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#64 Arbeitsmodelle gestalten | Worte formen Haltung |Führungskräfte im Praktikum - Interview mit Dr. Alina Wettengel

Führen mit Herz & Verstand
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48 Plays6 months ago

In dieser Folge spricht Normen Ulbrich mit Dr. Alina Wettengel – Historikerin, Betriebswirtin und Recruiting-Verantwortliche bei dm – über die Kraft von Lernkultur, kultureller Vielfalt und authentischer Führung. Alina bringt ihren facettenreichen Weg mit: aufgewachsen in Siebenbürgen, geprägt durch interkulturelle Erfahrungen, neugierig geblieben durch zahlreiche Perspektivwechsel – beruflich wie persönlich.

Sie zeigt, wie Organisationen mit unterschiedlichen Generationen, Lebensmodellen und Erwartungshaltungen umgehen können – und warum Offenheit, Sprache und Reflexion zentrale Werkzeuge gelingender Zusammenarbeit sind.

🔎 Themen dieser Folge:

• Kulturelle Vielfalt leben: Wie biografische Prägung hilft, Brücken zu bauen

• Von der Haltung zur Handlung – und zurück: Warum Authentizität Veränderung nicht ausschließt

• Peer Learning auf Augenhöhe: Wie ein Praktikum als Führungskraft zu besseren Entscheidungen führt

• Generation Z, Teilzeit & Workation: Wie moderne Arbeitswelt neue Denkweisen erfordert

• Narrative als Führungstool: Was Maradona mit Unternehmenskultur zu tun hat

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🖼️ Das Führungsposter: Dieses Poster bietet Führungskräften und Teams inspirierende Grundsätze, um eine positive und unterstützende Atmosphäre zu schaffen. Es fördert Innovation, Zusammenarbeit und persönliche Entwicklung und stärkt so die Führungskompetenzen im Unternehmen. Das Führungsposter ist in den Größen A3 und A2 erhältlich.

Recommended
Transcript

Einführung und Bedeutung authentischer Führung

00:00:00
Speaker
Und gerade als Führungspersönlichkeit oder wenn man bei so einem Team ist und auch eine gewisse Sicherheit ausstrahlen sollte, um ein sicheres Gefühl dem Team zu geben, sollte man authentisch sein, weil das spürt jeder Mensch und das führt so in Sicherheit.
00:00:21
Speaker
Der Erfolg eines Unternehmens hängt ganz entscheidend von der Führungskultur im Unternehmen ab.
00:00:27
Speaker
Denn wenn sich Mitarbeiterinnen zufrieden fühlen, steigt die Produktivität um bis zu 20 Prozent.
00:00:34
Speaker
Doch die Frage lautet, wie kann das bei dem hohen Druck der Zeitverdichtung und den vielen operativen Aufgaben gelingen?

Vorstellung des Podcasts und der Gäste

00:00:41
Speaker
Lausche den Deep Talks und erhalte erprobte und praxisnahe Führungswerkzeuge für eine sinn- und menschenorientierte Führung.
00:00:48
Speaker
Erlebe gleichzeitig, wie eine positive innere Haltung den Unterschied bei meinen Gästen gemacht hat.
00:00:55
Speaker
Ich bin Norm Ulbrich und heiße Dich herzlich willkommen zu meinem Podcast Führen mit Herz und Verstand.
00:01:02
Speaker
Heute darf ich euch einen ganz besonderen und wunderbaren Gast ankündigen.
00:01:06
Speaker
Sie ist in Siebenbürgen aufgewachsen, hat eine deutsche Schule besucht und ist dreisprachig groß geworden.
00:01:12
Speaker
Ursprünglich hat sie Geschichte studiert, später ein BWL-Intensivstudium absolviert, eine Kombination also, die analytisches Denken und historisches Prozessverständnis verbindet.
00:01:25
Speaker
Ihre Karriere führte sie durch ganz viele verschiedene Stationen, zum Beispiel in Beratungen, in Softwareentwicklung und heute in HR.
00:01:34
Speaker
Besonders prägend war ihre Zeit bei Andrena Objects AG, wo sie das Recruiting leitete und als Product Owner ein Bewerbungsmanagementsystem entwickelte.
00:01:44
Speaker
Heute trägt sie bei dm Drogeriemarkt im Dialogikum die Verantwortung für das Recruiting in der Zentrale, leitet ein Team für Projekt- und Prozessmanagement und gestaltet die internationale Recruitingstrategie.
00:01:59
Speaker
Was sie besonders auszeichnet, ist ihre Fähigkeit, interdisziplinär zu denken und Erfahrungen aus unterschiedlichen Bereichen miteinander zu verbinden.
00:02:07
Speaker
Und gleichzeitig beeindruckt sie mit einem großen Wissensdurst und echtem Interesse daran, Neues zu lernen und auszuprobieren.
00:02:14
Speaker
Und damit sage ich herzlich willkommen im Podcast.
00:02:17
Speaker
Ich freue mich riesig, dass du heute hier bist.
00:02:18
Speaker
Dr.

Alina Wettengel über multikulturelles Aufwachsen

00:02:19
Speaker
Alina Wettengel.
00:02:19
Speaker
Vielen Dank, lieber Norman.
00:02:21
Speaker
Ich freue mich auch heute dabei zu sein.
00:02:25
Speaker
Danke.
00:02:25
Speaker
Auf eine spannende Dreiviertelstunde im Talk, im Deep Talk mit dir.
00:02:32
Speaker
Alina, du bist in, habe ich ja gerade gesagt, in Siebenbürgen aufgewachsen, dreisprachig sogar, bist da auf eine deutsche Schule gegangen.
00:02:40
Speaker
Wenn du an diese Zeit so zurückdenkst, gibt es da ein Bild oder vielleicht einen Moment, der dir bis heute so in Erinnerung ist, der dir vielleicht auch Orientierung gibt, wenn es so um Themen Zusammenarbeit, kulturelle Vielfalt geht?
00:02:58
Speaker
Das ist eine sehr gute Frage.
00:03:02
Speaker
Das Interessante dabei ist, als ich dort so gelebt habe, das war selbstverständlich.
00:03:07
Speaker
Ich habe mich nie so richtig bewusst mit diesem Thema auseinandergesetzt, außer dass ich neugierig war, wieso das so ist und mich dann auch entschieden hatte, Geschichte zu studieren.
00:03:20
Speaker
Aber erst als ich in Deutschland gelebt habe, wurde mir bewusst,
00:03:27
Speaker
in diesem Kontrast zu meinem jetzigen Leben, wie ich aufgewachsen bin und wie wertvoll das für mich war und wie sehr mich das geprägt hat.
00:03:38
Speaker
Und ja, die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Kulturen, das war natürlich ein großer Bestandteil meines Lebens.
00:03:50
Speaker
weil viele von uns, gerade auch in der deutschen Schule, kamen aus einem sehr unterschiedlichen kulturellen Umfeld.
00:04:00
Speaker
Und das war selbstverständlich für uns einfach.
00:04:03
Speaker
Und natürlich sehe ich das heute, wo die Unterschiede lagen.
00:04:07
Speaker
Aber damals war es was Selbstverständliches.
00:04:09
Speaker
Und genauso wie ich kann man auch andere Menschen, Kommilitonen aus deutschen oder deutsch-rumänischen oder deutsch-rumänisch-ungarischen oder ungarisch-rumänischen Familien
00:04:20
Speaker
Und ich denke, uns verbannt diese gemeinsame Herkunft und auch dieses Umfeld, in dem wir lebten.
00:04:28
Speaker
Die Sprache hat keine Rolle gespielt, die unterschiedlichen Sprachen.

Kulturelle Unterschiede und Vorurteile in Teams

00:04:33
Speaker
Das war etwas ganz Normales.
00:04:36
Speaker
Aber jetzt hier sehe ich das natürlich und sehe, wie sehr mich das geprägt hat.
00:04:41
Speaker
Wahnsinn, ja.
00:04:42
Speaker
Also ich kann das so natürlich gar nicht nachvollziehen, weil ich nicht so aufgewachsen bin und diesen Kontrast nicht ganz so krass sehe.
00:04:50
Speaker
Ich komme ja gebürtig aus Magdeburg, also da gibt es zumindest, würde ich sagen, so einen kleinen Unterschied, weil ich die ersten elf Jahre in der DDR verbracht habe und den Rest meines Lebens in der Bundesrepublik.
00:05:04
Speaker
Und
00:05:06
Speaker
Aber selbst wenn man diese großen kulturellen Unterschiede oder diese kulturelle Vielfalt gar nicht so...
00:05:17
Speaker
natürlich aufgenommen hat, wie du das vielleicht getan hast, habe ich im Team ja trotzdem eine Menge Unterschiede.
00:05:25
Speaker
Also selbst wenn alle aus Deutschland kommen, selbst wenn alle aus Karlsruhe kommen, dann gibt es ja trotzdem Unterschiede zwischen den Menschen.
00:05:33
Speaker
Die sind ja dann, also nur weil sie alle irgendwie weiß sind, aus Karlsruhe kommen, sind die ja doch sehr unterschiedlich.
00:05:43
Speaker
Kannst du da...
00:05:45
Speaker
Kannst du da irgendeine Art von, also auch als Führungskraft vielleicht, kannst du da irgendeine Art von Hilfestellung bieten, wo du sagst, das verstehe ich vielleicht mit meinem kulturellen Background irgendwie noch besser oder kann das besser erklären?
00:06:02
Speaker
Also kann denen auf jeden Fall helfen?
00:06:04
Speaker
Ja, das habe ich festgestellt, als ich bei einem Polenprojekt involviert war bei uns bei DM und habe gemerkt,
00:06:14
Speaker
Also ich verstehe mit dem Herzen, was die Menschen eigentlich sagen möchten, auch wenn sie es nicht sagen, wenn sie zum Beispiel aus Polen sind, weil ich das kenne.
00:06:26
Speaker
Und ich habe gemerkt, da war in manchen Situationen eine Erwartungshaltung von deutscher Seite aus.
00:06:34
Speaker
Und man hat sich gewundert, wenn der Mensch aus dem anderen Teil,
00:06:39
Speaker
kulturellen Umfeld oder aus dem andersprachlichen Umfeld anders agierte, als man das erwartete.
00:06:45
Speaker
Oder auch wenn es sprachlich was ausgedrückt hat, was anders rüberkam.
00:06:51
Speaker
Und dann habe ich mich bemüht, diese Vermittlung zu übernehmen oder auch zu sagen, der Mensch wird das so nicht machen, wie du das erwartest, weil dieser Mensch anders aufgewachsen ist und weil da eine andere Mentalität herrscht.
00:07:08
Speaker
Und das versteht dieser Mensch nicht, was du von ihm erwartest.
00:07:11
Speaker
Und es ist wichtig, auch in der Kommunikation das aufzunehmen oder viel nachzufragen und nicht mit einer Erwartungshaltung in so eine Beziehung reinzugehen, die dann...
00:07:27
Speaker
nicht erfüllt wird und dann zur Enttäuschung führt zu beiden Seiten.
00:07:30
Speaker
Weil der andere Mensch auf der anderen Seite spürt natürlich auch, wenn es eine bestimmte Erwartungshaltung nicht erfüllt und weiß gar nicht, warum das so ist.
00:07:39
Speaker
Und ich weiß das aus meiner Historie heraus, weil obwohl ich in einem auch deutsch geprägten Umfeld aufgewachsen bin, als ich nach Deutschland kam, habe ich am Anfang, gerade in den ersten ein, zwei Jahren,
00:07:56
Speaker
konnte ich bestimmte Dinge gar nicht verstehen.
00:07:58
Speaker
Ich verstand nicht, warum ich in manchen Situationen vielleicht angeeckt bin oder warum ich so eine Resonanz erhielt, die ich so nicht erwartet habe.
00:08:12
Speaker
Und dann habe ich irgendwann verstanden, dass meine Verhaltensweise oder meine Verhaltensmuster, die erfolgreich waren in diesem Kontext, in dem ich gelebt habe,
00:08:25
Speaker
dass die hier so nicht erfolgreich sind und man hier andere Verhaltensmuster braucht oder die Menschen eine andere Sprache und hier meine ich nicht die deutsche Sprache, weil die konnte ich auf Muttersprachenniveau,
00:08:38
Speaker
aber dass die Menschen anders dickern.
00:08:40
Speaker
Und mein Gefühl von damals ist mir auch heute noch präsent.
00:08:46
Speaker
Und deswegen kann ich mich ganz gut in diese Gefühlswelt reinversetzen.
00:08:50
Speaker
Und das versuche ich dann immer zu vermitteln.
00:08:53
Speaker
Und eben auch mein Tipp ist immer, viele Fragen zu stellen.
00:08:57
Speaker
Und einfach offen reinzugehen und nicht mit einer Erwartungshaltung und sich auch nicht unbedingt zu wundern.
00:09:03
Speaker
Weil allein dieses Wundern ist eine Bewertung in dem Fall.
00:09:09
Speaker
Weil ich wundere mich immer über etwas, was nicht so ist, wie ich erwarte.

