Transcript
Speaker: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Next Stop Future.
Speaker: In dieser Folge sprechen wir mit Katja Diehl über Mobilität, aber nicht als klassische Verkehrswende-Debatte.
Speaker: Es geht also nicht zuerst um Autos oder Radwege oder Busse oder Bahn oder um neue Antriebe.
Speaker: Es geht um die Frage, wie Menschen an Gesellschaft teilhaben können.
Speaker: Denn Mobilität funktioniert heute längst nicht für alle gleich gut.
Speaker: Wer kein Auto hat, keinen Führerschein besitzt, zu jung oder zu alt ist, mit Einschränkungen lebt, wenig Geld hat oder in einer schlecht angebundenen Region wohnt, merkt schnell, Mobilität ist nicht nur eine Frage von Fortbewegung.
Speaker: Sie ist eine Frage von Freiheit, Zugang und Alltag.
Speaker: Aus der Zukunftsperspektive wird diese Frage noch größer, denn unsere Gesellschaft verändert sich.
Speaker: Sie wird älter, vielfältiger, individueller.
Speaker: Arbeit, Nähe, Zeit, Versorgung und Gemeinschaft organisieren sich neu.
Speaker: Welche Mobilität braucht also eine Gesellschaft, die sich längst verändert hat?
Speaker: Mit Katja sprechen wir darüber, warum es nicht darum geht, einfach gegen Autos zu sein, sondern um eine Mobilität für alle.
Speaker: Eine Mobilität, die Menschen nicht ausschließt, sondern Teilhabe ermöglicht.
Speaker: Und die wir vielleicht ganz anders denken müssten, wenn wir sie wirklich von den Lebensrealitäten der Menschen her entwickeln würden.
Speaker: Viel Spaß bei dieser Folge.
Speaker: So, ein herzliches Hallo, willkommen zurück zu unserer neuen Folge von Next Stop Future.
Speaker: Und heute haben wir auch wieder einen Gast bei uns.
Speaker: Die, die das Video schauen, können es jetzt schon sehen.
Speaker: Die, die nur hören, können sie noch nicht sehen, aber sie wird sich gleich selber vorstellen.
Speaker: Die Katja Diel ist heute bei uns.
Speaker: Und ich darf mal kurz einleiten, wie wir uns eigentlich kennengelernt haben.
Speaker: Und da halte ich doch jetzt mal hier das schöne Buch, nehme ich in die Kamera.
Speaker: Da ist es, das liegt hier bei mir immer auf dem
Speaker: Tisch, genau, raus aus der Autokratie.
Speaker: Und ich durfte da wirklich ein Müh, sage ich mal, dazu beitragen.
Speaker: Wir hatten uns nämlich in dem Zusammenhang auch über Mobilität und Tourismus unterhalten und ein schönes Gespräch gehabt.
Speaker: Das ist jetzt, glaube ich, auch schon...
Speaker: Zwei Jahre her oder zweieinhalb?
Speaker: Ewig, gefühlt ewig.
Speaker: Und da haben wir natürlich auch darüber gesprochen, wie die Mobilität im Tourismus letztendlich nachhaltiger werden könnte, beziehungsweise kam dann auch schnell auf das Gesamtsystem eigentlich Tourismus, weil wir haben gerade im Vorgespräch schon ein bisschen gebrochen.
Speaker: Wie man so sieht, hat die Mobilität nämlich Einfluss auf vieles.
Speaker: Und natürlich gerade beim Reisen, also wenn man von A nach B möchte,
Speaker: Da braucht man natürlich ein entsprechendes Verkehrsmittel und wenn man reisen möchte.
Speaker: Daher war das ein schönes Kennenlernen und ein schönes Zusammenarbeiten.
Speaker: Und heute sprechen wir über Mobilität und sprechen dann mit dir auch über verschiedene Dinge.
Speaker: Wir haben uns so ein bisschen ein paar Themen rausgearbeitet, aber dazu gleich hier.
Speaker: Ich würde jetzt mal kurz an dich übergeben, Katja, stell dich doch noch mal ein bisschen kurz vor, was du machst und vor allen Dingen nicht immer spannend, warum du es machst.
Speaker: Erstmal danke für die Einladung.
Speaker: Und ja, tatsächlich ist auch Tourismus immer wieder in meiner Arbeit ein Thema, weil es da ja auch oft darum geht, vielleicht kann man ja für die Leute vor Ort auch was verbessern, wenn man schon
Speaker: eine Destination ist, dass nicht nur den Touristen das gut geht, sondern auch die Menschen vor Ort vielleicht eine andere Mobilität, eine bessere Mobilität oder was auch immer bekommen.
Speaker: Ich habe sehr lange in Unternehmen gearbeitet, alles außer Auto, sage ich immer, die Mobilität gestalten.
Speaker: Also Stadtwerke mit Bussen, die Nordwestbahn mit Bahnen.
Speaker: Habe auch in der Logistik gearbeitet, habe also die Maschinenräume kennengelernt und die Menschen vor allen Dingen, die hinter diesen Dienstleistungen stecken,
Speaker: sehr schätzen gelernt, weil das ist gar nicht so einfach, solche Systeme am Laufen zu halten, merken wir ja auch gerade.
Speaker: Also ein Tag, wo die Bahn nicht gebasht wird, ist ja nicht mehr existent.
Speaker: Genau, und dann habe ich aber auch gemerkt, ich bin wahrscheinlich doch nicht so die Konzernpflanze, ich bin wahrscheinlich doch nicht so Typabteilungsleiterin in einem männerdominierten Bereich und habe dann angefangen,
Speaker: Wahrscheinlich würde ein Mann das schon wieder ganz anders verkaufen, aber ich muss ehrlich gesagt sagen, ich habe Gott sei Dank nicht gewusst, auf was ich mich da einlasse, als ich gesagt habe, ich mache mich damit selbstständig.
Speaker: Das ist ein sehr emotionales Thema, sehr aufgeladen, sehr konfrontativ auch und mein Kern ist aber, dass alle gut mobil sein sollten, auch ohne eigenes Auto, auch ohne Führerschein.
Speaker: Und um da einfach mal eine Zahl in den Raum zu werfen, wie viele Menschen das nämlich sind, das ist ungefähr ein Drittel von Deutschland, kann ich selbst bestimmt Auto fahren, das sind Kinder natürlich, die zu jung sind für einen Führerschein, weil zu mir und Erwachsenen haben keinen Führerschein.
Speaker: Menschen wie meine Eltern haben zwar einen Führerschein, aber können nicht mehr Auto fahren.
Speaker: Und gerade auch Menschen in Armut, die haben nur zu 45 Prozent überhaupt ein Auto im Haushalt.
Speaker: Und das sind die Menschen, um die ich mich gerne kümmern würde, mit einem sehr unverrückbaren intersektionalen Ansatz.
Speaker: Intersektional ist ein schwieriges Wort, aber es geht halt um ganz viele Nachteiligungen, die in der Gesellschaft existieren können.
Speaker: Also behinderte Menschen mit wenig Geld.
Speaker: Und da habe ich einen Anspruch an Deutschland, dass wir das nicht zulassen, dass es unglaublich viele Regionen in Deutschland mittlerweile gibt, wo du nur gut leben kannst, wenn du das Auto mitbringst und es auch fahren kannst.
Speaker: Weil sehe ich ja auch hier ländlich mit meinen Eltern, wenn du alt wirst, ist es total dysfunktional, weil alte Menschen sehr viel wieder zu Fuß laufen können.
Speaker: Und da hätte ich gerne, vielleicht auch aus egoistischem Antrieb, dass wenn ich mal alt bin, einfach Räume, die Begegnung zulassen und nicht Parkplätze sind.
Speaker: Ja, da sind wir ja eigentlich schon mittendrin.
Speaker: Und wir haben das ja schon auch so ein bisschen in der Vorbereitung, haben wir dir das ja auch schon mal zugeschickt.
Speaker: Wir würden heute gerne so ein bisschen auch auf die Bedürfnisebene schauen.
Speaker: Und ich finde, du hast ja jetzt schon verschiedene Gruppen der Gesellschaft erwähnt.
Speaker: Ja.
Speaker: Also das ist für mich immer so ein elementarer Punkt.
Speaker: Zumindest nehme ich in diesen Diskussionen um Mobilität und Verkehr immer ganz stark die Formen wahr, also diese Verkehrsformen wahr, die es ja nun mal augenscheinlich gibt, die verschiedenen Optionen.
Speaker: Und ich nehme halt weniger so wirklich die Bedürfnisse wahr.
Speaker: Und das finde ich mal spannend, da mal so ein bisschen reinzuschauen hier in der Runde, weil augenscheinlich haben ja Menschen Bedürfnisse unterschiedlicher Art, wenn es um Mobilität geht.
Speaker: Und ich glaube tatsächlich auch bei diesem ganzen Thema Verkehrswende, was ja auch ein sehr großes ist, ein sehr aufgeladenes, wie du schon gesagt hast, sehr politisch, weiß ich nicht, manchmal denke ich, würden wir vielleicht auch anders drüber sprechen können, anders drauf schauen können, wenn wir mal grundsätzlich bei den Bedürfnissen anfangen würden.
Speaker: die unsere Menschen in dieser Gesellschaft so haben.
Speaker: Also von Zugänglichkeit, von Bezahlbarkeit, von Sicherheit, von Autonomie, Teilhabe.
Speaker: Und ich kann ja mal ein ganz automatisches Beispiel geben.
Speaker: Als ich, ich bin immer noch Mutter, aber Mutter mit Kleinkind war, also Kind im Kinderwagen, da wurde mir erst mal ganz stark bewusst,
Speaker: wo ich überall nicht hin kann bzw.
Speaker: nicht reibungslos hin kann.
Speaker: Also sei es in manche Straßenbahnen.
Speaker: Damals habe ich nur in Leipzig gewohnt.
Speaker: Da gab es nicht nur die Niederflurbahnen, sondern es gab noch die alten, die höher gelegenen Straßenbahnen.
Speaker: Und teilweise habe ich das dann wirklich gemieden, weil ich sage es jetzt ganz ehrlich, ich bin halt auch nicht der Mensch, der ständig fragen möchte.
