Zencastr
00:00:00
00:00:01
Speed1x
Format▸
Share
Embed
Report

#59 Augenhöhe | Selbstführung | Organisationskultur Interview mit Philipp Lugert

Führen mit Herz & Verstand
Führen mit Herz & Verstand

48 plays · Jun 16, 2025

Transcript

Speaker: Und das ist die Erfahrung, die ich von damals auch mit reingenommen habe.

Speaker: An den Dingen, wo ich selber gescheitert bin, das bringe ich immer wieder mit rein, wo ich sage, okay, da habe ich zu wenig den Kunden gefragt, zu wenig auf irgendwas gehört, zu wenig Struktur geschaffen.

Speaker: Der Erfolg eines Unternehmens hängt ganz entscheidend von der Führungskultur im Unternehmen ab.

Speaker: Denn wenn sich Mitarbeiterinnen zufrieden fühlen, steigt die Produktivität um bis zu 20%.

Speaker: Doch die Frage lautet, wie kann das bei dem hohen Druck der Zeitverdichtung und den vielen operativen Aufgaben gelingen?

Speaker: Lausche den Deep Talks und erhalte erprobte und praxisnahe Führungswerkzeuge für eine sinn- und menschenorientierte Führung.

Speaker: Erlebe gleichzeitig, wie eine positive innere Haltung den Unterschied bei meinen Gästen gemacht hat.

Speaker: Ich bin Norm Ulbrich und heiße Dich herzlich willkommen zu meinem Podcast Führen mit Herz und Verstand.

Speaker: Heute darf ich euch einen ganz besonderen und wunderbaren Gast ankündigen.

Speaker: Mit 17 gründete er sein erstes Unternehmen, nicht weil er musste, sondern weil er etwas bewegen wollte.

Speaker: Seitdem zieht sich unternehmerisches Denken wie ein roter Faden durch seine Laufbahn.

Speaker: Mutig, neugierig, praxisnah.

Speaker: Seine berufliche Reise führte ihn vom Startup über Agenturen bis in den Konzern, immer mit dem Blick fürs Machbare und dem Herzen für Menschen.

Speaker: Heute verantwortet er als Führungskraft Personal bei einem der größten Softwarehäuser Europas die Entwicklung eines 30-köpfigen Teams.

Speaker: Fachlich für ein anderer, er aber schafft Raum für Feedback, Vertrauen und individuelle Entfaltung.

Speaker: Seine Überzeugung?

Speaker: Wir müssen unser Handeln so ausrichten, als säße der Kunde mit dem Raum.

Speaker: Wenn sich das gut anfühlt, sind wir auf dem richtigen Weg.

Speaker: Er steht für modernes Leadership, Social Recruiting und echte Augenhöhe.

Speaker: Gleichzeitig bringt er seine Perspektive als Gründer, Mentor und Dativ-Botschafter aktiv ein.

Speaker: Strategisch, klar, menschlich nah.

Speaker: Was mich besonders beeindruckt,

Speaker: In einer Phase, in der das Leben ihn gleichzeitig als Vater, Sohn, Partner und Führungskraft gefordert hat, blieb er zugewandt und hat gezeigt, dass gute Führung vor allem eins ist, gelebte Fürsorge.

Speaker: Und damit sage ich herzlich willkommen im Podcast.

Speaker: Ich freue mich riesig, dass du heute hier bist, Philipp Lugert.

Speaker: Ja, hi Norman, danke dir.

Speaker: Ja, das klingt ja fantastisch, oder?

Speaker: Es ist fantastisch, Philipp.

Speaker: Trifft es absolut.

Speaker: Wir gucken heute mal ein bisschen hinter dich als Mensch.

Speaker: Da bin ich schon ganz gespannt, was du für spannende, tolle Geschichten und Momente mit uns teilst.

Speaker: Und in die erste springe ich direkt rein.

Speaker: Philipp, stell dir mal vor, ich weiß nicht, ob es so abgelaufen ist, aber es ist so mein Bild jetzt.

Speaker: Du bist also 17, es ist später Abend, du sitzt in deinem Zimmer und jetzt triffst du die Entscheidung, dein erstes eigenes Unternehmen zu gründen.

Speaker: Was genau war in diesem Moment los bei dir?

Speaker: Was hast du gespürt?

Speaker: Irgendwie Aufbruch, Angst, Euphorie?

Speaker: Wie stelle ich mir das vor?

Speaker: Wie war das?

Speaker: dann ist es wirklich der Aufbruch gewesen, wo ich sage, hey, ich habe eine coole Idee, lass das einfach mal machen.

Speaker: Und da bin ich jemand, ich bin unglaublich ehrgeizig.

Speaker: Und wenn ich eine Idee habe, wo ich daran glaube, wo ich davon überzeugt bin, dass es gut wird, ja, dann lege ich einfach los.

Speaker: Es ist jetzt nicht so, dass ich jetzt erst mal einen riesen

Speaker: großen Planstricke und überlege, hey, was brauche ich alles dafür und welches Budget und was muss ich links und rechts noch irgendwie organisieren, sondern dann wirklich...

Speaker: Editor, WordPad, ganz simpel und dann schreibe ich eigentlich los meine Gedanken und dann versuche ich da eine Struktur reinzubringen und lege los und dann einfach machen.

Speaker: Und damals war es eine Werbeagentur und ich wusste, da brauche ich jetzt erstmal einen eigenen Auftritt, dachte mir, okay, einen coolen Namen, ein cooles Logo, eine eigene Webseite und dann kann ich loslegen.

Speaker: Und das war eigentlich relativ simpel und ich hatte die beste Unterstützung meiner Eltern damals und

Speaker: Ja, mit 17 Jahren, was hast du zu verlieren?

Speaker: Nichts.

Speaker: Also im Grunde natürlich schon, aber das weißt du heute halt einige Jahre später.

Speaker: Ich erinnere mich manchmal zurück, ich bin ja nach meiner Schulzeit direkt zur Bundeswehr gegangen, habe da meine Wehrpflicht gemacht.

Speaker: Und wenn man dann diesen Unterschied sieht zwischen dem, was wir so als erwachsenes Arbeitsleben irgendwie bezeichnen und uns auf Schulleben, dann habe ich hinterher, also habe ich manchmal gedacht, boah, was für ein geiles Leben hatte ich ja eigentlich als Schüler.

Speaker: Und als Schüler gab es schon viele Momente, da habe ich nicht gedacht, was für ein geiles Leben habe ich eigentlich.

Speaker: Das war erst die Perspektive danach.

Speaker: Wie lief das ab mit deiner Agentur?

Speaker: Das war im Vorfeld eigentlich, habe ich schon mit 13, 14 Jahren begonnen zu programmieren und dachte mir zu Zeiten von ICQ damals, wie kannst du da irgendwie einen Mehrwert schaffen, um

Speaker: die Menschen, die du kennst, die du immer wieder mal auf Veranstaltungen triffst, irgendwie zusammenbringen und ähnlich wie ein kleines Facebook, wo ich mir überlegt habe, eine Webseite ist nicht nur da, um eine Adresse abzulegen, wie eine Visitenkarte, sondern dass du ganz normal da mehr Möglichkeiten hast, du kannst dich irgendwie präsentieren, du kannst irgendwie einen Kontaktpunkt schaffen und

Speaker: mein Leben lang habe ich gerne mit Menschen mich unterhalten, mich mit Menschen irgendwie vernetzt, mit Menschen ausgetauscht, über die persönlichen Geschichten, über die gemeinsamen Ideen, die gemeinsamen Hobbys und da bin ich einfach dazu gekommen, da eine, wie eine Heimat zu schaffen und dann war das eine Plattform, eine Kommunikationsplattform, ähnlich wie ICQ, nur dass du halt wie bei Facebook auch ein Profilbild hast, irgendwie Hobbys angeben kannst, um auch irgendwie

Speaker: da den gemeinsamen Nenner irgendwie zu finden, wenn du da auf der Website halt unterwegs bist.

Speaker: Das war so diese erste Idee, der erste Gedanke.

Speaker: Neben SMS brauchst du ja immer eine, wie bei iSecure auch eine Nummer, um jemanden zu erreichen.

Speaker: Aber cool wäre es ja, wenn du in der Gegend, in der du wohnst, die Menschen irgendwie auf einer Plattform versammeln kannst.

Speaker: Das Einzige ist, jeder muss sich halt irgendwie anmelden, muss ein Profil anlegen und dann hast du die Möglichkeit, da irgendwie dich stärker zu vernetzen.

Speaker: Und so ist das Ganze gekommen,

Speaker: hat sich dann eingespielt, herumgesprochen.

Speaker: Wir waren auf Veranstaltungen, da hat sich das von Veranstaltung zu Veranstaltung herumgesprochen.

Speaker: Ein riesen Netzwerk von 6.000 Mitarbeitern, sage ich schon, von Mitgliedern hat sich entwickelt.

Speaker: Und dadurch natürlich eine gewisse Infrastruktur aufgebaut mit Serverkosten etc., wo ich natürlich auch Sponsoren benötigt habe, dass da irgendwie Geld auch wieder reinkommt.

Speaker: Und das hier nur für mich, das hast du mit 13 gemacht.

Speaker: Ja, das ist so nach und nach mit 13, 14, 15, so ist das halt so entwickelt.

Speaker: Das ist natürlich nicht über Nacht, dass sich so ein ganzes Portal entwickelt, aber so nach und nach.

