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#74 Anpassungsfähigkeit | Orientierung | Vertrauen – Interview mit Gülay Elsner

Führen mit Herz & Verstand
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148 Plays1 month ago

Wie gelingt Führung, wenn Menschen unterschiedlich denken, fühlen und handeln?

In dieser Episode spricht Normen mit Gülay Elsner über Vielfalt als Führungsrealität, Anpassungsfähigkeit als Schlüsselkompetenz und warum Orientierung die Grundlage für Vertrauen ist. Gülay teilt Einblicke aus ihrer internationalen Erfahrung und zeigt, wie Führungskräfte Klarheit schaffen, ohne Vielfalt zu unterdrücken.

Im Gespräch geht es unter anderem um:

💜 warum Vielfalt mehr ist als ein Buzzword – und echte Performance treibt

💜 wie Führung Orientierung gibt, ohne Kontrolle auszuüben

💜 weshalb Vertrauen die Basis für Entwicklung und Veränderung ist

💜 wie Fehlerkultur entsteht, ohne Verantwortung zu verlieren

Außerdem spricht Gülay darüber, warum erfolgreiche Führung nicht darin liegt, Antworten zu haben – sondern darin, Räume zu schaffen, in denen unterschiedliche Perspektiven wirken können. Eine inspirierende Folge über moderne Führung, kulturelle Dynamiken und die Kunst, Klarheit in Komplexität zu bringen.

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🖼️ Das Führungsposter: Dieses Poster bietet Führungskräften und Teams inspirierende Grundsätze, um eine positive und unterstützende Atmosphäre zu schaffen. Es fördert Innovation, Zusammenarbeit und persönliche Entwicklung und stärkt so die Führungskompetenzen im Unternehmen. Das Führungsposter ist in den Größen A3 und A2 erhältlich. Du findest es bei uns im Shop.

Recommended
Transcript

Einführung und Podcast-Themen

00:00:00
Speaker
Die Fähigkeit, sich auf Veränderungen schnell einzustellen, das Positive zu sehen, Schnittmengen zu finden, Verbindungen zu schaffen.
00:00:08
Speaker
Und ich glaube, all das ist mir wirklich gelungen, weil ich eben so aufgewachsen bin, wie ich aufgewachsen bin.
00:00:14
Speaker
Und relativ schnell, und ich glaube, das ist Teil einfach unserer DNA,
00:00:19
Speaker
denken wir in Lösungen.
00:00:21
Speaker
Ich glaube, da gibt es tatsächlich ständiges Hinterfragen, Optimieren und Schauen, wo können wir Effizienz noch heben ohne dabei.
00:00:30
Speaker
Und das ist mir persönlich ganz, ganz wichtig, den Blick für den Menschen im Vordergrund zu verlieren.
00:00:38
Speaker
Gute Führung zeigt sich nicht im Organigramm, sondern im Miteinander, Tag für Tag.
00:00:44
Speaker
Studien zeigen, wenn MitarbeiterInnen sich gesehen und wertgeschätzt fühlen, steigt die Produktivität um bis zu 20 Prozent.
00:00:51
Speaker
Doch wie gelingt das inmitten von Druck, Dynamik und Dauerstress?
00:00:56
Speaker
In Führen mit Herz und Verstand spreche ich mit Menschen, die Verantwortung anders leben.
00:01:04
Speaker
Du bekommst praxisnahe Werkzeuge für eine menschen- und sinnorientierte Führung.
00:01:10
Speaker
Und echte Geschichten von Führungspersönlichkeiten, bei denen innere Haltung den Unterschied macht.

Vorstellung Gülei Elsner und ihrer kulturellen und beruflichen Reise

00:01:16
Speaker
Ich bin Norm Ulbrich.
00:01:18
Speaker
Schön, dass du da bist.
00:01:20
Speaker
Heute darf ich euch einen ganz besonderen und wunderbaren Gast ankündigen.
00:01:24
Speaker
Aufgewachsen zwischen zwei Kulturen, mit den ersten Lebensjahren in der Türkei und dem weiteren Weg in Deutschland, entsteht früh ein Gespür dafür, wie unterschiedlich Menschen geprägt sind und was es braucht, damit Verbindung trotzdem gelingt.
00:01:42
Speaker
Der berufliche Weg beginnt im Vertrieb, nah an Menschen und Entscheidungen und führt über Personalberatung Schritt für Schritt
00:01:50
Speaker
in die Arbeit mit Organisation.
00:01:54
Speaker
Dort entsteht ein feines Verständnis dafür, wann Menschen wirklich zueinander passen und wann eben nicht.
00:02:01
Speaker
Heute verantwortet sie bei DevelopX den Bereich People and Culture, ein Unternehmen, das Organisationen dabei unterstützt, digitale Geschäftsmodelle aufzubauen und weiterzuentwickeln.

