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#59 Augenhöhe | Selbstführung | Organisationskultur Interview mit Philipp Lugert

Führen mit Herz & Verstand
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26 Plays9 months ago

🎙 Podcastfolge:

Führen mit Herz und Verstand

In dieser Folge spricht Normen Ulbrich mit Philipp Lugert – Digitalstratege, Führungskraft und früherer Gründer – über seinen Weg vom Startup ins Konzernumfeld, über echte Fürsorge in Führung und darüber, warum moderne Organisationen neue Antworten brauchen.

Philipp gibt persönliche Einblicke in seinen Rollenwechsel, teilt konkrete Führungsansätze aus dem Alltag bei DATEV und zeigt, wie Führung zwischen Struktur, Haltung und Menschlichkeit gelingt.

🔎 Themen dieser Folge:

  • Vom Unternehmer zum Angestellten: Warum Philipp den Wechsel gewagt hat
  • Selbstführung und Loslassen: Was gute Führung mit Reflexion zu tun hat
  • Kulturwandel im Großunternehmen: Wie Zusammenarbeit auf Augenhöhe gelingt
  • Warum Kundenfokus mehr ist als ein Buzzword
  • Persönliche Learnings: Was Philipp heute anders macht – und was er seinem jüngeren Ich raten würde

🎧 Jetzt reinhören:

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Links: Philipp Lugert auf LinkedIn https://www.linkedin.com/in/philipplugert/

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🖼️ Das Führungsposter: Dieses Poster bietet Führungskräften und Teams inspirierende Grundsätze, um eine positive und unterstützende Atmosphäre zu schaffen. Es fördert Innovation, Zusammenarbeit und persönliche Entwicklung und stärkt so die Führungskompetenzen im Unternehmen. Das Führungsposter ist in den Größen A3 und A2 erhältlich.

Recommended
Transcript

Die Rolle der Führungskultur für Unternehmenserfolg

00:00:00
Speaker
Und das ist die Erfahrung, die ich von damals auch mit reingenommen habe.
00:00:04
Speaker
An den Dingen, wo ich selber gescheitert bin, das bringe ich immer wieder mit rein, wo ich sage, okay, da habe ich zu wenig den Kunden gefragt, zu wenig auf irgendwas gehört, zu wenig Struktur geschaffen.
00:00:15
Speaker
Der Erfolg eines Unternehmens hängt ganz entscheidend von der Führungskultur im Unternehmen ab.
00:00:21
Speaker
Denn wenn sich Mitarbeiterinnen zufrieden fühlen, steigt die Produktivität um bis zu 20%.
00:00:28
Speaker
Doch die Frage lautet, wie kann das bei dem hohen Druck der Zeitverdichtung und den vielen operativen Aufgaben gelingen?
00:00:35
Speaker
Lausche den Deep Talks und erhalte erprobte und praxisnahe Führungswerkzeuge für eine sinn- und menschenorientierte Führung.
00:00:42
Speaker
Erlebe gleichzeitig, wie eine positive innere Haltung den Unterschied bei meinen Gästen gemacht hat.

Vorstellung Philipp Lugert und seine unternehmerische Reise

00:00:49
Speaker
Ich bin Norm Ulbrich und heiße Dich herzlich willkommen zu meinem Podcast Führen mit Herz und Verstand.
00:00:57
Speaker
Heute darf ich euch einen ganz besonderen und wunderbaren Gast ankündigen.
00:01:02
Speaker
Mit 17 gründete er sein erstes Unternehmen, nicht weil er musste, sondern weil er etwas bewegen wollte.
00:01:08
Speaker
Seitdem zieht sich unternehmerisches Denken wie ein roter Faden durch seine Laufbahn.
00:01:13
Speaker
Mutig, neugierig, praxisnah.
00:01:17
Speaker
Seine berufliche Reise führte ihn vom Startup über Agenturen bis in den Konzern, immer mit dem Blick fürs Machbare und dem Herzen für Menschen.

Moderne Führungsansätze und Kundenorientierung

00:01:27
Speaker
Heute verantwortet er als Führungskraft Personal bei einem der größten Softwarehäuser Europas die Entwicklung eines 30-köpfigen Teams.
00:01:35
Speaker
Fachlich für ein anderer, er aber schafft Raum für Feedback, Vertrauen und individuelle Entfaltung.
00:01:42
Speaker
Seine Überzeugung?
00:01:44
Speaker
Wir müssen unser Handeln so ausrichten, als säße der Kunde mit dem Raum.
00:01:48
Speaker
Wenn sich das gut anfühlt, sind wir auf dem richtigen Weg.
00:01:51
Speaker
Er steht für modernes Leadership, Social Recruiting und echte Augenhöhe.
00:01:56
Speaker
Gleichzeitig bringt er seine Perspektive als Gründer, Mentor und Dativ-Botschafter aktiv ein.
00:02:01
Speaker
Strategisch, klar, menschlich nah.
00:02:05
Speaker
Was mich besonders beeindruckt,
00:02:07
Speaker
In einer Phase, in der das Leben ihn gleichzeitig als Vater, Sohn, Partner und Führungskraft gefordert hat, blieb er zugewandt und hat gezeigt, dass gute Führung vor allem eins ist, gelebte Fürsorge.

Unternehmensgründung mit 17 - Ambition und Unterstützung

00:02:18
Speaker
Und damit sage ich herzlich willkommen im Podcast.
00:02:20
Speaker
Ich freue mich riesig, dass du heute hier bist, Philipp Lugert.
00:02:23
Speaker
Ja, hi Norman, danke dir.
00:02:25
Speaker
Ja, das klingt ja fantastisch, oder?
00:02:29
Speaker
Es ist fantastisch, Philipp.
00:02:31
Speaker
Trifft es absolut.
00:02:33
Speaker
Wir gucken heute mal ein bisschen hinter dich als Mensch.
00:02:38
Speaker
Da bin ich schon ganz gespannt, was du für spannende, tolle Geschichten und Momente mit uns teilst.
00:02:46
Speaker
Und in die erste springe ich direkt rein.
00:02:49
Speaker
Philipp, stell dir mal vor, ich weiß nicht, ob es so abgelaufen ist, aber es ist so mein Bild jetzt.
00:02:55
Speaker
Du bist also 17, es ist später Abend, du sitzt in deinem Zimmer und jetzt triffst du die Entscheidung, dein erstes eigenes Unternehmen zu gründen.
00:03:03
Speaker
Was genau war in diesem Moment los bei dir?
00:03:05
Speaker
Was hast du gespürt?
00:03:07
Speaker
Irgendwie Aufbruch, Angst, Euphorie?
00:03:10
Speaker
Wie stelle ich mir das vor?
00:03:11
Speaker
Wie war das?
00:03:12
Speaker
dann ist es wirklich der Aufbruch gewesen, wo ich sage, hey, ich habe eine coole Idee, lass das einfach mal machen.
00:03:18
Speaker
Und da bin ich jemand, ich bin unglaublich ehrgeizig.
00:03:21
Speaker
Und wenn ich eine Idee habe, wo ich daran glaube, wo ich davon überzeugt bin, dass es gut wird, ja, dann lege ich einfach los.
00:03:30
Speaker
Es ist jetzt nicht so, dass ich jetzt erst mal einen riesen
00:03:33
Speaker
großen Planstricke und überlege, hey, was brauche ich alles dafür und welches Budget und was muss ich links und rechts noch irgendwie organisieren, sondern dann wirklich...
00:03:45
Speaker
Editor, WordPad, ganz simpel und dann schreibe ich eigentlich los meine Gedanken und dann versuche ich da eine Struktur reinzubringen und lege los und dann einfach machen.
00:03:54
Speaker
Und damals war es eine Werbeagentur und ich wusste, da brauche ich jetzt erstmal einen eigenen Auftritt, dachte mir, okay, einen coolen Namen, ein cooles Logo, eine eigene Webseite und dann kann ich loslegen.
00:04:07
Speaker
Und das war eigentlich relativ simpel und ich hatte die beste Unterstützung meiner Eltern damals und
00:04:14
Speaker
Ja, mit 17 Jahren, was hast du zu verlieren?
00:04:19
Speaker
Nichts.
00:04:20
Speaker
Also im Grunde natürlich schon, aber das weißt du heute halt einige Jahre später.

Reflexionen über Schule und Verantwortung

00:04:26
Speaker
Ich erinnere mich manchmal zurück, ich bin ja nach meiner Schulzeit direkt zur Bundeswehr gegangen, habe da meine Wehrpflicht gemacht.
00:04:35
Speaker
Und wenn man dann diesen Unterschied sieht zwischen dem, was wir so als erwachsenes Arbeitsleben irgendwie bezeichnen und uns auf Schulleben, dann habe ich hinterher, also habe ich manchmal gedacht, boah, was für ein geiles Leben hatte ich ja eigentlich als Schüler.
00:04:52
Speaker
Und als Schüler gab es schon viele Momente, da habe ich nicht gedacht, was für ein geiles Leben habe ich eigentlich.
00:04:58
Speaker
Das war erst die Perspektive danach.

