bei euch abläuft.
00:14:10
Speaker
Strukturiert der zumindest aus ihrer Perspektive, also irgendwie mit, wann musst du losfahren, welche Verkehrsmittel stehen an, wo musst du hin, wer ist dein Ansprechpartner.
00:14:20
Speaker
Also sie fühlte sich an jedem Punkt, ich habe so einen Führungsgrundsatz, der lautet Orientierung schafft Sicherheit und Sicherheit schafft Vertrauen.
00:14:28
Speaker
Und was ich wahrgenommen habe, ist, sie hatte an jedem Punkt diese Orientierung.
00:14:33
Speaker
Also sozusagen jetzt nicht nur eine Idee, die ihr da habt und dann lasst ihr die anderen allein, sondern da habe ich so wahrgenommen, ihr führt die wirklich durch diesen gesamten Prozess.
00:14:44
Speaker
Ja, total.
00:14:45
Speaker
Also genau, das ist vielleicht auch noch ein ganz wichtiger Teil, den du da gerade erwähnt hast, ist halt wirklich diese Tech-Komponente.
00:14:51
Speaker
Also die Idee ist, glaube ich, jetzt erstmal klar.
00:14:54
Speaker
Und damals, schon vor zehn Jahren, war mir klar in der Umsetzung, das Ganze soll nicht nur an meiner alten Schule funktionieren, sondern das soll deutschlandweit sein.
00:15:01
Speaker
Ich habe später gelernt, das heißt dann skalieren.
00:15:03
Speaker
Mittlerweile ist klar, wir wollen ein skalierendes Produkt bauen.
00:15:05
Speaker
Wir sind acht Leute, wir haben jetzt über 20.000 Nutzer auf der Plattform und wir schaffen es trotzdem zu achten.
00:15:10
Speaker
Das geht halt nur, weil wir Tech im Herzen haben.
00:15:12
Speaker
Also eine Software, die am Ende die Hauptarbeit macht und wir sorgen eher dafür, dass wir immer weitere Features bauen, die das Produkt immer besser machen.
00:15:19
Speaker
Wie du sagst, dieses Tech-System.
00:15:21
Speaker
dieses klare Durchführen durch den Prozess irgendwie ermöglicht, aber am Ende auch diese Vermittlung zwischen unseren Live-Teachern, dem Ehrenamtlichen als auch den Schulen mit Bedarf.
00:15:31
Speaker
Und vielleicht da nochmal, um kurz zu erklären, wie das geht, kann man sich mal ein bisschen vorstellen, eigentlich wie Uber oder jegliche Taxi-App.
00:15:37
Speaker
Bei der es ja auch so ist, wenn man eine Anfrage stellt, wird die nicht an einen Fahrer oder an eine Fahrerin rausgeschickt, sondern an viele zeitgleich, die quasi zu dieser Anfrage passen.
00:15:45
Speaker
Und so ist es am Ende bei uns auch.
00:15:47
Speaker
Das heißt, wenn man einmal dabei ist, kriegt man immer mal wieder Anfragen, ist nicht verpflichtet, jeder anzunehmen.
00:15:51
Speaker
Die wird immer an verschiedene rausgeschickt.
00:15:54
Speaker
Und das bedeutet im Umkehrschluss, das ist vielleicht auch wichtig für die, die hier zuhören, dass es das flexibleste Ehrenamt der Welt ist.
00:15:59
Speaker
Das heißt, ob man jetzt einmal pro Woche mitmacht oder mehrfach im Schuljahr, es ist am Ende einem total freigestellt.
00:16:05
Speaker
Man muss sich da nirgendwo abmelden, sondern man nimmt wirklich immer nur an, wenn man
00:16:08
Speaker
Bedarf hat.
00:16:09
Speaker
Also ich finde immer so dieses Bild, ich weiß nicht, wenn man mal in einem Taxi oder Uber saß, kurz bevor man am Ziel ankommt, kommen meistens neue Fahrten wieder in die Taxi-App rein, dann klingelt es immer vorne so und dann nehmen die die meistens schon mal an, weil die wissen halt, die werfen dich da gleich raus.
00:16:22
Speaker
So und im Grunde genauso läuft unser Algorithmus dahinter auch.
00:16:25
Speaker
Der wird immer besser, das heißt, der wird dann auch irgendwann wirklich sehr gut die Leute anteasern, die dann in Frage kommen für die jeweiligen Anfragen und halt dafür sorgen, dass wir wirklich dieses Matching zwischen beiden Seiten immer weiter verbessern.
00:16:38
Speaker
Und als Schule habe ich eine Möglichkeit, mich anzumelden quasi und dann kriege ich auch sozusagen, also bin ich auch Teil dieses App-Universums?
00:16:48
Speaker
Genau, also als Schule oder als einzelne Lehrkraft, also das ist ja auch eine Erkenntnis, die wir hatten.
00:16:52
Speaker
Wir hatten erstmal überlegt, wir wollen halt Partner schulen, aber eine Schule an sich ist ja erstmal nix so.
00:16:56
Speaker
Das ist ja auch nur eine Organisation.
00:16:59
Speaker
Am Ende des Tages sind es die Lehrkräfte in der Schule, die den Unterschied machen und wir haben auch gemerkt, schnell, das sind die, die uns wirklich deutschlandweit dafür sorgen, dass wir an immer mehr Schulen kommen, sind die einzelnen Lehrkräfte.
00:17:08
Speaker
Die kann man auch super adressieren über Social Media.
00:17:11
Speaker
Das heißt, wir haben unsere Systeme so umgebaut, dass jede Lehrkraft in Deutschland sich selber auch bei uns registrieren kann, einen ersten Account anlegen und sogar eine erste Anfrage nach zehn Minuten stellen kann.
00:17:21
Speaker
Und dann, wenn man das einmal getestet hat und sagt, das macht Spaß, das ist sinnvoll, dann gibt es eine Kooperationsvereinbarung, die legt man der Schulleitung vor, die wird unterzeichnet und dann kann es halt richtig losgehen.
00:17:29
Speaker
Dann ist man offiziell Partnerschule.
00:17:31
Speaker
Genau, das ist für uns auch immer wichtig, da auch so was Schriftliches miteinander zu haben, weil wir aktivieren so coole Leute und so viel ehrenamtliches Engagement.
00:17:40
Speaker
Das soll natürlich auch respektiert und anerkannt werden an den Schulen.
00:17:44
Speaker
Okay.
00:17:44
Speaker
Und als Unternehmer habe ich verstanden oder als Unternehmerin habe ich auch eine Möglichkeit, eine Partnerschaft mit euch einzugehen?
00:17:55
Speaker
Ganz genau.
00:17:56
Speaker
Also wir haben so ein bisschen die große Vision, wir wollen Bildung zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe machen.
00:18:00
Speaker
Also wirklich langfristig die gesamte Gesellschaft irgendwie aktivieren, in der Schule aktiv zu werden, ihr Wissen weiterzugeben.
00:18:06
Speaker
Und wenn wir da weiter nur mit den Einzelpersonen arbeiten, die halt engagiert sind, so jetzt wie du, der auch sagt, cool, finde ich spannend, da mache ich gerne mit, dann ist das toll.
00:18:15
Speaker
Aber wenn wir richtig den großen Hebel wollen, müssen wir halt auch mit den Unternehmen zusammenarbeiten, weil die natürlich vor allen Dingen, auch wenn man jetzt mal von den Zeiten sich die Zeiten sich anguckt, die meisten, die bei uns mitmachen, sind halt voll berufstätig.
00:18:25
Speaker
Das heißt, die arbeiten natürlich meistens in der Zeit, wo die Anfragen reinkommen.
00:18:29
Speaker
Jetzt ist es aber so, dass sehr viele Unternehmen bereits für ehrenamtliches Engagement eine gewisse Stundenanzahl pro Jahr zur Verfügung stellen.
00:18:35
Speaker
Das wissen viele nicht.
00:18:36
Speaker
Das steht im Arbeitsvertrag drin, dass man irgendwie für ehrenamtliches Engagement bis zu 10, 20, meistens sind es die amerikanischen Unternehmen, die da sehr hohe Zahlen drin haben.
00:18:44
Speaker
Stunden hat, die man pro Jahr quasi investieren darf.
00:18:48
Speaker
Und das haben wir halt dann früh schon rausgefunden und gemerkt, okay, wenn wir uns mit den Unternehmen hinsetzen und sagen, pass auf, lasst uns das doch mal richtig professionell aufsetzen und euer Corporate Volunteering, was es dann ja immer ist, über uns abbilden.
00:19:00
Speaker
Das heißt, die Mitarbeitenden, die dann quasi über das Unternehmen mitmachen, melden sich anfänglich noch mit so einem kleinen Extracode an.
00:19:06
Speaker
Durch diesen Code wissen wir dann im System,
00:19:09
Speaker
man ist zugehörig zu einem Unternehmen und dann können wir wiederum auch Zahlen ziehen, die für den CSRD-Bericht genommen werden dürfen.
00:19:15
Speaker
Und das ist ja für die Unternehmen dann auch wieder hochspannend zu sagen, cool, wir können jetzt hier nicht nur Engagement ermöglichen, sondern haben ja auch wirklich noch genaue Daten, wie viele Stunden haben wir durch unser Unternehmen quasi hier ermöglicht.
00:19:26
Speaker
Und es ist halt auch da wiederum dieses flexible System, von dem so ein Unternehmen auch profitiert.
00:19:30
Speaker
Ich sage mal, in stressigen Zeiten muss keiner mitmachen und wenn ein bisschen mehr Luft gerade wieder ist am Arbeitsplatz, dann können sie mehr Einsätze haben.
00:19:36
Speaker
Ja.
00:19:36
Speaker
Okay, CSR, Corporate Social Responsibility, habe ich mich auch mal mit beschäftigt.
00:19:44
Speaker
Ich habe mal einen Förderverein für die Grundschule meines Sohnes gegründet, geleitet, aufgelöst.
00:19:51
Speaker
Wow, die komplette Story einmal.
00:19:54
Speaker
Liebe Grüße an meine Vorstandskollegen hier an der Stelle, mit denen ich mich immer noch ganz gerne treffe.
00:20:01
Speaker
Und genau, da haben wir auch versucht, diesen Weg zu gehen quasi, über das CSA an die Unternehmen ranzukommen.
