Transcript
Speaker: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Next Stop Future.
Speaker: Heute sprechen Anja und ich über eine Frage, die uns in den nächsten Jahren noch oft begegnen wird.
Speaker: Welche menschliche Fähigkeit oder auch Fähigkeiten werden im KI-Zeitalter eigentlich zur Schlüsselressource?
Speaker: Eine viel diskutierte Antwort lautet derzeit Urteilskraft.
Speaker: Im Noema Magazin wurde dafür sogar ein eigener Begriff geprägt, die Judgment Economy.
Speaker: Die Idee dahinter, wenn Maschinen Antworten liefern, wird wichtiger, wer sie einordnen, abwägen und verantworten kann.
Speaker: Eine schöne Vision, aber sie hat einen blinden Fleck.
Speaker: Wie entsteht diese Urteilskraft eigentlich?
Speaker: Und wer bekommt überhaupt noch die Möglichkeit, sie zu entwickeln?
Speaker: Genau darum geht es in dieser Folge.
Speaker: Wir wünschen euch viel Spaß beim Zuhören.
Speaker: Hallo Anja.
Speaker: Hallo Sabina.
Speaker: Ich grüße dich bei sommerlichen Temperaturen.
Speaker: Genau, ja.
Speaker: Ist ja ganz schön heiß schon, ne?
Speaker: Ja.
Speaker: Für Frühling, finde ich, ist doch noch Frühling.
Speaker: Ich glaube, es ist schon noch Frühling.
Speaker: So kann man sagen, ja.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Schön, aber heiß.
Speaker: Ihr habt ja auch heute dran gedacht, wir hatten ja unsere Folge zu Cookation, die gleich auf unser Thema kommt.
Speaker: Und genau, die sei an dieser Stelle mal erwähnt, weil sie passt nämlich zum Wetter.
Speaker: Das wäre auch ganz spannend.
Speaker: Ich war vor ein paar Wochen auf dem Tourismustag im Teutoburger Wald und habe da auch einen Workshop zum Thema Coolcation leiten lassen.
Speaker: Und da haben wir eben auch erarbeitet, was tatsächlich dann eben spezifisch im Teutoburger Wald ein Ressourcen sind für Coolcation.
Speaker: Das Thema auch noch mal aus unterschiedlicher Perspektive betrachtet.
Speaker: Aber es ist schon ganz spannend auch noch, was sich gerade mit dem Begriff in den letzten Monaten tatsächlich nochmal so, welche Entwicklung es im Marketing, in der Kommunikation übernommen hat.
Speaker: Und das Interessante ist aber auch, wenn ich andere Menschen, bevor wir gleich ins Thema kommen, muss ich nur kurz einen Schwenk machen.
Speaker: Wenn man das Thema Coolcation erwähnt und Menschen nicht direkt im Tourismus verankert sind, denken die natürlich am Cool im Sinne von einer hippen Location oder sowas.
Speaker: Und ja, muss man dann immer so erklären, dass das um Thema Kühle und Schatten geht.
Speaker: Aber
Speaker: Genau.
Speaker: Das Reisen an kühlere Orte oder in kühlere Destinationen, wo jetzt gerade wieder in Westeuropa die erste Hitzewelle ausgebrochen ist, ist das natürlich wieder Thema und wir hatten das vor einiger Zeit in der Folge 40 mal beleuchtet.
Speaker: können wir ja auch gerne verlinken in den Shownotes für alle, die auch gerade schwitzen und vielleicht zumindest dann sich vorstellen können, wo sie vielleicht auch das für sich nutzen können.
Speaker: Genau, aber heute geht es in dieser spannenden Folge, ich freue mich schon drauf, ehrlich gesagt, auf das Thema, um die Urteilskraft, genau, als Leitwährung im KI-Zeitalter.
Speaker: Und Aufhänger ist so ein bisschen ein Artikel, den ich im April geschrieben hatte zu dem Thema.
Speaker: Und der ist wiederum entstanden aufgrund eines Artikels im Noema Magazin und da ging es im Speziellen um diese Urteilskraft, beziehungsweise im Englischen, es ist ein sozusagen englisches Magazin, Online-Magazin, um die Judgment Economy, genau.
Speaker: Und letztendlich die Grundaussage ist gar nicht so schwer und erst mal sehr positiv und gut verständlich, denn in diesem Artikel wird argumentiert, beschrieben und so ein bisschen auch natürlich einen Ausblick gegeben, dass im KI-Zeitalter, also wenn die KI immer mehr Probleme oder Aufgaben übernimmt, im Kontext von auch sehr wissensbasierten Bereichen,
Speaker: im Kontext von Texten erstellen, Analysen fahren oder jetzt dann natürlich auch Code schreiben.
Speaker: Umso mehr wird natürlich die Urteilskraft und damit sind auch wirklich diese menschlichen Fähigkeiten gemeint.
Speaker: Also die sind dieser Judgment Economy innewohnt.
Speaker: Also im Sinne von Erkenntnisse einordnen, Ergebnisse einordnen, abwägen,
Speaker: mit Unsicherheit umgehen oder unter Unsicherheit auch Entscheidungen treffen und einfach so ein bisschen dieses Menschliche, was wir ja doch alle mehr oder weniger haben, das einzusetzen, wird laut diesem Artikel oder könnte laut diesem Artikel immer wichtiger werden.
Speaker: Und das ist erstmal, glaube ich, eine schöne Vision, weil so da ja drin steckt so ein bisschen die Aussage, unser Menschsein wird weiterhin gebraucht.
Speaker: Das ist so ein bisschen im Kontrast zu dem allen, was man derzeit ja so lesen darf und was diskutiert wird auf diversen Konferenzen und wo dann auch
Speaker: Prognosen gemacht werden, wie viele Jobs jetzt verloren gehen oder beziehungsweise welche Bereiche oder Teilbereiche von Jobs nicht mehr gebraucht werden.
Speaker: Und auch die Diskussion, da werden wir heute auch nochmal drauf eingehen, um Einstiegslevel, also gerade so die Aufgaben, die man ganz zu Anfang macht in einigen Branchen, in einigen Bereichen,
Speaker: dass die dann auch nicht mehr gebraucht werden.
Speaker: All diese Dinge sind natürlich erst mal so ein bisschen schon, wo man so schluckt und gerade so ein bisschen einen Schritt nach hinten macht und denkt, was macht die KI eigentlich mit uns?
Speaker: Was dürfen wir da erwarten, gerade auch in der Arbeitswelt?
Speaker: Und da ist diese Vision, auch dieser Judgment Economy, also dieser Urteilspolitik,
Speaker: Kraft Ökonomie, wenn man es mal sprichwörtlich übersetzen würde, ist ja eigentlich erst mal ganz positiv.
Speaker: Also zu mich hat das so ein bisschen positiv erst mal so gestimmt.
Speaker: Ich dachte, ja, durchaus nicht ganz abwegig und durchaus, wie gesagt, auch ein Narrativ, was uns mal so ein bisschen entgegenhält gegen all dem, was wir gerade so lesen dürfen.
Speaker: Aber, und das muss man sagen, ich hatte dann schon auch so im Nachhinein, so ein bisschen auch darüber nachdenken über diesen Artikel, über das, was da steht und was das eigentlich bedeutet, schon auch noch ein paar Fragezeichen im Kopf.
Speaker: Und eine der Fragen, die mir im Sinn kam, ich weiß nicht, ich frage dich gleich mal, was dir vielleicht als erstes in Sinn gekommen wäre, aber die erste Frage, die mir in Sinn kam, war, wie entsteht denn überhaupt Urteilskraft?
Speaker: Und das fand ich total spannend.
Speaker: Und da diese Frage letztendlich, habe ich auch so ein bisschen meinen Artikel runtergeschrieben, weil die Annahme erstmal, dass wir sie alle haben, kann man hinterfragen.
Speaker: Oder beziehungsweise könnte man mal ein bisschen differenzieren.
Speaker: Wer hat vielleicht mehr Urteilskraft aufgrund von Lebenserfahrung, aufgrund von auch schon Fehlern gemacht, aufgrund viel gesehen, viel erfahren dürfen?
