Zencastr
00:00:00
00:00:01
Speed1x
Format▸
Share
Embed
Report

#71 Vertrauen | Loslassen | Zukunftsbilder – Interview mit Christian Pukelsheim

Führen mit Herz & Verstand
Führen mit Herz & Verstand

218 plays · Feb 22, 2026

Transcript

Speaker: Weil, wie gesagt, wir waren voll in der Pandemie drin und der Captain geht von Bord.

Speaker: Also dieser Eindruck konnte entstehen.

Speaker: Also wenn du uns vertraust, dann schaffen wir das.

Speaker: Das war ein bewegender Moment und viele sind ja auch heute noch da, die damals da waren.

Speaker: Und das ist auch ein Moment, der bleibt.

Speaker: Und wenn ich etwas bekomme und etwas übernehme,

Speaker: dann bringt es nichts, wenn der andere noch festhält, weil da kann ich's nicht übernehmen.

Speaker: Gute Führung zeigt sich nicht im Organigramm, sondern im Miteinander, Tag für Tag.

Speaker: Studien zeigen, wenn MitarbeiterInnen sich gesehen und wertgeschätzt fühlen, steigt die Produktivität um bis zu 20 Prozent.

Speaker: Doch wie gelingt das inmitten von Druck, Dynamik und Dauerstress?

Speaker: In Führen mit Herz und Verstand spreche ich mit Menschen, die Verantwortung anders leben.

Speaker: Du bekommst praxisnahe Werkzeuge für eine menschen- und sinnorientierte Führung.

Speaker: Und echte Geschichten von Führungspersönlichkeiten, bei denen innere Haltung den Unterschied macht.

Speaker: Ich bin Norben Ulbricht, schön, dass du da bist.

Speaker: Heute darf ich euch einen ganz besonderen und wunderbaren Gast ankündigen.

Speaker: Wer ihn kennenlernt, spürt sofort, für ihn bedeutet Führung mehr, als nur den Kurs vorzugeben.

Speaker: Es geht um Vertrauen in die Crew, um klare Absprachen und darum, auch in stürmischen Zeiten Ruhe zu bewahren.

Speaker: Er führt seit 2013 in vierter Generation das traditionsreiche Scherenunternehmen Robuso in Solingen und hat dort einen Kulturwandel angestoßen.

Speaker: Hin zu Eigenverantwortung, Mut und schlanken Prozessen.

Speaker: Er übernahm weitere Scherenhersteller,

Speaker: die er in eine gemeinsame Unternehmenskultur integrierte.

Speaker: Und dann wagte er etwas, das nur wenige tun.

Speaker: Er ließ sein Unternehmen ein Jahr lang allein und ging mit seiner Familie auf große Fahrt über den Atlantik segeln.

Speaker: Dort sammelt er Erfahrungen, die ihn bis heute prägen.

Speaker: Mich beeindruckt besonders, wie er Unternehmertum, Abenteuerlust und Menschlichkeit zu einer klaren Botschaft verbindet.

Speaker: Zukunft wird aus Mut gemacht.

Speaker: Und damit sage ich herzlich willkommen beim Podcast.

Speaker: Ich freue mich riesig, dass du heute hier bist.

Speaker: Christian Puckelsheim.

Speaker: Ja, lieber Norman, herzlichen Dank für die Einladung und ich freue mich mit dir gleich bei der ein oder anderen Ecke tiefer einzusteigen.

Speaker: Ich mich auch total.

Speaker: Wir haben uns kennengelernt, Christian, auf der Konferenz Work in Progress in Düsseldorf.

Speaker: Und ich kann mich noch gut daran erinnern, wie du in deiner roten kurzen Hose vorne standst und über deine Abenteuer erzählt hast.

Speaker: Und mal gucken, ich habe den Cliffhanger jetzt gesetzt.

Speaker: Mal gucken, ob wir den heute noch auflösen.

Speaker: Christian, stell dir mal vor, wir sind mit dir gemeinsam an Bord.

Speaker: Der Lady Blue, so hieß euer Schiff oder heißt es wahrscheinlich immer noch.

Speaker: Es ist Frühjahrmorgen.

Speaker: Lotta, deine Tochter, ruft Schnee.

Speaker: Die Sonne geht gleich auf.

Speaker: Was ist dir in so einem Moment, wenn du den so ähnlich erlebt hast, was ist dir damals auf dem Schiff durch den Kopf gegangen?

Speaker: Fernab von Unternehmen, anderen Menschen, irgendwie mitten auf dem Wasser.

Speaker: Ja, also ich habe dieses Szenario tatsächlich erlebt.

Speaker: Da waren wir in der Karibik und Lotta.

Speaker: War damals acht Jahre und hatte zum Geburtstag ihre erste Kamera geschenkt bekommen, kurz vor der Reise.

Speaker: Und hat natürlich eine Leidenschaft entwickelt, in sehr schneller Zeit irgendwie tolle Momente einzufangen.

Speaker: Und natürlich, wenn man in der Karibik segeln geht, sind Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge schon was echt Besonderes, weil sie sind anders, als wir sie hier in Deutschland erleben.

Speaker: Sie gehen halt über einem Horizont auf, der glatt ist, der eine Linie ist.

Speaker: Und so war das, also die Kinder morgens aus dem Bett mit Wecker, das gab es bei uns sowieso nicht, weil man steht auf, wenn die Sonne aufgeht und eigentlich klassischerweise geht man auch ins Bett, wenn die Sonne untergeht.

Speaker: Leben im Einklang mit der Natur.

Speaker: Und wenn du dann geweckt wirst, weil dein Kind diesen freudigen Ruf übers Schiff posaunt, Papa, Mama, die Sonne geht auf und dann schon vorne am Bug des Schiffes steht und guckt,

Speaker: wie sie das jetzt gut mit der Kamera einfangen kann.

Speaker: Also in der Rolle, Papa hüpft da dein Herz.

Speaker: Und das sind Momente, Norman, die bleiben.

Speaker: Also die bleiben den Kindern und die bleiben den Eltern.

Speaker: Und dann ist das schon, also das beherrschende Gefühl ist dann schon wirklich, also Dankbarkeit für diesen Moment.

Speaker: Also weil es machen wenige und dafür gibt es auch viele Gründe,

Speaker: Wir haben es gemacht, wir hatten den Mut, wir hatten die Umgebung, dass das möglich war.

Speaker: Und in jungen Jahren, wenn die Kinder noch jung sind, sowas erleben zu dürfen,

Speaker: Das ist einfach wunderbar.

Speaker: Hört sich so an, ja.

Speaker: Ich habe gerade daran gedacht, wo du das so erzählt hast, ich war auch mal in der Karibik, allerdings nicht ganz so klein und schön wie du oder wie ihr das erlebt habt.

Speaker: Also wäre heute so aus...

Speaker: Aus Nachhaltigkeitsgründen würde ich das nicht mehr machen mit so einem Kreuzfahrtschiff da durch die Karibik.

Speaker: Aber damals war es so.

Speaker: Aber das ist natürlich anders mit 3000 Menschen den Sonnenaufgang zu sehen oder wenn ihr das da in eurer Kleinfamilie macht.

Speaker: Hört sich echt cool an.

Speaker: Was ich einen spannenden Gedanken von dir gerade fand, war dieser Punkt im Einklang mit der Natur.

Speaker: Also aufwachen, wenn es hell wird, schlafen, wenn es dunkel wird.

Speaker: Das ist ja was, was uns im Grunde völlig abhandengekommen ist in unserer heutigen Welt, in der wir leben.

Speaker: Ja, das ist so.

Speaker: Also hat natürlich, finde ich, für mich erstmal die zwei Gründe.

Speaker: Die Karibik, dadurch, dass sie etwas näher am

Speaker: Äquator liegt, hat sehr stabile Sonnenaufgangs- und Sonnenuntergangszeiten, was wir hier aus Deutschland ja begrüßen.

Speaker: Deswegen ist es so ein Sehnsuchtsziel für uns.

Speaker: Es ist eigentlich immer gleichbleibend schön da, gleichbleibend warm.

Speaker: Und die Sonne geht eigentlich jeden Tag so zwischen sechs und sieben auf und sie geht auch jeden Tag zwischen sechs und sieben unter.

Speaker: Und das strukturiert das Leben.

Speaker: der dortigen Menschen und unseres hat es auch strukturiert.

Speaker: Und wir waren auf dem Schiff unterwegs, wie du schon gesagt hast, der Lady Blue.

Speaker: Und wir haben immer draußen gegessen.

Speaker: Also wir haben unseren Cockpit-Tisch dann aufgebaut und haben draußen gefrühstückt, draußen Mittag gegessen und draußen Abend gegessen.

Speaker: Und dann möchtest du natürlich lieber im Hellen essen.

Speaker: Ganz pragmatische Gründe hatte das.

Speaker: Und du lebst den ganzen Tag draußen, ganzen Tag Frischluft, ganzen Tag am und im Wasser.

Speaker: Und da hat jeder von uns seine 10 Stunden Schlaf gehabt.

Speaker: Also da gab es auch kein Weckerklingeln.

Speaker: Und dann ist der Körper irgendwann auch in diesem sehr natürlichen Rhythmus so irgendwann angekommen.

Speaker: Und das ist schon, das braucht ein bisschen, das geht nicht von heute auf morgen.

Speaker: Aber es ist schön, das auch wieder zu spüren, diesen Einklang.

Speaker: Das glaube ich, ja.

Speaker: Und das Schönste, also abgesehen von diesem Sonnenaufgang, ist schon diese, also wir haben dann so eine Familientradition entwickelt, die hat schon in Europa, in Portugal angefangen.

Speaker: Da war es noch ein bisschen hart, da haben es nur die Kinder gemacht.

Speaker: Und zwar tatsächlich aufstehen aus dem Schlafanzug in den

Speaker: Badeanzug und dann erstmal zwei Runden ums Schiff.

Speaker: Das war so das Familienmorgenritual.

Speaker: Meine Kiddies haben das auch durchgezogen im Atlantik in Spanien und Portugal.

Speaker: Der hatte halt 16 Grad.

Speaker: Das war dem Vater ein bisschen zu kalt.

Speaker: Aber in der Karibik hat das Wasser seine 26 Grad.

Speaker: Da hüpft jeder gern rein.

Speaker: Und tatsächlich einfach aufwachen, Energie haben,

Speaker: in die Badeklamotten rein und quasi vom Bett zum Sprung ins Wasser sieben Meter und dann erstmal rein ins warme Nass und ums Schiff schwimmen.

Speaker: Und klar, da gibt es natürlich in der Karibik auch Fleckchen, wo du halt dann bei ums Schiff schwimmen siehst du halt noch deine zwei Meeresschildkröten, die mit dir ums Schiff schwimmen.