Entwicklung einer sozialen Plattform

00:05:03
Speaker
Wie lief das ab mit deiner Agentur?
00:05:07
Speaker
Das war im Vorfeld eigentlich, habe ich schon mit 13, 14 Jahren begonnen zu programmieren und dachte mir zu Zeiten von ICQ damals, wie kannst du da irgendwie einen Mehrwert schaffen, um
00:05:18
Speaker
die Menschen, die du kennst, die du immer wieder mal auf Veranstaltungen triffst, irgendwie zusammenbringen und ähnlich wie ein kleines Facebook, wo ich mir überlegt habe, eine Webseite ist nicht nur da, um eine Adresse abzulegen, wie eine Visitenkarte, sondern dass du ganz normal da mehr Möglichkeiten hast, du kannst dich irgendwie präsentieren, du kannst irgendwie einen Kontaktpunkt schaffen und
00:05:41
Speaker
mein Leben lang habe ich gerne mit Menschen mich unterhalten, mich mit Menschen irgendwie vernetzt, mit Menschen ausgetauscht, über die persönlichen Geschichten, über die gemeinsamen Ideen, die gemeinsamen Hobbys und da bin ich einfach dazu gekommen, da eine, wie eine Heimat zu schaffen und dann war das eine Plattform, eine Kommunikationsplattform, ähnlich wie ICQ, nur dass du halt wie bei Facebook auch ein Profilbild hast, irgendwie Hobbys angeben kannst, um auch irgendwie
00:06:10
Speaker
da den gemeinsamen Nenner irgendwie zu finden, wenn du da auf der Website halt unterwegs bist.
00:06:15
Speaker
Das war so diese erste Idee, der erste Gedanke.
00:06:17
Speaker
Neben SMS brauchst du ja immer eine, wie bei iSecure auch eine Nummer, um jemanden zu erreichen.
00:06:23
Speaker
Aber cool wäre es ja, wenn du in der Gegend, in der du wohnst, die Menschen irgendwie auf einer Plattform versammeln kannst.
00:06:30
Speaker
Das Einzige ist, jeder muss sich halt irgendwie anmelden, muss ein Profil anlegen und dann hast du die Möglichkeit, da irgendwie dich stärker zu vernetzen.
00:06:37
Speaker
Und so ist das Ganze gekommen,
00:06:39
Speaker
hat sich dann eingespielt, herumgesprochen.
00:06:41
Speaker
Wir waren auf Veranstaltungen, da hat sich das von Veranstaltung zu Veranstaltung herumgesprochen.
00:06:46
Speaker
Ein riesen Netzwerk von 6.000 Mitarbeitern, sage ich schon, von Mitgliedern hat sich entwickelt.
00:06:53
Speaker
Und dadurch natürlich eine gewisse Infrastruktur aufgebaut mit Serverkosten etc., wo ich natürlich auch Sponsoren benötigt habe, dass da irgendwie Geld auch wieder reinkommt.
00:07:04
Speaker
Und das hier nur für mich, das hast du mit 13 gemacht.
00:07:07
Speaker
Ja, das ist so nach und nach mit 13, 14, 15, so ist das halt so entwickelt.
00:07:12
Speaker
Das ist natürlich nicht über Nacht, dass sich so ein ganzes Portal entwickelt, aber so nach und nach.
00:07:16
Speaker
Ja.
00:07:18
Speaker
Ja, so hat sich das entwickelt, die technische Affinität immer mehr daraus zu machen und dann ist ein richtiges Portal geworden daraus.
00:07:27
Speaker
Irgendwann hatte ich einen zweiten Server, irgendwie mehr größere Sponsoren, dass mehr Geld reinkommt.
00:07:32
Speaker
Da ist unternehmerische Denken dann auch gekommen, noch stärker, hey, was musst du dafür tun, viel mehr Werbung machen.
00:07:38
Speaker
Es ist ja nicht nur diese Plattform für mich oder für andere zu schaffen, sondern irgendwie auch insgesamt einen Mehrwert.
00:07:45
Speaker
Und so ist es auch gekommen, dass dann über die Sponsoren auch wieder sozusagen Aufträge kamen.
00:07:50
Speaker
Und dann habe ich eben mit 17 Jahren die Geschäftsfähigkeit übers Amtsgericht bekommen.
00:07:56
Speaker
Und dann konnte ich auch Rechnungen stellen und alles dann, ich sage es mal ganz legal, über einen legalen Pfad da auch zu arbeiten.
00:08:07
Speaker
Und das war auch der Antrieb, wo ich dann gesagt habe, hey, ich hatte ca.
00:08:10
Speaker
40 Kunden, du hast nichts zu verlieren.
00:08:13
Speaker
Das ist das, warum ich habe nichts zu verlieren.
00:08:15
Speaker
Weil wenn es halt nicht klappt, dann bist du halt 17, 18, 19 irgendwas, wo du halt sagst, das ganze Leben steht vor dir.

Lernen aus frühen Geschäftserfahrungen

00:08:23
Speaker
Und wenn es mal nicht klappt, du kannst mir glauben, da ist vieles, was in die Hose gegangen ist, wo ich gegen die Wand gefahren habe.
00:08:30
Speaker
Aber die Erfahrung kann mir keiner mehr nehmen.
00:08:34
Speaker
Und heute zähle ich immer noch davon, von den einen oder anderen.
00:08:39
Speaker
Welche ist dir da so besonders präsent oder besonders wertvoll vielleicht auch?
00:08:43
Speaker
Wertvoll, ja.
00:08:45
Speaker
Vorhin habe ich gesagt, ohne Struktur zu beginnen, einfach loszulegen und habe natürlich schon
00:08:51
Speaker
gemerkt, dass man vielleicht das eine oder andere mit mehr Struktur, mit mehr Plan beginnen sollte, um auch da die Risiken von vornherein irgendwie rauszunehmen.
00:09:00
Speaker
Und das ist ein Learning, was ich sehr früh gemacht habe, um auch da viel stärker in den Business Case zu kommen.
00:09:07
Speaker
Was braucht es dafür?
00:09:09
Speaker
Das ist ja nicht nur das Finanzielle, sondern braucht eine gewisse Organisation, eine Struktur, ein Vorgehen,
00:09:17
Speaker
Nachhaltigkeit, dass du am Schluss auch irgendwie erfolgreich bist.
00:09:20
Speaker
Und von vornherein auch so der Gedanke, ich schaffe jetzt was Cooles, aber auf der anderen Seite, wie kommt Geld wieder rein?
00:09:27
Speaker
Was muss ich dafür tun, dass dieser Mehrwert sich irgendwie nicht nur, dass jemand Spaß auf der Plattform hat, sondern dass das wieder zurückkommt.
00:09:35
Speaker
Und da habe ich viele Dinge in der Zeit schon entwickelt oder gemacht oder investiert,
00:09:41
Speaker
die am Anfang erst einmal cool klangen, wo ich sage, hey, das ist eine coole Idee, das musst du einfach mal ausprobieren und dann nimmst du ein bisschen Geld in die Hand, probierst dir was oder ganz viel Zeit und merkst dir dann am Schluss, hey, das fandest du nur selber cool irgendwie oder eine kleine Gruppe, da kommt nichts bei rum.

Bedeutung von Feedback und Kundenbeteiligung

00:10:00
Speaker
Und darum geht es halt am langen Ende dann aber schon, wenn irgendwo ein Invest stattfindet und ich sage mal, mit 17 hast du vielleicht noch nicht so diesen
00:10:11
Speaker
Naja, dieses Business-Mindset, wie du halt dann nach x Jahren hast, wo du von vorne allein sagst, okay, ich bringe keine Idee nur rein, sondern das, was dabei rauskommt.
00:10:21
Speaker
Spannend, was du sagst, weil die, ich glaube, dass das ja oft so ist, dass wenn so Fachleute sich über so ein Thema unterhalten, dass die dann, ist jetzt egal, ob das dann Software ist oder in meinem Fall irgendwie ein Lernformat oder irgendwas, ne,
00:10:37
Speaker
Daher tappe ich mich tatsächlich oft dabei, dass ich dann mit meinen Kollegen, mit den anderen TrainerInnen im Team, dass wir uns zusammensetzen und dann wirklich, wir sind total begeistert, wenn wir das so machen.
00:10:51
Speaker
Und was da fehlt, ist so ein Korrektiv, der immer sagt, ja, aber
00:10:56
Speaker
finden das auch die, die dafür Geld bezahlen müssen, geil oder nur ihr?
00:11:01
Speaker
Und wollte da erst mal investieren und dann gucken, ob die das kaufen würden oder wie wollte das machen?
00:11:07
Speaker
Da musste ich gerade daran denken, dass da ja zum Beispiel KI, finde ich, glaube ich, bei vielen, die KI nicht so intensiv einsetzen, dass die diese Chance zum Beispiel da gar nicht sehen.
00:11:21
Speaker
Also so einen kritischen,
00:11:24
Speaker
Hinterfrager da quasi zu erzeugen und zu sagen, ey, guck mal drauf, was ist eigentlich alles blöd an meiner Idee?
00:11:31
Speaker
Einfach zu challengen, meinst du, wenn du jetzt einfach die KI aufmachst und sagst, hey, ich habe die Idee und challenge das und das ist tatsächlich was, was ich heute unglaublich gern mache, weil es ein Learning ist, umso früher man den Kunden einbindet
00:11:43
Speaker
Umso früher habe ich ein Feedback, umso zielgerichteter kann ich natürlich auch meine Ideen ausarbeiten und deswegen kann ich das schon mit voller Überzeugung meinen Mitarbeitern heutzutage in den Teams auch mitgeben.
00:11:56
Speaker
So beziehe den Kunden mit ein, das ist kein Selbstzweck, das sind jetzt nicht irgendwelche,
00:12:02
Speaker
Dinge, Sprüche, die ich da mit reinbringe, sondern ich kann das auch gut belegen und das ist natürlich eine ganz andere Ausgangslage und wenn da der Kontext da ist, du bist absolut von erster Stelle auch nahbar, wenn du auch selber erzählst, klar hast du mal das eine oder andere gegen die Wand gefahren und bezieh den Kunden mit ein, auch wenn wir vielleicht den Kunden gefühlt kennen, trotzdem gibt es irgendjemand, der sagt, ey, was für ein Scheiß, sorry, lass es doch und
00:12:30
Speaker
Dann ist es aber nicht so, du musst es ja nicht gleich immer annehmen und sagen, okay, ich lasse es, sondern einfach challengen.
00:12:37
Speaker
Was ist denn daran an der Idee schlecht oder was kann man besser machen oder was müsste ich dafür tun, dass du bereit bist, Geld zu zahlen, wenn du auf dem Fazit bist, was du gesagt hast.
00:12:47
Speaker
Und da die richtigen Fragen zu stellen, da kommt man wirklich unglaublich weit.
00:12:53
Speaker
Und von dem her, man muss nicht immer alles selber wissen, aber wenn man so eine zündende Idee hat, dran zu bleiben,
00:13:00
Speaker
Und dann in die Umsetzung zu gehen und dann ganz viel vielfältige Meinungen einholen.
00:13:05
Speaker
Das ist so wichtig.
00:13:07
Speaker
Und jetzt nicht nur irgendwie aus einem Aspekt, dass man sagt, okay, man kann überall einen Haken dran machen, sondern wirklich aus jeder Ecke kriegt man irgendwie einen...
00:13:16
Speaker
ein Feedback, das man ganz gut auch irgendwo verwenden kann.
00:13:20
Speaker
Spannend, ne?
00:13:21
Speaker
Also ich kann das ja mit Menschen machen, einfacher und schneller, also vielleicht nicht
00:13:31
Speaker
Vielleicht nicht besser, aber auf jeden Fall einfacher und schneller.
00:13:34
Speaker
Ist natürlich da das Thema KI an der Stelle.
00:13:37
Speaker
Total spannend, diese Perspektiven.
00:13:39
Speaker
Es gibt so ein schönes Zitat von, ich vergesse ihn immer, so ein alter romischer Philosoph war das, der gesagt hat, es gibt keine Wahrheit, es gibt nur meine Perspektive auf die Wahrheit.
00:13:51
Speaker
Und ich stelle mir das immer vor wie so ein Kuchen, so eine Torte, die ich so in zwölf oder mehr Stücken schneide.
00:14:00
Speaker
Und ich habe halt eine Torte und du hast halt ein anderes Tortenstück und du hast ein anderes.
00:14:05
Speaker
Und dann haben wir halt zwei.
00:14:07
Speaker
Aber wir sehen immer noch nicht alles.
00:14:11
Speaker
Und in unserer schnelllebigen Zeit stelle ich mir dann schon immer wieder auch die Frage, wie viel Zeit nehmen wir uns eigentlich für solche Hinterfragen.
00:14:21
Speaker
Also das kostet ja erstmal Zeit und das ist vielleicht ein spannendes Thema.
00:14:26
Speaker
Aber Wertschätzung, muss man auch sagen.
00:14:28
Speaker
Eine gewisse Wertschätzung, wenn du unter ersten Kontakt und der erste Fuß in die Tür rein oftmals.
00:14:35
Speaker
Also das ist auch so ein Learning.
00:14:36
Speaker
Ja.
00:14:38
Speaker
Fragen als Dienstleister ist auch nie schlecht.
00:14:40
Speaker
Dass du irgendwie sagst, hey, da nimmt mich jemand als Dienstleister, der Kunde auch irgendwie wahr und ich habe die Möglichkeit, gemeinsam irgendwas zu entwickeln.
00:14:50
Speaker
Und ich als Dienstleister muss nicht alles besser wissen.
00:14:53
Speaker
Und genauso im Arbeitsleben auch so.
00:14:56
Speaker
Total spannend, weil ich heute früh gerade genau zu dem Thema ein tolles Gespräch hatte mit einer HRlerin.

