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#71 Vertrauen | Loslassen | Zukunftsbilder – Interview mit Christian Pukelsheim image

#71 Vertrauen | Loslassen | Zukunftsbilder – Interview mit Christian Pukelsheim

S5 E72 · Führen mit Herz & Verstand
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135 Plays1 month ago

In dieser Folge spricht Normen mit Christian Pukelsheim über Führung mit Herz und Verstand – und warum echte Leadership-Arbeit immer bei der eigenen Haltung beginnt. Zwischen Atlantiküberquerung, Unternehmeralltag und Kulturwandel wird deutlich: Führung ist kein Titel, sondern eine Entscheidung.

Es geht um Vertrauen statt Kontrolle, um Loslassen statt Mikromanagement – und um die Frage, wie Führungskräfte Zukunftsbilder schaffen, denen Menschen freiwillig folgen.

In dieser Folge erfährst du:

💜 Führung ohne Hierarchie-Denken: Warum Autorität nicht aus Position, sondern aus Klarheit und Haltung entsteht.

💜 Loslassen als Stärke: Weshalb Kontrolle Innovation verhindert – und Vertrauen Geschwindigkeit schafft.

💜 Zukunftsbilder statt To-do-Listen: Wie Vision Orientierung gibt, gerade in unsicheren Zeiten.

💜 Kultur beginnt oben: Warum Transformation immer bei der Selbstführung startet.

💜 Herz & Verstand vereint: Wie emotionale Intelligenz und strategische Klarheit zusammenwirken.

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🖼️ Das Führungsposter: Dieses Poster bietet Führungskräften und Teams inspirierende Grundsätze, um eine positive und unterstützende Atmosphäre zu schaffen. Es fördert Innovation, Zusammenarbeit und persönliche Entwicklung und stärkt so die Führungskompetenzen im Unternehmen. Das Führungsposter ist in den Größen A3 und A2 erhältlich. Du findest es bei uns im Shop.

Recommended
Transcript

Entwicklung von Führung während der Pandemie

00:00:00
Speaker
Weil, wie gesagt, wir waren voll in der Pandemie drin und der Captain geht von Bord.
00:00:04
Speaker
Also dieser Eindruck konnte entstehen.
00:00:09
Speaker
Also wenn du uns vertraust, dann schaffen wir das.
00:00:16
Speaker
Das war ein bewegender Moment und viele sind ja auch heute noch da, die damals da waren.
00:00:22
Speaker
Und das ist auch ein Moment, der bleibt.
00:00:25
Speaker
Und wenn ich etwas bekomme und etwas übernehme,
00:00:29
Speaker
dann bringt es nichts, wenn der andere noch festhält, weil da kann ich's nicht übernehmen.
00:00:34
Speaker
Gute Führung zeigt sich nicht im Organigramm, sondern im Miteinander, Tag für Tag.
00:00:40
Speaker
Studien zeigen, wenn MitarbeiterInnen sich gesehen und wertgeschätzt fühlen, steigt die Produktivität um bis zu 20 Prozent.
00:00:47
Speaker
Doch wie gelingt das inmitten von Druck, Dynamik und Dauerstress?
00:00:53
Speaker
In Führen mit Herz und Verstand spreche ich mit Menschen, die Verantwortung anders leben.
00:01:00
Speaker
Du bekommst praxisnahe Werkzeuge für eine menschen- und sinnorientierte Führung.
00:01:06
Speaker
Und echte Geschichten von Führungspersönlichkeiten, bei denen innere Haltung den Unterschied macht.

Christian Puckelsheims Führungsphilosophie

00:01:12
Speaker
Ich bin Norben Ulbricht, schön, dass du da bist.
00:01:16
Speaker
Heute darf ich euch einen ganz besonderen und wunderbaren Gast ankündigen.
00:01:20
Speaker
Wer ihn kennenlernt, spürt sofort, für ihn bedeutet Führung mehr, als nur den Kurs vorzugeben.
00:01:27
Speaker
Es geht um Vertrauen in die Crew, um klare Absprachen und darum, auch in stürmischen Zeiten Ruhe zu bewahren.
00:01:34
Speaker
Er führt seit 2013 in vierter Generation das traditionsreiche Scherenunternehmen Robuso in Solingen und hat dort einen Kulturwandel angestoßen.
00:01:44
Speaker
Hin zu Eigenverantwortung, Mut und schlanken Prozessen.
00:01:48
Speaker
Er übernahm weitere Scherenhersteller,
00:01:51
Speaker
die er in eine gemeinsame Unternehmenskultur integrierte.
00:01:53
Speaker
Und dann wagte er etwas, das nur wenige tun.

Erfahrungen auf dem Atlantiksegeln mit der Familie

00:01:57
Speaker
Er ließ sein Unternehmen ein Jahr lang allein und ging mit seiner Familie auf große Fahrt über den Atlantik segeln.
00:02:05
Speaker
Dort sammelt er Erfahrungen, die ihn bis heute prägen.
00:02:08
Speaker
Mich beeindruckt besonders, wie er Unternehmertum, Abenteuerlust und Menschlichkeit zu einer klaren Botschaft verbindet.
00:02:14
Speaker
Zukunft wird aus Mut gemacht.
00:02:17
Speaker
Und damit sage ich herzlich willkommen beim Podcast.
00:02:20
Speaker
Ich freue mich riesig, dass du heute hier bist.
00:02:22
Speaker
Christian Puckelsheim.
00:02:25
Speaker
Ja, lieber Norman, herzlichen Dank für die Einladung und ich freue mich mit dir gleich bei der ein oder anderen Ecke tiefer einzusteigen.
00:02:33
Speaker
Ich mich auch total.
00:02:34
Speaker
Wir haben uns kennengelernt, Christian, auf der Konferenz Work in Progress in Düsseldorf.
00:02:40
Speaker
Und ich kann mich noch gut daran erinnern, wie du in deiner roten kurzen Hose vorne standst und über deine Abenteuer erzählt hast.
00:02:50
Speaker
Und mal gucken, ich habe den Cliffhanger jetzt gesetzt.
00:02:54
Speaker
Mal gucken, ob wir den heute noch auflösen.
00:02:59
Speaker
Christian, stell dir mal vor, wir sind mit dir gemeinsam an Bord.
00:03:04
Speaker
Der Lady Blue, so hieß euer Schiff oder heißt es wahrscheinlich immer noch.
00:03:08
Speaker
Es ist Frühjahrmorgen.
00:03:11
Speaker
Lotta, deine Tochter, ruft Schnee.
00:03:14
Speaker
Die Sonne geht gleich auf.
00:03:16
Speaker
Was ist dir in so einem Moment, wenn du den so ähnlich erlebt hast, was ist dir damals auf dem Schiff durch den Kopf gegangen?
00:03:23
Speaker
Fernab von Unternehmen, anderen Menschen, irgendwie mitten auf dem Wasser.
00:03:32
Speaker
Ja, also ich habe dieses Szenario tatsächlich erlebt.
00:03:36
Speaker
Da waren wir in der Karibik und Lotta.
00:03:41
Speaker
War damals acht Jahre und hatte zum Geburtstag ihre erste Kamera geschenkt bekommen, kurz vor der Reise.
00:03:49
Speaker
Und hat natürlich eine Leidenschaft entwickelt, in sehr schneller Zeit irgendwie tolle Momente einzufangen.
00:03:55
Speaker
Und natürlich, wenn man in der Karibik segeln geht, sind Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge schon was echt Besonderes, weil sie sind anders, als wir sie hier in Deutschland erleben.
00:04:05
Speaker
Sie gehen halt über einem Horizont auf, der glatt ist, der eine Linie ist.
00:04:11
Speaker
Und so war das, also die Kinder morgens aus dem Bett mit Wecker, das gab es bei uns sowieso nicht, weil man steht auf, wenn die Sonne aufgeht und eigentlich klassischerweise geht man auch ins Bett, wenn die Sonne untergeht.
00:04:24
Speaker
Leben im Einklang mit der Natur.
00:04:26
Speaker
Und wenn du dann geweckt wirst, weil dein Kind diesen freudigen Ruf übers Schiff posaunt, Papa, Mama, die Sonne geht auf und dann schon vorne am Bug des Schiffes steht und guckt,
00:04:41
Speaker
wie sie das jetzt gut mit der Kamera einfangen kann.
00:04:46
Speaker
Also in der Rolle, Papa hüpft da dein Herz.
00:04:51
Speaker
Und das sind Momente, Norman, die bleiben.
00:04:55
Speaker
Also die bleiben den Kindern und die bleiben den Eltern.
00:04:58
Speaker
Und dann ist das schon, also das beherrschende Gefühl ist dann schon wirklich, also Dankbarkeit für diesen Moment.
00:05:06
Speaker
Also weil es machen wenige und dafür gibt es auch viele Gründe,
00:05:11
Speaker
Wir haben es gemacht, wir hatten den Mut, wir hatten die Umgebung, dass das möglich war.
00:05:16
Speaker
Und in jungen Jahren, wenn die Kinder noch jung sind, sowas erleben zu dürfen,
00:05:22
Speaker
Das ist einfach wunderbar.
00:05:25
Speaker
Hört sich so an, ja.
00:05:27
Speaker
Ich habe gerade daran gedacht, wo du das so erzählt hast, ich war auch mal in der Karibik, allerdings nicht ganz so klein und schön wie du oder wie ihr das erlebt habt.
00:05:38
Speaker
Also wäre heute so aus...
00:05:41
Speaker
Aus Nachhaltigkeitsgründen würde ich das nicht mehr machen mit so einem Kreuzfahrtschiff da durch die Karibik.
00:05:46
Speaker
Aber damals war es so.
00:05:48
Speaker
Aber das ist natürlich anders mit 3000 Menschen den Sonnenaufgang zu sehen oder wenn ihr das da in eurer Kleinfamilie macht.
00:05:55
Speaker
Hört sich echt cool an.
00:05:57
Speaker
Was ich einen spannenden Gedanken von dir gerade fand, war dieser Punkt im Einklang mit der Natur.
00:06:05
Speaker
Also aufwachen, wenn es hell wird, schlafen, wenn es dunkel wird.
00:06:09
Speaker
Das ist ja was, was uns im Grunde völlig abhandengekommen ist in unserer heutigen Welt, in der wir leben.
00:06:16
Speaker
Ja, das ist so.
00:06:18
Speaker
Also hat natürlich, finde ich, für mich erstmal die zwei Gründe.
00:06:23
Speaker
Die Karibik, dadurch, dass sie etwas näher am
00:06:27
Speaker
Äquator liegt, hat sehr stabile Sonnenaufgangs- und Sonnenuntergangszeiten, was wir hier aus Deutschland ja begrüßen.
00:06:35
Speaker
Deswegen ist es so ein Sehnsuchtsziel für uns.
00:06:38
Speaker
Es ist eigentlich immer gleichbleibend schön da, gleichbleibend warm.
00:06:42
Speaker
Und die Sonne geht eigentlich jeden Tag so zwischen sechs und sieben auf und sie geht auch jeden Tag zwischen sechs und sieben unter.
00:06:50
Speaker
Und das strukturiert das Leben.
00:06:53
Speaker
der dortigen Menschen und unseres hat es auch strukturiert.
00:06:56
Speaker
Und wir waren auf dem Schiff unterwegs, wie du schon gesagt hast, der Lady Blue.
00:07:03
Speaker
Und wir haben immer draußen gegessen.
00:07:06
Speaker
Also wir haben unseren Cockpit-Tisch dann aufgebaut und haben draußen gefrühstückt, draußen Mittag gegessen und draußen Abend gegessen.
00:07:14
Speaker
Und dann möchtest du natürlich lieber im Hellen essen.
00:07:17
Speaker
Ganz pragmatische Gründe hatte das.
00:07:20
Speaker
Und du lebst den ganzen Tag draußen, ganzen Tag Frischluft, ganzen Tag am und im Wasser.
00:07:27
Speaker
Und da hat jeder von uns seine 10 Stunden Schlaf gehabt.
00:07:32
Speaker
Also da gab es auch kein Weckerklingeln.
00:07:35
Speaker
Und dann ist der Körper irgendwann auch in diesem sehr natürlichen Rhythmus so irgendwann angekommen.
00:07:43
Speaker
Und das ist schon, das braucht ein bisschen, das geht nicht von heute auf morgen.
00:07:47
Speaker
Aber es ist schön, das auch wieder zu spüren, diesen Einklang.
00:07:53
Speaker
Das glaube ich, ja.
00:07:55
Speaker
Und das Schönste, also abgesehen von diesem Sonnenaufgang, ist schon diese, also wir haben dann so eine Familientradition entwickelt, die hat schon in Europa, in Portugal angefangen.
00:08:05
Speaker
Da war es noch ein bisschen hart, da haben es nur die Kinder gemacht.
00:08:08
Speaker
Und zwar tatsächlich aufstehen aus dem Schlafanzug in den
00:08:12
Speaker
Badeanzug und dann erstmal zwei Runden ums Schiff.
00:08:16
Speaker
Das war so das Familienmorgenritual.
00:08:20
Speaker
Meine Kiddies haben das auch durchgezogen im Atlantik in Spanien und Portugal.
00:08:25
Speaker
Der hatte halt 16 Grad.
00:08:26
Speaker
Das war dem Vater ein bisschen zu kalt.
00:08:31
Speaker
Aber in der Karibik hat das Wasser seine 26 Grad.
00:08:34
Speaker
Da hüpft jeder gern rein.
00:08:36
Speaker
Und tatsächlich einfach aufwachen, Energie haben,
00:08:41
Speaker
in die Badeklamotten rein und quasi vom Bett zum Sprung ins Wasser sieben Meter und dann erstmal rein ins warme Nass und ums Schiff schwimmen.
00:08:56
Speaker
Und klar, da gibt es natürlich in der Karibik auch Fleckchen, wo du halt dann bei ums Schiff schwimmen siehst du halt noch deine zwei Meeresschildkröten, die mit dir ums Schiff schwimmen.
00:09:04
Speaker
Das ist schon, das sind Momente, die bleiben im Kopf.
00:09:08
Speaker
Also die kann mir keiner mehr nehmen, die kann meinen Kindern keiner mehr nehmen.
00:09:13
Speaker
Das bleibt für immer und ewig.
00:09:14
Speaker
Das ist unser einzigartiges Segeljahr und das ist wirklich wunderschön.