Speaker: Das ist schon, das sind Momente, die bleiben im Kopf.

Speaker: Also die kann mir keiner mehr nehmen, die kann meinen Kindern keiner mehr nehmen.

Speaker: Das bleibt für immer und ewig.

Speaker: Das ist unser einzigartiges Segeljahr und das ist wirklich wunderschön.

Speaker: Wie kam es bei euch dazu?

Speaker: Also ich sage mal, in Urlaub zu fahren ist ja das eine, aber ein Jahr auch über den Atlantik seid ihr ja auch gefahren.

Speaker: Also das ist ja schon mehr als... Ja, also meine Frau kann segeln und zwar besser als ich.

Speaker: Die ist Segellehrerin, auch im Deutschen Segelverband und ich bin halt eher, sage ich mal, wirklich der Unternehmer, dieses Machergehen auch mit einer guten Prise Abenteuergehen drin,

Speaker: Und 2016, also wir sind 2021 losgesegelt im Sommer für ein Jahr.

Speaker: Fünf Jahre früher, 2016, ist mir ein Buch in die Hände gefallen.

Speaker: Ich lese tatsächlich sehr gerne und sehr viel.

Speaker: Und das hieß Sabbatical auf See von Leon Schulz, eine deutsch-schwedische Familie.

Speaker: Und diese Familie hat genau das gemacht.

Speaker: Die ist ein Jahr ausgestiegen, so gesehen aus dem normalen Leben.

Speaker: Und der hat darüber ein Buch geschrieben.

Speaker: Und da habe ich gemerkt, das hat mich gepackt, weil er hat genau diese Frage beleuchtet.

Speaker: Also sind wir jetzt anders?

Speaker: Sind wir intelligenter?

Speaker: Sind wir reicher?

Speaker: Was ist bei uns anders als bei den anderen?

Speaker: Und den einzigen Unterschied, den er entdeckt hat, war tatsächlich die Leidenschaft fürs Wasser, fürs Segeln und Mut.

Speaker: Wo ich mich dann schon gefragt habe, also Moment einmal, das habe ich auch.

Speaker: Und dann habe ich es einmal gelesen, zweimal gelesen, hat Julia gelesen und dann war der Gedanke da und der war da und der ging nicht mehr weg.

Speaker: Also ich habe dann auch Kontakt zum Leon aufgenommen.

Speaker: Wir sind inzwischen sehr gut befreundet und dann haben wir angefangen zu sagen, uns zu überlegen, was wäre, wenn das unser Traum wird.

Speaker: Und dann sind wir das erstmal ganz deutsch durchgegangen, Stärken, Schwächen, was ist das Risiko, so wie wir es halt auch alle hier manchmal so gelernt haben.

Speaker: Und haben festgestellt, das ist krass, wir glauben, wir können das.

Speaker: Und dann haben wir fünf Jahre uns vorbereitet.

Speaker: Fünf Jahre, wir haben die Familie vorbereitet, wir haben uns selber vorbereitet.

Speaker: Wir haben unser Umfeld Schritt für Schritt vorbereitet.

Speaker: Wir haben unsere Finanzen vorbereitet.

Speaker: Wir brauchten ein Schiff.

Speaker: Also da ging es dann alles auf dieses große Projekt und jeden Urlaub, den wir gemacht haben, alle großen Entscheidungen, die wir getroffen haben, Julia, meine Frau und ich, war immer die Frage, zahlt es auf unser Segel ja ein, ja oder nein?

Speaker: Und eines der

Speaker: Also abgesehen von Schiff und Geld und Umfeld und Beruf, was man da alles so ganz klassisch bedenken muss, war die große Frage, wie schaffen wir es, die Emotionen an unsere Kinder so weiterzugeben, dass sie sagen, wir haben Bock drauf, ein Jahr unsere Freunde nicht zu sehen.

Speaker: Weil das war uns schon klar, wenn unsere Kinder meutern, dann haben wir echt eine schwere Zeit.

Speaker: Das wäre für uns als Eltern, glaube ich, kaum aushaltbar gewesen.

Speaker: Und so sind wir ab dem Jahr 2016 jeden Sommer segeln gegangen, woanders, am Bodensee, in Holland, Mittelmeer.

Speaker: Und wir haben da die berühmte Strategie, die wir da für uns entwickelt haben, das Eisdielensegeln erfunden.

Speaker: Und zwar sind wir tatsächlich immer an jedem Hafen, an jedem Ankerplatz, wo wir waren,

Speaker: zu der nächstgelegenen Eisdiele und zum nächstgelegenen Spielplatz gegangen.

Speaker: Ja, das ist irgendwie auch Führung.

Speaker: Es ist grenzt an Manipulation.

Speaker: Kann man drüber streiten.

Speaker: Aber es war am Schluss so positiv besetzt, dass das wirklich nicht mehr im Weg stand.

Speaker: Witzig.

Speaker: Ich war mit meinem Sohn, da war der...

Speaker: 5 vielleicht, da war ich mal so ein Tagesausflug, wir waren Campen vor Venedig und da haben wir ein Tagesausflug nach Venedig gemacht.

Speaker: Und im Grunde, das war mir aber erst klar, als ich in Venedig war, ist das natürlich eine wirklich blöde Idee, weil so ein Städtetrip wie Venedig, wo du rumrennst und tolle Gebäude anguckst, ist für so einen Fünfjährigen natürlich also gar nichts.

Speaker: Das habe ich nicht bedacht.

Speaker: Und dann gab es aber, das erinnert mich an euren Eisdeal-Moment, dann hat er irgendwie am Hafen direkt beim Ausstieg so einen Mann gesehen, der hatte so einen Handventilator.

Speaker: Und jetzt wollte er den Handventilator haben.

Speaker: Und jetzt hat, das war Zufall, aber das war genial, jetzt hat dieser Mann uns quasi irgendwo hingeschickt.

Speaker: Jetzt sind wir da hingegangen, da hatten sie den nicht, die haben uns dann weitergeschickt.

Speaker: Das hat drei Stunden gedauert.

Speaker: Ich habe Venedig gesehen, also auch hinten Gässchen, Brücken, super cool.

Speaker: Mein Sohn war begeistert, weil er diesen Ventilator haben wollte.

Speaker: Und im letzten Laden hat er ihn tatsächlich nach zweieinhalb, drei Stunden, hat er ihn bekommen, den Ventilator.

Speaker: Und wir hatten einen großartigen Tag.

Speaker: Und so ein bisschen erinnert mich das an euren Eisdielen-Moment.

Speaker: Ja, absolut.

Speaker: Du musst halt die Menschen, also in dem Fall halt dein Kind oder dann meine Kinder, die

Speaker: halt schon auch wissen, was denen wichtig ist.

Speaker: Und wenn sie das bekommen, ist es viel einfacher.

Speaker: Da gibt es ja schon eine Menge Analogien.

Speaker: Du hast gesagt, 16, 5 Jahre Vorbereitung, 21 ging es los.

Speaker: Also gut, da hatten wir ja eh nicht so viel Kontakt zu anderen Menschen.

Speaker: Insofern war das ja ein glücklicher Zufall fast.

Speaker: Jetzt gab es ja irgendwann den Moment, wo du deiner Belegschaft, du hast ja knapp 20 Mitarbeitende,

Speaker: Wo du denen dann irgendwie gesagt hast, Männer und Frauen, ich gehe ein Jahr segeln.

Speaker: Wie ist das abgelaufen?

Speaker: Wie ist das bei dir abgelaufen?

Speaker: Wie ist das bei denen abgelaufen?

Speaker: Was ist da passiert?

Speaker: Also dieser Moment der Verkündigung war tatsächlich in der ganzen Vorbereitungszeit eigentlich der Moment, wo ich am meisten... Ja, ich glaube, Angst wäre schon das richtige Wort.

Speaker: Respekt wäre fast schon ein bisschen zu schön.

Speaker: Ich hatte schon Angst, weil, wie gesagt, wir waren voll in der Pandemie drin und der Käpt'n geht von Bord.

Speaker: Also dieser Eindruck konnte entstehen.

Speaker: Es war ja auch temporär so.

Speaker: Weil ich schon gedacht habe, das ist jetzt irgendwie saut doof.

Speaker: Und ich habe mich sehr lange damit beschäftigt, diese berühmte Frage, was ist der richtige Zeitpunkt?

Speaker: Also zu früh fand ich irgendwie doof, weil dann passieren einfach ganz viele Dinge, sowohl in der Realität als auch im Kopf.

Speaker: Zu spät, dann wird es zu sportlich.

Speaker: Also ich habe mich sehr lange damit beschäftigt, was der richtige Zeitpunkt ist.

Speaker: Und für mich und für dieses Projekt war es ungefähr ein Vierteljahre vorher.

Speaker: Und bis zu diesem Moment, also meine Frau und ich hatten gut dreieinhalb Jahre Zeit, uns selbst vorzubereiten,

Speaker: Dazu gehörte tatsächlich auch Haltung, weil diese berühmte Frage, die dann sehr oft kam, warum müsst ihr das machen?

Speaker: Und darauf in einer guten Haltung eine Antwort zu finden, war schon eine Aufgabe.

Speaker: Und so kam dann der Moment und ich hatte ihn, wie gesagt, anderthalb Jahre vorher so und ich nehme den Ball auf, Norman, also wir sind im Juli 2021 losgesegelt und wenn ich da 15 Monate davon abziehe,

Speaker: Pi mal Daumen, vielleicht sind es auch 16, lande ich im März 2020.

Speaker: So, darauf hatte ich mich vorbereitet, hatte zur Betriebsvollversammlung eingeladen, schon vier Wochen vorher.

Speaker: Und ich wollte einladen, ich hatte die Einladung fertig und dann hatte ich wieder irgendwie schlecht geschlafen.

Speaker: Dann hat mich doch wieder der Mut verlassen.

Speaker: Da habe ich gesagt, nee, komm, ich ziehe es durch.

Speaker: Wollte den Termin verkündigen und dann hat Deutschland seine Schulen zugemacht.

Speaker: Und das öffentliche Leben kam zum Erliegen.

Speaker: Und dann war die Angst stärker als die Hartnäckigkeit.

Speaker: Und ich habe alles abgeblasen, weil ich gedacht habe, wir steuern gerade auf eine Zeit zu, die hier keiner kennt, wo keiner irgendeine Erfahrung hat.

Speaker: Das kann ich nicht machen.

Speaker: Wenn jemand da sagt, der ist unverantwortlich, dann wäre meine Antwort, ja, irgendwie kann ich jetzt schwer erwidern.

