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Folge 61 - Narrative für eine bessere Zukunft – wie wir Geschichten entwickeln, die ins Handeln bringen

Next Stop Future: Trends – Wandel – Zukunft.
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27 Plays9 days ago

Wir erzählen uns gerade ziemlich viele düstere Geschichten – über Deutschland, die Wirtschaft, die Zukunft. Das Problem: Negative Narrative drücken die Stimmung, und mit gedrückter Stimmung gestaltet niemand Zukunft. Höchste Zeit also, übers gute Erzählen zu reden.

In dieser Folge sprechen wir mit Managementdenkerin und Keynote-Speakerin Anne M. Schüller über die Kraft konstruktiver Narrative und darüber, wie aus „Man müsste mal …" echtes Gestalten wird. Es geht um den Unterschied zwischen Story und Narrativ, ums Zuhören, bevor man erzählt (Story Listening), und um die Frage, warum Zahlen, Daten, Fakten unser Hirn aussteigen lassen, während eine gute Geschichte hängenbleibt. Anne zeigt, wie Lou Gerstner IBM mit einem einzigen Bild – dem „tanzenden Elefanten" – in Bewegung brachte, warum Optimismus keine naive Spielerei, sondern trainierbar ist, und welche Rolle Engelsadvokat und First Follower spielen, damit gute Ideen nicht im Keim erstickt werden.

Zum Schluss schlagen wir die Brücke zu einem unserer Herzensthemen: Warum die angst- und faktengetriebene Klimakommunikation Menschen eher lähmt als bewegt und weshalb wir keine CO₂-Werte verkaufen, sondern die Vorstellung von einer lebenswerteren Welt.

Über unsere Gästin
Anne M. Schüller ist Managementdenkerin, Keynote-Speakerin, mehrfach preisgekrönte Bestseller-Autorin und Business-Coach. 2015 wurde sie in die Hall of Fame der German Speakers Association aufgenommen.

Bücher von Anne M. Schüller (Auswahl):

  • Narrative für eine bessere Zukunft. Wie kraftvolle Erzählungen unser Leben und die Arbeitswelt positiv wandeln (das Buch zu dieser Folge)
  • Zukunft meistern. Das Trend- und Toolbook für Übermorgengestalter
  • Die Mitarbeitenden der Zukunft. Übermorgengestalter, Innovatoren, Pioniere, Vernetzer und Generalisten
  • Die Orbit-Organisation. In 9 Schritten zum Unternehmensmodell für die digitale Zukunft
  • sowie zahlreiche Bestseller rund um Touchpoint Management und kundenzentrierte Unternehmensführung (u. a. Touchpoints, Das Touchpoint-Unternehmen, Touch.Point.Sieg.)

Mehr zu Anne M. Schüller: https://www.anneschueller.de

Next Stop: Future

Catharina Fischer 

Anja Kirig

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Transcript

Einführung in die Episode

00:00:15
Speaker
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Next Stop Future.
00:00:18
Speaker
Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt.
00:00:21
Speaker
Stellt euch mal vor, ein Konzern soll zerschlagen werden.
00:00:24
Speaker
Zu träge, zu schwerfällig, ein riesiger Dinosaurier.
00:00:28
Speaker
Dann kommt ein neuer Chef, hört monatelang einfach nur zu und findet ein einziges Wort, das alles dreht.
00:00:37
Speaker
Vom schwerfälligen Elefanten zum tanzenden Elefanten.
00:00:41
Speaker
Und daraus entsteht eine ganze Geschichte.
00:00:44
Speaker
Und solch eine Geschichte kann eine ganze Organisation in Bewegung bringen.
00:00:49
Speaker
Denn die Zukunft passiert nicht einfach, sie will auch herbeierzählt werden.

Anne Schüller und die Bedeutung von Narrativen

00:00:54
Speaker
Im Guten wie im Schlechten.
00:00:57
Speaker
Heute sprechen wir darüber mit Anne Schüller.
00:00:59
Speaker
Sie ist Speakerin und Autorin von Narrative für eine bessere Zukunft.
00:01:04
Speaker
Über das Zuhören sprechen wir vor allen Dingen, wovon man erzählt.
00:01:08
Speaker
Über Optimismus als trainierbare Fähigkeit und darüber, warum Angst der schlechteste Antrieb ist, gerade auch beim Thema Klima.
00:01:17
Speaker
Wir wünschen euch viel Spaß bei dieser Folge.
00:01:22
Speaker
So, hallo, herzlich willkommen zurück zu einer neuen Folge von Next Stop Future.
00:01:27
Speaker
Ihr habt es schon im Intro kurz gehört.
00:01:29
Speaker
Wir unterhalten uns heute über das Thema Narrative und haben hier auch die Anne Schüller heute bei uns.
00:01:36
Speaker
Die wird sich gleich vorstellen.
00:01:38
Speaker
Hallo Anne, ich sehe dich schon.
00:01:40
Speaker
Schön, dass du bei uns bist.
00:01:42
Speaker
Und das Thema tatsächlich der Narrative und treibt uns selbst ja durchaus auch in unserer Arbeit.
00:01:48
Speaker
Und natürlich, wenn wir über die Zukunft nachdenken oder über die Zukunft sprechen dürfen, taucht dieser Begriff eigentlich immer wieder auf.
00:01:55
Speaker
Und wir haben tatsächlich auch schon mal eine Folge dazu gemacht.
00:01:58
Speaker
Das war die Folge 20.
00:01:59
Speaker
Das ist jetzt schon ein bisschen her.
00:02:01
Speaker
Daher sei sie an der Stelle genannt als kleine Erinnerung.
00:02:04
Speaker
Die hieß Neue Narrative für eine neue Zeit.
00:02:07
Speaker
Geschichten, die bewegen.
00:02:09
Speaker
Und ja, da werden wir, glaube ich, nochmal ein bisschen drauf eingehen, Anne, was denn Narrative eigentlich so genau sind.
00:02:15
Speaker
Aber wir wollen vor allen Dingen heute auch über dein Buch sprechen.
00:02:18
Speaker
Du hast ja einige Bücher geschrieben.
00:02:21
Speaker
Das Buch zu Narrative für eine bessere Zukunft, das ist heute auch so ein bisschen unser Hauptwerk, was wir hier mal ein bisschen durchstöbern, digital.

Annes Hintergrund und ihre Reise zur Autorenschaft

00:02:31
Speaker
Und du uns ein bisschen einblicken lässt, was du denn da geschrieben hast und wie du das Thema siehst, beziehungsweise wie du auf das Thema blickst.
00:02:39
Speaker
Aber zuvor würde ich mal sagen, Anna, stell dich doch mal vor.
00:02:42
Speaker
Wer bist du?
00:02:43
Speaker
Was machst du?
00:02:44
Speaker
Und ich finde es immer gut auch zu sagen, warum du es tust.
00:02:47
Speaker
Ja, gut.
00:02:48
Speaker
Also ich bin eine von Haus aus optimistische und lebendige Person und sehr wissbegierig.
00:02:55
Speaker
Das Suchen und Finden, das ist eigentlich, was mich mein ganzes Leben lang begleitet hat.
00:03:01
Speaker
Ich habe ein sehr buntes Leben.
00:03:03
Speaker
Ich habe lange im Ausland gelebt.
00:03:05
Speaker
Ich habe in zehn verschiedenen Berufen, in zehn verschiedenen Ländern auch gearbeitet.
00:03:09
Speaker
Das heißt, ich habe mich immer mit dem Neuen befasst.
00:03:13
Speaker
Was ich noch nicht kenne, was ich noch nicht gemacht habe, das hat mich immer am meisten fasziniert.
00:03:18
Speaker
Und das bringt mich natürlich heute als Selbstständige in eine Situation, wo ich sehr in der Breite auch agieren kann, wo ich aus sehr viel breitem Wissen auch schöpfen kann und das zusammenbauen kann.
00:03:30
Speaker
Also ich bin kein Spezialist in der Tiefe, sondern ich bin eher der Generalist mit Tiefe in der Breite.
00:03:38
Speaker
Und das habe ich mir über lange Zeit in Angestelltenverhältnissen, habe ich mir das erworben, erarbeitet.
00:03:44
Speaker
auch weil ich es einfach so machen wollte.
00:03:48
Speaker
Und das war ein Lebenslauf, der ist heute gewollt.
00:03:50
Speaker
Damals war das völlig ungewöhnlich, also in meinen jungen Jahren.
00:03:55
Speaker
Und ja, es hat mir nicht immer nur Freude und Freunde gebracht, aber mir war es eben wichtig.
00:04:00
Speaker
Und das ist ein wichtiger Punkt, dass ich für mich selber einfach ein gutes Gefühl haben möchte und für mich selber auch auf einem guten Weg sein möchte.
00:04:09
Speaker
Seit 25 Jahren bin ich jetzt selbstständig.
00:04:11
Speaker
Ich arbeite hauptsächlich als Speaker.
00:04:14
Speaker
Ich fühle mich am wohlsten auf Bühnen, wo ich in direktem Kontakt mit Menschen bin, wo ich auch erleben kann, wie die sich fühlen, wie die Impulse, die ich gebe, wie die die auch aufnehmen und verarbeiten.
00:04:29
Speaker
Ich bin bekannt für Klartext.
00:04:30
Speaker
Also ich mache da nicht lange Schleifchen um Geschenke, um Geschenkverpackungen, sondern ich speichere die Dinge an, weil ich denke, dafür wird man auch auf der Bühne gebucht, dass man eben derjenige ist, wenn schon nicht im Unternehmen Klartext geredet wird, aus Gründen, die wir vielleicht gleich erörtern können, die sind so unglaublich wichtig geworden.
00:04:49
Speaker
Dann brauchen wir eben diese externe Person, die sich traut auf der Bühne, vor allen Dingen der ersten Reihe.
00:04:54
Speaker
Da sitzen ja immer Vorstand und ganz wichtige Leute, denen mal so ein bisschen zu erzählen, wie die Dinge wirklich laufen.
00:05:00
Speaker
Und meistens freuen sich immer die Mitarbeiter weiter hinten im Raum, wenn ich dann diese Dinge auch mal heftig anspreche.
00:05:08
Speaker
Aber ich kann es eben in Geschichten verpacken und das macht es annehmbar, sogar für die erste Reihe.
00:05:13
Speaker
Ja, das ist ja auch immer so der Fakt, wenn man von außen kommt, dann darf man auch Dinge ansprechen.
00:05:18
Speaker
Oftmals wird man ja dafür auch gebucht.