Fokus auf Teamarbeit und Vielfalt bei DevelopX

00:02:13
Speaker
Mit rund 300 MitarbeiterInnen, verteilt auf verschiedene Länder, die gerade stärker zusammenwachsen.
00:02:20
Speaker
Was mir dabei besonders auffällt, die Klarheit im Blick auf Menschen und gleichzeitig die Bereitschaft, sich auch außerhalb des Jobs immer wieder in Situationen zu bringen, die herausfordern und verbinden.
00:02:33
Speaker
Ob im sozialen Engagement oder ganz persönlichen Grenzen, die sie neu kennenlernt.
00:02:39
Speaker
Und damit sage ich herzlich willkommen im Podcast.
00:02:42
Speaker
Ich freue mich riesig, dass du heute hier bist.
00:02:44
Speaker
Gülei Elsner.
00:02:46
Speaker
Vielen, vielen Dank, Norm.
00:02:48
Speaker
Ich freue mich wahnsinnig, auch heute hier zu sein und freue mich auf unseren Austausch.
00:02:53
Speaker
Und ganz lieben Dank für die netten Worte in deiner Moderation.
00:02:57
Speaker
Sehr gern.
00:02:58
Speaker
Und wenn ich das richtig erinnere, ist, glaube ich, auch dein erster Podcast, wo du... Das ist so.
00:03:04
Speaker
Ja, ich darf sagen, dass ich schon einige Einladungen hatte,
00:03:07
Speaker
oder anfragen und mich bisher noch nicht getraut haben.
00:03:12
Speaker
Das ist vielleicht der richtige Ausdruck.
00:03:14
Speaker
Und ja, umso mehr freue ich mich, dass ich mich jetzt durchringen konnte und heute hier bin.
00:03:19
Speaker
Schön, ich freue mich auf ein spannendes Gespräch mit dir.
00:03:24
Speaker
Gülay, lass uns mal direkt reinspringen.
00:03:26
Speaker
Ich habe das ja eben in deiner Anmoderation schon gesagt.
00:03:29
Speaker
Du hast Wurzeln in der Türkei, hast auch die ersten Jahre gelebt.
00:03:34
Speaker
Erinnerst du dich noch an einen Moment aus deiner Kindheit zwischen Türkei und Deutschland, wo du für dich gemerkt hast, ich bin hier irgendwie nicht nur in einer Welt, sondern ich bin irgendwie in mehreren Welten.
00:03:48
Speaker
Und wie war das für dich?
00:03:50
Speaker
Ja, spannende Frage tatsächlich.
00:03:54
Speaker
Ja, also ich bin in Istanbul geboren.
00:03:56
Speaker
Ich habe die ersten dreieinhalb Jahre auch tatsächlich in Istanbul beziehungsweise in der Türkei gelebt.
00:04:01
Speaker
Wir sind aber auch schon zu dem Zeitpunkt viel umgezogen mit der ganzen Familie.
00:04:06
Speaker
Mein großer Bruder war natürlich auch mit dabei.
00:04:08
Speaker
Meine Oma, also die Mutter von meiner Mutter.
00:04:11
Speaker
Das heißt schon immer in dem Mehrgenerationenhaushalt quasi als deutsche Gastfamilie meine Mama in die Türkei ausgewandert.
00:04:20
Speaker
Also da kamen schon, dann wurde ich irgendwann geboren, da kamen schon so viele Dinge zusammen und auch durch die Umzüge und durch die, glaube ich, an sich türkische Kultur, in der ich ja mittendrin groß geworden bin die ersten Jahre,
00:04:37
Speaker
habe ich nie das Gefühl gehabt, verwurzelt zu sein.
00:04:41
Speaker
Also dieses, ich bin nicht starr, ich bin nicht fest, sondern ich habe immer, und das war das Gefühl, was ich aus meiner Kindheit mitnehme, im positiven Sinne zwischen den Welten und kann von allem irgendwie das Beste haben und sehr traditionell, aber auch so von meiner Großmutter, von meiner Oma, die sehr kirchlich, katholisch und sehr
00:05:04
Speaker
gläubig und sehr streng war auch in diesem Kontext.
00:05:09
Speaker
Und dann aber auch eben die Türkei und die türkischen Menschen dort als sehr offen kennengelernt.
00:05:18
Speaker
Also das ist ein wirrer Mix und ich merke jetzt auch gerade, wenn ich darüber rede, aber das ist es.
00:05:22
Speaker
Das ist das Gefühl, was aus meiner Kindheit geblieben ist.
00:05:25
Speaker
Im positiven Sinne ein Mix aus vielen Welten.
00:05:27
Speaker
Genau, das hast du so gesagt, im positiven Sinne.
00:05:30
Speaker
Weil ich kann mich
00:05:31
Speaker
Ich kann mich an eine Zeit in meinem Leben erinnern, da war ich unheimlich viel unterwegs.
00:05:37
Speaker
Da habe ich in, also hier wo ich jetzt bin, in Lüneburg gelebt, dann habe ich in Braunschweig gearbeitet und war dann noch europaweit quasi unterwegs.
00:05:48
Speaker
Und da gab es wirklich mal so einen Moment, wo
00:05:52
Speaker
da bin ich irgendwie auch aufgewacht und dann dachte ich so, wo bin ich eigentlich?
00:05:58
Speaker
Also da war ich so orientierungslos wirklich, weil ich nicht wusste, bin ich jetzt in Braunschweig im Bett, bin ich in irgendeinem Hotel, wenn ja in welcher Stadt oder bin ich in Lüneburg?
00:06:07
Speaker
Und das fand ich tatsächlich nicht so, also das war ein unangenehmes Gefühl, weil mir so Orientierung fehlte.
00:06:14
Speaker
Aber du hast das anders wahrgenommen, du hast es anders erlebt oder anders bewertet für dich.
00:06:19
Speaker
Ja, ich glaube tatsächlich, wobei diesen Moment kenne ich auch.
00:06:22
Speaker
Ich habe ja eine relativ lange Zeit auch im Außendienst gearbeitet und war auch super viel unterwegs und in verschiedenen Städten und habe mich dann auch das eine oder andere mal gefragt, wo bist du eigentlich gerade?
00:06:34
Speaker
Und muss aber sagen, ich verorte das für mich als etwas sehr Positives.
00:06:40
Speaker
Wahrscheinlich, weil ich so groß geworden bin.
00:06:41
Speaker
Das ist meine Vermutung.
00:06:43
Speaker
Ich bin dann später auch in meinem Leben sehr oft umgezogen, habe mich immer wieder auf neue Umfelder eingestellt, sei es jetzt jobmäßig oder auch im privaten Kontext.
00:06:52
Speaker
Und für mich war das immer ein sehr großes Geschenk, was ich da aus meiner Kindheit mitgenommen habe.
00:06:58
Speaker
dass ich auch heute sage, ich lebe seit 13 Jahren in Hamburg.
00:07:02
Speaker
Ich liebe dieses Staat, ich liebe die Menschen, ich liebe mein Leben hier.
00:07:05
Speaker
Wenn man mich jetzt aber fragt, wirst du hier bleiben, wäre keine klare Antwort von mir zu holen, weil ich sagen würde, weiß ich nicht.
00:07:14
Speaker
Wer weiß, wo es mich vielleicht morgen oder übermorgen hintreibt.
00:07:17
Speaker
Und deswegen dieses keine Wurzeln haben, so schön ich es auch finde andererseits.
00:07:21
Speaker
Also ich kann der anderen Seite auch durchaus was abgewinnen.
00:07:24
Speaker
Wenn ich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis
00:07:27
Speaker
Ich schaue auch an den Orten, wo ich beispielsweise zur Schule gegangen bin.
00:07:31
Speaker
Und meine Freundin, mit der ich auch heute noch befreundet bin, die lebt halt schon immer dort.
00:07:36
Speaker
Und das ist auch irgendwie ein schönes Lebensgefühl.
00:07:41
Speaker
Für mich selber wäre es nichts.
00:07:42
Speaker
Ich kann dem dann auch was abgewinnen.
00:07:44
Speaker
Aber ja, ich finde orientierungslos etwas Positives abzugewinnen, ist schwierig.
00:07:50
Speaker
Aber ich glaube, der Vielseitigkeit, etwas abzugewinnen, das auf jeden Fall.
00:07:55
Speaker
Also genau, das ist ein schöner Satz, den du nochmal reingebracht hast.
00:07:59
Speaker
Ich habe so einen Führungsgrundsatz, der lautet Orientierung schafft Sicherheit und Sicherheit schafft Vertrauen.
00:08:04
Speaker
Und damit würde ich genau, wie du es gerade formuliert hast, sagen, Orientierungslosigkeit ist im Grunde nichts Positives.
00:08:11
Speaker
Aber du fühlst die ja nicht.
00:08:13
Speaker
Das ist, würde ich sagen, der Unterschied.
00:08:15
Speaker
Du erlebst diese, also du hast ja auch Wurzeln, würde ich annehmen, wenn du darüber redest.
00:08:22
Speaker
Die bestehen halt nur nicht aus
00:08:24
Speaker
eine Hausnummer oder eine Straße, sondern die sind halt anders.
00:08:29
Speaker
Die hast du für dich anders geprägt.
00:08:31
Speaker
Aber finde ich spannend, weil man ja manchmal, finde ich, in dieser Diskussion um zugewanderte Menschen oder Familien beschäftigt,
00:08:44
Speaker
dass er eher andersrum hört, dass die sich orientierungslos fühlen, dass die das nicht so wertvoll oder einige zumindest oder viele, ich weiß es gar nicht, aber so empfinden, wie du das gerade empfindest.
00:08:57
Speaker
Du hast ja viele, das ist ja eher eine Stärke, würde ich sagen, wenn du das so sagst, so ein Thema Veränderung in der heutigen Zeit, also da zahlst du ja eher positiv drauf ein, würde ich annehmen, mit den Fähigkeiten, die du da gewonnen hast.
00:09:11
Speaker
Absolut, ja.
00:09:12
Speaker
Ich glaube, es hat ganz viel damit zu tun, wie stark verankert die Kultur im Umfeld war oder ist, in dem man aufwächst.
00:09:23
Speaker
Und wenn man dann an den anderen Ort kommt oder in ein anderes Umfeld kommt und mit dem Paket, aber mit dem, was für einen normal ist, an den anderen Ort geht,
00:09:36
Speaker
und dort nur noch einen Teil davon wiederfindet und sich Wege finden muss, wie passt jetzt meine Normalität und meine Realität in das neue Umfeld rein,
00:09:47
Speaker
dann kann ich mir vorstellen, und so kenne ich es natürlich auch, weil ich natürlich super viele Menschen aus anderen kulturellen Kreisen oder auch Hintergründen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis habe, das macht es dann natürlich herausfordernder.
00:10:01
Speaker
Ich glaube, da hatte ich diesen Vorteil, dass ich, ja,
00:10:08
Speaker
nicht so sehr streng geprägt war von Kultur, von Religion, von Doktrinen und auch relativ schnell und früh in meinem Leben eigene Wege gegangen bin und meine eigene Wahrheit gefunden habe aus all dem, was ich schon kennengelernt habe.
00:10:23
Speaker
Und deswegen sage ich für mich, heute ist es eine Stärke.
00:10:26
Speaker
Und auch die Anpassungsfähigkeit, das ist auch so das, was du eben angesprochen hattest.
00:10:30
Speaker
Ich glaube, was ist heute ein Future Skill, wenn wir jetzt so drüber nachdenken.
00:10:35
Speaker
Und was hat mich auch in meinen
00:10:37
Speaker
über 20 Jahren in der Berufswelt immer wieder begleitet.
00:10:40
Speaker
Das war zum einen natürlich ein gutes Gespür und Verständnis für Menschen, aber das war zum anderen auch die Fähigkeit, sich auf Veränderungen schnell einzustellen, das Positive zu sehen, Schnittmengen zu finden, Verbindungen zu schaffen.
00:10:55
Speaker
Und ich glaube, all das ist mir wirklich gelungen, weil ich eben so aufgewachsen bin, wie ich aufgewachsen bin.