Speaker: Ja.

Speaker: Ja, so hat sich das entwickelt, die technische Affinität immer mehr daraus zu machen und dann ist ein richtiges Portal geworden daraus.

Speaker: Irgendwann hatte ich einen zweiten Server, irgendwie mehr größere Sponsoren, dass mehr Geld reinkommt.

Speaker: Da ist unternehmerische Denken dann auch gekommen, noch stärker, hey, was musst du dafür tun, viel mehr Werbung machen.

Speaker: Es ist ja nicht nur diese Plattform für mich oder für andere zu schaffen, sondern irgendwie auch insgesamt einen Mehrwert.

Speaker: Und so ist es auch gekommen, dass dann über die Sponsoren auch wieder sozusagen Aufträge kamen.

Speaker: Und dann habe ich eben mit 17 Jahren die Geschäftsfähigkeit übers Amtsgericht bekommen.

Speaker: Und dann konnte ich auch Rechnungen stellen und alles dann, ich sage es mal ganz legal, über einen legalen Pfad da auch zu arbeiten.

Speaker: Und das war auch der Antrieb, wo ich dann gesagt habe, hey, ich hatte ca.

Speaker: 40 Kunden, du hast nichts zu verlieren.

Speaker: Das ist das, warum ich habe nichts zu verlieren.

Speaker: Weil wenn es halt nicht klappt, dann bist du halt 17, 18, 19 irgendwas, wo du halt sagst, das ganze Leben steht vor dir.

Speaker: Und wenn es mal nicht klappt, du kannst mir glauben, da ist vieles, was in die Hose gegangen ist, wo ich gegen die Wand gefahren habe.

Speaker: Aber die Erfahrung kann mir keiner mehr nehmen.

Speaker: Und heute zähle ich immer noch davon, von den einen oder anderen.

Speaker: Welche ist dir da so besonders präsent oder besonders wertvoll vielleicht auch?

Speaker: Wertvoll, ja.

Speaker: Vorhin habe ich gesagt, ohne Struktur zu beginnen, einfach loszulegen und habe natürlich schon

Speaker: gemerkt, dass man vielleicht das eine oder andere mit mehr Struktur, mit mehr Plan beginnen sollte, um auch da die Risiken von vornherein irgendwie rauszunehmen.

Speaker: Und das ist ein Learning, was ich sehr früh gemacht habe, um auch da viel stärker in den Business Case zu kommen.

Speaker: Was braucht es dafür?

Speaker: Das ist ja nicht nur das Finanzielle, sondern braucht eine gewisse Organisation, eine Struktur, ein Vorgehen,

Speaker: Nachhaltigkeit, dass du am Schluss auch irgendwie erfolgreich bist.

Speaker: Und von vornherein auch so der Gedanke, ich schaffe jetzt was Cooles, aber auf der anderen Seite, wie kommt Geld wieder rein?

Speaker: Was muss ich dafür tun, dass dieser Mehrwert sich irgendwie nicht nur, dass jemand Spaß auf der Plattform hat, sondern dass das wieder zurückkommt.

Speaker: Und da habe ich viele Dinge in der Zeit schon entwickelt oder gemacht oder investiert,

Speaker: die am Anfang erst einmal cool klangen, wo ich sage, hey, das ist eine coole Idee, das musst du einfach mal ausprobieren und dann nimmst du ein bisschen Geld in die Hand, probierst dir was oder ganz viel Zeit und merkst dir dann am Schluss, hey, das fandest du nur selber cool irgendwie oder eine kleine Gruppe, da kommt nichts bei rum.

Speaker: Und darum geht es halt am langen Ende dann aber schon, wenn irgendwo ein Invest stattfindet und ich sage mal, mit 17 hast du vielleicht noch nicht so diesen

Speaker: Naja, dieses Business-Mindset, wie du halt dann nach x Jahren hast, wo du von vorne allein sagst, okay, ich bringe keine Idee nur rein, sondern das, was dabei rauskommt.

Speaker: Spannend, was du sagst, weil die, ich glaube, dass das ja oft so ist, dass wenn so Fachleute sich über so ein Thema unterhalten, dass die dann, ist jetzt egal, ob das dann Software ist oder in meinem Fall irgendwie ein Lernformat oder irgendwas, ne,

Speaker: Daher tappe ich mich tatsächlich oft dabei, dass ich dann mit meinen Kollegen, mit den anderen TrainerInnen im Team, dass wir uns zusammensetzen und dann wirklich, wir sind total begeistert, wenn wir das so machen.

Speaker: Und was da fehlt, ist so ein Korrektiv, der immer sagt, ja, aber

Speaker: finden das auch die, die dafür Geld bezahlen müssen, geil oder nur ihr?

Speaker: Und wollte da erst mal investieren und dann gucken, ob die das kaufen würden oder wie wollte das machen?

Speaker: Da musste ich gerade daran denken, dass da ja zum Beispiel KI, finde ich, glaube ich, bei vielen, die KI nicht so intensiv einsetzen, dass die diese Chance zum Beispiel da gar nicht sehen.

Speaker: Also so einen kritischen,

Speaker: Hinterfrager da quasi zu erzeugen und zu sagen, ey, guck mal drauf, was ist eigentlich alles blöd an meiner Idee?

Speaker: Einfach zu challengen, meinst du, wenn du jetzt einfach die KI aufmachst und sagst, hey, ich habe die Idee und challenge das und das ist tatsächlich was, was ich heute unglaublich gern mache, weil es ein Learning ist, umso früher man den Kunden einbindet

Speaker: Umso früher habe ich ein Feedback, umso zielgerichteter kann ich natürlich auch meine Ideen ausarbeiten und deswegen kann ich das schon mit voller Überzeugung meinen Mitarbeitern heutzutage in den Teams auch mitgeben.

Speaker: So beziehe den Kunden mit ein, das ist kein Selbstzweck, das sind jetzt nicht irgendwelche,

Speaker: Dinge, Sprüche, die ich da mit reinbringe, sondern ich kann das auch gut belegen und das ist natürlich eine ganz andere Ausgangslage und wenn da der Kontext da ist, du bist absolut von erster Stelle auch nahbar, wenn du auch selber erzählst, klar hast du mal das eine oder andere gegen die Wand gefahren und bezieh den Kunden mit ein, auch wenn wir vielleicht den Kunden gefühlt kennen, trotzdem gibt es irgendjemand, der sagt, ey, was für ein Scheiß, sorry, lass es doch und

Speaker: Dann ist es aber nicht so, du musst es ja nicht gleich immer annehmen und sagen, okay, ich lasse es, sondern einfach challengen.

Speaker: Was ist denn daran an der Idee schlecht oder was kann man besser machen oder was müsste ich dafür tun, dass du bereit bist, Geld zu zahlen, wenn du auf dem Fazit bist, was du gesagt hast.

Speaker: Und da die richtigen Fragen zu stellen, da kommt man wirklich unglaublich weit.

Speaker: Und von dem her, man muss nicht immer alles selber wissen, aber wenn man so eine zündende Idee hat, dran zu bleiben,

Speaker: Und dann in die Umsetzung zu gehen und dann ganz viel vielfältige Meinungen einholen.

Speaker: Das ist so wichtig.

Speaker: Und jetzt nicht nur irgendwie aus einem Aspekt, dass man sagt, okay, man kann überall einen Haken dran machen, sondern wirklich aus jeder Ecke kriegt man irgendwie einen...

Speaker: ein Feedback, das man ganz gut auch irgendwo verwenden kann.

Speaker: Spannend, ne?

Speaker: Also ich kann das ja mit Menschen machen, einfacher und schneller, also vielleicht nicht

Speaker: Vielleicht nicht besser, aber auf jeden Fall einfacher und schneller.

Speaker: Ist natürlich da das Thema KI an der Stelle.

Speaker: Total spannend, diese Perspektiven.

Speaker: Es gibt so ein schönes Zitat von, ich vergesse ihn immer, so ein alter romischer Philosoph war das, der gesagt hat, es gibt keine Wahrheit, es gibt nur meine Perspektive auf die Wahrheit.

Speaker: Und ich stelle mir das immer vor wie so ein Kuchen, so eine Torte, die ich so in zwölf oder mehr Stücken schneide.

Speaker: Und ich habe halt eine Torte und du hast halt ein anderes Tortenstück und du hast ein anderes.

Speaker: Und dann haben wir halt zwei.

Speaker: Aber wir sehen immer noch nicht alles.

Speaker: Und in unserer schnelllebigen Zeit stelle ich mir dann schon immer wieder auch die Frage, wie viel Zeit nehmen wir uns eigentlich für solche Hinterfragen.

Speaker: Also das kostet ja erstmal Zeit und das ist vielleicht ein spannendes Thema.

Speaker: Aber Wertschätzung, muss man auch sagen.

Speaker: Eine gewisse Wertschätzung, wenn du unter ersten Kontakt und der erste Fuß in die Tür rein oftmals.

Speaker: Also das ist auch so ein Learning.

Speaker: Ja.

Speaker: Fragen als Dienstleister ist auch nie schlecht.

Speaker: Dass du irgendwie sagst, hey, da nimmt mich jemand als Dienstleister, der Kunde auch irgendwie wahr und ich habe die Möglichkeit, gemeinsam irgendwas zu entwickeln.

Speaker: Und ich als Dienstleister muss nicht alles besser wissen.

Speaker: Und genauso im Arbeitsleben auch so.

