Transcript
Speaker: Und gerade als Führungspersönlichkeit oder wenn man bei so einem Team ist und auch eine gewisse Sicherheit ausstrahlen sollte, um ein sicheres Gefühl dem Team zu geben, sollte man authentisch sein, weil das spürt jeder Mensch und das führt so in Sicherheit.
Speaker: Der Erfolg eines Unternehmens hängt ganz entscheidend von der Führungskultur im Unternehmen ab.
Speaker: Denn wenn sich Mitarbeiterinnen zufrieden fühlen, steigt die Produktivität um bis zu 20 Prozent.
Speaker: Doch die Frage lautet, wie kann das bei dem hohen Druck der Zeitverdichtung und den vielen operativen Aufgaben gelingen?
Speaker: Lausche den Deep Talks und erhalte erprobte und praxisnahe Führungswerkzeuge für eine sinn- und menschenorientierte Führung.
Speaker: Erlebe gleichzeitig, wie eine positive innere Haltung den Unterschied bei meinen Gästen gemacht hat.
Speaker: Ich bin Norm Ulbrich und heiße Dich herzlich willkommen zu meinem Podcast Führen mit Herz und Verstand.
Speaker: Heute darf ich euch einen ganz besonderen und wunderbaren Gast ankündigen.
Speaker: Sie ist in Siebenbürgen aufgewachsen, hat eine deutsche Schule besucht und ist dreisprachig groß geworden.
Speaker: Ursprünglich hat sie Geschichte studiert, später ein BWL-Intensivstudium absolviert, eine Kombination also, die analytisches Denken und historisches Prozessverständnis verbindet.
Speaker: Ihre Karriere führte sie durch ganz viele verschiedene Stationen, zum Beispiel in Beratungen, in Softwareentwicklung und heute in HR.
Speaker: Besonders prägend war ihre Zeit bei Andrena Objects AG, wo sie das Recruiting leitete und als Product Owner ein Bewerbungsmanagementsystem entwickelte.
Speaker: Heute trägt sie bei dm Drogeriemarkt im Dialogikum die Verantwortung für das Recruiting in der Zentrale, leitet ein Team für Projekt- und Prozessmanagement und gestaltet die internationale Recruitingstrategie.
Speaker: Was sie besonders auszeichnet, ist ihre Fähigkeit, interdisziplinär zu denken und Erfahrungen aus unterschiedlichen Bereichen miteinander zu verbinden.
Speaker: Und gleichzeitig beeindruckt sie mit einem großen Wissensdurst und echtem Interesse daran, Neues zu lernen und auszuprobieren.
Speaker: Und damit sage ich herzlich willkommen im Podcast.
Speaker: Ich freue mich riesig, dass du heute hier bist.
Speaker: Dr. Alina Wettengel.
Speaker: Vielen Dank, lieber Norman.
Speaker: Ich freue mich auch heute dabei zu sein.
Speaker: Danke.
Speaker: Auf eine spannende Dreiviertelstunde im Talk, im Deep Talk mit dir.
Speaker: Alina, du bist in, habe ich ja gerade gesagt, in Siebenbürgen aufgewachsen, dreisprachig sogar, bist da auf eine deutsche Schule gegangen.
Speaker: Wenn du an diese Zeit so zurückdenkst, gibt es da ein Bild oder vielleicht einen Moment, der dir bis heute so in Erinnerung ist, der dir vielleicht auch Orientierung gibt, wenn es so um Themen Zusammenarbeit, kulturelle Vielfalt geht?
Speaker: Das ist eine sehr gute Frage.
Speaker: Das Interessante dabei ist, als ich dort so gelebt habe, das war selbstverständlich.
Speaker: Ich habe mich nie so richtig bewusst mit diesem Thema auseinandergesetzt, außer dass ich neugierig war, wieso das so ist und mich dann auch entschieden hatte, Geschichte zu studieren.
Speaker: Aber erst als ich in Deutschland gelebt habe, wurde mir bewusst,
Speaker: in diesem Kontrast zu meinem jetzigen Leben, wie ich aufgewachsen bin und wie wertvoll das für mich war und wie sehr mich das geprägt hat.
Speaker: Und ja, die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Kulturen, das war natürlich ein großer Bestandteil meines Lebens.
Speaker: weil viele von uns, gerade auch in der deutschen Schule, kamen aus einem sehr unterschiedlichen kulturellen Umfeld.
Speaker: Und das war selbstverständlich für uns einfach.
Speaker: Und natürlich sehe ich das heute, wo die Unterschiede lagen.
Speaker: Aber damals war es was Selbstverständliches.
Speaker: Und genauso wie ich kann man auch andere Menschen, Kommilitonen aus deutschen oder deutsch-rumänischen oder deutsch-rumänisch-ungarischen oder ungarisch-rumänischen Familien
Speaker: Und ich denke, uns verbannt diese gemeinsame Herkunft und auch dieses Umfeld, in dem wir lebten.
Speaker: Die Sprache hat keine Rolle gespielt, die unterschiedlichen Sprachen.
Speaker: Das war etwas ganz Normales.
Speaker: Aber jetzt hier sehe ich das natürlich und sehe, wie sehr mich das geprägt hat.
Speaker: Wahnsinn, ja.
Speaker: Also ich kann das so natürlich gar nicht nachvollziehen, weil ich nicht so aufgewachsen bin und diesen Kontrast nicht ganz so krass sehe.
Speaker: Ich komme ja gebürtig aus Magdeburg, also da gibt es zumindest, würde ich sagen, so einen kleinen Unterschied, weil ich die ersten elf Jahre in der DDR verbracht habe und den Rest meines Lebens in der Bundesrepublik.
Speaker: Und
Speaker: Aber selbst wenn man diese großen kulturellen Unterschiede oder diese kulturelle Vielfalt gar nicht so...
Speaker: natürlich aufgenommen hat, wie du das vielleicht getan hast, habe ich im Team ja trotzdem eine Menge Unterschiede.
Speaker: Also selbst wenn alle aus Deutschland kommen, selbst wenn alle aus Karlsruhe kommen, dann gibt es ja trotzdem Unterschiede zwischen den Menschen.
Speaker: Die sind ja dann, also nur weil sie alle irgendwie weiß sind, aus Karlsruhe kommen, sind die ja doch sehr unterschiedlich.
Speaker: Kannst du da...
Speaker: Kannst du da irgendeine Art von, also auch als Führungskraft vielleicht, kannst du da irgendeine Art von Hilfestellung bieten, wo du sagst, das verstehe ich vielleicht mit meinem kulturellen Background irgendwie noch besser oder kann das besser erklären?
Speaker: Also kann denen auf jeden Fall helfen?
Speaker: Ja, das habe ich festgestellt, als ich bei einem Polenprojekt involviert war bei uns bei DM und habe gemerkt,
Speaker: Also ich verstehe mit dem Herzen, was die Menschen eigentlich sagen möchten, auch wenn sie es nicht sagen, wenn sie zum Beispiel aus Polen sind, weil ich das kenne.
Speaker: Und ich habe gemerkt, da war in manchen Situationen eine Erwartungshaltung von deutscher Seite aus.
Speaker: Und man hat sich gewundert, wenn der Mensch aus dem anderen Teil,
Speaker: kulturellen Umfeld oder aus dem andersprachlichen Umfeld anders agierte, als man das erwartete.
Speaker: Oder auch wenn es sprachlich was ausgedrückt hat, was anders rüberkam.
Speaker: Und dann habe ich mich bemüht, diese Vermittlung zu übernehmen oder auch zu sagen, der Mensch wird das so nicht machen, wie du das erwartest, weil dieser Mensch anders aufgewachsen ist und weil da eine andere Mentalität herrscht.
Speaker: Und das versteht dieser Mensch nicht, was du von ihm erwartest.
Speaker: Und es ist wichtig, auch in der Kommunikation das aufzunehmen oder viel nachzufragen und nicht mit einer Erwartungshaltung in so eine Beziehung reinzugehen, die dann...
Speaker: nicht erfüllt wird und dann zur Enttäuschung führt zu beiden Seiten.
Speaker: Weil der andere Mensch auf der anderen Seite spürt natürlich auch, wenn es eine bestimmte Erwartungshaltung nicht erfüllt und weiß gar nicht, warum das so ist.
Speaker: Und ich weiß das aus meiner Historie heraus, weil obwohl ich in einem auch deutsch geprägten Umfeld aufgewachsen bin, als ich nach Deutschland kam, habe ich am Anfang, gerade in den ersten ein, zwei Jahren,
Speaker: konnte ich bestimmte Dinge gar nicht verstehen.
Speaker: Ich verstand nicht, warum ich in manchen Situationen vielleicht angeeckt bin oder warum ich so eine Resonanz erhielt, die ich so nicht erwartet habe.
Speaker: Und dann habe ich irgendwann verstanden, dass meine Verhaltensweise oder meine Verhaltensmuster, die erfolgreich waren in diesem Kontext, in dem ich gelebt habe,
Speaker: dass die hier so nicht erfolgreich sind und man hier andere Verhaltensmuster braucht oder die Menschen eine andere Sprache und hier meine ich nicht die deutsche Sprache, weil die konnte ich auf Muttersprachenniveau,
Speaker: aber dass die Menschen anders dickern.
Speaker: Und mein Gefühl von damals ist mir auch heute noch präsent.
Speaker: Und deswegen kann ich mich ganz gut in diese Gefühlswelt reinversetzen.