Speaker: Nichtsdestotrotz, der Traum war da, die Vorbereitung war da und ich

Speaker: habe mich da auch gut eng begleiten lassen, weil ich die innere Stärke ja erst selber finden musste, habe den März-Termin so gesehen abgesagt und habe mich nochmal berappelt, habe es vier Wochen später im April dann durchgezogen, Betriebsvollversammlung, wir sind, hast du ja schon gesagt, wir sind Scherenhersteller, das heißt, wir haben eine Produktionshalle, das war dann irgendwie um 11 Uhr

Speaker: Mittags alle Hallentore waren auf, alle Menschen standen in der Halle, alle anderthalb Meter Abstand, alle die Maske vor, wie die damalige Regularium, haben wir alles schön brav erfüllt.

Speaker: Meine Frau ist auch mitgekommen als mentalen Support und ich habe dann meine siebenminütige Rede gehalten, die ich fünf Monate trainiert habe.

Speaker: Also ich habe noch nie eine Rede so lang Wort für Wort gefeilt und geprobt.

Speaker: Und ich habe wirklich Angst gehabt über die Reaktion, weil ich gedacht habe, okay, wie würde ich mich fühlen, wenn ich Mitarbeiter oder Mitarbeiterin bei mir selber wäre.

Speaker: Und ich war sehr emotional aufgeregt.

Speaker: in diesem Moment, weil es ging um unseren Familientraum und ich bin wirklich und ich war überzeugt und ich bin immer noch überzeugt, dass ich die richtigen Menschen zur richtigen Zeit in meinem Unternehmen habe und habe wirklich auch gesagt, ich weiß, dass ihr das könnt.

Speaker: Ihr braucht mich nicht.

Speaker: Wir haben jetzt noch ein, ein Vierteljahre Zeit, die Dinge zu trainieren, die Dinge klarzuziehen, die müssen und danach schafft ihr das.

Speaker: Also ich traue euch das zu.

Speaker: Und das war dieser Satz,

Speaker: in dieser oder ähnlicher Form hatte so viel Energie, dass als ich fertig war mit meinen sieben Minuten, haben die Menschen in meiner Halle applaudiert.

Speaker: Sie haben mich nicht geköpft, sie haben mich nicht gehängt.

Speaker: Und ein Mitarbeiter kam danach zu mir und hat gesagt, krass, das macht voll was mit ihm, er ist so stolz.

Speaker: dass wir diesen Mut haben, unseren Familientraum zu leben, dass wir diesen Mut haben, unsere Kinder ein Jahr aus der Schule zu nehmen und ihnen die Welt zu zeigen, die wir ihnen zeigen wollen und auch, dass die Mitarbeitenden das ohne Chef hinkriegen.

Speaker: Der hat schon gesagt, ja, das wird schwierig werden, aber wir schaffen das.

Speaker: Also wenn du uns vertraust, dann schaffen wir das.

Speaker: Das war

Speaker: Es war ein bewegender Moment und viele sind ja auch heute noch da, die damals da waren.

Speaker: Und es ist auch ein Moment, der bleibt.

Speaker: Das glaube ich.

Speaker: Ich habe so einen Haltungs-V, so die drei aus meiner Sicht wichtigsten Haltungen von Führungskräften.

Speaker: Hier unten ist Vertrauen, hier ist Verantwortung und hier ist Vorbild.

Speaker: Und Vertrauen ist,

Speaker: Das ist für mich so zweigeteilt.

Speaker: Das eine ist, Vertrauen zu erzeugen, vertrauensvolle Atmosphäre.

Speaker: Aber das zweite ist, das was du sagst, zutrauen.

Speaker: Also anderen was zutrauen.

Speaker: Und insofern ist das eine schöne Geschichte, ein schönes Bild dafür, was passiert bei Menschen oder was passieren kann bei Menschen, wenn ich ihnen Dinge zutraue und ihnen da auch Dinge ermögliche, die sie selber vielleicht gar nicht zugetraut hätten.

Speaker: Ja, und gerade bei dem Thema Zutrauen und Vertrauen, wenn ich jetzt selber auch unterwegs bin in anderen mittelständischen Unternehmen und die begleite oder da meine Vorträge halte, dann ist es also gerade auch ganz speziell im Bereich zur Generationenübergabe.

Speaker: Da ist meine persönliche Erfahrung halt schon, es braucht als erstes diejenige Person, die

Speaker: die bereit ist, loszulassen, also zuzutrauen.

Speaker: In Deutschland wird, finde ich, für meinen Geschmack etwas zu viel gesagt, naja, die anderen wollen keine Verantwortung übernehmen.

Speaker: Wo ich sage, ja, Moment mal, aber wenn ich Verantwortung, wenn ich etwas bekomme und etwas übernehme, dann bringt es nichts, wenn der andere noch festhält, weil da kann ich es nicht übernehmen.

Speaker: Und das war halt in diesem

Speaker: Setting in meiner Firma mit mir auf dem Segelboot, mit mir auf dem Atlantik, mit mir in der Karibik, war allen Menschen total klar, ich muss übernehmen.

Speaker: Selbst wenn ich merke, die Verantwortung ist zu viel für mich.

Speaker: Ich fühle mich nicht gewachsen.

Speaker: Ich stehe an der Weggablung und weiß nicht mehr weiter.

Speaker: Ich habe schlaflose Nächte.

Speaker: Die Verantwortung ist erdrückend.

Speaker: Ich kann nicht den einfachen Weg gehen, beim Chef an die Tür klopfen und sagen, ich hasse deine Verantwortung wieder.

Speaker: Das ist mir zu doof.

Speaker: Das ging in diesem Jahr nicht.

Speaker: Und das war insbesondere für die drei Führungskräfte, die den Großteil der Verantwortung übernommen haben, das

Speaker: Das Setting war so, dass klar war, hey, ich will übernehmen, ich werde und am Schluss des Tages muss ich auch.

Speaker: Wie hast du die vorbereitet?

Speaker: Ich meine, das ist eine schöne Blaupause.

Speaker: Ich kenne, ich würde sagen, ich kenne gar keinen Geschäftsführer, Geschäftsführerin, Führungskraft, der nicht zumindest verbalisiert,

Speaker: Er würde gerne Verantwortung abgeben.

Speaker: Ob das dann wirklich so ist, da bin ich bei dir.

Speaker: Das zeigen ja auch viele Unternehmensnachfolgen, dass die nicht funktionieren, weil im Grunde der loslassen müsste, so wie du es gesagt hast, also zwar loslassen will, aber nur unter bestimmten Bedingungen.

Speaker: Und das ist ja das Problematische an so einem Übergabeprozess.

Speaker: Was hast du gemacht die ein und ein Vierteljahre?

Speaker: Da waren jetzt Menschen, die hast du sozusagen...

Speaker: Also erstmal begeistert, weiß nicht, ob es der richtige Begriff ist, aber du hast sie auf jeden Fall in deine Gedankenwelt irgendwie mitnehmen können.

Speaker: Sie waren nicht ablehnend im ersten Moment, sondern dir wohlgesonnen quasi.

Speaker: Und jetzt ging ja irgendeine Art von Qualifizierung hat ja jetzt irgendwie stattgefunden.

Speaker: Ja, die

Speaker: Die großen Themen, die wir dann tatsächlich trainiert haben, besprochen haben, entweder tatsächlich selber oder tatsächlich auch mit externen Experten zusammen, waren tatsächlich immer noch erstmal, wo soll dieses Schiff Robuso hin?

Speaker: Also die Analogie habe ich mir dann doch sehr zu eigen gemacht.

Speaker: Die hat dann da ziemlich gut gepasst.

Speaker: Also was ist der große Kurs?

Speaker: In welche Richtung sollen die drei und die

Speaker: Mitarbeiterschaft des Schiffs steuern, während der Kapitän auf dem anderen Schiff unterwegs ist.

Speaker: Also erstmal, wohin wollen wir und dann was sind eigentlich so die zentralen Entscheidungen, Prozesse, die ich bisher hatte?

Speaker: Also die ganz klassische Rolle als Geschäftsführer ist ja Entscheider in Dilemmasituationen.

Speaker: Produktion will links, Vertrieb will rechts.

Speaker: Also wenn man Produktion und Vertrieb in seinem Unternehmen hat, dann sind die eben nicht immer einer Meinung über den Weg.

Speaker: Und wenn dann auch noch die Finanzen dazukommen, der eine will ein hohes Lager, der andere will ein niedriges Lager, der andere will viel Rohware, der eine will weniger Rohware.

Speaker: Also da gibt es einfach ganz normal sehr viele Dilemmasituationen.

Speaker: Und wie gehen die drei insbesondere mit solchen Situationen um, wenn es nicht mehr die oberste Situation

Speaker: Führungsebene gibt.

Speaker: Das haben wir trainiert.

Speaker: Da haben wir Entscheidungsprozesse uns angeguckt, welcher passt zu uns, welcher passt zu den Menschen, welcher passt zu der Kultur.

Speaker: Also wohin wollen wir?

Speaker: Was sind die Hindernisse auf diesem Weg?

Speaker: Und das war mir tatsächlich auch noch sehr wichtig.

Speaker: Was machen wir, wenn es knallt?

Speaker: Was machen wir, wenn die Fetzen fliegen?

Speaker: Was machen wir, wenn

Speaker: So auf dem Schiff würde man sagen, wenn wir kurz vor so einem Mayday, Mayday sind, also wenn es richtig kachel, wenn es Geld aus ist, wenn die halbe Belegschaft kündigt.

Speaker: So was sind die richtig großen Risikofaktoren?

Speaker: Und der größte Risikofaktor, den ich für mich identifiziert habe in diesem Jahr, ist einer der drei geht.

Speaker: Oder etwas härter ausgedrückt, einer der drei geht

Speaker: kriegt einen Testosteronkoller und sagt, geil, ich bin Chef.

Speaker: Und jetzt packe ich mal meine Peitsche aus.

Speaker: Was mache ich, wenn da eine Kulturveränderung anfängt, die nicht abgesprochen ist, die nichts mit dem Weg zu tun hat?

Speaker: Also kann ja passieren.

Speaker: Also da muss man nur in die Wissenschaft gucken und sich Bücher durchlesen.

Speaker: Hey, wir sind alles nur Menschen,

Speaker: Das kann passieren.

Speaker: Einfach wirklich den Elefant im Raum benennen und sagen, okay, was passiert dann?

Speaker: Und auch die ganz große Frage, die ich für mich beantworten musste, wo ich ein Regelwerk auch aufgesetzt habe, wann breche ich die Reise ab und fliege zurück?

Speaker: Es gab komplett hart definierte Abbruchkriterien und die waren wichtig.

Speaker: Die waren wichtig, auch für die Menschen,

Speaker: die übernommen haben, zu sagen, wir machen das hier, so gut wir es können und so viel Energie wir haben.

