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Zwischen den Zeilen liegt die Wahrheit

S3 E6 · ATHEMfrequenz
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36 Plays1 month ago

Was bedeutet es, digitale Produkte wirklich für Menschen zu bauen – nicht nur für die, die gerade im Blickfeld sind? Alide von Bornhaupt macht genau das zu ihrem Beruf. Als selbstständige UX-Researcherin hilft sie Unternehmen, Entscheidungen nicht mehr aus dem Bauch heraus zu treffen, sondern auf Basis echter Nutzerdaten. Gleichzeitig engagiert sie sich mit ihrem Kollektiv Inkluton dafür, dass Barrierefreiheit aufhört, ein Randthema zu sein – und zum selbstverständlichen Teil von Produktentwicklung wird. Ein Gespräch über KI als Werkzeug, Inklusion als Haltung und die Frage, wer eigentlich das Recht hat, einfach mitzumachen.

Themen dieser Folge

→ Wie Alide als UX-Researcherin arbeitet – und warum Bauchgefühl als Entscheidungsgrundlage keine Strategie ist

→ KI im Research-Alltag: Was sie wirklich abnimmt, wo sie versagt – und warum das "Zwischen den Zeilen" noch immer Menschensache bleibt

→ Inkluton: Warum Alide mit ihrem Kollektiv Unternehmen zeigt, was Barrierefreiheit in der Praxis bedeutet – und zwar aus erster Hand

→ 80–90 % aller Behinderungen sind unsichtbar – was das für Produktentwicklung bedeutet

→ Der Zusammenhang zwischen sauberem Code, Barrierefreiheit und KI-Lesbarkeit

→ Warum Alide sich auch politisch engagiert: Mutterschutz für Selbstständige, Digital Women Community, Product Tank Nürnberg

→ Die Sorge, die sie wirklich umtreibt: Junge Menschen kommen gerade nicht mehr rein – und keiner redet darüber laut genug

→ Ehrenamt als gesellschaftliches Fundament – und warum Alide glaubt, dass es uns wieder zusammenbringt

Takeaways

→ KI kann Daten aufbereiten, transkribieren, strukturieren. Was sie nicht kann: spüren, wenn jemand zögert – und genau da steckt oft die wichtigste Information.

→ Barrierefreiheit ist kein Spezialthema. Sie betrifft uns alle – heute als Nutzer, morgen als ältere Menschen mit anderen Bedürfnissen.

→ Saubere Strukturen helfen Menschen und Maschinen gleichermaßen. Was für einen Screenreader lesbar ist, ist es auch für eine KI.

→ Unternehmen, die keine Junioren mehr einstellen, lösen ein kurzfristiges Problem – und schaffen ein langfristiges.

→ Räume schaffen, in denen Menschen willkommen sind und Perspektiven treffen – das ist kein Nice-to-have. Das ist gesellschaftliche Arbeit.

Zusatzinfos

Alide von Bornhaupt – UX-Researcherin, Speakerin, Mitgründerin von Inkluton → LinkedIn: linkedin.com/in/alide-von-bornhaupt → Website: alidevonbornhaupt.com

Inkluton: Barrierefreiheit aus erster Hand – mit Expertinnen und Experten, die selbst eine Behinderung haben

Digital Women Community Nürnberg – monatliches Meetup, offen für alle Geschlechter → Die Bühne gehört Flinta*-Personen. Das Publikum ist für alle.

Verein Mutterschutz für Alle – politisches Engagement für Selbstständige

Product Tank Nürnberg – Community-Event rund um Produktentwicklung

Transcript

Einleitung des Podcasts und Vorstellung von Alide

00:00:06
Speaker
Aloha und herzlich willkommen bei Atemfrequenz, dein Podcast, wenn es um Human Intelligence geht.
00:00:13
Speaker
Ich bin Karin von ATHEM und gemeinsam mit euch begrüße ich jede Woche einen Gast zu dem Thema Human Intelligence.
00:00:21
Speaker
Der Podcast soll euch Inspiration und Motivation geben, vor allem in Zeiten von künstlicher Intelligenz und Digitalisierung.
00:00:28
Speaker
Wir gehen gemeinsam mit der Frage auf den Grund, wo wir Menschen in der Welt noch Platz haben und welche Kompetenzen wir dafür brauchen.
00:00:35
Speaker
Es geht los.
00:00:36
Speaker
Viel Spaß mit der heutigen Folge.
00:00:41
Speaker
Turning Complex Structures into Product Clarity.
00:00:45
Speaker
Und damit begrüße ich dich, liebe Alide, heute bei uns im Podcast.
00:00:50
Speaker
Ja, danke für die Einladung.
00:00:51
Speaker
Ich freue mich drauf.
00:00:52
Speaker
Ja, schön, dass du da bist.
00:00:54
Speaker
Wir kennen uns ja jetzt schon so ein bisschen.
00:00:58
Speaker
Mir ist aber am Anfang immer sehr wichtig, wenn wir in einem Podcast starten, dass wir uns kurz vorstellen, also insbesondere in dem Fall du, dass du uns einfach mal so erzählst, wer bist du, was machst du, was zeichnet dich vielleicht aus und was ist vielleicht auch spannend für uns im Gespräch zu hören.
00:01:15
Speaker
Und dann stelle ich dir bestimmt ein paar Fragen dazu.
00:01:19
Speaker
Das wird gut.
00:01:20
Speaker
Ja, gut.
00:01:21
Speaker
Also fangen wir mit dem Zitat an.
00:01:24
Speaker
Beruflich

