Become a Creator today!Start creating today - Share your story with the world!
Start for free
00:00:00
00:00:01
Folge 60 - Mobilität für eine Gesellschaft, die sich längst verändert hat image

Folge 60 - Mobilität für eine Gesellschaft, die sich längst verändert hat

Next Stop Future: Trends – Wandel – Zukunft.
Avatar
2 Playsin 40 minutes

Mobilität ist viel mehr als die Frage, wie wir von A nach B kommen. Sie entscheidet darüber, wer teilhaben kann, wer unabhängig ist, wer Zugang zu Arbeit, Bildung, Begegnung, Versorgung und Alltag hat. Und sie zeigt sehr deutlich, welche Bedürfnisse in unserer Gesellschaft gesehen werden und welche oft unsichtbar bleiben.

In dieser Folge von Next Stop: Future sprechen Catharina und Anja mit Katja Diehl über Mobilität als eines der großen Zukunftsthemen. Katja ist Mobilitätsexpertin, Autorin, Speakerin und eine der profiliertesten Stimmen für eine inklusive und gerechte Mobilitätswende. Sie setzt sich dafür ein, Mobilität nicht nur vom Auto oder einzelnen Verkehrsmitteln her zu denken, sondern von den Menschen, ihren Lebensrealitäten und ihren sehr unterschiedlichen Bedürfnissen.

Bekannt wurde Katja Diehl unter anderem durch ihr Buch „Autokorrektur – Mobilität für eine lebenswerte Welt“, in dem sie für eine inklusive und klimagerechte Verkehrswende plädiert. In „Raus aus der AUTOkratie – rein in die Mobilität von morgen!“ schaut sie auf die gesellschaftlichen und systemischen Hürden, die Veränderung oft ausbremsen. Gemeinsam mit Mario Sixtus hat sie „Picknick auf der Autobahn – Wie wir in Zukunft unterwegs sein werden“ geschrieben, ein Buch über konkrete Zukunftsbilder einer anderen Mobilität. Außerdem ist sie Autorin des Kinderbuchs „Komm mit in die Welt von morgen! – Eine Geschichte über Mobilität, Klimagerechtigkeit und Miteinander in der Zukunft“ sowie Mitautorin von „Nehmen wir das Leben wieder selbst in die Hand – Eine Einladung zum Kampf für das gute Leben für alle“.

Im Gespräch geht es um die Frage, welche Mobilität eine Gesellschaft braucht, die sich längst verändert hat. Wir sprechen über Kinder, ältere Menschen, Menschen ohne Führerschein, Menschen mit Behinderung, Menschen mit wenig Geld und Menschen in Regionen, in denen Alternativen fehlen. Es geht aber auch um Routinen, Privilegien, Einsamkeit, Begegnung, öffentliche Räume und die vielen Wenns und Abers, mit denen wir uns alternative Zukünfte oft selbst verstellen.

Eine Folge über Mobilität, aber eigentlich über Teilhabe, Gerechtigkeit und die Frage, wie wir unser Zusammenleben gestalten wollen.

Info: Aufgrund technischer Herausforderungen ist dies keine Video-Folge. 

Mehr zu Katja Diehl: https://katja-diehl.de/

Next Stop: Future

Catharina Fischer

Anja Kirig

Recommended
Transcript

Einführung und Vorstellung von Katja Diehl

00:00:15
Speaker
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Next Stop Future.
00:00:20
Speaker
In dieser Folge sprechen wir mit Katja Diehl über Mobilität, aber nicht als klassische Verkehrswende-Debatte.
00:00:28
Speaker
Es geht also nicht zuerst um Autos oder Radwege oder Busse oder Bahn oder um neue Antriebe.
00:00:35
Speaker
Es geht um die Frage, wie Menschen an Gesellschaft teilhaben können.

Mobilität und gesellschaftliche Teilhabe

00:00:40
Speaker
Denn Mobilität funktioniert heute längst nicht für alle gleich gut.
00:00:44
Speaker
Wer kein Auto hat, keinen Führerschein besitzt, zu jung oder zu alt ist, mit Einschränkungen lebt, wenig Geld hat oder in einer schlecht angebundenen Region wohnt, merkt schnell, Mobilität ist nicht nur eine Frage von Fortbewegung.
00:00:59
Speaker
Sie ist eine Frage von Freiheit, Zugang und Alltag.
00:01:04
Speaker
Aus der Zukunftsperspektive wird diese Frage noch größer, denn unsere Gesellschaft verändert sich.
00:01:09
Speaker
Sie wird älter, vielfältiger, individueller.
00:01:13
Speaker
Arbeit, Nähe, Zeit, Versorgung und Gemeinschaft organisieren sich neu.
00:01:18
Speaker
Welche Mobilität braucht also eine Gesellschaft, die sich längst verändert hat?
00:01:24
Speaker
Mit Katja sprechen wir darüber, warum es nicht darum geht, einfach gegen Autos zu sein, sondern um eine Mobilität für alle.
00:01:31
Speaker
Eine Mobilität, die Menschen nicht ausschließt, sondern Teilhabe ermöglicht.

Katjas Hintergrund und Karriere im Mobilitätssektor

00:01:35
Speaker
Und die wir vielleicht ganz anders denken müssten, wenn wir sie wirklich von den Lebensrealitäten der Menschen her entwickeln würden.
00:01:43
Speaker
Viel Spaß bei dieser Folge.
00:01:45
Speaker
So, ein herzliches Hallo, willkommen zurück zu unserer neuen Folge von Next Stop Future.
00:01:51
Speaker
Und heute haben wir auch wieder einen Gast bei uns.
00:01:54
Speaker
Die, die das Video schauen, können es jetzt schon sehen.
00:01:57
Speaker
Die, die nur hören, können sie noch nicht sehen, aber sie wird sich gleich selber vorstellen.
00:02:02
Speaker
Die Katja Diel ist heute bei uns.
00:02:05
Speaker
Und ich darf mal kurz einleiten, wie wir uns eigentlich kennengelernt haben.
00:02:08
Speaker
Und da halte ich doch jetzt mal hier das schöne Buch, nehme ich in die Kamera.
00:02:12
Speaker
Da ist es, das liegt hier bei mir immer auf dem
00:02:14
Speaker
Tisch, genau, raus aus der Autokratie.
00:02:17
Speaker
Und ich durfte da wirklich ein Müh, sage ich mal, dazu beitragen.
00:02:22
Speaker
Wir hatten uns nämlich in dem Zusammenhang auch über Mobilität und Tourismus unterhalten und ein schönes Gespräch gehabt.
00:02:29
Speaker
Das ist jetzt, glaube ich, auch schon...
00:02:30
Speaker
Zwei Jahre her oder zweieinhalb?
00:02:33
Speaker
Ewig, gefühlt ewig.
00:02:34
Speaker
Und da haben wir natürlich auch darüber gesprochen, wie die Mobilität im Tourismus letztendlich nachhaltiger werden könnte, beziehungsweise kam dann auch schnell auf das Gesamtsystem eigentlich Tourismus, weil wir haben gerade im Vorgespräch schon ein bisschen gebrochen.
00:02:49
Speaker
Wie man so sieht, hat die Mobilität nämlich Einfluss auf vieles.
00:02:52
Speaker
Und natürlich gerade beim Reisen, also wenn man von A nach B möchte,
00:02:57
Speaker
Da braucht man natürlich ein entsprechendes Verkehrsmittel und wenn man reisen möchte.
00:03:01
Speaker
Daher war das ein schönes Kennenlernen und ein schönes Zusammenarbeiten.
00:03:06
Speaker
Und heute sprechen wir über Mobilität und sprechen dann mit dir auch über verschiedene Dinge.

Herausforderungen in der Mobilität ohne Autos

00:03:13
Speaker
Wir haben uns so ein bisschen ein paar Themen rausgearbeitet, aber dazu gleich hier.
00:03:16
Speaker
Ich würde jetzt mal kurz an dich übergeben, Katja, stell dich doch noch mal ein bisschen kurz vor, was du machst und vor allen Dingen nicht immer spannend, warum du es machst.
00:03:24
Speaker
Erstmal danke für die Einladung.
00:03:26
Speaker
Und ja, tatsächlich ist auch Tourismus immer wieder in meiner Arbeit ein Thema, weil es da ja auch oft darum geht, vielleicht kann man ja für die Leute vor Ort auch was verbessern, wenn man schon
00:03:40
Speaker
eine Destination ist, dass nicht nur den Touristen das gut geht, sondern auch die Menschen vor Ort vielleicht eine andere Mobilität, eine bessere Mobilität oder was auch immer bekommen.
00:03:49
Speaker
Ich habe sehr lange in Unternehmen gearbeitet, alles außer Auto, sage ich immer, die Mobilität gestalten.
00:03:56
Speaker
Also Stadtwerke mit Bussen, die Nordwestbahn mit Bahnen.
00:04:00
Speaker
Habe auch in der Logistik gearbeitet, habe also die Maschinenräume kennengelernt und die Menschen vor allen Dingen, die hinter diesen Dienstleistungen stecken,
00:04:07
Speaker
sehr schätzen gelernt, weil das ist gar nicht so einfach, solche Systeme am Laufen zu halten, merken wir ja auch gerade.
00:04:14
Speaker
Also ein Tag, wo die Bahn nicht gebasht wird, ist ja nicht mehr existent.
00:04:18
Speaker
Genau, und dann habe ich aber auch gemerkt, ich bin wahrscheinlich doch nicht so die Konzernpflanze, ich bin wahrscheinlich doch nicht so Typabteilungsleiterin in einem männerdominierten Bereich und habe dann angefangen,
00:04:32
Speaker
Wahrscheinlich würde ein Mann das schon wieder ganz anders verkaufen, aber ich muss ehrlich gesagt sagen, ich habe Gott sei Dank nicht gewusst, auf was ich mich da einlasse, als ich gesagt habe, ich mache mich damit selbstständig.
00:04:40
Speaker
Das ist ein sehr emotionales Thema, sehr aufgeladen, sehr konfrontativ auch und mein Kern ist aber, dass alle gut mobil sein sollten, auch ohne eigenes Auto, auch ohne Führerschein.
00:04:52
Speaker
Und um da einfach mal eine Zahl in den Raum zu werfen, wie viele Menschen das nämlich sind, das ist ungefähr ein Drittel von Deutschland, kann ich selbst bestimmt Auto fahren, das sind Kinder natürlich, die zu jung sind für einen Führerschein, weil zu mir und Erwachsenen haben keinen Führerschein.
00:05:04
Speaker
Menschen wie meine Eltern haben zwar einen Führerschein, aber können nicht mehr Auto fahren.
00:05:07
Speaker
Und gerade auch Menschen in Armut, die haben nur zu 45 Prozent überhaupt ein Auto im Haushalt.