Speaker: Können Sie mir den Kinderwagen hochdrängen oder können Sie mir den Kinderwagen runtertragen?
Speaker: Oder auch, wenn ich irgendwo einkaufen war.
Speaker: Also ich könnte unzählige Beispiele liefern.
Speaker: Mein Bedürfnis zum Beispiel ist ganz klar eigentlich Freiheit, Unabhängigkeit.
Speaker: Gerade auch so als damals noch junge Mutter mit Kind und Kinderwagen.
Speaker: Und da habe ich mal so auch in der ganzen Debatte darum und auch durch meine Projekte immer mal drauf geschaut oder mal in die Runden gefragt, okay, jetzt lass uns das doch mal zum Beispiel rein aus dem Thema Freiheit denken.
Speaker: Wo würden wir denn da eigentlich landen mit unserer Mobilität?
Speaker: Oder was würde daraus vielleicht entstehen?
Speaker: Wie seht ihr denn das?
Speaker: Was denkst du oder was kriegst du auch mit?
Speaker: Geht es um Bedürfnisse überhaupt?
Speaker: Oder ist es eigentlich letztendlich die Form, die Art und ich sage jetzt mal auch die Schnelligkeit, wie man von A nach B kommt?
Speaker: Also ich würde einen Zwischenschritt noch machen, der auch sehr diffizil ist.
Speaker: Weil viele natürlich einfach auch gerne Autofahren.
Speaker: Also das ist manchmal gar nicht Mobilität, sondern Hobby.
Speaker: Oder der einzige Raum, in dem Menschen mit sich alleine sein können, zwischen Beruf und Familie.
Speaker: Oder Safe Space, weil sie Autofahren erleben sie im Bus keinen Rassismus mehr.
Speaker: Also das Auto an sich ist ja unglaublich gut vermarktet worden.
Speaker: Und tatsächlich betrachten sogar Menschen, die von Abhängigkeit leben, das ja auch als Freiheit, obwohl es eine Abhängigkeit ist.
Speaker: Und da, glaube ich, zeigt sich sehr schnell, wie weit weg auch die Menschen von ihren Bedürfnissen sind, weil sie gar nicht dem nachspüren.
Speaker: Das ist auch, glaube ich, gar nicht gewünscht, dem nachzuspüren, dass es ja letztlich eine sehr individualisierte Lösung ist, dass du dir ein Auto kaufen musst, um mobil zu sein.
Speaker: Und ich habe das Gefühl, dass auch diese hektische Welt, dass wir immer mehr Geschwindigkeit im Alltag haben und dass es schon fast, wenn jemand mittags auf einer Bank ein Buch liest, ist es schon fast, wo ist der Arbeitsloser?
Speaker: Ich glaube, dass es auch so ein bisschen an der Mobilität abliest, dass die Bedürfnisse gar nicht in dem Sinne befriedigt werden, sondern eher wie so ein Maschinenraum, der nicht ins Stocken geraten werden darf.
Speaker: Ich glaube, dass das Bedürfnis zum Beispiel nach ein bisschen Entschleunigung durchaus da ist.
Speaker: Das sehen wir ja im Urlaub.
Speaker: Da ist ja, glaube ich, keiner mit so einem hektischen Alter zufrieden, den er normalerweise hat.
Speaker: Und das ist für mich dann auch immer so ein Eingangstor, mit den Leuten zu sprechen.
Speaker: Wo machst du denn Urlaub?
Speaker: Wo fährst du denn hin?
Speaker: Fährst du in eine Situation, die du zu Hause hast, an einer dreispurigen Bahn mit Autos voll?
Speaker: Oder fährst du eher vielleicht sogar nach Venedig?
Speaker: einer Stadt, die autofrei ist und genießt es dort, deinen Bedürfnissen nach Ruhe, nach mal ein Cappuccino trinken, ohne dass man sich anbrüllt, weil Ruhe herrscht, dass die Kinder auch mal laufen können, ohne dass Angst sein muss, dass sie vom Auto angefahren werden.
Speaker: Und das ist schon oft in Gesprächen ein ziemliches Aha-Erlebnis für die Leute,
Speaker: dann überhaupt mal zu reflektieren, ja krass, diese Sehnsucht, die ich im Alltag nicht befriedigen kann, warum befriedige ich die nicht auch im Alltag in dem Sinne, dass ich sage, ich will eigentlich so wie im Urlaub leben.
Speaker: Und da glaube ich, Bedürfnisse sind auf jeden Fall, den Alltag schaffen zu wollen.
Speaker: Das ist jetzt ein total abstraktes Bedürfnis, aber ich glaube, das treibt viele auch ins Auto.
Speaker: Und natürlich Sicherheit, Bezahlbarkeit, Barrierefreiheit.
Speaker: Heute habe ich einen Post gesehen von einer Dame, die sitzt zum Rollstuhl und hat sich meiner Meinung nach zurecht beschwert, dass sie immer noch auf Leute angewiesen ist, die die Rampe ausklappen im Bus.
Speaker: Und da haben einige gesagt, sie soll auch dankbar sein.
Speaker: Aber ähnlich wie du hat sie ja gesagt, ich möchte es aber selber machen.
Speaker: Also warum baut es nicht so, dass ich nicht fragen muss, sondern dass ich das auf Knopfdruck zum Beispiel rausschiebe?
Speaker: Und ich glaube, das sind ganz viele Dinge.
Speaker: Und dann komme ich zum letzten Punkt, wo wir immer denken als Menschen, meine Bedürfnisse, die haben alle.
Speaker: Also was ich brauche, das brauchen alle.
Speaker: Also wir sind keine bösen Menschen, glaube ich, die ignorieren, wie die Bedürfnisse anderer sind, sondern
Speaker: Dadurch, dass uns auch diese demokratischen Räume vor der Tür und diese zufällige Begegnung ziemlich genommen wurde, wissen wir vielleicht manchmal auch gar nicht, dass das überhaupt nicht stimmt, dass andere ganz andere Bedürfnisse haben zum Beispiel.
Speaker: Ja, das finde ich ja nochmal super spannend, auch was du jetzt gerade gesagt hast, mit diesem Freiheitsbedürfnis, das kann ja ganz unterschiedliche Ausprägungen haben und das macht es wahrscheinlich wie immer.
Speaker: so herausfordernd.
Speaker: Das fragt sich den Menschen und die sagen dir vielleicht zumindest fünf unterschiedliche Antworten.
Speaker: Aber wie ist es denn in deiner, ich meine, wir haben gerade auch darüber gesprochen, du triffst viele Leute, du hast mit vielen Leuten gesprochen.
Speaker: Du hast, ich glaube, jetzt fünf Bücher schon geschrieben.
Speaker: Fünf, genau.
Speaker: Und du wirst ja nun wirklich auch viel sehen, viel hören, viel hineinlesen.
Speaker: Aber ist tatsächlich, also jetzt mal ganz offen gesprochen, diese Bedürfnisperspektive taucht dir eigentlich in irgendeinem Ansatz, weil es gibt ja jetzt verschiedene Planungsansätze.
Speaker: Es gibt Sustainability, Mobility-Ansätze.
Speaker: Es gibt, ich sage mal, auch neue Stadtplanungsansätze.
Speaker: Wir haben zum Beispiel hier auch schon mal im Podcast über die gendergerechte Stadtentwicklung gesprochen, auch
Speaker: Da gibt es zumindest neue Denkweisen, wie die denn überhaupt aussieht.
Speaker: Die sieht nämlich dann auch durchaus ein bisschen anders aus als jetzt.
Speaker: Aber wie sehr findet überhaupt diese Bedürfnissebene tatsächlich statt in der Diskussion um Verkehr und Umgebung?
Speaker: Also natürlich, ich war gerade auch wieder auf Messen der größten Busmesse.
Speaker: Dann war ich bei einer Messe zum Nahverkehr.
Speaker: Und da muss ich leider sagen, nimmt die Diversität auch wieder ab.
Speaker: Also es sind weniger Frauen im Raum.
Speaker: Das hat mich ziemlich schockiert.
Speaker: Und das ist natürlich in so einer Welt, wo eine bestimmte Gruppe die Mobilität gestaltet, super schwierig, das reinzubringen.
Speaker: Und in Wien gibt es ja seit den 70ern, glaube ich, dieses Gender Mainstreaming.
Speaker: Also es ist festgelegt, dass man das beachten muss.
Speaker: Und ich glaube, ohne den geht es nicht.
Speaker: Weil du dann immer wieder in diese Spur rinselst,
Speaker: des lohnarbeitenden weißen Mannes gerät, der natürlich im Vergleich zu Wegeketten von Care-Arbeit relativ simple, soll jetzt nicht böse klingen, aber simple Mobilitätsbedürfnisse hat, zu arbeiten zurück.
Speaker: Und das ist halt für mich immer wieder erstaunlich, dass Menschen sowas gegen Regeln haben, weil unser Alltag funktioniert ja nur durch Regeln.
Speaker: Ich glaube, wenn man sich das reinschreiben würde, ich habe gerade mit einer Gruppe von Menschen für einen TV-Beitrag ein bisschen was recherchiert zu bestimmten Arten, wie Länder zum Beispiel auch mit Ticketsystemen umgehen und so weiter.
Speaker: In Brasilien ist es in der Verfassung festgelegt, dass Leute über 65 kostenlos ÖPNV fahren dürfen.
Speaker: Nicht wegen Mobilität, sondern gegen Einsamkeit.
Speaker: Und das ist, glaube ich, der Weg, den man gehen sollte, dass man sich ähnlich wie so ein Grundgesetz, wo ja eigentlich auch steht, wir haben alle ein Recht auf Unversehrtheit, warum geht das nicht für FußgängerInnen und RadfahrerInnen?
Speaker: Keine Ahnung.
Speaker: dass man sich da Regeln ausdenkt, die auch eine gewisse Orientierung bieten und die vielleicht manche Planungsprozesse dann auch ein bisschen langsamer machen.
Speaker: Aber dadurch, dass viele Menschen am Tisch sitzen, von Kindern bis Behinderten bis alten Menschen, die alle sagen dürfen, ja, das ist jetzt aber, da habt ihr mich jetzt wieder vergessen, wäre für mich eigentlich der gangbare Weg, ja.
