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Woran erkennen wir eine sichere Bindung?

Konflikte in kleinen Dosen
Konflikte in kleinen Dosen

38 plays · Mar 18, 2026

Beziehung werden durch Konflikte, Missverständnisse oder andere Schwierigkeiten erschüttert oder mit Rissen belegt. Kann man sie wieder reparieren? Und wenn ja, wie? Und woran merke ich, dass ich eine sichere Bindung vor mir sitzen habe? Zusätzliche Info: Catherine Eubanks - Rupture and Repair in Psychotherapy: A Critical Process for Change Bild: Nils Gilleßen Musik: Jan Lagowski

Transcript

Speaker: Hallo und herzlich willkommen zu Konflikte in kleinen Dosen mit den Kellerkindern.

Speaker: Alina Jensen und Lisa Zenker.

Speaker: Willkommen.

Speaker: Heute wollen wir mal mit so einer richtig steilen These beginnen und zwar damit Beziehungsprobleme gibt es nicht.

Speaker: Ich habe hier ein Buch auf dem Stapel gerade wiederentdeckt, was ich vor Jahren mal in den Händen gehalten habe von Ralf Giesen, der mit dem Modell oder der Methode von The Work

Speaker: Beziehungsprobleme aufarbeitet, um glückliche Partnerschaften sozusagen auf ein neues Level zu heben.

Speaker: Und über dieses Thema wollen wir uns heute unterhalten.

Speaker: Genau, und es gibt auch noch eine Psychologin und wahrscheinlich noch mehrere, die sich auch mit dem Thema auf einer anderen Ebene beschäftigt hat, nämlich die Amerikanerin Catherine Eubanks.

Speaker: Die ist nämlich Paartherapeutin und die sagt, jede Beziehung besteht eigentlich aus Rissen, die dann wieder auch repariert werden.

Speaker: Also eine Beziehung ist nicht, sondern eine Beziehung entwickelt sich und kann auch

Speaker: Durch Konflikte zum Beispiel wird sie natürlich erstmal aufgerüttelt und erschüttert teilweise auch sehr stark.

Speaker: Beziehungsweise ja auch in unseren Herkunftsfamilien mit tragenden Wunden teilweise in uns hinterlassen.

Speaker: Und gleichzeitig ist die schöne Nachricht, das können alles wieder repariert werden.

Speaker: Und zwar in Beziehung.

Speaker: Genau, ich habe gerade spontan noch so ein Bild dazu, wie so ein alter Krug, so ein Familienerbstück oder so, der einmal aus den Händen fällt und den man dann versucht, so ganz akribisch wieder zusammenzubauen.

Speaker: Und das funktioniert.

Speaker: Man sieht noch so diese alten Spuren, aber man kann auch mal damit gießen und Wasser einschenken.

Speaker: Und so sind wir Menschen, glaube ich, auch strukturiert.

Speaker: Man kann uns irgendwie immer wieder...

Speaker: so zusammenflicken und wir können wieder neue Dinge eingehen.

Speaker: Und diese Konflikte, die du gerade beschrieben hast in Beziehungen, sind ja selten das eigentliche Problem, denn sie sind eher so Aktivierungen von früher aus unserer Herkunftsfamilie, aus dem, was wir schon erlebt haben und eher so eine Erinnerung an diese unangenehmen Momente, die wir damals erlebten,

Speaker: erlebt haben, die eigentlich mit dieser Beziehungsperson, die wir gerade vor uns haben, erst mal gar nichts zu tun haben.

Speaker: Und um das mitzukriegen, ist der erste Schritt sicherlich auch eine Selbstreflexion oder einen Wunsch, etwas anders machen zu wollen.

Speaker: Also erst mal ein Bemerkung von, hui, so möchte ich das jetzt auch gerade gar nicht mehr in meiner Beziehung.

Speaker: Ich möchte gerne was anderes haben.

Speaker: Und sicherlich diese Schmerzen, von denen du gerade gesprochen hast, kann man gut auch in Coaching oder in Therapie wie anschauen und bearbeiten.

Speaker: Und gleichzeitig das wirkliche Repair passiert ja dann erst wieder in der Realität und im Alltag, wenn ich dann wieder auf meine Beziehungsperson oder meine Freundin oder Freundin oder auf meine Mutter treffe.

Speaker: Und was da ja auch schon drin steckt, ist das Wichtige, sich erstmal ein Umfeld zu suchen, wo wir uns sicher fühlen können, um überhaupt uns wieder ausdrücken zu können und neue Erfahrungen schaffen zu wollen.

Speaker: Und das ist sozusagen im Fachjargon das Thema Co-Regulation.