Inklusive Mobilität und gesellschaftliche Bedürfnisse

00:05:12
Speaker
Und das sind die Menschen, um die ich mich gerne kümmern würde, mit einem sehr unverrückbaren intersektionalen Ansatz.
00:05:19
Speaker
Intersektional ist ein schwieriges Wort, aber es geht halt um ganz viele Nachteiligungen, die in der Gesellschaft existieren können.
00:05:25
Speaker
Also behinderte Menschen mit wenig Geld.
00:05:29
Speaker
Und da habe ich einen Anspruch an Deutschland, dass wir das nicht zulassen, dass es unglaublich viele Regionen in Deutschland mittlerweile gibt, wo du nur gut leben kannst, wenn du das Auto mitbringst und es auch fahren kannst.
00:05:42
Speaker
Weil sehe ich ja auch hier ländlich mit meinen Eltern, wenn du alt wirst, ist es total dysfunktional, weil alte Menschen sehr viel wieder zu Fuß laufen können.
00:05:52
Speaker
Und da hätte ich gerne, vielleicht auch aus egoistischem Antrieb, dass wenn ich mal alt bin, einfach Räume, die Begegnung zulassen und nicht Parkplätze sind.
00:06:02
Speaker
Ja, da sind wir ja eigentlich schon mittendrin.
00:06:05
Speaker
Und wir haben das ja schon auch so ein bisschen in der Vorbereitung, haben wir dir das ja auch schon mal zugeschickt.
00:06:12
Speaker
Wir würden heute gerne so ein bisschen auch auf die Bedürfnisebene schauen.
00:06:15
Speaker
Und ich finde, du hast ja jetzt schon verschiedene Gruppen der Gesellschaft erwähnt.
00:06:19
Speaker
Ja.
00:06:20
Speaker
Also das ist für mich immer so ein elementarer Punkt.
00:06:23
Speaker
Zumindest nehme ich in diesen Diskussionen um Mobilität und Verkehr immer ganz stark die Formen wahr, also diese Verkehrsformen wahr, die es ja nun mal augenscheinlich gibt, die verschiedenen Optionen.
00:06:35
Speaker
Und ich nehme halt weniger so wirklich die Bedürfnisse wahr.
00:06:41
Speaker
Und das finde ich mal spannend, da mal so ein bisschen reinzuschauen hier in der Runde, weil augenscheinlich haben ja Menschen Bedürfnisse unterschiedlicher Art, wenn es um Mobilität geht.
00:06:51
Speaker
Und ich glaube tatsächlich auch bei diesem ganzen Thema Verkehrswende, was ja auch ein sehr großes ist, ein sehr aufgeladenes, wie du schon gesagt hast, sehr politisch, weiß ich nicht, manchmal denke ich, würden wir vielleicht auch anders drüber sprechen können, anders drauf schauen können, wenn wir mal grundsätzlich bei den Bedürfnissen anfangen würden.
00:07:10
Speaker
die unsere Menschen in dieser Gesellschaft so haben.
00:07:14
Speaker
Also von Zugänglichkeit, von Bezahlbarkeit, von Sicherheit, von Autonomie, Teilhabe.
00:07:21
Speaker
Und ich kann ja mal ein ganz automatisches Beispiel geben.
00:07:24
Speaker
Als ich, ich bin immer noch Mutter, aber Mutter mit Kleinkind war, also Kind im Kinderwagen, da wurde mir erst mal ganz stark bewusst,
00:07:35
Speaker
wo ich überall nicht hin kann bzw.
00:07:38
Speaker
nicht reibungslos hin kann.
00:07:40
Speaker
Also sei es in manche Straßenbahnen.
00:07:43
Speaker
Damals habe ich nur in Leipzig gewohnt.
00:07:45
Speaker
Da gab es nicht nur die Niederflurbahnen, sondern es gab noch die alten, die höher gelegenen Straßenbahnen.
00:07:52
Speaker
Und teilweise habe ich das dann wirklich gemieden, weil ich sage es jetzt ganz ehrlich, ich bin halt auch nicht der Mensch, der ständig fragen möchte.
00:07:59
Speaker
Können Sie mir den Kinderwagen hochdrängen oder können Sie mir den Kinderwagen runtertragen?
00:08:03
Speaker
Oder auch, wenn ich irgendwo einkaufen war.
00:08:05
Speaker
Also ich könnte unzählige Beispiele liefern.
00:08:08
Speaker
Mein Bedürfnis zum Beispiel ist ganz klar eigentlich Freiheit, Unabhängigkeit.
00:08:13
Speaker
Gerade auch so als damals noch junge Mutter mit Kind und Kinderwagen.
00:08:18
Speaker
Und da habe ich mal so auch in der ganzen Debatte darum und auch durch meine Projekte immer mal drauf geschaut oder mal in die Runden gefragt, okay, jetzt lass uns das doch mal zum Beispiel rein aus dem Thema Freiheit denken.
00:08:32
Speaker
Wo würden wir denn da eigentlich landen mit unserer Mobilität?
00:08:36
Speaker
Oder was würde daraus vielleicht entstehen?
00:08:39
Speaker
Wie seht ihr denn das?
00:08:40
Speaker
Was denkst du oder was kriegst du auch mit?
00:08:44
Speaker
Geht es um Bedürfnisse überhaupt?
00:08:46
Speaker
Oder ist es eigentlich letztendlich die Form, die Art und ich sage jetzt mal auch die Schnelligkeit, wie man von A nach B kommt?
00:08:55
Speaker
Also ich würde einen Zwischenschritt noch machen, der auch sehr diffizil ist.
00:09:00
Speaker
Weil viele natürlich einfach auch gerne Autofahren.
00:09:02
Speaker
Also das ist manchmal gar nicht Mobilität, sondern Hobby.
00:09:05
Speaker
Oder der einzige Raum, in dem Menschen mit sich alleine sein können, zwischen Beruf und Familie.
00:09:11
Speaker
Oder Safe Space, weil sie Autofahren erleben sie im Bus keinen Rassismus mehr.
00:09:18
Speaker
Also das Auto an sich ist ja unglaublich gut vermarktet worden.
00:09:22
Speaker
Und tatsächlich betrachten sogar Menschen, die von Abhängigkeit leben, das ja auch als Freiheit, obwohl es eine Abhängigkeit ist.
00:09:29
Speaker
Und da, glaube ich, zeigt sich sehr schnell, wie weit weg auch die Menschen von ihren Bedürfnissen sind, weil sie gar nicht dem nachspüren.
00:09:38
Speaker
Das ist auch, glaube ich, gar nicht gewünscht, dem nachzuspüren, dass es ja letztlich eine sehr individualisierte Lösung ist, dass du dir ein Auto kaufen musst, um mobil zu sein.
00:09:49
Speaker
Und ich habe das Gefühl, dass auch diese hektische Welt, dass wir immer mehr Geschwindigkeit im Alltag haben und dass es schon fast, wenn jemand mittags auf einer Bank ein Buch liest, ist es schon fast, wo ist der Arbeitsloser?
00:10:04
Speaker
Ich glaube, dass es auch so ein bisschen an der Mobilität abliest, dass die Bedürfnisse gar nicht in dem Sinne befriedigt werden, sondern eher wie so ein Maschinenraum, der nicht ins Stocken geraten werden darf.

Neuplanung städtischer Räume für soziale Interaktionen

00:10:19
Speaker
Ich glaube, dass das Bedürfnis zum Beispiel nach ein bisschen Entschleunigung durchaus da ist.
00:10:25
Speaker
Das sehen wir ja im Urlaub.
00:10:26
Speaker
Da ist ja, glaube ich, keiner mit so einem hektischen Alter zufrieden, den er normalerweise hat.
00:10:32
Speaker
Und das ist für mich dann auch immer so ein Eingangstor, mit den Leuten zu sprechen.
00:10:37
Speaker
Wo machst du denn Urlaub?
00:10:38
Speaker
Wo fährst du denn hin?
00:10:39
Speaker
Fährst du in eine Situation, die du zu Hause hast, an einer dreispurigen Bahn mit Autos voll?
00:10:44
Speaker
Oder fährst du eher vielleicht sogar nach Venedig?
00:10:47
Speaker
einer Stadt, die autofrei ist und genießt es dort, deinen Bedürfnissen nach Ruhe, nach mal ein Cappuccino trinken, ohne dass man sich anbrüllt, weil Ruhe herrscht, dass die Kinder auch mal laufen können, ohne dass Angst sein muss, dass sie vom Auto angefahren werden.
00:11:03
Speaker
Und das ist schon oft in Gesprächen ein ziemliches Aha-Erlebnis für die Leute,
00:11:09
Speaker
dann überhaupt mal zu reflektieren, ja krass, diese Sehnsucht, die ich im Alltag nicht befriedigen kann, warum befriedige ich die nicht auch im Alltag in dem Sinne, dass ich sage, ich will eigentlich so wie im Urlaub leben.
00:11:20
Speaker
Und da glaube ich, Bedürfnisse sind auf jeden Fall, den Alltag schaffen zu wollen.
00:11:26
Speaker
Das ist jetzt ein total abstraktes Bedürfnis, aber ich glaube, das treibt viele auch ins Auto.
00:11:32
Speaker
Und natürlich Sicherheit, Bezahlbarkeit, Barrierefreiheit.
00:11:36
Speaker
Heute habe ich einen Post gesehen von einer Dame, die sitzt zum Rollstuhl und hat sich meiner Meinung nach zurecht beschwert, dass sie immer noch auf Leute angewiesen ist, die die Rampe ausklappen im Bus.
00:11:47
Speaker
Und da haben einige gesagt, sie soll auch dankbar sein.
00:11:50
Speaker
Aber ähnlich wie du hat sie ja gesagt, ich möchte es aber selber machen.
00:11:53
Speaker
Also warum baut es nicht so, dass ich nicht fragen muss, sondern dass ich das auf Knopfdruck zum Beispiel rausschiebe?
00:11:59
Speaker
Und ich glaube, das sind ganz viele Dinge.
00:12:02
Speaker
Und dann komme ich zum letzten Punkt, wo wir immer denken als Menschen, meine Bedürfnisse, die haben alle.
00:12:08
Speaker
Also was ich brauche, das brauchen alle.
00:12:10
Speaker
Also wir sind keine bösen Menschen, glaube ich, die ignorieren, wie die Bedürfnisse anderer sind, sondern
00:12:17
Speaker
Dadurch, dass uns auch diese demokratischen Räume vor der Tür und diese zufällige Begegnung ziemlich genommen wurde, wissen wir vielleicht manchmal auch gar nicht, dass das überhaupt nicht stimmt, dass andere ganz andere Bedürfnisse haben zum Beispiel.
00:12:29
Speaker
Ja, das finde ich ja nochmal super spannend, auch was du jetzt gerade gesagt hast, mit diesem Freiheitsbedürfnis, das kann ja ganz unterschiedliche Ausprägungen haben und das macht es wahrscheinlich wie immer.
00:12:39
Speaker
so herausfordernd.
00:12:40
Speaker
Das fragt sich den Menschen und die sagen dir vielleicht zumindest fünf unterschiedliche Antworten.
00:12:46
Speaker
Aber wie ist es denn in deiner, ich meine, wir haben gerade auch darüber gesprochen, du triffst viele Leute, du hast mit vielen Leuten gesprochen.
00:12:53
Speaker
Du hast, ich glaube, jetzt fünf Bücher schon geschrieben.
00:12:57
Speaker
Fünf, genau.
00:12:59
Speaker
Und du wirst ja nun wirklich auch viel sehen, viel hören, viel hineinlesen.
00:13:06
Speaker
Aber ist tatsächlich, also jetzt mal ganz offen gesprochen, diese Bedürfnisperspektive taucht dir eigentlich in irgendeinem Ansatz, weil es gibt ja jetzt verschiedene Planungsansätze.
00:13:16
Speaker
Es gibt Sustainability, Mobility-Ansätze.
00:13:19
Speaker
Es gibt, ich sage mal, auch neue Stadtplanungsansätze.
00:13:22
Speaker
Wir haben zum Beispiel hier auch schon mal im Podcast über die gendergerechte Stadtentwicklung gesprochen, auch
00:13:27
Speaker
Da gibt es zumindest neue Denkweisen, wie die denn überhaupt aussieht.
00:13:32
Speaker
Die sieht nämlich dann auch durchaus ein bisschen anders aus als jetzt.
00:13:36
Speaker
Aber wie sehr findet überhaupt diese Bedürfnissebene tatsächlich statt in der Diskussion um Verkehr und Umgebung?
00:13:43
Speaker
Also natürlich, ich war gerade auch wieder auf Messen der größten Busmesse.
00:13:51
Speaker
Dann war ich bei einer Messe zum Nahverkehr.
00:13:55
Speaker
Und da muss ich leider sagen, nimmt die Diversität auch wieder ab.
00:13:58
Speaker
Also es sind weniger Frauen im Raum.
00:14:01
Speaker
Das hat mich ziemlich schockiert.
00:14:03
Speaker
Und das ist natürlich in so einer Welt, wo eine bestimmte Gruppe die Mobilität gestaltet, super schwierig, das reinzubringen.
00:14:13
Speaker
Und in Wien gibt es ja seit den 70ern, glaube ich, dieses Gender Mainstreaming.
00:14:17
Speaker
Also es ist festgelegt, dass man das beachten muss.
00:14:19
Speaker
Und ich glaube,