00:20:10
Speaker
Und das ist, glaube ich, ein ganz cleverer Move dann, gerade wenn man das so professionell macht wie ihr.
00:20:17
Speaker
Okay, cool.
00:20:18
Speaker
Da haben wir ein paar Einblicke.
00:20:19
Speaker
Wir packen das alles auch in die Shownotes.
00:20:21
Speaker
Das heißt, wenn ihr da draußen Interesse habt, dann schaut mal rein.
00:20:28
Speaker
Wir verlinken euch da und dann findet ihr vielleicht noch ein paar Live-Teacher oder ein paar Unternehmen, die da Bock haben, mit euch was zu machen.
00:20:39
Speaker
Lass uns nochmal auf dich zurück gucken.
00:20:41
Speaker
Du hast jetzt ein Startup gegründet, vielleicht ein bisschen anders als andere, aber vielleicht auch nicht.
00:20:46
Speaker
Das hast du ja schon gesagt.
00:20:48
Speaker
Wenn du so an die Anfangszeit zurückdenkst, was waren so die größten Rückschläge aus deiner Perspektive?
00:20:55
Speaker
Also so irgendwie die Momente, wo du für dich gemerkt hast, wie schwer es doch ist, irgendwie sowas wirklich ins Rollen zu bringen?
00:21:04
Speaker
Ich glaube anfänglich halt wahnsinnig viel Naivität.
00:21:08
Speaker
Ich bin auch immer noch, also ich werde immer wieder gefragt, ob ich es wieder machen würde und so und ich glaube mit dem Wissen, was ich jetzt habe, auch über das Schulsystem, wie viel Energie wir hier schon reingesteckt haben, was einfach auch am Anfang komplett, ja einfach nirgendwo ankam und einfach es ging nichts voran anfänglich.
00:21:24
Speaker
Also es ging nichts voran anfänglich.
00:21:27
Speaker
Die Idee ist, glaube ich, erstmal so ein No-Brainer und ich kenne wenige Menschen, die die hören und sagen, das ist Quatsch, sondern fast alle sagen immer, hä, coole Idee oder sehr gute Idee, weil sie erstmal so simpel ist.
00:21:38
Speaker
Und genauso bin ich dann halt auch mit diesem Selbstbewusstsein an die Schulen und dachte, ja super, jetzt schreibe ich hier zehn Schulen an, einfach über die Website, die E-Mail rausgesucht, hier ist mein Angebot, ihr könnt es komplett kostenfrei nutzen, let's go.
00:21:49
Speaker
So, kam nichts zurück.
00:21:51
Speaker
Nächsten 20 Schulen angeschrieben, wieder nichts zurück.
00:21:54
Speaker
Mal angerufen, wurde ich abgewiesen.
00:21:55
Speaker
Nee, ist hier eine falsche Nummer, keine Ahnung.
00:21:58
Speaker
Bin ich sogar mal vorbeigegangen ins Sekretariat und habe es wirklich, glaube ich, so fünfmal in die Schulen gehen, nur in einmal geschafft, dass ich zum Schulleiter durchgelassen wurde und habe dann erst mal gemerkt, oh, das ist ja hier ein krasses Mindset, was hier vorhanden ist.
00:22:11
Speaker
Also A, das habe ich mir nicht vergessen, dem war ich mir überhaupt nicht bewusst.
00:22:15
Speaker
So eine Schule ist ja wie so ein mittelständisches Unternehmen.
00:22:18
Speaker
Wenn du da irgendwie als Schulleitung 100 Lehrkräfte unter dir hast, dann hast du ja fast 100 Mitarbeiter.
00:22:23
Speaker
Das hatte ich noch nie in meinem Leben.
00:22:25
Speaker
Ich bin schon mit meinen 8, das macht großen Spaß, aber ich muss auch sagen, es ist auch sehr anspruchsvoll.
00:22:31
Speaker
Wenn ich mir überlege, da sind 100, das ist ja eine ganz andere Dimension.
00:22:34
Speaker
Und du hast da nicht wie im normalen mittelständischen Unternehmen noch so Zwischenebenen mit Managern dazwischen.
00:22:39
Speaker
Da kommt eigentlich nicht viel.
00:22:41
Speaker
Du hast vielleicht das Sekretariat noch mit zwei Personen.
00:22:44
Speaker
Aber auch die haben halt auch die ganzen Schülerinnen und Schüler noch.
00:22:46
Speaker
Also es ist wirklich komplex.
00:22:48
Speaker
Und da habe ich erst mal verstanden, okay, hier wartet niemand auf mich.
00:22:51
Speaker
Und egal wie genial eine Idee zu sein scheint, hier ist erstmal sowieso in Schulen immer alle am Limit.
00:23:00
Speaker
Und hier hat wirklich ehrlicherweise keiner Interesse an deinem Produkt.
00:23:03
Speaker
Und selbst wenn sie dann Interesse hatten, dann wollten sie ein perfekt fertiges Produkt.
00:23:09
Speaker
Das heißt, sie wollten mindestens 1000 Live-Teacher, auf die sie dann schon zugreifen können.
00:23:13
Speaker
Sie wollten eine App, die komplett alle Funktionen schon beinhaltet.
00:23:16
Speaker
Und natürlich, ich weiß nicht, ob du das so kennst, aber am Anfang macht man natürlich auch ein bisschen overpromising.
00:23:22
Speaker
Das heißt, ich habe da irgendwie schon eine Software verkauft, die es natürlich nicht gab.
00:23:25
Speaker
Ich weiß, in meiner ersten Schule habe ich den Klick-Dummy hingehalten, den sie dann anklicken durften.
00:23:29
Speaker
Da haben sie eine Anfrage gestellt und ich wusste genau, im Hintergrund passiert gerade nichts, weil da liegt kein Datensatz.
00:23:36
Speaker
So ist es dann halt am Anfang gewesen, aber ich habe halt schnell gemerkt, okay krass, also es ist nicht nur ein Kunde, der keinen Bock hat auf dich, also wenn man es auf Kunden übertragen möchte, sondern zusätzlich erwartet er noch eine perfekte Software zu dem Zeitpunkt, wo wir nicht einen Cent hatten und ehrlicherweise noch nicht mal eine richtige Software.
00:23:53
Speaker
Ja.
00:23:55
Speaker
Also ein paar Gedanken, die mir dazu einfallen.
00:23:58
Speaker
Das eine ist das Thema Mindset.
00:24:00
Speaker
Ich glaube, dass, also ich habe auch mehrere Schulen, mit denen ich zusammenarbeite und auch viele Unternehmen, mittelständische.
00:24:09
Speaker
Das ist der erste Gedanke, genau, den wollte ich noch aufgreifen.
00:24:11
Speaker
Finde ich total cool, dass du das sagst.
00:24:13
Speaker
Das ist ja ein mittelständisches Unternehmen, hast du gesagt.
00:24:17
Speaker
Ja.
00:24:18
Speaker
Also ich glaube, dass die meisten Schulen das nicht so sehen.
00:24:23
Speaker
Und das ist Teil des Problems, aus meiner Sicht, weil ich empfinde das genauso.
00:24:27
Speaker
Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter.
00:24:29
Speaker
Das sind im Grunde Remote-Unternehmen.
00:24:33
Speaker
Weil, also die sind zwar in einem Ort, aber wenn die zusammen sind, dann sind die ja alle einzeln in ihren Klassenräumen.
00:24:40
Speaker
Und dann arbeiten die ja, ich glaube, 24, 26 Stunden Unterricht und den Rest haben sie dann Vorbereitung, Nachbereitung, Konferenzen und so.
00:24:48
Speaker
In Meetings sitzen die natürlich zusammen, klar, aber die meiste Zeit sind die alleine.
00:24:54
Speaker
Stimmt, ja.
00:24:54
Speaker
Also wir sind auch zu acht, wie ihr.
00:24:58
Speaker
Und wir sind ein reines Remote-Unternehmen.
00:25:01
Speaker
Also wir haben Mitarbeiter in der ganzen Welt.
00:25:04
Speaker
Und du musst ja dann Antworten auf diese Art der Führung auch finden.
00:25:11
Speaker
Und wie du richtig sagst, da gibt es in vielen Schulen keine wirklichen Zwischenebenen.
00:25:19
Speaker
Und wenn es die gibt, dann ist die Frage, was für ein Rollenverständnis haben die eigentlich von ihrer Aufgabe?
00:25:24
Speaker
Ja, voll.
00:25:27
Speaker
Ich glaube, in meiner Wahrnehmung ist das tatsächlich oft auch im mittelständischen Unternehmen so.
00:25:34
Speaker
Es gibt Rollenunklarheiten, es gibt Unklarheiten darüber, wie Kommunikation laufen soll.
00:25:42
Speaker
Es gibt Unklarheiten über Erwartungen, die ich aneinander habe.
00:25:45
Speaker
Also ganz viele Themen, die du da erlebst, erlebst du aus meiner Erfahrung auch im Mittelstand.
00:25:52
Speaker
Und das passt auch zu dem Mindset.
00:25:54
Speaker
Wobei ich mich sogar frage, also ich glaube, in einem Mittelstand ist man sich immerhin bewusst, dass man da theoretisch noch was anders machen könnte oder dass es so eine Arbeitskultur gibt.
00:26:02
Speaker
Das ist, glaube ich, in der Schule gar nicht der Fall, weil das wird wie als so eine ganz eigene Organisationseinheit gesehen.
00:26:08
Speaker
Ich glaube, gerade das Thema Führung, was du meinst, ich kenne viele tolle Bildungsorganisationen, die sich genau damit auseinandersetzen, die versuchen, die Schulleitungen zu schulen.
00:26:19
Speaker
wie sie quasi unter anderem auch besser führen können.
00:26:22
Speaker
Aber ich glaube, wenn man sich mal überlegt, man steigt ja meistens als Lehrkraft auf und wird dann irgendwann Schulleitung, aber hat da ja eigentlich zu keinem Zeitpunkt so eine richtige, ja,
00:26:34
Speaker
Lernkurve, was es jetzt bedeutet, 100 Menschen zu führen und anzuleiten.
00:26:39
Speaker
Und es ist ja auch wirklich so, dass die, also ich habe es jetzt ja mittlerweile drei Jahre Arbeit in Schulen mitbekommen, so viel auf dem Tisch haben, dass das wirklich eher so das kleinste, letzte Stück ist, dass man da irgendwie eigentlich auch 100 Leute hat, für die man verantwortlich ist, sondern es geht eher darum, wie können wir diesen Unterricht aufrechterhalten?
