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#55 Führung unter Druck |Trennungskultur | Authentizität

Führen mit Herz & Verstand
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18 Plays10 months ago

🎙️ In dieser Folge von Führen mit Herz und Verstand spricht Normen Ulbrich mit Pascal Ziehm, Führungskraft mit Erfahrung aus Politik, Polizei und Gesundheitswesen, über die Kraft von Vertrauen, Haltung und Klarheit in der Führung – gerade dann, wenn es schwierig wird.

Pascal gewährt tiefe Einblicke in seinen Führungsalltag zwischen Ministerien, Krisenkommunikation und kulturellem Wandel. Er erzählt von Entscheidungen unter Druck, verletzlichem Vertrauen, dem Aufbau starker Teams – und wie ihn Werte wie Verlässlichkeit, Mut und Menschlichkeit bis heute leiten.

🔑 Themen dieser Episode:

Was militärische Führung mit moderner Teamführung zu tun hat – und was nicht

Warum Vertrauen kein Bonus ist, sondern Führung überhaupt erst möglich macht

Wie Leitbilder in Organisationen wirken (oder eben nicht)

Carte Blanche statt Mikromanagement – wie gute Führung Spielräume schafft

Warum Pascal sagt: „Ich kann nur alles geben – oder eben nichts“

Der Umgang mit schmerzhaften Trennungen und der Mut, neu anzufangen

Familienzeit, Führungsverantwortung und der Mensch hinter der Rolle

🧩 Für wen ist diese Folge spannend?

Für Führungskräfte, die ihre Rolle mit Haltung und Reflexion leben

Für Kommunikationsprofis, die wissen: Kultur beginnt im Team

Für Menschen, die schon mal erlebt haben, was ein Vertrauensbruch auslösen kann

Für alle, die Führung nicht als Status, sondern als Dienst am Menschen verstehen

🎧 Jetzt reinhören, weiterdenken – und inspiriert führen:

Führen mit Herz und Verstand – überall, wo es Podcasts gibt!

Links: Arbeitsblatt Erwartungsmanagement https://im-nu.com/wp-content/uploads/2025/01/Arbeitsblatt-Erwartungsmanagement-im-nu.com_.pdf

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🖼️ Das Führungsposter: Dieses Poster bietet Führungskräften und Teams inspirierende Grundsätze, um eine positive und unterstützende Atmosphäre zu schaffen. Es fördert Innovation, Zusammenarbeit und persönliche Entwicklung und stärkt so die Führungskompetenzen im Unternehmen. Das Führungsposter ist in den Größen A3 und A2 erhältlich. Weitere Produkte findest Du auch in unserem Shop: https://im-nu.com/produkte/

Recommended
Transcript

Einfluss der Führung auf Unternehmenserfolg

00:00:01
Speaker
Also für uns bedeutet, und ich kann das absolut unterschreiben, ich gehe voran und ermutige dazu, Verantwortung zu übernehmen für schnelle und wirksame Entscheidungen.
00:00:13
Speaker
Der Erfolg eines Unternehmens hängt ganz entscheidend von der Führungskultur im Unternehmen ab.
00:00:19
Speaker
Denn wenn sich Mitarbeiterinnen zufrieden fühlen, steigt die Produktivität um bis zu 20%.
00:00:26
Speaker
Doch die Frage lautet, wie kann das bei dem hohen Druck der Zeitverdichtung und den vielen operativen Aufgaben gelingen?

Praxisnahe Führungswerkzeuge in Deep Talks

00:00:33
Speaker
Lausche den Deep Talks und erhalte erprobte und praxisnahe Führungswerkzeuge für eine sinn- und menschenorientierte Führung.
00:00:40
Speaker
Erlebe gleichzeitig, wie eine positive innere Haltung den Unterschied bei meinen Gästen gemacht hat.
00:00:46
Speaker
Ich bin Norm Ulbrich und heiße dich herzlich willkommen zu meinem Podcast Führen mit Herz und Verstand.
00:00:54
Speaker
Heute darf ich euch einen ganz besonderen und wunderbaren Gast ankündigen.
00:00:59
Speaker
Er kennt Kommunikation und Führung aus herausfordernden Perspektiven.
00:01:04
Speaker
Seit über zwölf Jahren gestaltet er, steuert und hinterfragt, wie Behörden, Politik und Organisationen mit der Öffentlichkeit sprechen und wie sie dabei geführt werden.
00:01:13
Speaker
Sein Antrieb?

Pascal Zin über Kommunikation und Führung

00:01:14
Speaker
Kommunikation nicht nur als PR-Disziplin und Einbahnstraße zu verstehen, sondern als eine Frage von Haltung, Verantwortung und Kultur.
00:01:23
Speaker
Seine Karriere führte ihn durch politische Institutionen, Ministerien und die Polizei.
00:01:28
Speaker
Er hat Krisenkommunikation gemanagt, Veränderungsprozesse begleitet und Teams durch komplexe Herausforderungen geführt.
00:01:36
Speaker
Doch sein Verständnis von Führung geht weit über den Schreibtisch hinaus.
00:01:40
Speaker
Als Reserveoffizier kennt er Führung unter Druck, schnelle Entscheidungen und die Bedeutung von Vertrauen.
00:01:46
Speaker
Heute trägt er Verantwortung für die Medien- und Politikkommunikation der AOK Plus und gestaltet die Außenwahrnehmung einer der größten Krankenkassen Deutschlands.
00:01:56
Speaker
Was mich besonders beeindruckt, er verbindet Klarheit mit Menschlichkeit, Strategie und Pragmatismus und zeigt, dass gute Führung immer auch gute Kommunikation bedeutet.
00:02:07
Speaker
Und damit sage ich herzlich willkommen im Podcast.
00:02:09
Speaker
Ich freue mich riesig, dass du heute hier bist, Pascal Zin.
00:02:13
Speaker
Herzlichen Dank für die Einladung.
00:02:16
Speaker
Pascal, wir springen direkt rein.

Entscheidungsfindung in Führungsprozessen

00:02:19
Speaker
Was würdest du sagen, was hast du aus deiner Zeit als Soldat und Reserveoffizier für deine heutige Arbeit mitgenommen?
00:02:29
Speaker
Was habe ich mitgenommen?
00:02:30
Speaker
Ich habe mitgenommen, dass man irgendwann zu einer Entscheidung kommen muss.
00:02:36
Speaker
Dass man diskutieren kann und diskutieren muss, um beste Lösungen zu fighten.
00:02:43
Speaker
Aber irgendwann an den Punkt kommen, wo man sagt,
00:02:45
Speaker
Jetzt haben wir eine Entscheidung getroffen, jetzt musste eine Entscheidung getroffen werden und jetzt setzen wir auch um und ziehen durch.
00:02:54
Speaker
Gibt es da quasi zwischen dem, was man so militärische Führung nennt, also das eint uns ja so ein bisschen unser Hintergrund quasi mit der Uniform, gibt es da aus deiner Sicht Parallelen zwischen dieser militärischen Führung und einer Unternehmensführung oder vielleicht auch einer Führung von einem Team oder sicherliche Ebene?
00:03:17
Speaker
Ich mache eher...
00:03:19
Speaker
die Erfahrung, dass man, wenn man mit so einem gewissen militärischen Hintergrund kommt, nicht belächelt wird, aber man hat manchmal so ein gewisses Vokabular.
00:03:29
Speaker
Ich kann mich erinnern, als ich mich bei der AOK Plus vorgestellt habe und über meine letzten Jobs sprach, ich nicht von Jobs, sondern von meinen letzten Verwendungen sprach und das hat man da mit einem gewissen Humor aufgenommen.
00:03:47
Speaker
Und ich glaube,
00:03:48
Speaker
Da wir aber an einem Punkt sind, wo ja viele Menschen mit der Bundeswehr gar nicht so eine unmittelbare Erfahrung, also auch selbst nicht gemacht haben, dass alles Militärische nur Befehle und Gehorsam und das wird so gemacht und jawohl und wegtreten, dass wir aber Führungsprozesse haben, die im Zivilen oder sich vielleicht manche zivile Organisationen genauso wünschen würden,
00:04:17
Speaker
Und vor allem das Verantwortungsbewusstsein dahinter, ich glaube, das ist etwas, was häufig unterschätzt wird.
00:04:26
Speaker
Das habe ich auch schon oft erlebt in Trainings, also tatsächlich von den
00:04:35
Speaker
Nee, obwohl das eigentlich, nee, von den Älteren, weil sie es vielleicht erlebt haben, so als Wehrpflichtige dann quasi so herumgescheucht worden zu sein, manchmal auch ohne Sinn.
00:04:48
Speaker
Und die Jüngeren, weil sie eher dieses Bild, du hast es eben gesagt, dieses Kasernenhof-Tons irgendwie im Kopf haben.