Übergang zu einem ausgewogenen Lebensstil

00:15:04
Speaker
Wir entwickeln gerade so ein Führungskräfteentwicklungsprogramm für so eine mittlere Führungsebene, was über einen längeren Zeitraum geht und auch so global ausgerollt werden soll.
00:15:15
Speaker
Und da haben wir quasi jetzt auch so Co-Creation-Momente vorgebaut, wo wir quasi die
00:15:22
Speaker
die später trainiert werden sollen, genau da an der Stelle abholen und sagen, guck mal, das haben wir uns überlegt.
00:15:28
Speaker
Also wie findet ihr das denn eigentlich?
00:15:30
Speaker
Also wo sind denn eure Ecken und Ösen an der Stelle?
00:15:35
Speaker
Und jetzt, wenn ich so drüber spreche, dann fallen mir noch ganz viele andere Momente ein, wo ich das tatsächlich noch machen könnte und noch gar nicht gemacht hätte.
00:15:43
Speaker
Also ein schöner Reflektionsmoment gerade für mich.
00:15:47
Speaker
Danke, Philipp.
00:15:50
Speaker
Sag mal, du bist ja, du arbeitest ja jetzt bei DATEV, das heißt, du bist ja nicht Leiter einer großen Digitalagentur.
00:16:00
Speaker
Wie ist das weitergegangen?
00:16:01
Speaker
Also 2017, du hast deine Digitalagentur.
00:16:04
Speaker
Achso, und dann, das wollte ich da vorne noch fragen, Mark Zuckerberg kam dann vorbei und hat gesagt, Philipp, geh nämlich mit nach USA?
00:16:10
Speaker
Oder wie ist das dein Netzwerk geendet?
00:16:15
Speaker
Tatsächlich nicht.
00:16:16
Speaker
Ich war zehn Jahre selbstständig und
00:16:19
Speaker
Ja, wie man immer so schön sagt, selbst und ständig und da ist schon was dran.
00:16:24
Speaker
In der Zeit ist wahnsinnig viel passiert.
00:16:26
Speaker
Ich habe zusätzlich ein Startup gegründet.
00:16:29
Speaker
Das Startup haben wir dann erfolgreich auch, ja, ich sage es mal, verkauft.
00:16:34
Speaker
Wir hatten dann das heutige fußball.de mit inszeniert vom Deutschen Fußballbund.
00:16:40
Speaker
Und man kann sich das ja vorstellen, dass da unglaublich viel Zeit reinläuft.
00:16:44
Speaker
Sonntags war dann so typische...
00:16:47
Speaker
Ja, Bürotag, aber jetzt nicht irgendwie operativ, sondern Buchhaltung, Rechnungen schreiben, dass das ganze System auch gut läuft und funktioniert.
00:16:58
Speaker
Und...
00:16:59
Speaker
Ja, mein großer Wunsch war schon immer, Familie, Kinder, irgendwie auch da standhaft im Leben zu sein.
00:17:07
Speaker
Nicht nur einfach das Business oder da irgendwie einen gewissen Moment zu schaffen, wo ich dann happy bin, sondern viel wichtiger, was sich auch von meinen Eltern da geprägt wurde.
00:17:17
Speaker
So dieses
00:17:19
Speaker
das Wichtigste, was du im Leben brauchst, ist eine funktionierende Familie, immer irgendwo eine Verbindung, gute Freunde, Freundschaften, die auch, ich sage es mal, in Momenten, die dich wieder irgendwo auffangen.
00:17:31
Speaker
Und heute kann ich sagen, das war die beste Entscheidung, weil ich habe diese Momente gehabt im Leben, ich habe die Momente gehabt, wo ich sie brauche und habe die in der Zeit, wo ich selbstständig war, unglaublich stark vernachlässigt und
00:17:45
Speaker
Das, auch meine Frau, wir sind 13 Jahre zusammen und hatten so viele Höhen und Tiefen.
00:17:52
Speaker
Wir sind jetzt seit zwei Jahren verheiratet.
00:17:55
Speaker
Ja, und natürlich in den Jahren vorher, weil es waren immer gewisse Trennungsmomente vielleicht da, wo es heißt, okay, wie geht es mit uns weiter?
00:18:02
Speaker
Und umso mehr ich natürlich die Zeit fürs Business investiert habe, umso weniger Zeit war für die Familie da.
00:18:08
Speaker
Und
00:18:09
Speaker
Von dem her bin ich dann in den Mittelstand gewechselt, ins Angestelltenverhältnis und es war tatsächlich eine, neben dem, ich löse mich von dem, wo ich ganz viel investiert habe, Moment hin zu, hey, ich habe jetzt ein ganz anderes Umfeld, kann da wieder weiter lernen, weiter wachsen, bin jetzt nicht immer nur ich der Treiber, sondern ich werde teilweise mit von links und rechts von den Abteilungen, von der Kultur, von der Philosophie,
00:18:35
Speaker
Der Firma, das waren Mittelstandsunternehmen, auch im IT-Business, wie heute die Dativ auch ist, nur viel kleiner mit 250 Mitarbeitenden, Microsoft-Partner, spannendes Umfeld, coole Arbeit.
00:18:50
Speaker
Und da habe ich gemerkt, okay, auch was links und rechts für Einflüsse von einer größeren Firma da auf mich einprasseln, habe ich trotzdem noch die Möglichkeit, ganz, ganz, ganz viel zu verändern, viel zu, ja, heißt auch nicht nur zu verändern, sondern einfach viel zu beeinflussen, um einfach, ja, da so eine eigene Handschrift mit reinzubringen.

Karriereentwicklung und kontinuierliches Lernen

00:19:09
Speaker
Und dadurch die Möglichkeit hat die absolute volle Rückendeckung und bin da in der Zeit auch gut gewachsen.
00:19:16
Speaker
Und
00:19:18
Speaker
war dann da auch eine einige Zeit.
00:19:20
Speaker
Wir sind dann aufgekauft worden, dann habe ich auch einen Post-Merger-Integration-Prozess übergreifend mitverantwortet und war aber dann da auch wieder sehr viel unterwegs, bin zwischen Nürnberg und London hin und her geflogen.
00:19:36
Speaker
Da ist natürlich dann auch die Familie, Freunde auch wieder hinten runtergefallen und hatte dann noch eine kurze Station bei einem Möbelhersteller und da
00:19:47
Speaker
ja, herrschte einfach eine Kultur, die ich, ja, absolut nicht unterstützen kann.
00:19:52
Speaker
Das war dann sehr schwer für mich und bin dann auch glücklicherweise in das Umfeld der Dativ gekommen und ein sehr menschenorientiertes Unternehmen und am Anfang war ich auch nicht hundertprozentig überzeugt.
00:20:04
Speaker
Da war es einfach so dieses, okay, 9000 Mitarbeiter, vielleicht damals ein bisschen weniger, aber sehr viel Bürokratie.
00:20:11
Speaker
Und da war natürlich schon die Frage für mich, bin ich dem gewachsen?
00:20:15
Speaker
Als
00:20:17
Speaker
aus dem Mittelstand oder Kleinunternehmen als eigene Unternehmer, Gründer, da mit meinem Mindset da einfach viel bewegen zu können.
00:20:26
Speaker
Und das hat es einfach bis heute bestätigt, dass du auch in so einem Umfeld mit einer gewissen Art und Weise trotzdem einen Einfluss schaffen kannst und
00:20:35
Speaker
Deswegen bin ich happy und deswegen bin ich heute noch da.
00:20:38
Speaker
Und für mich persönlich die richtige, eine coole Story.
00:20:41
Speaker
Und zeigt mir aber auch, dass man nicht immer nur an manchen Dingen festhalten muss, sondern den Weg einfach weitergehen muss.
00:20:48
Speaker
Und die Welt dreht sich weiter manchmal, auch wenn man meint, nach der Selbstständigkeit, okay, jetzt geht die Welt erstmal unter.
00:20:55
Speaker
Das ganze Baby gibt mir erstmal hier.
00:20:56
Speaker
Wobei das
00:21:00
Speaker
Also ein paar Sachen haben mich getriggert.
00:21:04
Speaker
Ich bin jetzt seit ungefähr, seit über 15 Jahren bin ich jetzt selbstständig, habe ich mein eigenes Unternehmen und ich kenne diese Phasen auch selbst und ständig.
00:21:18
Speaker
Ich
00:21:20
Speaker
Ich glaube, das ist halt so, wenn du Bock auf was hast, also du hast das hier eben beschrieben, wo du da bei dem Mittelständler warst.
00:21:26
Speaker
Ich kenne auch genug Angestellte, Führungskräfte oder auch Mitarbeiter, aber bei Führungskräften, glaube ich, sind die Möglichkeiten, wie und wann ich arbeiten kann, einfach viel größer, dass die unheimlich viel Energie da reinstecken in ihren Job.
00:21:42
Speaker
Ich habe meinen...
00:21:43
Speaker
Mein Papa zum Beispiel, der war im obersten Management von Rossmann.
00:21:51
Speaker
Und wenn ich sehe, wie viel Zeit und Energie der da reingesteckt hat, das ist ja nicht nur einen fetten Scheck abholen und da nichts machen, sondern da hast du schon natürlich auch irgendwie viel zu tun.
00:22:02
Speaker
Aber worauf ich hinaus wollte, ist, ich habe dann irgendwann für mich entschieden,
00:22:08
Speaker
oder es hatte sich so entwickelt auch, so sind vielleicht zwei Wahrheiten, dass ich da gar keinen Bock drauf habe selbst, also alles selbst zu machen und vor allen Dingen ständig arbeiten zu müssen.
00:22:17
Speaker
Also das war nicht mein Lebenstraum.
00:22:21
Speaker
Also deshalb habe ich mich da so ein bisschen wiedergefunden.
00:22:25
Speaker
Jetzt habe ich nur gerade daran gedacht, wahrscheinlich ist es einfacher, wenn du deine Unternehmung dann, ich hoffe für euch, auch gut monetarisieren kannst.
00:22:36
Speaker
Oder ob du quasi deinen Laden irgendwie abschließt, weil du sagst, es lohnt oder rentiert sich nicht quasi wirtschaftlich.
00:22:50
Speaker
mit den Rahmenbedingungen, die ich gerne hätte, also Freunde, Familie, Zeit für mich und so weiter.
00:22:54
Speaker
Das ist natürlich nochmal eine andere Entscheidung, die man treffen muss.
00:22:58
Speaker
Ja, und die Entscheidung einfach.
00:23:01
Speaker
Ich glaube, wenn ich das geschafft hätte damals, das irgendwie besser zu verbinden und zu vereinen, dass ich auch mal sage, hey, ich lasse mal los.
00:23:08
Speaker
So diese typische Zeit damals vor 15 Jahren.
00:23:13
Speaker
Jeder war in Thailand.
00:23:15
Speaker
Und ich dachte mir, ich kann mich ja nicht nach Thailand irgendwo auf dem Strand hinlegen und die Sonne mir auf den Bauch scheinen lassen.
00:23:22
Speaker
Ich habe so viele andere Ideen und Gedanken, die ich jetzt umsetzen möchte.
00:23:25
Speaker
Da brauche ich einen Laptop, ich brauche irgendwas, wo ich in die Tasten hauen kann und nicht nur einen Sandstrand, wo ich irgendwo... Ich war so in einer ganz anderen Welt unterwegs und...
00:23:40
Speaker
Aber ich habe es halt nicht geschafft, einfach persönlich da abzuschalten.
00:23:44
Speaker
Jetzt ist Family-Zeit, jetzt ist Freundeszeit, mir die Freiräume auch dafür zu schaffen.
00:23:50
Speaker
Und gedanklich auch abzuschalten.
00:23:52
Speaker
Und das war vor allem in der Zeit, wo ich dann zu DATEV gekommen bin, wo ich sage, so ein sozialer und menschenorientiertes Unternehmen, da hast du die Möglichkeiten.
00:24:04
Speaker
Das war eigentlich ein großes Ziel von mir, da jetzt stärker den Fokus zu legen, nicht Überstunden zu schaffen, sondern einfach wirklich effektiv die Arbeit so zu legen, so zu organisieren, in so einem Umfeld, wo du es kannst,
00:24:18
Speaker
dass wenn ich mal zwei Tage nicht da bin, da geht die Welt nicht unter, die Dativ geht nicht unter.
00:24:22
Speaker
Und das ist für die Gedanken ist das unglaublich wichtig, aber genauso auch, hey, ich fühle mich da völlig fein.