Alides Arbeit und ihr Engagement für Inklusion

00:01:25
Speaker
bin ich UX-Researcher, ich bin selbstständig.
00:01:28
Speaker
Das heißt, ich arbeite im B2B-Bereich.
00:01:31
Speaker
Meine Kundschaft ist deutschlandweit, also meistens international sogar.
00:01:36
Speaker
Und die haben oft ein digitales Produkt und müssen Entscheidungen treffen und denen fehlen die Daten für diese Entscheidung.
00:01:43
Speaker
Also die haben davor oft auch Bauchgefühlentscheidungen getroffen.
00:01:47
Speaker
Und wollen jetzt auch aufgrund der Marktlage dann gucken, welche Entscheidung können wir denn jetzt treffen, von der wir dann wissen, dass die auch gewollt ist von den Leuten, die die Software am Ende benutzen.
00:01:56
Speaker
Und dafür sorge ich dann, dass ich mit verschiedenen Research-Methoden die Daten generiere und eben auch aufbereite.
00:02:03
Speaker
Ich mache auch Product-Strategy und auch Produkt-Methodik und helfe da auch eben entsprechend Produkt-Teams, dass sie methodenbasiert sozusagen auch die Produkte entwickeln können.
00:02:15
Speaker
Das ist das, was ich so beruflich mache.
00:02:19
Speaker
Spoiler, ich habe mehrere Hüte auf.
00:02:21
Speaker
Ich habe auch noch ein Kollektiv, in dem ich arbeite, eine Initiative, die heißt Inkluton.
00:02:27
Speaker
Da gehen wir in Unternehmen rein mit dem Thema Barrierefreiheit, mit unseren ExpertInnen, die eine Behinderung haben und aus ihrer Perspektive den Unternehmen zeigen, wie sie die Software benutzen.
00:02:39
Speaker
Das heißt, die Unternehmen erfahren aus erster Hand,
00:02:42
Speaker
wo Barrieren sind, wie sich die auch wirklich anfühlen, wie die sich äußern und merken oft dann auch, ah, das ist nicht so ein bisschen so ein Drumherum-Arbeiten, sondern dass das wirklich auch Zeit, Lebenszeit ist, die die Leute dann brauchen, um eben mit der Software umzugehen, weil die eben nicht optimiert ist auf Barrierefreiheit.
00:02:56
Speaker
Unser Ziel ist es, dass langfristig damit dann Expertinnen eben auch als Teil des Produktteams anerkannt werden und mit ihrer Expertise auch entsprechend Produkte mitentwickeln können.
00:03:06
Speaker
Also dass man nicht über Menschen mit Behinderung entwickelt und redet, sondern dass man sie direkt mit einbezieht.
00:03:11
Speaker
Das ist so der berufliche Teil.
00:03:13
Speaker
Ich bin auch noch Speakerin und kläre über diese beiden Themen auf.
00:03:17
Speaker
Und ich mache ehrenamtlich einige Sachen.
00:03:19
Speaker
Ich organisiere in Nürnberg den Product Tank.
00:03:22
Speaker
Ich organisiere die Digital Women Community zusammen aktuell mit Melanie Rudolph.
00:03:27
Speaker
Es kommen gerade ein paar Leute dazu.
00:03:28
Speaker
Das heißt, das Team erweitert sich.
00:03:30
Speaker
Und ich setze mich politisch für den Mutterschutz für Selbstständige ein und bin da auch Gründungsmitglied von dem Verein Mutterschutz für Alle.
00:03:39
Speaker
Wow, jetzt habe ich viele Fragen.
00:03:42
Speaker
Wir starten, glaube ich, genauso wie du es beschrieben hast, so ein bisschen mit der beruflichen Komponente.
00:03:48
Speaker
Du bist selbstständig und ich habe auch gesehen, eigentlich schon seit dem Studium.
00:03:53
Speaker
Also

Rolle der KI in der UX-Forschung

00:03:54
Speaker
du machst eigentlich den Job schon immer selbstständig.
00:03:58
Speaker
Und es geht natürlich sehr viel um das Thema Produkt, Produktdesign und da aber auch primär um digitale Produkte.
00:04:04
Speaker
Also du hast immer diese Softwarekomponente als Produkt quasi, das du bearbeitest, optimierst und so weiter.
00:04:12
Speaker
Genau.
00:04:15
Speaker
Wo würdest du sagen, wie hat sich da auch vielleicht der Arbeitsplatz verändert?
00:04:20
Speaker
Ich meine, die KI kommt mit rein.
00:04:24
Speaker
Könnte ich mir natürlich vorstellen, das hat auch Auswirkungen auf deinen Job gehabt.
00:04:30
Speaker
So Research, wie du gesagt hast, kann das die KI auch?
00:04:33
Speaker
Oder wo siehst du da die Veränderungen gerade auch für dich in der Branche?
00:04:39
Speaker
Danke für die Frage.
00:04:41
Speaker
Tatsächlich geht das auch so ein bisschen natürlich mit meiner eigenen Expertise einher.
00:04:45
Speaker
Am Anfang war es so, dass ich natürlich sämtliche Jobs erstmal angenommen habe und als
00:04:52
Speaker
neben dem Studium auch sehr viel mehr Flexibilität hatte, was Honorare zum Beispiel angeht.
