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#66  Patientjourney|Silos aufbrechen |Vertrauensarchitektur Interview mit Sebastian Baum  image

#66 Patientjourney|Silos aufbrechen |Vertrauensarchitektur Interview mit Sebastian Baum

S4 E67 · Führen mit Herz und Verstand (alt)
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5 Plays5 months ago

In dieser Folge spricht Normen Ulbrich mit Sebastian Baum über Vertrauen, Kulturwandel und die Kunst, Verantwortung wirklich zu teilen. Sebastian ist Geschäftsführer von zwei Krankenhäusern der Sankt Augustinus Gruppe – und gestaltet dort den Wandel hin zu mehr Zusammenarbeit, flachen Hierarchien und echter Mitgestaltung. Mit über 20 Jahren Erfahrung im Gesundheitswesen, von der Seniorenhilfe über KPMG bis zur Uniklinik Köln, verbindet er Management-Klarheit mit einem tiefen Gespür für Menschen.


Im Gespräch zeigt er, wie Führung im Krankenhaus funktioniert, wenn sie nicht mehr „Top-down“ denkt, sondern Räume schafft, in denen Menschen Verantwortung übernehmen wollen – und dürfen.


💜 Wie gelingt Transformation in einem System, das von Hierarchie geprägt ist?

💜 Warum ist Vertrauen das Fundament für gute Entscheidungen – gerade unter Druck?

💜 Wie kann eine Führungskraft loslassen, ohne Kontrolle zu verlieren?


Sebastian spricht über den Mut, Macht abzugeben, über Vertrauen als Führungsprinzip und über die Rolle von Coaching, Zuhören und echter Haltung im Veränderungsprozess. Er erzählt, wie er eine Doppelleitung übernommen und Entscheidungsräume neu verteilt hat – mit „Pauken und Trompeten“ und einer klaren Botschaft: Führung darf teilen, nicht lenken.


Diese Folge inspiriert dazu, Kontrolle durch Vertrauen zu ersetzen, Hierarchie durch Dialog und Perfektion durch Menschlichkeit.


💡 Wer Kultur verändern will, muss zuerst lernen, Fehler zu feiern – und Vertrauen nicht nur zu fordern, sondern vorzuleben.


🎧 Jetzt reinhören – überall, wo es Podcasts gibt!


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Transcript

Der Wandel beginnt mit Zusammenarbeit

00:00:01
Speaker
Wir haben ja Profis und die Kunst ist es, das Vertrauen zu geben, dass die die richtige Entscheidung mit ihrem Wissen treffen.
00:00:12
Speaker
Also der Change ist da quasi gestartet mit, wir arbeiten jetzt zusammen und damit ein Herging automatisiert, ich entscheide noch weniger.
00:00:20
Speaker
Der Erfolg eines Unternehmens hängt ganz entscheidend von der Führungskultur im Unternehmen ab.
00:00:26
Speaker
Denn wenn sich Mitarbeiterinnen zufrieden fühlen, steigt die Produktivität um bis zu 20 Prozent.
00:00:33
Speaker
Doch die Frage lautet, wie kann das bei dem hohen Druck der Zeitverdichtung und den vielen operativen Aufgaben gelingen?

Einführung in den Podcast von Norm Ulbricht

00:00:40
Speaker
Lausche den Deep Talks und erhalte erprobte und praxisnahe Führungswerkzeuge für eine sinn- und menschenorientierte Führung.
00:00:47
Speaker
Erlebe gleichzeitig, wie eine positive innere Haltung den Unterschied bei meinen Gästen gemacht hat.
00:00:54
Speaker
Ich bin Norm Ulbricht und heiße dich herzlich willkommen zu meinem Podcast Führen mit Herz und Verstand.
00:01:02
Speaker
Heute darf ich euch einen ganz besonderen und wunderbaren Gast ankündigen.

Erfahrungen des Gastes im Gesundheitsmanagement

00:01:06
Speaker
Er bringt über zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Leitung und Weiterentwicklung von Gesundheitseinrichtungen mit und vereint dabei strategisches Denken mit einem echten Gespür für Menschen.
00:01:17
Speaker
Seine Laufbahn begann in der Seniorenhilfe, führte ihn in die Beratung bei KPMG
00:01:23
Speaker
Und später in die Organisationsentwicklung an der Uniklinik Köln.
00:01:27
Speaker
In Eschweiler begleitet er als Geschäftsführer einen mehrjährigen Entwicklungsprozess, bei dem Führungskräfte aktiv eingebunden wurden, mit messbarem Erfolg für Team, Struktur und Patientinnenversorgung.
00:01:41
Speaker
Heute trägt er die Verantwortung für zwei Krankenhäuser in der

Führungsstil und kollaborative Entscheidungsfindung

00:01:44
Speaker
St.
00:01:44
Speaker
Augustinus-Gruppe und gestaltet dort den Wandel hin zu mehr Zusammenarbeit, flachen Hierarchien und einer klaren Ausrichtung auf gemeinsames Handeln.
00:01:53
Speaker
Beeindruckt hat mich sein Blick auf Führung.
00:01:55
Speaker
Nicht als Top-Down-Steuerung, sondern als Einladung zur Mitgestaltung.
00:02:00
Speaker
Mit Ruhe, Klarheit und Haltung schafft er Räume, in denen Menschen Verantwortung übernehmen können,
00:02:06
Speaker
Und damit sage ich herzlich willkommen im Podcast.
00:02:09
Speaker
Ich freue mich riesig, dass du heute hier bist.
00:02:12
Speaker
Sebastian Baum.
00:02:13
Speaker
Ja, hallo Norm, danke dir für die Einladung.
00:02:17
Speaker
Sehr gerne.
00:02:17
Speaker
Das klingt ungewohnt, wenn man so vorgestellt wird.
00:02:27
Speaker
Ah, okay.
00:02:28
Speaker
Aber gut ungewohnt, hoffe ich.
00:02:30
Speaker
Gut ungewohnt, aber ich sag mal, ich bin nicht der Typ, der gerne so im Mittelpunkt bei sowas steht.
00:02:36
Speaker
Und von daher war das durchaus ungewohnt, das jetzt mal so komprimiert zu hören.
00:02:42
Speaker
Ist ja vielleicht auch, wie soll ich sagen, Teil...
00:02:47
Speaker
Teil deiner Haltung.
00:02:50
Speaker
Also wenn du anderen Räume gibst, dann bringt das ja nicht so richtig was, wenn du den Raum ausfüllst, sondern da musst du dich ja irgendwie ein bisschen zurückziehen.

Herausforderungen im Gesundheitswesen

00:03:02
Speaker
Wenn du mein Team fragst, ich rede gerne, das wirst du heute merken, aber klar, die Einstellung ist,
00:03:11
Speaker
Ich sage mal, mein Team weiß alles besser als ich, weil wir sind ja eine Organisation mit ganz vielen Experten und die weiter zu entwickeln, heißt ja, den Experten Raum zu geben und zuzuhören.
00:03:22
Speaker
Und mein Job ist eher das Bindeglied der Experten an der Stelle zu sein.
00:03:26
Speaker
Und deshalb...
00:03:26
Speaker
hast du eben recht gehabt, ist die Frage eher, wie kriegst du es hin, diesen Raum so zu schaffen, dass man sich gegenseitig zuhört an der Stelle.
00:03:36
Speaker
Und ja, du merkst schon, unser Gesundheitssystem ist ein klassisch hierarchisch geprägtes Wesen.
00:03:47
Speaker
Also Gesundheitswesen ist hierarchisch und da ist es eine Veränderung, dem Unternehmen und dem Team auch
00:03:55
Speaker
ernsthaft beizubringen, es ist uns wichtig, die Meinung zu hören und teilhaben zu lassen.
00:04:04
Speaker
Ich wollte in eine andere Frage einsteigen, aber die habe ich gerade gestrichen, weil wir gerade in

Initiative für menschzentrierte Automatisierung

00:04:11
Speaker
den Sinn gekommen sind.
00:04:11
Speaker
Ich war gestern gerade auf dem Human-Friendly-Automation-Day.
00:04:16
Speaker
Okay.
00:04:18
Speaker
Das ist eine Initiative, wo wir auch Mitglied sind und da geht es im Grunde darum, Digitalisierung oder jetzt sogar Automatisierung, also Einführung von KI zu erzeugen.
00:04:34
Speaker
menschenzentriert zu denken und zu tun.
00:04:38
Speaker
Also sich quasi vorher die Frage zu stellen, was passiert eigentlich, wenn wir die 40 Prozent, die aktuelle Studien prognostizieren, das ist ein schwieriges Wort für mich heute, wenn diese 40 Prozent Effizienzsteigerung,
00:04:56
Speaker
oder, also anders ausgedrückt, Menschen haben dann diese 40 Prozent weniger zu tun, weil die KI kann das übernehmen.
00:05:04
Speaker
Was machen wir denn eigentlich mit den freigesetzten Zeit- und Ressourcenkapazitäten?
00:05:11
Speaker
Weil wenn das passiert...
00:05:14
Speaker
Und HFA, also Human-Friendly Automation, hat sozusagen die Strategie und die innere Haltung, sich vorher darüber Gedanken zu machen und quasi mit diesen Gedanken, mit diesen Versprechen, die daraus erwachsen, in den Change hineinzugehen.
00:05:33
Speaker
Und das ist außergewöhnlich.

Partnerschaftliche Führungskonzepte

00:05:38
Speaker
Gibt es auch meines Wissens keine andere Initiative, weil im Grunde sonst der Change zwar, also gibt es natürlich Change-Modelle und so gibt es natürlich eine Menge, aber sonst findet der Change im Grunde statt und dann gibt es ein Ergebnis und dann guckt man sozusagen, was macht man jetzt.
00:05:56
Speaker
Und das finde ich ziemlich cool.
00:05:58
Speaker
Aber worauf ich hinaus wollte, ist, ich habe dort den Thomas Sattelberger getroffen, der war hier auch schon mal im Podcast Gast.
00:06:07
Speaker
Kennst du, sagt dir der was?
00:06:09
Speaker
Ne.
00:06:11
Speaker
Also DAX-Vorstand, dreifacher DAX-Vorstand, Mitglied im Bundestag, Staatssekretär.
00:06:18
Speaker
Also ein cooler Denker, würde ich sagen so.
00:06:23
Speaker
Und der hat ein Konzept, hat er auch im Podcast von mir darüber gesprochen.
00:06:28
Speaker
Und daran musste ich gerade denken, weil er darüber auch wieder geredet hat gestern.
00:06:32
Speaker
Der nennt das Partnering with People in Detail.
00:06:36
Speaker
Also der hat sozusagen die Idee, so eine Art von Mikro-Management zu betreiben.
00:06:45
Speaker
Ja.
00:06:47
Speaker
Ich glaube aus den Diskussionen mit ihm, dass das nicht mein Verständnis vom Mikro-Management wirklich eins zu eins trifft.
00:06:54
Speaker
Aber seine Idee ist sozusagen, ich bin als Führungskraft auch in der Lage, tief ins Detail einzutauchen und mit meinen MitarbeiterInnen quasi in einer hohen Detailtiefe, wenn es notwendig ist,
00:07:09
Speaker
über diese Details zu diskutieren und Partnering impliziert ja ein Stück weit, es geht nicht darum, dass ich sage, wie es gemacht wird, sondern dass es partnerschaftlich vielleicht nicht mal entschieden wird, aber dass wir zusammen auf jeden Fall da gestalten.
00:07:26
Speaker
Ja.
00:07:28
Speaker
Und das wollte ich dir mal anbieten, weil du ja gerade explizit gesagt hast, du hast quasi Menschen, die fachlich besser sind als du oder die sich da auskennen und du orchestrierst das so ein bisschen.
00:07:43
Speaker
Und genau, da wollte ich dir das mal anbieten, wie du dazu stehst oder ob du dich da vielleicht sogar wiedererkennst, ne?
00:07:51
Speaker
Also ich muss schmunzeln, weil die erste Assoziation ist, ich habe so ein paar Gesichter vor Augen, die jetzt sagen würden, der Sebastian sagt ja immer, er weiß ja nichts.
00:07:59
Speaker
Dabei weiß er es sehr wohl.
00:08:02
Speaker
Er hält sich nur mit seiner Meinung zurück.
00:08:05
Speaker
Und zugleich würde ich sagen, was ich eben meinte ist, schau mal, wir haben ganz viele medizinische Disziplinen.
00:08:11
Speaker
Ich habe BWL studiert.
00:08:13
Speaker
Das heißt, ich würde mir nie zutrauen, eine Operation durchzuführen.
00:08:17
Speaker
Das heißt, auf der fachlich-medizinischen Ebene,
00:08:20
Speaker
haben wir ja Spezialisten, die sich täglich um die Patienten kümmern.
00:08:25
Speaker
Und mein Job ist es eher, dass das Unternehmen als, naja, es sind verschiedene Fachbereiche, die zusammenarbeiten müssen und den kaufmännischen Part zu ergänzen.
00:08:34
Speaker
Also das, was dein Gesprächspartner als Partnering-Model beschreibt, würde ich übersetzen, ist,
00:08:41
Speaker
Mein Job ist es, eine Ausgewogenheit zu erreichen zwischen, auch wir sind ein Unternehmen, auch wir müssen Geld verdienen, um es wieder zu investieren.
00:08:51
Speaker
Unternehmen gibt es medizinische Ansprüche und ich sage mal, diesen Spagat nicht selber zu entscheiden, sondern eher zu erklären, um dem Mediziner, der eben BWL nicht studiert hat, ein Stück BWL zu erklären und
00:09:07
Speaker
Und mich in die Lage zu versetzen, die medizinische Seite zu verstehen.
00:09:11
Speaker
Und dann kommst du zusammen und dann wird es auch wirksamer aus meiner Sicht.