Kulturelle und emotionale Bindung an Autos

00:14:20
Speaker
ohne den geht es nicht.
00:14:22
Speaker
Weil du dann immer wieder in diese Spur rinselst,
00:14:25
Speaker
des lohnarbeitenden weißen Mannes gerät, der natürlich im Vergleich zu Wegeketten von Care-Arbeit relativ simple, soll jetzt nicht böse klingen, aber simple Mobilitätsbedürfnisse hat, zu arbeiten zurück.
00:14:42
Speaker
Und das ist halt für mich immer wieder erstaunlich, dass Menschen sowas gegen Regeln haben, weil unser Alltag funktioniert ja nur durch Regeln.
00:14:51
Speaker
Ich glaube, wenn man sich das reinschreiben würde, ich habe gerade mit einer Gruppe von Menschen für einen TV-Beitrag ein bisschen was recherchiert zu bestimmten Arten, wie Länder zum Beispiel auch mit Ticketsystemen umgehen und so weiter.
00:15:04
Speaker
In Brasilien ist es in der Verfassung festgelegt, dass Leute über 65 kostenlos ÖPNV fahren dürfen.
00:15:11
Speaker
Nicht wegen Mobilität, sondern gegen Einsamkeit.
00:15:14
Speaker
Und das ist, glaube ich, der Weg, den man gehen sollte, dass man sich ähnlich wie so ein Grundgesetz, wo ja eigentlich auch steht, wir haben alle ein Recht auf Unversehrtheit, warum geht das nicht für FußgängerInnen und RadfahrerInnen?
00:15:25
Speaker
Keine Ahnung.
00:15:27
Speaker
dass man sich da Regeln ausdenkt, die auch eine gewisse Orientierung bieten und die vielleicht manche Planungsprozesse dann auch ein bisschen langsamer machen.
00:15:36
Speaker
Aber dadurch, dass viele Menschen am Tisch sitzen, von Kindern bis Behinderten bis alten Menschen, die alle sagen dürfen, ja, das ist jetzt aber, da habt ihr mich jetzt wieder vergessen, wäre für mich eigentlich der gangbare Weg, ja.
00:15:50
Speaker
Was ich jetzt so spannend finde, auch gerade an den Themen, die du jetzt nochmal angesprochen hast, zum einen eben auch so Arbeitswelt, der weiße Mann, der zur Arbeit hin und her pendelt oder eben sozusagen auch gerade nochmal das Beispiel aus Brasilien, das du gebracht hast, dass da die Mobilität eigentlich sozusagen ein Mittel zum Zweck gegen Einsamkeit wird.
00:16:05
Speaker
Für mich steht da im Grunde genommen auch so ein Stück weit dann schon dieser gesellschaftliche Wandel drin, weil viele, es ist zumindest mein Eindruck, viele Mobilitätsangebote sind dann eine, zumindest bei uns, sind dann eine
00:16:17
Speaker
Eine Ära konzipiert, die heute eigentlich gar nicht mehr existiert.
00:16:22
Speaker
Das heißt, die Bedürfnislage hat sich ja bereits schon in vielen Teilen verändert.
00:16:26
Speaker
Und gleichzeitig aber sozusagen hinken wir ja unglaublich nach, was sozusagen die Passung an die aktuellen Lebensrealitäten der Menschen betrifft.
00:16:35
Speaker
Und wenn wir jetzt ein bisschen eben nach vorne irgendwie das Ganze uns anschauen oder nach vorne explizieren,
00:16:41
Speaker
versuchen, weiterzudenken, dann haben wir einfach ein alternde Gesellschaft.
00:16:44
Speaker
Wir haben eine immer mehr diversere Gesellschaft.
00:16:46
Speaker
Wir haben durch die Individualisierung mehr und mehr verschiedene Lebensbedürfnisse.
00:16:50
Speaker
Und gerade auch, wenn wir dann vielleicht daran denken, was du auch gerade sagtest, du bist jetzt irgendwie im ländlichen Raum gerade und brauchst aber, hast ganz andere Bedürfnisse vielleicht, also nein, hast dieselben Bedürfnisse wie in der Stadt, aber kannst sie sozusagen nicht in dem Moment
00:17:05
Speaker
Und die Mobilitätsformen sind nicht an dich angepasst.
00:17:08
Speaker
Und was ich mich da so frage, ist, wir haben diesen gesellschaftlichen Wandel und Mobilität hat eine unglaublich große Transformationsschuld, finde ich.
00:17:16
Speaker
Also wir haben wirklich lange Zeit und versuchen es immer noch, an eine Situation, unsere Mobilität anzupassen mit vielen Reformen und so, aber es passt, es quietscht irgendwie überall.
00:17:26
Speaker
Ja, vor allen Dingen auch, weil wir ja nicht wahlfrei sind.
00:17:30
Speaker
Also das wäre zum Beispiel auch etwas, was ich ins Grundgesetz der Mobilität schreiben würde, dass natürlich alle Autofahren können.
00:17:38
Speaker
Das ist
00:17:39
Speaker
wird so schnell sie auch nicht ändern, wenn sie das wollen.
00:17:42
Speaker
Aber dass es immer auch einen guten Radweg gibt, einen guten ÖPNV, gute Gehwege.
00:17:45
Speaker
Also hier hat es noch nicht mal Gehwege zum Beispiel.
00:17:49
Speaker
Und das ist halt schon was, was ich total auch soziologisch total spannend finde, dass wir das ertragen.
00:17:56
Speaker
Weil es ist ja nicht nur so, dass Verkehrspolitik nur in diese Richtung denkt.
00:18:00
Speaker
Ich habe ja auch mit Menschen zu tun, die selber gar nicht Auto fahren und trotzdem Sachen von der Autolobby wiederholen.
00:18:06
Speaker
Oder sich total verständlich zeigen, dass man natürlich einen Parkplatz vor der eigenen Haustür haben will in der Stadt.
00:18:12
Speaker
Wo ich sage, warum?
00:18:14
Speaker
Also das sind halt so Dinge, wo ich merke, wie tief diese 100 Jahre Auto in uns sitzen.
00:18:19
Speaker
Und wie tief es auch die Arbeit ist, das überhaupt zu erkennen, dass dem so ist.
00:18:24
Speaker
Und wenn ich mir dann noch vorstelle, dass Kinder, die, keine Ahnung, in den 2000ern geboren sind, diese Welt auch nicht anders erlebt haben.
00:18:33
Speaker
Warum sollten sie es hinterfragen, dass da überall Autos stehen?
00:18:36
Speaker
Und normalerweise bei allen möglichen Dingen, die ins Absurde gehen, was die Ausmaße angeht, treffen wir ja Maßnahmen oder in der Gesundheit gehen wir zum Arzt, aber wir haben 45 Millionen Haushalte und 50 Millionen Autos.
00:18:51
Speaker
Und bei den ganzen, die ich eben genannt habe, die nicht Autofahren können, ist das eine absurd hohe Zahl.
00:18:58
Speaker
Und natürlich geht das zu Lasten von denen, die nicht Autofahren.
00:19:01
Speaker
Und das habe ich letztens auch in so einem kurzen Sharepick mal geteilt.
00:19:05
Speaker
Da gingen aber wieder die Emotionen hoch, dass die Leute dann auch...
00:19:07
Speaker
Also ich habe gesagt, die Vorteile vom Auto bekommen nur die Leute, die das Auto fahren.
00:19:12
Speaker
Die Nachteile vom Auto kriegen alle.
00:19:14
Speaker
Während die Vorteile von Radverkehr und Leuten, die zu Fuß gehen, nämlich Platz machen, die Luft nicht verpesten, leise sein, davon haben alle was.
00:19:22
Speaker
Ja, aber ich fand auch mit dem Auto zu arbeiten, damit tue ich doch was für die Gesellschaft.
00:19:26
Speaker
Also du merkst richtig, wie immer die Gefühldefensive da ist und sich verteidigen, wo ich immer sage, es geht doch jetzt gar nicht, also es geht mir um dieses Rezept, dass Menschen, die Autos fahren, unglaublich viel Geld kriegen, Dienstwagenprivileg, Dieselprivileg, du hast eigene Fahrspuren, du kannst das Ding überall hinstellen, es sei denn, es ist verboten.
00:19:47
Speaker
Auch eine geile Regel.
00:19:48
Speaker
Während schon Leute, die sich ein Lastenrad kaufen, denken, wo stelle ich das denn hin?
00:19:54
Speaker
Wo steht es sicher?
00:19:55
Speaker
Am besten noch wettersicher.
00:19:56
Speaker
Am besten so, dass es nicht geklaut wird.
00:19:58
Speaker
Und das sind Dinge, deswegen kann ich damit auch nicht aufhören mit meiner Arbeit, obwohl es sich finanziell gerade nicht so wirklich auszahlt.
00:20:06
Speaker
Ich finde es so ungerecht.
00:20:07
Speaker
Und ich mag es, wenn anderen Leuten das Leben besser gestaltet werden kann.
00:20:11
Speaker
Und ich mag, wenn Leute nicht getötet werden.
00:20:13
Speaker
Acht am Tag.
00:20:15
Speaker
Mag ich.
00:20:16
Speaker
Das sind halt Dinge, wo ich denke, wo ist die Abstumpfung von uns da entstanden, dass wir das so akzeptieren alles.
00:20:21
Speaker
Ich finde das jetzt interessant, weil ich kann so ein bisschen aus meiner persönlichen Geschichte eben auch sehen.
00:20:24
Speaker
Ich bin auch ohne Auto aufgewachsen, weil meine Eltern beide keinen Führerschein hatten.
00:20:27
Speaker
Aber in Frankfurt war das irgendwie weniger kompliziert, also war keine Komplikation da.
00:20:32
Speaker
Und trotzdem dieses Narrativ war bei meiner Mutter,
00:20:35
Speaker
Absolut drin.
00:20:36
Speaker
Also das heißt, das Auto ging an, als Fahrradfahrerin hat man Vorsicht oder Rücksicht zu nehmen.
00:20:40
Speaker
Das heißt, es ist im Grunde genommen anders.
00:20:42
Speaker
Das gesamte Denken ist aus dieser Perspektive gedacht.
00:20:45
Speaker
Und das finde ich tatsächlich auch so, dass wir uns gar nicht erlauben, die Dinge auch anders zu sehen, weil jetzt auch das Beispiel, was du genannt hattest,
00:20:52
Speaker
Die Person, hätte sie diese Freiheit, würde sie ja im Grunde genommen nicht sagen, das Auto ist sozusagen das Mittel zum Zweck, um der Gesellschaft etwas Gutes zu tun, sondern sie überwindet einen Weg, um der Gesellschaft etwas Gutes zu tun, indem sie zur Arbeit