Speaker: Total spannend, weil ich heute früh gerade genau zu dem Thema ein tolles Gespräch hatte mit einer HRlerin.

Speaker: Wir entwickeln gerade so ein Führungskräfteentwicklungsprogramm für so eine mittlere Führungsebene, was über einen längeren Zeitraum geht und auch so global ausgerollt werden soll.

Speaker: Und da haben wir quasi jetzt auch so Co-Creation-Momente vorgebaut, wo wir quasi die

Speaker: die später trainiert werden sollen, genau da an der Stelle abholen und sagen, guck mal, das haben wir uns überlegt.

Speaker: Also wie findet ihr das denn eigentlich?

Speaker: Also wo sind denn eure Ecken und Ösen an der Stelle?

Speaker: Und jetzt, wenn ich so drüber spreche, dann fallen mir noch ganz viele andere Momente ein, wo ich das tatsächlich noch machen könnte und noch gar nicht gemacht hätte.

Speaker: Also ein schöner Reflektionsmoment gerade für mich.

Speaker: Danke, Philipp.

Speaker: Sag mal, du bist ja, du arbeitest ja jetzt bei DATEV, das heißt, du bist ja nicht Leiter einer großen Digitalagentur.

Speaker: Wie ist das weitergegangen?

Speaker: Also 2017, du hast deine Digitalagentur.

Speaker: Achso, und dann, das wollte ich da vorne noch fragen, Mark Zuckerberg kam dann vorbei und hat gesagt, Philipp, geh nämlich mit nach USA?

Speaker: Oder wie ist das dein Netzwerk geendet?

Speaker: Tatsächlich nicht.

Speaker: Ich war zehn Jahre selbstständig und

Speaker: Ja, wie man immer so schön sagt, selbst und ständig und da ist schon was dran.

Speaker: In der Zeit ist wahnsinnig viel passiert.

Speaker: Ich habe zusätzlich ein Startup gegründet.

Speaker: Das Startup haben wir dann erfolgreich auch, ja, ich sage es mal, verkauft.

Speaker: Wir hatten dann das heutige fußball.de mit inszeniert vom Deutschen Fußballbund.

Speaker: Und man kann sich das ja vorstellen, dass da unglaublich viel Zeit reinläuft.

Speaker: Sonntags war dann so typische...

Speaker: Ja, Bürotag, aber jetzt nicht irgendwie operativ, sondern Buchhaltung, Rechnungen schreiben, dass das ganze System auch gut läuft und funktioniert.

Speaker: Und...

Speaker: Ja, mein großer Wunsch war schon immer, Familie, Kinder, irgendwie auch da standhaft im Leben zu sein.

Speaker: Nicht nur einfach das Business oder da irgendwie einen gewissen Moment zu schaffen, wo ich dann happy bin, sondern viel wichtiger, was sich auch von meinen Eltern da geprägt wurde.

Speaker: So dieses

Speaker: das Wichtigste, was du im Leben brauchst, ist eine funktionierende Familie, immer irgendwo eine Verbindung, gute Freunde, Freundschaften, die auch, ich sage es mal, in Momenten, die dich wieder irgendwo auffangen.

Speaker: Und heute kann ich sagen, das war die beste Entscheidung, weil ich habe diese Momente gehabt im Leben, ich habe die Momente gehabt, wo ich sie brauche und habe die in der Zeit, wo ich selbstständig war, unglaublich stark vernachlässigt und

Speaker: Das, auch meine Frau, wir sind 13 Jahre zusammen und hatten so viele Höhen und Tiefen.

Speaker: Wir sind jetzt seit zwei Jahren verheiratet.

Speaker: Ja, und natürlich in den Jahren vorher, weil es waren immer gewisse Trennungsmomente vielleicht da, wo es heißt, okay, wie geht es mit uns weiter?

Speaker: Und umso mehr ich natürlich die Zeit fürs Business investiert habe, umso weniger Zeit war für die Familie da.

Speaker: Und

Speaker: Von dem her bin ich dann in den Mittelstand gewechselt, ins Angestelltenverhältnis und es war tatsächlich eine, neben dem, ich löse mich von dem, wo ich ganz viel investiert habe, Moment hin zu, hey, ich habe jetzt ein ganz anderes Umfeld, kann da wieder weiter lernen, weiter wachsen, bin jetzt nicht immer nur ich der Treiber, sondern ich werde teilweise mit von links und rechts von den Abteilungen, von der Kultur, von der Philosophie,

Speaker: Der Firma, das waren Mittelstandsunternehmen, auch im IT-Business, wie heute die Dativ auch ist, nur viel kleiner mit 250 Mitarbeitenden, Microsoft-Partner, spannendes Umfeld, coole Arbeit.

Speaker: Und da habe ich gemerkt, okay, auch was links und rechts für Einflüsse von einer größeren Firma da auf mich einprasseln, habe ich trotzdem noch die Möglichkeit, ganz, ganz, ganz viel zu verändern, viel zu, ja, heißt auch nicht nur zu verändern, sondern einfach viel zu beeinflussen, um einfach, ja, da so eine eigene Handschrift mit reinzubringen.

Speaker: Und dadurch die Möglichkeit hat die absolute volle Rückendeckung und bin da in der Zeit auch gut gewachsen.

Speaker: Und

Speaker: war dann da auch eine einige Zeit.

Speaker: Wir sind dann aufgekauft worden, dann habe ich auch einen Post-Merger-Integration-Prozess übergreifend mitverantwortet und war aber dann da auch wieder sehr viel unterwegs, bin zwischen Nürnberg und London hin und her geflogen.

Speaker: Da ist natürlich dann auch die Familie, Freunde auch wieder hinten runtergefallen und hatte dann noch eine kurze Station bei einem Möbelhersteller und da

Speaker: ja, herrschte einfach eine Kultur, die ich, ja, absolut nicht unterstützen kann.

Speaker: Das war dann sehr schwer für mich und bin dann auch glücklicherweise in das Umfeld der Dativ gekommen und ein sehr menschenorientiertes Unternehmen und am Anfang war ich auch nicht hundertprozentig überzeugt.

Speaker: Da war es einfach so dieses, okay, 9000 Mitarbeiter, vielleicht damals ein bisschen weniger, aber sehr viel Bürokratie.

Speaker: Und da war natürlich schon die Frage für mich, bin ich dem gewachsen?

Speaker: Als

Speaker: aus dem Mittelstand oder Kleinunternehmen als eigene Unternehmer, Gründer, da mit meinem Mindset da einfach viel bewegen zu können.

Speaker: Und das hat es einfach bis heute bestätigt, dass du auch in so einem Umfeld mit einer gewissen Art und Weise trotzdem einen Einfluss schaffen kannst und

Speaker: Deswegen bin ich happy und deswegen bin ich heute noch da.

Speaker: Und für mich persönlich die richtige, eine coole Story.

Speaker: Und zeigt mir aber auch, dass man nicht immer nur an manchen Dingen festhalten muss, sondern den Weg einfach weitergehen muss.

Speaker: Und die Welt dreht sich weiter manchmal, auch wenn man meint, nach der Selbstständigkeit, okay, jetzt geht die Welt erstmal unter.

Speaker: Das ganze Baby gibt mir erstmal hier.

Speaker: Wobei das

Speaker: Also ein paar Sachen haben mich getriggert.

Speaker: Ich bin jetzt seit ungefähr, seit über 15 Jahren bin ich jetzt selbstständig, habe ich mein eigenes Unternehmen und ich kenne diese Phasen auch selbst und ständig.

Speaker: Ich

Speaker: Ich glaube, das ist halt so, wenn du Bock auf was hast, also du hast das hier eben beschrieben, wo du da bei dem Mittelständler warst.

Speaker: Ich kenne auch genug Angestellte, Führungskräfte oder auch Mitarbeiter, aber bei Führungskräften, glaube ich, sind die Möglichkeiten, wie und wann ich arbeiten kann, einfach viel größer, dass die unheimlich viel Energie da reinstecken in ihren Job.

Speaker: Ich habe meinen...

Speaker: Mein Papa zum Beispiel, der war im obersten Management von Rossmann.

Speaker: Und wenn ich sehe, wie viel Zeit und Energie der da reingesteckt hat, das ist ja nicht nur einen fetten Scheck abholen und da nichts machen, sondern da hast du schon natürlich auch irgendwie viel zu tun.

Speaker: Aber worauf ich hinaus wollte, ist, ich habe dann irgendwann für mich entschieden,

Speaker: oder es hatte sich so entwickelt auch, so sind vielleicht zwei Wahrheiten, dass ich da gar keinen Bock drauf habe selbst, also alles selbst zu machen und vor allen Dingen ständig arbeiten zu müssen.

Speaker: Also das war nicht mein Lebenstraum.

Speaker: Also deshalb habe ich mich da so ein bisschen wiedergefunden.

Speaker: Jetzt habe ich nur gerade daran gedacht, wahrscheinlich ist es einfacher, wenn du deine Unternehmung dann, ich hoffe für euch, auch gut monetarisieren kannst.

Speaker: Oder ob du quasi deinen Laden irgendwie abschließt, weil du sagst, es lohnt oder rentiert sich nicht quasi wirtschaftlich.

Speaker: mit den Rahmenbedingungen, die ich gerne hätte, also Freunde, Familie, Zeit für mich und so weiter.

Speaker: Das ist natürlich nochmal eine andere Entscheidung, die man treffen muss.

