Transcript
Speaker: Hallo und herzlich willkommen bei Konflikte in kleinen Dosen mit den Kellerkindern.
Speaker: Alina Jensen.
Speaker: Und Lisa Zenker.
Speaker: Willkommen.
Speaker: Wir sind zurück aus einer längeren Sommerpause mit einem Thema, was ja derzeit sehr en vogue ist, der Vagusnerv.
Speaker: Habt ihr wahrscheinlich alle schon mal gehört und wir wollen jetzt auch endlich mal darüber sprechen, weil wir gemerkt haben, dass es wirklich ein brennendes Thema ist, zu Recht zu
Speaker: Die Herausforderungen, die wir im Moment erleben in dieser Welt da draußen, die werden immer komplexer, immer mannigfaltiger.
Speaker: Und wir wollen einen Grund dafür mal erforschen und benennen.
Speaker: Genau, und der Vagusnerv ist tatsächlich noch gar nicht so lange erforscht.
Speaker: Also das sind jetzt wirklich relativ neue Erkenntnisse, die auch das Gehirn und die Psychologie und auch den restlichen Körper, also die Organe und den Darm in Verknüpfung bringen.
Speaker: Und da gibt es gerade gar nicht so viele Studien, beziehungsweise die sind gerade alle in der Mache.
Speaker: Und da kommen jeden Tag wieder neue Erkenntnisse.
Speaker: Also wenn ihr wahrscheinlich diese Folge hört, gibt es schon wieder zehn neue Erkenntnisse zu diesem Nerv.
Speaker: Und gleichzeitig wollen wir trotzdem die Chance nutzen, den mal kennenzulernen.
Speaker: Ja, und dafür vielleicht so ganz rudimentär erstmal.
Speaker: Wir haben das Nervensystem.
Speaker: Und dazu gibt es wie so zwei Seiten, den Parasympathikus und den Sympathikus.
Speaker: Und der Vagusnerv ist ein Nerv des Parasympathikus.
Speaker: Und der ist wie so die Schallzentrale des Kommunikationssystems zwischen Gehirn, Magen, Lunge und Darm.
Speaker: Also der übernimmt die Kommunikation zwischen dem Gehirn und eben dem Darm.
Speaker: Also alles, was im oberen Körper stattfindet.
Speaker: Und vielleicht nochmal zu euch, dieser Sympathikus ist eher dafür gedacht, also Energie freizusetzen, höhere Leistungsfähigkeit zu steigern und der Parasympathikus hilft uns, normalerweise, wenn er gut funktioniert, sollte er uns helfen zu entspannen, zu schlafen, uns zu erholen.
Speaker: Und das Gute ist, dass unser Körper das ganz von alleine macht.
Speaker: Also sobald wir die Augen aufmachen am Morgen, ist der Parasympathikus am Arbeiten.
Speaker: Und sobald wir unsere Akkus abends verbraucht haben, springt der Parasympathikus automatisch an.
Speaker: Was aber irgendwann nicht mehr automatisch ist,
Speaker: geht, wenn wir unter chronischem, also anhaltendem Stress leiden.
Speaker: Und der Stress kann mannigfaltig sein.
Speaker: Lisa, hast du vielleicht mal so ein Beispiel für den Alltagsstress?
Speaker: Nein, dann muss ich jetzt wirklich drüber nachdenken.
Speaker: Tatsächlich war in den letzten Wochen, gab es einen ganz speziellen Tag.
Speaker: Ich beschreibe ihn euch mal kurz.
Speaker: Ich habe einen ganz normalen Arbeitstag gehabt.
Speaker: Das Kind hatte am Morgen eine Impfung bekommen und ich wusste von der ersten, dass sie sozusagen am Nachmittag mit Fieber zu tun haben wird.
Speaker: Also ich hatte die Zeit gestellt und wollte aber auch noch zwei Kuchen backen, weil am nächsten Tag eine Schuleinführung von meinem Patenkind war.
Speaker: und ich die Kuchen zugesichert hatte.
Speaker: Sprich, ihr könnt euch vorstellen, Höchstbelastung für mich.
Speaker: Und dann kam mein Partner auch noch um die Ecke und hatte eine Anfrage.
Speaker: Und da stand ich da in meinem operativen Wahnsinn und konnte mich jetzt entscheiden.
Speaker: Also entweder atme ich jetzt tief durch, um ihm eine liebevolle Antwort zu geben.
Speaker: Die Konsequenz davon wäre wahrscheinlich gewesen, dass mein Parasympathikus gesagt hätte, Entschuldigung bitte, moin, hörst du mich?
Speaker: Und hätte mir die Tränen in die Augen geschickt und mich wahrscheinlich mal kurz aus meiner Operation rausgebracht.
Speaker: Und diese Zeit hatte ich nicht, deswegen habe ich mich für die zweite Option entschieden, nämlich weiter im Stresshormon mich suhlen und einfach eine kurze Antwort zurückzufauchen.
Speaker: Das Gute an der Situation ist, Lisa, dass ich dir jetzt bescheinigen kann, dass du noch total funktionsfähig bist.
Speaker: Die Kuchen sind fertig geworden.
Speaker: Und es sozusagen temporärer Stress war an dem Tag und du wahrscheinlich dann ins Bett gehen konntest und gut schlafen konntest, so es denn das Kind vorhergesehen hatte, der die Auswirkungen von dauerhaftem Stress, wie Lisa es gerade beschrieben hat, also diese Tage...