Globale Beispiele und Visionen für städtische Mobilität

00:21:06
Speaker
geht.
00:21:06
Speaker
Und ich finde, das ist so diese emotionale Aufgeladenheit daran, macht es dann halt auch so schwierig, diese Diskussion irgendwie objektiv zu führen, weil wir alle im Grunde genommen ein Stück weit einen Anspruch an Mobilität haben und auch ein Bedürfnis nach Mobilität und sei es eben auch aus Freizeitbereich, manche Menschen vorbeikommen,
00:21:21
Speaker
fahren scheinbar gerne irgendwie mit dem Auto einfach nur so rum oder auch mit dem Motorrad oder auch mit dem Fahrrad natürlich.
00:21:26
Speaker
Also man hat ja im Grunde Mobilität ist ja mehr als nur von A nach B kommen.
00:21:31
Speaker
Und aber ich frage mich, wie können wir das tatsächlich auflösen oder sieht man da schon Kipppunkte?
00:21:36
Speaker
Also aus meiner Perspektive reden wir viel darüber sozusagen etwas über eine Mobilitäts-
00:21:44
Speaker
ein Stück weit Mobilität zu verändern, die Mobilität.
00:21:47
Speaker
Wir reden weniger über Mobilitäten als Mehrzahl auch.
00:21:50
Speaker
Und ich frage mich, wo siehst du vielleicht da auch schon so einen Kipppunkt in dieser Diskussion?
00:21:55
Speaker
Also es gab einen Kipppunkt, das war die Pandemie, wo auf einmal, das was wir ja auch gerade machen, wir sparen gerade Wege,
00:22:03
Speaker
Und das ist ja die erste Regel der Verkehrswende ist, zu überlegen, muss ich diesen Weg wirklich antreten?
00:22:08
Speaker
Also das wäre ja schon mal eine Reflexion, die man machen könnte.
00:22:11
Speaker
Das muss ich für Wege unter fünf Kilometern, das sind ungefähr 50 Prozent aller Autowege, immer das Auto auch nehmen.
00:22:19
Speaker
Natürlich gibt es Wege unter fünf Kilometern, natürlich gibt es Menschen, die es nicht können, natürlich.
00:22:23
Speaker
Aber überhaupt sich selber mal in der eigenen Routine hinterfragen, würde ja schon mal was helfen.
00:22:28
Speaker
Und in Hamburg gibt es so eine Situation, da ist so ein etwas hochklassiges Fitnessstudio, wo du nur one, one, one die Schranke durchfahren kannst.
00:22:40
Speaker
Und abends ist dann total der Autostau.
00:22:43
Speaker
In dem Autostau steht der Bus und die Radfahrenden wissen nicht, wo sie sich bewegen sollen und die FußgängerInnen auch nicht.
00:22:49
Speaker
Und die Männer und Frauen, die in diesen Autos sitzen, meistens auch noch SUVs, fahren wahrscheinlich danach Fahrrad im Fitnessstudio.
00:22:56
Speaker
Also es ist manchmal so plakativ daneben, dass ich schon denke, man muss ganz schön viel verdrängen.
00:23:03
Speaker
Und auf den Punkt will ich hinaus, dass man, natürlich hat man Realitäten, aber man hat auch ganz schön viel Bequemlichkeit.
00:23:12
Speaker
Man hat auch ganz schön viel, irgendwie ein bisschen cool, dass das System so für mich als Automensch gebaut wurde.
00:23:19
Speaker
Und das sind Privilegien.
00:23:21
Speaker
Das war mal öffentlicher Raum, der allen gehört hat.
00:23:23
Speaker
Da haben sich die Menschen getroffen vor den Häusern, die Innenhöfe in Städten, da waren Gärten.
00:23:28
Speaker
Da hat man sich sogar teilweise in den Städten selber bestimmte Sachen anbauen können.
00:23:34
Speaker
Und da stehen jetzt überall Autos und das ist ja eine politische Entscheidung gewesen.
00:23:38
Speaker
Und das ist die gute Nachricht.
00:23:39
Speaker
Das ist eine Entscheidung von Menschen.
00:23:41
Speaker
Das ist keine Naturkatastrophe gewesen.
00:23:43
Speaker
Es ist nicht so, dass es immer so war, sondern wir könnten es ja auch verändern.
00:23:47
Speaker
Aber gehst du heutzutage an diese Privilegien und Privilegien werden in einer Mitte gerissen.
00:23:52
Speaker
Das ist immer nur einer bestimmten Gruppe gegeben, ein Privileg.
00:23:56
Speaker
Und gehst du genau an diese Privilegien ran, dass du mal sagst, vielleicht macht es mal Sinn, dass Menschen in Berlin für ein Jahr parken, mehr bezahlen als 10 Euro.
00:24:06
Speaker
Dann ist Berlin, und das ist unsere Hauptstadt, die sollte eigentlich mit Innovationskraft und tollen Mobilitäten nach außen strahlen.
00:24:15
Speaker
Unser Wahlkampf da in Berlin ist aber aufs Auto abgemünzt worden das letzte Mal.
00:24:20
Speaker
Es werden Radwege wieder abgebaut, die schon gebaut worden sind.
00:24:22
Speaker
Also es wird sogar Geld vernichtet, damit der Verkehrsfluss, der dem Auto gehört, nicht unterbrochen wird.
00:24:30
Speaker
Ich glaube, diese Mobilitäten können sich natürlich nur entwickeln, wenn ich sichere Radwege habe.
00:24:36
Speaker
Weil ganz viele Leute, die ich kenne zum Beispiel, sagen, ich fahre in Hamburg, Berlin, nicht Fahrrad, ich habe Angst.
00:24:41
Speaker
Das sind aber Menschen, die es machen würden, wenn du ihnen
00:24:43
Speaker
Die sind aber unsichtbar und die sagen das auch nicht, weil sie genau wie deine Mutter gewöhnt sind.
00:24:49
Speaker
Ich spiele hier ja keine Rolle, das ist schon alles so gut, wie es ist.
00:24:54
Speaker
Und das ist, glaube ich, was sozusagen der Kern ist, dass Menschen sich, obwohl sie es eigentlich können, das ist das einzige Lebewesen auf der Welt, was das kann, sich eine alternative Zukunft vorstellen.
00:25:06
Speaker
In dem Bereich machen wir es nicht.
00:25:08
Speaker
Immer nur gucken auf die Wenns und Abers.
00:25:11
Speaker
Und dann sagen wir, guck mal, was da in Paris passiert.
00:25:15
Speaker
wo eine Frau als Oberbürgermeisterin an einem Wochenende 30.000 Parkplätze abgerissen hat in dem Sinne und da grüne Lungen gebaut hat in ihrer Stadt.
00:25:24
Speaker
Als sie halt angetreten ist, Ann Hidalgo hat gesagt, das ist unsere Stadt.
00:25:28
Speaker
Das ist nicht die Stadt, wo die Touristen sich wohlfühlen sollen, sondern es ist die Stadt, wo die Menschen, die da leben, sich wohlfühlen sollen.
00:25:34
Speaker
Und das ist bei ganz vielen Städten in Deutschland mittlerweile auch nicht mehr gegeben.
00:25:38
Speaker
Also wenn ich sage, ich möchte in Hamburg leben, ich bin Städterin,
00:25:42
Speaker
Dann möchte ich es grün haben und ruhig dann sagen alle, er muss aufs Land ziehen.
00:25:45
Speaker
Ich so, nee, ich möchte, dass diese Stadt mir das gibt, weil das konnte sie mal.
00:25:49
Speaker
Und ich glaube, wenn wir das schaffen würden, dass wir gleichzeitig eine Reflexion haben von eigener Mobilität, aber auch eine Ermöglichung von anderen Mobilitäten, würde sich automatisch viel verändern.
00:26:00
Speaker
Und das letzte Punkt, wir haben 12% Schiene abgebaut und 45% mehr Nachfrage.
00:26:07
Speaker
Also Radverkehre steigen, obwohl wir nicht die sichere Infrastruktur haben.
00:26:13
Speaker
Und da hat jemand, der in Kopenhagen diese ganze Veränderung mitgestaltet hat, hat mir letztens gesagt, er findet das voll verrückt in Deutschland, dass wir gar nicht eine sichere Radwegeinfrastruktur haben.
00:26:23
Speaker
Wir haben keine gute Bahn und trotzdem steigert sich da ja die Nachfrage dennoch.
00:26:28
Speaker
Und was wäre wohl erst möglich, wenn wir eine gute Bahn hätten und ganz viele Radwege?
00:26:31
Speaker
Ja, ich würde gerne nochmal so ein bisschen auf dieses, also schon ein Bedürfnisthema, aber auch das, was Anja gerade noch angesprochen hat, diese Veränderung, der Wertewandel, gesellschaftliche Wandel, der auf ganz vielen Ebenen mitspielt, auch beim Thema Mobilität und wo wir ja so ein bisschen auch,
00:26:47
Speaker
schon so formuliert hatten im Vorhinein, ob wir tatsächlich eine Mobilität noch für die heutige Gesellschaft haben oder eben nicht, Fragezeichen.
00:26:56
Speaker
Würde ich gerne nochmal von euch so ein bisschen wissen wollen, wie ihr das seht, weil, wie gesagt, diese Bedürfnisebene und du hattest es kurz auch angesprochen, hat ja eben
00:27:05
Speaker
die muss einem ja auch so ein bisschen erstmal überhaupt klar sein.

