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Stop Changewashing, Start Mindsetting

S3 E11 · ATHEMfrequenz
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27 Plays6 days ago

Wandel ankündigen ist einfach. Wandel leben ist etwas anderes. Robert Puchalla, Managing Director bei arsmedium und Lehrbeauftragter an der TH Nürnberg, kennt beide Seiten: als Berater, der Unternehmen durch Transformationsprozesse begleitet, und als jemand, der selbst früh gelernt hat, was echter Wandel bedeutet – mit 13 Jahren aus Polen ins Allgäu, ohne Sprache, ohne Orientierung.

Im Gespräch mit Karin geht es um die Frage, warum so viele Transformationsprojekte scheitern – und was Führungskultur, kritisches Denken und künstliche Intelligenz damit zu tun haben.

Themen & Kapitelmarken

00:00 Intro & Vorstellung
Robert erzählt, wie ihn ein erster Gang durch einen deutschen Supermarkt 1989 zum Markenfan gemacht hat – und wie daraus eine Karriere in Marketing, Customer Experience und Organisationsentwicklung wurde.

05:00 Wie arsmedium mit Kunden arbeitet
Keine Schema-F-Lösungen, kein Angebot auf Knopfdruck. Stattdessen: viele Fragen, eine Challenge Session und der Versuch, Unternehmen wirklich zu verstehen, bevor etwas empfohlen wird.

12:00 Was Changewashing bedeutet
Transformation ausrufen, teure Berater engagieren, 250 PowerPoint-Charts präsentieren – und dann hoffen, dass es irgendwie klappt. Robert erklärt, warum das scheitert und was stattdessen gebraucht wird.

20:00 Führungskultur als Schlüsselfaktor
Jeder Transformationsprozess steht und fällt mit der Führungskultur. Warum viele Unternehmen gleichzeitig Eigenverantwortung fordern und hierarchisch entscheiden – und was das mit den Mitarbeitenden macht.

29:00 Homeoffice, Nähe und die Kaffeemaschine
Remote-Arbeit macht effizient, kostet aber menschliche Verbindung. Wie Führungskräfte bewusst Räume schaffen können, damit Teams nicht auseinanderdriften.

37:00 Future Skills im KI-Zeitalter
Nicht Programmieren, sondern kritisches Denken. Robert erklärt, warum KI als Wahrscheinlichkeitsmodell verstanden werden muss – und warum das Hinterfragen von KI-Outputs die wichtigste Kompetenz der nächsten Jahre ist.

44:00 Was junge Studierende zeigt
Zu viel Copy-paste, zu wenig Eigendenken. Robert berichtet aus seinen Vorlesungen – und warum er bewusst falsche Aussagen trifft, um kritisches Denken zu trainieren.

50:00 Drei Fragen für jeden Wandel
Was, wenn ich mich nicht verändere? Was, wenn ich tun könnte, was ich will? Was, wenn es richtig gut wird? Roberts Abschluss aus seinem TEDx-Talk – zum Selbstanwenden.

Takeaways aus dieser Folge

  • Changewashing ist keine Strategie. Wer Transformation nur ausruft, verändert nichts.
  • Unternehmenskultur ist kein Soft-Thema – sie entscheidet über Erfolg oder Misserfolg von Projekten.
  • KI ersetzt kein Denken. Sie beschleunigt es – wenn man ihr kritisch begegnet.
  • Führung auf Distanz funktioniert, aber nur mit bewusstem Aufwand für menschliche Verbindung.
  • Wandel beginnt immer beim Einzelnen. Drei ehrliche Fragen können ein guter Anfang sein.

Mehr zu Robert:
https://www.linkedin.com/in/robert-puchalla-50964a5/

Transcript

Einführung in 'Atemfrequenz'

00:00:06
Speaker
Aloha und herzlich willkommen bei Atemfrequenz, dein Podcast, wenn es um Human Intelligence geht.
00:00:13
Speaker
Ich bin Karin von Atem und gemeinsam mit euch begrüße ich jede Woche einen Gast zu dem Thema Human Intelligence.
00:00:21
Speaker
Der Podcast soll euch Inspiration und Motivation geben, vor allem in Zeiten von künstlicher Intelligenz und Digitalisierung.
00:00:28
Speaker
Wir gehen gemeinsam mit der Frage auf den Grund, wo wir Menschen in der Welt noch Platz haben und welche Kompetenzen wir dafür brauchen.
00:00:35
Speaker
Es geht los.
00:00:36
Speaker
Viel Spaß mit der heutigen Folge.

Robert Puhalla: Hintergrund & Rolle

00:00:40
Speaker
Stop Changewashing, Start Mindsetting.
00:00:44
Speaker
Und damit herzlich willkommen, Robert.
00:00:46
Speaker
Vielen, vielen herzlichen Dank.
00:00:47
Speaker
Hast du es erkannt?
00:00:48
Speaker
Ich habe es erkannt, ja.
00:00:49
Speaker
Vielen Dank.
00:00:49
Speaker
Ich weiß nicht, woher du das hast, aber ich weiß auch nicht.
00:00:52
Speaker
Irgendwo war aber zu.
00:00:53
Speaker
Ich habe ganz, ganz hart recherchieren müssen.
00:00:58
Speaker
Für alle, die dich noch nicht kennen und es gibt viele, die dich wahrscheinlich schon kennen, aber erzähl doch mal, wer du bist und was du machst.
00:01:04
Speaker
Ja, Robert Puhalla, mein Name, ich bin einer der Managing Director bei AS Medium, einer großen inhabergeführten Kommunikationsagentur und ich bin für die Bereiche Consulting und Business Development verantwortlich, bin in der Zwischenzeit seit elf Jahren dabei und ja, macht Spaß.
00:01:21
Speaker
Ja, ich habe auch natürlich in der Vorbereitung ein bisschen recherchiert, was du noch alles so machst und wie du da hingekommen bist.
00:01:28
Speaker
Das heißt, du warst davor, dieses Marketingthema, Brand Communication, das zieht sich ja so ein bisschen durch.
00:01:35
Speaker
Das war so von Anfang an auch ein bisschen dein Ding.