Speaker: Und wenn die und die Szenarien eintreten, also bevor der Laden vor die Wand fährt, ist der Christian wieder hier.

Speaker: Natürlich haben alle ihr Bestes gegeben, damit es auf gar keinen Fall passiert.

Speaker: Aber es war, das war das berühmte Sicherheitsnetz.

Speaker: Ganz kurz vor der Mauer habe ich kontaktiert zu werden.

Speaker: Und dann heißt es tatsächlich für meine Familie, Abbruch der Reise, ich düse vom Schiff an Land, nächster Flughafen, nächstes Ticket zurück.

Speaker: Ich habe gesagt, gib mir 48 Stunden und ich bin da.

Speaker: Scheißegal, wo ich gerade stecke, außer die drei Wochen auf dem Atlantik.

Speaker: Das geht nicht.

Speaker: Aber wir waren 52 Wochen unterwegs.

Speaker: Ich habe gesagt, 52 minus 3, in 49 Wochen bin ich 48 Stunden später da.

Speaker: Das hat geholfen.

Speaker: Also dieser Dreiklang von wo wollen wir hin?

Speaker: Wie gehen wir mit Entscheidungen auf dem Weg um?

Speaker: Und was sind diese Worst-Case-Szenarien, diese Mayday-Situationen, diese lebensbedrohlichen Situationen, dass du da nicht anfängst, kreativ zu werden?

Speaker: Also wenn dir irgendeiner im Segeln was beigebracht hat, dann in einer Notfallsituation greifen Prozesse, die trainiert sind, die geübt sind, die routiniert sind, dass auf gar keinen Fall irgendjemandes Denken anfangen muss.

Speaker: Du drückst nur noch auf den Knopf und der Prozess läuft.

Speaker: Da könnten unsere HörerInnen schon ein bisschen Ahnung haben, weil ich schon zwei, eine Gästin hatte, die auf der Alexander von Humboldt gesegelt sind, auf diesem Backschiff.

Speaker: Und die haben da auch ein paar Storys von hartem Wind und so erzählt.

Speaker: Aber die waren nicht so lange wie du oder wie ihr unterwegs.

Speaker: Gab's denn...

Speaker: Also jetzt hast du uns ja ein bisschen getriggert.

Speaker: Also ich finde, das, was da drin steckt, ist, das wollte ich noch sagen, ist ja ein hohes Maß an Klarheit.

Speaker: Also diese Regeln, die ihr da definiert habt oder die Szenarien, die ihr durchgesprochen habt,

Speaker: Also ihr habt da nicht gesagt, bei Problemen ruft er an, sondern ich habe verstanden, ihr habt die Probleme sozusagen sehr detailreich definiert, wann angerufen wird oder wann das passiert, wann das passiert.

Speaker: Gab es denn in den 52 Wochen irgendwie so einen Moment, an dem du dachtest, vielleicht habe ich mich überschätzt oder vielleicht habe ich die drei überschätzt oder das Unternehmen überschätzt oder...

Speaker: Gab es solche Situationen?

Speaker: Gab es Anrufe?

Speaker: Das wäre die nächste Frage.

Speaker: Wir hatten einmal Kontakt nach drei Monaten.

Speaker: Also wir sind im Juli 21 los.

Speaker: Im Oktober hatten wir Kontakt.

Speaker: Aber den habe ich gesucht.

Speaker: Also da ist dann irgendwas vorgefallen.

Speaker: Das hat mich meine Neugier, da habe ich gesagt, das halte ich jetzt nicht aus.

Speaker: Ich will jetzt wissen, was da los ist.

Speaker: Es waren, keine Ahnung, 45 Minuten Teamsitzung und der erste Satz von allen drei war also nur fürs Protokoll.

Speaker: Du willst gerade mit uns reden.

Speaker: Wir wollen mit dir gar nicht reden.

Speaker: Okay, alles klar, muss ich mein Ego wieder in den Schrank packen.

Speaker: Im Unternehmenskontext hatten wir ein klassisches Ampelsystem, Grün-Gelb-Rot.

Speaker: Und rot hieße tatsächlich Abbruch.

Speaker: Das gab es nicht.

Speaker: Gab es nie.

Speaker: Im persönlichen Kontext gab es das auch nicht.

Speaker: Also wir hatten für uns als Familie natürlich auch Abbruchkriterien definiert.

Speaker: Und die hatten alle das Wort lebensbedrohlich drin.

Speaker: Also uns war schon klar, rot machen wir wirklich, wenn es lebensbedrohlich ist.

Speaker: Also entweder für einen von uns fünf.

Speaker: Oder natürlich auch für unsere Familie in Deutschland.

Speaker: Dann hätten wir abgebrochen.

Speaker: Das gab es nicht.

Speaker: Also diese krassen Situationen.

Speaker: Harder-Situationen gab es natürlich schon.

Speaker: Also insbesondere für mich.

Speaker: Ich habe die Atlantiküberquerung mit zwei weiteren deutschen Mitseglern gemacht.

Speaker: Meine Frau ist mit den Kindern rübergeflogen.

Speaker: Das war

Speaker: hatten wir dann festgestellt, als Familie funktionieren wir noch nicht so gut, dass das funktioniert, so eine ganz lange Atlantiküberquerung, die ja, ich habe ihn noch nicht gehört, aber ich werde ihn direkt im Anschluss hören, dann deinen Podcast von der Dame, die auf der Alexander Humboldt war.

Speaker: Das ist ja Schichtsystem.

Speaker: Also das ist auch auf dem Schiff, ist ja eine sehr starke Hierarchie und damit einhergehend, eine extrem hohe Klarheit,

Speaker: Und so eine große Überquerung ist Schichtsystem.

Speaker: Also wir hatten, was hatten wir nochmal?

Speaker: Wir hatten drei on, six off.

Speaker: Also immer drei Stunden Wache und sechs Stunden Freibache.

Speaker: Und das System tickert 17 Tage, 24 Stunden.

Speaker: Uhrzeit egal.

Speaker: Und da gab es schon Momente so auf hoher See, wo dann die Natur, die Demut,

Speaker: Und halt auch Einsamkeit.

Speaker: Also da gab es noch kein Elon Musk, da gab es noch kein Starlink.

Speaker: Also da war wirklich, ja, ich hatte Satellitentelefon so.

Speaker: Das hatte ich jeden Tag drei Minuten an, um mir Wetterdaten zu ziehen.

Speaker: Das war ja das Überlebenswichtige für uns, wenn man segelt.

Speaker: Muss man wissen, wie das Wetter wird.

Speaker: Aber ich war mit zwei Fremden 17 Tage auf dem Atlantik überwiesen.

Speaker: unterwegs und das war nicht Ziel der Reise, da mit zwei Fremden alleine zu sein.

Speaker: Das war schon in meinem Leben, wo ich eigentlich zum allerersten Mal wirklich, ich glaube, das ist das Gefühl, einsam.

Speaker: Also eben nicht alleine.

Speaker: Alleine ist was anders, aber einsam.

Speaker: Und wenn du dann auf Deck gehst, dann siehst du auch deinen Sonnenuntergang und dann schießen dir trotzdem die Tränen in die Augen.

Speaker: Ich kann ihn gerade nicht mit Menschen teilen,

Speaker: die mir wichtig sind.

Speaker: Und dieses Einsamkeitsgefühl, Norman, es ist wirklich nicht toll.

Speaker: Und es war halt nötig.

Speaker: Also das war einfach eine Entwicklungsstufe.

Speaker: Das Schiff musste rüber.

Speaker: Und drüben ging dann das Familienabenteuer weiter.

Speaker: Und dann habe ich am Schluss auch noch gesagt zu mir selbst, Job to be done.

Speaker: Macht keinen Spaß, rockt nicht.

Speaker: Und ist jetzt einfach nötig.

Speaker: Seid ihr dann auf dem Rückweg nochmal rüber gesegelt?

Speaker: Nee, also das war schon so, dass diese ganz langen, die längste Familienetappe, die wir gemacht haben, war von Lissabon nach Madeira.

Speaker: Das war vier Tage, vier Nächte.

Speaker: Das haben wir zu fünft gemacht.

Speaker: Wir sind alle gesund angekommen, aber es war...

Speaker: sehr kräftezehrend.

Speaker: Also ich werde einfach sehr schnell seekrank.

Speaker: Ich bin der Problemfall in der Familie.

Speaker: Hört sich jetzt für eine Atlantiküberfahrung nicht ganz so gut an.

Speaker: Also das ist von außen sehr schwer zu verstehen, wie kann man denn Segeln als Leidenschaft haben, wenn man die ganze Zeit über der Reling hängt und Fische füttert.

Speaker: Es geht.

Speaker: Ich weiß nicht, was unser Hirn wieder das hinkriegt, aber es geht.

Speaker: Die Leidenschaft ist da,

Speaker: Und das Schöne an längeren Etappen ist, das Innenohr braucht 48 Stunden.

Speaker: Okay, das wäre jetzt meine Frage gewesen.

Speaker: Also du gewöhnst dich da quasi dran.

Speaker: Absolut.

Speaker: Nach 48 Stunden hat auch mein Innenohr verstanden, dass Schaukeln und Rollen die neue Normalität ist.

Speaker: Und dann ist es auch weg.

Speaker: Dann passiert auch gar nichts mehr.

Speaker: Aber die ersten 48 Stunden sind nicht schön.

Speaker: Da müssen wir nicht weiter drauf eingehen.

Speaker: Ich habe das auch schon mal erlebt, das Bild, was du gerade gezeichnet hast.

Speaker: Insofern weiß ich, was du meinst.

Speaker: Ich habe mit meinem besten Freund die Alben zu Fuß überquert.

Speaker: Und ich habe Höhenangst.

Speaker: Und das ist ja vielleicht ein bisschen vergleichbar quasi mit deinem.

Speaker: Das ist für andere Menschen auch kaum nachzuvollziehen.

Speaker: Und es gab da auch Situationen, wo ich sagen würde, also passt jetzt vielleicht nicht zur Seekrankheit, aber da hatte ich Angst.

Speaker: Und da war es dann eher für mich so, dass ich

Speaker: das überwinden wollte quasi.

Speaker: Also ich habe dann keinen Klettersteig gemacht, das war mir zu viel.

Speaker: Also immer wenn dann so Sicherheitsthemen kamen, bin ich quasi ausgestiegen und habe dann eine Alternativroute gewählt.

Speaker: Aber es gab schon auch viele Situationen, wo ich mich diesem Problem dann quasi gestellt habe, so ähnlich wie du das dann beschreibst.

Speaker: Ja und jetzt halt nach diesen vielen Seemeilen und diesen vielen unterschiedlichen

Speaker: Winden und Wetter und Wasserzuständen, kenne ich halt einfach mein Innenohr ziemlich gut.