Integration und Kommunikation im Team

00:11:02
Speaker
Cool.
00:11:04
Speaker
Wenn du das mal in dein Unternehmen jetzt gerade überträgst, du hast im Vorgespräch ja erzählt, dass ihr über 300 MitarbeiterInnen seid, ein Teil ist in Hamburg.
00:11:18
Speaker
Aber ein größerer Teil ist in Polen, glaube ich, wenn ich es richtig erinnere, und in Portugal.
00:11:24
Speaker
Also da haben wir ja auch dieses interkulturelle Thema.
00:11:28
Speaker
Also ihr seid irgendwie eine Company, aber an verschiedenen Orten, verschiedene Kulturen, wahrscheinlich auch Prozesse, verschiedene Arbeitsweisen.
00:11:41
Speaker
Wie geht ihr damit um oder wobei hilft dir da vielleicht auch deine Erfahrung, die du mitbringst?
00:11:47
Speaker
Ja, absolut.
00:11:49
Speaker
Ja, es ist ein spannendes Momentum für unsere Company.
00:11:52
Speaker
Du hast es ganz richtig schon zusammengefasst.
00:11:55
Speaker
Wir haben mehrere Büros, mehrere Standorte.
00:11:57
Speaker
Ein Teil unseres Teams in Deutschland sitzt in Hamburg, andere sitzen in Berlin und dann aber auch die Kollegen, Kolleginnen in Polen und auch in Portugal.
00:12:08
Speaker
Wir haben alle eigene oder alle Unternehmen, alle Standorte haben eigene Prozesse.
00:12:13
Speaker
Wir haben ein Kerngeschäft, was wir gemeinsam realisieren, haben aber auch eigene Geschäfte sozusagen, also eigene Businesses in den Ländern.
00:12:25
Speaker
Da kommt viel zusammen, da kommen viele Skills zusammen, da kommen viele Rollen zusammen, da kommen unterschiedliche Kulturen zusammen und ich glaube, im Endeffekt,
00:12:36
Speaker
Der wichtigste Ansatz und so wie wir auch rangehen, ist die Klarheit zu schaffen zunächst über das, was wir haben.
00:12:47
Speaker
Was sind die Identitäten der einzelnen Teams, der einzelnen Standorte, der einzelnen Gesellschaften?
00:12:53
Speaker
Was sind die Themen und die Gründe für die einzelnen Mitarbeitenden, warum sie in der Company sind, warum sie sich mit dem Unternehmen identifizieren?
00:13:04
Speaker
Und dann zu schauen, wo ist die Schnittmenge aus all den ganzen Artefakten, sage ich mal.
00:13:13
Speaker
Und dann haben wir tatsächlich diesen Ansatz oder diesen Gedanken zu schauen, wie die Schnittmenge haben und aus dieser Schnittmenge ein Motiv für alle Standorte und für alle Teams finden können, was uns dazu führt, dass wir weiterhin auch die Zukunft in diesem Umfeld sehen.
00:13:34
Speaker
dann haben wir die Voraussetzungen von dem Kern aus gesehen, wieder in die Vielfalt zu gehen und nicht am Ende der Prozesse was überzustülpen, in Anführungszeichen, was vielleicht aus unserer Sicht richtig wäre, sondern dann zu schauen, wir fädeln es wieder auseinander und hier arbeiten wir wieder alle unterschiedlich.
00:13:54
Speaker
Wir haben aber einen Kern.
00:13:55
Speaker
Und diesen Kern zu finden, diese Klarheit zu schaffen, das ist meiner Meinung nach die Aufgabe, die du als Unternehmen, als Leadership, als Management-Team hast, wenn du an einem Punkt stehst, wie wir es aktuell sind, zu sagen, wir haben verschiedene Ländergesellschaften, wir wollen die zusammenführen, wir wollen eine Marke nicht gründen, sondern wir haben ja schon viele Teile einer Marke.
00:14:15
Speaker
Wir wollen schauen, was ist unsere Marke, was ist unser Kern, was ist unsere DNA.
00:14:21
Speaker
Und dabei bin ich sehr glücklich, meinen Teil dazu beizutragen.
00:14:26
Speaker
Das finde ich spannend, weil ich habe ganz viele Gedanken, gerade wenn du das so sagst.
00:14:33
Speaker
Einer war, wir haben hier in Lüneburg, wo ich ja lebe, da haben wir ein Hotel, das Bergströmen.
00:14:42
Speaker
Kennst du das?
00:14:47
Speaker
Das ist weltbekannt, weil es nämlich ein Hauptspielort für eine der erfolgreichsten, auf jeden Fall Deutschen, ich glaube sogar weltweit sind die auch im Kriegstelemobiles.
00:15:00
Speaker
Jetzt habe ich mich geoutet.
00:15:04
Speaker
Obwohl wir ja nicht so Zielgruppe sind, würde ich sagen.
00:15:09
Speaker
Und ich war letztens, habe ich einen ehemaligen Schauspieler, den Geri Hungbauer, den habe ich, also liebe Grüße an der Stelle, mit dem habe ich letztens, war ich zusammen essen und da haben wir ein bisschen drüber gequatscht.
00:15:21
Speaker
Und also dieses Hotel, darauf wollte ich jetzt hinaus, das ist also bekannt dafür und das ist gegründet worden, eine total spannende Geschichte, weil ein Unternehmer aus Lüneburg, der auch weltweit aktiv war, der Herr Klaassen,
00:15:36
Speaker
dem fehlte vor vielen, vielen Jahrzehnten, fehlte quasi für seine Kunden, die er nach Lüneburg geholt hat, fehlte ein Hotel.
00:15:44
Speaker
Also die mussten immer in Hamburg übernachten und dann hat er irgendwann gesagt, okay, dann muss ich halt hier ein eigenes Hotel machen.
00:15:54
Speaker
Und das hat er gemacht und das war so ein
00:15:58
Speaker
Ja, so ein Schmuckstück, würde ich sagen.
00:16:00
Speaker
So alle Lüdeburger, die ich so kennenlernen durfte, die liebten das.
00:16:04
Speaker
Und da ist man auch manchmal, ich bin da auch manchmal zum Frühstück hingegangen.
00:16:07
Speaker
Hast du für überschaubares Geld, hast ein geiles Frühstück bekommen.
00:16:11
Speaker
Und dann ist der, also der ist, weiß ich nicht, Mitte, Ende 70.
00:16:16
Speaker
Also der hat dann irgendwann gesagt, okay, ich ziehe mich zurück.
00:16:19
Speaker
Und hat dann das Hotel verpachtet, glaube ich, an der Kette.
00:16:23
Speaker
Und dann hat die Kette das gemacht, was du gerade beschrieben hast, was ihr nicht macht.
00:16:28
Speaker
Die hat dann gesagt, also wir haben hier Prozesse, wartet mal kurz, in Lüneburg.
00:16:33
Speaker
Zack.
00:16:33
Speaker
Und dann haben die die Prozesse übergezogen.
00:16:36
Speaker
Und dann seitdem haben die da irgendwie so eine Berufsbekleidung, die total weird aussieht irgendwie für so ein 4 Sterne Plus Hotel.
00:16:49
Speaker
Der Service ist total mies.
00:16:52
Speaker
So Kleinigkeiten sind dann so weggefallen.
00:16:54
Speaker
Du hast dann keine Eistation mehr gehabt oder der Kaffee ist dir nicht mehr am Platz gebracht worden, sondern gab es halt einen Prozess für.
00:17:00
Speaker
Gibt es halt eine Kaffeemaschine, musst du halt selber machen.
00:17:03
Speaker
Also da ist ganz viel, das wollte ich damit auch so sagen, ganz viel verloren gegangen.
00:17:08
Speaker
Auch die hatten dann auch Probleme eine Zeit lang mit MitarbeiterInnen, also welche zu finden und so, weil die Kultur sich dann krass verändert hat, logischerweise.
00:17:18
Speaker
Und das war für die eher ein Nachteil.
00:17:22
Speaker
Also ich höre auch, ich empfehle das auch keinem meiner Kunden mehr.
00:17:25
Speaker
Da habe ich dann andere Hotels, wo ich die unterbringe.
00:17:29
Speaker
Und
00:17:31
Speaker
Ihr habt gesagt, ihr macht das nicht so.
00:17:32
Speaker
Also überstülpen.
00:17:35
Speaker
Und kannst du da nochmal ein paar Punkte zu sagen, weil es ja, ich würde sagen, im großen Kontext wie bei euch ist das vielleicht bei vielen meiner Kunden nicht so üblich, aber im kleinen Kontext findet das ja statt.
00:17:49
Speaker
Du hast einen neuen Mitarbeiter, der ins Team kommt oder so.
00:17:52
Speaker
Du hast irgendwie mehrere Teams, die vielleicht zusammengelegt werden.
00:17:58
Speaker
Du hast das ja immer wieder, dass du irgendeine Art von Integrationsarbeit leisten musst.
00:18:06
Speaker
Vielleicht kannst du da noch ein paar Tipps, ein paar Best Practices teilen.
00:18:10
Speaker
Ja, gerne.
00:18:11
Speaker
Also ich glaube tatsächlich, das Wichtigste an dieser Arbeit ist, ein Verständnis zu schaffen für die jeweiligen Interessen.
00:18:22
Speaker
Also zu schauen, wenn du jetzt, nehmen wir mal das Beispiel von Teams, weil das kann ich sehr praxisnah erzählen, das hatten wir natürlich, wir haben in der
00:18:31
Speaker
In der Bereitstellung interdisziplinärer Teams in Richtung Kunde, die quasi gemeinsam arbeiten, kommen wir aus Deutschland im Consulting-Team von der Business-Seite und unser Team wird ergänzt mit den Tech-Kollegen, nenne ich es jetzt mal, von unseren polnischen Teams.
00:18:48
Speaker
Und das heißt, wir haben ganz klassisch irgendwie Entwickler, Softwareentwickler, machen das mal sehr plakativ und haben den Business Consultant.
00:18:56
Speaker
Und jetzt hast du Arbeitsweisen, jetzt hast du Prozesse, jetzt hast du schon alleine, wenn du den Arbeitstag nimmst, dann sind wir im Consulting das super gewöhnt, dass wir sehr lange Arbeitstage haben, dass wir zu den Randzeiten uns Termine einstellen, weil es dann da ein bisschen ruhiger wird.
00:19:14
Speaker
Und dann hast du aber auf der anderen Seite und
00:19:17
Speaker
ein Team oder ein Skill, eine Rolle, eine Position, die ein komplett anderes Arbeiten gewöhnt sind, die vielleicht in ihrem Umfeld ein 9-to-5 haben, die dann einfach wirklich auch schockiert sind darüber, dass sie, es ist nicht alles so bei uns passiert, aber es ist die Spitze quasi wäre davon, wenn das zueinander kommt, dass dir jemand um 18, 19 Uhr, 20 Uhr einen Termin einstellt.
00:19:45
Speaker
Und was passiert jetzt in diesem plakativen Beispiel oder was braucht es, damit du diese Themen lösen kannst?