Speaker: Was ich jetzt so spannend finde, auch gerade an den Themen, die du jetzt nochmal angesprochen hast, zum einen eben auch so Arbeitswelt, der weiße Mann, der zur Arbeit hin und her pendelt oder eben sozusagen auch gerade nochmal das Beispiel aus Brasilien, das du gebracht hast, dass da die Mobilität eigentlich sozusagen ein Mittel zum Zweck gegen Einsamkeit wird.
Speaker: Für mich steht da im Grunde genommen auch so ein Stück weit dann schon dieser gesellschaftliche Wandel drin, weil viele, es ist zumindest mein Eindruck, viele Mobilitätsangebote sind dann eine, zumindest bei uns, sind dann eine
Speaker: Eine Ära konzipiert, die heute eigentlich gar nicht mehr existiert.
Speaker: Das heißt, die Bedürfnislage hat sich ja bereits schon in vielen Teilen verändert.
Speaker: Und gleichzeitig aber sozusagen hinken wir ja unglaublich nach, was sozusagen die Passung an die aktuellen Lebensrealitäten der Menschen betrifft.
Speaker: Und wenn wir jetzt ein bisschen eben nach vorne irgendwie das Ganze uns anschauen oder nach vorne explizieren,
Speaker: versuchen, weiterzudenken, dann haben wir einfach ein alternde Gesellschaft.
Speaker: Wir haben eine immer mehr diversere Gesellschaft.
Speaker: Wir haben durch die Individualisierung mehr und mehr verschiedene Lebensbedürfnisse.
Speaker: Und gerade auch, wenn wir dann vielleicht daran denken, was du auch gerade sagtest, du bist jetzt irgendwie im ländlichen Raum gerade und brauchst aber, hast ganz andere Bedürfnisse vielleicht, also nein, hast dieselben Bedürfnisse wie in der Stadt, aber kannst sie sozusagen nicht in dem Moment
Speaker: Und die Mobilitätsformen sind nicht an dich angepasst.
Speaker: Und was ich mich da so frage, ist, wir haben diesen gesellschaftlichen Wandel und Mobilität hat eine unglaublich große Transformationsschuld, finde ich.
Speaker: Also wir haben wirklich lange Zeit und versuchen es immer noch, an eine Situation, unsere Mobilität anzupassen mit vielen Reformen und so, aber es passt, es quietscht irgendwie überall.
Speaker: Ja, vor allen Dingen auch, weil wir ja nicht wahlfrei sind.
Speaker: Also das wäre zum Beispiel auch etwas, was ich ins Grundgesetz der Mobilität schreiben würde, dass natürlich alle Autofahren können.
Speaker: Das ist
Speaker: wird so schnell sie auch nicht ändern, wenn sie das wollen.
Speaker: Aber dass es immer auch einen guten Radweg gibt, einen guten ÖPNV, gute Gehwege.
Speaker: Also hier hat es noch nicht mal Gehwege zum Beispiel.
Speaker: Und das ist halt schon was, was ich total auch soziologisch total spannend finde, dass wir das ertragen.
Speaker: Weil es ist ja nicht nur so, dass Verkehrspolitik nur in diese Richtung denkt.
Speaker: Ich habe ja auch mit Menschen zu tun, die selber gar nicht Auto fahren und trotzdem Sachen von der Autolobby wiederholen.
Speaker: Oder sich total verständlich zeigen, dass man natürlich einen Parkplatz vor der eigenen Haustür haben will in der Stadt.
Speaker: Wo ich sage, warum?
Speaker: Also das sind halt so Dinge, wo ich merke, wie tief diese 100 Jahre Auto in uns sitzen.
Speaker: Und wie tief es auch die Arbeit ist, das überhaupt zu erkennen, dass dem so ist.
Speaker: Und wenn ich mir dann noch vorstelle, dass Kinder, die, keine Ahnung, in den 2000ern geboren sind, diese Welt auch nicht anders erlebt haben.
Speaker: Warum sollten sie es hinterfragen, dass da überall Autos stehen?
Speaker: Und normalerweise bei allen möglichen Dingen, die ins Absurde gehen, was die Ausmaße angeht, treffen wir ja Maßnahmen oder in der Gesundheit gehen wir zum Arzt, aber wir haben 45 Millionen Haushalte und 50 Millionen Autos.
Speaker: Und bei den ganzen, die ich eben genannt habe, die nicht Autofahren können, ist das eine absurd hohe Zahl.
Speaker: Und natürlich geht das zu Lasten von denen, die nicht Autofahren.
Speaker: Und das habe ich letztens auch in so einem kurzen Sharepick mal geteilt.
Speaker: Da gingen aber wieder die Emotionen hoch, dass die Leute dann auch...
Speaker: Also ich habe gesagt, die Vorteile vom Auto bekommen nur die Leute, die das Auto fahren.
Speaker: Die Nachteile vom Auto kriegen alle.
Speaker: Während die Vorteile von Radverkehr und Leuten, die zu Fuß gehen, nämlich Platz machen, die Luft nicht verpesten, leise sein, davon haben alle was.
Speaker: Ja, aber ich fand auch mit dem Auto zu arbeiten, damit tue ich doch was für die Gesellschaft.
Speaker: Also du merkst richtig, wie immer die Gefühldefensive da ist und sich verteidigen, wo ich immer sage, es geht doch jetzt gar nicht, also es geht mir um dieses Rezept, dass Menschen, die Autos fahren, unglaublich viel Geld kriegen, Dienstwagenprivileg, Dieselprivileg, du hast eigene Fahrspuren, du kannst das Ding überall hinstellen, es sei denn, es ist verboten.
Speaker: Auch eine geile Regel.
Speaker: Während schon Leute, die sich ein Lastenrad kaufen, denken, wo stelle ich das denn hin?
Speaker: Wo steht es sicher?
Speaker: Am besten noch wettersicher.
Speaker: Am besten so, dass es nicht geklaut wird.
Speaker: Und das sind Dinge, deswegen kann ich damit auch nicht aufhören mit meiner Arbeit, obwohl es sich finanziell gerade nicht so wirklich auszahlt.
Speaker: Ich finde es so ungerecht.
Speaker: Und ich mag es, wenn anderen Leuten das Leben besser gestaltet werden kann.
Speaker: Und ich mag, wenn Leute nicht getötet werden.
Speaker: Acht am Tag.
Speaker: Mag ich.
Speaker: Das sind halt Dinge, wo ich denke, wo ist die Abstumpfung von uns da entstanden, dass wir das so akzeptieren alles.
Speaker: Ich finde das jetzt interessant, weil ich kann so ein bisschen aus meiner persönlichen Geschichte eben auch sehen.
Speaker: Ich bin auch ohne Auto aufgewachsen, weil meine Eltern beide keinen Führerschein hatten.
Speaker: Aber in Frankfurt war das irgendwie weniger kompliziert, also war keine Komplikation da.
Speaker: Und trotzdem dieses Narrativ war bei meiner Mutter,
Speaker: Absolut drin.
Speaker: Also das heißt, das Auto ging an, als Fahrradfahrerin hat man Vorsicht oder Rücksicht zu nehmen.
Speaker: Das heißt, es ist im Grunde genommen anders.
Speaker: Das gesamte Denken ist aus dieser Perspektive gedacht.
Speaker: Und das finde ich tatsächlich auch so, dass wir uns gar nicht erlauben, die Dinge auch anders zu sehen, weil jetzt auch das Beispiel, was du genannt hattest,
Speaker: Die Person, hätte sie diese Freiheit, würde sie ja im Grunde genommen nicht sagen, das Auto ist sozusagen das Mittel zum Zweck, um der Gesellschaft etwas Gutes zu tun, sondern sie überwindet einen Weg, um der Gesellschaft etwas Gutes zu tun, indem sie zur Arbeit geht.
Speaker: Und ich finde, das ist so diese emotionale Aufgeladenheit daran, macht es dann halt auch so schwierig, diese Diskussion irgendwie objektiv zu führen, weil wir alle im Grunde genommen ein Stück weit einen Anspruch an Mobilität haben und auch ein Bedürfnis nach Mobilität und sei es eben auch aus Freizeitbereich, manche Menschen vorbeikommen,
Speaker: fahren scheinbar gerne irgendwie mit dem Auto einfach nur so rum oder auch mit dem Motorrad oder auch mit dem Fahrrad natürlich.
Speaker: Also man hat ja im Grunde Mobilität ist ja mehr als nur von A nach B kommen.
Speaker: Und aber ich frage mich, wie können wir das tatsächlich auflösen oder sieht man da schon Kipppunkte?
Speaker: Also aus meiner Perspektive reden wir viel darüber sozusagen etwas über eine Mobilitäts-
Speaker: ein Stück weit Mobilität zu verändern, die Mobilität.
Speaker: Wir reden weniger über Mobilitäten als Mehrzahl auch.
Speaker: Und ich frage mich, wo siehst du vielleicht da auch schon so einen Kipppunkt in dieser Diskussion?
Speaker: Also es gab einen Kipppunkt, das war die Pandemie, wo auf einmal, das was wir ja auch gerade machen, wir sparen gerade Wege,
Speaker: Und das ist ja die erste Regel der Verkehrswende ist, zu überlegen, muss ich diesen Weg wirklich antreten?
Speaker: Also das wäre ja schon mal eine Reflexion, die man machen könnte.
Speaker: Das muss ich für Wege unter fünf Kilometern, das sind ungefähr 50 Prozent aller Autowege, immer das Auto auch nehmen.
Speaker: Natürlich gibt es Wege unter fünf Kilometern, natürlich gibt es Menschen, die es nicht können, natürlich.
Speaker: Aber überhaupt sich selber mal in der eigenen Routine hinterfragen, würde ja schon mal was helfen.
Speaker: Und in Hamburg gibt es so eine Situation, da ist so ein etwas hochklassiges Fitnessstudio, wo du nur one, one, one die Schranke durchfahren kannst.
Speaker: Und abends ist dann total der Autostau.
Speaker: In dem Autostau steht der Bus und die Radfahrenden wissen nicht, wo sie sich bewegen sollen und die FußgängerInnen auch nicht.