Speaker: Also ich weiß, wie ich das vorbereiten kann, tatsächlich, wie der Vitamin C Spiegel sein muss, der Histaminspiegel, was ich vorher essen und trinken soll, in welchem Rhythmus und was nicht und wie ich damit umgehe.

Speaker: Also ich kriege es jetzt sehr gut hin, aber es wird nie weggehen.

Speaker: Es wird immer so sein, auch die nächsten Jahrzehnte, wenn ich segeln gehe, es wird immer so sein.

Speaker: Aber ich weiß halt, was ihm gut tut und was nicht.

Speaker: Ja, cool.

Speaker: Du hast gerade, das interessiert mich nochmal und dann gucken wir mal nach deiner Rückkehr.

Speaker: Also ich nehme mit, ihr hattet einmal Kontakt in 52 Wochen, der ging von dir aus und dazwischen hast du, du hast keine E-Mails gecheckt, du hast nicht telefoniert, die haben dir keine SMS geschickt, sondern du warst raus, die haben das Unternehmen geführt.

Speaker: Korrekt.

Speaker: Also der E-Mail-Account von mir war abgeschaltet und die einzige Kommunikation war eine Einbahnstraße.

Speaker: Ich habe einmal im Monat zum 15. des Monats eine DIN A4-Seite bekommen.

Speaker: Also ein klassischer One-Pager.

Speaker: Da war die Ampelfarbe oben, ganz zentral.

Speaker: Ich bin ein stark visueller Typ.

Speaker: Das musste auch beim Aufmachen schon, musste mir das Grün schon entgegenspringen, damit mein Herz wieder in Normalzustand gerät.

Speaker: Dann waren da schon ein paar Zahlen, Daten, Fakten.

Speaker: Es waren Entscheidungen, also Entscheidungen der Tragweite.

Speaker: Das hatten wir Geschäftsführungsentscheidungen genannt.

Speaker: Also alle drei hatten Prokura, also die mit Unterschriftsberechtigung zu treffen sind.

Speaker: Und das war am Anfang eher so ein Punkt drei auf dem One-Pager waren persönliche Erlebnisse des Monats.

Speaker: Völlig menschlich.

Speaker: Weiter gab es nichts.

Speaker: Das konnten Tolle sein, Schlechte sein, Nachtschlaf sein, Menschen sein, Kundenerlebnisse sein.

Speaker: Das war mir völlig wurscht.

Speaker: Und am Anfang hatte ich noch gedacht, weil auch ich habe ja mal in der BWL gelernt, Zahlen, Daten, Fakten, Geschäftsführer, sind das A und O, habe dein Unternehmen im Griff.

Speaker: Nach ein paar Monaten ist mir an mir selber aufgefallen, dass dieser dritte Abschnitt, Freitext, schreib einfach, was dir durch den Kopf geht.

Speaker: mir ein viel klareres Bild über mein Unternehmen gegeben hat, als der Abschnitt 1 mit Zahlen, Daten, Fakten.

Speaker: Also ich will keinen mehr missen.

Speaker: Und dieser One-Pager, das ist tatsächlich eigentlich das Faszinierendste, den gibt es immer noch.

Speaker: Den gibt es immer noch.

Speaker: Der hat das Jahr überlebt.

Speaker: Die drei setzen sich immer noch hin und füllen ihn genauso aus und schicken ihn mir immer noch per E-Mail zu.

Speaker: Also obwohl ich da bin.

Speaker: Aber

Speaker: die Erkenntnis, dass einmal im Monat, irgendwann so 10., 11., 12. rum, diese halbe Stunde, Stunde Inhalt innehalten als Führungskraft.

Speaker: Den davorigen Monat Revue passieren zu lassen und auch die Zahlen zusammenzusuchen.

Speaker: Klar, es hat ein bisschen was von Controlling, aber es hat ein bisschen auch, was waren die großen Entscheidungen, die ich getroffen habe und was waren eigentlich die Momente, an die ich mich

Speaker: erinnern.

Speaker: Manche schreiben vielleicht ein bisschen mit, aber eigentlich ist es so, du setzt dich hin und was dein Gehirn für erinnerungswürdig hält, schreibst du dann auf.

Speaker: Also es hat ja eine ganz menschliche Vorfilterung und da haben alle drei gesagt, lass uns das weiterführen.

Speaker: Das haben wir festgestellt, das machen wir nicht nur für dich.

Speaker: Toll.

Speaker: Ja, dieses Instrument hat es überlebt.

Speaker: Finde ich toll.

Speaker: Finde ich richtig toll.

Speaker: Ja, hört sich mega an.

Speaker: Also nehme ich tatsächlich für mich jetzt mal so als kleinen Impuls auch mit.

Speaker: Und wir haben sogar ein Werkzeug dafür, so eine Retrospektive.

Speaker: Ich packe das mal mit in die Shownotes für die ZuhörerInnen.

Speaker: Also da haben wir so ein Arbeitsblatt erstellt.

Speaker: Wie macht man eine Retrospektive?

Speaker: Und im Grunde würde ich sagen, ist das eine Art Retrospektive, ne?

Speaker: Ja.

Speaker: Noch ein bisschen detailreicher mit den Kennzahlen.

Speaker: Und da gibt es sogar eine Segelboot-Retrospektive drin.

Speaker: Also insofern passt das.

Speaker: Super, super, super.

Speaker: Okay, also das ist offensichtlich ein Werkzeug gewesen, was so wertvoll ist, dass ihr es behalten habt oder dass die drei es behalten haben.

Speaker: Wie war denn die Rückkehr?

Speaker: Also ich habe verstanden, es gab im Grunde keinen Kontakt.

Speaker: Du hast einmal am Monat was bekommen.

Speaker: Wenn dir das nicht gereicht hätte, hättest du dich wahrscheinlich gemeldet.

Speaker: Oder wenn du gesagt hättest, oh, das ist hier doch nicht grün, das ist irgendwie kurz vor Rot aus meiner Sicht, dann hättest du dich ja vermutlich gemeldet, hast du nicht.

Speaker: Das heißt, 52 Wochen waren jetzt um.

Speaker: Ihr musstet, wahrscheinlich kann man das so sagen, zurück.

Speaker: Und wie stelle ich mir das jetzt vor?

Speaker: Kommt man rein und sagt, hier antreten, alles wie früher?

Speaker: Oder wie hart das für dich?

Speaker: Also so war es natürlich nicht, so erlebe ich dich ja nicht.

Speaker: Also es war eine Veranstaltung.

Speaker: Also die Phase war für viele fast noch schwieriger als das Jahr, wo ich weg war, weil die Klarheit war weg.

Speaker: Weil der Christian ist jetzt wieder da.

Speaker: So, was jetzt?

Speaker: Also diese Frage...

Speaker: war in allen Köpfen drin.

Speaker: Und wenn ich alle sage, meine ich wirklich alle, weil in meinem war es auch.

Speaker: Das heißt, die hattet ihr vorher nicht geklärt.

Speaker: Ihr habt sozusagen bis eine Stunde vor, ich bin wieder da, war alles klar.

Speaker: Aber wie ankommen ist, das habt ihr nicht besprochen.

Speaker: Nee, und da musste ich mich immer wieder am Riemen reißen.

Speaker: weil ich gesagt habe, ich würde so gern, ich würde so gern jetzt schon die ersten zwei, drei Monate definieren, wenn ich wieder da bin.

Speaker: Jetzt sagt mir aber mein Hirn, aufgrund der Erfahrungen anderer Menschen, die ich getroffen habe, mit denen ich geredet habe, deren Bücher ich gelesen habe, so eine Reise macht was mit dir.

Speaker: Sie verändert dich.

Speaker: Ja,

Speaker: Wie stark, weiß ich nicht.

Speaker: Wo, weiß ich auch nicht.

Speaker: Ich weiß, dass sie mich verändern wird.

Speaker: Deswegen war für mich selber, für mein Spiegelbild, für die Führungskräfte, aber auch für alle Mitarbeitenden die ganze Zeit, der Christian geht los segeln, aber ich weiß nicht, welcher Christian wieder ankommt.

Speaker: Ich weiß nicht, was diesem Mensch, der wiederkommt, welche Erfahrungen er gemacht haben wird.

Speaker: ob sich seine Werte verändert haben, was ihm wichtig sein wird und was nicht.

Speaker: Da ich nicht weiß, welcher Christian wiederkommt, werde ich mich hüten, jetzt irgendwas vorher zu sagen, zu definieren, festzulegen, zu entscheiden, was dann passieren wird.

Speaker: Das ist die Erfahrung von, da habe ich das Vertrauen gehabt, dass die anderen, mit denen ich gesprochen habe, dass da was dran ist, dass du verändert bist.

Speaker: Deswegen habe ich gesagt, das ist mir zu heikel.

Speaker: Das ist krasser als Glaskugel.

Speaker: Deswegen habe ich gesagt, ich sage nichts.

Speaker: Ich komme wieder und das Einzige, was ich gemacht habe, ich habe Cora Publikum vor allem gesagt, ich werde in den ersten drei Monaten keine Entscheidung treffen.

Speaker: Es läuft weiter und ich werde, klingt jetzt vielleicht ein bisschen krass, aber ich werde Gast sein in meinem Unternehmen.

Speaker: Ich werde Zuhörer sein.

Speaker: Und ich werde rumlaufen und vielleicht ein bisschen helfen, unterstützen, mitarbeiten.

Speaker: Aber ich werde nichts entscheiden, weil ich erst spüren will, fühlen will.

Speaker: Ich will mich selbst spüren.

Speaker: Ich will die Kultur fühlen.

Speaker: Boah, das war hart.

Speaker: Ich weiß nicht, ob ich das nochmal jemandem empfehlen kann als Learning.

Speaker: Es war extrem erkenntnisreich.

Speaker: Also auf

Speaker: Auf Basis der Erkenntnisse würde ich es jedem empfehlen.

Speaker: Aber das ist hart, wenn du die formale Macht hast und du sagst allen, du wirst sie nicht nutzen.

Speaker: Helft mir, weist mich darauf hin, wo ich Gefahr laufe zu entscheiden.

Speaker: Ich will das nicht.

Speaker: Ja, aber irgendwie, die Mitarbeitenden wollten das ja schon.

Speaker: Die fanden es ja schon cool, dass der Chef wieder da ist.

Speaker: Boah, das war, also die drei Monate waren

Speaker: waren schon echt schwer.

Speaker: Weil genau, die Verantwortung übernehmen, wenn ich nicht da bin, okay.

Speaker: Das sagt dir das Auge ganz klar und dein Hirn sagt auch ganz klar.

Speaker: Jetzt sagt aber das Auge, Chef ist da und tut nichts.

Speaker: Der tut nichts.