00:26:54
Speaker
Wie sorgen wir dafür, dass die Schule hier nicht abbrennt?
00:26:56
Speaker
Wie können wir die Klos endlich sanieren?
00:26:58
Speaker
Also es ist schon ein
00:26:59
Speaker
Ich habe höchsten Respekt vor allen, die da irgendwie in der Schule arbeiten und vor allen Dingen auch in so einer Führungsrolle sind.
00:27:06
Speaker
Genau, dieses Limit ist ein Problem, wobei ich sagen würde, auch da gibt es viele Parallelen zur Wirtschaft, weil die Zeit, in der wir leben, also das wirst du ja als Führungskraft, kannst ja gleich mal hingucken, wirst das ja vermutlich auch erleben, die ist halt so verdichtet, das gab es halt vor 30 Jahren nicht.
00:27:24
Speaker
Vor 30 Jahren haben wir nicht rund um die Uhr gearbeitet, da waren wir auch nicht rund um die Uhr erreichbar.
00:27:29
Speaker
Und also mein erstes Handy ist, ja genau, 30 Jahre, also vielleicht 30 Jahre passt nicht, 40 muss gleich zurückgehen.
00:27:37
Speaker
Ja, 96 habe ich mein erstes Handy gehabt, so ein AEG, ich glaube ein AEG war das, so mit rauszieht, aber Antenne.
00:27:46
Speaker
Und
00:27:47
Speaker
Aber davor, das ist auch immer so mein Beispiel, wenn da der Vertriebler unterwegs war, dann saß der zwar im Auto, aber der konnte ja nichts machen.
00:27:56
Speaker
Also der hat nicht telefoniert anderthalb Stunden, sondern der saß halt im Auto oder in der U-Bahn.
00:28:03
Speaker
Also wenn du U-Bahn fährst in Berlin, also da sitzt du heute an deinem Handy.
00:28:07
Speaker
100 Prozent, ja.
00:28:08
Speaker
Und da arbeitest vielleicht.
00:28:09
Speaker
Ja, ja, total.
00:28:12
Speaker
Vor 40 Jahren saßen die Leute da vielleicht mit der Zeitung, mit einem Buch oder nichts.
00:28:18
Speaker
Und da gibt es ja noch viele andere Beispiele.
00:28:20
Speaker
Das heißt, die Zeit ist total verdichtet und das ist Teil des Problems.
00:28:30
Speaker
Und das ist auch Teil des Problems in Organisationen.
00:28:32
Speaker
Aber was Schule da nicht hat, das ist halt sicherlich ein Problem.
00:28:35
Speaker
Die haben dann keine so Unterstützungspolitik.
00:28:40
Speaker
Menschen quasi, die haben keine IT-Abteilung.
00:28:42
Speaker
Also ein Unternehmen mit 100 Mitarbeitern würde ja sagen, wer hat Bock von euch, die IT zu übernehmen?
00:28:49
Speaker
Alles klar, du, machst du das?
00:28:51
Speaker
Sondern die hätten ja ein, zwei, drei, vier Leute, die die IT machen.
00:28:55
Speaker
Ja, zu 100%.
00:28:58
Speaker
Sag noch mal eins, weil da treffe ich auch oft drauf in meinen Workshops.
00:29:02
Speaker
Ich glaube, dass viele Menschen fertige Produkte, fertige Ideen, könnte man vielleicht auch sagen, wollen.
00:29:09
Speaker
Und vielleicht kannst du mir da noch ein bisschen helfen, weil ich versuche dann immer das deutlich.
00:29:14
Speaker
Ich mache das immer hier in Form von unseren Handys.
00:29:19
Speaker
Da kommt ein Update.
00:29:20
Speaker
Und dann kommt ja eine Woche später das Update zum Update, weil die Software halt nicht fertig ist.
00:29:28
Speaker
Und also da nehmen wir das hin irgendwie, dass es da noch Fakt gibt.
00:29:34
Speaker
Aber in so Business-Kontexten ist es auch, nämlich immer wieder war eher so, wie du das beschreibst, nämlich eigentlich, wir wollen einen fertigen Plan.
00:29:42
Speaker
Das Projekt muss bis zum Ende durchgedacht sein.
00:29:45
Speaker
Was verändert sich denn für uns?
00:29:48
Speaker
Und wie du auch das beschreibst, vielleicht kannst du da noch mal ein paar, das ein bisschen anreichern.
00:29:55
Speaker
Du hast ja die Idee, aber es ist ja logischerweise nicht fertig.
00:30:00
Speaker
Du weißt doch nicht, was drei Jahre später dann wirklich
00:30:03
Speaker
rauskommt am Ende.
00:30:05
Speaker
Und wie bist du damit umgegangen?
00:30:07
Speaker
Sowohl nach außen, also das ist ja einer der Vertrieb sozusagen, aber auch ja irgendwie nach innen.
00:30:14
Speaker
Ja, vielleicht so erstmal vorab, ich halte es sogar für gefährlich.
00:30:17
Speaker
Also ich finde Businesspläne auch saugefährlich, weil ich habe natürlich, wie es immer so ist, wenn man damals oder wenn man anfängt, was zu gründen, dann wird man überschüttet an Angeboten, die es in diesem Land gibt.
00:30:28
Speaker
Von Unis oder auch so Weiterbildungsformaten, viel ja auch kostenfrei, wo Leute einen beraten, wie man jetzt richtig gründet.
00:30:38
Speaker
Man nimmt dann erstmal alles an und freut sich natürlich und dann habe ich aber relativ schnell festgestellt, dass wahnsinnig viele Menschen, die in der Gründungsberatung arbeiten, noch in ihrem Leben gegründet haben.
00:30:47
Speaker
Das heißt, die berichten einem da die Theorie, erzählen einem was von Businessplan, aber dass die Realität so ist, dass man den Businessplan zu Ende schreibt.
00:30:53
Speaker
In dem Moment, wo man den wahrscheinlich ausdruckt oder zumindest als PDF abspeichert, hat sich schon wieder komplett alles verändert, weil man bei der ersten Weggabelung nach links geht und nicht so wie in einem Businessplan steht, eigentlich nach rechts.
00:31:04
Speaker
So, weil man halt in dem Moment feststellt, das ist die falsche Idee gewesen, nach rechts zu gehen.
00:31:10
Speaker
Das ist mein erster Punkt, dass man sich gar nicht so festbeißen darf.
00:31:16
Speaker
Zum einen darf man sich selber nicht in seine eigene Idee verlieben, das ist ja auch ganz wichtig.
00:31:20
Speaker
Zumindest kenne ich das aus dem Startup-Kontext, dass es immer wieder heißt, man hat am meisten eine Initialidee, so wie ich damals auch hatte, und dann beißt man sich an der fest und möchte nicht mehr loslassen.
00:31:30
Speaker
Und dabei ist es enorm wichtig, dass man eigentlich mit dieser Idee frühzeitig rausgeht und allen davon erzählt.
00:31:35
Speaker
Also ich höre immer wieder von Menschen, die sagen, nee, ich kann dir jetzt nicht von meiner neuen Idee erzählen, weil sonst klaut die jemand.
00:31:39
Speaker
Ich denke, wenn die so einfach zu klauen ist, dann wird es eh passieren.
00:31:43
Speaker
Deswegen nimm die Idee, geh damit raus und erzähl allen davon und hol dir richtig ernstes Feedback ein.
00:31:48
Speaker
Vor allem von deinen besten Freunden.
00:31:51
Speaker
Weil die werden sauehrlich sein.
00:31:52
Speaker
Die werden dir erstmal sagen, was für ein Schwachsinn.
00:31:55
Speaker
So, und ehrlicherweise war das natürlich bei uns dann auch so.
00:31:57
Speaker
Und das war auch so ein bisschen, ich sag mal, der Vorteil dieser sieben Jahre, wo ich das fast so als One-Man-Show von mir her getrieben habe, ist, dass ich trotzdem durchgehend allen davon erzählt habe und mir wirklich von allen Seiten da Feedback eingeholt habe.
00:32:10
Speaker
Und jetzt sagen immer wieder Leute, ja, eure Idee ist so gut durchdacht und so.
00:32:13
Speaker
Dann denke ich mir, naja, am Anfang war sie es gar nicht.
00:32:15
Speaker
Aber erst mal nur die Idee ausfallen und jetzt lass mal Menschen da reinbringen.
00:32:18
Speaker
Aber bis das wirklich zu dem kam, was wir jetzt machen, hat es extrem lange gedauert.
00:32:22
Speaker
Und ganz viel ist einfach auf dem Weg passiert.
00:32:25
Speaker
Ich habe selber immer so ein bisschen den Führungsstil ist, aber ich sage immer doing by doing.
00:32:31
Speaker
Ich habe jetzt eine neue Mitarbeiterin, die muss sich da gerade total dran gewöhnen, weil die kommt aus dem wissenschaftlichen Kontext.
00:32:36
Speaker
Und da ist das halt wirklich so, du planst erstmal alles durch, du liest 200 Paper und dann quasi fängst du an zu arbeiten.
00:32:43
Speaker
Und bei uns ist es eher so, wir fangen erstmal an zu arbeiten, gucken, was passiert und dann werden wir während des Arbeitens Prozesse anpassen.
00:32:51
Speaker
Und das bedeutet auch, da geht mal was schief, aber das Schöne ist halt, am Ende des Tages kriegt ja eh kaum jemand mit.
00:32:56
Speaker
Also wenn man ganz viel macht, man muss sich da immer gar nicht so einen Kopf machen.
00:33:01
Speaker
Das ist so ein bisschen mein Take, frühzeitig rausgehen, in allen Leuten davon erzählen, was man macht und sich da ernstes Feedback einholen und dann auch immer wieder Anpassungen vornehmen beim Machen.
00:33:12
Speaker
Also das hat bei uns zumindest sehr gut geklappt und auch dafür gesorgt, dass wir noch nicht einmal so richtig in den komplett falschen Weg eingebogen sind, weil wir noch nie was gemacht haben, was wir irgendwie sechs Wochen unter, ich sag mal, im stillen Kämmerchen gebaut haben und dann rausgehauen und gewundert, warum es niemand nutzt, sondern immer alles gemacht, relativ früh schon rausgegangen damit, das testen lassen, festgestellt, oh, das nutzt gar keiner und dann schnell wieder eingestellt.