Speaker: Ja, und die Entscheidung einfach.

Speaker: Ich glaube, wenn ich das geschafft hätte damals, das irgendwie besser zu verbinden und zu vereinen, dass ich auch mal sage, hey, ich lasse mal los.

Speaker: So diese typische Zeit damals vor 15 Jahren.

Speaker: Jeder war in Thailand.

Speaker: Und ich dachte mir, ich kann mich ja nicht nach Thailand irgendwo auf dem Strand hinlegen und die Sonne mir auf den Bauch scheinen lassen.

Speaker: Ich habe so viele andere Ideen und Gedanken, die ich jetzt umsetzen möchte.

Speaker: Da brauche ich einen Laptop, ich brauche irgendwas, wo ich in die Tasten hauen kann und nicht nur einen Sandstrand, wo ich irgendwo... Ich war so in einer ganz anderen Welt unterwegs und...

Speaker: Aber ich habe es halt nicht geschafft, einfach persönlich da abzuschalten.

Speaker: Jetzt ist Family-Zeit, jetzt ist Freundeszeit, mir die Freiräume auch dafür zu schaffen.

Speaker: Und gedanklich auch abzuschalten.

Speaker: Und das war vor allem in der Zeit, wo ich dann zu DATEV gekommen bin, wo ich sage, so ein sozialer und menschenorientiertes Unternehmen, da hast du die Möglichkeiten.

Speaker: Das war eigentlich ein großes Ziel von mir, da jetzt stärker den Fokus zu legen, nicht Überstunden zu schaffen, sondern einfach wirklich effektiv die Arbeit so zu legen, so zu organisieren, in so einem Umfeld, wo du es kannst,

Speaker: dass wenn ich mal zwei Tage nicht da bin, da geht die Welt nicht unter, die Dativ geht nicht unter.

Speaker: Und das ist für die Gedanken ist das unglaublich wichtig, aber genauso auch, hey, ich fühle mich da völlig fein.

Speaker: Und das war was, das musste ich erst mal lernen.

Speaker: Lernerer ist er, also das war nicht einfach.

Speaker: Und für diesen absoluten Kopfsprung

Speaker: Ja, auf dem Beckenrand einfach ganz normal, die Leiter runter zu gehen und ins Wasser zu steigen und dann die ersten Züge zu machen.

Speaker: Ja, man wird älter, so ist das halt mittlerweile.

Speaker: Aber so gefühlt war es auch.

Speaker: Deswegen ist das wirklich gut.

Speaker: Aber manche schaffen das auch.

Speaker: Das muss man auch sagen.

Speaker: Auf jeden Fall.

Speaker: Ich glaube, mich würde gleich noch genau an dem Punkt was interessieren.

Speaker: Aber

Speaker: Also im Grunde ist das ja dieses Thema der Selbstführung, was du beschreibst.

Speaker: Und ich formuliere das manchmal so, dass ich halt glaube, dass nur wer sich selbst führen kann, ist halt auch in der Lage, dann andere zu führen.

Speaker: Und die...

Speaker: Und du hast das ja ein paar Mal schon gesagt, dieses Loslassen, das ist natürlich nicht so einfach.

Speaker: Also ich thematisiere das manchmal auch mit Führungskräften.

Speaker: Und so ein Bild, was ich denen manchmal schenke, ist so, viele haben da noch gar nicht drüber nachgedacht, in so einem klassischen Unternehmen,

Speaker: Also stelle ich dann die Frage, wie wird man denn da Führungskraft?

Speaker: Wie seid ihr Führungskraft geworden?

Speaker: Und dann ist die Antwort oft, naja, mich hat jemand ausgewählt.

Speaker: Der hat gesagt, so.

Speaker: Und dann frage ich weiter, nach welchen Kriterien hat er dich denn ausgewählt?

Speaker: Und dann ist die Antwort eigentlich immer, naja, ich war halt irgendwie der Beste bei mir da in der Abteilung, im Team.

Speaker: Und

Speaker: Das ist Teil des Problems.

Speaker: Und das ist ja sozusagen in deiner Story auch so.

Speaker: Du hast die Ideen gehabt für die Agentur, für dein Netzwerk und so weiter.

Speaker: Du hast das entwickelt.

Speaker: Und dann mache ich quasi den Besten im Team zum Chef vom Team.

Speaker: Und jetzt sagen alle zu ihm oder zu ihr, jetzt musst du delegieren.

Speaker: Und jetzt weiß er leider Gottes eins, der kommt ja aus dem Team, alles, was er jetzt delegiert, so gut wie alles,

Speaker: hat nicht die gleiche Qualität, also es ist nicht nur ein anderer Weg, das wäre noch okay, aber es hat in vielen Fällen ja auch eine andere, eine schlechtere Qualität, als wenn er es selber machen würde.

Speaker: Also, ne, weil das ist ja die Logik, wenn er der Beste war, dann waren die anderen ja an irgendwelchen Stellen schlechter.

Speaker: Also, das heißt, jetzt muss der was delegieren und weiß eigentlich vorher schon, dass es nicht so gut wird, wie wenn er es selber machen würde.

Speaker: Und dann hat er vielleicht sogar noch Bock darauf, das zu machen, weil er richtig Spaß dran hat an der Arbeit.

Speaker: Und da dann loszulassen...

Speaker: Also das ist natürlich schon eine meisterliche Aufgabe.

Speaker: Wenn das dann noch wie in deinem Fall irgendwie mit starken Emotionen verknüpft ist, weil es irgendwie dein Baby ist.

Speaker: Also das ist schon... Aber ich glaube, und deshalb wäre das spannend jetzt für mich zu wissen, weil ich glaube, das ist ein Thema, was ganz viele Führungskräfte haben.

Speaker: Und gerade in den unteren und mittleren Ebenen, weil die ja...

Speaker: so viel operativ auch noch tun und ja nicht in irgendeinem Elfenbeinturm weit weg sitzen.

Speaker: Wie ist denn dir das gelungen, also da loszulassen?

Speaker: Weil du, das war ja nicht einfach weg, nur weil du jetzt beim Mittelständer warst, würde ich annehmen.

Speaker: Ja, nee, das war nicht weg.

Speaker: Aber das war einfach wirklich, jetzt habe ich mehr, ich habe eher die Chance, in dem größeren Team auch gesehen,

Speaker: sodass man einfach mit noch mehr Manpower, mit einem größeren Team, größere und bessere Ergebnisse auch schaffen kann.

Speaker: Und da ist es wichtig, die Menschen genau anzugucken und zu überlegen, wer kann denn was?

Speaker: Wer ist denn in was wirklich gut?

Speaker: Und so auch die Aufgaben zu verteilen.

Speaker: Und dann kommt man schon relativ schnell dahin, dass man vielleicht selber die ein oder anderen Dinge in manchen Sachen gut kann.

Speaker: Und manches, was einem selber schwerfällt,

Speaker: ich auch da anfangen kann zu delegieren.

Speaker: Kann sagen, hey, kannst du das vielleicht mal übernehmen?

Speaker: Und dann merkt man relativ schnell, dass es vielleicht auf anderen Köpfen besser verteilt ist.

Speaker: Und so kann man sich auch langsam in diese Rolle selber reinbringen.

Speaker: Und das, finde ich, ist so ein Erfolgsrezept, dass man selber spürt, okay, die kleinsten Dinge, die kann jemand anders sehr gut und vielleicht noch besser und deutlich besser auch übernehmen.

Speaker: Und dann kann man auch

Speaker: nach und nach größere Projekte und größere Aufgaben abgeben.

Speaker: Und wenn man dann ganz klar auch die Ziele formuliert, wo man hin möchte, ein cooles Team, eine coole Kultur auch innerhalb des Teams schafft, dann bin ich davon überzeugt, dass man ein gutes Miteinander findet.

Speaker: Wie schaffst du so ein cooles Team, wie du das gerade formuliert hast?

Speaker: Was machst du dafür?

Speaker: Absolute Augenhöhe, eigene Erfahrungen zu teilen, um

Speaker: nicht nur nahbar auszusprechen, sondern wirklich auch nahbar zu sein, sondern meine Erfahrungen mit reinzubringen, hey, da habe ich schon mal was gegen die Wand gefahren, deswegen erwarte ich aber auch das und das.

Speaker: Also ich begründe schon vieles, warum ich was möchte, für wen wir das tun, für den Kunden, ich nehme immer den Kunden mit in den Raum,

Speaker: Überleg mir, wenn der Kunde uns über die Schultern guckt, werden wir da happy?

Speaker: Habe ich ein gutes Bauchgefühl?

Speaker: Ja oder nein?

Speaker: Das ist das, was du Einleiten auch so schön zitiert hast.

Speaker: Und das ist was, was meine Mitarbeitenden immer wieder hören.

Speaker: Das ist alles kein Selbstzweck.

Speaker: Und das ist die Erfahrung, die ich von damals auch mit reingenommen habe.

Speaker: An den Dingen, wo ich selber gescheitert bin, das bringe ich immer wieder mit rein, wo ich sage, okay, da habe ich zu wenig den Kunden gefragt, zu wenig auf irgendwas gehört, zu wenig Struktur geschaffen.

Speaker: Und dann einfach aus dieser anderen Ebene zu gucken, was kann man vielleicht an der Stelle irgendwo besser machen.

Speaker: Und das heißt nicht, dass es der Königsweg ist.