Der Veränderungsprozess vor und während der Abwesenheit

00:09:21
Speaker
Wie kam es bei euch dazu?
00:09:24
Speaker
Also ich sage mal, in Urlaub zu fahren ist ja das eine, aber ein Jahr auch über den Atlantik seid ihr ja auch gefahren.
00:09:31
Speaker
Also das ist ja schon mehr als... Ja, also meine Frau kann segeln und zwar besser als ich.
00:09:40
Speaker
Die ist Segellehrerin, auch im Deutschen Segelverband und ich bin halt eher, sage ich mal, wirklich der Unternehmer, dieses Machergehen auch mit einer guten Prise Abenteuergehen drin,
00:09:54
Speaker
Und 2016, also wir sind 2021 losgesegelt im Sommer für ein Jahr.
00:10:00
Speaker
Fünf Jahre früher, 2016, ist mir ein Buch in die Hände gefallen.
00:10:04
Speaker
Ich lese tatsächlich sehr gerne und sehr viel.
00:10:07
Speaker
Und das hieß Sabbatical auf See von Leon Schulz, eine deutsch-schwedische Familie.
00:10:13
Speaker
Und diese Familie hat genau das gemacht.
00:10:17
Speaker
Die ist ein Jahr ausgestiegen, so gesehen aus dem normalen Leben.
00:10:20
Speaker
Und der hat darüber ein Buch geschrieben.
00:10:23
Speaker
Und da habe ich gemerkt, das hat mich gepackt, weil er hat genau diese Frage beleuchtet.
00:10:28
Speaker
Also sind wir jetzt anders?
00:10:30
Speaker
Sind wir intelligenter?
00:10:32
Speaker
Sind wir reicher?
00:10:33
Speaker
Was ist bei uns anders als bei den anderen?
00:10:36
Speaker
Und den einzigen Unterschied, den er entdeckt hat, war tatsächlich die Leidenschaft fürs Wasser, fürs Segeln und Mut.
00:10:44
Speaker
Wo ich mich dann schon gefragt habe, also Moment einmal, das habe ich auch.
00:10:48
Speaker
Und dann habe ich es einmal gelesen, zweimal gelesen, hat Julia gelesen und dann war der Gedanke da und der war da und der ging nicht mehr weg.
00:10:58
Speaker
Also ich habe dann auch Kontakt zum Leon aufgenommen.
00:11:00
Speaker
Wir sind inzwischen sehr gut befreundet und dann haben wir angefangen zu sagen, uns zu überlegen, was wäre, wenn das unser Traum wird.
00:11:12
Speaker
Und dann sind wir das erstmal ganz deutsch durchgegangen, Stärken, Schwächen, was ist das Risiko, so wie wir es halt auch alle hier manchmal so gelernt haben.
00:11:22
Speaker
Und haben festgestellt, das ist krass, wir glauben, wir können das.
00:11:27
Speaker
Und dann haben wir fünf Jahre uns vorbereitet.
00:11:32
Speaker
Fünf Jahre, wir haben die Familie vorbereitet, wir haben uns selber vorbereitet.
00:11:36
Speaker
Wir haben unser Umfeld Schritt für Schritt vorbereitet.
00:11:38
Speaker
Wir haben unsere Finanzen vorbereitet.
00:11:41
Speaker
Wir brauchten ein Schiff.
00:11:43
Speaker
Also da ging es dann alles auf dieses große Projekt und jeden Urlaub, den wir gemacht haben, alle großen Entscheidungen, die wir getroffen haben, Julia, meine Frau und ich, war immer die Frage, zahlt es auf unser Segel ja ein, ja oder nein?
00:12:04
Speaker
Und eines der
00:12:05
Speaker
Also abgesehen von Schiff und Geld und Umfeld und Beruf, was man da alles so ganz klassisch bedenken muss, war die große Frage, wie schaffen wir es, die Emotionen an unsere Kinder so weiterzugeben, dass sie sagen, wir haben Bock drauf, ein Jahr unsere Freunde nicht zu sehen.
00:12:24
Speaker
Weil das war uns schon klar, wenn unsere Kinder meutern, dann haben wir echt eine schwere Zeit.
00:12:31
Speaker
Das wäre für uns als Eltern, glaube ich, kaum aushaltbar gewesen.
00:12:36
Speaker
Und so sind wir ab dem Jahr 2016 jeden Sommer segeln gegangen, woanders, am Bodensee, in Holland, Mittelmeer.
00:12:45
Speaker
Und wir haben da die berühmte Strategie, die wir da für uns entwickelt haben, das Eisdielensegeln erfunden.
00:12:53
Speaker
Und zwar sind wir tatsächlich immer an jedem Hafen, an jedem Ankerplatz, wo wir waren,
00:13:00
Speaker
zu der nächstgelegenen Eisdiele und zum nächstgelegenen Spielplatz gegangen.
00:13:06
Speaker
Ja, das ist irgendwie auch Führung.
00:13:09
Speaker
Es ist grenzt an Manipulation.
00:13:13
Speaker
Kann man drüber streiten.
00:13:17
Speaker
Aber es war am Schluss so positiv besetzt, dass das wirklich nicht mehr im Weg stand.
00:13:25
Speaker
Witzig.
00:13:27
Speaker
Ich war mit meinem Sohn, da war der...
00:13:30
Speaker
5 vielleicht, da war ich mal so ein Tagesausflug, wir waren Campen vor Venedig und da haben wir ein Tagesausflug nach Venedig gemacht.
00:13:37
Speaker
Und im Grunde, das war mir aber erst klar, als ich in Venedig war, ist das natürlich eine wirklich blöde Idee, weil so ein Städtetrip wie Venedig, wo du rumrennst und tolle Gebäude anguckst, ist für so einen Fünfjährigen natürlich also gar nichts.
00:13:52
Speaker
Das habe ich nicht bedacht.
00:13:55
Speaker
Und dann gab es aber, das erinnert mich an euren Eisdeal-Moment, dann hat er irgendwie am Hafen direkt beim Ausstieg so einen Mann gesehen, der hatte so einen Handventilator.
00:14:06
Speaker
Und jetzt wollte er den Handventilator haben.
00:14:09
Speaker
Und jetzt hat, das war Zufall, aber das war genial, jetzt hat dieser Mann uns quasi irgendwo hingeschickt.
00:14:17
Speaker
Jetzt sind wir da hingegangen, da hatten sie den nicht, die haben uns dann weitergeschickt.
00:14:21
Speaker
Das hat drei Stunden gedauert.
00:14:23
Speaker
Ich habe Venedig gesehen, also auch hinten Gässchen, Brücken, super cool.
00:14:30
Speaker
Mein Sohn war begeistert, weil er diesen Ventilator haben wollte.
00:14:33
Speaker
Und im letzten Laden hat er ihn tatsächlich nach zweieinhalb, drei Stunden, hat er ihn bekommen, den Ventilator.
00:14:39
Speaker
Und wir hatten einen großartigen Tag.
00:14:40
Speaker
Und so ein bisschen erinnert mich das an euren Eisdielen-Moment.
00:14:45
Speaker
Ja, absolut.
00:14:46
Speaker
Du musst halt die Menschen, also in dem Fall halt dein Kind oder dann meine Kinder, die
00:14:50
Speaker
halt schon auch wissen, was denen wichtig ist.
00:14:52
Speaker
Und wenn sie das bekommen, ist es viel einfacher.
00:14:57
Speaker
Da gibt es ja schon eine Menge Analogien.
00:15:00
Speaker
Du hast gesagt, 16, 5 Jahre Vorbereitung, 21 ging es los.
00:15:05
Speaker
Also gut, da hatten wir ja eh nicht so viel Kontakt zu anderen Menschen.
00:15:07
Speaker
Insofern war das ja ein glücklicher Zufall fast.
00:15:13
Speaker
Jetzt gab es ja irgendwann den Moment, wo du deiner Belegschaft, du hast ja knapp 20 Mitarbeitende,
00:15:19
Speaker
Wo du denen dann irgendwie gesagt hast, Männer und Frauen, ich gehe ein Jahr segeln.

