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Wie vermeidest du?

Konflikte in kleinen Dosen
Konflikte in kleinen Dosen

46 plays · Feb 18, 2026

Alle tun es , nur keiner spricht darüber: Vermeidung. Welche Vermeidungsstrategie fährst du? Wofür ist diese dienlich? Und wie kannst du eine andere erlernen? Gerade in Konfliktfällen gut zu wissen über sich selbst. Weiteres Lesematerial: Selbstwert und Kommunikation (Virginia Satir) Bild: Nils Gilleßen Musik: Jan Lagowski

Transcript

Speaker: Hallo und herzlich willkommen bei Konflikte in kleinen Dosen mit den Kellerkindern.

Speaker: Alina Jensen und Lisa Zenker.

Speaker: Willkommen.

Speaker: Heute haben wir euch mal wieder ein Modell mitgebracht, was wir irgendwie ganz hilfreich finden für den Umgang mit Konflikten.

Speaker: Und zwar kommt das von der Familientherapeutin Virginia Saathir.

Speaker: Und die hat Menschen beobachtet in Stresssituationen und hat aus ihren Beobachtungen fünf Typen abgeleitet, die wir euch heute mitgebracht haben.

Speaker: Und diese Kommunikationstypen beschreibt sie als, das ist wie ein Muster, die sich so etabliert haben, um in stressigen Situationen unseren Selbstwert zu halten oder zu schützen.

Speaker: Also es ist grundlegend erstmal gut, dass es die gibt, weil es eine Schutzfunktion hat für uns.

Speaker: Und gleichzeitig können wir schon auch schauen, sind die funktional für unsere Beziehungen und natürlich auch für die Wünsche, die wir haben an Konflikte oder an...

Speaker: die Kommunikation, die wir so anstreben, oder sind die eher dysfunktional und es lohnt sich da vielleicht den Typ zu wechseln.

Speaker: Genau, und sie hat das ja auch nochmal differenziert, dass die ersten vier Typen eher inkongruent sind, weil sie unter Stress Strategien finden, die der jeweiligen Person gar nicht so gut tun, weil sie eben am Ende nicht

Speaker: dabei an sich denkt und die eigenen Bedürfnisse sieht, sondern eben in Verbindung mit anderen Menschen sich so verhält, dass die eigenen Bedürfnisse nicht gewahrt sind.

Speaker: Und dass der fünfte Kommunikationstyp ist dann der kongruente Typ.

Speaker: Also das ist das, wo wir hingehen können, wenn wir unsere Typen erstmal beisammen haben und darüber wissen.

Speaker: Und deswegen stellen wir sie euch jetzt mal vor.

Speaker: Und ihr könnt gerne mal überprüfen, wo ihr euch eher einordnen wollt und dann euch nochmal mit Fragen, die wir noch mit reingeben, schauen, in welche Richtung ihr euch gerne entwickeln möchtet.

Speaker: Der erste Kommunikationstyp hat sie genannt als der Beschwichtigende.

Speaker: Also das ist so ein Typ, der gerne bagatellisiert, der so sagt, ach ist doch nicht so schlimm, das geht schon wieder.

Speaker: Also sehr schnell über die Emotionen, die vielleicht im Raum sind, drüber weggehen, über die eigenen, wie aber auch über die des Gegenübers.

Speaker: und damit, wie das so abschneidet.

Speaker: In anderen Modellen sind es auch die gefälligen Typen.

Speaker: Da geht es darum, Anpassung vor Selbstachtung.

Speaker: Als Beispiel, ich kann mit diesem Konflikt nicht umgehen und deswegen sage ich, du hast recht, es tut mir leid, es kommt nie wieder vor, lass uns weitermachen, um einfach diesem Konflikt aus dem Weg zu gehen.

Speaker: Ich nehme damit aber die eigenen Gefühle und die Emotionen, den Stress, den ich habe,

Speaker: nehme ich in dem Fall überhaupt nicht ernst.

Speaker: Ich will einfach nur aus dieser Situation raus.