Vertrauen und Fehlerkultur fördern

00:19:51
Speaker
Du brauchst generell eine Bereitschaft von beiden Seiten, dass sie eine Lösung finden wollen.
00:19:57
Speaker
und zusammen an dem großen Ganzen arbeiten.
00:20:00
Speaker
Das heißt also, was du voranstellst, ist das Ziel und das beide gemeinsam im besten Fall haben.
00:20:08
Speaker
Das heißt, wir haben jetzt das Projekt, wir wollen zusammen arbeiten, wir haben den Kunden, den wollen wir zufriedenstellen, wir wollen ein Produkt bauen, wie kommen wir dorthin?
00:20:15
Speaker
Und jetzt braucht es wirklich einen Raum, den musst du schaffen, den musst du als Unternehmen, als Führungskraft, beteiligte Führungskraft schaffen, um den Beteiligten die Möglichkeit zu geben, zu sagen, was brauche ich?
00:20:26
Speaker
Also was brauche ich von meiner Seite, damit wir dieses Ziel erreichen können?
00:20:32
Speaker
Und was wirkt für mich gerade wie?
00:20:34
Speaker
Und was sind die Fragezeichen?
00:20:35
Speaker
Was sind die Themen, die mich beschäftigen?
00:20:37
Speaker
Wo liegen meine Ängste?
00:20:38
Speaker
Wo liegen meine Unsicherheiten?
00:20:40
Speaker
Und das zu managen ist Aufgabe des Mitlevels, Führungskräfte, wie auch immer die Hierarchie ist.
00:20:47
Speaker
Wenn es jetzt kleine Teams sind, dann ist das ja alles super überschaubar.
00:20:51
Speaker
Das ist die Voraussetzung.
00:20:53
Speaker
Und dann kannst du mit diesem Ansatz meiner Meinung nach und meiner Erfahrung nach
00:20:57
Speaker
Und jegliche Probleme und Herausforderungen, die auch wie auch immer geartet sind, letztlich lösen, indem du die Menschen zusammenbringst, den Raum für die Ehrlichkeit, den Raum für den Mut gibst.
00:21:16
Speaker
Also auch das hat natürlich im Endeffekt wieder viel damit zu tun.
00:21:19
Speaker
Wie gehen wir auch mit Fehlern im Unternehmen um?
00:21:21
Speaker
Wie ist die Kultur?
00:21:22
Speaker
Also auch da Verständnis zu reden, zu kommunizieren, sich Zeit zu nehmen.
00:21:28
Speaker
Neben dem Daily Business.
00:21:29
Speaker
Und das ist ja die Herausforderung.
00:21:30
Speaker
Das ist ja die eigentliche Herausforderung.
00:21:33
Speaker
Weil jetzt klingt es ja in meiner Theorie alles so schön und auch super einfach.
00:21:39
Speaker
Und was wir vergessen, ist ja der Druck, der in dieser ganzen Situation auf alle Menschen einwirkt, was 80 Prozent deren oder 85 Prozent deren Tag eigentlich füllt, deren Daily Business ist.
00:21:53
Speaker
Und deswegen klingt es sehr schön, ist es nicht so einfach.
00:21:57
Speaker
Dennoch halte ich es für einen der besten Ansätze, wie man dort reingehen kann.
00:22:04
Speaker
Den Punkt Fehlerkultur würde ich gerne kurz nach hinten stellen.
00:22:08
Speaker
Da würde ich gerne mit dir nochmal drüber sprechen, weil da habe ich ein paar Beobachtungen zu gemacht.
00:22:13
Speaker
Für das, was du gerade gesagt hast, braucht es ja jetzt, du hast gesagt Mut auf der einen Seite, ich würde das noch Vertrauen hinzufügen.
00:22:22
Speaker
Also damit ich ehrlich bin mit dem Kollegen,
00:22:27
Speaker
den ich vielleicht gar nicht kenne.
00:22:29
Speaker
Dann kommen ja Sprachhindernisse vielleicht noch dazu.
00:22:32
Speaker
Also, keine Ahnung, ihr unterhaltet euch wahrscheinlich in Englisch dann.
00:22:36
Speaker
Und das werden ja nicht alle auf dem gleichen Niveau beherrschen, würde ich annehmen.
00:22:41
Speaker
Also, dann gibt es kulturelle Themen, wo der eine vielleicht sagt, okay, das sagt man so nicht.
00:22:48
Speaker
Also, das heißt, ich brauche eine Menge Vertrauen, dass der andere...
00:22:59
Speaker
Ich sage mal, mindestens mal gewillt ist, es richtig zu verstehen.
00:23:03
Speaker
Also mir nicht direkt was Negatives unterstellt.
00:23:06
Speaker
Du kennst das vielleicht von der Amy Edmondson, diese psychologische Sicherheit.
00:23:14
Speaker
Also ich traue mich in dem Team quasi alles auf den Tisch zu legen.
00:23:17
Speaker
Das wäre sozusagen die Endausbaustufe, weil ich weiß,
00:23:23
Speaker
und darauf vertraue, dass man mir das nicht negativ auslegt.
00:23:28
Speaker
Egal, was ich sage.
00:23:31
Speaker
Und
00:23:33
Speaker
Wie arbeitet ihr da dran, wenn du jetzt so ein Team nimmst?
00:23:38
Speaker
Weil das ist ja die Basis dafür, dass das überhaupt passieren kann, was du beschreibst.
00:23:42
Speaker
Also dass ich sage, pass auf, 17 oder 19 Uhr, darum muss ich vorhin schmunzeln, weil ich auch manchmal nur noch Terminfenster habe, die dann irgendwie 18, 19 Uhr sind, habe ich heute früh gerade mitgebracht.
00:23:54
Speaker
einer Kollegin besprochen und das ist jetzt auch für manche Kunden oder Kundinnen natürlich nicht die präferierte Zeit für ein Meeting.
00:24:08
Speaker
Aber wie mache ich das, dass die da ehrlich sein können, zueinander, miteinander und diesen Weg finden, wie du ihn beschrieben hast?
00:24:15
Speaker
Ja, also das ist natürlich die Herausforderung, die du hast am Anfang, weil du hast noch keine gemeinsame Vergangenheit, auf die du, also so entscheiden wir oder so beurteilen wir ja Dinge.
00:24:28
Speaker
Also wir schauen uns die Referenzen an, also aus der Vergangenheit, das Verhalten meines Gegenübers kann ich daraus schließen, wie er mir gegenüber sich verhalten wird eventuell.
00:24:37
Speaker
Dann habe ich das Gelebte, Erlebte, Eigenerlebte mit demjenigen,
00:24:43
Speaker
Und diesen Punkt der gemeinsamen Vergangenheit, den haben wir ja nicht in dieser Situation.
00:24:49
Speaker
Das heißt also, im Prinzip hast du nur zwei Möglichkeiten.
00:24:53
Speaker
Und so haben wir es glaube ich auch jetzt nicht dezidiert, aber ich glaube im Prinzip haben wir es so gemacht.
00:24:58
Speaker
Wir haben viel gesprochen über das und die Vergangenheit offen gelegt, also gezeigt, wo kommen wir her.
00:25:04
Speaker
Was waren die Beweggründe für unsere Entscheidungen?
00:25:07
Speaker
Wieso stehen wir heute hier und wo wollen wir hin?
00:25:11
Speaker
Das sind erstmal leere Worthülsen, die wir versucht haben, natürlich mit Entscheidungen, die du getroffen hast, da zu legen und einen Weg nachvollziehbar zu gestalten.
00:25:24
Speaker
Und das andere ist das Motiv, glaubhaft, authentisch und wirklich, ja, ich glaube, authentisch ist das richtige Wort dafür, darzulegen, dass du das Vertrauen einfach wecken kannst.
00:25:39
Speaker
Das heißt, diese Motivarbeit, die du vorhin kurz beschrieben hast, diese DNA herauszukitzeln, das ist sozusagen Teil eurer Kulturarbeit, die ihr regelmäßig macht?
00:25:55
Speaker
Genau, also noch aktuell auch bei uns natürlich aufgrund von vielen, vielen anderen Themen und einem Overrun des Businesses und so weiter.
00:26:03
Speaker
Tatsächlich stehen wir heute aktuell nicht da, wo wir gerne stehen würden, wenn man auf den gesamten Prozess der Integration schaut.
00:26:13
Speaker
Aber ja, im Prinzip ist es die Vision, die wir verfolgen und den Weg, den wir gemeinsam gehen in Deutschland.
00:26:21
Speaker
Mal schnelleren Schritten, mal weniger schnellen Schritten.
00:26:24
Speaker
Vielleicht mal wirklich ein Beispiel auch gebracht, weil du es eben auch angesprochen hast.
00:26:30
Speaker
Ein gutes Mittel, um Transparenz in einem Unternehmen oder für Transparenz zu sorgen, ist ein All-Hands-Meeting.
00:26:37
Speaker
Und da haben wir natürlich auch drüber nachgedacht, gesagt, okay, wir können wirklich alle Mitarbeitenden irgendwie in ein Meeting bekommen und über wichtige Dinge, die uns dieses Management gerade beschäftigen, die in der Company anstehen, visionäre Themen, aber auch strategische Themen, Business-Seite, wie geht es uns als Unternehmen?
00:26:52
Speaker
Weil all das sind ja die Faktoren, die dazu beitragen, dass du als Mitarbeiter connecten kannst mit dem, was passiert, dass du dich identifizieren kannst und dass du irgendwo ein Stück weit auch eben Sicherheit bekommst.
00:27:04
Speaker
Das sind Möglichkeiten.
00:27:06
Speaker
Und dann standen wir natürlich auch auf dem Punkt zu sagen, gut, Unternehmenssprache, ja, wir in Deutschland kommunizieren auf Deutsch, mit den Kollegen dann auf Englisch.
00:27:14
Speaker
Wie gut ist das Niveau, das Englisch-Niveau von allen Kollegen?
00:27:17
Speaker
Also ist es denn wirklich so, dass wir den Zugang für alle möglich machen?
00:27:21
Speaker
Oder gibt es dann auch hier wieder eine Zweiklassengesellschaft, in Anführungszeichen?
00:27:26
Speaker
Kommen dann die Kollegen, die da vielleicht nicht so des Englischen mächtig sind, überhaupt in das Meeting rein?
00:27:30
Speaker
Und welches Zeichen setzen wir denn damit?
00:27:32
Speaker
Und
00:27:34
Speaker
Und relativ schnell, und ich glaube, das ist Teil einfach unserer DNA, denken wir in Lösungen.
00:27:40
Speaker
Also wir sehen das Problem und wir suchen nach der Lösung.
00:27:43
Speaker
Und das ist etwas, was wir alle gemeinsam haben in unserem Mindset.
00:27:46
Speaker
Da sind alle sehr unternehmerisch, wir sind alle sehr dynamisch unterwegs, wir sind mutig in dem, was wir entscheiden.