Transformationale Führung im Gesundheitswesen

00:09:15
Speaker
Okay, also geht es da eher um die unterschiedlichen Perspektiven oder unterschiedliche Aufgaben im Grunde, wenn du jetzt mit den Medizinern darüber diskutierst.
00:09:24
Speaker
Okay.
00:09:26
Speaker
Genau, weil seitdem der in meinem Podcast war, treibt mich dieser Gedanke immer wieder um, weil ich im Grunde ein großer Gegner von Mikro-Management bin.
00:09:36
Speaker
Und trotzdem finde ich diesen Impuls, wie er ihn formuliert,
00:09:42
Speaker
mega, also mega gut.
00:09:44
Speaker
Und wenn ich zurückdenke, das passt eben ein bisschen zu deiner Aussage, dann glaube ich, war das in all meinen Führungspositionen im Grunde auch so, dass ich immer auch eine hohe Detailtiefe irgendwie hatte.
00:09:58
Speaker
Also ich habe dann nicht alles entschieden, ich habe es schon in andere machen lassen, aber ich habe dann schon irgendwie...
00:10:04
Speaker
so viel Wissen gehabt, dass ich da schon mit eintauchen konnte.
00:10:07
Speaker
Also ich sag mal, ich sehe da bei uns die Parallele.
00:10:10
Speaker
Ich hatte den Anspruch immer, wenn es um eine wirkliche Entscheidung geht, wo du was verändern möchtest, den Anspruch zu haben, ich nenne es mal den Prozess dahinter verstanden zu haben.
00:10:20
Speaker
Also mir reichte nicht,
00:10:22
Speaker
Ich sage mal, meine Laufbahn begann ja mit einer Beraterkarriere, die PowerPoint zu machen und auf der PowerPoint-Ebene die Entscheidung zu treffen, sondern ich wollte verstehen, was heißt das wirklich im Doing?
00:10:35
Speaker
Und ich war Anfang der Woche noch bei Kollegen von uns.
00:10:40
Speaker
mit denen wir kooperieren und habe mich mit denen über einen Unternehmensbereich unterhalten und die Geschäftsführerkollegin erzählte mir dann aus diesem Bereich was.
00:10:47
Speaker
Und ich so, ah ja, genau, da gibt es doch das Tool und mit dieser Verknüpfung kann man arbeiten.
00:10:51
Speaker
Und sie guckt nur so...
00:10:53
Speaker
Du weißt wirklich, wie das da läuft.
00:10:55
Speaker
Ich so, ja, weil, also das sehe ich genauso, dass ich den Anspruch in mir trage, dass soweit es geht, in Tiefe zu verstehen, wenn denn meine Meinung gefragt ist, damit es eben nicht die klassische, also das ist ja oft das Vorteil, der steht am Schreibtisch oder sitzt am Schreibtisch und trifft aus dieser Distanz eine Entscheidung.
00:11:17
Speaker
Die Gratwanderung, die ich tatsächlich auch selber lernen musste, ist dann aber nicht zu sehr den Drang zu haben, selber ins Detail reinzugehen.
00:11:25
Speaker
Das meine ich mit abgeben.
00:11:27
Speaker
Also wir haben ja Profis und die Kunst ist es,
00:11:32
Speaker
das Vertrauen zu geben, dass die die richtige Entscheidung mit ihrem Wissen treffen.
00:11:39
Speaker
Jetzt sagst du, dass ihr in der Gesundheitsbranche oder ihr auf jeden Fall in den Krankenhäusern eher aus so einer iraschisch geprägten...
00:11:50
Speaker
Historie kommt.
00:11:53
Speaker
Das passt ja auf den ersten Blick auf jeden Fall nicht so richtig zusammen.
00:11:57
Speaker
Ich habe eine Hierarchie, da denke ich eher an transaktionale Führung, also anweisende Führung.
00:12:04
Speaker
Und du sprichst ja von Räumen, von selber Entscheidungen treffen und so.
00:12:11
Speaker
In der Führungstheorie würde ich sagen, wäre das eher so transformationale Führung.
00:12:15
Speaker
Genau.
00:12:17
Speaker
Wie kriegst du das hin?
00:12:19
Speaker
Also zum einen vielleicht ein kurzer Ausflug.
00:12:22
Speaker
Gesundheitswesen hat sich in den letzten Jahren verändert, im Wesentlichen auf der Finanzierungsebene.
00:12:29
Speaker
Also ich sage mal, bevor ich ins Unternehmen und Gesundheitswesen eingestiegen bin,
00:12:34
Speaker
war unser Gesundheitswesen finanziert mit, ein Patient ist ein Tag im Krankenhaus, dafür gibt es einen festen Betrag.
00:12:40
Speaker
Und solange der da liegt, fließt das Geld.
00:12:43
Speaker
Also die Notwendigkeit von Ökonomie und Management war gar nicht gegeben.
00:12:50
Speaker
weil im Endeffekt eine Vollkostenerstattung vorhanden war.
00:12:53
Speaker
Also dafür brauchst du kein Management.
00:12:55
Speaker
Und aus der Zeit hat sich etabliert, dass die Rolle des Chefarztes deutlich bedeutender war als die des Geschäftsführers.
00:13:04
Speaker
Also einer meiner Wegbegleiter, ein Senior Chefarzt, ehemaliger ärztlicher Direktor, heute im Ruhestand, sagte mal, er kommt noch aus der Zeit, da war sein Vater Ordinarius an der Universität.
00:13:18
Speaker
Und er hat sich Weihnachten immer beim Kaufmann dafür bedankt, dass im Drucker Kopierpapier war und die Wege geschoben waren, wenn es geschneit hat.
00:13:27
Speaker
Und dann wurde unsere Finanzierung geändert hin zu einem System, wo du, ich soll mal sagen, wir kriegen einen Pauschalpreis für eine Erkrankung.
00:13:36
Speaker
Und den Aufwand, den wir dafür betreiben, sozusagen die, ich nenne es mal Heilung zu erbringen, liegt in unserem Ermessen.
00:13:44
Speaker
Also war auf einmal Management nötiger und auch mehr Management Theorie.
00:13:48
Speaker
Und er sagte, das war für ihn schon Erkenntnis, weil dadurch ja so ein Wechsel auch in der Bedeutung der Rolle Geschäftsführer und Kaufmann eingetreten ist.
00:13:57
Speaker
Das war so die zweite Phase.
00:14:00
Speaker
Und wenn ich heute das Gesundheitswesen betrachte, würde ich sagen, es gibt halt verschiedene Trägerphilosophien.
00:14:06
Speaker
Es gibt viele Krankenhäuser, die aktuell stark rote Zahlen schreiben.
00:14:10
Speaker
Da verstehe ich, dass das Ökonomie- und Kostendruck wichtig ist.
00:14:15
Speaker
Ich war aber schon immer davon überzeugt, wenn du es nachhaltig machst, dann kommst du weiter, wenn du deinem Team die Theorie der Ökonomie dahinter erklärst, um gemeinsam zu überlegen, wie gehen wir damit um.
00:14:29
Speaker
Und das sind so zwei Systeme, die ich kenne.
00:14:31
Speaker
Ich kenne viele Einrichtungen, die noch sehr hierarchisch entscheiden, wo der Profit im Vordergrund steht.
00:14:38
Speaker
Und unser Anspruch ist es halt, in diesen Rahmenbedingungen, aber auch
00:14:43
Speaker
eine andere Qualität von Medizin anzubieten.
00:14:46
Speaker
Das ist ein Spagat, weil du das Festpreis System also mehr Qualität gibt nicht mehr Geld.
00:14:52
Speaker
Und ich glaube, diesen Anspruch zu erfüllen geht nur, wenn du quasi befähigst im Sinne von erklären, wie das System funktioniert, um dann mit dem Team gemeinsam Entscheidungen zu treffen.
00:15:04
Speaker
Deshalb ja, wir haben gerade den transformationalen Ansatz und sind jetzt auch schon seit ein paar Jahren in dieser Reise.
00:15:11
Speaker
Aber ich sage bewusst, wir sind noch in der Reise, weil das ist ein Change, der braucht Jahre.