00:33:34
Speaker
Okay.
00:33:36
Speaker
Okay.
00:33:36
Speaker
Und ich habe den Begriff ganz gut Doing by Doing.
00:33:41
Speaker
Ich habe ein Unternehmen, was ich begleite, die haben das in so einer Führungstagung, ich glaube, die gleiche Idee mal formuliert.
00:33:50
Speaker
Die haben gesagt, einfach machen.
00:33:53
Speaker
Und es hat ja so eine Doppelbedeutung, einfach machen oder einfach machen.
00:34:00
Speaker
Und die zweite Bedeutung, würde ich sagen, die passt vielleicht zu diesem Doing by Doing.
00:34:04
Speaker
Du hast das vorhin angedeutet, ihr nutzt JIRA, also ein Tool.
00:34:11
Speaker
Ihr arbeitet in Sprints, also mit einer agilen Methode.
00:34:18
Speaker
Vielleicht erzählst du uns noch ein bisschen von eurer Arbeitsweise.
00:34:20
Speaker
Wie seid ihr strukturiert?
00:34:21
Speaker
Wie kriegt ihr das auf die Kette?
00:34:23
Speaker
Also gerade, weil du ja jetzt eine Mitarbeiterin hast, wie du erzählt hast, die sich da so ein bisschen dran gewöhnen muss, dass wir nicht erst alles analysieren und durchdenken, sondern
00:34:33
Speaker
dass wir sozusagen eine Idee haben und dann macht ihr ja irgendwas.
00:34:36
Speaker
Also ihr werdet ja auch nicht alle Ideen wahrscheinlich umsetzen und sagen, mach einfach, sondern es wird ja irgendeine Art von, du hast vorhin auch von Struktur gesprochen, also Strukturen, Prozessen geben, wie ihr das tut.
00:34:45
Speaker
Vielleicht kannst du uns da ein bisschen dran teilhaben lassen.
00:34:48
Speaker
Genau, also auch ein Prozess, der auch wieder bei Doing-by-Doing entstanden ist quasi in den letzten Jahren.
00:34:55
Speaker
Von anfänglich wirklich, ich sag mal so, ich kam ja selber aus der Uni, ich habe da keinerlei Ahnung gehabt.
00:35:01
Speaker
Also ich habe in unterschiedlichen Unternehmen schon gearbeitet gehabt, da schon viel kennengelernt.
00:35:04
Speaker
Aber wie man dann selber sowas aufsetzt, davon hatte ich wenig Ahnung.
00:35:08
Speaker
Aber trotzdem auch da war es wichtig, einfach zu starten, festzustellen, okay, das funktioniert, das funktioniert nicht.
00:35:12
Speaker
So anfänglich mit einem Trello-Board erstmal gearbeitet.
00:35:15
Speaker
Da hat man dann irgendwie seine Karten gehabt mit den Oberthemen.
00:35:18
Speaker
Dann sind wir einmal die Woche die Karten durchgegangen von rechts nach links und haben die irgendwie priorisiert und mit Deadlines besetzt und so.
00:35:25
Speaker
Das hat für den Anfang erstmal ganz gut geklappt und dann kam es natürlich dazu, also mein Mitgründer ist quasi Wirtschaftsinformatiker und hat so die erste Software gebaut.
00:35:34
Speaker
Das hat er die ersten Jahre gemacht nebenbei und dann waren wir irgendwann auch in einem
00:35:39
Speaker
Die erste Mitarbeiterin eingestellt, die zweite Mitarbeiterin, die dritte war es dann, muss jetzt eine Developerin sein, also eine Vollzeitprogrammiererin, die das Ganze bei uns macht.
00:35:48
Speaker
Und mit der kam quasi auch so ein neuer Modus dann rein, weil die wahnsinnig strukturiert ist.
00:35:53
Speaker
Also das habe ich noch nie erlebt.
00:35:55
Speaker
Die hat ihr Leben lang nur in Softwarefirmen gearbeitet, ich glaube auch so mit Zalando und allem möglichen, also hat da wirklich auch viele coole Erfahrungen mitgebracht und kam halt ins reine Chaos rein, wie so ein Startup halt ist so.
00:36:07
Speaker
200 Themen, nichts wirklich strukturiert.
00:36:09
Speaker
Und dann hat sie so Schritt für Schritt, das hat sie aber auch wirklich genial gemacht, mir quasi Woche für Woche immer nahegelegt, was wir vielleicht als nächstes tun sollten.
00:36:18
Speaker
Und hat dann diese Art, wie man Software baut, eigentlich auf das gesamte Unternehmen gelegt.
00:36:22
Speaker
Und davon profitieren wir jetzt alle mittlerweile total.
00:36:25
Speaker
dass wir dann eben irgendwann zu Jira umgestiegen sind.
00:36:28
Speaker
Dann hat sie eben angefangen, diese Sprints aufzusetzen.
00:36:31
Speaker
Wir haben eine klare Pipeline auf einmal gehabt, welche Features quasi wann gebaut werden soll, was ja für die Softwareentwicklung enorm wichtig ist.
00:36:38
Speaker
Vor allen Dingen, wenn das Team des Software, also wir sind jetzt drei mittlerweile Developer, die im Team sind in-house.
00:36:44
Speaker
die das Ganze machen, die müssen sich natürlich auch in ihrer Arbeit strukturieren und von denen haben wir uns dann wirklich alles abgeschaut, bis hin zu diesem Thema der Story Points, wo man dann auch wirklich vorab irgendwie grob abschätzt, wie viel Aufwand ist welche Aufgabe und das irgendwie alles so zu streamlinen, das haben wir quasi erstmal rein nur für die Software gemacht, also wir haben wirklich überlegt,
00:37:05
Speaker
Das war anfänglich nur eine Web-App, dann musste es eine mobile App werden.
00:37:07
Speaker
Dann gab es die mobile App nur für die Live-Teacher, noch nicht für die Schulen.
00:37:11
Speaker
Aber abzuslicen, wann welches Feature kommt und wie das dann, und das ist vielleicht nochmal das Spannende, also wir haben ja keine klassischen Investoren, sondern wir haben vor allem eben Stiftungen, aber auch Privatpersonen, aber die Stiftungen sind die entscheidenden, weil die haben halt Bedingungen an ihre Förderung, das sind immer zweckgebundene Förderungen.
00:37:26
Speaker
Das heißt, die sagen, ihr kriegt nur hier die 100.000 Euro, wenn ihr folgende Ziele erreicht.
00:37:31
Speaker
So, und das war dann eben total spannend, weil wir quasi dieses Ziel hatten, bis zum Tag X müssen wir so viele Live-Teacher auf die Plattform gebracht haben.
00:37:39
Speaker
Und dann konnten wir natürlich daran ableiten, okay, das schaffen wir nur, wenn wir es eben schaffen, dass der Qualifizierungsprozess der Live-Teacher wie folgt aufgebaut wird.
00:37:48
Speaker
Oder dass es zum Beispiel die mobile App natürlich für beide Seiten gibt.
00:37:52
Speaker
So ist eine Grundvoraussetzung, dass mehr Anfragen entstehen.
00:37:56
Speaker
Das heißt, wir haben es dann irgendwann so umgebaut, dass ich gemeinsam mit den Förderpartnern die Ziele definiert habe.
00:38:03
Speaker
Bis Jahresende muss das stehen.
00:38:05
Speaker
Und dann haben wir von diesen Zielen, wir haben dann mit OKRs auch gearbeitet, auch das kam quasi von der Developerin, die haben wir dann uns festgelegt für das Jahr und dann haben wir quasi von denen runtergebrochen.
00:38:16
Speaker
Was bedeutet das jetzt bis ins kleinste Detail für jeden von uns?
00:38:19
Speaker
Für, ich glaube, wirklich eine wöchentliche Arbeit.
00:38:22
Speaker
Was muss diese Woche alles geschehen, damit wir die Ziele am Ende vom Jahr erreichen?
00:38:26
Speaker
Und damit arbeitet ihr jetzt?
00:38:28
Speaker
Ja, damit arbeiten wir jetzt.
00:38:29
Speaker
Super strukturiert.
00:38:32
Speaker
Es ist komplett mittlerweile alles in Jira übertragen.
00:38:35
Speaker
Das heißt, da gibt es verschiedene Boards, an denen wir arbeiten.
00:38:38
Speaker
Und die hängen dann auch miteinander zusammen.
00:38:40
Speaker
Das heißt, da kann man auch zum Beispiel einstellen, dass man da irgendwie dieses Ticket kann nicht erst weiter bearbeiten.
00:38:45
Speaker
Du kannst Abhängigkeiten dann quasi festlegen, wenn zum Beispiel dieses Feature erst steht.
00:38:52
Speaker
Erst wenn in der App irgendwie angegeben werden kann, wo
00:38:55
Speaker
von wo man kommt, kann Marketing natürlich auch erst das KPI-Dashboard bauen.
00:39:00
Speaker
So arbeiten wir jetzt und das ist eigentlich so für unser tägliches Arbeiten das wertvollste.
00:39:10
Speaker
Also da waren viele Begriffe drin, die für euch vielleicht normal sind, aber für viele andere vielleicht nicht oder irgendwie neu.
00:39:21
Speaker
Und
00:39:24
Speaker
Also das erste, was ich spannend finde, ist, ihr habt sozusagen Ziele, die werden im Grunde von außen teilweise vorgegeben.
00:39:35
Speaker
Und die Ziele nehmt ihr und das ist ja im Grunde das, was jede Organisation auch tut.
00:39:41
Speaker
Also es braucht ein Ziel, so leite ich entweder aus einer Vision ab, die ich habe.
00:39:48
Speaker
oder halt aus Zielen, die meine Shareholder mir geben, so wer auch immer das dann ist.
00:39:53
Speaker
Und diese Ziele nehmt ihr und macht dann mit Hilfe von OKR, also Objective Key Results heißt das übersetzt, also das ist eine Strukturierungsmethodik, mit der arbeitet ihr und das bedeutet im Umkehrschluss ja eigentlich nur, dass ihr aus den fünf großen Zielen
00:40:13
Speaker
kleinere Ziele macht und die packt ihr dann bis auf Wochenebene quasi runter.
00:40:19
Speaker
Also in der Woche müssen wir das Ziel erreichen oder den Meilenstein und dann in der Woche das und dann das.