Selbstführung und Aufgabenverteilung

00:24:30
Speaker
Und das war was, das musste ich erst mal lernen.
00:24:33
Speaker
Lernerer ist er, also das war nicht einfach.
00:24:36
Speaker
Und für diesen absoluten Kopfsprung
00:24:40
Speaker
Ja, auf dem Beckenrand einfach ganz normal, die Leiter runter zu gehen und ins Wasser zu steigen und dann die ersten Züge zu machen.
00:24:47
Speaker
Ja, man wird älter, so ist das halt mittlerweile.
00:24:51
Speaker
Aber so gefühlt war es auch.
00:24:55
Speaker
Deswegen ist das wirklich gut.
00:24:56
Speaker
Aber manche schaffen das auch.
00:24:58
Speaker
Das muss man auch sagen.
00:25:01
Speaker
Auf jeden Fall.
00:25:03
Speaker
Ich glaube, mich würde gleich noch genau an dem Punkt was interessieren.
00:25:08
Speaker
Aber
00:25:10
Speaker
Also im Grunde ist das ja dieses Thema der Selbstführung, was du beschreibst.
00:25:18
Speaker
Und ich formuliere das manchmal so, dass ich halt glaube, dass nur wer sich selbst führen kann, ist halt auch in der Lage, dann andere zu führen.
00:25:27
Speaker
Und die...
00:25:30
Speaker
Und du hast das ja ein paar Mal schon gesagt, dieses Loslassen, das ist natürlich nicht so einfach.
00:25:36
Speaker
Also ich thematisiere das manchmal auch mit Führungskräften.
00:25:40
Speaker
Und so ein Bild, was ich denen manchmal schenke, ist so, viele haben da noch gar nicht drüber nachgedacht, in so einem klassischen Unternehmen,
00:25:49
Speaker
Also stelle ich dann die Frage, wie wird man denn da Führungskraft?
00:25:52
Speaker
Wie seid ihr Führungskraft geworden?
00:25:53
Speaker
Und dann ist die Antwort oft, naja, mich hat jemand ausgewählt.
00:25:57
Speaker
Der hat gesagt, so.
00:25:59
Speaker
Und dann frage ich weiter, nach welchen Kriterien hat er dich denn ausgewählt?
00:26:04
Speaker
Und dann ist die Antwort eigentlich immer, naja, ich war halt irgendwie der Beste bei mir da in der Abteilung, im Team.
00:26:12
Speaker
Und
00:26:14
Speaker
Das ist Teil des Problems.
00:26:16
Speaker
Und das ist ja sozusagen in deiner Story auch so.
00:26:18
Speaker
Du hast die Ideen gehabt für die Agentur, für dein Netzwerk und so weiter.
00:26:22
Speaker
Du hast das entwickelt.
00:26:23
Speaker
Und dann mache ich quasi den Besten im Team zum Chef vom Team.
00:26:30
Speaker
Und jetzt sagen alle zu ihm oder zu ihr, jetzt musst du delegieren.
00:26:35
Speaker
Und jetzt weiß er leider Gottes eins, der kommt ja aus dem Team, alles, was er jetzt delegiert, so gut wie alles,
00:26:42
Speaker
hat nicht die gleiche Qualität, also es ist nicht nur ein anderer Weg, das wäre noch okay, aber es hat in vielen Fällen ja auch eine andere, eine schlechtere Qualität, als wenn er es selber machen würde.
00:26:53
Speaker
Also, ne, weil das ist ja die Logik, wenn er der Beste war, dann waren die anderen ja an irgendwelchen Stellen schlechter.
00:26:58
Speaker
Also, das heißt, jetzt muss der was delegieren und weiß eigentlich vorher schon, dass es nicht so gut wird, wie wenn er es selber machen würde.
00:27:08
Speaker
Und dann hat er vielleicht sogar noch Bock darauf, das zu machen, weil er richtig Spaß dran hat an der Arbeit.
00:27:14
Speaker
Und da dann loszulassen...
00:27:17
Speaker
Also das ist natürlich schon eine meisterliche Aufgabe.
00:27:23
Speaker
Wenn das dann noch wie in deinem Fall irgendwie mit starken Emotionen verknüpft ist, weil es irgendwie dein Baby ist.
00:27:29
Speaker
Also das ist schon... Aber ich glaube, und deshalb wäre das spannend jetzt für mich zu wissen, weil ich glaube, das ist ein Thema, was ganz viele Führungskräfte haben.
00:27:39
Speaker
Und gerade in den unteren und mittleren Ebenen, weil die ja...
00:27:44
Speaker
so viel operativ auch noch tun und ja nicht in irgendeinem Elfenbeinturm weit weg sitzen.
00:27:51
Speaker
Wie ist denn dir das gelungen, also da loszulassen?
00:27:54
Speaker
Weil du, das war ja nicht einfach weg, nur weil du jetzt beim Mittelständer warst, würde ich annehmen.