Speaker: Wer hat es vielleicht wenig?
Speaker: Stichwort die jungen Menschen, eher vielleicht weniger oder die in den Job erst eintreten.
Speaker: Woher kommt Urteilskraft überhaupt?
Speaker: Also wie wird sie geschaffen?
Speaker: Wie wird sie ermöglicht?
Speaker: Hat die auch jeder, der vielleicht schon länger in einem Job ist, aber es vielleicht auch wirklich braucht in dem Job, also der sehr administrative Aufgaben gemacht hat, sehr, ich sage mal, auch wissenslastige Aufgaben, wo es eher um ein Produzieren, um ein Analysieren ging, nicht um ein direktes Auswerten, Interpretieren.
Speaker: Also du merkst schon, da kamen ganz viele Fragen bei mir auf, wo ich gedacht habe, ja, also mit der Urteilskraft, das ist eigentlich gar nicht so einfach.
Speaker: Wenn wir davon ausgehen würden, es wäre so, dann hätten wir doch einige Fragen zu beantworten und ja, darüber wollen wir uns heute mal unterhalten.
Speaker: Aber mal an dich die Frage, wenn du das so gehört hast oder gehört hättest oder gelesen hättest, was wäre so dein erster Gedanke gewesen?
Speaker: Für mich glaube ich tatsächlich auch nochmal so als erstes die Definition von Urteilskraft.
Speaker: Also weil für mich so die erste Idee war, so okay, wo unterscheidet sich Urteilskraft oder ist die Voraussetzung für Urteilskraft nicht ein kritisches Denken?
Speaker: Und ein kritisches Denken, würde ich jetzt einfach mal behaupten, ist nichts, was uns natürlich angeboren ist, sondern dass wir, also vielleicht ist es in Grundzügen uns natürlich angeboren, aber ich würde sagen, dass es eher etwas ist, was wir sozial lernen, was wir in unserem Leben sozusagen erfahren.
Speaker: Also es ist eine erlernbare Kompetenz und dementsprechend würde ich auch sagen, dass wir Urteilskraft eher als eine erlernbare Kompetenz behandeln sollten und nicht als eine soziale Praxis, die vielleicht mit uns oder ein Persönlichkeitsmerkmal, was mit uns sozusagen automatisch uns mitgegeben wurde.
Speaker: Dann die zweite Frage ist für mich die Frage nach, welches Urteil ist sozusagen legitim und welches nicht.
Speaker: Also Urteilskraft ist ja jetzt erstmal etwas, was keinen Standard hat oder sowas.
Speaker: Wer definiert Urteilskraft?
Speaker: welche Urteilskraft sozusagen letztendlich gültig ist oder normativen Standards muss ich dran setzen.
Speaker: Das sind so für mich die Dinge.
Speaker: Und die dritte Frage ist tatsächlich auch nochmal so nachdem, also wenn es sozusagen nichts ist, was uns mitgegeben ist, also was irgendwie, keine Ahnung, als Urteilskraft aus einem
Speaker: evolutionären Prozess vielleicht mitgegeben wurde, ist es dann eine Frage von auch Status und Bildungs- und Zugang zu Bildung oder Zugang überhaupt zu kritischem Denken, das zu erlernen.
Speaker: Also könnte das nicht auch sozusagen zu einer sozialen Ungleichheit führen?
Speaker: Das waren so die ersten Gedanken, die sich da mir ergeben haben.
Speaker: Das Thema dieser Zahnungleichheit, das kommt auf jeden Fall auch noch.
Speaker: Das ist definitiv auch eines, was auch in dem Artikel beschrieben wurde.
Speaker: Also wer hat wie überhaupt Zugang zu Räumen, zu Möglichkeiten, um diese Urteilskraft zu erlangen?
Speaker: Also mal ganz abgesehen von KI.
Speaker: Das ist ja heute schon ein Thema.
Speaker: Also im Kontext von Weiterbildungsmöglichkeiten und auch Erkenntnisse.
Speaker: ich sage mal, eigenen Fähigkeiten und auch, ich sage mal, so ein bisschen Gelerntes aus der eigenen Erfahrung und Praxis heraus.
Speaker: Da gibt es ja schon große Unterschiede, das muss man einfach so sagen, zwischen verschiedenen Levels in den Organisationen.
Speaker: Also wo befinden sich die Mitarbeiterinnen, aber beziehungsweise auch natürlich im privaten gesellschaftlichen Bereich.
Speaker: Nicht alle haben den gleichen Zugang.
Speaker: wir zu Bildung und entsprechenden Räumen.
Speaker: Aber ich würde gerne noch mal so ein bisschen einsteigen oder mal versuchen, so ein paar Aspekte mit dir durchzusprechen oder durchzudenken.
Speaker: Vor allen Dingen dieser Aspekt in Bezug auf die Arbeitswelt.
Speaker: Das ist ja ein
Speaker: unerwägerlich sehr großer, sehr wichtiger, über den wir auch schon gesprochen haben.
Speaker: Also was passiert mit uns, mit der Arbeitswelt, wenn KI immer mehr Einzug hält und welche Aufgabenfähigkeiten werden wie noch gebraucht?
Speaker: Was verändert sich in Organisationen, in Strukturen?
Speaker: All diese Dinge.
Speaker: Und
Speaker: Man sieht ja jetzt schon und das zeigen auch aktuelle Analysen von der OECD und auch vom World Economic Forum, dass Fähigkeiten sich weiter verändern, also Fähigkeiten, die perspektivisch zukünftig gebraucht werden.
Speaker: gebraucht werden.
Speaker: Also da gibt es tolle Übersichten.
Speaker: Es gibt da auch einen großen Report vom letzten Jahr, The Future of Jobs, auch im Kontext von AI betrachtet, wo man das ganz klar sehen kann.
Speaker: Und da werden genau auch diese Dinge benannt, die wir hier gerade schon oder wie ich kurz erwähnt hatte, im Sinne der Urteilskraft oder ich sage mal im Sinne von auch erweiterten Fähigkeiten, die über reines, ich sage mal, wie gesagt,
Speaker: zusammenfassen, analysieren, ja, all diese Dinge hinausgehen.
Speaker: Das heißt, wir sehen da schon eine Entwicklung grundsätzlich, ja, weil wir müssen ja auch berücksichtigen AI in dem Sinne, wie wir sie jetzt auch sehen und nutzen in den Unternehmen, ist ja noch nicht so lange da.
Speaker: Ja, also diese Entwicklungen haben sich schon über die letzten Jahre vollzogen, aber natürlich kriegen die jetzt auch nochmal so einen Push durch dieses Thema.
Speaker: Und ganz spannend ist auch eine andere Studie von Stanford, die da ganz genau in den US-amerikanischen Arbeitsmarkt hineingeschaut haben und gesehen haben, zumindest ab 2024, dass sich sozusagen in diesen Einstiegsebenen schon deutlich was verschiebt bei dem Thema AI.
Speaker: Also sprich natürlich bei dem Thema Coding ganz präsent, aber natürlich auch in anderen Bereichen, zum Beispiel Beratung.
Speaker: Also sprich, dass die jungen Menschen einfach nicht mehr gesucht werden, um es mal ganz platt auszudrücken.
Speaker: Oder immer weniger, sagen wir es mal so.
Speaker: Und da, das finde ich schon nochmal einen sehr wichtigen Aspekt, einfach auch für eine generelle Betrachtung von Arbeitsmarkt und von Zukunft,
Speaker: dann auch mal reinzugehen und zu schauen, was macht das tatsächlich dann auch mit einer Gesellschaft, beziehungsweise was müsste das dann auch machen mit neuen, anderen Bildungswegen, für einige Bereiche, für einige Branchen.
Speaker: Und was bedeutet das letztendlich aber auch natürlich für die Menschen selbst, die jungen Menschen selbst, die ja jetzt mal ein bisschen...
Speaker: in der großen Draufschau eine bestimmte Erfahrungsleiter einfach nicht mehr mitnehmen können.