00:40:25
Speaker
Und wenn wir das jede Woche machen,
00:40:27
Speaker
dann haben wir mit ein paar Pufferfenstern wahrscheinlich am Ende des Jahres das Ziel, was wir gesetzt haben, erreicht.
00:40:34
Speaker
Genau, genau.
00:40:34
Speaker
Also es ist so ein Runterslicen quasi eigentlich von den großen Zielen.
00:40:38
Speaker
Was bedeutet das konkret dann für die einzelnen Aufgaben oder für die einzelnen Bereiche, aber auch die klaren To-dos?
00:40:46
Speaker
Und das kommt auch so ein bisschen aus der ersten Zeit.
00:40:48
Speaker
Man ist ja, wenn man am Anfang so ein Unternehmen aufbaut,
00:40:52
Speaker
Also ich zumindest war schlicht überfordert, weil es gibt so viele Dinge, die man machen könnte.
00:40:56
Speaker
Und dann aber diesen Fokus zu setzen, was sind jetzt wirklich die Hebel, die uns dahin bringen, wo wir hinwollen.
00:41:01
Speaker
Und das ist so Bildung zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe zu machen.
00:41:04
Speaker
Und das ist irgendwie, keine Ahnung, dass wir bis 20, 30, 100.000 Nutzer auf der Plattform haben.
00:41:08
Speaker
Wie kommen wir dahin?
00:41:10
Speaker
Und das war dann auch so ein bisschen die erste Kritik an meinem Team, die es dir gesagt hat, wir haben
00:41:15
Speaker
Also auch du hast so viele Ideen und jeden Tag kommst du mit neuen Ideen ins Office.
00:41:19
Speaker
Können wir jetzt nicht mal irgendwie festlegen, was sind wirklich die Hebel, die uns dahin bringen, wo wir hinwollen?
00:41:24
Speaker
So und dann habe ich mich halt erst damit angefangen zu beschäftigen, habe dann dieses Thema der OKRs für mich, also ich kann das schon aus dem Studium, aber dann nochmal neu entdeckt und dann mit Hilfe auch von meiner Developerin, die halt dieses krasse Strukturdenken hat und wirklich also...
00:41:36
Speaker
für alles auch gerne dann Prozesse baut.
00:41:38
Speaker
Ich habe dann auch die Aufgabe, sie ein bisschen wieder zurückzuziehen, weil man darf es halt auch nicht übertreiben.
00:41:43
Speaker
Aber dann haben wir eigentlich so einen guten Zwischenweg gefunden, womit wir jetzt mittlerweile ganz gut arbeiten.
00:41:49
Speaker
Und ich glaube, alle, und das ist auch ein ganz wichtiger Take von dem Ganzen, alle haben das Gefühl, dass das, was wir tun, wirklich eben diesen großen Zielen immer zugute kommt.
00:41:59
Speaker
Also ich glaube, es gibt wenig, also ich
00:42:01
Speaker
Ich würde euch ganz selbstbewusst sagen, dass niemand in meinem Team das Gefühl hat, dass wir an Themen arbeiten, die sinnlos sind oder die den großen Zielen nicht zugute kommen.
00:42:10
Speaker
Also ich habe zwei Bücher über das Thema Leitbildentwicklung geschrieben.
00:42:14
Speaker
Und im Grunde würde ich sagen, das, was du gerade aus deiner praktischen Erfahrung beschreibst, ist das, was ich im Grunde den Unternehmungen...
00:42:24
Speaker
immer versuche mitzugeben an der Stelle.
00:42:26
Speaker
Weil die, also ihr habt jetzt den Vorteil, würde ich an der Stelle fast sagen, dass andere eure Ziele ein Stück weit vorgeben.
00:42:35
Speaker
Als Organisation muss ich das im Grunde ja selber machen.
00:42:40
Speaker
Mir hilft das dann, wenn ich quasi so eine Vision habe, also die ihr ja auch habt oder die du vor allen Dingen hattest.
00:42:46
Speaker
Also du bist ja der Visionsträger, würde ich sagen.
00:42:51
Speaker
Also auch mit der Gründungsstory.
00:42:53
Speaker
Und wenn ich davon dann ableite, was heißt denn das jetzt für uns?
00:42:57
Speaker
Für dieses Jahr, für die nächsten fünf Jahre, für sieben Jahre.
00:43:00
Speaker
Ich glaube, der Vesus macht das ja auch, dass der so sieben Jahrespläne hat.
00:43:05
Speaker
Und das dann runterzubrechen auf Fokusthemen pro Jahr oder auf konkrete Aufgaben, ihr macht es ja noch einteiliger.
00:43:12
Speaker
So, jetzt habt ihr das runtergebrochen.
00:43:15
Speaker
Das ist ja, glaube ich, nachvollziehbar.
00:43:16
Speaker
Das ist auch ein Weg, aber das funktioniert offensichtlich.
00:43:20
Speaker
Und jetzt muss es ja irgendeinen Prozess geben, wie ihr an diesen runtergebrochenen Zielen arbeitet.
00:43:28
Speaker
Irgendwie müsst ihr darüber reden, ihr müsst das abgleichen, ihr müsst dann arbeiten, ihr müsst die Ergebnisse dann irgendwie besprechen.
00:43:37
Speaker
Wie macht ihr das konkret?
00:43:39
Speaker
Genau, also ich sag mal, wir haben relativ strenge Strukturen, was so unsere Meetings angeht.
00:43:47
Speaker
Das heißt also grundsätzlich haben wir eh kein Meeting, geht länger als eine halbe Stunde.
00:43:52
Speaker
Wir haben jeden Morgen ein Check-in um 9 Uhr, wo wir alle zusammenkommen.
00:43:55
Speaker
Also wir haben jetzt von den acht Leuten sind sechs Leute vor Ort in einem Büro hier in Berlin und zwei arbeiten remote.
00:44:03
Speaker
Deswegen ist es immer so wichtig, dass wir morgens diesen festen Check-In haben, dass wirklich alle im Team einmal allein sind.
00:44:08
Speaker
Man checkt auch direkt, okay, ist jetzt vielleicht jemand krank oder ehemalig geht es nicht so gut.
00:44:11
Speaker
Das ist vielleicht auch nochmal ganz wichtig.
00:44:13
Speaker
Das habe ich zumindest gelernt in meinen ersten Unternehmen, in denen ich so auch viel während des Studiums in meinen Semester gearbeitet habe.
00:44:21
Speaker
dieses Thema, wie geht es dem Team so?
00:44:24
Speaker
Ich habe immer gemerkt, ich hatte echt das Glück, auch in Unternehmen zu arbeiten, die eine ganz tolle Kultur hatten, wo ich dann auch erst verstanden habe, es ist auch echt irgendwo teuer, auch so eine Kultur aufzubauen.
00:44:36
Speaker
Das war immer sehr zukunftsorientiert, bis es dann kritisch wurde, also bis es schwierig wurde.
00:44:42
Speaker
Dann sind die immer in sich wie so ein Kartenhaus zusammengefallen.
00:44:45
Speaker
Also teilweise sehr so New-Work-Ansätze und so, die total aktuell waren.
00:44:48
Speaker
Und dann, sobald es auch vor allen Dingen wirtschaftlich immer schwierig wurde, brach alles in sich zusammen.
00:44:53
Speaker
Und man hat gemerkt, dass das irgendwie alles dann doch nicht ganz zu Ende gedacht war.
00:44:58
Speaker
Und das ist für mich immer ein ganz wichtiger Ansatz, eben wirklich sicherzustellen, dass es, auch wenn es gerade alles gut läuft, wirklich allen auch gut geht.
00:45:07
Speaker
Genau.
00:45:08
Speaker
Lass mal kurz, bevor du da weiterzählst, eine kurze Schleife drehen, weil das finde ich spannend, diese Wahrnehmung, die du da gerade hattest.
00:45:16
Speaker
Weil ich verstanden habe, du hast die auch mehrfach erlebt.
00:45:19
Speaker
Was wäre denn dein Fazit daraus?
00:45:21
Speaker
Oder was hat denen vielleicht noch gefehlt?
00:45:23
Speaker
Wo haben die aus deiner Perspektive was anders gemacht, als du das heute in deinem Unternehmen versuchst?
00:45:29
Speaker
Oder wie verhindere ich das, dass das zusammenbricht?
00:45:31
Speaker
Mhm.
00:45:34
Speaker
Also, was ich mache, das ist sehr zeitaufwendig, aber ich habe das Gefühl, das ist schon richtig.
00:45:40
Speaker
Ich weiß auch nicht, wie lange man das machen kann.
00:45:42
Speaker
Ab einer bestimmten Größe geht es wahrscheinlich nicht mehr, aber ich habe wirklich ein monatliches Feedback mit allen Mitarbeitern.
00:45:47
Speaker
Eine halbe Stunde.
00:45:48
Speaker
Und das ist wirklich
00:45:50
Speaker
der Ort, wo alles losgelassen werden kann.
00:45:52
Speaker
Also da haben die Mitarbeitenden auch die Möglichkeit, auch mir mitzuteilen, wenn es irgendwie eins zu eins hat heraus.
00:45:57
Speaker
Genau, eins zu eins.
00:45:59
Speaker
Privat herausfordernd ist und wir haben zumindest aktuell die Lösung, die wir haben, aber ich glaube, da gibt es immer Verbesserungspotenzial, ist, dass wir so vier Leitfragen haben, die wirklich auch vorbereitet werden müssen, die im Grunde einmal den kompletten, ich glaube mal, so alles ein Rundumschlag sind, bei dem man gezwungen ist, wirklich auch ehrlich und kritisch drüber nachzudenken, was lief gut, was lief nicht gut.
00:46:20
Speaker
Wo kann ich als Geschäftsführer quasi was tun?
00:46:24
Speaker
Wo können wir als Unternehmen was tun?
00:46:26
Speaker
Und warum mache ich das?
00:46:28
Speaker
Weil meine Erkenntnis war eigentlich, dass in den Unternehmen, in denen ich gearbeitet habe, in denen wirklich eigentlich immer erstmal alles top war, vor allem als ich da angefangen habe,
00:46:37
Speaker
diese ehrliche Rückmeldung gefehlt hat.
00:46:39
Speaker
Das wurde immer erst eingeführt, als es dann schon sehr kritisch war, als das Boot am Sinken war.
