Transcript
Speaker: Herzlich willkommen bei Konflikte in kleinen Dosen mit den Kellerkindern.
Speaker: Alina Jensen.
Speaker: Und Lisa Zenker.
Speaker: Willkommen.
Speaker: Heute beschäftigen wir uns mit dem Thema, witzigerweise Körperpolizei, so haben wir es genannt.
Speaker: Und da steckt aber, wie wir finden, ein sehr, sehr wichtiges Thema dahinter, nämlich unser Körper und wie unser Körper doch unser bester Freund und Partner ist im Thema Konflikte und als stets und ständiger Fürsorgeträger da für uns das Beste möchte.
Speaker: Genau, den Körper als Freundin und Helferin in dem Fall.
Speaker: Den konnte ich mir jetzt leider nicht klemmen.
Speaker: Ich könnte heute mal das Beispiel zur Verfügung bringen.
Speaker: Du hast ja auch schon gesagt, Spannungen.
Speaker: Ich habe in den letzten Jahren so viele Spannungen im Innen und Außen erlebt, dass die Körperpolizei bei mir auf jeden Fall richtig viel zu tun hatte.
Speaker: Also erstens konnte ich in einem Unternehmen arbeiten,
Speaker: nicht weiter arbeiten und wurde gekündigt war auch schon sehr erschöpft was was in der zeit so passiert ist privat auch und aus dieser erschöpfung habe ich mir dann einen neuen job gesucht weil ich meine existenz sichern wollte meine familie ernähren wollte
Speaker: und habe dann es aber geschafft, mir eine Vollzeitstelle zu suchen und nebenberuflich noch selbstständig zu sein.
Speaker: Und das hat natürlich dazu geführt, dass diese ganzen Spannungen, die eben im Innen und Außen waren, auch große Auswirkungen auf mich hatten.
Speaker: Und die Auswirkungen waren dann verschiedene Formen von Lungenentzündungen und Stress und vielen Krankheitsphasen bis hin zu Panikattacken.
Speaker: Und deswegen ist das Thema wirklich, wirklich wichtig, nochmal anzuschauen.
Speaker: Und vielleicht fangen wir aber einfach nochmal am Anfang an.
Speaker: Was passiert denn mit diesen Spannungen?
Speaker: Was ist das überhaupt?
Speaker: Zum einen bedanke ich mich, dass du so ehrlich und offen hier bist und dieses Beispiel zur Verfügung stellst.
Speaker: Und ich bin ganz bei dir.
Speaker: Lass uns nochmal zwei Schritte zurückgehen und überprüfen, was am Anfang da war, bevor diese Krankheiten da waren.
Speaker: Und das ist, glaube ich, auch das, was ich so wunderbar finde an unserem Körper.
Speaker: Denn egal, in welchen Situationen wir uns bewegen, unser Körper funktioniert immer.
Speaker: Auch wenn manchmal unser Gehirn uns da einen kleinen Streich spielt oder uns täuschen möchte oder... Ja, also das Gehirn, das ist gewitzt.
Speaker: Ja.
Speaker: Und gleichzeitig, unser Körper ist immer da und immer präsent und funktioniert auch immer.
Speaker: Und das, was wir leider oftmals nicht ausreichend zur Verfügung haben, ist der Kontakt dazu.
Speaker: Und den haben wir verlernt.
Speaker: Also Kinder sind, die werden geboren und die wissen ganz genau, was sie brauchen.
Speaker: Und die spüren sich auch und können das auch artikulieren.
Speaker: Und wir haben...
Speaker: Bezogen auf Sozialisation oder auch Erziehung oder auch Kontakte oder Menschen, die jetzt nicht so den Fokus auf das legen, was der Körper uns sagt.
Speaker: Da gibt es andere Kulturen, die da mehr Wert drin sehen in diesen Übungen.
Speaker: Haben wir das verlernt?
Speaker: Und können das gar nicht mehr hören teilweise, was unser Körper uns da auch sagt.