00:27:53
Speaker
Wir wechseln Perspektiven, können uns reinversetzen und treffen dann Entscheidungen.
00:27:59
Speaker
und haben auch in dem Moment tatsächlich das Gefühl, dass das das Wichtige ist und auch das Richtige.
00:28:10
Speaker
Und wie habt ihr das jetzt in dem konkreten Fall mit der Sprache, wie habt ihr das gelöst?
00:28:14
Speaker
Wir haben es gelöst, indem wir, also wie sie es technisch gelöst haben, weiß ich ehrlich gesagt nicht.
00:28:19
Speaker
Aber irgendwie gibt es einen Dolmetscher, einen Übersetzer, also jemanden, der quasi das Meeting noch in die andere Sprache übersetzt, sodass quasi die Inhalte verfolgt werden können.
00:28:29
Speaker
Und genau, also man kann beiwohnen dem Live-Meeting, soweit man halt eben kann.
00:28:34
Speaker
Und im Anschluss wird das Ganze übersetzt.
00:28:38
Speaker
Ah, okay.
00:28:39
Speaker
Ihr macht das über Teams dann?
00:28:43
Speaker
Genau.
00:28:43
Speaker
Da bietet Teams ja mittlerweile auch Übersetzung an.
00:28:47
Speaker
Microsoft, das habe ich mal in einem Live-Workshop ausprobiert, hat auch so ein Übersetzungstool, wo es sogar 200 Leute in 30 Sprachen quer übersetzen kann.
00:29:02
Speaker
Richtig krass.
00:29:03
Speaker
Okay, cool.
00:29:26
Speaker
Kann man trainieren auch, sollte man auch trainieren und das hat im Endeffekt tatsächlich auch ganz viel wieder und du hast eben gesagt, wir stellen das noch einen Moment zurück mit der Fehlerkultur zu tun und damit, wie tickt man als Unternehmen generell?
00:29:42
Speaker
Genau, also klar, das Vertrauen, so sind wir ja dahin gekommen, das Vertrauen, ich sag mal, auf Team-Ebene dafür, also sorgt zu einem großen Teil sicherlich der, die Teamleiterin.
00:29:57
Speaker
Aber die Gesamtkultur des Unternehmens hat natürlich einen Einfluss darauf.
00:30:01
Speaker
Also wenn es gar kein Vertrauen gibt, dann vertraue ich vielleicht meiner Teamleitung.
00:30:07
Speaker
Aber insgesamt spüre ich halt trotzdem ein bisschen Misstrauen.
00:30:11
Speaker
Das heißt, ich muss das ja auch kulturell dann betrachten.
00:30:14
Speaker
Und wenn du sagst, das hängt mit der Fehlerkultur zusammen, lass uns darüber gerne mal über deine Erfahrung oder eure Erfahrung an der Stelle sprechen, weil
00:30:27
Speaker
Also ich beobachte das so und manchmal fehlt mir tatsächlich dann auch die konkrete Antwort, weil ich hole mal ein bisschen weiter aus.
00:30:39
Speaker
Ich habe das erste Mal vor vielen Jahren hier in Lüneburg über Fehler gesprochen mit einem Unternehmer, großer Unternehmer hier und den Auftrag habe ich dann nicht bekommen.
00:30:49
Speaker
Ich glaube, weil ich zu ihm gesagt habe, eigentlich müssten sie ja froh sein, wenn ihre Mitarbeiter Fehler machen.
00:30:56
Speaker
Das war sozusagen der Mindset, mit dem ich über ihn oder mit dem ich mit ihm diskutieren wollte.
00:31:03
Speaker
Aber das ging mit ihm nicht, mit dem Geschäftsführer.
00:31:07
Speaker
Und dann habe ich da später nochmal drüber nachgedacht.
00:31:10
Speaker
Und im Grunde ist es ja so, dass wir
00:31:14
Speaker
in unserer Bildung, Ausbildung eigentlich, also du vermutlich nicht, ich auch nicht, viele nicht wirklich gelernt haben, Fehler als eine Lernchance zu nehmen.
00:31:27
Speaker
Also, dass die positiv sind, das ist vielleicht ein bisschen zu hart formuliert, aber es ist ja etwas, woraus ich etwas lernen kann und verbessern kann.
00:31:36
Speaker
Das ist ja vielleicht etwas, was wir annehmen können.
00:31:41
Speaker
Aber in der Schule, wenn ich eine 5 geschrieben habe, da hat ja die Lehrer nicht zu mir gesagt, ey Norm, großartig, was sich hier für Lernchancen für dich ergeben.
00:31:54
Speaker
Und dann bin ich mit der 5 nach Hause gegangen und dann haben meine Eltern mir auf die Schulter geklopft und haben gesagt, Norm, das ist ja großartig, was jetzt für Lernchancen hier vor dir liegen.
00:32:03
Speaker
Ja.
00:32:04
Speaker
Das habe ich nicht so gefühlt, sondern das war schlecht, also Fehler schlecht.
00:32:10
Speaker
Dann habe ich vielleicht Strategien entwickelt, wie ich den vermeide.
00:32:14
Speaker
Dann habe ich vielleicht einen besseren Schummler geschrieben oder habe früher angefangen zu lernen oder was immer die Strategie war.
00:32:22
Speaker
Aber im Grunde dieses Gefühl, wir machen einen Fehler und das ist im Grunde erstmal was Neutrales, vielleicht sogar was Positives, wo ich irgendwas daraus lerne, das ist nicht die Kultur, die ich irgendwie gelernt habe.
00:32:37
Speaker
Und dann kommt man in ein Unternehmen und da erlebt man das ja auch nicht.
00:32:41
Speaker
Also da sagt ja ein Geschäftsführer normalerweise auch nicht, jetzt haben wir 20.000 Euro hier versenkt,
00:32:47
Speaker
Was lernen wir denn jetzt daraus?
00:32:48
Speaker
Ja, großartig.
00:32:50
Speaker
Gucken wir mal drauf.
00:32:52
Speaker
Also es ist nicht überall so, würde ich sagen.
00:32:55
Speaker
Also wie geht ihr damit um?
00:32:58
Speaker
Was ist sozusagen eure positive Fehlerkultur?
00:33:01
Speaker
Also möglichst konkret, ne?
00:33:03
Speaker
Ja, also erstmal bin ich vollkommen bei dir auch.
00:33:06
Speaker
Ich bin so nicht groß geworden.
00:33:08
Speaker
Meine schlechten Noten wurden auch nicht gefeiert.
00:33:11
Speaker
Von mir persönlich vielleicht ein bisschen, aber nein, gerne Spaß.
00:33:16
Speaker
Ja, ich glaube tatsächlich entscheidend ist der Punkt, also du hast jetzt gerade gesagt, ich versuche das so ein bisschen nochmal zu zitieren, dass der Fehler an sich was Positives bedeutet.
00:33:33
Speaker
Und man schreit, juhu, wir haben einen Fehler gemacht.
00:33:37
Speaker
Ich glaube, das ist es nicht.
00:33:39
Speaker
Das ist es zumindest für mich nicht in meinem Verständnis.
00:33:42
Speaker
Für mich ist ein Fehler, der passiert, der ein Unternehmen oder nicht oder wen auch immer per se erstmal etwas kostet, was auch immer, ist per se für mich erstmal nichts Positives.
00:33:57
Speaker
Der Umgang damit und jetzt, also was passiert in dem Fall des Fehlers?
00:34:04
Speaker
Ich mache mal ein sehr konkretes Beispiel.
00:34:07
Speaker
Ich habe einen Fehler gemacht.
00:34:10
Speaker
und gehe jetzt zu meiner Führungskraft und wir reden über diesen Fehler.
00:34:17
Speaker
Dann, was erwarte ich, was brauche ich in dem Moment, damit in meiner Wahrnehmung eine gute Fehlerkultur entstehen kann?
00:34:26
Speaker
Kein Schulterklopfen und auch kein Lob dafür, dass ich den Fehler gemacht habe, sondern ein gemeinsames, erst mal, okay, ich stehe hinter dir, wir kommen hier zusammen raus,
00:34:39
Speaker
Wie schlimm auch immer, jetzt klingt das super dramatisch, aber im Endeffekt, das ist die Message, die ich brauche.
00:34:43
Speaker
Okay, ich gehe zu meiner Führungskraft, die Führungskraft steht hinter mir, wir kommen hier zusammen raus, wir finden gemeinsam eine Lösung für das Thema.
00:34:50
Speaker
Und jetzt schauen wir uns an, wie es zu dem Fehler gekommen ist.
00:34:54
Speaker
Und dann gibt es ja zwei Möglichkeiten.
00:34:55
Speaker
Entweder ich war komplett vernebelt in dem Moment, ich habe nicht alle Perspektiven beleuchtet, ich habe Dinge liegen lassen, habe missachtet, habe wirklich einfach unklug gehandelt.
00:35:09
Speaker
dann würde ich es schon fair finden, wenn meine Führungskraft mit mir echt
00:35:13
Speaker
reflektiert und spiegelt, wie es zu diesem Fehler gekommen ist und dass ich hier einfach ein Thema habe und mit mir dann schaut, wo kommt das her, warum hast du in dem Moment die ganzen Dinge übersehen, weil du kannst das ja eigentlich, also was ist passiert in dem Moment?
00:35:28
Speaker
Und die andere Möglichkeit ist, ich habe alles gemacht, was in meiner Macht stand, theoretisch, und es gab eine unkalkulierbare Komponente und die ist eingetreten und das hat zu dem Fehler geführt und wir haben jetzt gemeinsam was verloren.
00:35:43
Speaker
dann bestärken wir nochmal, dass wir alles richtig war, was wir bis dahin gemacht haben, schauen dennoch, wie wir das Risiko hätten minimieren können, gucken, was liegt drin für uns und finden gemeinsam eine Lösung.
00:35:56
Speaker
Und das ist für mich die Fehlerkultur.
00:35:59
Speaker
Das heißt also, ich habe immer das Gefühl als Mitarbeiter oder als Mitarbeitende in dem Moment, mir passiert nichts.
00:36:08
Speaker
ich muss mich nicht rechtfertigen und wenn ich auch was Ungluges gemacht habe, dann ist dort ein Verständnis und eine ehrliche Nachfrage dessen, warum es dazu gekommen ist, weil das Grundvertrauen in mich und meine Person dadurch nicht erschüttert wird.
00:36:24
Speaker
Und das ist die Basis.
00:36:26
Speaker
Wenn wir auf der Sachebene und auf der Personenebene, meine Führungskraft glaubt weiterhin an mich, sie weiß, dass ich das eigentlich hätte besser machen können und wir schauen gemeinsam, weil vielleicht, was auch immer passiert ist in meinem privaten Umfeld, wir alle wissen das.