00:46:43
Speaker
Dann fing es auf einmal an, jetzt machen wir mal Feedback-Gespräche und wie geht es dir eigentlich?
00:46:47
Speaker
Und dann war auf einmal die große Überraschung, dass da Leute gekündigt haben, weil die irgendwie schon innerlich viel früher gekündigt haben.
00:46:53
Speaker
Es gibt doch dieses Silent, wie heißt das?
00:46:56
Speaker
Dieses...
00:46:58
Speaker
Innere Kündigung.
00:46:59
Speaker
Genau, innere Kündigung, die ja meistens schon Monate vorher passiert.
00:47:02
Speaker
Und ehrlicherweise ist das eine große Angst von mir, weil wir natürlich als kleines Team sehr eng zusammenarbeiten und so.
00:47:07
Speaker
Und ich glaube, das wäre ein großer Schock für mich, wenn da jemand völlig unerwartet kündigt.
00:47:11
Speaker
Und ich glaube, ich habe diese Gespräche vor allen Dingen so eingeführt, dass ich auch...
00:47:15
Speaker
denen die Möglichkeit gebe, frühzeitig, wenn sie sagen, ey, so richtig, ich kann mich hier nicht mehr weiterentwickeln und ehrlicherweise schaue ich schon mal rechts und links, dann weiß ich das zumindest.
00:47:24
Speaker
Das wäre mir wichtig, weil ich glaube, so ein kleines Unternehmen hat echt Probleme, wenn da jemand irgendwie unerwartet rausgeht.
00:47:31
Speaker
Ich glaube, das ist so ein bisschen der Grund, warum ich diese Feedback-Calls habe, die auch sehr ernst nehme.
00:47:35
Speaker
Das sind auch Termine, die fallen nie aus, sondern die werden auch immer ordentlich verschoben.
00:47:40
Speaker
Plus, egal wie stressig es ist, ich nehme die halbe Stunde und am besten sogar vor Ort, wenn es irgendwie geht, dass man sich in die Augen schauen kann, dass man wirklich auch so dieses Zwischenmenschliche prüft.
00:47:49
Speaker
Ist wirklich alles in Ordnung.
00:47:51
Speaker
Weil man hat ja viele Tools auch jetzt als Geschäftsführer, Dinge zu ändern frühzeitig.
00:47:56
Speaker
Und genau, das Ziel ist ganz frühzeitig erste Herausforderungen zu sehen und die ganz früh schon anzugehen.
00:48:03
Speaker
Weil ich habe immer gemerkt, dass in allen Unternehmen das viel zu spät dann reagiert wurde.
00:48:07
Speaker
Und dann war das Kind schon in den Brunnen gefallen.
00:48:10
Speaker
Die Person hat innerlich schon lange gekündigt gehabt, hat vielleicht schon Bewerbungsgespräche geführt.
00:48:13
Speaker
Und das würde ich irgendwie gerne vermeiden.
00:48:16
Speaker
Finde ich mega.
00:48:17
Speaker
Ich packe in die Shownotes.
00:48:21
Speaker
Wir haben ein Tool, also wir machen das auch.
00:48:25
Speaker
Exakt der gleiche Hintergrund, Reflexionsdialog nennen wir das.
00:48:29
Speaker
Ja.
00:48:30
Speaker
Das klingt ja professioneller.
00:48:33
Speaker
Aber ist egal.
00:48:35
Speaker
Das ist genau das, was du beschreibst.
00:48:37
Speaker
Das Erste ist, du nimmst dir Zeit.
00:48:39
Speaker
Das Zweite ist, wir sind ein bisschen vorbereitet und wir haben einen Raum, in dem das stattfindet.
00:48:45
Speaker
Und das haben wir eben schon drüber gesprochen.
00:48:47
Speaker
Wenn die Zeit so verdichtet ist, dann habe ich ja keine Zeit.
00:48:52
Speaker
Und wenn ich remote arbeite oder viel weg bin, ich glaube, du bist ja auch viel unterwegs,
00:48:58
Speaker
Also dann gibt es halt auch diesen Moment in der Mittagspause nicht.
00:49:02
Speaker
Oder an der Kaffeemaschine.
00:49:05
Speaker
Dann muss ich den ja irgendwie künstlich herbeiführen oder anders schaffen.
00:49:09
Speaker
Das ist, finde ich, eine großartige Möglichkeit.
00:49:14
Speaker
Also ich glaube, um deine Vorstellung
00:49:16
Speaker
Also war ja eine halbe Frage irgendwie, wie lange du das aufrechterhalten kannst.
00:49:20
Speaker
Natürlich kannst du das irgendwann nicht mehr aufrechterhalten, wenn du jetzt 20, 30, 40 Leute hättest.
00:49:27
Speaker
Aber ich glaube, Kultur wäre dann
00:49:29
Speaker
dass deine Führungskräfte, die du dann etablierst, dass die sozusagen diese Aufgabe übernehmen.
00:49:35
Speaker
Das wäre dann deine Aufgabe, würde ich sagen, als Geschäftsführer zu sorgen, dass die Teamleitung Development genau den Fokus, wie du, auf diesem Punkt hast, wenn das Teil eurer Unternehmenskultur ist.
00:49:49
Speaker
Ich glaube, an der Stelle kippt es dann manchmal in großen Organisationen, dass HR vielleicht noch diesen Blick hat,
00:49:57
Speaker
aber vielleicht schon mal nicht mehr der Geschäftsführer und dann auch erst recht nicht viele Führungskräfte auf den unterschiedlichen Ebenen.
00:50:04
Speaker
Der eine schon, der andere ein bisschen, der andere gar nicht.
00:50:07
Speaker
Dann ist das ein Altersthema, ein Generationenthema.
00:50:11
Speaker
Also wenn du vermutlich an deine Eltern, an meine Eltern denkst, dann sind die halt anders aufgewachsen.
00:50:18
Speaker
Wir spielen noch ein Meeting, müssen auch mal arbeiten.
00:50:23
Speaker
Als ob das keine Arbeit wäre, was wir sagen.
00:50:25
Speaker
Ja, total.
00:50:28
Speaker
Das finde ich mega.
00:50:29
Speaker
Packe ich in die Shownotes.
00:50:31
Speaker
Kannst du ja auch vielleicht nochmal einen Blick drauf werfen.
00:50:37
Speaker
Okay, also kommen wir wieder zurück.
00:50:39
Speaker
Fand ich cool.
00:50:41
Speaker
Und dann, genau, wie organisiert ihr das in eurem Alltag?
00:50:45
Speaker
Du warst, glaube ich, stehen geblieben bei dem morgendlichen Check-in.
00:50:49
Speaker
Da musste ich ein bisschen lächeln, weil das auch etwas ist, was ich Führungskräften immer empfehle.
00:50:55
Speaker
So ein Daily Stand-up nenne ich das.
00:50:58
Speaker
Also ankommen, einchecken,
00:51:02
Speaker
Wir sind alle da, auch emotional.
00:51:06
Speaker
Und dann idealerweise halte ich mir hinterher als Führungskraft, machen auch viele von denen, mit denen ich zusammenarbeite, hinterher noch eine halbe Stunde frei, um dann nämlich direkt reagieren zu können.
00:51:17
Speaker
Okay, also
00:51:20
Speaker
Bei dem Check-In wäre auch noch eine Sache, die besonders ist bei uns, die vor allem immer Leute verwundert, die neu dazukommen.
00:51:26
Speaker
Es ist so, dass wir anfänglich, hatte ich ja vorhin gesagt, relativ schwer hatten.
00:51:30
Speaker
Also es war keine leichte Zeit.
00:51:33
Speaker
Ich habe das schon immer Vollzeit gemacht und das hat mein Leben finanziert, indem ich am Wochenende, am Abend noch andere Jobs gemacht habe.
00:51:39
Speaker
Das heißt aber so, aber
00:51:41
Speaker
Es war halt immer keine leichte Zeit und deswegen habe ich angefangen zu überlegen, okay, also einem geht es dann ja selber auch nicht so gut, wenn man an einem Projekt arbeitet, was einfach nicht vorangeht, aber man will es so unbedingt.
00:51:51
Speaker
Dass ich angefangen habe, so ein bisschen dieses, habe mich beschäftigt, okay, wie kann man so ein positives Mindset entwickeln, also einfach positiv an die Dinge rangehen.
00:51:59
Speaker
Zum einen habe ich gemerkt, okay, alle Aufgaben, vor denen ich irgendwie so ein bisschen Respekt hatte, das war auch mit so einer Schulleitung reden, ehrlicherweise, aber noch schlimmer mit der Schulverwaltung.
00:52:06
Speaker
Da hatte ich richtig Angst vor, weil die halt so negativ sind und einen so runterziehen und sowieso eigentlich im ersten Satz sagen, das wird alles nichts, das können sie vergessen.
00:52:14
Speaker
Dass ich angefangen habe zu sagen, nee, ich versuche das umzudrehen und ich versuche da jetzt richtig Spaß dran zu haben.
00:52:19
Speaker
Ich gehe da rein, ich habe da eine gute Laune und ich gehe da erst wieder raus, wenn ich die angesteckt habe damit.
00:52:23
Speaker
Und ich würde sagen, das ist mir mittlerweile auch gelungen.
00:52:25
Speaker
Also wir sind in allen Bundesländern auf teilweise Landesebene in Kontakt und haben da auch wirklich echte Fans gewonnen, bis hin zur Bildungsministerin von NRW.
00:52:36
Speaker
Und zum anderen ist es so, dadurch, dass ich diese harte Zeit hinter mir habe, habe ich angefangen zu sagen, okay, jeden Morgen, wenn wir in den Check-In kommen, muss jeder Mitarbeiter, das ist so ein bisschen, also es klingt ein bisschen nach Guru, aber soll es auch gar nicht sein, ich bin gar nicht so spirituell, muss eine gute Sache sagen.
00:52:50
Speaker
Und das kann wirklich sein, ich habe heute Morgen einfach einen wahnsinnig tollen Kaffee schon gehabt, bis hin, dass man wirklich von Arbeit sagt, ey, ich hatte gestern so ein cooles Meeting oder so, ich bin gestern Abend hatte noch, keine Ahnung, das kann privat oder beruflich sein, aber es ist verpflichtend.
00:53:05
Speaker
Und jeden Montag muss man zusätzlich noch einmal eine Sache sagen, auf die man stolz ist.