Generationsunterschiede und Arbeitsmodelle

00:09:15
Speaker
Und das ist so mein Tipp in diesem Fall.
00:09:18
Speaker
Aber das betrifft ja ganz unterschiedliche Ebenen.
00:09:22
Speaker
Ja, das ist spannend, wenn du das so sagst, musst du dich gerade die ganze Zeit daran denken, im
00:09:29
Speaker
Im Grunde, also das eine ist, was ich ja gerade schon sagte, so in Teams habe ich genau das Gleiche.
00:09:34
Speaker
Es gibt auch da ja Erwartungshaltungen, auch von Karlsruher zu Karlsruher.
00:09:39
Speaker
Das ist das eine.
00:09:40
Speaker
Und das andere ist, ich habe gerade bei einem Kunden das Thema der Gen Z. Und da ist das ja im Grunde nicht anders.
00:09:51
Speaker
Also das ist ja, da kommen ja dann junge Menschen, die irgendwie...
00:09:58
Speaker
Genau, eine ganz andere Erwartungshaltung mitbringen und die Erwartungen der, wenn da vielleicht sogar Babyboomer auf der anderen Seite sitzen, irgendwie gar nicht erfüllen.
00:10:12
Speaker
Also gar nicht und immer ist natürlich sehr hart, aber in vielen Fällen, die irgendwie eine andere Idee haben von Arbeit, die auch andere Werte haben, die ihnen wichtig sind.
00:10:24
Speaker
Also ich würde sagen, das ist ja so der Kern.
00:10:26
Speaker
Und da gibt es ja auch ein großes Unverständnis.
00:10:28
Speaker
Also nicht nur von Deutschen zu Polen oder umgekehrt, sondern auch von jung zu alt, von alt zu jung.
00:10:36
Speaker
Triffst du da in deinem Recruiting-Umfeld bei euch in der Zentrale, triffst du da auch auf solche Themen?
00:10:42
Speaker
Ja, selbstverständlich.
00:10:43
Speaker
Also wir sprechen auch sehr viel darüber, auch intern.
00:10:48
Speaker
Und ich muss sagen,
00:10:52
Speaker
Ich sehe das nicht so negativ.
00:10:55
Speaker
Das erlebe ich auch in vielen Situationen, dass das so negativ aufgenommen wird.
00:11:00
Speaker
Und ich sage mir, eigentlich ist es so, wenn ein junger Mensch kommt und sagt, er möchte, ich habe das auch bei Andréna erlebt und auch jetzt, viele möchten dann Teilzeit arbeiten.
00:11:13
Speaker
Ja, sie sagen, sie möchten nur 80 Prozent arbeiten.
00:11:17
Speaker
in Teilzeit, weil sie restlichen 20 Prozent, möchten sie sich um andere Themen kümmern oder um ihre Work-Life-Balance.
00:11:24
Speaker
Und das wird von vielen Menschen halt negativ aufgenommen.
00:11:28
Speaker
Und dann sage ich mir, warum eigentlich?
00:11:32
Speaker
Was ist denn schlecht daran?
00:11:33
Speaker
Weil...
00:11:34
Speaker
Wenn wir uns unsere Eltern vielleicht anschauen oder auch vielleicht unsere Generation, wo man sich zu Tode oder bis zum Burnout gearbeitet hat, man hat wenig Wert auf seine eigenen Bedürfnisse gelegt, dann frage ich mich, was ist denn gut daran?
00:11:53
Speaker
Und wenn Menschen zum Beispiel mit so einer Haltung kommen, dann hilft auch ein Verständnis dafür und auch,
00:12:01
Speaker
nicht immer das zu vergleichen mit dem, was man kennt oder was man selbst gut findet.
00:12:06
Speaker
Und auch zum Beispiel, wenn ich sehe, ich sehe das bei meinen Kindern auch, diese Affinität zu Social Media.
00:12:16
Speaker
Ja, und ich habe mir jetzt auch zum Beispiel Fortbildungsangebote angeschaut.
00:12:21
Speaker
Die sind ganz anders als zu meiner Zeit und in unserer Generation.
00:12:26
Speaker
Ganz, ganz anders.
00:12:27
Speaker
Viel mit Bildern, ganz kurzen Inhalten, mit einem Wissenstransfer.
00:12:32
Speaker
Und dann sage ich mir, ja, diese Menschen brauchen einfach einen anderen Zugang zu den Themen.
00:12:37
Speaker
Es ist nicht mehr der Zugang, den ich hatte oder andere, oder den ich immer noch habe, sondern es ist ein anderer Zugang und dann
00:12:45
Speaker
hilft nur eins, sich darauf einzulassen und einfach auch daraus zu lernen.
00:12:49
Speaker
Wir können auch viel lernen von diesen Generationen.
00:12:53
Speaker
Ich lerne total viel davon und vieles adaptiere ich auch.
00:12:57
Speaker
Und ich glaube, diese Haltung wäre hilfreicher, als das von Anfang an ganz so negativ zu sehen.
00:13:05
Speaker
Aber wir sprechen natürlich auch viel darüber und auch, wir haben gerade bei DM sehr, wir haben diese Generationen,
00:13:14
Speaker
die vielleicht viel ausgeprägter sind als bei IT-Unternehmen oder bei Start-ups.
00:13:21
Speaker
Und wir machen uns sehr viele Gedanken darüber, wie wir auf die Bedürfnisse dieser unterschiedlichen Generationen eingehen können.
00:13:29
Speaker
Und das finde ich sehr, sehr wichtig.
00:13:32
Speaker
Hast du da ein paar Insights für uns?
00:13:34
Speaker
Weil ich glaube, ein paar meiner Kunden habe ich im Blick, die das auf jeden Fall als Herausforderung beschreiben würden, diese Andersartigkeit.
00:13:48
Speaker
Also ich sage mal, den Blick, den du da drauf hast, den habe ich da auch drauf.
00:13:54
Speaker
Also ich habe das sogar bei meinem Papa, habe ich das...
00:13:59
Speaker
habe ich das erlebt, der ist 63 in Rente gegangen, mit 66 gestorben.
00:14:04
Speaker
Also der hatte im Grunde von seiner Rente nichts und der hat sehr, sehr viel gearbeitet, war auch sehr erfolgreich.
00:14:11
Speaker
Aber also wenn die Idee ist, ich spare mir das auf quasi für die Zeit von Rentenbeginn bis 80, 85 ist ja irgendwo der Lebenszeit.
00:14:24
Speaker
das Lebensalter, was wir so erreichen.
00:14:27
Speaker
Und das klappt dann nicht.
00:14:28
Speaker
Dann hast du natürlich irgendwie eine Fehlanalyse dann irgendwie oder eine Fehlentscheidung.
00:14:35
Speaker
Und insofern habe ich das, was du gerade geschildert hast, habe ich das da erleben müssen.
00:14:42
Speaker
Und das ist ja das, was diese junge Generation in vielen Fällen, wo die zumindest einen stärkeren Fokus drauf haben.
00:14:50
Speaker
Also vielleicht auch auf Kinder.
00:14:52
Speaker
Wenn du in einer anderen, in einer bisschen älteren Lebensphase bist, dass dann auch Väter zum Beispiel sagen, ich nehme Elternzeit, vielleicht auch nicht nur zwei Monate, viel länger.
00:15:04
Speaker
Und dann treffe ich manchmal auf Geschäftsführer, in der Regel dann Männer, die das also gar nicht verstehen, wie man so als Führungskraft, als Mann und Führungskraft dann irgendwie ein halbes Jahr oder ein dreiviertel Jahr zu Hause bleiben kann.
00:15:20
Speaker
Wie geht ihr damit, also deshalb meine ich Insights, wie geht ihr damit um bei euch?
00:15:26
Speaker
Was macht ihr konkret dafür, dass dieses Verständnis irgendwie wächst?
00:15:33
Speaker
Also bei uns ist es so, dass, also ich glaube nicht unbedingt, dass wir ein Problem, würde ich das jetzt so nennen, in dieser Haltung haben.
00:15:46
Speaker
Also wer möchte, also wir sind total offen für verschiedene Lebensmodelle oder auch wenn Menschen sich diese Auszeit gönnen und
00:15:56
Speaker
Was ich auch richtig toll finde, also ich habe einige Kolleginnen aus meinem Umfeld, in diesem Fall Kolleginnen, die einfach dann auch ein Sabbatical machen, das ist möglich, wo sie dann auch ein Jahr, ich habe eine Kollegin, die war ein ganzes Jahr weg und ist dann wieder zurückgekommen.
00:16:12
Speaker
Die anderen für ein halbes Jahr.
00:16:15
Speaker
Und wir machen uns aber auch sehr viele Gedanken.
00:16:17
Speaker
Also zum Beispiel Workation ist seit einiger Zeit auch möglich bei uns.
00:16:22
Speaker
Oder auch Workation.
00:16:26
Speaker
Also es gibt ja diese gesetzlichen Regelungen, wo man das machen kann.
00:16:30
Speaker
Ich habe das jetzt gerade nicht...
00:16:33
Speaker
Nein, es ist kein Bildungsurlaub.
00:16:35
Speaker
Bildungsurlaub geht auch, aber Workation heißt, wenn du an einem anderen Ort arbeiten kannst, im Ausland, also im europäischen Ausland, es gibt da bestimmte Regelungen, in welchen Ländern das geht und welche nicht.
00:16:47
Speaker
Also das ist seit einiger Zeit auch möglich.
00:16:50
Speaker
Also das Tolle ist, dass bei uns kontinuierlich an solchen Konzepten gearbeitet wird.
00:16:57
Speaker
Manchmal haben wir auch Pilotprojekte, wo man das ausprobiert.
00:17:01
Speaker
Und wenn es gut läuft, dann implementiert man das auch.
00:17:05
Speaker
Und Workation ist auch so ein Thema.
00:17:08
Speaker
Oder man guckt natürlich auch über jetzt, wie es weitergeht mit Altersteilzeitmodellen.
00:17:17
Speaker
Also da beschäftigen wir uns wirklich viel damit, mit diesen Themen.

