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Zukunftskompetenz ist keine Superkraft

S3 E5 · ATHEMfrequenz
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28 Plays9 days ago

In dieser Folge von spricht Karin mit Anja Michel über eine Frage, die viele beschäftigt, aber oft zu oberflächlich beantwortet wird:
Was brauchen wir Menschen eigentlich wirklich, um in einer komplexen, schnellen und unsicheren Zukunft gut bestehen zu können?

Anja bringt dabei ihre Perspektiven aus zwei Welten mit: aus dem Unternehmenskontext eines großen Automobilzulieferers und aus ihrer Arbeit als Mentorin und Coach. Gemeinsam sprechen Karin und Anja über neue Führung, emotionale Intelligenz, Selbstreflexion und darüber, warum Zukunftskompetenz nicht bequem ist – sondern uns etwas zumutet.

Inhaltlich geht es unter anderem um die Frage, warum viele Führungsmodelle und Tools in der Praxis scheitern, was echte Verbindung im Arbeitskontext bedeutet und weshalb Selbstführung die Grundlage für gute Führung ist. Außerdem wird deutlich, warum emotionale Sicherheit, ehrliches Hinschauen und der Umgang mit den eigenen Mustern entscheidend sind – nicht nur für Führungskräfte, sondern für uns alle.

Themen dieser Folge:

  • Warum Zukunftskompetenz kein nettes Extra, sondern echte Entwicklungsarbeit ist
  • Weshalb Führung nicht mit einer Position beginnt, sondern mit Selbstführung
  • Was „Superpower“ und „Sleepy Power“ über Menschen und Teams verraten
  • Warum Empathie im Business oft behauptet, aber zu selten wirklich gelebt wird
  • Wie emotionale Intelligenz Teams, Führung und Zusammenarbeit verändern kann
  • Weshalb Burnout, Überforderung und Perfektionismus kein Randthema mehr sind
  • Warum ehrliche Verbindung mehr bedeutet als gute Kommunikationstechniken
  • Was es braucht, damit Menschen sich im Arbeitskontext wirklich zeigen können
  • Warum Zukunft kein fixer Zeitpunkt, sondern ein Raum ist, den wir gestalten können

Ein paar Takeaways aus der Folge:

  • Zukunftskompetenz beginnt nicht im Außen, sondern mit dem Blick nach innen
  • Selbstreflexion ist keine einmalige Übung, sondern ein fortlaufender Prozess
  • Gute Führung braucht Klarheit, Menschlichkeit und die Fähigkeit, Emotionen auszuhalten
  • Teams werden stärker, wenn Unterschiede sichtbar und besprechbar werden
  • Wer sich selbst besser versteht, kann auch andere besser führen und begleiten
  • Mut heißt nicht, alles zu wissen – sondern trotzdem loszugehen

Mehr zu Anja:
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/anja-michel-32b2201b7/
Website: https://sowasvon.jetzt/

Transcript

Einleitung und Ziel des Podcasts

00:00:06
Speaker
Aloha und herzlich willkommen bei Atemfrequenz, dein Podcast, wenn es um Human Intelligence geht.
00:00:13
Speaker
Ich bin Karin von Atem und gemeinsam mit euch begrüße ich jede Woche einen Gast zu dem Thema Human Intelligence.
00:00:21
Speaker
Der Podcast soll euch Inspiration und Motivation geben, vor allem in Zeiten von künstlicher Intelligenz und Digitalisierung.
00:00:28
Speaker
Wir gehen gemeinsam mit der Frage auf den Grund, wo wir Menschen in der Welt noch Platz haben und welche Kompetenzen wir dafür brauchen.
00:00:35
Speaker
Es geht los.
00:00:36
Speaker
Viel Spaß mit der heutigen Folge.
00:00:40
Speaker
Zukunftskompetenz ist keine Superkraft, sie ist eine Zumutung.
00:00:47
Speaker
Herzlich willkommen, liebe Anja.
00:00:50
Speaker
Schön, dass du da bist.
00:00:51
Speaker
Ich hoffe, dir geht es gut.
00:00:53
Speaker
Ja, ich bin ein bisschen aufgeregt.
00:00:54
Speaker
Schön, dass ihr mich eingeladen habt.
00:00:56
Speaker
Bin ganz aufgeregt, ganz nervös, aber das gehört zum Menschsein.
00:01:00
Speaker
Ich bin noch kein Profi, die 32 folgen.
00:01:03
Speaker
Ja, aber ich verstehe das irgendwie, weil ich war vorher auch mal so irgendwie so aufgeregt, kriegt man es hin oder eben nicht.

Professionalisierung des Podcast-Setups

00:01:12
Speaker
Und wenn man dann aber irgendwie drinnen ist, finde ich, dann läuft es auch.
00:01:16
Speaker
Ja, ihr habt ja hier sehr professionelles Umfeld.
00:01:18
Speaker
Also unser Podcast mit meiner Freundin Miriam und mir, der ist ja in meinem Zuhause mit einem ganz einfachen Mikrofon, nicht Video aufgenommen, kein Skript, nicht vorher abgestimmt, Knopf gedrückt, los.
00:01:28
Speaker
Ja.
00:01:29
Speaker
Auf Knopf gedrückt, Ende, nicht geschnitten, raus.
00:01:31
Speaker
Ja.
00:01:32
Speaker
Es ist ähnlich, nur mit mehr Kameras.
00:01:37
Speaker
Genau das macht mich nervös.
00:01:40
Speaker
Wir haben uns auch jetzt quasi ja professionalisiert in dem Podcast.
00:01:44
Speaker
Wir haben es davor auch bei uns in der Location aufgenommen bei Atem.
00:01:48
Speaker
selber und mit unserem eigenen Screen.
00:01:53
Speaker
Aber jetzt auch gemerkt, jemanden sich da auch an die Seite zu holen, ist gar nicht so schlecht.
00:01:57
Speaker
Und da, wo wir jetzt sind, das wissen mittlerweile wahrscheinlich viele, dass wir beim Nando im Studio sind, kriegen wir auch einen Service.
00:02:04
Speaker
Es wird geschnitten und kriegen da halt einfach auch so ein Setup, wo wir halt dann einfach auch sagen, wow, der Output ist auch soundtechnisch und videotechnisch top.
00:02:15
Speaker
Ich glaube, Nando und ich müssen nachher nochmal reden.
00:02:17
Speaker
Ja?
00:02:18
Speaker
Vielleicht, ja.
00:02:19
Speaker
Vielleicht professionalisiert ihr euch auch.
00:02:21
Speaker
Ja, mal gucken.
00:02:22
Speaker
Aber jetzt sind wir schon fast wieder tief drin.
00:02:25
Speaker
Stell dich doch mal kurz vor.
00:02:26
Speaker
Wer bist du?
00:02:27
Speaker
Was machst du?
00:02:28
Speaker
Und dann stelle ich dir bestimmt einige

Vorstellung von Anja Michel

00:02:31
Speaker
Fragen.
00:02:31
Speaker
Ich gehe davon fast aus, ja.
00:02:33
Speaker
Ja, wer bin ich?
00:02:33
Speaker
Ich bin die Anja Michel.
00:02:34
Speaker
Ich bin 47 Jahre alt, gebürtige Hamburgerin.
00:02:38
Speaker
Liebe den Norden.
00:02:39
Speaker
Meine Sprache ist auch norddeutsch, aber mittlerweile spreche ich so ein Kauderwelsch hier in Franken, weil ich schon wieder seit einigen Jahren hier in Franken bin.
00:02:45
Speaker
Arbeite in der Oberpfalz beim großen Automobilzulieferer im Qualitätsmanagement und in der Strategie war ich auch jahrelang.
00:02:51
Speaker
Ja, und nebenbei habe ich noch ein eigenes Business als Mentorin und Coach.
00:02:57
Speaker
Mein Unternehmen heißt sowas vom Punkt jetzt.
00:02:59
Speaker
Ja, ja.
00:03:00
Speaker
Und ja, es ist dafür, wofür ich brenne, also warum ich antrete jeden Morgen.
00:03:05
Speaker
Ja, super spannend.
00:03:06
Speaker
Ich freue mich auch schon darauf, dir die Fragen zu stellen, die mich interessieren.
00:03:10
Speaker
Und ich habe hier vorbereitend mir auch ein paar Dinge rausgeschrieben, die ich super spannend finde.
00:03:18
Speaker
Und du bist jetzt ja auch schon lange nicht in der Funktion, in der du gerade bist, aber halt in einem Unternehmen.