Mitarbeiterentwicklung und persönliche Wachstumsmöglichkeiten

00:36:38
Speaker
Meine 100 Prozent, die ich heute gebe im April, sind vielleicht nicht die 100 Prozent, die ich im September geben kann, weil im September vielleicht, keine Ahnung, mein Urteil
00:36:48
Speaker
Und im Krankenhaus liegt.
00:36:51
Speaker
Und das hat aber im Endeffekt damit zu tun, wie ist das Vertrauen, wie ist die Verbindung und wie ehrlich ist das Interesse an dem, was dahinter passiert.
00:37:01
Speaker
Und das hat den Shift auf die Fehlerkultur.
00:37:04
Speaker
Und wenn ich dann eine solche Fehlerkultur habe,
00:37:06
Speaker
dann bin ich natürlich auch frei, ja, darin zu äußern, was ich brauche in solchen Meetings.
00:37:15
Speaker
Und deswegen meinte ich das eben, dass das eine oder das andere so zusammenhängt.
00:37:20
Speaker
Also ich glaube, ich würde das heute gar nicht mehr so sagen, dass man sozusagen dankbar für Fehler sein muss.
00:37:30
Speaker
Es hat ja nicht so gut geklappt mit dem Geschäftsführer da.
00:37:33
Speaker
Aber
00:37:34
Speaker
Also worum es mir eigentlich ging und das ist, da würde ich, vielleicht hast du da noch eine Idee zu.
00:37:45
Speaker
Das, was du beschrieben hast, ist ja im Grunde die Umsetzung, wie ich das mache.
00:37:52
Speaker
Und jetzt glaube ich, haben wir ja aber die Herausforderung, dass nur wenige Menschen das gelernt haben, was du gerade beschrieben hast.
00:38:01
Speaker
Sondern im Grunde ist ein Fehler,
00:38:05
Speaker
Was schlecht ist, wenn meine Eltern jetzt nicht so reagiert haben wie du, also könnte man ja auch als Eltern reagieren.
00:38:10
Speaker
Schreibst eine 5, kommst du nach Hause, woran lacht das jetzt?
00:38:15
Speaker
Entwickelst dann Lösungen fürs nächste Mal, also was ja immer die Lösung ist und dann arbeitet man an der Lösung.
00:38:20
Speaker
Wäre ja im Grunde genau das gleiche Prozedere.
00:38:25
Speaker
Und
00:38:27
Speaker
Wenn ich das aber nie gelernt habe, dann habe ich ja diese Ressource nicht, wenn ich zu euch komme oder woanders hin.
00:38:37
Speaker
Das heißt, ich müsste jetzt als allererstes Vertrauen dahin entwickeln, dass
00:38:42
Speaker
dass der Glaubenssatz, den ich bisher hatte, also nämlich ein Fehler wird bestraft, dass der in der Organisation nicht gilt.
00:38:52
Speaker
Und das reicht ja nicht nur, dass wir sagen, wir haben hier eine positive Fehlerkultur, sondern das muss ich ja erleben und also viele Menschen sicherlich auch mehr als einmal.
00:39:02
Speaker
Und was tut ihr dafür?
00:39:10
Speaker
Ja, also natürlich haben wir auch, also wir sind im letzten Jahr stark gewachsen und im vorletzten Jahr auch in unserem deutschen Consulting-Team.
00:39:19
Speaker
Und natürlich sind da auch so generationsbedingt gewisse Glaubenssätze, die das Ganze auch beeinflussen.
00:39:28
Speaker
Meiner Erfahrung nach sind die Gespräche auf Peer-Ebene extrem wertvoll.
00:39:34
Speaker
Für neue Kollegen und Kolleginnen, weswegen wir uns auch schon im Recruiting-Prozess, also im Bewerbungsprozess mit potenziellen KandidatInnen viel Zeit nehmen und auch die Chance geben, auf Peer-Ebene Gespräche zu führen, schon bevor man die Entscheidung für unser Unternehmen trifft.
00:39:52
Speaker
weil die Fragen sind erfahrungsgemäß ganz andere.
00:39:55
Speaker
Die Antworten sind erfahrungsgemäß auch ganz andere und zwar sehr authentische und ehrliche, während wir als Führungskräfte natürlich immer so ein bisschen, also ich will jetzt nicht sagen irgendwie, aber ich glaube, du weißt, was ich meine.
00:40:08
Speaker
Und das Beste, das Role Model oder das, ich weiß gar nicht, so Corporate Influencer, es gibt ja heutzutage ganz, ganz viele
00:40:17
Speaker
Worte und Begriffe auch dafür.
00:40:19
Speaker
Im Grunde genommen finde ich den Gedanken aber super gut.
00:40:23
Speaker
Und im Grunde genommen ist es auch das, was neuen Mitarbeitenden im Unternehmen hilft, anzukommen.
00:40:29
Speaker
Also einen schnellen Anschluss ans Team, den wir schon von vornherein versuchen sicherzustellen, weil wir das Team schon mitnehmen im Recruiting-Prozess.
00:40:38
Speaker
Und uns ist auch super wichtig, dass wir das Team auch fragen und sagen, hey, was ist euer Eindruck?
00:40:42
Speaker
Könnt ihr euch vorstellen, mit demjenigen zusammenzuarbeiten?
00:40:45
Speaker
Ist es eine Person, von der ihr lernen wollt und könnt?
00:40:49
Speaker
Inspiriert euch diese Person.
00:40:50
Speaker
Wir haben ein Versprechen an unser Team.
00:40:52
Speaker
Wir sagen, wir schaffen euch ein inspirierendes Umfeld.
00:40:54
Speaker
Wir sorgen dafür, dass wir hier eine Gruppe, eine Community von inspirierenden Menschen haben.
00:41:00
Speaker
Also wir klopfen das schon wirklich ab und es ist jetzt für uns nicht nur so, ja, Teamfähigkeit, Häkchen drunter, hat uns jemand erzählt im Bewerbungsprozess, sondern wir gehen da schon auch wirklich tiefer rein und haben dann schon irgendwie, ja, wir freuen uns, wir moderieren das auch tatsächlich, dann kommt der neue Mitarbeitende.
00:41:18
Speaker
Und dann hat er bei uns ein Buddy in der Company und das ist jemand auf Peer-Ebene, der ihn oder sie an die Hand nimmt und in Office-Kultur einführt und wo wir uns wirklich auch Dinge und wo wir einen Rahmen auch geben dafür,
00:41:33
Speaker
da nicht einfach ein Onboarding zu machen, wie es auch ein individuelles Onboarding zu machen, wenn ich im Bewerbungsprozess schon herausgefunden habe, dass jemand mit einem Thema eine gewisse Vergangenheit mitbringt und irgendwo sehr sensibel ist, dann kann ich das steuern, dann kann ich die Ankunft des Mitarbeitenden im Unternehmen in den ersten Wochen steuern, dass ich eben diese Angst, diese Sorge, dieses Bedenken nehmen kann.
00:41:56
Speaker
Und auch das und auch hier ist wieder der Grundstein, das wirkliche ehrliche Interesse am Menschen.
00:42:02
Speaker
Und das ist so unser Weg, den wir gefunden haben, das sicherzustellen.
00:42:07
Speaker
Und dann kommen natürlich Erfahrungen dazu, klar.
00:42:10
Speaker
Also dann passieren die ersten Dinge und dann macht der neue Kollege, die neue Kollegin eigene Erfahrungen.
00:42:17
Speaker
Und dann auch da am Ball zu sein und zu fragen, wie hast du das erlebt gerade?
00:42:20
Speaker
Also wie ist es für dich?
00:42:21
Speaker
Wie fühlt es sich an?
00:42:22
Speaker
Und das klingt jetzt alles, was ich sage, so ein bisschen...
00:42:26
Speaker
wie so eine perfekte Komfortzone, die ich schaffen möchte für alle.
00:42:30
Speaker
Und das ist es tatsächlich gar nicht.
00:42:36
Speaker
Ja, das sind, also ich akzeptiere generell keine bequemen Komfortzonen von Menschen, sondern ich bin eher auf der, gedanklich eher so verortet, dass ich Entwicklungsräume sichtbar machen möchte und das eben das Mittel dazu ist.
00:42:52
Speaker
Finde ich total cool.
00:42:55
Speaker
Ich habe gerade kurz überlegt, ich habe für eine Keynote, die ich manchmal halte, eine Kommunikationsformel 2.0 entwickelt und da passt das, was du gerade sagst, großartig zu.
00:43:11
Speaker
Es sind vier Multiplikatoren, die für diese Kommunikation wichtig sind und
00:43:19
Speaker
Wenn ich diese Kommunikation 2.0 lebe, dann steigt sozusagen Erfolg und auch Zufriedenheit von Mitarbeitern.
00:43:25
Speaker
Das ist sozusagen der Nutzen da drin.
00:43:28
Speaker
Und die Formel ist Mut mal psychologische Sicherheit, mal Zugewandtheit, mal Feedbackfähigkeiten.
00:43:35
Speaker
Und das, was du jetzt ja zum zweiten oder dritten Mal gesagt hast, würde ich sagen, ist ja diese Zugewandtheit, also dieses...
00:43:42
Speaker
Ich interessiere mich für den anderen und habe ein ehrliches Interesse an ihm und dem, was er sagt.
00:43:52
Speaker
Und das fördert ihr quasi.
00:43:55
Speaker
Ja, absolut.
00:43:57
Speaker
Also es ist natürlich, wie gesagt, immer alles im Alltag super schwierig unterzubringen, zu integrieren und das ist auch mal was, was schnell in den Hintergrund gerät, weil natürlich die Priorisierung im Business, also es ist alles...
00:44:13
Speaker
geht uns und geht mir auch da, glaube ich, nicht anders wie den meisten anderen auch.
00:44:20
Speaker
Dennoch ist das Bewusstsein dafür und die Sensibilität dafür, wie wichtig das ist, glaube ich, der Grundstein dessen, dass du immer wieder dazu zurückkehrst.
00:44:30
Speaker
Ich glaube, es ist schon so, dass du irgendwie so denkst, hier ist die
00:44:34
Speaker
gerade das ist so das Optimum, auf dem Level solltest du immer sein und dann hast du irgendwie diese Ausschläge, dass das irgendwie mal ganz gut dir gelingt und dann mal wieder gar nicht und du aber immer wieder dahin zurückkommst, weil gerade dieses auch, was du jetzt angesprochen hast, die psychologische Sicherheit oder Sicherheit im Allgemeinen, das kennen wir ja auch jetzt, wenn man aus dem Berufskontext rausgehen würde und in das Private reingehen würde, wir sind ja nun mal alles auch Menschen, also wir reden ja über den Menschen, egal ob im Geschäft oder im privaten Kontext,
00:45:05
Speaker
dass Sicherheit uns dazu bringt, unser Potenzial zu leben.
00:45:13
Speaker