00:53:10
Speaker
Aber das ist auch etwas, das habe ich erst gelernt, dass Wertschätzung und was wir hier machen und leisten, es ist schon einiges passiert.
00:53:17
Speaker
Aber das sind so zwei ganz wichtige Elemente von uns, dieses positive Mindset morgens zu haben, egal wie zerknirscht man manchmal morgens aufwacht in diesem Call und da machen sich die Leute jetzt auch schon Gedanken.
00:53:28
Speaker
Also die fangen ab 7, ab 8 so an zu überlegen, was sage ich denn heute Morgen?
00:53:32
Speaker
Das ist eine schöne Sache.
00:53:33
Speaker
Und allein sich damit zu beschäftigen, ist glaube ich schon mal so ein grundpositiver Spirit, der da gesetzt wird.
00:53:39
Speaker
Sie ist schon wieder weg, aber ich hatte eben Gänsehaut.
00:53:44
Speaker
Und zwar, also
00:53:47
Speaker
Es werden jetzt einige der ZuhörerInnen wahrscheinlich auch geschmunzelt haben, weil das tatsächlich etwas ist, was einzelne Führungskräfte auch genau so eingeführt haben, mit denen ich zusammenarbeite.
00:54:01
Speaker
Wir machen das nicht ganz so konsequent bei mir im Team, weil wir halt ausschließlich remote arbeiten, sind auch ein paar Teilzeitkräfte dabei.
00:54:08
Speaker
Aber wir haben zu dem Zweck sozusagen unser Weg, wir nutzen Streamer als Ausgangspattform.
00:54:16
Speaker
und haben dort eine Gruppe Erfolge gemeinsam feiern, nennen wir die.
00:54:22
Speaker
Und da ist sozusagen jeder eingeladen, immer wieder genau das, also irgendwas Positives, was er erlebt hat, was er fürs Unternehmen beigetragen hat, wo er sich cool gefühlt hat, das im Prinzip einzubringen.
00:54:39
Speaker
Und das ist so, ich war mal auf so einer Märchentour,
00:54:45
Speaker
hier bei uns in Lüneburg.
00:54:46
Speaker
Und da haben die so ein Märchen erzählt.
00:54:49
Speaker
Und das finde ich ein ganz schönes Bild dafür, dass so ein Mädchen den Tipp bekommen hat, ich glaube von ihrem Vater,
00:54:59
Speaker
also am Morgen eine Handvoll Bohnen in die linke Tasche zu stecken und immer, wenn sie tagsüber was Schönes für sich erlebt, eine Bohnen in die rechte Tasche.
00:55:08
Speaker
Und abends dann in die rechte Tasche zu fassen und zu überlegen, wie war mein Tag.
00:55:14
Speaker
Das war schöner erzählt jetzt, aber das war die Story.
00:55:18
Speaker
Und sie hat dann gesagt,
00:55:19
Speaker
Sie ist nie abends ins Bett gegangen, ohne auch mindestens nur eine Bohne in der Hand zu haben.
00:55:25
Speaker
Häufig waren es viel mehr.
00:55:27
Speaker
Und das ist so der Aufhänge.
00:55:30
Speaker
Ich habe das mit meinem Sohn tatsächlich mal ein paar Jahre gemacht, dass wir so ein Schöneling gemacht haben.
00:55:34
Speaker
Ja.
00:55:35
Speaker
Abends, als er noch ganz klein war und dann haben wir aufgeschrieben, was habe ich heute Tolles erlebt.
00:55:40
Speaker
Und mit meinem Team mache ich das auch und wir nennen das dann auch die Bohne des Tages tatsächlich, in Anlehnung an die Geschichte.
00:55:48
Speaker
Also auch das wieder so als Remote Team quasi, da kann ich das vielleicht nicht so konsequent machen wie ihr jetzt.
00:55:55
Speaker
aber dann meinen Weg zu suchen, weil der Gedanke dahinter ist ja großartig von dir.
00:56:00
Speaker
Du hast das jetzt auf positivem Mindset fokussiert.
00:56:03
Speaker
Ich würde sagen, der andere Punkt ist ja auch, manchen Menschen fällt es ja tatsächlich schwer, auch zu sehen, was war denn jetzt mein positiver Beitrag hier?
00:56:12
Speaker
Ja, ja, ja.
00:56:13
Speaker
Ja, total.
00:56:13
Speaker
Bei dir jeden Tag, weil ansonsten würdet ihr ja nicht da stehen, wo ihr steht.
00:56:17
Speaker
Ja, ja, genau.
00:56:19
Speaker
Und das ist witzig, also
00:56:20
Speaker
Was du meinst, diesen Channel, wo du da immer die Sachen reinpostet, die positiven, den haben wir auch mittlerweile aufgebaut, weil auch da haben wir mitbekommen, also ich darf ja sehr viel auch mittlerweile auf Veranstaltungen sein und das Feedback ist einfach enorm.
00:56:32
Speaker
So, ob es eine Schulleitung ist, die wirklich fast mich umarmt und sagt, ey, sowas wollte ich schon so lange haben, jetzt macht ihr es endlich, bis hin auch zu den einzelnen Live-Digern, was du vorhin auch meintest, die auch völlig beseelt aus den Schulen rausgehen.
00:56:43
Speaker
kriegt halt immer nicht jeder mit, wie das Feedback da ist.
00:56:47
Speaker
Deswegen haben wir da auch gesagt, vor allem für unsere Developer, die das auch immer wieder sagen, wir programmieren ja den ganzen Tag, die sind zwar auch saufroh, endlich mal an einer Software zu arbeiten, die irgendwie einen Impact kreiert, aber natürlich dieses positive Feedback kriegen sie nie mit.
00:56:58
Speaker
Das heißt, da screenshotten wir das auch rein oder schreiben eine kurze Nachricht, dass wirklich alle im Team sehen, hey, das ist ja, also der einzige Grund, warum ich gelobt werde auf einer Veranstaltung, ist die Teamleistung und nicht meine.
00:57:08
Speaker
Klar, ich hatte mal die Idee, aber die bringt dir auch nichts.
00:57:10
Speaker
Die Umsetzung ist am Ende durch das Team möglich geworden und das muss natürlich gemeinsam gefeiert werden.
00:57:15
Speaker
Na geil, cool.
00:57:16
Speaker
Schöne Idee.
00:57:18
Speaker
Also, Check-in, da sind wir.
00:57:21
Speaker
Genau, mit dem Check-in.
00:57:22
Speaker
Das ist jetzt auch nicht zu sehr in die Länge zu ziehen, aber es ist so, dass wir einmal in der Woche dann quasi uns über unser Jira-Board drüber lehnen quasi und dann wirklich, wir haben da so verschiedene Reihen, also es geht um die konkreten To-Dos, es gibt so einen Backlog.
00:57:37
Speaker
Und dann glaube ich noch ongoing.
00:57:38
Speaker
Das heißt, da gucken wir einmal als operativ, also wir sind aufgeteilt in operatives und ein Software-Team.
00:57:43
Speaker
Die sind getrennt voneinander, weil wir natürlich im operativ nochmal ganz andere Aufgaben haben.
00:57:48
Speaker
Und das Software-Team wirklich auch in diesen Sprints arbeitet nochmal mehr als das operative Team.
00:57:53
Speaker
Genau, und im operativen Team gucken wir einmal die Woche rein.
00:57:55
Speaker
Alle drei Wochen haben wir so einen gemeinsamen Check-In, wo wir auch quasi das gesamte Development von unserer Software besprochen wird, wo auch das Tech-Team aufzeigt, woran arbeiten sie gerade, was sind die nächsten Schritte.
00:58:10
Speaker
Da hat man dann theoretisch als operatives Team auch die Möglichkeit zum einen zu verstehen, das ist ja auch immer ganz wichtig, selbst wenn wir ein kleines Team sind, ist es immer wichtig zu verstehen, woran arbeiten die gerade und warum arbeiten die daran.
00:58:21
Speaker
Und genauso ist es die Möglichkeit, für das operative Team auch Einwände irgendwie einzubringen, wenn sie sagen, hey, wir haben jetzt in den letzten Wochen gemerkt, da muss nochmal irgendwie eine kleine Veränderung rein oder so.
00:58:31
Speaker
Das heißt, auch da versuchen wir, den Austausch irgendwie zu schaffen und natürlich auch alle aktiv in diese Sprints mit reinzunehmen, dass sie wirklich verstehen, okay, was ist jetzt gerade der Hauptfokus?
00:58:41
Speaker
Und dann ist es natürlich so, dadurch, dass diese Tickets alle miteinander in einem Jira, in einer Anwendung quasi miteinander verbunden sind, dass wir dann ja wirklich sowas haben,
00:58:50
Speaker
Wie zum Beispiel, wenn jetzt das Tech-Team diese neue Seite in der App bauen will, braucht sie wahrscheinlich noch irgendwelche Visuals aus dem Marketingbereich.
00:58:57
Speaker
Und dann ist das miteinander connected und innerhalb von einer Timeline, das ist, ich sag mal, am Ende, das war nicht ganz leicht, das so aufzusetzen, dass es so wirklich flowt, aber mittlerweile ist es halt wirklich ein sehr, sehr logischer Prozess geworden.
00:59:08
Speaker
Ja.
00:59:09
Speaker
Und ich kann quasi immer von meiner Seite sagen, hier, guck mal, ein neuer Förderpartner, wir haben jetzt irgendwie nochmal eine Förderung für eine Region bekommen und das muss jetzt passieren.
00:59:16
Speaker
Und dann kann ich quasi direkt auch die Aufgaben allen zuweisen und die wissen genau, wann sie was zu tun haben.
00:59:21
Speaker
Okay.
00:59:22
Speaker
Und dann hast du noch ein weiteres Format, hast du gesagt, sind diese Feedback-Gespräche alle vier Wochen, one-to-one,
00:59:30
Speaker
Ja.
00:59:31
Speaker
Und macht ihr noch was, ich sag mal, im Gesamtteam irgendwie, wo ihr euch trefft?
00:59:37
Speaker
Das sind jetzt operative Meetings.
00:59:39
Speaker
Habt ihr da noch irgendwas?
00:59:41
Speaker
Genau, also was wir bisher, also einmal im Jahr versuchen wir eine Workation zu machen.
00:59:47
Speaker
Das ist nochmal wichtig.
