Transcript
Speaker: Hallo und herzlich willkommen bei Konflikte in kleinen Dosen mit den Kellerkindern.
Speaker: Alina Jensen.
Speaker: Und Lisa Zenker.
Speaker: Willkommen.
Speaker: Ja, heute wollen wir mit einem ganz aktuellen Beispiel wieder starten, nämlich mit einem diffusen Gefühl, was ich gestern hatte.
Speaker: Und zwar, vielleicht kennt ihr das ja auch, ihr seid irgendwie in einer schwierigen Situation und habt so den Gedanken, ach,
Speaker: Bitte ändere dich, sodass ich irgendwas anderes bekomme.
Speaker: Oder auch ihr merkt, wie ich will irgendwas anderes, aber ich weiß noch nicht was und es ist die Fuß.
Speaker: In beiden Situationen kann es eher nicht zuträglich sein für eine Klärung des Konfliktes.
Speaker: Und daher haben wir heute Lust, da mal hinzugucken, wie kann man dieses diffuse Gefühl oder dieses Nichtwissen ein bisschen in eine Klarheit bringen und dann vielleicht auch anders in Kontakt bringen zum Gegenüber.
Speaker: Genau, und da ist uns in der Vorbereitung das Wort Ziele auch eingefallen.
Speaker: Also das Gegenteil von dieser Diffusität ist ja Ziele oder Klarheit.
Speaker: Und was kann also helfen in solchen Momenten von Diffusität?
Speaker: Neben dem, das erstmal wahrzunehmen und zu wissen, in welchem Zustand ich mich gerade befinde, ist zu gucken, wie kann ich daraus ein Ziel erstmal für mich denken und herstellen, das so die richtige Größe hat, dass ich auch wirklich aus dieser Diffusität rauskomme und eine Klarheit.
Speaker: Und dafür bedienen wir uns eines NLP Modells.
Speaker: Das sind die Wohlgeformtheitskriterien.
Speaker: Das sind sieben Kriterien, anhand derer wir entscheiden können, ob diese diffusen Themen, diese Fragen, die wir uns stellen, die richtige Größe haben und ob wir sie am Ende angehen wollen oder nicht.
Speaker: Das erste wäre, dass das Ziel positiv formuliert ist.
Speaker: Also das Gehirn kann ja nicht das Wort nicht nicht wahrnehmen.
Speaker: Also sagt nicht, was ihr nicht wollt, sondern was ihr wollt.
Speaker: Anstatt zu sagen, ich will keinen Stress mehr haben, geht da rein und guckt.
Speaker: Ich gehe gelassen mit Herausforderungen um.
Speaker: Und jetzt hast du das gerade schon wie automatisch gemacht.
Speaker: Das Gehirn funktioniert auch besser oder wird aktiviert, wenn die Sätze im Präsens, also in der Aktivformulierung auch genutzt werden und nicht es wäre wahrscheinlich besser, wenn, also im Konjunktiv oder ich werde dann mich so und so fühlen.
Speaker: Auch die Zukunftsform lässt sich.
Speaker: den Körper anders aktivieren, als wenn ich sage, ich bin, ich habe, ich mache.
Speaker: Genau, ich könnte ja selber mal den Unterschied bei euch erspüren.
Speaker: Punkt zwei wäre dann, dass das Ziel selbst erreichbar ist, selbst kontrollierbar ist, dass ihr nicht von anderen Menschen oder äußeren Umständen abhängt, sondern dass ihr in der Lage seid, dieses Ziel eben nur mit eurer eigenen Kraft und eurer eigenen Resilienz umzusetzen.
Speaker: Punkt drei ist, dass es so konkret wie möglich sein soll.
Speaker: Lisa hat ja schon gesagt im Präsens.
Speaker: Und dazu gehört aber auch klar definiert, sodass das Gehirn direkt denkt, es passiert schon.
Speaker: Also wir tricksen uns so ein bisschen aus, indem wir denken, wir stellen uns das vor und dadurch machen wir es eigentlich auch gleichzeitig.
Speaker: Ich habe ein schönes Beispiel davon.
Speaker: Im Kindergarten aktuell,
Speaker: Der Laternenlauf steht an zu St.
Speaker: Martin und die Kindergärtnerinnen, die laufen mit den Kindern am Vormittag eine Runde um den Tisch, damit die Kinder sozusagen die Laterne halten können.
Speaker: Und ich habe das gesagt, ihr übt den Laternenlauf mit den Kindern, damit die wissen, was am Freitag auf sie zukommt.
Speaker: Und da sagte die Erzieherin, nee, wir machen einfach.