Warum Storytelling in Führung wichtig ist

00:05:21
Speaker
Richtig, dafür wird man gebucht, aber man muss schon die Gratwanderung gehen.
00:05:24
Speaker
Also man darf natürlich die erste Reihe nicht vorführen, man darf denen aber ruhig das eine oder andere sagen, auf das die mal durchaus achten könnten.
00:05:32
Speaker
Und die machen vor ihren Leuten natürlich immer gute Miene zum Spieß.
00:05:37
Speaker
Ich bin noch in der Böhne runter eingeladen worden.
00:05:39
Speaker
Also das ist schon auch anderen passiert.
00:05:43
Speaker
Mir ist es Gott sei Dank in meinen ganzen 25 Jahren Job, Kino-Speaker-Dasein noch gar nicht passiert.
00:05:49
Speaker
Und daneben, also das ist wirklich meine Berufung und daneben schreibe ich eben Bücher.
00:05:54
Speaker
um mein Wissen zu vermitteln und ich kann eben alles in die Bücher bringen.
00:05:57
Speaker
Ich kann vor allen Dingen auch nicht nur die Expertise, sondern auch das Wie.
00:06:02
Speaker
Also wie mache ich das denn jetzt?
00:06:03
Speaker
Das ist ja das, was jeder Leser am Ende wissen möchte.
00:06:06
Speaker
Habe ich jetzt alles verstanden und wie fange ich jetzt damit an?
00:06:10
Speaker
Und da ich als
00:06:11
Speaker
Speaker arbeite und nicht als Trainer, kann ich eben auch mein Wissen in die Bücher packen, kann also dieses Wie in den Büchern vermitteln und meine Bücher sind dann immer sehr, sehr praxisorientiert und das zeichnet die auch tatsächlich aus, sodass sie Longseller werden.
00:06:27
Speaker
Ich habe viele Leser, die sagen, ich habe das Buch immer griffbereit auf dem Tisch liegen, hat Anne Schiller zu dem Stichwort, hat die da was geworfen, kann ich da was von mitnehmen, hat die dann ein Werkzeugentool entwickelt, was wir brauchen können.
00:06:40
Speaker
Ja, wunderbar.
00:06:41
Speaker
Sehr schön.
00:06:41
Speaker
Du hast gerade das Wie angesprochen.
00:06:43
Speaker
Das soll heute auf jeden Fall auch Schwerpunkt der Folge werden zu dem Thema Narrative.
00:06:47
Speaker
Aber ich würde gerade gerne nochmal zu anfangen, um mal alle noch so ein bisschen abzuholen, zu dem Thema auf das Was gehen.
00:06:54
Speaker
Also was ist eigentlich ein Narrativ?
00:06:57
Speaker
Und soweit ich das verstanden habe, ziehst du ja auch eine klare Grenze zwischen Story und Narrativ, ne?
00:07:03
Speaker
Ja, also die Grenzen sind immer fließend.
00:07:07
Speaker
Es gibt nie entweder oder.
00:07:10
Speaker
Für mich ist es ein Ineinandergreifen.
00:07:13
Speaker
Also das Narrativ ist eine Geschichte mit Bedeutung.
00:07:18
Speaker
Die setzt einen Rahmen.
00:07:19
Speaker
Ja, ich vergleiche es immer mit einem Haus.
00:07:21
Speaker
Das Narrativ ist das Haus.
00:07:23
Speaker
Das hat die große Bedeutung.
00:07:24
Speaker
Das hält alles zusammen.
00:07:26
Speaker
Und in dem Haus gibt es eben Zimmer.
00:07:28
Speaker
Und da wohnen, in meinem Fall, wohnen da Storys drin.
00:07:31
Speaker
Also Storys, die dieses Haus natürlich auch tragen, die konstruktiv sind für dieses Haus.
00:07:35
Speaker
Und die unterstützen das ganze Haus, jede Story auf seine Weise.
00:07:40
Speaker
Und dann haben wir eben Storys, die sind mehr für die Kunden gedacht, für die externen Kunden, also die Kunden eines Unternehmens.
00:07:46
Speaker
Und wir brauchen...
00:07:47
Speaker
Und das ist unterbeleuchtet.
00:07:49
Speaker
Wir brauchen diese Stories vor allen Dingen auch drinnen im Unternehmen.
00:07:53
Speaker
Ja, das Storytelling kommt klassischerweise natürlich aus dem Marketing.
00:07:57
Speaker
Es kommt aus dem Vertrieb.
00:07:58
Speaker
Ich habe selber sehr lange im Marketingvertrieb, im PR, auch in der Kommunikation gearbeitet.
00:08:03
Speaker
Also ich kenne Storytelling schon seit ewigen Zeiten, bin da auch, als ich selber noch im Angestelltenverhältnis war,
00:08:11
Speaker
sehr erfolgreich mit gewesen.
00:08:13
Speaker
Mein Chef hat immer gesagt, wenn ich dir wenig Budget gebe, dann packst du die teusten Stories aus.
00:08:19
Speaker
Ja, weil mit viel Budget, mit viel Geld kann man leicht Dinge kaufen und wenn man wenig Budget hat, dann muss man wirklich seine Kreativität spielen lassen und das beste Mittel ist dann immer,
00:08:29
Speaker
Storytelling, also im Kontenbereich durchaus sehr, sehr bekannt und gerne genommen, richtig genommen in die Fragezeichen.
00:08:38
Speaker
Und da, wo ich das Buch auch hauptsächlich hingelegt habe, ist eben in den internen Bereich.
00:08:43
Speaker
Also Narrative habe ich dreigeteilt, Narrative, Geschichten mit Bedeutung.
00:08:50
Speaker
Wichtig auch zu wissen, weil wir da derzeit von unglaublich viel
00:08:55
Speaker
negativen Narrativen umgeben sind.
00:08:57
Speaker
Also wir erzählen uns im Grunde genommen Menschen individuell in ihrem Umfeld, in der Firma, in ganz Deutschland, in der Presse.
00:09:06
Speaker
Wir erzählen uns die ganze Zeit Abgrundgeschichten über Deutschland, über die deutsche Wirtschaft und darüber, wie es den Menschen geht und, und, und.
00:09:14
Speaker
Und das bringt natürlich niemanden voran.
00:09:16
Speaker
Der See ist ein Narrativ-Neutralen.
00:09:19
Speaker
Und wo wir hinwollen, ist natürlich die konstruktiven, die positiven, die wertvollen Narrative in die Zukunft zu bringen.
00:09:27
Speaker
Und damit befasst sich das Buch und dann das Ganze in drei Teilen eben zunächst einmal das Individuum, weil wir müssen die Menschen stärken, damit die eine starke Arbeit machen können für die Unternehmen, für ihre eigene Zukunft und für die Zukunft der Gesellschaft.
00:09:42
Speaker
Und dann befasse ich mich mit Arbeitswelt und im dritten Teil, das ist dann sicher für euch auch hochinteressant, mit dem Thema Zukunft.
00:09:49
Speaker
Und du hast gerade schon auch so ein bisschen erzählt, wie quasi über uns oder über Deutschland erzählt wird oder berichtet wird oder was man sich untereinander erzählt.

Die Zukunft gestalten durch Narrative

00:10:01
Speaker
Aber grundsätzlich sagst du ja auch so ein bisschen salopp vielleicht, die Zukunft müssen wir herbei erzählen.
00:10:07
Speaker
Tatsächlich, dass man sie sich vielleicht auch vorstellen kann oder vorstellen mag.
00:10:12
Speaker
Was meinst du damit konkret?
00:10:15
Speaker
Zukunft ist ja noch nicht passiert.
00:10:17
Speaker
Und Zukunft wird nicht passieren, sondern wir gestalten die Zukunft.
00:10:22
Speaker
Die bricht nicht über uns hier weg, eine vordeterminierte Zukunft, sondern wir gestalten die Zukunft.
00:10:28
Speaker
Und wenn ich wir sage, ist das wirklich jeder Einzelne.
00:10:31
Speaker
Jeder Einzelne trägt seinen Teil dazu bei.
00:10:34
Speaker
Und alle, die die negative Geschichten erzählen in ihrem Umfeld, in der Wirtschaft, in der Presse, in den sozialen Medien, ganz schlimm, die tragen dazu bei, dass es eben negative Geschichten werden, die viral gehen und die einfach eine ganze Stimmung drücken.
00:10:50
Speaker
Und wenn die Stimmung negativ ist, dann ist unsere Energie unten und wir können einfach nichts bewegen.
00:10:56
Speaker
Und deswegen brauchen wir dringender als jemals zuvor eben diese konstruktiven, positiven, optimistischen, zuversichtlichen Narrative.
00:11:05
Speaker
Weil indem wir diese Zuversicht haben in eine gute Zukunft, wird sich diese Zukunft, diese gute, bessere Zukunft auch materialisieren können.
00:11:14
Speaker
Und es kommt letztlich auf jeden Einzelnen an.
00:11:18
Speaker
Absolut.
00:11:19
Speaker
Und wir hatten es ja gerade schon so ein bisschen erwähnt, Story, Narrativ geht ineinander über.
00:11:24
Speaker
Aber vielleicht kannst du das nochmal so ein bisschen erklären,
00:11:29
Speaker
Also wir sind schnell in diesem Gedankengang, sage ich mal, auch aus vielleicht so ein bisschen der Historie im Marketing und weil man das Wort ja per se immer benutzt oder gerne benutzt und auch schnell benutzt, sind wir eigentlich schon so in diesem Modus des Erzählens.
00:11:48
Speaker
Aber du sagst ganz konkret, wir müssten erst mal zuhören, also Story Listening, bevor dann eigentlich wir zum Erzählen kommen dürften oder könnten.
00:12:00
Speaker
Also es gibt drei Stufen.
00:12:01
Speaker
Also so empfinde ich den Story-Kosmos.
00:12:03
Speaker
Ich nenne das ja dann Story-Kosmos.
00:12:05
Speaker
Und der beginnt in der Tat mit dem Story-Listening.
00:12:08
Speaker
Ja, also im Marketing, wie du richtig sagst, werden die Geschichten einfach so rausgehauen.
00:12:13
Speaker
Das heißt, man interessiert sich gar nicht dafür, wer ist denn derjenige, der sich die Geschichte anhört?
00:12:18
Speaker
Auf welchem Stand ist denn der?
00:12:21
Speaker
Ist die Geschichte überhaupt passend für ihn, sodass sie bei ihm im Gedächtnis, im Gehirn zunächst einmal etwas bewirken kann und dann im Gedächtnis auch gespeichert wird?
00:12:31
Speaker
Also eine Story kann auch ein kleines unterhaltsames Episodchen sein, das keine Bedeutung hat und damit auch im Hirn nicht gespeichert wird.
00:12:40
Speaker
Die Narrative werden sehr wohl gespeichert.
00:12:43
Speaker
Und das fängt mit dem Story-Listening an.
00:12:45
Speaker
Das heißt, ich muss mich erstmal mit den Menschen befassen, denen ich Geschichten erzählen will.
00:12:51
Speaker
Im Marketing wären das die Kunden und im internen Bereich, was Führungskräfte betrifft, wären das die Mitarbeiter.
00:12:58
Speaker
Wo stehen die denn wirklich?
00:12:59
Speaker
Weil es gibt eben im Arbeitsbereich diesen Unterschied zwischen Vorderbühne und Hinterbühne.
00:13:04
Speaker
Auf der Vorderbühne ist immer das Offizielle, was sich das Unternehmen so wünscht, was sich die Führungskräfte glauben, wie das Unternehmen so dasteht oder wie es von PR-Agenturen ganz schlimm dann eben einfach so ein aufgehübschtes, aufgeklüchtes ist.
00:13:20
Speaker
letztlich gefaktes Bild vom Unternehmen geschaffen wird und auf den Hinterbühnen finden dann eben die tatsächlichen Gespräche statt und denen müssen wir zuhören, wenn wir wissen wollen, wo stehen die Menschen, wie geht es denen gerade, müssen wir den Gespräch und den echten, wahren Gesprächen auf den Hinterbühnen lauschen und wenn wir das haben, dann können wir im zweiten Schritt eben gute Geschichten machen, das Making, das Bauen, wie wird eine Geschichte zusammengebaut und
00:13:46
Speaker
Und dann ist der dritte Schritt, wie erzähle ich es dann der ganzen Welt.
00:13:50
Speaker
Also so in diesem Dreierschritt müssen wir den Story-Kosmos anpacken.
00:13:54
Speaker
Und sag mal, dieses Zuhören, das hört sich natürlich immer, naja, müsst ihr eure Mitarbeiter einfach zuhören.
00:14:00
Speaker
Das sagt sich ja so leicht.
00:14:03
Speaker
Aber wie macht man das denn konkret?
00:14:05
Speaker
Also holt man die dann alle zusammen oder in Gesprächskreisen, Gesprächsrunden, macht man da Einzelinterviews?
00:14:11
Speaker
Was kann man da genau tun, damit man wirklich auch in dieses Zuhören kommt?
00:14:15
Speaker
Also zunächst einmal, wir sprechen jetzt über die Arbeitswelt, wir sprechen jetzt über Führungskräfte, also ein ganz normales Unternehmen.
00:14:22
Speaker
In der klassischen Arbeitswelt war es immer so, dass die Führungskraft gesendet hat.
00:14:27
Speaker
Da gab es eben diesen ganz berühmten Begriff von Management by Walking and Talking Around.
00:14:33
Speaker
Also die Führungskraft geht um und bringt ihre Botschaften unter die Leute.
00:14:37
Speaker
So war das mal früher.
00:14:39
Speaker
Heutzutage müssten die Führungskräfte hingehen, wenn die also wirklich Story Listening betreiben wollen.
00:14:44
Speaker
dann wäre der Weg Walking and Listening Around.
00:14:48
Speaker
Ich rede mit den Menschen nicht in der Form, dass ich denen immer meine Botschaften aufoktoriere, sondern ich höre denen zu.
00:14:56
Speaker
Wie geht es dir?
00:14:58
Speaker
Was hast du heute auf dem Plan?
00:15:00
Speaker
Bei welchen Projekten willst du heute erfolgreich sein?
00:15:02
Speaker
Gibt es Hindernisse?
00:15:04
Speaker
Kann ich etwas tun als Führungskraft, um die Hindernisse, die es womöglich noch gibt, um wirklich ganz toll hier zu performen, um die aus der Welt zu schaffen?
00:15:13
Speaker
Das heißt, er fragt,
00:15:14
Speaker
nach Hindernissen und Problemen, um dem Mitarbeiter freie Bahn zu machen.
00:15:20
Speaker
Denn wenn er gute Mitarbeiter hat und Experten hat, dann brauchen die nur freie Bahn.
00:15:25
Speaker
Das ist das Wichtigste, was die brauchen, weil die Expertise haben die ja schon und das wollen, hätten sie ja auch.
00:15:30
Speaker
Aber die Hindernisse, die halten auf und die brauchen freie Bahn und dafür wäre die Führungskräfte da.
00:15:36
Speaker
Und dazu muss sie die wahren Gründe kennenlernen.
00:15:38
Speaker
Und ich habe dann immer Führungskräfte, die sagen, ja, aber ich habe doch Tag, nicht Tag der offenen Tür, ich habe doch immer eine offene Tür.
00:15:45
Speaker
Eine offene Tür ist gar nichts, weil wir kennen diesen Begriff Schwellenangst.
00:15:51
Speaker
Und ein Mitarbeiter hat immer Angst, in die Höhle des Löwens zu gehen, weil für eine Führungskraft vor allen Dingen in klassischen Unternehmen mit klassischen Organigrammen der Chef ganz oben, einsam ganz oben darunter ist,
00:16:04
Speaker
eingesperrt in Kästchen, die Führungskräfte, Mitarbeiter kommen im Organigramm nicht einmal vor.
00:16:12
Speaker
Die sind dann womöglich aufgehängt, also alles diese merkwürdigen Dinge.
00:16:16
Speaker
Und die Führungskraft denkt immer, die Mitarbeiter, wir sind doch auf Augenhöhe.
00:16:21
Speaker
Nein, die sind gar nicht auf Augenhöhe, weil das ganze System, das alpha-hierarchische System eben einfach einen oben und unten erschafft.
00:16:30
Speaker
Und da läuft ein Mitarbeiter nicht einfach durch die Tür zum Chef rein, wenn er was hat.
00:16:35
Speaker
Und all diese Dinge, die klassischen Dinge, die funktionieren nicht.
00:16:38
Speaker
Das ist so eine Pseudo-Offenheit und so eine Pseudo auf Augenhöhe sein wollen.