Strategien für erfolgreiche Teamarbeit

00:27:59
Speaker
Ja, nee, das war nicht weg.
00:28:01
Speaker
Aber das war einfach wirklich, jetzt habe ich mehr, ich habe eher die Chance, in dem größeren Team auch gesehen,
00:28:08
Speaker
sodass man einfach mit noch mehr Manpower, mit einem größeren Team, größere und bessere Ergebnisse auch schaffen kann.
00:28:16
Speaker
Und da ist es wichtig, die Menschen genau anzugucken und zu überlegen, wer kann denn was?
00:28:21
Speaker
Wer ist denn in was wirklich gut?
00:28:23
Speaker
Und so auch die Aufgaben zu verteilen.
00:28:25
Speaker
Und dann kommt man schon relativ schnell dahin, dass man vielleicht selber die ein oder anderen Dinge in manchen Sachen gut kann.
00:28:33
Speaker
Und manches, was einem selber schwerfällt,
00:28:37
Speaker
ich auch da anfangen kann zu delegieren.
00:28:39
Speaker
Kann sagen, hey, kannst du das vielleicht mal übernehmen?
00:28:41
Speaker
Und dann merkt man relativ schnell, dass es vielleicht auf anderen Köpfen besser verteilt ist.
00:28:46
Speaker
Und so kann man sich auch langsam in diese Rolle selber reinbringen.
00:28:51
Speaker
Und das, finde ich, ist so ein Erfolgsrezept, dass man selber spürt, okay, die kleinsten Dinge, die kann jemand anders sehr gut und vielleicht noch besser und deutlich besser auch übernehmen.
00:29:01
Speaker
Und dann kann man auch
00:29:03
Speaker
nach und nach größere Projekte und größere Aufgaben abgeben.
00:29:06
Speaker
Und wenn man dann ganz klar auch die Ziele formuliert, wo man hin möchte, ein cooles Team, eine coole Kultur auch innerhalb des Teams schafft, dann bin ich davon überzeugt, dass man ein gutes Miteinander findet.
00:29:22
Speaker
Wie schaffst du so ein cooles Team, wie du das gerade formuliert hast?
00:29:26
Speaker
Was machst du dafür?
00:29:27
Speaker
Absolute Augenhöhe, eigene Erfahrungen zu teilen, um
00:29:32
Speaker
nicht nur nahbar auszusprechen, sondern wirklich auch nahbar zu sein, sondern meine Erfahrungen mit reinzubringen, hey, da habe ich schon mal was gegen die Wand gefahren, deswegen erwarte ich aber auch das und das.
00:29:44
Speaker
Also ich begründe schon vieles, warum ich was möchte, für wen wir das tun, für den Kunden, ich nehme immer den Kunden mit in den Raum,
00:29:51
Speaker
Überleg mir, wenn der Kunde uns über die Schultern guckt, werden wir da happy?
00:29:55
Speaker
Habe ich ein gutes Bauchgefühl?
00:29:57
Speaker
Ja oder nein?
00:29:58
Speaker
Das ist das, was du Einleiten auch so schön zitiert hast.
00:30:01
Speaker
Und das ist was, was meine Mitarbeitenden immer wieder hören.
00:30:05
Speaker
Das ist alles kein Selbstzweck.
00:30:06
Speaker
Und das ist die Erfahrung, die ich von damals auch mit reingenommen habe.
00:30:10
Speaker
An den Dingen, wo ich selber gescheitert bin, das bringe ich immer wieder mit rein, wo ich sage, okay, da habe ich zu wenig den Kunden gefragt, zu wenig auf irgendwas gehört, zu wenig Struktur geschaffen.
00:30:21
Speaker
Und dann einfach aus dieser anderen Ebene zu gucken, was kann man vielleicht an der Stelle irgendwo besser machen.
00:30:27
Speaker
Und das heißt nicht, dass es der Königsweg ist.
00:30:29
Speaker
Aber das sind die Erfahrungen, wo ich sage, die fallen mir auf, lass uns da schon mal dran arbeiten.
00:30:33
Speaker
Und wenn dann nochmal die ein oder andere Idee dazukommt, hey, cooler Ansatz, aber wollen wir das nicht vielleicht so oder so machen nach dem Weg?
00:30:42
Speaker
Und dann kann der Weg auch deutlich besser sein, wo ich dann sage, hey, geile Idee, lass uns das machen.
00:30:46
Speaker
Und für mich ist schon wichtig, dass jeder mitgestalten kann.
00:30:51
Speaker
Jeder in seiner Art und Weise, wo man das Gefühl hat, hey, das trägt zu einem Erfolg dabei, dann erwarte ich auch, dass sich jemand gut mit einbringt.
00:31:01
Speaker
Würdest du sagen, dass du außer diesen krassen Cut, dass du quasi deine Selbstständigkeit an den Nagel gehängt hast, dein Unternehmen verkauft hast und als Angestellter begonnen hast, hast du noch irgendwas anderes gemacht, um dieses Loslassen hinzukriegen?
00:31:23
Speaker
Du hast ja vorhin auch gesagt, du bist ein sehr ehrgeiziger Typ, vielleicht auch mit einer gewissen Perfektion.
00:31:33
Speaker
Das ist jetzt eine Annahme von mir, weiß ich nicht.
00:31:38
Speaker
Und dann ist es ja umso schwieriger, eigentlich loszulassen.
00:31:43
Speaker
Ja, ich sage mal, ich höre unglaublich gern auf andere Menschen.
00:31:47
Speaker
und partizipiere von Erfahrungen anderer und ob das dann über einen Podcast ist oder irgendwelche persönliche Stories.
00:31:56
Speaker
Ich frage dann ganz viel nach, was könnte ich machen, was könnte ich besser machen, wie siehst du das, kannst du mir Feedback geben, was sind so deine größten Learnings.
00:32:07
Speaker
Ich muss nicht immer alles selber irgendwie erleben, bestenfalls ist es auch besser, wenn ich es nicht selber erlebe und wenn jemand anders mir genau die gleichen Dinge, die ich teile,
00:32:16
Speaker
auch wieder mit mir teilt und ich sage, hey, da kann ich mir überall von jedem, von jeder Person irgendwie was Gutes rauspicken, wo ich sage, das gefällt mir, das würde ich immer mir wünschen, wenn ich Mitarbeitender wäre, ja, so könnte ich mir das vorstellen, dass meine Führungskraft genauso akiert.
00:32:33
Speaker
So würde ich mir das wünschen.
00:32:35
Speaker
Dann ist es für mich immer so, wo ich sage, guter Pfad, guter Weg, gute Idee, so würde ich das gerne machen und so setze ich es dann auch selber um.
00:32:44
Speaker
Also viel Teilhabe quasi für die Mitarbeitenden auch schaffen.
00:32:49
Speaker
Das ist vermutlich auch viele Kommunikationspunkte dann zu schaffen.
00:32:54
Speaker
Ja, absolut.
00:32:55
Speaker
Und ich frage ganz viel nach.
00:32:57
Speaker
Warum jemand was macht?
00:32:59
Speaker
Wieso gibt es noch einen anderen Weg?
00:33:01
Speaker
Gab es irgendwie eine Alternative?
00:33:04
Speaker
Ich lasse mir alles erklären, um einfach auch die Ideen zu challengen.
00:33:07
Speaker
Wenn jemand sagt, hey, ich mache das schon immer so, warum hast du es schon mal anders probiert?
00:33:13
Speaker
Ist das Kultur bei euch?
00:33:17
Speaker
Ich denke mal so, ja auch, aber ich denke auch so eine eigene Kultur, die ich schaffe, die ist schon wichtig für eine gewisse Teamdynamik, dass du dann irgendwie jedem die Möglichkeit gibst schon allein, so hey, du hast ein Wort, du hast eine Stimme, du kannst irgendwas verändern und wenn du nicht irgendwie selber sagst, hey, cooles Projekt, könnte ich das irgendwie übernehmen, dann challenge ich das, dann ist das meine Aufgabe, um
00:33:42
Speaker
da jemand auch zu fordern.
00:33:45
Speaker
Ja.
00:33:47
Speaker
Lass uns doch mal ein paar Momente zurückgehen.
00:33:49
Speaker
Du hast vorhin gesagt, du bist dann irgendwann zur DATEV gekommen und da war das eher so ein, oder hattest du, das weiß ich nicht ganz genau, du hattest das Bild davon im Kopf zumindest, dass es ein sehr bürokratischer Laden

DATEV's digitale Transformation

00:34:02
Speaker
war.
00:34:02
Speaker
Vielleicht auch, das wäre so mein Bild, würde ich sagen, vielleicht auch ein bisschen verstaubt.
00:34:08
Speaker
So habe ich es tatsächlich auch genannt.
00:34:11
Speaker
Gefühlt, wenn ich von außen drauf gucke,
00:34:14
Speaker
Und was ich heute bestätigen kann, was nicht so ist.
00:34:16
Speaker
Aber ich habe immer gesagt, da ist gefühlt in dem Unternehmen, es ist drei Zentimeter dick, der Staub auf dem Schreibtisch irgendwie drauf.
00:34:24
Speaker
Irgendwie so gefühlt so dieses von außen, der Blick, wir machen alles, wie es halt die letzten Jahre schon immer war.
00:34:29
Speaker
Und Digitalisierung, ja, machen wir, aber nicht immer so als Vorreiter.
00:34:35
Speaker
Und das ist aber schon was...
00:34:37
Speaker
So was kannst du in so ein Unternehmen trotzdem mit reinbringen.
00:34:41
Speaker
Das macht es am Ende des Tages aus.
00:34:43
Speaker
Also ist, wenn ich das sagen darf, würde ich sagen, ein Bild, was der eine oder andere Steuerberater, mit dem ich zu tun habe, mir heute noch malt.
00:34:51
Speaker
Also wie sein Bild quasi über seinen Dienstleister DATEV ist.
00:34:55
Speaker
Aber das nur als...
00:34:57
Speaker
Das ging mir ja auch nicht anders.
00:34:59
Speaker
Ich meine, wo habe ich den Kontaktpunkt zu Dativ gehabt?
00:35:01
Speaker
Das war jetzt von der Webseite, die war modern aufgebaut.
00:35:04
Speaker
Davon definitiv nicht, von den Marketing-Filmchen auch nicht, sondern tatsächlich, welche Branche ist das?
00:35:11
Speaker
Steuerberater, Wirtschaftsprüfung und so weiter und so fort.
00:35:14
Speaker
Und mit den Unternehmen zumindest, wo ich zu tun hatte in meiner Vergangenheit, da habe ich die Rechnungen in Ordnereien gepackt, habe den Ordner gepackt, habe den in
00:35:26
Speaker
in eine Kiste reingeparkt und ins Auto rein und so bin ich dann zum Steuerberater gefahren.
00:35:31
Speaker
Dann hat er gesagt, bitte einmal die Umsatzsteuerveranmeldung machen, bitte einmal Jahresabschluss.
00:35:36
Speaker
Und das ist genau das, wie man es halt dann einfach wahrnimmt.
00:35:41
Speaker
Und wenn man gefühlt sagt, auf der anderen Seite macht ein Unternehmen die Software dafür, kann man ja überlegen, warum braucht jetzt jemand anders auf der anderen Seite irgendwie einen ganzen Ordner, wo jemand da steht und irgendwie den ganzen Ordner durch
00:35:56
Speaker
Und wenn irgendwo was unklar ist, dann kommt der Telefonhörer raus, die Welscheibe und dann kommt jemand bei mir raus und sagt, hey Philipp, du hast eine Rechnung.
00:36:06
Speaker
Was ist denn das genau?
00:36:07
Speaker
Das kommt aus dem Titel nicht ganz klar heraus.
00:36:12
Speaker
Und dann kannst du Rede und Antwort stehen.
00:36:14
Speaker
Und ich habe ganz andere Sachen im Unternehmen zu tun.
00:36:16
Speaker
Und das ist ja genau die Software, die wir heute für den Steuerberater, für die Wirtschaftsprüfer und für die Unternehmen dann entwickeln,
00:36:25
Speaker
Und dann überlegst du dir, warum muss die Person, die da vor der Software sitzt, solche Fragen stellen?
00:36:34
Speaker
Das Unternehmen, wo ich das bestellt habe, schickt dir tausend andere Rechnungen an andere Unternehmen.
00:36:39
Speaker
Sitzt da auch wieder ein Steuerberater oder Steuerberaterin davor und sagt, da ist der Titel mir nicht klar, da muss ich jetzt irgendwas tun.
00:36:49
Speaker
Und da, dass mir, wenn solche Fragen aufkommen, dann muss irgendwas in der Software nicht eindeutig sein, nicht so stimmen, nicht so intuitiv sein, dass es am Ende des Tages so digital wie möglich funktioniert.
00:37:01
Speaker
Und dann brauche ich am Schluss keinen Ordner und das wäre kein Rocket Science vor 15 Jahren gewesen, so ein Foto zu machen.
00:37:08
Speaker
Da gab es schon die ersten Handys und da hätte man schon auf die Idee kommen können,
00:37:13
Speaker
Ich brauche keinen riesen Scanner, sondern ich könnte einfach ein Foto machen und über die Foto kann ich irgendwas hinschicken.
00:37:19
Speaker
Und das ist über Jahre halt passiert, weil viele andere Unternehmen eine coole Idee hatten und das da hingebracht haben.
00:37:28
Speaker
Und im Jahr 2020 oder so kommt dann irgendwie eine App da raus.
00:37:33
Speaker
Aber ich habe einen Bedarf und jetzt eine Idee und da...
00:37:39
Speaker
packe ich gleich irgendwie was und ich habe ein Riesenunternehmen, könnte irgendwas entwickeln, aber es passiert nichts.
00:37:44
Speaker
Und das ist dann am Schluss diese drei Zentimeter Staufschicht, wo du merkst, wenn ich es heute nicht mache, mache ich es halt morgen.
00:37:52
Speaker
Und wenn ich es morgen nicht dazukomme, dann mache ich es halt übermorgen.
00:37:55
Speaker
Und im Worst Case bin ich halt ein
00:37:57
Speaker
kommt ein Urlaub dazwischen und dann mache ich es halt erst da danach.
00:38:00
Speaker
Und das war einfach so dieses Bild, was ich von außen auch hatte.
00:38:04
Speaker
So, und jetzt ist das ja offensichtlich für dich nicht so, dieses Bild.
00:38:10
Speaker
Hat sich das im Laufe, also wie lange arbeitest du da jetzt?
00:38:13
Speaker
Ich bin jetzt seit 21 bei DATEV und ja, ich sage mal 9000 Menschen, das ist ein absoluter Schnitt der Gesellschaft.
00:38:21
Speaker
Da findest du alles vor, wir können uns nichts vormachen in jeglicher Hinsicht.
00:38:27
Speaker
Aber es hat sich schon was getan.
00:38:28
Speaker
Genau.
00:38:29
Speaker
Habt ihr in der Zeit quasi so eine Transformation durchlaufen oder war die vor deiner Zeit schon?
00:38:36
Speaker
Teils, teils.
00:38:37
Speaker
Es war genauso auch dann die Corona-Zeit.
00:38:40
Speaker
Da waren wir natürlich viel mit uns selber beschäftigt.
00:38:42
Speaker
Erst mal die Infrastruktur, das Homeoffice wie heute so zu schaffen, dass es möglich ist und dass wir ein gewisses Vertrauen auch haben in die Mitarbeitenden, dass wir auch trotzdem Umsätze schreiben, Umsatzwachstum schreiben.
00:38:55
Speaker
trotz dass wir 100% Homeoffice haben.
00:38:59
Speaker
Aber es ist natürlich nichts, was von heute auf morgen passiert, auch mit Corona nicht, sondern es ist einfach, du merkst natürlich die Wettbewerber, die Unternehmen links und rechts, wie sie agieren.
00:39:13
Speaker
Und wenn du nur beispielsweise in einem Microsoft anguckst und siehst, dass ein Office-Paket, wo du früher halt zum, ich kenne es noch, ich bin im Mediamarkt reingelaufen,
00:39:23
Speaker
habe dann ein Office-Paket für 200, 300 Euro gekauft und dann hatte ich irgendwie PowerPoint, Word und Excel irgendwie auf dem Rechner, habe das installiert und dann konnte ich damit arbeiten und heutzutage ist es halt einfach nur eine Subscription, letzter Runde, kannst du installieren, brauchst du gar nicht mehr installieren, weil du einfach alles online machen kannst und wenn du merkst, dass links und rechts sich dahin entwickelt, dann ist es natürlich schon notwendig, als fortschrittliches Unternehmen auch da
00:39:52
Speaker
in den Change zu machen und da sind wir gut dabei.
00:39:56
Speaker
Hat deswegen vor ein und zwei Jahren ja auch schon begonnen, dass man auch in die Cloud-Richtung entwickelt hat und viel technologischen Wandel da betrieben hat, Mindset viel und die Kultur auch verändert hat, viel Agilität ins Unternehmen gebracht hat.
00:40:11
Speaker
Aber es ist was, wo man selber mit beeinflussen kann und gerade als Führungskraft trägst du sowas mit, als Führungskraft Personal.
00:40:18
Speaker
Bist du für die, bin ich jetzt für 30 Menschen zuständig
00:40:22
Speaker
Und habe mit dem Produkt erst einmal gar nichts zu tun.
00:40:24
Speaker
Das heißt, meine Aufgabe ist, dieses Mindset zu schaffen, zu hinterfragen, wie wir uns mit dem Produkt auch identifizieren, wie wir uns mit dem Kunden identifizieren.
00:40:34
Speaker
Und das ist meine tagtägliche Aufgabe.
00:40:37
Speaker
Ich kann neben den persönlichen Geschichten, persönlichen Momenten ganz viel in die Richtung auch schaffen.
00:40:43
Speaker
Und das passiert einfach während der Gespräche.
00:40:48
Speaker
Du hast das gerade gesagt, du bist Führungskraftpersonal.
00:40:52
Speaker
Das erinnert mich so ein bisschen an dieses Organisationsmodell von Spotify, die ja so in Squads so aufgebaut sind.