Speaker: Und die Männer und Frauen, die in diesen Autos sitzen, meistens auch noch SUVs, fahren wahrscheinlich danach Fahrrad im Fitnessstudio.
Speaker: Also es ist manchmal so plakativ daneben, dass ich schon denke, man muss ganz schön viel verdrängen.
Speaker: Und auf den Punkt will ich hinaus, dass man, natürlich hat man Realitäten, aber man hat auch ganz schön viel Bequemlichkeit.
Speaker: Man hat auch ganz schön viel, irgendwie ein bisschen cool, dass das System so für mich als Automensch gebaut wurde.
Speaker: Und das sind Privilegien.
Speaker: Das war mal öffentlicher Raum, der allen gehört hat.
Speaker: Da haben sich die Menschen getroffen vor den Häusern, die Innenhöfe in Städten, da waren Gärten.
Speaker: Da hat man sich sogar teilweise in den Städten selber bestimmte Sachen anbauen können.
Speaker: Und da stehen jetzt überall Autos und das ist ja eine politische Entscheidung gewesen.
Speaker: Und das ist die gute Nachricht.
Speaker: Das ist eine Entscheidung von Menschen.
Speaker: Das ist keine Naturkatastrophe gewesen.
Speaker: Es ist nicht so, dass es immer so war, sondern wir könnten es ja auch verändern.
Speaker: Aber gehst du heutzutage an diese Privilegien und Privilegien werden in einer Mitte gerissen.
Speaker: Das ist immer nur einer bestimmten Gruppe gegeben, ein Privileg.
Speaker: Und gehst du genau an diese Privilegien ran, dass du mal sagst, vielleicht macht es mal Sinn, dass Menschen in Berlin für ein Jahr parken, mehr bezahlen als 10 Euro.
Speaker: Dann ist Berlin, und das ist unsere Hauptstadt, die sollte eigentlich mit Innovationskraft und tollen Mobilitäten nach außen strahlen.
Speaker: Unser Wahlkampf da in Berlin ist aber aufs Auto abgemünzt worden das letzte Mal.
Speaker: Es werden Radwege wieder abgebaut, die schon gebaut worden sind.
Speaker: Also es wird sogar Geld vernichtet, damit der Verkehrsfluss, der dem Auto gehört, nicht unterbrochen wird.
Speaker: Ich glaube, diese Mobilitäten können sich natürlich nur entwickeln, wenn ich sichere Radwege habe.
Speaker: Weil ganz viele Leute, die ich kenne zum Beispiel, sagen, ich fahre in Hamburg, Berlin, nicht Fahrrad, ich habe Angst.
Speaker: Das sind aber Menschen, die es machen würden, wenn du ihnen
Speaker: Die sind aber unsichtbar und die sagen das auch nicht, weil sie genau wie deine Mutter gewöhnt sind.
Speaker: Ich spiele hier ja keine Rolle, das ist schon alles so gut, wie es ist.
Speaker: Und das ist, glaube ich, was sozusagen der Kern ist, dass Menschen sich, obwohl sie es eigentlich können, das ist das einzige Lebewesen auf der Welt, was das kann, sich eine alternative Zukunft vorstellen.
Speaker: In dem Bereich machen wir es nicht.
Speaker: Immer nur gucken auf die Wenns und Abers.
Speaker: Und dann sagen wir, guck mal, was da in Paris passiert.
Speaker: wo eine Frau als Oberbürgermeisterin an einem Wochenende 30.000 Parkplätze abgerissen hat in dem Sinne und da grüne Lungen gebaut hat in ihrer Stadt.
Speaker: Als sie halt angetreten ist, Ann Hidalgo hat gesagt, das ist unsere Stadt.
Speaker: Das ist nicht die Stadt, wo die Touristen sich wohlfühlen sollen, sondern es ist die Stadt, wo die Menschen, die da leben, sich wohlfühlen sollen.
Speaker: Und das ist bei ganz vielen Städten in Deutschland mittlerweile auch nicht mehr gegeben.
Speaker: Also wenn ich sage, ich möchte in Hamburg leben, ich bin Städterin,
Speaker: Dann möchte ich es grün haben und ruhig dann sagen alle, er muss aufs Land ziehen.
Speaker: Ich so, nee, ich möchte, dass diese Stadt mir das gibt, weil das konnte sie mal.
Speaker: Und ich glaube, wenn wir das schaffen würden, dass wir gleichzeitig eine Reflexion haben von eigener Mobilität, aber auch eine Ermöglichung von anderen Mobilitäten, würde sich automatisch viel verändern.
Speaker: Und das letzte Punkt, wir haben 12% Schiene abgebaut und 45% mehr Nachfrage.
Speaker: Also Radverkehre steigen, obwohl wir nicht die sichere Infrastruktur haben.
Speaker: Und da hat jemand, der in Kopenhagen diese ganze Veränderung mitgestaltet hat, hat mir letztens gesagt, er findet das voll verrückt in Deutschland, dass wir gar nicht eine sichere Radwegeinfrastruktur haben.
Speaker: Wir haben keine gute Bahn und trotzdem steigert sich da ja die Nachfrage dennoch.
Speaker: Und was wäre wohl erst möglich, wenn wir eine gute Bahn hätten und ganz viele Radwege?
Speaker: Ja, ich würde gerne nochmal so ein bisschen auf dieses, also schon ein Bedürfnisthema, aber auch das, was Anja gerade noch angesprochen hat, diese Veränderung, der Wertewandel, gesellschaftliche Wandel, der auf ganz vielen Ebenen mitspielt, auch beim Thema Mobilität und wo wir ja so ein bisschen auch,
Speaker: schon so formuliert hatten im Vorhinein, ob wir tatsächlich eine Mobilität noch für die heutige Gesellschaft haben oder eben nicht, Fragezeichen.
Speaker: Würde ich gerne nochmal von euch so ein bisschen wissen wollen, wie ihr das seht, weil, wie gesagt, diese Bedürfnisebene und du hattest es kurz auch angesprochen, hat ja eben
Speaker: die muss einem ja auch so ein bisschen erstmal überhaupt klar sein.
Speaker: Und was mir immer begegnet, auch in meinen Projekten zum Thema Nachhaltigkeit, die ich machen durfte ganz viel, dass viele gar kein Bewusstsein wirklich dafür haben.
Speaker: Also das überhaupt mal zu äußern und sich klarzumachen, welche Bedürfnisse habe ich denn eigentlich tatsächlich?
Speaker: Also ich finde, wir sind so ein bisschen mehrheitlich eine sehr...
Speaker: Nicht Bedürfnislose, aber ohne Orientierung, was Bedürfnisse betrifft, Gesellschaft.
Speaker: Das finde ich auch nochmal ein bisschen spannend, weil ich glaube, wir brauchen ja beide Ebenen.
Speaker: Wir brauchen ja so ein bisschen auch dieses Movement von unten, also dass mir auch klar ist, es könnte ja eigentlich anders sein und ich kann vielleicht auch was tun.
Speaker: Und ich kann einfach mal darüber nachdenken auch, wenn ist das jetzt eigentlich wirklich die beste Form oder die beste Alternative, die ich jetzt hier habe.
Speaker: Und wir brauchen ja das auch was von oben, was du gerade beschrieben hast, auch in Paris.
Speaker: Und da finde ich es nochmal spannend vielleicht,
Speaker: so ein bisschen reinzuschauen, aufgrund auch diesem Wandel, Individualisierung und ich sage mal auch so ein bisschen technologischer Wandel.
Speaker: Damit sind ja mehr Optionen eigentlich drin und wir spüren das ja auch.
Speaker: ob wir da tatsächlich auch vielleicht noch eine, ich weiß nicht, vielleicht sogar noch eine weitere Entwicklung brauchen aus der Gesellschaft heraus oder beziehungsweise tatsächlich auch erwarten dürfen jetzt durch die jungen Menschen, die sich da vielleicht auch ein bisschen anders äußern als jetzt Anjas Mutter, sage ich jetzt mal, oder das meine Mutter vielleicht tun würde oder wahrnimmt überhaupt.
Speaker: Wie seht ihr das?
Speaker: Also, weil ich glaube ja, wenn wir wirklich sagen auch und
Speaker: Und da sehen wir ja, wie gesagt, im Kontext von den Megatrends und Mobilität, dass sich da vieles verändert.
Speaker: Dann dürfte man ja eigentlich vielleicht so ein bisschen davon ausgehen, naja,
Speaker: da müsste ja jetzt eigentlich so ein bisschen was kommen auch.
Speaker: Also gerade vielleicht auch durch die jüngeren Generationen, die auch vielleicht ein ganz anderes Freiheitsgefühl, Gedanken haben oder Sicherheitsgedanken, was auch immer.
Speaker: Und einen ganz anderen Zugang auch hier so in dem Kontext, wie ich Mobilität vielleicht auch kurz buche und dann wieder abgebe.
Speaker: Wie seht ihr das?
Speaker: Sieht ihr da was?
Speaker: Oder denkt ihr, schwierig, da sind wir zu gefesselt in den bestehenden Strukturen im System, als dass ich da groß was bewegen würde?
Speaker: Ich glaube, dass wir im Moment ja immer diese Zeit der multiplen Krisen ein bisschen, also die gibt es natürlich, aber wenn wir auf Deutschland schauen, ist das ja alles ein bisschen ambivalent.
Speaker: Ich habe letztens gelesen, die Auftragsbücher der Wirtschaft sind so gefüllt wie noch nie.
Speaker: Die Leute sind auch eigentlich ganz zufrieden, wenn du sie nach ihrer Lebensqualität fragst.
Speaker: Aber uns wird irgendwie manchmal, glaube ich, so eine Unzufriedenheit eingeimpft und dann gehen wir in den Konsum.
Speaker: Also das ist ja so ein bisschen antrainiert worden in dieser ganzen neoliberalen Welt.
Speaker: Das habe ich ja selber in den Konzernen miterlebt.
Speaker: Die Dienstwagen der Männer wurden immer größer und nicht kleiner.
Speaker: Also das ist irgendwas, wo Erfolg ablesbar ist.
Speaker: Und ich wünsche einfach den Leuten so sehr, dass sie wieder, wir haben ja vorhin auch darüber gesprochen, dass manche Dinge unangenehm sein können auf dem Weg.