Rolle als Leadership Ambassador

00:03:24
Speaker
Und was ich da auch gefunden habe, was ich spannend finde, du bist auch intern Mentorin und Leadership Ambassador, hast du es auch genannt.
00:03:34
Speaker
Ich weiß nicht, ob du das intern auch so nennst.
00:03:36
Speaker
Das ist der intern Begriff.
00:03:36
Speaker
Aber das finde ich super spannend.
00:03:39
Speaker
Erzähl mal was darüber.
00:03:41
Speaker
Ja, Leadership Ambassador, das wurde gegründet vor einigen Jahren schon von ganz, ganz tollen Frauen bei uns in der Division.
00:03:47
Speaker
Und ja, da gab es jetzt aus jedem Fachbereich und aus jeder Produktlinie wurden halt Menschen gesucht, die bereit sind, halt auch Führungskräfte und andere Mitarbeiter einfach in das Thema Führung mit reinzunehmen.
00:03:59
Speaker
Also auch wirklich, wir wurden ihnen an die Seite gestellt, um zu unterstützen.
00:04:02
Speaker
Ja.
00:04:03
Speaker
Ja, und was du auch aufgeschrieben hast, ich habe das aus deinem LinkedIn tatsächlich und da schreibst du was von neue Führung und ehrliche Verbindung und echte Kulturentwicklung.

Kritik an Führungs-Buzzwords

00:04:16
Speaker
Wie geht das?
00:04:16
Speaker
Ja, wie geht das?
00:04:17
Speaker
Da könnten wir, glaube ich, jetzt 100 Folgen drüber aufnehmen.
00:04:19
Speaker
Ja.
00:04:21
Speaker
Ich meine, es gibt ja so viele Buzzwords eigentlich in dieser ganzen Branche schon.
00:04:24
Speaker
New Work und was weiß ich, was es da nicht alles gibt.
00:04:26
Speaker
Und ich finde es ein bisschen ausgelutscht, weil es auch, glaube ich, oft falsch interpretiert wird und vielleicht auch nicht richtig angewendet wird, weil einfach der Hintergrund nicht verankert ist.
00:04:35
Speaker
Also dieses, wir führen so oft in großen Unternehmen neue Tools ein, so Agile Coach, so OKR, Objective and Key Result Method.
00:04:42
Speaker
Es gibt so, so viele Tools, aber sie scheitern.
00:04:44
Speaker
Ja, ja.
00:04:45
Speaker
Und sie scheitern, weil wir den Hintergrund nicht verstanden haben und nicht vorher angefangen, uns mit uns selbst auseinanderzusetzen.

Selbstreflexion in der Führung

00:04:50
Speaker
Und deswegen scheitert so oft.
00:04:51
Speaker
Ja, ja, ja.
00:04:53
Speaker
Und wenn du da so, ist ja auch egal, ob du jetzt an diese Rolle Leadership Ambassador denkst oder auch deine Rolle im Unternehmen, was würdest du sagen, wie führst du oder was ist so das Entscheidende in dem, wie du mit den Menschen dann umgehst?
00:05:10
Speaker
Also Leadership ist für mich keine Position.
00:05:13
Speaker
Also Leadership ist für mich keine Rolle und keine Position, die ich irgendwo in irgendeinem Organigramm finden kann.
00:05:18
Speaker
Sondern Leadership bedeutet, egal in welcher Position ich bin, ich bin mein innerer CEO.
00:05:22
Speaker
Also ich habe innere Selbstreflexion, ich bin bei mir, ich weiß, wer ich bin, wo ich stehe, was meine Stärken sind, was meine Schwächen sind.
00:05:31
Speaker
Ich mag das Wort eigentlich nicht, Stärken, Schwächen.
00:05:33
Speaker
Ich sage immer Superpower und Sleepypower dazu.
00:05:35
Speaker
Das ist auch gut.
00:05:36
Speaker
Ich sage schon Stärken, aber ich sage dann immer Entwicklungspotenzial.
00:05:39
Speaker
Ich finde Superpower und Sleepypower ganz gut, weil wir haben alle so total viele Kräfte und Power in uns und meistens ist es einfach nur überdeckelt und es macht halt Spaß, da so die Schichten mal runter zu poolen, zu gucken, was haben wir denn noch so für Power da drin.
00:05:50
Speaker
Ja, und Leadership bedeutet für mich dann wirklich in der Klarheit und in der Präsenz zu sein und das auch zu leben und auch menschlich sein zu dürfen, auch Emotionen zeigen zu dürfen.

Emotionen im Geschäftsleben

00:05:59
Speaker
Gefühle gehören ins Business.
00:06:01
Speaker
Ja, ich glaube, das ist nicht für alle so.
00:06:04
Speaker
Das ist ein Generationsthema.
00:06:05
Speaker
Wir kommen aus dem Taylorismus.
00:06:07
Speaker
Wir sind alle darauf trainiert, dass wir Effizienz an den Tag legen, KPIs verfolgen.
00:06:11
Speaker
Wir werden dran genau gemessen.
00:06:13
Speaker
Und was aber dabei ja total auf der Strecke geblieben ist, sage ich mal, gerade die letzten 20, 30 Jahre, würde ich so sagen, ist wirklich, dass wir und das Gefühl einfach, dass wir Menschen sind und miteinander arbeiten.
00:06:22
Speaker
Und das jeden Tag.
00:06:24
Speaker
Und da wird draußen so viel drüber gesprochen, es werden so viele Workshops angeboten und es ist alles nicht nachhaltig.
00:06:30
Speaker
Also alles, was ich erfahren habe, so auch in meinen Ausbildungen, wo ich dann ausgebildet wurde, mir fehlt die Nachhaltigkeit.
00:06:36
Speaker
Ja, und die Anwendbarkeit am Ende auch.
00:06:38
Speaker
Weil es ist ja schon so, das sagst du ja jetzt auch so, wir beschäftigen uns dann mit dem, was können wir, was können wir nicht.
00:06:46
Speaker
Und dann...
00:06:47
Speaker
Weiß ich, okay, keine Ahnung, ich kann sehr gut zuhören oder ich bin also empathisch und ja, meine Stärke ist, dass ich zielstrebig bin.
00:06:56
Speaker
Okay, super.
00:06:57
Speaker
Was mache ich jetzt damit?

Integration verschiedener Eigenschaften in Führung

00:06:59
Speaker
Und jetzt?
00:06:59
Speaker
Und jetzt?
00:07:00
Speaker
Was heißt das jetzt für mich als Führungskraft?
00:07:02
Speaker
Oder wenn ich auch weiß, was ich jetzt für eine Sleepy-Power habe, also dass ich zum Beispiel ungeduldig bin, was mache ich denn jetzt damit?
00:07:10
Speaker
Ja, vor allem als auch, also ich stelle jemanden ein und der sagt, ich bin ungeduldig.
00:07:14
Speaker
Ja, okay.
00:07:15
Speaker
Wie gehe ich denn damit um?
00:07:16
Speaker
Weil es kann ja trotzdem eine super kompetente Kraft sein, die ein totales Expertenbau hat und dann lehne ich den ab, weil er ungeduldig ist?
00:07:21
Speaker
Nee, geht ja nicht.
00:07:22
Speaker
Also muss ich doch als Führungskraft oder als Leader...
00:07:25
Speaker
doch für mich einfach wissen, wie gehe ich denn mit solchen Menschen um?
00:07:27
Speaker
Wie integriere ich denn solche Menschen?
00:07:30
Speaker
Also es gibt ja dieses Field of Stars, das ist ja so dieses, wo man sagt, man hat ein Team und man hat da ganz viele Sterne drin, die funkeln.
00:07:38
Speaker
Und wenn ich so ein Team führe, dann muss ich auf jeder einzelne Funkeln eingehen können.
00:07:43
Speaker
Aber das kann ich halt nur, wenn ich weiß, wo sind denn meine Superpower und Sleepy Powers?
00:07:46
Speaker
Wo darf ich denn noch dran arbeiten?
00:07:48
Speaker
Und vor allem, wie empathisch bin ich?
00:07:50
Speaker
Ja, und Empathie ist eigentlich auch so, es ist einfach so ein spannender Begriff, weil ich finde es eigentlich immer sehr interessant, wenn man irgendwie Menschen fragt oder wenn man, ich mache ja auch Workshops und Trainings und dann ist dieses Thema Empathie immer so ein Thema und dann
00:08:07
Speaker
Alle Menschen sagen, sie sind empathisch.
00:08:08
Speaker
Und dann denke ich mir immer so, kann doch gar nicht sein.
00:08:12
Speaker
Wie geht das?
00:08:13
Speaker
Kann nicht sein.
00:08:15
Speaker
Ich glaube, viele schreiben sich auch so Themen auf die Fahne, die sie gerne hätten.
00:08:20
Speaker
Also ich wäre gerne, also ja, naja, wenn mich jetzt jemand von außen gut finden müsste, dann muss ich empathisch sein.
00:08:26
Speaker
Also sage ich, ja, ich bin empathisch.
00:08:28
Speaker
Aber ich bin es eigentlich gar nicht.
00:08:30
Speaker
Und ich habe jetzt vor zwei Tagen, glaube ich, hatte ich einen Workshop.
00:08:34
Speaker
Und mit angehen, also die sind schon Führungskräfte.
00:08:39
Speaker
Und dann hat eine gesagt, naja, also ich bin Hardcore-Performance-getrieben.
00:08:44
Speaker
Und ehrlich gesagt, ich stehe darauf, Performance, Performance, Performance.
00:08:48
Speaker
Und ehrlich gesagt, ich bin nicht empathisch.
00:08:51
Speaker
Und dann dachte ich mir so, ja, super, weil deine Mitarbeiter, die wissen genau, du bist einfach performancegetrieben, du stehst darauf, dass Ergebnisse geliefert werden und du sagst denen Clip und klar, ehrlich gesagt, dieses ganze Schischi und dies und das geht mir auf den Zeiger.
00:09:09
Speaker
Ich bin ehrlich gesagt nicht so empathisch.
00:09:11
Speaker
Als Führungskraft glaube ich trotzdem schwierig, weil du musst schon eine gewisse Kompetenz haben.