Vertrauen und Leitbilder in Organisationen

00:04:54
Speaker
Und das finde ich immer spannend, weil, also natürlich habe ich das auch erlebt und weiß auch, dass es das gibt, aber ich habe so
00:05:04
Speaker
in so einem Kontext, wo ja dein Leben in Gefahr ist, also gibt es ja noch andere, also Polizei, Feuerwehr, wären so die ersten, die mir dazu einfallen.
00:05:16
Speaker
Feuerwehr ist vielleicht noch ein,
00:05:18
Speaker
dringlicher für Menschen so als Bild.
00:05:20
Speaker
Da denke ich immer so, also stell dir doch mal vor, du wärst in dieser Rolle und es geht um dein Leben und nur weil dich da jetzt jemand anschreit, würdest du sagen, okay, dann trage ich halt mein Leben hier irgendwie zu Felde.
00:05:34
Speaker
Das halte ich ja für hochgradig Quatsch.
00:05:39
Speaker
Sondern was man da braucht, ist Vertrauen in die Menschlichkeit, in
00:05:46
Speaker
Also wenn so ein Feuerwehrmann zu mir sagt, renn da mal rein ins Haus und hol die Leute raus, dann mache ich das ja nicht, weil der mein Chef ist.
00:05:54
Speaker
Genau.
00:05:56
Speaker
Und das denke ich, es gibt Situationen, und das meinte ich genau eingangs damit, dann sind Diskussionen geführt worden und das ist auch, was ich meinem eigenen Team auch immer sage, bitte widersprecht mir.
00:06:08
Speaker
Also ich habe definitiv nicht Weisheit mit Löffeln gefressen und
00:06:13
Speaker
Auch dieser Ausspruch lebenslanges Lernen, ich empfinde das jeden Tag für mich und nicht nur, weil ich auch relativ neu bei einem Arbeitgeber bin, der ein sehr komplexes Thema hat, nämlich die Gesundheit von Menschen positiv zu gestalten, sondern da ist es auch wichtig, mir auch Dinge beizubringen, die ich mir auch aneignen möchte,
00:06:39
Speaker
Und da darf man auch diskutieren.
00:06:41
Speaker
Aber es wird auch irgendwann das Ende einer Diskussion erreicht sein und dann müssen auch Entscheidungen getroffen werden.
00:06:48
Speaker
Und dann müssen die Entscheidungen, die getroffen sind, eben auch praktisch umgesetzt werden.
00:06:53
Speaker
Und das gilt dann aber auch.
00:06:55
Speaker
Also dann die Diskussion fortzuführen, das macht es dann auch schwierig.
00:06:58
Speaker
Aber Entscheidungen auch zu begründen, einzuordnen, warum man dazu gekommen ist, das halte ich schon für wichtig.
00:07:06
Speaker
Also ich stelle mir schon die Frage, wie will man nach außen?
00:07:09
Speaker
und gute Kommunikation machen, wenn sie im eigenen Team nicht funktionieren würde.
00:07:16
Speaker
Hast du da so Erfahrungen gemacht?
00:07:20
Speaker
Du hast ja in unterschiedlichen Kontexten, du hast ja eingangs gesagt gearbeitet, also du hast ja eine sehr bunte Karriere schon hinter dir, würde ich sagen, als Außenstehender.
00:07:31
Speaker
Ja.
00:07:32
Speaker
Was gut funktioniert und was vielleicht auch weniger gut funktioniert?
00:07:34
Speaker
Ja.
00:07:35
Speaker
Also ich bin selbst davon geprägt gewesen.
00:07:38
Speaker
Ich bin auch so mit jeder Position kam irgendwie auch mehr Menschen dazu.
00:07:43
Speaker
Und ich habe mal sozusagen als ich damals im Sächsischen Landtag begonnen habe, als stellvertretender Pressesprecher und es gab nur uns zwei, es gab den Pressesprecher und es gab mich.
00:07:57
Speaker
Und ich fand es toll, wir kannten uns damals nicht.
00:07:59
Speaker
Und als wir aber dann nach so einer gewissen Zeit wirklich ein gutes Vertrauen zueinander aufgebaut haben,
00:08:06
Speaker
habe ich von ihm sozusagen die carte blanche bekommen.
00:08:09
Speaker
Also ich hatte Freiheiten.
00:08:11
Speaker
Und er wusste auch, dass ich, um es mal wieder militärisch zu sagen, linke und rechte Grenze, die kannten wir voneinander.
00:08:20
Speaker
Und mir waren die bewusst.
00:08:21
Speaker
Und in dem habe ich mich bewegt.
00:08:22
Speaker
Und er wusste ganz genau, wenn ich an so eine Grenze komme, dann würde ich auch immer mich mit ihm austauschen und rückkoppeln.
00:08:29
Speaker
Und wie machen wir das?
00:08:30
Speaker
Also ich würde nie sozusagen alleine losziehen.
00:08:34
Speaker
Und ich glaube schon, dass mich das sehr geprägt hat, auch in meine Teams hinein.
00:08:38
Speaker
Ich bin keiner, der, um es auch wieder militärisch zu sagen, der irgendwie morgens antreten lässt zur Befehlsausgabe, sondern mir ist wichtig, dass die Menschen in meinem Team wissen, wofür sie da sind, was ihr Job, ihr Auftrag ist.
00:08:57
Speaker
Das ist erstmal für mich ganz wichtig.
00:09:02
Speaker
Das hat ja dann vermutlich viel, also vielleicht zwei Sachen.
00:09:07
Speaker
Das eine, was du sagst mit dieser Carte Blanche, finde ich nochmal einen schönen Griff dafür.
00:09:13
Speaker
Das hat ja viel mit dem Rahmen, dass mir der klar ist.
00:09:18
Speaker
Also würde ich vielleicht, kannst du ja vielleicht nochmal an deine Lebenswelt tragen, würde ich vielleicht eher sowas wie so ein,
00:09:28
Speaker
wie so eine Art Leitbild irgendwie sehen.
00:09:31
Speaker
Also wo es irgendwie so so eine Vision gibt, wo will ich hin, wo es Werte gibt, die irgendwie unser Miteinander prägen.
00:09:38
Speaker
Und ich stelle mir das immer vor wie so ein Werterahmen, der...
00:09:44
Speaker
Also auch, du hast gesagt, linke, rechte Grenze.
00:09:47
Speaker
Ich habe das mittlerweile übersetzt, auf einer Autobahn hat man ja auch Leitplanken.
00:09:51
Speaker
Da gibt es eine links, eine rechts.
00:09:53
Speaker
Und dazwischen muss ich mich bewegen.
00:09:57
Speaker
Und wenn ich nur zwei Spuren habe, habe ich halt weniger Bewegungsfreiheit, als wenn ich vier Spuren hätte oder sechs.
00:10:05
Speaker
Aber wenn ich nur auf der rechten Spur fahre, ist es eigentlich egal.
00:10:09
Speaker
Dann ist es vielleicht sogar blöder, wenn ich sechs Spuren hätte, weil es irgendwie Verschwendung ist.
00:10:13
Speaker
In dem Bild, finde ich, steckt eine Menge drin.
00:10:23
Speaker
Wie war so deine Erfahrung?
00:10:24
Speaker
Gab es diesen Rahmen, diese Leitbilder?
00:10:27
Speaker
Oder hast du die vielleicht sogar mitentwickelt?
00:10:30
Speaker
Was sind da so deine Erfahrungen?
00:10:34
Speaker
Ich glaube, da sind viele Organisationen sehr unterschiedlich gewesen.
00:10:40
Speaker
Ich meine, bei der Bundeswehr, da kennen wir das mit dem Führungsprozess, mit den Leitbildern, die wir dort entsprechend haben.
00:10:50
Speaker
Als wir damals begonnen haben, haben wir uns das irgendwie selbst ausgehandelt.
00:10:54
Speaker
Da war das so ein zwischenmenschliches Ding.
00:10:57
Speaker
Wir wussten, was ist unser großer Auftrag?
00:10:59
Speaker
Wir haben Kommunikation gemacht, politische Kommunikation, aber ich hatte eben auch viel Freiraum, weil das eben auch eine Zeit war, in der vieles, ich war vor allem so dann als, in Anführungsstrichen, der Junge Wilde gekommen, der sich dann vor allem in der Online-Kommunikation, Social Media austoben durfte.