00:04:56
Speaker
Wenn man voll beruflich selbstständig ist, da ist dann der Verhandlungsspielraum ein ganz anderer.
00:05:01
Speaker
Und auch die Softskills werden natürlich immer reicher und dadurch kann man natürlich auch ganz andere Projekte irgendwann bedienen als am Anfang, wenn man als juniorige Person erst mal anfängt mit Optimierungen.
00:05:15
Speaker
Bei KI ist es so, dass
00:05:19
Speaker
Gerade so Sachen wie Feldtest-Recherche, also Sachen mal einfach Daten recherchieren, Marktwerte gucken, was die Konkurrenz macht.
00:05:28
Speaker
Da kann man einen relativ schnellen Einstieg mit KI finden und hat erst da Anhaltspunkte.
00:05:33
Speaker
Und das ist schon sehr viel einfacher, als wenn man erst mal...
00:05:36
Speaker
Ohne KI die Nadel im Heuhaufen suchen muss und gar nicht weiß, wo man anfangen soll.
00:05:41
Speaker
Gerade als seniorigere Person weiß man da auch die Keywords, die man suchen muss, natürlich entsprechend schnell.
00:05:46
Speaker
Und das geht dann schon sehr viel schneller, weil man dann oft auch eine ganze Liste hat, die man dann abarbeiten kann, wenn man die einmal bei dem Agenten eingegeben hat.
00:05:54
Speaker
Wenn man aber qualitativere Recherche macht, beispielsweise, was ich oft mache, ist auch, ich gehe zu den Endusern und gucke, wie die das Produkt benutzen, schaue, an welchen Stellen die hängen bleiben, schaue, an welchen Stellen...
00:06:13
Speaker
die ein anderes Tool heranziehen müssen, weil sie dem einen Tool, das ich eigentlich untersuche, nicht weiterkommen zum Beispiel.
00:06:18
Speaker
Oder gucke, wie sie generell ihre Prozesse arbeiten, um zu gucken, ob wir vielleicht noch Prozesse aus dem Arbeitsleben noch in das Tool integrieren können als Serviceleistung.
00:06:27
Speaker
Das sind Dinge, das kann eine KI natürlich noch gar nicht beobachten.
00:06:30
Speaker
Was aber da hilft ist, manchmal sind diese Interviews eine Stunde lang und das Transkrippieren ist natürlich super aufwendig.
00:06:36
Speaker
Also wenn ich das wirklich ordentlich transkrippiere und auch so aufbereite, dass ich das in der Zukunft bei Themenblöcken, die vielleicht noch gar nicht so wichtig sind, aber vielleicht in der Zukunft wichtig sind, entsprechend kategorisiere, das ist so viel Arbeit, das dauert einen Tag.
00:06:47
Speaker
Also das dauert wirklich ein gutes Interview aufzubereiten, dauert bei mir einen Tag.
00:06:50
Speaker
Davon können wir dann auch ein Dreivierteljahr mitarbeiten.
00:06:53
Speaker
Aber das kann man mit einer KI natürlich jetzt wesentlich schneller transkriptieren.
00:06:56
Speaker
Man kann viel schneller springen.
00:06:59
Speaker
Was ich wichtig finde, ist, dass man sich nicht ganz darauf verlassen sollte.
00:07:01
Speaker
Also ich merke das oft, dass dann Sachen, die zwischen den Zeilen passieren, die bemerke ich.
00:07:07
Speaker
Und manchmal sind es oft einfach nur so.
00:07:09
Speaker
Also Momente, wo die befragten Personen nur nachdenken und ich merke, okay, da kommt nichts direkt aus der Pistole geschossen.
00:07:14
Speaker
Das heißt, sie müssen erst mal gucken, was sie dazu sagen.
00:07:16
Speaker
Das heißt, da ist vielleicht noch irgendwas, was noch nicht ausgesprochen ist.
00:07:20
Speaker
Solche zwischen den Zeilen Themen, da ist die KI natürlich noch nicht.
00:07:25
Speaker
ausbesserungsfähig.
00:07:26
Speaker
Und da ist es wichtig, dass ich das kontrolliere und das nicht komplett der KI übergebe.
00:07:30
Speaker
Sehr, sehr spannend.
00:07:31
Speaker
Also eigentlich kann man sagen, die KI ist für dich wie so ein Assistent-Mitarbeitender, der für dich die Themen vereinfacht und auch schneller macht.
00:07:41
Speaker
Weil ich kenne das aus der Befragung, wenn wir Mitarbeitenden-Befragungen machen, wie du sagst, ich habe die dann auch immer face-to-face und du schreibst alles mit der Hand mit.
00:07:53
Speaker
Also oft bei den Mitarbeitenden und Befragenden ist es tatsächlich so, dass du es nicht aufzeichnest, weil es ja sehr, sehr persönliche Themen sind.
00:08:00
Speaker
Du musst tatsächlich alles mitschreiben.
00:08:03
Speaker
Und auch da, du brauchst natürlich ewig diese ganzen Themen zusammenzufassen und dann wirklich die Quintessenz rauszuziehen.
00:08:09
Speaker
Und dafür ist es natürlich wahnsinnig Gold wert zu sagen, es verschnellert oder vereinfacht ja deine Arbeit.