DM's Kultur und Werte in der Praxis

00:17:22
Speaker
Bei jungen Menschen ist klar, also die
00:17:26
Speaker
Wir investieren wahnsinnig viel in die Ausbildung junger Menschen.
00:17:31
Speaker
Also wir haben unglaublich viele jedes Jahr, weil die EM das auch als einen Auftrag sieht, diese Menschen auszubilden.
00:17:40
Speaker
Also das sind so die Themen, die uns gerade beschäftigen.
00:17:43
Speaker
Hier in meinem ersten Buch, Workbook Lightroom Entwicklung, da kommt ihr auch drinne vor, weil du gerade sagst Ausbildung, das Thema der Lernlinge, so heißt es lieber euch, nicht Lehrlinge, sondern Lernlinge und das haben wir aufgegriffen, weil wir da, weil wir dieses Ausbildungsbild
00:18:03
Speaker
Also Wortspiel, wenn man es nicht nur als Wortspiel versteht, sondern irgendwie als Haltung dahinter.
00:18:08
Speaker
Und so haben wir das wahrgenommen, dass ihr das so seht.
00:18:11
Speaker
Das passt zu dem, was du gerade sagst.
00:18:13
Speaker
Dass das dann auch ein anderes Wort quasi durchaus Sinn macht, wenn ich die Haltung dahinter verändern will.
00:18:20
Speaker
Absolut.
00:18:20
Speaker
Also dieses Wort soll auch die Haltung spiegeln.
00:18:23
Speaker
Und wir haben gewonnen.
00:18:25
Speaker
Also wir legen sehr viel Wert bei DM auf unsere Wortwahl und auch, welche Wörter wir für was verwenden.
00:18:33
Speaker
Also manchmal hören sie sich für Außenstehende vielleicht ungewöhnlich an.
00:18:38
Speaker
Dialogikum zum Beispiel.
00:18:40
Speaker
Genau, Dialogikum ist unsere Zentrale, heißt Dialogikum, um eben auch diese Haltung zu unterstreichen.
00:18:49
Speaker
Oder zum Beispiel unsere Kantine heißt Kulinarium.
00:18:54
Speaker
Und das finde ich ein sehr schönes Wort, weil ich bin Historikerin mit Latein und so weiter.
00:19:00
Speaker
Ich finde dieses Wort wunderschön.
00:19:02
Speaker
Aber das sind einfach so Wörter, die eine Haltung spiegeln.
00:19:06
Speaker
Und ich glaube schon, dass das sehr wichtig ist, um auch eine Unternehmenskultur zu prägen.
00:19:12
Speaker
Genau, also nur Werte zu haben reicht halt nicht aus, sondern ich muss ihnen eine Bedeutsamkeit im Alltag geben und auch da reichen Worte natürlich nicht aus, aber wenn eure Zentrale keine Zentrale ist, sondern wirklich ein Dialogikum, dann erlebe ich das ja als Mitarbeitender bei euch.
00:19:37
Speaker
Ja.
00:19:38
Speaker
Absolut.
00:19:38
Speaker
Also das erleben wir alle.
00:19:41
Speaker
Und ich kam ja von außen nach DM.
00:19:45
Speaker
Also wir haben ganz viele Kolleginnen und Kollegen bei DM, die dort ihre Ausbildung gemacht haben und auch weiterhin arbeiten und auch sehr lange dabei sind.
00:19:55
Speaker
Und ich kam ja von außen.
00:19:57
Speaker
Es gibt natürlich auch andere, die von außen kamen.
00:20:00
Speaker
Aber am Anfang ist es schon ungewöhnlich.
00:20:04
Speaker
Und irgendwann verinnert man das und
00:20:08
Speaker
Ich finde das richtig gut, weil ich glaube schon, dass das wichtig wäre.
00:20:14
Speaker
Und das, was du gesagt hast, das mit den Werten, ja klar, man kann sie irgendwo hinschreiben und das wird kein Mensch beachten.
00:20:22
Speaker
Ja, die Frage ist, wie man sie lebt im Alltag, wie sie vorgelebt werden.
00:20:26
Speaker
Was heißt das denn genau?
00:20:28
Speaker
Und das muss man jeden Tag üben.
00:20:32
Speaker
Ja, es ist wie ein Muskel.
00:20:35
Speaker
Und bis das dann verinnerlicht ist.
00:20:36
Speaker
Und ich glaube, das gelingt uns sehr gut bei DM.
00:20:40
Speaker
Ja, und ich glaube auch, dass Werte sind ja erstmal ein Anspruch, den ich an meinem Verhalten habe.
00:20:51
Speaker
Und den erfülle ich ja vielleicht auch nicht jeden Tag, weil ich vielleicht auch keinen Anspruch habe, der sehr niedrig ist, sondern einen, wo ich auch durchaus mich hin und wieder mal strecken darf.
00:21:02
Speaker
Und dann kann es ja so sein, dass ich in irgendeiner Stresssituation vielleicht diesem Anspruch nicht gerecht werde und dann ist ja wieder die Frage, wie gehe ich damit um?
00:21:10
Speaker
Also das finde ich, das ist ja dann das, was ich so unter Wertearbeit auch verstehe, dass wir uns im Wert nehmen und vielleicht auch,
00:21:20
Speaker
unterschiedlichen Perspektiven drauf gucken.
00:21:21
Speaker
Hatten wir ja gerade die Karlsruher, die da drauf gucken, die Deutschen und Polen, die da drauf gucken.
00:21:29
Speaker
Und dass wir dann über diese Werte quasi diskutieren, was bedeuten die eigentlich für uns im Alltag oder was bedeuten sie vielleicht auch nicht.
00:21:36
Speaker
Und habt ihr solche Formate quasi, wo ihr das tut?
00:21:40
Speaker
Ja, also das ist ein sehr wichtiges Thema für uns.
00:21:44
Speaker
Und wir haben sehr viele reflektive Formate
00:21:50
Speaker
Und das finde ich sehr wichtig, weil gerade bei dieser Arbeit mit den Werten hilft das sehr, um auch sein eigenes Verhalten zu reflektieren.
00:22:02
Speaker
Und wir haben immer auch so feste Termine im Jahr, wo das Ding sich spiegelt gegenseitig oder wo wir in verschiedenen Konstellationen uns spiegeln.
00:22:17
Speaker
Und natürlich haben wir auch eine, das heißt Lernwelt bei uns, wo wir sehr viele Lernangebote auch haben.
00:22:28
Speaker
Und gerade in dem Bereich gibt es sehr viel und wird sehr viel angeboten, wo man daran teilnehmen kann, was um die dialogische Unternehmenskultur ist und was das genau heißt für uns.
00:22:39
Speaker
Und natürlich auch, wenn jemand bei uns anfängt, gibt es Einführungsveranstaltungen für alle Menschen,
00:22:47
Speaker
im Rahmen des Onboardings, wo es genau um diese Werte geht und auch um unsere Sprache übrigens, damit man so eine Orientierung am Anfang bekommt, wenn man eben nicht bei dem die Ausbildung gemacht hat, weil man braucht die am Anfang.
00:23:03
Speaker
Und ja, das sind so sehr unterschiedliche Angebote, die man da bekommt.
00:23:11
Speaker
Habt ihr so ein, kannst du das mal so,
00:23:15
Speaker
schematisch darstellen, wie so ein Onboarding?
00:23:17
Speaker
Wie muss ich mir das vorstellen, wenn ich jetzt bei DM anfange?
00:23:20
Speaker
Ja, also es ist, wir haben natürlich, für mich beginnt das Onboarding eigentlich nach der Zusage und wir sind sehr bemüht, die unsere, also die künftigen Mitarbeitenden, also mit ihnen in Kontakt zu sein.
00:23:37
Speaker
Wir, zum Beispiel, was wir machen, wir laden sie auch schon zu
00:23:41
Speaker
Team-Events ein, wenn das genau in dieser Zeit stattfindet.
00:23:45
Speaker
Und wenn die Menschen bei uns anfangen, dann gibt es immer Einführungsveranstaltungen.
00:23:50
Speaker
Also die ersten, gerade am ersten Tag, wenn sie anfangen, sind dann alle zusammen und ich alle, die in dem Monat anfangen.
00:23:59
Speaker
Und ich muss sagen, als ich angefangen habe, war es ja auch so und ich habe auch heute noch einen engen Kontakt, weil
00:24:06
Speaker
zu diesen Menschen, ja.
00:24:07
Speaker
Und teilweise werden dann auch so kleine Teams gebildet innerhalb, weil manchmal fangen 60, 100 Menschen an oder wie auch immer.
00:24:16
Speaker
Und dann werden so kleine Teams gebildet, so wie eine Peer-Gruppe.
00:24:20
Speaker
Und dann bleibt man halt zusammen in dieser Gruppe und hat auch Themen zu bearbeiten bis zum nächsten Mal.
00:24:25
Speaker
Man sieht sich dann wieder nach einiger Zeit, wo man bestimmte Fragen reflektieren kann.
00:24:31
Speaker
Und natürlich auch den Start, den man hatte.
00:24:34
Speaker
Und ich habe heute noch eine gute Verbindung zu diesen Menschen.
00:24:37
Speaker
Mit dem treffe ich mich auch.
00:24:39
Speaker
Und das Spannende dabei war zum Beispiel eine Kollegin, als ich angefangen habe, die hat bei uns in der Datenanalyse angefangen.
00:24:48
Speaker
Und da habe ich ein Praktikum gemacht im Juli und war genau in ihrem Team.
00:24:52
Speaker
Und das war einfach schön, sie da auch so zu erleben in dieser Interaktion.
00:24:57
Speaker
Also das...
00:24:59
Speaker
So findet ein Onboarding statt und natürlich auch in den Teams.
00:25:03
Speaker
Also wir, zum Beispiel bei uns im Team ist es so, dass wir nicht nur einen Blumenstrauß vorbereiten, sondern wirklich auch den Tisch.
00:25:14
Speaker
so wie eine kleine Feier halt vorbereiten, weil es uns unheimlich wichtig ist, dass die Menschen sich wohlfühlen bei uns.
00:25:21
Speaker
Und im Moment arbeiten wir auch noch an anderen Konzepten, wie wir das noch besser begleiten können, auch strukturiert, weil manchmal haben wir auch so Unterschiede zwischen den Teams und um eine Hilfestellung dann auch anzubieten.
00:25:35
Speaker
Ja.
00:25:36
Speaker
Also eine wirkliche Willkommenskultur war das Wort, was ich so dachte.
00:25:42
Speaker
Ja, unbedingt, ja.
00:25:43
Speaker
Schön.
00:25:46
Speaker
Gut, und dass ihr so, ich sage mal, dass der Rechner vorbereitet ist, Visitenkarten da sind, wenn es welche gibt, davon gehe ich aus, in dieser vorbereiteten Welt, die ihr so habt.
00:25:58
Speaker
Ja, also wir haben, also bei
00:26:01
Speaker
Es gibt dann einen Mentor oder einen Begleiter für diesen Menschen und dann richtet man gemeinsam alles ein.
00:26:09
Speaker
Also das gehört für uns dazu.
00:26:15
Speaker
Aber ich glaube, viel wichtiger ist tatsächlich, wie man einen Menschen aufnimmt, wie das emotional stattfindet, weil
00:26:25
Speaker
einen Laptop einzurichten oder dass man dann alles vorfindet, was man braucht.
00:26:30
Speaker
Das passiert ja überall.
00:26:32
Speaker
Die Frage ist, was macht dann den Unterschied aus?
00:26:35
Speaker
Und in meinen Augen macht das Team den Unterschied aus und die Emotionen, die damit verbunden sind.
00:26:43
Speaker
Und gerade am ersten Tag, wenn die Menschen...
00:26:47
Speaker
in ein neues Unternehmen kommen und auch mit einem gewissen Unsicherheitsgefühl und auch viele Fragezeichen im Kopf.
00:26:55
Speaker
Was erwartet mich das?
00:26:57
Speaker
Ist meine Erwartungshaltung, wird die erfüllt?
00:27:00
Speaker
Ist es so, wie ich es mir vorstelle?