Führungskultur und Social Media

00:11:21
Speaker
Und das war damals noch eine Kommunikationsspielart, die für viele, ja, ich sag mal, für die alteingesessenen Kommunikationsprofis eher so ein,
00:11:30
Speaker
Rattenschwanster-PR-Arbeit war.
00:11:33
Speaker
Ich aber damals für mich festgestellt habe, und das hat mich auch in meinen Teams immer geprägt, das ist eine Kommunikationsart, die extrem viel Vertrauen voraussetzt.
00:11:45
Speaker
Weil, und ich bis heute, ja, wenn ich heute einem Journalisten eine Medienanfrage unsinnig beantworte, dann habe ich in der Regel noch die Möglichkeit, wenn es jetzt nicht das Live-Interview ist,
00:11:58
Speaker
das auch nochmal zurückzuholen, wieder einzuordnen und womöglich meinen Fehler zu korrigieren in der Social Media Kommunikation.
00:12:06
Speaker
Also das dann gerade später meiner Zeit bei der Polizei haben wir das häufig am eigenen Leib feststellen müssen.
00:12:15
Speaker
Der Tweet in dem falschen Zungenschlag, der gesetzt ist, den holst du nicht mehr zurück, weil der ist gescreenshottet, der ist in der Welt und
00:12:25
Speaker
Und mir war immer wichtig, nie jemand zu sein, dem sozusagen alles bis ins letzte Detail vorgelegt werden muss, sondern ich möchte das wissen.
00:12:34
Speaker
Wir entwickeln Leitplanken für unsere Kommunikation.
00:12:42
Speaker
Aber ich möchte keiner sein, der am Schluss hier Punkt und Komma verrückt und ins Mikromanagement abdriftet.
00:12:50
Speaker
Also das ist mir selber jeden Tag wichtig.
00:12:53
Speaker
Okay, und zum Thema Leitbilder, die also wirklich so, ich sag mal, ausgehandelte Leitbilder, wie ist das da bei dir?
00:13:05
Speaker
Vielleicht von mir noch eine kurze Anekdote, weil du das gerade auch gesagt hast, du hast das selber so ein bisschen ausgehandelt.
00:13:12
Speaker
Ich kann mich noch an mein allererstes Leitbild tatsächlich erinnern, das war bei der Luftwaffe, das Leitbild der Luftwaffe.
00:13:18
Speaker
Da war ich so Abteilungsleiter.
00:13:22
Speaker
Ich hatte so 40 bis 60 Menschen, die ich geführt habe.
00:13:26
Speaker
Und dann habe ich einen A4-Umschlag bekommen.
00:13:30
Speaker
Da waren irgendwie 20 von diesen Leitbildern drin und ein Brief.
00:13:37
Speaker
Und da stand drin, dass das meine Aufgabe wäre, jetzt dieses Leitbild zu leben und auch zu transportieren.
00:13:43
Speaker
Das war, also wir schreiben gerade, unser Buch ist gerade in der Korrektur beim Verlag, unser zweites zum Thema Leitbildintegration.
00:13:54
Speaker
Und das war unsere Leitbildintegration.
00:13:56
Speaker
Ja.
00:13:57
Speaker
Ja, tatsächlich eine sehr spannende Diskussion.
00:14:01
Speaker
Als ich am 1.
00:14:02
Speaker
Oktober letztes Jahr zur AK Plus kam, hat man dort gerade ein Führungsleitbild etabliert.
00:14:14
Speaker
Ich möchte bewusst sagen etabliert, nicht installiert.
00:14:17
Speaker
dem auch zwar auch eine Diskussion vorausgegangen, die ich aber, ich habe sozusagen das Ergebnis erlebt, als ich sozusagen zur Familie dazu kam.
00:14:30
Speaker
Und eigentlich für mich Selbstverständlichkeit, und das besteht im Grunde genommen aus vier Punkten, die alle darauf einzahlen sollen, dass wir, oder dass für die Organisation, dass für die AOK Plus der Kunde im Fokus steht bei allem, was wir tun.
00:14:44
Speaker
Der Kunde
00:14:46
Speaker
Und unsere Arbeit für den Kunden ist handlungsleitend.
00:14:49
Speaker
Und das sage ich als jemand, der ja nicht jeden in seinem Geschäft, in der Medienarbeit, in der politischen Kommunikation nicht jeden Tag einen Kundenkontakt hat.
00:15:01
Speaker
Aber im Grunde genommen das, was wir tun, auch in der Kommunikation, in der politischen Kommunikation,
00:15:08
Speaker
das natürlich unterstützen soll, was die Kolleginnen und Kollegen tagtäglich in ihrer unmittelbaren Arbeit mit und für den Kunden unterstützen soll.
00:15:18
Speaker
Und diese vier Punkte sind, die ich sage, eigentlich für mich selbstverständlich sind, aber sie bringt es nochmal auf den Punkt.
00:15:24
Speaker
Das ist, mutig im Handeln zu sein, den anderen stärken, Verlässlichkeit im Wandel, dem wir unterliegen, aber auch Unternehmer sein und auch unternehmerisch denken.
00:15:38
Speaker
Und das finde ich tatsächlich auf der einen Seite zwar selbstverständlich, aber es bringt es nochmal sehr deutlich auf den Punkt, mit dem man sich jeden Tag auseinandersetzen soll.
00:15:51
Speaker
Und ich habe dieses Leitbild einfach als, tatsächlich auch als Desktop-Hintergrund auf meinem Laptop.
00:15:58
Speaker
Auch wenn ich sage, es ist eigentlich für mich selbstverständlich, es springt einem jeden Tag ins Auge und das
00:16:05
Speaker
finde ich tatsächlich sehr gut und sehr auf den Punkt gebracht, was ich tatsächlich in Ministerien in dieser Form so nicht erlebt habe.
00:16:15
Speaker
Die
00:16:17
Speaker
Also die Punkte finde ich schön.
00:16:19
Speaker
Der erste, mutig sein.
00:16:21
Speaker
Genau, mutig im Handeln sein.
00:16:23
Speaker
Finde ich cool.
00:16:25
Speaker
Das begegnet mir bei Leitbildentwicklungsprozessen tatsächlich in letzter Zeit immer häufiger.
00:16:31
Speaker
Also dass das sozusagen ein Wert ist, der ein Unternehmen anbietet.
00:16:37
Speaker
als handlungsleitender Rahmen sozusagen gesetzt ist.
00:16:41
Speaker
Und das heißt dann natürlich für jeden was anders.
00:16:43
Speaker
Also jemand, der von seiner Persönlichkeit vielleicht eh schon eine Menge davon mitbringt, für den ist Mut natürlich auf einem anderen Level als jemand, der sehr vielleicht sicherheitsorientiert ist eher.