Speaker: Und unangenehm kann auch sein, dass man sich mit sich selbst beschäftigt.
Speaker: Also nicht davor wegläuft, dass man gar nicht nur Therapie oder so ist, sondern einfach wirklich mal sich mit sich selber auseinandersetzen.
Speaker: Was mache ich eigentlich?
Speaker: Warum brauche ich vier Urlaube im Jahr auf dem Kreuzfahrtschiff, um irgendwie wieder gut draufkommen zu müssen?
Speaker: Ich bin da fern von Bashing, aber ich lade immer gerne dazu ein,
Speaker: dass wirklich, was ja in dem Wort Klimagerechtigkeit drin steckt, die Gerechtigkeit und die globale Klimagerechtigkeit und einfach auch vielleicht manchen Konsum, der aus welchen Gründen auch immer passiert, zumindest zu reflektieren, dass der auch immer Folgen hat.
Speaker: Es gibt nichts Richtiges im Falschen, aber ich glaube, diese Bedürfnisse im Anderen auch zu sehen, kann manchmal ein Trick sein, wenn man sich selber nicht so kennenlernen möchte.
Speaker: Einfach zu schauen, um jetzt ein ganz konkretes Beispiel zu nennen, muss ich diese Frau auf dem Fahrrad in Hamburg so eng überholen, weil ich im Auto sitze oder denke ich daran, dass 1,50 Meter eigentlich vorgeschrieben sind und dass ich wahrscheinlich sogar in der nächsten Ampel mit ihr wieder auf einer Höhe bin.
Speaker: Also ich glaube, da manchmal den anderen und die andere zu sehen und die Bedürfnisse zu sehen und dass wir doch alle sicher unterwegs sein wollen und da wieder ins Miteinander zu kommen, das wäre für mich total wichtig.
Speaker: Die jüngere Generation ist genau das, was du skizzierst, glaube ich.
Speaker: Das ist eher Mobilität buchen und wieder wegstellen und Gott sei Dank muss ich mich nicht kümmern.
Speaker: Wird aber auch gerade in eine Realität geführt, wo die Bahn nicht funktioniert, wo...
Speaker: Radwege abgebaut werden, wo es keine Radwege im ländlichen Raum gibt, auch immer wieder vergessen wird, wie krass das mit E-Bikes mittlerweile im ländlichen Raum auch möglich wäre, wenn du sichere Rennfahrstruktur hast.
Speaker: Und das ist, glaube ich, so der Konflikt, in den wir alle kommen, dass wir das vielleicht sogar gerne machen würden.
Speaker: Und dann kommt aber wieder die Angst, die Unsicherheit, die Unzuverlässigkeit rein.
Speaker: Und dann bleiben wieder nur die in dem System sitzen, die keine Wahl haben.
Speaker: Und deswegen würde ich mich schon freuen, dass man anstatt das Bahnbashing immer wieder zu pflegen, dass man sich wünscht, Politik regelt das.
Speaker: Ich brauche nur in die Schweiz und nach Österreich und habe eine super Bahn.
Speaker: Das kann doch nicht wahr sein.
Speaker: Ich will einen Sicherungenradweg.
Speaker: Ich will eigentlich auch als Mutter mein Kind nicht noch mit sechs Jahren oder so zur Schule begleiten oder mit acht, sondern das soll selber fahren können, weil es gute Wege gibt.
Speaker: Oder gute Angebote, wie diese Walking-Bus-Geschichten, wo man zu Fuß geht.
Speaker: Und das ist, glaube ich, was, wo wir wieder lernen sollten, dass wir soziale Wesen sind, dass diese ganze Vereinzelung komplett gegen unsere Natur ist und dass es auch ein gutes Gefühl ist, dass man für einen Teil beiträgt, dass es anderen gut geht.
Speaker: Ich würde dir da zustimmen, weil ich sehe das stark aus dieser Individualisierungstendenz heraus.
Speaker: Weil wir haben einerseits eben diese Individualisierung, die dazu führt, dass eigentlich wir auch, und ich würde das als Krise bezeichnen, in so einem neuen Hedonismus eben auch verfallen.
Speaker: Also das heißt, dass tatsächlich sozusagen meine Bedürfnisse durch Individualisierung auch stärker verfolgen.
Speaker: vielleicht einen stärkeren Wert haben als das Allgemeine.
Speaker: Gleichzeitig erleben wir ein Stück weit ja auch so einen Kipppunkt.
Speaker: Wir sprechen immer mehr und du hattest es gerade mit Brasilien genannt.
Speaker: Wir haben eine Einsamkeit dadurch, wir fühlen uns im Grunde genommen nicht mehr gebunden an irgendwas.
Speaker: Also diese Vor- und Nachteile durch diesen Individualisierungsprozess, in dem wir mittendrin stecken und der, wie ich finde, schon gerade so einen Kipppunkt hat.
Speaker: Also wo ich schon auch merke, wir erleben auf der einen Seite, haben jüngere Generationen andere Bedürfnisse, werden aber in der Richtung,
Speaker: gedrängt auch vielleicht, die dann doch wieder an alte Systeme anknüpft.
Speaker: Und gleichzeitig ist aber sozusagen diese Schuld, die da dran dann doch kommt, also dass man sich eben mit Einsamkeit mit, aber eben auch diesem Feststellen, dass wenn eine Mobilitätsform zu einem Privileg für wenige wird, klar, es ist dadurch ein Stück weit reizvoll und ich möchte dem zugehörig fühlen.
Speaker: Aber wenn wir diese Diskussion aus diesem Defizit heraus bekommen, wie du auch sagst, und es gelingt, in eine Form zu überführen, wo tatsächlich Mobilität zum Stück weit eben diese Möglichkeiten für allen gibt und dadurch eben aus dem, ja, je mehr Auto, je größeres Auto ich habe, desto besser bin ich in einer Gesellschaft gestellt.
Speaker: Auch das, finde ich, ist ja eine Erzählung, die eigentlich nicht in dieses Jahrtausend mehr gehört.
Speaker: Also wir reden viel davon, von, von,
Speaker: dem immer weiter größer, höher, schneller etwas entgegenzutreten, was gesellschaftlich ja auch in vielen Bereichen abzubeobachten ist.
Speaker: In Signalen zumindest, vielleicht nicht in der breiten Masse.
Speaker: Und gleichzeitig aber versuchen wir das Ganze doch weiter wieder in diese Richtung zu drängen.
Speaker: Und ich finde es einfach jetzt erstmal spannend abzuwarten.
Speaker: Wir haben sozusagen diese größere Trendentwicklungen, die in verschiedene Richtungen gehen und haben aber natürlich auch diese Gegentrendbewegung.
Speaker: Und da finde ich es dann immer ganz interessant zu sagen, okay, wir haben einerseits gesellschaftliche Bedürfnisse, die uns vielleicht klar werden müssen, wie Katha gerade auch gesagt hat.
Speaker: Aber gleichzeitig gibt es eben dann doch diese politische Möglichkeiten dort und die auch ein Stück weit zu lenken.
Speaker: Und das finde ich dann auch wirklich spannend und auch natürlich ein Stück weit schade, wenn wir bemerken, dass das eben nicht der Fall ist.
Speaker: Weil aus meiner Perspektive ist Zugang, wenn Zugang für alle möglich wird, profitieren auch alle.
Speaker: Also wenn sozusagen derjenige, derjenige sozusagen berücksichtigt wird mit den meisten Grenzen,
Speaker: Zugangshürden ist das letztendlich ein Vorteil für alle Personen.
Speaker: Ein Institut hat im Auftrag von Greenpeace letztes Jahr so eine Studie rausgebracht, die nachgewiesen hat, dass da, wo kein Bus fährt, auch eher rechte Parteien gewählt werden.
Speaker: Natürlich gibt es viele Punkte, die das begründen, aber ich glaube, dieses Abgehängtsein, das weiß ich ja selber, wenn du hier ländlich aufwächst,
Speaker: Dann willst du irgendwann nicht mehr dich zu Hause treffen, dann willst du dich woanders treffen und dann müssen es halt Orte für Jugendliche am besten noch Konsum freigeben und dann hast du natürlich noch keinen Führerschein.
Speaker: Und das sind halt so Momente, wo ich immer so denke, es ist so traurig, dass man dann
Speaker: das so geschafft hat, dass der Führerschein die Freiheit bringt, anstatt zu sagen, ey, geiler Bus oder was auch immer.
Speaker: Wir haben auch, glaube ich, verlernt diese Unterschiede zwischen Investition und Kosten.
Speaker: Wir zahlen, ich glaube,
Speaker: Wer hat das mal berechnet, im Jahr sind das fast über 100 Milliarden, die der Autoverkehr kostet, wenn man alles mit rein nimmt von den Verkehrstoten über die Umweltzerstörung, Lärm, Abgase, was auch immer.
Speaker: Und dann kommen sie mir ja immer mit ihrer Kfz-Steuer, dass die ja Kfz-Steuer bezahlen.
Speaker: Also es ist ja eine Solidargemeinschaft Auto.
Speaker: Ich zahle ja auch ein, obwohl ich das kaum benutze.
Speaker: obwohl ich es auch gar nicht nutzen will.
Speaker: Und da halt ein Empfinden für eine Solidargemeinschaft Mobilität zu schaffen.
Speaker: Aber nein, jedes Mal, wenn ein Radweg gebaut wird, wird nach den Kosten gefragt und es wird nicht gesagt, es ist eine Investition in eine lebenswerte Zukunft.
Speaker: Oder auch ein neuer Bus ist im Vergleich zu dieser ganzen Autoinfrastruktur total billig.
Speaker: Wenn die Kosten transparent sind, es sind Kosten und nicht Investitionen.
Speaker: Und das würde man nie, also auch dieses, ja, das ist ein 9-Euro-Ticket, das durfte nicht weiter gemacht werden, weil da sind ja so viele Leute gefahren.
Speaker: Überlegt euch die gleiche Erzählung mal mit einer Autobahn.
Speaker: Ja, nee, also die Autobahn müssen wir schließen, weil da fahren ja so viele Leute Auto, stattdessen bauen sie sofort eine neue Spur.