Speaker: Der zweite Typ hat sie bezeichnet als der Ankläger oder die Anklägerin.

Speaker: Und was wir darunter verstehen ist, dass es wie eine Abwertung passiert.

Speaker: Also eine Abwertung zu auch wieder den eigenen und den anderen Bedürfnissen, vielleicht auch zu den Erwartungen.

Speaker: Und dass dieser Konflikttyp oder dieser Kommunikationstyp immer wieder nach Schuldigen sucht.

Speaker: Also wo liegt es, wer ist daran schuld, wer hat angefangen.

Speaker: Also damit da wieder das Fingerpointing hingehen kann und damit sozusagen eine Richtung, die Anklage eine Richtung erhält.

Speaker: Ja, genau das Gegenteil zum ersten Typen eigentlich.

Speaker: Im ersten, ich bin schuld und beim zweiten, du bist schuld.

Speaker: Und das führt ja auch oft dazu, eine gleichzeitige Opferrolle zu gehen.

Speaker: Ich beschuldige zwei andere, übernehme aber damit überhaupt nicht die Verantwortung über meinen Anteil in dieser Situation.

Speaker: Der dritte Konflikttyp oder Kommunikationstyp, den nennt sie der Rationalisierer.

Speaker: Und der ist mir vielleicht auch sehr bekannt.

Speaker: Also da geht es darum, sofort in eine Rationalisierung zu gehen, in eine Erklärung zu gehen, Argumente zu finden, also sozusagen direkt in eine technische Übersetzung zu gehen, um vielleicht nicht die Gefühle wahrnehmen zu können.

Speaker: Funktionieren ist auch ganz wichtig in den Momenten.

Speaker: Und dann...

Speaker: sozusagen wieder auf eine Inhaltsebene zu kommen.

Speaker: Die wollen dann Zahlen, Daten, Fakten und Argumente liefern, was ja fürs Gegenüber, wenn es eben in den Emotionen ist, auch eine super stressige Situation sein kann, weil wir ja alle wissen, wenn wir so ein bisschen dieses Eisbergmodell im Hinterkopf haben, dass 10% einer der Kommunikationen die Inhaltsebene ist und die anderen 90%

Speaker: eben unter der Fläche liegt und eben die Emotionen sind, ist es total schwierig, über Inhalte zu sprechen, wenn die Emotionen gerade so laut sind.

Speaker: Der vierte Typ, den hat sie bezeichnet als der Ablenker.

Speaker: Und das würdet ihr feststellen in Gesprächen, das sind Menschen, die gerne so von Thema zu Thema hüpfen.

Speaker: Also ganz viele Fäden in der Luft haben, ein Thema nicht wirklich bis zum Ende besprechen, sondern dann sofort wieder ein neues, ach dann, und dann war das auch noch so, verständlich.

Speaker: Oftmals ist auch Humor im Spiel, also dass dann wie Witze gemacht werden und damit auch die Wertigkeit ein Stück weit verloren geht.

Speaker: Satir sagt ja auch, dass diese ersten vier Typen dafür dienlich sind, dass wir vermeintlich unseren Selbstwert damit halten und achten wollen und aus unserer Perspektive passiert ja genau das Gegenteil mit dem Thema, wenn ich

Speaker: Das, was in mir so bewegt, ist Weglache und diese Schwere des Themas Weglache, dann achte ich ja am Ende auch nicht auf mich.

Speaker: Und so ist auch eben kein lösungsorientierter Dialog möglich, weil es so viele Themen aufgemacht werden, die so viele lose Enden haben, die man in so einer Situation gar nicht sieht.

Speaker: verbinden kann.

Speaker: Und ein letztes Beispiel, was mir dazu einfällt, sind Eltern, die die Emotionen ihrer Kinder in dem Moment nicht tragen können oder wollen oder ihren Kindern was Gutes tun.

Speaker: Und wenn Kinder super emotional sind und schreien und laut sind und irgendwie was an der Supermarktkasse haben wollen, sie dann mit irgendwelchen raschelnden Geräuschen oder Liedern oder so ablenken.