Agile Arbeitsumgebung bei DATEV

00:41:01
Speaker
Kannst du uns da noch ein bisschen was zu sagen, wozu ihr euch entschieden habt?
00:41:04
Speaker
Wie ihr, du hast das eben so in einem Nebensatz gesagt, so in so einer agiles Mindset euch hinentwickelt?
00:41:11
Speaker
Also was da so euer vielleicht Zwischenstand ist oder vielleicht so ein erstes Fazit von dir?
00:41:16
Speaker
Also erster Zwischenstand ist, und Fazit kann ich auch mitgeben, sodass wir uns aufgeteilt haben in eine fachliche Verantwortung, das ist der Product Owner, wir haben eine prozessuale Verantwortung, das ist der Scrum Master und dann für die Menschen die Führungskraft Personal.
00:41:33
Speaker
Mittlerweile haben wir auch da nochmal zusätzliche Rollen mit implementiert, ähnlich wie ein Projektmanager, der heißt Deliver Lead, der
00:41:41
Speaker
hat jetzt die Verantwortung, dass auch die Liefergeschwindigkeit eingehalten wird, sodass der Product Owner wirklich sich auf das Produkt und auf die Entwicklung kümmern kann und auf die Liefergeschwindigkeit kann dann auch der Delivery Lead sicher gehen, dass genügend Kapazitäten, ich sage jetzt mal, die Aufgabenpakete entwickeln, aber das ist natürlich nichts, was von jetzt auf gleich gekommen ist, sondern man muss der erste Mal so einen Zwischenschritt mit so einer Aufteilung gehen, dass wir da eine gewisse agile, ja,
00:42:10
Speaker
Mentalität da reinbringen, dass die Mitarbeitenden auch merken, okay, ich habe jetzt den Philipp als Führungskraftpersonal, der kümmert sich jetzt gar nicht ums Produkt, auch wenn ich sage,
00:42:19
Speaker
irgendwas passt dem Produkt nicht, ich habe da irgendwas, was mir im Kopf durchgeht, sondern mit ihm kann ich alles Persönliche auch klären.
00:42:28
Speaker
Und ich meine, das Leben läuft halt nicht immer gradlinig, sondern man hat halt irgendwie persönliche Schicksalsschläge, Highs und Lows, und die kann ich mit jemandem jetzt teilen, ohne dass ich ständig den Kunden oder das Produkt nur im Fokus habe, sondern ich kann auch sagen, ich habe jetzt irgendwie gerade eine Blockade,
00:42:49
Speaker
Warum auch immer.
00:42:50
Speaker
Und ich glaube, umso mehr technologischer Wandel auch herrscht, umso mehr wir von den Mitarbeitenden abverlangen, umso wichtiger ist so eine Führungskraft-Personalrolle auch in der Verantwortung, die ich bin.
00:43:04
Speaker
Und gewisses Augenmerk auf die Menschen zu achten, zu haben und jetzt nicht irgendwie kontrollieren,
00:43:12
Speaker
Sondern wie fühlt sich gerade jemand?
00:43:15
Speaker
Was braucht es denn gerade?
00:43:16
Speaker
Ist das das richtige Umfeld?
00:43:17
Speaker
Fühlt sich jemand wohl?
00:43:18
Speaker
Hat jemand Lust an der Arbeit, Spaß an der Arbeit?
00:43:21
Speaker
Gewisser Humor, der irgendwie da ist?
00:43:25
Speaker
Warum fehlt vielleicht gewisser Humor?
00:43:27
Speaker
Passt vielleicht im privaten Umfeld was nicht?
00:43:30
Speaker
Und gerade in der Zeit, wo ich gekommen bin, 2021, wo jeder auf einmal nur noch von zu Hause aus gearbeitet hat, war das wichtiger denn je, dass du jemanden hast.
00:43:40
Speaker
Und da waren wir fortschrittlich unterwegs, weil wir einfach eine Person haben im Team, die wirklich nur auf die Menschen guckt.
00:43:48
Speaker
Und trotzdem wir den Fokus aber auf dem Produkt haben können.
00:43:51
Speaker
Und den Fokus musste ich nicht mit irgendwas teilen.
00:43:54
Speaker
Ich musste jetzt nicht irgendwie in der Entwicklung gucken, dass wir vorankommen und musste gucken, dass es jedem Einzelnen gut geht, sondern wir haben uns dadurch einfach diese Verantwortung und die Aufgaben aufgeteilt und jeder in der Kombination,
00:44:09
Speaker
Ich sage es mal, in der Stärke, wo halt jemand auch die Stärken hat und das, glaube ich, macht uns heutzutage auch so erfolgreich, dass wir so agieren können, so agil arbeiten können und da sind wir auch noch nicht am Ende, das muss man auch sagen, weil das einfach ein Prozess ist, dass jeder das irgendwie so verinnerlicht, dass das jetzt einfach eine andere Arbeitsweise ist.
00:44:33
Speaker
Wie macht ihr das, wenn ihr vier, also es gibt dann, habe ich verstanden, vier Führungskräfte quasi, die für das Team um die 30 verantwortlich sind?
00:44:44
Speaker
Ja, ich sag mal, der Delivery das nochmal übergreift und guckt nicht nur auf ein Produkt, sondern guckt eigentlich aufs große Ganze.
00:44:52
Speaker
Und da haben wir auch nochmal einen Staffing-Manager oder Managerin, die zusätzlich guckt, dass die Ressourcen vorhanden sind oder richtig eingesetzt werden können.
00:45:01
Speaker
Okay, die haben dann noch mehrere Teams quasi, die die dann überblicken.
00:45:04
Speaker
Genau, die haben eigentlich mehrere Teams und gucken, sind...
00:45:08
Speaker
die Menschen ausgelastet sind, vielleicht die Ressourcen, die wir an anderer Stelle irgendwie benötigen, da eingesetzt oder müssen wir die irgendwie verschieben, passt die Liefergeschwindigkeit, wenn nicht, was fehlt, welche Skills, welche Stärken, welches Know-how brauchen wir vielleicht in den einzelnen Teams und dann muss ich aber auch nicht der Product Owner dafür kümmern, dass die richtigen Menschen da sind im Team, sondern das ist jetzt da auf diese beiden Instanzen auch nochmal ausgelagert und
00:45:37
Speaker
Ach, das wäre auch gar nicht deine Aufgabe dann?
00:45:39
Speaker
Nee, das wäre nicht meine Aufgabe.
00:45:41
Speaker
Also meine Aufgabe ist wirklich jetzt darauf zu gucken, dass jeder sich gut fühlt, dass jemand die Möglichkeit hat zu lernen, die richtigen Dinge zu lernen, dass wir auch zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Dinge auch lernen.
00:45:55
Speaker
Gerade mit dem technologischen Wandel ist es so wichtig, dass wir zielgerichtet auch da ansetzen, dass wir individuell auf die Menschen eingehen und das anzusehen.
00:46:05
Speaker
wird diese Verbindungen, die vielleicht teilweise da sind und einfach nur ein Hemmnis ist, aufbrechen und auch da die Menschen dazu bringen, dass sie an der richtigen Stelle ihren Mehrwert leisten können.
00:46:17
Speaker
Spannend.
00:46:17
Speaker
Ich habe so ein Führungsmodell, was ich mit den Führungskräften gerne bearbeite, um quasi so zu zeigen, aus welchen Aufgaben Führung so besteht.
00:46:26
Speaker
Das ist ja vielleicht so ein bisschen das, was du als Gründer dann auch ja ein paar Mal erlebt hast, dass du im Grunde ja nicht einer bist, sondern viele.
00:46:39
Speaker
Also du bist halt am Sonntag dann blöderweise der Buchhalter gewesen.
00:46:44
Speaker
Ja, ja.
00:46:45
Speaker
Keine Ahnung, Montag bis Mittwoch warst du Vertriebler und Donnerstag, Freitag, Samstag warst du irgendwie Entwickler.
00:46:52
Speaker
Also da sind ja dann so ganz viele Rollen irgendwie in dir und so ist das ja bei einer Führungskraft auch.
00:46:58
Speaker
Und da gibt es natürlich schon oft die Probleme, was wir auch erlebt haben, dass es da so...
00:47:06
Speaker
persönliche Präferenzen gibt.
00:47:07
Speaker
Also der eine ist halt eher analytisch, der andere ist halt eher zugewandt zu Menschen.
00:47:11
Speaker
Dem liegt dann vielleicht das, zu gucken, ob es allen gut geht, irgendwie besser als jetzt da so eine Risikoanalyse zu fahren.
00:47:21
Speaker
Der andere kann vielleicht ein bisschen mehr Druck machen, um das Lieferdatum zu halten.
00:47:27
Speaker
Und das habt ihr quasi so aufgeteilt dann.
00:47:30
Speaker
Ja, genau.
00:47:33
Speaker
Und das funktioniert...
00:47:34
Speaker
Klar, an der einen oder anderen Stelle nur nicht optimal, aber daran arbeiten wir tagtäglich, gehen viele in die Dialoge, Fragen bei den Mitarbeitenden, Fragen bei den einzelnen Menschen, die dafür verantwortlich sind, was braucht es dafür, dass das System am Ende des Tages wirklich gut funktioniert.
00:47:50
Speaker
Okay, krass.
00:47:52
Speaker
Also wir arbeiten als Führungsmannschaft, um das System zu verbessern, dass es funktioniert.
00:47:57
Speaker
Und am Ende...
00:47:59
Speaker
die Produkte, die einzelnen Updates, die einzelnen Entwicklungen deutlich schneller beim Kunden rauskommen, wie es halt vorher war und in einer höheren Qualität.
00:48:08
Speaker
Also nicht nur die Geschwindigkeit.
00:48:10
Speaker
Weil die Menschen, die es machen, dann im Prinzip mehr Energie da reinstecken können, weil sie das nicht in irgendwelche Nebenschauplätze reinpacken.
00:48:20
Speaker
Ja, und auch das Wissen in den richtigen Themen auch haben.
00:48:24
Speaker
Es gibt Menschen, die fachlichen Themen unglaublich stark sind, irgendwie ein Wechsel irgendwann mal war und jetzt halt in dem Team drin sind, wo sie halt jetzt agieren.
00:48:34
Speaker
Und dann, dass sich die einzelne Person dann sagt, hey, eigentlich habe ich mehr Know-how in dem steuerlichen Part.