Zukünftige Generationen und Mobilitätsveränderungen

00:27:09
Speaker
Und was mir immer begegnet, auch in meinen Projekten zum Thema Nachhaltigkeit, die ich machen durfte ganz viel, dass viele gar kein Bewusstsein wirklich dafür haben.
00:27:20
Speaker
Also das überhaupt mal zu äußern und sich klarzumachen, welche Bedürfnisse habe ich denn eigentlich tatsächlich?
00:27:29
Speaker
Also ich finde, wir sind so ein bisschen mehrheitlich eine sehr...
00:27:33
Speaker
Nicht Bedürfnislose, aber ohne Orientierung, was Bedürfnisse betrifft, Gesellschaft.
00:27:39
Speaker
Das finde ich auch nochmal ein bisschen spannend, weil ich glaube, wir brauchen ja beide Ebenen.
00:27:42
Speaker
Wir brauchen ja so ein bisschen auch dieses Movement von unten, also dass mir auch klar ist, es könnte ja eigentlich anders sein und ich kann vielleicht auch was tun.
00:27:53
Speaker
Und ich kann einfach mal darüber nachdenken auch, wenn ist das jetzt eigentlich wirklich die beste Form oder die beste Alternative, die ich jetzt hier habe.
00:28:00
Speaker
Und wir brauchen ja das auch was von oben, was du gerade beschrieben hast, auch in Paris.
00:28:04
Speaker
Und da finde ich es nochmal spannend vielleicht,
00:28:08
Speaker
so ein bisschen reinzuschauen, aufgrund auch diesem Wandel, Individualisierung und ich sage mal auch so ein bisschen technologischer Wandel.
00:28:18
Speaker
Damit sind ja mehr Optionen eigentlich drin und wir spüren das ja auch.
00:28:25
Speaker
ob wir da tatsächlich auch vielleicht noch eine, ich weiß nicht, vielleicht sogar noch eine weitere Entwicklung brauchen aus der Gesellschaft heraus oder beziehungsweise tatsächlich auch erwarten dürfen jetzt durch die jungen Menschen, die sich da vielleicht auch ein bisschen anders äußern als jetzt Anjas Mutter, sage ich jetzt mal, oder das meine Mutter vielleicht tun würde oder wahrnimmt überhaupt.
00:28:46
Speaker
Wie seht ihr das?
00:28:47
Speaker
Also, weil ich glaube ja, wenn wir wirklich sagen auch und
00:28:51
Speaker
Und da sehen wir ja, wie gesagt, im Kontext von den Megatrends und Mobilität, dass sich da vieles verändert.
00:28:57
Speaker
Dann dürfte man ja eigentlich vielleicht so ein bisschen davon ausgehen, naja,
00:29:00
Speaker
da müsste ja jetzt eigentlich so ein bisschen was kommen auch.
00:29:03
Speaker
Also gerade vielleicht auch durch die jüngeren Generationen, die auch vielleicht ein ganz anderes Freiheitsgefühl, Gedanken haben oder Sicherheitsgedanken, was auch immer.
00:29:11
Speaker
Und einen ganz anderen Zugang auch hier so in dem Kontext, wie ich Mobilität vielleicht auch kurz buche und dann wieder abgebe.
00:29:20
Speaker
Wie seht ihr das?
00:29:21
Speaker
Sieht ihr da was?
00:29:22
Speaker
Oder denkt ihr, schwierig, da sind wir zu gefesselt in den bestehenden Strukturen im System, als dass ich da groß was bewegen würde?
00:29:30
Speaker
Ich glaube, dass wir im Moment ja immer diese Zeit der multiplen Krisen ein bisschen, also die gibt es natürlich, aber wenn wir auf Deutschland schauen, ist das ja alles ein bisschen ambivalent.
00:29:43
Speaker
Ich habe letztens gelesen, die Auftragsbücher der Wirtschaft sind so gefüllt wie noch nie.
00:29:50
Speaker
Die Leute sind auch eigentlich ganz zufrieden, wenn du sie nach ihrer Lebensqualität fragst.
00:29:55
Speaker
Aber uns wird irgendwie manchmal, glaube ich, so eine Unzufriedenheit eingeimpft und dann gehen wir in den Konsum.
00:30:00
Speaker
Also das ist ja so ein bisschen antrainiert worden in dieser ganzen neoliberalen Welt.
00:30:04
Speaker
Das habe ich ja selber in den Konzernen miterlebt.
00:30:07
Speaker
Die Dienstwagen der Männer wurden immer größer und nicht kleiner.
00:30:09
Speaker
Also das ist irgendwas, wo Erfolg ablesbar ist.
00:30:13
Speaker
Und ich wünsche einfach den Leuten so sehr, dass sie wieder, wir haben ja vorhin auch darüber gesprochen, dass manche Dinge unangenehm sein können auf dem Weg.
00:30:23
Speaker
Und unangenehm kann auch sein, dass man sich mit sich selbst beschäftigt.
00:30:27
Speaker
Also nicht davor wegläuft, dass man gar nicht nur Therapie oder so ist, sondern einfach wirklich mal sich mit sich selber auseinandersetzen.
00:30:34
Speaker
Was mache ich eigentlich?
00:30:36
Speaker
Warum brauche ich vier Urlaube im Jahr auf dem Kreuzfahrtschiff, um irgendwie wieder gut draufkommen zu müssen?
00:30:44
Speaker
Ich bin da fern von Bashing, aber ich lade immer gerne dazu ein,
00:30:50
Speaker
dass wirklich, was ja in dem Wort Klimagerechtigkeit drin steckt, die Gerechtigkeit und die globale Klimagerechtigkeit und einfach auch vielleicht manchen Konsum, der aus welchen Gründen auch immer passiert, zumindest zu reflektieren, dass der auch immer Folgen hat.
00:31:05
Speaker
Es gibt nichts Richtiges im Falschen, aber ich glaube, diese Bedürfnisse im Anderen auch zu sehen, kann manchmal ein Trick sein, wenn man sich selber nicht so kennenlernen möchte.
00:31:15
Speaker
Einfach zu schauen, um jetzt ein ganz konkretes Beispiel zu nennen, muss ich diese Frau auf dem Fahrrad in Hamburg so eng überholen, weil ich im Auto sitze oder denke ich daran, dass 1,50 Meter eigentlich vorgeschrieben sind und dass ich wahrscheinlich sogar in der nächsten Ampel mit ihr wieder auf einer Höhe bin.
00:31:32
Speaker
Also ich glaube, da manchmal den anderen und die andere zu sehen und die Bedürfnisse zu sehen und dass wir doch alle sicher unterwegs sein wollen und da wieder ins Miteinander zu kommen, das wäre für mich total wichtig.
00:31:44
Speaker
Die jüngere Generation ist genau das, was du skizzierst, glaube ich.
00:31:48
Speaker
Das ist eher Mobilität buchen und wieder wegstellen und Gott sei Dank muss ich mich nicht kümmern.
00:31:53
Speaker
Wird aber auch gerade in eine Realität geführt, wo die Bahn nicht funktioniert, wo...
00:31:58
Speaker
Radwege abgebaut werden, wo es keine Radwege im ländlichen Raum gibt, auch immer wieder vergessen wird, wie krass das mit E-Bikes mittlerweile im ländlichen Raum auch möglich wäre, wenn du sichere Rennfahrstruktur hast.
00:32:09
Speaker
Und das ist, glaube ich, so der Konflikt, in den wir alle kommen, dass wir das vielleicht sogar gerne machen würden.
00:32:14
Speaker
Und dann kommt aber wieder die Angst, die Unsicherheit, die Unzuverlässigkeit rein.
00:32:19
Speaker
Und dann bleiben wieder nur die in dem System sitzen, die keine Wahl haben.
00:32:22
Speaker
Und deswegen würde ich mich schon freuen, dass man anstatt das Bahnbashing immer wieder zu pflegen, dass man sich wünscht, Politik regelt das.
00:32:32
Speaker
Ich brauche nur in die Schweiz und nach Österreich und habe eine super Bahn.
00:32:34
Speaker
Das kann doch nicht wahr sein.
00:32:35
Speaker
Ich will einen Sicherungenradweg.
00:32:37
Speaker
Ich will eigentlich auch als Mutter mein Kind nicht noch mit sechs Jahren oder so zur Schule begleiten oder mit acht, sondern das soll selber fahren können, weil es gute Wege gibt.
00:32:46
Speaker
Oder gute Angebote, wie diese Walking-Bus-Geschichten, wo man zu Fuß geht.
00:32:49
Speaker
Und das ist, glaube ich, was, wo wir wieder lernen sollten, dass wir soziale Wesen sind, dass diese ganze Vereinzelung komplett gegen unsere Natur ist und dass es auch ein gutes Gefühl ist, dass man für einen Teil beiträgt, dass es anderen gut geht.
00:33:06
Speaker
Ich würde dir da zustimmen, weil ich sehe das stark aus dieser Individualisierungstendenz heraus.
00:33:12
Speaker
Weil wir haben einerseits eben diese Individualisierung, die dazu führt, dass eigentlich wir auch, und ich würde das als Krise bezeichnen, in so einem neuen Hedonismus eben auch verfallen.
00:33:20
Speaker
Also das heißt, dass tatsächlich sozusagen meine Bedürfnisse durch Individualisierung auch stärker verfolgen.
00:33:27
Speaker
vielleicht einen stärkeren Wert haben als das Allgemeine.
00:33:29
Speaker
Gleichzeitig erleben wir ein Stück weit ja auch so einen Kipppunkt.
00:33:32
Speaker
Wir sprechen immer mehr und du hattest es gerade mit Brasilien genannt.
00:33:34
Speaker
Wir haben eine Einsamkeit dadurch, wir fühlen uns im Grunde genommen nicht mehr gebunden an irgendwas.
00:33:38
Speaker
Also diese Vor- und Nachteile durch diesen Individualisierungsprozess, in dem wir mittendrin stecken und der, wie ich finde, schon gerade so einen Kipppunkt hat.