Und auch wenn wir uns sicher fühlen, sind wir offen, sind wir ehrlich, zeigen wir auch Emotionen.
00:45:21
Speaker
Weil auch das ist es ja, das darf man ja auch immer nicht vergessen.
00:45:24
Speaker
So dieses Thema Emotionen hat ja auch immer im Business-Kontext nichts verloren.
00:45:31
Speaker
Denken viele.
00:45:34
Speaker
Und finde ich total schade, dass das immer noch so, also wenn du über Emotionen sprichst, dann sprichst du weichgespült über...
00:45:43
Speaker
Irgendwie Befindlichkeiten.
00:45:46
Speaker
Superspannendes Thema.
00:45:49
Speaker
Wobei wir uns ja doch klar sein dürfen, dass all das, was wir in der Interaktion mit Menschen machen, dass wir alle von Emotionen und zum großen Teil auch von Ängsten gesteuert sind.
00:46:00
Speaker
Und das Bewusstsein dafür und der Umgang damit ist heute so, dass ich glaube, da haben wir auch in der Arbeitswelt noch einen guten Weg zu gehen.
00:46:12
Speaker
Ich hatte am Montag einen Workshop zum Thema Gesprächsführung.
00:46:21
Speaker
Und da war auch eine Frage, die wir so diskutiert haben, was macht eine gute Gesprächsführung aus und was macht eine schlechte Gesprächsführung aus.
00:46:31
Speaker
Und da haben einige bei schlechter Gesprächsführung gesagt, Emotionen auszutauschen.
00:46:39
Speaker
Und dann habe ich genau das, haben wir das hinterher besprochen und dann meinten die gar nicht Emotionen im Sinne von, ich fühle mich gut, fühle mich schlecht, ich habe Angst, ich habe eine Sorge, sondern die meinten eher sowas wie persönliche Angriffe.
00:46:58
Speaker
Also Beleidigungen oder sowas.
00:47:00
Speaker
Und da waren wir dann irgendwie d'accord.
00:47:03
Speaker
Aber es ist entspannt, weil du das gerade so beschrieben hast, dass dieser Begriff Emotion dann sozusagen so negativ belegt ist.
00:47:14
Speaker
Obwohl ich vielleicht gar nicht das meine, was die Emotion eigentlich ist.
00:47:17
Speaker
Ja.
00:47:19
Speaker
Ja, ja, total.
00:47:20
Speaker
Also Gespräche oder Kommunikation und die Kommunikationsebene, die Art von Gesprächen, erst mal sich bewusst zu werden, was für eine Art von Gespräch habe ich mit meinem Gegenüber gerade, was möchte er oder sie von mir, also möchte es,
00:47:37
Speaker
Ziel des Gesprächs irgendwie eine Lösung, soll ich eine Lösung anbieten?
00:47:41
Speaker
Geht es darum, jemanden zu spiegeln oder geht es darum, einfach mal zuzuhören und da einfach erstmal auf eine Ebene auch zu kommen und zu schauen,
00:47:52
Speaker
sind wir beide im gleichen Gespräch sozusagen.
00:47:55
Speaker
Wenn der eine irgendwie pragmatisch eine Lösung sucht und der andere will einfach nur verstanden werden, dann wird es halt schwierig.
00:48:06
Speaker
Dann haben wir automatisch ein Missverständnis.
00:48:08
Speaker
Und jetzt gar nicht, weil beide nicht die gleichen Absichten haben oder mit bösen Absichten oder schlechten Absichten reingegangen sind, sondern weil uns das nicht gelungen ist, das erst mal herauszufinden.
00:48:20
Speaker
Und da finde ich ja klar, also Emotionen auch lesen zu können, sich oder sich damit zu beschäftigen.
00:48:27
Speaker
Jetzt nicht jeder ist gut darin.
00:48:28
Speaker
Ich persönlich selbst interessiere mich für NLP.
00:48:30
Speaker
Ich habe da einen Practitioner gemacht.
00:48:32
Speaker
Auch finde es ein super spannendes und auch für meine Rolle sehr ergänzendes Feld, um einfach mit Menschen noch besser zu verstehen und mich darauf einstellen zu können und herauszufinden, was braucht derjenige.
00:48:47
Speaker
Ich glaube, so weit braucht man gar nicht gehen.
00:48:48
Speaker
Das sind schon Basics, an die wir aber nicht rankommen, wenn wir sagen, dass wir irgendwie Emotionen
00:48:56
Speaker
Schon mal ganz weglassen.
00:49:04
Speaker
NLP steht für neurolingüistisches Programmieren.
00:49:07
Speaker
Das ist eine Coaching-Technik, könnte man vielleicht sehr vereinfacht sagen.
00:49:12
Speaker
Es gibt ja dieses Kommunikationsmodell von dem Eisberg mit der Sachebene und der Beziehungsebene.
00:49:19
Speaker
Da sind ja Emotionen auf dieser großen Beziehungsebene.
00:49:22
Speaker
Und wenn ich natürlich die Idee im Kopf habe, wir unterhalten uns hier nur auf einer Sachebene, dann kann ich natürlich schnell dem aus meiner Sicht großen Trugschluss unterliegen, dass wir den Rest halt ausklammern können.
00:49:36
Speaker
Und dann funktioniert aber auch meine Kommunikationsformel natürlich gar nicht.
00:49:41
Speaker
Weil da steht ja Mut, psychologische Sicherheit, Zugewandtheit und Feedbackfähigkeiten.
00:49:47
Speaker
Und vielleicht sind die Feedbackfähigkeiten auf einer Sachebene zu verorten.
00:49:51
Speaker
Aber ich würde sagen, die anderen drei Sachen, die haben halt alle mit Beziehung zu tun.
00:49:56
Speaker
Und Mut hattest du ja vorhin auch schon mal angesprochen bei euch im Unternehmenskontext.
00:50:02
Speaker
Und
00:50:04
Speaker
Ich finde, da ist das ja auch so.
00:50:05
Speaker
Also nicht jeder ist ja gleich mutig aus seiner Komfortzone, hast du vorhin ja auch den Begriff benutzt, da rauszukommen.
00:50:12
Speaker
Im Grunde meine These ist, für alle Menschen, für alle ist das schwierig, ihre Komfortzone zu verlassen.
00:50:19
Speaker
Das Problem ist nur, deine Komfortzone ist halt eine andere als meine oder die von einer dritten Person.
00:50:26
Speaker
Und deshalb wirkt das denn so, dass du vielleicht total mutig bist, weil du Dinge machst, die ich mich nicht traue.
00:50:33
Speaker
Aber wenn man dann genauer hinguckt, dann würde man wahrscheinlich feststellen, dass das halt einfach Teil deiner Komfortzone ist.
00:50:42
Speaker
Und die Frage ist dann, wie du Dinge angehst, also diese Lernräume hast du das vorhin genannt, die auch außerhalb quasi deiner individuellen Komfortzone sind.
00:50:55
Speaker
Vielleicht lass uns da nochmal hingucken, weil das fand ich vorhin spannend, weil du so gesagt hattest in unserem Nebensatz bei dieser Thematik, dass es dir wichtig ist, diese...
00:51:06
Speaker
also diese Lernfelder oder diese Lernmöglichkeiten, diese Weiterentwicklungsmöglichkeiten, die aufzuzeigen.
00:51:14
Speaker
Machtst du oder macht ihr das auf irgendeine konkrete Art?
00:51:20
Speaker
Ja, also tatsächlich, ich mache das privat für mich, weil ich glaube, wenn ich es zusammenfassen würde oder sagen würde, was motiviert mich da oder was treibt mich da an, das ist, glaube ich, mein Drang nach Wachstum, kann man so vielleicht nennen.
00:51:38
Speaker
Also alles, was statisch ist, langweilt mich sehr, sehr schnell.
00:51:43
Speaker
Und ich liebe es, selber zu wachsen.
00:51:45
Speaker
Ich liebe es, Dinge wachsen zu sehen, Geschäftsfelder, Modelle wachsen zu sehen.
00:51:48
Speaker
Deswegen bin ich beruflich auch in einem richtigen Kontext.
00:51:50
Speaker
Und ich liebe es eben auch, wenn Menschen wachsen, an ihren eigenen Herausforderungen und ihre Grenzen verschieben und dabei zu unterstützen.
00:52:01
Speaker
Und zu schauen, wo kann ich einfach eine Hilfestellung leisten auf dem Weg eines anderen und vielleicht einfach seine oder ihre Welt ein ganz kleines Stückchen damit auch verändern.
00:52:15
Speaker
Ich will gar nicht sagen besser machen, das wäre ja eine Wertung, aber verändern auf jeden Fall.
00:52:19
Speaker
Und ich glaube auch tatsächlich daran, dass wir als Unternehmen ein riesiges Potenzial dort liegen haben in dem Punkt, wenn wir das erkennen und ein ehrliches Interesse daran haben, unsere Mitarbeitenden auch weiterzuentwickeln und sie auf ihrem Weg zu unterstützen.
00:52:39
Speaker
Ich bin der festen Überzeugung, wenn es uns gelingt, und so würde ich es auch machen, wenn ich ein Unternehmen hätte, wenn es mir gelingt, dass meine Mitarbeiter das Gefühl haben, dass ich alles für sie tue, also alles, es ist immer so sehr plakativ, aber dass ich
00:52:55
Speaker
das, was in meiner Macht steht, tue, um ihre Interessen zu stärken, um sie voranzubringen, dann ist das, was sie tun im Unternehmen, eine logische Konsequenz und etwas, was intrinsisch passiert, weil, und das ist, und daran glaube ich fest, dass wir alle im Prinzip das Gute und die Entwicklung anderer wollen und es eine Belohnung daraus wird, sozusagen.
00:53:21
Speaker
Und
00:53:22
Speaker
Und in diesem Win-Win-Gedanken, also ich gehe zum Beispiel auch ums Leben und mit der Frage, was kann ich für dich tun?
00:53:31
Speaker
Tatsächlich im Privaten wie im geschäftlichen Kontext ist das Erste, was mir so in den Sinn kommt, auch wenn ich neue Menschen kennenlerne auf, weiß ich nicht, Cocktailpartys oder wo auch immer ich mich so rumtreibe.
00:53:43
Speaker
Genau, und dann, ja, also es ist nicht so im Vordergrund, aber wenn ich irgendwie höre, jemand struggelt oder jemand hat eine Herausforderung mit irgendetwas, ich scanne mein Netzwerk im Kopf, ich gucke, gibt es eine Erfahrung, die ich teilen kann, gibt es etwas, was ich einfach tun kann in dem Moment.
00:53:57
Speaker
Und mit dem Gedanken gehe ich durchs Leben und ich versuche möglichst viele Menschen damit anzustecken, weil ich glaube, dass wir sehr viel bewirken können mit dem Gedanken.