Speaker: Und das versuche ich dann immer zu vermitteln.
Speaker: Und eben auch mein Tipp ist immer, viele Fragen zu stellen.
Speaker: Und einfach offen reinzugehen und nicht mit einer Erwartungshaltung und sich auch nicht unbedingt zu wundern.
Speaker: Weil allein dieses Wundern ist eine Bewertung in dem Fall.
Speaker: Weil ich wundere mich immer über etwas, was nicht so ist, wie ich erwarte.
Speaker: Und das ist so mein Tipp in diesem Fall.
Speaker: Aber das betrifft ja ganz unterschiedliche Ebenen.
Speaker: Ja, das ist spannend, wenn du das so sagst, musst du dich gerade die ganze Zeit daran denken, im
Speaker: Im Grunde, also das eine ist, was ich ja gerade schon sagte, so in Teams habe ich genau das Gleiche.
Speaker: Es gibt auch da ja Erwartungshaltungen, auch von Karlsruher zu Karlsruher.
Speaker: Das ist das eine.
Speaker: Und das andere ist, ich habe gerade bei einem Kunden das Thema der Gen Z. Und da ist das ja im Grunde nicht anders.
Speaker: Also das ist ja, da kommen ja dann junge Menschen, die irgendwie...
Speaker: Genau, eine ganz andere Erwartungshaltung mitbringen und die Erwartungen der, wenn da vielleicht sogar Babyboomer auf der anderen Seite sitzen, irgendwie gar nicht erfüllen.
Speaker: Also gar nicht und immer ist natürlich sehr hart, aber in vielen Fällen, die irgendwie eine andere Idee haben von Arbeit, die auch andere Werte haben, die ihnen wichtig sind.
Speaker: Also ich würde sagen, das ist ja so der Kern.
Speaker: Und da gibt es ja auch ein großes Unverständnis.
Speaker: Also nicht nur von Deutschen zu Polen oder umgekehrt, sondern auch von jung zu alt, von alt zu jung.
Speaker: Triffst du da in deinem Recruiting-Umfeld bei euch in der Zentrale, triffst du da auch auf solche Themen?
Speaker: Ja, selbstverständlich.
Speaker: Also wir sprechen auch sehr viel darüber, auch intern.
Speaker: Und ich muss sagen,
Speaker: Ich sehe das nicht so negativ.
Speaker: Das erlebe ich auch in vielen Situationen, dass das so negativ aufgenommen wird.
Speaker: Und ich sage mir, eigentlich ist es so, wenn ein junger Mensch kommt und sagt, er möchte, ich habe das auch bei Andréna erlebt und auch jetzt, viele möchten dann Teilzeit arbeiten.
Speaker: Ja, sie sagen, sie möchten nur 80 Prozent arbeiten.
Speaker: in Teilzeit, weil sie restlichen 20 Prozent, möchten sie sich um andere Themen kümmern oder um ihre Work-Life-Balance.
Speaker: Und das wird von vielen Menschen halt negativ aufgenommen.
Speaker: Und dann sage ich mir, warum eigentlich?
Speaker: Was ist denn schlecht daran?
Speaker: Weil...
Speaker: Wenn wir uns unsere Eltern vielleicht anschauen oder auch vielleicht unsere Generation, wo man sich zu Tode oder bis zum Burnout gearbeitet hat, man hat wenig Wert auf seine eigenen Bedürfnisse gelegt, dann frage ich mich, was ist denn gut daran?
Speaker: Und wenn Menschen zum Beispiel mit so einer Haltung kommen, dann hilft auch ein Verständnis dafür und auch,
Speaker: nicht immer das zu vergleichen mit dem, was man kennt oder was man selbst gut findet.
Speaker: Und auch zum Beispiel, wenn ich sehe, ich sehe das bei meinen Kindern auch, diese Affinität zu Social Media.
Speaker: Ja, und ich habe mir jetzt auch zum Beispiel Fortbildungsangebote angeschaut.
Speaker: Die sind ganz anders als zu meiner Zeit und in unserer Generation.
Speaker: Ganz, ganz anders.
Speaker: Viel mit Bildern, ganz kurzen Inhalten, mit einem Wissenstransfer.
Speaker: Und dann sage ich mir, ja, diese Menschen brauchen einfach einen anderen Zugang zu den Themen.
Speaker: Es ist nicht mehr der Zugang, den ich hatte oder andere, oder den ich immer noch habe, sondern es ist ein anderer Zugang und dann
Speaker: hilft nur eins, sich darauf einzulassen und einfach auch daraus zu lernen.
Speaker: Wir können auch viel lernen von diesen Generationen.
Speaker: Ich lerne total viel davon und vieles adaptiere ich auch.
Speaker: Und ich glaube, diese Haltung wäre hilfreicher, als das von Anfang an ganz so negativ zu sehen.
Speaker: Aber wir sprechen natürlich auch viel darüber und auch, wir haben gerade bei DM sehr, wir haben diese Generationen,
Speaker: die vielleicht viel ausgeprägter sind als bei IT-Unternehmen oder bei Start-ups.
Speaker: Und wir machen uns sehr viele Gedanken darüber, wie wir auf die Bedürfnisse dieser unterschiedlichen Generationen eingehen können.
Speaker: Und das finde ich sehr, sehr wichtig.
Speaker: Hast du da ein paar Insights für uns?
Speaker: Weil ich glaube, ein paar meiner Kunden habe ich im Blick, die das auf jeden Fall als Herausforderung beschreiben würden, diese Andersartigkeit.
Speaker: Also ich sage mal, den Blick, den du da drauf hast, den habe ich da auch drauf.
Speaker: Also ich habe das sogar bei meinem Papa, habe ich das...
Speaker: habe ich das erlebt, der ist 63 in Rente gegangen, mit 66 gestorben.
Speaker: Also der hatte im Grunde von seiner Rente nichts und der hat sehr, sehr viel gearbeitet, war auch sehr erfolgreich.
Speaker: Aber also wenn die Idee ist, ich spare mir das auf quasi für die Zeit von Rentenbeginn bis 80, 85 ist ja irgendwo der Lebenszeit.
Speaker: das Lebensalter, was wir so erreichen.
Speaker: Und das klappt dann nicht.
Speaker: Dann hast du natürlich irgendwie eine Fehlanalyse dann irgendwie oder eine Fehlentscheidung.
Speaker: Und insofern habe ich das, was du gerade geschildert hast, habe ich das da erleben müssen.
Speaker: Und das ist ja das, was diese junge Generation in vielen Fällen, wo die zumindest einen stärkeren Fokus drauf haben.
Speaker: Also vielleicht auch auf Kinder.
Speaker: Wenn du in einer anderen, in einer bisschen älteren Lebensphase bist, dass dann auch Väter zum Beispiel sagen, ich nehme Elternzeit, vielleicht auch nicht nur zwei Monate, viel länger.
Speaker: Und dann treffe ich manchmal auf Geschäftsführer, in der Regel dann Männer, die das also gar nicht verstehen, wie man so als Führungskraft, als Mann und Führungskraft dann irgendwie ein halbes Jahr oder ein dreiviertel Jahr zu Hause bleiben kann.
Speaker: Wie geht ihr damit, also deshalb meine ich Insights, wie geht ihr damit um bei euch?
Speaker: Was macht ihr konkret dafür, dass dieses Verständnis irgendwie wächst?
Speaker: Also bei uns ist es so, dass, also ich glaube nicht unbedingt, dass wir ein Problem, würde ich das jetzt so nennen, in dieser Haltung haben.
Speaker: Also wer möchte, also wir sind total offen für verschiedene Lebensmodelle oder auch wenn Menschen sich diese Auszeit gönnen und
Speaker: Was ich auch richtig toll finde, also ich habe einige Kolleginnen aus meinem Umfeld, in diesem Fall Kolleginnen, die einfach dann auch ein Sabbatical machen, das ist möglich, wo sie dann auch ein Jahr, ich habe eine Kollegin, die war ein ganzes Jahr weg und ist dann wieder zurückgekommen.
Speaker: Die anderen für ein halbes Jahr.
Speaker: Und wir machen uns aber auch sehr viele Gedanken.
Speaker: Also zum Beispiel Workation ist seit einiger Zeit auch möglich bei uns.
Speaker: Oder auch Workation.
Speaker: Also es gibt ja diese gesetzlichen Regelungen, wo man das machen kann.
Speaker: Ich habe das jetzt gerade nicht...
Speaker: Nein, es ist kein Bildungsurlaub.
Speaker: Bildungsurlaub geht auch, aber Workation heißt, wenn du an einem anderen Ort arbeiten kannst, im Ausland, also im europäischen Ausland, es gibt da bestimmte Regelungen, in welchen Ländern das geht und welche nicht.
Speaker: Also das ist seit einiger Zeit auch möglich.
Speaker: Also das Tolle ist, dass bei uns kontinuierlich an solchen Konzepten gearbeitet wird.
Speaker: Manchmal haben wir auch Pilotprojekte, wo man das ausprobiert.
Speaker: Und wenn es gut läuft, dann implementiert man das auch.
Speaker: Und Workation ist auch so ein Thema.
Speaker: Oder man guckt natürlich auch über jetzt, wie es weitergeht mit Altersteilzeitmodellen.
Speaker: Also da beschäftigen wir uns wirklich viel damit, mit diesen Themen.
Speaker: Bei jungen Menschen ist klar, also die
Speaker: Wir investieren wahnsinnig viel in die Ausbildung junger Menschen.