Kritik an oberflächlichen Führungspraktiken

00:16:44
Speaker
Dieses Duzen, wo jetzt plötzlich die ganze Mannschaft gezwungen wird, den Chef zu duzen.
00:16:49
Speaker
Das mag ja mancher Mitarbeiter noch gar nicht, aber jetzt ist er laut Unternehmenskultur gezwungen.
00:16:54
Speaker
Das ist alles Pseudo, da ist ganz viel Fake dabei.
00:16:57
Speaker
Da ist so tun als ob dabei, da ist ganz viel Fassadenmalerei dabei und wir brauchen eben diese wirkliche Nähe und diese wirkliche Offenheit zu den Mitarbeitern.
00:17:08
Speaker
Und was wir heute in den Unternehmen erleben, ist leider das, was sich als das große Schweigen bezeichnet.
00:17:15
Speaker
Aus Amerika schwappt da gerade dieser Begriff rüber, das Quiet Cracking.
00:17:20
Speaker
Also die Mitarbeiter, die kriegen sozusagen still, ganz still und heimlich, kriegen die Risse in der Arbeitsbeziehung, in der zwischenmenschlichen Beziehung.
00:17:30
Speaker
Aber es wird nicht offen darüber gesprochen.
00:17:32
Speaker
Und das muss man eben aus der Welt schaffen.
00:17:35
Speaker
Und dazu muss man auf die Hinterbühnen gehen.
00:17:37
Speaker
Und dazu gibt es wiederum eine ganze Reihe von Tools, wie man das machen kann.
00:17:40
Speaker
Mich würde jetzt mal interessieren, Anne, wie funktioniert das dann?
00:17:44
Speaker
Also Story Listening finde ich spannend, also gerade auch so dieses empathische Zuhören.
00:17:50
Speaker
Und wie funktioniert dann aber dieser Schritt, aus diesem Story Listening tatsächlich eine Story zu basteln?
00:17:56
Speaker
Kannst du vielleicht da ein Beispiel nennen?
00:17:57
Speaker
Ich kann es mir gerade noch nicht so ganz vorstellen.
00:17:59
Speaker
Ja, genau.
00:18:00
Speaker
Also die Tools, um zu einem guten Story-Listening zu kommen, das passiert eben immer, ich nenne das die Hinterbühnen.
00:18:09
Speaker
Und dazu müssen wir uns von Machtpositionen lösen.
00:18:13
Speaker
Ja, das heißt Storytelling findet hauptsächlich dann ohne die Jobführungskräfte statt, weil in dem Moment, wo die Führungskraft anwesend ist,
00:18:20
Speaker
wird wieder nicht die ganze Wahrheit erzählt.
00:18:22
Speaker
Da sagen die Mitarbeiter eben wieder, ich bin auch nicht blöd.
00:18:25
Speaker
Lieber nicht.
00:18:26
Speaker
Lieber nicht dem Chef die ganze Wahrheit sagen, demnächst habe ich Karrieregespräch oder Gehaltsgespräch oder Jahresgespräch, was auch immer.
00:18:33
Speaker
Und da will ich einen wohlgesonnenen Chef und die Chefs sind sich dessen nicht bewusst.
00:18:37
Speaker
Das heißt, die müssen sich zurücknehmen im ersten Schritt.
00:18:41
Speaker
aus diesem Prozess, die sind beim Listening, wenn das auf den Hinterbühnen stattfindet, noch nicht dabei.
00:18:47
Speaker
Und es gibt mehrere Möglichkeiten jetzt.
00:18:51
Speaker
Ein Tool, das ich sehr, sehr schätze, ich nenne das Erzählwerkstatt.
00:18:55
Speaker
In einer Werkstatt wird, wir brauchen dazu einen Raum, wir brauchen dazu einen Kreativraum im Unternehmen, also in dem gewerkelt werden kann.
00:19:05
Speaker
Und das ist nie das klassische Büro.
00:19:08
Speaker
Das ist ein Raum, der für
00:19:10
Speaker
Kreativzwecke umgestaltet worden ist.
00:19:14
Speaker
Ich hatte kürzlich ein Unternehmen, die hatten so einen Raum frei, der wurde einfach genutzt als Lager.
00:19:21
Speaker
Und da gingen die Fenster zur Westseite.
00:19:25
Speaker
Und die Mitarbeiter durften diesen Raum nach eigenem Gusto gestalten.
00:19:30
Speaker
Und
00:19:31
Speaker
Und da kamen dann Sofas rein, weil auf einem Sofa erzähle ich mir Geschichten, nicht am Schreibtisch, sondern auf einem Sofa.
00:19:38
Speaker
Ich schaffe eine Erzählung und keine Berichtssituation.
00:19:41
Speaker
Die Nacht ist ein Sonnenuntergangszimmer.
00:19:44
Speaker
Und das war so gemütlich.
00:19:45
Speaker
Das wurde der Lieblingsraum der Mitarbeiter.
00:19:47
Speaker
Und da wurde eben nicht im negativen Sinne getratscht und geklatscht,
00:19:51
Speaker
wie man das oft so an der Kaffeeküche hat, sondern darunter hielten sich die Mitarbeiter wirklich sehr konstruktiv.
00:19:56
Speaker
Man traf sich informell, interdisziplinär, man traf sich und sprach dann einfach darüber, wie könnte das Unternehmen besser laufen, wenn.
00:20:06
Speaker
Und diese Geschichten müssen gesammelt werden.
00:20:08
Speaker
Also die Mitarbeiter müssen wirklich in den Erzählmodus kommen, weil nicht wenn wir im Berichtsmodus sind, nur wenn wir im Erzählmodus sind,
00:20:16
Speaker
Dann kommt das ganze Ausmaß einer Geschichte raus und diese Episode muss auch chronologisch erzählt werden, dass ich weiß, was, warum, weshalb.
00:20:25
Speaker
Und plötzlich stellt sich eben raus, nicht der Mitarbeiter hat den Fehler verborgt oder die Abteilung war wieder mal die welche.
00:20:34
Speaker
Sondern es kommt eben jetzt genau raus, es gibt innerbetrieblich Hürden und Hindernisse, weshalb man seine Arbeit eben jetzt nicht durchgängig gestalten kann, sondern man immer wieder an eine Stelle kommt, wo zwangsläufig Fehler passieren kann.
00:20:49
Speaker
weil Prozesse nicht gut durchdacht sind, einfach von oben am grünen Tisch durchgegeben worden sind, wenn man die Mitarbeiter nicht gefragt hat, wie muss so ein Prozess laufen, damit er bei euch funktioniert.
00:20:59
Speaker
Es gibt sehr, sehr viele Gründe.
00:21:01
Speaker
Nicht die Menschen sind verkehrt im Unternehmen, sondern meistens hängt es an Strukturen und an Prozessen.
00:21:07
Speaker
Und die kommt eben nur über so eine Erzählwerkstatt, wo man erzählen darf, auch die Zeit hat,
00:21:14
Speaker
Oft ist ja gar nicht die Zeit im Unternehmen, dass ich mal ausführlich eine Episode erzähle.
00:21:21
Speaker
Und Werkstatt auch deswegen, weil die Mitarbeiter meistens ja Lösungen haben im Operativ.
00:21:27
Speaker
Die wüssten ja, wie es geht.
00:21:29
Speaker
Und die dürfen dann, weil es eine Werkstatt ist, dürfen die eben auch gleich reparieren.
00:21:33
Speaker
Also es wird zum Beispiel, jetzt um ganz konkret zu sein, es wird über einen Fehler gesprochen, der immer wieder passiert.
00:21:38
Speaker
Drei Leute erzählen immer die gleiche Geschichte, wo es hakt, wo das Hindernis, die Blockade ist und die wüssten, wie es geht und kreieren in der Werkstatt dann sozusagen eine Lösung, eine operative Lösung und idealerweise sagt die Führungskraft, ihr seid die Operativen, ihr wisst es besser, ich steue da weit oben mit meinen Dashboards, ich weiß überhaupt jetzt gar nicht, was...
00:21:58
Speaker
tagtägliche Praxis ist, macht mal, ich habe das Vertrauen.
00:22:02
Speaker
Und so wird in der Werkstatt, ohne dass die Führungskraft jetzt eine Entscheidung gibt oder Anweisungen auch macht, wird dann schon wieder etwas verbessert.
00:22:12
Speaker
Also Erzählwerkstatt ist eins meiner Lieblingstools an dieser Stelle.
00:22:17
Speaker
Und wenn die Unternehmenskultur sehr
00:22:20
Speaker
Ja, was meine ich mit toxisch?
00:22:40
Speaker
Ja, was natürlich nicht passieren soll, weil es geht ja nicht um die Person, es geht um den Vorgang, um den Prozess, den wir verbessern wollen und der Mitarbeiter, anstatt dass man ihm dankt, weil er jetzt endlich mal Klartext geredet hat und wirklich eine große Geschichte offengelegt hat.

