Transcript
Speaker: Hallo und herzlich willkommen bei Konflikte in kleinen Dosen mit den Kellerkindern.
Speaker: Alina Jensen und Lisa Zenker.
Speaker: Willkommen.
Speaker: Heute wollen wir den Podcast mal mit kleinen Reflexionsfragen stellen.
Speaker: Da werdet ihr bestimmt ein paar Sachen hören, die ihr in den ein oder anderen Folgen auch schon mal wahrgenommen habt.
Speaker: Und das ist eine kleine Erweiterung dazu.
Speaker: Und zwar haben wir uns auch schon immer mal gefragt, warum lande ich immer wieder in denselben Beziehungsmustern?
Speaker: Und warum ziehe ich also damit immer wieder genau diese Menschen mit genau diesen Charakteren an?
Speaker: Warum verliere ich mich immer mal wieder?
Speaker: Warum werde ich dann manchmal hart in Konflikten?
Speaker: Und warum bleibe ich vielleicht auch manchmal zu lange in Beziehung?
Speaker: Ja, und den Fragen wollen wir heute so ein bisschen auf den Grund gehen und zum einen auch schauen, wie kommt das denn, dass wir Muster entdecken bei uns, dass wir regelmäßig mehr vom Gleichen machen und dass wir dann größtenteils da sitzen und sagen, hä, jetzt ist mir das schon wieder passiert, dass ich einen Typen an der Seite habe, der sich einfach nicht in die Verantwortung begibt.
Speaker: und aus dieser Beziehung rausgekommen bin.
Speaker: Oder eben auch, ihr merkt, ihr seid in total stabilen Beziehungen und dennoch drehen sich die Konflikte immer wieder im Kreis.
Speaker: Also dieselben Themen werden besprochen, es werden vielleicht sogar Maßnahmen geklärt und vereinbart und dennoch wirken sie vielleicht für eine kurze Zeit und dann, wenn es sich wieder der Alltag eingeschlichen hat, beginnen die Konflikte wieder von vorne.
Speaker: Und das liegt daran, wir haben schon mal über die Antreiber gesprochen, dass wir so viele Erlebnisse von unseren Bezugspersonen in uns tragen, dass sie uns weiterhin, ich habe gerade so ein Bild von einer Marionette, weiterhin immer wieder so ein bisschen lenken und es richtig viel Energie braucht, neue Strategien einzustudieren.
Speaker: Also das, was du ja gerade sagst, ist, die Beziehungen, die wir da am längsten haben, nämlich die zu unseren Eltern, Bezugspersonen, wer auch immer die sind oder Herkunftsfamilie, sagt man auch oft, das sind die, mit denen wir gelernt haben, wie Beziehungen funktionieren.
Speaker: Also als Baby oder als Kleinkind haben wir uns abgeguckt, wie sind die miteinander und wie sind die mit mir?
Speaker: Ach so funktioniert die Welt und so funktioniert offensichtlich Beziehungsgestaltung.
Speaker: Und nach bestem Wissen und Gewissen reproduzieren wird es seither immer und immer wieder.
Speaker: Und das ist auch der Grund, warum ihr euch an der einen oder anderen Stelle wundert, dass es schon wieder passiert ist.
Speaker: Genau.
Speaker: Und zum Thema Wundern, das liegt einfach daran, dass wir uns ja erst im Erwachsenenalter, wenn wir in neue Beziehungen steigen und neue Beziehungen eingehen, erst anfangen, unsere Beziehungsmuster zu hinterfragen.
Speaker: Vorher brauchen wir das gar nicht.
Speaker: Also wenn wir erwachsene Beziehungen eingehen, merken wir, okay, da reagiere ich im Affekt so, wie meine Beziehungspersonen das mit mir gemacht haben oder
Speaker: wie die Beziehung eben in dieser Herkunftsfamilie gelaufen ist.
Speaker: Und das ist der Grund, dass es erst spät anfängt, dass wir darüber reflektieren können.
Speaker: Naja, und das ist ja auch so, never change the running system, haben wir auch schon gesagt.
Speaker: Also wenn das funktioniert bis hierher, dann ist ja gar kein Grund da, dahin zu gucken.
Speaker: Erst wenn es schmerzhaft wird oder wenn der Unmut darüber steigt oder das genervt sein, erst dann guckt man ja und fragt sich auch, woher kommt das eigentlich?
Speaker: Und wir haben ja gerade über Frust gesprochen.
Speaker: Da ist es manchmal so, dass wir uns immer wieder auch fragen, wie es funktionieren kann, dass wir da rauskommen aus dieser Spirale, weil manchmal kann das richtig einsam sein, immer wieder dahin zu kommen, dass ich mit meinen eigenen Strategien nicht weiterkomme, fast wie in so eine Ohnmacht gelangen.
Speaker: Oder ich merke, dass ich die ganze Zeit die anderen Leute so blöd finde.
Speaker: Wenn ich jetzt gar nicht erst dahin komme, dass das meine Strategien sind, die mich in die Situation gebracht haben, dann könnte es auch sein, dass ihr denkt, Mensch, die anderen sind alle blöd und niemand hat es verstanden.
