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Schweigen ist silber, Reden ist gold

Konflikte in kleinen Dosen
Konflikte in kleinen Dosen

34 plays · Apr 22, 2026

Neben all dem Innehalten und MA Räumen, möchten wir heute eine Lanze brechen für eine Kommunikation abseits von Schweigen. Auch wenn es eine beliebte Strategie ist, ist es doch gute Gründe, das Schweigen zu brechen. Weiteres Lesematerial: Gottman, J. M. (1994). What predicts divorce? The relationship between marital processes and marital outcomes. Bild: Nils Gilleßen Musik: Jan Lagowski

Transcript

Speaker: Hallo und herzlich willkommen zu Konflikte in kleinen Dosen mit den Kellerkindern.

Speaker: Alina Jensen und Lisa Zenker.

Speaker: Willkommen.

Speaker: Heute wollen wir uns mit dem Thema Schweigen befassen.

Speaker: Da habe ich gerade ein ganz gutes Beispiel für gehabt.

Speaker: Ich habe gerade ein Training gegeben in der GfK, Gewaltfreien Kommunikation nach Rosenberg.

Speaker: Und da habe ich die Leute gebeten, eben ein Feedback zu schreiben und habe extra angesagt, schreibt nicht übereinander, sondern über irgendein Thema zu Hause, weil wir das im Plenum auswerten wollen.

Speaker: Und dann bin ich durch die kleinen Gruppen gegangen und habe festgestellt, da ist so ein Wumms drin in dieser Gruppe, in den Themen, das ist für die anscheinend total wichtig, weil das doch zu tun, über Situationen in der Arbeit zu sprechen.

Speaker: Und somit war es dann am Ende eben den Leuten nicht möglich, als ich fragte, wer möchte das Feedback im Plenum vorstellen, das zu machen, weil sie das in der großen Gruppe sich dann nicht mehr zugetraut haben, das miteinander zu teilen.

Speaker: Und da ist ein ganz großes Schweigen erst mal aufgetreten in dem Moment.

Speaker: Und das hat bei mir lange nachgewirkt.

Speaker: Ich habe darüber nachgedacht, was die Hebel und Dynamiken und Gedanken der Personen war, dass sie eben nicht das in der Gruppe geteilt haben.

Speaker: Eigentlich total schade, wenn ich dir da so zuhöre, weil in meinem Verständnis ist jeder Impuls, der gegeben werden kann, eine Anregung, um gemeinsam den Status quo zu challengen oder gemeinsam zu entwickeln, weil die Gedanken sind ja offensichtlich auch da, die gehen ja nicht weg, nur weil man sie nicht in die Gruppe bringt und gleichzeitig hat keiner eine Chance, darauf einzugehen und damit was zu machen.

Speaker: Und ich sag mal so, wenn wir hier unser Credo haben, Kommunikation ist the key oder Kommunikation ist der Schlüssel für alles, ist ja Schweigen zwar auch eine Form von Kommunikation, aber ein Schlüssel ohne Schloss.

Speaker: Ja, eher so vermeidend.

Speaker: Und das Interessante daran war, dass ich jetzt weiß, dass sich ganz viele Themen innerhalb dieser Gruppe wiederholen.

Speaker: Und ich behaupte jetzt einfach, Sie wissen das nicht voneinander.

Speaker: Und da habe ich gemerkt, wie schade das ist, diese Themen eben zu vermeiden, weil ich glaube, dass es sogar, wenn das auf den Tisch gekommen wäre, dieses Gemeinschaftsgefühl gestärkt hätte, zu wissen, ich bin damit nicht alleine.

Speaker: Die anderen Leute haben auch Herausforderungen mit dieser Situation.

Speaker: Und es vermeidet auch eben die Möglichkeit, das zu bearbeiten, ans Morgen zu denken und

Speaker: da wirklich was draus mitzunehmen und Handlungen rauszuholen.

Speaker: Ja, und ich erinnere mich gerade, wenn wir im Resortive Circles, das ist das Konfliktmodell, was wir auch schon mal vorgestellt haben, hört da gerne nochmal rein in die Folgen, in Gruppen anwenden, benutzen wir auch gerne das Schweigen als Anlass.