Herausforderungen und Lösungen im Arbeitsumfeld

00:22:56
Speaker
wird der Mitarbeiter gefeuert, weil er angeblich illoyal ist.
00:23:00
Speaker
Also solche Geschichten passieren tatsächlich im Unternehmen.
00:23:03
Speaker
Ich habe jetzt letzte Woche wieder auch einen dramatischen Fall.
00:23:05
Speaker
Ich will nicht zu viel davon erzählen.
00:23:08
Speaker
Jeder kennt das auch im Unternehmen.
00:23:10
Speaker
Und wenn die Arbeitssituation, die Arbeitskultur derart toxisch ist, dann gibt es eben...
00:23:17
Speaker
Interview-Profis, die machen Story-Listen-Interviews.
00:23:20
Speaker
Die sind dafür geschult, weil manchmal da wirklich auch was aufbricht.
00:23:24
Speaker
Da muss man die Menschen auch psychologisch auffangen können.
00:23:27
Speaker
Da muss man eine sehr, sehr gute Frage-Expertise auch haben.
00:23:32
Speaker
Und diese Interviews, die werden dann eben anonymisiert.
00:23:35
Speaker
Das heißt, aus diesen Einzelgeschichten wird dann sozusagen eine Kerngeschichte gebaut.
00:23:40
Speaker
Und es wird anonymisiert, dass man nie weiß, von wem kann das.
00:23:44
Speaker
Das ist ja auch gar nicht wichtig.
00:23:45
Speaker
Und das wird den Führungskräften vorgestellt.
00:23:48
Speaker
Ja, und auch da kann man wieder die tollsten Sachen erleben.
00:23:51
Speaker
Ja, also man fragt natürlich am Anfang die Führungskräfte.
00:23:54
Speaker
Und wenn jetzt wirklich was Dramatisches auftaucht, was ihr gar nicht gerne hören wollt, wie stark ist denn eure Bereitschaft, dennoch zuzuhören und dann auch entsprechendes zu tun, also was zu verändern?
00:24:07
Speaker
Also theoretisch ist die Bereitschaft immer hoch.
00:24:09
Speaker
Die Chefs sagen dann auch immer so Sachen wie, ich kann mir gar nicht vorstellen, dass da was Großes aufdacht.
00:24:13
Speaker
Wir kennen doch unseren Laden.
00:24:15
Speaker
Ja, und dann kommt wirklich so ein dicker, fetter Elefant, so ein Tabuthema, über das endlich gesprochen wird.
00:24:21
Speaker
Und die Führungskräfte sind erstmal baff erstaunt und es passiert eben leider hinterher nichts.
00:24:26
Speaker
Und damit ist das ganze Thema zu Ende, ist klar.
00:24:29
Speaker
Weil ein Mitarbeiter, der Vertrauen hier reingegeben hat, seine ganze Offenheit und Leidenschaft und Inbrunst will, was im Unternehmen verändern damit und es passiert gar nichts.
00:24:39
Speaker
Das ist natürlich absolut kontraproduktiv und das sollte keinesfalls passieren, weil man sonst die ganze Kiste vergessen kann.
00:24:48
Speaker
Ja, absolut.
00:24:49
Speaker
Das wird ja dann auch unglaubhaft.
00:24:53
Speaker
Was ich aber spannend finde, ist wirklich nochmal diesen Fakt des wirklichen Zuhörens, bevor man tatsächlich dann in Storys und dann auch in ein größeres Narrativ gehen kann für ein Unternehmen oder für eine Organisation.
00:25:06
Speaker
Oder das kann man ja auch auf uns als Gesellschaft übertragen, weil das ist ja, glaube ich, ein großes Problem, auch gerade gesamtgesellschaftlich, dass sich, also viele Menschen haben das Gefühl, es wird ihnen nicht zugehört oder sie werden nicht zugehört.
00:25:20
Speaker
Und das ist, glaube ich, ein Problem.
00:25:22
Speaker
Nicht ein kleines, sondern ein sehr großes Detail, was man oft übersieht.
00:25:26
Speaker
Oder wenn es um eine Zukunftsperspektive für das Unternehmen geht, für das ganze Team oder eine ganze Abteilung, was es auch immer ist.
00:25:38
Speaker
Daher finde ich das ein super, super Punkt.
00:25:41
Speaker
den wir an der Stelle auf jeden Fall allen da draußen mitgeben möchten oder du im Speziellen.
00:25:46
Speaker
Was ich darüber hinaus noch total spannend finde und da würde ich gerne jetzt auch dir entsprechend noch eine Frage zu stellen.
00:25:54
Speaker
Du hast auch geschrieben oder erwähnst auch eine Leadership-Superkraft, nämlich die Erzählkunst.
00:26:01
Speaker
Ja, das deute ich so, also wenn man tatsächlich dann auch zugehört hat und eine Story oder Storys auch kreiert hat und mit denen bereit ist, nach draußen zu gehen, also man hat es auch wirklich verstanden als Führungskraft und hat es auch verinnerlicht.
00:26:18
Speaker
dann ist es natürlich auch wichtig, dass man diese erzählen kann.
00:26:21
Speaker
So banal das vielleicht klingt, aber so banal ist es nicht.
00:26:25
Speaker
Und was, glaube ich, da aber drin steckt, ist noch so ein Aspekt in Richtung auch des Themas KI.
00:26:32
Speaker
Also, dass du ja sagst, dass das tatsächlich höchstwahrscheinlich ist,
00:26:37
Speaker
also es ist grundsätzlich wichtig, aber vielleicht sogar noch wichtiger wird, ja, in Zeiten, wo natürlich diese analytischen Themen, Prozesse, Dinge viel automatisiert werden kann, so natürlich auch auf CFO-Level oder CEO-Level.
00:26:54
Speaker
Und tatsächlich vielleicht, so dürfen wir ansatzweise davon ausgehen, ja, gerade das Zwischenmenschliche,
00:27:02
Speaker
durchaus wieder mehr Bedeutung gewinnt beziehungsweise vielleicht auch mehr Freiraum erhält.
00:27:07
Speaker
Das sind jetzt erstmal so die derzeitigen Prognosen oder mal so ein bisschen die Szenarien.
00:27:13
Speaker
Aber tatsächlich glaube ich schon, dass das
00:27:18
Speaker
Ja, dass sozusagen dieses Überzeugen, Mitnehmen, ja, gerade auch in so einer Transformation, in der wir uns ja befinden, gerade auch mit dem MAKAI, ja, was jetzt in vielen Unternehmen, Organisationen Einzug hält und mal erst mal so als Effizienztool und Produktivitätstool wahrgenommen wird, was aber dazu führen wird, dass ich ja
00:27:39
Speaker
Rollenprofile ändern, teilweise Shopprofile, Berufsprofile ändern werden, dass neue vielleicht dazukommen, dass wie gesagt, ich habe neulich ein Interview gelesen von der CEO of Otto, die gerade einen Agenten programmieren bzw.
00:27:56
Speaker
hat den schon.
00:27:57
Speaker
Und der Agent wird komplett auf sie trainiert.
00:28:00
Speaker
Also der Agent übernimmt jetzt teilweise Aufgaben von ihr und sie füttert ihn auch und erzählt ihm, wie sie denn führt und wie so ihr Ton ist und so weiter und so fort.
00:28:12
Speaker
Und ich meine, das hört sich immer alles irgendwie so ein bisschen nach Science Fiction an, aber da sind ja schon durchaus Entwicklungen im Gange, die uns vielleicht vermuten lassen, dass dann andere Kompetenzen noch wichtiger werden, die man eigentlich von der Führungskraft erwarten würde.
00:28:30
Speaker
Und da du erzähltest wahrscheinlich auch diese Erzählkunst.
00:28:33
Speaker
Absolut, absolut, genau.
00:28:35
Speaker
Also wir müssen unterscheiden oder ich unterscheide, aber das ist auch eine übliche Unterscheidung zwischen eben Führungskraft, Leader, Führenden und Manager.
00:28:45
Speaker
Und die meisten Führungskräfte verstehen sich eben als Manager.
00:28:48
Speaker
Ja, das heißt, die sind eben super gut, ihr zahlen Daten, Fakten in ihren Dashboards oder in ihren Excel-Sheets, wenn das noch ein Thema ist.
00:28:54
Speaker
Jetzt kommt eben die KI dazu und die wird immer mehr diese organisatorischen Aufgaben übernehmen.
00:29:00
Speaker
Also Prozesse, das übliche Managen, das Gestalten und das Steuern und das Kontrollieren von Prozessen, was im klassischen Management auch eine große Rolle spielt, das wird immer mehr von der KI übernommen.
00:29:14
Speaker
werden aus Effizienzgründen und weil genau das eine KI eben auch viel schneller und viel besser machen kann als jede Führungskraft mit endlicher Zeit und endlichen Möglichkeiten.
00:29:24
Speaker
Und das wird also verschwinden.
00:29:26
Speaker
Also die Manager, die sich hier als Steuerer und Kontrollierer verstehen, die wird es in Zukunft gar nicht mehr brauchen.
00:29:32
Speaker
Sondern das Einzige, was in Zukunft noch zählt und was eine Führungskraft eben wirklich können muss, ist Menschenexpertise.
00:29:39
Speaker
Der muss Menschenexperte sein.
00:29:40
Speaker
Und das ist leider das, was man im Studium am wenigsten gelernt hat.
00:29:44
Speaker
Man hat ganz viel über Steuern und Kontrollieren und Zahlen, Daten, Fakten gelernt.
00:29:49
Speaker
Aber ganz wenig über das Menschenverstehen, das hat man manchmal in so einem Wochenend-Crash-Calls dann nachgeholt, als man Führungskraft wurde.
00:29:56
Speaker
Und das wird in Zukunft das Nichtigste sein.
00:30:00
Speaker
Und wenn ich Menschenversteher bin, dann muss ich eben wissen, wie Menschen funktionieren.
00:30:05
Speaker
Jede menschliche Entscheidung beginnt immer emotional.
00:30:09
Speaker
Die menschliche Entscheidung ist immer von Emotionen geleitet und die Emotion läuft der Ratio voraus.
00:30:15
Speaker
Das muss ich wissen.
00:30:16
Speaker
Wir sind keine Vernunftswesen und wir sind eben kein Homo economicus.
00:30:21
Speaker
Rational entscheidet, das weiß jeder,
00:30:24
Speaker
der sich eine Sache kauft, die er eigentlich nicht braucht und dafür einen Haufen Geld ausgibt.
00:30:29
Speaker
Ich erinnere die Manager immer gern an ihre 10.000 Euro Uhr, die sie dann am Hand gelenk tragen.
00:30:36
Speaker
Das, was eine Uhr können muss, kann man für 10 Euro kaufen.
00:30:38
Speaker
Das andere ist einfach Emotion, in dem Fall Status und was auch immer.
00:30:45
Speaker
Und ja, da muss ich dich dann dran erinnern.
00:30:47
Speaker
Auf der Bühne mache ich dann wirklich mit Handzeichen.
00:30:50
Speaker
10 Euro, wer 100 Euro, wer 1000 Euro, wer über 10.000 Euro, dann traut sich dann keiner und dann geht das große Gemurmeld durch den Saal, weil alle Führungskräfte natürlich wissen, was die anderen so am Handgelenk haben.
00:31:02
Speaker
Irrationale Entscheidung.
00:31:03
Speaker
Und das müssen wir verstehen.
00:31:05
Speaker
Und das Zweite, was wir verstehen müssen, ist, alles im Hirn wird in Geschichten übersetzt.
00:31:11
Speaker
Unser Hirn, alles, was an Sinneseindrücken einströmt, wird im Gehirn in Bilder und Geschichten übersetzt.
00:31:17
Speaker
Und deswegen sind Zahlen, Daten, Fakten so schwer.
00:31:19
Speaker
Wir wissen das auch.
00:31:20
Speaker
Also im Geschichtsunterricht Zahlen, Daten, Fakten kann sich kein Mensch merken.
00:31:23
Speaker
Die Geschichte in der Geschichte, die können wir uns merken.
00:31:27
Speaker
So, das heißt, die Führungskraft bräuchte Erzähl-Expertise.
00:31:31
Speaker
Und das ist das, was die am wenigsten machen will.
00:31:34
Speaker
Höre ich immer wieder, ich bin doch kein Märchenonkel.
00:31:37
Speaker
Ich definiere mich hier über Zahlen-Expertise.
00:31:40
Speaker
Ich habe meine Kennzahlen im Griff.
00:31:42
Speaker
Und das ist eben genau das Falsche.
00:31:45
Speaker
Und vor allen Dingen, wenn wir jetzt auch ein bisschen in die Zukunft gucken und wenn wir uns jetzt Strategien angucken.
00:31:52
Speaker
Vorletzte Woche war ich wieder in so einem Strategie-Meeting, da stellte also die Führungsmannschaft die Zukunftsstrategie des Unternehmens.
00:32:02
Speaker
und machte die üblichen Fehler, die man seit 2000 eigentlich nicht mehr machte und seitdem wir PowerPoint benutzen.
00:32:09
Speaker
Also keine Excel-Sheets auf die PowerPoints.
00:32:12
Speaker
Keine PowerPoints vollgedröhnt, bitte mit Kleingedrucken.
00:32:18
Speaker
Aber genau das ist es, was die Führungskräfte immer machen.
00:32:21
Speaker
Ja, man nennt das auch so gerne betreutes PowerPoint-Vorlesen.
00:32:25
Speaker
Und ab der dritten Reihe kann niemand mehr lesen, was es da an Kleingedruckten gibt.
00:32:30
Speaker
Also alles völlig falsch.
00:32:33
Speaker
Falsch schon am Anfang, weil mit 200 Fakten, da verliere ich die Leute und mit einer Geschichte am Anfang würde ich sie gewinnen.
00:32:40
Speaker
Genau.
00:32:41
Speaker
Und dann, wenn ich das noch zu Ende bringen darf, dann...
00:32:45
Speaker
Um also einfach dieses ganze Bild auch zu zeigen, wie falsch das im Unternehmen oft gemacht wird und man wundert sich, dass die Mitarbeiter nicht mitkommen wollen.
00:32:54
Speaker
Also nach der Zahlen, Daten, Fakten, Dröhnung, also wirklich 10, 20, 30 solcher vollgedrönten Slides,
00:33:03
Speaker
erzählt die Führungskraft dann noch etwas von der schwierigen Wirtschaftslage und von dem Teil der Tränen, durch das man jetzt als Unternehmen durch muss und wie schwierig es wird und der Wettbewerb.
00:33:13
Speaker
Und jetzt werden all diese Schauergeschichten erzählt und diese Gespenster an die Wand gemalt.
00:33:18
Speaker
Jetzt kommt also Druck und Schrecken und Angstverbreitung.
00:33:22
Speaker
Ja, und jetzt haben die Mitarbeiter schon nichts verstanden, sind in Angst versetzt worden und sollen jetzt,
00:33:28
Speaker
applaudieren, wenn es um die Zukunftsstrategie des Unternehmens geht.
00:33:32
Speaker
Also völlig falsch.
00:33:34
Speaker
Und deswegen sage ich, die Führungskraft muss Menschenexperte sein, um zu verstehen, wie wir hirnmäßig ticken.
00:33:39
Speaker
Und die muss Erzählkunst entwickeln, weil die Geschichte ist die,
00:33:46
Speaker
die uns dazu bringt, als Mitarbeiter dazu bringt, eben mit dem Unternehmen in die Zukunft zu gehen.
00:33:50
Speaker
Menschen gehen nicht für irgendwelches Zahlen, Kennzahlenmaterial, Menschen gehen für Anliegen, die ihnen etwas bedeutet.
00:33:57
Speaker
Und dieses Anliegen, das muss die Führungskraft in eine Geschichte packen, die tatsächlich die Mitarbeiter dann packt und fesselt und wo die sagen, ja, da will ich dabei sein, da will ich mitgestalten, da will ich ein wesentlicher Teil dieser Geschichte werden.