Speaker: Aber das sind die Erfahrungen, wo ich sage, die fallen mir auf, lass uns da schon mal dran arbeiten.

Speaker: Und wenn dann nochmal die ein oder andere Idee dazukommt, hey, cooler Ansatz, aber wollen wir das nicht vielleicht so oder so machen nach dem Weg?

Speaker: Und dann kann der Weg auch deutlich besser sein, wo ich dann sage, hey, geile Idee, lass uns das machen.

Speaker: Und für mich ist schon wichtig, dass jeder mitgestalten kann.

Speaker: Jeder in seiner Art und Weise, wo man das Gefühl hat, hey, das trägt zu einem Erfolg dabei, dann erwarte ich auch, dass sich jemand gut mit einbringt.

Speaker: Würdest du sagen, dass du außer diesen krassen Cut, dass du quasi deine Selbstständigkeit an den Nagel gehängt hast, dein Unternehmen verkauft hast und als Angestellter begonnen hast, hast du noch irgendwas anderes gemacht, um dieses Loslassen hinzukriegen?

Speaker: Du hast ja vorhin auch gesagt, du bist ein sehr ehrgeiziger Typ, vielleicht auch mit einer gewissen Perfektion.

Speaker: Das ist jetzt eine Annahme von mir, weiß ich nicht.

Speaker: Und dann ist es ja umso schwieriger, eigentlich loszulassen.

Speaker: Ja, ich sage mal, ich höre unglaublich gern auf andere Menschen.

Speaker: und partizipiere von Erfahrungen anderer und ob das dann über einen Podcast ist oder irgendwelche persönliche Stories.

Speaker: Ich frage dann ganz viel nach, was könnte ich machen, was könnte ich besser machen, wie siehst du das, kannst du mir Feedback geben, was sind so deine größten Learnings.

Speaker: Ich muss nicht immer alles selber irgendwie erleben, bestenfalls ist es auch besser, wenn ich es nicht selber erlebe und wenn jemand anders mir genau die gleichen Dinge, die ich teile,

Speaker: auch wieder mit mir teilt und ich sage, hey, da kann ich mir überall von jedem, von jeder Person irgendwie was Gutes rauspicken, wo ich sage, das gefällt mir, das würde ich immer mir wünschen, wenn ich Mitarbeitender wäre, ja, so könnte ich mir das vorstellen, dass meine Führungskraft genauso akiert.

Speaker: So würde ich mir das wünschen.

Speaker: Dann ist es für mich immer so, wo ich sage, guter Pfad, guter Weg, gute Idee, so würde ich das gerne machen und so setze ich es dann auch selber um.

Speaker: Also viel Teilhabe quasi für die Mitarbeitenden auch schaffen.

Speaker: Das ist vermutlich auch viele Kommunikationspunkte dann zu schaffen.

Speaker: Ja, absolut.

Speaker: Und ich frage ganz viel nach.

Speaker: Warum jemand was macht?

Speaker: Wieso gibt es noch einen anderen Weg?

Speaker: Gab es irgendwie eine Alternative?

Speaker: Ich lasse mir alles erklären, um einfach auch die Ideen zu challengen.

Speaker: Wenn jemand sagt, hey, ich mache das schon immer so, warum hast du es schon mal anders probiert?

Speaker: Ist das Kultur bei euch?

Speaker: Ich denke mal so, ja auch, aber ich denke auch so eine eigene Kultur, die ich schaffe, die ist schon wichtig für eine gewisse Teamdynamik, dass du dann irgendwie jedem die Möglichkeit gibst schon allein, so hey, du hast ein Wort, du hast eine Stimme, du kannst irgendwas verändern und wenn du nicht irgendwie selber sagst, hey, cooles Projekt, könnte ich das irgendwie übernehmen, dann challenge ich das, dann ist das meine Aufgabe, um

Speaker: da jemand auch zu fordern.

Speaker: Ja.

Speaker: Lass uns doch mal ein paar Momente zurückgehen.

Speaker: Du hast vorhin gesagt, du bist dann irgendwann zur DATEV gekommen und da war das eher so ein, oder hattest du, das weiß ich nicht ganz genau, du hattest das Bild davon im Kopf zumindest, dass es ein sehr bürokratischer Laden war.

Speaker: Vielleicht auch, das wäre so mein Bild, würde ich sagen, vielleicht auch ein bisschen verstaubt.

Speaker: So habe ich es tatsächlich auch genannt.

Speaker: Gefühlt, wenn ich von außen drauf gucke,

Speaker: Und was ich heute bestätigen kann, was nicht so ist.

Speaker: Aber ich habe immer gesagt, da ist gefühlt in dem Unternehmen, es ist drei Zentimeter dick, der Staub auf dem Schreibtisch irgendwie drauf.

Speaker: Irgendwie so gefühlt so dieses von außen, der Blick, wir machen alles, wie es halt die letzten Jahre schon immer war.

Speaker: Und Digitalisierung, ja, machen wir, aber nicht immer so als Vorreiter.

Speaker: Und das ist aber schon was...

Speaker: So was kannst du in so ein Unternehmen trotzdem mit reinbringen.

Speaker: Das macht es am Ende des Tages aus.

Speaker: Also ist, wenn ich das sagen darf, würde ich sagen, ein Bild, was der eine oder andere Steuerberater, mit dem ich zu tun habe, mir heute noch malt.

Speaker: Also wie sein Bild quasi über seinen Dienstleister DATEV ist.

Speaker: Aber das nur als...

Speaker: Das ging mir ja auch nicht anders.

Speaker: Ich meine, wo habe ich den Kontaktpunkt zu Dativ gehabt?

Speaker: Das war jetzt von der Webseite, die war modern aufgebaut.

Speaker: Davon definitiv nicht, von den Marketing-Filmchen auch nicht, sondern tatsächlich, welche Branche ist das?

Speaker: Steuerberater, Wirtschaftsprüfung und so weiter und so fort.

Speaker: Und mit den Unternehmen zumindest, wo ich zu tun hatte in meiner Vergangenheit, da habe ich die Rechnungen in Ordnereien gepackt, habe den Ordner gepackt, habe den in

Speaker: in eine Kiste reingeparkt und ins Auto rein und so bin ich dann zum Steuerberater gefahren.

Speaker: Dann hat er gesagt, bitte einmal die Umsatzsteuerveranmeldung machen, bitte einmal Jahresabschluss.

Speaker: Und das ist genau das, wie man es halt dann einfach wahrnimmt.

Speaker: Und wenn man gefühlt sagt, auf der anderen Seite macht ein Unternehmen die Software dafür, kann man ja überlegen, warum braucht jetzt jemand anders auf der anderen Seite irgendwie einen ganzen Ordner, wo jemand da steht und irgendwie den ganzen Ordner durch

Speaker: Und wenn irgendwo was unklar ist, dann kommt der Telefonhörer raus, die Welscheibe und dann kommt jemand bei mir raus und sagt, hey Philipp, du hast eine Rechnung.

Speaker: Was ist denn das genau?

Speaker: Das kommt aus dem Titel nicht ganz klar heraus.

Speaker: Und dann kannst du Rede und Antwort stehen.

Speaker: Und ich habe ganz andere Sachen im Unternehmen zu tun.

Speaker: Und das ist ja genau die Software, die wir heute für den Steuerberater, für die Wirtschaftsprüfer und für die Unternehmen dann entwickeln,

Speaker: Und dann überlegst du dir, warum muss die Person, die da vor der Software sitzt, solche Fragen stellen?

Speaker: Das Unternehmen, wo ich das bestellt habe, schickt dir tausend andere Rechnungen an andere Unternehmen.

Speaker: Sitzt da auch wieder ein Steuerberater oder Steuerberaterin davor und sagt, da ist der Titel mir nicht klar, da muss ich jetzt irgendwas tun.

Speaker: Und da, dass mir, wenn solche Fragen aufkommen, dann muss irgendwas in der Software nicht eindeutig sein, nicht so stimmen, nicht so intuitiv sein, dass es am Ende des Tages so digital wie möglich funktioniert.

Speaker: Und dann brauche ich am Schluss keinen Ordner und das wäre kein Rocket Science vor 15 Jahren gewesen, so ein Foto zu machen.

Speaker: Da gab es schon die ersten Handys und da hätte man schon auf die Idee kommen können,

Speaker: Ich brauche keinen riesen Scanner, sondern ich könnte einfach ein Foto machen und über die Foto kann ich irgendwas hinschicken.

Speaker: Und das ist über Jahre halt passiert, weil viele andere Unternehmen eine coole Idee hatten und das da hingebracht haben.

Speaker: Und im Jahr 2020 oder so kommt dann irgendwie eine App da raus.

Speaker: Aber ich habe einen Bedarf und jetzt eine Idee und da...

Speaker: packe ich gleich irgendwie was und ich habe ein Riesenunternehmen, könnte irgendwas entwickeln, aber es passiert nichts.

Speaker: Und das ist dann am Schluss diese drei Zentimeter Staufschicht, wo du merkst, wenn ich es heute nicht mache, mache ich es halt morgen.

Speaker: Und wenn ich es morgen nicht dazukomme, dann mache ich es halt übermorgen.

Speaker: Und im Worst Case bin ich halt ein

Speaker: kommt ein Urlaub dazwischen und dann mache ich es halt erst da danach.

Speaker: Und das war einfach so dieses Bild, was ich von außen auch hatte.