Lernkultur und kontinuierliches Lernen bei DevelopX

00:54:06
Speaker
Und jetzt, um zurückzukommen zu deiner Frage, ist es das konkret, was wir auch im Unternehmen versuchen, durch Mentorenprogramme unsere Mitarbeitenden auf ihrem Weg, auf ihre Karriere zu unterstützen, in Einklang natürlich mit den Interessen der Company zu unterstützen?
00:54:23
Speaker
auf sehr skillbasierter Ebene für die einzelnen Rollen, aber eben auch auf der persönlichen Ebene.
00:54:29
Speaker
Und das alles in einen Pott zu schmeißen und das unter einen Hut zu bekommen, ist nicht ganz einfach.
00:54:37
Speaker
Auch wir wachsen, das heißt also irgendwann gehst du ja weg so von den individuellen Vereinbarungen und brauchst standardisierte Prozesse, brauchst du natürlich, um das Wachstum, um das Skalieren irgendwo zu schaffen.
00:54:49
Speaker
Dennoch möchtest du Flexibilität behalten und den Einzelfall betrachten.
00:54:53
Speaker
Also das ist etwas, womit, glaube ich, viele Unternehmen auch strugglen in dieser Größenordnung.
00:54:59
Speaker
Ich glaube, da gibt es auch kein richtig und kein falsch.
00:55:02
Speaker
Ich glaube, da gibt es tatsächlich ständiges Hinterfragen, Optimieren und Schauen, wo können wir Effizienz noch heben, ohne dabei, und das ist mir persönlich ganz, ganz wichtig, den Blick für den Menschen im Vordergrund zuerst.
00:55:17
Speaker
zu verlieren.
00:55:22
Speaker
Schön, ja.
00:55:22
Speaker
Ich habe gerade auch wieder so mehrere, ich glaube, dass wir da sehr ähnlich ticken bei diesem Was kann ich für dich tun?
00:55:30
Speaker
Da habe ich mich ein bisschen wiedererkannt, auch so dieses interne Scannen des Netzwerkes und so.
00:55:36
Speaker
Ich hatte nochmal geguckt, das World Economic Forum hat, die bringen so ein Future of Jobs Report, bringen die regelmäßig raus und da haben die die Top 10 Skills 2030 haben die mal aufgeführt.
00:55:54
Speaker
Also die erfragen die dann von den C-Level Führungskräften, die dort sind.
00:56:03
Speaker
Und da war lebenslanges Lernen steht auf Platz 6.
00:56:08
Speaker
Also die ersten sind irgendwie AI, Big Data und sowas, also eher technologische Sachen.
00:56:12
Speaker
Und dann kommt aber auch dieses lebenslange Lernen.
00:56:17
Speaker
Und ich glaube, das, was du beschreibst, vielleicht so als Essenz, guck mal, ob du damit was anfangen kannst.
00:56:25
Speaker
Ich glaube, also das ist das, was ich raushöre, dass ihr in eurer Organisation für eine
00:56:32
Speaker
für eine Bedeutsamkeit für diese Punkte sorgt.
00:56:35
Speaker
Also Lernen, Weiterentwicklung, gutig sein, Lösungsfokussierung, Fehlerkultur, also all die Sachen, über die wir gesprochen haben.
00:56:44
Speaker
Und da geht es nicht darum, so hast du es ja auch beschrieben, dass ihr das immer zu 100% macht.
00:56:50
Speaker
Das könnt ihr genauso wenig leisten wie viele andere.
00:56:54
Speaker
Aber ich glaube, es geht darum, dass es halt nicht nur das Plakat an der Wand ist.
00:56:59
Speaker
sondern dass ich es im Alltag immer mal wieder spüre.
00:57:04
Speaker
Und das meine ich mit Bedeutsamkeit.
00:57:06
Speaker
Also dass es eine Relevanz hat im Alltag.
00:57:10
Speaker
Und da musst du ja auch gerade daran denken, letztes Jahr war das, glaube ich, habe ich die Personalleiterin von IBM Österreich kennengelernt.
00:57:22
Speaker
Und die sagte, bei IBM haben die...
00:57:25
Speaker
haben die so eine Regel, dass jeder so viel Weiterbildung im Jahr machen muss oder soll, wie er Wochenstunden hat.
00:57:36
Speaker
Und das fand ich erstmal eine total geile Idee, weil das ja für alle total einfach zu greifen ist.
00:57:45
Speaker
Und dann sagte die, die hätten im Jahr 2024, was vorausgegangen war, doppelt so viele Stunden geschafft, also irgendwie 80 im Schnitt.
00:57:57
Speaker
Und dann hat die auf eine sehr positive Art und Weise darüber gesprochen.
00:58:02
Speaker
wie toll die das findet.
00:58:06
Speaker
Und da dachte ich so, ja, das ist cool.
00:58:09
Speaker
Also wenn das sozusagen, also das weiß ich natürlich nicht, aber wenn das flächendeckend sozusagen so ist, ja, also auch, dass Führungskräfte das Fördern, Fordern sich wünschen,
00:58:24
Speaker
dass du vielleicht als Personalverantwortliche da mal nachfragst, dass Kollegen irgendwie sagen, hey spannend, was hattest du denn da, ist das auch was für mich?
00:58:32
Speaker
Also, dass das eine Relevanz im Alltag kriegt.
00:58:34
Speaker
Ich glaube, dann wissen die Menschen auch, auch wenn sie vielleicht die nächsten vier Wochen keine Zeit für Weiterbildung haben, weil es irgendwie zu voll ist, dass es aber trotzdem etwas ist, was alle sich eigentlich wünschen.
00:58:50
Speaker
Ja, absolut.
00:58:51
Speaker
Also wir machen tatsächlich auch in dem Bereich sehr viel, das transparent zu zeigen.
00:58:56
Speaker
Also vielleicht mal so zwei, drei Beispiele wirklich aus von Maßnahmen oder Initiativen, die wir bei uns realisiert haben.
00:59:02
Speaker
Was super gut ankommt bei allen Mitarbeitenden, sind die sogenannten Lunch and Learn Sessions.
00:59:09
Speaker
Das heißt also, da nimmt sich ein Kollege ein Thema an,
00:59:12
Speaker
Entweder wir arbeiten ja im Projektgeschäft, das heißt also, das sind meistens natürlich dann auch Themen aus den Projektumfeldern und vertieft das.
00:59:20
Speaker
Und das heißt, es ist ein gemeinsames Mittagessen, eine kleine Gruppe.
00:59:24
Speaker
Derjenige, der die indiziert hat, erteilt sein Wissen, erzählt was, die diskutieren.
00:59:30
Speaker
regen Gedanken an und nachher gibt es auch eine kleine Zusammenfassung.
00:59:33
Speaker
Wer nicht dabei sein konnte, kann das lesen.
00:59:35
Speaker
Und die Kosten fürs Mittagessen in dem Fall, darf man ja nicht so laut sagen, aber sie arbeiten ja, gehen dann auf die Company.
00:59:43
Speaker
Das ist eine Sache.
00:59:44
Speaker
Wir haben unser Town Hall Meeting in der deutschen Runde einmal im Monat.
00:59:50
Speaker
Wir starten jede Woche oder alle vier Wochen das Meeting damit mit sogenannten Appreciation Cards, Dankbarkeitskarten.
01:00:00
Speaker
Das heißt also, das sind so ein paar Vorlagen, die haben alle Kollegen, Kolleginnen bei uns und ich sammle die dann alle ein und dann werden die ausgefüllt.
01:00:07
Speaker
Und dann schauen alle irgendwie mal auf die letzten vier Wochen, was war denn cool mit einem Kollegen oder mit einer Kollegin oder auch mit einer Führungskraft und sagen kurz einmal Danke oder geben einen geiler Job oder irgendetwas, also eine Form der Aufmerksamkeit, der Anerkennung.
01:00:23
Speaker
Und du wirst dich wundern.
01:00:25
Speaker
Wir sind jetzt nicht so ein großes Team, aber ich musste meine Meetingagenda ein bisschen justieren.
01:00:31
Speaker
Und das habe ich super gerne gemacht, weil mir diese Session mega viel Spaß macht.
01:00:35
Speaker
Und dann heißt also, dass dann jeder auch im Meeting dann auch seine Karte vorstellt und wir klatschen dann auch einmal.
01:00:40
Speaker
Und also die Stimmung, die das alleine schon macht und das darüber...
01:00:47
Speaker
schaffen wir natürlich auch das Bewusstsein für diese Themen und auch, wie du es gesagt hast, wir schaffen es nicht immer, das gleich gut umzusetzen und natürlich haben wir auch unsere Herausforderungen und wir machen alle drei Monate unsere Team-Eco-Umfrage und lassen uns da wirklich das Feedback von unseren Mitarbeitenden zu auch kritischen Themen geben und wir schauen dann gemeinsam darauf, wir
01:01:08
Speaker
Machen die Ergebnisse transparent?
01:01:10
Speaker
Wir zeigen, was haben wir im Leadership-Kreis daraus gezogen?
01:01:14
Speaker
Was ist für uns die kritischste Dimension?
01:01:16
Speaker
Was hat uns erschrocken?
01:01:18
Speaker
Was hat uns positiv überrascht?
01:01:21
Speaker
Mit welcher Maßnahme wollen wir gegensteuern?
01:01:23
Speaker
Also auch da nicht nur einfach Ehrlichkeit, wenn du was gefragt wirst, sondern einfach wirklich Transparenz.
01:01:29
Speaker
Und das sind Hilfsmittel, die uns dabei helfen, diese Kultur so zu entwickeln.
01:01:35
Speaker
Und nichtsdestotrotz gibt es natürlich Konflikte auch bei uns.
01:01:40
Speaker
Und auch da halte ich das so.
01:01:41
Speaker
Ich glaube, konfliktfreie Führung gibt es einfach nicht.
01:01:47
Speaker
Es gibt aber definitiv konfliktfähige Führung.
01:01:52
Speaker
Und daran zu arbeiten, dass wenn das dann einmal der Fall ist, dass es dazu kommt, dass wir Konflikte haben, dass wir dann auch alle fähig sind, diese auszutragen, das ist auch dann ein ganz, ganz wichtiger Job.

Umgang mit Konflikten und Vision für die Zukunft

01:02:03
Speaker
Ja, total.
01:02:04
Speaker
Also ich habe eine Scheidung hinter mir 2018 und als meine damalige Frau sich 2016 getrennt hat.
01:02:16
Speaker
Davor habe ich auch in Workshops erzählt, weil wir uns nie gestritten haben.
01:02:22
Speaker
Wir haben nie Konflikte gehabt.
01:02:24
Speaker
Und ich habe das immer als etwas Positives verstanden.
01:02:27
Speaker
Bis zu diesem Tag 2016, wo ich dann quasi auf eine sehr harte Art lernen durfte, also für mich emotional sehr harte Art lernen durfte, dass das Quatsch war, was ich da gedacht und gesagt habe.
01:02:43
Speaker
Sondern was ich dann in den Jahren danach, ich habe sehr viel Coaching dann gemacht, um mit dieser Situation umzugehen,
01:02:50
Speaker
Und was ich dann verstanden habe, ist, dass Beziehungen und also das war jetzt eine Liebesbeziehung, aber das ist im Job kein Deut anders, dass die niemals ohne Konflikte gehen.
01:03:04
Speaker
Es geht nicht, wenn Menschen miteinander arbeiten.
01:03:08
Speaker
Es gibt welche, die sind größer, es gibt welche, die sind kleiner, d'accord.
01:03:12
Speaker
Aber im Grunde, wenn wir keine haben, dann
01:03:18
Speaker
Ignorieren wir die, wollen die nicht haben, verheimlichen die und auch das macht dann leider etwas.
01:03:24
Speaker
Da sind wir wieder beim Eisbergmodell.
01:03:27
Speaker
Und deshalb ist dieses, wie du es genannt hast, finde ich einen schönen Begriff, diese konfliktfähige Führung mag ich als Bild.
01:03:35
Speaker
Also ich brauche im Grunde die Kompetenz, vielleicht auch den Mut,
01:03:40
Speaker
wenn ich sehr harmoniebedürftig bin, mich denen Konflikten zu stellen, um die möglichst frühzeitig dann auch irgendwie zu lösen, sodass wir in unserem Arbeitsalltag kein Gewicht haben.
01:03:55
Speaker
Cool.
01:03:56
Speaker
Du, mit Blick auf die Zahlen, wir haben die Stimmen geschehen gerissen.
01:04:01
Speaker
Ich hätte noch ein paar Themen, die ich mit dir teilen könnte und wo ich gerne deine Meinung zu hätte.
01:04:09
Speaker
Aber ich würde dir einmal meine letzte Frage stellen.
01:04:13
Speaker
Das ist übrigens die zweite von den vorbereiteten Fragen, die ich dir heute stelle.
01:04:18
Speaker
Die erste war die erste und das ist jetzt die letzte.
01:04:21
Speaker
Die anderen sind so entstanden, war echt schön.
01:04:25
Speaker
Stell dir mal vor, welche Pressemeldung würdest du gerne von dir, von DevelopX oder vielleicht auch über das Thema Kultur, Führung in den nächsten zwölf Monaten lesen wollen?
01:04:42
Speaker
Oh, gute Frage.
01:04:43
Speaker
Spannend.
01:04:43
Speaker
Also ich
01:04:48
Speaker
Mein erster Impuls, und dem würde ich jetzt, glaube ich, einfach mal folgen, war, weil ich es mir so sehr wünsche und weil ich auch jetzt seit fünf Jahren fast in dieser Company bin und sehr verliebt, verheiratet, wie auch immer mit dieser Firma bin, würde ich, glaube ich, gerne lesen, dass die Boutique-Beratung den Markt verfolgt
01:05:16
Speaker
gestaltet im Bereich digitale Geschäftsmodelle.
01:05:21
Speaker
Cool.
01:05:22
Speaker
Und wir lesen das dann wo?
01:05:24
Speaker
Im Hamburger Abendblatt?
01:05:27
Speaker
Ich glaube eher, Wirtschaftswoche wäre schon ganz, man soll ja hohe Ziele haben.
01:05:36
Speaker
Also gucken wir in die Wirtschaftswoche oder vielleicht ins Handelsblatt.
01:05:38
Speaker
Das ist ja der gleiche Verlag, dann passt das vielleicht auch.
01:05:42
Speaker
Gülay, es war mir ein Fest.
01:05:45
Speaker
Herzlichen Dank für deine Zeit und deine coolen Einblicke und alles Gute dir.
01:05:50
Speaker
Ich danke dir.
01:05:51
Speaker
Vielen, vielen Dank.
01:05:52
Speaker
Es war super schön.
01:05:54
Speaker
Das war eine neue Folge von Führen mit Herz und Verstand.
01:05:58
Speaker
Toll, dass du dabei warst und dir die Zeit genommen hast.
01:06:01
Speaker
Wenn es dir gefallen hat, hinterlass mir doch bitte direkt jetzt eine positive Bewertung.
01:06:06
Speaker
Ich wünsche dir eine tolle Zeit und gutes Gelegen bei dem, was auf dich wartet.