Speaker: Also wir haben unglaublich viele jedes Jahr, weil die EM das auch als einen Auftrag sieht, diese Menschen auszubilden.
Speaker: Also das sind so die Themen, die uns gerade beschäftigen.
Speaker: Hier in meinem ersten Buch, Workbook Lightroom Entwicklung, da kommt ihr auch drinne vor, weil du gerade sagst Ausbildung, das Thema der Lernlinge, so heißt es lieber euch, nicht Lehrlinge, sondern Lernlinge und das haben wir aufgegriffen, weil wir da, weil wir dieses Ausbildungsbild
Speaker: Also Wortspiel, wenn man es nicht nur als Wortspiel versteht, sondern irgendwie als Haltung dahinter.
Speaker: Und so haben wir das wahrgenommen, dass ihr das so seht.
Speaker: Das passt zu dem, was du gerade sagst.
Speaker: Dass das dann auch ein anderes Wort quasi durchaus Sinn macht, wenn ich die Haltung dahinter verändern will.
Speaker: Absolut.
Speaker: Also dieses Wort soll auch die Haltung spiegeln.
Speaker: Und wir haben gewonnen.
Speaker: Also wir legen sehr viel Wert bei DM auf unsere Wortwahl und auch, welche Wörter wir für was verwenden.
Speaker: Also manchmal hören sie sich für Außenstehende vielleicht ungewöhnlich an.
Speaker: Dialogikum zum Beispiel.
Speaker: Genau, Dialogikum ist unsere Zentrale, heißt Dialogikum, um eben auch diese Haltung zu unterstreichen.
Speaker: Oder zum Beispiel unsere Kantine heißt Kulinarium.
Speaker: Und das finde ich ein sehr schönes Wort, weil ich bin Historikerin mit Latein und so weiter.
Speaker: Ich finde dieses Wort wunderschön.
Speaker: Aber das sind einfach so Wörter, die eine Haltung spiegeln.
Speaker: Und ich glaube schon, dass das sehr wichtig ist, um auch eine Unternehmenskultur zu prägen.
Speaker: Genau, also nur Werte zu haben reicht halt nicht aus, sondern ich muss ihnen eine Bedeutsamkeit im Alltag geben und auch da reichen Worte natürlich nicht aus, aber wenn eure Zentrale keine Zentrale ist, sondern wirklich ein Dialogikum, dann erlebe ich das ja als Mitarbeitender bei euch.
Speaker: Ja.
Speaker: Absolut.
Speaker: Also das erleben wir alle.
Speaker: Und ich kam ja von außen nach DM.
Speaker: Also wir haben ganz viele Kolleginnen und Kollegen bei DM, die dort ihre Ausbildung gemacht haben und auch weiterhin arbeiten und auch sehr lange dabei sind.
Speaker: Und ich kam ja von außen.
Speaker: Es gibt natürlich auch andere, die von außen kamen.
Speaker: Aber am Anfang ist es schon ungewöhnlich.
Speaker: Und irgendwann verinnert man das und
Speaker: Ich finde das richtig gut, weil ich glaube schon, dass das wichtig wäre.
Speaker: Und das, was du gesagt hast, das mit den Werten, ja klar, man kann sie irgendwo hinschreiben und das wird kein Mensch beachten.
Speaker: Ja, die Frage ist, wie man sie lebt im Alltag, wie sie vorgelebt werden.
Speaker: Was heißt das denn genau?
Speaker: Und das muss man jeden Tag üben.
Speaker: Ja, es ist wie ein Muskel.
Speaker: Und bis das dann verinnerlicht ist.
Speaker: Und ich glaube, das gelingt uns sehr gut bei DM.
Speaker: Ja, und ich glaube auch, dass Werte sind ja erstmal ein Anspruch, den ich an meinem Verhalten habe.
Speaker: Und den erfülle ich ja vielleicht auch nicht jeden Tag, weil ich vielleicht auch keinen Anspruch habe, der sehr niedrig ist, sondern einen, wo ich auch durchaus mich hin und wieder mal strecken darf.
Speaker: Und dann kann es ja so sein, dass ich in irgendeiner Stresssituation vielleicht diesem Anspruch nicht gerecht werde und dann ist ja wieder die Frage, wie gehe ich damit um?
Speaker: Also das finde ich, das ist ja dann das, was ich so unter Wertearbeit auch verstehe, dass wir uns im Wert nehmen und vielleicht auch,
Speaker: unterschiedlichen Perspektiven drauf gucken.
Speaker: Hatten wir ja gerade die Karlsruher, die da drauf gucken, die Deutschen und Polen, die da drauf gucken.
Speaker: Und dass wir dann über diese Werte quasi diskutieren, was bedeuten die eigentlich für uns im Alltag oder was bedeuten sie vielleicht auch nicht.
Speaker: Und habt ihr solche Formate quasi, wo ihr das tut?
Speaker: Ja, also das ist ein sehr wichtiges Thema für uns.
Speaker: Und wir haben sehr viele reflektive Formate
Speaker: Und das finde ich sehr wichtig, weil gerade bei dieser Arbeit mit den Werten hilft das sehr, um auch sein eigenes Verhalten zu reflektieren.
Speaker: Und wir haben immer auch so feste Termine im Jahr, wo das Ding sich spiegelt gegenseitig oder wo wir in verschiedenen Konstellationen uns spiegeln.
Speaker: Und natürlich haben wir auch eine, das heißt Lernwelt bei uns, wo wir sehr viele Lernangebote auch haben.
Speaker: Und gerade in dem Bereich gibt es sehr viel und wird sehr viel angeboten, wo man daran teilnehmen kann, was um die dialogische Unternehmenskultur ist und was das genau heißt für uns.
Speaker: Und natürlich auch, wenn jemand bei uns anfängt, gibt es Einführungsveranstaltungen für alle Menschen,
Speaker: im Rahmen des Onboardings, wo es genau um diese Werte geht und auch um unsere Sprache übrigens, damit man so eine Orientierung am Anfang bekommt, wenn man eben nicht bei dem die Ausbildung gemacht hat, weil man braucht die am Anfang.
Speaker: Und ja, das sind so sehr unterschiedliche Angebote, die man da bekommt.
Speaker: Habt ihr so ein, kannst du das mal so,
Speaker: schematisch darstellen, wie so ein Onboarding?
Speaker: Wie muss ich mir das vorstellen, wenn ich jetzt bei DM anfange?
Speaker: Ja, also es ist, wir haben natürlich, für mich beginnt das Onboarding eigentlich nach der Zusage und wir sind sehr bemüht, die unsere, also die künftigen Mitarbeitenden, also mit ihnen in Kontakt zu sein.
Speaker: Wir, zum Beispiel, was wir machen, wir laden sie auch schon zu
Speaker: Team-Events ein, wenn das genau in dieser Zeit stattfindet.
Speaker: Und wenn die Menschen bei uns anfangen, dann gibt es immer Einführungsveranstaltungen.
Speaker: Also die ersten, gerade am ersten Tag, wenn sie anfangen, sind dann alle zusammen und ich alle, die in dem Monat anfangen.
Speaker: Und ich muss sagen, als ich angefangen habe, war es ja auch so und ich habe auch heute noch einen engen Kontakt, weil
Speaker: zu diesen Menschen, ja.
Speaker: Und teilweise werden dann auch so kleine Teams gebildet innerhalb, weil manchmal fangen 60, 100 Menschen an oder wie auch immer.
Speaker: Und dann werden so kleine Teams gebildet, so wie eine Peer-Gruppe.
Speaker: Und dann bleibt man halt zusammen in dieser Gruppe und hat auch Themen zu bearbeiten bis zum nächsten Mal.
Speaker: Man sieht sich dann wieder nach einiger Zeit, wo man bestimmte Fragen reflektieren kann.
Speaker: Und natürlich auch den Start, den man hatte.
Speaker: Und ich habe heute noch eine gute Verbindung zu diesen Menschen.
Speaker: Mit dem treffe ich mich auch.
Speaker: Und das Spannende dabei war zum Beispiel eine Kollegin, als ich angefangen habe, die hat bei uns in der Datenanalyse angefangen.
Speaker: Und da habe ich ein Praktikum gemacht im Juli und war genau in ihrem Team.
Speaker: Und das war einfach schön, sie da auch so zu erleben in dieser Interaktion.
Speaker: Also das...
Speaker: So findet ein Onboarding statt und natürlich auch in den Teams.
Speaker: Also wir, zum Beispiel bei uns im Team ist es so, dass wir nicht nur einen Blumenstrauß vorbereiten, sondern wirklich auch den Tisch.
Speaker: so wie eine kleine Feier halt vorbereiten, weil es uns unheimlich wichtig ist, dass die Menschen sich wohlfühlen bei uns.
Speaker: Und im Moment arbeiten wir auch noch an anderen Konzepten, wie wir das noch besser begleiten können, auch strukturiert, weil manchmal haben wir auch so Unterschiede zwischen den Teams und um eine Hilfestellung dann auch anzubieten.
Speaker: Ja.
Speaker: Also eine wirkliche Willkommenskultur war das Wort, was ich so dachte.
Speaker: Ja, unbedingt, ja.
Speaker: Schön.
Speaker: Gut, und dass ihr so, ich sage mal, dass der Rechner vorbereitet ist, Visitenkarten da sind, wenn es welche gibt, davon gehe ich aus, in dieser vorbereiteten Welt, die ihr so habt.