Speaker: Wir sind alles Menschen als Herdentiere, das heißt, wir bedingen uns gegenseitig, wir haben eine Beziehung zueinander, die immer wechselnimmt,

Speaker: um seitig ist und dafür ist es auch wichtig zu überprüfen was habe ich für einen Einfluss auf andere Personen und wie kann ich auch in meiner Verantwortung Umfeld schaffen in denen sich Leute sicher und gesehen fühlen und wenn sich der Körper und das Nervensystem sicher fühlt dann haben wir die Möglichkeit auch erst mal wieder zuzuhören und eine Offenheit in Konflikten zu haben also überprüft gerne mal selber wenn ihr so richtig wütend seid

Speaker: Hört ihr dann wirklich noch, was euer Gegenüber sagt oder seid ihr dann eigentlich in euren ganz alten Themen?

Speaker: Und dafür ist es total gut, den Tonfall anzupassen und einfach die Menschen einzuladen, wieder in Kontakt zu treten.

Speaker: Ja, und also Sicherheit, da denke ich gerade, das kann ja auch ganz anders passieren als über Sprache.

Speaker: Also das kann ja auch erst mal über eine lange Umarmung passieren, dass man miteinander eincheckt oder über Blickkontakt, dass man sich sozusagen wieder geborgen fühlt.

Speaker: Das kann aber auch, glaube ich, über so einen eigenen Einchecken mit sich selber passieren.

Speaker: Also wie geht es mir jetzt gerade, wenn ich jetzt in diesen Kontakt gehe?

Speaker: Wo stehe ich?

Speaker: Was passiert in mir?

Speaker: Also sozusagen der Blick nach innen zu legen, um da mit sich in Kontakt zu sein, dann kann ich auch mit anderen in Kontakt kommen.

Speaker: Ja, und was, glaube ich, auch noch ein sehr wichtiger Punkt dabei ist, ist eben verstanden zu werden, dass wir nicht sofort zurückschießen und uns rechtfertigen oder erklären, weswegen wir gerade was gesagt oder getan haben, sondern auch da wieder innezuhalten, unser Gegenüber zu.

Speaker: zu verstehen, weil dieses Verstanden werden ist wie so eine mentale Umarmung sozusagen.

Speaker: Und es wird in der Psychologie gesagt, dass das viel tiefer wirkt als jede Erklärung, die ich in dem Moment geben kann.

Speaker: Und verstanden werden ist ja hoch individuell.

Speaker: Also das ist ein Gefühl, was ich habe, fühle ich mich verstanden.

Speaker: Das ist kein, wie soll ich sagen, kein sachlicher oder inhaltlicher Dialog, der da geführt wird, sondern das ist eher ein, wie komme ich an, wie werde ich wahrgenommen.

Speaker: Und das darf auch die ein oder andere Rückkopplung haben.

Speaker: Also ich denke da gerade auch wieder Stichpunkt restorative circles, vielleicht wollt ihr da nochmal reinhören.

Speaker: Also so lange dran zu bleiben an einem Punkt, der mir wichtig ist, bis bei mir das Gefühl wirklich auch einsetzt, ich fühle mich verstanden oder das Gegenüber fühlt sich verstanden von mir.

Speaker: Und was ich da raushöre, ist, dass es eben auch wichtig ist, die Verantwortung für dich selbst zu übernehmen, für deine eigenen Gefühle und Gedanken und dir eben den Raum zu nehmen, den du da brauchst.

Speaker: Und wenn diese Verantwortung

Speaker: gut übertragen ist auf alle vier Schultern sozusagen in dieser Beziehung, dann kann auch sogar das Gehirn alte Verletzungen wieder überschreiben und dann können wir neue Beziehungserfahrungen machen, die dann als Beispiel zeigen, ah, Menschen sind doch verlässlich, ich kann doch Nähe zulassen, ich werde nicht angelogen und es ist möglich, jemandem zu vertrauen und mich jemandem zuzumuten.

Speaker: Und das sind ja Minischritte.

Speaker: Das klingt ja so, als wenn man dann bei einem Kontakt sofort das überschrieben hat und auf einmal das nicht mehr hat, den Schmerz oder die Angst oder die Sorge.

Speaker: So ist es nicht gemeint, sondern das sind Baby-Steps, die wir da gehen als Menschen.

Speaker: Gleichzeitig lohnt es sich auch die Erfolge zu feiern und die für sich zu markieren, aber vielleicht ja auch fürs Gegenüber mit zu markieren.

Speaker: Hey, schau mal, irgendwie fühle ich mich gerade richtig wohl und in meiner Welt hat es gerade gut funktioniert und ich fühle mich hier gesehen und gehalten.

Speaker: Also, dass man das auch teilt und dann bezeugen lassen kann.

Speaker: Ja, und so kann Schritt für Schritt jede sichere Beziehungserfahrung zu einer neuen Bindung führen.

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