Speaker: So, und jetzt ist das ja offensichtlich für dich nicht so, dieses Bild.

Speaker: Hat sich das im Laufe, also wie lange arbeitest du da jetzt?

Speaker: Ich bin jetzt seit 21 bei DATEV und ja, ich sage mal 9000 Menschen, das ist ein absoluter Schnitt der Gesellschaft.

Speaker: Da findest du alles vor, wir können uns nichts vormachen in jeglicher Hinsicht.

Speaker: Aber es hat sich schon was getan.

Speaker: Genau.

Speaker: Habt ihr in der Zeit quasi so eine Transformation durchlaufen oder war die vor deiner Zeit schon?

Speaker: Teils, teils.

Speaker: Es war genauso auch dann die Corona-Zeit.

Speaker: Da waren wir natürlich viel mit uns selber beschäftigt.

Speaker: Erst mal die Infrastruktur, das Homeoffice wie heute so zu schaffen, dass es möglich ist und dass wir ein gewisses Vertrauen auch haben in die Mitarbeitenden, dass wir auch trotzdem Umsätze schreiben, Umsatzwachstum schreiben.

Speaker: trotz dass wir 100% Homeoffice haben.

Speaker: Aber es ist natürlich nichts, was von heute auf morgen passiert, auch mit Corona nicht, sondern es ist einfach, du merkst natürlich die Wettbewerber, die Unternehmen links und rechts, wie sie agieren.

Speaker: Und wenn du nur beispielsweise in einem Microsoft anguckst und siehst, dass ein Office-Paket, wo du früher halt zum, ich kenne es noch, ich bin im Mediamarkt reingelaufen,

Speaker: habe dann ein Office-Paket für 200, 300 Euro gekauft und dann hatte ich irgendwie PowerPoint, Word und Excel irgendwie auf dem Rechner, habe das installiert und dann konnte ich damit arbeiten und heutzutage ist es halt einfach nur eine Subscription, letzter Runde, kannst du installieren, brauchst du gar nicht mehr installieren, weil du einfach alles online machen kannst und wenn du merkst, dass links und rechts sich dahin entwickelt, dann ist es natürlich schon notwendig, als fortschrittliches Unternehmen auch da

Speaker: in den Change zu machen und da sind wir gut dabei.

Speaker: Hat deswegen vor ein und zwei Jahren ja auch schon begonnen, dass man auch in die Cloud-Richtung entwickelt hat und viel technologischen Wandel da betrieben hat, Mindset viel und die Kultur auch verändert hat, viel Agilität ins Unternehmen gebracht hat.

Speaker: Aber es ist was, wo man selber mit beeinflussen kann und gerade als Führungskraft trägst du sowas mit, als Führungskraft Personal.

Speaker: Bist du für die, bin ich jetzt für 30 Menschen zuständig

Speaker: Und habe mit dem Produkt erst einmal gar nichts zu tun.

Speaker: Das heißt, meine Aufgabe ist, dieses Mindset zu schaffen, zu hinterfragen, wie wir uns mit dem Produkt auch identifizieren, wie wir uns mit dem Kunden identifizieren.

Speaker: Und das ist meine tagtägliche Aufgabe.

Speaker: Ich kann neben den persönlichen Geschichten, persönlichen Momenten ganz viel in die Richtung auch schaffen.

Speaker: Und das passiert einfach während der Gespräche.

Speaker: Du hast das gerade gesagt, du bist Führungskraftpersonal.

Speaker: Das erinnert mich so ein bisschen an dieses Organisationsmodell von Spotify, die ja so in Squads so aufgebaut sind.

Speaker: Kannst du uns da noch ein bisschen was zu sagen, wozu ihr euch entschieden habt?

Speaker: Wie ihr, du hast das eben so in einem Nebensatz gesagt, so in so einer agiles Mindset euch hinentwickelt?

Speaker: Also was da so euer vielleicht Zwischenstand ist oder vielleicht so ein erstes Fazit von dir?

Speaker: Also erster Zwischenstand ist, und Fazit kann ich auch mitgeben, sodass wir uns aufgeteilt haben in eine fachliche Verantwortung, das ist der Product Owner, wir haben eine prozessuale Verantwortung, das ist der Scrum Master und dann für die Menschen die Führungskraft Personal.

Speaker: Mittlerweile haben wir auch da nochmal zusätzliche Rollen mit implementiert, ähnlich wie ein Projektmanager, der heißt Deliver Lead, der

Speaker: hat jetzt die Verantwortung, dass auch die Liefergeschwindigkeit eingehalten wird, sodass der Product Owner wirklich sich auf das Produkt und auf die Entwicklung kümmern kann und auf die Liefergeschwindigkeit kann dann auch der Delivery Lead sicher gehen, dass genügend Kapazitäten, ich sage jetzt mal, die Aufgabenpakete entwickeln, aber das ist natürlich nichts, was von jetzt auf gleich gekommen ist, sondern man muss der erste Mal so einen Zwischenschritt mit so einer Aufteilung gehen, dass wir da eine gewisse agile, ja,

Speaker: Mentalität da reinbringen, dass die Mitarbeitenden auch merken, okay, ich habe jetzt den Philipp als Führungskraftpersonal, der kümmert sich jetzt gar nicht ums Produkt, auch wenn ich sage,

Speaker: irgendwas passt dem Produkt nicht, ich habe da irgendwas, was mir im Kopf durchgeht, sondern mit ihm kann ich alles Persönliche auch klären.

Speaker: Und ich meine, das Leben läuft halt nicht immer gradlinig, sondern man hat halt irgendwie persönliche Schicksalsschläge, Highs und Lows, und die kann ich mit jemandem jetzt teilen, ohne dass ich ständig den Kunden oder das Produkt nur im Fokus habe, sondern ich kann auch sagen, ich habe jetzt irgendwie gerade eine Blockade,

Speaker: Warum auch immer.

Speaker: Und ich glaube, umso mehr technologischer Wandel auch herrscht, umso mehr wir von den Mitarbeitenden abverlangen, umso wichtiger ist so eine Führungskraft-Personalrolle auch in der Verantwortung, die ich bin.

Speaker: Und gewisses Augenmerk auf die Menschen zu achten, zu haben und jetzt nicht irgendwie kontrollieren,

Speaker: Sondern wie fühlt sich gerade jemand?

Speaker: Was braucht es denn gerade?

Speaker: Ist das das richtige Umfeld?

Speaker: Fühlt sich jemand wohl?

Speaker: Hat jemand Lust an der Arbeit, Spaß an der Arbeit?

Speaker: Gewisser Humor, der irgendwie da ist?

Speaker: Warum fehlt vielleicht gewisser Humor?

Speaker: Passt vielleicht im privaten Umfeld was nicht?

Speaker: Und gerade in der Zeit, wo ich gekommen bin, 2021, wo jeder auf einmal nur noch von zu Hause aus gearbeitet hat, war das wichtiger denn je, dass du jemanden hast.

Speaker: Und da waren wir fortschrittlich unterwegs, weil wir einfach eine Person haben im Team, die wirklich nur auf die Menschen guckt.

Speaker: Und trotzdem wir den Fokus aber auf dem Produkt haben können.

Speaker: Und den Fokus musste ich nicht mit irgendwas teilen.

Speaker: Ich musste jetzt nicht irgendwie in der Entwicklung gucken, dass wir vorankommen und musste gucken, dass es jedem Einzelnen gut geht, sondern wir haben uns dadurch einfach diese Verantwortung und die Aufgaben aufgeteilt und jeder in der Kombination,

Speaker: Ich sage es mal, in der Stärke, wo halt jemand auch die Stärken hat und das, glaube ich, macht uns heutzutage auch so erfolgreich, dass wir so agieren können, so agil arbeiten können und da sind wir auch noch nicht am Ende, das muss man auch sagen, weil das einfach ein Prozess ist, dass jeder das irgendwie so verinnerlicht, dass das jetzt einfach eine andere Arbeitsweise ist.

Speaker: Wie macht ihr das, wenn ihr vier, also es gibt dann, habe ich verstanden, vier Führungskräfte quasi, die für das Team um die 30 verantwortlich sind?

Speaker: Ja, ich sag mal, der Delivery das nochmal übergreift und guckt nicht nur auf ein Produkt, sondern guckt eigentlich aufs große Ganze.

Speaker: Und da haben wir auch nochmal einen Staffing-Manager oder Managerin, die zusätzlich guckt, dass die Ressourcen vorhanden sind oder richtig eingesetzt werden können.

Speaker: Okay, die haben dann noch mehrere Teams quasi, die die dann überblicken.

Speaker: Genau, die haben eigentlich mehrere Teams und gucken, sind...

Speaker: die Menschen ausgelastet sind, vielleicht die Ressourcen, die wir an anderer Stelle irgendwie benötigen, da eingesetzt oder müssen wir die irgendwie verschieben, passt die Liefergeschwindigkeit, wenn nicht, was fehlt, welche Skills, welche Stärken, welches Know-how brauchen wir vielleicht in den einzelnen Teams und dann muss ich aber auch nicht der Product Owner dafür kümmern, dass die richtigen Menschen da sind im Team, sondern das ist jetzt da auf diese beiden Instanzen auch nochmal ausgelagert und

Speaker: Ach, das wäre auch gar nicht deine Aufgabe dann?

Speaker: Nee, das wäre nicht meine Aufgabe.