Speaker: Ja, also wir haben, also bei
Speaker: Es gibt dann einen Mentor oder einen Begleiter für diesen Menschen und dann richtet man gemeinsam alles ein.
Speaker: Also das gehört für uns dazu.
Speaker: Aber ich glaube, viel wichtiger ist tatsächlich, wie man einen Menschen aufnimmt, wie das emotional stattfindet, weil
Speaker: einen Laptop einzurichten oder dass man dann alles vorfindet, was man braucht.
Speaker: Das passiert ja überall.
Speaker: Die Frage ist, was macht dann den Unterschied aus?
Speaker: Und in meinen Augen macht das Team den Unterschied aus und die Emotionen, die damit verbunden sind.
Speaker: Und gerade am ersten Tag, wenn die Menschen...
Speaker: in ein neues Unternehmen kommen und auch mit einem gewissen Unsicherheitsgefühl und auch viele Fragezeichen im Kopf.
Speaker: Was erwartet mich das?
Speaker: Ist meine Erwartungshaltung, wird die erfüllt?
Speaker: Ist es so, wie ich es mir vorstelle?
Speaker: Da finde ich es umso wichtiger, dieses Sicherheitsgefühl auch irgendwie auch zu schaffen, damit sich die Menschen willkommen fühlen.
Speaker: Und das finde ich am allerwichtigsten beim Onboarding.
Speaker: Ich habe einen Führungsgrundsatz, finde ich gerade spannend, weil der da mega gut so passt.
Speaker: Der lautet Orientierung schafft Sicherheit und Sicherheit schafft Vertrauen.
Speaker: Und das, was du gerade ansprichst, ist ja genau dieser Punkt.
Speaker: Egal, was für ein Persönlichkeitstyp ich bin, ich bin ja erstmal vielleicht nicht orientierungslos, aber auf jeden Fall orientierungslos sehr am ersten Tag, wenn ich komme.
Speaker: diese Lücke zu füllen und zu sagen, ich biete dir aber gerade am ersten Tag oder gerade in den ersten zwei Wochen, vier Wochen, biete ich dir ganz viel Orientierung, damit du die Sicherheit quasi für dich da rausziehen kannst, die du brauchst.
Speaker: Und damit ist dann der Boden für das gelegt, was wir ja eigentlich schaffen wollen, nämlich Vertrauen ineinander.
Speaker: Finde ich eine schöne Idee.
Speaker: Und
Speaker: Also das kann ich dir sagen, ich sehe ja viele Unternehmen, auch von Kollegen, Kolleginnen, der eingerichtete Rechner ist nicht überall Standard.
Speaker: Okay.
Speaker: Also selbst da hapert es manchmal dran.
Speaker: Aber an diesen Beziehungsthemen sicherlich noch viel häufiger.
Speaker: Spannend.
Speaker: Genau, das habe ich auch gelesen mit deinem Praktikum.
Speaker: Ich würde da mal kurz entspringen.
Speaker: Ich hatte mir den Punkt auch aufgeschrieben.
Speaker: Was hat, also anders.
Speaker: Ich erlebe das oft, dass
Speaker: Solche Art von, ich hospitiere mal in einer anderen Abteilung, dass die Führungskräfte, mit denen ich das diskutiere, dass die das mega spannend finden, diesen Ansatz, diesen Gedanken,
Speaker: Ich bringe das manchmal rein, wenn zwischen Abteilungen auch irgendwelche Probleme herrschen.
Speaker: Das sind ja oft Vorurteile, Wahrnehmungen, die ich habe von denen.
Speaker: Immer die.
Speaker: Und die anderen sagen dann ja immer die.
Speaker: Und dann war, das habe ich mit einer Führungsgruppe,
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Oder ob das vielleicht doch ganz anders ist in der anderen Abteilung.
Speaker: Und das ist auf, also ich fand die mega spannend.
Speaker: Aber ich glaube, in der Umsetzung hapert es dann oft, weil dann habe ich keine Zeit und die auch nicht.
Speaker: Was soll ich da eigentlich machen und so?
Speaker: Kannst du da ein bisschen was darüber erzählen?
Speaker: Also du bist jetzt ja als Führungskraft sogar in eine andere Abteilung gegangen.
Speaker: Ich glaube, Customer Data Analytics.
Speaker: Also gut, weiß ich nicht, aber hat wahrscheinlich nichts mit dem zu tun, was du in deinem Alltag eigentlich so machst oder wenig vielleicht.
Speaker: Kannst du ja mal erzählen.
Speaker: Und was hat der Perspektivwechsel dir, deinem Team gebracht?
Speaker: Oder vielleicht auch denen?
Speaker: Also vielleicht gab es da auch ein Learning.
Speaker: Ja, das ist eine sehr gute Frage.
Speaker: Wie kam ich dazu?
Speaker: Eines meiner Fokusthemen sind Kennzahlungen.
Speaker: Ich beschäftige mich sehr, sehr gerne mit Zahlen, auch wenn ich Gastro-Sissenschaftlerin bin.
Speaker: Aber ich hatte schon immer ein Faible für Zahlen.
Speaker: Und ich finde Zahlen faszinierend und Kennzahlen sowieso, weil die erzählen immer eine Geschichte.
Speaker: Und als ich zur DM kam, habe ich mich dieses Thema angenommen und
Speaker: Ich hatte ja bei Entrenner dieses Bewerbermanagement-System mit aufgebaut, auch weil es keine Möglichkeit vorher gab, ein gescheites Reporting aufzustellen oder zu sehen, wo kommen die Bewerbungen her oder wie können wir uns besser aufstellen, noch marketingmäßig.
Speaker: Und diesen Fokus hatte ich auch, als ich zu DM kam und habe mich sehr stark mit diesem Thema beschäftigt und inzwischen habe
Speaker: haben wir auch da eine Arbeitsgruppe, also im Recruiting, ich spreche hier nur vom Recruiting, wo wir sehr intensiv mit diesen Kennzahlen arbeiten.
Speaker: Und es entstand vor einem Jahr eine Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen von Customer Data, weil die natürlich die Kundendaten auswerten.
Speaker: Und das habe ich mir dann angeschaut und dann hatte ich gedacht, oh, das ist total spannend.
Speaker: Da kann ich noch viel daraus lernen, weil Kunden und Daten sind immer gleich.
Speaker: Egal, wo sie herkommen, ich meine vom Grundsatz her, aber die Kolleginnen und Kollegen, die sind sehr, sehr weit, die sind richtige Profis in dem Bereich und dann hatte ich diesen Gedanken und dann irgendwann,
Speaker: Also wir haben zum Beispiel auch bei uns mit den Daten aus dem Recruiting, das ist bei uns eine andere Abteilung in unserem Ressort, die bereiten die Daten vor und wir gucken, wie wir sie interpretieren, arbeiten gemeinsam an einem verbesserten Reporting.
Speaker: Aber mich hat dieser Gedanke irgendwie nicht losgelassen und weil ich auch ein sehr neugieriger Mensch bin, hatte dann auch eine Fortbildung angefangen zum Data Analytics, weil ich einfach merke,
Speaker: verstehen wollte.
Speaker: Und dann habe ich einfach gefragt, ob ich bei ihnen ein Praktikum machen kann.
Speaker: Und dann haben die Kolleginnen und Kollegen sich Gedanken gemacht und haben gesagt, ja, gerne.
Speaker: Und dann war ich eine ganze Woche da.
Speaker: Natürlich ist es auch so, dass meine Führungskraft hat das unterstützt.
Speaker: Wir unterstützen solche Austausche, aber
Speaker: Jetzt auf dieser Ebene hat es bei uns so noch nicht stattgefunden.
Speaker: Also es sind zum Beispiel Recruiter bei uns.
Speaker: Wir begrüßen das sehr, wenn die mal einen Tag bei dem Ressort sind, sie betreuen, damit sie verstehen, wie die Prozesse da sind.
Speaker: Das machen die auch.
Speaker: Und es gibt auch viele Kolleginnen und Kollegen, die in den Märkten ein Praktikum machen, damit wir verstehen, was da passiert und warum wir überhaupt da sind.
Speaker: Und dann haben die Kollegen ein super Programm für mich aufgesetzt für die ganze Woche.
Speaker: Ich war eine ganze Woche dort und die haben sich wirklich die Zeit genommen und haben mir ganz genau gezeigt, was sie machen.
Speaker: Und ich war total überrascht, dass es so eine Vielfalt gibt, weil es gibt
Speaker: es gibt Menschen, die sich, was weiß ich, nur mit der Marketingkampagne beschäftigen, andere nur mit den Daten der Partner, der Industriepartner, dann sind welche, die erstellen Tabellen mit Daten und das war für mich unheimlich spannend, ich habe wahnsinnig viel mitgenommen, konnte es auch tatsächlich umsetzen, dazu komme ich gleich und eine
Speaker: Also was ich mitgenommen habe, war einmal diese Vielfalt zu verstehen, dann auch zu verstehen, was passiert in den Märkten, weil wir arbeiten mit diesen Daten und ich habe einen viel besseren Einblick zu den ganzen Prozessen bekommen, weil wenn man im Dialogikum ist, und das geht viel und so, ist man doch in seiner eigenen Bubble, aber wir nennen uns auch
Speaker: marktunterstützende Dienste.
Speaker: Das heißt, das, was wir tun, tun wir ja nicht für uns, sondern wir tun es für eine Gemeinschaft und wir tun es damit für unsere Kunden.