Speaker: Also wenn eine Person schweigt, stellen wir gerne die Frage, was ist jetzt von dem Schweigen bei dir angekommen und was hast du davon verstanden?

Speaker: Weil

Speaker: Das ist ja schon auch eine Nachricht, die damit gesendet wird und man hat vielleicht auch Interpretationen.

Speaker: Vielleicht denke ich, es ist dir nicht wichtig, dass wir jetzt hier weiterreden oder ich habe die Interpretation, dass du einen Gedanken hast, den du nicht teilen möchtest, weil dir das zu heikel wird.

Speaker: Also und dann kann man ja sozusagen von da an wieder gucken, wie kriegen wir den Raum sicher genug, damit der Impuls in einer Art und Weise stattfinden kann.

Speaker: Und gleichzeitig habe ich auch großes Verständnis dafür, wie wir in der Folge Wut tut gut auch schon besprochen haben, dass die Ursachen für dieses Schweigen oft erlernt sind und oft irgendwie mit der Vergangenheit zu tun hat.

Speaker: Manche haben das eben als als Strategie erfahren oder auch genutzt.

Speaker: eben zu schweigen, was sich dann wie so eine Strafe bei den, also als bewusste Strafe vielleicht eben erlebt haben oder es auch einfach nur so angekommen ist.

Speaker: Oder diesen Liebesentzug, von dem manche auch was kennen, dass das einfach bewusst oder unbewusst eingesetzt wird, um einen Konflikt zu behandeln.

Speaker: Und deswegen ist es auch sehr verständlich, dass viele Menschen eben nicht gut damit umgehen können mit ihren Gefühlen und deswegen einfach schweigen, bis ihnen was einfällt, was sie daraus machen können.

Speaker: Und da habe ich Lust, eine Abgrenzung zu fahren, zum Beispiel zu unserem Raum des Ma, die Folge, wo wir ja sagen, dass ein Innehalten und ein bewusstes Entscheiden, gerade nicht zu reagieren,

Speaker: weil man sich selber erst mal regulieren möchte oder auf die Suche geht nach inneren Bedürfnissen, die man jetzt noch nicht klar hat, dass das damit nicht gemeint ist.

Speaker: Weil das ist ja wirklich auch wieder ein aktiver Prozess.

Speaker: Und bei dem Schweigen, in Abgrenzung dazu, ist es eher wie ein Zwang, den ich gehe, oder eine unbewusste Handlung, dass ich gar nicht merke, dass ich mich damit in den Rückzug bewege.

Speaker: Und aus meiner Perspektive lohnt sich das, das Schweigen wie so als einen Teil des Prozesses zu sehen.

Speaker: Also es kann total sinnhaft sein, zu schweigen.

Speaker: Und es kann auch total sinnhaft sein, das Schweigen aus so einem unbewussten Prozess in einem bewussten Ausgang.

Speaker: einzuarbeiten, aber eben nicht als letzten Schritt, sondern als einen von vielen Schritten, weil das ist ein Innehalten, das ist ein auf mich achten, nicht auf andere achten und es ist ein ich guck mal, ob ich gerade überhaupt Energie habe, mich mitzuteilen oder diese Situation zu verwandeln und

Speaker: Wenn ich mir all diese Fragen gestellt habe, dann lohnt es sich total, auch eben noch einen Schritt oder mehrere Schritte weiterzugehen und das vielleicht dann wieder, wie du manchmal sagst, in Kontakt zu bringen mit der Person, die das betrifft oder mit dem Personenkreis.

Speaker: Genau, also unser Plädoyer ist, diese Kundgabe oder sich zeigen ist essentiell, um einen Konflikt in Bewegung zu bringen.

Speaker: Und Schweigen ist jetzt nicht ganz so funktional, wenn es das einzige bleibt.

Speaker: Danach kann in irgendeiner Form vielleicht ein Kontaktabbruch oder eben wieder eine Kontaktaufnahme passieren, aber nur schweigen ist sozusagen etwas, was wir nicht so sehr als funktional achten.

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