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#57 Bundeswehr und Bundestag | Ziel jeder Führungskraft | Bootcamp - Interview mit Henri Schmidt image

#57 Bundeswehr und Bundestag | Ziel jeder Führungskraft | Bootcamp - Interview mit Henri Schmidt

Führen mit Herz & Verstand
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16 Plays10 months ago

„Führen mit Herz und Verstand“ – Deep Talk mit Henri Schmidt

Was bedeutet wirksame Führung in bewegten Zeiten?

In dieser Folge spricht Normen Ulbrich mit Henri Schmidt, Führungskraft mit Wurzeln in Militär, Wirtschaft und Politik. Henri ist Geschäftsführer in der IT-Branche, leidenschaftlicher Gestalter und seit 2025 Mitglied des Deutschen Bundestags.

Er gibt tiefe Einblicke in:

  • den Aufbau einer Vertrauenskultur im Mittelstand
  • Führung in der Krise am Beispiel eines realen Cybervorfalls
  • den Wechsel von der Wirtschaft in die Politik – und was Führung in beiden Feldern verbindet
  • seine Prinzipien für klare Kommunikation, souveränen Umgang mit Druck und echtes Empowerment

Highlights der Folge:

👉 Warum Vertrauen die Grundlage für Leistung ist nicht Kontrolle

👉 Wie man mit Haltung durch Unsicherheit führt

👉 Was es heißt, Verantwortung wirklich abzugeben – und was dann möglich wird

👉 Warum Kommunikation die unterschätzte Superkraft von Führung ist

👉 Wie Henri das Bundestags-Onboarding erlebt hat – Bootcamp inklusive

Links:

Podcast TAX-IT und Cybersicherheit:
https://www.danielkubitza.de/allgemein/tax-it-und-cybersicherheit/

https://www.business-punk.com/2025/03/gehackt-lektion-gelernt/

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Transcript

Einführung und Krisenmanagement

00:00:00
Speaker
Wir haben dann einfach Ressourcen eingeflogen aus der übrigen Gruppe, aus Bratislava, aus Wien, aus Hamburg, von Spezialisten, die in der Lage sind, die Infrastruktur aufzubauen und solche Sachen auch zu managen.
00:00:11
Speaker
Und die waren dann alle am Nachmittag da.
00:00:13
Speaker
Landeskriminalamt war vor Ort, Forensiker von einer Versicherung waren vor Ort und ich habe das einfach gemanagt.
00:00:19
Speaker
Der Erfolg eines Unternehmens hängt ganz entscheidend von der Führungskultur im Unternehmen ab.
00:00:25
Speaker
Denn wenn sich Mitarbeiterinnen zufrieden fühlen, steigt die Produktivität um bis zu 20 Prozent.
00:00:32
Speaker
Doch die Frage lautet, wie kann das bei dem hohen Druck der Zeitverdichtung und den vielen operativen Aufgaben gelingen?
00:00:39
Speaker
Lausche den Deep Talks und erhalte erprobte und praxisnahe Führungswerkzeuge für eine sinn- und menschenorientierte Führung.
00:00:46
Speaker
Erlebe gleichzeitig, wie eine positive innere Haltung den Unterschied bei meinen Gästen gemacht hat.

Henriks politischer Werdegang

00:00:52
Speaker
Ich bin Norm Ulbrich und heiße dich herzlich willkommen zu meinem Podcast Führen mit Herz und Verstand.
00:00:59
Speaker
Heute darf ich euch einen ganz besonderen und wunderbaren Gast ankündigen.
00:01:05
Speaker
Er vereint Erfahrung aus Wirtschaft, IT und öffentlichen Dienst wie kaum ein anderer.
00:01:10
Speaker
Seit über 20 Jahren gestaltet er Veränderungen mit Klarheit, Verantwortungsbewusstsein und echter Begeisterung für Menschen und Organisationen.
00:01:18
Speaker
Was ihn ausmacht?
00:01:19
Speaker
Eine beeindruckende Mischung aus strategischer Weitsicht und einem tiefen Verständnis für die operativen Herausforderungen in Führung und Digitalisierung.
00:01:28
Speaker
Seine berufliche Reise begann bei der Luftwaffe.
00:01:32
Speaker
Dort haben wir beide uns übrigens auch kennengelernt, als wir nämlich beide als Jugendoffiziere unterwegs waren.
00:01:38
Speaker
Und danach wechselte er in die Wirtschaft.
00:01:42
Speaker
wo er als Führungskraft in der HR-Tech-Branche internationale Großprojekte verantwortete.
00:01:48
Speaker
Später übernahm er als Geschäftsführer mittelständischer IT-Unternehmen Verantwortung für mehrere hundert Mitarbeitende.
00:01:55
Speaker
Doch sein Weg führte noch weiter.
00:01:57
Speaker
Nach vielen Jahren kommunalpolitischen Engagements als Gemeindevertreter, Fraktionsvorsitzender und Kreisdagsabgeordneter wurde er im Februar 2025 mit einem Direktmandat in den Deutschen Bundestag gewählt.
00:02:11
Speaker
Heute bringt er seine Expertise in die nationale Politik ein mit Fokus auf Digitalisierung, Wirtschaft und Gesellschaft.
00:02:20
Speaker
Und damit sage ich herzlich willkommen im Podcast.
00:02:22
Speaker
Ich freue mich riesig, dass du heute hier bist.
00:02:24
Speaker
Henrik Schmidt.
00:02:26
Speaker
Vielen Dank, lieber Norman, und vielen Dank auch für die sehr nette Einleitung.
00:02:30
Speaker
Sehr gern.
00:02:31
Speaker
Henry, wir sind ja zum Glück irgendwie und schönerweise in Kontakt geblieben, nachdem wir uns, ich weiß gar nicht, wann das war, irgendwann Anfang der 2000er als Jugendoffiziere kennengelernt haben.
00:02:44
Speaker
Und ich war dann tatsächlich...
00:02:49
Speaker
Also ganz baff, als ich dann gesehen habe, Henry Schmidt, Bundestagsabgeordneter.
00:02:59
Speaker
Du warst ja oder bist, kannst ja vielleicht noch mal was zu sagen, du bist ja eine erfolgreiche Führungskraft, du bist Geschäftsführer in zwei Unternehmungen.
00:03:09
Speaker
Wie kommt man dazu, das sein zu lassen und Vollzeitpolitiker zu werden und in den Deutschen Bundestag zu gehen?
00:03:18
Speaker
Du so richtig glauben und fassen kann ich es bis heute auch noch nicht.
00:03:22
Speaker
Es war eher der Zufall, der mich jetzt dazu gebracht hat, hauptberuflich Politik zu machen, nämlich letztlich die Frage von unserer Kreisvorsitzenden, Landtagsabgeordneten, die gesagt hat, Mensch, Henry, du machst doch hier einen super Job in der Kommunalpolitik.
00:03:36
Speaker
Wir suchen jemanden, der für den Bundestag kandidiert und du sollst das machen.
00:03:41
Speaker
Und wie sieht es dann damit aus?
00:03:42
Speaker
Und
00:03:43
Speaker
Wie du schon sagst, ich bin seit Jahren in der Wirtschaft, mir geht es da gut, können wir nachher darüber sprechen.
00:03:50
Speaker
Ich habe aber irgendwann mal Politik studiert bei der Bundeswehr von 2003 bis 2007 und man hat natürlich als jemand, der Politik studiert hat, immer ein Stück weit im Herzen so die Idee, könnte man nicht auch mal hauptberuflich Politik machen.
00:04:03
Speaker
Naja, als dann die Frage auf mich zukam, ich drei Tage überlegt habe, mit meiner Frau mich darüber unterhalten habe, kam ich raus und mein Kopf hat gesagt, mach das nicht.
00:04:11
Speaker
Mein Herz hat gesagt, mach das auf jeden Fall.
00:04:14
Speaker
Und ja, nun bin ich da und tatsächlich bis zum Schluss nicht daran geglaubt.
00:04:19
Speaker
Und als der Wahlabend dann da war, neues Wahlrecht und so weiter, 23.30 Uhr waren wir endlich sicher, dass es gereicht hat.
00:04:26
Speaker
Boah, das ist schon echt, das ist was echt Besonderes, freue mich total drauf.
00:04:30
Speaker
Ja, das habe ich mich auch gefreut tatsächlich.
00:04:37
Speaker
Ich habe ja auch mal kurz für einen Bundestagsabgeordneten gearbeitet in seinem Büro mit und als ich da
00:04:46
Speaker
da mitgemacht habe, da war dann oft, als ich zurückkam, irgendwie so eine Frage, weil ich auch schon sehr politikbegeistert bin, würde ich sagen, und gerne diskutiere und mich austausche und so, ob ich das nicht machen will.
00:05:00
Speaker
Und da habe ich damals mit sehr viel Klarheit gesagt, nein, auf keinen Fall,
00:05:05
Speaker
weil ich in der Zeit, wo ich das da begleitet habe, irgendwie festgestellt habe, krass, was die für, so ein Bundesabgeordneter, was der für Zeit invest hat, was der für lange Tage hat, wie der am Wochenende selbstverständlich arbeiten muss.
00:05:22
Speaker
Also da ist hier mit 37,5 Stunden Woche, da kommst du ja nicht hin.
00:05:29
Speaker
Deshalb umso mehr Chapeau für deinen Dienst.