Speaker: Und das sind halt so Narrative, die ganz tief in uns drin sitzen und die vielleicht sogar, das ist so mein...
Speaker: Etwas desillusioniertes Fazit im Moment, vielleicht sitzen die sogar in der Mobilität viel, viel tiefer als in anderen Bereichen.
Speaker: Also das sieht man ja zum Beispiel an der zunehmend fleischfreien Ernährung, dass die Discounter natürlich das Feld bespielen, weil sie dadurch Zielgruppen erreichen, die sie vielleicht vorher gar nicht im Discounter hatten und so.
Speaker: Also es ist auch für mich immer noch sehr, sehr inspirierend, was Frau Dachen, also die Outdoor-Marke, die hat ja Antje von Davids übernommen von ihrem Vater und hat gesagt, wir werden die nachhaltigste Outdoor-Marke und alle haben gelacht, weil es ist Textilien, es ist Lieferketten, es ist, oh mein Gott, ja, versuch es, nice try.
Speaker: So, und die haben jetzt letztes Jahr 40 Prozent Emissionen gesenkt und ich glaube 25 Prozent mehr Umsatz.
Speaker: Weil die Leute, denen das wichtig ist, die kaufen das, die haben Reparaturservices für Klamotten und Ausrüstungsgegenstände, du kannst es dir bei denen leihen und die haben Second Hand.
Speaker: Und das zeigt doch am besten, und die haben zum Beispiel eine Buslinie etabliert, weil die am Arsch der Heide ihre Manufaktur haben.
Speaker: Die haben Dienstradleasing angeschafft, also haben auch ihre eigene Mobilität komplett vom Kopf auf die Füße gestellt, weil sie gemerkt haben, das ist ein krasser CO2-Fußabdruck, den wir hier haben.
Speaker: Und solche UnternehmerInnen sind für mich total Gold wert, weil sie beweisen,
Speaker: dass es funktioniert, Ökologie und Ökonomie.
Speaker: Und weil sie es aber auch machen, obwohl das Wieferkettengesetz total zahnlos gemacht worden ist, obwohl die SDGs keine Rolle mehr spielen.
Speaker: Sie hat im Moment gar keinen äußeren Antrieb, das zu machen.
Speaker: Aber ihre Kundinnen zeigen, das ist genau das, was sie haben wollen, ihre Mitarbeiterinnen zeigen, bei euch will ich arbeiten.
Speaker: Und das sind für mich so die Beweise in dieser etwas grauen Welt manchmal, dass es vielleicht Persönlichkeiten braucht, die sagen, ich mache das jetzt.
Speaker: Persönlichkeiten und vielleicht auch diese Alternativen, weil ich finde jetzt auch noch dieses Fleischersatzprodukt, Tena, wirklich auch nochmal spannend.
Speaker: Also VD hat gezeigt, es gibt einfach eine Alternative.
Speaker: Es hat seinen MitarbeiternInnen gezeigt, okay, ihr müsst nicht unbedingt mit dem Auto kommen, wir haben hier eine Butze für euch.
Speaker: Und den KundInnen gezeigt, wir haben alternative Produkte, die eben nicht so schädlich sind wie vielleicht die Konkurrenz.
Speaker: Und eben in der Fleischmarktdebatte ist genau das Gleiche.
Speaker: Also ich habe im Grunde genommen einen sehr niedrigschwelligen Zugang, der auch mich wirklich eigentlich nichts kostet in dem Sinne.
Speaker: Und kann eine Alternative.
Speaker: Und das ist ja im Grunde genommen so ein Stück weit, dass das in der Mobilitätsdebatte fehlt.
Speaker: Jetzt frage ich mich und vielleicht auch nochmal von dir eine Einschätzung, weil man sieht ja auch immer wieder Ansätze, also Ideen gibt es ja zu Genüge.
Speaker: Also ich glaube, wir müssen uns nicht darüber unterhalten, ob es an Ideen mangelt, wie man Mobilität verändern kann.
Speaker: Aber mein Eindruck ist dann häufig, dass wenn irgendwo was versucht wird, in dem Moment, als ein Versuch dann auch wieder scheitert, vielleicht, weil es nicht lange noch umgesetzt wird, weil es schlecht kommuniziert wird, ich bin mir da nicht sicher.
Speaker: Aber wenn jetzt irgendwo ein Einkaufsbus hinfährt und nach sechs Monaten feststellt, ich habe keine KundInnen, weil die sowieso doch eher zu dem großen Einkaufszentrum mit dem Auto fahren, statt direkt zu mir aufs
Speaker: zu kommen.
Speaker: Also wie gelingt dieser Schritt dann die Menschen trotz guten Ideen und Angeboten mittelfristig abzuholen?
Speaker: Ist es ein systemischer Ansatz, der fehlt?
Speaker: Ist es also so eine größere Erzählung, die uns eigentlich dazu fehlt?
Speaker: Ja, das ist ja genau das, warum ich kein Geld verdiene, weil ich ja immer beide Seiten der Medaille betrachte.
Speaker: Wenn die Autoprivilegien nicht fallen, warum sollten Leute in den Bus steigen?
Speaker: Also das ist halt für mich immer ganz klar, wenn du einfach parallel
Speaker: zum Autosystem einen Bus fahren lässt, dann sind vielleicht sogar Leute froh, die dann überhaupt mal mobil sein können, aber die Automenschen verändern sich nicht.
Speaker: Weil das ist ja, muss ich ja auf den Fahrplan gucken oder was auch immer.
Speaker: Ich lebe ja in Hamburg einem dichtigsten besiedelten Stadtteil von
Speaker: Von Hamburg und mittlerweile habe ich so das Gefühl, es ist ein Open-Air-Autohaus.
Speaker: Also alle haben sich während Corona ein Bulli, Wohnmobil, alles darf da abgestellt werden.
Speaker: Für 67 Euro im Jahr oder so.
Speaker: Ist ja billiger als ein Stellplatz.
Speaker: Und die Dinger, wenn die Linden blühen oder wenn mal wieder Baumarbeiten sind und alle ihre Autos wegfahren müssen, da wissen wahrscheinlich einige gar nicht mehr, wo das Ding steht.
Speaker: Also die stehen, stehen, stehen.
Speaker: Es hat auch die Mobilität in Deutschland eine große Studie gezeigt, dass manche Autos sogar mehrere Tage gar nicht bewegt werden.
Speaker: Jeder in Hamburg-Eitbüttel müsste, glaube ich, mal überlegen, brauche ich dieses Auto wirklich.
Speaker: Aber es ist eine Mobilitätsgarantie für den super duper Ausnahmefall.
Speaker: Ich habe mit einer Dame gesprochen, die meinte zu mir, sie hatte einen kranken Hund.
Speaker: Sie müsste da manchmal auch direkt zur Tierklinik.
Speaker: Ich so, ja, war Taxi.
Speaker: Oh ja, habe ich nicht daran gedacht.
Speaker: Also für sie war das halt klar, das ist auf jeden Fall verlässlich.
Speaker: Und ich glaube, da fängt es dann an.
Speaker: Du musst erstmal die Leute, das fand ich auch einen ganz interessanten Ansatz.
Speaker: Henrik Falk arbeitet mittlerweile als Vorstand der BVG, der Berliner Verkehrsbetriebe.
Speaker: Und er war vorher in Hamburg und er hat gesagt, wir müssen für die Leute, die in den Bussen schon sitzen, auch was tun, damit die da sitzen bleiben.
Speaker: Er hat so Ladebuchsen dann für Handys und so Kleinigkeiten, aber wo man merkt, ach guck, hier für uns passiert ja auch was.
Speaker: Und dann, glaube ich, brauchst du einfach diesen langen Atem.
Speaker: Das ist ja so ähnlich, wie sich das ein Wester vornehmen, weniger rauchen, mehr Sport.
Speaker: Wenn du das nach drei Tagen aufgibst, natürlich veränderst du das nicht.
Speaker: Aber wenn du dir wirklich einen Plan machst und das auch mal ein halbes Jahr durchhältst, also wenn du zum Beispiel sagst,
Speaker: Wir nehmen jetzt hier alle am Rand geparkten Autos weg, pollern das ab, machen das rot.
Speaker: Es ist ein Radweg, weil wir haben ausgerechnet, es gibt genug Tiefgaragen.
Speaker: Da können jetzt die Leute, die hier AnwohnerInnen sind, billiger drin parken.
Speaker: Und das halten wir jetzt ein Jahr durch und dann machen wir eine Messung.
Speaker: Und dann fragen wir euch nochmal, ob wir es wirklich abschaffen sollen.
Speaker: Und ich bin mir recht sicher, dass du dann hören würdest, ja, ich habe sogar das Auto abgeschafft, das stand drei Wochen in der Tiefgarage und ich habe es gar nicht mehr bewegt so.
Speaker: Aber die meisten reagieren ja beim ersten Leserbrief.
Speaker: Also ein Rekord, ich weiß gar nicht mal, in welcher ostdeutschen Stadt das war, wo so ein Verkehrsversuch nach zehn Tagen abgebrochen wurde, wo ich so gesagt habe, wie soll sich Verhalten verändern in zehn Tagen?
Speaker: Und da haben wir einfach, ich mag das Wort radikal, weil es heißt ja an die Wurzel gehend.
Speaker: Es ist aber negativ konnotiert mittlerweile, aber ich mag, wenn man an die Wurzel geht.
Speaker: Und das ist leider der Autoverkehr und seine Privilegien.
Speaker: Und wenn man dann auch durchhält, man wird dafür nicht geliebt, für die Maßnahme.
Speaker: Aber wer wird sich an Volker Wissinger erinnern, unseren ehemaligen Verkehrsminister?
Speaker: Und wer wird sich an Anne-Irgot in Paris erinnern, die es innerhalb von zwei Amtszeiten geschafft hat, diese Stadt so unfassbar lebenswert aufzuwerten?
Speaker: Und das ist, glaube ich, da sind wir schnell bei der Politik, die gerne niedergewählt werden will.
Speaker: Und das ist der falsche Ansatz, in die Politik zu gehen.
Speaker: Deswegen habe ich das zweite Buch ja auch geschrieben, wo du auch mit stattgefunden hast, Katharina.