Die Herausforderung der Abwesenheit während der Pandemie

00:15:27
Speaker
Wie ist das abgelaufen?
00:15:28
Speaker
Wie ist das bei dir abgelaufen?
00:15:29
Speaker
Wie ist das bei denen abgelaufen?
00:15:31
Speaker
Was ist da passiert?
00:15:33
Speaker
Also dieser Moment der Verkündigung war tatsächlich in der ganzen Vorbereitungszeit eigentlich der Moment, wo ich am meisten... Ja, ich glaube, Angst wäre schon das richtige Wort.
00:15:45
Speaker
Respekt wäre fast schon ein bisschen zu schön.
00:15:48
Speaker
Ich hatte schon Angst, weil, wie gesagt, wir waren voll in der Pandemie drin und der Käpt'n geht von Bord.
00:15:54
Speaker
Also dieser Eindruck konnte entstehen.
00:15:59
Speaker
Es war ja auch temporär so.
00:16:01
Speaker
Weil ich schon gedacht habe, das ist jetzt irgendwie saut doof.
00:16:06
Speaker
Und ich habe mich sehr lange damit beschäftigt, diese berühmte Frage, was ist der richtige Zeitpunkt?
00:16:12
Speaker
Also zu früh fand ich irgendwie doof, weil dann passieren einfach ganz viele Dinge, sowohl in der Realität als auch im Kopf.
00:16:20
Speaker
Zu spät, dann wird es zu sportlich.
00:16:24
Speaker
Also ich habe mich sehr lange damit beschäftigt, was der richtige Zeitpunkt ist.
00:16:27
Speaker
Und für mich und für dieses Projekt war es ungefähr ein Vierteljahre vorher.
00:16:32
Speaker
Und bis zu diesem Moment, also meine Frau und ich hatten gut dreieinhalb Jahre Zeit, uns selbst vorzubereiten,
00:16:40
Speaker
Dazu gehörte tatsächlich auch Haltung, weil diese berühmte Frage, die dann sehr oft kam, warum müsst ihr das machen?
00:16:49
Speaker
Und darauf in einer guten Haltung eine Antwort zu finden, war schon eine Aufgabe.
00:16:56
Speaker
Und so kam dann der Moment und ich hatte ihn, wie gesagt, anderthalb Jahre vorher so und ich nehme den Ball auf, Norman, also wir sind im Juli 2021 losgesegelt und wenn ich da 15 Monate davon abziehe,
00:17:09
Speaker
Pi mal Daumen, vielleicht sind es auch 16, lande ich im März 2020.
00:17:14
Speaker
So, darauf hatte ich mich vorbereitet, hatte zur Betriebsvollversammlung eingeladen, schon vier Wochen vorher.
00:17:22
Speaker
Und ich wollte einladen, ich hatte die Einladung fertig und dann hatte ich wieder irgendwie schlecht geschlafen.
00:17:28
Speaker
Dann hat mich doch wieder der Mut verlassen.
00:17:30
Speaker
Da habe ich gesagt, nee, komm, ich ziehe es durch.
00:17:34
Speaker
Wollte den Termin verkündigen und dann hat Deutschland seine Schulen zugemacht.
00:17:40
Speaker
Und das öffentliche Leben kam zum Erliegen.
00:17:43
Speaker
Und dann war die Angst stärker als die Hartnäckigkeit.
00:17:47
Speaker
Und ich habe alles abgeblasen, weil ich gedacht habe, wir steuern gerade auf eine Zeit zu, die hier keiner kennt, wo keiner irgendeine Erfahrung hat.
00:17:55
Speaker
Das kann ich nicht machen.
00:17:59
Speaker
Wenn jemand da sagt, der ist unverantwortlich, dann wäre meine Antwort, ja, irgendwie kann ich jetzt schwer erwidern.
00:18:06
Speaker
Nichtsdestotrotz, der Traum war da, die Vorbereitung war da und ich
00:18:10
Speaker
habe mich da auch gut eng begleiten lassen, weil ich die innere Stärke ja erst selber finden musste, habe den März-Termin so gesehen abgesagt und habe mich nochmal berappelt, habe es vier Wochen später im April dann durchgezogen, Betriebsvollversammlung, wir sind, hast du ja schon gesagt, wir sind Scherenhersteller, das heißt, wir haben eine Produktionshalle, das war dann irgendwie um 11 Uhr
00:18:32
Speaker
Mittags alle Hallentore waren auf, alle Menschen standen in der Halle, alle anderthalb Meter Abstand, alle die Maske vor, wie die damalige Regularium, haben wir alles schön brav erfüllt.
00:18:47
Speaker
Meine Frau ist auch mitgekommen als mentalen Support und ich habe dann meine siebenminütige Rede gehalten, die ich fünf Monate trainiert habe.
00:18:57
Speaker
Also ich habe noch nie eine Rede so lang Wort für Wort gefeilt und geprobt.
00:19:02
Speaker
Und ich habe wirklich Angst gehabt über die Reaktion, weil ich gedacht habe, okay, wie würde ich mich fühlen, wenn ich Mitarbeiter oder Mitarbeiterin bei mir selber wäre.
00:19:17
Speaker
Und ich war sehr emotional aufgeregt.
00:19:21
Speaker
in diesem Moment, weil es ging um unseren Familientraum und ich bin wirklich und ich war überzeugt und ich bin immer noch überzeugt, dass ich die richtigen Menschen zur richtigen Zeit in meinem Unternehmen habe und habe wirklich auch gesagt, ich weiß, dass ihr das könnt.
00:19:33
Speaker
Ihr braucht mich nicht.
00:19:34
Speaker
Wir haben jetzt noch ein, ein Vierteljahre Zeit, die Dinge zu trainieren, die Dinge klarzuziehen, die müssen und danach schafft ihr das.
00:19:42
Speaker
Also ich traue euch das zu.
00:19:46
Speaker
Und das war dieser Satz,
00:19:51
Speaker
in dieser oder ähnlicher Form hatte so viel Energie, dass als ich fertig war mit meinen sieben Minuten, haben die Menschen in meiner Halle applaudiert.
00:20:07
Speaker
Sie haben mich nicht geköpft, sie haben mich nicht gehängt.
00:20:11
Speaker
Und ein Mitarbeiter kam danach zu mir und hat gesagt, krass, das macht voll was mit ihm, er ist so stolz.
00:20:17
Speaker
dass wir diesen Mut haben, unseren Familientraum zu leben, dass wir diesen Mut haben, unsere Kinder ein Jahr aus der Schule zu nehmen und ihnen die Welt zu zeigen, die wir ihnen zeigen wollen und auch, dass die Mitarbeitenden das ohne Chef hinkriegen.
00:20:34
Speaker
Der hat schon gesagt, ja, das wird schwierig werden, aber wir schaffen das.
00:20:38
Speaker
Also wenn du uns vertraust, dann schaffen wir das.
00:20:43
Speaker
Das war
00:20:45
Speaker
Es war ein bewegender Moment und viele sind ja auch heute noch da, die damals da waren.
00:20:51
Speaker
Und es ist auch ein Moment, der bleibt.
00:20:54
Speaker
Das glaube ich.
00:20:55
Speaker
Ich habe so einen Haltungs-V, so die drei aus meiner Sicht wichtigsten Haltungen von Führungskräften.
00:21:04
Speaker
Hier unten ist Vertrauen, hier ist Verantwortung und hier ist Vorbild.
00:21:09
Speaker
Und Vertrauen ist,
00:21:11
Speaker
Das ist für mich so zweigeteilt.
00:21:13
Speaker
Das eine ist, Vertrauen zu erzeugen, vertrauensvolle Atmosphäre.
00:21:18
Speaker
Aber das zweite ist, das was du sagst, zutrauen.
00:21:21
Speaker
Also anderen was zutrauen.
00:21:23
Speaker
Und insofern ist das eine schöne Geschichte, ein schönes Bild dafür, was passiert bei Menschen oder was passieren kann bei Menschen, wenn ich ihnen Dinge zutraue und ihnen da auch Dinge ermögliche, die sie selber vielleicht gar nicht zugetraut hätten.
00:21:42
Speaker
Ja, und gerade bei dem Thema Zutrauen und Vertrauen, wenn ich jetzt selber auch unterwegs bin in anderen mittelständischen Unternehmen und die begleite oder da meine Vorträge halte, dann ist es also gerade auch ganz speziell im Bereich zur Generationenübergabe.
00:22:03
Speaker
Da ist meine persönliche Erfahrung halt schon, es braucht als erstes diejenige Person, die
00:22:09
Speaker
die bereit ist, loszulassen, also zuzutrauen.
00:22:14
Speaker
In Deutschland wird, finde ich, für meinen Geschmack etwas zu viel gesagt, naja, die anderen wollen keine Verantwortung übernehmen.
00:22:20
Speaker
Wo ich sage, ja, Moment mal, aber wenn ich Verantwortung, wenn ich etwas bekomme und etwas übernehme, dann bringt es nichts, wenn der andere noch festhält, weil da kann ich es nicht übernehmen.
00:22:31
Speaker
Und das war halt in diesem
00:22:33
Speaker
Setting in meiner Firma mit mir auf dem Segelboot, mit mir auf dem Atlantik, mit mir in der Karibik, war allen Menschen total klar, ich muss übernehmen.
00:22:43
Speaker
Selbst wenn ich merke, die Verantwortung ist zu viel für mich.
00:22:46
Speaker
Ich fühle mich nicht gewachsen.
00:22:47
Speaker
Ich stehe an der Weggablung und weiß nicht mehr weiter.
00:22:50
Speaker
Ich habe schlaflose Nächte.
00:22:51
Speaker
Die Verantwortung ist erdrückend.
00:22:53
Speaker
Ich kann nicht den einfachen Weg gehen, beim Chef an die Tür klopfen und sagen, ich hasse deine Verantwortung wieder.
00:22:59
Speaker
Das ist mir zu doof.
00:23:01
Speaker
Das ging in diesem Jahr nicht.
00:23:04
Speaker
Und das war insbesondere für die drei Führungskräfte, die den Großteil der Verantwortung übernommen haben, das
00:23:15
Speaker
Das Setting war so, dass klar war, hey, ich will übernehmen, ich werde und am Schluss des Tages muss ich auch.
00:23:24
Speaker
Wie hast du die vorbereitet?
00:23:27
Speaker
Ich meine, das ist eine schöne Blaupause.
00:23:31
Speaker
Ich kenne, ich würde sagen, ich kenne gar keinen Geschäftsführer, Geschäftsführerin, Führungskraft, der nicht zumindest verbalisiert,
00:23:42
Speaker
Er würde gerne Verantwortung abgeben.
00:23:44
Speaker
Ob das dann wirklich so ist, da bin ich bei dir.
00:23:48
Speaker
Das zeigen ja auch viele Unternehmensnachfolgen, dass die nicht funktionieren, weil im Grunde der loslassen müsste, so wie du es gesagt hast, also zwar loslassen will, aber nur unter bestimmten Bedingungen.
00:24:03
Speaker
Und das ist ja das Problematische an so einem Übergabeprozess.
00:24:11
Speaker
Was hast du gemacht die ein und ein Vierteljahre?
00:24:13
Speaker
Da waren jetzt Menschen, die hast du sozusagen...
00:24:17
Speaker
Also erstmal begeistert, weiß nicht, ob es der richtige Begriff ist, aber du hast sie auf jeden Fall in deine Gedankenwelt irgendwie mitnehmen können.
00:24:25
Speaker
Sie waren nicht ablehnend im ersten Moment, sondern dir wohlgesonnen quasi.
00:24:30
Speaker
Und jetzt ging ja irgendeine Art von Qualifizierung hat ja jetzt irgendwie stattgefunden.
00:24:38
Speaker
Ja, die
00:24:41
Speaker