IBM Fallstudie: Die tanzende Elefant-Metapher

00:34:13
Speaker
Wie kann das gelingen, also dass ich sozusagen aus diesen jedoch sehr Zahlen, Fakten, Daten basierten Inhalten dann tatsächlich so eine Geschichte bastel, dass sie wirklich jeden begeistert und am Ende Applaus und auch Zustimmung hervorruft?
00:34:28
Speaker
Genau.
00:34:28
Speaker
Mein Lieblingsvorgehen, an der Stelle soll es nicht theoretisch bleiben, sondern eine Führungskraft, die braucht dann eben auch Beispiele.
00:34:36
Speaker
Und diese Beispiele, die muss sie nicht selber sich ins stillen Kämmerlein erdacht haben, sondern die braucht dann so einen Fundus, also einen Geschichtenfundus.
00:34:46
Speaker
Und das können durchaus auch Geschichten von anderen Unternehmen sein, weil wenn ich eine Geschichte von einem anderen Unternehmen erzähle, das erfolgreich ist, dann sehe ich ja schon als Mitarbeiter, oh,
00:34:56
Speaker
Die Art Geschichte hat genauso eben auch tatsächlich funktioniert.
00:34:59
Speaker
Und wenn die dort funktioniert, haben wir große Chancen, dass wir es eben auch schaffen können.
00:35:03
Speaker
Und an der Stelle erzähle ich gerne die Geschichte von IBM.
00:35:07
Speaker
Die ist ja durch mehrere Transformationsphasen gegangen, hat immer mal wieder auch ihre Downs gehabt und hat sich immer mal wieder aufgefangen.
00:35:15
Speaker
Und eines Tages kam eben Lou Gerstner, also ein charismatischer, geradezu mythischer CEO,
00:35:23
Speaker
Und IBM sollte damals zerschlagen werden.
00:35:27
Speaker
Und er hat genau das gemacht, was ich eingangs sagte.
00:35:30
Speaker
Walking by listening around.
00:35:34
Speaker
Er hat gesagt, ich muss erst mal IBM verstehen.
00:35:36
Speaker
Ich gehe ganz viele Kunden besuchen.
00:35:38
Speaker
Ich gehe auf Reise durch die IBM-Welt.
00:35:40
Speaker
Ganz lange, ganz viele Unternehmen, Partnerunternehmen besuchen, ganz viele Kunden besuchen.
00:35:46
Speaker
Ich führe ganz viele Mitarbeitergespräche, um überhaupt mal zu verstehen, was sagen die Menschen.
00:35:53
Speaker
über IBM und wie verstehen die uns?
00:35:55
Speaker
Ja, und es kam eben immer wieder der Begriff IBM ist wie ein Dinosaurier, IBM ist ein Elefant.
00:36:02
Speaker
Und er kam dann zu der Entscheidung, IBM wird nicht zerschlagen, weil in der Größe liegt auch Stärke.
00:36:10
Speaker
Und ja, wir sind ein Elefant, aber wir wollen in Zukunft ein tanzender Elefant sein.
00:36:16
Speaker
Und dieses eine Wort, ja, also man braucht keine große Geschichte machen, man braucht manchmal nur ein magisches Wort, das alles erklärt, das die Leute packt und wo die sagen, ja, ich möchte einer von denen sein, die den Elefanten zum Tanzen bringen.
00:36:33
Speaker
Und das ist das, was die Kernbotschaft ist, wenn es um die Strategie eines Unternehmens geht.
00:36:39
Speaker
Man kann das mit Zahlen, Daten, Fakten unterlegen und man sollte das auch tun.
00:36:43
Speaker
Aber die Kernbotschaft muss ein Anliegen sein.
00:36:46
Speaker
Wir wollen ein tanzender Elefant werden und ich brauche jeden von euch hier im Raum, der Lust hat, das mitzugeschreiben.
00:36:54
Speaker
Ich sehe es an euren Gesichtern genauso, haben wahrscheinlich tausend Menschen gestrahlt und haben gesagt, endlich kommt jemand, der versteht, wie wir IBM, wie wir den neuen Sinn, also neuen Purpose, im wirklichen Begriff des Wortes abzulegen.
00:37:13
Speaker
also einen Daseinssinn für die Welt geben kann.
00:37:16
Speaker
Und so hat sich IBM einmal mehr berappelt.
00:37:20
Speaker
Das ist eine Geschichte, wie es funktioniert und wie es mit ganz wenigen Mitteln funktioniert, mit ganz viel Storytelling am Anfang und mit einem magischen Wort.
00:37:29
Speaker
Ich nenne sowas immer Sternenstaub, ein Sternenstaubwort, was ganz viel in den Menschen entzündet und diesen Warm Glow erzeugt, wo die sagen, ja, meine Leidenschaft, ihr habt mich gepackt.
00:37:42
Speaker
Aber wenn ich den tanzenden Elefanten höre, dann spüre ich ja schon auch so einen gewissen Optimismus, der schwingt.

Optimismus als erlernbare Fähigkeit

00:37:50
Speaker
Und du sagst ja, Optimismus ist auf jeden Fall überhaupt nicht naiv, sondern eine trainierbare Fähigkeit.
00:37:57
Speaker
Ja, natürlich.
00:37:58
Speaker
Lass uns doch nochmal reinbiegen.
00:37:59
Speaker
Wie kann man denn Optimismus trainieren?
00:38:01
Speaker
Ja, also zunächst einmal, wenn ich Optimismus sage, dann spreche ich von wachsamem Optimismus.
00:38:08
Speaker
Ja, also blinder Optimismus wäre dumm, weil die Zukunft ist ja immer Neuland.
00:38:13
Speaker
Und die Zukunft, also jede Zukunft, auf das Morgen eines Unternehmens, auf das Morgen, übermorgen eines Menschen, das nächste Jahr eines Menschen ist ja Abenteuerland, es ist Neuland.
00:38:22
Speaker
Und jeder weiß natürlich, im Neuland, da gibt es auch Gefahren und ich muss mich auch natürlich mit den Gefahren auseinandersetzen.
00:38:29
Speaker
Ich muss die natürlich in den Blick haben und ich muss also für den Fall, dass ich auf eine große Gefahr treffe, muss ich auch so einen Notfallplan in der Schublade liegen haben.
00:38:37
Speaker
Wenn ich über Zukunftsszenarien spreche, dann muss ich mich auch mit dem Albtraubszenario befassen und
00:38:44
Speaker
um gewappnet zu sein, um nicht blind dem Räuber, dem Tiger, was auch immer da kommen mag, entgegenzulaufen.
00:38:53
Speaker
Aber hauptsächlich sind im Abenteuerland, im Neuland Chancen.
00:38:58
Speaker
Und je früher ich ins Neuland gehe, umso eher bin ich bei der Vorhut, bei der Avantgarde, die die größten Chancen hat, die besten Chancen auch zücken zu können.
00:39:07
Speaker
Ich darf nicht warten, bis ich der Letzte bin, der dann nur noch ein paar Krümel hat.
00:39:12
Speaker
die er sich im Neuland greifen kann, sondern ich muss weit vorne sein.
00:39:15
Speaker
Und ich weiß, es gibt Risiken, es gibt aber eben auch die Chancen.
00:39:18
Speaker
Und das ist dann mein Best-Case-Szenario oder realistisch, wachsam realistisch, ein möglichst optimistisches Szenario.
00:39:28
Speaker
Und diese Grundvoraussetzung, die brauche ich, weil in dem Moment, wo ich pessimistisch bin,
00:39:35
Speaker
ins Abenteuer hineingehe und womöglich glaube, dass es nicht gelingt, geht meine Energie nach unten.
00:39:44
Speaker
Ja, also wenn ich mir meinem Hirn selber sage, das kannst du nicht und das klappt nie und das Hirn hört mir ständig bei solchen Gedanken oder bei solchen gesagten Worten zu, dann lernt das Hirn
00:39:57
Speaker
Das Negative und glaubt an das Negative.
00:40:00
Speaker
Das ist eben, dass unser Hirn glaubt uns, wenn wir es uns selber im Geiste oder tatsächlich auch sagen, das glaubt uns und sagt uns dann, du willst, dass es nicht gut ausgehen, kriege ich dir hin.
00:40:10
Speaker
Und das ist genau der Punkt, wo ich sage, es lässt sich trainieren.
00:40:13
Speaker
Ja, weil in dem Moment, wo ich dann anfange zu sagen, das kann aber doch gelingen.
00:40:19
Speaker
Und ich hole mir jetzt die drei Geschichten.
00:40:21
Speaker
Ich habe vielleicht zehn negative Geschichten, aber ich habe auch drei Erfolgsgeschichten.
00:40:26
Speaker
Meistens ist es sogar umgekehrt, unser Fokus ist viel zu sehr auf dem Negativen.
00:40:30
Speaker
Ich habe nämlich in Wirklichkeit sieben Erfolgsgeschichten und dreimal hat es nicht geklappt bei einer Präsentation oder bei etwas Neuem, was ich angegangen bin.
00:40:38
Speaker
Und ich hole mir die positiven Geschichten und erzähle die.
00:40:42
Speaker
Und ein Trick dabei ist sogar, es laut zu erzählen, weil wenn ich es laut erzähle, ist es nicht nur gedacht und mein Hirn hört mir dabei zu und sagt, hey, ja stimmt, du hast es drei oder vier oder fünfmal oder zehn oder hundertmal hast du es gut hingekriegt und das war dein Erfolgsgeheimnis und so bist du es angegangen, kriege ich dir wieder hin.
00:41:00
Speaker
Und so trainiere ich eben den Optimismus.
00:41:03
Speaker
Das heißt, ich löse mich aus negativen Selbsterzählungen.
00:41:06
Speaker
Dazu muss ich überhaupt erst mal erkennen, ich habe die.
00:41:09
Speaker
Ja, das ist vielen gar nicht bewusst.
00:41:11
Speaker
Das passiert im Einzelnen, das passiert auch im Unternehmen.
00:41:15
Speaker
Und wenn ich das festgestellt habe, dann muss ich mich eben daraus lösen und muss mir Regeln erlassen, wie ich jetzt positive Geschichten erzählen kann.
00:41:25
Speaker
Und da wir in der Arbeitswelt sind, würde ich gerne das eben auch sehr konkret jetzt erzählen.
00:41:30
Speaker
Wie mache ich das denn im Unternehmen?
00:41:31
Speaker
Ganz konkret.
00:41:33
Speaker
Und ich stelle mir eine x-beliebige Meeting-Situation vor.
00:41:37
Speaker
Also klassisches Meeting ist immer Tagesordnungspunkt 1, Tagesordnungspunkt 1, Zahlen, Daten, Fakten.
00:41:45
Speaker
Die Lage der Nation und irgendwas, es geht natürlich immer nicht zur Konkurrenz, nicht zu den Vorgaben, nicht zum letzten Jahr, nicht zum Budget, nicht irgendwas ist immer falsch.
00:41:54
Speaker
Das heißt, ich bin wieder in der Zahlen-Daten-Fakten-Welt, ich bin wieder angekommen in der Negativ-Welt und jetzt haben die Mitarbeiter, haben diese Dönung dann schon bekommen und jetzt fragt die Führungskraft uns, wer hat Ideen?
00:42:04
Speaker
Keiner hat Ideen, weil Hirn ist tot.
00:42:06
Speaker
Hirn ist lahmgelegt.
00:42:08
Speaker
Und das muss ich wissen.
00:42:10
Speaker
Das ist so einfach.
00:42:11
Speaker
Und wenn ich das weiß, dann beginne ich natürlich ein Meeting ganz anders.
00:42:15
Speaker
Also mein Meeting beginnt immer mit einer Erfolgsgeschichte.
00:42:18
Speaker
Was haben wir uns in der letzten Woche Gutes vorgenommen?
00:42:22
Speaker
Was ist uns gelungen?
00:42:25
Speaker
Erzählen die Kunden ja welche tolle Geschichte, die mit uns erlebt haben.
00:42:29
Speaker
Eine Geschichte und drei Umstände.
00:42:32
Speaker
werden diese Erfolgsgeschichten erzählt.
00:42:34
Speaker
Jetzt werden Ideen vorgestellt.
00:42:36
Speaker
Es ist in manchen Unternehmenskulturen, ist es geradezu Usus, eine neue Idee wird vorgestellt, präsentiert und als erstes haben die ja Abersager das Wort.
00:42:49
Speaker
Die merken das gar nicht.
00:42:50
Speaker
Das ist so Teil der Unternehmenskultur, dass die sich dessen gar nicht bewusst sind.
00:42:58
Speaker
Jetzt habe ich eine tolle Idee, aber der Ja-Aber-Sager zerpflückt die mit Pseudo-Argumenten zum Teil.
00:43:06
Speaker
Da wurde eine tolle Idee vorgestellt und ich sage, ja.
00:43:10
Speaker
Ich sage noch, ja, das wäre es.
00:43:12
Speaker
Damit kriegt man das Unternehmen wieder zum Laufen.
00:43:14
Speaker
Dazu kriegt das Unternehmen sicher die Kurve.
00:43:18
Speaker
Meldet sich der Personalverantwortliche und sagt, oje, oje, O-Ton, oje, oje.
00:43:24
Speaker
Also das ist ja schon alles gesagt.
00:43:26
Speaker
Oje, oje, da kriegen wir sicher mit dem Arbeitsrecht Probleme.
00:43:31
Speaker
Da kriegen wir sicher mit dem Arbeitsrecht Probleme.
00:43:34
Speaker
Ja, der hat gar nicht gesagt, welche Probleme.
00:43:36
Speaker
Ja, und er war sich sicher, aber welches Arbeitsrecht er hat.
00:43:39
Speaker
Nur das sagen wollen.
00:43:41
Speaker
Und es war Totenstille im Raum, weil mit dem Arbeitsrecht will sich niemand anlegen.
00:43:46
Speaker
Und die Idee war vom Tisch.
00:43:48
Speaker
Ja, nur um zu sagen, wie schnell die Arbeit...
00:43:51
Speaker
Saga, die beste Idee killen können.
00:43:54
Speaker
Und das muss ich verstehen, das muss ich erkennen und dann muss ich mir überlegen, wie ändere ich das.
00:43:59
Speaker
Und ganz einfach, also meine Mittel sind immer ganz einfach, die sind nicht kompliziert.
00:44:03
Speaker
Das kann ich morgen umsetzen und im nächsten Meeting