Umzug nach Deutschland & Faszination für Marken

00:01:38
Speaker
Ja, sogar schon als Kind.
00:01:40
Speaker
Also meine Geschichte beginnt, also natürlich davor, aber mit 13 Jahren.
00:01:44
Speaker
Ja.
00:01:46
Speaker
In Polen aufgewachsen, als meine Eltern beschlossen haben nach Deutschland zu ziehen 1989.
00:01:50
Speaker
Das heißt mit 13 Jahren der große Change.
00:01:53
Speaker
In Polen im tiefsten Industriegebiet mehr oder weniger eingeschlafen und in einem kleinen Kuhkauf namens Seg im Allgäu aufgewacht.
00:02:02
Speaker
Der erste Schock waren die Kühe auf der Straße.
00:02:04
Speaker
Also es war für mich so, wow, okay, wo bin ich hier gelandet?
00:02:07
Speaker
Und das erste Mal durch den Supermarkt durchgelaufen und dort die ganzen Marken gesehen.
00:02:11
Speaker
Also hatten wir in Polen nicht, also gab es einfach nicht.
00:02:14
Speaker
Es gab nur super wenig.
00:02:15
Speaker
Und ich wie ein Verrückter alles in den Einkaufswagen reingepackt, meine Eltern dahinter alles wieder rausgeladen.
00:02:21
Speaker
Einfach weil ich so geflasht war von der Fülle und von der Menge und seitdem großer Fan von Werbung.

Von Design zu Marketing: Roberts Karriereweg

00:02:28
Speaker
Also jeder ist bei Werbung weggegangen, hat sich was zu essen geholt, ich habe sie aufgesaugt, weil ich es super spannend fand, wie Unternehmen kommunizieren, also wie sie versuchen, Menschen für sich zu aktivieren.
00:02:39
Speaker
Und ja, das hat sich so durchgezogen.
00:02:42
Speaker
Ich habe dann irgendwann gesagt, ich will irgendwas mit Werbung machen.
00:02:45
Speaker
Habe es versucht als Designer, kläglich gescheitert.
00:02:47
Speaker
Dann habe ich gesagt, okay, was machst du?
00:02:49
Speaker
Dann studierst du Marketing.
00:02:50
Speaker
Und dann bin ich nach Coburg nach meinem Abi gegangen, habe dort angefangen Marketing zu studieren an der TH Coburg.
00:02:58
Speaker
Und bin dann hier in Nürnberg gelandet durch ein Praktikum bei Brandtrust, wo ich mich mit dem Thema Marke beschäftigen konnte.
00:03:07
Speaker
War eine super spannende Zeit und habe dort auch meine Diplomarbeit geschrieben zum Thema virales Marketing.
00:03:14
Speaker
Gab es damals noch nicht, das heißt, da kam das Thema Digitalisierung noch dazu.
00:03:18
Speaker
Ja, und seitdem sind es so, ich bezeichne das in der Zwischenzeit als Custom Experience.
00:03:22
Speaker
Das ist so das Thema, eines der Themen, es gibt zwei, das mich umtreibt und vorantreibt.
00:03:28
Speaker
Bin dazu auch Lehrbeauftragter an der TH Nürnberg, hängen geblieben seit 2007, darf eben das Thema Custom Experience lernen.
00:03:36
Speaker
Und ja, hat sich komplett durchgezogen bis heute.
00:03:40
Speaker
Ja, sieht man.
00:03:41
Speaker
Das ist auf jeden Fall ein Thema, was deinen ganzen Lebenslauf begleitet und dich auch begeistert.
00:03:47
Speaker
Bis hin, dass du dieses, nee, es war schon letztes Jahr, mein Gott, die wollte ich sagen, dieses Jahr, letztes Jahr beim TEDxTalk auch natürlich auch über das Thema oder zum Beispiel Teile davon gesprochen hast.
00:03:58
Speaker
Ja.
00:03:59
Speaker
Das war gar nicht das Thema.
00:04:00
Speaker
Das ist das zweite Thema, was mich so

Einfluss von Unternehmenskultur & Führung auf Wandel

00:04:02
Speaker
begleitet.
00:04:02
Speaker
Und da kommt der Spruch auch her.
00:04:05
Speaker
Das Thema Wandel.
00:04:06
Speaker
Also Wandel war schon immer ein Teil meines Lebens, kontinuierlich.
00:04:10
Speaker
Ist bei jedem so übrigens.
00:04:13
Speaker
Wird auch nie weggehen.
00:04:15
Speaker
Und ich habe mich irgendwann mal bei einem riesigen Projekt in meiner ersten Selbstständigkeit gefragt, warum verbrennen Unternehmen so viel Geld für Projekte, die eigentlich relativ schnell abgeschlossen werden können.
00:04:26
Speaker
Und bin dann...
00:04:28
Speaker
Sorry.
00:04:30
Speaker
Bin dann relativ schnell irgendwann zu der Erkenntnis gekommen, dass es an der Unternehmenskultur liegt.
00:04:34
Speaker
Also an den Strukturen, Hierarchien, wer gibt was frei, also wie viele Freiheiten haben die Leute, Sachen zu entscheiden, auch Sachen zu entwickeln.
00:04:43
Speaker
Und habe mich dann sehr stark mit dem Thema beschäftigt.
00:04:45
Speaker
Also welche Wirkung hat die Unternehmenskultur auf den Erfolg des Unternehmens.
00:04:49
Speaker
Und daher kommt dieser Spruch, zu dem ich eben auch den Tätigstock gehalten habe, dieses Stop Changewashing, Start Mindsetting.
00:04:57
Speaker
Und wenn du jetzt euren Arbeitsalltag auch mal oder deinen beschreibst, ich meine, du hast gesagt, ja, ihr seid eigentlich eine nicht klassische Agentur und wir kennen uns jetzt schon ein bisschen, ich weiß, ihr geht Projekte auch so ein bisschen anders an oder so, wie du sie eingehst, ist vielleicht nicht so klassisch, wie man sich das vorstellt.
00:05:14
Speaker
Wie sieht der Alltag aus bei euch im Unternehmen?
00:05:17
Speaker
Wenn ich jetzt als Kunde zu euch komme, wie startet ihr mit mir?
00:05:20
Speaker
Und muss ich mich da mehr öffnen als woanders oder wie läuft es bei euch?