Führung während der COVID-19-Pandemie

00:15:16
Speaker
Ja, und wie, also ich fange mal so an, bevor ich die Frage stelle.
00:15:21
Speaker
Ich habe eine Bekannte, die hat mal in einem Krankenhaus gearbeitet und hat mir dann erzählt, dass die zwei Geschäftsführer, die da tätig waren, das waren die, die mit ihren sehr teuren Autos auf den Behindertenparkplätzen direkt am Eingang standen.
00:15:43
Speaker
Und das quasi für sich herausgenommen haben.
00:15:47
Speaker
Mich hat das immer an Stromberg erinnert.
00:15:50
Speaker
Da gibt es auch so eine Folge, wo der mit so einem Lungenkrebskranken um seine Parkplatzebene kämpft.
00:15:59
Speaker
Ja, ich kenne die.
00:16:00
Speaker
Wo er dem noch so eine Zigarre anbietet.
00:16:04
Speaker
Also das ist so Hierarchie, weil du sagst so starkes Hierarchiedenken.
00:16:10
Speaker
Als du
00:16:11
Speaker
Und mit deinem, also mit diesem, was du mir im Vorgespräch hast, du mir erzählt, dass du anfangs, oder dass manche dich anfangs für so eine Art Kulturschock hielten.
00:16:26
Speaker
Das passt ja vielleicht zu dieser Reise oder zu diesem Transformationsprozess, den du gerade angesprochen hast.
00:16:34
Speaker
Wie...
00:16:36
Speaker
Also wie bist du da gestartet?
00:16:37
Speaker
Wie bist du da eingestiegen?
00:16:38
Speaker
Du bist jetzt seit vier Jahren?
00:16:41
Speaker
Ich bin ja seit 2020 in der Augustinus-Gruppe.
00:16:45
Speaker
Muss man mal sagen, ich habe diesen, ich sage mal, Führungsstil schon entwickelt in der Station davor.
00:16:49
Speaker
Das heißt, heute zurückblicken, ja, ich bin mit einem Mindset gekommen, in dem du gemeinsam mit dem Team entscheidest und damit auch gewohnt war, dem Team auszulösen,
00:17:01
Speaker
Entscheidungsfreiräume zu geben.
00:17:03
Speaker
Also das, was du als Mikro-Management beschrieben hast, war bei mir schon mental nicht mehr vorhanden.
00:17:08
Speaker
Also ich habe meine Rolle eher verstanden als mit den Chefärzten die Strategie für die nächsten Jahre medizinisch zu entwickeln und dann zu überlegen, wie kommen wir da hin und was müssen, ich sage mal, typische Dienstleistungsbereiche, was muss man dafür im IT-Bereich machen, wenn uns die richtigen Leute fehlen?
00:17:27
Speaker
Was musst du in der Personalstrategie machen?
00:17:29
Speaker
Und ja, aber das, was du beschreibst, also auf Behindertenparkplätzen hat hier kein Geschäftsführer geparkt, aber es gab durchaus Situationen, die sehr ans Mikromanagement erinnert haben.
00:17:45
Speaker
Ich erzähle das intern, das ist ein Beispiel, einer der geschätzten Chefärzte, mit dem ich heute noch extrem gut zusammenarbeite, im ersten Termin mit mir, da ging es um einen Umbau und sie brauchten irgendwie noch Platz, um gewisse Materialien unterzubringen.
00:18:00
Speaker
Und ich habe gesagt, was habe ich denn jetzt damit zu tun?
00:18:03
Speaker
ja, wir brauchen noch den Raum.
00:18:05
Speaker
Und ich habe die Frage erst nicht verstanden, bis ich tatsächlich verstanden habe, ja, die Philosophie war, nee, der Geschäftsführer entscheidet über die Räume, der muss jetzt freigeben, dass wir diesen Raum bekommen.
00:18:17
Speaker
Wo ich dann versucht habe zu erklären, also A, ich bin hier neu, wir haben eine ganz andere Challenge gerade vor uns als die Raumverteilung, mach das mal untereinander.
00:18:28
Speaker
Und, ähm,
00:18:30
Speaker
Ja, einer meiner Kollegen in der Betriebsleitung sagte, wir sind tatsächlich in einer, also wir sind ja in einer Krise gemeinsam gestartet.
00:18:38
Speaker
Corona war da.
00:18:40
Speaker
Ja, auch dem Haus, ich sag mal, ging es wirtschaftlich zumindest so, dass es verbesserungsfähig war.
00:18:47
Speaker
Und ich habe einen Optimismus mitgebracht, weil der alte Berater in mir drin hatte sich vorher Daten angeschaut.
00:18:54
Speaker
Ich wusste, wir machen das, das und das.
00:18:57
Speaker
Ich weiß aber, ich kann das Team jetzt nicht überfordern, sondern ich bin erst mal gestartet mit, ich wusste, wie der Weg aussieht und schrittweise habe ich den Weg dann mit dem Team umgesetzt.
00:19:05
Speaker
Und dann meinte ein Kollege zu mir, der ist jetzt leider dieses Jahr in den Ruhestand gegangen, wir haben mittlerweile eine Dudes-Kultur, sagt er, Sebastian, am Anfang habe ich dir das nicht abgekauft.
00:19:16
Speaker
So dieses positiv motivierend und ja, du sollst selber entscheiden.
00:19:23
Speaker
Das hat ein halbes Jahr gedauert, bis wir dir das alle geglaubt haben, weil wir das so nicht gewohnt waren.
00:19:30
Speaker
Das ist ja ein halbes Jahr, würde ich sogar fast sagen, wenn man das über Jahre oder vielleicht Jahrzehnte anders erlebt hat.
00:19:36
Speaker
Ist ja eine relativ kurze Zeit vermutlich.
00:19:39
Speaker
Ja, was hilfreich war, ich bin tatsächlich mit der Corona-Pandemie gestartet.
00:19:46
Speaker
Also heute würde ich sagen, das war einfacher, weil du durch, ich nenne es mal externe Krise,
00:19:54
Speaker
alle standardisierten Kommunikationsformate sowieso hinten runtergefallen sind, weil du im Krisenmodus startest.
00:20:00
Speaker
Also es war normaler, mal ad hoc zusammenzukommen, zu sagen, das ist jetzt die Situation.
00:20:06
Speaker
Und da ich ja noch komplett neu war, musste ich ja sofort alle Kollegen fragen, sagen wir mal,
00:20:11
Speaker
Was haben wir?
00:20:12
Speaker
Wie kriegen wir das?
00:20:14
Speaker
Dadurch ist automatisch ein... Es ist leichter gewesen, kollegial zusammenzuarbeiten.
00:20:21
Speaker
Total spannend.
00:20:22
Speaker
Ich habe... Heute erinnere ich mich, ich habe viele Podcasts.
00:20:26
Speaker
Ich habe mit Henry Schmidt, das ist ein... MdB habe ich auch einen Podcast gemacht.
00:20:31
Speaker
Und der hat so eine ähnliche Erfahrung, von der hat der geschildert.
00:20:35
Speaker
Der hat als Geschäftsführer angefangen und dann war direkt so ein Cyber-Vorfall und der musste den da managen irgendwie.
00:20:42
Speaker
Und hat das auch, ähnlich wie du das gerade beschreibst, als im Nachhinein irgendwie sehr vertrauensbildend, teambildend und im Grunde als einen sehr positiven Anteil an diesem negativen Gesamtszenario beschrieben.
00:20:59
Speaker
Das ist ja spannend.
00:21:01
Speaker
Gut, jetzt hat ja nicht jeder das...
00:21:04
Speaker
das Glück in Anführungszeichen in einer Krise zu starten.
00:21:11
Speaker
Aber was würdest du noch Führungskräften empfehlen, wenn die mit so einem Mindset um die Ecke kommen, wie du es hast und auf eine Gruppe, eine Organisation treffen, die damit nicht so viel anfangen kann?
00:21:23
Speaker
Also das eine ist Glaubwürdigkeit durch
00:21:28
Speaker
Und jetzt ein Kollege beschrieben, Nachhaltigkeit.

Nachhaltige Führung und Kulturwandel

00:21:33
Speaker
Also ich sage mal, das Wichtige ist ja, wenn man die Kultur verändern will, dann ist das eine, eine Strategie zu schreiben, ein Papier zu schreiben, da stehen dann schöne Worte drin.
00:21:44
Speaker
Und ich würde sagen, sich darüber bewusst zu werden, wo wird das denn sichtbar für das Team?
00:21:51
Speaker
Also zwischen ich verspreche etwas und sich zu überlegen, wie kriege ich das denn schrittweise umgesetzt, weil, guck mal, wir sind ein großes Unternehmen, alleine im Krankenhausbereich haben wir zweieinhalbtausend Mitarbeitende, wenn wir mal alle Berufsgruppen zusammennehmen.
00:22:06
Speaker
Also zwischen, ich sage mal, ich habe die Idee, wir könnten mal transformational führen und das gibt sich über die verschiedenen Netzwerke ins Unternehmen weiter, ist die Frage immer mehr, wo wird es denn sichtbar und wo passiert es vielleicht auch nicht?
00:22:23
Speaker
Also heute würde ich mehr den Blick drauf werfen.
00:22:26
Speaker
Ich sage mal, du hast in jedem Team ja welche, es wird die geben, die das extrem positiv finden, also die immer schon entscheiden wollten,
00:22:35
Speaker
Und sich auch freuen, wenn sie, ich sage mal, ja, eigenständiger werden.
00:22:40
Speaker
Und gleichzeitig den Blick drauf zu werfen, es wird aber auch diejenigen geben, die sich quasi, der Mensch ist ja, wir sind Gewohnheitstiere.
00:22:47
Speaker
Und so eine Komfortzone ist ja auch manchmal angenehm, um dann zu sehen, wie kriegen wir es hin, dass das, wo es schon passiert, sichtbar wird für andere.
00:22:59
Speaker
Aber auch mitzukriegen, wo es nicht passiert und dort mehr zu unterstützen.
00:23:02
Speaker
Also ich sage mal, die Rolle,
00:23:05
Speaker
des Managements, das das verändern will, ist eher die, ich sag mal so wie bei dir, der Coach, nur der Coach intern, der dann auch schaut, bewegt sich das im Unternehmen insgesamt in diese richtige Richtung.
00:23:19
Speaker
Weil was schwierig ist, wenn du sehr unterschiedliche Systeme nachher hast, also wenn die Gesamtorganisation aus einer Hierarchie kommt, dann hat sich das ja irgendwie alles eingespielt, das ist vielleicht nicht effektiv, aber jedem ist klar, wie es funktioniert und
00:23:33
Speaker
Irgendwie funktioniert das ja.
00:23:36
Speaker
Genau.
00:23:38
Speaker
Bis zu einem gewissen Punkt wahrscheinlich.
00:23:40
Speaker
Und das, was wir gerade erleben, also wo wir auch stecken, ist, in dem Moment, wo du Hierarchie-Ebenen veränderst oder Verantwortung überträgst, suchen die Menschen ja nach einer gewissen Sicherheit.
00:23:51
Speaker
Und die heißt dann, wie ist denn jetzt die neue Regel?
00:23:54
Speaker
Und transformational, dass ja das Spannende heißt, du darfst die mitgestalten.
00:24:01
Speaker
Und das merke ich und das spüre ich auch.
00:24:04
Speaker
dass das eine Herausforderung ist, weil ich sage mal so tradiert gewohnt ist ja noch, okay, es gibt eine Veränderung, aber die muss der Sebastian sicher jetzt ausgedacht haben.
00:24:14
Speaker
Das heißt, der muss mir jetzt auch die neue Regel erklären, nach der ich morgen arbeite und es dann auszuhalten und zu sagen, nee, auch die neue Regel besprechen wir gemeinsam und das löst Unsicherheit aus.
00:24:27
Speaker
Okay, und
00:24:30
Speaker
Also wenn du das jetzt noch konkret machst oder noch konkreter machst, was tut ihr gegen diese Unsicherheiten?
00:24:38
Speaker
Das eine ist zuhören, also den Raum zu schaffen, zuzugeben, unsicher zu sein.