Speaker: Und das finde ich schon nochmal einen sehr spannenden Aspekt.
Speaker: Wie schaust du denn darauf?
Speaker: Ja, ich glaube, wenn wir davon ausgehen, dass Urteilskraft zu einem neuen Skill wird oder zu einer neuen Fähigkeit, die wir in Zukunft eigentlich betroffen oder wie du sagtest, auch eine Schlüsselressource eigentlich ist, müssen wir davon ausgehen, dass Urteilskraft etwas ist, was erlernt wird und angeordnet wird, um diese Dinge eben auch einzuordnen, abzulegen und auch mit unterschiedlichen Aussagen vielleicht auch umzugehen und diese dann eben auch
Speaker: dann abzuwägen, dann brauchen wir im Grunde genommen genau diesen Raum, in dem diese Erfahrungswerte eben auch entstehen können.
Speaker: Und also dieser Prozess erstmal dort hinzukommen, diese Urteilskraft wirklich auch sein eigen zu nennen und anwenden zu können, ist ja sozusagen etwas, was erst erlernt werden muss.
Speaker: Und wenn aber dieser Raum gerade in einer Arbeitswelt nicht mehr existiert, in der diese Urteilskraft erworben werden kann,
Speaker: ist das ja sozusagen etwas, was tatsächlich letztendlich auf dem Arbeitsmarkt und auch in die Unternehmen zurückfällt.
Speaker: Also woher soll ich sozusagen diesen Erfahrungswert mitbringen, wenn gerade die jüngere Generation diesen auch eben nicht mehr in diesen Prozessen lernen kann?
Speaker: Die zweite Frage, die ich mir dann aber stelle, hat das vorher stattgefunden wirklich?
Speaker: Also ich würde tatsächlich auch sagen, okay, wir brauchen diese Urteilskraft oder ich würde es jetzt auch vielleicht tatsächlich als kritisches Denken nehmen, Dinge einzuordnen, Cross-Checking zu machen, abzuwägen.
Speaker: Letztendlich übernimmt natürlich heute KI auch oder in Zukunft noch mehr viele, viele Aufgaben und spuckt uns etwas aus, das vielleicht sozusagen als vorgenerierter Prozess da ist und ich muss letztendlich entscheiden, was ich damit mache, ob ich es so stehen lasse, vielleicht nochmal gegenchecke.
Speaker: Die Frage ist, hat das vorher tatsächlich nochmal anders stattgefunden?
Speaker: Also brauchen wir Urteilskraft tatsächlich vielleicht heute stärker denn je und sie war früher vielleicht einfach nicht so relevant und tatsächlich würde ich sagen, dass diese Urteilskraft vielleicht auch
Speaker: nicht nur im Arbeitskontext erworben werden sollte, sondern vielleicht auch schon tatsächlich viel früher mitgelernt werden muss, nämlich in unseren Bildungssystemen.
Speaker: Aber es macht natürlich etwas mit den Arbeitsmärkten, wenn jüngere Menschen nicht mehr diese ersten Stufen auf einer Karriereleiter gehen können.
Speaker: Das verändert natürlich
Speaker: Arbeit radikal und ich glaube, das kriegt auch jeder mit, der momentan einen Job sucht und feststellt, dass Erfahrungswerte von zehn Jahren gesucht werden auf Gebieten, die vielleicht erst seit drei Jahren existieren.
Speaker: Also das ist tatsächlich etwas, was man sieht, aber dieser Prozess, dieser Erfahrungsleiter ist natürlich sozusagen in dem Moment wird untergraben, wenn sie halt einfach nicht mehr angeboten wird, zu machen und zu nehmen.
Speaker: Also wenn die
Speaker: die jüngere Generation nicht mehr im Job eigentlich prügend ist und nicht mehr gefordert wird, sondern gleich Senior Positions vergeben werden.
Speaker: Ja, was ich mich da frage, ist so ein bisschen wie bei vielen anderen Themen, wo wir gerade über KI sprechen oder auf KI schauen, braucht es hier auch nicht genau an dieser Stelle eine andere Integration, also von diesen jungen Menschen ins System, also im Sinne von in das Unternehmen, in die Organisation, in die Arbeitswelt, weil die
Speaker: Die Frage ist ja auch, also es geht ja natürlich in dem Sinne ja dann perspektivisch um Urteilskraft.
Speaker: Aber es geht natürlich auch mal auf den demografischen Wandel geblickt, geht es ja dann auch im Kern um Nachwuchs.
Speaker: Und da ist ja die Frage, okay,
Speaker: der nicht ausgebildet wird momentan.
Speaker: Also Nachwuchs eigentlich der, der gerade nicht weg ist.
Speaker: Da ist ja die Frage, aber wie kann ich den Nachwuchs dennoch in die Organisationen bringen, in die Jobs, in die Fachbereiche bringen?
Speaker: Geht sicherlich nicht komplett, wie immer, in jedem Bereich.
Speaker: Aber worauf ich hinaus will, ist ja zu sagen, okay, wenn KI entsprechende
Speaker: Junior-Level-Fähigkeiten ersetzt oder auch jetzt schon tätigen kann, ist ja die Frage, was kann ich an anderen Fähigkeiten von diesen Menschen bekommen, von diesen jungen Leuten bekommen?
Speaker: Also im Sinne vielleicht auch neue Perspektiven,
Speaker: Erfahrung im Bereich oder ein näheres Drannsein einer jüngeren Generation.
Speaker: Oder auch, sie sind vielleicht auch noch hungriger als manche Ältere.
Speaker: Also da sind ja, da schlummern trotzdem ja vielleicht, und das ist das Spannende, dann tatsächlich mehr menschliche Fähigkeiten, die in den Vordergrund rücken und dann in so einem Lebenslauf oder in so einem Anforderungsprofil auftauchen, drin,
Speaker: die dennoch wertvoll sind oder wertvoll sein können.
Speaker: Aber man muss natürlich entsprechend anders vielleicht drüber nachdenken oder einen anderen Blick drauf werfen, als man das in der Vergangenheit getan hat.
Speaker: Im Sinne von, okay, der hat den und jenen Abschluss und den setze ich jetzt mal da ran und dann macht er mir diese Analyse oder baut mir diese PowerPoint.
Speaker: Braucht man dann halt nicht mehr.
Speaker: Aber vielleicht ist es halt, wie gesagt, jemand, der...
Speaker: mich gerade in einem persönlichen Kompetenzprofil auf eine bestimmte Art und Weise unterstützen kann.
Speaker: Und dann wären wir wieder eher bei diesen Fähigkeiten und dann wären wir auch bei dem, was du erwähnt hast.
Speaker: Wie kriegt jemand Junges diese Fähigkeiten vielleicht noch mehr, als er die denn
Speaker: vielleicht schon hat oder erst mal nicht hat.
Speaker: Also im Sinne von auch kreativem Denken, Selbstständigkeit, Transfer, alles diese Sachen, die ja augenscheinlich, und das wissen wir ja auch, in unserem Bildungssystem momentan nicht so gefördert sind.
Speaker: Ja, ich glaube, was man sicherlich auch noch mal dazu erwähnen muss, ist, dass es hier, worüber wir sprechen, ja letztendlich auch, ich sage jetzt mal in Anführungszeichen, nur um wissensbasierte Tätigkeiten geht.
Speaker: Also ganz viele Bereiche natürlich sind in diesem Fallen daraus oder werden nur sekundär davon beeinflusst.
Speaker: Ich glaube, dass diese menschliche Interaktion, die menschliche Fähigkeit sicherlich auch eine Qualität ist, die in Zukunft noch weiter stärker an Relevanz gewinnt.
Speaker: Also das, was tatsächlich die, hier kommen wir vielleicht ein Stück weit wieder zur Urteilskraft auf einer anderen Ebene im Sinne nicht nur einer
Speaker: einer rationalen, kritischen Denkfähigkeit, sondern natürlich auch einer empathischen Fähigkeit, empathische Mitmenschlichkeit.