Speaker: Das war echt schwer.

Speaker: Du hast gesagt, du hast zugehört, zugesehen und das hat einen hohen Mehrwert für dich geschaffen.

Speaker: Kannst du da ein paar Beispiele sagen?

Speaker: Es war mega geil.

Speaker: Ich bin dankbar für die Zeit.

Speaker: Ich habe es mir immer wieder vorgenommen.

Speaker: Jetzt triggert es gerade hier durch unseren Podcast, dass ich es wieder machen sollte.

Speaker: Ich habe in den ersten Wochen, als ich in meinem eigenen Unternehmen so unterwegs war, als ich Gast war,

Speaker: gemerkt, operativ läuft es.

Speaker: Aber irgendwas stimmt hier nicht.

Speaker: Es war ein Gefühl.

Speaker: Es war irgendwas in der Luft.

Speaker: Ich habe mit den Führungskräften geredet, ich habe mit den Mitarbeitenden geredet.

Speaker: Konnte keiner benennen.

Speaker: Wo ich sage, ja, mag sein, ich war auch ein Jahr weg.

Speaker: Aber irgendwas ist anders.

Speaker: Und das war ein Gefühl.

Speaker: Ich wusste ja auch nicht, stimmt das Gefühl nicht oder stimmt das, stimmt das nicht.

Speaker: Und aus purer Hilflosigkeit, weil ich überhaupt, ich konnte nichts packen.

Speaker: Es gab nichts, was herausgeschieden ist, was sichtbar war.

Speaker: Aus purer Hilflosigkeit habe ich gedacht, okay, die einzige Art und Weise, wie ich das jetzt schaffe, ist, ich rede mit allen.

Speaker: Und zwar nicht

Speaker: Jahresgespräch, Besprechungsraum, Chef, sondern ich gehe mit allen spazieren.

Speaker: Und Robuso sitzt im Stadtzentrum von Solingen, aber direkt an der Korkenziehertrasse dran, also so eine kleine Naherholungs-Lunge, ehemalige Bahntrasse.

Speaker: Da kann man sehr lang spazieren gehen.

Speaker: Und das habe ich gemacht.

Speaker: Und der kürzeste Spaziergang war zwei Stunden und der längste knapp über vier.

Speaker: Und zwar nicht in der Firma, in Bewegung, draußen in der frischen Luft.

Speaker: Das ist ein bisschen Symbolik, aber mir ist das wirklich wichtig gewesen.

Speaker: Die Rolle Chef und die Rolle Mitarbeiter, Mitarbeiterin, wir laufen nebeneinander her.

Speaker: Wir gucken in die gleiche Richtung.

Speaker: Es ist null Konfrontation.

Speaker: Wir sind in Bewegung.

Speaker: Wir sind in der Natur.

Speaker: Und

Speaker: Das Schöne an der Gorkenziehertrasse ist, es ist kein Rundweg.

Speaker: Du läufst in die eine Richtung und wenn du zwei Stunden in die eine Richtung läufst und du hast alles gesagt, dann kommt der Rückweg.

Speaker: Jetzt läufst du nochmal zwei Stunden zurück und es ist alles gesagt.

Speaker: Und jetzt habe ich die Erkenntnis genommen, jetzt weiß ich, das war der Moment, wo ich feststellen konnte, was hier nicht stimmt.

Speaker: Wenn alles gesagt ist, was das Hirn, was das Bewusstsein sagt, was ich meinem Chef schon immer erzählen wollte, was in dem Jahr geil war und was so richtig scheiße war.

Speaker: Und dann kommt der Rückweg.

Speaker: Und zwei Stunden... So habt ihr das gemacht, ja?

Speaker: Wir spazieren so lange, bis wir fertig geredet haben und dann drehen wir um und gehen zurück.

Speaker: Nein, das war nicht klar kommuniziert von mir, gebe ich offen zu.

Speaker: Ich habe gesagt, wir gehen spazieren und wir drehen um, wenn einer von uns sagt, wir drehen um.

Speaker: Das war im Nachhinein die Erkenntnis, tatsächlich, als ich das dann irgendwann festgestellt habe, dass das sehr gut funktioniert, da habe ich schon versucht, umzudrehen, wenn alles gesagt ist.

Speaker: Und dann kamen die Themen, die ich haben wollte.

Speaker: Die drunter waren.

Speaker: Die drunter waren.

Speaker: Weil lieber erzählst du deinem Chef das Thema, was drunter ist, als zwei Stunden schweigend neben ihm herzulaufen.

Speaker: Das halten wir Menschen kaum aus.

Speaker: Also Fakt ist, wir halten es nicht aus.

Speaker: Ja, da habe ich sofort.

Speaker: Und

Speaker: Da bin ich quasi die Ebene tiefer gekommen, die ich irgendwie nur so in den Augen gesehen habe, im Händedruck, in der körperlichen Energie.

Speaker: Und da bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass ich mir so ein Virus eingefangen habe, weil ich war und bin Inhaber und Geschäftsführer.

Speaker: Ich bin energetisch das Zentrum vom Unternehmen und das hatte ich nicht wirklich bedacht.

Speaker: Also die Orientierung, das Andocken,

Speaker: Hans Unternehmen hat an Energie verloren.

Speaker: Die Menschen sind noch gekommen, haben ihren Job gemacht, haben auch gemeinsam Mittag gegessen.

Speaker: Aber die Leidenschaft, der Spirit, der hat merklich abgenommen.

Speaker: Also die innere Distanz zum Unternehmen ist bei, nicht bei allen, aber bei sehr vielen Menschen ist die so gewachsen, dass ich es spüren konnte.

Speaker: Wow.

Speaker: Und das war der Virus, den wir uns eingefangen haben.

Speaker: Gut, also ich war dankbar, weil jetzt kannte ich ihn.

Speaker: Also alles besser, ihn zu kennen, als ihn nicht zu kennen.

Speaker: Und dann ging es erstmal darum zu sagen, okay, alles klar, habe ich verstanden.

Speaker: Wie werde ich denn jetzt wieder los?

Speaker: Und dann ging es so gesehen meine persönliche Reise weiter, dass ich gemerkt habe, okay, klar, wir sind ein kleines Unternehmen mit knapp 20 Köpfen.

Speaker: Und es ist auch so, das ist ein inhabergeführtes Unternehmen.

Speaker: Die Werte von Robuso sind nah dran an meinen persönlichen Werten.

Speaker: Anders geht es nicht.

Speaker: Anders will ich es nicht.

Speaker: Aber hier jetzt ein System aufzusetzen, dass ich immer noch die Freiheit habe, nicht 50 Stunden im Unternehmen arbeiten zu müssen, sondern wirklich dieses Mehr an Zeit am Unternehmen höher strategisch zu denken, das Unternehmen auf die zukünftigen Zukunfte vorzubereiten,

Speaker: Das wollte ich nicht missen, das wollte ich nicht mehr hergeben.

Speaker: Und dann begann meine Reise tatsächlich so, jetzt sind wir schon nah dran, wo du ja auch unterwegs bist beruflich.

Speaker: Was macht das mit den Menschen?

Speaker: Wie kriege ich diese gemeinsame Energie hin?

Speaker: Und für mich waren das...

Speaker: Zukunftsbilder tatsächlich diese gemeinsame Zukunft zu visualisieren, aufzuschreiben, auch gemeinsam zu erarbeiten, sodass es eine weitere Orientierungsmöglichkeit gibt für die Zukunft als nur den Menschen.

Speaker: Also als nur dich sozusagen.

Speaker: Als nur mich.

Speaker: Ich bin plötzlich emotional aufgeregt.

Speaker: in meiner Rolle zum Engpass geworden und es hat was gemacht, dass die Menschen mich zwölf Monate nicht wahrnehmen konnten.

Speaker: Genau, du warst ja gar nicht da.

Speaker: Wo ich schon gesagt habe, wenn mich dann welche ansprechen, jetzt inzwischen ja auch schon, hey, ich möchte auch mal weg.

Speaker: Es gibt ein bisschen die Pflicht.

Speaker: Du musst dein Team darauf vorbereiten.

Speaker: Da führt kein Weg dran vorbei.

Speaker: Das kannst du jetzt nicht sein lassen.

Speaker: Aber die Kür ist schon...

Speaker: Was gibt denen Orientierung?

Speaker: Und dieses Thema gebe ich ganz offen zu, habe ich sträflich vernachlässigt.

Speaker: Ich hatte es mit meinen drei Führungskräften.

Speaker: Wir haben Lego Series Play vorher gemacht, wir haben uns Zukunft gebaut und so.

Speaker: Bei denen war das nicht.

Speaker: Aber bei allen anderen.

Speaker: Okay, und die hat das wahrscheinlich, es war halt nicht deren Aufgabe oder deren Fokus von den dreien.

Speaker: Absolut.

Speaker: Also das tat den drei auch irgendwann weh, als sie festgestellt haben, ach krass, in ihrer Zeit, als sie die Verantwortung für Führung hatten, ist diese Entfremdung, ich weiß nicht, ob das Wort passt, aber so habe ich es damals gefühlt, so entstanden.

Speaker: Das war auch total logisch.

Speaker: Also die haben echt einen Haufen Arbeit gehabt.

Speaker: Ja, klar.

Speaker: Also die wollten das natürlich auch irgendwie, aber trotzdem haben sie es sicher nicht ausgesucht.

Speaker: Du hast es ja ausgesucht.

Speaker: Spannend.

Speaker: Und das heißt, Zukunftsbilder

Speaker: Also was macht ihr da genau?

Speaker: Also Legacy Series Play habe ich verstanden, mache ich auch mit Teams, mit Führungsteams und ich habe letztens auch mit einem, die sind auch

Speaker: zehn, 15 Leute, also mit dem ganzen Unternehmen, habe ich Ängste damit bearbeitet.

Speaker: Also im Grunde das, was du jetzt gerade ein bisschen beschreibst.

Speaker: Die haben gesagt, wir sind so in Veränderung und wir wollen im Grunde wissen,

Speaker: Wovor hat jeder einzelne Angst?

Speaker: Und was können wir als Organisation dagegen tun?

Speaker: Oder dafür?

Speaker: Also auch Orientierung am Ende.

Speaker: Und das war wirklich mächtig, weil

Speaker: Das ist so ein bisschen die gleiche Erfahrung, die du gemacht hast mit dem Spazierengehen, was du auch bei den Lego-Workshops hattest.