Speaker: Ich glaube, dass die Gefahr besteht, wenn man immer so in seiner Bubble ist, dass man das vergisst.
Speaker: Warum tut man das, was man tut?
Speaker: Um das zu sehen, hat mir, hat meinen Horizont einfach erweitert und auch
Speaker: wie man mit Zahlen arbeitet.
Speaker: Ich hatte mich auch mit SQL zum Beispiel beschäftigt und so weiter in der Theorie.
Speaker: Aber das dann zu sehen, das hat mir auch wieder geholfen, besser diese Tools anzuwenden.
Speaker: Und für die Kolleginnen und Kollegen haben sie mir dann auch gespiegelt.
Speaker: Also die fanden das schön, dass man sich so für ihre Arbeit interessiert.
Speaker: Und
Speaker: Dann war sie auch überrascht, dass ich mich mit Zahlen auskenne, weil dann besteht natürlich auch so diese Bias, ja, auf allen Seiten.
Speaker: Ob jemand aus dem Haar, ja, okay.
Speaker: Aber dann war sie doch überrascht, weil, wie gesagt, ich hatte mich immer sehr gerne mit Zahlen und auch mit Mathematik beschäftigt und das war total schön.
Speaker: Und ich kam dann zurück und dachte, oh, für meine qualitativen Kennzahlen
Speaker: Die haben jemanden an der Hand, die machen das mit Kundendaten.
Speaker: Ich frage mal nach und jetzt sind wir dabei, das so zu setzen.
Speaker: Und ich weiß jetzt ganz genau, wer was macht dort, sonst hätte ich das nicht gewusst und kann direkt die Menschen ansprechen, die mir helfen können.
Speaker: Und das ist schon mal sehr viel wert.
Speaker: Ich habe so viel mitgenommen, dass ich jetzt direkt umsetzen kann zum Thema Kennzahlen.
Speaker: Und jetzt haben wir zum Beispiel auch ein Projekt aufgesetzt, wo wir an dem Reporting, übergreifendem Reporting besser, wie wir das besser aufsetzen können, weil Recruiting ist ja nicht losgelöst von Employer Branding.
Speaker: Und das hat mir sehr, sehr geholfen.
Speaker: Ich kam so beschwingt zurück und war total, ja, weil ich freue mich immer, wenn ich was lernen kann.
Speaker: Und wenn ich das Gefühl habe, dass mich etwas weiterbringt, und das hat mich enorm weitergebracht.
Speaker: Und ja, und jetzt darf ich das auch vorstellen bei uns im Bereich, weil wir natürlich dafür plädieren möchten, dass Menschen das öfters machen.
Speaker: Und wie gesagt, es hat auf den ersten Blick nicht so viel zu tun mit meinem Arbeitsbereich, aber doch.
Speaker: Und ja, und
Speaker: Und das Tolle war, ich war auf dem Weg dahin an einem dieser Tage und habe eine Kollegin getroffen, auch eine Führungskraft aus einem anderen Bereich bei uns.
Speaker: Da habe ich ihr erzählt, was ich gerade mache.
Speaker: Und dann sagt sie, oh, das ist eine gute Idee.
Speaker: Oh, jetzt überlege ich gerade, wo ich das machen kann.
Speaker: Und dann hat eine andere Freundin von einem ganz anderen Unternehmen, die ist Pressesprecherin,
Speaker: Sagt sie, das hat mich so inspiriert, ich mache das jetzt auch bei uns.
Speaker: Ich habe angefragt und ich werde da bei den Vertriebsingenieuren was machen, weil ich kenne mich zwar an der Oberfläche aus, aber ich würde gerne mehr wissen.
Speaker: Und das hat mich so gefreut, dass ich auch andere Menschen inspirieren kann.
Speaker: um für sich dann was zu machen.
Speaker: Und dann auch, das hilft total bei der Zusammenarbeit, wie du das gerade gesagt hast, weil wir wirklich viele Bias haben.
Speaker: Und das merken wir gar nicht.
Speaker: Und ich habe die Erfahrung gemacht, wenn man enger Kontakt hat mit den Menschen, dann auf einmal verschwinden die.
Speaker: Weil man viel mehr Verständnis dafür hat, wenn man den Menschen kennenlernt und den Kontext.
Speaker: Das ist das, was uns oft fehlt.
Speaker: Und das schließt sich, würde ich sagen, ist gerade so ein Gedanke, der mir kommt, da schließt sich ja auch deine, wo wir mit eingestiegen sind, deine Kindheit sozusagen.
Speaker: Also wir haben ja auch alle diesen Bias, diese Vorurteile oder diese Glaubenssätze.
Speaker: Wie ist denn jemand, der aus Rumänien kommt?
Speaker: Wie ist denn jemand, der aus Polen kommt?
Speaker: Und ob die, also ich glaube, ich
Speaker: Ich war, glaube ich, noch nie in Rumänien und trotzdem habe ich ja irgendwie einen Gedanken dazu.
Speaker: Und das ist natürlich nicht die Wahrheit.
Speaker: Und das ist ja das, was auch zwischen Abteilungen stattfindet.
Speaker: Ich habe das letztens, da war ich mit einem Team zusammen und dann haben die über die andere Abteilung, mit der die Probleme haben, irgendwie gesprochen.
Speaker: Und dann irgendwann bin ich dazwischen gegangen und habe gesagt, okay, also ich verstehe jetzt,
Speaker: dass die frühmorgens sich zusammensetzen und sich überlegen, wie sie euch das Leben heute richtig schwer machen können.
Speaker: Das habe ich verstanden gerade.
Speaker: Also das machen die jeden Tag.
Speaker: Und dann tun die das.
Speaker: Dann haben die fünf Ideen, wie die euer Leben richtig schwer machen können und dann machen die das.
Speaker: Und an dem Punkt sagt dann natürlich jeder, naja, nee, nee, nee, absichtlich machen die das nicht, aber davor verhalte ich mich so, als ob ich das denke, dass die das absichtlich machen.
Speaker: Und da ist das natürlich cool, mal abgesehen, du hast das ja nicht deswegen gemacht, sondern um was zu lernen, aber...
Speaker: Ich glaube, es sind schon zwei Punkte, die die Organisation helfen würden, sich da weiterzuentwickeln.
Speaker: Das eine sind Missverständnisse zwischen Abteilungen und im Grunde, also du hast das ja gesagt mit den Märkten.
Speaker: Ich habe auch einen Geschäftsführer, der einmal im Jahr in einem Abfallentsorgungsunternehmen, der fährt dann einmal im Jahr mit auf dem Müllwagen quasi.
Speaker: Um sich das einmal irgendwie anzugucken und da so ein bisschen reinzufühlen, finde ich auch ganz schön.
Speaker: Und ich sage mal, das ist ja das eine, aber im Grunde ist das ja zwischen jedem Team, jeder Abteilung.
Speaker: Wenn ich in HR bin, weiß ich im Grunde ja nicht, was die kaufmännische Abteilung macht den ganzen Tag.
Speaker: Da habe ich vielleicht eine grobe Idee von, aber...
Speaker: Also wenn überhaupt.
Speaker: Und umgekehrt das Gleiche.
Speaker: Und das ist, glaube ich, schön.
Speaker: Und es ist ja auch ein tolles Peer-to-Peer-Learning-Format, was du da aufgezeigt hast.
Speaker: Ja, total.
Speaker: Und wie gesagt, was bei uns so implementiert ist, zum Beispiel ist so ein Praktikum,
Speaker: in den DM-Märkten.
Speaker: Das machen auch ganz viele Kolleginnen und Kollegen bei uns.
Speaker: Aber wie gesagt, das ist implementiert und das wird auch sehr gefördert.
Speaker: Aber was man eben auch machen kann, ist die
Speaker: Abteilungen, mit denen man zusammenarbeitet oder die Menschen oder wo man auch glaubt, dass man ein Insight bekommt.
Speaker: Und das Tolle ist, dass das auch so gefördert wird und dass man das auch machen kann.
Speaker: Ja, weil ich kann mir auch vorstellen, dass es Unternehmen gibt, wo die sagen, nee, jetzt bleibst du mal schön hier, was soll das bringen?
Speaker: Ja, kann ich mir auch vorstellen, aber...
Speaker: Bei uns ist diese Lernkultur sehr stark ausgeprägt und das hilft natürlich.
Speaker: Im Grunde ist das auch wieder so ein bisschen das, was du vorhin ja auch sagtest,
Speaker: Also der Wert, in dem Fall dann vielleicht Lernkultur oder Lernen, sich weiterentwickeln, der gewinnt ja nur an Bedeutsamkeit im Alltag, wenn ich ihn lebe.
Speaker: Und das ist ja dann ein neues Beispiel quasi dafür, dass auch Führungskräfte in der Woche in irgendeine andere Abteilung gehen und dort etwas lernen können.
Speaker: was sie dann selber, also in deinem Fall ja für ein Projekt, dann ganz aktiv nutzen können.
Speaker: Also hättet euch ja wahrscheinlich auch einen Berater für KPIs oder so dazu holen können.
Speaker: Und das wäre ja ein anderer Weg, eine andere Alternative.
Speaker: Finde ich spannend.
Speaker: Ja, das stimmt.
Speaker: Total gut.
Speaker: Ich habe da noch eine Anknüpfung.
Speaker: Und zwar, ich habe gelesen, dass du in Angkor Wat warst.
Speaker: Ja.
Speaker: Und da hast du dieses Thema bei Veränderungen quasi.