Erfahrungen in der Bundeswehr

00:05:36
Speaker
Du hast ja relativ früh, also du bist glaube ich mit 18, bist du damals zur Bundeswehr gegangen und hast dich dann als Offizier verpflichtet.
00:05:47
Speaker
Was hat dich in dem Alter schon gereizt, diesen Weg einzuschlagen?
00:05:53
Speaker
Ja, um ehrlich zu sein, ich bin ja in Brandenburg aufgewachsen.
00:05:57
Speaker
Die berufliche Perspektive dort war jetzt nicht die beste.
00:06:00
Speaker
Und ich habe da mal zwei Bewerbungen geschrieben.
00:06:03
Speaker
Die eine ging an Cargolifter, kennt man heute nicht mehr.
00:06:07
Speaker
Das war diese Firma, die damals...
00:06:10
Speaker
Tropic Island heute, genau.
00:06:12
Speaker
Also früher sollten da eben Luftschiffe gebaut werden und die sollten die Logistik irgendwie revolutionieren.
00:06:17
Speaker
Ich habe mich damals beworben für ein duales Studium, Maschinenbau.
00:06:23
Speaker
Und war eine super Geschichte.
00:06:24
Speaker
Die haben dann aber gesagt, hey, Henry, wir wollen dich haben, aber mach mal erst deinen Wehrdienst.
00:06:28
Speaker
Und wie der Zufall es wollte, ging meine zweite Bewerbung an die Bundeswehr.
00:06:32
Speaker
Das war...
00:06:34
Speaker
Ich würde gar nicht so sagen aus tiefer Überzeugung heraus, sondern aus der Überzeugung heraus, dass ein solider Arbeitgeber mit einem interessanten Paket, zwölf Jahre Offizier, man kann da sowohl das Führen lernen als auch studieren.
00:06:45
Speaker
Das klang für mich total super.
00:06:48
Speaker
Ich hatte ein bisschen gezweifelt, aber als ein Cargolifter gesagt hat, Mensch, mach mal erst deinen Wehrdienst, habe ich gesagt, dann kann ich es gleich richtig machen.
00:06:53
Speaker
Und deswegen bin ich eigentlich bei der Bundeswehr gelandet.
00:06:56
Speaker
Und ich würde sagen, so als 18-Jähriger, ich weiß nicht, wie dir es ging, so richtig wusste ich nicht, was auf mich zukommt.
00:07:02
Speaker
Ich bin damals als Wehrpflichtiger zur Bundeswehr gekommen.
00:07:08
Speaker
Also ähnlich war es eigentlich gar nicht.
00:07:10
Speaker
Ich wollte Jura studieren, hatte sozusagen dann schon geguckt, wo ich hingehen kann, welche Unis, Halle, Potsdam.
00:07:19
Speaker
Also ich komme ja gebürtig aus Magdeburg.
00:07:22
Speaker
Und
00:07:24
Speaker
Und dann habe ich zu mir gesagt, aber zuerst machst du irgendwie diese zehn Monate, ich hatte da keinen Bock da irgendwie dahinterher oder zwischendurch.
00:07:32
Speaker
Und dann hat mich mein Chef damals gefragt, ob ich mir nicht vorstellen könnte, zur Bundeswehr zu gehen.
00:07:39
Speaker
Und da hatte ich schon so ein Gefühl zumindest.
00:07:42
Speaker
Und ich fand das wirklich geil.
00:07:44
Speaker
Also ich bin da nicht hingegangen aus Überzeugung, so würde ich das nicht formulieren.
00:07:52
Speaker
Aber ich habe diese...
00:07:54
Speaker
diese Überzeugung dann irgendwann entwickelt und habe so gemerkt, dass die Werte, die da im Kern drin stecken, also mal abgesehen davon, dass es dann natürlich auch schlechte Führungskräfte und schlechte Strukturen und so gibt, wie in jedem anderen Unternehmen.
00:08:09
Speaker
Aber so dieser Purpose, würde man heute sagen, also das fand ich schon ziemlich cool.
00:08:18
Speaker
Ja, so ging es mir natürlich auch.
00:08:20
Speaker
Man kommt ja erst mal an, man weiß eben nicht so genau, was auf einen zukommt.
00:08:23
Speaker
Man ist sofort, das fand ich auch sehr besonders, von seinem privaten Umfeld komplett getrennt.
00:08:28
Speaker
Man zieht einfach weg.
00:08:30
Speaker
Ich habe am 30.06.2002 mein Abitur gemacht.
00:08:33
Speaker
Da war der Abi-Ball und am 1.7. stand ich in Bayreuth und habe meine Grundstruktur.
00:08:39
Speaker
Das ist schon so ein kompletter Cut im Kopf auch und hat mich auch schwer getan.
00:08:44
Speaker
Aber klar, man gewöhnt sich dran.
00:08:45
Speaker
Man kommt in die Offizierausbildung, man stellt fest, hey, die Ausbildung, die man hier bekommt, die ist wahnsinnig hochwertig.
00:08:51
Speaker
Da wird sehr viel Zeit investiert in Führungskompetenz, in das Lernen von, ich sag mal, fachlichen Themen rund um die Bundeswehr.
00:08:57
Speaker
Das war schon echt gut.
00:08:59
Speaker
Und ich habe einfach immer mehr Spaß und Freude gewonnen in diesem Beruf,
00:09:04
Speaker
Und wenn ich ehrlich bin, bin ich heute da, weil die Bundeswehr mich darauf vorbereitet hat.
00:09:08
Speaker
Und zwar würde ich sagen, im Schwerpunkt waren es zwei Themen, die die Bundeswehr mit mir gemacht hat, nämlich das Thema Führen und Führungskompetenz.
00:09:16
Speaker
Und das zweite war Kommunikationskompetenz, was man ja nicht unterschätzen darf.
00:09:20
Speaker
Wenn man ehrlich ist, ich habe ja nie irgendwas mit IT gemacht.
00:09:23
Speaker
Aber ich bin heute in der IT als Geschäftsführer unterwegs.
00:09:26
Speaker
Und das kann ich, weil ich, ich sage mal, Dinge lernen kann, aufnehmen kann, aber vor allen Dingen auch, weil ich kommunikationsstark bin.
00:09:32
Speaker
Und das macht vieles leicht.
00:09:34
Speaker
Diese Kommunikationsstärke, die hatte ich als 18-Jähriger nicht, sondern da hat die Bundeswehr einfach ganz viel mit mir gemacht.
00:09:41
Speaker
Also das ist, finde ich, ein schöner Punkt, weil in Führungstrainings formuliere ich das oft so, dass ja Kommunikation für uns Führungskräfte das wichtigste, das stärkste, das mächtigste Werkzeug ist, was wir haben.
00:09:59
Speaker
Und wenn wir das gut beherrschen, wenn wir
00:10:04
Speaker
Wenn wir das auch reflektieren können, dann machen wir schon mega viel richtig, mal abgesehen von irgendwelchen anderen Führungsgrundsätzen, Werkzeugen und so, die es da noch gibt.
00:10:13
Speaker
Aber im Kern würde ich sagen, wer das gut kann und bewusst macht, der hat auf jeden Fall schon ganz viel gewonnen als Führungskraft.
00:10:26
Speaker
Ja, ich würde sogar fast etwas dramatischer beurteilen.
00:10:32
Speaker
Die meisten Führungskräfte, die ich sehe, die scheitern.
00:10:35
Speaker
scheitern an ihrer Art zu kommunizieren.
00:10:38
Speaker
In den Köpfen der Leute geht um, ich muss besonders hart kommunizieren, ich darf nicht transparent zu meinen Mitarbeitern sein.
00:10:45
Speaker
Wenn die wüssten, was wir alles planen, dann würden wir doch nicht erfolgreich sein.
00:10:50
Speaker
Ich mache das komplette Gegenteil.
00:10:52
Speaker
Ich nehme meine Mitarbeiter einfach bei allen Schritten mit, die ich gehe, bin transparent und genieße deswegen hohes Vertrauen bei meinen Mitarbeitern und stelle am Ende fest, dass das Ergebnis, was wir doch alle wollen, wir wollen am Ende eine erfolgreiche Firma haben,
00:11:04
Speaker
dass ich eher erfolgreich bin, ein gutes Ergebnis hinzustellen, wenn ich meine Mitarbeiter mitnehme und transparent informiere, als dass ich das Gegenteil tue.
00:11:12
Speaker
Und das überzeugt mich jeden Tag.
00:11:14
Speaker
Und das ist diesen Purpose, wie du ihn bezeichnet hast, den habe ich tatsächlich bei der Bundeswehr gelernt.
00:11:20
Speaker
Das ist ja ganz witzig, weil wenn ich, ich sage mal, durch die Straße laufen würde und fragen würde, sag mal, welches Führungsverständnis wird man dann bei der Bundeswehr lernen, dann ist es wahrscheinlich nicht das, was ich gerade beschrieben habe, aber das ist das, was ich dort gelernt habe.
00:11:33
Speaker
Das ist total witzig, weil genau daran habe ich gerade gedacht, wenn ich das manchmal in meinen Führungstrainings erzähle und ich sage hier, ich war mehr als zwölf Jahre bei der Bundeswehr, dann gibt es wirklich welche, die sagen, ja, aber was machst du denn jetzt hier?
00:11:47
Speaker
Also willst du uns jetzt erklären, wie Führung geht?
00:11:50
Speaker
Also irgendwie schreiend über den Hof rennen.
00:11:54
Speaker
Und das ist total spannend, weil
00:11:56
Speaker
Weil natürlich habe ich das auch erlebt, das, was wir ja auch erlebt haben, also irgendwie Leute, die einen anschreien und jetzt nicht so wertvoll behandeln, aber also diese Art von offensichtlich Führungsverständnis, wie du es hast, also Transparenz, Vertrauen als die Basis quasi der Zusammenarbeit, das würde ich genauso sagen, das habe ich bei der Bundeswehr gelernt.
00:12:22
Speaker
Also sowohl von guten Führungskräften, die ich hatte,
00:12:26
Speaker
als auch mit den Teams, die ich geführt habe, weil das einfach viel, viel erfolgreicher war.
00:12:33
Speaker
Also nicht nur mehr Bock gebracht hat, sondern irgendwie auch erfolgreicher war.
00:12:36
Speaker
Und das sind ja dann irgendwie für mich zumindest gleich zwei Dinge, wo ich denke, also wenn es mehr Spaß macht und noch besser funktioniert, dann wäre ich ja bekloppt, was anderes zu machen.
00:12:47
Speaker
Und nur um ehrlich zu sein, wir haben ja...
00:12:51
Speaker
Wenn ich 20 Jahre zurückschaue, dann konnte man noch anders führen, um ehrlich zu sein.
00:12:54
Speaker
Warum konnte man anders führen?
00:12:56
Speaker
Weil einfach der Arbeitsmarkt ein anderer war.
00:12:59
Speaker
Heute, wenn ich jetzt aus der IT schaue, dann kann ich ehrlicherweise so viele Stellen ausschreiben, wie ich will.
00:13:04
Speaker
Bewerber kriege ich de facto nicht.
00:13:06
Speaker
Das heißt, das Wichtigste, was ich tun muss, ist erstmal die Mitarbeiter, die ich habe, bei mir zu halten, sie zufrieden zu halten.
00:13:12
Speaker
Und das tue ich eben nicht nur durch monetäre Reize oder sonst was, sondern ich tue das durch ein Klima.
00:13:19
Speaker
was ich erzeuge.
00:13:20
Speaker
Und da habe ich als Führungskraft einfach unglaublich viel Gestaltungsmittel.
00:13:23
Speaker
Und das Wesentliche ist dann tatsächlich mit den Mitarbeitern zu reden, häufig mit denen zu reden, transparent zu sein und dieses Vertrauen zu schaffen, was eine gemeinsame Basis ist.
00:13:31
Speaker
Und dann stellt man fest, dass man plötzlich mehr ist als einfach nur ein Arbeitgeber, sondern vielleicht ein Stück weit auch, ich sage mal, Familie.
00:13:39
Speaker
Wir dürfen ja nicht vergessen,
00:13:40
Speaker
dass wir den größten Teil des Lebens am Arbeitsplatz verbringen.
00:13:43
Speaker
Und deswegen ist es so wichtig, dass das Klima passt.
00:13:45
Speaker
Ja.
00:13:48
Speaker
Also es ist ja manchmal eine Diskussion in meiner LinkedIn-Bubble, beobachte ich die manchmal, wo dann kritisch genau dieser Punkt hinterfragt wird.
00:13:57
Speaker
Also in die Richtung, also das ist ja keine Familie, man muss da irgendwie noch alles richtig einordnen, das ist halt eine Arbeit und so.
00:14:09
Speaker
Und
00:14:10
Speaker
Also das stimmt natürlich auf der einen Seite, aber auf der anderen Seite empfinde ich das genauso, wie du es beschreibst.
00:14:17
Speaker
Wenn ich acht oder zehn Stunden, fünf Tage die Woche mit diesem Menschen verbringe, dann ist das ja faktisch viel mehr, als ich mit meiner Familie oder Teil meiner Familie verbringe.
00:14:31
Speaker
Und ob das dann familienähnlich sein muss, da kann man sich dann vielleicht über den Begriff streiten, aber am Ende muss das auf jeden Fall ja eine sehr...
00:14:41
Speaker
sehr harmonische, sehr, ja sehr intim ist jetzt das falsche Wort, aber eine sehr persönliche Beziehung sein, die ich da herstellen kann, finde ich.
00:14:54
Speaker
Also wenn ich so viel Zeit mit Menschen verbringe.
00:14:57
Speaker
Ja, so ist das.
00:14:58
Speaker
Und unterm Strich, man muss natürlich immer darauf achten, dass man diese professionelle Distanz schon erhält.
00:15:04
Speaker
Und man muss natürlich auch harte Entscheidungen in der Lage sein zu treffen.
00:15:07
Speaker
Da habe ich aber nie ein Problem damit gehabt.
00:15:09
Speaker
Also ich kann ja trotzdem freundlich, transparent, vertrauensvoll mit Menschen umgehen und trotzdem in der Lage sein, hart Entscheidungen zu treffen.
00:15:15
Speaker
Es gibt immer Dinge im beruflichen Leben, wo es eben mal nicht funktioniert.
00:15:18
Speaker
Und da muss man natürlich die Bereitschaft bringen, dann auch die Entscheidungen zu treffen, die notwendig sind.
00:15:22
Speaker
Aber das nimmt nicht weg, dass ich in 95 Prozent aller Fälle einfach eine vernünftige, solide Basis der Zusammenarbeit pflegen kann.
00:15:31
Speaker
Naja, und also die Zahl, die beschreibt das ja.
00:15:34
Speaker
Also wenn ich
00:15:36
Speaker
wenn ich nur in 5 oder 10 Prozent oder 15 Prozent, das kann ich auch groß ansetzen, harte Entscheidungen treffen muss, dann bedeutet das ja, dass es da irgendwie über 80, vielleicht sogar über 90 Prozent der Zeit Momente gibt, wo das nicht notwendig ist.
00:15:51
Speaker
Also und
00:15:53
Speaker
Es erschließt sich mir gar nicht, warum ich diese Zeit jetzt auch der harte Hund sein sollte.
00:15:58
Speaker
Also das muss ich vielleicht selber für mich klarkriegen.
00:16:01
Speaker
Okay, also dass ich dann auch in der Lage bin.
00:16:06
Speaker
Aber das halte ich für viel cleverer.
00:16:10
Speaker
Ich habe einen Geschäftsführer, den ich begleite, schon länger.
00:16:15
Speaker
Und bei dem war das an irgendeiner Stelle mal so, dass der sich von einem Abteilungsleiter getrennt hat.
00:16:23
Speaker
Und die hatten so viel Klarheit in den, weiß ich nicht, anderthalb, zwei Jahren davor aufgebaut, also auch über ganz viele Erwartungsgespräche.
00:16:32
Speaker
Und also dem Abteilungsleiter war so klar, wo er steht, dass er von dem Trennungsgespräch, was dann irgendwann stattgefunden hat, gar nicht überrascht war.
00:16:45
Speaker
Und das ist immer so mein Bild, wo ich denke, okay, wenn ich so viel Klarheit habe, dann ist das vielleicht auch kein geiles Gefühl, also dann irgendwie sich zu trennen.
00:16:55
Speaker
Aber ich glaube, das wirklich Schlimme ist dann immer die Überraschung, also wenn ich Dinge für mich behalte.
00:17:00
Speaker
Also dieses Transparente, was du gesagt hast.
00:17:02
Speaker
Du, ähm,
00:17:04
Speaker
Ich habe so viele Fragen, aber ich fange mal mit der an.
00:17:08
Speaker
Du bist ja immer noch Geschäftsführer und jetzt neu quasi Bundestagsabgeordneter.
00:17:15
Speaker
Wie stelle ich mir das vor?
00:17:18
Speaker
Also ich habe ja vorhin gesagt, ich habe beobachtet bei dem Bundestagsabgeordneten, wo ich da gearbeitet habe, der hat unfassbar viel gearbeitet.