Systemische Herausforderungen und politische Strategien

00:33:47
Speaker
Also wo ich schon auch merke, wir erleben auf der einen Seite, haben jüngere Generationen andere Bedürfnisse, werden aber in der Richtung,
00:33:54
Speaker
gedrängt auch vielleicht, die dann doch wieder an alte Systeme anknüpft.
00:33:58
Speaker
Und gleichzeitig ist aber sozusagen diese Schuld, die da dran dann doch kommt, also dass man sich eben mit Einsamkeit mit, aber eben auch diesem Feststellen, dass wenn eine Mobilitätsform zu einem Privileg für wenige wird, klar, es ist dadurch ein Stück weit reizvoll und ich möchte dem zugehörig fühlen.
00:34:15
Speaker
Aber wenn wir diese Diskussion aus diesem Defizit heraus bekommen, wie du auch sagst, und es gelingt, in eine Form zu überführen, wo tatsächlich Mobilität zum Stück weit eben diese Möglichkeiten für allen gibt und dadurch eben aus dem, ja, je mehr Auto, je größeres Auto ich habe, desto besser bin ich in einer Gesellschaft gestellt.
00:34:36
Speaker
Auch das, finde ich, ist ja eine Erzählung, die eigentlich nicht in dieses Jahrtausend mehr gehört.
00:34:40
Speaker
Also wir reden viel davon, von, von,
00:34:44
Speaker
dem immer weiter größer, höher, schneller etwas entgegenzutreten, was gesellschaftlich ja auch in vielen Bereichen abzubeobachten ist.
00:34:52
Speaker
In Signalen zumindest, vielleicht nicht in der breiten Masse.
00:34:54
Speaker
Und gleichzeitig aber versuchen wir das Ganze doch weiter wieder in diese Richtung zu drängen.
00:35:00
Speaker
Und ich finde es einfach jetzt erstmal spannend abzuwarten.
00:35:02
Speaker
Wir haben sozusagen diese größere Trendentwicklungen, die in verschiedene Richtungen gehen und haben aber natürlich auch diese Gegentrendbewegung.
00:35:08
Speaker
Und da finde ich es dann immer ganz interessant zu sagen, okay, wir haben einerseits gesellschaftliche Bedürfnisse, die uns vielleicht klar werden müssen, wie Katha gerade auch gesagt hat.
00:35:16
Speaker
Aber gleichzeitig gibt es eben dann doch diese politische Möglichkeiten dort und die auch ein Stück weit zu lenken.
00:35:22
Speaker
Und das finde ich dann auch wirklich spannend und auch natürlich ein Stück weit schade, wenn wir bemerken, dass das eben nicht der Fall ist.
00:35:30
Speaker
Weil aus meiner Perspektive ist Zugang, wenn Zugang für alle möglich wird, profitieren auch alle.
00:35:35
Speaker
Also wenn sozusagen derjenige, derjenige sozusagen berücksichtigt wird mit den meisten Grenzen,
00:35:40
Speaker
Zugangshürden ist das letztendlich ein Vorteil für alle Personen.
00:35:44
Speaker
Ein Institut hat im Auftrag von Greenpeace letztes Jahr so eine Studie rausgebracht, die nachgewiesen hat, dass da, wo kein Bus fährt, auch eher rechte Parteien gewählt werden.
00:35:56
Speaker
Natürlich gibt es viele Punkte, die das begründen, aber ich glaube, dieses Abgehängtsein, das weiß ich ja selber, wenn du hier ländlich aufwächst,
00:36:07
Speaker
Dann willst du irgendwann nicht mehr dich zu Hause treffen, dann willst du dich woanders treffen und dann müssen es halt Orte für Jugendliche am besten noch Konsum freigeben und dann hast du natürlich noch keinen Führerschein.
00:36:18
Speaker
Und das sind halt so Momente, wo ich immer so denke, es ist so traurig, dass man dann
00:36:23
Speaker
das so geschafft hat, dass der Führerschein die Freiheit bringt, anstatt zu sagen, ey, geiler Bus oder was auch immer.
00:36:31
Speaker
Wir haben auch, glaube ich, verlernt diese Unterschiede zwischen Investition und Kosten.
00:36:40
Speaker
Wir zahlen, ich glaube,
00:36:42
Speaker
Wer hat das mal berechnet, im Jahr sind das fast über 100 Milliarden, die der Autoverkehr kostet, wenn man alles mit rein nimmt von den Verkehrstoten über die Umweltzerstörung, Lärm, Abgase, was auch immer.
00:36:54
Speaker
Und dann kommen sie mir ja immer mit ihrer Kfz-Steuer, dass die ja Kfz-Steuer bezahlen.
00:36:58
Speaker
Also es ist ja eine Solidargemeinschaft Auto.
00:37:00
Speaker
Ich zahle ja auch ein, obwohl ich das kaum benutze.
00:37:03
Speaker
obwohl ich es auch gar nicht nutzen will.
00:37:05
Speaker
Und da halt ein Empfinden für eine Solidargemeinschaft Mobilität zu schaffen.
00:37:09
Speaker
Aber nein, jedes Mal, wenn ein Radweg gebaut wird, wird nach den Kosten gefragt und es wird nicht gesagt, es ist eine Investition in eine lebenswerte Zukunft.
00:37:18
Speaker
Oder auch ein neuer Bus ist im Vergleich zu dieser ganzen Autoinfrastruktur total billig.
00:37:23
Speaker
Wenn die Kosten transparent sind, es sind Kosten und nicht Investitionen.
00:37:27
Speaker
Und das würde man nie, also auch dieses, ja, das ist ein 9-Euro-Ticket, das durfte nicht weiter gemacht werden, weil da sind ja so viele Leute gefahren.
00:37:35
Speaker
Überlegt euch die gleiche Erzählung mal mit einer Autobahn.
00:37:38
Speaker
Ja, nee, also die Autobahn müssen wir schließen, weil da fahren ja so viele Leute Auto, stattdessen bauen sie sofort eine neue Spur.
00:37:45
Speaker
Und das sind halt so Narrative, die ganz tief in uns drin sitzen und die vielleicht sogar, das ist so mein...
00:37:53
Speaker
Etwas desillusioniertes Fazit im Moment, vielleicht sitzen die sogar in der Mobilität viel, viel tiefer als in anderen Bereichen.
00:38:00
Speaker
Also das sieht man ja zum Beispiel an der zunehmend fleischfreien Ernährung, dass die Discounter natürlich das Feld bespielen, weil sie dadurch Zielgruppen erreichen, die sie vielleicht vorher gar nicht im Discounter hatten und so.
00:38:12
Speaker
Also es ist auch für mich immer noch sehr, sehr inspirierend, was Frau Dachen, also die Outdoor-Marke, die hat ja Antje von Davids übernommen von ihrem Vater und hat gesagt, wir werden die nachhaltigste Outdoor-Marke und alle haben gelacht, weil es ist Textilien, es ist Lieferketten, es ist, oh mein Gott, ja, versuch es, nice try.
00:38:30
Speaker
So, und die haben jetzt letztes Jahr 40 Prozent Emissionen gesenkt und ich glaube 25 Prozent mehr Umsatz.
00:38:36
Speaker
Weil die Leute, denen das wichtig ist, die kaufen das, die haben Reparaturservices für Klamotten und Ausrüstungsgegenstände, du kannst es dir bei denen leihen und die haben Second Hand.
00:38:51
Speaker
Und das zeigt doch am besten, und die haben zum Beispiel eine Buslinie etabliert, weil die am Arsch der Heide ihre Manufaktur haben.
00:38:58
Speaker
Die haben Dienstradleasing angeschafft, also haben auch ihre eigene Mobilität komplett vom Kopf auf die Füße gestellt, weil sie gemerkt haben, das ist ein krasser CO2-Fußabdruck, den wir hier haben.
00:39:08
Speaker
Und solche UnternehmerInnen sind für mich total Gold wert, weil sie beweisen,
00:39:14
Speaker
dass es funktioniert, Ökologie und Ökonomie.
00:39:17
Speaker
Und weil sie es aber auch machen, obwohl das Wieferkettengesetz total zahnlos gemacht worden ist, obwohl die SDGs keine Rolle mehr spielen.
00:39:24
Speaker
Sie hat im Moment gar keinen äußeren Antrieb, das zu machen.
00:39:28
Speaker
Aber ihre Kundinnen zeigen, das ist genau das, was sie haben wollen, ihre Mitarbeiterinnen zeigen, bei euch will ich arbeiten.
00:39:34
Speaker
Und das sind für mich so die Beweise in dieser etwas grauen Welt manchmal, dass es vielleicht Persönlichkeiten braucht, die sagen, ich mache das jetzt.
00:39:42
Speaker
Persönlichkeiten und vielleicht auch diese Alternativen, weil ich finde jetzt auch noch dieses Fleischersatzprodukt, Tena, wirklich auch nochmal spannend.
00:39:47
Speaker
Also VD hat gezeigt, es gibt einfach eine Alternative.
00:39:50
Speaker
Es hat seinen MitarbeiternInnen gezeigt, okay, ihr müsst nicht unbedingt mit dem Auto kommen, wir haben hier eine Butze für euch.
00:39:56
Speaker
Und den KundInnen gezeigt, wir haben alternative Produkte, die eben nicht so schädlich sind wie vielleicht die Konkurrenz.
00:40:02
Speaker
Und eben in der Fleischmarktdebatte ist genau das Gleiche.
00:40:05
Speaker
Also ich habe im Grunde genommen einen sehr niedrigschwelligen Zugang, der auch mich wirklich eigentlich nichts kostet in dem Sinne.
00:40:11
Speaker
Und kann eine Alternative.
00:40:13
Speaker
Und das ist ja im Grunde genommen so ein Stück weit, dass das in der Mobilitätsdebatte fehlt.
00:40:18
Speaker
Jetzt frage ich mich und vielleicht auch nochmal von dir eine Einschätzung, weil man sieht ja auch immer wieder Ansätze, also Ideen gibt es ja zu Genüge.
00:40:25
Speaker
Also ich glaube, wir müssen uns nicht darüber unterhalten, ob es an Ideen mangelt, wie man Mobilität verändern kann.
00:40:31
Speaker
Aber mein Eindruck ist dann häufig, dass wenn irgendwo was versucht wird, in dem Moment, als ein Versuch dann auch wieder scheitert, vielleicht, weil es nicht lange noch umgesetzt wird, weil es schlecht kommuniziert wird, ich bin mir da nicht sicher.
00:40:43
Speaker
Aber wenn jetzt irgendwo ein Einkaufsbus hinfährt und nach sechs Monaten feststellt, ich habe keine KundInnen, weil die sowieso doch eher zu dem großen Einkaufszentrum mit dem Auto fahren, statt direkt zu mir aufs
00:40:53
Speaker
zu kommen.
00:40:53
Speaker
Also wie gelingt dieser Schritt dann die Menschen trotz guten Ideen und Angeboten mittelfristig abzuholen?
00:41:00
Speaker
Ist es ein systemischer Ansatz, der fehlt?
00:41:01
Speaker
Ist es also so eine größere Erzählung, die uns eigentlich dazu fehlt?
00:41:05
Speaker
Ja, das ist ja genau das, warum ich kein Geld verdiene, weil ich ja immer beide Seiten der Medaille betrachte.
00:41:10
Speaker
Wenn die Autoprivilegien nicht fallen, warum sollten Leute in den Bus steigen?
00:41:13
Speaker
Also das ist halt für mich immer ganz klar, wenn du einfach parallel
00:41:21
Speaker
zum Autosystem einen Bus fahren lässt, dann sind vielleicht sogar Leute froh, die dann überhaupt mal mobil sein können, aber die Automenschen verändern sich nicht.
00:41:29
Speaker
Weil das ist ja, muss ich ja auf den Fahrplan gucken oder was auch immer.
00:41:33
Speaker
Ich lebe ja in Hamburg einem dichtigsten besiedelten Stadtteil von
00:41:36
Speaker
Von Hamburg und mittlerweile habe ich so das Gefühl, es ist ein Open-Air-Autohaus.
00:41:40
Speaker
Also alle haben sich während Corona ein Bulli, Wohnmobil, alles darf da abgestellt werden.
00:41:46
Speaker
Für 67 Euro im Jahr oder so.
00:41:50
Speaker
Ist ja billiger als ein Stellplatz.
00:41:52
Speaker
Und die Dinger, wenn die Linden blühen oder wenn mal wieder Baumarbeiten sind und alle ihre Autos wegfahren müssen, da wissen wahrscheinlich einige gar nicht mehr, wo das Ding steht.
00:42:03
Speaker
Also die stehen, stehen, stehen.
00:42:05
Speaker
Es hat auch die Mobilität in Deutschland eine große Studie gezeigt, dass manche Autos sogar mehrere Tage gar nicht bewegt werden.
00:42:12
Speaker
Jeder in Hamburg-Eitbüttel müsste, glaube ich, mal überlegen, brauche ich dieses Auto wirklich.
00:42:16
Speaker
Aber es ist eine Mobilitätsgarantie für den super duper Ausnahmefall.
00:42:20
Speaker
Ich habe mit einer Dame gesprochen, die meinte zu mir, sie hatte einen kranken Hund.
00:42:24
Speaker
Sie müsste da manchmal auch direkt zur Tierklinik.
00:42:26
Speaker
Ich so, ja, war Taxi.
00:42:27
Speaker
Oh ja, habe ich nicht daran gedacht.
00:42:28
Speaker
Also für sie war das halt klar, das ist auf jeden Fall verlässlich.
00:42:32
Speaker
Und ich glaube, da fängt es dann an.
00:42:34
Speaker
Du musst erstmal die Leute, das fand ich auch einen ganz interessanten Ansatz.
00:42:38
Speaker
Henrik Falk arbeitet mittlerweile als Vorstand der BVG, der Berliner Verkehrsbetriebe.
00:42:43
Speaker
Und er war vorher in Hamburg und er hat gesagt, wir müssen für die Leute, die in den Bussen schon sitzen, auch was tun, damit die da sitzen bleiben.
00:42:49
Speaker
Er hat so Ladebuchsen dann für Handys und so Kleinigkeiten, aber wo man merkt, ach guck, hier für uns passiert ja auch was.
00:42:58
Speaker
Und dann, glaube ich, brauchst du einfach diesen langen Atem.
00:43:01
Speaker
Das ist ja so ähnlich, wie sich das ein Wester vornehmen, weniger rauchen, mehr Sport.
00:43:05
Speaker
Wenn du das nach drei Tagen aufgibst, natürlich veränderst du das nicht.
00:43:09
Speaker
Aber wenn du dir wirklich einen Plan machst und das auch mal ein halbes Jahr durchhältst, also wenn du zum Beispiel sagst,
00:43:15
Speaker
Wir nehmen jetzt hier alle am Rand geparkten Autos weg, pollern das ab, machen das rot.
00:43:21
Speaker
Es ist ein Radweg, weil wir haben ausgerechnet, es gibt genug Tiefgaragen.
00:43:25
Speaker
Da können jetzt die Leute, die hier AnwohnerInnen sind, billiger drin parken.
00:43:29
Speaker
Und das halten wir jetzt ein Jahr durch und dann machen wir eine Messung.
00:43:32
Speaker
Und dann fragen wir euch nochmal, ob wir es wirklich abschaffen sollen.
00:43:34
Speaker
Und ich bin mir recht sicher, dass du dann hören würdest, ja, ich habe sogar das Auto abgeschafft, das stand drei Wochen in der Tiefgarage und ich habe es gar nicht mehr bewegt so.
00:43:43
Speaker
Aber die meisten reagieren ja beim ersten Leserbrief.
00:43:46
Speaker
Also ein Rekord, ich weiß gar nicht mal, in welcher ostdeutschen Stadt das war, wo so ein Verkehrsversuch nach zehn Tagen abgebrochen wurde, wo ich so gesagt habe, wie soll sich Verhalten verändern in zehn Tagen?
00:44:00
Speaker
Und da haben wir einfach, ich mag das Wort radikal, weil es heißt ja an die Wurzel gehend.
00:44:05
Speaker
Es ist aber negativ konnotiert mittlerweile, aber ich mag, wenn man an die Wurzel geht.
00:44:08
Speaker
Und das ist leider der Autoverkehr und seine Privilegien.
00:44:11
Speaker
Und wenn man dann auch durchhält, man wird dafür nicht geliebt, für die Maßnahme.
00:44:15
Speaker
Aber wer wird sich an Volker Wissinger erinnern, unseren ehemaligen Verkehrsminister?
00:44:19
Speaker
Und wer wird sich an Anne-Irgot in Paris erinnern, die es innerhalb von zwei Amtszeiten geschafft hat, diese Stadt so unfassbar lebenswert aufzuwerten?
00:44:29
Speaker
Und das ist, glaube ich, da sind wir schnell bei der Politik, die gerne niedergewählt werden will.
00:44:32
Speaker
Und das ist der falsche Ansatz, in die Politik zu gehen.
00:44:35
Speaker
Deswegen habe ich das zweite Buch ja auch geschrieben, wo du auch mit stattgefunden hast, Katharina.
00:44:40
Speaker
Das waren alles PolitikerInnen, die gesagt haben, mir war total bewusst, morgen kann das vorbei sein mit meiner Macht.
00:44:45
Speaker
Aber solange ich diese Macht habe,
00:44:46
Speaker
verändere ich das so, wie ich die Vision hatte im Wahlkampf.
00:44:50
Speaker
Und das ist Belit Onay zum Beispiel in Hannover, grüner Oberbürgermeister.
00:44:54
Speaker
Hannover ist ja die Stadt der Autozentrierung.
00:44:57
Speaker
Da wurden Kirchen versetzt, Fachwerkhäuser abgerissen.
00:45:01
Speaker
Unglaubliche Zerstörung hat ja nach den Kriegen nochmal stattgefunden für die autogerechte Stadt.
00:45:06
Speaker
Und er ist dafür gewählt worden, dass er den Menschen zurückgibt.
00:45:10
Speaker
Und natürlich ist dann die SPD aus der Koalition ausgetreten, hat gesagt, das geht ja so gar nicht und kam mit der FDP wieder und hat gesagt, Hannover muss autofreundlicher werden.
00:45:20
Speaker
Und da sage ich jedes Mal, ihr in Hannover, entweder sorgt ihr dafür, dass dieser Typ an der Macht bleibt, weil der hat nicht angefangen Kompromisse zu machen, der hat weiter daran gearbeitet.
00:45:29
Speaker
Oder wenn ihr es nicht macht, dann seid ihr selber schuld.
00:45:31
Speaker
Dann habt ihr als Menschen, die in dieser Stadt leben, eine Chance vertan, dass es für euch mehr Lebensqualität gibt.