Die großen Themen, die wir dann tatsächlich trainiert haben, besprochen haben, entweder tatsächlich selber oder tatsächlich auch mit externen Experten zusammen, waren tatsächlich immer noch erstmal, wo soll dieses Schiff Robuso hin?
00:24:56
Speaker
Also die Analogie habe ich mir dann doch sehr zu eigen gemacht.
00:25:01
Speaker
Die hat dann da ziemlich gut gepasst.
00:25:04
Speaker
Also was ist der große Kurs?
00:25:06
Speaker
In welche Richtung sollen die drei und die
00:25:09
Speaker
Mitarbeiterschaft des Schiffs steuern, während der Kapitän auf dem anderen Schiff unterwegs ist.
00:25:15
Speaker
Also erstmal, wohin wollen wir und dann was sind eigentlich so die zentralen Entscheidungen, Prozesse, die ich bisher hatte?
00:25:23
Speaker
Also die ganz klassische Rolle als Geschäftsführer ist ja Entscheider in Dilemmasituationen.
00:25:30
Speaker
Produktion will links, Vertrieb will rechts.
00:25:32
Speaker
Also wenn man Produktion und Vertrieb in seinem Unternehmen hat, dann sind die eben nicht immer einer Meinung über den Weg.
00:25:40
Speaker
Und wenn dann auch noch die Finanzen dazukommen, der eine will ein hohes Lager, der andere will ein niedriges Lager, der andere will viel Rohware, der eine will weniger Rohware.
00:25:46
Speaker
Also da gibt es einfach ganz normal sehr viele Dilemmasituationen.
00:25:52
Speaker
Und wie gehen die drei insbesondere mit solchen Situationen um, wenn es nicht mehr die oberste Situation
00:26:00
Speaker
Führungsebene gibt.
00:26:02
Speaker
Das haben wir trainiert.
00:26:03
Speaker
Da haben wir Entscheidungsprozesse uns angeguckt, welcher passt zu uns, welcher passt zu den Menschen, welcher passt zu der Kultur.
00:26:11
Speaker
Also wohin wollen wir?
00:26:13
Speaker
Was sind die Hindernisse auf diesem Weg?
00:26:16
Speaker
Und das war mir tatsächlich auch noch sehr wichtig.
00:26:21
Speaker
Was machen wir, wenn es knallt?
00:26:24
Speaker
Was machen wir, wenn die Fetzen fliegen?
00:26:27
Speaker
Was machen wir, wenn
00:26:30
Speaker
So auf dem Schiff würde man sagen, wenn wir kurz vor so einem Mayday, Mayday sind, also wenn es richtig kachel, wenn es Geld aus ist, wenn die halbe Belegschaft kündigt.
00:26:40
Speaker
So was sind die richtig großen Risikofaktoren?
00:26:44
Speaker
Und der größte Risikofaktor, den ich für mich identifiziert habe in diesem Jahr, ist einer der drei geht.
00:26:54
Speaker
Oder etwas härter ausgedrückt, einer der drei geht
00:27:00
Speaker
kriegt einen Testosteronkoller und sagt, geil, ich bin Chef.
00:27:08
Speaker
Und jetzt packe ich mal meine Peitsche aus.
00:27:13
Speaker
Was mache ich, wenn da eine Kulturveränderung anfängt, die nicht abgesprochen ist, die nichts mit dem Weg zu tun hat?
00:27:20
Speaker
Also kann ja passieren.
00:27:21
Speaker
Also da muss man nur in die Wissenschaft gucken und sich Bücher durchlesen.
00:27:25
Speaker
Hey, wir sind alles nur Menschen,
00:27:28
Speaker
Das kann passieren.
00:27:30
Speaker
Einfach wirklich den Elefant im Raum benennen und sagen, okay, was passiert dann?
00:27:36
Speaker
Und auch die ganz große Frage, die ich für mich beantworten musste, wo ich ein Regelwerk auch aufgesetzt habe, wann breche ich die Reise ab und fliege zurück?
00:27:47
Speaker
Es gab komplett hart definierte Abbruchkriterien und die waren wichtig.
00:27:54
Speaker
Die waren wichtig, auch für die Menschen,
00:27:57
Speaker
die übernommen haben, zu sagen, wir machen das hier, so gut wir es können und so viel Energie wir haben.
00:28:02
Speaker
Und wenn die und die Szenarien eintreten, also bevor der Laden vor die Wand fährt, ist der Christian wieder hier.
00:28:09
Speaker
Natürlich haben alle ihr Bestes gegeben, damit es auf gar keinen Fall passiert.
00:28:13
Speaker
Aber es war, das war das berühmte Sicherheitsnetz.
00:28:18
Speaker
Ganz kurz vor der Mauer habe ich kontaktiert zu werden.
00:28:25
Speaker
Und dann heißt es tatsächlich für meine Familie, Abbruch der Reise, ich düse vom Schiff an Land, nächster Flughafen, nächstes Ticket zurück.
00:28:34
Speaker
Ich habe gesagt, gib mir 48 Stunden und ich bin da.
00:28:36
Speaker
Scheißegal, wo ich gerade stecke, außer die drei Wochen auf dem Atlantik.
00:28:40
Speaker
Das geht nicht.
00:28:41
Speaker
Aber wir waren 52 Wochen unterwegs.
00:28:43
Speaker
Ich habe gesagt, 52 minus 3, in 49 Wochen bin ich 48 Stunden später da.
00:28:50
Speaker
Das hat geholfen.
00:28:51
Speaker
Also dieser Dreiklang von wo wollen wir hin?
00:28:54
Speaker
Wie gehen wir mit Entscheidungen auf dem Weg um?
00:28:57
Speaker
Und was sind diese Worst-Case-Szenarien, diese Mayday-Situationen, diese lebensbedrohlichen Situationen, dass du da nicht anfängst, kreativ zu werden?
00:29:07
Speaker
Also wenn dir irgendeiner im Segeln was beigebracht hat, dann in einer Notfallsituation greifen Prozesse, die trainiert sind, die geübt sind, die routiniert sind, dass auf gar keinen Fall irgendjemandes Denken anfangen muss.
00:29:19
Speaker
Du drückst nur noch auf den Knopf und der Prozess läuft.
00:29:22
Speaker
Da könnten unsere HörerInnen schon ein bisschen Ahnung haben, weil ich schon zwei, eine Gästin hatte, die auf der Alexander von Humboldt gesegelt sind, auf diesem Backschiff.
00:29:35
Speaker
Und die haben da auch ein paar Storys von hartem Wind und so erzählt.
00:29:39
Speaker
Aber die waren nicht so lange wie du oder wie ihr unterwegs.
00:29:45
Speaker
Gab's denn...
00:29:47
Speaker
Also jetzt hast du uns ja ein bisschen getriggert.
00:29:48
Speaker
Also ich finde, das, was da drin steckt, ist, das wollte ich noch sagen, ist ja ein hohes Maß an Klarheit.
00:29:57
Speaker
Also diese Regeln, die ihr da definiert habt oder die Szenarien, die ihr durchgesprochen habt,
00:30:03
Speaker
Also ihr habt da nicht gesagt, bei Problemen ruft er an, sondern ich habe verstanden, ihr habt die Probleme sozusagen sehr detailreich definiert, wann angerufen wird oder wann das passiert, wann das passiert.
00:30:17
Speaker
Gab es denn in den 52 Wochen irgendwie so einen Moment, an dem du dachtest, vielleicht habe ich mich überschätzt oder vielleicht habe ich die drei überschätzt oder das Unternehmen überschätzt oder...
00:30:31
Speaker
Gab es solche Situationen?
00:30:32
Speaker
Gab es Anrufe?
00:30:33
Speaker
Das wäre die nächste Frage.
00:30:37
Speaker
Wir hatten einmal Kontakt nach drei Monaten.
00:30:40
Speaker
Also wir sind im Juli 21 los.
00:30:42
Speaker
Im Oktober hatten wir Kontakt.
00:30:45
Speaker
Aber den habe ich gesucht.
00:30:47
Speaker
Also da ist dann irgendwas vorgefallen.
00:30:51
Speaker
Das hat mich meine Neugier, da habe ich gesagt, das halte ich jetzt nicht aus.
00:30:55
Speaker
Ich will jetzt wissen, was da los ist.
00:30:57
Speaker
Es waren, keine Ahnung, 45 Minuten Teamsitzung und der erste Satz von allen drei war also nur fürs Protokoll.
00:31:04
Speaker
Du willst gerade mit uns reden.
00:31:08
Speaker
Wir wollen mit dir gar nicht reden.
00:31:12
Speaker
Okay, alles klar, muss ich mein Ego wieder in den Schrank packen.
00:31:21
Speaker
Im Unternehmenskontext hatten wir ein klassisches Ampelsystem, Grün-Gelb-Rot.
00:31:26
Speaker
Und rot hieße tatsächlich Abbruch.
00:31:28
Speaker
Das gab es nicht.
00:31:29
Speaker
Gab es nie.
00:31:31
Speaker
Im persönlichen Kontext gab es das auch nicht.
00:31:36
Speaker
Also wir hatten für uns als Familie natürlich auch Abbruchkriterien definiert.
00:31:42
Speaker
Und die hatten alle das Wort lebensbedrohlich drin.
00:31:46
Speaker
Also uns war schon klar, rot machen wir wirklich, wenn es lebensbedrohlich ist.
00:31:50
Speaker
Also entweder für einen von uns fünf.
00:31:53
Speaker
Oder natürlich auch für unsere Familie in Deutschland.
00:31:57
Speaker
Dann hätten wir abgebrochen.
00:32:00
Speaker
Das gab es nicht.
00:32:02
Speaker
Also diese krassen Situationen.
00:32:05
Speaker
Harder-Situationen gab es natürlich schon.
00:32:10
Speaker
Also insbesondere für mich.
00:32:12
Speaker
Ich habe die Atlantiküberquerung mit zwei weiteren deutschen Mitseglern gemacht.
00:32:18
Speaker
Meine Frau ist mit den Kindern rübergeflogen.
00:32:20
Speaker
Das war
00:32:21
Speaker
hatten wir dann festgestellt, als Familie funktionieren wir noch nicht so gut, dass das funktioniert, so eine ganz lange Atlantiküberquerung, die ja, ich habe ihn noch nicht gehört, aber ich werde ihn direkt im Anschluss hören, dann deinen Podcast von der Dame, die auf der Alexander Humboldt war.
00:32:41
Speaker
Das ist ja Schichtsystem.
00:32:42
Speaker
Also das ist auch auf dem Schiff, ist ja eine sehr starke Hierarchie und damit einhergehend, eine extrem hohe Klarheit,
00:32:50
Speaker
Und so eine große Überquerung ist Schichtsystem.
00:32:53
Speaker
Also wir hatten, was hatten wir nochmal?
00:32:56
Speaker
Wir hatten drei on, six off.
00:32:58
Speaker
Also immer drei Stunden Wache und sechs Stunden Freibache.
00:33:01
Speaker
Und das System tickert 17 Tage, 24 Stunden.
00:33:04
Speaker
Uhrzeit egal.
00:33:08
Speaker
Und da gab es schon Momente so auf hoher See, wo dann die Natur, die Demut,
00:33:17
Speaker
Und halt auch Einsamkeit.
00:33:19
Speaker
Also da gab es noch kein Elon Musk, da gab es noch kein Starlink.
00:33:22
Speaker
Also da war wirklich, ja, ich hatte Satellitentelefon so.
00:33:27
Speaker
Das hatte ich jeden Tag drei Minuten an, um mir Wetterdaten zu ziehen.
00:33:31
Speaker
Das war ja das Überlebenswichtige für uns, wenn man segelt.
00:33:35
Speaker
Muss man wissen, wie das Wetter wird.
00:33:38
Speaker
Aber ich war mit zwei Fremden 17 Tage auf dem Atlantik überwiesen.
00:33:42
Speaker
unterwegs und das war nicht Ziel der Reise, da mit zwei Fremden alleine zu sein.