Rolle bei der Convotes Group

00:17:25
Speaker
Ich mir jetzt vorstelle, so ein Geschäftsführer, die ich kenne und auch ich als Geschäftsführer, das ist auch viel.
00:17:32
Speaker
Wie geht das?
00:17:34
Speaker
Genau, zunächst muss man vielleicht meinen beruflichen Hintergrund ein Stück weit einordnen.
00:17:39
Speaker
Ich bin Angestellter, leitender Angestellter der Convotes-Gruppe.
00:17:42
Speaker
Die Convotes-Gruppe sitzt in Düsseldorf, ist de facto eine Art Holding.
00:17:47
Speaker
Diese Holding hat die letzten Jahre eine starke Bein-Bild-Strategie verfolgt.
00:17:51
Speaker
Also die BWLer unter uns wissen, was ich damit meine.
00:17:55
Speaker
De facto haben wir viele Unternehmen gekauft und dann in die Gruppe integriert.
00:18:00
Speaker
Diese Unternehmen, die wir mal gekauft haben, ich sage mal rund 30,
00:18:04
Speaker
Die stehen zum Teil noch selbstständig für sich da und braucht natürlich ein Geschäftsführungselement.
00:18:10
Speaker
Und das habe ich für zwei Unternehmen auch übernommen.
00:18:12
Speaker
Ich mache das mal am Beispiel der Convotes Köln.
00:18:14
Speaker
Das ist ein Bereich, der spezialisiert ist auf die Bereitstellung von IT-Dienstleistungen für Steuerberatern.
00:18:21
Speaker
Und das ist ein recht großes Unternehmen, rund 80 Mitarbeiter und dort bin ich Geschäftsführer.
00:18:28
Speaker
Jetzt ist es natürlich so, dass eine Gruppe im Hintergrund eine gewisse Infrastruktur mitbringt.
00:18:33
Speaker
Die nimmt wie eine Art Shared Service Center alle Themen rund um Personal, rund um Finance ab.
00:18:38
Speaker
und liefert einen gewissen Service.
00:18:40
Speaker
Und dann muss man als Geschäftsführer natürlich dafür sorgen, dass wenn man mehrere Unternehmen vor allen Dingen leitet, dass das mittlere Management funktioniert.
00:18:47
Speaker
Und das war und ist immer mein Schwerpunkt gewesen zu sagen, ich brauche ein mittleres Management, was in der Lage ist,
00:18:53
Speaker
ich sage mal, auf Grundlage des Vertrauens, was ich denen auch gebe, Entscheidungen selbst zu treffen, selbstständig zu werden und so weiter.
00:18:59
Speaker
Und da ist meine Erfahrung tatsächlich gewesen, dass Unternehmen, die gerade so Eigentümer geführt waren, die sind häufig sehr, sehr stark abhängig von so einem Eigentümer.
00:19:10
Speaker
Der hat sich dann auch durchaus verantwortet.
00:19:12
Speaker
bin alle Entscheidungsprozesse involviert gesehen und hat die Entscheidung dann auch selbst getroffen.
00:19:17
Speaker
Da muss man so einen kulturellen Wandel schaffen, die den Mitarbeitern ermöglicht, wirklich selbstständig, autark zu agieren.
00:19:24
Speaker
Das ist mir, glaube ich, ganz gut gelungen.
00:19:26
Speaker
Das heißt, man muss sich nicht mehr jeden Tag und ständig und 80 Stunden die Woche um so ein Unternehmen kümmern, sondern man kann die Leine langlassen.
00:19:33
Speaker
Man muss natürlich da, wo es dann auch mal schwierig wird, wo es auch mit Kunden schwierig wird, sich auch wieder einbringen.
00:19:39
Speaker
So, ist das Ganze jetzt kompatibel mit dem Dasein des Bundestagsabgeordneten?
00:19:43
Speaker
Ja, bedingt schon.
00:19:45
Speaker
Um fair zu sein, in Sitzungswochen kaum.
00:19:47
Speaker
Also in Sitzungswochen sitzt man in Berlin, ist nur wirklich früh bis spät involviert in Termine, muss sich im Grunde schon zerteilen, weil man eigentlich zu jeder Stunde mehrere Termine hat.
00:19:58
Speaker
Und da hat man weniger Zeit für, ich sage mal, die Tätigkeit in der Wirtschaft.
00:20:02
Speaker
Auf der anderen Seite hat man Wahlkreiswochen, wo man wieder etwas mehr Zeit hat.
00:20:05
Speaker
Warum?
00:20:06
Speaker
Weil die Termine, die man politisch hat, eher am Abend sind, am Wochenende sind und so weiter.
00:20:10
Speaker
So, natürlich muss ich meine Zeit jetzt reduzieren, kriege deshalb meine Balance ganz gut hin, auch weil die Gruppe, die Convotes-Gruppe, sagt man, das ist die Oster, mir sagen wir mal den Rücken stärkt.
00:20:21
Speaker
mich auch unterstützt.
00:20:21
Speaker
Also wir kriegen das gemeinsam ganz gut hin.
00:20:24
Speaker
Für mich war das immer Basis, dass das funktioniert.
00:20:26
Speaker
Warum?
00:20:27
Speaker
Ich bin in der IT und ich kann jetzt nicht vier Jahre sagen, ich melde mich mal ab und komme in vier Jahren wieder, weil dann einfach die Welt sich so schnell weitergedreht hat, dass ich den Anschluss verpassen würde.
00:20:35
Speaker
Und deswegen war dieser Schritt für mich wichtig.
00:20:38
Speaker
Um ehrlich zu sein, ich habe keine 40-Stunden-Woche, aber ich glaube, das ist uns beiden klar.
00:20:43
Speaker
Ja, das ist klar.
00:20:47
Speaker
Aber ist, also ist ja, wenn du das jetzt so sagst, ist ja spannend, weil, wie soll ich das formulieren?
00:20:56
Speaker
Also auf der einen Seite wollen wir ja als Bürger quasi irgendwie die Experten da oben haben und dann, also wie du sagst, wenn du jetzt hier raus bist aus deiner Expertise, dann bist du ja irgendwann nicht mehr Experte.
00:21:09
Speaker
Außerdem machst du ja irgendwie einen Zeitvertrag mit uns Bürgern geschlossen, einen Zeitarbeitsvertrag.
00:21:15
Speaker
und weißt ja auch gar nicht, was in vier Jahren ist.
00:21:18
Speaker
Also ob wir dich wiederwählen oder nicht.
00:21:24
Speaker
Also insofern kann ich das irgendwie nachvollziehen.
00:21:28
Speaker
Aber nur spannend.
00:21:29
Speaker
Das heißt, du hast da investiert, du hast investiert in Kulturwandel, in Vertrauen.