Neue Führungsstruktur und Entscheidungsfindung

00:24:44
Speaker
Ich finde, das ist das erste wichtigste Element.
00:24:47
Speaker
Und wir reden ja gerade noch über Führungskräfte, also wir reden ja noch nicht über Mitarbeiter, dass die Führungskräfte auch aussprechen dürfen, wo sie Unterstützung brauchen und die dann bewusst auch geben.
00:24:59
Speaker
Wir arbeiten ganz stark mit Coaching in dieser Phase.
00:25:02
Speaker
Okay, und was ist deine Rolle in diesem Zusammenhang?
00:25:08
Speaker
Also ich sage mal so, bei den Krankenhäusern ist es so, seit 2023 haben wir zum ersten Mal einen Geschäftsführer über beide Standorte.
00:25:18
Speaker
Das heißt, also der Change ist da quasi gestartet mit, wir arbeiten jetzt zusammen und damit ein Herging automatisiert, ich entscheide noch weniger.
00:25:26
Speaker
Und ja, ist ja so.
00:25:29
Speaker
Also meine Zeit ist ja auch nicht verdoppelbar.
00:25:31
Speaker
Also in dem Moment, wo ich eine Doppelleitung übernehme, ist klar, dass ich weniger Entscheidungen treffe.
00:25:37
Speaker
Und mein Schritt war quasi in der ersten Führungsebene darunter das Verständnis zu schaffen, dass sie mehr entscheiden dürfen.
00:25:45
Speaker
Und dann tatsächlich mit den Instrumenten, ich sage mal, für die, die viel Klarheit brauchen, aufzuschreiben.
00:25:51
Speaker
Was dürfen die denn jetzt ohne mich entscheiden?
00:25:53
Speaker
Und das dann gleichzeitig aber auch in einer breiten Masse zu kommunizieren und zu begleiten, dass das Team lernt, auch wieder noch mehr selber entscheiden zu dürfen.
00:26:03
Speaker
Also auch das war Phase des Prozesses, dass die Betriebsleitung,
00:26:09
Speaker
von mir im Haus vorgestellt wurde, als die dürfen und sollen jetzt entscheiden.
00:26:15
Speaker
Ich bin auch weniger da, weil ich bin jetzt an zwei Standorten.
00:26:20
Speaker
Und es dann auszuhalten, der eine oder andere hat trotzdem versucht, mich einzubinden.
00:26:24
Speaker
So nach dem Motto, ich gehe zum Sebastian, den kenne ich und meine Rolle war es dann.
00:26:30
Speaker
Und der eine oder andere wird sagen, Sebastian, hast du am Anfang vielleicht auch nicht ganz gut gemacht.
00:26:34
Speaker
Zu sagen, nee, ist nicht mehr meine Rolle, geh jetzt dahin, weil die entscheidend ist.
00:26:40
Speaker
Okay, das heißt, du hast gerade gesagt, du hast die vorgestellt.
00:26:44
Speaker
Also gab es diese Rolle vorher schon, Betriebsleitung?
00:26:47
Speaker
Ja, also die sogenannte Betriebsleitung ist sogar gesetzlich vorgeschrieben in jedem Krankenhaus.
00:26:51
Speaker
Also das ist, ich sage mal, der Dreiklang aus, du hast einen Verwaltungsleiter, du hast eine Pflegedienstleitung und einen ärztlichen Direktor, also einen Sprecher der Ärzte.
00:27:02
Speaker
Und gesetzlich vorgeschrieben ist, dass es dieses Gremium in jedem Haus gibt.
00:27:07
Speaker
Ich kenne aber ganz viele Häuser, in denen die nicht eine klare Entscheidungskompetenz haben.
00:27:13
Speaker
Und was wir gemacht haben, ist, dieses Gremium darf die meisten Sachen eigenständig entscheiden, halt innerhalb unserer Jahrespläne.
00:27:21
Speaker
Okay, okay.

Symbolische Führungsübergänge

00:27:22
Speaker
Das heißt, du hast, wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, hast du im Grunde diesen Betriebsleiter, den es davor auch schon gab, hast du nochmal neu vorgestellt?
00:27:34
Speaker
Okay, das finde ich spannend, weil ich habe so ein Bild im Kopf.
00:27:39
Speaker
Das biete ich den Führungskräften, mit denen ich arbeite, ganz oft an.
00:27:42
Speaker
Das kommt so aus meiner Bundeswehrhistorie.
00:27:45
Speaker
Ich nenne das mit Pauken und Trompeten.
00:27:49
Speaker
Also die Frage ist eigentlich, wenn ich neu irgendwo hinkomme oder eine neue Rolle übernehme, wie findet der Staat statt?
00:27:58
Speaker
Und aus meiner Erfahrung findet der oft statt, ja, ich schicke allen eine E-Mail.
00:28:03
Speaker
Ja.
00:28:04
Speaker
du bist jetzt, keine Ahnung, nicht mehr Teamleiter, sondern Bereichsleiter.
00:28:09
Speaker
Das weiß ja auch jeder.
00:28:10
Speaker
Das kennt ja auch jeder.
00:28:12
Speaker
Und mein Impuls da ist immer, ich würde das nicht so machen.
00:28:18
Speaker
Ich würde immer empfehlen, das mit Pauken und Trompeten zu machen.
00:28:21
Speaker
Und das Bild, was ich dahinter habe, ist,
00:28:23
Speaker
Als ich bei der Bundeswehr Abteilungsleiter geworden bin, da sind ganz viele Menschen, also alle aus unserem Bereich, sind da in so einem U angetreten.
00:28:34
Speaker
Und mein Chef war dann da und der hat dann irgendwie eine Rede geschwungen über meinen Vorgänger und hat dem bildhaft quasi das Zepter aus der Hand genommen.
00:28:45
Speaker
und hat dann den verabschiedet, der ist wieder weggetreten und dann kam der Neue, nämlich ich, nach vorn und mir hat er das Zepter übergeben.
00:28:53
Speaker
Und das Bild mag ich total, weil im Grunde für dieses Zepter, also für diese Amtsautorität, musste ich gar nichts tun.
00:29:01
Speaker
Der hat mir wer anders übergeben.
00:29:05
Speaker
Ähm...
00:29:05
Speaker
Aber damit die Menschen mir dann über einen längeren Zeitraum gefolgt sind, brauchte ich noch die anderen Formen der Autorität.
00:29:11
Speaker
Vor allem die soziale und die Fachautorität, die hatten wir ja vorhin schon mal.
00:29:15
Speaker
Aber die braucht ja immer Zeit.
00:29:17
Speaker
Also wenn man dich nicht kennt, hast du ja selber gesagt, dann ist irgendwie das ein komischer Typ hier.
00:29:25
Speaker
Das heißt, diese soziale Autorität, die musst du dir erst erarbeiten.
00:29:28
Speaker
Halb bis Jahr hast du gerade gesagt, hat das dann in manchen Fällen gedauert.
00:29:33
Speaker
Aber diese Amtsautorität, die hast du ja.
00:29:35
Speaker
Ja.
00:29:36
Speaker
Die hilft dir nicht, also in den meisten Fällen auf jeden Fall nicht viele Jahre, da kannst du dich nicht drauf ausruhen, aber zu Beginn finde ich, ist sie, weil sie einfach da ist und die würde ich halt nicht liegen lassen und ich glaube, dass das, das habe ich so rausgehört bei dir, dass das im Grunde auch
00:29:52
Speaker
dass du das im Grunde gemacht hast.
00:29:54
Speaker
Du hast gesagt, wir haben mir die Rolle verändert, wir haben Verantwortung übertragen und jetzt in meiner Welt mit Pauken und Trompeten zeige ich euch, das ist jetzt die neue Verantwortung.
00:30:04
Speaker
Ja, das war also bildhaft gesprochen.
00:30:07
Speaker
Also ich bin kein guter Musiker, also ich habe keine Musik dabei gehabt.
00:30:11
Speaker
Aber es gab zum Beispiel in den Häusern Mitarbeiter-Info-Veranstaltungen.
00:30:15
Speaker
Also mit der Idee, wir berichten aus erster Hand, was passiert und bieten auch das Format an Fragen zu stellen.
00:30:22
Speaker
Und da bildhaft war es so, dass wir dann bei dem Change gesagt haben, also als der Sprung kam sozusagen, meine Rolle hat sich verändert, zu sagen, auch diese Infoveranstaltung macht jetzt nicht mehr der Geschäftsführer.
00:30:36
Speaker
sondern die bereitet die Betriebsleitung vor.
00:30:38
Speaker
Und ich weiß, die ersten Male war meine Rolle, ich begrüße und erkläre ab sofort, macht das die Betriebsleitung, die haben die Themen vorbereitet und die stellen die vor, um dann so einen sichtbaren Übergang zu schaffen.
00:30:53
Speaker
Und das meine ich mit zurücknehmen, dass ich dann auch tatsächlich am Anfang noch dabei bin, aber es normaler wird, dass die diese Rolle einnehmen.
00:31:02
Speaker
Weil die E-Mail, wenn wir mal ganz ehrlich sind, ist leider noch ein verbreitetes Medium, aber du verstehst ja nicht, was der andere sagen will, weil jeder schreibt aus seiner Sichtweise einen Text.
00:31:16
Speaker
Genau.
00:31:17
Speaker
Und was ich tatsächlich auch so im täglichen Erleben irgendwie wahrnehme, ist, dass ja die E-Mail in vielen Organisationen, also ich würde jetzt einfach mal annehmen, auch in eurer, im Grunde das Kommunikationsmittel auch für interne Aufgaben, Weiterleitung, Austausch und so ist.
00:31:38
Speaker
Und damit ist ja
00:31:39
Speaker
ist ja diese E-Mail eine informative E-Mail, da gibt es ja gar kein Druckszenario.
00:31:46
Speaker
Das heißt, wenn ich jetzt priorisiere, welche bearbeite ich, dann schiebe ich die ja nach hinten und damit kriegt sie im Grunde gar nicht die Bedeutsamkeit, die ich eigentlich haben möchte.
00:31:56
Speaker
Ja.
00:31:56
Speaker
Und da ist natürlich, wenn ich sage, wir treffen uns und ich stelle euch jetzt hier jemanden vor, das hat natürlich eine ganz andere Bedeutsamkeit und Relevanz.