Erlebnisorientierte öffentliche Verkehrsmittel

00:45:38
Speaker
Was ich nochmal ganz spannend finde zum Schluss, wir werden es heute jetzt nicht mehr ganz ausführen können, machen wir gleich noch eine Folge.
00:45:45
Speaker
Aber ihr habt es beide jetzt schon so ein bisschen mit angesprochen.
00:45:48
Speaker
Wir hatten schon noch so ein bisschen dieses Thema auch von Qualität.
00:45:54
Speaker
Und was liefert das Auto vielen?
00:45:56
Speaker
Und was kann man oder sollte man insofern auch in andere Mobilitätsformen vielleicht auch übertragen oder wiederfinden?
00:46:02
Speaker
Und auch
00:46:03
Speaker
Auch nochmal dieses Thema, geht es eigentlich immer nur von einem Punkt zum anderen zu kommen oder ist nicht auch der Weg ein ganz wichtiger Bestandteil?
00:46:10
Speaker
Also zum Beispiel im Kontext von Tourismus redet man da glaube ich viel, viel mehr drüber, dass sozusagen die Reise an sich auch eben ein wichtigerer Bestandteil wird.
00:46:20
Speaker
Und da...
00:46:22
Speaker
Finde ich es auch nochmal spannend, aber ich finde es halt da schon, muss man schon so ehrlich sein, ohne jetzt hier irgendwen zu erwähnen, aber ich habe das auch in vielen Projekten mitbekommen, dass, ich sage mal, wenn dann zum Beispiel Busse eingesetzt werden, die zu einem bestimmten Aussichtspunkt fahren oder zu einem ganz besonderen Gebiet, was sich angeguckt werden darf, dann
00:46:43
Speaker
dann hat das alles meistens, wie jetzt auch bei diesem Beispiel in dieser ostdeutschen Stadt, einen begrenzten Zeitraum, ein begrenztes Budget und auch, ich sage mal, also jetzt werde ich falsch verstehen, aber begrenztes Businessverständnis.
00:47:00
Speaker
Und das finde ich nochmal auch einen wichtigen Respekt, also im Sinne von,
00:47:04
Speaker
wie ist ein Produkt gemacht, wie gut auch, damit es auch, natürlich muss es sich ja am Ende auch tragen, gerade wenn es auch so, ich sag mal, um die letzten Meter geht.
00:47:16
Speaker
Und da haben wir schon verschiedene Konzepte auf uns überlegt und
00:47:19
Speaker
Da, finde ich, kann man auch nochmal irgendwie so ein bisschen in die Richtung denken, weil wir ja auch mit den Bedürfnissen gestartet sind.
00:47:25
Speaker
Wie du sagtest ja auch, oder der Herr da von der BVG jetzt, was muss denn eigentlich so ein Bus heute können?
00:47:31
Speaker
Oder was sollte heute so ein, ich sage mal, Kinderabteil im ECE können?
00:47:36
Speaker
Oder was sollte...
00:47:38
Speaker
wie sagt der, Fahrradweg können.
00:47:40
Speaker
Also wir haben den Fahrradweg immer so als eine Linie geradeaus.
00:47:44
Speaker
Aber da kann man ja auch Stationen machen, wo man sich mal ausruhen kann, wo man vielleicht entlang des Weges auch was zu trinken kommt.
00:47:51
Speaker
Ich weiß, immer sehr großes Wunschdenken.
00:47:54
Speaker
Aber ich glaube gerade diese Produktperspektive auch in diesem öffentlichen Angebot, in diesem öffentlichen Raum,
00:48:01
Speaker
Die hinkt sehr, sehr stark hinterher.
00:48:03
Speaker
Und damit auch diese Bedürfnisperspektive.
00:48:06
Speaker
Und das ist, glaube ich, nochmal etwas, was zumindestens ich sehe, schon auch einige vom Auto zumindest teilweise wegbringen würde.
00:48:15
Speaker
Also einfach auch in so einem.
00:48:17
Speaker
Also ich bin da komplett bei dir.
00:48:18
Speaker
Ich sage ja auch immer, wir müssten eigentlich Schillerbusse so gestalten, dass sie sagen, wie geil ist eigentlich Busfahren und nicht, wann kann ich endlich meinen Führerschein machen, damit ich nicht mehr fahren muss.
00:48:27
Speaker
Und wenn du dann auch, ich habe bei einer Doku mitgemacht, Kraftfahrzeug heißt sie, und da gibt es so Szenen aus der Autoindustrie.
00:48:35
Speaker
Es gibt Menschen, die nichts anderes tun, als den Sound von Türen zu gestalten, wie das im Innenraum riecht.
00:48:42
Speaker
Also wenn du dir das anguckst, denkst du so, als normal denken, na Mensch,
00:48:47
Speaker
What the hell?
00:48:48
Speaker
Was macht ihr den ganzen Tag?
00:48:50
Speaker
Aber natürlich, abgespeckt braucht es auch, dass das einfach das geile Fahrzeuge sind, dass man da gerne mitfährt und dass wir keine Frauenwaggons brauchen.
00:49:00
Speaker
Also es ist ja auch die schlimmste Debatte der Welt, wo ich so sage, das kann doch jetzt nicht sein, dass wir schon wieder bei denen, die betroffen sind, anfangen zu regulieren.
00:49:07
Speaker
Wir brauchen einfach eine subjektive Sicherheit und vor allen Dingen auch, wenn wir aussteigen.
00:49:13
Speaker
Und das sind halt Dinge, und das ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt, den du da gerade adressierst.
00:49:18
Speaker
Es geht um Personal.
00:49:20
Speaker
Also aktuell ist ja das autonome Fahren.
00:49:22
Speaker
Oh, dann brauchen wir keine FahrerInnen mehr.
00:49:24
Speaker
Ich bin die Letzte, die nachts um halb vier an der Reeperbahn einsteigt und nicht weiß, wer mit mir fährt.
00:49:29
Speaker
Und damit meine ich noch nicht mal sexualisierte Übergriffe, sondern Frauen auf Junggesellen abschieden oder so.
00:49:36
Speaker
Das kann auch schlimm sein.
00:49:37
Speaker
Also das ist halt sowas, wo ich so ganz viel Trauer in mir habe, wie wenig wertgeschätzt die Arbeit von Menschen in Fahrzeugen gesehen wird.
00:49:46
Speaker
Wenn wir zum Beispiel einen fahrscheinlosen ÖPNV hätten, den könnten wir uns theoretisch leisten, wenn wir mal ein paar Milliarden vom Auto kriegen, die Leute dann trotzdem in die Fahrzeuge zu schicken, dass sie ansprechbar sind.
00:49:57
Speaker
dass man mal fragen kann, wo muss ich hier eigentlich umsteigen?
00:50:01
Speaker
Können Sie mir mal helfen mit meinem Koffer?
00:50:03
Speaker
Denn ich denke mal, ihr beide fahrt auch viel ICE.
00:50:06
Speaker
Die sind ja mittlerweile so lang und die knubbeln sich immer da, die Leute, wo jemand steht von der Bahn.
00:50:13
Speaker
Weil sie da wissen, der hilft mir mit meinem Koffer.
00:50:16
Speaker
Der packt auch mal an.
00:50:18
Speaker
Kinderwagen, der kann mir vielleicht sogar sagen, ist das der richtige Zug?
00:50:21
Speaker
Und das ist was, wo ich...
00:50:24
Speaker
Wo ich zum Beispiel nach Japan gucke, die ja echt Bedienstete an den Bahnsteigen haben.
00:50:30
Speaker
Wir dürfen das Produkt Mobilität als Alternative zum Auto nicht ohne Personal anbieten.
00:50:37
Speaker
Weil es so viele Bedürfnisse gäbe, die dann nicht gedeckt werden von Menschen.
00:50:42
Speaker
Und genauso sehe ich das bei den Fahrzeugen.
00:50:45
Speaker
Ich bin jetzt ja viel in Europa unterwegs, wie geil manche Straßenbahnen sind und auch dieses selbstverständliche ebenerdige Einsteigen und so.
00:50:53
Speaker
Und das sind so Sachen, das muss so nahtlos passieren.
00:50:57
Speaker
Und ich glaube, du musst einfach anerkennen, Leute, ich kann euch nicht das bieten, was das Auto bietet.
00:51:03
Speaker
Aber ich kann euch bieten, dass ihr die Verantwortung abgeben könnt.
00:51:07
Speaker
Ihr habt immer einen Chauffeur.
00:51:08
Speaker
Also so irgendwie auch zu argumentieren.
00:51:10
Speaker
Die Zeit, die ihr als Reise habt, ist eure Zeit.
00:51:13
Speaker
Ihr müsst da nicht irgendwie konzentriert am Lenkrad sitzen.
00:51:17
Speaker
Und da ist für mich eine ganz, ganz hohe Wertschätzung für alle, die in und um Bahnen und Busse und so weiter arbeiten.
00:51:23
Speaker
Weil ich glaube, die haben genau diese Visionen, die du schilderst.
00:51:26
Speaker
Die kriegen aber die Gelder dafür nicht.
00:51:28
Speaker
Dabei ist ja das nachgewiesen, dass das auch wirklich Leute rauszieht.
00:51:33
Speaker
Und das ist ja nicht so, dass man dann so nach dem Motto, ich habe jetzt ein Auto, das verkaufe ich und dann schließe ich ein Abo ab, ÖPNV, sondern das ist ja ein Sandsteintzug.
00:51:41
Speaker
Der fängt wahrscheinlich am Wochenende an, mal mit dem Bus zu fahren und dann zu denken, ach, das ist eigentlich ganz cool.
00:51:46
Speaker
Ich kann mit dem Kind rausgucken, wir können zusammen uns unterhalten, was wir sehen.
00:51:50
Speaker
Und da diese Erlebniswelten zu schaffen und da auch mal zu investieren, das wäre mir auch super wichtig.
00:51:55
Speaker
Ich finde das jetzt spannend, was du jetzt gerade auch nochmal angesprochen hast, das hatte Katharina eben auch kurz gesagt, dass der Weg als solcher ja nochmal eine ganz andere Qualität bekommen kann und einen ganz anderen Mehrwert bekommen, der wir reden, gerade wenn wir vom Auto reden, reden wir über die vielen Vorteile, die es bringt, aber wir leben ja selten auch für die eigentlichen Nachteile des Individuums, also man ist konzentriert, wie du sagst, zu preis.
00:52:17
Speaker
Es gibt ja im Grunde genommen auch für mich zumindest zig Gründe, warum Autofahren einfach wirklich nervig ist, warum es einfach null Spaß macht, also
00:52:25
Speaker
So fühlt sich der Straßenverkehr ja manchmal auch an.
00:52:27
Speaker
Als man auf dem Fahrrad hat, denkt man schon, dass man wieder einen Tag überlebt.
00:52:33
Speaker
Aber genau das ist ja eigentlich sozusagen, das finde ich, wie die Erzählung von Mobilität in Zukunft auch sein könnte.
00:52:39
Speaker
Also was ist sozusagen, außer man bringt mich von A nach B oder ich komme von A nach B, was ist der Mehrwert dieses Weges als solches?
00:52:47
Speaker
Und sei es, dass ich irgendwie unterwegs bin,
00:52:50
Speaker
entspannen kann.
00:52:50
Speaker
Also du hattest am Anfang auch den Begriff Entschleunigung gewählt.
00:52:52
Speaker
Also klar, es ist schön, auf der Parkbank mal zu sitzen, aber es ist ja auch schön, im Grunde im Zug einfach mal rauszugucken oder im Bus vielleicht rauszugucken.
00:52:59
Speaker
Vielleicht auch diese Mikrobegegnungen mit jemand anderem, also das sind diese Qualitäten oder eben auch das Arbeiten im Zug.
00:53:08
Speaker
Also auch das ist ja was, worauf viele ja auch schon irgendwie setzen.
00:53:12
Speaker
Und ich finde, diese Erzählungen gehen mir tatsächlich auch manchmal so ein bisschen verloren, wenn wir über alternative