00:59:48
Speaker
Und da heben wir uns dann die größeren Sachen auf.
00:59:50
Speaker
Also so richtig, dass wir auch mal Workshops machen für Team und Kultur.
00:59:55
Speaker
Um das irgendwie noch weiter auszubauen, das ist etwas, das sage ich immer schon bei den Bewerbungsgesprächen, dass ich halt in meinem Leben schon ganz unterschiedliche Kulturen mitbekommen habe, also vom Corporate bis hin zur kleinen Beratung, die alles Mögliche gemacht haben und dadurch eigentlich sehr inspiriert bin.
01:00:10
Speaker
Aber auch da noch nicht die eine Lösung gefunden habe, was eine gute Kultur ist.
01:00:15
Speaker
Und auf der anderen Seite habe ich wirklich in den letzten Jahren festgestellt, also höchsten Respekt für alle, vor allem Startups, die so eine krasse Unternehmenskultur haben, weil das ja einfach wirklich am Ende kostet.
01:00:24
Speaker
Also die zeitliche Komponente und wenn du da noch irgendwie jemanden einstellst, der nur Kultur macht, da habe ich, also denke ich mal, krass, dass das so läuft bei euch.
01:00:31
Speaker
Dass man sich erstmal leisten kann, eine gute Kultur.
01:00:34
Speaker
So und deswegen rufe ich dann immer so ein bisschen natürlich auch so als Trick auf und sage, ey, lasst uns die gemeinsam gestalten.
01:00:41
Speaker
Und das ist wirklich von der Werkstudentin, die genauso ihren Input geben darf, bis hin, ja, dass ich meine Ideen da habe.
01:00:48
Speaker
Bei uns haben wir immer so den Ansatz, die beste Idee gewinnt.
01:00:50
Speaker
Das ist der Hauptansatz.
01:00:52
Speaker
Also es gibt im Grunde, jede Idee muss gehört werden und die beste gewinnt, egal von wem sie kommt.
01:00:57
Speaker
Also selbst wenn sie von außen kommt, kann sie immer noch meine Idee schlagen, weil wenn es die bessere ist, let's go.
01:01:03
Speaker
Und das ist auch beim Thema Kultur.
01:01:05
Speaker
Also das versuche ich so zu etablieren, dass ich sage, ey guck mal, wir alle, die hier sind, also wir sind ein relativ junges Team, das heißt die Arbeitserfahrungen sind ganz unterschiedlich.
01:01:12
Speaker
Für manche ist das der erste Job.
01:01:13
Speaker
Die haben natürlich jetzt nochmal ganz andere Ansätze.
01:01:16
Speaker
Die haben manchmal sehr theoretische aus der Uni, so wie Kultur aufgebaut werden könnte, wo ich immer denke, hm, ja, ja.
01:01:21
Speaker
Da merkt man, das kommt halt aus der Uni und andere haben wieder schon auch Dinge erlebt, haben auch mal irgendwie Pleitewellen erlebt mit ihren Unternehmen und so und wissen halt auch, wie es laufen kann.
01:01:29
Speaker
Und deswegen versuche ich so ein bisschen das Beste von allen rauszuziehen und zu sagen, was ist eine Kultur, wo habt ihr was erlebt, was gut war?
01:01:36
Speaker
Habt ihr irgendwelche Formate erlebt, die cool sind?
01:01:38
Speaker
Und dann sage ich immer, lasst uns das auch wieder durch und bei durch und einfach mal ausprobieren und wenn wir merken, das funktioniert für uns, dann machen wir das weiter und wenn nicht, dann nicht.
01:01:48
Speaker
Vielleicht auch für dich, letztes Jahr, vor einem Jahr ungefähr, habe ich mit Norbert Christelbauer von der Elobau, ein Unternehmen aus Süddeutschland, habe ich einen Podcast gehabt.
01:01:58
Speaker
Und da ging es auch um das Thema Kultur in schwierigen Zeiten, weil die sozusagen Maschinenbauer und
01:02:05
Speaker
oder ein Produktionsunternehmen und da war es damals schon deutlich an schwierig und ein Thema war auch, kann ich mich erinnern, dass wir darüber gesprochen haben.
01:02:13
Speaker
Vielleicht ist das nochmal ein Puls für dich sozusagen.
01:02:18
Speaker
Okay, cool.
01:02:19
Speaker
Also machen wir auf.
01:02:20
Speaker
Wir nennen das TeamSync und machen wir einmal im Jahr
01:02:28
Speaker
Genau wie ihr, wir haben noch so ein Joe Fix, weil wir ja nur remote arbeiten.
01:02:34
Speaker
Also diese Momente, die ihr ja im Büro habt, die haben wir gar nicht.
01:02:37
Speaker
Und dann machen wir alle sechs Wochen in der Regel auch hier in der VR.
01:02:44
Speaker
haben wir ein eigenes Büro und da treffen wir uns dann und arbeiten da zusammen.
01:02:50
Speaker
Also eher an uns, würde ich sagen.
01:02:52
Speaker
Das ist so der Fokus.
01:02:53
Speaker
Es gibt dann auch Kulturthemen.
01:02:55
Speaker
Also wir hatten letztens mal, weil uns allen das sehr wichtig ist, so Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, also sozusagen gegen Rechtsaußen und das dann zu diskutieren.
01:03:07
Speaker
Wir haben auch mehrere Nationalitäten bei uns im Team.
01:03:10
Speaker
Also da gibt es dann nochmal eine andere Perspektive auch von denen, wie die das so erleben als Deutsche, die aber dann nicht typisch deutschen Namen haben.
01:03:23
Speaker
Ich weiß gar nicht, wie man das politisch korrekt sagt.
01:03:25
Speaker
Und wie fühlen die sich eigentlich, wenn die da sehen, dass da in Sachsen-Anhalt 50 Prozent rechts fehlen.
01:03:34
Speaker
So und das sind dann so Themen, die wir da besprechen.
01:03:36
Speaker
Ja.
01:03:37
Speaker
Du, cool.
01:03:40
Speaker
Blick auf die Zeit.
01:03:41
Speaker
Eine Stunde ist schon überschritten.
01:03:43
Speaker
Ich finde das mega spannend, mit dir zu quatschen.
01:03:47
Speaker
Ist vielleicht auch nochmal Potenzial für einen zweiten Teil, weil du wirst ja unendlich viele Erfahrungen die nächsten Jahre machen.
01:03:55
Speaker
So wie in so einem Reagenzglas, so ganz konzentriert.
01:04:00
Speaker
Ich habe eine letzte Frage, die ich dir gerne stellen möchte.
01:04:04
Speaker
Und zwar
01:04:05
Speaker
Welche Pressemeldung würdest du gern von dir oder von Live Teach Us oder vielleicht auch über dein Bildungsthema in den nächsten zwölf Monaten lesen wollen?
01:04:15
Speaker
Oh, zwölf Monate, okay.
01:04:21
Speaker
Okay, also wenn es zwölf Monate sind, wir sind jetzt gerade dabei in NRW, das, was wir machen, quasi vom Ausfall loszulösen und wirklich systemisch zu denken.
01:04:31
Speaker
Das heißt, wie ich vorhin schon meinte, die Bildungsministerin, die ein großer Fan unserer Arbeit ist, hat im Grunde das zum erklärten Ziel gemacht, dass Live-Teacher auch standardmäßig eingesetzt werden sollen im Schulalltag.
01:04:44
Speaker
Das heißt, jetzt mal ganz in der Praxis gedacht, du hast die MINT-Fächer Mathe, Physik, Chemie.
01:04:49
Speaker
faukst jetzt irgendwie fünf Stunden Theorie durch und alle irgendwie schon total genervt am Limit, keiner hat mehr irgendwie Bock auf die nächste Theoriestunde und dann sagst du als Lehrkraft, gut, jetzt sechste Stunde, jetzt holen wir uns mal jemanden von außen dazu, jemand, der in den Bereichen arbeitet und dem Ganzen mal ein Gesicht gibt, ein bisschen praktisch.
01:05:08
Speaker
Und das quasi gar nicht jetzt an den Unterrichtsausfall gekoppelt, sondern wirklich komplett
01:05:15
Speaker
als mitgedacht für den Schulalltag.
01:05:18
Speaker
Und das ist ja so ein bisschen Bildung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, wird nur funktionieren, wenn wir wirklich Schule öffnen und das, was wir jetzt machen, eben auch systemisch mitdenken.
01:05:26
Speaker
Das heißt, zukünftig wirklich die Schule genau so wird, dass Lehrkräfte eben
01:05:32
Speaker
unsere Live-Teacher auch so dazu buchen, um ihren Fachunterricht zu ergänzen, um neuen Input zu geben, aber eben auch an Projekttagen.
01:05:40
Speaker
So, das Ganze werden wir jetzt mit NRW weiter austesten, weiter ausbauen, auch unsere Software dahingehend nochmal anpassen.
01:05:48
Speaker
Und ich hoffe, dass wir in den nächsten zwölf Monaten natürlich die Pressemeldung haben.
01:05:51
Speaker
Live-Teachers wird jetzt NRW-weit ausgerollt und wird zukünftig Standard an jeder Schule sein.
01:05:56
Speaker
Perfekt.
01:05:57
Speaker
Wir halten die Augen offen.
01:05:59
Speaker
Du bist auch eingeladen, wenn du die siehst.
01:06:01
Speaker
Du wirst sie ja viel aufmerksamer wahrscheinlich verfolgen oder viel fokussierter als ich.
01:06:06
Speaker
Das kann dann die uns verschicken.
01:06:08
Speaker
Das wäre total spannend.
01:06:10
Speaker
Ludwig, ich danke dir für deine Zeit, für deine Insights.
01:06:15
Speaker
Sehr, sehr cool und vor allen Dingen auch für das Engagement hier in Deutschland.
01:06:22
Speaker
Ich danke auch.
01:06:22
Speaker
Vielen, vielen Dank.
01:06:26
Speaker
Das war eine neue Folge von Führen mit Herz und Verstand.
01:06:30
Speaker
Toll, dass du dabei warst und dir die Zeit genommen hast.
01:06:33
Speaker
Wenn es dir gefallen hat, hinterlass mir doch bitte direkt jetzt eine positive Bewertung.
01:06:38
Speaker
Ich wünsche dir eine tolle Zeit und gutes Gelegen bei dem, was auf dich wartet.