Effektive Kommunikationsmethoden

00:32:07
Speaker
Ja, auch bei uns gibt es die E-Mail noch.
00:32:09
Speaker
Wir sind gerade in der Umstellung auf...
00:32:12
Speaker
sagen wir modernere Medien in Projekten arbeiten, weil jetzt mit Teams also automatisch mit Corona, also in vielen Krankenhäusern war das Thema Videokonferenz ganz neu, bis auf sogenannte Tumorboards, wo schon mehrere Krankenhäuser Spezialisten verbunden haben.
00:32:29
Speaker
Aber ich merke auch da, man muss sich erst dran gewöhnen, weil es bleibt ja digital und ich bin immer noch ein Freund vom persönlichen Austausch.
00:32:37
Speaker
Was ich ganz spannend finde als neue Variante ist aber auch immer dasselbe, was wir gerade als Medium machen.
00:32:43
Speaker
Also uns hören irgendwann Menschen zu, während wir gar nicht mehr sprechen, aber sie sehen uns noch dabei, weil ich finde, Mimik, Gestik, Haltung in Kommunikation ist so wichtig.
00:32:56
Speaker
Also ich sage mal, ich kann dir eine überzeugende E-Mail schreiben, aber wenn du siehst, wie ich das vorstelle, ist das eine ganz andere Wirkung.
00:33:07
Speaker
Nimm mal ein Beispiel, ich stelle mich vor mein Team und sage, die Situation ist herausfordernd, ich knicke so ein dabei.
00:33:12
Speaker
Dann wird mein Team dieselbe Inhalte ganz anders wahrnehmen, als wenn du die anders präsentierst.
00:33:17
Speaker
Und deshalb finde ich bei wichtigen Dingen die persönliche Kommunikation so wichtig, weil du von der Sachebene in die Bauchebene gehen kannst.
00:33:29
Speaker
Also ich habe ja ein reines Remote-Team.
00:33:33
Speaker
Wir arbeiten auch an unterschiedlichen Standorten, unterschiedliche Zeitzonen sogar teilweise.
00:33:39
Speaker
Und da ist das tatsächlich gar nicht so einfach mit, also obwohl wir nur, ich sage mal, knapp zehn sind, sich mit den Menschen zu treffen.
00:33:49
Speaker
Ich würde sagen, bei dir mit zweieinhalb Tausend ist das ja im Grunde unmöglich.
00:33:52
Speaker
Betriebsfest einmal im Jahr.
00:33:56
Speaker
Und selbst da wird es dir ja nicht gelingen.
00:33:58
Speaker
Die Krankenhäuser laufen weiter.
00:34:00
Speaker
Also wir können ja nicht abschließen.
00:34:02
Speaker
Stimmt, das kommt ja schon zu.
00:34:09
Speaker
Also ich glaube, dass dieser Wechsel von Formaten und auch viele Formate zu haben und das zu nutzen, was quasi für die Situation am angemessensten ist, das ist sozusagen die Chance, die da drin steckt.
00:34:22
Speaker
Weil, ich sag mal, eine Videotelefonie zu machen, da bin ich ganz bei dir, ist natürlich...
00:34:29
Speaker
Also da werden ja viel mehr Informationen ausgetauscht, als wenn wir beide nur telefonieren würden.
00:34:33
Speaker
Ja, klar.
00:34:35
Speaker
Und jetzt ist das ja hier kein Hexenwerk mehr.
00:34:39
Speaker
Also im Grunde können wir ja jedes Telefonat mit einem Video machen.
00:34:44
Speaker
Und das ist vielleicht...
00:34:47
Speaker
Nicht immer notwendig.
00:34:48
Speaker
Und das meine ich mit, im Grunde müsste man überlegen, was man nutzt.
00:34:53
Speaker
Vielleicht ist auch so ein Podcast, genau wie du sagst, ein Medium, wo du vielleicht auch viele von den zweieinhalbtausend erreichst.
00:35:01
Speaker
Oder vielleicht nimmst du auch ein Video auf und stellst das für bestimmte Themen zur Verfügung.
00:35:07
Speaker
Also so diese Spielen mit Formaten.
00:35:09
Speaker
Das ist ganz spannend.
00:35:10
Speaker
Also wir haben im Unternehmen, ich sag mal über den Bereichen, weil wir als Träger neben den Krankenhäusern eine Seniorenhilfe, eine Behindernhilfe, eine Psychiatrie haben, macht unser Zentralteam, nutzt das System der Townhall, also im Endeffekt eine Videokonferenz.
00:35:27
Speaker
die aber, ich sage mal, unidirektional im ersten Schritt ist, weil es werden viele Informationen vorgestellt, aber du erlebst die Kollegen.
00:35:35
Speaker
Also ich sage mal, das schafft ja eine Sichtbarkeit, die du sonst gar nicht möglich machen kannst über verschiedene Standorte und gibst die Möglichkeit, noch Feedback zu geben.
00:35:44
Speaker
Das sind tatsächlich so Medien, wo ich auch selber merke, okay, wie kann ich das noch in meinen Alltag integrieren?
00:35:51
Speaker
Weil ja auch meine Herausforderung ist, wie kriege ich denn die Teams bei der Häuser noch informiert?
00:35:56
Speaker
In dem Spagat.
00:35:57
Speaker
Es wird Infos geben, die immer noch gerne von mir gehört werden.
00:36:00
Speaker
Also ganz offen, es gibt auch heute noch Situationen, wo es wirksamer ist, wenn man weiß, der Sebastian hat es kommuniziert, als wenn es die anderen Teams kommuniziert haben.
00:36:12
Speaker
Und also das, finde ich, ist ein schönes Beispiel, diese Townhall-Meetings, weil da kann ich ja im Grunde, weiß nicht, ob ihr das so macht, aber ich könnte ja alles anbieten.
00:36:22
Speaker
Ich kann quasi live, virtuell dabei sein, wahrscheinlich auch live dabei sein, wo die das machen, also in Präsenz.
00:36:31
Speaker
Ich könnte...
00:36:32
Speaker
zuhören einfach, weil ich vielleicht gerade irgendwie noch mit anderen Sachen beschäftigt bin oder ich irgendwo lang gehe oder keine Ahnung.
00:36:40
Speaker
Und ich könnte es mir wahrscheinlich auch als Video angucken.
00:36:44
Speaker
Und dann haben wir ja ein asynchrones Format.
00:36:46
Speaker
Das heißt, wenn ich, keine Ahnung, Nachtschicht habe und da irgendwie so ein Zeitfenster ist, wo ich mir das angucken kann, könnte ich das da machen.
00:36:53
Speaker
Genau, so ist es auch gedacht.
00:36:55
Speaker
Also du kannst live im Sinne von online live dabei sein und kannst dann auch Fragen stellen.
00:37:02
Speaker
Und es wird natürlich dann im Intranet abgelegt, damit die Mitarbeitenden, die keine Chance hatten, das zu sehen, später abrufen können.
00:37:08
Speaker
Ja, klar.
00:37:09
Speaker
Und damit spielen wir auch zum Teil.
00:37:12
Speaker
Und dann ist aus meiner Sicht wichtig, wenn du dich für so ein Medium entscheidest, ist es auch ein Stück weit konsequent einzuhalten.
00:37:18
Speaker
Also damit es nicht wie so, wir probieren das mal aus ist.
00:37:22
Speaker
sondern das zu verfestigen als Medium.
00:37:25
Speaker
Und trotzdem muss ich immer noch sagen, der Unterschied ist, dass das einfacher in Business-Bereichen gelingt, also die gewohnt sind, am Rechner zu arbeiten.
00:37:35
Speaker
Also wir führen gerade ein Gespräch in einer Situation, die für mich normal ist,
00:37:41
Speaker
Jetzt muss ich überlegen, der größte Teil meines Teams steht gerade auf einer Station, arbeitet am Patienten.
00:37:48
Speaker
Also im seltensten Fall gibt es ein Telekonsil, sondern das Team im täglichen Doing in den Krankenhäusern ist immer noch Zusammenarbeit,
00:38:00
Speaker
in Person gewohnt.
00:38:01
Speaker
Und das finde ich wichtig bei so einem Change.
00:38:04
Speaker
Und das haben wir auch reflektiert, dass dieser Umstieg auf die transformationale Führung in den Management-Bereichen viel leichter gelingt, auch durch diese Formate.
00:38:17
Speaker
Also weil wir sagen alle so, seit Corona ist Videokonferenz normal.
00:38:21
Speaker
Na sorry, die Patienten kommen immer noch ins Krankenhaus und selten, also ja, es gibt seitdem die Videosprechstunde, die trifft aber eben nicht den realen Krankenhausbetrieb, sondern ja eher, ich melde mich mal beim Arzt, weil ich gerade Halsschmerzen habe.
00:38:40
Speaker
Und deshalb überlege ich halt, wie kriege ich diesen Bereich abgeholt, der immer noch viel mehr in Präsenz arbeitet.
00:38:47
Speaker
Also Informationsübergabe wird teamübergreifend in der Übergabe gemacht.
00:38:53
Speaker
Und deshalb sind diese Formate noch viel mehr gewohnt als so ein Video.
00:39:00
Speaker
Also was sind eure Ideen da an der Stelle?
00:39:02
Speaker
Weil, also das will ich auch sagen, ich habe gerade überlegt, ich würde sagen, das ist bei nahezu 100 Prozent meiner Kunden so.
00:39:11
Speaker
Also dass es da eine Verwaltung irgendwie gibt, einen kaufmännischen Bereich, die, wie du sagst, die sitzen alle am Schreibtisch, die arbeiten am Rechner, das heißt für die ist das ein ganz normales Arbeiten heutzutage in vielen Fällen.
00:39:24
Speaker
Aber oft ist der größte Bereich vielleicht eher so ein, weiß nicht, gewerblicher.
00:39:28
Speaker
Das passt jetzt bei euch ja nicht so richtig.
00:39:30
Speaker
Ja, doch.
00:39:31
Speaker
Ja, aber kannst vergleichen.
00:39:33
Speaker
Und genau, das würde ich auch sagen.
00:39:35
Speaker
Die arbeiten dann an ihrer Maschine oder halt am Menschen oder so.
00:39:41
Speaker
Und für die ist dann weder Computerarbeit so wirklich permanent normal, als auch diese Medien so einzusetzen.
00:39:49
Speaker
Und die haben deshalb die gleichen Themen, würde ich sagen, auch so bei ihren Kulturwandeln.
00:39:53
Speaker
Wie handhabt ihr das?
00:39:55
Speaker
Was sind eure Ideen?
00:39:56
Speaker
Was sind eure Werkzeuge?
00:39:57
Speaker
Also das Wichtigste aus unserer Sicht ist, oder das, was wir gerade machen, nochmal erstmal einen Blick drauf zu werfen, wie ist denn unsere Informationsweitergabe bisher überhaupt?
00:40:08
Speaker
Also weil, ich sag mal, wir haben eben über die Betriebsleitung gesprochen.
00:40:11
Speaker
Das ist halt nicht eine Person, sondern es sind drei Berufsgruppen.
00:40:16
Speaker
Und jede Berufsgruppe in sich hat ja schon eine andere Kommunikationskultur.
00:40:20
Speaker
Also du hast, ich sag mal, im Pflegebereich ein eher klassisch geprägtes Organigramm, was sich halt runterbricht bis zur Stationsleitung und die informiert in Teamsitzungen die Teams.
00:40:32
Speaker
Dann weißt du, wenn ich die Information an die Pflegedienstleitung gebe, braucht es ungefähr so und so viele Tage und Sitzungen, bis die Info im Team angekommen ist.
00:40:40
Speaker
Während du im ärztlichen Bereich weniger Personal hast, die Fachärzte, die machen eine Frühbesprechung, da ist es quasi möglich, am nächsten Morgen in der Frühbesprechung die Info weiterzugeben und das sich schon mal bewusst zu sein.
00:40:52
Speaker
Und daneben ist ein Verwaltungsbereich, wo der Kaufmenschkollege vielleicht doch die E-Mail zur Info schreiben kann.
00:40:58
Speaker
Und erst mal zu realisieren, bis das alle gleich erreicht hat, vergehen unterschiedliche Zeitsprünge.
00:41:04
Speaker
Und weshalb wir tatsächlich, um abzusichern, dass die wichtigen Sachen ankommen, mehr auf Anwesenheitsmeeting

Offener Dialog und Feedbackkultur

00:41:14
Speaker
setzen.
00:41:14
Speaker
Also häufiger mal ein Update im Haus, was aber freiwillig ist.
00:41:18
Speaker
Also kein Pflichtmeeting.
00:41:20
Speaker
Mhm.
00:41:21
Speaker
Sondern zu sagen, es gibt ein Update, da kann jemand gerne vorbeikommen und den, wie soll ich sagen, den offenen Dialog zu stärken, in dem sehr niederschwellig, also an jeder Pforte steht jetzt eine kleine Box, da kann jeder Mitarbeiter auch anonym, um Hemmschwelle zu senken, eine Frage an die Betriebsleitung abgeben.
00:41:42
Speaker
Weil wir halt wissen, dass Hierarchie im Krankenhaus immer noch irgendwo gewohnt ist, mussten wir lernen, dass das erste Angebot, jeder darf eine Frage an die Betriebsleitung schicken, nicht dazu führte, dass da auf einmal 100 Themen kamen, sondern erst mal gar nicht so viel.
00:42:00
Speaker
Und deshalb das niederschwellige Angebot, das anonym zu dürfen und dann dafür Sorge zu tragen, dass wiederum die Betriebsleitung über die verschiedenen Medien auch mehr informiert, was macht sie denn?
00:42:11
Speaker
Also worüber reden die gerade?
00:42:14
Speaker
Weil oft ja
00:42:15
Speaker
in der Hierarchie unsichtbar ist, was machen die denn da oben eigentlich?
00:42:19
Speaker
Also mit welchen Themen beschäftigen die sich?
00:42:21
Speaker
Und das macht ihr in diesen Updates hierarchieübergreifend?
00:42:24
Speaker
Also da geht ihr dann quasi, ich sag mal, auf die Mitarbeitenden-Ebene und sagt, wir machen jetzt ein Update, also ich sag mal, vom Pfleger bis zur Stationsleiterin können da alle kommen?
00:42:39
Speaker
Also jeder, der Zeit hat, da vorbeikommt.
00:42:40
Speaker
Wir gucken halt drauf, gerade aufgrund des Schichtdienstes, dass es dann am besten auch zweimal täglich passiert, dass du nicht in eine Zeit reingehst, weil Gesundheitswesen folgt gewissen Tagesrhythmen, dass du das natürlich nicht zu der Zeit machst, wo morgens um neun alle auf Station gebunden sind, weil
00:42:56
Speaker
dann kannst du schön was reden, das hört dir nur keiner zu.
00:42:59
Speaker
Und tatsächlich das zum einen anzubieten und gleichzeitig auf dem Standardkanal, und der heißt heute halt immer noch E-Mail oder Intranet, aber auch dafür Sorge zu tragen, dass Informationen nachhaltig abgerufen werden können.
00:43:14
Speaker
Also zu verstetigen, was macht die Betriebsleitung, an welchen Themen sind sie dran, damit man dann sagen kann, okay, und wenn du eine Idee hast, dann schick die bitte, weil wir beschäftigen uns in zwei Wochen mit dem Thema.
00:43:25
Speaker
Wenn du einen Impuls hast,
00:43:26
Speaker
Dann gib den gerne rein.
00:43:29
Speaker
Und was neu war, was jetzt schon etabliert ist, dass auch diese Leitungsrunde Gäste einlädt.
00:43:38
Speaker
Also das war tatsächlich ein Lerneffekt.
00:43:41
Speaker
muss ich sagen, für mich war es normal, aus meiner alten Welt, sag ich mal, aus der ich kam, Experten einzuladen, um sich zu beraten und dann aber wieder zu erkennen, okay, aber wenn ich erst mit transformational beginne, ist es auch für den in meiner Welt hochkompetenten Experten ungewohnt, der Hierarchie eine Info zu geben.
00:44:02
Speaker
Also bis sich das dann eingependelt hat in...
00:44:06
Speaker
Wir beraten uns wirklich kollegial und wir sind irgendwie alle gleich.
00:44:10
Speaker
Wir tragen zwar, jeder trägt eine Art Uniform im Sinne einer Rolle, aber im echten Austausch verschwimmen diese Rolle mit, lasst uns mal gemeinsam denken.