Persönliche Herausforderungen auf See

00:33:48
Speaker
Das war schon in meinem Leben, wo ich eigentlich zum allerersten Mal wirklich, ich glaube, das ist das Gefühl, einsam.
00:33:56
Speaker
Also eben nicht alleine.
00:33:57
Speaker
Alleine ist was anders, aber einsam.
00:34:00
Speaker
Und wenn du dann auf Deck gehst, dann siehst du auch deinen Sonnenuntergang und dann schießen dir trotzdem die Tränen in die Augen.
00:34:08
Speaker
Ich kann ihn gerade nicht mit Menschen teilen,
00:34:11
Speaker
die mir wichtig sind.
00:34:13
Speaker
Und dieses Einsamkeitsgefühl, Norman, es ist wirklich nicht toll.
00:34:20
Speaker
Und es war halt nötig.
00:34:23
Speaker
Also das war einfach eine Entwicklungsstufe.
00:34:25
Speaker
Das Schiff musste rüber.
00:34:27
Speaker
Und drüben ging dann das Familienabenteuer weiter.
00:34:31
Speaker
Und dann habe ich am Schluss auch noch gesagt zu mir selbst, Job to be done.
00:34:36
Speaker
Macht keinen Spaß, rockt nicht.
00:34:38
Speaker
Und ist jetzt einfach nötig.
00:34:40
Speaker
Seid ihr dann auf dem Rückweg nochmal rüber gesegelt?
00:34:45
Speaker
Nee, also das war schon so, dass diese ganz langen, die längste Familienetappe, die wir gemacht haben, war von Lissabon nach Madeira.
00:34:52
Speaker
Das war vier Tage, vier Nächte.
00:34:55
Speaker
Das haben wir zu fünft gemacht.
00:34:57
Speaker
Wir sind alle gesund angekommen, aber es war...
00:35:00
Speaker
sehr kräftezehrend.
00:35:01
Speaker
Also ich werde einfach sehr schnell seekrank.
00:35:04
Speaker
Ich bin der Problemfall in der Familie.
00:35:06
Speaker
Hört sich jetzt für eine Atlantiküberfahrung nicht ganz so gut an.
00:35:11
Speaker
Also das ist von außen sehr schwer zu verstehen, wie kann man denn Segeln als Leidenschaft haben, wenn man die ganze Zeit über der Reling hängt und Fische füttert.
00:35:19
Speaker
Es geht.
00:35:19
Speaker
Ich weiß nicht, was unser Hirn wieder das hinkriegt, aber es geht.
00:35:23
Speaker
Die Leidenschaft ist da,
00:35:24
Speaker
Und das Schöne an längeren Etappen ist, das Innenohr braucht 48 Stunden.
00:35:30
Speaker
Okay, das wäre jetzt meine Frage gewesen.
00:35:32
Speaker
Also du gewöhnst dich da quasi dran.
00:35:34
Speaker
Absolut.
00:35:34
Speaker
Nach 48 Stunden hat auch mein Innenohr verstanden, dass Schaukeln und Rollen die neue Normalität ist.
00:35:42
Speaker
Und dann ist es auch weg.
00:35:44
Speaker
Dann passiert auch gar nichts mehr.
00:35:45
Speaker
Aber die ersten 48 Stunden sind nicht schön.
00:35:49
Speaker
Da müssen wir nicht weiter drauf eingehen.
00:35:52
Speaker
Ich habe das auch schon mal erlebt, das Bild, was du gerade gezeichnet hast.
00:35:56
Speaker
Insofern weiß ich, was du meinst.
00:35:57
Speaker
Ich habe mit meinem besten Freund die Alben zu Fuß überquert.
00:36:02
Speaker
Und ich habe Höhenangst.
00:36:05
Speaker
Und das ist ja vielleicht ein bisschen vergleichbar quasi mit deinem.
00:36:08
Speaker
Das ist für andere Menschen auch kaum nachzuvollziehen.
00:36:12
Speaker
Und es gab da auch Situationen, wo ich sagen würde, also passt jetzt vielleicht nicht zur Seekrankheit, aber da hatte ich Angst.
00:36:24
Speaker
Und da war es dann eher für mich so, dass ich
00:36:27
Speaker
das überwinden wollte quasi.
00:36:29
Speaker
Also ich habe dann keinen Klettersteig gemacht, das war mir zu viel.
00:36:34
Speaker
Also immer wenn dann so Sicherheitsthemen kamen, bin ich quasi ausgestiegen und habe dann eine Alternativroute gewählt.
00:36:39
Speaker
Aber es gab schon auch viele Situationen, wo ich mich diesem Problem dann quasi gestellt habe, so ähnlich wie du das dann beschreibst.
00:36:49
Speaker
Ja und jetzt halt nach diesen vielen Seemeilen und diesen vielen unterschiedlichen
00:36:55
Speaker
Winden und Wetter und Wasserzuständen, kenne ich halt einfach mein Innenohr ziemlich gut.
00:37:02
Speaker
Also ich weiß, wie ich das vorbereiten kann, tatsächlich, wie der Vitamin C Spiegel sein muss, der Histaminspiegel, was ich vorher essen und trinken soll, in welchem Rhythmus und was nicht und wie ich damit umgehe.
00:37:16
Speaker
Also ich kriege es jetzt sehr gut hin, aber es wird nie weggehen.
00:37:19
Speaker
Es wird immer so sein, auch die nächsten Jahrzehnte, wenn ich segeln gehe, es wird immer so sein.
00:37:23
Speaker
Aber ich weiß halt, was ihm gut tut und was nicht.
00:37:26
Speaker
Ja, cool.
00:37:29
Speaker
Du hast gerade, das interessiert mich nochmal und dann gucken wir mal nach deiner Rückkehr.
00:37:34
Speaker
Also ich nehme mit, ihr hattet einmal Kontakt in 52 Wochen, der ging von dir aus und dazwischen hast du, du hast keine E-Mails gecheckt, du hast nicht telefoniert, die haben dir keine SMS geschickt, sondern du warst raus, die haben das Unternehmen geführt.
00:37:51
Speaker
Korrekt.
00:37:51
Speaker
Also der E-Mail-Account von mir war abgeschaltet und die einzige Kommunikation war eine Einbahnstraße.
00:37:57
Speaker
Ich habe einmal im Monat zum 15. des Monats eine DIN A4-Seite bekommen.
00:38:01
Speaker
Also ein klassischer One-Pager.
00:38:04
Speaker
Da war die Ampelfarbe oben, ganz zentral.
00:38:06
Speaker
Ich bin ein stark visueller Typ.
00:38:08
Speaker
Das musste auch beim Aufmachen schon, musste mir das Grün schon entgegenspringen, damit mein Herz wieder in Normalzustand gerät.
00:38:16
Speaker
Dann waren da schon ein paar Zahlen, Daten, Fakten.
00:38:18
Speaker
Es waren Entscheidungen, also Entscheidungen der Tragweite.
00:38:23
Speaker
Das hatten wir Geschäftsführungsentscheidungen genannt.
00:38:26
Speaker
Also alle drei hatten Prokura, also die mit Unterschriftsberechtigung zu treffen sind.
00:38:32
Speaker
Und das war am Anfang eher so ein Punkt drei auf dem One-Pager waren persönliche Erlebnisse des Monats.
00:38:42
Speaker
Völlig menschlich.
00:38:44
Speaker
Weiter gab es nichts.
00:38:45
Speaker
Das konnten Tolle sein, Schlechte sein, Nachtschlaf sein, Menschen sein, Kundenerlebnisse sein.
00:38:51
Speaker
Das war mir völlig wurscht.
00:38:54
Speaker
Und am Anfang hatte ich noch gedacht, weil auch ich habe ja mal in der BWL gelernt, Zahlen, Daten, Fakten, Geschäftsführer, sind das A und O, habe dein Unternehmen im Griff.
00:39:04
Speaker
Nach ein paar Monaten ist mir an mir selber aufgefallen, dass dieser dritte Abschnitt, Freitext, schreib einfach, was dir durch den Kopf geht.
00:39:13
Speaker
mir ein viel klareres Bild über mein Unternehmen gegeben hat, als der Abschnitt 1 mit Zahlen, Daten, Fakten.
00:39:19
Speaker
Also ich will keinen mehr missen.
00:39:21
Speaker
Und dieser One-Pager, das ist tatsächlich eigentlich das Faszinierendste, den gibt es immer noch.
00:39:29
Speaker
Den gibt es immer noch.
00:39:30
Speaker
Der hat das Jahr überlebt.
00:39:33
Speaker
Die drei setzen sich immer noch hin und füllen ihn genauso aus und schicken ihn mir immer noch per E-Mail zu.
00:39:39
Speaker
Also obwohl ich da bin.
00:39:41
Speaker
Aber
00:39:44
Speaker
die Erkenntnis, dass einmal im Monat, irgendwann so 10., 11., 12. rum, diese halbe Stunde, Stunde Inhalt innehalten als Führungskraft.
00:39:56
Speaker
Den davorigen Monat Revue passieren zu lassen und auch die Zahlen zusammenzusuchen.
00:40:02
Speaker
Klar, es hat ein bisschen was von Controlling, aber es hat ein bisschen auch, was waren die großen Entscheidungen, die ich getroffen habe und was waren eigentlich die Momente, an die ich mich
00:40:13
Speaker
erinnern.
00:40:16
Speaker
Manche schreiben vielleicht ein bisschen mit, aber eigentlich ist es so, du setzt dich hin und was dein Gehirn für erinnerungswürdig hält, schreibst du dann auf.
00:40:24
Speaker
Also es hat ja eine ganz menschliche Vorfilterung und da haben alle drei gesagt, lass uns das weiterführen.
00:40:35
Speaker
Das haben wir festgestellt, das machen wir nicht nur für dich.
00:40:40
Speaker
Toll.
00:40:41
Speaker
Ja, dieses Instrument hat es überlebt.
00:40:43
Speaker
Finde ich toll.
00:40:44
Speaker
Finde ich richtig toll.
00:40:45
Speaker
Ja, hört sich mega an.
00:40:46
Speaker
Also nehme ich tatsächlich für mich jetzt mal so als kleinen Impuls auch mit.
00:40:52
Speaker
Und wir haben sogar ein Werkzeug dafür, so eine Retrospektive.
00:40:56
Speaker
Ich packe das mal mit in die Shownotes für die ZuhörerInnen.
00:40:59
Speaker
Also da haben wir so ein Arbeitsblatt erstellt.
00:41:01
Speaker
Wie macht man eine Retrospektive?
00:41:02
Speaker
Und im Grunde würde ich sagen, ist das eine Art Retrospektive, ne?
00:41:06
Speaker
Ja.
00:41:07
Speaker
Noch ein bisschen detailreicher mit den Kennzahlen.
00:41:10
Speaker
Und da gibt es sogar eine Segelboot-Retrospektive drin.
00:41:13
Speaker
Also insofern passt das.
00:41:14
Speaker
Super, super, super.
00:41:17
Speaker
Okay, also das ist offensichtlich ein Werkzeug gewesen, was so wertvoll ist, dass ihr es behalten habt oder dass die drei es behalten haben.
00:41:30
Speaker
Wie war denn die Rückkehr?
00:41:32
Speaker
Also ich habe verstanden, es gab im Grunde keinen Kontakt.
00:41:35
Speaker
Du hast einmal am Monat was bekommen.
00:41:38
Speaker
Wenn dir das nicht gereicht hätte, hättest du dich wahrscheinlich gemeldet.
00:41:40
Speaker
Oder wenn du gesagt hättest, oh, das ist hier doch nicht grün, das ist irgendwie kurz vor Rot aus meiner Sicht, dann hättest du dich ja vermutlich gemeldet, hast du nicht.