Projektansatz von AS Medium

00:05:26
Speaker
Also idealerweise ja.
00:05:27
Speaker
Fängt erstmal so an, dass wir extrem viele Fragen stellen.
00:05:31
Speaker
Das ist wirklich dieses Verständnis von Marke und auch von den Herausforderungen, von denen Unternehmen stehen, ist extrem wichtig für die weitere Zusammenarbeit.
00:05:39
Speaker
Dabei ist es egal, ob es um das Thema Customer Experience geht oder um das Thema Change oder Unterstützung bei Transformationsprojekten.
00:05:48
Speaker
Denn jedes Unternehmen ist super individuell.
00:05:50
Speaker
Das ist so, was mir meine Erfahrung gezeigt hat.
00:05:52
Speaker
Da bringen halt keine Schemas F, also bringen halt gar nichts, beziehungsweise Schablonen.
00:05:58
Speaker
Ich hasse auch so Beispiele wie, wir wollen wie Amazon werden.
00:06:02
Speaker
Meine erste Antwort ist, ihr seid nicht Amazon, lebt damit.
00:06:05
Speaker
Aber das ist das Erste, dass wir extrem viele Fragen stellen.
00:06:09
Speaker
Das heißt, wir müssen das Unternehmen verstehen.
00:06:11
Speaker
Wir müssen ihre Herausforderungen verstehen und wir müssen natürlich auch verstehen, wie sie dicken.
00:06:15
Speaker
Also wie ist denn die Kultur?
00:06:16
Speaker
Also wie sind so die Freigabeprozesse?
00:06:19
Speaker
Wer entscheidet was wann?
00:06:21
Speaker
Mit wem sprechen wir?
00:06:23
Speaker
Und über diese Fragen machen wir sowas wie eine Challenge Session.
00:06:27
Speaker
Das heißt, wir gehen rein und sprechen über die Herausforderungen mit den Unternehmen und machen so ein bisschen, mein Kollege bezeichnet das immer als so professionelles Impro-Theater,
00:06:37
Speaker
Wo wir unsere Expertise durch die Antworten halt einfach geben.
00:06:40
Speaker
Also wo wir den Unternehmen schon mal so kleine Quick Wins mitgeben können, damit sie ein Gefühl dafür bekommen, wie wir arbeiten, wie wir ticken, wie wir an die Sachen reingehen, was unser Mindset als Unternehmen ist.
00:06:52
Speaker
Ist natürlich super aufwendig.
00:06:54
Speaker
Ist nicht einfach so, dass wir einfach sagen, so jetzt einfach hast du ein Angebot und dann gut ist.
00:06:58
Speaker
Weil wir eben nicht nach diesem Schema F arbeiten.
00:07:01
Speaker
Und das ist nicht einfach, aber zeigt am Ende des Tages den wichtigen Erfolg.
00:07:09
Speaker
Ja, weil du wahrscheinlich auch eher eine nachhaltige Lösung am Ende lieferst.
00:07:13
Speaker
Also ich meine, du kannst ja zu dir kommen und sagen, hey, meine Homepage ist irgendwie uncool.
00:07:17
Speaker
Dann könntest du sagen, ja, dreh hier an dem Schräubchen oder dreh hier an dem Schräubchen und am Ende sieht es vielleicht ein bisschen besser aus.
00:07:24
Speaker
Aber es erreicht trotzdem den Kunden oder die Kundin nicht oder das, was ich damit machen möchte.
00:07:29
Speaker
Genau.
00:07:29
Speaker
Und wenn ich mir dann so einen richtig langen Prozess gebe, mich das Ganze schaffe zu analysieren, dann kommen wir eigentlich auch dahin, dass wir eine Wirkung haben und eine Nachhaltigkeit und dann vielleicht auch ein organisches Wachstum am Ende.
00:07:42
Speaker
Und das ist auch so ein bisschen das, wie wir oder wie ich auch arbeite.
00:07:46
Speaker
Stelle aber auch fest, das ist nicht so einfach.
00:07:49
Speaker
Weil natürlich ist es bei Kommunikation oder Marketing genau das Gleiche wie jetzt mit dem zum Beispiel Führungsthema oder was ich ja auch mache, Organisationsentwicklung und Kulturentwicklung.
00:07:59
Speaker
Da ist natürlich auch immer dieses Thema am Anfang, wer seid ihr eigentlich und wer wollt ihr sein?
00:08:05
Speaker
Ich meine, natürlich können wir einen Workshop zum Thema Führung machen, das ist gar kein Problem, aber wie willst du eigentlich führen?
00:08:11
Speaker
Also wie verstehst du Führung überhaupt?
00:08:13
Speaker
Und was ich in den letzten Jahren feststelle, ich denke, dir geht es da wahrscheinlich genauso,
00:08:20
Speaker
Unternehmen sind viel komplexer geworden.
00:08:24
Speaker
Früher, als wir eine hierarchische Führung hatten oder eine hierarchische Struktur, war das viel einfacher.
00:08:29
Speaker
Es war auch viel einfacher für die Mitarbeiter, weil es war halt einer, der hat gesagt, naja, du läufst halt jetzt geradeaus.
00:08:35
Speaker
Und wenn du gesagt hast, aber links wäre doch auch eine Option.
00:08:39
Speaker
Naja, die Wahrscheinlichkeit war gering, dass wir links laufen, sondern wir laufen geradeaus, weil einer gesagt hat, wir laufen geradeaus.
00:08:44
Speaker
Und heutzutage ist es auch für die Mitarbeitenden, habe ich das Gefühl, super schwierig, weil es heißt, bitte sei eigenverantwortlich, bring deine Ideen ein, aber in der Führung sind