Herausforderungen leistungsorientierter Führung

00:09:17
Speaker
Aber ich finde eigentlich schön, dass jemand sagt, das kann ich und das kann ich nicht.
00:09:21
Speaker
Und darauf kannst du dich bei mir verlassen und darauf ehrlich gesagt nicht, weil ich habe nicht so viel Verständnis dafür, wenn wir alle irgendwie rumeiern und kein Output kriegen.
00:09:30
Speaker
Wir können rumeiern, wenn wir performen, aber davor irgendwie nicht.
00:09:34
Speaker
Und da dachte ich mir dann irgendwie jetzt so, ja, wenigstens sagt sie, dass sie das nicht hat.
00:09:39
Speaker
Während alle anderen sagen, ich hab's und du erwartest es dann.
00:09:41
Speaker
Das ist schon eine Art Reflexion, das ist schon mal eine gute Reflexion.
00:09:44
Speaker
Ich frage mich nur, was passiert mit solchen Menschen, wenn die mal scheitern?
00:09:49
Speaker
Ich glaube, jetzt mal abgesehen von der Person und das, was ich da schon beobachte oder auch im Coaching oder im Training dann sehe, ist, die können schon schwer damit umgehen.
00:10:04
Speaker
Und das ist ganz oft auch, man setzt sich extrem hohe Ziele auch und man will immer mehr und immer mehr.
00:10:12
Speaker
Und auch das Umfeld ist,
00:10:14
Speaker
Das ist auch einfach nicht da und du hast ja dann auch noch ein Privatleben und eine Situation, die außenrum ist.
00:10:21
Speaker
Aber ich glaube, da muss man schon vorsichtig sein, weil du läufst da schon schnell Gefahr, dich selber auch auszubrennen.
00:10:30
Speaker
Weil du kannst nicht immer performen, performen, performen.
00:10:33
Speaker
Deswegen sind wir meines Erachtens auch die Burnout-Zahlen so hoch.
00:10:36
Speaker
Weil wir, ich gebe es zu, ich bin auch maximal perfektionistisch.
00:10:41
Speaker
Ich bin nicht im Optimierungswahn, aber ich bin eine Perfektionistin.
00:10:44
Speaker
Und da ist es auch manchmal schwer, mich zu befriedigen, dass andere das genauso machen, wie ich das gerne hätte.
00:10:49
Speaker
Das kenne ich schon auch.
00:10:50
Speaker
Aber ich durfte halt in meinem Leben auch schon die Erfahrung machen, wie es ist, in einem Burnout zu landen, unter Depressionen zu leiden und wirklich unter dieser
00:10:57
Speaker
Gedankenspirale zu leben, ich bin nicht gut genug, ich trauge zu nichts, ich darf nicht sein.
00:11:02
Speaker
Das wird ja zu einem richtigen Lebensmantra.
00:11:03
Speaker
Und dann geht die Spirale ja einfach immer tiefer, immer tiefer.
00:11:06
Speaker
Und da wieder rauszukommen, es kostet einfach so unglaublich viel Kraft.
00:11:10
Speaker
Und wie würdest du sagen, setzt man davor an?
00:11:13
Speaker
Also, wenn wir das ja immer alle wüssten, dann würden wir ja da nicht reinrennen in diese Thematik.
00:11:20
Speaker
Aber ganz viele Leute rennen ja in diese Spirale Burnout.
00:11:25
Speaker
Was ist so ein Zeichen, würdest du sagen, dass ich merke, oh, da stimmt was nicht?
00:11:33
Speaker
Das ist schwierig, glaube ich, zu beantworten, weil es einfach so individuell ist.

Empathie und Burnout-Prävention

00:11:37
Speaker
Also da kann ich nicht sagen, jetzt an dem Punkt genau muss ich als Führungskraft jetzt darauf achten, dass.
00:11:42
Speaker
Es gibt die klassischen Anzeichen wie ständig unanwesend, also da sein, aber nicht anwesend sein, vielleicht auch Alkoholprobleme, unkonzentriert sein, aber das sind für mich einfach so Stempel.
00:11:53
Speaker
Ich finde das ist...
00:11:56
Speaker
Schublade.
00:11:57
Speaker
Ja, genau.
00:11:57
Speaker
Schublade aufschubt.
00:11:58
Speaker
Aber so lernst du es.
00:11:59
Speaker
Ich kenne viele Führungskräfte, Trainings, da wird dir genau das gelernt.
00:12:02
Speaker
Aber ich glaube, da gibt es andere Anzeichen.
00:12:04
Speaker
Aber wenn du empathisch bist und ich glaube, deine Frage, du wolltest deine Frage noch woanders sein, wo müssten wir in der Gesellschaft dann vielleicht auch ansetzen, dass das uns nicht mehr passiert.
00:12:12
Speaker
Und da fallen mir halt eben Länder, ich glaube, Skandinavien und Großbritannien, die haben halt Schulfächer wie Empathie und Achtsamkeit.
00:12:19
Speaker
Und das gibt es in Deutschland nicht.
00:12:20
Speaker
Ja.
00:12:22
Speaker
Das ist auf jeden Fall, also es ist auch etwas, was wir ja, wenn wir jetzt als Führungskräfte in Unternehmen sind, an der Stelle schon auch ansetzen können, viel mehr noch darauf zu achten.
00:12:33
Speaker
Ich glaube, viele können im Unternehmenskontext irgendwie nichts damit anfangen, aber ich halte es für schon besonders wichtig, auch zu gucken, wie geht es den Leuten und
00:12:44
Speaker
Da merke ich für mich, dass ich mir schwer tue mit diesem ganz vielen Homeoffice und virtuell arbeiten, weil ich einfach in meinem Führungsalltag ein unglaubliches Gefühl für die Menschen entwickelt habe und gemerkt habe, dass es denen nicht gut ging.
00:12:59
Speaker
Und ich habe ganz viel mit jungen Menschen, mit Auszubildenden und Studierenden gearbeitet.
00:13:04
Speaker
Und kann mich an eine Auszubildende erinnern, die war dann keine Auszubildende mehr, die war dann schon in der Abteilung und ich bin da irgendwie durchs Unternehmen, ich habe sie zwei-, dreimal beobachtet.
00:13:15
Speaker
Und habe sie angerufen und habe gesagt, ich würde gerne mit ihr reden.
00:13:18
Speaker
Sie muss nicht.
00:13:19
Speaker
Es gibt kein Thema, aber ich würde gerne mit ihr reden.
00:13:21
Speaker
Und dann war ich eine in ihrem privaten und beruflichen Umfeld die Einzige, die was gesagt hat.
00:13:28
Speaker
Und sie sich dann Hilfe geholt hat.
00:13:30
Speaker
Und ich glaube, es ist super schwierig, wenn wir das beobachten.
00:13:37
Speaker
Mhm.
00:13:38
Speaker
Und ich glaube, ich sehe es nicht.
00:13:39
Speaker
Wenn ich meine Mitarbeitenden oder Kolleginnen einfach nie sehe, dann kann ich als empathischer Moment gar nicht mehr so wirken, wie ich eigentlich wirken könnte, wenn ich ein Gefühl für die Menschen bekomme.
00:13:51
Speaker
Und ich glaube, das macht die Situation auch noch komplexer.
00:13:55
Speaker
Weil wenn ich schon so Anzeichen habe, glaube ich, von Bernhard oder mir geht es nicht gut, dann ziehe ich mich ja automatisch zurück und ich gehe automatisch vielleicht mehr ins Homeoffice.
00:14:03
Speaker
Also ich glaube, dass wir da...
00:14:06
Speaker
auch mit diesem ganzen modernen Arbeiten für diese psychologischen Aspekte eine schlechte Entwicklung machen.

