Transcript
Speaker: Hallo und herzlich willkommen bei Konflikte in kleinen Losen mit den Kellerkindern Alina Jensen und Lisa Zenker.
Speaker: Willkommen.
Speaker: Heute beschäftigt mich irgendwas, also gerade so zwischenmenschliche Beziehung total.
Speaker: Und da wollte ich dich direkt mal fragen, kennst du das, wenn du aus Treffen mit Menschen kommst, sowohl privat als auch beruflicher Natur, dass du manchmal total überdreht bist, also gleichzeitig totale Energie geladen als auch komplett entladen und überlastet und manchmal so einen starren Blick hast und einfach irgendwie...
Speaker: Ja, dieses Treffen dir auch nicht mehr aus dem Kopf geht.
Speaker: Ja, auf jeden Fall.
Speaker: Also ich merke das dann bei mir auch ganz stark, dass ich auch so ein bisschen schwitze.
Speaker: Also vor Aufregung oder vor Anspannung.
Speaker: Und dass es mir danach gut tut, mich erst mal zu bewegen, weil ich auch gerade im Schulterbereich dann auch so angespannt bin oder eng.
Speaker: Ja, ja, ich kenne das.
Speaker: Ja, und wir haben ja jetzt eben in den Vorbereitungen schon drüber gesprochen und haben gemerkt, das muss irgendwas mit dem Nervensystem zu tun haben, weil uns das ja so viele, vor allem körperliche Symptome auch schickt, wie du sie gerade zusätzlich nochmal beschrieben hast.
Speaker: Und ich kann mich auf jeden Fall daran erinnern, dass ich tatsächlich
Speaker: auch weiß, dass es auch an meinem Zustand liegt.
Speaker: Also ob ich mich jetzt abends nach der Arbeit noch total müde und überdreht mit Menschen treffe, weil ich denke, ich darf den Termin nicht absagen oder am Wochenende mich mit Freundinnen treffe und mehrere Stunden bei einem Brunch sitzen kann ohne Zeitstress.
Speaker: Ja, auf jeden Fall.
Speaker: Und ich merke das dann zum Beispiel auch, dass ich im Gespräch wie in so einen Performance-Druck komme oder denke, oh, Stille, das muss ich jetzt füllen mit irgendeiner eloquenten Frage oder mit einem neuen guten Thema.
Speaker: Ich merke auch, dass mein Herz schneller pocht und ja, also das fühlt sich wie, also ich bin angestrengt.
Speaker: Ja, und ich habe für mich herausgefunden, dass es wirklich einen Unterschied macht, ob ich das in so einem Arbeitskontext habe, wo ich auf Leute treffe, die mir vielleicht nicht so liegen oder sogar mir nicht so wohlgesonnen sind.
Speaker: Dann ist das manchmal so ein Augen zu und durch und ich weiß, die Situation hört wieder auf.
Speaker: Aber was mich jetzt noch weiter beschäftigt hat, ist wirklich, das auch noch mal in Freundschaften zu betrachten, weil das, was du jetzt gerade sagst,
Speaker: ist für mich irgendwie gar nicht erstrebenswert, so Freundschaften zu füllen, dass ich denke, ich muss was leisten.
Speaker: Das steckt ja für mich so ein bisschen dahinter, wenn du sagst Performance-Druck.
Speaker: Ich muss irgendwie dafür was tun, dass diese Beziehung irgendwie läuft.
Speaker: Und vor allen Dingen, es gibt ja dann auch die anderen Treffen, wo man oder ich rausgehe und merke,
Speaker: Genau so, mit so einem Ausatmen, so ein, wie schön war das jetzt.
Speaker: Ich fühle mich bis in den kleinsten Zeh auch angeregt, aber das ist nicht so eine angestrengte Anspannung, sondern eher so eine belebende, vitalisierende.
Speaker: Und ich habe Lust, wie irgendwie Dinge...
Speaker: zu tun danach.
Speaker: Also ich habe mehr Energie, als ich vorher hatte und ich bin nicht in so einem, ich habe nicht das Bedürfnis, das irgendwie zu rationalisieren oder zu analysieren, was da passiert ist, sondern ich bin wie so im Flow.
Speaker: Mhm.
Speaker: Ja, und ich glaube, das sind alles Hinweise eben vom Nervensystem, ob Personen menschlich zusammenpassen oder nicht.
Speaker: Also ohne andere Personen abzuwerten oder mich selber abzuwerten.
Speaker: Es gibt, glaube ich, einfach verschiedene Faktoren, um zu spüren, ob wir zusammenpassen.
Speaker: Und ich glaube, der am Anfang steht,
Speaker: auch so Grundlegendes.
Speaker: Können wir uns riechen?
Speaker: Können wir die Stimme des anderen ab?
Speaker: Wollen wir die Person anfassen?
Speaker: Also ich glaube, diese Sinneskanäle, die werden am Anfang so richtig bespielt und dadurch wird erstmal überprüft, ob wir uns, wie gesagt, dieser Spruch, ich kann dich gut riechen,
Speaker: ob das zusammenpasst.