Transparenz und Feedback in Teams

00:16:56
Speaker
Genau.
00:16:57
Speaker
Aber
00:16:59
Speaker
Für mich ist spannend, was tut, also ihr habt das jetzt etabliert als Führungsgrundsätze, was tut ihr dafür, dass man sich, also außer deinem Desktop-Hintergrund, dass man sich als Führungskraft tagtäglich daran erinnert?
00:17:16
Speaker
Also ich finde es tatsächlich spannend, dass man das natürlich auch ins eigene Team mit reinträgt.
00:17:21
Speaker
Ich mache jetzt selber auch zum ersten Mal, Beurteilungssysteme sind ja auch immer so ein spannendes Thema, auch gerade vorhanden,
00:17:27
Speaker
im Ministerien oder auch bei der Bundeswehr hat das ja immer bewegt.
00:17:31
Speaker
Ich habe jetzt selber nach meinen ersten Monaten durfte ich jetzt teilnehmen am 360 Grad Feedback, das bei uns etabliert ist, wo man selber verpflichtend das eigene Team sozusagen auffordert, aber auch Kolleginnen und Kollegen, eigene Führungskräfte
00:17:55
Speaker
und bittet da nach einem Kriterienkatalog nicht nur Punkte zu vergeben, sondern eben auch ein persönliches Feedback.
00:18:03
Speaker
Ist alles anonym.
00:18:05
Speaker
Da bin ich gerade, das ist gerade für mich in der Erstellung und ich habe viele Kolleginnen und Kollegen gebeten, weil es für mich erstmal so eine erste Standortbestimmung ist, wo steht man als jemand, der jetzt von außen neu ins Unternehmen gekommen ist.
00:18:19
Speaker
Das ist tatsächlich eine Sache,
00:18:21
Speaker
mit der das auch gelebt wird, weil danach erfolgt eine Auswertung und mir ist auch wichtig, dann diese Auswertung auch innerhalb meines Teams transparent zu machen.
00:18:32
Speaker
Und das führt sich dann durch die verschiedenen Fügungsebenen fort.
00:18:37
Speaker
Aber was mir auch wichtig ist im Alltag, was wir öfters machen, sind Fügungsdialoge, die stattfinden, wo man auch andere Fügungskräfte kennenlernt.
00:18:46
Speaker
Und das ist gerade für mich ja auch als jemand, der sozusagen von außen jetzt neu reingekommen ist,
00:18:52
Speaker
Tatsächlich ein sehr guter Austausch mit anderen Kolleginnen und Kollegen über deren Empfindung, was bedeutet für uns gute Führung und wie setzen wir es am Schluss um.
00:19:05
Speaker
Die Punkte sind ja das eine, aber das andere sozusagen in Herz und Kopf aufzunehmen und dann auch tagtäglich zu leben, ist ja eben das andere.
00:19:13
Speaker
Total.
00:19:14
Speaker
Und jetzt gerade ist mir auch wieder eingefallen, was ich fragen oder sagen wollte.
00:19:21
Speaker
Nämlich dieser Punkt, du sagtest das gerade, sind Selbstverständlichkeiten eigentlich diese vier Punkte für dich.
00:19:26
Speaker
Und das ist ein Satz, den ich oft höre von Führungskräften.
00:19:32
Speaker
Und
00:19:34
Speaker
Aus meiner Erfahrung hilft er ja am Ende so wenig, weil es ja doch eine Menge Menschen gibt, die Dinge halt anders machen, als ich sie tue oder du.
00:19:42
Speaker
Und diese Erkenntnis, ich glaube, die darf man gewinnen, dass es quasi keine, wie nennt man das immer, logischen Menschenverstand gibt, sondern es gibt sozusagen deinen Erkenntnis.
00:19:56
Speaker
logischen Menschen verstanden und meinen, aber die müssen halt nicht gleich sein.
00:20:01
Speaker
Und je unterschiedlicher wir irgendwie in unterschiedlichen Kontexten aufgewachsen, unterschiedlicher Erfahrungen gemacht, dann ist der halt anders.
00:20:10
Speaker
Und dann hilft das natürlich, wenn wir beide uns über Mut im Handeln, genau, mutig im Handeln zu sein, wenn wir uns darüber unterhalten, was heißt denn das jetzt für dich eigentlich?
00:20:21
Speaker
Genau.
00:20:22
Speaker
Ja, also für uns bedeutet, und ich kann das absolut unterschreiben, ich gehe voran und ermutige dazu, Verantwortung zu übernehmen für schnelle und wirksame Entscheidungen.
00:20:33
Speaker
Auch eigentlich, so ist es formuliert, eine Selbstverständlichkeit.
00:20:37
Speaker
Aber wie du schon sagst, in der Wahrnahme und natürlich dann auch im täglichen Ausleben dessen und das Ganze eben mit Leben zu erfüllen, kann das natürlich schon sehr unterschiedlich gelebt werden.
00:20:53
Speaker
Genau, und das wird es wahrscheinlich ja auch.
00:20:56
Speaker
Gut, du bist jetzt ein halbes Jahr dabei.
00:20:58
Speaker
Da hast du natürlich erst einen Bruchteil der Facetten, die es da so gibt, bei euch entdeckt.
00:21:04
Speaker
Aber im Grunde genau, ich erlebe das immer wieder.
00:21:08
Speaker
Ich arbeite mit so einem Persönlichkeitsmodell, Persolog heißt das.
00:21:13
Speaker
Und da ist Mut quasi...
00:21:17
Speaker
ist auch eine Verhaltenseigenschaft.
00:21:19
Speaker
Es gibt dort halt Persönlichkeitsdimensionen, die sind mutiger als andere, weil die risikoaffiner sind und andere sind halt eher sicherheitssuchend.
00:21:30
Speaker
Und wenn ich sicherheitssuchend bin, dann bin ich halt nicht so mega mutig.
00:21:38
Speaker
Wie du schon sagst, das kommt natürlich dann immer sehr individuell.
00:21:41
Speaker
Ich bin tatsächlich auch jemand,
00:21:44
Speaker
der kein Problem damit hat, Entscheidungen zu treffen und dazu auch zu stehen.
00:21:49
Speaker
Gegebenenfalls auch Entscheidungen, die sich hinterher vielleicht nicht als ideal herausstellten, das auch anzuerkennen und entsprechend damit umzugehen.
00:22:01
Speaker
Aber ich erlebe eben auch oft, dass es Menschen gibt, die da sehr, sehr hadern mit sich und lange die Entscheidung vor sich her schieben.
00:22:12
Speaker
Das widerspricht so ein bisschen meiner eigenen Persönlichkeit an der Stelle.
00:22:16
Speaker
Du hast Glück, dass du quasi dann direkt auf diese erste Verhaltensregel einzahlst.
00:22:23
Speaker
Ja, ja.
00:22:24
Speaker
Ich habe mal ein Interview gelesen mit dem Herrn Grupp.
00:22:28
Speaker
Ich glaube, Grupp heißt der.
00:22:29
Speaker
Ja, ja.
00:22:30
Speaker
Trigema, ja.
00:22:31
Speaker
Das ist jetzt nicht so mein schillerndes Vorbild für Führung und Kultur, aber dieser Teil aus dem Interview, den fand ich ziemlich cool, denn der ist gefragt worden, wie er mit falschen Entscheidungen umgeht, die er getroffen

Mut und Entscheidungsfreude in der Führung

00:22:50
Speaker
hat.
00:22:50
Speaker
Und da hat er ein bisschen entgeistert quasi geguckt und hat gesagt, ich treffe keine falschen Entscheidungen, ich treffe nur richtige Entscheidungen.
00:22:58
Speaker
Aber warte, warte.
00:22:58
Speaker
Also genau, das war auch meine erste Reaktion.
00:23:00
Speaker
Ich dachte, boah, was soll das denn?
00:23:03
Speaker
Ganz schön arrogant.
00:23:03
Speaker
Und dann sagt er, naja, wissen Sie, wenn ich eine Entscheidung treffe, dann treffe ich die Entscheidung jetzt.