Herausforderungen und Vorteile im Onboarding

00:27:02
Speaker
Da finde ich es umso wichtiger, dieses Sicherheitsgefühl auch irgendwie auch zu schaffen, damit sich die Menschen willkommen fühlen.
00:27:12
Speaker
Und das finde ich am allerwichtigsten beim Onboarding.
00:27:16
Speaker
Ich habe einen Führungsgrundsatz, finde ich gerade spannend, weil der da mega gut so passt.
00:27:22
Speaker
Der lautet Orientierung schafft Sicherheit und Sicherheit schafft Vertrauen.
00:27:27
Speaker
Und das, was du gerade ansprichst, ist ja genau dieser Punkt.
00:27:31
Speaker
Egal, was für ein Persönlichkeitstyp ich bin, ich bin ja erstmal vielleicht nicht orientierungslos, aber auf jeden Fall orientierungslos sehr am ersten Tag, wenn ich komme.
00:27:47
Speaker
diese Lücke zu füllen und zu sagen, ich biete dir aber gerade am ersten Tag oder gerade in den ersten zwei Wochen, vier Wochen, biete ich dir ganz viel Orientierung, damit du die Sicherheit quasi für dich da rausziehen kannst, die du brauchst.
00:28:01
Speaker
Und damit ist dann der Boden für das gelegt, was wir ja eigentlich schaffen wollen, nämlich Vertrauen ineinander.
00:28:08
Speaker
Finde ich eine schöne Idee.
00:28:11
Speaker
Und
00:28:13
Speaker
Also das kann ich dir sagen, ich sehe ja viele Unternehmen, auch von Kollegen, Kolleginnen, der eingerichtete Rechner ist nicht überall Standard.
00:28:26
Speaker
Okay.
00:28:28
Speaker
Also selbst da hapert es manchmal dran.
00:28:32
Speaker
Aber an diesen Beziehungsthemen sicherlich noch viel häufiger.
00:28:38
Speaker
Spannend.
00:28:40
Speaker
Genau, das habe ich auch gelesen mit deinem Praktikum.
00:28:42
Speaker
Ich würde da mal kurz entspringen.
00:28:44
Speaker
Ich hatte mir den Punkt auch aufgeschrieben.
00:28:48
Speaker
Was hat, also anders.
00:28:54
Speaker
Ich erlebe das oft, dass
00:28:59
Speaker
Solche Art von, ich hospitiere mal in einer anderen Abteilung, dass die Führungskräfte, mit denen ich das diskutiere, dass die das mega spannend finden, diesen Ansatz, diesen Gedanken,
00:29:16
Speaker
Ich bringe das manchmal rein, wenn zwischen Abteilungen auch irgendwelche Probleme herrschen.
00:29:24
Speaker
Das sind ja oft Vorurteile, Wahrnehmungen, die ich habe von denen.
00:29:28
Speaker
Immer die.
00:29:29
Speaker
Und die anderen sagen dann ja immer die.
00:29:32
Speaker
Und dann war, das habe ich mit einer Führungsgruppe,
00:29:36
Speaker
Ja, ja.
00:30:00
Speaker
Oder ob das vielleicht doch ganz anders ist in der anderen Abteilung.
00:30:05
Speaker
Und das ist auf, also ich fand die mega spannend.