Speaker: Also, dass wir, wenn wir Neues haben,
Speaker: beobachten, entdecken, dass wir oft erst dieses Neue durch Vergleiche irgendwie einordnen.
Speaker: Und das fand ich ganz spannend, weil, also das ist ja im Grunde das, was du auch gerade erzählst, du hast da Neues gelernt.
Speaker: und bringst das jetzt mit in dein Team und die haben das ja erstmal nicht gelernt, sondern du bringst ja diese Veränderung jetzt mit, die sich daraus entwickelt und das ist im Grunde ja bei jedem Veränderungsprozess so, dass das
Speaker: ... etwas Neues ins Team kommt.
Speaker: Also Beispiel KI, da begegnet mir das bei meinen Kunden und Kundinnen also total oft, dass die irgendwie beginnen mit KI und dann packen die das rein und dann treffen die halt auf Widerstände.
Speaker: Also es war so meine Frage, erstens, was vergleiche ich denn da?
Speaker: Oder vielleicht diese Gen-Z-Diskussion, die wir vorhin hatten, ist ja im Grunde genauso.
Speaker: Also da kommt jetzt eine Generation, die ist nicht dankbar, dass sie bei mir arbeiten darf.
Speaker: Und jetzt vergleiche ich das mit mir.
Speaker: Ich war total dankbar, dass ich damals einen Ausbildungsplatz bekommen habe.
Speaker: Und jetzt sehe ich eine Differenz und mit der mache ich irgendwas.
Speaker: Also das fand ich spannend.
Speaker: Da wollte ich von dir, also gerne zu all diesen drei Punkten, noch ein paar Impulse haben.
Speaker: wie, also erstens, wie ist dieser Angkor Wat-Moment, wenn ich den so nenne, wie ist der entstanden und was steckt da noch an Erfahrung für Führung, für Unternehmenskultur drin?
Speaker: Ja, also ich muss erst mal sagen, dass Angkor Wat ein einschneidendes Erlebnis für mich war, allein aufgrund dieser Monumente, die unfassbar sind und
Speaker: Ich hatte ja diesen einen Moment, wo jemand gesagt hatte, dass die Römer Asiens sind.
Speaker: Und ich bin erstens Historikerin, wo bei mir dann, also ich habe das da so aufgenommen, ich musste erst mal lachen.
Speaker: Und dann habe ich wirklich, also ich höre oft so Sachen und klar, als Historiker hat man vielleicht einen anderen Blick darauf, wenn es um solche Inhalte geht.
Speaker: Und ich musste so lachen, das ist mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen.
Speaker: Und das hat dann dazu geführt, dass ich mich wirklich gefragt habe, warum macht denn das jemand?
Speaker: Warum kommt so eine Aussage der Römer Asiens?
Speaker: Und so bin ich dazu gekommen, zu diesem Thema der Wahrnehmung.
Speaker: Mir passiert das ganz oft, ich bin oft auf Reisen und dann gerade in dieser Spiegelung, wenn man in einer anderen Kultur gerade ist, lernt man sehr viel über sich kennen.
Speaker: Gerade in Asien finde ich das so spannend, weil ich erlebe das für mich so.
Speaker: Ich weiß jetzt nicht, wie es anderen Menschen geht, aber ich erlebe mich dann auch in meiner Identität anders, wenn ich in so einem Umfeld bin.
Speaker: Und das tut mir gut einfach, erdert mich auch wieder.
Speaker: Und wie gesagt, die Römer als Asiens habe ich dann erstens darüber nachgedacht, was macht denn unsere Kultur eigentlich aus, wenn wir in so einem Umfeld sind?
Speaker: Und dann, warum sagt das jemand so?
Speaker: Und so kam ich darauf, dass Menschen ganz oft so eine Sicherheit brauchen, wenn sie sich auf etwas Neues einlassen.
Speaker: Es gibt auch Forschungen dazu tatsächlich, dass auch Veränderungsprozesse fehlen.
Speaker: oder einfacher oder besser aufgenommen werden, wenn sie an etwas anknüpfen, was schon da ist.
Speaker: Weil die Menschen einfach so sind.
Speaker: Die brauchen diese Sicherheit.
Speaker: Und jetzt bei dem Thema KI, ich glaube, da spielen noch ganz andere Dinge mit eine Rolle, weil da sind viele Ängste, die damit verbunden sind.
Speaker: Klar, bei jedem Veränderungsprozess haben Menschen Ängste.
Speaker: Was so sinnvoll wird, bei manchen sind
Speaker: die stärker ausgeprägt als bei anderen.
Speaker: Und gerade bei den Menschen, wo diese Ängste sehr stark ausgeprägt sind, ist es ganz wichtig, in meinen Augen zu erklären, was passiert und wie so eine Technologie helfen kann.
Speaker: Aber natürlich ist es auch so, dass jeder Mensch
Speaker: eben auch verstehen sollte, dass man auch an sich selber arbeiten muss, wenn so eine Veränderung kommt.
Speaker: Und ich glaube, das den Menschen zu vermitteln, ist nicht immer so einfach, weil jeder einen anderen Zugang zu dem Thema hat.
Speaker: Und das fasziniert mich eben auch an Veränderungsprozessen.
Speaker: Und ich stelle fest jetzt für mich, zum Beispiel, mir fällt es leicht,
Speaker: oder leichter als andere, weil ich mich sehr oft verändern
Speaker: verändert habe.
Speaker: Ich bin schon in einem Umfeld aufgewachsen.
Speaker: Ich bin in einem kommunistischen Regime aufgewachsen, wo wir jeden Tag irgendwie improvisieren mussten, weil es nicht so viel gab.
Speaker: Es gab so gut wie nichts.
Speaker: Nicht mal Medien, nichts.
Speaker: Dann musste man improvisieren.
Speaker: Jeden Tag irgendwie.
Speaker: Es gab kein Mehl, da musste man mit etwas anderem backen oder keine Ahnung.
Speaker: Permanent war es so.
Speaker: Und
Speaker: Dann bin ich in einem anderen, ich habe auch im Ausland studiert, dann bin ich nach Deutschland gezogen.
Speaker: Das heißt, ich habe sehr viele Veränderungsprozesse durchgemacht und dann auch im privaten Bereich und so weiter.
Speaker: Und dann fällt es mir auch leichter, die Chancen zu sehen.
Speaker: Aber es ist mir auch bewusst, dass Menschen, die diese Historie so nicht haben, dass es für die viel schwieriger ist, weil...
Speaker: sie es gar nicht kennen, nicht gewohnt sind, aber es kommt.
Speaker: Es kommt ganz, ganz stark.
Speaker: Und da wird niemand davon befreit sein.
Speaker: Und ich glaube, es klingt so ein bisschen fatalistisch, was vielleicht auch für viele schwierig ist, das so anzunehmen.
Speaker: Aber ich glaube, je früher man sich darauf einlässt, desto besser ist das.
Speaker: Und wenn wir es schaffen, so Anknüpfungspunkte zu finden an dem, was da ist, oder wo sich die Menschen wohlfühlen und ihnen die Chancen aufzeigen, dann glaube ich, dass das gelingt oder besser gelingt.
Speaker: Ja, es ist ein Prozess.
Speaker: Und ich als Historikerin habe ich mich sehr viel mit solchen Prozessen beschäftigt in der Geschichte, wo neue Technologien kamen.
Speaker: wo immer wieder solche Umbrüche stattgefunden haben.
Speaker: Und da kann man sehr viel daraus lernen.
Speaker: Und meine Kinder fragen, wozu brauche ich Geschichte in der Schule?
Speaker: Also ich höre das von vielen.
Speaker: Und da sage ich, ja, da kannst du viel besser, du kannst sehen, wie Menschen sich verhalten haben zu bestimmten Zeitpunkten.
Speaker: Oder auch Führung.
Speaker: Führung kann man sehr gut aus der Geschichte lernen.
Speaker: Das haben wir ständig mit Führungspersönlichkeiten zu tun.
Speaker: Und man kann sehen, was jemand gut gemacht hat oder jemand gar nicht.
Speaker: Oder welchen Fehler man macht, wenn man geführt wird.
Speaker: Oder wenn man bestimmten Führungsstilen folgt.
Speaker: Oder Ideen ohne nachzudenken.
Speaker: Oder Ideen.
Speaker: Also man kann so viel daraus lernen und deswegen bin ich sehr froh, dass ich da studiert habe, weil eben man das auch sieht.
Speaker: Und ja, deswegen faszinieren mich solche Aussagen und solche Geschichten, die führen dann immer dazu, dass ich mir dann Gedanken mache und dann schreibe ich darüber, was mich gerade bewegt.
Speaker: Ich habe, weil du das gerade sagtest, ich hatte vor ganz vielen Jahren, ich habe ja so einen Bundeswehr Hintergrund, also ich war Offizier bei der Bundeswehr und dann habe ich mit einem Militärhistoriker haben wir ein Format entwickelt, wo wir in Waterloo quasi die
Speaker: Also bei Brüssel ist das die Schlacht Napoleons gegen Preußen und Dänen, glaube ich, quasi genau für sowas genutzt haben.
Speaker: Also wie hat Napoleon sich eigentlich verhalten und wie haben die anderen Führungskräfte sich verhalten?
Speaker: Was hat gut funktioniert, was hat nicht gut funktioniert, was hat das gemacht?
Speaker: Und haben versucht, diese...
Speaker: diese historischen Bilder, so wie du es gerade beschreibst, dann irgendwie auch zu reflektieren und zu überlegen, okay, was könnte da drinstecken?