Bedeutung von Barrierefreiheit und inklusivem Design

00:08:17
Speaker
Ich komme mal zu dem Thema, wo du gesagt hast, du arbeitest in einem Kollektiv mit Menschen mit Behinderung und mit Menschen, die Profis sind, so wie du in dem Bereich Produktdesign, sage ich jetzt mal.
00:08:32
Speaker
Wie kam es dazu und wie sind da so deine Erfahrungen von den Unternehmen?
00:08:37
Speaker
Sind die da offen dafür, das zu machen?
00:08:40
Speaker
Oder ist es auch super schwierig, Unternehmen zu bekommen, die eine Software nutzen?
00:08:44
Speaker
Ich gehe primär auch da um das Thema Software.
00:08:47
Speaker
Und Einfachheit oder Barrierefreiheit vielleicht auch von Homepages, wäre jetzt das, was ich verstehe?
00:08:52
Speaker
Oder geht es primär um das Softwarethema?
00:08:54
Speaker
Geht beides.
00:08:55
Speaker
Es kommt immer so ein bisschen darauf an.
00:08:57
Speaker
Und wie kommt ihr da an Unternehmen?
00:08:59
Speaker
Weil es ist ja schon so, ist ein laienhaftes Wissen meinerseits, aber auch es ist ja jetzt verpflichtend, dass man seine Homepages zumindest und auch wahrscheinlich Software barrierefrei gestalten soll.
00:09:12
Speaker
Aber so richtig kontrolliert wird es ja wahrscheinlich nicht.
00:09:15
Speaker
Also das heißt jetzt auch nicht, ich muss es zwingend machen als Unternehmen.
00:09:19
Speaker
Kommen die auf euch zu oder müsst ihr da auch irgendwie hart akquirieren, dass die Leute sich damit beschäftigen?
00:09:28
Speaker
Also, wir...
00:09:32
Speaker
Primär klären wir die Unternehmen auf, weil oft wissen sie gar nicht die Wichtigkeit.
00:09:37
Speaker
Und oft ist das für die Unternehmen, bevor sie aufgeklärt sind, eine Budgetfrage.
00:09:40
Speaker
Und das ist natürlich schade, weil hier geht es wirklich um das Wohlbefinden und das Einbeziehen von menschlichen Perspektiven.
00:09:46
Speaker
Und wenn wir da mal Zahlen ranziehen und sagen, guck mal, so und so viele Leute betrifft das eigentlich, dann wird den Leuten erst so langsam klar, ach so, das sind gar nicht... Also weil den Köpfen ist oft, das sind doch nur drei, vier Leute.
00:09:57
Speaker
Ich kenne ja nur eine Person im Rollstuhl und deswegen, das können ja gar nicht so viele sein.
00:10:02
Speaker
Und Spoiler, es sind 80 bis 90 Prozent der Behinderungen unsichtbar.
00:10:06
Speaker
Das heißt, die Leute können das gar nicht den Leuten so auf der Straße ansehen, ob die jetzt was haben oder nicht.
00:10:11
Speaker
Die Person muss sich auch öffnen und das auch mitteilen.
00:10:14
Speaker
Oder es zeigt sich vielleicht in der Situation, aber da sind die Übergänge einfach sehr fließend.
00:10:20
Speaker
Deswegen klären wir auf und erklären erst mal, wie viele Leute sind davon betroffen.
00:10:24
Speaker
Wir erklären den Unternehmen, was bedeutet das.
00:10:27
Speaker
Wir haben auch Rechnungen, wo wir zeigen können, so und so viel Revenue geht euch verloren an Potenzial, wenn ihr die Leute einfach ausschließt.
00:10:34
Speaker
Das Schöne, was ich an Barrierefreiheit so mag, ist,
00:10:37
Speaker
Das betrifft gar nicht nur Leute mit Behinderungen, sondern das geht eigentlich durch diverse Dimensionen der Gesellschaft.
00:10:45
Speaker
Also beispielsweise, ob jemand Analphabetin ist oder ob jemand einfach eine andere Sprache spricht.
00:10:52
Speaker
Am Ende vom Tag, wenn eine gute Bildsprache mit dabei ist, kann eine Person das trotzdem verstehen, weil letztendlich dann das trotzdem erklärbar ist.
00:11:00
Speaker
Und umgekehrt, wenn eine Person nicht sehen kann, ist es egal, ob da was steht oder ob da was gezeigt werden muss, dann ist die Person darauf angewiesen, dass die Struktur der Webseite sauber aufgesetzt ist, damit man mit assistiven Technologien eben das Ganze per Screenreader sich vorlesen lassen kann.
00:11:13
Speaker
Oder jetzt machen wir gerade einen Podcast.
00:11:15
Speaker
Auch das ist natürlich auch ein Medium, was dann Personen, die eben nicht sehen können, entsprechend verstehen können, wenn sie denn die Sprache sprechen.
00:11:22
Speaker
Und so geht das durch ganz viele verschiedene Dimensionen.
00:11:24
Speaker
Und das Schöne ist eigentlich, dass wir hoffentlich alle alt werden, die das jetzt hier gerade hören,
00:11:29
Speaker
Älter als viele jetzt wahrscheinlich.
00:11:51
Speaker
nicht mehr ganz in dem Thema drin sind oder wenn wir das Thema zum ersten Mal überhaupt bearbeiten, dass wir da überhaupt mitgenommen werden können, dass wir das verstehen können.
00:11:58
Speaker
Oder dass, wenn wir motorisch eingeschränkt sind, Arthrose in den Fingern, ist ja auch oft ein Thema, dass wir dann zum Beispiel auch einen Button klicken können, der eben nicht so ganz winzig klein ist, sondern entsprechend auch groß angelegt ist.
00:12:09
Speaker
Das sind so Kleinigkeiten, die aber dafür sorgen, dass eben auch sehr unterschiedliche Menschen da einen Bezug zu bekommen.
00:12:15
Speaker
Und dafür klären wir auf.
00:12:17
Speaker
Und was aber jetzt gerade mit dem KI-Thema, was wir davor hatten, sehr schön ist, wenn eine Webseite von der Struktur her sauber angelegt ist, die richtigen Labels ist, der Code clean aufgesetzt ist, dann ist das auch für die Maschinenlesbarkeit hilfreich.
00:12:33
Speaker
Und letztendlich ist die künstliche Intelligenz auch nichts anderes als eine Maschine.
00:12:37
Speaker
Das heißt, je lesbarer unsere Dokumente, Webseiten, Software aufgesetzt ist, desto besser kann es eine KI verarbeiten.
00:12:45
Speaker
Und desto besser können wir dann mit einer KI dann weiterarbeiten.
00:12:47
Speaker
Also auch das ist natürlich dann wieder eine Wichtigkeit, was dann eigentlich wieder zusammenspielt.
00:12:53
Speaker
Jetzt gerade wird sehr viel Budget in KI reingesetzt.
00:12:56
Speaker
Das ist eben auch entsprechend ein Win-Win für beide Seiten, so wie für die Accessibility, also für die moderne KI-Technologie.
00:13:03
Speaker
Und das hilft eigentlich auch sehr,
00:13:06
Speaker
Was die Quise angeht, machen wir sehr viele Vorträge, wir machen sehr viele Workshops.
00:13:11
Speaker
Das hilft zum Einstieg eigentlich immer ganz gut und dann kommen danach eigentlich immer die Anfragen, wir haben jetzt angefangen Richtung Change Management auch zu arbeiten, dass wirklich auch ganze Organisationen sich Richtung Inklusion betrachten.
00:13:23
Speaker
Weil auch das ist oft so, dass dann das Produktteam sagt, wir wollen das gerne machen, aber unser Management priorisiert die ganze Zeit andere Dinge hoch und deswegen können wir das nicht machen.
00:13:31
Speaker
Dann helfen wir wirklich, das in die Firmenstrategie mit einzuarbeiten, dass das wirklich eine Strategie ist, die in verschiedenen Abteilungen zusammengreift und gemeinsam daran gearbeitet wird.
00:13:40
Speaker
Wir helfen entsprechend auch mit Pools, auch da, dass die Leute auch wirklich dann weiter testen können mit betroffenen Menschen, die auch dann ihre Expertise und ihr Feedback mit einbringen können.
00:13:49
Speaker
Und wir helfen eben auch selber, indem wir auch Teams schulen.
00:13:51
Speaker
Und das ist so eine Treppe, das baut so aufeinander auf.
00:13:54
Speaker
Wenn wir das eine machen, kommt dann irgendwann das andere zustande.
00:13:57
Speaker
Und dadurch ist die Akquise dann oft so ein Funnel, der immer weitergeht, je tiefer die Person sich reinarbeitet.