Speaker: Und es führt nur dazu, dass am Ende die Gefühle, die gerade da eigentlich ihren Raum haben,

Speaker: nicht gefühlt werden können, weil sie davon abgelenkt werden.

Speaker: Und dass die Bedürfnisse der Eltern in dem Falle, ich möchte nicht negativ auffallen, ich möchte meine Ruhe oder ich möchte, dass es leicht ist oder ich möchte diese Unsicherheit nicht mehr spüren, wie eine Vorfahrt bekommt zu den Bedürfnissen des Kindes.

Speaker: Genau.

Speaker: Und so lernen sie direkt schon das Verhalten von ihren Eltern weiter.

Speaker: Und ich finde sowieso, Kinder sind so gute Richtungsgeber, was Gefühle angeben, weil sie eben noch nicht unser Werte- und Normsystem so verinnerlicht haben und dann einfach fühlen, wann und wo und was sie wollen und sich davon auch eigentlich nicht ablenken lassen.

Speaker: Und der fünfte Typ, den sie sozusagen als Konkurrenz bezeichnet oder als Stimmigkeit, also das ist das, wenn wir unsere eigenen Emotionen, Bedürfnisse schon wahrnehmen und auch gleichzeitig wie die von dem Gegenüber mit integrieren können.

Speaker: Also auch die wahrnehmen können.

Speaker: und auch den Kontext, in dem wir uns bewegen.

Speaker: Also sozusagen wie eine Flexibilität mitbringen.

Speaker: Wie viel gebe ich rein?

Speaker: Was ist gerade gesund?

Speaker: Auch vom Gegenüber mit ins Gespräch zu bringen und in welchem Rahmen bewegen wir uns?

Speaker: Also bewege ich mich jetzt in meiner, in meinem Arbeitsumfeld?

Speaker: Ist es vielleicht auch okay, wenn ich weniger von meinen eigenen Bedürfnissen reinbringe, weil es natürlich ein Arbeitsverhältnis ist, als vielleicht in einer partnerschaftlichen Beziehung?

Speaker: Und ich erkenne das immer daran, dass... Also für mich ist Konkurrenz, wenn ich... Also das sind ja so kleine Teile, das ist Mimik, Gestik, Körperhaltung...

Speaker: Lautstärke, Sprache, wie auch immer.

Speaker: Also es gibt schon Situationen, wo ich weiß, Leute sagen, nee, alles gut, aber ich spüre, dass alles in der Person schreit.

Speaker: Es ist nicht alles in Ordnung.

Speaker: Und ich kenne das von mir auch, wenn ich gerade das Thema nicht angehen will, dann mache ich das auf diese Weise, um das irgendwie abzuhaken.

Speaker: Und mein Leitsatz im Hintergrund ist immer,

Speaker: Kopf, Herz, Hand.

Speaker: Also mein Denken, meine Gefühle und meine Handlungen sind in einem Gleichklang.

Speaker: Und dann weiß ich, ich bin ganz bei mir und habe auch Selbstachtung vor mir in dem Moment.

Speaker: Und wie kommt ihr jetzt zu vielleicht auch dem Probieren von einem anderen Typen, um mal zu gucken, ob sich das für euch funktioniert?

Speaker: vielleicht anders anfühlt.

Speaker: Und da haben wir euch die Fragen mitgebracht.

Speaker: Schaut erst mal, wo ihr euch selber gerade aktuell bewegt, auf welchem und wo ihr merkt, oh, ja, da erkenne ich mich wieder.

Speaker: Und seid da milde mit euch und schaut mal, hey, was möchte dieser Typ gerade Gutes für mich?

Speaker: Und was ist da vielleicht auch eine Funktion dahinter?

Speaker: Was hat er mir bisher auch schon geschenkt?

Speaker: Und was kann ich vielleicht noch daraus lernen, wie ich mich da gerade verhalte?

Speaker: Und schaut mal nicht, dass ihr wie in einer Veränderung seid, sondern erst mal guckt, was ist jetzt da und wer bin ich eigentlich?

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