Speaker: Das muss ich gerade an denken.
Speaker: Ja, das ist, also ich finde das total faszinierend und auch, also ich beschäftige mich immer noch gerne mit Geschichten und ich stelle auch fest, dass auch in der Literatur, also gerade jetzt auch
Speaker: wenn es um Führungs-, also Literatur zur Führung geht, da tauchen sehr oft solche Persönlichkeiten auf und nicht umsonst.
Speaker: Ja, weil man kann das sehr gut erkennen.
Speaker: Oder auch faszinierend, wie Menschen es schaffen, andere Menschen zu catchen.
Speaker: Ja, für eine Idee.
Speaker: Das finde ich faszinierend.
Speaker: Und ich hatte zum Beispiel auch, ich hatte auch einen Beitrag geschrieben über Marantona, sie ist jetzt wieder keine historische Figur,
Speaker: Aber ich war so beeindruckt, als ich in Neapel war.
Speaker: Und dieser Mensch ist überall präsent in dieser Stadt.
Speaker: Es ist unfassbar, ja, überall.
Speaker: Es gibt Fresken, es gibt Statuen von diesen Menschen.
Speaker: Er wird wie ein Gott verehrt.
Speaker: Das kann man sich nicht vorstellen.
Speaker: Und jede Pizzeria, napolitanische Pizzeria, habe ich jetzt auch in Deutschland beobachtet übrigens, ist immer in hellblau und weiß und ganz oft ist es ein Porträt von ihm.
Speaker: Also ich habe darüber auch geschrieben, weil mich das so beeindruckt hat, wie schafft es jemand so einen Impact zu generieren.
Speaker: Und man kann halten, was man will von ihm oder man findet bestimmte Dinge gut, andere nicht.
Speaker: Aber das ist unglaublich.
Speaker: Nach so vielen Jahren und Menschen, die ihn gar nicht kennen, verhehren ihn.
Speaker: Also das finde ich unglaublich.
Speaker: Und das hat mich sehr beeindruckt, muss ich sagen.
Speaker: Und mich hat dazu geführt, dass ich mir Gedanken gemacht habe, was passiert da?
Speaker: Was hat er gemacht?
Speaker: Und ich habe dann auch so für mich einige...
Speaker: Ideen so entwickelt, wo ich gedacht habe, ja, das gibt solche Menschen und das finde ich faszinierend.
Speaker: Man kann viel daraus lernen, aus meiner Sicht.
Speaker: Gibt es so eine These, die du hier von dem Maradona-Case quasi abgeleitet hast für dich?
Speaker: Ja, er hat das, ich glaube, ja.
Speaker: Also ich habe mich dann auch mit ihm beschäftigt, weil das eine hat zum anderen geführt und ich glaube,
Speaker: was er geschafft hat.
Speaker: Gut, er hat es wirklich geschafft, diese Mannschaft halt dann zur Meisterschaft zu führen.
Speaker: Das ist das eine.
Speaker: Aber er war ein Mensch, der, also erstens haben sich die Menschen sehr gut mit ihm identifiziert, weil er auch so ein Narrativ hatte.
Speaker: Und das finde ich einen ganz wichtigen Punkt, ein Narrativ zu entwickeln.
Speaker: Ich werde demnächst auch noch was dazu posten, weil ich die
Speaker: Fresken in Ravenna gesehen habe.
Speaker: Also ja, ich war in Ravenna und habe diese Fresken gesehen, die unfassbar schön sind, aber sie erzählen eine Geschichte, ein Narrativ.
Speaker: Deswegen sind die da.
Speaker: Und diese Idee des Narrativs ist das, was auch Maradona gemacht hat.
Speaker: Er hat sich ja als Repräsentant dieser Schicht dargestellt.
Speaker: Er hat sich sogar geweigert in
Speaker: Argentinien für eine Mannschaft zu spielen, die als die Mannschaft der Elite galt.
Speaker: Und die ist immer bei Boca Juniors zum Beispiel, die eine Geschichte der Arbeiter oder der ärmeren Menschen darstellte.
Speaker: Und er hat es geschafft, zu einer Identifikationsfigur auch in Japan zu werden, weil die Menschen dort eben, wenn man auch diese Stadt sieht und sich auch mit dieser Geschichte beschäftigt, der Region, die ist eine der ärmeren Regionen,
Speaker: die Menschen, denen geht es nicht so gut wirtschaftlich und die haben sich mit ihm identifiziert und er war auch als Führungspersönlichkeit ein Mensch, der es sehr geschafft hat, mit seiner Art die anderen Menschen zu motivieren und er war auch ein Teammensch, auch wenn er so, wenn man ihn sieht bei den Spielern, er
Speaker: hat natürlich seine unglaublichen Qualitäten als Einzelspieler, aber er hat trotzdem im Team das geschafft, das zusammenzuhalten, sie voranzubringen und auch eine starke Herzlichkeit auszustrahlen.
Speaker: Und das hat die Menschen dann insgesamt gecatcht und
Speaker: Ja, ich denke, er hat es dann geschafft, eine Identifikationsfigur zu werden.
Speaker: Und nach so vielen Jahren, aber auch diese Verehrung, klar, es liegt auch an der Mentalität, die dort herrscht.
Speaker: Und die Menschen haben das wahrscheinlich auch gebraucht.
Speaker: Aber wenn man nach Neapel geht und sieht, dass er wie ein Gott dargestellt wird und so verehrt wird,
Speaker: Also das ist unglaublich, muss ich wirklich sagen.
Speaker: Das hat mich total beeindruckt.
Speaker: Also ohne, dass mein Gedanke jetzt ist, gottähnlich verehrt zu wollen, aber da steckt natürlich schon in dem einen oder anderen, was du gerade sagst, schon auch ein Learning für Führungskräfte drin.
Speaker: Also irgendwie nahbar zu sein, vielleicht auch das Thema Authentizität irgendwie.
Speaker: Ja, unbedingt.
Speaker: Und am Ende...
Speaker: Also müssen die dem ja vertraut haben, dass er das, was er dort sagt oder zeigt, dass er das auch so meint.
Speaker: Dass das keine Rolle ist, die er spielt, um irgendwie anzukommen, sondern da muss ja eine tiefe Ehrlichkeit irgendwie gespürt worden sein.
Speaker: Und dann sind wir ja irgendwie bei Authentizität.
Speaker: Das war so meine Gedanken gerade spannend.
Speaker: Okay.
Speaker: Ja, das ist ein sehr gutes Stichwort, was du gerade nennst, die Authentizität.
Speaker: Ich finde das entscheidend auch oft, weil genau das hat er.
Speaker: Er hat sich ja nie versteckt.
Speaker: Er hat nie irgendwas von sich gezeigt, was er nicht ist.
Speaker: Und das spüren die Menschen.
Speaker: Das spüren auch immer die Menschen, egal in welcher Art der Interaktion man ist, wenn man authentisch ist oder nicht.
Speaker: Und ich habe das jetzt auch im Laufe meines Lebens erlebt, wie wichtig das ist, bei sich zu stehen und auch nicht zu versuchen, irgendwas darzustellen, was man gar nicht ist.
Speaker: Das spüren die Menschen.
Speaker: Und gerade als Führungspersönlichkeit oder wenn man bei so einem Team ist und auch eine gewisse
Speaker: Sicherheit ausstrahlen sollte, um ein sicheres Gefühl dem Dienst zu geben, sollte man authentisch sein.
Speaker: Weil das spürt jeder Mensch und das führt so in Sicherheit.
Speaker: Und das sind nicht mal die Worte, es ist einfach das, was man ausstrahlt.
Speaker: Also ich finde, ich teile das, was du sagst und trotzdem habe ich so eine gewisse Ambivalenz in mir, weil ich schon auch Führungskräfte erlebt habe, die das als eine Art Entschuldigung genutzt haben, sich nicht...
Speaker: in Veränderungsprozesse zu betrugen.
Speaker: Das ist ja so ein schmaler Grad, würde ich sagen.
Speaker: Auf der einen Seite teile ich das voll, was du sagst und auch am Beispiel von Maradona.
Speaker: Und auf der anderen Seite, also mein Gedanke dazu ist immer, also wenn du halt ein Arschloch bist, dann kannst du natürlich authentisch ein Arschloch sein, aber das macht dich ja trotzdem nicht zu einer guten Führungskraft.
Speaker: Und
Speaker: Und wir können ja unsere Persönlichkeit weiterentwickeln.
Speaker: Also ich höre manchmal so den Satz, ich bin halt so.
Speaker: Und da ist dann meine Antwort immer, nee, du bist nicht so, sondern du hast entschieden, so sein zu wollen.
Speaker: Und wenn du halt ein bisschen anders sein möchtest, dann ist das halt mit mehr oder weniger Aufwand natürlich möglich.
Speaker: Also wir sind ja...
Speaker: Menschen sind natürlich veränderungsfähig, im Grunde bis sie tot sind.
Speaker: Und das ist so manchmal, finde ich, schwierig, diesen Weg zu finden, der halt nicht sehr breit ist, zwischen authentisch zu sein, also innen und außen tickt irgendwie oder ist gleich, also ist in Schwingung, also das, was ich...
Speaker: in mir denke, fühle, glaube, ist auch das, was ich nach außen sende.
Speaker: Und auf der anderen Seite mich auch an Dinge, die halt neu sind, die sich verändern, an die halt anzupassen.