Herausforderungen moderner Führung & Unternehmenskultur

00:08:55
Speaker
wir ganz oft noch sehr hierarchisch und die Führungskraft sagt dann, nee, mach mal nicht so.
00:08:59
Speaker
Ich würde so machen, so machen wir es.
00:09:00
Speaker
Ja.
00:09:00
Speaker
Das heißt, ich habe das Gefühl, viele Unternehmen sind so verwirrt.
00:09:05
Speaker
Es gibt keine klaren Regeln, es gibt keine Strukturen.
00:09:08
Speaker
Es gibt so ein Bild, wie man eigentlich sein möchte, weil alle Unternehmen müssen ja irgendwie modern sein und New Work machen.
00:09:16
Speaker
Und deswegen schreibe ich mir hin, ich mache New Work.
00:09:19
Speaker
Aber eigentlich sind wir es nicht.
00:09:20
Speaker
Deswegen ist auch eins meiner ersten Dinge, wo ich sage,
00:09:23
Speaker
Wenn ihr ein hierarchisches Unternehmen sein wollt, dann seid es doch einfach.
00:09:27
Speaker
Und dann sagt, dass ihr es seid.
00:09:28
Speaker
Es gibt ganz viele Leute, die können damit viel anfangen.
00:09:31
Speaker
Und die wollen bestimmt gerne bei euch arbeiten, weil nicht jeder möchte kreativ sein und alles mitgestalten.
00:09:37
Speaker
Und das finde ich eigentlich so witzig, wenn man heute mit Unternehmen arbeitet, dass das Elementare oft nicht funktioniert, weil sie nicht wissen, wer sie sind und wer sie sein wollen.
00:09:49
Speaker
Plus natürlich dieses lange daran gehalten, sich überhaupt nicht verändern zu wollen oder zu können, wie auch immer und das beschreibt, alles was du beschrieben hast, ist genau dieses Changewashing, was ich ja sage.
00:10:01
Speaker
Am Ende des Tages eine Transformation ausrufen, idealerweise begleitet mit 250 PowerPoint-Charts.
00:10:07
Speaker
Einmal ausgerufen.
00:10:07
Speaker
Und sauteuren Beratern.
00:10:08
Speaker
Genau, sauteuren Beratern, um dann zu sagen, so und jetzt macht halt einfach mal.
00:10:13
Speaker
Das ist Changewashing.
00:10:14
Speaker
Das ist einmal rausgeschrien und dann, naja, werden sie schon alle irgendwie machen.
00:10:19
Speaker
Und das zweite ist, dass sie vergessen, also dass die Welt komplexer wird.
00:10:24
Speaker
Ich meine, deswegen versuchen sie sich auch anzupassen.
00:10:27
Speaker
Dass sie der Komplexität nicht Herr werden und da sprichst du ein sehr wichtiges Thema an, das ist das Thema Leadership.
00:10:32
Speaker
Also dass jeder Transformationsprozess steht und fällt mit der Führungskultur.
00:10:38
Speaker
Und ihr habt ja eigentlich so ein Thema, an dem ihr meistens mit, also die meisten Themen kommen ja mit einem, ich sag mal Marketing-Thema wahrscheinlich zu euch.
00:10:46
Speaker
Zum Teil.
00:10:47
Speaker
Also wie gesagt, wir haben uns ja auf beides, also auf beide Standbeine haben wir uns jetzt aufgestellt.
00:10:50
Speaker
Einerseits ist es alles, was mit dem Thema Marketing oder Customer Experience zu tun hat.
00:10:55
Speaker
Und das zweite Thema ist eben dieser Beratungsansatz-Kontext, wo wir uns eben das gesamte Unternehmen als Individuum anschauen und gucken, an was liegt denn das eigentlich, dass ihr euch nicht transformiert habt.
00:11:08
Speaker
Aber das heißt, bei dem zweiten sind das ja eher Kunden, die schon länger wahrscheinlich mit euch arbeiten, oder?
00:11:14
Speaker
Oder kommen die auch so zu euch und sagen, hey ja, das ist spannend, was ihr da macht, wir würden da gerne mal mehr erfahren.
00:11:19
Speaker
Genau, meistens mit einem Need, also meistens Transformationsprozesse angestoßen, kläglich gescheitert und wissen einfach nicht weiter und auf der anderen Seite wissen sie, dass sie weiterkommen sollen.
00:11:29
Speaker
Dann schauen wir uns das einfach mal an und gucken, an welchem Schräubchen drehen wir eigentlich, ausgehend von eurer jetzigen Herausforderung.
00:11:38
Speaker
Und oft kommt ihr ja wahrscheinlich auch bei dem Thema Führung raus.
00:11:43
Speaker
Und ich weiß nicht, wie es dir geht.
00:11:46
Speaker
Mir geht es oft so, dass wir in den Führungspositionen Menschen haben, die da eigentlich nicht hingehören.
00:11:51
Speaker
Das wird ja von außen wahrscheinlich auch ein Thema sein, was du relativ schnell merkst.
00:11:56
Speaker
Wir haben da in Schlüsselpositionen Personen,
00:11:59
Speaker
Die müssen sich entwickeln.
00:12:02
Speaker
Was ist da so deine Erfahrung?
00:12:05
Speaker
Wie gehen die Unternehmen vor?
00:12:07
Speaker
Sind die bereit, da auch wirklich was zu machen?
00:12:09
Speaker
Oder ist es auch oft so, dass man was macht, aber am Ende verändert sich ja da auch wenig in dieser Position?
00:12:15
Speaker
Heißt nicht, dass man die Leute immer gleich austauschen muss.
00:12:19
Speaker
Ich habe schon das Gefühl, dass viele Leute gar nicht wissen, was Führung bedeutet und wie man es macht.
00:12:24
Speaker
Aber ich habe auch das Gefühl, dass viele Leute in dieser Position sind, die eigentlich das gar nicht machen wollen.
00:12:30
Speaker
Die ganz froh wären, wenn sie wieder rauskommen würden, weil sie sich das gar nicht so vorgestellt haben.
00:12:34
Speaker
Ja, unterschreibe ich.
00:12:35
Speaker
Also wir haben ja das Problem oder die Herausforderung, dass wir in Deutschland nach dem Peterchen im Prinzip ja befördern.
00:12:43
Speaker
Also die Leute sind gut, fachlich sind sie sehr gut.
00:12:46
Speaker
Also wir wollen sie irgendwie halten und sie können fachlich den anderen Leuten was beibringen.
00:12:50
Speaker
Also befördern wir sie.
00:12:51
Speaker
Ohne tatsächlich die Führungsqualitäten zu überprüfen.
00:12:53
Speaker
Also können sie mit Menschen?
00:12:55
Speaker
Wollen sie überhaupt führen?
00:12:57
Speaker
Was du eben gesagt hast, wissen sie, was Führung bedeutet?
00:13:00
Speaker
Also was es bedeutet, Menschen zu führen, mit Menschen zu arbeiten, Menschen auch bewerten zu müssen, weil am Ende des Tages kommt es ja auf sie drauf an, ob Leute da bleiben, ob sie gute Arbeit leisten oder eben nicht.
00:13:11
Speaker
Wie geht man damit um?
00:13:12
Speaker
Das heißt, die meisten Führungskräfte, vor allem bei dem Mitmanagement, also im mittleren Management,
00:13:18
Speaker
sind eben so Leute, die fachlich phänomenal sind, aber die keine Ahnung von Führung haben.
00:13:23
Speaker
Die wissen nicht, wie man Teams führt, wie man sie zusammenhält, wie man mit Menschen arbeitet.
00:13:28
Speaker
Und das ist eine super große Herausforderung.
00:13:30
Speaker
Top-Management sieht da meistens ein bisschen anders aus.