Abteilungsübergreifendes Lernen und Zusammenarbeit

00:30:09
Speaker
Aber ich glaube, in der Umsetzung hapert es dann oft, weil dann habe ich keine Zeit und die auch nicht.
00:30:16
Speaker
Was soll ich da eigentlich machen und so?
00:30:18
Speaker
Kannst du da ein bisschen was darüber erzählen?
00:30:19
Speaker
Also du bist jetzt ja als Führungskraft sogar in eine andere Abteilung gegangen.
00:30:26
Speaker
Ich glaube, Customer Data Analytics.
00:30:30
Speaker
Also gut, weiß ich nicht, aber hat wahrscheinlich nichts mit dem zu tun, was du in deinem Alltag eigentlich so machst oder wenig vielleicht.
00:30:36
Speaker
Kannst du ja mal erzählen.
00:30:38
Speaker
Und was hat der Perspektivwechsel dir, deinem Team gebracht?
00:30:42
Speaker
Oder vielleicht auch denen?
00:30:44
Speaker
Also vielleicht gab es da auch ein Learning.
00:30:47
Speaker
Ja, das ist eine sehr gute Frage.
00:30:51
Speaker
Wie kam ich dazu?
00:30:55
Speaker
Eines meiner Fokusthemen sind Kennzahlungen.
00:30:59
Speaker
Ich beschäftige mich sehr, sehr gerne mit Zahlen, auch wenn ich Gastro-Sissenschaftlerin bin.
00:31:04
Speaker
Aber ich hatte schon immer ein Faible für Zahlen.
00:31:07
Speaker
Und ich finde Zahlen faszinierend und Kennzahlen sowieso, weil die erzählen immer eine Geschichte.
00:31:14
Speaker
Und als ich zur DM kam, habe ich mich dieses Thema angenommen und
00:31:20
Speaker
Ich hatte ja bei Entrenner dieses Bewerbermanagement-System mit aufgebaut, auch weil es keine Möglichkeit vorher gab, ein gescheites Reporting aufzustellen oder zu sehen, wo kommen die Bewerbungen her oder wie können wir uns besser aufstellen, noch marketingmäßig.
00:31:38
Speaker
Und diesen Fokus hatte ich auch, als ich zu DM kam und habe mich sehr stark mit diesem Thema beschäftigt und inzwischen habe
00:31:48
Speaker
haben wir auch da eine Arbeitsgruppe, also im Recruiting, ich spreche hier nur vom Recruiting, wo wir sehr intensiv mit diesen Kennzahlen arbeiten.
00:31:59
Speaker
Und es entstand vor einem Jahr eine Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen von Customer Data, weil die natürlich die Kundendaten auswerten.
00:32:12
Speaker
Und das habe ich mir dann angeschaut und dann hatte ich gedacht, oh, das ist total spannend.
00:32:18
Speaker
Da kann ich noch viel daraus lernen, weil Kunden und Daten sind immer gleich.
00:32:23
Speaker
Egal, wo sie herkommen, ich meine vom Grundsatz her, aber die Kolleginnen und Kollegen, die sind sehr, sehr weit, die sind richtige Profis in dem Bereich und dann hatte ich diesen Gedanken und dann irgendwann,
00:32:41
Speaker
Also wir haben zum Beispiel auch bei uns mit den Daten aus dem Recruiting, das ist bei uns eine andere Abteilung in unserem Ressort, die bereiten die Daten vor und wir gucken, wie wir sie interpretieren, arbeiten gemeinsam an einem verbesserten Reporting.
00:32:59
Speaker
Aber mich hat dieser Gedanke irgendwie nicht losgelassen und weil ich auch ein sehr neugieriger Mensch bin, hatte dann auch eine Fortbildung angefangen zum Data Analytics, weil ich einfach merke,
00:33:10
Speaker
verstehen wollte.
00:33:12
Speaker
Und dann habe ich einfach gefragt, ob ich bei ihnen ein Praktikum machen kann.
00:33:20
Speaker
Und dann haben die Kolleginnen und Kollegen sich Gedanken gemacht und haben gesagt, ja, gerne.
00:33:26
Speaker
Und dann war ich eine ganze Woche da.
00:33:28
Speaker
Natürlich ist es auch so, dass meine Führungskraft hat das unterstützt.
00:33:34
Speaker
Wir unterstützen solche Austausche, aber
00:33:37
Speaker
Jetzt auf dieser Ebene hat es bei uns so noch nicht stattgefunden.
00:33:41
Speaker
Also es sind zum Beispiel Recruiter bei uns.
00:33:45
Speaker
Wir begrüßen das sehr, wenn die mal einen Tag bei dem Ressort sind, sie betreuen, damit sie verstehen, wie die Prozesse da sind.
00:33:54
Speaker
Das machen die auch.
00:33:55
Speaker
Und es gibt auch viele Kolleginnen und Kollegen, die in den Märkten ein Praktikum machen, damit wir verstehen, was da passiert und warum wir überhaupt da sind.
00:34:07
Speaker
Und dann haben die Kollegen ein super Programm für mich aufgesetzt für die ganze Woche.
00:34:14
Speaker
Ich war eine ganze Woche dort und die haben sich wirklich die Zeit genommen und haben mir ganz genau gezeigt, was sie machen.
00:34:23
Speaker
Und ich war total überrascht, dass es so eine Vielfalt gibt, weil es gibt
00:34:31
Speaker
es gibt Menschen, die sich, was weiß ich, nur mit der Marketingkampagne beschäftigen, andere nur mit den Daten der Partner, der Industriepartner, dann sind welche, die erstellen Tabellen mit Daten und das war für mich unheimlich spannend, ich habe wahnsinnig viel mitgenommen, konnte es auch tatsächlich umsetzen, dazu komme ich gleich und eine
00:34:58
Speaker
Also was ich mitgenommen habe, war einmal diese Vielfalt zu verstehen, dann auch zu verstehen, was passiert in den Märkten, weil wir arbeiten mit diesen Daten und ich habe einen viel besseren Einblick zu den ganzen Prozessen bekommen, weil wenn man im Dialogikum ist, und das geht viel und so, ist man doch in seiner eigenen Bubble, aber wir nennen uns auch
00:35:23
Speaker
marktunterstützende Dienste.
00:35:25
Speaker
Das heißt, das, was wir tun, tun wir ja nicht für uns, sondern wir tun es für eine Gemeinschaft und wir tun es damit für unsere Kunden.
00:35:36
Speaker
Ich glaube, dass die Gefahr besteht, wenn man immer so in seiner Bubble ist, dass man das vergisst.
00:35:42
Speaker
Warum tut man das, was man tut?
00:35:44
Speaker
Um das zu sehen, hat mir, hat meinen Horizont einfach erweitert und auch
00:35:52
Speaker
wie man mit Zahlen arbeitet.
00:35:54
Speaker
Ich hatte mich auch mit SQL zum Beispiel beschäftigt und so weiter in der Theorie.
00:35:59
Speaker
Aber das dann zu sehen, das hat mir auch wieder geholfen, besser diese Tools anzuwenden.
00:36:05
Speaker
Und für die Kolleginnen und Kollegen haben sie mir dann auch gespiegelt.
00:36:10
Speaker
Also die fanden das schön, dass man sich so für ihre Arbeit interessiert.
00:36:17
Speaker
Und
00:36:17
Speaker
Dann war sie auch überrascht, dass ich mich mit Zahlen auskenne, weil dann besteht natürlich auch so diese Bias, ja, auf allen Seiten.
00:36:25
Speaker
Ob jemand aus dem Haar, ja, okay.
00:36:28
Speaker
Aber dann war sie doch überrascht, weil, wie gesagt, ich hatte mich immer sehr gerne mit Zahlen und auch mit Mathematik beschäftigt und das war total schön.
00:36:37
Speaker
Und ich kam dann zurück und dachte, oh, für meine qualitativen Kennzahlen
00:36:44
Speaker
Die haben jemanden an der Hand, die machen das mit Kundendaten.
00:36:47
Speaker
Ich frage mal nach und jetzt sind wir dabei, das so zu setzen.
00:36:51
Speaker
Und ich weiß jetzt ganz genau, wer was macht dort, sonst hätte ich das nicht gewusst und kann direkt die Menschen ansprechen, die mir helfen können.
00:36:59
Speaker
Und das ist schon mal sehr viel wert.
00:37:02
Speaker
Ich habe so viel mitgenommen, dass ich jetzt direkt umsetzen kann zum Thema Kennzahlen.
00:37:08
Speaker
Und jetzt haben wir zum Beispiel auch ein Projekt aufgesetzt, wo wir an dem Reporting, übergreifendem Reporting besser, wie wir das besser aufsetzen können, weil Recruiting ist ja nicht losgelöst von Employer Branding.
00:37:22
Speaker
Und das hat mir sehr, sehr geholfen.
00:37:25
Speaker
Ich kam so beschwingt zurück und war total, ja, weil ich freue mich immer, wenn ich was lernen kann.
00:37:34
Speaker
Und wenn ich das Gefühl habe, dass mich etwas weiterbringt, und das hat mich enorm weitergebracht.
00:37:39
Speaker
Und ja, und jetzt darf ich das auch vorstellen bei uns im Bereich, weil wir natürlich dafür plädieren möchten, dass Menschen das öfters machen.
00:37:49
Speaker
Und wie gesagt, es hat auf den ersten Blick nicht so viel zu tun mit meinem Arbeitsbereich, aber doch.
00:38:00
Speaker
Und ja, und
00:38:04
Speaker
Und das Tolle war, ich war auf dem Weg dahin an einem dieser Tage und habe eine Kollegin getroffen, auch eine Führungskraft aus einem anderen Bereich bei uns.
00:38:16
Speaker
Da habe ich ihr erzählt, was ich gerade mache.
00:38:19
Speaker
Und dann sagt sie, oh, das ist eine gute Idee.
00:38:22
Speaker
Oh, jetzt überlege ich gerade, wo ich das machen kann.
00:38:24
Speaker
Und dann hat eine andere Freundin von einem ganz anderen Unternehmen, die ist Pressesprecherin,
00:38:30
Speaker
Sagt sie, das hat mich so inspiriert, ich mache das jetzt auch bei uns.
00:38:34
Speaker
Ich habe angefragt und ich werde da bei den Vertriebsingenieuren was machen, weil ich kenne mich zwar an der Oberfläche aus, aber ich würde gerne mehr wissen.
00:38:44
Speaker
Und das hat mich so gefreut, dass ich auch andere Menschen inspirieren kann.
00:38:49
Speaker
um für sich dann was zu machen.
00:38:51
Speaker
Und dann auch, das hilft total bei der Zusammenarbeit, wie du das gerade gesagt hast, weil wir wirklich viele Bias haben.
00:39:00
Speaker
Und das merken wir gar nicht.
00:39:02
Speaker
Und ich habe die Erfahrung gemacht, wenn man enger Kontakt hat mit den Menschen, dann auf einmal verschwinden die.
00:39:10
Speaker
Weil man viel mehr Verständnis dafür hat, wenn man den Menschen kennenlernt und den Kontext.
00:39:17
Speaker
Das ist das, was uns oft fehlt.
00:39:20
Speaker
Und das schließt sich, würde ich sagen, ist gerade so ein Gedanke, der mir kommt, da schließt sich ja auch deine, wo wir mit eingestiegen sind, deine Kindheit sozusagen.
00:39:29
Speaker
Also wir haben ja auch alle diesen Bias, diese Vorurteile oder diese Glaubenssätze.
00:39:39
Speaker
Wie ist denn jemand, der aus Rumänien kommt?
00:39:41
Speaker
Wie ist denn jemand, der aus Polen kommt?
00:39:44
Speaker
Und ob die, also ich glaube, ich
00:39:49
Speaker
Ich war, glaube ich, noch nie in Rumänien und trotzdem habe ich ja irgendwie einen Gedanken dazu.
00:39:55
Speaker
Und das ist natürlich nicht die Wahrheit.
00:39:58
Speaker
Und das ist ja das, was auch zwischen Abteilungen stattfindet.
00:40:03
Speaker
Ich habe das letztens, da war ich mit einem Team zusammen und dann haben die über die andere Abteilung, mit der die Probleme haben, irgendwie gesprochen.
00:40:10
Speaker
Und dann irgendwann bin ich dazwischen gegangen und habe gesagt, okay, also ich verstehe jetzt,
00:40:17
Speaker
dass die frühmorgens sich zusammensetzen und sich überlegen, wie sie euch das Leben heute richtig schwer machen können.
00:40:24
Speaker
Das habe ich verstanden gerade.
00:40:25
Speaker
Also das machen die jeden Tag.
00:40:27
Speaker
Und dann tun die das.
00:40:29
Speaker
Dann haben die fünf Ideen, wie die euer Leben richtig schwer machen können und dann machen die das.
00:40:34
Speaker
Und an dem Punkt sagt dann natürlich jeder, naja, nee, nee, nee, absichtlich machen die das nicht, aber davor verhalte ich mich so, als ob ich das denke, dass die das absichtlich machen.
00:40:47
Speaker
Und da ist das natürlich cool, mal abgesehen, du hast das ja nicht deswegen gemacht, sondern um was zu lernen, aber...
00:40:53
Speaker
Ich glaube, es sind schon zwei Punkte, die die Organisation helfen würden, sich da weiterzuentwickeln.
00:41:00
Speaker
Das eine sind Missverständnisse zwischen Abteilungen und im Grunde, also du hast das ja gesagt mit den Märkten.
00:41:07
Speaker
Ich habe auch einen Geschäftsführer, der einmal im Jahr in einem Abfallentsorgungsunternehmen, der fährt dann einmal im Jahr mit auf dem Müllwagen quasi.
00:41:17
Speaker
Um sich das einmal irgendwie anzugucken und da so ein bisschen reinzufühlen, finde ich auch ganz schön.
00:41:25
Speaker
Und ich sage mal, das ist ja das eine, aber im Grunde ist das ja zwischen jedem Team, jeder Abteilung.
00:41:31
Speaker
Wenn ich in HR bin, weiß ich im Grunde ja nicht, was die kaufmännische Abteilung macht den ganzen Tag.
00:41:36
Speaker
Da habe ich vielleicht eine grobe Idee von, aber...
00:41:40
Speaker
Also wenn überhaupt.
00:41:42
Speaker
Und umgekehrt das Gleiche.
00:41:44
Speaker
Und das ist, glaube ich, schön.
00:41:47
Speaker
Und es ist ja auch ein tolles Peer-to-Peer-Learning-Format, was du da aufgezeigt hast.
00:41:57
Speaker
Ja, total.
00:42:00
Speaker
Und wie gesagt, was bei uns so implementiert ist, zum Beispiel ist so ein Praktikum,
00:42:08
Speaker
in den DM-Märkten.
00:42:11
Speaker
Das machen auch ganz viele Kolleginnen und Kollegen bei uns.
00:42:14
Speaker
Aber wie gesagt, das ist implementiert und das wird auch sehr gefördert.
00:42:20
Speaker
Aber was man eben auch machen kann, ist die
00:42:24
Speaker
Abteilungen, mit denen man zusammenarbeitet oder die Menschen oder wo man auch glaubt, dass man ein Insight bekommt.
00:42:30
Speaker
Und das Tolle ist, dass das auch so gefördert wird und dass man das auch machen kann.
00:42:35
Speaker
Ja, weil ich kann mir auch vorstellen, dass es Unternehmen gibt, wo die sagen, nee, jetzt bleibst du mal schön hier, was soll das bringen?
00:42:41
Speaker
Ja, kann ich mir auch vorstellen, aber...
00:42:44
Speaker
Bei uns ist diese Lernkultur sehr stark ausgeprägt und das hilft natürlich.
00:42:51
Speaker
Im Grunde ist das auch wieder so ein bisschen das, was du vorhin ja auch sagtest,
00:42:56
Speaker
Also der Wert, in dem Fall dann vielleicht Lernkultur oder Lernen, sich weiterentwickeln, der gewinnt ja nur an Bedeutsamkeit im Alltag, wenn ich ihn lebe.
00:43:09
Speaker
Und das ist ja dann ein neues Beispiel quasi dafür, dass auch Führungskräfte in der Woche in irgendeine andere Abteilung gehen und dort etwas lernen können.
00:43:17
Speaker
was sie dann selber, also in deinem Fall ja für ein Projekt, dann ganz aktiv nutzen können.
00:43:22
Speaker
Also hättet euch ja wahrscheinlich auch einen Berater für KPIs oder so dazu holen können.
00:43:30
Speaker
Und das wäre ja ein anderer Weg, eine andere Alternative.
00:43:34
Speaker
Finde ich spannend.
00:43:35
Speaker
Ja, das stimmt.
00:43:36
Speaker
Total gut.
00:43:39
Speaker
Ich habe da noch eine Anknüpfung.
00:43:42
Speaker
Und zwar, ich habe gelesen, dass du in Angkor Wat warst.
00:43:49
Speaker
Ja.
00:43:50
Speaker
Und da hast du dieses Thema bei Veränderungen quasi.
00:43:58
Speaker
Also, dass wir, wenn wir Neues haben,
00:44:01
Speaker
beobachten, entdecken, dass wir oft erst dieses Neue durch Vergleiche irgendwie einordnen.
00:44:07
Speaker
Und das fand ich ganz spannend, weil, also das ist ja im Grunde das, was du auch gerade erzählst, du hast da Neues gelernt.
00:44:16
Speaker
und bringst das jetzt mit in dein Team und die haben das ja erstmal nicht gelernt, sondern du bringst ja diese Veränderung jetzt mit, die sich daraus entwickelt und das ist im Grunde ja bei jedem Veränderungsprozess so, dass das
00:44:34
Speaker
... etwas Neues ins Team kommt.
00:44:36
Speaker
Also Beispiel KI, da begegnet mir das bei meinen Kunden und Kundinnen also total oft, dass die irgendwie beginnen mit KI und dann packen die das rein und dann treffen die halt auf Widerstände.