Speaker: Und trotzdem glaube ich, um nochmal auf deine Frage zurückzukommen, wo werden jüngere Menschen tatsächlich gebraucht?
Speaker: Ich weiß gar nicht, ob es sozusagen auch, natürlich müssen wir die jüngeren Menschen in irgendeiner Weise an den Arbeitsmarkt herangeführt werden oder
Speaker: sollten diese Chancen bekommen.
Speaker: Und gleichzeitig ist es natürlich auch etwas, dass sie ganz andere Qualitäten schon von vornherein mitbringen, gerade vielleicht auch im Umgang mit KI und mit der Anwendung von den Tools als vielleicht ältere Generationen.
Speaker: Das heißt also, hier glaube ich, kann schon sehr stark ein gegenseitiges Profitieren da sein und was natürlich im Endeffekt dann auch genutzt werden sollte.
Speaker: Aber es bricht natürlich mit diesen klassischen Hierarchien, die du eben auch angesprochen hast,
Speaker: dass sozusagen früher jemand eingestiegen ist als junger Mitarbeiter, der sich an ein Arbeitsthema heranarbeiten muss und heute bricht das eben auf.
Speaker: Jüngere Menschen bringen zum Beispiel vielleicht eine geringere Hemmschwelle oder einen besseren Umgang oder sie sind ganz anders in der Interaktion mit neuen AI-Tools, bringen sie ganz andere Fähigkeiten mit, als das vielleicht ältere Generationen überhaupt haben, die dann wiederum aber vielleicht
Speaker: dieses, was wir jetzt als Urteilskraft bezeichnen, mitbringen.
Speaker: Und ich glaube, dass das genau diese Kombination aus beiden ganz wichtig ist.
Speaker: Und die Frage ist aber tatsächlich, inwieweit das den Arbeitsmarkt trotzdem insoweit verändert, dass für einen bestimmten Bereich einfach weniger Arbeitskräfte in Zukunft benötigt werden.
Speaker: Ich glaube, diese Diskussion fällt da automatisch mit rein.
Speaker: Aber natürlich fallen ganze Branchen nicht weg.
Speaker: Also es verändert einfach nur diese Arbeitsstrukturen und die klassischen Ausbildungswege sind so nicht mehr möglich.
Speaker: ja nicht mehr existent oder werden in Zukunft nicht mehr so existent sein, wie sie bisher waren.
Speaker: Also der Juniorberater oder was auch immer, das merkt man schon, dass dieser Bereich eben wegfällt.
Speaker: Aber die Kompetenzen braucht man natürlich trotzdem und müssen weiter eben über.
Speaker: Und ich sehe da tatsächlich auch etwas, was du eben schon angesprochen hast, eben weiter vorher anzuknüpfen.
Speaker: Und ich glaube, das ist tatsächlich auch eine Frage der Schulbildung, nämlich da bereits diese Grundlage zu legen für das kritische Denken, für diese Urteile.
Speaker: Und das, glaube ich, braucht es ganz stark.
Speaker: Ja, was in dem Zusammenhang spannend ist und damit hineingreift oder in das, was du auch gerade sagtest, ist auch grundsätzlich das Thema, wie wir KI nutzen.
Speaker: Da gibt es ja auch schon verschiedene Studien.
Speaker: die sehr spannend sind und letztendlich grundsätzlich auch dabei helfen könnten, sowohl KI im Zusammenhang mit Bildung auch richtig einzusetzen, als auch dann natürlich am Arbeitsplatz.
Speaker: Und da habe ich mal zwei spannende Sachen mit dabei.
Speaker: Es gibt nämlich einerseits eine INSEAD-Studie,
Speaker: Und da geht es um die Schachcomputer.
Speaker: Das war ja somit das Erste, wo man das tatsächlich auch in einer Mensch-Maschine-Konstellation auch mal ein bisschen genauer drauf geschaut hat.
Speaker: Und da waren über 20.000 Spieler und die haben mehr als 500.000 Turnierpartien durchgeführt.
Speaker: Und das nochmal so am Rande, was eigentlich wichtig und wichtig
Speaker: Spannend ist in dieser Studie, ist, dass die KI dann nützlich war, im Sinne von auch einem Trainingspartner, wenn es das Niveau des Spielers, also wenn es das Niveau übertroffen hat, die KI hat das Niveau übertroffen vom Spieler und
Speaker: Und dann entstand wirklich auch so ein Trainingseffekt.
Speaker: Das heißt, der Spieler war insofern weniger gut zu antizipieren, was man beim Schach ja gut können muss oder sollte.
Speaker: Und insofern war es auch wirklich da zu sehen, dass die KI tatsächlich in dieser Konstellation Verbesserungen gebracht hat.
Speaker: Das heißt, es war wirklich sozusagen ein Trainingseffekt zu verzeichnen und der Mensch hat tatsächlich so ein bisschen mit der KI gerungen.
Speaker: Es war jetzt nicht auf so einer gleichen Ebene, sondern tatsächlich war die KI den Spielern insofern voraus.
Speaker: Und im Gegensatz dazu ist auch oft darüber gesprochen und publiziert worden, ist auch nicht mehr ganz neu, die MIT-Studie Your Brain on ChatGPT.
Speaker: Hat man vielleicht schon mal gehört.
Speaker: Wir werden es auch verlinken.
Speaker: Und da wurden über vier Monate hinweg, haben da Studenten mit,
Speaker: mit Chat-CBT beziehungsweise anderen LMMs im Kontext von Essays erstellen, also Texterstellung gearbeitet.
Speaker: Und man konnte sehr deutlich sehen, es war auch sehr konsistent, dass auf neuronaler Ebene, sprachlicher Ebene, Verhaltensebene sind die alle schlechter geworden sind.
Speaker: Die LMMs gearbeitet haben und die haben dann auch so Gehirnscans gemacht.
Speaker: Also die Gehirnaktivität war verringert.
Speaker: Es gab dann auch ein schwächeres Urteilsvermögen, auch Urheberrechte, Einschätzungsgefühl wurde schlechter.
Speaker: Und dieser Effekt bestand fort, als sie das LMM auch nicht mehr genutzt haben.
Speaker: Und da kann man jetzt sagen, alles schlimm und alles schlecht.
Speaker: Nein, auch wieder hier kurz mal inhalten und differenziert draufschauen.
Speaker: Ja, das sagen auch die Forscher.
Speaker: Es geht jetzt nicht darum zu sagen, wir werden alle verdummen und damit kann irgendwie keiner was erreichen.
Speaker: Die Quintessenz ist eigentlich zu erkennen, dass frühe Abhängigkeit von KI bei kognitiv anspruchsvollen Aufgaben
Speaker: kann das Gedächtnis, die Sinnstiftung oder auch die Ideensysteme
Speaker: beeinträchtigen.
Speaker: Und wenn KI hingegen eingesetzt wird, nachdem das Gehirn bereits tief mit dem Material gearbeitet hat, kann sie kritisches Denken sogar unterstützen.
Speaker: Also ganz, ganz zentral zu schauen, nicht ob wir KI einsetzen, sondern wie und wann wir KI einsetzen.
Speaker: Also die Reihenfolge ist ganz, ganz wichtig.
Speaker: Und diese vorherige Auseinandersetzung wirklich mit der Materie.
Speaker: Und das ist aber auch wiederum ein spannender Punkt.
Speaker: Da käme wir wieder zu dieser Urteilskraft.
Speaker: Also diese vorherige, wirklich tiefere Auseinandersetzung, die bedingt ja letztendlich auch A, dass sie überhaupt stattfindet, B, dass sie gefördert wird, dass sie ermöglicht wird.
Speaker: und sehe, dass ich sie auf Basis auch meines Wissens kann, in gewisser Weise.
Speaker: Und da wären wir auch wieder beim Thema Bildung, da wären wir wieder beim, wie viel Raum bekommt das?
Speaker: Und wenn wir jetzt mal schauen, wie KI momentan auch eingesetzt wird, teilweise nicht überall,
Speaker: Findet ja genau das nicht statt.
Speaker: Findet das nicht statt.