Speaker: Also meine Aufgabe ist wirklich jetzt darauf zu gucken, dass jeder sich gut fühlt, dass jemand die Möglichkeit hat zu lernen, die richtigen Dinge zu lernen, dass wir auch zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Dinge auch lernen.

Speaker: Gerade mit dem technologischen Wandel ist es so wichtig, dass wir zielgerichtet auch da ansetzen, dass wir individuell auf die Menschen eingehen und das anzusehen.

Speaker: wird diese Verbindungen, die vielleicht teilweise da sind und einfach nur ein Hemmnis ist, aufbrechen und auch da die Menschen dazu bringen, dass sie an der richtigen Stelle ihren Mehrwert leisten können.

Speaker: Spannend.

Speaker: Ich habe so ein Führungsmodell, was ich mit den Führungskräften gerne bearbeite, um quasi so zu zeigen, aus welchen Aufgaben Führung so besteht.

Speaker: Das ist ja vielleicht so ein bisschen das, was du als Gründer dann auch ja ein paar Mal erlebt hast, dass du im Grunde ja nicht einer bist, sondern viele.

Speaker: Also du bist halt am Sonntag dann blöderweise der Buchhalter gewesen.

Speaker: Ja, ja.

Speaker: Keine Ahnung, Montag bis Mittwoch warst du Vertriebler und Donnerstag, Freitag, Samstag warst du irgendwie Entwickler.

Speaker: Also da sind ja dann so ganz viele Rollen irgendwie in dir und so ist das ja bei einer Führungskraft auch.

Speaker: Und da gibt es natürlich schon oft die Probleme, was wir auch erlebt haben, dass es da so...

Speaker: persönliche Präferenzen gibt.

Speaker: Also der eine ist halt eher analytisch, der andere ist halt eher zugewandt zu Menschen.

Speaker: Dem liegt dann vielleicht das, zu gucken, ob es allen gut geht, irgendwie besser als jetzt da so eine Risikoanalyse zu fahren.

Speaker: Der andere kann vielleicht ein bisschen mehr Druck machen, um das Lieferdatum zu halten.

Speaker: Und das habt ihr quasi so aufgeteilt dann.

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Und das funktioniert...

Speaker: Klar, an der einen oder anderen Stelle nur nicht optimal, aber daran arbeiten wir tagtäglich, gehen viele in die Dialoge, Fragen bei den Mitarbeitenden, Fragen bei den einzelnen Menschen, die dafür verantwortlich sind, was braucht es dafür, dass das System am Ende des Tages wirklich gut funktioniert.

Speaker: Okay, krass.

Speaker: Also wir arbeiten als Führungsmannschaft, um das System zu verbessern, dass es funktioniert.

Speaker: Und am Ende...

Speaker: die Produkte, die einzelnen Updates, die einzelnen Entwicklungen deutlich schneller beim Kunden rauskommen, wie es halt vorher war und in einer höheren Qualität.

Speaker: Also nicht nur die Geschwindigkeit.

Speaker: Weil die Menschen, die es machen, dann im Prinzip mehr Energie da reinstecken können, weil sie das nicht in irgendwelche Nebenschauplätze reinpacken.

Speaker: Ja, und auch das Wissen in den richtigen Themen auch haben.

Speaker: Es gibt Menschen, die fachlichen Themen unglaublich stark sind, irgendwie ein Wechsel irgendwann mal war und jetzt halt in dem Team drin sind, wo sie halt jetzt agieren.

Speaker: Und dann, dass sich die einzelne Person dann sagt, hey, eigentlich habe ich mehr Know-how in dem steuerlichen Part.

Speaker: Eigentlich müsste ich ja wieder zurückgehen.

Speaker: Aber ich habe jetzt links und rechts die Kolleginnen und Kollegen, wo es eigentlich ganz gut läuft und wo es Spaß macht, da drin zu arbeiten.

Speaker: Dann wird halt oftmals weniger vielleicht auf die Fachlichkeit geguckt, sondern einfach die persönlichen Beziehungen, die persönlichen Verbindungen, die man im Team auch hat.

Speaker: Und nachdem wir jetzt aber auf die Menschen da separat gucken können, losgelöst vom Produkt agieren können,

Speaker: ist das eine ganz andere Art und Weise der Zusammenarbeit.

Speaker: Weil wenn ich jetzt fürs Produkt zusätzlich verantwortlich werde, dann würde ich ja, vorhin hatten wir es, wenn du da den Besten, die Beste irgendwie rausreißt,

Speaker: Da würdest du dir selber ins Knie schießen.

Speaker: Genau, im Grunde schon.

Speaker: Ich glaube, viele Mittelständler müssen das dann oder glauben, es machen zu müssen, weil sie ja nicht mehr so etwas wie eine Fachkarriere haben.

Speaker: Das heißt, will ich jemandem mehr Geld geben?

Speaker: Das ist ja naheliegend, dass ich das vielleicht bei einem Fachkräftemangel, demografischem Wandel und jemandem, der wirklich gut ist, dass ich das machen möchte oder vielleicht sogar muss,

Speaker: Und dann habe ich gar keine Möglichkeit.

Speaker: Dann ist das sozusagen in diesem alten Denken, so würde ich es mal bezeichnen, ist das dann verknüpft mit Karriere.

Speaker: Und Karriere heißt dann in vielen Fällen ja, du übernimmst Führungsverantwortung.

Speaker: Obwohl es vielleicht gerade das ist, was du nicht so gut kannst.

Speaker: Ja, musst ja vielleicht gar nicht.

Speaker: Und da haben wir auch fachliche Laufbahnen mittlerweile, um dich trotzdem auch dahingehend zu entwickeln.

Speaker: Und wir sind davon überzeugt als Unternehmen, wenn wir da die richtigen Menschen am richtigen Ort haben, dass am Ende des Tages der Kunden am meisten profitiert.

Speaker: Und auch da wieder, es ist kein Selbstzweck, sondern darum geht es, dass wir erfolgreich sind, unsere Zukunft, unsere eigene Zukunft auch sichern für die nächsten Jahre, dass der Kunde auch in x Jahren sagt, geiles Produkt, hilft mir weiter.

Speaker: Und es ist alles andere als verstaubt.

Speaker: Ja, das ist schon eine, also finde ich einen krassen Insight.

Speaker: Also weil das ist ja schon eine sehr, sehr moderne Unternehmens- oder Organisationsstruktur, die ihr da offensichtlich entwickelt habt, ne?

Speaker: Ja, auch sicherlich kostenintensiv, das muss man schon auch sagen.

Speaker: Wir sind eine Genossenschaft, da haben wir vielleicht die ein oder anderen Möglichkeiten.

Speaker: Weniger wie bei einer Aktiengesellschaft, wo du Aktionäre hast, die du auch wieder dementsprechend ausschütten musst.

Speaker: Aber am langen Ende glaube ich und bin davon überzeugt, dass wir dadurch einfach deutlich größeren Mehrwert bieten.

Speaker: Gut, ich habe das ja vorhin gesagt, diese Grundidee weiß ich gar nicht, aber diese, zumindest die, die es sehr früh umgesetzt haben, war halt Spotify.

Speaker: Und ich meine, das ist keine Genossenschaft, sondern da geht es ja um viel Geld und das gelingt denen ja offensichtlich auch.

Speaker: Oder wenn ich an, ich habe letztens den Bill Anderson von Bayer kennenlernen dürfen,

Speaker: Und den CEO, der Bayer gerade umkrempelt, und der macht das ja nach so einem Organisationsmodell, Humanocracy heißt das.

Speaker: Und also das ist auch voll der Gamechanger für so ein Unternehmen wie Bayer.

Speaker: Also ich glaube, fünfstellig hat der Führungskräftemanagement abgebaut.

Speaker: Und das Ziel ist aber das gleiche wie bei euch.

Speaker: Zeiten, Entwicklungszeiten deutlich zu verkürzen und dadurch quasi entweder schneller oder bessere Produkte auf den Markt zu bringen und damit dann beim Kunden erfolgreicher zu sein.

Speaker: Ja, auch fokussierter zu sein, dass ich zwar einen kleineren Verantwortungsbereich habe, aber fokussiert darauf arbeite und

Speaker: Und vorher war es schon so, dass wir wie als Tridem gearbeitet haben.

Speaker: Wir haben einen Product Owners, Grandmaster und die Führungskraft Personal und wir haben eben unterstützend in das Team gearbeitet.

Speaker: Und da war es schon so, dass wir untereinander uns extrem hoch abstimmen müssen.

Speaker: Und das baust du dadurch auch wieder ab.

Speaker: Und das sind so kleine Schritte.

Speaker: Naja, ich rede jetzt zum Produkt nicht mehr mit.

Speaker: Ich bin da losgelöst vom Produkt.

Speaker: Und vorher musste ich schon viel stärker wissen, was das Produkt gerade macht, in welche Richtung es geht.

Speaker: Aber jetzt haben wir jemanden anders, der sich darum kümmert, dass die Liefergeschwindigkeit passt.

Speaker: Okay, das ist dieser vierte Part, der dazu gekommen ist, meinst du?

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Gut, das ist in der Praxis vieler Führungskräfte, ist das ja tatsächlich auch ein Riesenproblem,

Speaker: dass sie sozusagen oft ja diese drei oder vielleicht sogar vier Rollen, die ihr jetzt aufgeteilt habt, quasi in Personalunion erledigen müssen.

Speaker: Und ich kenne auch Führungskräfte, die tatsächlich 30 oder 40 Menschen dann das machen sollen.