Rückkehr und Anpassung in das Unternehmensleben

00:41:48
Speaker
Das heißt, 52 Wochen waren jetzt um.
00:41:51
Speaker
Ihr musstet, wahrscheinlich kann man das so sagen, zurück.
00:41:57
Speaker
Und wie stelle ich mir das jetzt vor?
00:42:01
Speaker
Kommt man rein und sagt, hier antreten, alles wie früher?
00:42:05
Speaker
Oder wie hart das für dich?
00:42:07
Speaker
Also so war es natürlich nicht, so erlebe ich dich ja nicht.
00:42:09
Speaker
Also es war eine Veranstaltung.
00:42:15
Speaker
Also die Phase war für viele fast noch schwieriger als das Jahr, wo ich weg war, weil die Klarheit war weg.
00:42:22
Speaker
Weil der Christian ist jetzt wieder da.
00:42:24
Speaker
So, was jetzt?
00:42:25
Speaker
Also diese Frage...
00:42:28
Speaker
war in allen Köpfen drin.
00:42:29
Speaker
Und wenn ich alle sage, meine ich wirklich alle, weil in meinem war es auch.
00:42:33
Speaker
Das heißt, die hattet ihr vorher nicht geklärt.
00:42:36
Speaker
Ihr habt sozusagen bis eine Stunde vor, ich bin wieder da, war alles klar.
00:42:40
Speaker
Aber wie ankommen ist, das habt ihr nicht besprochen.
00:42:45
Speaker
Nee, und da musste ich mich immer wieder am Riemen reißen.
00:42:51
Speaker
weil ich gesagt habe, ich würde so gern, ich würde so gern jetzt schon die ersten zwei, drei Monate definieren, wenn ich wieder da bin.
00:42:59
Speaker
Jetzt sagt mir aber mein Hirn, aufgrund der Erfahrungen anderer Menschen, die ich getroffen habe, mit denen ich geredet habe, deren Bücher ich gelesen habe, so eine Reise macht was mit dir.
00:43:12
Speaker
Sie verändert dich.
00:43:14
Speaker
Ja,
00:43:17
Speaker
Wie stark, weiß ich nicht.
00:43:19
Speaker
Wo, weiß ich auch nicht.
00:43:20
Speaker
Ich weiß, dass sie mich verändern wird.
00:43:25
Speaker
Deswegen war für mich selber, für mein Spiegelbild, für die Führungskräfte, aber auch für alle Mitarbeitenden die ganze Zeit, der Christian geht los segeln, aber ich weiß nicht, welcher Christian wieder ankommt.
00:43:38
Speaker
Ich weiß nicht, was diesem Mensch, der wiederkommt, welche Erfahrungen er gemacht haben wird.
00:43:43
Speaker
ob sich seine Werte verändert haben, was ihm wichtig sein wird und was nicht.
00:43:46
Speaker
Da ich nicht weiß, welcher Christian wiederkommt, werde ich mich hüten, jetzt irgendwas vorher zu sagen, zu definieren, festzulegen, zu entscheiden, was dann passieren wird.
00:44:02
Speaker
Das ist die Erfahrung von, da habe ich das Vertrauen gehabt, dass die anderen, mit denen ich gesprochen habe, dass da was dran ist, dass du verändert bist.
00:44:13
Speaker
Deswegen habe ich gesagt, das ist mir zu heikel.
00:44:16
Speaker
Das ist krasser als Glaskugel.
00:44:20
Speaker
Deswegen habe ich gesagt, ich sage nichts.
00:44:22
Speaker
Ich komme wieder und das Einzige, was ich gemacht habe, ich habe Cora Publikum vor allem gesagt, ich werde in den ersten drei Monaten keine Entscheidung treffen.
00:44:34
Speaker
Es läuft weiter und ich werde, klingt jetzt vielleicht ein bisschen krass, aber ich werde Gast sein in meinem Unternehmen.
00:44:42
Speaker
Ich werde Zuhörer sein.
00:44:44
Speaker
Und ich werde rumlaufen und vielleicht ein bisschen helfen, unterstützen, mitarbeiten.
00:44:52
Speaker
Aber ich werde nichts entscheiden, weil ich erst spüren will, fühlen will.
00:44:58
Speaker
Ich will mich selbst spüren.
00:44:59
Speaker
Ich will die Kultur fühlen.
00:45:03
Speaker
Boah, das war hart.
00:45:05
Speaker
Ich weiß nicht, ob ich das nochmal jemandem empfehlen kann als Learning.
00:45:08
Speaker
Es war extrem erkenntnisreich.
00:45:10
Speaker
Also auf
00:45:12
Speaker
Auf Basis der Erkenntnisse würde ich es jedem empfehlen.
00:45:15
Speaker
Aber das ist hart, wenn du die formale Macht hast und du sagst allen, du wirst sie nicht nutzen.
00:45:24
Speaker
Helft mir, weist mich darauf hin, wo ich Gefahr laufe zu entscheiden.
00:45:29
Speaker
Ich will das nicht.
00:45:31
Speaker
Ja, aber irgendwie, die Mitarbeitenden wollten das ja schon.
00:45:34
Speaker
Die fanden es ja schon cool, dass der Chef wieder da ist.
00:45:38
Speaker
Boah, das war, also die drei Monate waren
00:45:42
Speaker
waren schon echt schwer.
00:45:45
Speaker
Weil genau, die Verantwortung übernehmen, wenn ich nicht da bin, okay.
00:45:50
Speaker
Das sagt dir das Auge ganz klar und dein Hirn sagt auch ganz klar.
00:45:54
Speaker
Jetzt sagt aber das Auge, Chef ist da und tut nichts.
00:45:58
Speaker
Der tut nichts.
00:46:00
Speaker
Das war echt schwer.
00:46:02
Speaker
Du hast gesagt, du hast zugehört, zugesehen und das hat einen hohen Mehrwert für dich geschaffen.
00:46:11
Speaker
Kannst du da ein paar Beispiele sagen?
00:46:16
Speaker
Es war mega geil.
00:46:18
Speaker
Ich bin dankbar für die Zeit.
00:46:19
Speaker
Ich habe es mir immer wieder vorgenommen.
00:46:21
Speaker
Jetzt triggert es gerade hier durch unseren Podcast, dass ich es wieder machen sollte.
00:46:24
Speaker
Ich habe in den ersten Wochen, als ich in meinem eigenen Unternehmen so unterwegs war, als ich Gast war,
00:46:32
Speaker
gemerkt, operativ läuft es.
00:46:36
Speaker
Aber irgendwas stimmt hier nicht.
00:46:41
Speaker
Es war ein Gefühl.
00:46:42
Speaker
Es war irgendwas in der Luft.
00:46:45
Speaker
Ich habe mit den Führungskräften geredet, ich habe mit den Mitarbeitenden geredet.
00:46:49
Speaker
Konnte keiner benennen.
00:46:51
Speaker
Wo ich sage, ja, mag sein, ich war auch ein Jahr weg.
00:46:53
Speaker
Aber irgendwas ist anders.
00:46:56
Speaker
Und das war ein Gefühl.
00:46:58
Speaker
Ich wusste ja auch nicht, stimmt das Gefühl nicht oder stimmt das, stimmt das nicht.
00:47:03
Speaker
Und aus purer Hilflosigkeit, weil ich überhaupt, ich konnte nichts packen.
00:47:10
Speaker
Es gab nichts, was herausgeschieden ist, was sichtbar war.
00:47:14
Speaker
Aus purer Hilflosigkeit habe ich gedacht, okay, die einzige Art und Weise, wie ich das jetzt schaffe, ist, ich rede mit allen.
00:47:21
Speaker
Und zwar nicht
00:47:22
Speaker
Jahresgespräch, Besprechungsraum, Chef, sondern ich gehe mit allen spazieren.
00:47:28
Speaker
Und Robuso sitzt im Stadtzentrum von Solingen, aber direkt an der Korkenziehertrasse dran, also so eine kleine Naherholungs-Lunge, ehemalige Bahntrasse.
00:47:39
Speaker
Da kann man sehr lang spazieren gehen.
00:47:42
Speaker
Und das habe ich gemacht.
00:47:44
Speaker
Und der kürzeste Spaziergang war zwei Stunden und der längste knapp über vier.
00:47:50
Speaker
Und zwar nicht in der Firma, in Bewegung, draußen in der frischen Luft.
00:47:56
Speaker
Das ist ein bisschen Symbolik, aber mir ist das wirklich wichtig gewesen.
00:48:03
Speaker
Die Rolle Chef und die Rolle Mitarbeiter, Mitarbeiterin, wir laufen nebeneinander her.
00:48:08
Speaker
Wir gucken in die gleiche Richtung.
00:48:11
Speaker
Es ist null Konfrontation.
00:48:13
Speaker
Wir sind in Bewegung.
00:48:15
Speaker
Wir sind in der Natur.
00:48:17
Speaker
Und
00:48:18
Speaker
Das Schöne an der Gorkenziehertrasse ist, es ist kein Rundweg.
00:48:22
Speaker
Du läufst in die eine Richtung und wenn du zwei Stunden in die eine Richtung läufst und du hast alles gesagt, dann kommt der Rückweg.
00:48:30
Speaker
Jetzt läufst du nochmal zwei Stunden zurück und es ist alles gesagt.
00:48:37
Speaker
Und jetzt habe ich die Erkenntnis genommen, jetzt weiß ich, das war der Moment, wo ich feststellen konnte, was hier nicht stimmt.
00:48:48
Speaker
Wenn alles gesagt ist, was das Hirn, was das Bewusstsein sagt, was ich meinem Chef schon immer erzählen wollte, was in dem Jahr geil war und was so richtig scheiße war.
00:48:57
Speaker
Und dann kommt der Rückweg.
00:48:59
Speaker
Und zwei Stunden... So habt ihr das gemacht, ja?
00:49:04
Speaker
Wir spazieren so lange, bis wir fertig geredet haben und dann drehen wir um und gehen zurück.
00:49:08
Speaker
Nein, das war nicht klar kommuniziert von mir, gebe ich offen zu.
00:49:12
Speaker
Ich habe gesagt, wir gehen spazieren und wir drehen um, wenn einer von uns sagt, wir drehen um.
00:49:17
Speaker
Das war im Nachhinein die Erkenntnis, tatsächlich, als ich das dann irgendwann festgestellt habe, dass das sehr gut funktioniert, da habe ich schon versucht, umzudrehen, wenn alles gesagt ist.
00:49:28
Speaker
Und dann kamen die Themen, die ich haben wollte.
00:49:31
Speaker
Die drunter waren.
00:49:32
Speaker
Die drunter waren.
00:49:34
Speaker
Weil lieber erzählst du deinem Chef das Thema, was drunter ist, als zwei Stunden schweigend neben ihm herzulaufen.
00:49:44
Speaker
Das halten wir Menschen kaum aus.
00:49:47
Speaker
Also Fakt ist, wir halten es nicht aus.
00:49:49
Speaker
Ja, da habe ich sofort.
00:49:52
Speaker
Und
00:49:53
Speaker
Da bin ich quasi die Ebene tiefer gekommen, die ich irgendwie nur so in den Augen gesehen habe, im Händedruck, in der körperlichen Energie.
00:50:03
Speaker
Und da bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass ich mir so ein Virus eingefangen habe, weil ich war und bin Inhaber und Geschäftsführer.
00:50:13
Speaker
Ich bin energetisch das Zentrum vom Unternehmen und das hatte ich nicht wirklich bedacht.
00:50:20
Speaker
Also die Orientierung, das Andocken,
00:50:23
Speaker
Hans Unternehmen hat an Energie verloren.
00:50:27
Speaker
Die Menschen sind noch gekommen, haben ihren Job gemacht, haben auch gemeinsam Mittag gegessen.
00:50:33
Speaker
Aber die Leidenschaft, der Spirit, der hat merklich abgenommen.
00:50:40
Speaker
Also die innere Distanz zum Unternehmen ist bei, nicht bei allen, aber bei sehr vielen Menschen ist die so gewachsen, dass ich es spüren konnte.
00:50:49
Speaker
Wow.
00:50:51
Speaker
Und das war der Virus, den wir uns eingefangen haben.
00:50:55
Speaker
Gut, also ich war dankbar, weil jetzt kannte ich ihn.
00:50:58
Speaker
Also alles besser, ihn zu kennen, als ihn nicht zu kennen.
00:51:02
Speaker
Und dann ging es erstmal darum zu sagen, okay, alles klar, habe ich verstanden.
00:51:06
Speaker
Wie werde ich denn jetzt wieder los?
00:51:08
Speaker
Und dann ging es so gesehen meine persönliche Reise weiter, dass ich gemerkt habe, okay, klar, wir sind ein kleines Unternehmen mit knapp 20 Köpfen.
00:51:19
Speaker
Und es ist auch so, das ist ein inhabergeführtes Unternehmen.
00:51:22
Speaker
Die Werte von Robuso sind nah dran an meinen persönlichen Werten.
00:51:26
Speaker
Anders geht es nicht.
00:51:27
Speaker
Anders will ich es nicht.
00:51:30
Speaker
Aber hier jetzt ein System aufzusetzen, dass ich immer noch die Freiheit habe, nicht 50 Stunden im Unternehmen arbeiten zu müssen, sondern wirklich dieses Mehr an Zeit am Unternehmen höher strategisch zu denken, das Unternehmen auf die zukünftigen Zukunfte vorzubereiten,
00:51:48
Speaker
Das wollte ich nicht missen, das wollte ich nicht mehr hergeben.
00:51:51
Speaker
Und dann begann meine Reise tatsächlich so, jetzt sind wir schon nah dran, wo du ja auch unterwegs bist beruflich.
00:51:59
Speaker
Was macht das mit den Menschen?
00:52:00
Speaker
Wie kriege ich diese gemeinsame Energie hin?