Speaker: Jeden Tag, 365 Tage im Jahr und noch Eindrücke von außen können auch langfristig dazu führen, dass psychosomatische Herausforderungen entstehen, also Herausforderungen, die durch Stress, der im Gehirn sozusagen stattfindet, dann passieren sowas wie emotionale Taubheit, Schlafstörungen oder Depressionen,
Speaker: wären typische Langzeitfolgen, weil dann, wie wir gerade gesagt haben, die Kommunikation zwischen dem Gehirn und den Organen nicht mehr stattfinden wird.
Speaker: Und jetzt hast du ja, also wie ich finde, ja schon krasse Konsequenzen genannt oder Krankheiten.
Speaker: Das geht ja auch mit weniger los.
Speaker: Also so eine Rastlosigkeit, so eine innere Unruhe, das muss jetzt noch keine Schlaflosigkeit sein, aber
Speaker: Wenn ihr merkt, dass sich euer Körper irgendwie anspannt, man bekommt schnell Nackenschmerzen oder Rückenschmerzen, das könnten auch, nicht immer, aber das könnten auch erste Anzeichen sein von einer Überlastung.
Speaker: Der sendet schon sehr schnell Signale, unser Körper, Kopfschmerzen sind auch meistens dabei.
Speaker: Da muss es noch gar nicht eine Depression sein oder eine verschriebene oder bescheinigte, sondern das kann auch kribbelige Finger gehören auch dazu.
Speaker: Also das sind so kleine Anzeichen, die ihr ruhig wahrnehmen könnt und nehmt euch darin ernst und nehmt euren Körper darin ernst.
Speaker: Genau, und vielleicht fragt ihr euch jetzt, ob wir über den Sommer irgendwie zu Ärztinnen geworden sind.
Speaker: Der Schlenker, der hier passieren soll, ist, dass es wichtig ist, uns selber wahrzunehmen, bevor wir wieder zum Thema Konflikte kommen.
Speaker: Weil wie schwer kann es sein, wenn wir selber in so einem Überlebensmodus sind, in dem wir eben diese ganzen kleinen oder großen Zipperlein haben, wie sollen wir es dann noch schaffen, überhaupt in Kontakt mit dem Außen zu treten und auch noch die Gefühle und Bedürfnisse von anderen Menschen überhaupt zu hören oder wahrzunehmen oder sogar umzugehen.
Speaker: Und das war der Grund für diese Folge heute, dass wir nochmal sagen können, nehmt euch ernst damit, wie Lisa es gerade gesagt hat,
Speaker: fangt vor allem bei euch an, euch zu bearbeiten und euch darin einzurichten, diesen Alltagsstress wahrzunehmen und auch nochmal umzusetzen, sodass ihr überhaupt in der Situation seid, in der Lage seid, mit anderen Menschen wieder in Kontakt zu treten.
Speaker: Und mit bearbeiten meinst du ja Selbstfürsorge.
Speaker: Genau.
Speaker: Also nicht noch mehr arbeiten, sondern tatsächlich euch eher in einen entspannenden,
Speaker: in eine Entspannungshaltung zu bringen.
Speaker: Und da haben wir zwei...
Speaker: ganz pragmatische Übung für euch mitgebracht.
Speaker: Und die sind tatsächlich von ÄrztInnen empfohlen, um den Parasympathikus zu aktivieren oder zu ermuntern, wach zu werden.
Speaker: Das eine wäre länger ausatmen als einatmen.
Speaker: Das aktiviert ihn offensichtlich.
Speaker: Und da gibt es eine schöne Übung, dass ihr einatmet und langsam innerlich bis vier zählt.
Speaker: Und beim Ausatmen in der gleichen Geschwindigkeit bis 6 zählt.
Speaker: Und wenn ihr das so 3, 4, 5 bis 10 Atemzüge gemacht habt,
Speaker: merkt ihr schon oder solltet ihr schon merken, wie sich eine körperliche Veränderung einstellt.
Speaker: Ich habe zum Beispiel die Übung auch gemacht und habe nach dem vierten Atem angefangen zu gähnen.
Speaker: Eine zweite Übung ist, ihr müsst nicht nur über die Atmung kommen, sondern ihr könnt auch über den Körper kommen und da ist es empfohlen, eine Schüssel mit Eiswürfeln zu nehmen und da das ganze Gesicht schreien.
Speaker: für zwei, drei Sekunden einzutauchen.
Speaker: Und all diese Methoden, sei vielleicht am Ende auch nochmal gesagt, also ist es wissenschaftlich bewiesen, dass Entspannungstechniken zu Entspannung führen, zum Glück.
Speaker: Deswegen gibt es seit hunderten Millionen von Jahren solche Techniken.
Speaker: Ist es aber noch nicht wissenschaftlich bewiesen, dass das in dem Sinne genau auf den Vagusnerv einzahlt.
Speaker: Wir haben aber total gute Erfolge damit gemacht und wirklich zur Entspannung gefunden und unser System damit wieder regulieren können und freuen uns, wenn ihr das auch mal ausprobiert und uns vielleicht auch nochmal schreibt, was eure Erfahrungen damit sind.
Speaker: Unter konflikte.kellerkinder.online