Rolle der Kamera in Meetings

00:14:13
Speaker
Ja, das ist halt wieder das eigene Vorleben.
00:14:14
Speaker
Also ich treffe ja, ich meine, bei uns läuft ja auch alles über Teams.
00:14:18
Speaker
Wir haben ja auch über Teams telefoniert.
00:14:20
Speaker
Und ich habe immer meine Kamera an.
00:14:23
Speaker
Und das ist für ganz viele Menschen total strange, weil ich sitze da auch einfach mal mit fettigen Haaren und den Zopf oben als Discopalme und habe vielleicht irgendeinen Schlapperpulli an.
00:14:30
Speaker
Gut, das mache ich jetzt nicht im Kundenbesuch, aber ich zeige mich halt so, wie ich bin.
00:14:35
Speaker
Und bin dadurch eine Einladung und auch für andere Führungskräfte.
00:14:38
Speaker
Und ich sage halt, in jedem Meeting, wo ich bin, ich lade jeden einen Mensch, ich würde mich freuen, wenn du mir dein Zahnpasta-Lächeln schenkst.
00:14:44
Speaker
Und dann kommt immer so, okay, erstmal, ich muss mal die Kamera machen.
00:14:48
Speaker
Ich bin eigentlich auch kamerascheu.
00:14:49
Speaker
Guckt dir das nicht als Regel?
00:14:50
Speaker
Nein.
00:14:51
Speaker
Ehrlich?
00:14:52
Speaker
Nee, du kannst es nicht vorschreiben.
00:14:53
Speaker
Ach wirklich, das wusste ich nicht.
00:14:54
Speaker
Ich dachte eigentlich immer, dass es mittlerweile schon so ist, dass du eigentlich als, keine Ahnung, informelle zumindest Regel in einem Unternehmen sagst, dass die Leute die Kamera einschalten.
00:15:05
Speaker
Du kannst die Einladung aussprechen, du kannst Vorbild sein und du kannst motivieren, das zu tun.
00:15:11
Speaker
Du kannst aber niemanden zwingen.
00:15:12
Speaker
Ach witzig, ja.
00:15:13
Speaker
Naja, gut.
00:15:14
Speaker
Aber das ist aber auch trotzdem, du kannst auch im Homeoffice, wenn du die Kamera an hast, du siehst ja die Menschen.
00:15:18
Speaker
Ja.
00:15:19
Speaker
Man guckt sich ja in die Augen, man sieht ja irgendwie, man kann auch fühlen, das ist ja auch empathisch sein.
00:15:23
Speaker
Aber viel schlimmer finde ich, dass man im Unternehmen live vor Ort ist und man sieht die Menschen und man sieht sie doch nicht.
00:15:29
Speaker
Ja, das hast du auch recht.
00:15:30
Speaker
Das finde ich eigentlich fast noch viel schlimmer.
00:15:31
Speaker
Ja, das kann ja, ist ja im Grunde genommen passiert es ja auch.
00:15:35
Speaker
Ständig.
00:15:35
Speaker
Ja, ja.
00:15:38
Speaker
Was denkst

Coaching und emotionale Intelligenz

00:15:40
Speaker
du?
00:15:40
Speaker
Also ich meine, wir waren jetzt noch gar nicht bei dem Punkt.
00:15:42
Speaker
Also ich meine, klar, du hast einmal die Rolle im Unternehmen, aber du begleitest auch Menschen.
00:15:47
Speaker
Ja.
00:15:47
Speaker
Und bist in deiner zweiten Rolle quasi selbstständig als Coachin.
00:15:52
Speaker
Mentor und Coachin.
00:15:53
Speaker
Mentorin und Coachin.
00:15:56
Speaker
Mit welchen Menschen arbeitest du da?
00:15:57
Speaker
Oder was können wir uns da vorstellen, was so dein Fokus ist?
00:16:00
Speaker
Das ist völlig unterschiedlich.
00:16:01
Speaker
Also ich habe Menschen, die wirklich mit privaten Problemen zu mir kommen.
00:16:04
Speaker
Ich habe jetzt gerade aktuell eine Coaching-Klientin, die zum Beispiel nach einem Krebsleiden zu mir kommt.
00:16:09
Speaker
Ich habe aber auch Menschen, die aus dem Business kommen, also die ja wirklich im Businessalltag nicht mehr klarkommen, die sich nicht gesehen fühlen, keine Wertschätzung bekommen, halt kurz vorm Burnout eigentlich stehen.
00:16:18
Speaker
Das ist eigentlich so, was ich im Privaten am meisten tun und in Firmentechnisch halt wirklich die Themen Teamführung, Teamworkshops.
00:16:25
Speaker
Ich liebe Emotional Intelligence.
00:16:27
Speaker
Ich liebe meinen Workshop, den ich da mache.
00:16:29
Speaker
Ja.
00:16:29
Speaker
Sag mal, was machst du da?
00:16:32
Speaker
Emotional Intelligence, das ist ein Acht-Stunden-Workshop.
00:16:35
Speaker
Danach gehen die meisten bei Menschen sehr müde nach Hause.
00:16:38
Speaker
Ja, das glaube ich.
00:16:39
Speaker
Das ist aber bei meinen Workshops auch so, weil bei meinen muss man immer so viel arbeiten.
00:16:43
Speaker
Was mache ich in so einem Workshop?
00:16:45
Speaker
Ich spreche mich immer vor den Führungskräften ab.
00:16:47
Speaker
Ich sage ihnen nie ganz klar, was ich in dem Workshop mache, weil auch sie sollen Teilnehmer sein und dürfen sich überraschen lassen und dürfen sich nicht nach außen stellen.
00:16:55
Speaker
Deswegen ist es mir ganz wichtig, das immer nicht so alles zu verraten und auch nicht meinen ganzen Werkzeugkoffer aufzumachen und zu sagen, hier sind alle meine Werkzeuge.
00:17:01
Speaker
Ich finde, man muss auch manchmal spontan sein.
00:17:03
Speaker
Also ich bin manchmal spontan und dann merke ich so, ah nee, das mache ich jetzt so.
00:17:09
Speaker
Ja, und da sind solche Themen drin wie auch, ich mag GFK nicht, aber ich mag Radical Candor.
00:17:14
Speaker
Kennst du das?
00:17:14
Speaker
Sagt dir das was?
00:17:15
Speaker
Radical Candle?
00:17:16
Speaker
Nein.
00:17:16
Speaker
Nach Kim Scott?
00:17:17
Speaker
Nein.
00:17:18
Speaker
Das ist nach Quadranten, musst du ja aufschreiben.
00:17:21
Speaker
Du musst es kurz aufschreiben, aber red ruhig weiter.
00:17:23
Speaker
Sie hat das aufgeteilt in vier Quadranten, die Kommunikation und zwar an diese schädliche Empathie, in aggressive Offenheit, manipulative Unaufrichtigkeit und radikale Ehrlichkeit.
00:17:33
Speaker
Nein, radikale Ehrlichkeit ist kein Mensch.
00:17:50
Speaker
im Herz verbunden, wohlwollend miteinander zu sein und halt aber halt ein Feedback zu geben und Kritik zu geben und das können die meisten nicht und ich habe sehr sehr viele Menschen kennengelernt, die einfach maximal in schädlicher Empathie leben.
00:18:03
Speaker
Also das sind die zu allem Ja und Arm sagen und Ja, aber eigentlich Nein haben, also die keine Grenzen kennen, also die ihre Grenzen ständig und dauerhaft überschreiten.
00:18:11
Speaker
Und es ist spannend, wenn man dann so eine Relical Candle-Übung mit mal so einem ganzen Team macht und sich die Leute auch so einordnen müssen.
00:18:16
Speaker
Dann packe ich so in die Ecken, jetzt verrate ich so ein bisschen was hier, packe ich in die Ecken so die vier Quadranten und dann sollen die Leute sich selber so einschätzen.
00:18:23
Speaker
Und dann teilen sich die Leute so auf und dann siehst du auf einmal im Raum,
00:18:28
Speaker
wer sich so wo sieht.
00:18:30
Speaker
Und das ist total spannend.
00:18:31
Speaker
Und stellen sich die auch so, wie sie wirklich sind?
00:18:34
Speaker
Meistens, ja.
00:18:35
Speaker
Oder wie sie tatsächlich wahrgenommen wollen werden?
00:18:39
Speaker
Ja, ich weiß, was du meinst.
00:18:41
Speaker
Wollen werden würden.
00:18:42
Speaker
Also wie sie gerne wahrgenommen werden wollen.
00:18:45
Speaker
Ja, so rum.
00:18:48
Speaker
Ich glaube, ich mache die Übung meistens erst mal im späteren Teil, weil dann kann ich vor, so relativ gut aus den anderen Übungen, die dann so laufen, ganz gut einschätzen, wer sich da jetzt mal so ein bisschen
00:18:58
Speaker
Und ich gebe auch vorher keine große Einführung.
00:19:00
Speaker
Aber es ist für das Team total spannend zu entscheiden.
00:19:02
Speaker
Auf einmal merken sie, hey, wir haben hier 60 Prozent des Teams stehen in der schädlichen Empathie.
00:19:08
Speaker
Einer steht in der aggressiven Offenheit.
00:19:09
Speaker
Das ist der, der immer so.
00:19:11
Speaker
Der Chef.
00:19:12
Speaker
Genau.
00:19:13
Speaker
Dann findest du vielleicht ein, zwei, das ist mal ein bisschen unangehend, in der manipulativen Unaufrichtigkeit.
00:19:19
Speaker
Echt, da stellen sich auch Leute hin.
00:19:20
Speaker
Ja, es ist selten, aber es gibt so Menschen, die können das.
00:19:22
Speaker
Wow.
00:19:23
Speaker
Ja, finde ich auch mal ganz spannend.
00:19:25
Speaker
Und dann stehen die da in diesem Raum und nehmen das zum ersten Mal eine wirkliche Teamstruktur wahr.
00:19:29
Speaker
Ja.