Authentische Kommunikation & Markenwerte

00:13:34
Speaker
Aber zumindest die Erfahrung, die wir mit den Unternehmen haben.
00:13:36
Speaker
Das nehme ich mir auch mit, ja.
00:13:37
Speaker
Die wollen, die sind auch, nicht alle, aber viele veränderungsbereit.
00:13:42
Speaker
Und das ist ja das Spannende, wenn man so einen Transformationsprozess durchläuft, dann muss man immer bei sich selbst anfangen.
00:13:48
Speaker
Also das ist Top-Management, egal wo.
00:13:51
Speaker
Also egal wo, eben vor allem bei dem Thema Führung, musst du immer bei dir selbst anfangen.
00:13:56
Speaker
Wir haben zum Beispiel so eine Leadership-Persona entwickelt mit ein paar Fragen, die jeder Führungskraft für sich selbst dann auch beantworten muss.
00:14:03
Speaker
Jetzt einmal um das Thema Werte und Stärken.
00:14:06
Speaker
Also was zeichnet mich aus?
00:14:07
Speaker
Das sind aber so spannende Fragen wie zum Beispiel, warum mag man mich?
00:14:12
Speaker
Oder auch, warum mag man mich nicht?
00:14:15
Speaker
Ja, spannende Frage.
00:14:17
Speaker
Also sich mal mit den Schwächen und mit der Wirkung, und das ist ja das Wichtigste, wir als Führungskräfte haben immer eine Wirkung auf Menschen, also auf die Mitarbeiter.
00:14:26
Speaker
Das Spannende ist ja, ob wir das wollen oder nicht.
00:14:29
Speaker
Die Menschen orientieren sich immer an uns, an unserem Verhalten.
00:14:33
Speaker
Das ist das erste Mal, wo die Führungskräfte sich mit sich selbst beschäftigen müssen.
00:14:38
Speaker
Und da stellt sich relativ schnell heraus, wer ist bereit dazu und wer nicht.
00:14:43
Speaker
Das ist ja eigentlich schon ein Ansatz, oder da arbeiten wir ja auch jetzt ähnlich mit Kunden.
00:14:49
Speaker
Hat sich das bei euch entwickelt?
00:14:50
Speaker
War das einfach etwas, wo ihr gemerkt habt, okay, unsere, ich meine, früher kannte man ja, wie du auch gesagt hast, so über das klassische Brand Communication, wir haben eine Marke, wir schauen, wie kommunizieren wir das, wie kommen wir bei den Kunden an, so dieses, ich sag mal, das Marketingportfolio.
00:15:05
Speaker
Und
00:15:06
Speaker
Jetzt kenne ich ganz, ganz viele Leute, die eben in dem Bereich Marketing oder auch in der Beratung da tätig sind, wo sich das Geschäftsmodell ja auch weiterentwickelt, so wie bei euch auch.
00:15:16
Speaker
Hat sich das aus dem Need entwickelt oder wie kam es dazu, dass ihr gesagt habt, wir müssen uns da glaube ich oder wir stellen uns da anders auf?
00:15:24
Speaker
Also dazu muss man sagen, das kommt alles aus der Marke heraus.
00:15:28
Speaker
Denn Marke definiert, wer wir sind.
00:15:29
Speaker
Also was die Werte, was unsere Werte angeht, was unsere Vision, was unser Purpose ist.
00:15:35
Speaker
Das kommt alles aus der Marke heraus.
00:15:37
Speaker
Am Ende des Tages geht es darum, diese Werte richtig zu implementieren.
00:15:40
Speaker
Und die schlagen auf alles durch, auf unsere Kommunikation, auf unseren Führungsstil, auf unsere Kultur extrem wichtig.
00:15:48
Speaker
Das heißt, es ist naheliegend zu sagen, wenn wir die Marke richtig implementieren, dass wir uns eben mit diesen Themen dann auch befassen, weil die Marke strahlt ja immer von innen nach außen.
00:16:01
Speaker
Also ich kann da draußen nicht irgendwie erzählen, wie geil wir sind, was für ein tolles Unternehmen wir sind, wenn wir es gar nicht sind.
00:16:06
Speaker
Es hat früher funktioniert, weil diese Transparenz war ja nicht da.
00:16:10
Speaker
Aber jetzt kann jeder nachlesen, wie das Unternehmen tickt und funktioniert.
00:16:14
Speaker
Vor allem, sie merken es relativ schnell.
00:16:16
Speaker
Also viele Unternehmen, glaube ich, halten schon ihr Image noch nach außen hin relativ hoch, witzigerweise.
00:16:23
Speaker
Aber spätestens, wenn man ja mal angefangen hat,
00:16:26
Speaker
dann ist es schnell vorbei.
00:16:28
Speaker
Und früher, glaube ich, haben viele nicht in der Probezeit gekündigt oder so, ohne vielleicht was Neues zu haben.
00:16:34
Speaker
Aber das machen schon viele mittlerweile, wenn dieser Fit nicht da ist von außen und innen.
00:16:41
Speaker
Weil viele stellen ja nach außen hin Dinge da, wo du dir so denkst, bei euch muss es ja echt schön sein.
00:16:46
Speaker
Und dann kommst du rein und denkst dir so, hm,
00:16:50
Speaker
Ja, der Obstkorb steht da, aber der Rest ist irgendwie schwierig.
00:16:55
Speaker
Ja, das ist ja das Spannende.
00:16:57
Speaker
Spätestens da kommt es zu einer Diskrepanz und das schlägt natürlich auch auf die Kunden nieder, weil auch die Kunden können sich über das Unternehmen informieren.
00:17:03
Speaker
Und viele machen es, also vor allem die jüngeren Generationen, die wollen schon wissen, mit wem sie es dann eigentlich als Unternehmen zu tun haben, selbst wenn sie einfach nur Kunden sind.
00:17:11
Speaker
Und wenn du dann nur negative Bewertungen dann auch hast oder du hörst irgendwas,
00:17:16
Speaker
Dann schlägt das schon auf deine Entscheidung nieder.
00:17:21
Speaker
Vor allem, weil du die Wahl hast.
00:17:27
Speaker
99,9% der Produkte der Unternehmen sind austauschbar.