Anpassungsfähigkeit und Lernen von der Geschichte

00:44:50
Speaker
Also es war so meine Frage, erstens, was vergleiche ich denn da?
00:44:56
Speaker
Oder vielleicht diese Gen-Z-Diskussion, die wir vorhin hatten, ist ja im Grunde genauso.
00:45:00
Speaker
Also da kommt jetzt eine Generation, die ist nicht dankbar, dass sie bei mir arbeiten darf.
00:45:06
Speaker
Und jetzt vergleiche ich das mit mir.
00:45:09
Speaker
Ich war total dankbar, dass ich damals einen Ausbildungsplatz bekommen habe.
00:45:13
Speaker
Und jetzt sehe ich eine Differenz und mit der mache ich irgendwas.
00:45:15
Speaker
Also das fand ich spannend.
00:45:17
Speaker
Da wollte ich von dir, also gerne zu all diesen drei Punkten, noch ein paar Impulse haben.
00:45:25
Speaker
wie, also erstens, wie ist dieser Angkor Wat-Moment, wenn ich den so nenne, wie ist der entstanden und was steckt da noch an Erfahrung für Führung, für Unternehmenskultur drin?
00:45:39
Speaker
Ja, also ich muss erst mal sagen, dass Angkor Wat ein einschneidendes Erlebnis für mich war, allein aufgrund dieser Monumente, die unfassbar sind und
00:45:53
Speaker
Ich hatte ja diesen einen Moment, wo jemand gesagt hatte, dass die Römer Asiens sind.
00:45:59
Speaker
Und ich bin erstens Historikerin, wo bei mir dann, also ich habe das da so aufgenommen, ich musste erst mal lachen.
00:46:07
Speaker
Und dann habe ich wirklich, also ich höre oft so Sachen und klar, als Historiker hat man vielleicht einen anderen Blick darauf, wenn es um solche Inhalte geht.
00:46:18
Speaker
Und ich musste so lachen, das ist mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen.
00:46:23
Speaker
Und das hat dann dazu geführt, dass ich mich wirklich gefragt habe, warum macht denn das jemand?
00:46:29
Speaker
Warum kommt so eine Aussage der Römer Asiens?
00:46:33
Speaker
Und so bin ich dazu gekommen, zu diesem Thema der Wahrnehmung.
00:46:39
Speaker
Mir passiert das ganz oft, ich bin oft auf Reisen und dann gerade in dieser Spiegelung, wenn man in einer anderen Kultur gerade ist, lernt man sehr viel über sich kennen.
00:46:50
Speaker
Gerade in Asien finde ich das so spannend, weil ich erlebe das für mich so.
00:46:57
Speaker
Ich weiß jetzt nicht, wie es anderen Menschen geht, aber ich erlebe mich dann auch in meiner Identität anders, wenn ich in so einem Umfeld bin.
00:47:07
Speaker
Und das tut mir gut einfach, erdert mich auch wieder.
00:47:14
Speaker
Und wie gesagt, die Römer als Asiens habe ich dann erstens darüber nachgedacht, was macht denn unsere Kultur eigentlich aus, wenn wir in so einem Umfeld sind?
00:47:23
Speaker
Und dann, warum sagt das jemand so?
00:47:25
Speaker
Und so kam ich darauf, dass Menschen ganz oft so eine Sicherheit brauchen, wenn sie sich auf etwas Neues einlassen.
00:47:34
Speaker
Es gibt auch Forschungen dazu tatsächlich, dass auch Veränderungsprozesse fehlen.
00:47:40
Speaker
oder einfacher oder besser aufgenommen werden, wenn sie an etwas anknüpfen, was schon da ist.
00:47:49
Speaker
Weil die Menschen einfach so sind.
00:47:51
Speaker
Die brauchen diese Sicherheit.
00:47:54
Speaker
Und jetzt bei dem Thema KI, ich glaube, da spielen noch ganz andere Dinge mit eine Rolle, weil da sind viele Ängste, die damit verbunden sind.
00:48:03
Speaker
Klar, bei jedem Veränderungsprozess haben Menschen Ängste.
00:48:08
Speaker
Was so sinnvoll wird, bei manchen sind
00:48:10
Speaker
die stärker ausgeprägt als bei anderen.
00:48:13
Speaker
Und gerade bei den Menschen, wo diese Ängste sehr stark ausgeprägt sind, ist es ganz wichtig, in meinen Augen zu erklären, was passiert und wie so eine Technologie helfen kann.
00:48:32
Speaker
Aber natürlich ist es auch so, dass jeder Mensch
00:48:37
Speaker
eben auch verstehen sollte, dass man auch an sich selber arbeiten muss, wenn so eine Veränderung kommt.
00:48:49
Speaker
Und ich glaube, das den Menschen zu vermitteln, ist nicht immer so einfach, weil jeder einen anderen Zugang zu dem Thema hat.
00:48:57
Speaker
Und das fasziniert mich eben auch an Veränderungsprozessen.
00:49:02
Speaker
Und ich stelle fest jetzt für mich, zum Beispiel, mir fällt es leicht,
00:49:07
Speaker
oder leichter als andere, weil ich mich sehr oft verändern
00:49:11
Speaker
verändert habe.
00:49:13
Speaker
Ich bin schon in einem Umfeld aufgewachsen.
00:49:15
Speaker
Ich bin in einem kommunistischen Regime aufgewachsen, wo wir jeden Tag irgendwie improvisieren mussten, weil es nicht so viel gab.
00:49:24
Speaker
Es gab so gut wie nichts.
00:49:27
Speaker
Nicht mal Medien, nichts.
00:49:30
Speaker
Dann musste man improvisieren.
00:49:31
Speaker
Jeden Tag irgendwie.
00:49:33
Speaker
Es gab kein Mehl, da musste man mit etwas anderem backen oder keine Ahnung.
00:49:37
Speaker
Permanent war es so.
00:49:39
Speaker
Und
00:49:40
Speaker
Dann bin ich in einem anderen, ich habe auch im Ausland studiert, dann bin ich nach Deutschland gezogen.
00:49:46
Speaker
Das heißt, ich habe sehr viele Veränderungsprozesse durchgemacht und dann auch im privaten Bereich und so weiter.
00:49:53
Speaker
Und dann fällt es mir auch leichter, die Chancen zu sehen.
00:49:57
Speaker
Aber es ist mir auch bewusst, dass Menschen, die diese Historie so nicht haben, dass es für die viel schwieriger ist, weil...
00:50:07
Speaker
sie es gar nicht kennen, nicht gewohnt sind, aber es kommt.
00:50:13
Speaker
Es kommt ganz, ganz stark.
00:50:15
Speaker
Und da wird niemand davon befreit sein.
00:50:19
Speaker
Und ich glaube, es klingt so ein bisschen fatalistisch, was vielleicht auch für viele schwierig ist, das so anzunehmen.
00:50:30
Speaker
Aber ich glaube, je früher man sich darauf einlässt, desto besser ist das.
00:50:34
Speaker
Und wenn wir es schaffen, so Anknüpfungspunkte zu finden an dem, was da ist, oder wo sich die Menschen wohlfühlen und ihnen die Chancen aufzeigen, dann glaube ich, dass das gelingt oder besser gelingt.
00:50:51
Speaker
Ja, es ist ein Prozess.
00:50:52
Speaker
Und ich als Historikerin habe ich mich sehr viel mit solchen Prozessen beschäftigt in der Geschichte, wo neue Technologien kamen.
00:51:04
Speaker
wo immer wieder solche Umbrüche stattgefunden haben.
00:51:07
Speaker
Und da kann man sehr viel daraus lernen.
00:51:10
Speaker
Und meine Kinder fragen, wozu brauche ich Geschichte in der Schule?
00:51:14
Speaker
Also ich höre das von vielen.
00:51:16
Speaker
Und da sage ich, ja, da kannst du viel besser, du kannst sehen, wie Menschen sich verhalten haben zu bestimmten Zeitpunkten.
00:51:23
Speaker
Oder auch Führung.
00:51:24
Speaker
Führung kann man sehr gut aus der Geschichte lernen.
00:51:27
Speaker
Das haben wir ständig mit Führungspersönlichkeiten zu tun.
00:51:31
Speaker
Und man kann sehen, was jemand gut gemacht hat oder jemand gar nicht.
00:51:35
Speaker
Oder welchen Fehler man macht, wenn man geführt wird.
00:51:40
Speaker
Oder wenn man bestimmten Führungsstilen folgt.
00:51:45
Speaker
Oder Ideen ohne nachzudenken.
00:51:47
Speaker
Oder Ideen.
00:51:49
Speaker
Also man kann so viel daraus lernen und deswegen bin ich sehr froh, dass ich da studiert habe, weil eben man das auch sieht.
00:51:55
Speaker
Und ja, deswegen faszinieren mich solche Aussagen und solche Geschichten, die führen dann immer dazu, dass ich mir dann Gedanken mache und dann schreibe ich darüber, was mich gerade bewegt.
00:52:13
Speaker
Ich habe, weil du das gerade sagtest, ich hatte vor ganz vielen Jahren, ich habe ja so einen Bundeswehr Hintergrund, also ich war Offizier bei der Bundeswehr und dann habe ich mit einem Militärhistoriker haben wir ein Format entwickelt, wo wir in Waterloo quasi die
00:52:34
Speaker
Also bei Brüssel ist das die Schlacht Napoleons gegen Preußen und Dänen, glaube ich, quasi genau für sowas genutzt haben.
00:52:43
Speaker
Also wie hat Napoleon sich eigentlich verhalten und wie haben die anderen Führungskräfte sich verhalten?
00:52:49
Speaker
Was hat gut funktioniert, was hat nicht gut funktioniert, was hat das gemacht?
00:52:53
Speaker
Und haben versucht, diese...
00:52:56
Speaker
diese historischen Bilder, so wie du es gerade beschreibst, dann irgendwie auch zu reflektieren und zu überlegen, okay, was könnte da drinstecken?
00:53:05
Speaker
Das muss ich gerade an denken.
00:53:07
Speaker
Ja, das ist, also ich finde das total faszinierend und auch, also ich beschäftige mich immer noch gerne mit Geschichten und ich stelle auch fest, dass auch in der Literatur, also gerade jetzt auch
00:53:23
Speaker
wenn es um Führungs-, also Literatur zur Führung geht, da tauchen sehr oft solche Persönlichkeiten auf und nicht umsonst.
00:53:32
Speaker
Ja, weil man kann das sehr gut erkennen.
00:53:37
Speaker
Oder auch faszinierend, wie Menschen es schaffen, andere Menschen zu catchen.
00:53:42
Speaker
Ja, für eine Idee.
00:53:44
Speaker
Das finde ich faszinierend.
00:53:46
Speaker
Und ich hatte zum Beispiel auch, ich hatte auch einen Beitrag geschrieben über Marantona, sie ist jetzt wieder keine historische Figur,
00:53:53
Speaker
Aber ich war so beeindruckt, als ich in Neapel war.
00:54:01
Speaker
Und dieser Mensch ist überall präsent in dieser Stadt.
00:54:05
Speaker
Es ist unfassbar, ja, überall.
00:54:09
Speaker
Es gibt Fresken, es gibt Statuen von diesen Menschen.
00:54:13
Speaker
Er wird wie ein Gott verehrt.
00:54:15
Speaker
Das kann man sich nicht vorstellen.
00:54:17
Speaker
Und jede Pizzeria, napolitanische Pizzeria, habe ich jetzt auch in Deutschland beobachtet übrigens, ist immer in hellblau und weiß und ganz oft ist es ein Porträt von ihm.
00:54:30
Speaker
Also ich habe darüber auch geschrieben, weil mich das so beeindruckt hat, wie schafft es jemand so einen Impact zu generieren.
00:54:39
Speaker
Und man kann halten, was man will von ihm oder man findet bestimmte Dinge gut, andere nicht.
00:54:46
Speaker
Aber das ist unglaublich.
00:54:48
Speaker
Nach so vielen Jahren und Menschen, die ihn gar nicht kennen, verhehren ihn.
00:54:52
Speaker
Also das finde ich unglaublich.
00:54:55
Speaker
Und das hat mich sehr beeindruckt, muss ich sagen.
00:54:57
Speaker
Und mich hat dazu geführt, dass ich mir Gedanken gemacht habe, was passiert da?
00:55:05
Speaker
Was hat er gemacht?
00:55:06
Speaker
Und ich habe dann auch so für mich einige...
00:55:10
Speaker
Ideen so entwickelt, wo ich gedacht habe, ja, das gibt solche Menschen und das finde ich faszinierend.
00:55:16
Speaker
Man kann viel daraus lernen, aus meiner Sicht.
00:55:20
Speaker
Gibt es so eine These, die du hier von dem Maradona-Case quasi abgeleitet hast für dich?
00:55:27
Speaker
Ja, er hat das, ich glaube, ja.
00:55:30
Speaker
Also ich habe mich dann auch mit ihm beschäftigt, weil das eine hat zum anderen geführt und ich glaube,
00:55:38
Speaker
was er geschafft hat.
00:55:39
Speaker
Gut, er hat es wirklich geschafft, diese Mannschaft halt dann zur Meisterschaft zu führen.
00:55:44
Speaker
Das ist das eine.
00:55:45
Speaker
Aber er war ein Mensch, der, also erstens haben sich die Menschen sehr gut mit ihm identifiziert, weil er auch so ein Narrativ hatte.
00:55:53
Speaker
Und das finde ich einen ganz wichtigen Punkt, ein Narrativ zu entwickeln.
00:55:59
Speaker
Ich werde demnächst auch noch was dazu posten, weil ich die
00:56:02
Speaker
Fresken in Ravenna gesehen habe.
00:56:05
Speaker
Also ja, ich war in Ravenna und habe diese Fresken gesehen, die unfassbar schön sind, aber sie erzählen eine Geschichte, ein Narrativ.
00:56:13
Speaker
Deswegen sind die da.
00:56:15
Speaker
Und diese Idee des Narrativs ist das, was auch Maradona gemacht hat.
00:56:21
Speaker
Er hat sich ja als Repräsentant dieser Schicht dargestellt.