Radical Candor für bessere Teamkommunikation

00:19:30
Speaker
Ich meine, das DISS-Modell kennt ja jeder, diese Einstufungen.
00:19:32
Speaker
Ja, es gibt ja auch.
00:19:33
Speaker
Ja, oder auch irgendwie Teamrollen nach Belbin oder wie auch immer.
00:19:37
Speaker
Es gibt ja hundert Dinge.
00:19:40
Speaker
Im Grunde genommen geht es ja nur darum, sich mal irgendwie radikal vor das Gesicht zu halten.
00:19:45
Speaker
Wer sind wir eigentlich gerade?
00:19:46
Speaker
Genau, aber dann ist es immer noch nicht nachhaltig, weil jetzt stecken sie in der Schublade und jetzt?
00:19:51
Speaker
Und wenn du dann mit Ready Care Candle übst und auf einmal du im Raum wahrnimmst, wie viele schädliche Empathen da drin sind, das ist bei allem immer so, oh, jetzt wird uns einiges klar.
00:20:02
Speaker
Das ist so ein Teil davon.
00:20:04
Speaker
Das ist super spannend.
00:20:05
Speaker
Ich finde auch über dieses Thema Kommunikation oder wie gehen wir miteinander um, da kann man ganz viel lernen und
00:20:13
Speaker
Im Grunde genommen geht es auch darum zu sagen, ich muss mich mit mir selber beschäftigen und jeder Einzelne muss so ein bisschen was über sich selber herausfinden, damit wir am Ende sagen können, okay, wie können wir miteinander umgehen.
00:20:23
Speaker
Also das ist ja im Grunde genommen auch das Konzept von einer ehrlichen Verbindung zueinander.
00:20:28
Speaker
Aber was ist denn ehrliche Verbindung?
00:20:29
Speaker
Ich meine, es gibt ja immer dieses schöne Wort Selbstreflektion.
00:20:32
Speaker
Wenn jemand sehr gut selbstreflektiert ist...
00:20:36
Speaker
Ja, natürlich musst du reflektieren können, aber ich glaube, was ich unter diesem Thema ehrliche Verbindung schon sehe, ist wirklich jemand anderen mal kennenlernen zu wollen und verstehen zu wollen.
00:20:51
Speaker
Also wirklich darüber hinaus nochmal fragen zu wollen, warum machst du das jetzt so und
00:20:56
Speaker
aha, okay, vielleicht auch, wie bist du aufgewachsen?
00:21:00
Speaker
Und das vielleicht auch mal zu verstehen, warum jemand Entscheidungen trifft, wie er sie trifft sozusagen.
00:21:05
Speaker
Und nicht nur auch mal, wenn jemand sagt, mir geht es nicht gut, dann auch mal da sein zu können.
00:21:12
Speaker
Ich glaube, das ist so ein, auch aushalten können, ist, glaube ich, ein großer Punkt davon.
00:21:17
Speaker
Und das haben wir in der Führung nicht aushalten können, dass einem wieder jemand mal sagt, nee, ich finde es blöd oder ausreichend.
00:21:24
Speaker
Ich habe jetzt jemanden gehabt im Coaching, der gesagt hat, ich habe dann irgendwie weinen müssen und dann hat die Führungskraft super negativ natürlich reagiert, weil macht man nicht und man muss stark sein.
00:21:34
Speaker
So wie man halt sein muss als Führung.
00:21:36
Speaker
Wir haben nichts zu suchen hier am Arbeitsplatz.
00:21:38
Speaker
Und
00:21:40
Speaker
Dann aber auch mal, also ehrliche Verbindung bedeutet, ich halte das aus.

Raum für Emotionen in der Führung

00:21:44
Speaker
Das ist okay für mich.
00:21:45
Speaker
Ich halte das einfach mal aus, dass du jetzt weinst und dir es nicht gut geht.
00:21:48
Speaker
Können sie aber nicht.
00:21:49
Speaker
Können die meisten nicht.
00:21:49
Speaker
Oder ich weine mal mit.
00:21:51
Speaker
Also das ist mein Problem.
00:21:52
Speaker
Ich würde immer mitweinen, aber es ist eigentlich gar nicht schlimm.
00:21:55
Speaker
Und ehrliche Verbindung ist, glaube ich, mehr als sich selber zu reflektieren, sondern wirklich zu sagen, ich will mich auch mal auf den anderen einlassen.
00:22:02
Speaker
Ich bin interessiert an dem anderen.
00:22:04
Speaker
Also was ich zum Beispiel gerne mache, ich meine, ich bin ein sehr gefühlvoller Mensch und habe auch Emotionen, weil ich habe auch ein Ego.
00:22:10
Speaker
Das heißt übrigens Wednesday.
00:22:13
Speaker
Auch in so einem Meeting, wenn ich mal überfordert bin, wenn bei mir zum Beispiel tausend Tabs offen sind, ich bin völlig gaga in der Birne, es ging alles schnell und es war zu viel und mich nervt irgendjemand.
00:22:21
Speaker
Und wenn ich wütend werde, ich werde nicht so ein Mensch, der unbedingt laut wird, aber bei mir rollen dann mal gerne auch die Tränchen.
00:22:28
Speaker
Und dann mitten im Meeting, weißt du, so...
00:22:30
Speaker
Und alle so, hm, am liebsten übergehen.
00:22:31
Speaker
Und ich sage dann, nee, stopp, ich erkläre euch jetzt ganz genau, warum ich weine.
00:22:34
Speaker
Ich bin eigentlich gerade stinkwütend, ich bin genervt, ich bin überreizt.
00:22:38
Speaker
Und bevor ich euch jetzt anbrülle oder mit der Tür schlage, kullern jetzt einfach mal energetisch ein paar Tränchen.
00:22:43
Speaker
Könnt ihr damit leben?
00:22:45
Speaker
Am Anfang passiert natürlich erstmal maximale Überforderung.
00:22:47
Speaker
Aber ich finde, je öfters ich das jetzt in meinem Leben schon im Business, also wirklich im Business-Alltag gemacht habe, die Leute verstehen das viel mehr und öffnen sich auf einmal.
00:22:56
Speaker
Ja, voll.
00:22:58
Speaker
Und ich glaube, das ist auch das Entscheidende, dass die Leute sind vorsichtig im Business-Kontext noch mehr.
00:23:06
Speaker
Und je mehr du es schaffst, dich zu öffnen, desto mehr öffnen sich die auch dir gegenüber, weil sie einfach vorsichtig sind, weil sie Erfahrungen gemacht haben.
00:23:15
Speaker
Oder gelernt haben, hey, du musst perfekt sein.
00:23:17
Speaker
Also im Business-Kontext, sei hart.
00:23:21
Speaker
Du musst es schaffen.
00:23:21
Speaker
Keine Schwäche zeigen.
00:23:23
Speaker
Zieh das durch.
00:23:24
Speaker
Und wenn dann du aber eine Führungskraft hast, die dann halt mal sagt, heute geht es mir echt schlecht, das und das ist passiert, dann denkst du dir so, ah, okay.
00:23:34
Speaker
Das könnte ich ja dann auch mal machen.