Führungskultur und Unternehmensziele

00:21:34
Speaker
Kannst du darüber ein bisschen was erzählen?
00:21:37
Speaker
Weil das fände ich schon mega spannend, weil also im Grunde,
00:21:43
Speaker
würde ich sagen, das muss ja ein Stückchen das Ziel eigentlich einer jeden Führungskraft sein.
00:21:49
Speaker
Also egal, ob ich jetzt Geschäftsführer bin und Bundestagsabgeordneter werden möchte oder ob ich Teamleitung bin.
00:21:57
Speaker
Im Grunde ist das ja völlig irrelevant, weil, also wenn es mir gelänge, dass die Mitarbeitenden mehr Verantwortung übernehmen, also ich überlege mal, aber ich
00:22:10
Speaker
Ich wüsste tatsächlich keinen meiner Kunden, wo das nicht Teil des Ziels ist.
00:22:15
Speaker
Also wenn ich mit den Teams oder den Führungskräften arbeite, dass die sagen, hier, eigentlich wollen wir mehr Verantwortung an die abgeben.
00:22:23
Speaker
Wie hast du das gemacht?
00:22:25
Speaker
Ja, also zunächst einmal muss man immer wissen, wo kommt man eigentlich her?
00:22:28
Speaker
Ich komme nun aus der Bundeswehr, man hat dann da seine Führungsstrukturen irgendwie mal etabliert und gelernt.
00:22:34
Speaker
Da hat man gleich 150 Leute als Inspektions- oder Kompaniechef geführt.
00:22:38
Speaker
Dann sagen ja auch alle, die von der Bundeswehr kommen, ja, wir, also führen können wir super.
00:22:42
Speaker
Dann kommt man der Wirtschaft an und stellt fest, naja.
00:22:44
Speaker
Da ist Führen eben anders.
00:22:46
Speaker
Da kommen plötzlich so Gehaltsthemen und so Dinge, die man bei der Bundeswehr vielleicht gar nicht hatte.
00:22:50
Speaker
Also es ist schon eine andere Art zu führen.
00:22:52
Speaker
Aber die habe ich tatsächlich ganz professionell auch die, sagen wir mal, zehn Jahre, meine ersten zehn Jahre in der Wirtschaft lernen dürfen, nämlich in einem großen amerikanischen Konzern.
00:23:01
Speaker
Der hat mich da sozusagen begleitet von, ich sage mal, einer fachlichen Führungskraft hin zu einer disziplinaren Führungskraft.
00:23:08
Speaker
In mehreren Ländern Mitarbeiter geführt, also große Organisationen geführt mit viel Umsatz, viel Verantwortung.
00:23:13
Speaker
Und dann ist man sozusagen auch erst mal rückengestärkt.
00:23:16
Speaker
Und wenn man das gemacht hat über viele Jahre, stört man auch fest, wenn ich immer alles auf meinem Tisch behalte und nicht delegiere und nicht meinen Mitarbeitern Vertrauen gebe, dann ertrinkt man einfach in Arbeit.
00:23:26
Speaker
Und das funktioniert irgendwann nicht mehr.
00:23:28
Speaker
Und deswegen habe ich mir relativ früh angewöhnt, eben Mitarbeiter den Rücken zu stärken, das Vertrauen zu geben und dann aber auch sozusagen, wie soll ich sagen, häufig wieder mal kurz an die Leine zu nehmen, zu sagen, kurze Gespräche, 10 Minuten, 50 Minuten, eine halbe Stunde eins zu eins zu führen und denen einfach die Guiden zu geben, die sie brauchen, um weiterzukommen.
00:23:49
Speaker
Ich stelle fest, dass viele Führungskräfte genau das nicht machen.
00:23:51
Speaker
Sie haben nicht diesen häufigen Kontaktpunkt.
00:23:55
Speaker
sondern sie sprechen dann einmal im Monat intensiv mit ihren Mitarbeitern.
00:23:59
Speaker
Das ist dann vielleicht zu wenig.
00:24:00
Speaker
Also ich habe die Erfahrung gemacht, immer wieder kurze Punkte.
00:24:03
Speaker
Einfach sagen, geht es jetzt links rum, rechts rum?
00:24:05
Speaker
Wie machen wir das?
00:24:06
Speaker
Und dann kommt die Organisation auch weiter.
00:24:08
Speaker
So, und dann ist es einfach wichtig.
00:24:10
Speaker
Deswegen habe ich vorhin so viel über Transparenz gesprochen,
00:24:12
Speaker
dass man den Mitarbeitern erklärt, was ist eigentlich unser Ziel.
00:24:16
Speaker
Da bin ich natürlich als Führungskraft, gerade als Geschäftsführer ganz stark involviert, weil wir sagen, das ist unser Plan fürs Jahr, den wollen wir erreichen.
00:24:24
Speaker
Wo kommen wir her und was sind die Elemente, die wir brauchen, um unseren Plan zu erreichen, wenn ich dann jeden einzelnen Mitarbeiter mitnehme auf dieser Reise.
00:24:32
Speaker
Und immer wieder sage, schaut mal, das sind die Elemente, wir müssen die und die Neukunden gewinnen, wir müssen mit dem Bestandskunden das machen, wir müssen den Shurn reduzieren, weil und so weiter.
00:24:39
Speaker
Wenn ich sie da auf dieser Reise mitnehme, dann weiß am Ende jedes einzelne Puzzleteil des Unternehmens, was sind die Schritte, die ich tun muss, um erfolgreich zu sein.
00:24:47
Speaker
So, und wenn ich das sozusagen in den Köpfen habe, dann läuft schon ganz, ganz viel von sich selbst.
00:24:53
Speaker
Und dann passieren einfach im täglichen Leben Dinge, die den Plan durcheinander bringen.
00:24:57
Speaker
Ein Kunde kündigt, ein essentieller Mitarbeiter kündigt.
00:25:02
Speaker
Das sind einfach Dinge, die man dann managen muss und das tun wir dann auch als Team gemeinsam.
00:25:07
Speaker
Und mir ist es wichtig, also ich habe mir alle meine Führungskräfte angeguckt, habe erstmal sozusagen an dem Beispiel Köln jetzt wieder festgestellt,
00:25:15
Speaker
Da sitzen einfach gute Leute.
00:25:16
Speaker
Das waren wirklich, also jede einzelne Führungskraft, die ich da vorgefunden hatte, jeder Mensch hat Stärke und Schwächen, sind wir uns einig, aber das waren alles gute Leute.
00:25:24
Speaker
Und diese guten Leute brauchten tatsächlich eine längere Leine.
00:25:28
Speaker
Also die wollten auch, die hatten Lust drauf, die fühlten sich eher in einer Zwangsjacke in einem Familienunternehmen, wo sie vielleicht nicht so viel entscheiden konnten.
00:25:37
Speaker
Und die waren dankbar dafür, dass ich denen jetzt diese Chance gegeben habe.
00:25:40
Speaker
Und ich habe festgestellt, das war ein richtiges Aufblühen.
00:25:44
Speaker
Also die Mitarbeiter sind in sich aufgeblüht und haben ihre Verantwortung wirklich wahrgenommen.
00:25:48
Speaker
Und ich erlebe auch heute noch in jedem 1 zu 1, dass man mir proaktiv berichtet, wo stehen wir in den einzelnen Vorhaben.
00:25:55
Speaker
wo sind wir kritische Punkte, also wo ist sozusagen der Pfad zum Erfolg gefährdet?
00:26:00
Speaker
Und dann läuft das von sich aus.
00:26:01
Speaker
Also ich habe wirklich gute Erfahrungen damit gemacht, sage aber auch ehrlich, das geht halt nur, wenn die richtigen Leute am richtigen Ort sitzen.
00:26:08
Speaker
Sonst muss man leider das auch ändern.
00:26:11
Speaker
Gut, aber das...
00:26:14
Speaker
Wie soll ich sagen, also das ist ja überall so.
00:26:17
Speaker
Also wenn du die falschen Leute am Ort hast oder da sitzen hast, egal ob das jetzt Führungen oder Fachthemen sind, dann hast du ja ein Problem.
00:26:28
Speaker
Selbst in der Produktion wäre das ja so, wenn da jemand ist, der irgendwie diese...
00:26:35
Speaker
sich häufig wiederholende, sehr gleichbleibende Arbeit, der da ein Problem mit hat, weil der irgendwie Abwechslung möchte, dann wird der da natürlich eine andere Performance bringen als jemand, der es großartig findet, frühmorgens zu wissen, was er am Nachmittag um drei produzieren wird.
00:26:50
Speaker
Das macht Sinn.
00:26:53
Speaker
Friedbert Gei, den hatte ich ja auch im Interview, der hat mir einen schönen Führungsgrundsatz mitgegeben, den ich für mich mit übernommen habe.
00:27:00
Speaker
Führung ist eine Mischung aus Freiheit und Verantwortung.
00:27:06
Speaker
Und im Grunde ist deine Story genau das.
00:27:10
Speaker
Also du gewährst jetzt mehr Freiheit, weil die Gruppe, die du da vorgefunden hast, irgendwie mehr Verantwortung übernehmen möchte oder mehr Freiheit hat oder haben möchte und bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, egal wie man es jetzt sieht.
00:27:25
Speaker
Und das verschafft dir dann mehr, also dir sozusagen mehr Freiheit, dich auf deine strategischen Themen zu fokussieren.
00:27:33
Speaker
Ja.
00:27:34
Speaker
Klar, also das ist so und das ist auch etwas, was jetzt mal völlig unabhängig vom Bundestagsmandat hätte passieren müssen.
00:27:41
Speaker
Also die Idee war eigentlich, dass ich auch mehr Verantwortung innerhalb der Gruppe übernehme.
00:27:45
Speaker
Und dann ist das irgendwann zwangsläufig so, wenn man ein Business führt von 40, 50 Millionen Euro Umsatz,
00:27:51
Speaker
mit 250 Leuten in zig Ländern, dann kann man natürlich auch gar nicht mehr überall einzeln reinregieren, sondern man muss sich ein Stück weit darauf verlassen.
00:27:59
Speaker
Und ich sage auch immer, wie gesagt, ich komme nicht aus IT und vielleicht macht mich das auch zur besseren Führungskraft, weil ich das gar nicht verstehe zum Teil, was die Mitarbeiter mir sagen, aber ich will es auch gar nicht verstehen, sondern ich will vielleicht die wesentlichen Implikationen auf mich, meinen Erfolg und meine Kunden verstehen.
00:28:15
Speaker
Wenn ich das sozusagen verstehe in diesem Dreieck, dann
00:28:18
Speaker
dann ist die Welt für mich in Ordnung und dann bin ich in der Lage, Entscheidungen zu treffen.
00:28:21
Speaker
Und ich musste da fairerweise, ich war zehn Jahre wie seit einem amerikanischen Konzern, es war eher dienstleistungsgetrieben, da war auch viel IT dabei, aber es war doch mehr Dienstleistung, da hatte ich noch ein höheres Verständnis von und kam dann hier in eine Company, die echt extrem viel IT macht.
00:28:38
Speaker
Und da hatte ich schon Respekt vor und musste dann auf die Schnelle und Härte lernen.