Speaker: Und das ist ja schon mal ein sehr guter Hinweis, dass nicht nur dieses ganze Bewusstse, ich lächle dich an, du gibst mir ein Kompliment, wir lachen zusammen, funktioniert, sondern das schon viel früher anfängt, bevor wir überhaupt reagieren können, haben wir im Gehirn schon Prozesse, die losgehen und uns sagen, Achtung oder wir gehen rein.
Speaker: Also das haben ja die Forscher auch rausgefunden, dass unser Nervensystem 0,2 Sekunden schneller ist, als unser Gehirn es verarbeiten kann.
Speaker: Also unser Körper weiß eigentlich schon, fühlen wir uns gerade wohl oder fühlen wir uns nicht wohl und sendet diese Informationen dann zur Verarbeitung und dann treffen wir sozusagen Entscheidungen.
Speaker: Was machen wir jetzt damit?
Speaker: Wie gehen wir damit um und wie bewerten wir auch Dinge?
Speaker: Das finde ich irgendwie ganz interessant.
Speaker: Also
Speaker: Das ist ja auch immer unser Plädoyer an euren Körper.
Speaker: Vertraut dem, hört auf den und versucht da eine Verbindung aufzubauen, weil der ist ganz schön schlau.
Speaker: Und so kann man das, glaube ich, auch so ein bisschen differenzieren.
Speaker: Einmal so das Körperliche, das Sympathische sozusagen und aber auch die Inhaltsebene.
Speaker: Also ich habe mich gefragt, was mich am meisten verwirrt.
Speaker: Das ist wirklich, wenn ich mit Menschen so von Hütchen auf Stöckchen komme und die Struktur fehlt im Gespräch und einfach nur ganz viele Informationen auf einmal geteilt werden.
Speaker: Und das kann ja manchmal schon passieren, wenn man sich einfach lange nicht gesehen hat.
Speaker: und versucht in zwei Stunden alle Updates sich zu geben, dann kann ich ganz oft nicht beim Inhalt sein, weil mir so viel Struktur fehlt, dass ich so lose Enden miteinander verbinden will.
Speaker: Dann kann dein System nicht gespannt bleiben.
Speaker: Vielleicht hört ihr da nochmal in die Folge rein.
Speaker: Das Zeigarnik-Effekt.
Speaker: Das klingt mir gerade so, als wenn du das nicht gut halten könntest, wenn die Beziehungsebene nicht funktioniert.
Speaker: Und ich dachte gerade, als du gesagt hast, mit der Stimme und wie hören wir die Dinge und mögen wir die Stimme, ich merke bei mir, dass ich anders rede, wenn ich entspannt bin.
Speaker: Also wenn ich tief atmen kann, habe ich eine tiefere Stimme und wahrscheinlich dann auch einen Klang beim Gegenüber.
Speaker: Also wenn ich jetzt super aufgeregt und angespannt, dann wird die auch höher und die wird ein bisschen enger und die kann gar nicht mehr so richtig schwingen im wahrsten Sinne.
Speaker: Und das ist ja in der Beziehung das Wichtigste, dass wir miteinander in Schwung kommen und irgendwie in Resonanz gehen können.
Speaker: Genau und so haben wir das, was wir jetzt gerade besprochen haben, nochmal so ein bisschen zusammengefasst in so eine kleine Erdbewegung.
Speaker: Checkliste und die sogenannten Red Flags wären dann eher noch mal darauf zu achten, wenn ich in Beziehung gehe, bin ich da eher ruhig oder schlägt mein Herz ganz schnell.
Speaker: Dieses übermäßige Analysieren nach Treffen, was Lisa auch gerade schon gesagt hat, ist eher ein Zeichen für eine Herausforderung des Nervensystems im Treffen.
Speaker: Auch diese Angst vor der Stille, die schon beschrieben würde.
Speaker: Und auch die körperliche Erschöpfung danach, von der ich gerade gesprochen habe, sind oft Zeichen, dass die Energie in Bahn geflossen sind, wo sie eben nicht zur Verbindung schaffen oder bei sich bleiben zu können.
Speaker: Und wenn ihr die folgenden Sachen bei euch merkt, könnte das ein Indiz sein, dass es ganz gut funktioniert mit euch.
Speaker: Nämlich, wenn ihr dieses spontane und tiefe Ausatmen macht, offensichtlich entspannt sich da euer Nervensystem und findet es richtig gut, was es da vorfindet.
Speaker: Auch die melodische Wahrnehmung der Stimme, die
Speaker: Vom Gegenüber wie aber auch unsere, dass die sozusagen in Schwingung gehen kann und unsere Spiegelneuronen angehen.
Speaker: Also wenn man mit einer Partner oder Partnerin oder guten Freundin unterwegs ist und diejenige gähnt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass ihr auch gähnen müsst.
Speaker: Das ist auch ein Zeichen, dass es gut funkt zwischen euch.
Speaker: Und ihr merkt es an eurem Gesicht, ob die Gesichtsmuskeln eher entspannt sind oder ob sie sich angespannt haben.
Speaker: Und ein entspanntes Gesicht und auch kleine Pupillen deuten darauf hin, dass ihr auch im restlichen Körper und im Nervensystem eine gute Zeit habt.
Speaker: Und meine größte Herausforderung und schönste Vorstellung ist noch zum Schluss, miteinander schweigen zu können.