Diskrepanz zwischen Idealen und Praxis

00:23:36
Speaker
Das Problem ist nur, dass dann diese Führungskraft meistens der Goldfisch im Haifischbecken ist.
00:23:40
Speaker
Ja, das ist das Problem.
00:23:41
Speaker
Ja, das ist halt das große Problem.
00:23:43
Speaker
Und auch, ich glaube, es ist auch immer so eine Erwartungshaltung dann an Führungskräfte von anderen Führungskräften oder von diesem Management-Team, wie man zu sein hat auch.
00:23:55
Speaker
Ich frage Menschen gerne, was erwartest du denn von mir?
00:23:57
Speaker
Ja, auch gut.
00:23:58
Speaker
Wie hättest du mich denn gerne?
00:23:59
Speaker
Ja, auch gut.
00:24:00
Speaker
Und ich merke das, also der Toni hat ja mal, bevor wir uns selbstständig gemacht haben, hat er einen Job gesucht.
00:24:06
Speaker
Er war ja damals auch Führungskraft und bei allen Gesprächen immer wieder hat er halt beschrieben, wie er führt und was er da so macht und dass er halt, ja, wie er anfängt.
00:24:18
Speaker
Er lässt sich erstmal auf die Leute ein und will mit denen in Kontakt treten und dann guckt er einfach mal und er will eine Verbindung aufbauen und er führt eigentlich eher über...
00:24:27
Speaker
Und Emotionen, weiß ich jetzt nicht, ob das der richtige Begriff ist, aber halt empathisch und wohlwollend und will sie halt entwickeln und hat auch so einen Leitsatz, wer ersetzt mich zukünftig in meinem Job?
00:24:40
Speaker
Also dass er sagt, ja, ich entwickle die halt, weil irgendwann macht halt dann halt irgendjemand meinen Job und ich mache irgendwas anderes oder habe eine andere Rolle.
00:24:47
Speaker
Ja.
00:24:49
Speaker
Und da ist der wirklich, also es gab kein Unternehmen, wo das gepasst hat.
00:24:55
Speaker
Und die alle dann gesagt haben, ja, wir brauchen mal einen Hardliner.
00:24:58
Speaker
Und hat gesagt, ich treffe schon Entscheidungen.
00:25:00
Speaker
Es ist nicht so, dass ich nicht Entscheidungen treffe.
00:25:02
Speaker
Aber ich treffe sie anders.
00:25:03
Speaker
Aber ich überlege mir das gut und überlege mir, welche Optionen haben wir.
00:25:07
Speaker
Und meine erste Wahl ist nicht, dass Menschen davon halt einen Schaden nehmen.
00:25:11
Speaker
Aber Hardliner heißt ja jetzt anscheinend, wir mähen über die Menschen drüber, um ein Ziel zu kommen.
00:25:19
Speaker
Ja, und das finde ich schon spannend eigentlich, dass wir aber dann trotzdem, wenn wir auf die Seiten der Unternehmen gucken, schreiben alle, ja, wir sind wertschätzend, wir sind auf Augenhöhe und wir mögen uns alle.
00:25:30
Speaker
Und abgesehen davon haben wir ganz tolle Führungsgräfte.
00:25:38
Speaker
Ja, gut.
00:25:40
Speaker
Wir schweifen schon wieder ab, ne?
00:25:41
Speaker
Macht nix.
00:25:42
Speaker
Aber ich glaube, du wolltest darauf hinaus, weil ich finde, das, was du jetzt gerade erzählt hast, von Toni, glaube ich, das hat für mich was mit Human Intelligence zu tun.
00:25:50
Speaker
Ja.
00:25:51
Speaker
Ich glaube, darin wolltest du abbiegen, oder?

Zukünftige Fähigkeiten und Selbstreflexion

00:25:53
Speaker
Ich wollte darin abbiegen, ja.
00:25:54
Speaker
Und zwar, was du denkst, also du hast ja jetzt zwei Rollen eigentlich gerade.
00:25:59
Speaker
Einmal so diese Unternehmensrolle und das ist sicherlich nochmal was anderes als jetzt zum Beispiel diese Coaching-Rolle oder diese Selbstständigkeit.
00:26:09
Speaker
Was glaubst du, was brauchen wir für...
00:26:13
Speaker
Zukunftsfähigkeiten.
00:26:14
Speaker
Also wie komme ich jetzt da zurecht?
00:26:17
Speaker
Weil ich glaube, zum einen sagen wir ja, okay, die Leute müssen jetzt empathischer werden, müssen sich aufeinander einlassen und die Führung muss sich verändern.
00:26:24
Speaker
Und dann bin ich so ein Mensch und dann komme ich in so ein Unternehmen rein und dann auf einmal kriege ich so eine Klatsche wieder.
00:26:29
Speaker
Der sagt dann, na,
00:26:30
Speaker
Nee, nee, nee, nee, so machst du es nicht.
00:26:32
Speaker
Weil ich glaube, der Alltag ist ja auch, also der Alltag in Unternehmen oder in den Strukturen, in denen wir uns bewegen, der ist ja noch nicht so, wie wir es uns vorstellen.
00:26:41
Speaker
Was brauche ich jetzt?
00:26:43
Speaker
Also was soll ich jetzt machen als Mensch?
00:26:45
Speaker
Ich glaube, ich könnte jetzt so typischen klassischen Sachen wie Selbstreflexion, buch dir ein Coaching, geh zum Therapeuten, mach ein bisschen Yoga, koch dir einen Matcha-Tee.
00:26:54
Speaker
Ich mag Matcha nicht.
00:26:55
Speaker
Ich auch nicht.
00:26:56
Speaker
Meditiere fünfmal am Tag, zünde dir eine Problemkerze an und trinke ein bisschen Gurkenwasser dazu.
00:27:00
Speaker
Also das ist so, sag ich mal, das, was ja auf dieser Welt da draußen so einem immer irgendwie mitgeteilt wird, dass wenn man ein bisschen Yoga macht, ein bisschen Meditation, ein bisschen Selbstreflexion, so ein Glückstagebuch führt, dann geht's einem gut.
00:27:10
Speaker
Ist es aber nicht.
00:27:11
Speaker
Es ist ein harter, langer Weg, weil wir haben ja, sag ich mal, ich bin jetzt 46, 47, wollte mich schon jünger machen, siehste?
00:27:17
Speaker
Ich auch.
00:27:19
Speaker
Wir sind ja konditioniert.
00:27:21
Speaker
Wir haben es ja nie gelernt.
00:27:21
Speaker
Wir hatten kein Schulfach, das Empathie heißt oder Selbstreflexion oder Achtsamkeit oder sonst irgendwas.
00:27:26
Speaker
Sondern wir sind ja trainiert von unseren Eltern, von unserem sozialen Umfeld, von Schule, von Studium, von Ausbildung, Freundschaften etc.
00:27:33
Speaker
Blablabla.
00:27:34
Speaker
So und da hast du das alles schon gerade beschrieben.
00:27:36
Speaker
Wir sind konditioniert auf Effizienz, Effektivität, Optimierungswahnsinn.
00:27:40
Speaker
Wir müssen besser werden, wir müssen schneller werden, wir müssen weiterkommen, wir müssen mehr Geld verdienen.
00:27:45
Speaker
Immer mehr, mehr, mehr, mehr.
00:27:46
Speaker
Ja, ja.
00:27:47
Speaker
Und klar, wenn wir Menschen nicht dafür gedacht wären, mehr zu machen, dann wären wir nie aus der Höhle raus, wenn wir es vorher nicht gefunden hätten.
00:27:52
Speaker
Ja, das ist schon mal richtig.
00:27:54
Speaker
Also wir sind dafür da.
00:27:55
Speaker
Eine gewisse Performance brauchen wir schon.
00:27:57
Speaker
Eine gewisse Performance, aber die kann sich ja auch nur bilden, also ich sag mal, richtige gute Kompetenz und Performance kann sich nur bilden, wenn ich weiß, wer ich bin.
00:28:04
Speaker
Und was ich kann, wenn man mir den Raum lässt, mich zu entwickeln.
00:28:09
Speaker
Und das kann man nicht, indem man einmal kurz ein halbes Jahr lang Yoga gemacht hat oder einmal ein Wochenendseminar gemacht hat bei VHS für Achtsamkeit.
00:28:20
Speaker
Das sind gute Ansätze.
00:28:21
Speaker
Um Gottes Willen, ich will das nicht verteufeln, aber es ist ein Weg.
00:28:24
Speaker
Und auf diesem Weg begegnen uns ganz viele Menschen und ganz viele Möglichkeiten.
00:28:28
Speaker
Und wir dürfen den Mut nicht verlieren, uns immer weiterzubilden, immer weiterzuentwickeln,
00:28:32
Speaker
Und nicht da rauszufallen und immer wieder zurückzufallen.
00:28:35
Speaker
Jetzt habe ich schon wieder so einen Kurs geboot, es hat schon wieder nichts gebracht.
00:28:38
Speaker
Nein, weitermachen.
00:28:40
Speaker
Und natürlich sage ich, Selbstreflexion ist eines der wichtigsten Themen.
00:28:43
Speaker
Und ich kenne Menschen, die sagen, Anja, wie geht denn Selbstreflexion?
00:28:47
Speaker
Wie geht denn für dich Selbstreflexion?
00:28:51
Speaker
Ich glaube, radikale Ehrlichkeit.
00:28:54
Speaker
Wie machst du Selbstreflexion?
00:28:55
Speaker
Was machst du selber persönlich für dich?