Wiederbelebung des Unternehmensgeistes

00:52:03
Speaker
Und für mich waren das...
00:52:05
Speaker
Zukunftsbilder tatsächlich diese gemeinsame Zukunft zu visualisieren, aufzuschreiben, auch gemeinsam zu erarbeiten, sodass es eine weitere Orientierungsmöglichkeit gibt für die Zukunft als nur den Menschen.
00:52:21
Speaker
Also als nur dich sozusagen.
00:52:22
Speaker
Als nur mich.
00:52:24
Speaker
Ich bin plötzlich emotional aufgeregt.
00:52:28
Speaker
in meiner Rolle zum Engpass geworden und es hat was gemacht, dass die Menschen mich zwölf Monate nicht wahrnehmen konnten.
00:52:37
Speaker
Genau, du warst ja gar nicht da.
00:52:40
Speaker
Wo ich schon gesagt habe, wenn mich dann welche ansprechen, jetzt inzwischen ja auch schon, hey, ich möchte auch mal weg.
00:52:45
Speaker
Es gibt ein bisschen die Pflicht.
00:52:48
Speaker
Du musst dein Team darauf vorbereiten.
00:52:51
Speaker
Da führt kein Weg dran vorbei.
00:52:52
Speaker
Das kannst du jetzt nicht sein lassen.
00:52:54
Speaker
Aber die Kür ist schon...
00:52:56
Speaker
Was gibt denen Orientierung?
00:52:59
Speaker
Und dieses Thema gebe ich ganz offen zu, habe ich sträflich vernachlässigt.
00:53:06
Speaker
Ich hatte es mit meinen drei Führungskräften.
00:53:07
Speaker
Wir haben Lego Series Play vorher gemacht, wir haben uns Zukunft gebaut und so.
00:53:12
Speaker
Bei denen war das nicht.
00:53:15
Speaker
Aber bei allen anderen.
00:53:17
Speaker
Okay, und die hat das wahrscheinlich, es war halt nicht deren Aufgabe oder deren Fokus von den dreien.
00:53:25
Speaker
Absolut.
00:53:27
Speaker
Also das tat den drei auch irgendwann weh, als sie festgestellt haben, ach krass, in ihrer Zeit, als sie die Verantwortung für Führung hatten, ist diese Entfremdung, ich weiß nicht, ob das Wort passt, aber so habe ich es damals gefühlt, so entstanden.
00:53:45
Speaker
Das war auch total logisch.
00:53:46
Speaker
Also die haben echt einen Haufen Arbeit gehabt.
00:53:50
Speaker
Ja, klar.
00:53:51
Speaker
Also die wollten das natürlich auch irgendwie, aber trotzdem haben sie es sicher nicht ausgesucht.
00:53:58
Speaker
Du hast es ja ausgesucht.
00:54:01
Speaker
Spannend.
00:54:02
Speaker
Und das heißt, Zukunftsbilder
00:54:06
Speaker
Also was macht ihr da genau?
00:54:09
Speaker
Also Legacy Series Play habe ich verstanden, mache ich auch mit Teams, mit Führungsteams und ich habe letztens auch mit einem, die sind auch
00:54:23
Speaker
zehn, 15 Leute, also mit dem ganzen Unternehmen, habe ich Ängste damit bearbeitet.
00:54:29
Speaker
Also im Grunde das, was du jetzt gerade ein bisschen beschreibst.
00:54:33
Speaker
Die haben gesagt, wir sind so in Veränderung und wir wollen im Grunde wissen,
00:54:38
Speaker
Wovor hat jeder einzelne Angst?
00:54:41
Speaker
Und was können wir als Organisation dagegen tun?
00:54:44
Speaker
Oder dafür?
00:54:47
Speaker
Also auch Orientierung am Ende.
00:54:49
Speaker
Und das war wirklich mächtig, weil
00:54:54
Speaker
Das ist so ein bisschen die gleiche Erfahrung, die du gemacht hast mit dem Spazierengehen, was du auch bei den Lego-Workshops hattest.
00:55:04
Speaker
Da ist es ja auch so, dass Menschen tiefer gehen, dass es eine Chance gibt dafür, weil du halt nicht nur das Kognitive auspackst, die drei Sachen, also wovor hast du Angst,
00:55:13
Speaker
Ja, keine Ahnung, Krieg, Arbeitslosigkeit, so, das sind irgendwie so drei Sachen, aber darunter gibt es irgendwie noch ganz viel mehr, wovor du so subtil vielleicht irgendwie Sorgen hast oder Angst und das haben die so rausgearbeitet, das war ganz cool und dann Lösungen dafür, also was wünschen sie sich von der Organisation, von ihrem Chef und da musste ich gerade dran denken.
00:55:39
Speaker
Habt ihr denn heute Zukunftsbilder?
00:55:42
Speaker
Ja, wir haben Zukunftsbilder.
00:55:44
Speaker
Wir haben als Unternehmen ein Zukunftsbild, was ich mit den Führungskräften gemeinsam erarbeitet habe in der ersten Version.
00:55:51
Speaker
Dann habe ich es mit der Belegschaft nochmal nachgeschärft.
00:55:55
Speaker
Es ist gedruckt, es ist vorhanden und es beginnt jetzt zu wirken seit zwei Jahren, dass es halt auch Orientierungsenergie geben kann.
00:56:07
Speaker
Das heißt, das war sozusagen Spaziergänge.
00:56:12
Speaker
Das will ich nochmal festhalten.
00:56:14
Speaker
Das ist ja ein geiles Tool eigentlich als Führungskraft.
00:56:18
Speaker
Das nicht im Meetingraum zu machen oder in der Produktionshalle, sondern quasi genau das zu tun, was du beschrieben hast.
00:56:27
Speaker
Und dann ist dein Fazit daraus gewesen, diese Identifikation ist irgendwie...
00:56:35
Speaker
gebröckelt oder hat gebröckelt und dann war deine Reaktion darauf zu sagen, okay, was kann die wieder schärfen, auch wenn ich vielleicht nicht permanent irgendwie im Mittelpunkt bin und die Antwort war, wir brauchen sowas wie ein Zukunftsbild.
00:56:51
Speaker
Ja, also das am Schluss, genau, am Schluss war es, also ich bin von Haus aus Informatiker, ich bin der logischen Schlussfolgerung sehr angetan.
00:57:01
Speaker
Am Schluss war es tatsächlich, glaube ich, einfach so eine kausale Kette.
00:57:04
Speaker
Also am Anfang wusste ich nicht, hier ist irgendwas, ich muss das jetzt finden.
00:57:07
Speaker
Das war ja so die Rolle Detektiv.
00:57:09
Speaker
Da brauchte ich irgendein Werkzeug, was ich benutzen kann, um rauszufinden, was da ist.
00:57:14
Speaker
Das war in diesem Falle die Spaziergänge.
00:57:17
Speaker
Dann habe ich es rausgefunden, was diese Unstimmigkeit dieser Virus ist.
00:57:21
Speaker
Und dann habe ich gedacht, okay, ich habe keine Ahnung, wie ich damit umgehe.
00:57:25
Speaker
Hat mir noch nie jemand beigebracht, was man da macht.
00:57:28
Speaker
Ich habe noch nichts dazu gelesen.
00:57:29
Speaker
Da habe ich gedacht, ich habe jetzt einen blinden Fleck.
00:57:31
Speaker
Also gut, da habe ich gedacht, das ist schön, darf mich jetzt damit beschäftigen.
00:57:35
Speaker
Es freut mich wirklich.
00:57:35
Speaker
Dann habe ich mich da reingefuchst, geguckt, was gibt es da alles.
00:57:39
Speaker
Und dann habe ich mich schon daran erinnert, ja krass, aber Zukunftsbilder haben ja genau dazu beigetragen, dass wir als Familie diese Segelreise gemacht haben.
00:57:46
Speaker
Also wo ich gedacht habe, da ist doch schon voll viel da.
00:57:50
Speaker
Und jetzt brauchte ich nur, klingt jetzt einfach, aber ich brauchte nur ein System, ein Prozess, wie ich das, was meine Frau und ich einfach nur so gemacht haben, irgendwie adaptieren kann auf
00:58:08
Speaker
Und den Prozess habe ich gefunden, habe mich dann auch als Zukunftsbildberater ausbilden lassen und habe den Prozess jetzt auch schon mit anderen Gruppen gemacht.
00:58:20
Speaker
In einem Tag tatsächlich ist es, die Psychologie ist immer das Gleiche, tatsächlich den Kopf aufmachen, dass du von diesen Gruppen,
00:58:26
Speaker
Sachen, die dir sofort einfallen, irgendwann Ebene für Ebene für Ebene tiefer kommst, damit du wirklich weißt... Wie beim Spaziergang.
00:58:34
Speaker
Wie beim Spaziergang, ja.
00:58:35
Speaker
Oder wie du jetzt bei deinem Beispiel mit Lego Series Play und den Ängsten, dass du selber an die Dinge rankommst, wo du merkst, ah, hier sind die wirklich großen Energien.
00:58:43
Speaker
Also von denen ich weg will, aber halt auch zu denen ich hin will.
00:58:46
Speaker
Und das ist toll.
00:58:49
Speaker
Das ist einfach total toll, wenn du irgendwann feststellst,
00:58:53
Speaker
krass, das sind die Sachen, die mich wirklich, wirklich bewegen in meinem Leben.
00:58:58
Speaker
Aber halt auch, und das finde ich wirklich wichtig, weil das haben wir für die Reise gemacht, mit diesen Mayday-Optionen, Abbruchkriterien, die Ängste benennen und nicht nur die Ängste, die gesellschaftsfähig sind.
00:59:11
Speaker
An die kommen wir alle ran.
00:59:13
Speaker
Aber richtig hart wird es auch in der Moderation mit extern oder nicht extern den Raum so aufzubauen, dass die Menschen den Mut haben, über die Ängste zu reden, die nicht gesellschaftsfähig sind.
00:59:24
Speaker
Und das ist großes Kino, wenn dir das gelingt.
00:59:29
Speaker
Und bei euch würdest du sagen, also aus deiner Selbstwahrnehmung ist das gelungen, das ist sozusagen Teil dieser Zukunftsbildbroschüre, die ihr habt?
00:59:40
Speaker
Ja, das ist ein wichtiger Baustein dafür.
00:59:44
Speaker
Und ich habe jetzt auch, ich meine, jetzt haben wir das gemacht, jetzt habe ich irgendwie als Informatiker auch gedacht, Job dann, aber so ist es natürlich nicht.
00:59:51
Speaker
Also, es ist ein lebendiges Werk und ich habe jetzt schon viel zu lang nicht mehr meine Spaziergänge gemacht.
00:59:58
Speaker
Das habe ich mir wirklich für 2026 vorgenommen, es wieder zu machen, weil es am Schluss sind es Menschen, die zusammenarbeiten und das ist,
01:00:09
Speaker
sich immer wieder die Zeit zu nehmen, da einander auch wirklich fokussiert zuzuhören.
01:00:15
Speaker
Das war am Schluss das, was mich, letzter Satz zum Spazierengehen oder letzter Erkenntnis, ich habe die Spaziergänge am Anfang sehr BWL-erisch gedacht.
01:00:27
Speaker
Also da hatte ich eigentlich, ich gehe um neun spazieren, um elf, um eins, um drei.
01:00:30
Speaker
Vier Spaziergänge pro Tag, 20 Menschen, bin ich in der Woche durch.
01:00:34
Speaker
Ich habe acht Wochen gebraucht.
01:00:37
Speaker
erstens waren sie länger, zweitens habe ich festgestellt, ich will mich da auch gut drauf vorbereiten und drittens, und das hatte ich völlig unterschätzt, nach einem drei-, vierstündigen Spaziergang, wo wir Menschen Dinge erzählen, die sie, viele haben wir Dinge erzählt, die sie sonst keinem erzählen oder die für sie selbst überraschend tief waren.
01:01:06
Speaker
Da kann ich nicht ins Unternehmen gehen und sagen, der Nächste, bitte, das macht auch was mit mir.
01:01:12
Speaker
Ich war durch.
01:01:14
Speaker
Ich war wie acht Stunden Malochen.
01:01:17
Speaker
Ich war fix und fertig.
01:01:20
Speaker
Und nicht, weil ich vier Stunden spazieren gehe für die krassesten Marathonsport.
01:01:24
Speaker
Ja, ja, ne, mental, ne?
01:01:27
Speaker
Ich war mental fix und fertig.
01:01:29
Speaker
Ich brauchte selber erstmal Ruhe, Pause, musste das sacken lassen, musste für mich filtern, was sind die Dinge, die mich was angehen.
01:01:38
Speaker
Es gab auch ein paar Dinge, die in die andere Kategorie fallen.
01:01:42
Speaker
Und wie entwickle ich die weiter?
01:01:46
Speaker
Also am Schluss mehr als drei Spaziergänge pro Woche habe ich nicht hingekriegt.
01:01:51
Speaker
Das glaube ich dir.
01:01:52
Speaker
Das hatte ich total unterschätzt.
01:01:54
Speaker
Ich kann das, glaube ich, ein bisschen zumindest nachfühlen, weil ich, wenn ich so mehrere Workshops die Woche habe, dann geht es mir auch so.
01:02:06
Speaker
Ich bin auf der einen Seite, würde ich sagen, bin ich sehr glücklich, weil ich total gerne mache, was ich mache.
01:02:10
Speaker
Aber auf der anderen Seite bin ich auch
01:02:13
Speaker
erschöpft vielleicht der richtige Begriff, weil dieses sich öffnen für andere, dann zuhören, aufsaugen, dass also auch dieses Empathie zu zeigen oder empathisch zu sein, das merke ich ja auch, dass das gibt nicht nur was, sondern das kostet auch was.
01:02:33
Speaker
Ja und am Schluss ist es schon diese Erkenntnis, dass
01:02:37
Speaker
wirklich dieses fokussierte, empathische Zuhören.
01:02:41
Speaker
Das finde ich jetzt, also ein bisschen Generalkritik, das können nur noch wenige.
01:02:46
Speaker
Das haben wir irgendwie verlernt als Kultur, insbesondere in betriebswirtschaftlich organisierten Strukturen.
01:02:56
Speaker
Und das geht nicht auf Knopfdruck und das geht nicht in sieben Minuten.
01:03:00
Speaker
Und es ist echt schwer.
01:03:02
Speaker
Es fehlt Zeit.
01:03:03
Speaker
Das ist ein Punkt sicherlich.
01:03:05
Speaker
Also ich meine, du hast ja ein Produktionsunternehmen.
01:03:08
Speaker
Wenn du dir das jetzt noch größer denkst, da ist ja alles durchgetaktet.
01:03:12
Speaker
Und da jetzt also so ein
01:03:16
Speaker
Zeitpuffer irgendwie einzubauen.
01:03:18
Speaker
Also dem Produktionsunternehmen, mit dem ich arbeite, stelle ich regelmäßig fest, das ist total schwer.
01:03:23
Speaker
Zu sagen, wir machen jetzt mal eine Stunde, ist abgegrenzt, aber da haben wir ein Gesprächsformat.
01:03:31
Speaker
Und du hast es vorhin eingangs gesagt,
01:03:34
Speaker
Und dann würde ich den Cliffhanger mit der roten Hose nochmal machen.
01:03:39
Speaker
Du hast es ja eingangs gesagt, du hast im Einklang mit der Natur gelebt, hell und dunkel.
01:03:45
Speaker
Das tun wir ja im Grunde nicht mehr, sondern wir können ja durch Strom, durch Klimaanlage, Heizung und whatever, brauchen wir das ja nicht mehr.
01:03:53
Speaker
Und dadurch hat sich auch der Umgang mit Zeit natürlich völlig verändert.
01:04:00
Speaker
Also ihr habt zehn Stunden geschlafen, hast du gesagt.
01:04:04
Speaker
Aber die Nacht hatte ja dann, wenn ich das richtig gerechnet habe, also zwölf Stunden.