Speaker: Und ich glaube, das, was du gerade beschrieben hast, ist ein schönes Beispiel für dieses Symbiotic Intelligence, also wo tatsächlich Mensch, Maschine zusammenarbeiten können und agieren können.
Speaker: Aber es braucht tatsächlich einfach nicht nur eine Person, also eine menschliche Person, die schon eine gewisse Urteilskraft und kritisches Denken mitbringt,
Speaker: sondern eben auch ein Large Language Model, das letztendlich entsprechend auch ein guter Sparings-Partnerin ist.
Speaker: Also weil natürlich auch die KI immer nur aus ihrem eigenen Erfahrungsraum auch wieder argumentiert und Dinge beobachtet.
Speaker: Also das heißt, hier habe ich ja im Grunde genommen wie eine Blackbox.
Speaker: Ich weiß ja letztendlich nicht, auf welchem Algorithmus das basiert oder auf welchem Modell das basiert.
Speaker: Also das heißt, hier habe ich ja auch, je nachdem, mit welchem Model ich arbeiten würde, hätte ich ja wahrscheinlich auch andere Ergebnisse oder leicht unterschiedliche Ergebnisse.
Speaker: Und hier braucht es ja dann quasi tatsächlich den
Speaker: menschliche Personen wieder, die auch die KI als Sparingspartnerin richtig nutzen kann.
Speaker: Und hier würde ich tatsächlich sagen, bringen jüngere Generationen können durchaus eben auch aus, wenn sie eine entsprechende Ausbildung, Schulbildung haben, gute Kompetenzen mit, weil die Anwendung viel, viel normaler vielleicht auch ist, als es vielleicht für eine ältere Generation ist.
Speaker: Das ist jetzt vielleicht ein bisschen gewagtere These, aber ich glaube schon, dass die Hemmschwelle, KI zu nutzen, natürlich in den letzten Jahren über Generationen allgemein gesunken ist, aber natürlich in einer jüngeren Generation weitaus legitimer ist.
Speaker: Aber das genau, also die KI als Erfahrungsraum zu nutzen, würde aus meiner Perspektive tatsächlich erstmal eine gewisse Grundkompetenz schon voraussetzen.
Speaker: Weil nämlich sonst auch das Ergebnis aus meiner Perspektive durchaus verzerrt sein kann.
Speaker: Und was ich daran so eben auch raushöre und so interessant finde und auch wichtig für gerade auch noch mal den Kontext Arbeitsmarkt, das ist, dass diese Urteilskraft tatsächlich nicht etwas sein wird aus meiner Perspektive, was ein Massenphänomen sein kann.
Speaker: Oder sein wird zumindest nicht, wenn wir in diesen Strukturen weiter arbeiten und denken,
Speaker: und lernen, wie wir es momentan machen.
Speaker: Das heißt, ich sehe hier tatsächlich sozusagen die Bildungssysteme in der Verantwortung, die aber momentan in keiner Weise auf diese Wissensvermittlung und Reproduktion ausgelegt sind.
Speaker: Nein, die momentan noch sehr stark auf Wissensvermittlung und Reproduktion ausgesinnt, eben nicht sozusagen auf die Arbeit mit KI, sondern dass sie ja tatsächlich versuchen, mit Reformen und Regeln zu kontern, zu einzudämmen.
Speaker: Und das ist für mich tatsächlich, zumindest aus der jetzigen Perspektive, eher ein Signal dafür, dass wir diese Ungleichheit oder diese verschiedenen Kompetenzen verstärken, statt sozusagen zu reduzieren.
Speaker: Und meine Frage wäre tatsächlich, wie kann es gelingen, nicht nur sozusagen eine Arbeitssituation und einen Arbeitsraum zu schaffen, der
Speaker: zukunftsfähig aufgestellt ist, wo sozusagen auch die jüngeren Menschen natürlich irgendwie in diesen Prozess mit integriert werden müssen, weil sie werden einfach in den nächsten Jahren gebraucht, weil sie die Stellen sozusagen belegen werden, sondern eben im Grunde genommen auch schon diese Erfahrungswerte oder diese Urteilskraft im Grunde genommen angelegt mitbekommen innerhalb eines Bildungssystems, um eben sozusagen diese Abhängigkeitsstrukturen zu reduzieren und diese Ungleichheiten auch zu reduzieren.
Speaker: Ich weiß nicht, ob da dein Artikel oder auch du da dir schon Gedanken dazu gemacht hast, wie kann das im Grunde genommen gelingen, dass das tatsächlich ein Stück weit das bereits in unserem Bildungssystem verankert sein kann oder wer ist vielleicht, vielleicht gibt es da ja auch schon Beispiele, um dann sozusagen auch mitgenommen zu werden.
Speaker: Oder vielleicht hast du ja auch schon Beispiele aus dem Arbeitswelt, wo tatsächlich das auch als von HR sozusagen mitgedacht wird und mit
Speaker: Also ich glaube tatsächlich, ich würde gerne nochmal auf einen anderen Punkt kommen, aber zu deiner Frage.
Speaker: Und das ist letztendlich auch, ja vielleicht eigentlich gar nicht überraschend.
Speaker: Das ist ja ein Thema, über das wir schon ganz lange sprechen.
Speaker: Also die Frage.
Speaker: Wir müssen an das Bildungssystem ran.
Speaker: Wir müssen Bildung rausdenken, wir müssen Bildung anders denken.
Speaker: Das haben wir ja schon seit geraumer Zeit und da gibt es verschiedene Ideen und Ansätze.
Speaker: Aber im Kern glaube ich, zumindest bei denen, die ich so gesehen habe und wie es auch so diskutiert wird, kommt es immer wieder auf einen zentralen Punkt hin.
Speaker: zurück und das ist diese Transferfähigkeit von Wissen, diese Anwendbarkeit von Wissen, von Fähigkeiten und die findet erstmal nicht statt.
Speaker: Also ich habe es jetzt auch live und in Farbe, sie ist an meiner Tochter und ich glaube, das ist etwas, mal abgesehen davon und
Speaker: Und dieses Thema hatten wir ja in verschiedenen Diskussionen auch zur Digitalisierung generell.
Speaker: Also wir haben ja versucht, die Schule zu digitalisieren, aber wir haben sozusagen den Lehrplan nicht geändert.
Speaker: Also wir haben versucht, den Lehrplan zu digitalisieren.
Speaker: Und jetzt gibt es ja wieder Diskussionen auch im Kontext von KI.
Speaker: Wir versuchen, wann wie KI vielleicht jetzt in die Schulen zu bringen und wie führt man die Kinder daran?
Speaker: Wann dürfen sie sie wie nutzen?
Speaker: Und das ist genau eigentlich...
Speaker: machen wir wieder den gleichen falschen Schritt.
Speaker: Weil, wie eben ja auch gerade erzählt, geht es erstmal nicht darum, die KI an den Menschen zu bringen, sondern den Menschen erstmal zu befähigen, diese KI gut zu nutzen und das fängt natürlich bei den Kindern an.
Speaker: Und Marc, wir sehen uns ja mal vor, wir hätten die KI jetzt nicht, hätten wir das gleiche Thema weiterhin, im Kontext von neuen Arbeitswelten und Digitalisierung.
Speaker: Das heißt, die
Speaker: Also mal ganz platt gesprochen, ich bin jetzt hier auch keine Bildungspädagogin und alles, aber aus meiner Sicht könnte die Hälfte des Lehrplans anwendungsbezogen sein.
Speaker: Also ganz konkret, die Schülerinnen und Schüler bekommen eine Aufgabe, die sie lösen müssen mit den Fähigkeiten, die sie bis dahin erworben haben.
Speaker: Und das können Sie alleine machen oder das können Sie zusammen machen, wie auch immer.
Speaker: Aber das wäre schon mal ein essentieller Schritt und ein essentielles Unterbrechen dieses linearen Lernens und dieses, ich mache einen Stoff und dann muss ich ihn wieder ausspucken, dann bekomme ich eine Note und dann lerne ich was Neues und so weiter und so fort.