00:48:42
Speaker
Eigentlich müsste ich ja wieder zurückgehen.
00:48:45
Speaker
Aber ich habe jetzt links und rechts die Kolleginnen und Kollegen, wo es eigentlich ganz gut läuft und wo es Spaß macht, da drin zu arbeiten.
00:48:53
Speaker
Dann wird halt oftmals weniger vielleicht auf die Fachlichkeit geguckt, sondern einfach die persönlichen Beziehungen, die persönlichen Verbindungen, die man im Team auch hat.
00:49:01
Speaker
Und nachdem wir jetzt aber auf die Menschen da separat gucken können, losgelöst vom Produkt agieren können,
00:49:09
Speaker
ist das eine ganz andere Art und Weise der Zusammenarbeit.
00:49:12
Speaker
Weil wenn ich jetzt fürs Produkt zusätzlich verantwortlich werde, dann würde ich ja, vorhin hatten wir es, wenn du da den Besten, die Beste irgendwie rausreißt,
00:49:24
Speaker
Da würdest du dir selber ins Knie schießen.
00:49:28
Speaker
Genau, im Grunde schon.
00:49:29
Speaker
Ich glaube, viele Mittelständler müssen das dann oder glauben, es machen zu müssen, weil sie ja nicht mehr so etwas wie eine Fachkarriere haben.
00:49:37
Speaker
Das heißt, will ich jemandem mehr Geld geben?
00:49:41
Speaker
Das ist ja naheliegend, dass ich das vielleicht bei einem Fachkräftemangel, demografischem Wandel und jemandem, der wirklich gut ist, dass ich das machen möchte oder vielleicht sogar muss,
00:49:49
Speaker
Und dann habe ich gar keine Möglichkeit.
00:49:53
Speaker
Dann ist das sozusagen in diesem alten Denken, so würde ich es mal bezeichnen, ist das dann verknüpft mit Karriere.
00:49:59
Speaker
Und Karriere heißt dann in vielen Fällen ja, du übernimmst Führungsverantwortung.
00:50:05
Speaker
Obwohl es vielleicht gerade das ist, was du nicht so gut kannst.
00:50:09
Speaker
Ja, musst ja vielleicht gar nicht.
00:50:10
Speaker
Und da haben wir auch fachliche Laufbahnen mittlerweile, um dich trotzdem auch dahingehend zu entwickeln.
00:50:17
Speaker
Und wir sind davon überzeugt als Unternehmen, wenn wir da die richtigen Menschen am richtigen Ort haben, dass am Ende des Tages der Kunden am meisten profitiert.

Fokus auf Mitarbeiterwohl und Kundenbedürfnisse

00:50:27
Speaker
Und auch da wieder, es ist kein Selbstzweck, sondern darum geht es, dass wir erfolgreich sind, unsere Zukunft, unsere eigene Zukunft auch sichern für die nächsten Jahre, dass der Kunde auch in x Jahren sagt, geiles Produkt, hilft mir weiter.
00:50:42
Speaker
Und es ist alles andere als verstaubt.
00:50:46
Speaker
Ja, das ist schon eine, also finde ich einen krassen Insight.
00:50:53
Speaker
Also weil das ist ja schon eine sehr, sehr moderne Unternehmens- oder Organisationsstruktur, die ihr da offensichtlich entwickelt habt, ne?
00:51:05
Speaker
Ja, auch sicherlich kostenintensiv, das muss man schon auch sagen.
00:51:09
Speaker
Wir sind eine Genossenschaft, da haben wir vielleicht die ein oder anderen Möglichkeiten.
00:51:13
Speaker
Weniger wie bei einer Aktiengesellschaft, wo du Aktionäre hast, die du auch wieder dementsprechend ausschütten musst.
00:51:20
Speaker
Aber am langen Ende glaube ich und bin davon überzeugt, dass wir dadurch einfach deutlich größeren Mehrwert bieten.
00:51:29
Speaker
Gut, ich habe das ja vorhin gesagt, diese Grundidee weiß ich gar nicht, aber diese, zumindest die, die es sehr früh umgesetzt haben, war halt Spotify.
00:51:41
Speaker
Und ich meine, das ist keine Genossenschaft, sondern da geht es ja um viel Geld und das gelingt denen ja offensichtlich auch.
00:51:49
Speaker
Oder wenn ich an, ich habe letztens den Bill Anderson von Bayer kennenlernen dürfen,
00:51:57
Speaker
Und den CEO, der Bayer gerade umkrempelt, und der macht das ja nach so einem Organisationsmodell, Humanocracy heißt das.
00:52:08
Speaker
Und also das ist auch voll der Gamechanger für so ein Unternehmen wie Bayer.
00:52:14
Speaker
Also ich glaube, fünfstellig hat der Führungskräftemanagement abgebaut.
00:52:22
Speaker
Und das Ziel ist aber das gleiche wie bei euch.
00:52:27
Speaker
Zeiten, Entwicklungszeiten deutlich zu verkürzen und dadurch quasi entweder schneller oder bessere Produkte auf den Markt zu bringen und damit dann beim Kunden erfolgreicher zu sein.
00:52:40
Speaker
Ja, auch fokussierter zu sein, dass ich zwar einen kleineren Verantwortungsbereich habe, aber fokussiert darauf arbeite und
00:52:48
Speaker
Und vorher war es schon so, dass wir wie als Tridem gearbeitet haben.
00:52:53
Speaker
Wir haben einen Product Owners, Grandmaster und die Führungskraft Personal und wir haben eben unterstützend in das Team gearbeitet.
00:52:59
Speaker
Und da war es schon so, dass wir untereinander uns extrem hoch abstimmen müssen.
00:53:04
Speaker
Und das baust du dadurch auch wieder ab.
00:53:07
Speaker
Und das sind so kleine Schritte.
00:53:10
Speaker
Naja, ich rede jetzt zum Produkt nicht mehr mit.
00:53:14
Speaker
Ich bin da losgelöst vom Produkt.
00:53:16
Speaker
Und vorher musste ich schon viel stärker wissen, was das Produkt gerade macht, in welche Richtung es geht.
00:53:21
Speaker
Aber jetzt haben wir jemanden anders, der sich darum kümmert, dass die Liefergeschwindigkeit passt.
00:53:25
Speaker
Okay, das ist dieser vierte Part, der dazu gekommen ist, meinst du?
00:53:28
Speaker
Ja, genau.
00:53:30
Speaker
Gut, das ist in der Praxis vieler Führungskräfte, ist das ja tatsächlich auch ein Riesenproblem,
00:53:37
Speaker
dass sie sozusagen oft ja diese drei oder vielleicht sogar vier Rollen, die ihr jetzt aufgeteilt habt, quasi in Personalunion erledigen müssen.
00:53:47
Speaker
Und ich kenne auch Führungskräfte, die tatsächlich 30 oder 40 Menschen dann das machen sollen.
00:53:54
Speaker
Das ist natürlich nicht möglich.
00:53:57
Speaker
Das heißt, was passiert dann?
00:53:59
Speaker
Ich lasse dann unwichtigere Dinge weg oder vielleicht... Fällt hinten runter....dringlich sind.
00:54:04
Speaker
Und das wären dann, also aus meiner Erfahrung 90 Prozent, vielleicht sogar 95 Prozent der Fälle sind das die Tätigkeiten, mit denen du dich beschäftigst.
00:54:13
Speaker
Ja, leider.
00:54:14
Speaker
Genau.
00:54:15
Speaker
Und das hat natürlich, das hat ja einen Impact.
00:54:18
Speaker
Also logisch, ne?
00:54:20
Speaker
So, weil...
00:54:22
Speaker
Also zumindest in Zeiten vom Fachkräftemangel, wo nicht mehr 100 Menschen vor der Tür stehen und sagen, ich hätte gerne einen Job bei euch.
00:54:31
Speaker
Also da wird ja genau dieses Thema der Kultur, wie gehen wir miteinander um, das gewinnt ja einfach an Wert.
00:54:39
Speaker
Ja, das wird geschätzt.
00:54:41
Speaker
Und das ist auch was, was ich selber schätze, dass du immer einen Ansprechpartner oder Ansprechpartnerin im Unternehmen hast,
00:54:47
Speaker
die losgelöst ist von irgendwas.
00:54:49
Speaker
Und zu mir kommen ja auch Menschen, die sagen, hey, ich brauche dich mal dringend.
00:54:53
Speaker
Und dann sind das ganz private Storys, Geschichten, die dir jemand anvertraut und sagt, hey, ich habe hier ein Problem, da müssen wir eine Lösung dafür finden.
00:55:09
Speaker
Und ich kann ganz anders darauf eingehen.
00:55:11
Speaker
Ich muss jetzt nicht überlegen, gleich das Erste, was mir im Kopf kommt, oh, das Produkt und ah, was machen wir jetzt da?
00:55:16
Speaker
Und wie können wir das kompensieren?
00:55:18
Speaker
Und können wir das irgendwie verkürzen?
00:55:21
Speaker
Eine Reha-Maßnahme, so, ey, wie wollen wir das schaffen?
00:55:24
Speaker
Ne?
00:55:25
Speaker
sondern ich kann auf die Person 100% darauf eingehen.
00:55:28
Speaker
Ich kann mich um die Person kümmern und kann links und rechts erst einmal überlegen, was ist jetzt das Allerwichtigste?
00:55:35
Speaker
Dass das der Person gut geht, dass die Person gesund auch wieder zurückkommt und jetzt auch das Gefühl hat, trotzdem eine gewisse Wertschätzung zu haben und nicht irgendwie die letzten Jahre einen unglaublich guten Job geleistet zu haben,
00:55:51
Speaker
Und dann, wenn es irgendwie ein persönliches Problem ist, was jemand hat, was auch immer, ob das Krankheit oder was auch immer ist, ein Schicksal, dann irgendwie alleine dasteht und sagt, jetzt muss ich selber irgendwie gucken, um da das alles managen zu können, sondern dann habe ich jemanden im Unternehmen, im Team oder teamnah, der oder die mich halt dann einfach ganz gut unterstützt.
00:56:13
Speaker
Und das 100% für den Mitarbeitenden.
00:56:17
Speaker
Stelle ich mir gerade die Frage, ich musste gerade daran denken, haben wir jetzt gar nicht drüber gesprochen, aber es ist mir gerade durch den Kopf geschossen, Diversity und was wir in Amerika beobachten können, also dass es sozusagen innerhalb von Wochen, würde ich sagen, sämtliche großen Konzerne und ja auch Tech-Konzerne gibt,
00:56:43
Speaker
quasi alles aufkündigen, was irgendwie in diese