Inklusive Mobilität und gesellschaftlicher Zusammenhalt

00:53:18
Speaker
Dinge reden.
00:53:18
Speaker
Das ist halt auch
00:53:20
Speaker
leider ja gerade eine Zeit, wo das Leuten schwer gemacht wird.
00:53:23
Speaker
Also ich kann definitiv meine Arbeit nicht machen, wenn ich Autofahren müsste, weil ich halt kondische Erkrankungen habe und weil ich auch nach Lesung oder so nicht in einem Zustand bin, wo ich eine Autofahren sollte.
00:53:33
Speaker
Ich habe für das erste Buch mit Ärztinnen gesprochen, die schätzen, dass ungefähr 40 Prozent der Menschen
00:53:39
Speaker
die Autofahren halt nicht fahrtüchtig sind, weil sie Medikamente nehmen, weil sie noch Restalkohol haben, weil sie keine Ahnung, was es alles gibt, den Schulterblick an ihr machen können.
00:53:46
Speaker
Und das machen ja nicht alle Menschen, weil sie böse Menschen sind, sondern weil sie keine Alternativen haben.
00:53:50
Speaker
Deswegen ist ja auch diese Debatte immer wieder, dass Deutschland ist eines der wenigen Länder in Europa, die den Führerschein nicht nachprüft.
00:53:57
Speaker
Also ich glaube, wenn mehr Leute aussteigen müssten,
00:54:01
Speaker
Und dann würde auch mehr Druck entstehen, dass man Alternativen schafft.
00:54:04
Speaker
Aber so ist es ein maximales Tabu zu sagen, ich kann nicht mehr Auto fahren.
00:54:08
Speaker
Und das hat mein Papa Gott sei Dank selber beschlossen, als er erkrankt ist.
00:54:12
Speaker
Aber ich kenne ganz viele, die sagen, wir kriegen Papa nicht vom Auto weg.
00:54:15
Speaker
Und der ist schon mal gegen das Garagentor gefahren oder keine Ahnung was.
00:54:18
Speaker
Und da glaube ich, das sind ja auch Bedürfnisse der Teilhabe von alten Leuten oder Menschen, die Erkrankungen haben.
00:54:25
Speaker
Und das finde ich ganz schlimm, dass wir Leute in solchen Situationen bringen, sowas zu tun.
00:54:29
Speaker
Auch da wiederum die Bedürfnisse von anderen im Blick zu haben.
00:54:34
Speaker
Und ganz ehrlich, im Alltag genügt uns doch, am Tag vorher eine Bestellung abzugeben, dass man mittags in die Stadt will.
00:54:40
Speaker
Also da haben wir ja nicht dieses, ich muss um 17.25 Uhr.
00:54:43
Speaker
Also auch da mal hinzugucken, wie real ist die Forderung nach dem Stundentakt oder so, braucht es nicht eigentlich so On-Nimant-Lösungen und die gibt es ja.
00:54:53
Speaker
Und da wiederum, genau was du auch eben gesagt hast, begegnet man sich im Bus.
00:54:58
Speaker
Auf einmal, ach, Simon, habe ich ja noch nie gesehen, wo wohnen sie denn hier?
00:55:02
Speaker
Also dass man da auch so eine Demokratiestärkung wieder hätte, weil man den Fremden begegnet und nicht, also hier kaufen gerade alle möglichen Leute diese Häuser auf, wo die alten Leute ausgezogen sind und das erste, was sie machen, sind Zäune bauen.
00:55:15
Speaker
Schotterzäune, Schottergärten.
00:55:17
Speaker
Und ich konnte als Kind hier überall durchlatschen.
00:55:21
Speaker
Das war eine Kindheit, wie man sich das wünscht.
00:55:25
Speaker
Und da diese Einfamilienhaus, also ich kann es nicht nachvollziehen.
00:55:29
Speaker
Es gibt viele, die davon träumen, auch in meinem Bekanntenkreis.
00:55:31
Speaker
Aber da dann gleich wieder so ein Ding zu schaffen, dass man so abgekapselt ist und mit dem Auto zu den Leuten fährt, die man kennt, ich finde das voll traurig.
00:55:39
Speaker
Und ich glaube, das ist so was, wenn wir diese Plätze wieder beleben,
00:55:43
Speaker
Und diese Mikromobilität in der eigenen Nachbarschaft auch wieder anders gestalten und auch Kinder das anders gestalten können, weil sie halt sicher sind, das ist nochmal eine ganz andere Qualität auch von Zusammenhalt, von Communities und so.
00:55:57
Speaker
Absolut, ja.
00:55:59
Speaker
Da würde sich ja vieles wieder ändern.

Abschließende Überlegungen und progressive Mobilitätspolitik

00:56:03
Speaker
Allein der Blick aus dem Fenster.
00:56:06
Speaker
Insofern.
00:56:08
Speaker
Ja, ihr Lieben, wir sind schon am Ende hier von unserer kleinen, feinen Runde.
00:56:12
Speaker
Es hat mir sehr viel Spaß gemacht.
00:56:15
Speaker
Schön, dass du heute bei uns warst, Katja.
00:56:18
Speaker
Wir hatten das ja schon immer mal angesprochen.
00:56:20
Speaker
Ach, wie muss man ins Podcast kommen?
00:56:21
Speaker
Und dann muss man mal einen Termin finden.
00:56:23
Speaker
Aber es geht jetzt wahrscheinlich vielen so.
00:56:26
Speaker
Genau.
00:56:26
Speaker
Ja, vielleicht noch mal so ein bisschen zum Abschluss.
00:56:30
Speaker
Wir wollen ja versuchen ja dennoch
00:56:33
Speaker
positiv in die Zukunft zu blicken.
00:56:38
Speaker
Was ist denn für dich so ein, du hast ja wie gesagt, du siehst ja viel, kennst viel, so nochmal zum Abschluss, weil es ein Highlight aus der letzten Zeit, wo du sagst, da geht es in die richtige Richtung und da könnte man mal, ja, sollte man mal oder jeder, der vielleicht zuhört, mal drauf schauen.
00:56:55
Speaker
Ich fand total interessant, dass man Dami in New York freie, kostenlose Busse zum
00:57:02
Speaker
Wahlkampfthema gemacht hat, weil auch er begreift, dass es Teilhabe und Gegeneinsamkeit ist.
00:57:06
Speaker
Also ich finde es schon, mir machen diese progressiven PolitikerInnen gerade sehr viel Spaß, auch die Grünen in UK, die ja ArbeiterInnen an der Spitze haben, was bei uns ja eine ganz andere Klientel ist, muss man auch mal gestehen.
00:57:21
Speaker
Und das sind Leute, die einfach so klar sprechen und so verständlich sprechen und
00:57:27
Speaker
Dinge auch auf den Punkt bringen.
00:57:28
Speaker
Und natürlich war die PR-Aktion von Mamdami, der hat so ein Schlagloch auf so einem Radweg dann selber gepflegt.
00:57:35
Speaker
Aber er ist halt Radfahrer.
00:57:37
Speaker
Und er ist jetzt auch so eine Tour mitgefahren, die da immer stattfindet.
00:57:42
Speaker
Und das ist für mich wirklich Zeichen von Hoffnung.
00:57:45
Speaker
Weil da Leute in der eigenen Lebensrealität erfahren, wie diskriminierend man unterwegs ist, wenn man kein Auto hat.
00:57:53
Speaker
Und ich glaube, das ist sowas, was für mich ein totales Highlight wäre, wenn deutsche Politik das aufgreifen würde.
00:58:00
Speaker
Selbst wenn du ein Automensch bist, der in die Politik geht, erstmal eine Woche mit Behinderten und Kindern und keine Ahnung was unterwegs sein und gucken, wie sind die eigentlich mobil?
00:58:08
Speaker
Wie dient die Stadt denen oder das Dorf, der ländliche Raum?
00:58:13
Speaker
Und wenn man so startet und das sieht und sich darauf einlässt, dass es halt für manche Gruppen überhaupt nicht perfekt ist.
00:58:19
Speaker
Ich glaube, da kann viel passieren.
00:58:20
Speaker
Ja.
00:58:21
Speaker
Schön.
00:58:23
Speaker
Das nehmen wir doch jetzt mal mit als positiv.
00:58:27
Speaker
Danke.
00:58:28
Speaker
Danke dir, Katja.
00:58:29
Speaker
Grüße in den ländlichen Raum.
00:58:32
Speaker
So, ich würde sagen, dazwischen.
00:58:34
Speaker
Aber wir haben auch keine guten Fahrradwege.
00:58:36
Speaker
Aber gut, kann man dran arbeiten.
00:58:39
Speaker
Wir hören uns, wir sehen uns.
00:58:40
Speaker
Alle, die uns zugelassen haben, vielen Dank.
00:58:42
Speaker
Liked, teilt, kommentiert, wenn ihr mögt und folgt der Katja.
00:58:45
Speaker
Sie ist auf LinkedIn auf jeden Fall.
00:58:47
Speaker
Instagram bist du auch, ne?
00:58:49
Speaker
Ja.
00:58:50
Speaker
TikTok machst du eigentlich?
00:58:50
Speaker
TikTok?
00:58:51
Speaker
Ich weiß ja, ich bin ja keine TikTokerin.
00:58:52
Speaker
Also, never been.
00:58:54
Speaker
Nee.
00:58:57
Speaker
Nee, okay, gut.
00:58:58
Speaker
Sehr gut, sehr sympathisch.
00:59:00
Speaker
So, wer folgt ihr, lest ihre Bücher.
00:59:03
Speaker
Es lohnt sich und bis bald, würde ich sagen.
00:59:06
Speaker
Danke schön.
00:59:07
Speaker
Ciao.