Motivation für ehrenamtliche Arbeit und Digital Women Night

00:14:03
Speaker
Auch weil Barrierefreiheit selten eine Sache einmal abhaken ist, sondern eigentlich immer eine Entwicklung.
00:14:10
Speaker
Man öffnet eine Tür, es öffnen sich weitere, man lernt eigentlich immer dazu, was übrigens auch der Grund ist, warum ich das Thema so gerne mag.
00:14:16
Speaker
Man lernt nie aus, es ist immer interessant, es gibt immer was Neues zu lernen.
00:14:20
Speaker
Ja, das bringt mich auch zu meiner eigentlich weiteren Frage.
00:14:24
Speaker
Und du hast jetzt gerade schon angedeutet, warum du das Thema so spannend findest.
00:14:28
Speaker
Du bist ja jetzt in dem einen Bereich, sage ich mal, selbstständig und kannst natürlich deine Expertise sicherlich sehr, sehr gut nutzen.
00:14:36
Speaker
Aber wie kam es dazu, dass du gesagt hast, ich möchte mich in dem Thema engagieren?
00:14:42
Speaker
Wir haben ja auch vorher gehört,
00:14:43
Speaker
dass du ganz, ganz viele Dinge ehrenamtlich machst.
00:14:46
Speaker
Und das finde ich sehr bewundernswert, weil da kriegt man ja nicht unbedingt Geld dafür, sondern man kriegt mal vielleicht einen Schulterklopfen.
00:14:55
Speaker
Aber eigentlich ist es sehr, sehr, sehr, sehr viel Arbeit.
00:14:59
Speaker
Wie kommt es dazu, dass du sagst, ich engagiere mich in so vielen Bereichen ehrenamtlich und möchte da... Was ist die Intention?
00:15:10
Speaker
Ich kann ja selbst sagen, ich will die Welt besser machen.
00:15:14
Speaker
Tatsächlich.
00:15:15
Speaker
Ist sicherlich auch ein Argument.
00:15:18
Speaker
Ich glaube daran, dass wenn wir alle einen Teil gesellschaftlich beitragen, die Gesellschaft zu etwas Besserem wird.
00:15:24
Speaker
Und ich glaube schon, dass es wichtig ist zu gucken,
00:15:29
Speaker
Was man beitragen kann.
00:15:30
Speaker
Und das ist oft gar nicht, also man muss gar nicht so viel jetzt machen, wie ich das tue.
00:15:34
Speaker
Oft reicht es schon, wenn man nett zueinander ist, sich grüße, die Tür aufhält.
00:15:38
Speaker
Oft sind es auch schon solche Kleinigkeiten oder jetzt bei den Wahlen die Briefe mit auszählt, das ist ein Tag Investitionen.
00:15:44
Speaker
Also oft sind solche kleinen Dinge.
00:15:49
Speaker
Bei mir war es eigentlich schon so, dass ich immer Ehrenamt auch genutzt habe.
00:15:52
Speaker
Ich war früher bei den Pfadfindern und ich habe dann irgendwann, als ich studiert habe, habe ich angefangen bei Meetups mitzumachen und so.
00:15:57
Speaker
Ich habe das immer gesehen als so ein Win-Win.
00:16:00
Speaker
Einerseits, weil ich selber die grüne Wiese habe, um Dinge neu auszuprobieren, ohne dass ich dann ein wirtschaftliches Risiko habe.
00:16:07
Speaker
Andererseits aber auch, um was weiterzugeben.
00:16:09
Speaker
Ich finde es immer sehr wichtig, auch, dass man sich gegenseitig an die Hand nimmt.
00:16:12
Speaker
Ich habe selber fünf Geschwister.
00:16:13
Speaker
Ich bin die Älteste.
00:16:14
Speaker
Wow.
00:16:15
Speaker
Wow.
00:16:16
Speaker
Ich habe was Neues erfahren wieder.
00:16:19
Speaker
Ja, ich habe sehr früh eigentlich in meiner Erziehung gelernt, dass ich die Geschwister mitnehmen darf, dass ich denen auch was beibringen kann.
00:16:27
Speaker
Und das hat sich eigentlich dann so weitergeführt, dass ich gesagt habe, okay, wenn ich was kann, wenn ich etwas weiß, wenn ich eine Möglichkeit habe, Leuten zu helfen, dann mache ich das eigentlich ganz gerne.
00:16:36
Speaker
Und es hilft aber auch beruflich.
00:16:38
Speaker
Deswegen ist es nicht ganz so selbstlos.
00:16:40
Speaker
Weil oft ist es so, dass man eine Person auf der einen Ebene kennenlernt.
00:16:43
Speaker
Und das ist ein sehr lockeres Kennenlernen.
00:16:45
Speaker
Das ist ein sehr angenehmes Kennenlernen.
00:16:46
Speaker
Man hat nicht diesen Druck, dass man performen muss.
00:16:49
Speaker
Sondern man kann wirklich sehr natürlich Dinge ausprobieren.
00:16:52
Speaker
Und von da aus entwickeln sich manchmal auch Dinge.
00:16:54
Speaker
Stimmt, ja.
00:16:56
Speaker
Das kenne ich auch.
00:16:57
Speaker
Du machst halt Dinge und du lernst irgendwo...
00:16:59
Speaker
Personen kennen, sei es im Ehrenamt oder sei es im Sport oder irgendwie so und du begegnest dir danach vielleicht auch wieder beruflich oder jemand kennt dich und weiß, wer du bist, weiß, was du machst, kann dich dann auch irgendwie weiterempfehlen.
00:17:12
Speaker
Es hat auch immer, glaube ich, wie du auch sagst, nicht immer nur eine selbstlose Komponente, aber ich glaube, das steht schon im Vordergrund, weil sonst würde man es auch nicht machen, weil es einfach unfassbar viel Arbeit ist.
00:17:26
Speaker
Das bringt mich auch gleich mal zu dem Thema
00:17:28
Speaker
Digital Woman Night.
00:17:29
Speaker
Mhm.
00:17:31
Speaker
Hast du es alleine ins Leben gerufen oder wart ihr da auch schon zu zweit?
00:17:37
Speaker
Die Geschichte ist ein bisschen verschachtelt.
00:17:39
Speaker
Der Digital Women Day wurde von Nora Schöner und vom Coworking zusammen 2023 ins Leben gerufen.
00:17:47
Speaker
Nora Schöner hatte She's in IT gegründet.
00:17:50
Speaker
Das war eine Meetup-Community, die sich eben über Technologie und Women in Tech organisiert hat.
00:17:56
Speaker
Also nicht über die Organisation Women in Tech, sondern über die Thematik.
00:18:00
Speaker
Und dann haben damals Fu und ich überlegt, wir wollen gerne auch irgendwas in Richtung Inklusion und Event beim Nürnberg Digital Festival machen.
00:18:11
Speaker
Sind dann aufs Coworking zugegangen, weil wir dachten, das wäre vielleicht eine coole Location.
00:18:14
Speaker
Und dann hat mir die Claudia vom Coworking erzählt, ach lustig, dass du anrufst.
00:18:19
Speaker
Wir haben gerade den Tag abgesagt, weil wir nicht genug Leute haben, die mit anpacken.
00:18:23
Speaker
Und dann haben Fu und ich gesagt, okay, hold my beer und haben das halt dann alles noch schnell organisiert innerhalb von vier, fünf Tagen.
00:18:30
Speaker
War aber auch ein großer Erfolg.
00:18:31
Speaker
War ein großer Erfolg.
00:18:32
Speaker
Ja, kamen ungefähr 250 Leute über den Tag verteilt.
00:18:35
Speaker
Also das war echt und teilweise Leute auch wieder.
00:18:37
Speaker
Also die sind dann morgens da gewesen, waren dann auf der Arbeit und sind dann wiedergekommen.
00:18:41
Speaker
Also enorm.
00:18:43
Speaker
Wir waren auch super dankbar und selber überrascht, wie gut das gelaufen ist und was für eine schöne Stimmung da war.
00:18:48
Speaker
Und sowohl wir als Orga-Team als auch dann die Teilnehmenden haben halt dann gedacht, das ist eigentlich schade jetzt ein Jahr zu warten, wir haben das Feedback bekommen, mach das doch häufiger und dann wurde daraus dem Day sozusagen die Night und die war dann, das ist unser monatliches Meetup.
00:19:02
Speaker
Ja.
00:19:04
Speaker
Und immer noch in den Coworking-Räumen, immer noch mit dem Coworking zusammen und Fuß dann irgendwann ausgestiegen und dann ist Melanie dazu gekommen.
00:19:10
Speaker
Die ist jetzt seit so ganz knapp einem Jahr dabei.
00:19:15
Speaker
Und jetzt sind wir dabei.
00:19:16
Speaker
Wir haben jetzt auch Specials organisiert.
00:19:18
Speaker
Das sind Halbtages-Workshops.
00:19:20
Speaker
Wir hatten einen zum Bewerben als Thema, einen für SpeakerInnen.
00:19:24
Speaker
Wir haben jetzt bald einen zum Thema KI am Weltfrauentag.
00:19:27
Speaker
Ich weiß nicht, wann das ausgestrahlt wird.
00:19:29
Speaker
Je nachdem vielleicht noch interessant.
00:19:31
Speaker
Vielleicht danach.
00:19:32
Speaker
Aber es macht nichts.
00:19:32
Speaker
Das macht nichts.
00:19:33
Speaker
Dann blicken wir zurück darauf.
00:19:34
Speaker
Dann blicken wir, es wird ein wunderbarer Tag.
00:19:37
Speaker
So toll gewesen.
00:19:38
Speaker
Ja.
00:19:41
Speaker
Und das macht ihr ja auch alles ehrenamtlich.
00:19:44
Speaker
Und wir haben jetzt vieles schon