Widerstand als Chance für Veränderung

00:44:21
Speaker
Und das hat sicherlich in jedem Unternehmen mindestens ein Jahr gedauert, bis sich das ja auch weiter trägt an die, die noch nicht da waren, dass diese Formate anders gelebt werden.
00:44:33
Speaker
Okay.
00:44:34
Speaker
Habt ihr dafür irgendwas getan?
00:44:36
Speaker
Also um diese Promotoren, wenn man so will?
00:44:41
Speaker
Also du hast ja vorhin gesagt, da gibt es dann welche, die finden das total klasse, die machen sofort mit.
00:44:46
Speaker
Und dann gibt es die, die ein bisschen hinten dran sind.
00:44:50
Speaker
Heute ist Tag der Podcast.
00:44:53
Speaker
Ich muss mich an einen anderen Podcast denken.
00:44:55
Speaker
Mit Bodo Jansen habe ich den gemacht.
00:44:57
Speaker
Ich weiß nicht, ob du den kennst.
00:44:58
Speaker
Ja.
00:44:58
Speaker
Und da haben wir so ein Bild entwickelt von einem Zug quasi.
00:45:05
Speaker
Also es gibt so den, das bist du dann bei euch, denke ich so, der die Lokomotive fährt quasi, also der irgendwie die Vision hat, wo geht es hin.
00:45:14
Speaker
So hast du das ja auch so ein bisschen anmoderiert vorhin.
00:45:18
Speaker
Und dann gibt es irgendwie Leute, die sitzen direkt im Waggon hinter der Lok.
00:45:23
Speaker
Das sind so die Fans, die Promotoren, die Leute, die mitmachen, die Change Agents, wie auch immer man die nennt, Leute, die Bock haben.
00:45:35
Speaker
Und dann gibt es ja noch die anderen Waggons.
00:45:38
Speaker
Also von Menschen, die vielleicht so ein bisschen interessant das finden, aber vielleicht auch welche, die sagen, jetzt wird ein neues Schwein durchs Dorf getrunken.
00:45:52
Speaker
Aber solange alle, das war denn so meine Interpretation, solange alle im Zug sitzen,
00:45:58
Speaker
Ja, bewegt sich ja jeder von denen.
00:46:00
Speaker
Ja.
00:46:01
Speaker
Und das finde ich eigentlich so als Bild ganz cool.
00:46:03
Speaker
Und die müssen nicht alle Fans sein.
00:46:05
Speaker
Wichtig ist, glaube ich, nur, dass sie sozusagen nicht auf die Notbremse drücken, wenn man nicht im Bild bleiben will.
00:46:11
Speaker
Ja, genau.
00:46:11
Speaker
Und das meinte ich eben mit, zum einen, du hast bei jedem Change ja auch, ich sage mal, Widerstand.
00:46:17
Speaker
Ja.
00:46:17
Speaker
Und dann würde ich sagen, den Fokus draufzulegen, wenn Widerstand entsteht, das als, klingt jetzt vielleicht,
00:46:25
Speaker
Überzogen als Chance zu begreifen, zu verstehen, warum ist da Widerstand?
00:46:29
Speaker
Also es gibt ja durchaus gute Gründe, warum jemand sagt, das ist vielleicht noch zu früh oder in meinem Bereich habe ich folgendes Thema, was ich erst lösen muss, um den Change, den du möchtest, hinzubekommen.
00:46:43
Speaker
Ich glaube, das ist wichtig, weil...
00:46:46
Speaker
wenn einer der größten Widerständler mit dir in den Change geht.
00:46:50
Speaker
Also in meiner Welt bin ich dankbar für die, die Kritik üben und Widerstand geben, weil die, die sagen, ja klar, machen wir.
00:46:58
Speaker
Also ist ja auch die Frage, ist das echtes Commitment oder ist das sozusagen eher, ich folge, ich habe vor...
00:47:07
Speaker
Ich war schon Jahre her, mal ein Seminar gehabt, wo mir die Augen ein Stück dafür geöffnet worden sind.
00:47:13
Speaker
Da ging es um den Film, ich weiß nicht, ob du ihn kennst, die Zwölf Geschworenen.
00:47:17
Speaker
Schwarz-Weiß-Film.
00:47:20
Speaker
Ich wohne irgendwo.
00:47:21
Speaker
Ja, so.
00:47:22
Speaker
Ich war in einem Workshop auch eingesetzt, ja.
00:47:25
Speaker
Und die Idee sozusagen anhand dieses Films, die verschiedenen Change-Rollen und auch die Methoden, wie du im Change das machst, du fängst ja an bei, du musst es erkennen.
00:47:38
Speaker
Und wenn du es erkannt hast, weißt du, wie du denjenigen abholst für deinen Change.
00:47:43
Speaker
Und ich sage mal, so sehe ich meine Rolle heute, mit dem Blick aufs System zu sehen, wer steht eigentlich wo im Change.
00:47:50
Speaker
Und weil du hast auch heute noch, ganz ehrlich, wirst du auch kennen, Sitzungen, da sitzen 15 Mann und dann gibt es die Abschlussfrage.
00:47:59
Speaker
Und du weißt, wenn Commitment kommt, du bist dir nie ganz sicher, ist das wirklich hundertprozentiges Commitment.
00:48:05
Speaker
Und deshalb ist es, finde ich, wichtig, gleichzeitig mit Einzelpersonen in Kontakt zu sein, um zu wissen, wie committed sind sie wirklich oder was brauchen sie noch, damit aus dem verbalen Commitment eins mit Haltung, also auch mit, ich stehe auch, wenn du nicht dabei bist, dafür entsteht.
00:48:23
Speaker
Das ist ja das, was du brauchst.
00:48:25
Speaker
Also wenn du Verantwortung weitergibst, dann bist du ja darauf angewiesen, dass die Menschen, die das mit dir entwickelt haben und wenn man sich darauf geeinigt hat, dass alle auch wirklich rausgehen.
00:48:39
Speaker
Also ich glaube, das ist so in Geschäftsführung erlebe ich das oft, ist das so ein Thema, dass man dann irgendwie was miteinander verhandelt oder der Geschäftsführer sagt dann, okay, dann machen wir es jetzt so.
00:48:52
Speaker
Und dann gehen aber einzelne Abteilungsbereichsleitungen, wie auch immer die dann heißen, gehen dann raus und sagen, ja, also ich habe gesagt, dass das nicht funktionieren wird, aber hier die Kollegen, die wollten das so.
00:49:05
Speaker
Das müsst ihr hier dem Geschäftsführer sagen.
00:49:08
Speaker
Und das ist natürlich ein Super-GAU.
00:49:10
Speaker
Das haben wir, ich sag mal bildhaft, das übersetze ich, gibt es im Privatleben ja genauso.
00:49:14
Speaker
Also du hast Kinder, ich hab Kinder.
00:49:17
Speaker
Und wir haben in der Betriebsleitung das Commitment, wir streiten miteinander hinter verschlossener Tür.
00:49:24
Speaker
Mhm.
00:49:24
Speaker
Und das Bewusstsein, wenn wir aber dann eine Entscheidung treffen, dann ist es okay, dass es verschiedene Meinungen gibt.
00:49:31
Speaker
Aber wenn wir eine Entscheidung getroffen haben, sind wir ja nur glaubhaft als Gruppe, wenn die Gruppe gemeinsam die Entscheidung nach außen trägt.
00:49:38
Speaker
Weil wenn da einer schon anfängt zu sagen, ja, die dritten ja zu dritt zusammen, ich war dagegen, aber ihr wisst ja, wir machen Mehrheit.
00:49:46
Speaker
Ja.
00:49:48
Speaker
Arbeiten wir gerade mit dem Tool, jetzt muss ich sagen, ich kann ja gerade den Fachbegriff dafür nicht nennen, gleichzeitig herauszufinden, ja, wir hätten theoretisch eine Mehrheit, aber was fehlt denn dem einen, also wenn es drei sind, um wirklich committed zu sein?