Speaker: Das waren alles PolitikerInnen, die gesagt haben, mir war total bewusst, morgen kann das vorbei sein mit meiner Macht.
Speaker: Aber solange ich diese Macht habe,
Speaker: verändere ich das so, wie ich die Vision hatte im Wahlkampf.
Speaker: Und das ist Belit Onay zum Beispiel in Hannover, grüner Oberbürgermeister.
Speaker: Hannover ist ja die Stadt der Autozentrierung.
Speaker: Da wurden Kirchen versetzt, Fachwerkhäuser abgerissen.
Speaker: Unglaubliche Zerstörung hat ja nach den Kriegen nochmal stattgefunden für die autogerechte Stadt.
Speaker: Und er ist dafür gewählt worden, dass er den Menschen zurückgibt.
Speaker: Und natürlich ist dann die SPD aus der Koalition ausgetreten, hat gesagt, das geht ja so gar nicht und kam mit der FDP wieder und hat gesagt, Hannover muss autofreundlicher werden.
Speaker: Und da sage ich jedes Mal, ihr in Hannover, entweder sorgt ihr dafür, dass dieser Typ an der Macht bleibt, weil der hat nicht angefangen Kompromisse zu machen, der hat weiter daran gearbeitet.
Speaker: Oder wenn ihr es nicht macht, dann seid ihr selber schuld.
Speaker: Dann habt ihr als Menschen, die in dieser Stadt leben, eine Chance vertan, dass es für euch mehr Lebensqualität gibt.
Speaker: Was ich nochmal ganz spannend finde zum Schluss, wir werden es heute jetzt nicht mehr ganz ausführen können, machen wir gleich noch eine Folge.
Speaker: Aber ihr habt es beide jetzt schon so ein bisschen mit angesprochen.
Speaker: Wir hatten schon noch so ein bisschen dieses Thema auch von Qualität.
Speaker: Und was liefert das Auto vielen?
Speaker: Und was kann man oder sollte man insofern auch in andere Mobilitätsformen vielleicht auch übertragen oder wiederfinden?
Speaker: Und auch
Speaker: Auch nochmal dieses Thema, geht es eigentlich immer nur von einem Punkt zum anderen zu kommen oder ist nicht auch der Weg ein ganz wichtiger Bestandteil?
Speaker: Also zum Beispiel im Kontext von Tourismus redet man da glaube ich viel, viel mehr drüber, dass sozusagen die Reise an sich auch eben ein wichtigerer Bestandteil wird.
Speaker: Und da...
Speaker: Finde ich es auch nochmal spannend, aber ich finde es halt da schon, muss man schon so ehrlich sein, ohne jetzt hier irgendwen zu erwähnen, aber ich habe das auch in vielen Projekten mitbekommen, dass, ich sage mal, wenn dann zum Beispiel Busse eingesetzt werden, die zu einem bestimmten Aussichtspunkt fahren oder zu einem ganz besonderen Gebiet, was sich angeguckt werden darf, dann
Speaker: dann hat das alles meistens, wie jetzt auch bei diesem Beispiel in dieser ostdeutschen Stadt, einen begrenzten Zeitraum, ein begrenztes Budget und auch, ich sage mal, also jetzt werde ich falsch verstehen, aber begrenztes Businessverständnis.
Speaker: Und das finde ich nochmal auch einen wichtigen Respekt, also im Sinne von,
Speaker: wie ist ein Produkt gemacht, wie gut auch, damit es auch, natürlich muss es sich ja am Ende auch tragen, gerade wenn es auch so, ich sag mal, um die letzten Meter geht.
Speaker: Und da haben wir schon verschiedene Konzepte auf uns überlegt und
Speaker: Da, finde ich, kann man auch nochmal irgendwie so ein bisschen in die Richtung denken, weil wir ja auch mit den Bedürfnissen gestartet sind.
Speaker: Wie du sagtest ja auch, oder der Herr da von der BVG jetzt, was muss denn eigentlich so ein Bus heute können?
Speaker: Oder was sollte heute so ein, ich sage mal, Kinderabteil im ECE können?
Speaker: Oder was sollte...
Speaker: wie sagt der, Fahrradweg können.
Speaker: Also wir haben den Fahrradweg immer so als eine Linie geradeaus.
Speaker: Aber da kann man ja auch Stationen machen, wo man sich mal ausruhen kann, wo man vielleicht entlang des Weges auch was zu trinken kommt.
Speaker: Ich weiß, immer sehr großes Wunschdenken.
Speaker: Aber ich glaube gerade diese Produktperspektive auch in diesem öffentlichen Angebot, in diesem öffentlichen Raum,
Speaker: Die hinkt sehr, sehr stark hinterher.
Speaker: Und damit auch diese Bedürfnisperspektive.
Speaker: Und das ist, glaube ich, nochmal etwas, was zumindestens ich sehe, schon auch einige vom Auto zumindest teilweise wegbringen würde.
Speaker: Also einfach auch in so einem.
Speaker: Also ich bin da komplett bei dir.
Speaker: Ich sage ja auch immer, wir müssten eigentlich Schillerbusse so gestalten, dass sie sagen, wie geil ist eigentlich Busfahren und nicht, wann kann ich endlich meinen Führerschein machen, damit ich nicht mehr fahren muss.
Speaker: Und wenn du dann auch, ich habe bei einer Doku mitgemacht, Kraftfahrzeug heißt sie, und da gibt es so Szenen aus der Autoindustrie.
Speaker: Es gibt Menschen, die nichts anderes tun, als den Sound von Türen zu gestalten, wie das im Innenraum riecht.
Speaker: Also wenn du dir das anguckst, denkst du so, als normal denken, na Mensch,
Speaker: What the hell?
Speaker: Was macht ihr den ganzen Tag?
Speaker: Aber natürlich, abgespeckt braucht es auch, dass das einfach das geile Fahrzeuge sind, dass man da gerne mitfährt und dass wir keine Frauenwaggons brauchen.
Speaker: Also es ist ja auch die schlimmste Debatte der Welt, wo ich so sage, das kann doch jetzt nicht sein, dass wir schon wieder bei denen, die betroffen sind, anfangen zu regulieren.
Speaker: Wir brauchen einfach eine subjektive Sicherheit und vor allen Dingen auch, wenn wir aussteigen.
Speaker: Und das sind halt Dinge, und das ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt, den du da gerade adressierst.
Speaker: Es geht um Personal.
Speaker: Also aktuell ist ja das autonome Fahren.
Speaker: Oh, dann brauchen wir keine FahrerInnen mehr.
Speaker: Ich bin die Letzte, die nachts um halb vier an der Reeperbahn einsteigt und nicht weiß, wer mit mir fährt.
Speaker: Und damit meine ich noch nicht mal sexualisierte Übergriffe, sondern Frauen auf Junggesellen abschieden oder so.
Speaker: Das kann auch schlimm sein.
Speaker: Also das ist halt sowas, wo ich so ganz viel Trauer in mir habe, wie wenig wertgeschätzt die Arbeit von Menschen in Fahrzeugen gesehen wird.
Speaker: Wenn wir zum Beispiel einen fahrscheinlosen ÖPNV hätten, den könnten wir uns theoretisch leisten, wenn wir mal ein paar Milliarden vom Auto kriegen, die Leute dann trotzdem in die Fahrzeuge zu schicken, dass sie ansprechbar sind.
Speaker: dass man mal fragen kann, wo muss ich hier eigentlich umsteigen?
Speaker: Können Sie mir mal helfen mit meinem Koffer?
Speaker: Denn ich denke mal, ihr beide fahrt auch viel ICE.
Speaker: Die sind ja mittlerweile so lang und die knubbeln sich immer da, die Leute, wo jemand steht von der Bahn.
Speaker: Weil sie da wissen, der hilft mir mit meinem Koffer.
Speaker: Der packt auch mal an.
Speaker: Kinderwagen, der kann mir vielleicht sogar sagen, ist das der richtige Zug?
Speaker: Und das ist was, wo ich...
Speaker: Wo ich zum Beispiel nach Japan gucke, die ja echt Bedienstete an den Bahnsteigen haben.
Speaker: Wir dürfen das Produkt Mobilität als Alternative zum Auto nicht ohne Personal anbieten.
Speaker: Weil es so viele Bedürfnisse gäbe, die dann nicht gedeckt werden von Menschen.
Speaker: Und genauso sehe ich das bei den Fahrzeugen.
Speaker: Ich bin jetzt ja viel in Europa unterwegs, wie geil manche Straßenbahnen sind und auch dieses selbstverständliche ebenerdige Einsteigen und so.
Speaker: Und das sind so Sachen, das muss so nahtlos passieren.
Speaker: Und ich glaube, du musst einfach anerkennen, Leute, ich kann euch nicht das bieten, was das Auto bietet.
Speaker: Aber ich kann euch bieten, dass ihr die Verantwortung abgeben könnt.
Speaker: Ihr habt immer einen Chauffeur.
Speaker: Also so irgendwie auch zu argumentieren.
Speaker: Die Zeit, die ihr als Reise habt, ist eure Zeit.
Speaker: Ihr müsst da nicht irgendwie konzentriert am Lenkrad sitzen.
Speaker: Und da ist für mich eine ganz, ganz hohe Wertschätzung für alle, die in und um Bahnen und Busse und so weiter arbeiten.
Speaker: Weil ich glaube, die haben genau diese Visionen, die du schilderst.
Speaker: Die kriegen aber die Gelder dafür nicht.
Speaker: Dabei ist ja das nachgewiesen, dass das auch wirklich Leute rauszieht.
Speaker: Und das ist ja nicht so, dass man dann so nach dem Motto, ich habe jetzt ein Auto, das verkaufe ich und dann schließe ich ein Abo ab, ÖPNV, sondern das ist ja ein Sandsteintzug.
Speaker: Der fängt wahrscheinlich am Wochenende an, mal mit dem Bus zu fahren und dann zu denken, ach, das ist eigentlich ganz cool.
Speaker: Ich kann mit dem Kind rausgucken, wir können zusammen uns unterhalten, was wir sehen.
Speaker: Und da diese Erlebniswelten zu schaffen und da auch mal zu investieren, das wäre mir auch super wichtig.