00:23:10
Speaker
Und dann halte ich sie jetzt für richtig.
00:23:12
Speaker
Und wenn ich in einer Woche zu dem Schluss komme, dass die Entscheidung nicht mehr richtig ist, dann treffe ich eine andere und die halte ich dann für richtig.
00:23:21
Speaker
Ja.
00:23:22
Speaker
Und in dieser Logik quasi trifft er dann nur richtige Entscheidungen, aber die kann man dann durchaus zurücknehmen.
00:23:30
Speaker
Und das fand ich dann wiederum ziemlich cool.
00:23:34
Speaker
Das ordnet es definitiv gut und richtig ein und das kann man auch so unterschreiben.
00:23:40
Speaker
Jetzt müsste man hier sicherlich fragen, aber er steht an der Spitze des Eisberges.
00:23:50
Speaker
Würden die Antworten seine Führungskräfte genauso geben?
00:23:54
Speaker
Und wie würde er dort mit richtigen oder mit falschen, sich rückwirkenden, als falsch erwiesenen Entscheidungen umgehen?
00:24:02
Speaker
Das müsste man seine Führungskräfte mal fragen.
00:24:04
Speaker
Das war sicherlich eine spannende Frage.
00:24:07
Speaker
Aber das hat natürlich auch was mit Vertrauen zu tun.
00:24:10
Speaker
Auch was man ja selbst als Führungskraft wiederum von seiner Führungskraft auch genießt.
00:24:17
Speaker
Da erhält man die nötige Beinfreiheit.
00:24:19
Speaker
Genau.
00:24:21
Speaker
Und wie schaffst du das, dieses Vertrauen in deinem Team zu erinnern oder in deinen Teams?
00:24:30
Speaker
Du hast ja jetzt viele geführt.
00:24:32
Speaker
Ich schätze bei dem Neuen, was du jetzt führst, da wirst du ja noch in einem Prozess sein nach einem halben Jahr.
00:24:38
Speaker
Aber was tust du dafür?
00:24:40
Speaker
Wie schaffst du das, Vertrauen aufzubauen?
00:24:43
Speaker
Ja, genau.
00:24:44
Speaker
Also in mein jetziges Team bin ich reingekommen und erlebe absolute Profis, die schon lange dabei sind, die einen tollen, tollen Job machen, die das Unternehmen, die die Organisation perfekt kennen.
00:25:03
Speaker
Und das erst mal anzuerkennen und auch Fragen zu stellen.
00:25:08
Speaker
Und ich glaube, ich werde mir da nicht täglich
00:25:11
Speaker
bin ich mir da nicht zu fein zu sagen, ich habe es, ihr müsst mich da jetzt nochmal abholen, ich habe es nicht verstanden.
00:25:19
Speaker
Ich glaube, das ist der erste Weg, also nicht daherzukommen, irgendwie so wie der Messias da irgendwie niederzusteigen und zu sagen, also ich habe ganz viele Erfahrungen, ich sage euch jetzt, wie das hier geht.
00:25:30
Speaker
Das hat auch was mit Wertschätzung zu tun und ich erkenne erstmal an, da sind absolute Vollprofis, die einen super Job machen und ich möchte das verstehen.
00:25:40
Speaker
Aber natürlich bringt man auch Erfahrungen mit und die bringe ich natürlich auch ein und sage, Mensch, habt ihr schon mal hiermit und damit Erfahrungen gemacht?
00:25:50
Speaker
Oder bringe dann eben ein, dass wir uns schon mal ausprobiert haben, womit wir auch gescheitert sind, aber was hier sich vielleicht ganz gut machen würde.
00:26:02
Speaker
Ich glaube, diese Offenheit und Interesse an Menschen, also ich möchte auch wirklich die Menschen kennenlernen, wie ticken die?
00:26:10
Speaker
Und ich fand das immer spannend.
00:26:13
Speaker
Ich bin ja Papa von vier Kindern und ich rede natürlich auch abends von meiner Arbeit.
00:26:19
Speaker
Und meine Kinder kennen die Menschen, mit denen ich tagtäglich arbeite, beim Namen, auch wenn sie sie teilweise auch noch nicht getroffen haben und wissen aber, von wem ich spreche.
00:26:32
Speaker
Und eine andere Erfahrung, die ich gemacht habe, das war damals bei der Polizei.
00:26:35
Speaker
Da war das unter ganz anderen Vorzeichen.
00:26:39
Speaker
Da ist diese Stabstelle Kommunikation der sächsischen Polizei sozusagen nach viel leidiger Erfahrung, dass Polizeiarbeit sich ändern muss, sich neuen Gegebenheiten anpassen muss, damals ins Leben gerufen worden.
00:26:53
Speaker
Und ich begann mit drei Leuten vom Social Media Team der Polizei, die es gab und mir.
00:27:01
Speaker
Und der Auftrag war,
00:27:03
Speaker
Da am Schluss ein Team aufzubauen, das knapp 20 Mitarbeiter am Ende hatte.
00:27:10
Speaker
Und am Schluss hatten wir ein sehr heterogenes Team, sowohl aus Polizistinnen und Polizisten, als auch von Leuten, die wir von außen geholt haben, wo dann vor allem die Erfahrung im Kommunikationsbereich zählte.
00:27:30
Speaker
Und das war unglaublich spannend.
00:27:31
Speaker
Also Leute, die von außen kamen, die auf einmal in diesem System Polizei sich zurechtfinden mussten, aber mit einer tollen Expertise, mit tollen Ideen von außen kamen.
00:27:42
Speaker
Und das hat uns wirklich zusammengeschweißt.
00:27:44
Speaker
Und dann sind es gerade auch diese Krisenzeiten, die wir da auch zur Genüge durchleben und durchleiden mussten, die extrem zusammengeschweißt haben.
00:27:55
Speaker
Und ich sage aber auch, es macht was mit einem, wenn man so ein Team,
00:28:00
Speaker
am Ende verlässt oder auch wie in meinem Fall dann verlassen musste.
00:28:06
Speaker
Das macht was mit einem.
00:28:07
Speaker
Aber ich stehe bis heute mit allen in Kontakt und mag das total, wenn wir uns da auch immer noch austauschen und auch freundschaftlich treffen.
00:28:20
Speaker
Das hinterlässt ein gutes Gefühl.
00:28:22
Speaker
Aber damals so ein Team aufgeben zu müssen, was man selber über drei Jahre aufgebaut hat,
00:28:26
Speaker
Das hat mich selber in ein ganz schönes Loch gerissen.
00:28:29
Speaker
Das gehört zur Wahrheit auch dazu.
00:28:31
Speaker
Was war der Hintergrund, dass du da so sagen musstest?
00:28:35
Speaker
Es gab damals die Entscheidung, so richtig war es bis heute nicht, weil man es mir nie eröffnet hatte.
00:28:42
Speaker
Offenbar hat sich ein bis dato gutes Verhältnis mit dem damaligen Minister entzweit.
00:28:51
Speaker
Und irgendwann erfuhr ich über Umwege, dass ich sozusagen mein Landfrink-Kommando übergeben soll.
00:29:02
Speaker
Man hat zwar damals mit einer karrierefördernden Maßnahme begründet, das war aber für mich irgendwie vorgeschoben.
00:29:13
Speaker
Das hat damals viel mit mir gemacht.
00:29:15
Speaker
Ich habe da, glaube ich, wirklich zwei Jahre dran geknabbert.
00:29:19
Speaker
dass ich dann eine neue, tolle Chance bekommen habe, auch in ein anderes Team zu kommen.
00:29:24
Speaker
Und das fängt dann auch wieder auf.
00:29:26
Speaker
Aber so diese erste Zeit oder die ersten zwei Jahre, das macht schon was mit allem.
00:29:33
Speaker
Und dabei wäre es völlig in Ordnung gewesen.
00:29:34
Speaker
Also Kommunikation bedeutet auch immer, Vertrauen zur eigenen Führung zu haben und auch umgekehrt.