Cybersecurity-Krise und Leadership

00:28:43
Speaker
Ich habe am 1.10.2023 bei Convotes begonnen.
00:28:47
Speaker
Am 21.11.2023 hatten wir einen Cyber-Vorfall.
00:28:51
Speaker
Und wenn man sowas mal erlebt hat, dann wow, das hat mein Leben tatsächlich geprägt und verändert.
00:28:58
Speaker
Und in dieser Zeit musste ich natürlich auf die Schnelle auch ganz viel IT lernen, weil ich verstehen musste, wie bringen wir denn jetzt die Systeme zurück?
00:29:06
Speaker
Was ist denn wirklich passiert, weil man plötzlich vor dem Landeskriminalamt stand, vor Forensikern stand und Rede und Antwort stehen musste.
00:29:13
Speaker
Das war schon eine spannende Zeit und das hat mich komplett entwickelt.
00:29:16
Speaker
Und ja, also wie soll ich sagen, heute würde ich sagen, ohne den Cyber-Vorfall wäre ich ein schlechterer Mensch, auch wenn ich vielleicht die sechs Tage, die es dann waren, lieber aus meinem Leben streichen würde.
00:29:29
Speaker
Ein schlechterer Mensch vielleicht nicht, vielleicht eine schlechtere Führungskraft.
00:29:33
Speaker
Aber gut, da hast du ja eine Menge Know-how, das du jetzt mit nach Berlin nehmen kannst, um da unsere Bundespolitiker dann vielleicht auch zu schützen.
00:29:46
Speaker
Nur noch ein Satz dazu.
00:29:47
Speaker
Das ist natürlich auch der Punkt, der mich so ein bisschen an der Politik jetzt reizt.
00:29:51
Speaker
Wie viele unserer Wähler schaue ich ja auch nach Berlin vor,
00:29:54
Speaker
heute noch vielleicht als Zeitungsleser und morgen dann so richtig dabei und sage, meine Güte, gibt es da eigentlich auch Menschen, die wirklich die Kompetenz mitbringen für die Themen, die sie dort entscheiden?
00:30:03
Speaker
Und ich freue mich über jeden Polizisten, der irgendwann im Innenausschuss des Bundestages landet, weil er weiß, wovon er redet.
00:30:10
Speaker
Und jetzt komme ich halt als jemand, der aus der IT kommt und möchte gerne das Thema Digitalisierung in Berlin treiben und stelle fest, naja, so viele neben mir, die mit einem gewissen IT-Know-how kommen, die gibt es halt nicht.
00:30:21
Speaker
Und deswegen freue ich mich echt auf die Aufgabe.
00:30:23
Speaker
Ja, also du hast das vorhin in so einem Nebensatz gesagt, vielleicht bin ich deshalb auch eine bessere Führungskraft im IT-Kontext, weil ich nicht so viel Ahnung, also ich verstehe das so, Ahnung von IT, also du kannst halt, weiß ich nicht, nicht programmieren oder nicht in die Eingeweide der Software quasi einsteigen und
00:30:48
Speaker
Also damit besteht sozusagen, und das ist vielleicht auch Teil des, was ich daraus verstehe, damit besteht natürlich auch weniger die Gefahr fürs Mikro-Management, weil du es ja am Ende gar nicht könntest.
00:31:04
Speaker
Wärst du jetzt hier so ein IT-Nerd oder hättest hier, das hatte ich mal, hättest Maschinenbau studiert und hättest dann eine Maschinenbaubude übernommen,
00:31:13
Speaker
Das hatte ich mal, da hat ein Geschäftsführer 160 Leute, der hat alle Maschinen selber eingestellt von den 160 Leuten, weil er die Idee im Kopf hatte, er ist der Einzige, der das richtig macht.
00:31:25
Speaker
Und da kannst du dir vorstellen, hast du eine Idee davon, Freiheit und Verantwortung, wie das da war.
00:31:30
Speaker
Also da hat jeder nur gemacht, was er gesagt bekommen hat und da hat keiner mitgedacht.
00:31:36
Speaker
Das war ein Qualitätsproblem und also ganz schrecklich.
00:31:42
Speaker
Mit dem IT-Vorfall, also ohne Details, darum geht es mir gar nicht, aber das finde ich spannend.
00:31:50
Speaker
Du warst dann ja Führungskraft, also eingekauft quasi, aber da gab es ja noch gar kein Vertrauen oder irgendwas.
00:31:58
Speaker
Wie hast du das erlebt?
00:31:59
Speaker
Ja.
00:32:00
Speaker
Das war sogar viel dramatischer.
00:32:02
Speaker
Also ich hatte am Anfang, als ich bei Convotes angefangen habe, zwei Bereiche.
00:32:05
Speaker
Einer beschäftigte sich im Wesentlichen mit HR-Software und HR-Dienstleistungen und der andere Bereich eben dieser Bereich der Steuerberater IT in Köln.
00:32:15
Speaker
Und als ich anfing, sagte man mir, ja, konzentriere dich mal auf diesen HR-Zeit, da haben wir jetzt größere Baustellen.
00:32:20
Speaker
Der Rest läuft schon.
00:32:22
Speaker
Erstmal.
00:32:23
Speaker
Und deswegen habe ich mich um Köln de facto gar nicht gekümmert.
00:32:26
Speaker
Und dann kam der Vorfall.
00:32:27
Speaker
Und
00:32:28
Speaker
Und tatsächlich bin ich inzwischen tatsächlich in vielen Podcasts auch gewesen, weil dieses Thema, wer hat denn das mal wirklich erlebt, wie es von innen aussieht, ist wirklich spannend.
00:32:37
Speaker
Und ich habe natürlich auch die letzten zehn Jahre meines Lebens erzählt, wie wichtig IT-Security ist.
00:32:41
Speaker
Aber es dann wirklich zu erleben, ist was ganz anderes.
00:32:44
Speaker
Und wie war das dann?
00:32:46
Speaker
Naja, es war so, ich bin morgens aufgestanden und
00:32:48
Speaker
Ich habe immer nachts mein Telefon auf Flugmodus, mache das an und denke schon hier fünf Anrufe in Abwesenheit um sieben Uhr morgens.
00:32:54
Speaker
Was ist denn da los?
00:32:55
Speaker
Und stelle dann fest, um es kurz zu machen, dass wir wohl ein Problem haben.
00:33:00
Speaker
Und dieses Problem konnte noch nicht so genau spezifiziert werden.
00:33:04
Speaker
Die Aussage war nur seit vier Uhr acht oder was.
00:33:07
Speaker
Also mitten in der Nacht auf jeden Fall mussten wir sämtliche Server runterfahren.
00:33:11
Speaker
Wir haben unsere Kunden offline und wir haben möglicherweise einen Cyber-Vorfall.
00:33:16
Speaker
Und dann habe ich ehrlicherweise so als Nicht-ITler gesagt, ja gut, ruf mich mal ein zweistchen an, ob ihr das Problem im Griff habt und dann ist gut.
00:33:27
Speaker
Ja, dann sagte schon ein Kollege von mir, Henry, ich glaube, in zwei Stunden haben wir das nicht im Griff und ich glaube auch, es ist ganz sinnvoll, wenn du jetzt nach Köln fährst.
00:33:37
Speaker
Okay, da war sozusagen der Punkt, wo mir klar war, jetzt wird es ernst und dann kommst du zum ersten Mal in deinem Leben in diese Firma, in der du jetzt dann auch geschäftsleitend tätig bist und triffst die Menschen zum ersten Mal und du hast einen Cyber-Vorfall, die kennen dich nicht, die vertrauen dir nicht, ist alles ganz schwierig und
00:33:55
Speaker
Was ich erlebt habe vor Ort war halt eine riesengroße Unsicherheit.
00:33:58
Speaker
Ich würde jetzt fast sagen Angst davor.
00:34:00
Speaker
Was passiert jetzt?
00:34:02
Speaker
Wie macht man das?
00:34:03
Speaker
Wie managt man das?
00:34:04
Speaker
Wie kommen wir wieder zurück?
00:34:06
Speaker
Ganz, ganz problematisch.
00:34:07
Speaker
Und jetzt war das so, muss ich mir vorstellen, diese Firma, die hatte eben diese 80 Mitarbeiter gut ausgebildet.
00:34:14
Speaker
Aber ich sage mal, da ist eine IT-Infrastruktur gewachsen in Jahrzehnten, die jetzt de facto nicht mehr da war.
00:34:21
Speaker
Die war nicht mehr im Zugriff.
00:34:22
Speaker
Und
00:34:23
Speaker
Wir haben dann einfach Ressourcen eingeflogen aus der übrigen Gruppe, aus Bratislava, aus Wien, aus Hamburg, von Spezialisten, die in der Lage sind, IT-Infrastruktur aufzubauen und solche Sachen auch zu managen.
00:34:34
Speaker
Und die waren dann alle am Nachmittag da.
00:34:37
Speaker
Landeskriminalamt war vor Ort, Forensiker von der Versicherung waren vor Ort und ich habe das einfach gemanagt.
00:34:41
Speaker
Ich habe
00:34:42
Speaker
dafür gesorgt, dass die Mitarbeiter Ruhe bewahren.
00:34:45
Speaker
Wir haben Pläne aufgesetzt, was müssen wir jetzt tun, in welchen Schritten, um zurückzukommen.
00:34:48
Speaker
Ich habe die Kommunikation an die Kunden vorbereitet, habe die auch geführt mit den Großkunden.
00:34:53
Speaker
Dann habe ich erlebt, dass die Mitarbeiter langsam aufgetaut sind und verstanden haben, Mensch, da ist jetzt jemand, der kümmert sich darum und ich kann mich jetzt wieder konzentrieren auf meinen Task und da ist jemand, der das Übergeordnete steuert.
00:35:06
Speaker
Und ich glaube, im Nachhinein war dieser Vorfall etwas, was unsere Beziehung, von der ich heute profitiere, extrem gestärkt hat.
00:35:14
Speaker
Ja, wie soll ich sagen, ich gucke jetzt positiv auf diesen Vorfall zurück, wenn auch gerade in der Business Punk mit einem Artikel,
00:35:23
Speaker
Im Sinne, wie macht man eigentlich aus einer Schwäche eine Stärke?
00:35:26
Speaker
Und das haben wir gemacht.
00:35:27
Speaker
Also wir treten heute am Markt auf als der sicherste Dienstleister in dem Bereich, weil wir natürlich gelernt haben, weil wir durch den Schlamm gekrochen sind, würde man bei der Bundeswehr sagen.
00:35:35
Speaker
Das haben wir jetzt getan und jetzt sind wir bestens aufgestellt und deswegen heute lache ich drüber, auch wenn es natürlich in dem Moment echt hart war.
00:35:43
Speaker
Ja, cool.
00:35:45
Speaker
Du, ich würde in die Show Notes den Business Punk Artikel und vielleicht auch einen Podcast, wo du da stärker drauf eingehst, mit reinpacken und wenn da einer Bock hat, dann kann der da ja mal reinhören oder reinlesen.
00:36:01
Speaker
Habe ich gerade so gedacht,
00:36:04
Speaker
Also wir lernen Menschen ja am besten in harten Zeiten kennen.
00:36:09
Speaker
Und im Prinzip war das ja dann offensichtlich dein Einstieg.
00:36:14
Speaker
Und dich dann im Stress kennenzulernen kann dann ein Vorteil sein oder ein Nachteil.
00:36:20
Speaker
Je nachdem, wie man halt im Stress so tickt.
00:36:24
Speaker
Also ob man dann...
00:36:26
Speaker
Ob man dann vorher irgendwie eine Rolle gespielt hat.
00:36:29
Speaker
Und dieses Vertrauen ist ja doch etwas, was in der Regel über Zeit wachsen muss, weil ich dann Menschen auch mal in unterschiedlichen Perspektiven irgendwie oder in unterschiedlichen Situationen erlebe oder erleben muss.
00:36:41
Speaker
Und das war wahrscheinlich der Punkt, den du da dann erlebt hast oder beschrieben hast,
00:36:48
Speaker
dass das halt in den ersten Tagen passierte.
00:36:50
Speaker
Also wie gehst du mit diesem großen Haufen Mist um und also reißt es jetzt weiter oder schützt du Menschen?
00:36:58
Speaker
Also so ganz viele banale Dinge, die wir natürlich alle sagen.
00:37:02
Speaker
Ich kann mich an, das war bei Jugendoffizierzeiten, da kann ich mich an eine Führungskraft erinnern, die wir hatten.
00:37:09
Speaker
Also wir beide sogar.
00:37:12
Speaker
Der sprach immer von offenem Visier.
00:37:15
Speaker
und alle könnten kommen zu ihm.
00:37:17
Speaker
Und dann hat ein anderer Kumpel von mir, der auch mit uns dabei war, der hat das gemacht und da war nichts mit offenem Visier.
00:37:25
Speaker
Also mit Kritik konnte der nicht umgehen.
00:37:28
Speaker
Und dann wussten relativ schnell sehr viele in unserer Gruppe, was wir davon zu halten haben.
00:37:36
Speaker
Und das meine ich.
00:37:37
Speaker
Wir sagen ja als Führungskraft,
00:37:40
Speaker
oder viele Führungskräfte sagen Dinge, weil man die so sagt, weil man die im Training gelernt hat.
00:37:48
Speaker
Aber im Grunde ist ja die Frage, ich habe so einen Führungsgrundsatz, der lautet, die Handlung folgt immer der Haltung.
00:37:55
Speaker
Und
00:37:56
Speaker
Das ist ja sozusagen das, was ich dann erlebe.
00:37:58
Speaker
Wie ist Henry Schmidts Haltung, wenn der jetzt unter Druck steht, unter Feuer?
00:38:03
Speaker
Und dann sehe ich, ist der denn wirklich vertrauenswürdig?
00:38:08
Speaker
Ist der denn wirklich irgendwie zugewandt oder nicht?
00:38:13
Speaker
Cool.
00:38:13
Speaker
Also im Nachhinein ja, wie du gesagt hast, glückliche Situationen.
00:38:17
Speaker
Absolut.
00:38:18
Speaker
Also ich will nochmal unterstreichen.
00:38:20
Speaker
Ich glaube...
00:38:22
Speaker
Eine Führungskraft kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie authentisch ist.
00:38:25
Speaker
Also es macht keinen Sinn, sich als Führungskraft zu verbiegen.