Speaker: Ich finde das jetzt spannend, was du jetzt gerade auch nochmal angesprochen hast, das hatte Katharina eben auch kurz gesagt, dass der Weg als solcher ja nochmal eine ganz andere Qualität bekommen kann und einen ganz anderen Mehrwert bekommen, der wir reden, gerade wenn wir vom Auto reden, reden wir über die vielen Vorteile, die es bringt, aber wir leben ja selten auch für die eigentlichen Nachteile des Individuums, also man ist konzentriert, wie du sagst, zu preis.
Speaker: Es gibt ja im Grunde genommen auch für mich zumindest zig Gründe, warum Autofahren einfach wirklich nervig ist, warum es einfach null Spaß macht, also
Speaker: So fühlt sich der Straßenverkehr ja manchmal auch an.
Speaker: Als man auf dem Fahrrad hat, denkt man schon, dass man wieder einen Tag überlebt.
Speaker: Aber genau das ist ja eigentlich sozusagen, das finde ich, wie die Erzählung von Mobilität in Zukunft auch sein könnte.
Speaker: Also was ist sozusagen, außer man bringt mich von A nach B oder ich komme von A nach B, was ist der Mehrwert dieses Weges als solches?
Speaker: Und sei es, dass ich irgendwie unterwegs bin,
Speaker: entspannen kann.
Speaker: Also du hattest am Anfang auch den Begriff Entschleunigung gewählt.
Speaker: Also klar, es ist schön, auf der Parkbank mal zu sitzen, aber es ist ja auch schön, im Grunde im Zug einfach mal rauszugucken oder im Bus vielleicht rauszugucken.
Speaker: Vielleicht auch diese Mikrobegegnungen mit jemand anderem, also das sind diese Qualitäten oder eben auch das Arbeiten im Zug.
Speaker: Also auch das ist ja was, worauf viele ja auch schon irgendwie setzen.
Speaker: Und ich finde, diese Erzählungen gehen mir tatsächlich auch manchmal so ein bisschen verloren, wenn wir über alternative Dinge reden.
Speaker: Das ist halt auch
Speaker: leider ja gerade eine Zeit, wo das Leuten schwer gemacht wird.
Speaker: Also ich kann definitiv meine Arbeit nicht machen, wenn ich Autofahren müsste, weil ich halt kondische Erkrankungen habe und weil ich auch nach Lesung oder so nicht in einem Zustand bin, wo ich eine Autofahren sollte.
Speaker: Ich habe für das erste Buch mit Ärztinnen gesprochen, die schätzen, dass ungefähr 40 Prozent der Menschen
Speaker: die Autofahren halt nicht fahrtüchtig sind, weil sie Medikamente nehmen, weil sie noch Restalkohol haben, weil sie keine Ahnung, was es alles gibt, den Schulterblick an ihr machen können.
Speaker: Und das machen ja nicht alle Menschen, weil sie böse Menschen sind, sondern weil sie keine Alternativen haben.
Speaker: Deswegen ist ja auch diese Debatte immer wieder, dass Deutschland ist eines der wenigen Länder in Europa, die den Führerschein nicht nachprüft.
Speaker: Also ich glaube, wenn mehr Leute aussteigen müssten,
Speaker: Und dann würde auch mehr Druck entstehen, dass man Alternativen schafft.
Speaker: Aber so ist es ein maximales Tabu zu sagen, ich kann nicht mehr Auto fahren.
Speaker: Und das hat mein Papa Gott sei Dank selber beschlossen, als er erkrankt ist.
Speaker: Aber ich kenne ganz viele, die sagen, wir kriegen Papa nicht vom Auto weg.
Speaker: Und der ist schon mal gegen das Garagentor gefahren oder keine Ahnung was.
Speaker: Und da glaube ich, das sind ja auch Bedürfnisse der Teilhabe von alten Leuten oder Menschen, die Erkrankungen haben.
Speaker: Und das finde ich ganz schlimm, dass wir Leute in solchen Situationen bringen, sowas zu tun.
Speaker: Auch da wiederum die Bedürfnisse von anderen im Blick zu haben.
Speaker: Und ganz ehrlich, im Alltag genügt uns doch, am Tag vorher eine Bestellung abzugeben, dass man mittags in die Stadt will.
Speaker: Also da haben wir ja nicht dieses, ich muss um 17.25 Uhr.
Speaker: Also auch da mal hinzugucken, wie real ist die Forderung nach dem Stundentakt oder so, braucht es nicht eigentlich so On-Nimant-Lösungen und die gibt es ja.
Speaker: Und da wiederum, genau was du auch eben gesagt hast, begegnet man sich im Bus.
Speaker: Auf einmal, ach, Simon, habe ich ja noch nie gesehen, wo wohnen sie denn hier?
Speaker: Also dass man da auch so eine Demokratiestärkung wieder hätte, weil man den Fremden begegnet und nicht, also hier kaufen gerade alle möglichen Leute diese Häuser auf, wo die alten Leute ausgezogen sind und das erste, was sie machen, sind Zäune bauen.
Speaker: Schotterzäune, Schottergärten.
Speaker: Und ich konnte als Kind hier überall durchlatschen.
Speaker: Das war eine Kindheit, wie man sich das wünscht.
Speaker: Und da diese Einfamilienhaus, also ich kann es nicht nachvollziehen.
Speaker: Es gibt viele, die davon träumen, auch in meinem Bekanntenkreis.
Speaker: Aber da dann gleich wieder so ein Ding zu schaffen, dass man so abgekapselt ist und mit dem Auto zu den Leuten fährt, die man kennt, ich finde das voll traurig.
Speaker: Und ich glaube, das ist so was, wenn wir diese Plätze wieder beleben,
Speaker: Und diese Mikromobilität in der eigenen Nachbarschaft auch wieder anders gestalten und auch Kinder das anders gestalten können, weil sie halt sicher sind, das ist nochmal eine ganz andere Qualität auch von Zusammenhalt, von Communities und so.
Speaker: Absolut, ja.
Speaker: Da würde sich ja vieles wieder ändern.
Speaker: Allein der Blick aus dem Fenster.
Speaker: Insofern.
Speaker: Ja, ihr Lieben, wir sind schon am Ende hier von unserer kleinen, feinen Runde.
Speaker: Es hat mir sehr viel Spaß gemacht.
Speaker: Schön, dass du heute bei uns warst, Katja.
Speaker: Wir hatten das ja schon immer mal angesprochen.
Speaker: Ach, wie muss man ins Podcast kommen?
Speaker: Und dann muss man mal einen Termin finden.
Speaker: Aber es geht jetzt wahrscheinlich vielen so.
Speaker: Genau.
Speaker: Ja, vielleicht noch mal so ein bisschen zum Abschluss.
Speaker: Wir wollen ja versuchen ja dennoch
Speaker: positiv in die Zukunft zu blicken.
Speaker: Was ist denn für dich so ein, du hast ja wie gesagt, du siehst ja viel, kennst viel, so nochmal zum Abschluss, weil es ein Highlight aus der letzten Zeit, wo du sagst, da geht es in die richtige Richtung und da könnte man mal, ja, sollte man mal oder jeder, der vielleicht zuhört, mal drauf schauen.
Speaker: Ich fand total interessant, dass man Dami in New York freie, kostenlose Busse zum
Speaker: Wahlkampfthema gemacht hat, weil auch er begreift, dass es Teilhabe und Gegeneinsamkeit ist.
Speaker: Also ich finde es schon, mir machen diese progressiven PolitikerInnen gerade sehr viel Spaß, auch die Grünen in UK, die ja ArbeiterInnen an der Spitze haben, was bei uns ja eine ganz andere Klientel ist, muss man auch mal gestehen.
Speaker: Und das sind Leute, die einfach so klar sprechen und so verständlich sprechen und
Speaker: Dinge auch auf den Punkt bringen.
Speaker: Und natürlich war die PR-Aktion von Mamdami, der hat so ein Schlagloch auf so einem Radweg dann selber gepflegt.
Speaker: Aber er ist halt Radfahrer.
Speaker: Und er ist jetzt auch so eine Tour mitgefahren, die da immer stattfindet.
Speaker: Und das ist für mich wirklich Zeichen von Hoffnung.
Speaker: Weil da Leute in der eigenen Lebensrealität erfahren, wie diskriminierend man unterwegs ist, wenn man kein Auto hat.
Speaker: Und ich glaube, das ist sowas, was für mich ein totales Highlight wäre, wenn deutsche Politik das aufgreifen würde.
Speaker: Selbst wenn du ein Automensch bist, der in die Politik geht, erstmal eine Woche mit Behinderten und Kindern und keine Ahnung was unterwegs sein und gucken, wie sind die eigentlich mobil?
Speaker: Wie dient die Stadt denen oder das Dorf, der ländliche Raum?
Speaker: Und wenn man so startet und das sieht und sich darauf einlässt, dass es halt für manche Gruppen überhaupt nicht perfekt ist.
Speaker: Ich glaube, da kann viel passieren.
Speaker: Ja.
Speaker: Schön.
Speaker: Das nehmen wir doch jetzt mal mit als positiv.
Speaker: Danke.
Speaker: Danke dir, Katja.
Speaker: Grüße in den ländlichen Raum.
Speaker: So, ich würde sagen, dazwischen.
Speaker: Aber wir haben auch keine guten Fahrradwege.
Speaker: Aber gut, kann man dran arbeiten.
Speaker: Wir hören uns, wir sehen uns.
Speaker: Alle, die uns zugelassen haben, vielen Dank.
Speaker: Liked, teilt, kommentiert, wenn ihr mögt und folgt der Katja.
Speaker: Sie ist auf LinkedIn auf jeden Fall.
Speaker: Instagram bist du auch, ne?
Speaker: Ja.
Speaker: TikTok machst du eigentlich?
Speaker: TikTok?
Speaker: Ich weiß ja, ich bin ja keine TikTokerin.
Speaker: Also, never been.
Speaker: Nee.
Speaker: Nee, okay, gut.
Speaker: Sehr gut, sehr sympathisch.
Speaker: So, wer folgt ihr, lest ihre Bücher.
Speaker: Es lohnt sich und bis bald, würde ich sagen.
Speaker: Danke schön.
Speaker: Ciao.