Offene und ehrliche Kommunikation

00:29:41
Speaker
Die eigene Führung muss auch Vertrauen zu mir haben.
00:29:45
Speaker
Das kann auch verloren gehen.
00:29:47
Speaker
Und dass dann ein Minister nicht mit mir diskutiert, also einer von uns beiden, das passt nicht mehr, einer von uns beiden müsste gehen, dann ist völlig klar, wer das sein wird.
00:29:55
Speaker
Also das habe ich immer sportlich gesehen.
00:29:58
Speaker
Aber dann einfach auch ehrlich zu sein und zu sagen, an welcher Stelle ist jetzt hier, ist man nicht mehr zufrieden.
00:30:06
Speaker
Das hat es nicht gegeben und das war eigentlich so das, was ich mit mir rumgeschleppt habe.
00:30:13
Speaker
Aber ich glaube, das ist auch etwas, was nicht ganz unüblich ist, was viele Leute im Kommunikationsbereich in einem politischen Kontext irgendwie durchgemacht haben, leider auch erfahren mussten.
00:30:26
Speaker
Also ich glaube, dass... Ich habe so ein schönes anderes Beispiel.
00:30:33
Speaker
Da begleite ich ein Unternehmen schon sehr, sehr lange.
00:30:38
Speaker
Und...
00:30:41
Speaker
Also ich sage mal, dass es Trennungen gibt.
00:30:43
Speaker
Du hast das ja eben auch gesagt, du siehst ja sportlich, ne?
00:30:46
Speaker
Also da würde ich sagen, ja, natürlich.
00:30:50
Speaker
Weil ich meine, 50 Prozent, das ist immer mein Bild, 50 Prozent aller Ehen werden geschieden.
00:30:54
Speaker
Genau.
00:30:55
Speaker
Also...
00:30:56
Speaker
Auch meine erste Ehe wurde geschieden und dann denke ich immer, hey, und da geht es um Gefühle, um Liebe, da geht es um Häuser, um Kinder, um Zukunftsbilder und um so eine Sachen und da trennen sich 50 Prozent der Menschen und jetzt ist doch meine Erwartungshaltung nicht, dass bei einer Geschäftsbeziehung das jetzt nicht passieren darf.
00:31:20
Speaker
Genau.
00:31:21
Speaker
Das halte ich für total vermessen und also auch wirklich unrealistisch.
00:31:27
Speaker
Und da habe ich das erlebt, die haben so eine Kultur entwickelt tatsächlich, so eine Trennungskultur würde ich sagen.
00:31:37
Speaker
Also die arbeiten sehr intensiv über Erwartungen und Erwartungsmanagement.
00:31:41
Speaker
Und im Prinzip weiß, oder das Ziel ist zumindest, ob das dann gelingt immer, das ist vermutlich nicht so, aber das Ziel ist, dass jeder eigentlich zu jeder Zeit weiß, wo er steht und quasi das Ganze über Erwartungen so transparent kommuniziert wird, also er wird sehr viel, sehr intensiv kommuniziert,
00:32:01
Speaker
dass du im Prinzip, also ich überspitze mal etwas zu dem Kündigungsgespräch, was dein Chef mit dir führt, mit deiner Kündigung hingehst, weil du sagst, heute ist es soweit.
00:32:14
Speaker
Ja.
00:32:16
Speaker
Aber du hast völlig recht und das war übrigens eine Frage, die mich damals wirklich mitunter nachts wachgehalten hat.
00:32:23
Speaker
Also stehe ich noch
00:32:26
Speaker
in der Gunst habe ich noch das Vertrauen.
00:32:30
Speaker
Das hat mich echt umtrieben.
00:32:31
Speaker
Und dann ist es halt auch wichtig, sich einfach ehrlich zu machen.
00:32:37
Speaker
Also dann selber nachzufragen.
00:32:38
Speaker
Das war eigentlich das Schlimme damals, als ich dieses Gerücht
00:32:42
Speaker
an mich herangetragen wurde und ich dann selber eine Nachricht an den damaligen Minister, ist längst nicht mehr im Amt, geschrieben habe, ich habe gehört, ich soll von meinem Posten entbunden werden, ist dem so.
00:32:57
Speaker
Und dann irgendwie erst Tage später zu einem Gesprächstermin eingeladen zu werden, das fand ich einfach unwürdig.
00:33:03
Speaker
So muss ich es einfach sagen.
00:33:06
Speaker
So würde ich selber nie mit Leuten umgehen wollen und ich möchte das auch so nicht wieder erleben.
00:33:12
Speaker
dass es sich entzweien kann.
00:33:13
Speaker
Und was du genau sagst, die Jobs, die wir machen, das macht man doch mit voller Emotion, mit Herzen.
00:33:21
Speaker
Und genau wie man eine Beziehung, eine Ehe führt, so tut man das auf eine andere Art und Weise, entwickelt man auch eine Liebe für seinen Beruf.
00:33:29
Speaker
Und gerade in einem Kommunikationsbereich, der auch hochdynamisch ist und mit Krisen behaftet und
00:33:38
Speaker
eben kein Job ist, der irgendwie 9 to 5 geht.
00:33:41
Speaker
Das geht nur, wenn man eine hohe emotionale Bindung hat.
00:33:44
Speaker
Aber das zahlt natürlich auch negativ darauf ein, wenn diese Bindung irgendwann verloren geht oder einseitig womöglich aufgekündigt wird.
00:33:52
Speaker
Das geht dann auch nicht spurlos an einem vorbei.
00:33:55
Speaker
Ich würde da gleich nochmal hingucken.
00:33:57
Speaker
Mich würde interessieren, was du da gemacht hast.
00:33:59
Speaker
Ich habe noch ein schönes Zitat von, also auch sehr militärisch hier heute bei uns beiden, von General Schwarzkopf.
00:34:10
Speaker
Norman Schwarzkopf, der hat mal gesagt, Führung ist eine kraftvolle Mischung aus Strategie und Vertrauen, aber wenn du ohne eins von beiden auskommen musst, verzichte auf die Strategie.
00:34:20
Speaker
Und
00:34:21
Speaker
Das finde ich, das passt gut zu dem, was du sagst.
00:34:26
Speaker
Und das sagt ein Stratege quasi.
00:34:28
Speaker
Also der, ich glaube, den Irakkrieg hat der als Militär quasi verantwortet.
00:34:39
Speaker
Und selbst der würde sagen, Vertrauen ist essentieller.
00:34:42
Speaker
Und Vertrauen hat ja diese Komponenten, hast du ja auch schon gesagt, nicht nur quasi in meine Mitarbeitenden, sondern auch, dass die Mitarbeitenden das in mich haben.
00:34:53
Speaker
Genau.
00:34:54
Speaker
Wie bist du mit diesen schlaflosen Nächten als Bild, wie bist du damit umgegangen für dich?
00:34:59
Speaker
Wie hast du das bearbeitet?
00:35:03
Speaker
Ich habe es mir zumindest...
00:35:04
Speaker
dann für heute, also aus der Erfahrung heraus, dass ich sowas nicht wieder durchleben wollen würde, sondern deutlich eher dann auch zu eigenen Vorgesetzten den Draht sofort suchen würde, wenn dieses Gefühl aufkommt.
00:35:21
Speaker
Damals hat man das irgendwie gescheut oder
00:35:28
Speaker
zu jung, ja... Also du hattest das Gefühl schon irgendwie... Dieses Gefühl kam schon auf in einem, also genügt man, auf der anderen Seite hat man sich, ich bin da durchaus auch reflektiert, ich fahre jeden Abend, wenn ich nach Hause fahre, denke ich über den Tag nach, war das heute, war das gut, würdest du mit dem Wissen von heute dieselbe Situation nochmal so nachgehen, also da denke ich schon drüber nach.
00:35:56
Speaker
Ähm...
00:35:58
Speaker
Aber ich war für mich fein mit dem, was wir dort auf die Beine gestellt haben und vor allem unter welchen Druck und auch unter welchem persönlichen Einsatz, dass ich es eigentlich als dieses Gerücht, das aufkam, eigentlich für lächerlich hielt, weil wir, weil wir echt insgesamt als Team da eine gute Performance abgeliefert haben.
00:36:18
Speaker
Aber
00:36:22
Speaker
Man weiß manchmal nicht, was sich in anderen Köpfen entwickelt.
00:36:28
Speaker
Und so kam da schon irgendwie ein Gefühl auf, dass hier irgendwas im Argen liegen könnte.
00:36:34
Speaker
Aber ich konnte es für mich damals nicht auflösen, zumindest mit meinen 50 Prozent.
00:36:40
Speaker
Aber es war echt eine sehr herausfordernde Zeit.
00:36:42
Speaker
Und da möchte ich auch mit meiner Frau nicht tauschen, die mich irgendwie da gut durchbegleitet hat.
00:36:50
Speaker
Okay, also Familie war so ein Schlüssel für dich.
00:36:53
Speaker
Familie ist definitiv ein Schlüssel.
00:36:56
Speaker
Also ich habe ja vorhin gesagt, ich bin sicherlich jemand, der sich auch über das, was er beruflich macht, auch ein Stück weit definiert.