Speaker: Das ist natürlich nicht möglich.

Speaker: Das heißt, was passiert dann?

Speaker: Ich lasse dann unwichtigere Dinge weg oder vielleicht... Fällt hinten runter....dringlich sind.

Speaker: Und das wären dann, also aus meiner Erfahrung 90 Prozent, vielleicht sogar 95 Prozent der Fälle sind das die Tätigkeiten, mit denen du dich beschäftigst.

Speaker: Ja, leider.

Speaker: Genau.

Speaker: Und das hat natürlich, das hat ja einen Impact.

Speaker: Also logisch, ne?

Speaker: So, weil...

Speaker: Also zumindest in Zeiten vom Fachkräftemangel, wo nicht mehr 100 Menschen vor der Tür stehen und sagen, ich hätte gerne einen Job bei euch.

Speaker: Also da wird ja genau dieses Thema der Kultur, wie gehen wir miteinander um, das gewinnt ja einfach an Wert.

Speaker: Ja, das wird geschätzt.

Speaker: Und das ist auch was, was ich selber schätze, dass du immer einen Ansprechpartner oder Ansprechpartnerin im Unternehmen hast,

Speaker: die losgelöst ist von irgendwas.

Speaker: Und zu mir kommen ja auch Menschen, die sagen, hey, ich brauche dich mal dringend.

Speaker: Und dann sind das ganz private Storys, Geschichten, die dir jemand anvertraut und sagt, hey, ich habe hier ein Problem, da müssen wir eine Lösung dafür finden.

Speaker: Und ich kann ganz anders darauf eingehen.

Speaker: Ich muss jetzt nicht überlegen, gleich das Erste, was mir im Kopf kommt, oh, das Produkt und ah, was machen wir jetzt da?

Speaker: Und wie können wir das kompensieren?

Speaker: Und können wir das irgendwie verkürzen?

Speaker: Eine Reha-Maßnahme, so, ey, wie wollen wir das schaffen?

Speaker: Ne?

Speaker: sondern ich kann auf die Person 100% darauf eingehen.

Speaker: Ich kann mich um die Person kümmern und kann links und rechts erst einmal überlegen, was ist jetzt das Allerwichtigste?

Speaker: Dass das der Person gut geht, dass die Person gesund auch wieder zurückkommt und jetzt auch das Gefühl hat, trotzdem eine gewisse Wertschätzung zu haben und nicht irgendwie die letzten Jahre einen unglaublich guten Job geleistet zu haben,

Speaker: Und dann, wenn es irgendwie ein persönliches Problem ist, was jemand hat, was auch immer, ob das Krankheit oder was auch immer ist, ein Schicksal, dann irgendwie alleine dasteht und sagt, jetzt muss ich selber irgendwie gucken, um da das alles managen zu können, sondern dann habe ich jemanden im Unternehmen, im Team oder teamnah, der oder die mich halt dann einfach ganz gut unterstützt.

Speaker: Und das 100% für den Mitarbeitenden.

Speaker: Stelle ich mir gerade die Frage, ich musste gerade daran denken, haben wir jetzt gar nicht drüber gesprochen, aber es ist mir gerade durch den Kopf geschossen, Diversity und was wir in Amerika beobachten können, also dass es sozusagen innerhalb von Wochen, würde ich sagen, sämtliche großen Konzerne und ja auch Tech-Konzerne gibt,

Speaker: quasi alles aufkündigen, was irgendwie in diese Richtung geht.

Speaker: Ich hatte letztens die Personalleiterin der GLS Bank im Podcast und die sagte das zum Thema Nachhaltigkeit.

Speaker: Das ist mittlerweile sogar...

Speaker: sozusagen Regeln in Amerika gibt, die es verbieten, mit nachhaltigen Banken Geschäft zu machen.

Speaker: Also total abgefahren.

Speaker: Und da stelle ich mir immer so die Frage, weil viele auch dieser Organisationstrends und so kommen ja aus dem amerikanischen Bereich.

Speaker: Ich hatte vorhin Humanocracy ja angesprochen.

Speaker: Und dann denke ich mir immer, okay, ist das denn nur ein...

Speaker: sozusagen so ein Momentum, weil, also ich fühle das alles, was du so sagst und ich finde das, also auch in meinem Unternehmen, total wichtig und trotzdem ist ja die Frage, was passiert, wenn sich im Außen irgendwas so krass verändert oder wenn, ich hatte letztens jemanden von Elobau hier, der auch den Personalleiter hat,

Speaker: Das ist ein Produktionsunternehmen, die machen so für Baumaschinen diese Joysticks und die sind so als Stiftung organisiert und sehr stark am Menschen, an der Natur.

Speaker: Und der sagte, dass dies das erste Mal seit Jahrzehnten quasi eine Krise, sowas wie eine Krise, also

Speaker: aus deren Verhältnis.

Speaker: Es geht nicht nur nach oben, sondern es stagniert irgendwie.

Speaker: Und jetzt ist es das erste Mal, dass sie quasi darüber nachdenken, okay, wie gehen wir damit um?

Speaker: Wir haben nicht noch größere Budgets und können das alles bezahlen, sondern irgendwie müssen wir jetzt anders gucken.

Speaker: Also wird dann schwieriger.

Speaker: Aber wie würdest du sagen, wie geht ihr damit um?

Speaker: Wie handelt ihr das?

Speaker: Ja, bei uns ist es auch...

Speaker: Ganz klar der Trend hin, dass wir jetzt nicht auch jede Stelle einfach nachbesetzen, sondern auch da überlegen, wen haben wir jetzt überhaupt im Unternehmen, dass wir sinnvoll unsere Kräfte und unser Wissen gut einsetzen.

Speaker: Und das ist sicherlich auch eine Geschichte.

Speaker: Wirtschaftlich müssen wir momentan alle drauf gucken, selbst im fränkischen Umkreis, wenn man jetzt Adidas, Scheffler oder wen auch immer da irgendwie guckt, was da gerade passiert.

Speaker: Können wir uns schon glücklich schätzen, dass wir uns Gedanken machen, wie wir unsere Organisation transformieren, dass wir uns überhaupt dahingehend Gedanken machen können und jetzt nicht irgendwie überlegen, wie müssen wir uns wirtschaftlich anders aufstellen.

Speaker: Aber schon ist es, wir haben einen hohen demokratischen Wandel, den wir im Unternehmen haben.

Speaker: gehen wir damit um.

Speaker: Und da ist es schon so, jetzt erst einmal den Blick drauf zu richten, wen haben wir im Unternehmen, wie hat sich auch vielleicht dieses Know-how über die Jahre verändert.

Speaker: Jeder lernt tagtäglich dazu, hat irgendwo Stärken, hat irgendwo Schwächen und dementsprechend auch da sinnvoll und an der richtigen Stelle einzusetzen.

Speaker: Und das, denke ich mal, ist schon auch ein Instrument, wo man sagt, okay, das können wir mit der Form unserer Organisation gut abbilden.

Speaker: Und auch unterstützen.

Speaker: Und wenn wir deutlich weiter wechseln, können wir das schwerer davon umsetzen.

Speaker: Und deswegen auch da der Trend und der Weg, wo ich sage, das ist, glaube ich, und ich bin überzeugt, für unser Unternehmen, für die aktuelle Situation mit das Beste.

Speaker: Weil wir einfach nah dran sind.

Speaker: Und ob das der Prozess ist, am Produkt, am Kunden oder am Menschen.

Speaker: Und das macht viel aus.

Speaker: Okay, also nicht so eine Eintagsfliege wie bei dem einen oder anderen Wettbewerber von euch oder Wettbewerber zumindest Softwareunternehmen.

Speaker: Ja, nee, glaube ich nicht.

Speaker: Ich glaube eher, dass man da einfach darauf aufbauen, weiterdenkt.

Speaker: Ja, cool.

Speaker: Philipp, ich würde gerne einmal mit Blick auf die Zeit in Richtung Ende gucken und habe dir dafür eine abschließende Frage mitgebracht und die lautet wie folgt.

Speaker: Welche Pressemeldung würdest du gerne von dir, von deinem Unternehmen oder über das Thema Führung in den nächsten zwölf Monaten lesen?

Speaker: Das ist eine gute Frage.

Speaker: Über mich persönlich glaube ich weniger, weil ich Teil des großen Ganzen bin.

Speaker: Aber ich bin happy, wenn die Dativ weiterhin erfolgreich den Cloud-technologischen Wandel, ich sage es mal erfolgreich, umgesetzt hat, die Kunden happy sind und auch sozusagen indirekt meine Zukunft dadurch gesichert ist.

Speaker: Schön.

Speaker: Dann halte ich die Augen in den fränkischen Nachrichten quasi dann offen.

Speaker: Philipp, ich danke dir für deine Zeit.

Speaker: Ich danke dir für die tollen Insights, die du geteilt hast.

Speaker: Bis ganz bald.

Speaker: Danke dir.

Speaker: Mach's gut noch.

Speaker: Das war eine neue Folge von Führen mit Herz und Verstand.

Speaker: Toll, dass du dabei warst und dir die Zeit genommen hast.

Speaker: Wenn es dir gefallen hat, hinterlass mir doch bitte direkt jetzt eine positive Bewertung.

Speaker: Ich wünsche dir eine tolle Zeit und gutes Gelingen bei dem, was auf dich wartet.

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Recommended