Bedeutung menschlicher Fähigkeiten in einer KI-dominierten Welt

00:19:46
Speaker
gehört.
00:19:46
Speaker
Wir haben zum einen ja gehört, wie gut du in deinem Job, auch KI, mit dem Thema beruflichen Erfolg verbinden kannst oder Effizienz verbinden kannst.
00:19:55
Speaker
Wir haben auch das Thema Inklusion gehört.
00:19:59
Speaker
Und für dich, also so wie ich es raushöre, in deinem Arbeitsalltag funktioniert die Thematik KI und der Mensch.
00:20:06
Speaker
Du hast da auf jeden Fall für dich einen Weg gefunden, das sehr, sehr gut zu nutzen und kannst die KI nutzen, um deine Arbeit zu vereinfachen, zu ergänzen.
00:20:15
Speaker
Und wenn wir dann nochmal so drauf blicken, wo würdest du sagen, wenn wir auf dieses Zeitalter KI, Digitalisierung und alles, was da so kommt, blicken, wo hat deiner Meinung nach der Mensch noch Platz?
00:20:28
Speaker
Und welche Skills brauchen wir vielleicht?
00:20:30
Speaker
Also du kannst dich auch für eine Frage entscheiden.
00:20:35
Speaker
Also ich sehe mich ein bisschen...
00:20:40
Speaker
Sorge auf die Tatsache, dass gerade Unternehmen dazu tendieren, jüngere ExpertInnen auszugrenzen.
00:20:47
Speaker
Also ich habe die Sorge, dass immer juniorigere Menschen immer mehr die Schwierigkeit haben, reinzukommen.
00:20:53
Speaker
Also es werden Leute mit Erfahrung gesucht, aber Leute, die Erfahrung aufbauen müssen, werden dabei einfach ausgeklammert.
00:20:58
Speaker
Aber irgendwo muss die Erfahrung ja herkommen.
00:20:59
Speaker
Die kommt ja nicht einfach so von, ich komme aus dem Studium oder aus der Ausbildung und kann das jetzt, sondern das muss ja auch erst mal sich entwickeln.
00:21:06
Speaker
Da sehe ich so ein bisschen die Problematik.
00:21:08
Speaker
Ich denke,
00:21:11
Speaker
Also es fühlt sich so ein bisschen gerade an, so ähnlich wie beim Internetzeitalter, dass gerade so viel passiert und ich glaube, die...
00:21:20
Speaker
Menschen sind gerade ein bisschen gestresst, wie viel gerade auf einmal passiert und wie viel Neues kommt und wie schnell das Ganze ist.
00:21:26
Speaker
Ich hoffe, dass da viele mitgenommen werden.
00:21:30
Speaker
Also dass das einfach, dass da nicht dieses Ellenbogenkultur kommt und die Leute dann abgehängt werden.
00:21:36
Speaker
Sondern ich hoffe, dass wirklich das Unternehmen die Verantwortung übernehmen, ihre Mitarbeitenden zu schulen.
00:21:42
Speaker
auch den Raum geben, dass sie überhaupt sich selber da reinarbeiten können, wenn man die ganze Zeit im Tagesgeschäft gestresst ist und abends irgendwann nach Hause kommt.
00:21:48
Speaker
Da bleibt dann wenig Zeit, sich darum zu kümmern, sich ein KI weiterzubilden.
00:21:51
Speaker
Ich hoffe, dass da einfach die Möglichkeiten strukturell weiter geschaffen werden.
00:21:58
Speaker
Zum Thema, wo bleibt der Mensch?
00:21:59
Speaker
Eine große Sorge, die ich außerdem habe, ist die Energieverbrauche, die immer steigend sind.
00:22:03
Speaker
Und ich hoffe einfach,
00:22:05
Speaker
dass wir da auch gesellschaftlich ein Auge drauf behalten.
00:22:09
Speaker
Also ich merke, dass KI dazu verleiht, auch an mir selber im Übrigen, immer mehr abzugeben und immer mehr auch zu gucken, ach, was sagt denn die KI dazu?
00:22:21
Speaker
Und ich glaube, da müssen wir halt ein bisschen die Füße auf den Boden halten und gucken,
00:22:27
Speaker
ja, macht das überhaupt jetzt Sinn?
00:22:29
Speaker
Muss ich das jetzt überhaupt mit einer KI machen?
00:22:31
Speaker
Oder kann ich das nicht einfach bei Ecosia zum Beispiel einfach in die Suche eingeben?
00:22:35
Speaker
Oder Beispiel, wie wird das Wetter heute?
00:22:38
Speaker
Kann ich einfach aus dem Fenster gucken oder muss ich jetzt extra die KI dafür fragen?
00:22:40
Speaker
Absolut.
00:22:41
Speaker
Das ist ein sehr gutes Beispiel.
00:22:43
Speaker
Viele fragen auch oft so, ja und das Wetter?
00:22:47
Speaker
Und ich denke mir immer so, ich beschäftige mich nie mit dem Wetter.
00:22:50
Speaker
Ich bin auch ganz oft falsch angezogen.
00:22:52
Speaker
Ganz oft, weil ich mich nicht damit beschäftige.
00:22:55
Speaker
Und viele, unsere Tochter, finde ich sehr spannend, die fängt jetzt auch schon an, morgens manchmal zu sagen, wie wird denn das Wetter?
00:23:02
Speaker
Und guck dann irgendwie auf die Smartwatch, wo du es ja schon hast.
00:23:06
Speaker
Oder irgendwie, schau mal auf dem Handy.
00:23:08
Speaker
Und ich sage ihr dann immer, guck doch einfach aus dem Fenster.
00:23:12
Speaker
Dann siehst du doch, du brauchst doch jetzt keine Uhr.
00:23:14
Speaker
Außerdem, die weiß es nicht so gut, wie du, wenn du rausguckst und es fühlst.
00:23:18
Speaker
Oder manchmal sagt sie dann auch, weil wir am Rathenauplatz wohnen,
00:23:23
Speaker
Und da ist ein Gebäude, ich weiß gar nicht wem, das war glaube ich mal Nürnberger Versicherung, aber da steht die Gradzahl.
00:23:27
Speaker
Also da steht, wie warm es gerade ist.
00:23:30
Speaker
Wie cool.
00:23:30
Speaker
Und wenn wir nach Hause kommen, schaut sie dann und sagt, Mama, wie viel Grad hat es?
00:23:37
Speaker
Und ich finde es dann immer so witzig, weil ich dann auch sage, verlass dich doch nicht auf die Zahl.
00:23:41
Speaker
Gebe doch einfach auf unseren Balkon und teste aus, ob du es anziehen kannst.
00:23:46
Speaker
Aber es ist, wie du sagst, wir werden da so richtig faul und benutzen ganz oft irgendwie die KI oder irgendetwas, ohne vorher mal darüber nachzudenken.
00:23:57
Speaker
Es ist so, wenn wir an einem Tisch saßen mit Freunden und gegessen haben und dann kam eine Frage irgendwie auf.
00:24:05
Speaker
Und da kann ich mich noch erinnern, da war ich...
00:24:08
Speaker
im Teenageralter würde ich sagen, und mein Opa hat irgendwas erzählt, ich glaube, es ging um einen Blitzeinschlag ins Auto, und dann habe ich gesagt, das geht nicht, das ist ein Faraday-Scheck-Häfig.
00:24:22
Speaker
Und dann hat er gesagt, nein, nein, nein, dann hat meine Tante das in einem Buch irgendwann danach recherchiert und hat ihm gesagt, doch, hier ist der Zettel, sie hat recht, aber heute wäre das eine ganz andere Situation.
00:24:33
Speaker
Du