Herausforderungen im beruflichen und privaten Leben

00:37:02
Speaker
Aber Familie ist immer das, was immer da sein wird, wenn man abends nach Hause kommt.
00:37:08
Speaker
Und gerade wenn man Jobs macht, die von einer besonderen Herausforderung, also auch sowohl zeitlicher Natur geprägt ist, als auch das, was einen umtreibt und man eben nicht
00:37:21
Speaker
Gerade im Kommunikationsbereich, wie soll ich sagen, unbedingt in der Lage ist, abends dein Handy auszuschalten und es erst morgens wieder anzuschalten.
00:37:31
Speaker
Das geht nur, wenn auch die Familie dahinter steckt oder dahinter steht.
00:37:34
Speaker
Und das war mir immer wichtig.
00:37:36
Speaker
Ich habe immer zu meiner Frau gesagt, wenn wir an den Punkt kommen, wo du das nicht mehr kannst, was ich sogar mehr als nachvollziehen könnte, sag es mir bitte rechtzeitig.
00:37:46
Speaker
Ja.
00:37:48
Speaker
Okay, also am Ende nicht das, was der Minister gemacht hat, sondern dann zu intervenieren.
00:37:54
Speaker
Genau.
00:37:56
Speaker
Also ich finde, ich weiß nicht, ob du die teilst, also jetzt hast du sie ja hier vor großem Publikum geteilt, aber eigentlich ja ein schönes Bild für diesen Mut, würde ich sagen, aus euren Führungsleitlinien jetzt bei der AUK+.
00:38:12
Speaker
Im Grunde braucht es ja für so ein Gespräch
00:38:18
Speaker
Also entweder kann ich vielleicht noch was klären oder vielleicht auch nicht.
00:38:21
Speaker
Vielleicht gab es irgendeine Situation, die dazu führt, dass ich sage, nee, also das Vertrauen zwischen uns ist weg.
00:38:28
Speaker
Aber im Prinzip braucht es da ja Mut für, so ein Gespräch zu führen.
00:38:33
Speaker
Definitiv.
00:38:34
Speaker
Und ich habe dieses Gespräch bis heute irgendwie vor meinen Augen, dass ich damals gefragt habe, ich habe es glaube ich genauso auf den Punkt gebracht, hier steht so ein Elefant für mich im Raum, bitte benennen Sie ihn mir und das
00:38:47
Speaker
Aber da kam dann auch nichts mehr.
00:38:48
Speaker
Und da wusste ich dann auch für mich, da war man auch an dem Punkt, wo ich sage,
00:38:52
Speaker
Vielleicht ist jetzt hier wirklich zu Ende.
00:38:54
Speaker
Dann ist es für beide.
00:38:56
Speaker
Genau, ich war so unabhängig von dem Menschen, mit dem du das erlebt hast.
00:39:02
Speaker
Aber es ist halt ein schönes Bild, weil es sozusagen zeigt, dass Führung halt auch diese Aspekte hat.
00:39:10
Speaker
Und dass Mut aus meiner Sicht auch wirklich eine ganz wichtige Führungsbedingung
00:39:17
Speaker
Eigenschaft oder eine Verhaltensweise ist, wo der eine, das habe ich ja vorhin schon gesagt, mehr für kämpfen muss als andere.
00:39:24
Speaker
Genau.
00:39:25
Speaker
Und nochmal, dieser Mut ist ja auch, nicht nur diese Fragen zu stellen, sondern als Führungskraft kommt man ja selbst in Situationen, wo man mit eigenen Teammitgliedern irgendwann ernste Gespräche führen muss und sagen muss,
00:39:40
Speaker
Unsere Reise geht hier wahrscheinlich in unterschiedlichen Richtungen weiter.
00:39:44
Speaker
Und natürlich ist das unangenehm.
00:39:48
Speaker
Ich kann mir nicht vorstellen, zumindest für mich nicht, dass das irgendwie Freude bereitet.
00:39:51
Speaker
Aber es so zu gestalten, dass alle Beteiligten dort, wie soll ich sagen, gesichtswarnt herauskommen, dass es auch eine Chance für einen Neuanfang innerhalb des Teams, aber auch für den Betroffenen sein kann,
00:40:07
Speaker
Und das gehört dazu, aber eben auch Emotionen zuzulassen, auch des anderen.
00:40:12
Speaker
Dass der Dinge auch anders sieht, das gehört zur Wahrheit auch dazu.
00:40:17
Speaker
Und ist auch nachzuvollziehen.
00:40:19
Speaker
Und das meine ich, das ist dann nicht für jeden gut aushaltbar.
00:40:27
Speaker
Und das würde ich sagen, passiert auch nicht nur in einem politischen Kontext, sondern auch in ganz vielen Unternehmen, dass Dinge dann...
00:40:35
Speaker
einfach quasi präsentiert werden, wenn sie fertig sind.
00:40:38
Speaker
Genau.
00:40:39
Speaker
Zu einem Zeitpunkt darüber zu sprechen und ist vielleicht, wenn ich so drüber nachdenke, am Ende in meiner ersten Ehe eigentlich genauso passiert.
00:40:48
Speaker
Die Probleme haben wir erst benannt,
00:40:52
Speaker
als es schon viel zu spät war, also wo du an nichts mehr rumdoktern konntest quasi.
00:40:59
Speaker
Das war dann nur noch die Trennung.
00:41:02
Speaker
Und jetzt in unserem Fall hatten wir dann das Glück, dass wir uns eine zweite Chance geschenkt haben ein paar Jahre später und dann ja auch nochmal geheiratet haben.
00:41:12
Speaker
Aber im Grunde ist das ja auch im beruflichen Kontext eher die Ausnahme, also im Privaten.
00:41:20
Speaker
Genau, aber wie gesagt, das irgendwie für sich zu reflektieren, also ich sage ja, das war damals echt eine schwere Zeit.
00:41:28
Speaker
Das hat lange, weil es auch alleine, dass man ein Team verliert, wie gesagt, was jeden Abend an unserem Ambro-Zisch zu Hause in der Familie präsent war.
00:41:38
Speaker
Meine Kinder kannten alle, meine Frau wusste, von wem ich spreche.
00:41:44
Speaker
Wenn du das verlierst auf der einen Seite, was du selber aufgebaut hast,
00:41:48
Speaker
Und auch diese Themen, die wir hatten, das war dann wirklich, als ob man so ein Junkie die Nadel aus dem Arm zieht.
00:41:55
Speaker
Und ich hatte danach auch einen spannenden Job, hatte eine tolle Chefin.
00:42:01
Speaker
Aber das war nicht Kommunikation.
00:42:03
Speaker
Das war nicht für das, für das ich wirklich brenne und irgendwie jeden Tag antrete.
00:42:08
Speaker
Und ich bin manchmal nach Hause gekommen und bin hier irgendwie um 16, 17 Uhr wie so ein alter Mann auf der Couch eingeschlafen.
00:42:17
Speaker
Und das waren dann auch so wenig hilfreiche Tipps aus dem Bekanntenkreis, die dann sagten, Mensch, du hast vier Kinder, ey, dann guck mal, bist du bei Zeiten zu Hause, dann suchst du dir mal noch ein schönes Hobby.
00:42:28
Speaker
Aber ich persönlich für mich kann mir nicht vorstellen, tagtäglich irgendwo hinzugehen, wo ich den Sinn nicht dessen begreife, was ich da tue.
00:42:37
Speaker
Ich kann nur alles geben oder eben nichts.
00:42:41
Speaker
Ähm,
00:42:43
Speaker
Und dann haben wir, dann taten sich irgendwann neue Möglichkeiten auf.
00:42:47
Speaker
Es ist ja oft so im Leben, eine Tür geht zu und zwei, drei andere öffnen sich.
00:42:52
Speaker
Man muss sie nur sehen.
00:42:54
Speaker
Man muss sie nur sehen.
00:42:55
Speaker
Man muss Geduld haben und auch auf sich und seine eigenen Stärken auch vertrauen.
00:43:00
Speaker
Mit der Geduld hapert es dann manchmal so.
00:43:05
Speaker
Aber am Schluss hat sich alles irgendwie gefügt.
00:43:07
Speaker
Und es ist dann, das war keine schöne Zeit,
00:43:11
Speaker
Aber es war am Schluss zu irgendetwas gut.
00:43:14
Speaker
Und auch, wo man dann heute steht, auch mit der Erfahrung und was es einen auch selbst weitergebracht hat.
00:43:20
Speaker
Ja, Dankbarkeit ist vielleicht das falsche Wort, weil die Situation hätte ich mir tatsächlich gerne erspart.
00:43:24
Speaker
Aber es ist alles gut, so wie es ist.
00:43:27
Speaker
Und ich bin jetzt damit fein und freue mich einfach jetzt über die Herausforderung, die man hat.
00:43:32
Speaker
Und versuche mir dieses Wissen mitzunehmen und mir zu sagen,
00:43:38
Speaker
Du hast sich damals über Leute geärgert, wie man mit einem umgegangen ist.
00:43:44
Speaker
Du hast jetzt die Chance, das selbst anders und besser zu machen.
00:43:48
Speaker
Genau, das hast du ja als Führungskraft jeden Tag eigentlich.
00:43:53
Speaker
Genau.
00:43:54
Speaker
Mit deinen Mitarbeitenden.
00:44:00
Speaker
Was sind, also ein paar hast du jetzt quasi schon indirekt zumindest angesprochen, was sind noch so Werte, die aus deiner Sicht für Führungsarbeit wichtig, notwendig sind?
00:44:14
Speaker
Also Vertrauen, ganz wichtig, Verlässlichkeit.
00:44:19
Speaker
Ein hohes Gut, dass wirklich...
00:44:25
Speaker
wie soll ich sagen, dass man sich auch mit breiter Brust auch vor die eigenen Leute stellt, aber auch genauso kritisch miteinander umgeht und sagt, hier, wir müssen miteinander sprechen, haben wir hier wirklich das Optimum erreicht, wo können wir besser werden, was sind unsere Lessons learned, wie es so schön heißt.
00:44:47
Speaker
Auch dieser Anspruch, möglichst keinen Fehler zweimal zu machen, klappt
00:44:54
Speaker
In der Regel klappt es ganz gut, aber manchmal muss man es sich auch wieder vergegenwärtigen.
00:45:00
Speaker
Und ich glaube auch einfach, einfach menschlich zu sein, das ist mir echt wichtig.
00:45:06
Speaker
Auch innerhalb meines Teams.
00:45:08
Speaker
Ich kann mich erinnern, als ich damals bei der Polizei war und das war noch vor Corona.
00:45:13
Speaker
wie Vorgesetzte oder ich manchmal so ein bisschen von anderen Führungskräften dafür belächelt wurde.
00:45:20
Speaker
Ich habe ja vorhin gesagt, das war ein sehr diverses Team, auch junge Frauen dabei, die entweder schon Kinder hatten oder dann auch Kinder bekamen.
00:45:31
Speaker
Und ich mir manchmal anhören musste, wenn wir dann neue Kolleginnen im Team hatten, da wird eine junge Frau eingestellt, der denkt dran, die werden alle schwanger.
00:45:42
Speaker
Und beim ersten Mal habe ich das so ein bisschen weggeatmet für mich.
00:45:45
Speaker
Und beim zweiten Mal habe ich dann auch darauf entgegnet, ich sage, ich hoffe es.
00:45:49
Speaker
Ja, Glück für uns.
00:45:51
Speaker
Ja, sterben wir irgendwann aus.
00:45:53
Speaker
Und dann habe ich dann irgendwann auch mal zu mancher Führungskraft gesagt, ganz ehrlich, lass uns doch diese Sprüche einfach bleiben.
00:46:01
Speaker
Ich weiß, dass ich meinen, das, was ich immer gemacht habe und heute mache, den Job hat meine Frau genauso mitgemacht und meine Familie.
00:46:11
Speaker
Und ich könnte abends nicht nach Hause kommen und meiner Frau in die Augen schauen, wenn ich solche Denkweisen hätte.
00:46:17
Speaker
Also die junge Frau, auf die verzichtest du besser, weil die könnte ja schwanger werden und fällt aus und dann musst du dich um Ersatz kümmern.