Authentizität und Anpassung in der Führung

00:56:26
Speaker
Er hat sich sogar geweigert in
00:56:29
Speaker
Argentinien für eine Mannschaft zu spielen, die als die Mannschaft der Elite galt.
00:56:34
Speaker
Und die ist immer bei Boca Juniors zum Beispiel, die eine Geschichte der Arbeiter oder der ärmeren Menschen darstellte.
00:56:43
Speaker
Und er hat es geschafft, zu einer Identifikationsfigur auch in Japan zu werden, weil die Menschen dort eben, wenn man auch diese Stadt sieht und sich auch mit dieser Geschichte beschäftigt, der Region, die ist eine der ärmeren Regionen,
00:56:57
Speaker
die Menschen, denen geht es nicht so gut wirtschaftlich und die haben sich mit ihm identifiziert und er war auch als Führungspersönlichkeit ein Mensch, der es sehr geschafft hat, mit seiner Art die anderen Menschen zu motivieren und er war auch ein Teammensch, auch wenn er so, wenn man ihn sieht bei den Spielern, er
00:57:24
Speaker
hat natürlich seine unglaublichen Qualitäten als Einzelspieler, aber er hat trotzdem im Team das geschafft, das zusammenzuhalten, sie voranzubringen und auch eine starke Herzlichkeit auszustrahlen.
00:57:38
Speaker
Und das hat die Menschen dann insgesamt gecatcht und
00:57:43
Speaker
Ja, ich denke, er hat es dann geschafft, eine Identifikationsfigur zu werden.
00:57:49
Speaker
Und nach so vielen Jahren, aber auch diese Verehrung, klar, es liegt auch an der Mentalität, die dort herrscht.
00:57:55
Speaker
Und die Menschen haben das wahrscheinlich auch gebraucht.
00:57:58
Speaker
Aber wenn man nach Neapel geht und sieht, dass er wie ein Gott dargestellt wird und so verehrt wird,
00:58:04
Speaker
Also das ist unglaublich, muss ich wirklich sagen.
00:58:08
Speaker
Das hat mich total beeindruckt.
00:58:10
Speaker
Also ohne, dass mein Gedanke jetzt ist, gottähnlich verehrt zu wollen, aber da steckt natürlich schon in dem einen oder anderen, was du gerade sagst, schon auch ein Learning für Führungskräfte drin.
00:58:28
Speaker
Also irgendwie nahbar zu sein, vielleicht auch das Thema Authentizität irgendwie.
00:58:34
Speaker
Ja, unbedingt.
00:58:36
Speaker
Und am Ende...
00:58:43
Speaker
Also müssen die dem ja vertraut haben, dass er das, was er dort sagt oder zeigt, dass er das auch so meint.
00:58:52
Speaker
Dass das keine Rolle ist, die er spielt, um irgendwie anzukommen, sondern da muss ja eine tiefe Ehrlichkeit irgendwie gespürt worden sein.
00:59:04
Speaker
Und dann sind wir ja irgendwie bei Authentizität.
00:59:06
Speaker
Das war so meine Gedanken gerade spannend.
00:59:10
Speaker
Okay.
00:59:10
Speaker
Ja, das ist ein sehr gutes Stichwort, was du gerade nennst, die Authentizität.
00:59:17
Speaker
Ich finde das entscheidend auch oft, weil genau das hat er.
00:59:21
Speaker
Er hat sich ja nie versteckt.
00:59:23
Speaker
Er hat nie irgendwas von sich gezeigt, was er nicht ist.
00:59:27
Speaker
Und das spüren die Menschen.
00:59:28
Speaker
Das spüren auch immer die Menschen, egal in welcher Art der Interaktion man ist, wenn man authentisch ist oder nicht.
00:59:38
Speaker
Und ich habe das jetzt auch im Laufe meines Lebens erlebt, wie wichtig das ist, bei sich zu stehen und auch nicht zu versuchen, irgendwas darzustellen, was man gar nicht ist.
00:59:55
Speaker
Das spüren die Menschen.
00:59:56
Speaker
Und gerade als Führungspersönlichkeit oder wenn man bei so einem Team ist und auch eine gewisse
01:00:05
Speaker
Sicherheit ausstrahlen sollte, um ein sicheres Gefühl dem Dienst zu geben, sollte man authentisch sein.
01:00:12
Speaker
Weil das spürt jeder Mensch und das führt so in Sicherheit.
01:00:16
Speaker
Und das sind nicht mal die Worte, es ist einfach das, was man ausstrahlt.
01:00:21
Speaker
Also ich finde, ich teile das, was du sagst und trotzdem habe ich so eine gewisse Ambivalenz in mir, weil ich schon auch Führungskräfte erlebt habe, die das als eine Art Entschuldigung genutzt haben, sich nicht...
01:00:37
Speaker
in Veränderungsprozesse zu betrugen.
01:00:40
Speaker
Das ist ja so ein schmaler Grad, würde ich sagen.
01:00:43
Speaker
Auf der einen Seite teile ich das voll, was du sagst und auch am Beispiel von Maradona.
01:00:48
Speaker
Und auf der anderen Seite, also mein Gedanke dazu ist immer, also wenn du halt ein Arschloch bist, dann kannst du natürlich authentisch ein Arschloch sein, aber das macht dich ja trotzdem nicht zu einer guten Führungskraft.
01:01:01
Speaker
Und
01:01:03
Speaker
Und wir können ja unsere Persönlichkeit weiterentwickeln.
01:01:06
Speaker
Also ich höre manchmal so den Satz, ich bin halt so.
01:01:12
Speaker
Und da ist dann meine Antwort immer, nee, du bist nicht so, sondern du hast entschieden, so sein zu wollen.
01:01:18
Speaker
Und wenn du halt ein bisschen anders sein möchtest, dann ist das halt mit mehr oder weniger Aufwand natürlich möglich.
01:01:26
Speaker
Also wir sind ja...
01:01:29
Speaker
Menschen sind natürlich veränderungsfähig, im Grunde bis sie tot sind.
01:01:38
Speaker
Und das ist so manchmal, finde ich, schwierig, diesen Weg zu finden, der halt nicht sehr breit ist, zwischen authentisch zu sein, also innen und außen tickt irgendwie oder ist gleich, also ist in Schwingung, also das, was ich...
01:01:54
Speaker
in mir denke, fühle, glaube, ist auch das, was ich nach außen sende.
01:02:00
Speaker
Und auf der anderen Seite mich auch an Dinge, die halt neu sind, die sich verändern, an die halt anzupassen.
01:02:11
Speaker
Ja, verstehe ich total.
01:02:12
Speaker
Und das sind aber für mich zwei Paar Schuhe.
01:02:15
Speaker
Also eine Entschuldigung ist für mich
01:02:25
Speaker
da ist der Wille wahrscheinlich nicht so wirklich da, um sich auf Veränderungsprozesse einzulassen.
01:02:31
Speaker
Aber das, ja, um sich mit Authentizität zu entschuldigen.
01:02:37
Speaker
Also ich glaube, authentisch sein kann man dann auch, wenn man sich verändert, in diesem Veränderungsprozess.
01:02:45
Speaker
Und die
01:02:48
Speaker
für mich ist das absolut keine Entschuldigung.
01:02:50
Speaker
Und ich war auch anders vor zehn Jahren und vor 15 und vor zwei.
01:02:55
Speaker
Vor zwei auch noch.
01:02:57
Speaker
Und trotzdem glaube ich oder behaupte ich, dass ich authentisch bin.
01:03:02
Speaker
Und das hat das eine für mich mit dem anderen nicht wirklich was zu tun.
01:03:08
Speaker
Und es hat eben mit Selbstreflexion was zu tun und auch mit der Bereitschaft,
01:03:14
Speaker
sich weiterzuentwickeln.
01:03:16
Speaker
Und wenn das jemand nicht möchte, dann bleibt es auf einem Level oder auch in einem bestimmten Umfeld, wo das ausreicht.
01:03:28
Speaker
Ja, weil auch... Das stimmt, das ist nur der sozusagen die, also authentisch zu sein ist ja seit ein paar Jahren, würde ich sagen, also meiner Branche auf jeden Fall oder war vor ein paar Jahren irgendwie so eine Art Buzzword, da war irgendwie authentisch sein, das ist sozusagen, das ist das, also als Führungskraft, was du sein musst und diese Entschuldigung, die
01:03:52
Speaker
dann sich nicht zu verändern, die habe ich halt tatsächlich immer wieder gehört von Führungskräften.
01:03:57
Speaker
Also die hatten sicherlich nicht dein Mindset, was das Thema Lernen Neues und so anging.
01:04:03
Speaker
Aber für die war das natürlich dann bequem.
01:04:05
Speaker
Die haben gesagt, ich bin halt so, ich bin authentisch und bleibe halt so authentisch, wie ich jetzt bin.
01:04:12
Speaker
Und das war nur mein Punkt.
01:04:15
Speaker
Ansonsten