Vorbereitung auf wirtschaftliche Herausforderungen

00:56:48
Speaker
Richtung geht.
00:56:48
Speaker
Ich hatte letztens die Personalleiterin der GLS Bank im Podcast und die sagte das zum Thema Nachhaltigkeit.
00:56:58
Speaker
Das ist mittlerweile sogar...
00:57:01
Speaker
sozusagen Regeln in Amerika gibt, die es verbieten, mit nachhaltigen Banken Geschäft zu machen.
00:57:09
Speaker
Also total abgefahren.
00:57:11
Speaker
Und da stelle ich mir immer so die Frage, weil viele auch dieser Organisationstrends und so kommen ja aus dem amerikanischen Bereich.
00:57:19
Speaker
Ich hatte vorhin Humanocracy ja angesprochen.
00:57:23
Speaker
Und dann denke ich mir immer, okay, ist das denn nur ein...
00:57:27
Speaker
sozusagen so ein Momentum, weil, also ich fühle das alles, was du so sagst und ich finde das, also auch in meinem Unternehmen, total wichtig und trotzdem ist ja die Frage, was passiert, wenn sich im Außen irgendwas so krass verändert oder wenn, ich hatte letztens jemanden von Elobau hier, der auch den Personalleiter hat,
00:57:52
Speaker
Das ist ein Produktionsunternehmen, die machen so für Baumaschinen diese Joysticks und die sind so als Stiftung organisiert und sehr stark am Menschen, an der Natur.
00:58:09
Speaker
Und der sagte, dass dies das erste Mal seit Jahrzehnten quasi eine Krise, sowas wie eine Krise, also
00:58:17
Speaker
aus deren Verhältnis.
00:58:19
Speaker
Es geht nicht nur nach oben, sondern es stagniert irgendwie.
00:58:22
Speaker
Und jetzt ist es das erste Mal, dass sie quasi darüber nachdenken, okay, wie gehen wir damit um?
00:58:26
Speaker
Wir haben nicht noch größere Budgets und können das alles bezahlen, sondern irgendwie müssen wir jetzt anders gucken.
00:58:34
Speaker
Also wird dann schwieriger.
00:58:35
Speaker
Aber wie würdest du sagen, wie geht ihr damit um?
00:58:39
Speaker
Wie handelt ihr das?
00:58:40
Speaker
Ja, bei uns ist es auch...
00:58:44
Speaker
Ganz klar der Trend hin, dass wir jetzt nicht auch jede Stelle einfach nachbesetzen, sondern auch da überlegen, wen haben wir jetzt überhaupt im Unternehmen, dass wir sinnvoll unsere Kräfte und unser Wissen gut einsetzen.
00:58:55
Speaker
Und das ist sicherlich auch eine Geschichte.
00:58:57
Speaker
Wirtschaftlich müssen wir momentan alle drauf gucken, selbst im fränkischen Umkreis, wenn man jetzt Adidas, Scheffler oder wen auch immer da irgendwie guckt, was da gerade passiert.
00:59:09
Speaker
Können wir uns schon glücklich schätzen, dass wir uns Gedanken machen, wie wir unsere Organisation transformieren, dass wir uns überhaupt dahingehend Gedanken machen können und jetzt nicht irgendwie überlegen, wie müssen wir uns wirtschaftlich anders aufstellen.
00:59:21
Speaker
Aber schon ist es, wir haben einen hohen demokratischen Wandel, den wir im Unternehmen haben.
00:59:29
Speaker
gehen wir damit um.
00:59:30
Speaker
Und da ist es schon so, jetzt erst einmal den Blick drauf zu richten, wen haben wir im Unternehmen, wie hat sich auch vielleicht dieses Know-how über die Jahre verändert.
00:59:38
Speaker
Jeder lernt tagtäglich dazu, hat irgendwo Stärken, hat irgendwo Schwächen und dementsprechend auch da sinnvoll und an der richtigen Stelle einzusetzen.
00:59:47
Speaker
Und das, denke ich mal, ist schon auch ein Instrument, wo man sagt, okay, das können wir mit der Form unserer Organisation gut abbilden.
00:59:56
Speaker
Und auch unterstützen.
00:59:57
Speaker
Und wenn wir deutlich weiter wechseln, können wir das schwerer davon umsetzen.
01:00:02
Speaker
Und deswegen auch da der Trend und der Weg, wo ich sage, das ist, glaube ich, und ich bin überzeugt, für unser Unternehmen, für die aktuelle Situation mit das Beste.
01:00:13
Speaker
Weil wir einfach nah dran sind.
01:00:15
Speaker
Und ob das der Prozess ist, am Produkt, am Kunden oder am Menschen.
01:00:22
Speaker
Und das macht viel aus.
01:00:25
Speaker
Okay, also nicht so eine Eintagsfliege wie bei dem einen oder anderen Wettbewerber von euch oder Wettbewerber zumindest Softwareunternehmen.
01:00:37
Speaker
Ja, nee, glaube ich nicht.
01:00:39
Speaker
Ich glaube eher, dass man da einfach darauf aufbauen, weiterdenkt.
01:00:44
Speaker
Ja, cool.
01:00:46
Speaker
Philipp, ich würde gerne einmal mit Blick auf die Zeit in Richtung Ende gucken und habe dir dafür eine abschließende Frage mitgebracht und die lautet wie folgt.
01:01:04
Speaker
Welche Pressemeldung würdest du gerne von dir, von deinem Unternehmen oder über das Thema Führung in den nächsten zwölf Monaten lesen?
01:01:13
Speaker
Das ist eine gute Frage.
01:01:17
Speaker
Über mich persönlich glaube ich weniger, weil ich Teil des großen Ganzen bin.
01:01:23
Speaker
Aber ich bin happy, wenn die Dativ weiterhin erfolgreich den Cloud-technologischen Wandel, ich sage es mal erfolgreich, umgesetzt hat, die Kunden happy sind und auch sozusagen indirekt meine Zukunft dadurch gesichert ist.
01:01:39
Speaker
Schön.
01:01:40
Speaker
Dann halte ich die Augen in den fränkischen Nachrichten quasi dann offen.
01:01:48
Speaker
Philipp, ich danke dir für deine Zeit.
01:01:50
Speaker
Ich danke dir für die tollen Insights, die du geteilt hast.
01:01:53
Speaker
Bis ganz bald.
01:01:54
Speaker
Danke dir.
01:01:55
Speaker
Mach's gut noch.
01:02:02
Speaker
Das war eine neue Folge von Führen mit Herz und Verstand.
01:02:06
Speaker
Toll, dass du dabei warst und dir die Zeit genommen hast.
01:02:09
Speaker
Wenn es dir gefallen hat, hinterlass mir doch bitte direkt jetzt eine positive Bewertung.
01:02:15
Speaker
Ich wünsche dir eine tolle Zeit und gutes Gelingen bei dem, was auf dich wartet.