Speaker: Da ist es ja auch so, dass Menschen tiefer gehen, dass es eine Chance gibt dafür, weil du halt nicht nur das Kognitive auspackst, die drei Sachen, also wovor hast du Angst,

Speaker: Ja, keine Ahnung, Krieg, Arbeitslosigkeit, so, das sind irgendwie so drei Sachen, aber darunter gibt es irgendwie noch ganz viel mehr, wovor du so subtil vielleicht irgendwie Sorgen hast oder Angst und das haben die so rausgearbeitet, das war ganz cool und dann Lösungen dafür, also was wünschen sie sich von der Organisation, von ihrem Chef und da musste ich gerade dran denken.

Speaker: Habt ihr denn heute Zukunftsbilder?

Speaker: Ja, wir haben Zukunftsbilder.

Speaker: Wir haben als Unternehmen ein Zukunftsbild, was ich mit den Führungskräften gemeinsam erarbeitet habe in der ersten Version.

Speaker: Dann habe ich es mit der Belegschaft nochmal nachgeschärft.

Speaker: Es ist gedruckt, es ist vorhanden und es beginnt jetzt zu wirken seit zwei Jahren, dass es halt auch Orientierungsenergie geben kann.

Speaker: Das heißt, das war sozusagen Spaziergänge.

Speaker: Das will ich nochmal festhalten.

Speaker: Das ist ja ein geiles Tool eigentlich als Führungskraft.

Speaker: Das nicht im Meetingraum zu machen oder in der Produktionshalle, sondern quasi genau das zu tun, was du beschrieben hast.

Speaker: Und dann ist dein Fazit daraus gewesen, diese Identifikation ist irgendwie...

Speaker: gebröckelt oder hat gebröckelt und dann war deine Reaktion darauf zu sagen, okay, was kann die wieder schärfen, auch wenn ich vielleicht nicht permanent irgendwie im Mittelpunkt bin und die Antwort war, wir brauchen sowas wie ein Zukunftsbild.

Speaker: Ja, also das am Schluss, genau, am Schluss war es, also ich bin von Haus aus Informatiker, ich bin der logischen Schlussfolgerung sehr angetan.

Speaker: Am Schluss war es tatsächlich, glaube ich, einfach so eine kausale Kette.

Speaker: Also am Anfang wusste ich nicht, hier ist irgendwas, ich muss das jetzt finden.

Speaker: Das war ja so die Rolle Detektiv.

Speaker: Da brauchte ich irgendein Werkzeug, was ich benutzen kann, um rauszufinden, was da ist.

Speaker: Das war in diesem Falle die Spaziergänge.

Speaker: Dann habe ich es rausgefunden, was diese Unstimmigkeit dieser Virus ist.

Speaker: Und dann habe ich gedacht, okay, ich habe keine Ahnung, wie ich damit umgehe.

Speaker: Hat mir noch nie jemand beigebracht, was man da macht.

Speaker: Ich habe noch nichts dazu gelesen.

Speaker: Da habe ich gedacht, ich habe jetzt einen blinden Fleck.

Speaker: Also gut, da habe ich gedacht, das ist schön, darf mich jetzt damit beschäftigen.

Speaker: Es freut mich wirklich.

Speaker: Dann habe ich mich da reingefuchst, geguckt, was gibt es da alles.

Speaker: Und dann habe ich mich schon daran erinnert, ja krass, aber Zukunftsbilder haben ja genau dazu beigetragen, dass wir als Familie diese Segelreise gemacht haben.

Speaker: Also wo ich gedacht habe, da ist doch schon voll viel da.

Speaker: Und jetzt brauchte ich nur, klingt jetzt einfach, aber ich brauchte nur ein System, ein Prozess, wie ich das, was meine Frau und ich einfach nur so gemacht haben, irgendwie adaptieren kann auf

Speaker: Und den Prozess habe ich gefunden, habe mich dann auch als Zukunftsbildberater ausbilden lassen und habe den Prozess jetzt auch schon mit anderen Gruppen gemacht.

Speaker: In einem Tag tatsächlich ist es, die Psychologie ist immer das Gleiche, tatsächlich den Kopf aufmachen, dass du von diesen Gruppen,

Speaker: Sachen, die dir sofort einfallen, irgendwann Ebene für Ebene für Ebene tiefer kommst, damit du wirklich weißt... Wie beim Spaziergang.

Speaker: Wie beim Spaziergang, ja.

Speaker: Oder wie du jetzt bei deinem Beispiel mit Lego Series Play und den Ängsten, dass du selber an die Dinge rankommst, wo du merkst, ah, hier sind die wirklich großen Energien.

Speaker: Also von denen ich weg will, aber halt auch zu denen ich hin will.

Speaker: Und das ist toll.

Speaker: Das ist einfach total toll, wenn du irgendwann feststellst,

Speaker: krass, das sind die Sachen, die mich wirklich, wirklich bewegen in meinem Leben.

Speaker: Aber halt auch, und das finde ich wirklich wichtig, weil das haben wir für die Reise gemacht, mit diesen Mayday-Optionen, Abbruchkriterien, die Ängste benennen und nicht nur die Ängste, die gesellschaftsfähig sind.

Speaker: An die kommen wir alle ran.

Speaker: Aber richtig hart wird es auch in der Moderation mit extern oder nicht extern den Raum so aufzubauen, dass die Menschen den Mut haben, über die Ängste zu reden, die nicht gesellschaftsfähig sind.

Speaker: Und das ist großes Kino, wenn dir das gelingt.

Speaker: Und bei euch würdest du sagen, also aus deiner Selbstwahrnehmung ist das gelungen, das ist sozusagen Teil dieser Zukunftsbildbroschüre, die ihr habt?

Speaker: Ja, das ist ein wichtiger Baustein dafür.

Speaker: Und ich habe jetzt auch, ich meine, jetzt haben wir das gemacht, jetzt habe ich irgendwie als Informatiker auch gedacht, Job dann, aber so ist es natürlich nicht.

Speaker: Also, es ist ein lebendiges Werk und ich habe jetzt schon viel zu lang nicht mehr meine Spaziergänge gemacht.

Speaker: Das habe ich mir wirklich für 2026 vorgenommen, es wieder zu machen, weil es am Schluss sind es Menschen, die zusammenarbeiten und das ist,

Speaker: sich immer wieder die Zeit zu nehmen, da einander auch wirklich fokussiert zuzuhören.

Speaker: Das war am Schluss das, was mich, letzter Satz zum Spazierengehen oder letzter Erkenntnis, ich habe die Spaziergänge am Anfang sehr BWL-erisch gedacht.

Speaker: Also da hatte ich eigentlich, ich gehe um neun spazieren, um elf, um eins, um drei.

Speaker: Vier Spaziergänge pro Tag, 20 Menschen, bin ich in der Woche durch.

Speaker: Ich habe acht Wochen gebraucht.

Speaker: erstens waren sie länger, zweitens habe ich festgestellt, ich will mich da auch gut drauf vorbereiten und drittens, und das hatte ich völlig unterschätzt, nach einem drei-, vierstündigen Spaziergang, wo wir Menschen Dinge erzählen, die sie, viele haben wir Dinge erzählt, die sie sonst keinem erzählen oder die für sie selbst überraschend tief waren.

Speaker: Da kann ich nicht ins Unternehmen gehen und sagen, der Nächste, bitte, das macht auch was mit mir.

Speaker: Ich war durch.

Speaker: Ich war wie acht Stunden Malochen.

Speaker: Ich war fix und fertig.

Speaker: Und nicht, weil ich vier Stunden spazieren gehe für die krassesten Marathonsport.

Speaker: Ja, ja, ne, mental, ne?

Speaker: Ich war mental fix und fertig.

Speaker: Ich brauchte selber erstmal Ruhe, Pause, musste das sacken lassen, musste für mich filtern, was sind die Dinge, die mich was angehen.

Speaker: Es gab auch ein paar Dinge, die in die andere Kategorie fallen.

Speaker: Und wie entwickle ich die weiter?

Speaker: Also am Schluss mehr als drei Spaziergänge pro Woche habe ich nicht hingekriegt.

Speaker: Das glaube ich dir.

Speaker: Das hatte ich total unterschätzt.

Speaker: Ich kann das, glaube ich, ein bisschen zumindest nachfühlen, weil ich, wenn ich so mehrere Workshops die Woche habe, dann geht es mir auch so.

Speaker: Ich bin auf der einen Seite, würde ich sagen, bin ich sehr glücklich, weil ich total gerne mache, was ich mache.

Speaker: Aber auf der anderen Seite bin ich auch

Speaker: erschöpft vielleicht der richtige Begriff, weil dieses sich öffnen für andere, dann zuhören, aufsaugen, dass also auch dieses Empathie zu zeigen oder empathisch zu sein, das merke ich ja auch, dass das gibt nicht nur was, sondern das kostet auch was.

Speaker: Ja und am Schluss ist es schon diese Erkenntnis, dass

Speaker: wirklich dieses fokussierte, empathische Zuhören.

Speaker: Das finde ich jetzt, also ein bisschen Generalkritik, das können nur noch wenige.

Speaker: Das haben wir irgendwie verlernt als Kultur, insbesondere in betriebswirtschaftlich organisierten Strukturen.

Speaker: Und das geht nicht auf Knopfdruck und das geht nicht in sieben Minuten.

Speaker: Und es ist echt schwer.

Speaker: Es fehlt Zeit.

Speaker: Das ist ein Punkt sicherlich.

Speaker: Also ich meine, du hast ja ein Produktionsunternehmen.

Speaker: Wenn du dir das jetzt noch größer denkst, da ist ja alles durchgetaktet.

Speaker: Und da jetzt also so ein

Speaker: Zeitpuffer irgendwie einzubauen.

Speaker: Also dem Produktionsunternehmen, mit dem ich arbeite, stelle ich regelmäßig fest, das ist total schwer.

Speaker: Zu sagen, wir machen jetzt mal eine Stunde, ist abgegrenzt, aber da haben wir ein Gesprächsformat.

Speaker: Und du hast es vorhin eingangs gesagt,

Speaker: Und dann würde ich den Cliffhanger mit der roten Hose nochmal machen.

Speaker: Du hast es ja eingangs gesagt, du hast im Einklang mit der Natur gelebt, hell und dunkel.

Speaker: Das tun wir ja im Grunde nicht mehr, sondern wir können ja durch Strom, durch Klimaanlage, Heizung und whatever, brauchen wir das ja nicht mehr.

Speaker: Und dadurch hat sich auch der Umgang mit Zeit natürlich völlig verändert.

Speaker: Also ihr habt zehn Stunden geschlafen, hast du gesagt.

Speaker: Aber die Nacht hatte ja dann, wenn ich das richtig gerechnet habe, also zwölf Stunden.

Speaker: Also gab es ja noch zwei Stunden Zeit, die du für dich alleine nutzen konntest und im Dunkeln da auf der Reling oder auf dem Schiff saßt oder ihr habt gequatscht oder was gespielt oder sozial interagiert, so würde ich das überschreiben.