Aufbau authentischer Beziehungen

00:28:59
Speaker
Ich gehe, glaube ich, ganz viel in die Verbindung mit anderen.
00:29:04
Speaker
Also
00:29:05
Speaker
Ich spreche sehr viel im Umfeld und klar meistens mit Freundinnen über Themen und bin da im Austausch.
00:29:13
Speaker
Also ich reflektiere da viel mehr im Austausch und habe tatsächlich sehr gute Verbindungen, weil ich da auch ehrliches Feedback bekomme.
00:29:23
Speaker
Dann bist du einer der glücklichen Menschen, der das bekommt.
00:29:25
Speaker
Ja, ich glaube aber, und das ist so eine Sache, wo andere Leute, mir auch schon Freundinnen, die ich schon lange habe, mal gesagt haben, warum sprechen dich die Leute immer an?
00:29:36
Speaker
Und wenn man mit dir irgendwo hingeht, interessiert sich immer jeder gefühlt nur für dich, so in Anführungszeichen.
00:29:43
Speaker
Und dann habe ich gesagt, naja, das ist glaube ich nicht, also es ist natürlich, ich freue mich auch darüber, solche Verbindungen zu haben, aber es ist glaube ich auch etwas, was eine Einstellungssache ist, weil ich interessiere mich auch, also ich frage auch einfach und interessiere mich da, wie war das und wie ist das?
00:30:02
Speaker
Und wenn du intensiver reinfragst und dich wirklich für Menschen interessiert, dann interessieren sie sich auch für dich und dann ziehst du die auch eher mal an.
00:30:10
Speaker
Es ist jetzt gar nicht mehr so eine Herausforderung, wenn ich irgendwo neu bin, egal was ich jetzt Neues anfange, ob das ein neuer Job war oder Studium oder Coaching-Ausbildung, ich habe
00:30:21
Speaker
immer jemanden gefunden, mit dem ich dann eine super enge Verbindung hatte und intensive, ehrliche Gespräche geführt habe, weil ich halt das mache, weil ich halt frage und weil ich mich darauf einlasse und weil ich aber auch mit den Geschichten und mit den Antworten auch umgehen kann, wenn der jemand solche Dinge erzählt.
00:30:37
Speaker
Und dich wahrscheinlich auch spiegelst, ne?
00:30:39
Speaker
Also dich für dich selbst auch hinterfragst.
00:30:40
Speaker
Mensch, wenn du eine Antwort bekommst, könnte ich, oder jemand anderes erzählt dir und du denkst dir, das kenne ich auch irgendwie, ne?
00:30:46
Speaker
Ja.
00:30:47
Speaker
Also ich kann so in gewissen Situationen und so, dann mache ich so eine Sprachnachricht, erzähle die Geschichte und sage so, liege ich jetzt falsch?
00:30:54
Speaker
Und dann kriege ich halt auch die Antwort, ja, du übertreibst völlig.
00:30:55
Speaker
Mini-Podcast kriegst du dann zurück.
00:30:57
Speaker
Du übertreibst völlig.
00:30:58
Speaker
Du steigerst dich krass rein.
00:31:00
Speaker
Kann es sein, dass du in deinem Zyklus an einem kritischen Punkt bist?
00:31:03
Speaker
Am Moment, ich muss nachgucken.
00:31:04
Speaker
Ah ja, kann sein.
00:31:05
Speaker
Hab mich reingesteigert.
00:31:06
Speaker
Und ich glaube, das ist einfach die Basis.
00:31:09
Speaker
Also ich meine, klar, nicht alle können mit anderen Menschen vielleicht so viel anfangen, aber das ist eine einfache Form.
00:31:15
Speaker
Wenn du wirklich bereit bist, mit anderen in eine Verbindung zu gehen, dann kriegst du auch ein ehrliches Feedback und dann kannst du das...
00:31:22
Speaker
musst es halt auch aushalten können.
00:31:24
Speaker
Das ist das eine.
00:31:25
Speaker
Absolut.
00:31:25
Speaker
Mir geht es genauso.
00:31:27
Speaker
Manche Menschen sagen zu mir, ich habe so eine Präsenz.
00:31:32
Speaker
Ich sage mal, du hast für mich auch so eine natürliche Präsenz.
00:31:34
Speaker
Ich habe auch so vor das Gefühl, als wir telefoniert haben, so, hey Schwester, wir kennen uns schon seit 20 Jahren.
00:31:37
Speaker
Was machst du heute Abend?
00:31:38
Speaker
Gehen wir einen Cocktail schlaufen.
00:31:39
Speaker
Reden wir über unsere Probleme.
00:31:40
Speaker
Ich nenne das so ein bisschen natürliche
00:31:43
Speaker
Intuition, natürliche Präsenz.
00:31:45
Speaker
Aber was machen wir, wenn wir solche Menschen nicht haben?
00:31:49
Speaker
Aber ich habe schon das Gefühl, die kann man auch, wenn man das hat, aus der Reserve locken.
00:31:54
Speaker
Manche ja, manche nein.
00:31:55
Speaker
Manchmal muss man lange suchen, glaube ich.
00:31:58
Speaker
Also ich persönlich, ich bin ganz demütig und dankbar für ganz tolle Menschen in meinem Leben, mit denen ich mich auf den unterschiedlichsten Ebenen austauschen kann darüber und die mir auch ehrlich Feedback