Familienfreundliche Arbeitsbedingungen und Remote-Arbeit

00:46:25
Speaker
Das sind so Debatten oder Vorstellungen, die ich überhaupt nicht habe.
00:46:29
Speaker
Und wie gesagt, wenn sie in mir aufkeimen würden, müsste mir meine Frau wirklich auf den Hinterkopf schlagen dafür.
00:46:38
Speaker
Also stellt sich so eine Frage gar nicht.
00:46:41
Speaker
Und damals in dieser Vor-Corona-Zeit, weiß ich noch, hatte ich auch junge Mütter bei mir im Team, die dann sagten, also ich, kindkrank.
00:46:51
Speaker
Ich war nachher echt stolz drauf, ich hatte so gut wie keine Kindkrankheitstage im Team, weil ich zu denen dann gesagt habe, passt auf, guckt doch mal die ersten ein, zwei Tage, ob ihr das gehandelt bekommt und ihr versucht, das ging gerade so um kreative Prozesse, Videoschnitt und Bildbearbeitung, Grafiken und so weiter,
00:47:09
Speaker
schaut doch mal, ob ihr das irgendwie auf den Arm verlegen könnt, wenn die Kleine, der Kleine vielleicht irgendwie schläft.
00:47:15
Speaker
Und das hat echt gut funktioniert.
00:47:18
Speaker
Oder Frauen, auch so mein Lieblingsthema, wenn Frauen irgendwie die Zahl der Arbeitsstunden reduziert haben von 40 auf 35, wo ich dann, wenn der Antrag kam, ich konnte das total verstehen, wenn ich mich gefragt habe, wollt ihr das wirklich?
00:47:33
Speaker
Weil eigentlich ist es Beschiss an euch selbst,
00:47:39
Speaker
Wir machen ja keine Fließbandarbeit.
00:47:40
Speaker
Also ich kann jetzt nicht runterrechnen, du drehst jetzt irgendwie reduziert um fünf Stunden nur noch so und so viel Kugelschreiber zusammen.
00:47:48
Speaker
Das machen wir nicht.
00:47:49
Speaker
Wir machen kreative Prozesse, wir machen Kommunikation.
00:47:52
Speaker
Und ich habe gerade Mütter erlebt, also zumindest die, die ich erlebt habe, keiner kann besser mit dieser Ressource Zeit umgehen,
00:48:03
Speaker
Und die Dinge handeln, da ich gesagt habe, also wenn es jetzt nur um eure Sicherheit geht, für eure Kinder da zu sein und trotzdem eurem Job gerecht zu werden, dann finden wir andere gute Lösungen.
00:48:16
Speaker
Und wie gesagt, so manche Mutter im Team mit Kindern war dort deutlich, wie soll ich sagen, effizienter in ihrer Arbeit als mancher Mitarbeiter.
00:48:29
Speaker
So mancher Kerl.
00:48:31
Speaker
Und insofern habe ich das immer geschätzt und auch immer gefördert.
00:48:38
Speaker
Ja, das ist wahrscheinlich heute in deinem jetztgehenden Umfeld auch einfacher, solche individuellen Regelungen zu treffen.
00:48:46
Speaker
Und auch Corona hat dann natürlich vermutlich in deinem Bereich, wo du tätig bist, ja auch viele Chancen eröffnet, da in Remote zu arbeiten.
00:48:59
Speaker
Gott sei Dank.
00:49:00
Speaker
Aber auch das ist ja für viele.
00:49:01
Speaker
Ich meine...
00:49:04
Speaker
Ich hatte damals auch Vorgesetzte, für die irgendwie, wer nicht in seinem Büro sitzt, der arbeitet nicht.
00:49:10
Speaker
So als in der Corona-Zeit die Büros ausgekehrt werden mussten, war das häufig so, wobei ich tatsächlich sehr gerne im Büro bin.
00:49:21
Speaker
Einfach so dieser kreative Moment, früh irgendwo hinzufahren, auch Kollegen um mich herum zu haben.
00:49:29
Speaker
Aber ich habe auch die Erfahrung gemacht, ich habe jetzt auch ein Team, was an drei Standorte in zwei Bundesländern verteilt ist.
00:49:36
Speaker
Und ich merke nicht, ob die Kolleginnen und Kollegen eine Etage unter mir sitzen oder ein Büro weiter oder 150 Kilometer weiter, weil wir den ganzen Tag in so einem engen Verhältnis miteinander stehen, gerade über Remote-Arbeit.
00:49:55
Speaker
Wir nutzen Teams.
00:49:57
Speaker
Ich habe Chats eingeführt und das bietet uns einfach gute Möglichkeiten, miteinander den ganzen Tag im Austausch zu stehen und dieses Gefühl zu haben.
00:50:07
Speaker
Natürlich ist es noch schöner, auch zusammen Mittagessen zu gehen oder zusammen Kaffee trinken zu gehen.
00:50:14
Speaker
Aber die Möglichkeiten bieten sich ja doch schon sehr gut offline oder online miteinander zu arbeiten, wobei ich dann auch immer wieder sage, man muss auch gute Möglichkeiten schaffen, es auch immer wieder offline zu verstärken, sich zu sehen, sich zu treffen.
00:50:29
Speaker
Genau, aber das Verstärken, würde ich sagen, das ist quasi das, was der Schlüssel ist.
00:50:39
Speaker
Ich hatte mal jemanden, der erzählte mir, ich weiß gar nicht, von seinem Bruder...
00:50:45
Speaker
der bei einer großen Versicherung gearbeitet hat.
00:50:49
Speaker
Und dann hatten die immer, haben die irgendwie vier von fünf Tagen Homeoffice, glaube ich, gehabt.
00:50:56
Speaker
Und an dem, weiß ich nicht, Mittwoch haben die dann alle immer Büropflicht gehabt.
00:51:01
Speaker
Das war sozusagen so der Büropflichttag.
00:51:03
Speaker
Und da ist dem dann zahlenmäßig der Einführungskraft dann irgendwie wohl aufgefallen, dass da die Produktivität sinkt.
00:51:12
Speaker
Und dann habe ich so zu dem gesagt, naja, also hoffentlich, weil wenn die dann nur einen Tag die Woche zusammen sind, dann sitzen die ja hoffentlich nicht alle an ihrem Rechner und arbeiten an ihrem Rechner, sondern machen das, was halt nur im Büro möglich ist.
00:51:30
Speaker
Profitierten, Meeting, keine Ahnung, zusammen kochen, whatever.
00:51:38
Speaker
Und das hat aber diese Führungskraft, fand das wohl nicht so gut und hat dann quasi diese Zeitverschwendung unterbunden.
00:51:46
Speaker
Und also hat natürlich dann damit diesen gemeinsamen Tag irgendwie aus meiner Perspektive Absurdum geführt.
00:51:53
Speaker
Ja, also ich, wie gesagt, ich
00:51:56
Speaker
Kommunikation ist für mich ja immer auch was Kreatives.
00:51:59
Speaker
Und Menschen, wann können Menschen kreativ sein?
00:52:01
Speaker
Ich meine, wie gesagt, wir waren häufig auch in Krisensituationen, wo man es auch auf Druck sein musste.
00:52:09
Speaker
Aber um mal so auszudrücken, in Friedenszeiten, von wo aus jemand einen guten Job macht.
00:52:15
Speaker
Und da sind wir wieder auch beim Thema Vertrauen.
00:52:19
Speaker
Ich stehe doch nicht den ganzen Tag bei jemandem im Büro und schaue ihm über die Schulter, ob er jetzt das Richtige tut.
00:52:28
Speaker
Das Vertrauen muss ich einfach haben und das möchte ich auch einfach haben.
00:52:32
Speaker
Ich möchte mir da gar keine Gedanken zu machen.
00:52:36
Speaker
Und das hat mich persönlich immer geprägt.
00:52:42
Speaker
Dort, wie soll ich sagen, wirklich lange Leine.
00:52:45
Speaker
Die Leute sollen doch wissen, was ist ihre Position?
00:52:48
Speaker
Was wird von ihnen erwartet?
00:52:51
Speaker
Was ist ihr Job?
00:52:52
Speaker
Wie haben sie den zu erfüllen?
00:52:54
Speaker
Und da möchte ich mich auch gar nicht in so ein Mikro-Management irgendwie reinbewegen.
00:52:58
Speaker
Was hast du, dass irgendjemand am Ende des Tages
00:53:02
Speaker
sich irgendwie erklären muss, was hätte er denn heute erreicht.
00:53:05
Speaker
Ja, das finde ich gut.
00:53:08
Speaker
Ich packe nochmal in die Shownotes.
00:53:09
Speaker
Wir haben so ein Arbeitsblatt entwickelt für das Thema Erwartung.
00:53:17
Speaker
Das packe ich nochmal mit in die Shownotes.
00:53:21
Speaker
Sehr gut.
00:53:22
Speaker
Pascal, du, dann würde ich sagen, wir kommen mal zu unserer Abschlussfrage.
00:53:28
Speaker
Ja.
00:53:29
Speaker
Und die ist ganz dicht an deinem Job dran.
00:53:33
Speaker
Denn ich stelle meinen Gästen und Gästinnen immer folgende Frage am Ende.
00:53:40
Speaker
Welche Pressemeldung würdest du gerne von dir, deinem Unternehmen oder über das Thema Führung, Kultur in den nächsten zwölf Monaten lesen?
00:53:52
Speaker
Da fragt mal jemand, der schnell eine Überschrift textet.
00:53:55
Speaker
Aber ich würde gerne lesen,
00:53:57
Speaker
dass die Menschen, die bei uns arbeiten und was für die alles dafür tun, dass ihre Versicherten gut und gesund leben und dass sie das mit so viel Engagement, Herzblut und Liebe machen, dass das auch wirklich bei unseren Kundinnen und Kunden tagtäglich ankommt.
00:54:20
Speaker
Das ist jetzt keine gute Überschrift.
00:54:22
Speaker
Das macht nichts.
00:54:23
Speaker
Da muss ich noch mal dran rumfallen, wie der Küchenruf sein könnte.
00:54:27
Speaker
Aber ich glaube, dass wir mit dem, was wir tun als Führungskräfte gegenüber unseren Teams, das muss auch spürbar sein am Schluss für die, für die wir es ja eigentlich tun, nämlich unsere Kundinnen und Kunden.
00:54:42
Speaker
Und ich glaube, nur jemand, der zufrieden und mit viel Spaß zur Arbeit kommt, auch wirklich einen guten Job für die Menschen leisten kann.
00:54:50
Speaker
Ja, das glaube ich auch.
00:54:52
Speaker
Du, das wird eine tolle Pressemeldung, die wir da in zwölf Monaten lesen.
00:54:55
Speaker
Um Himmels Willen.
00:54:57
Speaker
Wir geben alles dafür.
00:54:58
Speaker
Die Augen offen.
00:54:59
Speaker
Pascal, ich danke dir ganz herzlich für die Insights, für deine Offenheit.
00:55:03
Speaker
War ein tolles Gespräch mit dir.
00:55:04
Speaker
Danke.
00:55:05
Speaker
Ich danke dir für die tolle Zeit.
00:55:12
Speaker
Das war eine neue Folge von Führen mit Herz und Verstand.
00:55:15
Speaker
Toll, dass du dabei warst und dir die Zeit genommen hast.
00:55:18
Speaker
Wenn es dir gefallen hat, hinterlass mir doch bitte direkt jetzt eine positive Bewertung.
00:55:24
Speaker
Ich wünsche dir eine tolle Zeit und gutes Gelingen bei dem, was auf dich wartet.