Echtheit und Wissen in der Führung

00:38:28
Speaker
Es macht keinen Sinn zu sagen, wie du es gerade sagst, ich habe ein offenes Visier, wenn ich damit nicht umgehen kann.
00:38:33
Speaker
Deswegen Authentizität ist extrem wichtig und ob man wirklich authentisch ist, sieht man nur in Stresssituationen.
00:38:39
Speaker
Ich glaube, da hat uns die Bundeswehr ganz gut hingebracht, mit Stresssituationen ganz gut umzugehen.
00:38:42
Speaker
Das ist vielleicht noch ein Learning.
00:38:44
Speaker
Du kennst den Spruch ja sicherlich auch, so sinngemäß.
00:38:47
Speaker
Mensch, warum seid ihr so aufgeregt?
00:38:49
Speaker
Ist denn jemand gestorben?
00:38:50
Speaker
Nein, ist keiner gestorben?
00:38:51
Speaker
Dann lass uns doch mal wieder entspannen.
00:38:52
Speaker
Und das ist so das, was mir die Bundeswehr gegeben hat.
00:38:54
Speaker
Das sind ja alles Themen, die mögen groß sein.
00:38:58
Speaker
Es mag Projekte geben, die mal schwierig sind.
00:39:00
Speaker
Das mag es alles geben.
00:39:02
Speaker
Aber es ist alles managebar.
00:39:04
Speaker
Aber ich muss immer wieder sozusagen zurück zu dem Punkt und sagen, jetzt lass uns doch mal einen Plan machen, wie kommen wir aus der Situation wieder raus.
00:39:10
Speaker
Und diese Ruhe zu bewahren, glaube ich, gibt den Mitarbeitern wieder das Vertrauen.
00:39:13
Speaker
Da schließt sich der Kreis wieder, was man einfach braucht, um auch die nächsten Schritte gehen zu können.
00:39:17
Speaker
Ja, ist auch ein schönes Bild.
00:39:21
Speaker
Ich ratter jetzt hier gerade in unserem Gespräch alle Führungsgrundsätze runter, die ich so habe, aber die passen so zu deinen Bildern.
00:39:29
Speaker
Orientierung schafft Sicherheit und Sicherheit schafft Vertrauen.
00:39:33
Speaker
Das ist sozusagen was in meinem Kopf entstanden ist, als du erzählt hast, dass du Dinge übergeordnet unternommen hast.
00:39:41
Speaker
Also du bist nicht an den PC-Arbeitsplatz gegangen und hast gesagt, was machst du da, sondern du hast dich quasi um das große Ganze gekümmert, was ja irgendwie auch eigentlich logisch ist, als auf deiner Führungsebene aber ja nicht von allen so gehandelt wird.
00:39:57
Speaker
und hast dann diese Orientierung quasi angeboten.
00:40:00
Speaker
Ich sage mal, in den Möglichkeiten, die du da hattest, da mit der Situation.
00:40:04
Speaker
So, geil, cooles Bild.
00:40:06
Speaker
Und also würdest du sagen,
00:40:11
Speaker
Oder vielleicht eine andere Frage dazu, ist jetzt gar nicht zu dem Cybervorfall, sondern überhaupt zu dieser Kultur, die du dort aufgebaut hast, weil ich das immer wieder wahrnehme von Führungskräften, dass sie einfach gar keine Zeit haben.
00:40:26
Speaker
Also ich würde sagen, das ist bei den meisten Teilnehmenden, die ich habe, ist das...
00:40:31
Speaker
Das größte Problem, also die verstehen, dass ich mich mit denen unterhalten müsste, mit den Mitarbeitenden, aber dann sagen die, wann?
00:40:40
Speaker
Ich habe ja noch so viele eigene Aufgaben.
00:40:43
Speaker
Und im Grunde sagst du das, was ich auch empfehlen würde.
00:40:48
Speaker
Also es ist toll, dass wir ein Mitarbeiterjahresgespräch haben.
00:40:52
Speaker
Aber wenn das das Einzige ist, dann ist es doch zu wenig.
00:40:57
Speaker
Und du hast es ja noch besser formuliert, also auch einmal im Monat reicht natürlich nicht aus, sehr logisch, eigentlich.
00:41:03
Speaker
Aber ist es dann doch nicht, sehe ich immer wieder im Alltag.
00:41:08
Speaker
Wie kriegst du das hin?
00:41:10
Speaker
Ja, also es muss schon so sein, dass grundsätzlich mal das Organigramm das überhaupt hergibt.
00:41:15
Speaker
Das Organigramm gibt es ja dann her, wenn, ich sage mal, du eine Führungsspanne hast, die ist vielleicht so sieben, acht Personen groß.
00:41:22
Speaker
Dann kriegst du das ganz gut hin.
00:41:24
Speaker
Ich sehe aber auch, ich kann das aus meiner Konzernzeit, da ist mir genau Folgendes passiert.
00:41:29
Speaker
Man ist irgendwann gestartet, als wie ein amerikanischer Konzern sagt man immer, Individual Contributor.
00:41:35
Speaker
Und dann ist man sozusagen, hat man sich entwickelt und man hat seine Aufgaben irgendwie immer mitgenommen.
00:41:39
Speaker
Also man konnte irgendwie nie seine alte Aufgabe irgendwo lassen.
00:41:41
Speaker
Man hat sie mitgenommen, mitgenommen, mitgenommen.
00:41:43
Speaker
Ich habe mich nach zehn Jahren in diesem Konzern gefühlt so, ich bin irgendwie das Mädchen für alles.
00:41:47
Speaker
Und alles landete irgendwie bei mir.
00:41:49
Speaker
Und dann hatte ich natürlich jeden Tag 200 E-Mails, jeden Tag sozusagen durchgetaktet im Halbstundentakt in Calls.
00:41:55
Speaker
Und dann fehlt mir tatsächlich auch die Zeit.
00:41:57
Speaker
Und übrigens hatte ich über 20 Leute als Direct Report.
00:41:59
Speaker
Und das war dann schon echt nicht schön.
00:42:01
Speaker
Und dann habe ich genau die Geschichte erzählt, die du gerade erzählt hast, nämlich ich habe gar keine Zeit mehr zu fühlen.
00:42:07
Speaker
Und das ist super schlecht.
00:42:09
Speaker
Und jetzt ist es so, hier hatte ich die Chance für ein Restart.
00:42:12
Speaker
Und dann gehst du sozusagen mit all dem, was du weißt, über Führung, wie sollte es sein, gehst du rein und sagst, jetzt mache ich das auch mal so.
00:42:18
Speaker
Ich habe keine Last, die ich mit mir rumschleppe.
00:42:21
Speaker
Also sage ich, ich habe jetzt nur meine 7, 8 Direct Reports und denen gebe ich jetzt wirklich die Verantwortung.
00:42:26
Speaker
Ich gebe ihnen von Anfang an das Vertrauen.
00:42:29
Speaker
Liebe Leute, ihr müsst diese Dinge selber packen, ihr müsst sie entscheiden.
00:42:32
Speaker
Und wenn ihr meint, dass ihr an eure Grenzen stoßt, dann brauche ich eben den Business Case, die Entscheidungsvorlage oder was auch immer, um euch die Entscheidung abzunehmen.
00:42:40
Speaker
Aber wartet von mir nicht.
00:42:41
Speaker
dass ich den Business Case mache, dass ich mich selber sozusagen tief einlese in die Dinge, sondern ich erwarte von euch die Entscheidungsgrundlage.
00:42:49
Speaker
Und das funktioniert ganz hervorragend.
00:42:52
Speaker
Schwer wird es, glaube ich, wirklich für diejenigen, die einfach 20 Jahre im gleichen Job sitzen und jetzt feststellen, dass sie in der schwierigen Situation sind, weil den Mitarbeitern jetzt zu sagen, ich tue folgende Dinge nicht, dann schiebe sie zu euch, das ist gar kein leichter Prozess.
00:43:05
Speaker
Gut, das ist sicherlich der, der, also du hast es ja von deiner Konzernerfahrung erzählt.
00:43:11
Speaker
Ich würde sagen, dass das zumindest...
00:43:15
Speaker
Bisher, da gibt es bestimmt auch einen Generationenwechsel.
00:43:19
Speaker
Also ich habe so eine Zahl im Kopf, oder zwei würde ich eher sagen, um den Unterschied zu formulieren.
00:43:28
Speaker
Die Babyboomer hatten im Schnitt, ich glaube 1,7, 1,8 Arbeitgeber in ihrer Erwerbsbiografie.
00:43:36
Speaker
Und die Gen Z, also die jetzt gerade jung auf den Arbeitsmarkt drängt, da geht man davon aus, dass die bis zu 17 Arbeitgeber haben werden.
00:43:47
Speaker
Also natürlich nicht alle und nicht jeder, aber ja.
00:43:51
Speaker
Ich glaube, was man sehen wird und was man heute schon sieht, ist, dass es häufigere Wechsel gibt.
00:43:56
Speaker
Also da, wo die Älteren vielleicht eher drauf gucken und sagen, ach guck mal, der hatte schon drei oder vier Arbeitgeber.
00:44:02
Speaker
Na, nee, den nehme ich nicht.
00:44:03
Speaker
Der ist ja dann auch bald wieder weg.
00:44:05
Speaker
Ich glaube, das ist ein Mindset, was heute schon nicht mehr funktioniert.
00:44:11
Speaker
Und dann ergibt sich sowas ja vielleicht sogar viel eher.
00:44:17
Speaker
So ein Wechsel, wie du ihn jetzt beschrieben hast, so ein Reset.
00:44:20
Speaker
Und auf der anderen Seite, ich glaube, ich hatte das letztes Jahr in meinem Neujahrsgruß, da ging es so ein bisschen um diese Frage, wieder zu lernen, Dinge zu verlernen.
00:44:34
Speaker
Also das ist vielleicht das, was da drin steckt.
00:44:38
Speaker
Weil irgendwie müsste ich ja als Führungskraft dann wahrscheinlich, wenn ich da so die Karriereleiter so entlanggehe und dann kriege ich immer mehr dazu, aber kann nichts abgeben, da muss ja irgendwie...
00:44:50
Speaker
muss ich als Führungskraft, vielleicht auch als Kultur dann irgendwie einführen, dass wir das nicht so machen.
00:44:58
Speaker
Das ist ein Punkt und vielleicht öffne ich noch mal kurz eine andere Flanke, die da gut zupasst, was ich immer erlebt habe, auch in der Konzernzeit.
00:45:06
Speaker
Der Konzern ist ja sozusagen sehr gut organisiert.
00:45:09
Speaker
Er tickt besonders und er sagt mir dann natürlich, wenn ich einen Mitarbeiter mit einer Gehaltserhöhung kommen will, dann habe ich dafür gewisse Ranges.
00:45:16
Speaker
Und diese Ranges führen dann häufig dazu, dass es vielleicht nicht reicht, um den Mitarbeiter glücklich zu machen.
00:45:20
Speaker
Also wechselt er.
00:45:21
Speaker
Das ist eigentlich für alle Seiten unbefriedigend, weil die Nachbesetzung, die ich dann einstelle, ist im Zweifel teurer und nicht so gut eingearbeitet, als der, den ich gerade gehen lasse.
00:45:29
Speaker
So, jetzt habe ich viele Mitarbeiter, die sagen, ich möchte gerne befördert werden.
00:45:35
Speaker
Ich möchte jetzt Teamleiter werden.
00:45:38
Speaker
Und dann ist es immer ganz interessant, die Gespräche zu finden, zu sagen, warum möchtest du das eigentlich?
00:45:42
Speaker
Und häufig kommt im Kern raus,
00:45:45
Speaker
dass die Mitarbeiter eigentlich mehr Geld verdienen wollen und dass das der Grund ist, warum sie sich weiterentwickeln wollen.
00:45:50
Speaker
Und wenn man dann sozusagen analysiert, stellt man fest, Führungsaufgaben will der eigentlich gar nicht machen, hat auch nicht die Kompetenzen, um zu führen.
00:45:57
Speaker
Und trotzdem gibt es dann viel sagen, ich mache den jetzt trotzdem für Führungskraft, weil ich will den ja nicht verlieren.
00:46:02
Speaker
Und damit habe ich mir eigentlich immer doppelt weh getan.
00:46:05
Speaker
Ich habe mir vielleicht meinen besten Fachmann irgendwo genommen und habe gleichzeitig jemanden zur Führungskraft gemacht, der nicht geeignet hat als Führungskraft.
00:46:11
Speaker
Das ist so der häufigste Fehler, den ich eigentlich sehe.
00:46:13
Speaker
Deswegen habe ich mir von früh an angewöhnt, den Mitarbeitern zu sagen, liebe Leute, wenn es nur um Geld geht, dann kannst du eine fachliche Karriere machen, die ist äquivalent zu einer Führungskraftkarriere.
00:46:25
Speaker
Sie ist halt anders.
00:46:26
Speaker
Du musst dich nur entscheiden für den richtigen Weg und dann diskutiere ich das auch.
00:46:30
Speaker
Weil diesen Fehler, den müssen wir wirklich rauskriegen aus ganz vielen Unternehmen.
00:46:35
Speaker
Das hattet ihr bei dem Konzern, so eine Fachkarriere?
00:46:39
Speaker
Wir hatten bei dem Konzern eine Fachkarriere, die ist tatsächlich aus meiner Sicht wirklich ganz objektiv betrachtet, aus finanziellen Gesichtspunkten, äquivalent zu einer Flurzka-Verjährung.
00:46:49
Speaker
Ich arbeite ja viel mit Mittelstand, fast ausschließlich.
00:46:53
Speaker
Und da ist das tatsächlich, also größerer Mittelstand, die kennen das schon auch.
00:46:57
Speaker
Aber wenn du, ich sage mal, dein Unternehmen, so deine Größe, also jetzt deine, wofür du jetzt direkt in Köln verantwortlich bist oder dann, ich sage mal, bis zu 1000, da ist das oft unbekannt tatsächlich.