Kulturelle Tendenzen in Organisationen erkennen und ändern

00:44:06
Speaker
machen.
00:44:06
Speaker
Ich brauche die Rolle des Engelsadvokaten.
00:44:09
Speaker
Und was macht der Engelsadvokat?
00:44:11
Speaker
Das ist die erste Person, die nach der Präsentation dieser neuen Idee sprechen darf und der findet das Gute darin.
00:44:19
Speaker
Und jetzt sind schon mal zwei Personen im Raum dafür.
00:44:23
Speaker
Ja, der erste, der Präsentator, der bekommt jetzt Rückendeckung.
00:44:27
Speaker
Also gerne darf auch die vom Chef kommen oder von jemandem Wichtigen im Raum, der die Chance in der Idee erkennt und jetzt den Rückenwind reingibt und als erstes eben das Positive in der Idee findet.
00:44:39
Speaker
Und jetzt dreht sich sofort die Stimmung im Raum.
00:44:41
Speaker
Jetzt traut sich ein Dritter auch was Positives.
00:44:44
Speaker
Und irgendwann trauen sich die Aberleute gar nicht mehr, weil so viele sehen jetzt Chancen in dieser Idee,
00:44:49
Speaker
Oder zumindest in einem Teil der Idee und so werden eben gute Ideen nicht zum Rohrkrepierer, nicht gleich als kleines Blöckchen totgetreten, sondern umgesetzt.
00:44:58
Speaker
Also mit solchen kleinen Mitteln kann ich ein Unternehmen drehen.
00:45:02
Speaker
Ja, du hast ja auch den Strichlistentest.
00:45:05
Speaker
Damit kann man sozusagen die Nörglerkultur entlarven.
00:45:10
Speaker
Vielleicht kannst du das nochmal kurz erklären.
00:45:13
Speaker
Also das funktioniert immer bei einem selber.
00:45:16
Speaker
Die Menschen sind sich oft gar nicht darüber im Klaren, dass sie eigentlich nur klagen und jammern.
00:45:20
Speaker
Und kaum kommt eine Begegnung zustande, ist man schon wieder gemeinsam in diesen Jammergeschichten unterwegs.
00:45:26
Speaker
Und diese Selbstrevision am Anfang, das ist so wichtig.
00:45:29
Speaker
Und das kann ich eben mit einem Strichlistentest unterstützen.
00:45:33
Speaker
Das heißt, ich stelle mir mein Handy alle fünf Minuten, weckt es mich und ich lasse die fünf Minuten Revue passieren, wie viele negative, positive Gedanken hatte ich, wie viele negative, konstruktive oder destruktive Gespräche hatte ich gerade in der letzten Kaffeepause.
00:45:47
Speaker
Und da mache ich Ideenliste.
00:45:50
Speaker
Oder im Meeting einer bekommt eben die Aufgabe, Strichliste zu machen und macht bei jedem ja aber eine Strichliste.
00:45:55
Speaker
Bei jedem, das haben wir noch nie so gemacht, das wollen die Kunden aber nicht.
00:45:59
Speaker
Da kriegen wir Ärger mit dem Betriebsrat oder oh je, was der Chef wohl dazu sagt.
00:46:05
Speaker
Und all diese negativ.
00:46:06
Speaker
Und dann mache ich Strichliste und mache ich am Schluss ein Resümee, dass wir uns dessen bewusst sind, in welchen Negativspiralen, Abwärtsspiralen wir uns als Einzelpersonen
00:46:16
Speaker
als Individuum, als Einzelner oder als gesamtes Unternehmen bereits hinein manövriert haben, ohne dass wir es uns recht bewusst gemacht haben.
00:46:25
Speaker
Und dann, wenn ich das habe, schwarz auf weiß, dann kann ich natürlich auch entsprechendes tun.
00:46:29
Speaker
Ja, wo wir jetzt gerade noch so bei Tools sind, was mich persönlich mal auch deine Meinung darauf interessieren würde, und du arbeitest ja glaube ich auch damit im Storymaking mit der Heldenreise.
00:46:44
Speaker
Und ich sage es ganz ehrlich, ich habe das schon ganz oft gehört, in ganz vielen Präsentationen wurde das erzählt und dann kommen über die tollen Beispiele, ich sage jetzt mal von den großen Marken, die dann mit
00:46:58
Speaker
glaube ich, auch nicht so kleinen Budgets, ja, die kreieren dann tolle Kampagnen, tolle Heldenreisen in tollen Videos und ja, die gehen dann viral.
00:47:07
Speaker
Und ich denke mir immer so, ja, ich verstehe, warum das funktioniert.
00:47:11
Speaker
Ich verstehe auch die Logik dahinter.
00:47:13
Speaker
Teilweise denke ich mir dann auch, also klar, das seht ihr anders, aber eigentlich ist es ja schon ein bisschen völlig überzogen, was da jetzt dargestellt wird, ja.
00:47:23
Speaker
Also wie schafft man denn dann für ein Unternehmen so eine Heldenreise zu kreieren oder aufzubauen, dass es auch eine glaubhafte Zukunftserzählung wird?
00:47:34
Speaker
Weil ich finde das manchmal sehr schwierig.
00:47:37
Speaker
Das ist so ein schmaler Grad zwischen...
00:47:40
Speaker
dann ist alles total toll, ja, und das ist dann unser Held und am Ende wird alles gut.
00:47:46
Speaker
Und dem eigentlich, ja, wir leben aber trotzdem noch in einer Welt, wo es Probleme gibt und wo es nicht linear einfach bis zum Ende geht und dann, weißt du, dann wird ja jeder zum Prinz oder Prinzessin.
00:48:00
Speaker
Ja, genau.
00:48:01
Speaker
Aber das ist der entscheidende Punkt.
00:48:03
Speaker
Also die Heldenreise per se, ja,
00:48:07
Speaker
Die macht schon Sinn.
00:48:08
Speaker
Ich erkläre auch gleich, warum.
00:48:10
Speaker
Auf das Wie kommt es an.
00:48:11
Speaker
Wie mache ich die?
00:48:12
Speaker
Wie stricke ich die?
00:48:13
Speaker
Wie stricke ich das Muster einer Heldenreise?
00:48:16
Speaker
Und was wir nicht haben wollen, was wir in den klassischen Unternehmen ja immer haben, ist diese geschönte PR-Geschichte.
00:48:22
Speaker
Alles ist nur eitel Sonnenschein.
00:48:24
Speaker
Ja, und wir haben diesen Start-Zielsieg.
00:48:28
Speaker
Und genau das ist es, was das Ganze dann unglaubwürdig macht, wo du genau sagst, das ist doch too much.
00:48:33
Speaker
Ja, das ist doch, so ist das wahre Leben nicht.
00:48:37
Speaker
Eine Heldenreise, die muss konstruiert werden, wie das wahre Leben so spielt.
00:48:43
Speaker
Und das zweite Wichtige ist, was wir verstehen müssen, in einer Heldenreise ist nicht das Unternehmen der Held.
00:48:51
Speaker
Das Unternehmen ist Mentor, das Unternehmen ist Helfer, der zum Beispiel, wenn wir über Kundenreisen sprechen, der dem Kunden hilft, zu einer erfolgreicheren oder glücklicheren Zukunft zu kommen, je nachdem erfolgreicher B2B, glücklicher B2C.
00:49:09
Speaker
Das Unternehmen ist der Helfeshelfer oder der Vertriebsmitarbeiter ist der Helfeshelfer oder die Führungskraft ist der Mentor auf dieser Reise, der Mitarbeiter geht die Heldenreise und die Führungskraft ist der Mentor.
00:49:22
Speaker
In einer klassischen alpha-hierarchischen Situation, da spielt sich die Führungskraft immer noch selber oder das Unternehmen selbst als Held auf und das ist eben falsch.
00:49:32
Speaker
Erste Geschichte.
00:49:33
Speaker
Und die zweite Geschichte ist eben die, die Heldenreisen sind halt lang.
00:49:38
Speaker
Ja, die bestehen ja aus den zwölf Etappen.
00:49:40
Speaker
Also wo kommt das her und warum macht es Sinn?
00:49:42
Speaker
Da hat eben ein Mythenforscher, der hat an die Tausende von Mythen, von Sagen, von Bestsellern auch, von tollen Filmen und Hörspielen und so weiter, hat eben dieses Muster herausgefunden, wie funktioniert die Heldenreise und hat daraus zwölf Etappen gemacht.
00:50:00
Speaker
Und in einem Spielfilm kann ich das natürlich, in einem Buch kann ich das natürlich sehr schön ausarbeiten.
00:50:05
Speaker
Aber die Geschichten sollen ja kurz sein.
00:50:07
Speaker
Die müssen ja auch kurz sein.
00:50:08
Speaker
Die müssen ja auch schnell erzählt sein.
00:50:09
Speaker
Also muss ich die Heldenreise kürzen.
00:50:11
Speaker
Und das mache ich eben mit dieser Formel.
00:50:13
Speaker
Die nenne ich ATE.
00:50:15
Speaker
Das sind ja nur noch drei Schritte.
00:50:16
Speaker
Also diese zwölf Schritte eingedampft auf drei.
00:50:19
Speaker
Und die sind absolut logisch.
00:50:21
Speaker
Und so wird jede Geschichte erzählt.
00:50:23
Speaker
Die hat ein A.
00:50:25
Speaker
Ein T und ein E, A steht für Anfang, T steht für die Transformation, die Umwandlungsphase und E steht für das Ende, also hoffentlich ein Happy End.
00:50:36
Speaker
Und das Strickmuster ist jetzt folgendes, es gibt ein Problem.
00:50:40
Speaker
Und das darf ich auch ansprechen.
00:50:42
Speaker
Also früher hat man ja immer gesagt, nimm das Wort Problem nicht in den Mund.
00:50:45
Speaker
Doch, es gibt ein ernstes Problem.
00:50:48
Speaker
Unser Unternehmen wird die Zukunft, wenn es so weitermacht wie bisher, nicht erreichen können.
00:50:54
Speaker
Mit den Produkten, die heute noch laufen, die morgen kein Mensch mehr will.
00:50:59
Speaker
Das ist unser Problem, wenn ich jetzt die Strategie fürs Unternehmen mache.
00:51:03
Speaker
Also das zeige ich ganz kurz auf.
00:51:04
Speaker
Da stehen wir heute.
00:51:06
Speaker
Das ist der Anfang.
00:51:09
Speaker
Und der Held will nicht so recht in dieses Neuland hineingehen.
00:51:15
Speaker
Also das ist immer etwas, der Held, der zögert noch, weil er weiß, ja, da sind die Gefahren im Neuland und jetzt braucht er diesen Mentor, der ihm sagt, das kann aber klappen, das ist die Führungskraft, die Rückenwind gibt, das ist der Vertriebsmitarbeiter, der dem Kunden hilft, eben hier zu sehen, wie viel besser es im Neuland sein kann.
00:51:32
Speaker
Und dann, das ist die Anfangsphase und dann kommt die Zwischenphase, das ist die Transformation und die hat immer Höhen und Tiefen.
00:51:40
Speaker
Es gibt keine Startzielsieg.
00:51:41
Speaker
In jedem Unternehmen, in jeder Geschichte gibt es Höhen und Tiefen.
00:51:44
Speaker
Ja, und das macht es erst wahr, wenn ich als Unternehmen auch bereit bin, über die Tiefen zu sprechen, wo ich Irrwege hatte, wo ich in Sackgassen geraten bin.
00:51:54
Speaker
Und da muss ich drüber sprechen.
00:51:56
Speaker
Das macht die Geschichte erst spannend.
00:51:58
Speaker
Was unspannend ist, der Startzielsieg.
00:52:00
Speaker
Was spannend ist und was glaubwürdig ist, ist dieses Auf und Ab in der Transformationsphase, was jeder erlebt, der in irgendeiner Form besser werden will.
00:52:09
Speaker
Ja, wer im Sport als Tennisspieler oder als Golfer oder was auch immer besser werden will, einen neuen Schlag ausprobiert, der geht durch dieses Auf und Ab am Anfang.
00:52:17
Speaker
Der geht erstmal in dieses Tal rein, wo es plötzlich wieder nicht so gut ist und dann, wenn er den Schlag beherrscht, eben einfach dann wirklich besser zu werden.
00:52:25
Speaker
Und dieses Auf und Ab, das muss ich erzählen, in Kurzform.
00:52:28
Speaker
Ja, vielleicht ein Auf, ein Ab.
00:52:30
Speaker
Ja, und das machen eben die Startups.
00:52:31
Speaker
Sie machen das.
00:52:32
Speaker
Ja, die sind durch diese Auf und Abs gegangen und deswegen sind die Startups-Geschichten auch immer so irre spannend, weil sie eben wahrheitsgemäß erzählen, wie sie in diese Zukunft gegangen sind und noch weiter in diese Zukunft gehen wollen.
00:52:47
Speaker
Und es gibt Widersacher.
00:52:48
Speaker
Ja, und das ist wichtig.
00:52:50
Speaker
Also der Alfred Hitchcock, wahrscheinlich einer der erfolgreichsten Regisseure aller Zeiten, der hat mal gesagt, der Widersacher, je besser der Widersacher, umso spannender wird die Story.