Speaker: Und jetzt ist schon wieder so eine Person in mein Leben getreten, die sich ähnlich verhält wie die vorhergehende.
Speaker: Also auch wenn ihr das merkt, könnte es ein Hinweis darauf sein, dass
Speaker: dass ihr in so einem Mustern gerade seid.
Speaker: Genau, und da haben wir so verschiedene Leitsätze für euch nochmal dabei.
Speaker: Da könnt ihr nochmal reinspielen, ob irgendwas für euch da auch stimmig ist.
Speaker: Und zwar stärke schützt, aber lässt keine Nähe zu.
Speaker: Das heißt, wenn eure Strategie ist, sei stark, ja keine Emotionen zulassen oder sich ja nicht zeigen, weil das könnte ja verletzen, dann hat das sicherlich einen Wert.
Speaker: Und gleichzeitig auf der Schattenseite
Speaker: kommt ihr natürlich nicht in richtige Verbindung.
Speaker: Weil Verbindung entsteht ja nur, indem ihr euch nackig macht und damit das Gegenüber einladet, sich auch nackig zu machen und sich dann zu treffen darin.
Speaker: Harmonie hält Frieden, aber tötet Wahrheit.
Speaker: Ja, einige Familien haben das vielleicht auch über Weihnachten wieder feststellen dürfen, dieses Harmoniebedürfnis miteinander.
Speaker: Ja, im Außen ist es vielleicht auch erstmal Ruhe und im Inneren
Speaker: ist dann vielleicht an der anderen Stelle runterschlucken oder aushalten oder angespannt werden und damit vielleicht sich ein Stück Zunge abbeißen, weil man Dinge nicht einbringt in die Konversation und damit natürlich auch ein Stück weit Qualität in der Beziehung flöten geht.
Speaker: Perfektion reduziert Spannung, aber auch Lebendigkeit.
Speaker: Und mit Perfektion heißt es also, sei perfekt.
Speaker: Gestalte es so, dass es allen gut geht.
Speaker: Natürlich passieren dann relativ wenig Konflikte, wenn sich alle irgendwie anstrengen und es wie gefühlt smooth läuft.
Speaker: Aber dann passiert auch keine Überraschung.
Speaker: Dann passieren keine Peaks.
Speaker: Dann passieren natürlich auch nicht die Tiefs, aber gerade die Höhepunkte sind ja meistens das Schöne an Beziehungen.
Speaker: Unsichtbarkeit vermeidet Konflikt, aber verhindert Bindung.
Speaker: Also das meint so ein bisschen, wenn ich alles zurückhalte und mich da ganz, ja, nicht auffallen, schön in der Gefälligkeit bleiben, dann verringert das sicherlich auch im ersten Moment den Konflikt und gleichzeitig kann ich mich nicht zur Verfügung stellen und bin wie weg.
Speaker: Kümmern schafft Ordnung, aber löscht dich selbst.
Speaker: Ja, und das ist ja das, wo so viele sich vielleicht auch wiederfinden, dieses Aufgeben in der Beziehung.
Speaker: Ich tue alles, damit es der anderen Person gut geht und weiß gar nicht, was meine eigenen Bedürfnisse in dieser Situation oder auch in der Beziehung sind.
Speaker: Und damit gebe ich mich ein Stück weit auf, weil ich nicht mehr auf mich gucke.
Speaker: Ja.
Speaker: Am Ende landen wir ja immer da, was könnt ihr tun, um euch nicht nur zu reflektieren, sondern vielleicht auch neues Verhalten wieder aufzubauen und zu erlernen.
Speaker: Da könnt ihr euch die Frage stellen,
Speaker: welche Rolle spiele ich hier, die gar nicht mir gehört.
Speaker: Weil das Nervensystem unter anderem zu dem Verhalten auch spielt eine Rolle, die noch aus der Vergangenheit, da ist wie so ein altes Schauspiel, das niemals aufhört.
Speaker: Und wenn ihr euch bewusst fragt, welche Rolle spiele ich hier gerade?
Speaker: Gehört die zu mir?
Speaker: Sind das die Stimmen meines Vaters, meiner Mutter?
Speaker: Oder ist es wirklich das, was für mich heutzutage noch wichtig ist in dieser Erwachsenenbeziehung?
Speaker: Dann habt ihr einen ersten Schritt in die Richtung, in ein Möglichkeitenfeld zu kommen und euch zu entscheiden, wie ihr damit umgehen wollt und welches Verhalten ihr stattdessen an den Tag legen wollt.
Speaker: Und das klingt jetzt so einfach, wenn du das sagst.
Speaker: Das ist es nicht.
Speaker: Und das ist uns auch ganz bewusst.
Speaker: Von daher laden wir da auch ein, lass dich darin begleiten.
Speaker: Nutz dein Coaching oder auch ein Gegenüber, um das zu erkunden.
Speaker: Weil so einfach mal eben, das ist auf alle Fälle harte Arbeit.
Speaker: Und wir möchten auch dazu einladen, den Mut überhaupt aufzubringen, diese Verletzlichkeit zuzulassen und euch eben nackig zu machen damit.