Speaker: Also es gibt auch ganz interessante Phänomene, wo Menschen wirklich ab Bauch oder Brust sich gar nicht mehr spüren können.
Speaker: Und das natürlich ein großer Verlust ist.
Speaker: Ja, das ist so ein bisschen wie diese Alarmkörper.
Speaker: Anlage auf dem Dach, die Sirene, die die ganze Zeit läuft und eigentlich eine super positive Absicht hat und zwar ein Bewusstsein für Situationen zu schaffen, in denen man sich nicht wohl fühlt oder in denen sogar Gefahr in irgendeiner Weise lauern könnte.
Speaker: im Sinne unserer Gesellschaft in dem Fall.
Speaker: Also das heißt, dass wir Situationen, die uns nicht liegen, dass wir die nicht aushalten müssen in dem Fall.
Speaker: Und wie du gesagt hast, wir haben aber, finde ich, ganz gut gelernt, diese Situationen eben auszuhalten, was nur der Punkt daran ist, dass dieses Aushalten sich irgendwo dann hinten anstellt.
Speaker: Also leider verpuffen diese Spannungen nicht, sondern alles, was in unserem Körper passiert,
Speaker: wird auch in irgendeiner Weise gespeichert, weil es ja Stress auslösen kann.
Speaker: Und diese Speicherung, die wird sich an einen oder anderen Stellen auch immer wieder zeigen.
Speaker: Genau, und du hast jetzt gerade mehrmals dieses Wort Spannung mitgenannt.
Speaker: Im deutschen Sprachgebrauch finde ich, es hat eher so eine negative Behaftung.
Speaker: Spannung ist irgendwie...
Speaker: Etwas Schlechtes.
Speaker: Jedenfalls in der Bubble, wo ich unterwegs bin.
Speaker: Und da möchten wir gerne eine andere Interpretation daneben stellen.
Speaker: Also das, was wir jetzt mit Spannung meinen, ist eine körperliche Reaktion auf eine Situation, wie du gerade beschrieben hast.
Speaker: Und das kann irgendwie eine Irritation sein oder ein Impuls.
Speaker: den man verspürt oder einige sagen Bauchgefühl oder viele sprechen von Intuition.
Speaker: Also das ist alles geht es in diese Richtung, wenn unser Körper mit uns sprechen möchte und etwas drinnen hat.
Speaker: wo er merkt, wir sind im Hier und ich möchte in was anderes.
Speaker: Das ist jetzt nochmal dahingestellt, wie das bewertet wird, sondern es ist eher so eine positive Energie, die aufgebaut wird im Körper, wo wir ein Signal bekommen.
Speaker: Und dieses Signal soll uns dienen, Dinge zu verändern in dem Fall.
Speaker: Uns zu verhalten.
Speaker: Genau.
Speaker: Und das können wir auch nochmal größer fassen, weil da, wo ich das Wort Spannung zum ersten Mal in einem anderen Kontext gehört habe, war, als ich ein Einführungsseminar zu dem Loop Approach gehört habe und
Speaker: Und da wurden Spannungen einfach nochmal in der Arbeitswelt aufgemacht, also Spannungen im Team, in einer Organisation.
Speaker: Also was läuft in dem Team falsch in dem Sinne oder so, dass das sozusagen die Lösung nicht für alle ist.
Speaker: machbar ist und da kann man auch das Wort Spannung gut nutzen und ich finde, es ergibt auch total Sinn in dieser Welt, zu gucken, welche Arbeitsweisen laufen gut und welche Arbeitsweisen möchten angepasst werden und auch da sind die Spannungen wieder ein Hinweis darauf, wir gucken uns das nochmal an, es ist kein automatisches System, was hier abläuft, sondern es braucht Aufmerksamkeit und
Speaker: für eine Veränderung, die im besten Sinne auch eine Verbesserung darstellen kann.
Speaker: Und die Trägerin von den Spannungen ist ja nicht das Team oder die Organisation, sondern auch in der Holokratie oder im Loop-Approach sind es die Menschen.