Kultur & Talentbindung in wettbewerbsfähigen Märkten

00:17:29
Speaker
Das heißt, ich muss mir clever überlegen, wie positioniere ich mich.
00:17:32
Speaker
Und das kommt alles aus der Marke heraus.
00:17:34
Speaker
Was sind meine Werte?
00:17:35
Speaker
Wie trete ich nach außen, aber auch nach innen auf?
00:17:37
Speaker
Wo ist da der Match?
00:17:39
Speaker
Überlappt sich das?
00:17:40
Speaker
Werden wir auf allen Ebenen, auch bei Partnern, auch bei allen Leuten, die da draußen über uns hören und uns erleben, schaffen wir ein konsistentes Erlebnis nach innen und außen.
00:17:52
Speaker
Und da schließt sich der Kreis und da siehst du mal das Thema Customer Experience und das andere bezeichne ich immer sehr gerne als Employee Experience.
00:17:59
Speaker
Also welche Erlebnisse erleben mehr oder weniger die Mitarbeiterinnen denn?
00:18:05
Speaker
Und wie kann ich mir jetzt vorstellen, also wie muss ein Unternehmen sein, eurer Meinung nach?
00:18:12
Speaker
Also wo sagt ihr, okay, wenn du jetzt, gibt es so Tipps, die ihr Unternehmen gebt, zu sagen, hey, du musst auf jeden Fall das und das machen, damit du noch Mitarbeitende findest.
00:18:21
Speaker
Weil ich meine, es meckern ja alle über Fachkräftemangel.
00:18:24
Speaker
Also es gibt ja, glaube ich, kein Unternehmen, das nicht sagt, naja, es ist schwierig, jemanden zu finden.
00:18:29
Speaker
Und es ist ja auch gar nicht mal so schwer, finde ich, einen
00:18:34
Speaker
guten Arbeitsplatz zu bieten.
00:18:36
Speaker
Es gibt so ein paar Dinge, die du machen kannst.
00:18:39
Speaker
Gibt es sowas, wo ihr sagt, das empfehlen wir eigentlich immer allen oder vielen, was sie machen, damit die Mitarbeitendenzufriedenheit auch steigt?
00:18:49
Speaker
Also das Wichtigste ist wertekonform zu sein.
00:18:51
Speaker
Also nicht nur die Markenwerte nicht nur an die Wand irgendwie hingeschrieben haben, sondern sich tatsächlich damit zu befassen, was bedeuten diese Werte für mich und wie übersetze ich sie in mein tägliches Doing.
00:19:01
Speaker
Also was heißt das Übersetzen?
00:19:02
Speaker
Da kommt es auch auf die Führungskräfte drauf an.
00:19:05
Speaker
Das Zweite ist ehrlich und authentisch.
00:19:07
Speaker
Das ist das A und O. Also diese Werte ehrlich und authentisch implementieren.
00:19:11
Speaker
Da fängt es an, sich mit sich selbst dann auch zu beschäftigen und zu sagen, wer sind wir eigentlich?
00:19:17
Speaker
Und es gibt nicht die richtige Kultur.
00:19:20
Speaker
Es gibt nur die passende Kultur zu dem, wer ich bin als Unternehmen.
00:19:24
Speaker
Und das ist der erste Schritt, sich wirklich damit zu befassen, wer bin ich als Marke?
00:19:28
Speaker
Und sind die Werte einfach nur dahingeschrieben oder leben wir sie tatsächlich und vor allem leben wir sie vor?
00:19:35
Speaker
Und das kannst du natürlich auch in die gesamte Kommunikation, Kundenaktivierung und so weiter entsprechend noch übersetzen, aber nach innen auch zu implementieren.
00:19:44
Speaker
Leben die Führungskräfte diese Werte vor?
00:19:47
Speaker
Wie leben sie diese vor?
00:19:49
Speaker
Das sind so die ersten Aspekte, die wir uns als erstes anschauen haben.
00:19:53
Speaker
Und jetzt seid ihr ja mit As Medium gerade eben, hast du mir vorher auch schon gesagt, fast 100 Mitarbeitende.
00:19:59
Speaker
Was ja schon richtig viel ist für eine, ich sag mal Agentur, bezeichnet ihr euch gar nicht mehr, oder?
00:20:06
Speaker
Doch, doch, doch.
00:20:07
Speaker
Für eine Agentur.
00:20:09
Speaker
Das ist schon echt viel.
00:20:11
Speaker
Wie schafft ihr das, dass ihr da eine schöne Kultur habt?
00:20:15
Speaker
Also wie geht ihr an diese Themen ran?
00:20:17
Speaker
Man würde ja jetzt immer denken, bei euch müsste es ja echt schön sein, auch dann zu arbeiten, weil ihr beschäftigt euch ja auch viel mit den Kunden damit.
00:20:24
Speaker
Wie sieht es mit euch selber auf?
00:20:26
Speaker
Habt ihr die Zeit, euch da auch mit euch und euren Werten eurer Kultur zu beschäftigen?
00:20:31
Speaker
Und wie seid ihr als Arbeitgeber?
00:20:32
Speaker
Ja.
00:20:33
Speaker
Ja, das ist halt immer eine Herausforderung, sich tiefgehend damit zu beschäftigen, wenn du da draußen kontinuierlich unterwegs bist.
00:20:39
Speaker
Und alle Leute sind natürlich auch damit beschäftigt.
00:20:43
Speaker
Da kommt es vor allem auf unsere Führungskräfte drauf an.
00:20:45
Speaker
Also, dass wir uns kontinuierlich challengen.
00:20:48
Speaker
Wir haben Leitsätze definiert, an denen wir uns messen lassen wollen.
00:20:54
Speaker
Das heißt, alle unsere Mitarbeiter dürfen und können und sollen uns auch daran messen.
00:20:58
Speaker
Eine super flache Hierarchie, sodass uns jeder auf uns darauf ansprechen kann und sagen kann, ey Robert, das ist jetzt nicht so profilkonform, was du da machst.
00:21:07
Speaker
Also möglichst flache Hierarchien, sodass wir mit unseren Mitarbeitern über alles sprechen können.
00:21:14
Speaker
Ansonsten die Nähe zu den Mitarbeitern, das ist das A und O.
00:21:17
Speaker
Das weiß, wer ist denn in deinem Team, wie funktioniert denn das Team, muss ich da irgendwas umstellen.
00:21:22
Speaker
Wir müssen uns auch als Agentur auch kontinuierlich anpassen, was da draußen passiert.
00:21:26
Speaker
Das heißt, wir sind kontinuierlich in einer Transformation, diese Angst und diese Sorge davor dann auch wegzunehmen.