Die Bedeutung der ersten Unterstützer in Ideenentwicklung

00:53:00
Speaker
Also der Widersacher, der muss groß und stark sein, aber am Ende des Tages besiegt eben unser Held diesen Widersacher oder diese Widersacher und geht eben strahlend mit diesem Geschenk eine neue Idee, eine Innovation, was auch immer, kommt er zurück in seine Gemeinschaft und sorgt für das Happy End.
00:53:17
Speaker
Also so wird eine Heldenreise erzählt.
00:53:19
Speaker
A, T, E, in diesem Dreierschritt mit dem Auf und Ab und nicht das Unternehmen ist der Held, sondern der Kunde ist der Held und die Mitarbeiter sind die Helden und nicht die Top-Führungskräfte und nicht das Unternehmen, das alles alleine stimmt.
00:53:33
Speaker
Ja, weil
00:53:34
Speaker
Keine Führungskraft stemmt eine Strategie alleine.
00:53:38
Speaker
Die muss ihre Mitarbeiter in den Vordergrund schicken, damit die selbstwirksam eben hier mitgestaltender Teil des Prozesses werden können.
00:53:47
Speaker
Und das wird so oft übersehen.
00:53:49
Speaker
Du hast es ja eben auch gesagt.
00:53:51
Speaker
Ja, also die Menschen verlieren ihre Selbstwirksamkeit.
00:53:54
Speaker
Das ist also ein großes Problem, was ich im Moment sehe.
00:53:58
Speaker
Ja, wir haben nicht mehr die Zeit, sondern die sollen nur noch funktionieren und die sollen nur noch gehorchen und die Ansagen erfüllen und die Abläufe einhalten, ohne dass Zeit für Verbesserungsideen ist.
00:54:11
Speaker
Die sollen, wie gesagt, nur funktionieren und dieses Funktionieren funktioniert eben heutzutage immer automatisierter, immer mehr KI, nicht nur als Helfer, sondern KI-gesteuert.
00:54:22
Speaker
Die Menschen verlieren ihre Selbstwirksamkeit.
00:54:24
Speaker
Und wenn die ihre Selbstwirksamkeit verlieren, dann können die das nicht mehr trainieren.
00:54:29
Speaker
Und dann geraten sie in so ein Gefühl von Ohnmacht.
00:54:32
Speaker
Ich kann ja gar nichts mehr aktiv mitgestalten.
00:54:35
Speaker
Ja, und das ist das Wichtigste.
00:54:37
Speaker
Jeder Mensch will zeigen, dass er ein wertvolles Mitglied einer Gemeinschaft, einer unternehmerischen Gemeinschaft sein kann.
00:54:43
Speaker
Und jeder Mitarbeiter will auch beweisen, dass er ein wertvolles Mitglied einer Gemeinschaft, einer unternehmerischen Gemeinschaft sein kann.
00:54:47
Speaker
Auch wenn er zwischendurch mal Fehler macht, dass er das schaffen kann und dass er dieses wertvolle Mitglied der Gemeinschaft ist.
00:54:54
Speaker
Wir müssen ihm nur diese Spielwiesen dazu geben.
00:54:57
Speaker
Und das ist wirklich ein Appell an die Führungskräfte.
00:55:00
Speaker
Gebt den Leuten Mittel und Wege und Spielwiesen und auch Geld, Spielgeld in die Hand, damit die aktiv mitgestalten und ihre besten Ideen und ihre ganze Leidenschaft ins Unternehmen einbringen können, weil die es wollen, weil die es wirklich machen wollen.
00:55:18
Speaker
Das ist ein gutes Stichwort, weil zum Ende hin würde ich gerne nochmal auch in diese Handlungsebene kommen, die du jetzt eigentlich schon angesprochen hast.
00:55:25
Speaker
Und du sprichst zum Beispiel auch von First Follower.
00:55:29
Speaker
Das heißt, was braucht es dann, damit dann wirklich so eine Zukunftserzählung in eine Bewegung kommt?
00:55:36
Speaker
Genau, das ist ja immer die Kretchenfrage.
00:55:39
Speaker
Dann steht alles schön da und gehen wir jetzt mal davon aus, wir haben die Leadership Superkraft, die Erzählkunst und
00:55:46
Speaker
wurde sozusagen, feier dich vielleicht auch im Rahmen von einer Veranstaltung, wurde da die Helden-Story-Reise des eigenen Unternehmens in die Zukunft projiziert.
00:55:58
Speaker
Wie kommen wir denn jetzt dann ins Handeln?
00:56:00
Speaker
Ja, genau.
00:56:01
Speaker
Also am Anfang steht immer die Idee.
00:56:04
Speaker
Also eine Idee, eine Innovation braucht eine Anfangsidee, die dann auch in die Tat umgesetzt wird.
00:56:10
Speaker
Und diese Ideen, die sollen nicht im stillen Kennerlein entstehen.
00:56:16
Speaker
Sondern die sollen schon als co-kreativer Prozess sollten, die idealerweise entstehen.
00:56:22
Speaker
Aber am Anfang ist es immer eine Person, die eine Idee hat.
00:56:26
Speaker
Und diese Idee ist wie so ein Rohdiamant.
00:56:29
Speaker
Und wenn ich jetzt diesen Rohdiamanten ins Spiel bringe, dann ist der noch nicht geschärft, der ist noch nicht perfekt, der ist noch nicht rund.
00:56:38
Speaker
Und das ist oft dieser Moment, wo die Idee scheitert.
00:56:42
Speaker
Ja, weil die anderen können sich noch nicht recht vorstellen, wie lässt sich das in unsere Abläufe integrieren, wie kriegen wir so eine Innovation in unseren Produktionsprozess hinein.
00:56:52
Speaker
Das heißt, ich brauche eine Phase, wo ich als Ideen Ursprung,
00:56:59
Speaker
sozusagen zunächst einen First Follower brauche.
00:57:02
Speaker
Da gibt es ein wunderschönes Video von einem Unternehmensberater, der heißt, jetzt habe ich den Namen greifen, nicht parat,
00:57:13
Speaker
Derek Sievers heißt der.
00:57:16
Speaker
Und bei dem Festival hat er einfach ein bisschen aufgenommen.
00:57:20
Speaker
Und es gibt ein Festival und die Leute sitzen alle auf dem Rasen und hören da der Veranstaltung zu und es gibt die Musik und einer fängt an zu tanzen.
00:57:29
Speaker
und macht sich da zum Idioten.
00:57:34
Speaker
Gut, tanzen sieht er nicht.
00:57:35
Speaker
Ja, er ist eben so ein Rohdiamant.
00:57:37
Speaker
Also richtig gut macht das noch nicht.
00:57:40
Speaker
Es ist also jetzt noch nicht das ausgeträgte Tanzen.
00:57:43
Speaker
Und solange er allein bleibt, wird diese...
00:57:46
Speaker
dieses Tanzen zum Worker-Kreppierer.
00:57:48
Speaker
Aber sobald der Erste aufspringt, ermuntert oder von sich aus mit ihm zu tanzen und die tanzen jetzt gemeinsam und fangen an, ihre Moves zu perfektionieren, in dem Moment sieht man, wie der Rohdiamant schon, also dieses Roh-Tanzen schon zu etwas Besonderem wird und es kommen immer mehr Leute dazu.
00:58:07
Speaker
Und irgendwann ist die Mehrheit entstanden,
00:58:09
Speaker
Die tanzende Mehrheit und die paar wenigen, die immer noch da sitzen, die führen sich gruppendynamischer Prozent, die führen sich jetzt quasi genötigt, endlich auch aufzuspringen.
00:58:18
Speaker
Da kann man nicht mehr sitzen bleiben, weil irgendwann ist man da alleine.
00:58:23
Speaker
Und der First Follower, das ist nicht die Ursprungsidee, der First Follower, also dieser Erste, der aufspringt und mit tanzt, der ist der Entscheidende.
00:58:31
Speaker
Das ist auch mein Engelsadvokat, der als erstes das Gute findet in dieser Idee,
00:58:38
Speaker
Den braucht es.
00:58:39
Speaker
Und wenn ich derjenige bin, der die Idee hat, muss ich mir als allererstes einen First-Follower und dann noch zwei, drei andere, dass wir eine Gruppe werden, dass wir eine Gemeinschaft werden, dass wir die Idee nochmal schärfen können, austauschen können, uns gemeinsam überlegen können, wie lässt sie sich denn auch anschlussfähig präsentieren.
00:58:57
Speaker
Weil das erste ist die Idee haben, das zweite ist die Idee schärfen und das dritte ist die Idee verkaufen.
00:59:04
Speaker
Und damit meine ich wirklich verkaufen.
00:59:06
Speaker
Das ist ein Ideenverkaufen im Meeting.
00:59:09
Speaker
Und dann brauche ich noch jemanden, der nickt.
00:59:11
Speaker
Das wäre dann ein Sponsor.
00:59:13
Speaker
Den habe ich mir auch im Vorfeld der Präsentation idealerweise schon auf meine Seite geholt.
00:59:19
Speaker
Der weiß dann schon Bescheid.
00:59:20
Speaker
Der kennt die Idee schon.
00:59:21
Speaker
Das ist keine Überraschung.
00:59:23
Speaker
Und ich versichere im Vorfeld mir, dass er die Idee gut ist.
00:59:28
Speaker
Der Sponsor ist jemand, der eine Stimme hat, der wichtig ist, auch in den Jobführungsetagen.
00:59:32
Speaker
Und so schaffe ich einen strategischen Prozess, wie es mir viel besser gelingen kann, dass ich diese, meine Idee, an die ich glaube, dass es die Zukunft des Unternehmens mitgestaltet, dass ich das in die Umsetzung kriege.
00:59:44
Speaker
Bleib nicht allein, such dir Follower, schärfe die Idee, such dir eine Sponsor, der dir Rückumwind gibt und lerne das Verkaufen der Idee, wenn die entscheidende Präsentation ansteht.
00:59:57
Speaker
Das wären so die wichtigen Punkte, um es auch wirklich dann in die Umsetzung zu bringen, weil wir haben, oft haben wir eben die Ideengeber, die einfach scheitern.
01:00:06
Speaker
weil sie es auch selbst nicht richtig machen, nicht weil alle im Unternehmen dagegen sind, sondern weil die Idee einfach nicht gut genug präsentiert und verkauft worden ist.
01:00:14
Speaker
Auch deswegen scheitert man und da muss man als Ideengeber eben aktiv mitarbeiten, dass das zum Erfolg werden kann.
01:00:21
Speaker
Sehr schön.
01:00:23
Speaker
Mensch, da haben wir jetzt ja viele Sachen erwähnt und besprochen.
01:00:27
Speaker
Also ich glaube, da kann man einiges mitnehmen.
01:00:30
Speaker
Zum Ende hätte ich noch eine ein bisschen mehr persönlichere Frage an dich, die mich das Thema auch seit langer Zeit umtreibt.
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Speaker
Und ich glaube auch mit Anja, ich glaube nicht nur, ich weiß es, wir haben schon oft darüber gesprochen, ist auch so dieses Thema Green Storytelling.
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Speaker
Und was ich damit meine ist, dass wir haben das zumindest oft auch in der Tourismusbranche diskutiert, also in Austauschen zu Nachhaltigkeit und Klimakrise und so weiter, dass wir, glaube ich, so ein bisschen verpasst haben, die Menschen dazu wirklich in einem konstruktiven Art und Weise abzuholen.
