
Diesmal sind wir wieder zu zweit und nehmen euch mit zu den Orten, an denen wir in den letzten Wochen unterwegs waren. Catharina war bei den VIR Innovationstagen in Berlin und hat dort gemeinsam mit Florian Bauhuber (Realizing Progress) mit einer Keynote zum impulse4travel Manifest eröffnet: Warum die Vision des Zukunfts- und Lebensraumgestalters gerade jetzt so aktuell ist und warum sie nicht nur Destinationen betrifft, sondern alle Akteure entlang der Wertschöpfungskette, von der Buchungsplattform bis zum Zahlungsdienstleister. Denn am Ende buchen Menschen kein Interface, sondern ein Produkt: den Ort, den Lebensraum.
Anja war auf dem Alpenklimagipfel auf der Zugspitze, wo Wissenschaft und Praxis zusammenkommen — und wo sich eine Erkenntnis durchzieht: Mehr wissen können wir eigentlich kaum noch. Die Daten liegen vor, die Szenarien sind gerechnet. Die entscheidende Frage ist, wie wir vom Wissen ins Handeln kommen. Und beim Österreichischen Tourismustag in Wien ging es im Inspiration Lab um den Ganzjahrestourismus: Wie entsteht Relevanz jenseits der klassischen Saisonlogik?
Über all diesen Themen steht die Frage der Gestaltungshoheit: Wer nimmt sie ein — und wer will sie einnehmen? Und quer durch alle Gespräche zeigt sich, woran das konkret hängt: an Kooperation. Start-ups, die an Datensilos scheitern. Ganzjahrestourismus, den niemand allein entscheiden kann, wenn Bergbahn und Gastronomie nicht mitziehen. Und eine handelnde Mehrheit im Klimaschutz, die sich für eine Minderheit hält, weil das Thema politisch gegenwärtig wenig Aufmerksamkeit bekommt. Gestaltung ist keine Solo-Disziplin — sie braucht das Denken in größeren Räumen, gemeinsame Visionen und den Mut, aus alten Mustern auszubrechen. Zugleich sprechen wir ehrlich über die Reibung, die entsteht, wenn Transformation auf bestehende Systeme trifft: Vieles ist längst in Bewegung, und doch üben alte Strukturen in Politik, Unternehmen und Kommunen noch viel Macht und Druck aus. Große Veränderungen brauchen Zeit. Genau deshalb lohnt es sich, dranzubleiben.