Kulturpflege in Zeiten von Remote-Arbeit

00:21:33
Speaker
Meistens liegt es vor allem an diesem Menschlichen.
00:21:36
Speaker
Also Obstkorb haben wir ja auch.
00:21:39
Speaker
Alles fein.
00:21:40
Speaker
Wir haben eine ziemlich coole Terrasse, wo wir Leute immer wieder anhalten.
00:21:43
Speaker
Da steht ein Grill, da mal mit zu grillen.
00:21:46
Speaker
Wir haben unser Sommerfest.
00:21:49
Speaker
Das Wichtigste ist die Nähe zu den Leuten, zwischen den Führungskräften, also dem Topmanagement, dem Mitmanagement und den Mitarbeitenden.
00:21:55
Speaker
Das ist das A und O.
00:21:57
Speaker
Und du hast es schon gesagt, ja, diese Nähe, wie stellt ihr die her?
00:22:01
Speaker
Also ihr seid ja in Nürnberg und ein paar Mitarbeiter, hast du mir verraten, sind in München.
00:22:06
Speaker
Habt ihr Office-Regeln?
00:22:08
Speaker
Also das ist ja schon etwas, was viele mittlerweile wieder einführen wollen, weil sie, glaube ich, feststellen, oh, das zu viele Homeoffice tut uns in der Verbindung zueinander nicht gut.
00:22:19
Speaker
Habt ihr da Regeln geschaffen dafür oder kommen die Leute einfach gerne von selber?
00:22:24
Speaker
Ja.
00:22:25
Speaker
Also ich hoffe, dass die Leute gerne von selber kommen.
00:22:28
Speaker
Allerdings musst du das schon Strukturen zumindest dafür schaffen.
00:22:31
Speaker
Also wir haben keine klaren Regeln im Sinne von drei Tage Homeoffice und zwei Tage Office.
00:22:36
Speaker
Das macht bei uns einfach keinen Sinn, sondern eher über Projekte zu sagen, wenn es einen Kick-Off gibt zu einem großen Projekt, dann bitte alle ins Büro kommen.
00:22:46
Speaker
Da kommen auch die Münchner Kollegen auch nach Nürnberg.
00:22:48
Speaker
Wir machen solche Kickoffs auch in München.
00:22:51
Speaker
Wir machen Kundentermine auch in München, wo die Münchner Kollegen damit eingebunden werden.
00:22:56
Speaker
Aber vor allem über das Thema Veranstaltungen.
00:22:59
Speaker
Also zu motivieren, weil einfach nur zu sagen, ihr müsst das jetzt machen, das ist eher demotivierend.
00:23:07
Speaker
Das kann man in großen Unternehmen dann auch machen.
00:23:09
Speaker
Wie gesagt, alles fein, aber da kommt es auf die Art und Weise der Kommunikation drauf an.
00:23:13
Speaker
Und die meisten Unternehmen kommunizieren das falsch.
00:23:16
Speaker
Aber bei uns ist es wirklich eher durch die Motivation im Sinne, komm, lass uns mal zusammensetzen an diesem Projekt.
00:23:22
Speaker
Wir haben jetzt gerade eben ein großes Projekt laufen, wo zum Beispiel das gesamte Team Dailies hat.
00:23:26
Speaker
Die finden noch digital statt.
00:23:28
Speaker
Aber wir haben einmal in der Woche ein großes Meeting, wo wir uns den Status Quo anschauen.
00:23:33
Speaker
Der wird vor Ort stattfinden, sodass wir projektbezogen immer wieder die Leute ins Office einladen.
00:23:41
Speaker
Und die Leute merken selbst, wie viel das bringt.
00:23:44
Speaker
So dieser Austausch, keine Ahnung, in der Küche, an der Kaffeemaschine, mal kurz schnacken, sich mit dem austauschen.
00:23:53
Speaker
Die Menschen merken relativ schnell, dass es einfach einen Mehrwert bringt.
00:23:57
Speaker
Also wir werden es nie abschaffen.
00:23:58
Speaker