Speaker: Und das ist halt in der Welt, in der wir leben, mit Social Media, mit Handys, mit Fernsehen, mit unterschiedlichen Lebensplänen oder Abläufen des Tages, ist das natürlich viel, viel schwieriger, das zu tun.

Speaker: Voll.

Speaker: Und das war wirklich ein Privileg, ja.

Speaker: Genau.

Speaker: Das ist also

Speaker: sieht man vielleicht zu Beginn, weiß gar nicht, ob man das immer so sieht, aber das ist es tatsächlich, glaube ich.

Speaker: Also klar, du hast keine Kommunikationsmedien, aber das war vermutlich in vielen Fällen eher ein Vorteil als ein Nachteil auf eurem Schiff, würde ich annehmen.

Speaker: Ja, und gerade jetzt in unserem Gespräch wird mir schon auch selber wieder bewusst, was dieses sich füreinander Zeitnehmen, also insbesondere in der beruflichen Rolle,

Speaker: Das ist eine gigantische Investition.

Speaker: Also die hatten, also jetzt mal richtig für alle Betriebswirtschaftler da draußen, die hat einen gigantischen ROI und zwar einen gigantischen kleinen.

Speaker: Also das ist sowas von wirksam.

Speaker: sich die Zeit nehmen.

Speaker: Und da reicht eine Stunde nicht.

Speaker: Es ist halt nicht so richtig messbar.

Speaker: Das ist sozusagen so ein Punkt, an dem ich ja immer wieder bin, weil wenn ich so Führungskräfteentwicklungsprogramme habe, dann ist so eine Message, die relativ schnell gesetzt wird, als Führungskraft, um diese Dinge, die ich aufzeige oder die du ja auch aufgezeigt hast jetzt in unserem Gespräch, da braucht eine Führungskraft immer eins und das ist Zeit.

Speaker: Und ich kenne keine Führungskraft, die Zeit hat.

Speaker: Also die sagen würde, ich weiß gar nicht, was ich zwischen 14 und 17 Uhr mache.

Speaker: Gehe ich spazieren, ab sofort.

Speaker: Und dann wird es ja noch schwerer.

Speaker: Jetzt nehme ich dich so als Typ wahr, der über Gefühle redet, der vermutlich auch mit Menschen gern zusammen ist und zuhört.

Speaker: Also vielleicht auch eher eine Persönlichkeit hat,

Speaker: die matcht zu sowas, zu so einem Spaziergang oder zu so Gesprächen.

Speaker: Aber wenn du Informatik studiert hast, was ja auch andere noch kennengelernt haben, die vielleicht eher zahlenaffiner sind und Dinge lieber alleine in ihrem Büro ausmachen und für die ist

Speaker: diese Entscheidung, das zu tun, was du beschreibst, natürlich noch herausfordernder, weil sie ein Stück weit auch über ihren eigenen Schatten springen müssen.

Speaker: Aber geile Punkte.

Speaker: Ich sage das, da bin ich ganz transparent bei ganz vielen meiner Gäste.

Speaker: Wir müssen bestimmt einen zweiten Teil machen.

Speaker: Aber den ersten, den beenden wir mit einer Frage, die ich noch habe, ist die letzte.

Speaker: Aber bevor wir die stellen, ganz kurz, löst mal den Cliffhanger Rote Hose auf.

Speaker: Rote Korte, so haben wir uns kennengelernt.

Speaker: Was hat es damit auf sich?

Speaker: Ja, die Rote Hose ist in der Langfahrtsegelbranche, also eine sehr kleine Gruppe.

Speaker: Aber eine sehr extrem aktive Bubble ist es ein Symbol für den Erfolg.

Speaker: Also wenn ich meine Vorträge halte, ist der letzte Punkt immer, wir brauchen Erfolge, wir müssen Erfolge wieder feiern und wir müssen wissen, was ist überhaupt ein Erfolg?

Speaker: Erfolg ist nicht nur Cash, um Gottes Willen.

Speaker: Es ist sehr viel mehr und die kurze rote Hose in der Blaubasser-Segelszene ist das Erfolgssymbol für eine Atlantiküberquerung.

Speaker: Und die Menschen haben, diejenigen Menschen, die eine Atlantiküberquerung gemacht haben, haben so gesehen in dieser Bubble sich das Recht ersegelt, eine rote Hose zu tragen.

Speaker: Das ist natürlich ein bisschen ein Symbol mit dem Augenzwinkern.

Speaker: Aber ich habe kennengelernt, das habe ich halt in der Karibik bei einem großen Segelregatta internationaler Art gemerkt.

Speaker: Das ist nicht witzig.

Speaker: Also das ist ein Symbol und die Menschen respektieren das Symbol und mit Symbolen scherzt man nicht.

Speaker: Also es ist schon, das machst du nicht nur einfach nur so, weil es nett ist.

Speaker: Es zeigt, hier hat jemand was richtig Krasses geleistet und das ist immer mit Respekt verbunden und mit sofort einem Door-Opener fürs nächste Gespräch.

Speaker: Und die

Speaker: Die Szene in meinem Auge, wo ich schon gemerkt habe, also weswegen ich sie auch wirklich, wirklich mit Stolz trage.

Speaker: Bei jedem meiner Vorträge, ich freue mich immer wieder, in diese rote Hose zu schlüpfen.

Speaker: Und die Story, die damit verbunden ist, noch kurz zum Schluss.

Speaker: Wie gesagt, große internationale Segelregatta in Antigua, 2000 Menschen, große Siegerehrung am Freitag, eine Crew nach der anderen in unterschiedlichen Klassen.

Speaker: Also wie bei so einem klassischen Wettkampf, werden auf die Bühne geholt.

Speaker: Caribbean Steel Drum Music spielt, ja, überall wird gegessen und getrunken, 2000 Menschen reden, also es ist nicht leise und der Moderator gibt dritten Pleiß, zweiten Pleiß, ersten Pleiß, nächste Regatta-Gruppe und das gleiche und irgendwann kommt eine Gruppe auf die Bühne und ein etwas älterer Herr, würde ich sagen, so um die 60, trägt eine rote Hose.

Speaker: Bis dahin

Speaker: kannte ich das irgendwie, aber habe dem jetzt auch nicht so viel bedeutet.

Speaker: Die sind ein bisschen speziell in dieser Bubble drin.

Speaker: Da habe ich gesagt, ja gut, wer ist das nicht?

Speaker: So, die Art und Weise, wie der Moderator damit umgegangen ist, war krass.

Speaker: Der hat wirklich ins Mikrofon gesagt, okay, everybody, be quiet now.

Speaker: We have a topic.

Speaker: Und in dem Moment,

Speaker: wurde der Getränke-Ausschank eingestellt, der Essens-Ausschank eingestellt.

Speaker: Die Band hat aufgehört zu spielen.

Speaker: Alle Gespräche sind verstummt und 2000 Menschen haben zur Bühne geguckt, als er mit dem Mikrofon zu diesem Mann in der roten Hose gelaufen ist.

Speaker: Do you know what this means?

Speaker: Und

Speaker: Diese zwei, drei Sekunden, das sind auch so ein Moment, Norman, die werde ich nie vergessen.

Speaker: Wenn 2000 Menschen plötzlich nichts mehr machen und nur ganz gespannt auf die Bühne gucken.

Speaker: Kein Klirren, kein Klimpern, nichts.

Speaker: Das ist diese berühmte Atmosphäre, wenn man im Deutschen sagt, die Stecknadel fallen hören.

Speaker: So war das.

Speaker: Wo ich nur gedacht habe, der arme alte Mann, wenn der jetzt so ein Touri ist, so wie ich mich damals ja auch oft gefühlt habe.

Speaker: Oh Gott, oh Gott, oh Gott.

Speaker: Naja, der Moderator ist mit dem Mikrofon zu ihm hingelaufen, do you know what that means?

Speaker: Und der hat natürlich von einem Ohr bis zum anderen gegrinst und hat gesagt, yes.

Speaker: Und dann hat der Moderator gesagt, have you crossed the Atlantic Ocean?

Speaker: Und die Antwort von diesem älteren Herrn war, yes, solo.

Speaker: Also ein Hand ohne Crew.

Speaker: Das ist wirklich die ganz große Königsdisziplin.

Speaker: Und die Menge johlte, brüllte, brodelte, drum setz, alles mögliche hat Lärm gemacht, was es da gab zum Lärmmachen, um diesen Menschen zu feiern, um ihn zu feiern und es zu würdigen, was er da geschafft hat.

Speaker: Und das war, das bleibt drin.

Speaker: Okay, danke für die Geschichte.

Speaker: Ich finde, sollten wir nochmal einen zweiten Teil machen, da stecken ja auch eine Menge Werkzeuge tatsächlich noch drin für das Thema Führung auch.

Speaker: Also solchen Symbolen und auch Erfolge feiern, hast du gesagt, ist auch ein Punkt, das beobachte ich auch, dass der oft untergeht, auch dem Zeitmangel geschuldet.

Speaker: Letzte Frage, Christian.

Speaker: Ich stelle dir all meinen Gästinnen, also auch dir, und die lautet, welche Pressemeldung würdest du gerne von dir, von deinem Unternehmen oder über das Thema Führung, Kultur, Zukunftsbilder in den nächsten zwölf Monaten lesen?

Speaker: Kleines Solinger Produktionsunternehmen ist Vorreiter in der neuen Welt.

Speaker: vertrauensbasierten Führungskultur.

Speaker: Cool.

Speaker: Was ist das Solinger Tageblatt oder wo müssen wir gucken?

Speaker: Ja, ja, so ein länger Targetblot, aber ich habe schon auch, mein Ego ist schon auch vorhanden, Norman, gebe ich schon zu.

Speaker: Ich mache es auch mit der FATS und der Süddeutsche.

Speaker: Ich hatte letztens jemanden, der sagte, ich dachte eher so an die Times oder an den Harvard Business Manager oder so.

Speaker: Aber da könnte man dich auch lesen.

Speaker: Christian, danke.

Speaker: Großartige, über eine Stunde haben wir miteinander gequatscht.

Speaker: Ich könnte noch weiter.

Speaker: Danke für das tolle Gespräch.

Speaker: Dankeschön, Norman, für die Einladung.

Speaker: Es hat mir viel Spaß gemacht.

Speaker: Ciao.

Speaker: Ciao.

Speaker: Das war eine neue Folge von Führen mit Herz und Verstand.

Speaker: Toll, dass du dabei warst und dir die Zeit genommen hast.

Speaker: Wenn es dir gefallen hat, hinterlass mir doch bitte direkt jetzt eine positive Bewertung.

Speaker: Ich wünsche dir eine tolle Zeit und gutes Gelegen bei dem, was auf dich wartet.

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Recommended