Vertrauen und Zusammenarbeit im Führungsteam

00:50:05
Speaker
Also ich sage mal noch, den Deep Dive zu machen und zu sagen, du hast da ein Störgefühl, warum?
00:50:11
Speaker
Also was bräuchtest du, damit wenn du jetzt den
00:50:15
Speaker
nennen wir es mal Elevator Pitch, für diese Entscheidung machen müsstest, dass dir den auch jeder abkauft.
00:50:20
Speaker
Und das ist gerade so, damit würde ich aber sagen, sind wir schon extrem weit in der Kulturentwicklung dieses Leitungsgremiums.
00:50:29
Speaker
Und jetzt muss man wissen, wir haben noch dann doch mehrere Ebenen, wo ich sagen kann, heute bin ich stolz, dass wir in der Betriebsleitung schon auf der Ebene unterwegs sind, also diese Zusammenarbeit noch so zu verfestigen.
00:50:40
Speaker
Die äußern das dann auch in dieser Dreierrunde.
00:50:42
Speaker
Ja.
00:50:44
Speaker
Ich sage mal, die anderen zwei sagen ja und ich fühle aber irgendwie, oh nee, so richtig noch nicht.
00:50:51
Speaker
Genau.
00:50:52
Speaker
Also gibt es diese Art von, ich würde jetzt sagen, psychologischer Sicherheit, von Vertrauen, dass ich dann auch sage, so richtig habt ihr mich noch nicht.
00:51:01
Speaker
Ja, also wir haben damit, ich glaube, ein Erfolgsmoment war, dass wir ganz am Anfang, also ich muss wissen, bevor wir diese Umstellung hatten, war ich fester Bestandteil der Betriebsleitung in dem einen Standort.
00:51:15
Speaker
Und ich habe gesagt, für mich sind wir am richtigen Punkt angekommen, wenn wir nicht mehr über Themen reden,
00:51:21
Speaker
sondern über Menschen.
00:51:23
Speaker
Also wenn wir so weit sind, dass wir im Unternehmen schauen, wer ist in seiner Führungsrolle wirksam, wo gibt es Widerstand oder wo haben wir vielleicht auch ein menschliches Thema innerhalb eines Teams.
00:51:33
Speaker
Und dadurch ist ein Vertrauen entstanden.
00:51:36
Speaker
Und das erlebe ich heute, wenn wir in den wichtigen Sitzungen zusammen sind.
00:51:40
Speaker
Also ich bin monatlich noch in der Betriebsleitung dabei, dass wenn die sagen, Sebastian, wir haben ja ein Thema, das wollen wir gerne mit dir diskutieren, dann sind es im wesentlichen Kern eher menschliche Themen.
00:51:54
Speaker
Wir haben eine Führungskraft, der geht es gerade nicht gut oder die braucht eine Unterstützung.
00:51:59
Speaker
Und ich glaube, wenn du dahin kommst, entsteht unter allen auch Vertrauen, weil wir reden dann ja über eine Führungskraft aus einem dieser drei Bereiche.
00:52:07
Speaker
Das heißt, da ist schon das Vertrauen da, dem Kollegen aus der anderen Abteilung zu sagen, du, ich habe da ein Führungsthema.
00:52:15
Speaker
Und das verbindet dann wieder.
00:52:17
Speaker
Okay.
00:52:17
Speaker
Und das ist ja vermutlich auch etwas, was man erstmal auflösen muss, weil wenn ich aus einem transaktionalen, hierarchischen System komme, dann ist ja eher diese Silo-Mentalität, die erlebe ich da eher.
00:52:32
Speaker
Also ich erzähle am besten gar nichts quasi über meine Insights, weil es könnte sein, dass du die gegen mich verwendest.
00:52:38
Speaker
Ja.
00:52:40
Speaker
Ich schmunzle gerade, weil der Begriff des Silo-Denkens beschäftigt mich auch.
00:52:44
Speaker
Ich habe letztens eine Serie gesehen, hat mir mein Kollege empfohlen und dabei ist mir die Frage, also wirklich so abends beim Schauern geguckt, leben wir nicht alle irgendwie in einem Silo?
00:52:55
Speaker
Also erst mal privat?
00:52:57
Speaker
Egal, welche Situation du hast, zwei Menschen streiten sich, jeder lebt gedanklich in seinem Silo.
00:53:02
Speaker
Und hast du das nicht bei jedem Unternehmen auch?
00:53:04
Speaker
Also ich sage mal, wenn du zwei Produktionslinien hast in der Industrie, lebt jede erstmal in ihrem Silo.
00:53:10
Speaker
Und natürlich hast du das auch in jedem Unternehmen.
00:53:12
Speaker
Also immer da, wo...
00:53:14
Speaker
Prozesse ineinander greifen.
00:53:17
Speaker
Lebt ein Team in seinem Silo?
00:53:18
Speaker
Und die spannende Frage ist, wie kriegen wir das am besten hin?
00:53:25
Speaker
Ich sage mal, wir bräuchten ja mehr, ich nenne es mal Drohnen, die nach oben fliegen.
00:53:29
Speaker
Also in der Serie ist es ja, du brauchst erst mal den, der sich traut, aus seinem Silo auszubrechen, obwohl ihm jeder gesagt hat, draußen stirbst du.
00:53:37
Speaker
Ja.
00:53:38
Speaker
Und zu sagen, ja, wie kriegen wir es denn hin, dass sich mehr Menschen mal aus ihrem Sido raus bewegen, um dann zu realisieren, da gibt es noch ein anderes, das funktioniert vielleicht so.
00:53:49
Speaker
Und ich sage mal, ein Ansatz, den wir jetzt haben, wir sind in den Krankenhäusern geprägt durch die neue Krankenhausplanung.
00:53:58
Speaker
Also wir müssen von außen auffällig mit gewissen Dingen aufhören, weil die zentralisiert und spezialisiert werden sollen.
00:54:05
Speaker
Und so haben wir einen Leistungsbereich, den wir jetzt nur noch an einem Standort anbieten und natürlich hospitieren Mitarbeitende zwischen den Standorten, um zu verstehen, wie das sozusagen auf der anderen Seite, ich sag mal im anderen Silo aussieht.
00:54:20
Speaker
Und ich glaube, dass der Schlüssel tatsächlich ist, je mehr Silos du hast,
00:54:27
Speaker
Bleibt mal beim Begriff einfach zwei Krankenhausstandorte.
00:54:29
Speaker
Als ich beide übernommen habe, waren es zwei Silos.
00:54:32
Speaker
Also erst mal war jedes eine Kultur für sich.
00:54:36
Speaker
Und genauso wie in dieser Serie irgendwann, die Kultur ist da und nur noch wenige fragen, warum haben wir die eigentlich?
00:54:43
Speaker
Weil die war ja immer da.
00:54:44
Speaker
Genau.
00:54:46
Speaker
Und dann, ich glaube, rauszukitzeln, wo hast du diese Hauptdarsteller, die bereit sind, die Vergangenheit in Frage zu stellen, um nach vorne zu schauen und die übergreifend zu vernetzen.
00:54:58
Speaker
Das ist so das Bild, was sich bei mir entwickelt hat, wie man das schaffen könnte.
00:55:04
Speaker
Und das, glaube ich, hast du in jedem Unternehmen, da mal einen Schritt weiter zu kommen.
00:55:10
Speaker
Also ich liebe diese Serie.
00:55:12
Speaker
Ich habe die auch schon zwei oder dreimal geguckt.
00:55:18
Speaker
Aber tatsächlich noch nie aus deiner Perspektive so betrachtet.
00:55:23
Speaker
Finde ich total stark, die Bilder, die du da rausnimmst.
00:55:28
Speaker
Kann denen auch allen folgen.
00:55:31
Speaker
Und ich glaube, dass das in vielen...
00:55:36
Speaker
dass das in vielen Punkten, nicht in vielen Punkten, in vielen Organisationen ist genau das Problem.
00:55:45
Speaker
Da hast du die Silos, also du kannst das jetzt gut mit den zwei Häusern quasi beschreiben, aber im Grunde hast du diese Silos vermutlich ja auch innerhalb eines Häusers.
00:55:56
Speaker
Ja, natürlich.
00:55:58
Speaker
Mir fiel es auf, bildhaft war ich ja der Erste, der zwischen den Silos hin und her gesprungen ist.
00:56:03
Speaker
Ja.
00:56:05
Speaker
Natürlich fällt es mir leichter, Kraftrolle, mehr Menschen jetzt springen zu lassen zwischen den Silos und du merkst, das funktioniert.
00:56:14
Speaker
Aber die spannende Frage ist ja, wie machst du das, wenn du entweder gar nicht weißt, dass es Silos gibt oder du denkst jetzt in Unternehmen größer.
00:56:20
Speaker
Also ich denke jetzt mal an, hier gibt es noch ein anderes Krankenhaus in der Stadt.
00:56:24
Speaker
Wie könnten wir es auch schaffen, wo vielleicht sogar der Träger ein anderer ist, trotzdem in eine Kooperation zu gehen und die Menschen zusammenzubringen?
00:56:32
Speaker
weil die dann eher gemeinsam agieren.
00:56:36
Speaker
Ja, das finde ich.
00:56:37
Speaker
Und dein Werkzeug quasi, was du dafür momentan nutzt, ist Hospitation.
00:56:44
Speaker
Sagen wir es mal so, das eine ist, ich erzähle gerne Geschichten.
00:56:46
Speaker
Also dieses Silo ist so ein Beispiel dafür.
00:56:49
Speaker
Ich denke eher bildlich.
00:56:50
Speaker
Und ich versuche, mit Metaphern Zusammenhänge zu erklären.
00:56:57
Speaker
Und ich spreche die Kollegen an, wo ich halt weiß,
00:57:01
Speaker
Da ist eine menschliche Vertrauensebene.
00:57:03
Speaker
Das sind aber auch gewisse Multiplikatoren.
00:57:05
Speaker
Du hast eben gesagt, der Change Agent, der Kraftrolle, dem man glaubt.
00:57:10
Speaker
Und diese Menschen zu vernetzen.
00:57:13
Speaker
Und die Herausforderung kann ja durchaus sein, dass du mal zwei Silos verbindest und für das Unternehmen etwas Besseres entsteht, auch wenn der eine sich gefühlt anpassen muss und stückweit sogar...
00:57:28
Speaker
Was verliert, was in Summe aber besser wird.
00:57:31
Speaker
Und ich glaube dafür, ja, das gelingt auf die Dauer nur, je mehr Menschen, die das Bild mit gewonnen haben.
00:57:39
Speaker
Und mir ist noch nicht viel mehr eingefallen, wenn ich ganz offen bin, als die Hospitation oder halt.
00:57:46
Speaker
Ich habe an manchen Stellen bewusst eine Leitungsebene zusammengelegt.
00:57:50
Speaker
Also bleiben wir beim Bild der beiden Krankenhäuser.
00:57:52
Speaker
Wir haben an immer mehr Stellen die Führungspersonen auf eine verdichtet.
00:57:59
Speaker
Also es war bildhaft.
00:58:02
Speaker
Wir hatten zwei Krankenhäuser, die haben kooperiert, aber nicht überall.
00:58:06
Speaker
weil es zwei Geschäftsführer in zwei Silos gab und jeder hatte sein Ziel.
00:58:10
Speaker
Und da bildhaft sozusagen jetzt zwei Silos mit mir nur noch einen Chef hatten, war es viel leichter für das System zu verstehen, ey, wir sind jetzt irgendwie, ja, also ich bin in dem einen Standort, ich bin in dem anderen, aber uns ein, dieser eine mit dem gemeinsamen Ziel und jetzt, ich nenne es, ich baue immer mehr Brücken zwischen den Silos,
00:58:30
Speaker
weil ich auf verschiedenen Hierarchie-Ebenen Funktionen zusammenlege, um die dann irgendwann das Bild zu haben.
00:58:36
Speaker
Die sind so miteinander verbunden.
00:58:38
Speaker
Dass es lauter Brücken quasi gibt.
00:58:40
Speaker
Ja, dass das dann sozusagen dadurch automatischer wird.
00:58:44
Speaker
Ja.
00:58:49
Speaker
Wenn, also habt ihr ein Leitbild?
00:58:52
Speaker
Ja.
00:58:53
Speaker
ja, wir haben eine Strategie, wir haben eine Vision, wir haben eine Mission, wir haben ein Lightbuild.
00:59:00
Speaker
Das Ganze unternehmensweit.
00:59:02
Speaker
Ich glaube, das ist ein Stück die Besonderheit, weil wir ein sehr regionaler Träger sind mit verschiedenen, ich sage mal, Fachbereichen.
00:59:10
Speaker
Hast du das?
00:59:11
Speaker
Und trotzdem hast du pro Standort so einen gefühlten Wert.
00:59:15
Speaker
Also wir haben gemeinsam Werte-Kanon.
00:59:18
Speaker
Für die ganze Gruppe quasi.
00:59:20
Speaker
Für die ganze Augustinus-Gruppe.
00:59:22
Speaker
Aber ich glaube, das ist in jedem Unternehmen normal.
00:59:24
Speaker
Trotzdem, wenn du einen Standort hast, entwickelt jeder Standort so ein bisschen seine eigene Kultur.
00:59:30
Speaker
Und
00:59:34
Speaker
Also ich habe einen Kunden, die haben tatsächlich so eine, die nennen das Bereichsvision entwickelt.
00:59:44
Speaker
Also die haben sozusagen ihre Unternehmensvision für alle Mitarbeitenden und dann hatte jeder Bereich, jede Abteilung hatte die Aufgabe, eine Vision zu erledigen.
00:59:56
Speaker
quasi daraus abzuleiten, was ist denn unser Anteil, unser Puzzleteil, wenn man so will, damit das erreicht werden kann.
01:00:06
Speaker
Das könnte vielleicht eine Idee sein, so ein bisschen die Identität aus dem großen Ganzen,
01:00:13
Speaker
zu individualisieren.
01:00:15
Speaker
Wir haben zwei Modelle.
01:00:18
Speaker
Wie erkläre ich dir am besten?
01:00:20
Speaker
Jeder Bereich hat sozusagen seinen Beitrag zur Unternehmensstrategie.