Reflexionen über ein Leben ohne Technologie

01:04:09
Speaker
Also gab es ja noch zwei Stunden Zeit, die du für dich alleine nutzen konntest und im Dunkeln da auf der Reling oder auf dem Schiff saßt oder ihr habt gequatscht oder was gespielt oder sozial interagiert, so würde ich das überschreiben.
01:04:25
Speaker
Und das ist halt in der Welt, in der wir leben, mit Social Media, mit Handys, mit Fernsehen, mit unterschiedlichen Lebensplänen oder Abläufen des Tages, ist das natürlich viel, viel schwieriger, das zu tun.
01:04:43
Speaker
Voll.
01:04:45
Speaker
Und das war wirklich ein Privileg, ja.
01:04:47
Speaker
Genau.
01:04:48
Speaker
Das ist also
01:04:51
Speaker
sieht man vielleicht zu Beginn, weiß gar nicht, ob man das immer so sieht, aber das ist es tatsächlich, glaube ich.
01:04:57
Speaker
Also klar, du hast keine Kommunikationsmedien, aber das war vermutlich in vielen Fällen eher ein Vorteil als ein Nachteil auf eurem Schiff, würde ich annehmen.
01:05:09
Speaker
Ja, und gerade jetzt in unserem Gespräch wird mir schon auch selber wieder bewusst, was dieses sich füreinander Zeitnehmen, also insbesondere in der beruflichen Rolle,
01:05:20
Speaker
Das ist eine gigantische Investition.
01:05:24
Speaker
Also die hatten, also jetzt mal richtig für alle Betriebswirtschaftler da draußen, die hat einen gigantischen ROI und zwar einen gigantischen kleinen.
01:05:32
Speaker
Also das ist sowas von wirksam.
01:05:37
Speaker
sich die Zeit nehmen.
01:05:38
Speaker
Und da reicht eine Stunde nicht.
01:05:43
Speaker
Es ist halt nicht so richtig messbar.
01:05:45
Speaker
Das ist sozusagen so ein Punkt, an dem ich ja immer wieder bin, weil wenn ich so Führungskräfteentwicklungsprogramme habe, dann ist so eine Message, die relativ schnell gesetzt wird, als Führungskraft, um diese Dinge, die ich aufzeige oder die du ja auch aufgezeigt hast jetzt in unserem Gespräch, da braucht eine Führungskraft immer eins und das ist Zeit.
01:06:08
Speaker
Und ich kenne keine Führungskraft, die Zeit hat.
01:06:10
Speaker
Also die sagen würde, ich weiß gar nicht, was ich zwischen 14 und 17 Uhr mache.
01:06:16
Speaker
Gehe ich spazieren, ab sofort.
01:06:19
Speaker
Und dann wird es ja noch schwerer.
01:06:22
Speaker
Jetzt nehme ich dich so als Typ wahr, der über Gefühle redet, der vermutlich auch mit Menschen gern zusammen ist und zuhört.
01:06:30
Speaker
Also vielleicht auch eher eine Persönlichkeit hat,
01:06:36
Speaker
die matcht zu sowas, zu so einem Spaziergang oder zu so Gesprächen.
01:06:40
Speaker
Aber wenn du Informatik studiert hast, was ja auch andere noch kennengelernt haben, die vielleicht eher zahlenaffiner sind und Dinge lieber alleine in ihrem Büro ausmachen und für die ist
01:06:54
Speaker
diese Entscheidung, das zu tun, was du beschreibst, natürlich noch herausfordernder, weil sie ein Stück weit auch über ihren eigenen Schatten springen müssen.
01:07:07
Speaker
Aber geile Punkte.
01:07:12
Speaker
Ich sage das, da bin ich ganz transparent bei ganz vielen meiner Gäste.
01:07:16
Speaker
Wir müssen bestimmt einen zweiten Teil machen.
01:07:20
Speaker
Aber den ersten, den beenden wir mit einer Frage, die ich noch habe, ist die letzte.
01:07:24
Speaker
Aber bevor wir die stellen, ganz kurz, löst mal den Cliffhanger Rote Hose auf.
01:07:28
Speaker
Rote Korte, so haben wir uns kennengelernt.
01:07:29
Speaker
Was hat es damit auf sich?
01:07:31
Speaker
Ja, die Rote Hose ist in der Langfahrtsegelbranche, also eine sehr kleine Gruppe.
01:07:40
Speaker
Aber eine sehr extrem aktive Bubble ist es ein Symbol für den Erfolg.
01:07:46
Speaker
Also wenn ich meine Vorträge halte, ist der letzte Punkt immer, wir brauchen Erfolge, wir müssen Erfolge wieder feiern und wir müssen wissen, was ist überhaupt ein Erfolg?
01:07:54
Speaker
Erfolg ist nicht nur Cash, um Gottes

Die symbolische Bedeutung der roten Shorts im Segeln

01:07:57
Speaker
Willen.
01:07:57
Speaker
Es ist sehr viel mehr und die kurze rote Hose in der Blaubasser-Segelszene ist das Erfolgssymbol für eine Atlantiküberquerung.
01:08:09
Speaker
Und die Menschen haben, diejenigen Menschen, die eine Atlantiküberquerung gemacht haben, haben so gesehen in dieser Bubble sich das Recht ersegelt, eine rote Hose zu tragen.
01:08:24
Speaker
Das ist natürlich ein bisschen ein Symbol mit dem Augenzwinkern.
01:08:27
Speaker
Aber ich habe kennengelernt, das habe ich halt in der Karibik bei einem großen Segelregatta internationaler Art gemerkt.
01:08:36
Speaker
Das ist nicht witzig.
01:08:39
Speaker
Also das ist ein Symbol und die Menschen respektieren das Symbol und mit Symbolen scherzt man nicht.
01:08:45
Speaker
Also es ist schon, das machst du nicht nur einfach nur so, weil es nett ist.
01:08:51
Speaker
Es zeigt, hier hat jemand was richtig Krasses geleistet und das ist immer mit Respekt verbunden und mit sofort einem Door-Opener fürs nächste Gespräch.
01:09:05
Speaker
Und die
01:09:09
Speaker
Die Szene in meinem Auge, wo ich schon gemerkt habe, also weswegen ich sie auch wirklich, wirklich mit Stolz trage.
01:09:15
Speaker
Bei jedem meiner Vorträge, ich freue mich immer wieder, in diese rote Hose zu schlüpfen.
01:09:21
Speaker
Und die Story, die damit verbunden ist, noch kurz zum Schluss.
01:09:25
Speaker
Wie gesagt, große internationale Segelregatta in Antigua, 2000 Menschen, große Siegerehrung am Freitag, eine Crew nach der anderen in unterschiedlichen Klassen.
01:09:35
Speaker
Also wie bei so einem klassischen Wettkampf, werden auf die Bühne geholt.
01:09:40
Speaker
Caribbean Steel Drum Music spielt, ja, überall wird gegessen und getrunken, 2000 Menschen reden, also es ist nicht leise und der Moderator gibt dritten Pleiß, zweiten Pleiß, ersten Pleiß, nächste Regatta-Gruppe und das gleiche und irgendwann kommt eine Gruppe auf die Bühne und ein etwas älterer Herr, würde ich sagen, so um die 60, trägt eine rote Hose.
01:10:01
Speaker
Bis dahin
01:10:02
Speaker
kannte ich das irgendwie, aber habe dem jetzt auch nicht so viel bedeutet.
01:10:06
Speaker
Die sind ein bisschen speziell in dieser Bubble drin.
01:10:08
Speaker
Da habe ich gesagt, ja gut, wer ist das nicht?
01:10:13
Speaker
So, die Art und Weise, wie der Moderator damit umgegangen ist, war krass.
01:10:19
Speaker
Der hat wirklich ins Mikrofon gesagt, okay, everybody, be quiet now.
01:10:25
Speaker
We have a topic.
01:10:28
Speaker
Und in dem Moment,
01:10:30
Speaker
wurde der Getränke-Ausschank eingestellt, der Essens-Ausschank eingestellt.
01:10:36
Speaker
Die Band hat aufgehört zu spielen.
01:10:38
Speaker
Alle Gespräche sind verstummt und 2000 Menschen haben zur Bühne geguckt, als er mit dem Mikrofon zu diesem Mann in der roten Hose gelaufen ist.
01:10:48
Speaker
Do you know what this means?
01:10:55
Speaker
Und
01:10:57
Speaker
Diese zwei, drei Sekunden, das sind auch so ein Moment, Norman, die werde ich nie vergessen.
01:11:04
Speaker
Wenn 2000 Menschen plötzlich nichts mehr machen und nur ganz gespannt auf die Bühne gucken.
01:11:13
Speaker
Kein Klirren, kein Klimpern, nichts.
01:11:17
Speaker
Das ist diese berühmte Atmosphäre, wenn man im Deutschen sagt, die Stecknadel fallen hören.
01:11:25
Speaker
So war das.
01:11:27
Speaker
Wo ich nur gedacht habe, der arme alte Mann, wenn der jetzt so ein Touri ist, so wie ich mich damals ja auch oft gefühlt habe.
01:11:36
Speaker
Oh Gott, oh Gott, oh Gott.
01:11:38
Speaker
Naja, der Moderator ist mit dem Mikrofon zu ihm hingelaufen, do you know what that means?
01:11:43
Speaker
Und der hat natürlich von einem Ohr bis zum anderen gegrinst und hat gesagt, yes.
01:11:46
Speaker
Und dann hat der Moderator gesagt, have you crossed the Atlantic Ocean?
01:11:50
Speaker
Und die Antwort von diesem älteren Herrn war, yes, solo.
01:11:55
Speaker
Also ein Hand ohne Crew.
01:11:58
Speaker
Das ist wirklich die ganz große Königsdisziplin.
01:12:02
Speaker
Und die Menge johlte, brüllte, brodelte, drum setz, alles mögliche hat Lärm gemacht, was es da gab zum Lärmmachen, um diesen Menschen zu feiern, um ihn zu feiern und es zu würdigen, was er da geschafft hat.
01:12:21
Speaker
Und das war, das bleibt drin.
01:12:25
Speaker
Okay, danke für die Geschichte.
01:12:27
Speaker
Ich finde, sollten wir nochmal einen zweiten Teil machen, da stecken ja auch eine Menge Werkzeuge tatsächlich noch drin für das Thema Führung auch.
01:12:37
Speaker
Also solchen Symbolen und auch Erfolge feiern, hast du gesagt, ist auch ein Punkt, das beobachte ich auch, dass der oft untergeht, auch dem Zeitmangel geschuldet.
01:12:48
Speaker
Letzte Frage, Christian.
01:12:51
Speaker
Ich stelle dir all meinen Gästinnen, also auch dir, und die lautet, welche Pressemeldung würdest du gerne von dir, von deinem Unternehmen oder über das Thema Führung, Kultur, Zukunftsbilder in den nächsten zwölf Monaten lesen?
01:13:07
Speaker
Kleines Solinger Produktionsunternehmen ist Vorreiter in der neuen Welt.
01:13:15
Speaker
vertrauensbasierten Führungskultur.
01:13:17
Speaker
Cool.
01:13:17
Speaker
Was ist das Solinger Tageblatt oder wo müssen wir gucken?
01:13:24
Speaker
Ja, ja, so ein länger Targetblot, aber ich habe schon auch, mein Ego ist schon auch vorhanden, Norman, gebe ich schon zu.
01:13:30
Speaker
Ich mache es auch mit der FATS und der Süddeutsche.
01:13:34
Speaker
Ich hatte letztens jemanden, der sagte, ich dachte eher so an die Times oder an den Harvard Business Manager oder so.
01:13:44
Speaker
Aber da könnte man dich auch lesen.
01:13:45
Speaker
Christian, danke.
01:13:47
Speaker
Großartige, über eine Stunde haben wir miteinander gequatscht.
01:13:50
Speaker
Ich könnte noch weiter.
01:13:52
Speaker
Danke für das tolle Gespräch.
01:13:54
Speaker
Dankeschön, Norman, für die Einladung.
01:13:55
Speaker
Es hat mir viel Spaß gemacht.
01:13:58
Speaker
Ciao.
01:14:00
Speaker
Ciao.
01:14:01
Speaker
Das war eine neue Folge von Führen mit Herz und Verstand.
01:14:05
Speaker
Toll, dass du dabei warst und dir die Zeit genommen hast.
01:14:08
Speaker
Wenn es dir gefallen hat, hinterlass mir doch bitte direkt jetzt eine positive Bewertung.
01:14:13
Speaker
Ich wünsche dir eine tolle Zeit und gutes Gelegen bei dem, was auf dich wartet.