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Speaker
Also die ganze Debatte ist sehr
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Speaker
sehr angstgetrieben, sehr faktengetrieben auch, teilweise mit Begriffen, die, und das ist nicht irgendwie despektierlich gemeint, ja, meine Nachbarinnen und Nachbarn gar nicht verstehen, was die eigentlich genau bedeuten, also von Klimaneutralität bis klimapositiv und so weiter und so fort.
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Speaker
Und das ist ja genau eines der Themen eigentlich, wo wir ja positive Narrative bräuchten, um die Menschen zu bewegen und sie eigentlich nicht zu hemmen und zu verhindern, dass sie in Aktion kommen.
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Speaker
Und ich denke mal, da hast du auch paar Gedanken dazu.
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Speaker
Ja.
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Speaker
auf Basis deiner Arbeit und deines Buches.
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Speaker
Ja, richtig.
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Speaker
Die sind auch explizit im Buch erwähnt, weil genau das ist ja ein großer Teil unserer Zukunft, wird davon handeln, ob es uns gelingt, unseren Heimatplaneten wieder zu heilen.
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Speaker
Nicht nur retten, was zu retten ist, sondern nicht Zero, wie man so kryptisch sagt immer, sondern wir wollen den Heimatplaneten ja wieder heilen.
01:02:15
Speaker
Das heißt, es sollte im Idealfall wieder besser werden.
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Speaker
Und auf dem Weg dorthin sind eben die gleichen Fehler gemacht worden, die ich eben erzählt habe.
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Speaker
Die Führungskraft, die die Zukunftsstrategie vorbeizut hat.
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Speaker
vorstellt, Zahlen, Daten, Faktenlastig mit Horrorgeschichten.
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Speaker
Ja, man hat uns einfach viel zu oft auch erzählt, wir müssen Abstriche machen, wir müssen verzichten.
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Speaker
Ja, all diese Worte, die so extrem negativ sind, wo eben einfach diese negative Grundhaltung automatisch sich einstellt.
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Speaker
Und das hat sich leider eben über eine lange Zeit verfestigt.
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Speaker
Ja, weil eben auch das ganze Green ist ja sehr komplex und
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Speaker
Und es gibt auch sehr viele komplexe Themenfelder.
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Speaker
Ja, wenn ich nur schon sage, ich habe Umwelt, ich habe Klima, ich habe Artenschutz.
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Speaker
Jetzt mal um die drei großen Überschriften zu nehmen und wie das alles sich miteinander verzahnt, das ist wirklich sehr komplex, für einen Laien gar nicht durchschaubar.
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Speaker
Und wenn ich versuche, jetzt das zu erklären, was eben die grünen Leute immer machen, die versuchen zu erklären, mit Zahlen, mit Daten und Fakten zu kommen,
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Speaker
Und genau das ist eben der falsche Weg.
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Speaker
Und dann eben diese Verzichtsszenarien und wir dürfen nicht mehr und das nicht mehr und das nicht mehr und das nicht mehr.
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Speaker
Ja, und dann sind die grünen Produkte, die sind dann auch noch teurer und die schmecken nicht so gut und die sind nicht so effizient.
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Speaker
Man hat eigentlich immer nur Negativgeschichten erzählt.
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Speaker
Und wir wundern uns jetzt, dass Otto Normalverbraucher oder Lieschen Müller, dass die eben gar nicht verstehen, was da Sache ist und diesen Weg auch nicht mitgehen wollen.
01:03:46
Speaker
Also wir müssen uns da auch genauso wie die Führungskräfte von diesen Zahlen lösen.
01:03:51
Speaker
Die also für Sustainability-Experten, die werden ja vollgedrückt mit Zahlen und mit Daten und mit Fakten, wenn man so Nachhaltigkeitsbericht mal liest.
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Speaker
Und was da fehlt, ist die Story.
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Speaker
Und die Story, die muss in den Vordergrund treten, also die
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Speaker
Kunden kaufen keine CO2-Werte, die kaufen die Vorstellung von einer schöneren Welt, von einer grüneren Welt, von grünen Innenstädten, von lebenswerten Innenstädten, wo die Luft wieder gut ist, wo die Nahrung wieder gut ist, wo wir einfach gesunden können, wo wir als Individuen heilen können, damit wir in unsere volle Stärke kommen, um den Planeten zu heilen.
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Speaker
Und diese Geschichten, die müssen erzählt werden.
01:04:33
Speaker
Und das sind kurze Geschichten, die werden genau nach ATE aufgebaut.
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Speaker
Und das sind Geschichten vor allen Dingen nicht für Profis, weil der Profi sind vielleicht die Zahlen, Daten, Fakten, aber Otto Normalverbraucher und Gießen Müller.
01:04:45
Speaker
Also die Verbrochenheit, wie komplizierter das ist, die Zahlen, Daten, Fakten, die bringen das Hirn sofort dazu auszusteigen und die gute Story, die verfestigt sich im Jahr und die sagen ja.
01:04:58
Speaker
Da will ich dabei sein, da will ich mitmachen.
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Speaker
Und das Entscheidende ist, den Leuten auch zu sagen, es müssen nicht weniger alles machen.
01:05:05
Speaker
Das ist der nächste Fehler.
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Speaker
Die, die so ein bisschen green sind, denen wird jetzt jedes Detail vorgeworfen, wo die nicht zu 100% green sind.
01:05:14
Speaker
Wir müssen diese 60 Prozent erreichen, nicht die, die eh green sind und nicht die, die eh green werden wollen, sondern die 60 Prozent, die wir erreichen könnten.
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Speaker
Und die müssen wir erreichen mit einfachen Worten und mit guten Geschichten.
01:05:27
Speaker
Und das muss zum Neuen normal werden.
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Speaker
Es ist ja auch völlig unnormal, unseren Planeten zu zerstören auf Kosten von Profit von Einzelnen.
01:05:37
Speaker
Das ist völlig unnormal.
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Speaker
Dass wir jede Karte von Plastik essen, dass die Babys in den Mutterbäuchen schon von Plastikmikro durchs Leuchten werden.
01:05:51
Speaker
Das ist alles derart unnormal, dass wir es endlich auch ansprechen müssen.
01:05:57
Speaker
Und grün, also grünes Leben, ja, in Einklang mit der Natur, das ist das neue Normal.
01:06:03
Speaker
Also das sind die Botschaften, die wir vermitteln müssen.
01:06:05
Speaker
Also da muss auch ein völliger Umdenkungs- und Umgestaltungsprozess stattfinden in der grünen Welt.
01:06:11
Speaker
Dann können wir es auch schaffen, mehr Menschen zu mobilisieren, die ihren Teil beitragen können.
01:06:16
Speaker
Nicht weniger alle, sondern viele etwas.
01:06:18
Speaker
Das muss die Botschaft sein.
01:06:19
Speaker
Wenn jeder in seinem Bereich schon mal anfängt, etwas zu machen und dann Spaß daran hat und immer mehr macht, weil er sich auch gut fühlt dabei, auch selber wieder gesundet im Kopf und auch im Körper wieder gesundet im Rahmen dieses Prozesses, dann können wir es schaffen.
01:06:35
Speaker
Und jeder Einzelne trägt dazu mit bei.
01:06:41
Speaker
Sehr schön.
01:06:41
Speaker
Das ist doch ein perfektes Schlusswort, würde ich sagen.
01:06:45
Speaker
Vielen Dank für deine Zeit und das Gespräch.
01:06:48
Speaker
Es war sehr, sehr spannend.
01:06:50
Speaker
Danke.
01:06:50
Speaker
Ich kann nur jedem das Buch empfehlen, Narrative für eine bessere Zukunft und natürlich deine anderen Bücher.
01:06:56
Speaker
Wir werden das auch in den Shownotes verlinken, auch deine Seite verlinken.
01:07:00
Speaker
Also schaut einfach mal vorbei.
01:07:01
Speaker
Natürlich findet man dich auch auf LinkedIn.
01:07:03
Speaker
Da bist du auch aktiv.
01:07:05
Speaker
Ich sehe dich in meinem Feed.
01:07:07
Speaker
Also wir sitzen sozusagen in einem Bubble.
01:07:10
Speaker
Ich sehe dich auch.
01:07:12
Speaker
Sehr gut, genau.
01:07:15
Speaker
Und damit würde ich sagen, herzlichen Dank fürs Zuhören.
01:07:17
Speaker
Wie immer teilt, liked, kommentiert, wenn euch die Folge gefallen hat oder wenn ihr Fragen habt.
01:07:23
Speaker
Wir leiten die auch immer gerne an unsere Gäste weiter an.
01:07:26
Speaker
sollte es da mal noch eine konkrete Frage geben.
01:07:29
Speaker
Und damit sage ich erst mal einen schönen Nachmittag.
01:07:32
Speaker
Auch dir, Anne.
01:07:34
Speaker
Wir hoffen auf besseres Wetter.
01:07:36
Speaker
Aber ich glaube, zum Wochenende soll es das geben.
01:07:39
Speaker
Es ist hier nämlich ganz schön regnerisch.
01:07:41
Speaker
Aber das muss auch sein.
01:07:42
Speaker
Wasser braucht die Natur auch.
01:07:44
Speaker
Und ja, damit wird es bald, würde ich sagen.
01:07:47
Speaker
Okay.
01:07:47
Speaker
Danke, Susanne.
01:07:49
Speaker
Ciao.