Patientenzentrierte Ansätze im Gesundheitswesen

01:00:25
Speaker
Es gibt die Unternehmensstrategie und jeder hat seinen Beitrag.
01:00:29
Speaker
Die musst du natürlich miteinander verweben, weil die ineinandergreifen.
01:00:33
Speaker
Und was wir jetzt seit zwei Jahren als System haben, sind sogenannte Fokusgruppen.
01:00:39
Speaker
Das heißt, wir nehmen Menschen aus verschiedenen Unternehmensbereichen, weil ich sage mal, unsere Besonderheit ist ja, unsere Dienstleistung wird am Menschen erbracht.
01:00:49
Speaker
Der heißt je nach Unternehmensbereich anders.
01:00:52
Speaker
Also der Bewohner in der Seniorenhilfe wird mal krank und wird mal Patient im Krankenhaus.
01:00:59
Speaker
Und in diesen Fokusgruppen beschäftigen wir uns, und das finde ich ein schönes Bild, siloübergreifend mit der Frage, wie wir die Patient Journey besser gestalten können.
01:01:09
Speaker
Also mit dem Ziel, dass wenn du in den, ich nenne es mal, Kosmos der Augustinus-Gruppe kommst,
01:01:15
Speaker
die Hürden zwischen den Silos, die du da draußen als Patient oder als Bewohner oder egal in welcher Rolle erlebst, dass wir dir helfen, diese Hürden abzubauen, weil wir dich intern durch den Prozess leiten.
01:01:31
Speaker
Ich spinne mal, wir haben im Bereich Orthopädie, wir fangen an, wir haben eigene Arztpraxen, die zur Unternehmensgruppe gehören.
01:01:40
Speaker
Da würdest du hingehen.
01:01:40
Speaker
Du hast eben gesagt, wir waren eben beim Thema Laufen ja im Vorgespräch.
01:01:43
Speaker
Mein Knie zieht jetzt was.
01:01:45
Speaker
Natürlich hast du dann einen Arzt, der dich kennenlernt und wenn es denn sein sollte, irgendwann feststellt, vielleicht ist bei dir doch eine Knieprothese nötig, dann haben wir Krankenhäuser, die das können.
01:01:57
Speaker
Und nach der OP kommt ja die Physiotherapie oder es kommt eine Rehabilitation.
01:02:02
Speaker
Und all das haben wir im Kontext der Augustinus-Gruppe anzubieten.
01:02:06
Speaker
Und dann zu sagen, jetzt verbinden wir, ich nenne es mal so, diese Silos so, dass du in diesem Prozess dich gar nicht mehr selber um Dinge kümmern musst, wie es normalerweise wäre, sondern dass wir dich da durchleiten.
01:02:20
Speaker
Und
01:02:21
Speaker
Das ist ein Prozess, der auch gerade erfolgt, wo du erstmal die Menschen zusammenbringst, um ihnen bildhaft, ich sag mal, die Straße, die sich sozusagen ergibt zwischen den Silos, aus der Patientensicht zu betrachten.
01:02:35
Speaker
Ja.
01:02:36
Speaker
Okay, gut und dafür sind Silos, jede Art von Silos sind natürlich ein Problem, also für diese Vision, die du da hast, weil selbst wenn ich dann die von der Nachbarabteilung nicht mag, dann, das reicht ja dann in manchen Fällen schon.
01:02:53
Speaker
Er ist Mensch-Schild in der Regel.
01:02:55
Speaker
Ja, definitiv.
01:02:58
Speaker
Aber gut, ich habe verstanden, dass ihr genau dieses Mensch-Thema ja auch als zentrales Führungsthema offensichtlich habt.
01:03:06
Speaker
Weil wenn ihr selbst da auf dieser Betriebsleitungsebene dann im Grunde ja auch viel über Mensch-Themen redet, dann ist das ja da auf jeden Fall angekommen.
01:03:16
Speaker
Wie wichtig das für euch auf jeden

Teamdynamik und Persönlichkeitsprofile

01:03:19
Speaker
Fall ist.
01:03:19
Speaker
Ja, und was wir machen ist,
01:03:22
Speaker
Jede Führungspersönlichkeit, die bei uns entweder sich von außen bewirbt oder von innen weiterentwickelt wird, bekommt von uns mit einem externen Berater zusammen auch, wie soll ich es beschreiben, das klingt seltsam, ein Persönlichkeitsprofil.
01:03:38
Speaker
Also du kannst, du kennst vielleicht diese Farbtypen,
01:03:42
Speaker
Also ein Stück weit an die Hand, wie agiert jemand?
01:03:45
Speaker
Weil es gibt ja die Persönlichkeitstypen, die eher klassisch, ich sage mal, strukturiert agieren.
01:03:52
Speaker
Denen ist Struktur und Regel ganz wichtig.
01:03:55
Speaker
Es gibt die Kommunikativeren, es gibt die Entscheider.
01:03:59
Speaker
Und dann gibt es ja die, denen Bindung und Vertrauen und persönlicher Zusammenhalt wichtig ist.
01:04:05
Speaker
Und es ist ein Riesenfortschritt, wenn man erkennt,
01:04:08
Speaker
Wen habe ich denn im Team und wie funktioniert dieser Mensch, damit ich dann im nächsten Schritt sagen kann, um ihn zu erreichen, muss ich insbesondere darauf achten, worauf reagiert er denn positiv?
01:04:23
Speaker
Mit welchem Modell arbeitet ihr?
01:04:26
Speaker
Bei uns heißt das das Innermetrix, das IMAX von einem Berater, mit dem wir arbeiten.
01:04:33
Speaker
Aber ich sage mal so, das ist das klassische Vier-Farb-Modell.
01:04:36
Speaker
Daran erinnert es mich auch.
01:04:38
Speaker
Persolog oder DISC hieß es davor.
01:04:42
Speaker
Und damit arbeiten wir auch sehr, sehr intensiv.
01:04:45
Speaker
Genau an diesen Stellen, die du gerade beschrieben hast.
01:04:47
Speaker
Genau.
01:04:47
Speaker
Und das Spannende, was ich tatsächlich, also ich sage mal so, dieses grundsätzliche Farbmodell habe ich vor Jahren mal in einem Verhandlungstraining gelernt.
01:04:57
Speaker
Das war Schranner, Schranner macht so, oder Schranner hat früher Geiselnamen verhandelt und so was.
01:05:03
Speaker
Und bietet halt Schulung für Verhandlungen, ich nenne es mal in Extremsituationen an.
01:05:08
Speaker
Damit du auch mal weißt, wie bringe ich eine Verhandlung an den Punkt, dass sie jetzt vielleicht kippt und damit du sie dann wieder einfängst.
01:05:16
Speaker
Und da wurde mir zum ersten Mal dieses Modell erklärt, ich sag mal bildhaft, weil ich liebe halt Bilder, da mussten sich zwei Gruppen gegenüberstellen, dem Coach war schon klar, wer welches Farbmodell hatte und die Blauen mussten den Roten erklären, wie sie jetzt ein Projekt starten möchten.
01:05:34
Speaker
Und man musste aufeinander zugehen, wenn die Argumente gepasst haben oder voneinander weggehen, wenn nicht.
01:05:39
Speaker
Und da keiner das Modell kannte, war es halt so, zack, alle waren auseinander.
01:05:45
Speaker
Und das Spannende, was wir haben bei unserem Modell ist, wir nennen das den natürlichen und den adaptiven Stil.
01:05:53
Speaker
Also durch das System, wie bei uns du auf das Profil kommst, kriegst du ein Stück weit raus, wie tickst du, wenn du entspannt bist?
01:06:03
Speaker
Aber was passiert in dir, wenn du gestresst wirst?

Kultur des Vertrauens und Lernens aus Fehlern

01:06:07
Speaker
Und das ist was, ich habe vor ein paar Jahren in NLP mich weitergebildet, eigentlich aus Spaß unter Corona mal einen Kurzworkshop gemacht, fand das so interessant, dass ich da den Business NLP gemacht habe, weil das Muster in unserem Gehirn ist ja so, wenn wir entspannt sind, sind wir open-minded, wir hören zu, wir vertrauen.
01:06:28
Speaker
Aber unser Gehirn ist halt noch Steinzeit.
01:06:30
Speaker
Also wenn wir gestresst sind, schaltet sich leider sehr viel unsere Kompetenz ab und wir reagieren anders.
01:06:36
Speaker
Und das ist total spannend zu sehen, weil im Change die Menschen ja in gestresste Situationen kommen.
01:06:42
Speaker
Und dann ist es nochmal ganz anders, mit denen umzugehen.
01:06:46
Speaker
Cool.
01:06:47
Speaker
Also da hilft dir deine gelernte Expertise quasi, die du da hast.
01:06:54
Speaker
Das ist ja im Grunde eine Coaching-Ausbildung, die NLP.
01:06:56
Speaker
Ja, genau.
01:06:57
Speaker
Ich habe den NLP Master vor vielen Jahren mal gemacht und mag das auch sehr von den Grundannahmen und von der Haltung her.
01:07:05
Speaker
Genau, genau.
01:07:07
Speaker
Cool.
01:07:08
Speaker
Du, mit Blick auf unsere Zeit, die Zeit unserer HörerInnen, komme ich mal zu meiner letzten Frage, obwohl ich noch Lust hätte, noch länger mit dir zu plauschen.
01:07:20
Speaker
Und die letzte Frage ist, die stelle ich all meinen Gästen und Gästinnen und die passt bei dir, finde ich, über die Themen, über die wir uns unterhalten haben, wie die Forst aufs Auge.
01:07:32
Speaker
Die ist nämlich, welche Pressemeldung würdest du gerne von dir, deinem Unternehmen oder über das Thema Führung, Kulturwandel, Change in den nächsten zwölf Monaten lesen?
01:07:49
Speaker
Vertrauen, also Überschrift Vertrauen.
01:07:54
Speaker
Wir sind das Unternehmen, wo du Fehler machen darfst und dafür ein Lob bekommst, zugegeben zu haben, einen Fehler zu machen.
01:08:01
Speaker
Geil.
01:08:02
Speaker
Allein darüber könnten wir jetzt noch die nächste Stunde uns unterhalten.
01:08:07
Speaker
Sehr cool.
01:08:08
Speaker
Vielleicht gibt es einen zweiten Teil, lieber Sebastian.
01:08:10
Speaker
Ich würde mich freuen.
01:08:11
Speaker
Danke für deine Zeit.
01:08:12
Speaker
Danke für deine Insights und danke, dass du da warst.
01:08:16
Speaker
Ich danke dir für die Einladung.
01:08:18
Speaker
Hat Spaß gemacht.
01:08:22
Speaker
Das war eine neue Folge von Führen mit Herz und Verstand.
01:08:26
Speaker
Toll, dass du dabei warst und dir die Zeit genommen hast.
01:08:29
Speaker
Wenn es dir gefallen hat, hinterlass mir doch bitte direkt jetzt eine positive Bewertung.
01:08:35
Speaker
Ich wünsche dir eine tolle Zeit und gutes Gelingen bei dem, was auf dich wartet.