Speaker: Denn die Menschen, die empfinden diese Spannung.
Speaker: Und das ist hoch individuell und deswegen auch so tricky oder so herausforderungsvoll, weil jeder Mensch ein andere...
Speaker: Wir können in der gleichen Situation im Team gewesen sein oder von der gleichen Situation sprechen und bei dir löst es was anderes aus als bei mir.
Speaker: Und es ist sicherlich auch woanders im Körper verortet.
Speaker: Deswegen ist es eher ein Signal für uns selber, uns selber ernst zu nehmen in den Dingen.
Speaker: die in uns passieren und uns damit zur Verfügung zu stellen.
Speaker: Und das ist, glaube ich, das, was du gerade auch gemeint hast, auch in Teams und Organisationen dafür Räume zu schaffen, wo sich Menschen über ihre Spannungen mitteilen können und darüber in den Diskurs zu kommen und in den Austausch zu kommen und zu schauen, was steckt denn da jetzt drin für uns als Team, als Abteilung oder auch als Organisation.
Speaker: Und so wie ich es auch gerade schon benannt habe, es gibt dann erstens den inneren Raum.
Speaker: Also ich merke, hier im Team läuft vielleicht irgendwas, was ich nicht so gut finde, aber ich spüre das erstmal in meinem eigenen Körper, also in meinem inneren Raum, dass irgendwo mir ein Signal gesendet wird, irgendwas läuft hier nicht richtig sozusagen.
Speaker: Und anschließend kann ich zum Beispiel auch im Beziehungsraum, so wird es im Loop Approach ja auch genannt, auch eine Spannung nochmal verbalisieren und ins Gespräch bringen, in den Kontakt bringen.
Speaker: Und da sagst du gerade was ganz Wichtiges, was ich gerne nochmal markieren möchte, weil dieser App,
Speaker: Loop Approach sagt, man kann alle Spannungen, die ich spüre, können allen, es gibt vier Räume, also wir werden noch zu den anderen Zweien kommen, können allen vier Räumen adressiert werden und auch eine Klärung erfahren.
Speaker: Es ist manchmal nur die Frage, wo sie am sinnvollsten sind und da hast du gerade schon gesagt, macht es eher Sinn, dass ich diese Spannung, die ich spüre, mit mir selber ausmache, also weil es ein innerer Konflikt von mir ist oder weil es
Speaker: ein Thema mit meinen eigenen Glaubenssätzen ist oder weil es irgendwie meine, ja, ich überprüfe meine eigenen Gedanken.
Speaker: Da könnt ihr euch gerne nochmal die Folge Lieblingsmethode The Work anhören.
Speaker: Auch da versuchen wir im inneren Raum die Anspannung zu klären, damit wir irgendwie eine Erleichterung erfahren.
Speaker: Und wenn ich aber merke, es ist gar nicht so sinnvoll, das in meinem eigenen Raum zu machen, dann, wie du richtig sagst, gibt es noch den Beziehungsraum.
Speaker: wo ich gucken kann, ist es vielleicht etwas, was wir hier miteinander in Verhandlungen bringen, wo es auf einer Beziehungsebene um Machtverhältnisse geht oder um klärungsbedürftige Beziehungsthemen, die uns irgendwie helfen könnten, unsere Arbeit zu tun.
Speaker: Ja.
Speaker: Auf jeden Fall.
Speaker: Der dritte wäre dann der operative Raum.
Speaker: Hast du dafür auch noch ein Beispiel parat?
Speaker: Also für so ein Team zum Beispiel ist es der operative Raum alles, was das Was betrifft.
Speaker: Also arbeiten wir jetzt zuerst an der Qualität und dann an der Geschwindigkeit, machen wir jetzt das Feature A oder Feature B.
Speaker: Eine Reihenfolge der To-dos, also welche Priorisierung haben wir, also alles das, was operative Tätigkeiten, Aufgabenbereiche beinhaltet, das könnte in diesem Raum passieren.