00:47:10
Speaker
Also wirklich unbekannt.
00:47:15
Speaker
Wenn man sich ein bisschen mit Führung beschäftigt und das hast du gemacht, habe ich gemacht in unterschiedlichen Kontexten, dann ist ja klar, dass du da Kompetenzen brauchst.
00:47:24
Speaker
Du brauchst irgendwelche Fähigkeiten, so wie nicht jeder Maschinenbauer werden kann oder auch kann nicht jeder Politiker werden.
00:47:33
Speaker
weil du Kompetenzen benötigst, die du dann da besonders stark einbringen musst.
00:47:39
Speaker
Und so ist es ja bei Führung auch.
00:47:41
Speaker
Also so, das kann halt nicht jeder.
00:47:43
Speaker
Wenn nur die Kohle.
00:47:45
Speaker
Also das ist halt wirklich.
00:47:47
Speaker
Ja, also wir haben bei meinem alten Arbeitgeber gab es ein riesengroßes Führungskräfte Weiterentwicklungsprogramm und das basierte auf Strength Based Leadership.
00:47:57
Speaker
Also es ging immer darum, Mitarbeiter stärkenbasiert einzusetzen.
00:48:02
Speaker
Und das wurde strukturiert gemacht, also strukturiert erhoben.
00:48:05
Speaker
Wo sind die Stärken von Mitarbeitern?
00:48:08
Speaker
Wo sehen sie sich selbst?
00:48:09
Speaker
Wo sehe ich sie als Führungskraft?
00:48:10
Speaker
Wo gibt es die Schnittmenge?
00:48:11
Speaker
Und dann hat man versucht, das klappt nicht in jedem Fall, aber die Mitarbeiter stärkenbasiert einzusetzen.
00:48:16
Speaker
Und eine Stärke kann sein führende, eine Stärke kann aber auch sein, eben in bestimmten Fachbereichen sehr, sehr stark zu sein.
00:48:21
Speaker
Und wenn ich sozusagen stärkenbasiert führe, dann macht das Folgendes.
00:48:24
Speaker
Es führt dazu, dass Mitarbeiter deutlich zufriedener sind und es passiert, dass der Output deutlich größer ist.
00:48:30
Speaker
Das muss uns gelingen und das kann natürlich nicht jeder Mittelständler, aber die Idee mal mitzunehmen, darüber nachzudenken, halte ich für jeden wichtig.
00:48:37
Speaker
Du, ich habe so eine Aufgabe, die zahlt eigentlich auf das Gleiche ein.
00:48:41
Speaker
Das wäre sozusagen das Runterbrechen auf Team-Ebene.
00:48:45
Speaker
Wenn es um Aufgabenverteilung geht, ist ja genau das Gleiche.
00:48:50
Speaker
Und wenn ich in meinem Team 100 Aufgaben habe, könnte ich die ja einfach mal auf den Tisch werfen.
00:48:56
Speaker
Und dann könnte ich sagen, jeder nimmt sich die raus, die er cool findet.
00:49:01
Speaker
Also nur bei dieser Anweisung wäre schon eine Riesenwahrscheinlichkeit, dass ich mir die raus suche, wenn ich die cool finde, habe ich Spaß dran, wenn ich Spaß dran habe, kann ich sie gut, weil ich mich kompetent erlebe.
00:49:11
Speaker
Also das wird in vielen Fällen so funktionieren.
00:49:14
Speaker
Und dann gibt es ja zwei Möglichkeiten.
00:49:16
Speaker
Also die beste wäre, oder nee, es gibt mehr Möglichkeiten, aber die beste Möglichkeit wäre, alle Aufgaben sind verteilt danach.
00:49:23
Speaker
Das ist die unwahrscheinlichste.
00:49:26
Speaker
Und die andere ist, es fehlen halt welche.
00:49:29
Speaker
Und dann mache ich das, was ich vorher mit 100 gemacht habe, mache ich dann vielleicht mit 80 oder mit 50 und sage, okay, die verteilen wir jetzt auf alle.
00:49:37
Speaker
Und schon hätte ich sozusagen eigentlich so eine Hands-on-Stärken,
00:49:45
Speaker
Aber wie schwer sich denn doch manche tun?
00:49:47
Speaker
Ich meine, du hast das vorhin an deinem Satz ja auch gesagt, gerade wenn vielleicht auch Eigentümer oder sehr kontrollaffine Führungskräfte, Teams oder Organisationen führen, wie schwierig das dann ist, diese Freiheiten zu lassen an der Stelle.
00:50:05
Speaker
Ja, also erlebe ich tatsächlich auch ganz viel und nicht nur im Mittelstand, sondern auch im
00:50:11
Speaker
anderen Unternehmen.
00:50:12
Speaker
Und das ist, ich glaube, eine Form von Kultur.
00:50:15
Speaker
Also wir sind alle so ein Stück weit auch erzogen, dass man diese Kontrolle haben will und dass man immer informiert sein will, auch weil man vielleicht Angst hat vor der nächsten Frage von seinem eigenen Chef, wo stehen wir denn?
00:50:27
Speaker
Und ich habe einfach gelernt und die Erfahrung gemacht, dass es anders geht.
00:50:31
Speaker
Und ich glaube, also ich empfehle, jedem das einfach mal zu probieren, es anders zu machen.
00:50:36
Speaker
Und ich glaube, die meisten werden sehen, es lohnt sich.
00:50:39
Speaker
Ja, und ich habe das ja vorhin gesagt, mit dem Zeitdruck, ich erlebe wirklich so viele Führungskräfte, die mit diesem Zeitdruck nicht umgehen können oder nicht mehr, weil der so hoch ist, so groß.
00:50:54
Speaker
Und wenn das Team dann nicht so performt, wie du das erlebst, sondern es da vielleicht sogar Konflikte gibt, dann
00:51:03
Speaker
Also dann ist es noch schwieriger.
00:51:05
Speaker
Ich habe eine riesen Last, habe einen riesen Druck, irgendwie meine Aufgaben zu erfüllen und weiß dann aber, sehe jeden Tag, ich müsste eigentlich in das Team investieren, aber kann das gar nicht und so viel Zeit erst recht nicht.
00:51:17
Speaker
Das ist schon crazy.
00:51:20
Speaker
Ähm...
00:51:24
Speaker
Du hast, vielleicht nochmal zurück nach Berlin, du bist ja das erste Mal im Deutschen Bundestag und letztens im Radio habe ich gehört, dass es da so eine Startveranstaltung gibt im Bundestag, die muss ja jetzt kurz hinter dir liegen.
00:51:49
Speaker
Vielleicht lässt du uns daran noch mal teilhaben, so als kleines Cherrypicking quasi.
00:51:54
Speaker
Was macht denn so ein Bundestagsabgeordneter eigentlich?
00:51:57
Speaker
Wie ist das Onboarding quasi?
00:51:58
Speaker
Kann man das so sagen?
00:51:59
Speaker
Ja, genau.
00:52:00
Speaker
Das Onboarding, so kann man das nennen.
00:52:02
Speaker
Und das ist tatsächlich ja so, du kommst nach Berlin und ich habe...
00:52:06
Speaker
gerade so eine Podiumsdiskussion hier in der Schule gehabt und da habe ich gesagt, naja, es fühlt sich an wie der kleine Henry kommt jetzt ins große Berlin, bekommt seine Schultüte und weiß eigentlich nichts.
00:52:16
Speaker
Also er weiß wirklich nichts, außer sein Zeitungswissen, was er irgendwie hat und ich war blank.
00:52:20
Speaker
Und dann kommt man da hin und es ist schon groß, mächtig, wahnsinnig.
00:52:24
Speaker
Also nur mal ein Beispiel, also die CDU-CSU-Fraktion, der ich angehöre, die hat über 300 Mitarbeitende.
00:52:32
Speaker
Also es ist ein wirklich kleines mittelständisches Unternehmen, um diesen Ablauf der Gesetzgebungsverfahren der Organisation rund um den Bundestag zu steuern.
00:52:39
Speaker
Das sind also wirklich...
00:52:41
Speaker
große, spannende Abläufe und man hat halt keine Ahnung davon.
00:52:44
Speaker
Also hat sich die Fraktion in dem Fall überlegt, wir machen mit den Neuen einen Bootcamp.
00:52:49
Speaker
Das ist etwas, womit ich mich wohlfühle.
00:52:50
Speaker
Das kenne ich aus der Bundeswehrzeit.
00:52:53
Speaker
Man muss also wahrscheinlich irgendwo durch den Schlamm robben und mal gucken, erst mal ankommen.
00:52:57
Speaker
Und so war es dann natürlich nicht, sondern es war ein ganz gut getaktetes Programm über drei Tage.
00:53:04
Speaker
Ich sage mal, im Stundentakt gab es neue Themen vom
00:53:08
Speaker
Vom BKA hin zum Verfassungsschutz, hin zu Presse bis hin zu Social Media war eigentlich alles irgendwie abgedeckt.
00:53:17
Speaker
Und natürlich klassischerweise das Gesetzgebungsverfahren.
00:53:20
Speaker
Da musste ich ein bisschen grinsen, weil ich habe natürlich Politik studiert und man hat natürlich das Gesetzgebungsverfahren aus dem FF gelernt.
00:53:26
Speaker
Ich sage aber auch, das, was die da erzählt haben, hatte mit dem, was ich außer meinem Studium wusste, nichts zu tun, weil die erklären natürlich, wie geht es denn jetzt wirklich?
00:53:35
Speaker
Also wer schreibt denn jetzt das Gesetz?
00:53:37
Speaker
Wo sitzt er denn?
00:53:38
Speaker
Wie macht er das?
00:53:38
Speaker
Von wem wird er beeinflusst?
00:53:40
Speaker
Und wo geht es dann hin?
00:53:41
Speaker
Das war so echt nochmal eine steile Lernkurve.
00:53:44
Speaker
Also da konnte der Politikwissenschaftler wirklich nochmal lernen, wie geht das jetzt in der Praxis?
00:53:49
Speaker
Und so bin ich jetzt so ein Stück weit angekommen.
00:53:51
Speaker
Um fair zu sein, so richtig losgehen im Bundestag, tut es an der Stelle, wenn ein Koalitionsvertrag steht, die Ministerien geschnitten sind, die Ausschüsse sich darauf ausgerichtet haben und jeder seinen Ausschuss hat.
00:54:02
Speaker
Ich habe meine Hand gehoben für zwei Ausschüsse.
00:54:05
Speaker
für Digitales und für Verteidigung.
00:54:06
Speaker
Das sind die beiden Dinge, die ich seriös von meiner Kompetenz her abbilden kann und würde mich einfach total freuen, wenn es dann auch in die Richtung geht.
00:54:15
Speaker
Schön.
00:54:16
Speaker
Na, das erfahren wir ja vor Ostern vermutlich nicht mehr, habe ich gelesen.
00:54:21
Speaker
Da sind sie ja ein bisschen die, wie heißt die, Elefantenrunde?
00:54:27
Speaker
Nee, Elefantenrunde ist ja die bei der Wahl.
00:54:28
Speaker
Die 19er Runde, die ich jetzt am Geschäftsrecht habe.
00:54:32
Speaker
Na gut, das werden wir sehen.
00:54:34
Speaker
Da bleiben wir dran und gucken.
00:54:38
Speaker
Also der Podcast wird ja erst, unser Podcast hier wird ja erst nach Ostern veröffentlicht.
00:54:42
Speaker
Vielleicht ist sogar eine Info, die wir noch mit in die Shownotes schreiben, in welchem Ausschuss Henry eingezogen ist.
00:54:51
Speaker
Vielleicht noch eine vorletzte Frage, bevor ich zum Abschluss komme.
00:54:56
Speaker
Du hast ja jetzt so Erfahrungen quasi in Unternehmungen gemacht, also sowohl der Konzern als jetzt eher ein mittelständisches Unternehmen.
00:55:07
Speaker
Du hast bei der Bundeswehr, also
00:55:11
Speaker
Auch öffentlicher Dienst irgendwie, konzernähnliche Strukturen würde ich sagen.
00:55:18
Speaker
Also gut, du hast vorhin gesagt, gut organisiert, da bin ich mir so aus der Erinnerung nicht so sicher, aber so viele andere Dinge waren konzernähnlich, ist so meine Wahrnehmung.
00:55:30
Speaker
Und hast aber auch 20 Jahre irgendwie Politik schon gemacht, so auf kommunaler Ebene.
00:55:37
Speaker
Wo würdest du die größten Chancen für dich oder für uns jetzt als Bürger quasi sehen?
00:55:45
Speaker
Was steckt da drin in dieser Kombi, die du mitbringst?
00:55:49
Speaker
Ja, also tatsächlich...
00:55:53
Speaker
Du hast ja auch die Offizierlaufbahn hinter dir.
00:55:55
Speaker
Und ich finde diesen Ansatz im Nachhinein ganz interessant.
00:55:58
Speaker
Die Offizierlaufbahn erzieht uns ja zu einem Generalisten.
00:56:02
Speaker
um ein General zu werden am Ende.
00:56:04
Speaker
Man soll also von allem irgendwie Ahnung haben und mitreden können.
00:56:08
Speaker
Und das habe ich mir bewahrt.
00:56:10
Speaker
Also man kann sozusagen, wenn man auf dieser Generalistenebene unterwegs ist und wirklich ein breites Wissen hat, dann kann man natürlich ganz anders agieren als Leute, die immer sozusagen nur auf ihrem kleinen Teller irgendwie unterwegs sind und nie mal nach links und rechts gucken.
00:56:24
Speaker
Und das ist, glaube ich, das, wovon ich nachhaltig profitiere, nämlich Wissen zu haben aus Konzern, aus Mittelstand, aus Unternehmen, aus Politik, aus Wirtschaft im Allgemeinen.
00:56:35
Speaker