Speaker: Und ich glaube, das ist auch für das Zeitalter von KI ein Fundament, was unheimlich hilfreich wäre.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Gut, bevor du ganz kurz, vielleicht nur einer kurz zurückfragt, bevor du sagtest, gerade du hast noch eine andere Frage.
Speaker: Wenn sozusagen Schulen oder das Bildungssystem das nicht leisten, was können Unternehmen aber konkret verändern, um sozusagen in diese Urteilskraft, in diese Judgment-Economy zu investieren?
Speaker: Also wie kann sozusagen der Nachwuchs in Nachwuchs investiert werden, wenn auf der einen Seite man genau weiß, vielleicht ist KI-Anwendung durchaus eben auch günstiger?
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Also ich glaube tatsächlich, dass es in Unternehmen auch neue Lern- und Entwicklungsräume braucht.
Speaker: Das heißt, wie passiert es momentan oder ich höre das auch oft, also A bleibt kaum Zeit für Weiterbildung oder auch mal so out of the box denken.
Speaker: Ja, es gibt vielleicht irgendwie Firmenincentives und dann gibt es mal irgendwie eine Vocation oder was auch immer.
Speaker: Ja.
Speaker: Aber wenn wir mal ehrlich sind, im Alltag ist dieser Raum sehr, sehr begrenzt.
Speaker: Und gerade für die, die einsteigen, die können Glück haben, dass sie mitgenommen werden, also sprichwörtlich auch auf Projekte, wo sie erstmal vielleicht keine bestimmte Aufgabe haben, wo sie beobachten dürfen, wo sie vielleicht an punktuellen Anstellen unterstützen dürfen, aber dadurch natürlich auch lernen dürfen.
Speaker: Aber das ist natürlich auch eine ganz andere Denke im Sinne von Return on Investment.
Speaker: In der Eidellogik ist es ja so, okay, ich stelle den jetzt ein.
Speaker: Also was bringt der mir an Umsatz?
Speaker: Nehmen wir mal die Beratung.
Speaker: Da ist ja ganz klar der Case auch dahinter.
Speaker: Okay, wenn ich jetzt so und so viel Gehalt für den zahle, mit allem, was da dran hängt, muss der mir auch einen bestimmten Umsatz bringen in Projekten.
Speaker: Und das ist natürlich, glaube ich, etwas, was auch mit zunehmender KI sozusagen Integration in ganz verschiedenen Aufgabenbereichen oder in viele Aufgabenbereiche, glaube ich, in der Denke nicht mehr ganz so gut funktioniert.
Speaker: Ja.
Speaker: Und da kann man jetzt sagen, okay, dieser junge Junior, der kriegt vielleicht die Corporate GPT an die Hand.
Speaker: Und dann ist er ja auch ganz viel schneller mit seinen Analysen und mit seinem PowerPoint erstellen und vielleicht irgendwie noch Texte redigieren oder was auch immer.
Speaker: Mag alles sein, aber dennoch braucht er ja den Zugang sozusagen zum aktuellen Projekt.
Speaker: Ja.
Speaker: Und da ist ja die Frage, verstehst du, also ermöglicht man das?
Speaker: Sagt man okay, man nimmt die trotzdem, gibt ihnen diese Tools an die Hand und dann schauen wir mal, was sie noch darüber hinaus dann auch am Wert schaffen können.
Speaker: Und man nimmt sie vielleicht auch mit für eine Zeit und ermöglicht diesen Lernraum.
Speaker: Oder man sagt halt per se, naja, aber am Ende des Tages wird er vielleicht im ersten Jahr uns sozusagen kein Plus generieren.
Speaker: Und ich glaube, das wird wirklich spannend für diese Unternehmen unterschiedlichster Art herauszufinden, weil das wissen wir ja auch am Ende des Tages muss auch Geld verdient werden.
Speaker: Wo macht denn der Einsatz dann wie trotzdem Sinn?
Speaker: Ja, und das ist genau, glaube ich, ein ganz spannender Faktor, weil momentan wird, weißt du, sprechen wir so darüber, auch gerade jetzt beim Thema Agentic AI, ja, der KI-Einkernst kann uns da unterstützen und dann macht er das und dann macht er das und dann macht er das.
Speaker: Und man hat dann viel Zeit für, Fragezeichen, was denn eigentlich?
Speaker: Ja, also wie wird denn diese Zeit dann in Wert übersetzt?
Speaker: für das Unternehmen.
Speaker: Und ich glaube, auf die Frage haben noch gar nicht so viele eine Antwort.
Speaker: Weißt du?
Speaker: Das wäre der Fokus auf diese interne Weiterbildung, also auf eine aktive Gestaltung von Lernumgebungen innerhalb von Unternehmen oder beziehungsweise einem neuen Denken von Karrierepfaden, wo es dann halt eben was drin ist.
Speaker: Also ich glaube auch, das hat sich in den letzten Jahrzehnten auch schon verändert, wo immer höhere Anforderungen an PraktikantInnen eben oder an Internships gestellt wurden.
Speaker: Also was ja ursprünglich mal vielleicht auch als Lern- und Erfahrungsraum gedacht war, wurde ja zunehmend in den letzten Jahren irgendwie mit Effizienz und mit Ergebnis irgendwie kombiniert.
Speaker: Und hier tatsächlich vielleicht sozusagen diesen Schritt zurückzutreten und zu sagen, okay, wir haben einerseits eine Effizienzsteigerung durch KI und das, was wir hier an Effizienzsteigerung haben, investieren wir vielleicht in neue Lernarchitekturen.
Speaker: Zumindest werden wir auch in den nächsten Jahren noch Mitarbeitende haben wollen und sie sozusagen auch ausbilden wollen.
Speaker: Und das bedeutet aber tatsächlich irgendwie, um auch nochmal auf diese Urfrage zurückzukommen, ob sozusagen Urteilskraft tatsächlich auch das zutrifft,
Speaker: die Schlüsselressource ist, klingt für mich jetzt erstmal so, als wären wir uns da schon auch einig und würden sagen, okay, wir brauchen tatsächlich hier Beurteilskraft und es ist tatsächlich etwas, dieses kritische Denken, was wir in Zukunft einfach als vielleicht die Kompetenz auch mitbringen müssen, zumindest wenn es um diese wissensbasierten Berufe und ja.
Speaker: Arbeiten geht.
Speaker: Definitiv, definitiv.
Speaker: Und um da mal kurz auch ein bisschen noch rauszugehen, also auch nicht nur im Arbeitskontext, ja, also wenn man gerade auch in seinem privaten Umfeld schaut und im Medienkontext zum Beispiel, glaube ich, würde es immer mehr
Speaker: ist der Bedarf immer mehr zu sehen.
Speaker: Wenn die Welt auch immer mehr KI-Content konsumieren muss, leider, muss man es ja teilweise auch sagen, brauchen wir diese Urteilskraft auf jeden Fall.
Speaker: Was ich gerne noch mal ganz kurz erwähnen würde, wir haben jetzt viel über junge Menschen gesprochen.
Speaker: Ja, natürlich ist das Thema ja auch für die älteren Generationen relevant, die schon in ihren Berufen für einige Zeit sind.
Speaker: Und da gibt es nämlich auch ganz spannende Erkenntnisse dazu, was sozusagen KI auch bei Menschen betrifft.
Speaker: leider muss man sagen, so ein bisschen verhindert, die schon länger auch in ihren Berufen sind.
Speaker: Und da gab es eine Studie auch in der Medizin und da hat man festgestellt, und das beschreibt sich als Upskilling Repetition, also sozusagen der Verlust, es geht nicht um den Verlust bereits erworbener Fähigkeiten, sondern die Unterdrückung von Möglichkeiten,
Speaker: neue und fortgeschrittene Fähigkeiten überhaupt zu entwickeln.
Speaker: Besonders auch, wenn man sich ein neues Thema oder in seinem Thema erweitern möchte, weiterentwickeln möchte.
Speaker: Also das hat man da auch beobachtet in der Nutzung von KI.
Speaker: Und da gibt es auch eine
Speaker: Lancet-Studie heißt das, die ist vom August 2025.