Selbstreflexion und persönliche Auslöser

00:32:07
Speaker
geben.
00:32:07
Speaker
Aber wenn ich mal zum Beispiel niemanden zu greifen bekomme oder ich auch gerade mal keine Lust habe, mich mit irgendjemandem auszutauschen, ich frage mich halt zum Beispiel, welche Rollen bediene ich denn gerade eigentlich schon wieder in meinem Leben?
00:32:16
Speaker
Ja.
00:32:17
Speaker
Also wer bin ich?
00:32:17
Speaker
Also für mich, meine Lieblingsfragen in meinem Leben sind wirklich, wer bin ich?
00:32:22
Speaker
Welche Rollen lebe ich?
00:32:23
Speaker
Und wer bin ich eigentlich ohne diese Rollen?
00:32:26
Speaker
Und wer möchte ich eigentlich sein?
00:32:28
Speaker
Und da gibt es ja ganz, ganz viele Ansätze, in die man noch viel, viel tiefer eintauchen kann.
00:32:32
Speaker
Zum Beispiel halt auch im Coaching.
00:32:33
Speaker
Ja, ich finde auch wichtig und das ist vielleicht auch nochmal so ein Punkt, ich umgebe mich auch nur mit Menschen, mit denen ich mich gerne umgeben möchte.
00:32:42
Speaker
Und ich glaube, das ist für viele Menschen, die tun sich schwer.
00:32:45
Speaker
Das ist ja eben dieses, ich weiß nicht, wie dieses Feld jetzt hieß.
00:32:48
Speaker
Field of Stars oder was meinst du?
00:32:50
Speaker
Ja, was du vorher mit dem von Kim Scott... Radical Candle, ja.
00:32:54
Speaker
Also schädliche Empathie, aggressive Offenheit, manipulative Unaufrichtigkeit.
00:32:57
Speaker
Ich glaube, es ist diese schädliche Empathie im Endeffekt nicht zu sagen, hey, ich hab da jetzt heute keinen Bock drauf.
00:33:03
Speaker
Also auch zu sagen, erstens mal, ich möchte heute Abend irgendwie vielleicht nichts machen.
00:33:08
Speaker
Oder auch zu merken, wenn ein Menschen...
00:33:10
Speaker
gar nicht mehr so richtig gut tun und man trotzdem in dieser Verbindung bleibt, aber halt nur Negatives aus dieser Verbindung zieht.
00:33:17
Speaker
Das bin ich zum Beispiel nicht.
00:33:18
Speaker
Also ich würde jetzt nie, ich habe noch nie jemandem gesagt, mit dir bin ich jetzt nicht mehr befreundet.
00:33:22
Speaker
Aber ich lasse es halt zum Beispiel auslaufen, weil ich sage, ja, ich gebe mich doch nur mit Menschen, wo ich merke, okay, das passt und man will irgendwie das Gleiche.
00:33:31
Speaker
Man will sich gemeinsam weiterentwickeln.
00:33:33
Speaker
Das geht vielleicht im privaten Umfeld ganz gut, aber im Job geht es halt meistens nicht so gut.
00:33:39
Speaker
Und wie gehe ich dann damit um?
00:33:41
Speaker
Ich finde, solche Felder ja gerade reizend.
00:33:43
Speaker
Wenn ich mit dem Mensch nicht so auf einer Schwingung bin, dann gucke ich da genauer hin, weil dann hinterfrage ich lieber mich selbst.
00:33:49
Speaker
Warum triggert mich das denn eigentlich so?
00:33:51
Speaker
Was triggert mich an dem Kerl oder an der Frau so, dass ich jedes Mal im Meeting denke, Alter.
00:33:57
Speaker
Oder bei der E-Mail schon denkst du, oh Gott.
00:33:59
Speaker
Wenn du den Namen schon liest, denkst du, oh Gott.
00:34:02
Speaker
Aber ich habe aufgehört, ständig immer im Außen zu suchen.
00:34:06
Speaker
Und das hat für mich auch ganz viel mit Humild Intelligence zu tun.
00:34:09
Speaker
Immer nur im Außen zu suchen, warum etwas nicht funktioniert, warum der andere doof ist.
00:34:12
Speaker
Warum etwas...
00:34:13
Speaker
Sondern ich gucke immer gerne erstmal auch wirklich in meine Richtung und frage mich, warum triggert mich das?
00:34:18
Speaker
Welche Rolle bedient das?
00:34:20
Speaker
Warum tanzt mein Ego jetzt gerade wieder ein Stepptanz da oben in der Birne?
00:34:23
Speaker
Oder trifft es die alte Nabel von, ich will gesehen werden?
00:34:26
Speaker
Und das nimmt sofort meistens jegliches Feuer raus.
00:34:30
Speaker
Das ist auch, glaube ich, das Entscheidende bei einer Situation.
00:34:32
Speaker
Das habe ich dann auch irgendwann angefangen zu machen, wenn ich gemerkt habe, es gibt so Reaktionen auf gewisse Menschen, wie du es auch beschreibst.
00:34:40
Speaker
Und dann frage ich mich immer so, Moment, liegt es an der Person oder liegt es an der Sache?
00:34:46
Speaker
Dann stelle ich mir vor, wie eine ganz tolle, nette Person mich genau das Gleiche fragt und was ich antworten würde.
00:34:52
Speaker
Und dann weiß ich, oh, es liegt also an der Person.
00:34:56
Speaker
Und dann würde ich das nochmal revidieren, was ich jetzt gerade schon eingetippt habe in die E-Mail.
00:35:01
Speaker
Aber das ist einfach viel Arbeit.
00:35:03
Speaker
Und man muss, glaube ich, Erfahrungen machen und auch auf die Schnauze fallen mit seinen Erfahrungen.
00:35:07
Speaker
Und verstehen, dass es nie aufhört.
00:35:08
Speaker
Ja.
00:35:09
Speaker
Jetzt gehe ich nochmal zurück zu unserem Anfangssatz.

Zukunft als veränderlicher Raum

00:35:13
Speaker
Zukunftskompetenz ist eine Superkraft.
00:35:16
Speaker
Und was bedeutet das jetzt?
00:35:17
Speaker
Was muss ich für einen Mut haben?
00:35:18
Speaker
Ja.
00:35:20
Speaker
Also für mich ist immer die erste Frage, was ist denn überhaupt Zukunft?
00:35:22
Speaker
Weil Zukunft ist vorbei.
00:35:25
Speaker
Also definiere Zukunft.
00:35:26
Speaker
Also Zukunft ist für mich kein Moment oder in fünf Jahren an dem Tag zu der Stunde, sondern Zukunft ist für mich ein Raum.
00:35:32
Speaker
Das ist auch für mich, ich komme aus der Strategiearbeit, Menschen beizubringen, zu sagen, hey, Zukunft ist nicht nur das, was in fünf Jahren an der achten Kommastelle steht.
00:35:38
Speaker
Sondern Zukunft ist ein Raum, in dem man sich bewegen kann.
00:35:42
Speaker
Und wenn man verstanden hat, dass das einfach ein Raum ist, der zeitunabhängig ist, also Zeit ist ja auch nur eine Illusion, und sich einfach sagt, hey, ich kann mutig sein.
00:35:53
Speaker
Also mein Lieblingssatz ist, reine Selbstüberschätzung bei absoluter Ahnungslosigkeit.
00:35:58
Speaker
Also wenn ich gar keine Ahnung habe, gehe ich erst recht rein.
00:36:01
Speaker
Was habe ich denn zu verlieren?
00:36:02
Speaker
Wenn mich der Gegenüber nicht mag, hey, sorry, ist ein Problem.
00:36:05
Speaker
Aber da musste ich mich auch erst mal hinentwickeln.
00:36:08
Speaker
Jeder Mensch, da bin ich fest von überzeugt, trägt in sich eine Urwunde.

Neugier und Offenheit im Alltag

00:36:11
Speaker
Und die Urwunde ist, ich möchte gesehen werden, ich möchte geliebt werden, ich möchte anerkannt werden, ich möchte ein Daseinsrecht haben.
00:36:17
Speaker
Und wenn das getriggert wird, egal durch was, beruflich, Beziehung, Narzissten, was weiß ich, keine Ahnung was,
00:36:22
Speaker
dann reagieren wir halt.
00:36:24
Speaker
Und den Mut, jeden Tag sich jeder Situation einfach völlig neugierig zu stellen.
00:36:29
Speaker
Das ist für mich der Mut, den ich brauche jeden Tag.
00:36:33
Speaker
Sehr schön.
00:36:33
Speaker
Wir sind schon am Ende gekommen.
00:36:34
Speaker
Oh, what?
00:36:34
Speaker
Ja.
00:36:37
Speaker
Ich muss mal gucken, ich spicke.
00:36:39
Speaker
Wir sind tatsächlich schon über unserer Zeit.
00:36:42
Speaker
Das sind doch erst fünf Minuten.
00:36:43
Speaker
Ja, fühlt sich so an.
00:36:44
Speaker
Nein.
00:36:45
Speaker
Aber ich glaube, wir brauchen auf jeden Fall noch eine Fortsetzung und steigen da sicherlich noch mal tiefer in das Thema

Abschluss und Ausblick

00:36:52
Speaker
ein.
00:36:52
Speaker
Aber ich fand es echt spannend.
00:36:54
Speaker
Vor allem, ich finde, man hat nicht gemerkt, dass wir uns eigentlich noch gar nicht so richtig kannten, nur aus einer Stunde...
00:37:00
Speaker
Call.
00:37:01
Speaker
Und das ist eigentlich das Schöne daran und ich glaube, das ist das, was Leute auch mitnehmen können, wenn man wirklich sich darauf einlässt, zu sagen, ich gehe in eine Verbindung und ich will mal rausfinden, was steckt so hinter dir, dann braucht es auch nicht viel Zeit.
00:37:14
Speaker
So ist es.
00:37:15
Speaker
Wie in der Zukunft.
00:37:16
Speaker
Mhm.
00:37:16
Speaker
Was ist irrelevant?
00:37:19
Speaker
Zukunft ist immer jetzt und der mutig mich zu.
00:37:22
Speaker
Das ist dieses Zitat.
00:37:23
Speaker
Das ist das Zitat.
00:37:24
Speaker
Und deswegen sind wir wieder da angekommen.
00:37:26
Speaker
Mich schön.
00:37:26
Speaker
Vielen Dank.
00:37:27
Speaker
Ich danke dir.
00:37:28
Speaker
Danke für die Einladung.
00:37:28
Speaker
Ja, gerne.
00:37:30
Speaker
You know.
00:37:30
Speaker
Ja.
00:37:32
Speaker
Ich melde mich wieder.
00:37:33
Speaker
Bitte.
00:37:34
Speaker
Ja, auf jeden Fall.
00:37:36
Speaker
Sehr, sehr gerne.
00:37:37
Speaker
Danke.
00:37:38
Speaker
Vielen Dank für die Einladung.
00:37:41
Speaker
Wie stehst du zu diesem Thema?
00:37:43
Speaker
Schreib es uns gerne in die Kommentare.
00:37:45
Speaker
Ich hoffe, du konntest was für dich mitnehmen und vielleicht sehen wir uns ja mal bei einem unserer Workshops.
00:37:50
Speaker
Bis zum nächsten Mal, deine Karin.