Und wenn man das sozusagen alles zusammenbringt, auch gepaart mit, ich sage mal, einer kommunalpolitischen Erfahrung über 20 Jahre, wo man ja wirklich jede Entscheidung, die man macht, dann am eigenen Leibe auch spürt und den,
00:56:47
Speaker
den Betroffenen jeden Tag wieder trifft, bei Aldi, Anacasa oder wo auch immer.
00:56:51
Speaker
Wenn man das alles zusammenbringt, kommt daraus eine richtig tolle Kombination, auf die ich stolz bin.
00:56:57
Speaker
Ich habe irgendwie, weiß ich gar nicht, gestern, vorgestern mit irgendjemandem gesprochen und gesagt, Henrik, ich verstehe das gar nicht, du bist jetzt 41 Jahre, wann hast du das eigentlich alles gemacht?
00:57:05
Speaker
Eigentlich frage ich mich natürlich auch, wie ich es gemacht habe, aber das waren eben 20 intensive Jahre, die mich da jetzt beruflich begleitet haben, aber heute profitiere ich einfach davon und freue mich total, wenn ich dieses Wissen und diese
00:57:16
Speaker
diese Bildung, die ich da aufnehmen konnte, auch weiterbringen kann.
00:57:20
Speaker
Und ich hoffe, dass ich politisch meinen Wählerinnen und Wählern zeigen werde, dass das, was ich einfach als Kompetenz mitbringe im Bundestag, auch zum Positiven für jeden hier dann umsetzen kann.
00:57:32
Speaker
Gut, und was du vorhin gesagt hast, ist beim Thema IT-Gesetz.
00:57:37
Speaker
Also auch wenn du nicht programmieren kannst, aber das, was ich mir von einem Bundestagsabgeordneten erhoffe, dass er also große Zusammenhänge versteht, nachvollziehen kann und die auch mit ein bisschen Fachwissen sozusagen angereichert sind, das ist ja genau das, was du im Gepäck hast.
00:57:55
Speaker
Absolut.
00:57:56
Speaker
Ich habe heute witzigerweise eine erste Einladung zu einer Podiumsdiskussion in Berlin bekommen.
00:58:01
Speaker
Also man ist jetzt aus dem Wahlkampf irgendwie gewöhnt, dass man hier im Wahlkreis zu
00:58:05
Speaker
allen möglichen politischen Themen spricht, wo man dann auch einigermaßen gut mitreden kann.
00:58:09
Speaker
Jetzt geht es natürlich schon darum, dass irgendwelche Verbände in Berlin gesehen haben, ach der Henry Schmidt, der kommt aus der IT, der kann auch bestimmt so eine Podiumsdiskussion zum Thema Rechenzentrumsstandort Deutschland vielleicht.
00:58:19
Speaker
Und
00:58:20
Speaker
Da bin ich jetzt schon auch mit Respekt unterwegs, aber ich glaube, wenn ich mich jetzt umschaue unter meinen 630 oder 629 Kollegen im Deutschen Bundestag, dann bin ich tatsächlich einer von wenigen, der so ein Thema auch bedienen kann.
00:58:30
Speaker
Und darum geht es doch, also mit dieser Bildung jetzt zu kommen, zu sagen, ich habe einen gewissen Background und kann Deutschland in diesem spezifischen Thema voranbringen.
00:58:39
Speaker
Das ist vielleicht noch so ein Learning.
00:58:42
Speaker
Also die meisten Menschen, mit denen ich jetzt gesprochen habe, die glauben, der Bundestagsabgeordnete ist, der ist abhängig.
00:58:47
Speaker
Der muss also in jedem politischen Feld komplett fit sein.
00:58:50
Speaker
Und das ist es nicht.
00:58:51
Speaker
Dafür ist die Komplexität der Themenfitz.
00:58:54
Speaker
Also ich meine, das ist ja, ich weiß nicht, ob der Vergleich korrekt ist, aber das ist ja in der Wirtschaft auch nicht so.
00:59:03
Speaker
Also der Finanzvorstand von irgendeinem Konzern, der hat halt Ahnung von Finanzen.
00:59:10
Speaker
Und nicht von der Produktion.
00:59:13
Speaker
Also insofern ist das natürlich eine unrealistische Erwartung.
00:59:19
Speaker
Aber auf der anderen Seite wünschen sich ja offensichtlich auch viele Bürger und Bürgerinnen, dass...
00:59:29
Speaker
Also, dass der Politiker irgendwie auch so ein normaler Typ ist und also das ist ja augenscheinlich bei dir der Fall, ne?
00:59:38
Speaker
Also, du bist ja kein Berufspolitiker, also was auch immer das ist, Berufspolitiker, ne?
00:59:43
Speaker
Das ist dann, keine Ahnung, der, der irgendwie...
00:59:45
Speaker
die vielleicht dann schon zehn Jahre oder 15 in Berlin ist.
00:59:49
Speaker
Aber es gibt ja doch einige, die dann offensichtlich durchwechseln und das dann vielleicht mal eine Legislatur machen oder vielleicht auch eine zweite und dann wieder irgendwie zurückgehen in ihr Business.
01:00:01
Speaker
Also wie das ja grundsätzlich bei dir auch sein könnte, weil du machst ja dein Business, zumindest hast du die Idee weiter.
01:00:09
Speaker
Gut, also ich habe vorhin so gedacht, diverser machst du den Bundestag natürlich nicht, weil der wird ja männlicher und weißer sozusagen, aber vielleicht vom Alter jetzt mit 41.
01:00:20
Speaker
Das könnte doch auch sein, dass du ihn jünger machst.
01:00:23
Speaker
Ja, ein Stückchen jünger mache ich ihn schon.
01:00:26
Speaker
Ich war etwas überrascht in der neuen Fraktion.
01:00:28
Speaker
Da sind viele sehr junge Leute.
01:00:30
Speaker
Da habe ich dann echt die Frage, ist das eigentlich schon das Richtige?
01:00:34
Speaker
Also ganz viele, diese junge Gruppe, die gibt es dann mit Leuten unter 35, da sind schon viele drin.
01:00:40
Speaker
Und da sage ich der Mensch, was ist eigentlich in meinem Kopf der ideale Politiker?
01:00:44
Speaker
Der ideale Politiker sollte doch aus meiner Sicht eine gewisse Lebenserfahrung mitbringen, eine gewisse Bodenhaftung.
01:00:48
Speaker
Der sollte vor allen Dingen mal irgendwo in einem Job gewesen sein und irgendwas gelernt haben, was sinnvoll ist, ob das jetzt eine Krankenschwester ist, ein Mechaniker, vollkommen egal, aber einfach eine Berufserfahrung zu wissen, was passiert im Leben wirklich.
01:01:00
Speaker
Und das ist das, wo ich sage, ich mache den Bundestag nicht diverser, da bin ich absolut bei dir und viele haben mich auch gefragt, Mensch, werde ich mal Zeit für eine Frau?
01:01:08
Speaker
Ja, das mag sein, das ist alles richtig.
01:01:11
Speaker
Bin selber überrascht, wie männlich es dann tatsächlich dort zugeht.
01:01:15
Speaker
Aber ich bringe sozusagen vom Profil her was ganz Spannendes mit, nämlich die Bodenhaftung aus der Kommunalpolitik und die Bodenhaftung aus der Wirtschaft.
01:01:23
Speaker
Denn ich musste leiden die letzten 20 Jahre unter den Entscheidungen, die Berlin gemacht hat.
01:01:27
Speaker
Ich habe mich häufig gefragt, Mensch, die Leute, die das da machen, warum haben die denn nicht mal gefragt bei denjenigen Menschen, die das dann sozusagen auch erleben müssen jeden Tag und darunter leiden müssen.
01:01:36
Speaker
Da glaube ich, können wir ganz vieles verbessern.
01:01:38
Speaker
So, hinsichtlich Diversität.
01:01:41
Speaker
Da müssten wir ehrlicherweise mal über einen besonderen Podcast zu machen.
01:01:44
Speaker
Was muss man eigentlich tun, um den Bundestag diverser zu machen?
01:01:48
Speaker
Also meine, also ich würde fast sagen, also einer meiner Grundwerte ist Wertschätzung, aber das ist jetzt sehr wertend.
01:01:59
Speaker
Also wir Bürger,
01:02:01
Speaker
Oder viele Bürger haben sich ja für eine Partei entschieden, die beim Thema divers, also ja wirklich nichts mitbringt.
01:02:11
Speaker
Also ich glaube zwei Frauen in der AfD-Fraktion oder drei, weiß ich nicht, aber sehr wenige.
01:02:18
Speaker
Und ich gehe jetzt davon aus, dass da jetzt auch nicht so viele mit Migrationshintergrund bei den Nazis da sind.
01:02:28
Speaker
Ich sage das mal so deutlich, weil ich das so nochmal klar werten möchte.
01:02:35
Speaker
Du, Henry, genau, das wäre vielleicht nochmal ein extra Podcast, da müsste ich dann ein anderes Format für finden, weil der mit Führen, mit Herz und Verstand, aber vielleicht auch nicht, vielleicht machen wir auch so vier Jahre Berlin-Erfahrung oder so, so eine Retrospektive, das wäre vielleicht auch spannend, halte ich mal für mich im Hinterkopf.
01:02:54
Speaker
Ich habe eine letzte Frage, die würde ich dir noch stellen wollen.
01:02:58
Speaker
Und zwar, welche Pressemitteilung, welche Pressemeldung würdest du gern von dir, vielleicht von deinem Unternehmen oder deinem Bundestagmandat, irgendwas, was damit zu tun hat, in den nächsten zwölf Monaten lesen wollen?
01:03:16
Speaker
Das ist eine echt harte, aber gute Frage.
01:03:19
Speaker
Und ich muss gerade in mich gehen, ob ich das lieber im Unternehmen oder lieber im Bundestag sehe.
01:03:23
Speaker
Im Bundestag, das bestimmt natürlich gerade mein Leben so besonders, würde ich vielleicht in diese Richtung gehen.
01:03:29
Speaker
Ich würde gerne tatsächlich von mir lesen, dass man mich
01:03:34
Speaker
wahrgenommen hat als den Spezialisten für das Thema Digitalpolitik und man mich, was weiß ich, in ein Beratungsgremium des Digitalministeriums oder sowas aufnimmt, weil man einfach die Kompetenz schätzen gelernt hat.
01:03:46
Speaker
Und
01:03:47
Speaker
Warum sage ich das so deutlich?
01:03:49
Speaker
Ich habe vorhin ja schon mal angeknüpft, ich habe so das Gefühl, viele Politiker bringen einfach nicht die Grundlagenkompetenz mit.
01:03:54
Speaker
Jetzt kommt mal einer, der kommt aus der Ecke, bringt die Kompetenz mit und ich hoffe, dass das gesehen wird.
01:03:59
Speaker
Und dann wäre ich echt stolz.
01:04:00
Speaker
Und die CDU-Fraktion hat in einem der ersten Gespräche, haben die was gesagt, das fand ich hochinteressant.
01:04:06
Speaker
Ja, alle, die hier in diesem Raum sitzt, 208 Abgeordnete,
01:04:10
Speaker
Ihr alle müsst irgendwas geleistet haben, sonst wärt ihr nicht hier.
01:04:14
Speaker
Ihr gehört zu einem Promilleanteil der deutschen Bevölkerung, die es in das höchste Verfassungsorgan geschafft hat.
01:04:19
Speaker
Ihr könnt wahrscheinlich auch alle gut reden, sonst wärt ihr auch nicht.
01:04:21
Speaker
Jetzt müsst ihr aber lernen, gut zuzuhören.
01:04:22
Speaker
Das ist Punkt 1.
01:04:23
Speaker
Und was ist jetzt eure größte Leistung?
01:04:26
Speaker
Eure größte Leistung ist es,
01:04:28
Speaker
wenn es den Punkt gibt, über ein spezielles Fachthema sprechen und sich die Fraktion umdreht und zu dir guckt.
01:04:36
Speaker
Weil die wissen, das ist der Punkt, da ist der Kompetenzträger.
01:04:39
Speaker
Dann habt ihr alles richtig gemacht.
01:04:40
Speaker
Und das ist so ein bisschen, das hat mich beeindruckt und das will ich auch gerne erreichen.
01:04:45
Speaker
Also ich will, dass man mich einfach als Kompetenzträger eines Themas wahrnimmt und dann wäre ich total happy.
01:04:51
Speaker
Schön.
01:04:52
Speaker
Das ist ein schönes Bild.
01:04:53
Speaker
Und gerade das bei dem Zuhören, da kann tatsächlich auch jeder was mit anfangen.
01:04:56
Speaker
Jede Führungskraft, wahrscheinlich sogar jeder Mensch, für den wäre das ein wohlgemeinter Impuls.
01:05:04
Speaker
Absolut.
01:05:05
Speaker
Henry, ich halte die Augen offen.
01:05:07
Speaker
Wir können ja in unterschiedliche Richtungen gucken.
01:05:11
Speaker
Also unterschiedliche Medien werden darüber sicherlich berichten.
01:05:14
Speaker
Und ich fand das Gespräch total cool.
01:05:17
Speaker
Danke, dass du da warst.
01:05:18
Speaker
Vielen Dank nochmal.
01:05:19
Speaker
Hat Spaß gemacht.
01:05:25
Speaker
Das war eine neue Folge von Führen mit Herz und Verstand.
01:05:29
Speaker
Toll, dass du dabei warst und dir die Zeit genommen hast.
01:05:32
Speaker
Wenn es dir gefallen hat, hinterlass mir doch bitte direkt jetzt eine positive Bewertung.
01:05:38
Speaker
Ich wünsche dir eine tolle Zeit und gutes Gelingen bei dem, was auf dich wartet.