Speaker: Und da hat man tatsächlich ganz real an vielen Ärzten das feststellen dürfen in der Radiologie.
Speaker: Die wurden dann durch die Nutzung von KI messbar schlechter.
Speaker: Also die haben den einen, was wir letztens in unserer Folge hatten, medizinische Diagnostik, Einsatz von KI,
Speaker: Da wurde halt gesehen, über sechs Monate ging das, glaube ich, ja auch.
Speaker: Ja, sechs Monate wurden die auch deutlich schlechter.
Speaker: Und insofern kann man hier auch so ein bisschen sagen, und das ließ sich auch aus dieser Studie herauslesen, ja, wenn der KI-Einsatz,
Speaker: bei, ich sage jetzt mal, Ärzten eingesetzt wird, die vielleicht nicht so die Koryphäen sind oder tatsächlich noch Potenzial hätten zur Entwicklung, wenn dann dieser KI-Ansatz erfolgt, hat das sozusagen einen negativen Input oder eine negative Auswirkung, wenn er dagegen bei Ärzten, ja,
Speaker: also wenn die KI genutzt wird bei Ärzten, die eh schon sehr weit sind und die Koryphäen und ganzen speziellen Experten, dann werden die noch besser.
Speaker: Das ist wieder so ein bisschen wie oben.
Speaker: Aber wie gesagt, auch mal spannend im Kopf zu behalten, auch im Sinne von
Speaker: Gleichheit, Bildungsgleichheit, Zugang.
Speaker: Auch da wären wir wieder bei dieser Thematik, die du auch vorhin angesprochen hast und die auch super wichtig ist.
Speaker: Wie entsteht überhaupt diese Urteilskraft?
Speaker: Also wer hat wie Zugang?
Speaker: Und wenn dann auch der Einsatz von KI getätigt wird, wer profitiert davon eigentlich?
Speaker: In welchem Maße?
Speaker: Und das ist, glaube ich, auch nochmal ein Thema, was man natürlich auch perspektivisch für die Arbeitswelten im Kopf behalten sollte.
Speaker: Weil wir können ja auch nicht davon ausgehen, klingt jetzt vielleicht ein bisschen hart, und das ist ja auch nicht der Fall, dass wir alle aus der KI die gleich guten Ergebnisse rauskriegen.
Speaker: Also das wird nicht geschehen.
Speaker: Ja, und tatsächlich auch, und das ist natürlich auch nochmal die Frage, und das klingt vielleicht ebenso hart, vielleicht entstehen auch einfach neue Tätigkeitsprofile, die eben auch diese weder Urteilskraft benötigen, noch aber eben auch diese klassischen Routineaufgaben übernehmen müssen.
Speaker: Also vielleicht entstehen dadurch eben dann auch andere Kompetenzfelder, die tatsächlich einfach eine gute Anwendung mit der KI haben, aber sozusagen nicht in dem Sinne dann auch das, was du gerade gesagt hattest, vielleicht die...
Speaker: die Vorteile noch eben in einer Form der Weiterbildung oder der Erkenntnisgewinnung eben nutzen können.
Speaker: Also ich glaube, was für mich daran so relevant ist, dass ich mir einfach wünschen würde, so wenn wir nochmal eine Zukunftsprognose machen, dass wir einfach
Speaker: jeder die Möglichkeit hat, eben diesen Zugang zu haben zu einem kritischen Denken, um sich eben eine Urteilskraft eben zu erlernen.
Speaker: Und ich glaube auch, das ist ja kein abgeschlossener Prozess.
Speaker: Da brauchen wir eigentlich immer wieder einen neuen Erfahrungsraum, ob denn mit der KI ist oder mit anderen Menschen zusammen, in der wir daran eben auch uns weiter schulen.
Speaker: Also das wäre so zumindest mein Wunsch, gerade bei einer zunehmenden Zeit,
Speaker: KI-Generisierung unserer Gesellschaft.
Speaker: Und stattdessen habe ich eher so das Gefühl, dass wir uns momentan in einer Richtung entwickeln, wo das ein Stück weit ausgeblendet wird, wo eine Nische ist für hochspezialisierte, hochqualifizierte Wissensarbeiter, die daran Zugang haben, aber eben momentan zumindest noch.
Speaker: es einen blenden Fleck gibt, gerade im Kontext der Nachwuchsforderung.
Speaker: Und das ist für mich, da habe ich, aber das hattest du gerade eben auch gesagt, die Einschätzung ist von deiner Seite auch, dass da eigentlich zu wenig momentan eben auch eine Aufmerksamkeit drauf liegt, dass das tatsächlich auch in Zukunft zu einem Problem werden könnte, wenn sozusagen nicht auch hier investiert wird in eben genau diese Kompetenzfelder.
Speaker: Ja, definitiv.
Speaker: Und vielleicht nochmal so ein bisschen zum Abschluss, weil du gerade auch so ein bisschen in der Zukunft schon bist, auch nochmal ein bisschen mitgegeben, ich hatte das auch im Artikel erwähnt und ich finde es immer wieder erwähnenswert, auch nochmal sich vor Augen zu halten, wer diese Modelle betreibt.
Speaker: wem die gehören, was sozusagen auch die Grundlage ist, also die Datenbasis, weil auch bei dieser, um nochmal auf diese schöne Vision zu kommen, ja, weil diese Judging Economy ist ja so ein bisschen jetzt
Speaker: bisschen naiv gesprochen, zu der Annahme ja gut, aber dann, wie gesagt, haben wir jetzt mal die Urteilskraft, gehen wir mal davon aus und dann nutzen wir die KI und wenn wir richtig auch schon gut sind, wie eben auch erwähnt, dann wären wir vielleicht sogar noch besser.
Speaker: Durch die KI sollten wir natürlich auch immer berücksichtigen, mit welchem System beziehungsweise auch Akteuren wir da sozusagen Dinge planen,
Speaker: versuchen zu analysieren, zu besprechen, sowohl im Arbeitsbereich als auch im privaten Bereich.
Speaker: Ich höre ganz, ganz viel, dass viele das auch im privaten Bereich nutzen und Dinge mit der KI diskutieren.
Speaker: Und das sollte man immer so ein bisschen auch sich vor Augen halten, weil natürlich dadurch auch dann
Speaker: Selbst bei guter Urteilskraft wird die natürlich dadurch auch beeinflusst oder das Ergebnis.
Speaker: Und das ist, glaube ich, etwas, was ich tatsächlich auch durchaus schon kritisch betrachte, auch für die Zukunft.
Speaker: Ja, ich glaube, genau das, was du sagst, ist nochmal ganz relevant.
Speaker: Also mit welchen Daten arbeitet die KI?
Speaker: Also ich kann selbst mit der besten Urteilskraft vielleicht dann immer nur noch die Entscheidung treffen, okay, die KI hat im Grunde auch nur einen begrenzten Zugang zu bestimmten Daten.
Speaker: Also das spiegelt natürlich auch einen Teil unserer tatsächlichen Realität wieder, sage ich jetzt mal.
Speaker: Was ich immer so interessant finde, ist tatsächlich dann wirklich auch ganz unabhängig davon, ob wir jetzt sagen, die Urteilskraft ist wirklich die Schlüsselressource oder nicht.
Speaker: Ich glaube, wir sind uns da ja hier im Gespräch schon auch einig, das ist eine wichtige Ressource, aber dass eben tatsächlich sozusagen diese Erfahrungsräume zum Lernen irgendwie ein Stück weit Mangelware werden im KI-Zeitalter oder Mangelware geworden sind.
Speaker: Und dass das natürlich sozusagen eine entscheidende
Speaker: eine entscheidende Diagnose ist, wenn wir über die Zukunft eben vom Lernen, von Ausbildung, aber eben auch von Arbeit sprechen, wenn diese Erfahrungsräume wirklich so ein Endpass im KI-Zeitalter sind.