Einfluss der digitalen Ära auf soziale Interaktionen

00:24:34
Speaker
würdest sofort dein Handy nehmen und es...
00:24:38
Speaker
oder von mir aus auch ChatGBT oder irgendeine andere Suchmaschine benutzen, um die Information sofort zu haben.
00:24:46
Speaker
Also das macht ja alles sowieso schon so schnell.
00:24:49
Speaker
Die ganze Welt ist schnell.
00:24:50
Speaker
Du kannst jede Information eigentlich sofort haben.
00:24:54
Speaker
Ich finde es auch witzig, wenn man manchmal in einem Podcast ist oder Podcast hört, dass Leute auch währenddessen dann sagen, na warte mal, bevor ich da jetzt Blödsinn erzähle, ich schaue mal schnell nach.
00:25:04
Speaker
Also...
00:25:05
Speaker
Und das ist, glaube ich, schon sehr bezeichnet für unser Zeitalter.
00:25:09
Speaker
Und ich teile auf jeden Fall auch deine Sorgen, wobei ich mich noch gar nicht so intensiv mit der Sache beschäftigt habe, dass junge Menschen oder die mit wenig Berufserfahrung gerade eben eintreten, dass sie da keinen Platz haben.
00:25:25
Speaker
Und wenn das so ein bisschen trennt, teile ich das total mit dir.
00:25:29
Speaker
Das mich auch schockiert, weil ich immer sage,
00:25:32
Speaker
Das ist ja auch unsere Verantwortung heutzutage.
00:25:35
Speaker
Also es ist auch unsere Verantwortung als Unternehmen oder als großes Unternehmen, eine gewisse Bildung zu leisten.
00:25:44
Speaker
Aber man merkt den Trend schon sehr, sehr lange, weil auch ganz viele Studierende beziehungsweise auch SchülerInnen ein Problem haben, Praktikumsplätze zu finden, weil die Unternehmen nicht bereit sind, das zu machen.
00:25:59
Speaker
Weil, sind wir mal ehrlich, von den Praktikanten hattest du als Unternehmen selten was, außer dass du sagst, ich habe vielleicht ein Talent, den möchte ich vielleicht übernehmen in die Ausbildung oder sonst irgendwas.
00:26:09
Speaker
Aber sich für Praktikumsplätze zu entscheiden als Unternehmen bedeutet ja immer, ich investiere in die Bildung und das ist in gewisser Hinsicht als Unternehmen auch ein Ehrenamt von dir als Unternehmen oder den Mitarbeitenden, die es dann machen müssen, weil ich meine,
00:26:25
Speaker
Meistens muss es ja irgendeine Abteilung auffangen.
00:26:28
Speaker
Und ich persönlich finde oder möchte eigentlich alle animieren zu sagen, engagiert euch da wieder mehr.
00:26:36
Speaker
Da komme ich vielleicht auch noch mal zu, wir kommen relativ zum Ende schon.