Rolle der Reflexion in der Führung

01:04:16
Speaker
bin ich da bei dir.
01:04:16
Speaker
Und wenn du dich veränderst,
01:04:18
Speaker
Und ich habe so einen Führungsgrundsatz, der passt da super zu, weil der lautet, die Haltung bestimmt immer die Handlung.
01:04:29
Speaker
Und das ist ja im Grunde genau das, worum es geht.
01:04:32
Speaker
Wenn meine Haltung, keine Ahnung, wertschätzend für andere ist, dann kann ich das durch meine Handlung jeden Tag ausdrücken.
01:04:42
Speaker
Und dann ist das ja eine Form von Authentizität in mir,
01:04:46
Speaker
gucke ich in die gleiche Richtung wie das, was ich tue.
01:04:49
Speaker
Ich spiele also keine Rolle.
01:04:52
Speaker
Ich denke mir, Menschen sind eigentlich blöd, aber irgendwie Wertschätzung muss man jetzt hier machen bei DM.
01:04:57
Speaker
Dann mache ich das mal.
01:04:59
Speaker
Sondern ich fühle das auch in mir und das zeige ich jeden Tag.
01:05:02
Speaker
Und das wäre so in meinem Verständnis authentisch.
01:05:04
Speaker
Und wenn ich da was verändere,
01:05:07
Speaker
meine Haltung sozusagen dann anpasse, dann verändert sich auch die Handlung.
01:05:12
Speaker
Und diese Haltung zu verändern, das ist in manchen Situationen natürlich notwendig.
01:05:21
Speaker
Absolut.
01:05:22
Speaker
Das stimmt.
01:05:24
Speaker
Aber umgekehrt gibt es das auch, dass auch bestimmte Handlungen eine Haltung verändern.
01:05:30
Speaker
Also ich, klar, also
01:05:34
Speaker
Das unterschreibe ich zu 100 Prozent, was du gesagt hast.
01:05:37
Speaker
Ich stelle aber auch fest, dass es auch umgekehrt eine Wechselwirkung gibt, weil es kann auch sein, dass ich auf eine Art und Weise handle und mit dem Output nicht so zufrieden bin.
01:05:49
Speaker
Und das führt dann vielleicht, wenn ich darüber reflektiere und denke, was hat denn dazu geführt, dass meine Handlung so war und so angekommen ist?
01:05:59
Speaker
Was war der Kontext?
01:06:00
Speaker
Warum habe ich das getan?
01:06:03
Speaker
Bin ich damit zufrieden und wenn ich merke, ich bin nicht zufrieden, ich hätte es auch anders machen können, führt das auch in manchen Situationen zu einer anderen Haltung, weil ich mir denke, die Haltung war jetzt nicht die richtige in dem Moment.
01:06:17
Speaker
Genau, schönes Beispiel.
01:06:19
Speaker
Ich finde, zum einen, der Weg ist dann aber trotzdem so.
01:06:22
Speaker
Also ich bin mit dem Ergebnis meiner Handlung unzufrieden.
01:06:26
Speaker
Ich reflektiere, verändere meine Haltung und dadurch dann auch die Handlung.
01:06:32
Speaker
Und das Zweite ist, für mich ist Reflexion, wir haben ja heute schon ein paar Mal darüber gesprochen, also neben Vorbild, würde ich sagen, sind das die zwei wichtigsten Verhaltenseigenschaften von Führungskräften, von guten Führungskräften.
01:06:47
Speaker
Weil nur wenn ich diese Reflexionsfähigkeit habe, mitbringe, dann habe ich ja überhaupt die Möglichkeit, das zu tun, was du gerade beschrieben hast.
01:06:56
Speaker
Wenn ich in den Spiegel gucke und denke, geiler Typ, alles korrekt, was du machst.
01:07:01
Speaker
Dann stelle ich mir ja nie die Frage, was ist mein Anteil eigentlich daran, dass das nicht funktioniert hat.

Abschluss und Ausblick auf Alinas Buch

01:07:07
Speaker
Sondern die Antwort wird immer sein, du bist der Anteil, warum das nicht funktioniert hat.
01:07:12
Speaker
Das ist deine Schuld.
01:07:14
Speaker
Ich habe alles erklärt und der Rahmen war gut, aber du wolltest es halt nicht.
01:07:21
Speaker
Und das ist natürlich schwierig, weil dann verändere ich mich auf gar keinen Fall.
01:07:26
Speaker
Das stimmt.
01:07:28
Speaker
Du, Alina, wir haben schon über eine Stunde und ich könnte noch weiterreden.
01:07:34
Speaker
Das ist gefährlich, wenn ich noch weiterreden könnte, weil ich es dann manchmal tue.
01:07:39
Speaker
Ich komme mal zu meiner letzten Frage, aber davor mache ich vielleicht noch einen kleinen Cliffhanger.
01:07:44
Speaker
Im Vorgespräch hast du mir erzählt, dass du ein Buch schreiben wirst.
01:07:48
Speaker
Ich weiß nicht worüber.
01:07:51
Speaker
Aber wenn es soweit ist, dann sprechen wir hier vielleicht nochmal drüber.
01:07:55
Speaker
Und für alle da draußen, wenn ihr Alinas Deep Talk mochtet, dann ist bestimmt das Buch auch spannend für euch.
01:08:02
Speaker
Also wir berichten auf jeden Fall.
01:08:03
Speaker
Wir halten euch im Loop.
01:08:08
Speaker
Die letzte Frage.
01:08:09
Speaker
Liebe Alina, welche Pressemeldung würdest du gern von dir, von DM oder auch über das Thema Führung, Kultur, Veränderung in den nächsten zwölf Monaten lesen?
01:08:22
Speaker
Sehr schwierige Frage.
01:08:24
Speaker
Aber ich glaube, was mir gefallen würde, wenn ich jetzt über mich zum Beispiel was lesen sollte, wäre, dass ich mit dem, was ich tue, dass ich Menschen inspirieren kann,
01:08:40
Speaker
an sich zu arbeiten und dazu beizutragen, dass wir einfach in einem besseren Umfeld leben.
01:08:51
Speaker
Und ich meine jetzt mit einem besseren Umfeld, auch im Arbeitsleben zu Hause, es muss jetzt nicht das Global Galaktische sein.
01:08:58
Speaker
Aber dass es dazu führt, dass wir besser miteinander umgehen.
01:09:02
Speaker
Und das würde mir gefallen, wenn ich dazu Menschen inspirieren könnte.
01:09:10
Speaker
Wenn ich sowas lesen würde, ja, Alina Wettengel hat die Menschen dazu inspiriert, mit ihrem Beitrag das zu tun.
01:09:17
Speaker
Das würde für mich eine, würde mich sehr glücklich machen.
01:09:25
Speaker
Also wir auf unserer Seite halten die Augen auf jeden Fall offen, liebe Alina.
01:09:28
Speaker
Und ihr habt doch sicherlich auch hier eine Kundenzeitschrift bei euch in den Märkten, oder?
01:09:35
Speaker
Ja.
01:09:36
Speaker
Da gucke ich auch mal rein.
01:09:39
Speaker
Auch da gibt es wichtigere Themen, denke ich mal.
01:09:43
Speaker
Aber ja, da gibt es sicherlich.
01:09:46
Speaker
Wir haben sehr viele wichtige Themen, die da beinhaltet sind und auch was DM bewegt
01:09:56
Speaker
Aber ja, das ist das, was mir jetzt im Moment eingefallen ist.
01:09:59
Speaker
Alina, ich danke dir für deine Zeit und die tollen Insights und danke, dass du da warst.
01:10:05
Speaker
Ich danke dir sehr, Norman.
01:10:06
Speaker
Es hat mir sehr viel Freude gemacht und ich höre dir sehr gerne zu.
01:10:12
Speaker
Ja, ich finde, du stellst sehr spannende Fragen und auch zuerst.
01:10:17
Speaker
deine Beiträge, deine Erfahrung.
01:10:19
Speaker
Das hilft mir auch wiederum sehr und ich lerne sehr viel daraus und vielen, vielen Dank, dass ich mich auch... Ja, danke.
01:10:32
Speaker
Das war eine neue Folge von Führen mit Herz und Verstand.
01:10:36
Speaker
Toll, dass du dabei warst und dir die Zeit genommen hast.
01:10:39
Speaker
Wenn es dir gefallen hat, hinterlass mir doch bitte direkt jetzt eine positive Bewertung.
01:10:45
Speaker
Ich wünsche dir eine tolle Zeit und gutes Gelingen bei dem, was auf dich wartet.