Speaker: ohne Motivation, ohne Gedanken.
Speaker: Das würde ich auch gerne mal wieder.
Speaker: Das passt ja dann zu konkret und spezifisch in Punkt 3.
Speaker: Und zwar geht es darum, dass das Ziel klar definiert ist.
Speaker: Was genau, wo, wann und mit wem.
Speaker: Also wenn wir uns jetzt vorstellen, wir machen eine Reise, wann mache ich die Reise, bis wann habe ich das geplant, mit wem mache ich das.
Speaker: Also wirklich so konkret wie möglich, damit wir schaffen uns auch wirklich die Gedanken, die ja eh kommen, dass wir uns das auch so konkret wie möglich vorstellen können.
Speaker: Und auch da habe ich ein Beispiel aus dem eigenen Erleben.
Speaker: Und zwar haben wir eine Silvesterreise geplant und haben uns aber keine Vorstellung gemacht, wohin die Reise gehen könnte.
Speaker: Also ein bisschen was anderes, was du gerade sagst, aber eine gewisse Situation, nämlich den Silvesterabend.
Speaker: Und der sollte ohne Jacke mit den Füßen im Sand stattfinden und mit dem Blick aufs Meer aussehen.
Speaker: Und durch dieses Bild ist es dann irgendwie prägnanter geworden und wir sind nach Thailand geflogen.
Speaker: Genau.
Speaker: Der vierte Punkt wäre dann das Evidenzkriterium oder sinnespezifisch überprüfbar.
Speaker: Also woran merkst du, dass du dein Ziel erreicht hast?
Speaker: Und das baut so ein bisschen auf das Beispiel auf, was du jetzt auch gerade schon erwähnt hast.
Speaker: schon gebracht hast, Lisa.
Speaker: Und daran merkt ihr vielleicht auch, dass nicht alle Kriterien gleich wichtig sind für euch.
Speaker: Also vielleicht hängt ihr an dem einen Kriterium mehr als an dem anderen und die Sachen flutschen.
Speaker: Bei der sinn- spezifischen Konkretheit geht es genau darum, auch wie Lisa gesagt hat, stellt euch so gut wie möglich vor, woran merke ich, dass es wirklich passiert bin.
Speaker: A, ich bin schon da und tauche meine Zähne ins Wasser.
Speaker: Punkt 5 ist der sogenannte Ökocheck aus dem Coaching.
Speaker: Da geht es darum, ob es gerade in dem Moment, in dem du dich befindest, ob es wirklich zu dir und deinem Leben passt.
Speaker: Und man könnte sogar so weit gehen, zu sagen, passt es zu deinen Werten?
Speaker: Also hat es einen negativen Effekt?
Speaker: Kann ich mir diese Reise jetzt gerade erklären?
Speaker: leisten, obwohl ich arbeitslos bin?
Speaker: Oder ist es wirklich möglich, meine Kinder zu Hause zu lassen und in Ruhe auf Kur zu fahren?
Speaker: Oder hätte ich dann die ganze Zeit irgendwie einen Weltschmerz?
Speaker: Und diesen Prozess könnt ihr mit euch alleine machen, um eine Klarheit zu bekommen, was ihr gerne sagen möchtet oder mit was ihr in Kontakt gehen möchtet.
Speaker: Und gleichzeitig könnt ihr diesen Klärungsprozess auch miteinander im Konflikt angehen und zusammenschauen, hey, was ist es denn, was dich jetzt genau stört oder was ist es genau, was ich anders machen kann, damit es dir besser geht.
Speaker: Also um sozusagen die Anfangsbeispiele wie gemeinsam zu erkunden und prägnant werden zu lassen.
Speaker: Genau, geht diese Kriterien gerne miteinander durch oder auch mit euch selbst sozusagen.
Speaker: Was am Ende da also förderlich dafür ist, ist auf jeden Fall, dass ihr merkt, dass ihr Verantwortung für eure eigenen Themen übernehmen könnt, dass ihr das nicht jemandem anders überhelft, wenn ihr selber noch keine Klarheit mit euren Vorstellungen habt.
Speaker: Und das vielleicht auch, wenn ihr inhaltlich schon mal gemeinschaftlich über den Prozess sprecht, dass dieses Thema wie zum Beispiel Geld oder Kinderbetreuung einfach nicht mehr so ein Reizthema für euch und eure Beziehungen darstellt.
Speaker: Also geht unser Appell ist sozusagen, geht selber in der Klarheit und erwartet nicht, dass das Gegenüber euch das von den Augen abliest oder zwischen den Zeilen.
Speaker: Das ist eure Arbeit.