Speaker: Richtig, weil natürlich einfach unter gegebenen Bedingungen
Speaker: Sie sind eh schon klein und wenig und momentan muss man es zumindest so sagen, wird oftmals die Annahme getätigt, dass man sie sozusagen auch in gewissen Bereichen gar nicht mehr braucht, weil man ja halt die KI hat und das ist durchaus schon auch gefährlich.
Speaker: Ja.
Speaker: So, jetzt aber nochmal ein Blick in die Zukunft.
Speaker: Was ist deine Prognose dafür?
Speaker: Also wir haben jetzt sozusagen ein Stück weit so den Ist-Zustand, wir haben auch das Problem sozusagen überfassen können, wir hätten theoretisch auch noch eine mögliche Lösung.
Speaker: Hast du eine Prognose für die Zukunft, wo du sagst, das ist für dich eigentlich ein Szenario, wo du sagst, das ist für dich das Wünschenswerteste?
Speaker: Ich hatte es ja meins gerade schon genannt, aber vielleicht ist das auch ein wahrscheinliches Szenario, wo würdest du sagen, geht es hin?
Speaker: Ja, ich glaube, ich versuche ja immer positiv zu sein, aber tatsächlich momentan muss ich da ein bisschen kritischer drauf blicken, weil ich glaube, wir bewegen uns eher in eine Richtung, wo diese Urteilskraft immer mehr schwindet.
Speaker: Und sie hat schon verloren aus meiner Sicht.
Speaker: Also alleine, wenn ich mir mal jetzt vor KI anschaue, was wie auch kommuniziert wird und wurde auf Social Media und wem dann wie auch geglaubt wird und wie Meinung gemacht wird und wie schnell die auch geteilt wird, ungefiltert, all diese Dinge, dann
Speaker: muss ich einfach so ein gewisser Maße schon sehen oder annehmen, dass da nicht ganz so viel Urteilskraft dahinter stand.
Speaker: Also dieses, da wiederholen wir uns, aber es ist wirklich dieses kritische Denken, das hat meiner Meinung nach sehr nachgelassen.
Speaker: Und da könnte man nochmal eine Folge dazu machen, warum eigentlich.
Speaker: Also ich glaube, das hat ganz verschiedene Faktoren.
Speaker: Insofern glaube ich tatsächlich, dass KI das erstmal verstärken wird.
Speaker: Also diese Entwicklung, die wir jetzt schon sehen.
Speaker: Ich bin aber tatsächlich insofern dann doch optimistisch, dass ich glaube, dass, und das war ja bei vielen Dingen in der Vergangenheit der Fall, dass es tatsächlich auch eine Gegenbewegung geben wird.
Speaker: Und die wird ja auch jetzt zum Beispiel bei diesem Thema Content schon auch sehr stark diskutiert.
Speaker: Also das, wenn immer mehr künstlicher Content, also im Sinne von auch wirklich, nehmen wir mal das Influencer-Thema, ja,
Speaker: Teilweise die Profile da draußen sind ja keine Menschen mehr, das sind sozusagen KI-Avatare, die aber einen Account haben.
Speaker: Wenn das immer mehr geflutet wird, glaube ich schon, dass es eine Gegenbewegung dahin geben wird, dass Menschen wieder das Menschliche wollen, das Natürliche wollen.
Speaker: Das wird nicht alle betreffen, wie immer, aber es wird es geben und ich glaube, aus dieser Gegenbewegung heraus
Speaker: die wie gesagt bei diesem Thema Content anfängt und so haben wir jetzt auch bei dem KI-Thema angefangen.
Speaker: Wir haben ja mit diesem Content-Thema angefangen.
Speaker: Marketing waren die ersten Entwicklungen.
Speaker: Jetzt gehen wir ja immer weiter in Richtung auch der Agenden.
Speaker: Und ich glaube, dass da sich schon etwas regen wird,
Speaker: das dahingehend so ein bisschen gegensteuert und das hinterfragkritisch sieht, dem so ein bisschen Einhalt gebietet und so weiter und so fort.
Speaker: Und dass sich dann auch vielleicht, weißt du, Unternehmen auch so ein bisschen vielleicht eine Art von Leuchttürmen, wie wir das auch beim Thema Nachhaltigkeit gesehen haben oder auch bei dem Thema so ein bisschen New Work, die sich dann so ein bisschen herausstellen und sagen, wir machen es anders.
Speaker: Ja, also wir haben erkannt, ja, wir können mit KI ein bisschen, nicht ein bisschen, vielleicht schon auch sehr effizient steigern, aber das ist nur ein Puzzleteil vom Großen und Ganzen.
Speaker: Denn wir müssen uns auch Gedanken machen um die Menschen, die bei uns arbeiten.
Speaker: Also ich glaube, da werden wir schon was sehen.
Speaker: Ob es, weißt du, das fundamental ändert, I don't know.
Speaker: Aber ich glaube schon, dass wir da über einige sprechen werden, die es anders machen.
Speaker: Ja.
Speaker: Also, ja, wäre mein Blick.
Speaker: Ohne es jetzt definitiv natürlich wie immer sagen zu können, nach einigen Szenarien.
Speaker: Ich fände es spannend, wenn wir auf jeden Fall nochmal eine Folge zum kritischen Denken machen, weil ich sehe das ähnlich wie du und ich
Speaker: Ich habe auch den Eindruck, dass wir heute selbst, wenn wir über Urteilskraft sprechen, unsere eigene Urteilskraft gerne durch die vielen Informationen, die wir haben, überschätzen.
Speaker: Das heißt, dass dadurch, dass wir so viele Möglichkeiten haben, eben auch an Wissen oder mögliches Wissen heranbekommen, wir ja irgendwie uns alle ein Stück weit wie kleine ExpertInnen auf den verschiedensten Themen fühlen können.
Speaker: Und dadurch natürlich auch die Frage ist, und das fällt dann wieder ein Stück weit auch an den Anfang, wo eben die Frage ist, wer definiert eigentlich was wie Urteilskraft ist und wie kann ich da sozusagen tatsächlich auch mich selbst immer wieder kritisch reflektieren.
Speaker: Und dafür braucht es eben, ich finde, auch dieses kritische Denken, diese kritische Selbstreflexion.
Speaker: KI kann sicherlich auch dabei helfen, aber tatsächlich ist auch das, sehe ich aus meiner Perspektive, auch eher etwas, was momentan nicht gerade auf dem aufsteigenden Ast ist, sondern eher,
Speaker: absteigenden Ast.
Speaker: Aber wir erleben ja auch immer wieder Trend- und Gegentrendbewegungen und wir können diese Linearität nicht wirklich irgendwie weiterdenken.
Speaker: Ich glaube auch, dass sich da sicherlich aus einer bestimmten Notwendigkeit heraus auch etwas entwickeln wird.
Speaker: Und ich finde das Beispiel mit der Nachhaltigkeit und finde ich ganz schön, weil da sich tatsächlich zeigt, wie wirklich auch ein Umdenken stattfindet und oftmals eben auch Umdenken stattfindet, wo man es gar nicht sieht unbedingt in der Öffentlichkeit.
Speaker: Weißt du es?
Speaker: Ja, also wo es dann auch im Prozess erst erfolgen kann.
Speaker: Genau.
Speaker: Das war ja auch bei vielen.
Speaker: Ja, genau, das meine ich.
Speaker: Super, wunderbar.
Speaker: Dann danke ich dir, Anja.
Speaker: Den Artikel verlinken wir auch nochmal, den du beschrieben hattest.
Speaker: Der ist ja auf LinkedIn erschienen.
Speaker: Da auch nochmal nachdenken.
Speaker: Das interessiert jetzt.
Speaker: Gibt es erstmal ein bisschen was Kühles.
Speaker: Ja, und damit gehen wir mal in unseren Nachmittag.
Speaker: Und hören uns dann, nächste Woche hören wir uns ja schon wieder, genau, dann eine neue Folge auf, aber dazu dann später mehr.
Speaker: Genau.
Speaker: Also teilt, liked, shared, wie immer, kommentiert, wenn ihr kommentieren mögt und dann bis zum nächsten Mal.
Speaker: Bis dann, ja.
Speaker: Tschüss.