Speaker: Also sozusagen eine Inhaltsebene oder auch eine Sachebene.
Speaker: Und zu guter Letzt wäre ja dann noch der strukturelle Raum.
Speaker: Welche Fragen kann man da bewegen?
Speaker: Das ist ganz spannend, weil meine Erfahrung in Organisation ist, dass viele Menschen sofort in den strukturellen Raum hüpfen und sagen, ja, das hat was mit Rollen und Verantwortlichkeit zu tun oder die Führung müsste mal oder hier muss mal grundlegend etwas verändert werden oder neuerdings auch sehr gerne das System und dann passieren irgendwie...
Speaker: Sachen, die da in Kontakt gebracht werden.
Speaker: Und jetzt haben wir ja die anderen drei Räume noch genannt.
Speaker: Und vielleicht merkt ihr ja selber beim Zuhören, dass auch total viel Chancen liegen, auch mal die anderen zu erkunden und zu überprüfen.
Speaker: Ah, gibt es vielleicht nicht auch da was zu holen, was mir selber Entspannung dienen kann?
Speaker: Also...
Speaker: Der strukturelle Raum, da geht es wirklich um grundlegende Sachen.
Speaker: Prozesse, Verantwortlichkeiten, ja, also alles, was Führung anbelangt, was Machtverhältnisse anbelangt, aber in einer strukturellen Art und Weise.
Speaker: Was ich daran gerade am meisten mag, weil wir ja wirklich von...
Speaker: meinem privaten Beispiel auch zur Organisation gekommen sind, ist, dass auch meine Haltung ist, dass ich mich sehr authentisch fühle, wenn ich sozusagen Privat-Alina auch Berufs-Alina sein kann.
Speaker: Und dafür finde ich zum Beispiel den Loop-Approach total cool, dass es auch in Organisationen immer mehr gelebt werden kann, dass Konflikte zum Beispiel auf Beziehungsebenen oder so
Speaker: auch bearbeitet werden können und überhaupt einen Raum finden, so wie wir da gerade von gesprochen haben.
Speaker: Und dass es immer mehr Einzug erhält und dass man sozusagen mit diesem Loop-Approach jetzt auch eine Methode an die Hand bekommt, wo das auch wirklich möglich ist und kein Unternehmen mehr sagen kann, nee, also bei uns würde das jetzt nicht funktionieren.
Speaker: Und dass das, womit ich mich privat auch gerne beschäftige, auch wirklich in Unternehmen, in Teams einfach eine Rolle spielen kann.
Speaker: Ja, und ich möchte gerne zum Abschluss tatsächlich nochmal das mitgeben, was uns ja auch so wichtig war an dieser Folge, dass wir haben den Körper immer bei uns.
Speaker: Und was für ein Geschenk der uns macht, indem er uns hält und trägt, wenn er denn gesund ist, aufrecht hält, atmet und uns diese Signale sendet, diese Spannungen, die sogenannten Spannungen und uns damit winzige Details gibt für Aha,
Speaker: schau da mal hin.
Speaker: Und dann die Chance zu ergreifen, diese wahrzunehmen, bewusst zu machen, zu hinterfragen, wo kommt es eigentlich her und auch die Chance zu bringen, die in Klärung zu bringen, das ist doch großartig.
Speaker: Von daher, das ist unsere Einladung für diesmal.
Speaker: Hört auf euch, nehmt euch ernst in den Dingen, die ihr spürt und schaut, wo sie am sinnvollsten adressiert sind, um Klärung zu erfahren.
Speaker: Und da wir hier Konflikte nur in kleinen Dosen bearbeiten, war es das schon mit der Folge.
Speaker: Ich bin mir aber sicher, bei euch ist auch einiges angegangen und viele Impulse, die ihr habt.
Speaker: Wenn ihr uns das gerne mitteilen wollt, dann schreibt uns gerne unter konflikte.kellerkinder.online.