Speaker: Ja, verstehe ich total.
Speaker: Und das sind aber für mich zwei Paar Schuhe.
Speaker: Also eine Entschuldigung ist für mich
Speaker: da ist der Wille wahrscheinlich nicht so wirklich da, um sich auf Veränderungsprozesse einzulassen.
Speaker: Aber das, ja, um sich mit Authentizität zu entschuldigen.
Speaker: Also ich glaube, authentisch sein kann man dann auch, wenn man sich verändert, in diesem Veränderungsprozess.
Speaker: Und die
Speaker: für mich ist das absolut keine Entschuldigung.
Speaker: Und ich war auch anders vor zehn Jahren und vor 15 und vor zwei.
Speaker: Vor zwei auch noch.
Speaker: Und trotzdem glaube ich oder behaupte ich, dass ich authentisch bin.
Speaker: Und das hat das eine für mich mit dem anderen nicht wirklich was zu tun.
Speaker: Und es hat eben mit Selbstreflexion was zu tun und auch mit der Bereitschaft,
Speaker: sich weiterzuentwickeln.
Speaker: Und wenn das jemand nicht möchte, dann bleibt es auf einem Level oder auch in einem bestimmten Umfeld, wo das ausreicht.
Speaker: Ja, weil auch... Das stimmt, das ist nur der sozusagen die, also authentisch zu sein ist ja seit ein paar Jahren, würde ich sagen, also meiner Branche auf jeden Fall oder war vor ein paar Jahren irgendwie so eine Art Buzzword, da war irgendwie authentisch sein, das ist sozusagen, das ist das, also als Führungskraft, was du sein musst und diese Entschuldigung, die
Speaker: dann sich nicht zu verändern, die habe ich halt tatsächlich immer wieder gehört von Führungskräften.
Speaker: Also die hatten sicherlich nicht dein Mindset, was das Thema Lernen Neues und so anging.
Speaker: Aber für die war das natürlich dann bequem.
Speaker: Die haben gesagt, ich bin halt so, ich bin authentisch und bleibe halt so authentisch, wie ich jetzt bin.
Speaker: Und das war nur mein Punkt.
Speaker: Ansonsten bin ich da bei dir.
Speaker: Und wenn du dich veränderst,
Speaker: Und ich habe so einen Führungsgrundsatz, der passt da super zu, weil der lautet, die Haltung bestimmt immer die Handlung.
Speaker: Und das ist ja im Grunde genau das, worum es geht.
Speaker: Wenn meine Haltung, keine Ahnung, wertschätzend für andere ist, dann kann ich das durch meine Handlung jeden Tag ausdrücken.
Speaker: Und dann ist das ja eine Form von Authentizität in mir,
Speaker: gucke ich in die gleiche Richtung wie das, was ich tue.
Speaker: Ich spiele also keine Rolle.
Speaker: Ich denke mir, Menschen sind eigentlich blöd, aber irgendwie Wertschätzung muss man jetzt hier machen bei DM.
Speaker: Dann mache ich das mal.
Speaker: Sondern ich fühle das auch in mir und das zeige ich jeden Tag.
Speaker: Und das wäre so in meinem Verständnis authentisch.
Speaker: Und wenn ich da was verändere,
Speaker: meine Haltung sozusagen dann anpasse, dann verändert sich auch die Handlung.
Speaker: Und diese Haltung zu verändern, das ist in manchen Situationen natürlich notwendig.
Speaker: Absolut.
Speaker: Das stimmt.
Speaker: Aber umgekehrt gibt es das auch, dass auch bestimmte Handlungen eine Haltung verändern.
Speaker: Also ich, klar, also
Speaker: Das unterschreibe ich zu 100 Prozent, was du gesagt hast.
Speaker: Ich stelle aber auch fest, dass es auch umgekehrt eine Wechselwirkung gibt, weil es kann auch sein, dass ich auf eine Art und Weise handle und mit dem Output nicht so zufrieden bin.
Speaker: Und das führt dann vielleicht, wenn ich darüber reflektiere und denke, was hat denn dazu geführt, dass meine Handlung so war und so angekommen ist?
Speaker: Was war der Kontext?
Speaker: Warum habe ich das getan?
Speaker: Bin ich damit zufrieden und wenn ich merke, ich bin nicht zufrieden, ich hätte es auch anders machen können, führt das auch in manchen Situationen zu einer anderen Haltung, weil ich mir denke, die Haltung war jetzt nicht die richtige in dem Moment.
Speaker: Genau, schönes Beispiel.
Speaker: Ich finde, zum einen, der Weg ist dann aber trotzdem so.
Speaker: Also ich bin mit dem Ergebnis meiner Handlung unzufrieden.
Speaker: Ich reflektiere, verändere meine Haltung und dadurch dann auch die Handlung.
Speaker: Und das Zweite ist, für mich ist Reflexion, wir haben ja heute schon ein paar Mal darüber gesprochen, also neben Vorbild, würde ich sagen, sind das die zwei wichtigsten Verhaltenseigenschaften von Führungskräften, von guten Führungskräften.
Speaker: Weil nur wenn ich diese Reflexionsfähigkeit habe, mitbringe, dann habe ich ja überhaupt die Möglichkeit, das zu tun, was du gerade beschrieben hast.
Speaker: Wenn ich in den Spiegel gucke und denke, geiler Typ, alles korrekt, was du machst.
Speaker: Dann stelle ich mir ja nie die Frage, was ist mein Anteil eigentlich daran, dass das nicht funktioniert hat.
Speaker: Sondern die Antwort wird immer sein, du bist der Anteil, warum das nicht funktioniert hat.
Speaker: Das ist deine Schuld.
Speaker: Ich habe alles erklärt und der Rahmen war gut, aber du wolltest es halt nicht.
Speaker: Und das ist natürlich schwierig, weil dann verändere ich mich auf gar keinen Fall.
Speaker: Das stimmt.
Speaker: Du, Alina, wir haben schon über eine Stunde und ich könnte noch weiterreden.
Speaker: Das ist gefährlich, wenn ich noch weiterreden könnte, weil ich es dann manchmal tue.
Speaker: Ich komme mal zu meiner letzten Frage, aber davor mache ich vielleicht noch einen kleinen Cliffhanger.
Speaker: Im Vorgespräch hast du mir erzählt, dass du ein Buch schreiben wirst.
Speaker: Ich weiß nicht worüber.
Speaker: Aber wenn es soweit ist, dann sprechen wir hier vielleicht nochmal drüber.
Speaker: Und für alle da draußen, wenn ihr Alinas Deep Talk mochtet, dann ist bestimmt das Buch auch spannend für euch.
Speaker: Also wir berichten auf jeden Fall.
Speaker: Wir halten euch im Loop.
Speaker: Die letzte Frage.
Speaker: Liebe Alina, welche Pressemeldung würdest du gern von dir, von DM oder auch über das Thema Führung, Kultur, Veränderung in den nächsten zwölf Monaten lesen?
Speaker: Sehr schwierige Frage.
Speaker: Aber ich glaube, was mir gefallen würde, wenn ich jetzt über mich zum Beispiel was lesen sollte, wäre, dass ich mit dem, was ich tue, dass ich Menschen inspirieren kann,
Speaker: an sich zu arbeiten und dazu beizutragen, dass wir einfach in einem besseren Umfeld leben.
Speaker: Und ich meine jetzt mit einem besseren Umfeld, auch im Arbeitsleben zu Hause, es muss jetzt nicht das Global Galaktische sein.
Speaker: Aber dass es dazu führt, dass wir besser miteinander umgehen.
Speaker: Und das würde mir gefallen, wenn ich dazu Menschen inspirieren könnte.
Speaker: Wenn ich sowas lesen würde, ja, Alina Wettengel hat die Menschen dazu inspiriert, mit ihrem Beitrag das zu tun.
Speaker: Das würde für mich eine, würde mich sehr glücklich machen.
Speaker: Also wir auf unserer Seite halten die Augen auf jeden Fall offen, liebe Alina.
Speaker: Und ihr habt doch sicherlich auch hier eine Kundenzeitschrift bei euch in den Märkten, oder?
Speaker: Ja.
Speaker: Da gucke ich auch mal rein.
Speaker: Auch da gibt es wichtigere Themen, denke ich mal.
Speaker: Aber ja, da gibt es sicherlich.
Speaker: Wir haben sehr viele wichtige Themen, die da beinhaltet sind und auch was DM bewegt
Speaker: Aber ja, das ist das, was mir jetzt im Moment eingefallen ist.
Speaker: Alina, ich danke dir für deine Zeit und die tollen Insights und danke, dass du da warst.
Speaker: Ich danke dir sehr, Norman.
Speaker: Es hat mir sehr viel Freude gemacht und ich höre dir sehr gerne zu.
Speaker: Ja, ich finde, du stellst sehr spannende Fragen und auch zuerst.
Speaker: deine Beiträge, deine Erfahrung.
Speaker: Das hilft mir auch wiederum sehr und ich lerne sehr viel daraus und vielen, vielen Dank, dass ich mich auch... Ja, danke.
Speaker: Das war eine neue Folge von Führen mit Herz und Verstand.
Speaker: Toll, dass du dabei warst und dir die Zeit genommen hast.
Speaker: Wenn es dir gefallen hat, hinterlass mir doch bitte direkt jetzt eine positive Bewertung.
Speaker: Ich wünsche dir eine tolle Zeit und gutes Gelingen bei dem, was auf dich wartet.