Gesellschaftliches Engagement und Zusammenarbeit für Wandel

00:26:40
Speaker
Aber hast du auch einen Appell an die Leute?
00:26:43
Speaker
Also du engagierst dich sehr, sehr viel im Ehrenamt.
00:26:46
Speaker
Wir haben das schon gehört und das hat ja, wie wir auch gehört haben, mehrere Seiten.
00:26:52
Speaker
Aber was, was glaubst du, brauchen wir als Gesellschaft heute?
00:26:56
Speaker
Auch mit den Sorgen, die du gerade mit uns geteilt hast.
00:27:01
Speaker
Ich nutze das Ehrenamt auch so ein bisschen als, ich nenne es jetzt mal leitpolitisches Engagement auf der regionalen Ebene.
00:27:09
Speaker
Ich glaube, wenn wir, ich sage es jetzt abstrakt, Räume schaffen, in denen wir ins Gespräch kommen und in denen erstmal Menschen willkommen sind und sich willkommen fühlen.
00:27:19
Speaker
Ich glaube, also dieses sich willkommen fühlen ist, glaube ich, etwas, was...
00:27:23
Speaker
etwas sehr Besonderes seit Corona geworden ist.
00:27:26
Speaker
Also seit der Pandemie, nicht seit Corona, seit der Pandemie.
00:27:28
Speaker
Und ich glaube, das ist eigentlich etwas, wovon wir generell mehr gebrauchen könnten.
00:27:34
Speaker
Wir haben durch das Internet, durch deutsche Media so viele Vergleiche, dass es, glaube ich, schon oft so ist, dass man
00:27:42
Speaker
Dinge, sich selber Dinge, Fähigkeiten, Situationen in Frage stellt und ich glaube einfach mal Räume aufzubauen, zu sagen, ist es okay, so wie du bist, komm einfach mal her und wir sprechen mal und auch Kontroversen dann mal auszuhalten.
00:27:52
Speaker
Ich rede jetzt hier nicht von faschistischen Kontroversen, die hält man bitte nicht aus, sondern ich rede jetzt wirklich von Meinungen, die rein sachlich einfach unterschiedliche Geschmäcker sind.
00:28:02
Speaker
Dass man die aushält und dass man da ins Gespräch kommt, auch mal Perspektiven wechselt.
00:28:06
Speaker
Und das ist auch ein Beweggrund, warum ich Ehrenämter so gut finde, weil ich der Meinung bin, dass das wieder dafür sorgt, dass wir gesellschaftlich zusammenkommen, ohne dass wir jetzt einen Politiker, eine Politikerin super finden müssen, ohne dass wir jetzt sagen, meine Ideologie ist auf den Punkt gebracht, das.
00:28:23
Speaker
Sondern wo wir erstmal Perspektiven kennenlernen.
00:28:26
Speaker
Und oft ist es ja so, dass eine Perspektivenvielfalt auch dafür sorgt, dass wieder dann eine Perspektive
00:28:31
Speaker
sozialere Ebene passiert, dass eben auch eine Inklusion überhaupt erst zustande kommen kann durch diese Perspektivwechsel.
00:28:36
Speaker
Und ich glaube, das ist das, was jetzt gerade sehr wichtig ist.
00:28:38
Speaker
Ja, sehe ich absolut genauso.
00:28:41
Speaker
Und ich finde auch dieses Thema Ehrenamt, das habe ich auch schon mal in anderen Folgen auch gesagt,
00:28:46
Speaker
Ich finde auch einfach, wir sollten uns alle ehrenamtlich engagieren und es ist eigentlich unsere Pflicht, als Teil einer Gesellschaft uns zu engagieren und irgendetwas zu tun, wofür wir jetzt nicht unbedingt immer gleich Geld bekommen oder einen Vorteil haben, sondern
00:29:03
Speaker
was einfach die Gesellschaft weiterbringt und uns wieder näher zusammenbringt.
00:29:08
Speaker
Das, was du sagst, sehe ich zu 100 Prozent genauso.
00:29:11
Speaker
Das freut mich.
00:29:12
Speaker
Weil wenn wir mehr zusammenrücken wieder und mehr gucken, okay, du hast vielleicht eine andere Meinung, bist aber deswegen auch nicht doof, sondern jeder hat irgendwie seine Intentionen und
00:29:24
Speaker
wenn wir uns wieder mehr an einen Tisch bewegen, dann können wir zum einen vielleicht die Perspektive wechseln und zum anderen können wir uns aber wieder aufeinander zu bewegen, weil ja die Kommunikation und das Gespräch uns ja erst dahin bringt, dass wir vielleicht sagen, okay, gut, so habe ich es noch nicht gesehen, kann ich vielleicht auch mitgehen, also kann ich mich anteilen sogar an deine Meinung oder an deinen Sachverhalt irgendwie angleichen und drücke vielleicht ein Stück von mir wieder ab, solange wir uns immer mehr in diesen
00:29:52
Speaker
Lagern, Lägern befinden, kommen wir ja nicht mehr zusammen.
00:29:57
Speaker
Richtig.
00:29:57
Speaker
Deswegen unsere Einladung ist dann, wieder mehr an einen Tisch zu kommen.
00:30:01
Speaker
Wieder mehr an einen Tisch zu kommen, ja.
00:30:03
Speaker
Und auch die tollen Events, die es gibt, auch zu besuchen.
00:30:06
Speaker
Ich habe noch eine Frage zu Digital Woman Night.
00:30:09
Speaker
Es ist nicht nur für Frauen.
00:30:12
Speaker
Jeder darf kommen.
00:30:13
Speaker
Vielen lieben Dank für die Frage.
00:30:14
Speaker
Ja, das ist immer das große Missverständnis.
00:30:16
Speaker
Also, wir haben es zwar in unseren Event-Texten drin, aber das Gerücht hält sich hart wegen dem Namen.
00:30:22
Speaker
Bei uns ist es so, die Bühne gehört den Flinter, aber im Publikum sind alle Menschen, alle Geschlechter willkommen.
00:30:28
Speaker
Und wir sind auch immer sehr glücklich, wenn auch wirklich cis-hetero-Männer kommen, weil der Austausch so wichtig ist und auch wichtig ist, die verschiedenen Perspektiven auch hier wieder zu verstehen.
00:30:38
Speaker
Ja, absolut, ja.
00:30:39
Speaker
Wir haben jetzt nächste Woche, das wird wahrscheinlich zu spät sein für die Zuhörenden, aber wir haben nächste Woche zum Beispiel jetzt einen Neid nur über das Thema Periode und Arbeitskontext.
00:30:47
Speaker
Das ist so ein...
00:30:49
Speaker
Freut mich.
00:30:49
Speaker
Das ist so ein wichtiges Thema und das betrifft letztendlich am Ende vom Tag trotzdem alle Geschlechter.
00:30:53
Speaker
Absolut alle.
00:30:54
Speaker
Ja, natürlich, wir arbeiten ja auch alle zusammen.
00:30:56
Speaker
Richtig, genau.
00:30:57
Speaker
Und sowohl die Betroffenen, die eine Periode haben, als auch die Menschen, die dann mit Menschen mit Periode arbeiten, die dann entsprechend Rücksicht nehmen können, überhaupt Situationen einordnen können, überhaupt Verständnis zeigen können, Unterstützung zeigen können.
00:31:08
Speaker
Wenn man nicht weiß, was los ist, kann man ja überhaupt nicht helfen.
00:31:11
Speaker
Das ist so wichtig und deswegen, ich plädiere das immer, kommt bitte alle her und auch guckt, was für ExpertInnen wir auf der Bühne regional präsentieren können.
00:31:21
Speaker
Auch da ganz wichtig, Technologie war oft lange ein männerdominiertes Thema und deswegen haben wir diese Initiative überhaupt erst auf die Beine gestellt, weil wir dafür sorgen wollen, dass eben auch da eine Geschlechtervielfalt auf der Bühne stattfindet letztendlich.
00:31:35
Speaker
Aber im Publikum freuen wir uns auf alle und
00:31:40
Speaker
jetzt hier Stimmen kommen.
00:31:41
Speaker
Es gibt ja auch sehr, sehr viele Events, wo wirklich überwiegend Männer sprechen.
00:31:44
Speaker
Deswegen ist, ich glaube, das hält sich am Ende vom Tag dann trotzdem in der Waage.
00:31:47
Speaker
Ich glaube, das ist völlig egal.
00:31:51
Speaker
Ich glaube, Männer haben immer schon und über die letzten Jahre viele Bühnen gehabt und werden da auch oft sehr berücksichtigt.
00:31:58
Speaker
Deswegen finde ich sehr, sehr gut, dass ihr da einfach auch eine Bühne geschaffen habt für Menschen, die dann vielleicht in anderen Formaten
00:32:07
Speaker
schwerer einen Platz bekommen.
00:32:10
Speaker
Und ja, ich finde nochmal wichtig, auch das, was du sagst, zu betonen, es geht auch nur gemeinsam.
00:32:15
Speaker
Also wenn wir was verändern wollen, dann können wir nicht sagen, wir gegen die oder die gegen den, sondern nur zu sagen, wir machen das gemeinsam.
00:32:22
Speaker
Deswegen auch von uns beiden jetzt eine herzliche Einladung an alle, die Events zu besuchen, sich weiterzuentwickeln, was zu lernen.
00:32:31
Speaker
Auch eure Events, ne?
00:32:32
Speaker
Ja, auch.
00:32:34
Speaker
Und ja, einfach da eine schöne Zeit zu haben und da vielleicht was mitzunehmen.
00:32:39
Speaker
Ich danke dir für das Gespräch.
00:32:43
Speaker
Ich danke für die Gastfreundschaft.
00:32:44
Speaker
Vielen lieben Dank.
00:32:45
Speaker
Danke auch für das Gespräch.

Einladung zur Interaktion mit dem Podcast

00:32:50
Speaker
Wie stehst du zu diesem Thema?
00:32:51
Speaker
Schreib es uns gerne in die Kommentare.
00:32:54
Speaker
Ich hoffe, du konntest was für dich mitnehmen und vielleicht sehen wir uns ja mal bei einem unserer Workshops.
00:32:58
Speaker
Bis zum nächsten Mal.
00:33:00
Speaker
Deine Karin.