Wir wollen im Endeffekt die Symbiose dann auch schaffen, dass die Leute schon selbst entscheiden, wenn sie im Homeoffice bleiben, aber eher mehr Bock drauf kriegen, von alleine dann auch zu kommen.
00:24:08
Speaker
Aber ansonsten keine Regeln.
00:24:10
Speaker
Ich finde, es ist ein richtiger Weg, zu versuchen, es über das eigene Verständnis auch zu machen, weil ich stelle das auch fest, bei euch ist es vielleicht noch ganz gut, weil viele auch aus Nürnberg oder München kommen, das ist vom Weg her okay, aber
00:24:26
Speaker
Es gibt natürlich andere Unternehmen, die schon auch, sag mal jetzt deutschlandweit oder vielleicht sogar international rekrutiert haben, wo du dann schon feststellst, okay, das zigmal irgendwo zu treffen ist total schwierig oder es gibt eigentlich gar kein richtiges Office.
00:24:40
Speaker
So jeder hat so seinen Homeoffice-Platz und wenn man sich dann trifft, muss man irgendwie auch eine Location anmieten.
00:24:46
Speaker
Aber wenn man zusammen ist, ist es einfach nochmal ein ganz anderer Vibe.
00:24:52
Speaker
Ja, zum einen zum Arbeiten, zum anderen aber auch, was es mit dir in der Verbindung mit den Menschen macht.
00:24:58
Speaker
Es stellt eine ganz andere Verbindung her.
00:25:00
Speaker
Und damals, als ja dieses ganze Homeoffice so richtig, ja, ich sag mal, modern wurde, das kam ja mit Corona, was ja auch so ein Zwang irgendwie auch war.
00:25:11
Speaker
Ich war damals schwanger und musste ins Home Office.
00:25:13
Speaker
Ich fand es fürchterlich.
00:25:14
Speaker
Aber ich durfte das Büro gefühlt nicht mehr betreten.
00:25:16
Speaker
Also ich durfte auch keine Unterlagen.
00:25:18
Speaker
Ich durfte eigentlich gar nicht mehr hin.
00:25:19
Speaker
Ich musste immer jemanden, jemand musste das bei mir zu Hause abholen.
00:25:22
Speaker
Und dann, also es war schon so.
00:25:25
Speaker
Und da war ich eben auch Führungskraft.
00:25:27
Speaker
Und ich fand es ganz fürchterlich, weil ich gar kein Gefühl mehr hatte für die Mitarbeitenden.
00:25:34
Speaker
Ich hatte ganz junge, also Auszubildende, Studenten, Werkstudenten.
00:25:38
Speaker
Und die waren irgendwie alle bei mir.
00:25:41
Speaker
Und da war es echt super schwierig, eine Verbindung zu denen aufzubauen.
00:25:45
Speaker
Die haben dich einfach nicht angerufen, wenn die ein Problem hatten.
00:25:48
Speaker
Da kam dann eine Kollegin und hat gesagt, hast du von deinem Auszubildenden das und das gehört?
00:25:53
Speaker
Ich so, nein, der meldet sich natürlich nicht bei mir.
00:25:55
Speaker
Der teilt mir das Problem natürlich nicht mit.
00:25:57
Speaker
Und du bist so weit weg gewesen.
00:25:59
Speaker
Ich hatte überhaupt...
00:26:01
Speaker
Ich hatte die Fäden nicht mehr in der Hand und habe sie nicht zurückbekommen, weil ich ja auch wirklich nicht mehr reingehen durfte.
00:26:07
Speaker
Und deswegen glaube ich, insbesondere für Führungskräfte und Führungskräfte, die es noch nicht so lange sind, ist es super wichtig, auch wieder so ein Face-to-Face zu bekommen, nicht in der Kamera nur.
00:26:19
Speaker
Ja, ja.
00:26:20
Speaker
Diese menschliche Beziehung, von der ich vorhin gesprochen habe, die musst du halt auch aufbauen.
00:26:24
Speaker
Also klar, stell das ja vor Herausforderungen, wenn dein komplettes Team irgendwie deutschlandweit oder weltweit verteilt ist.
00:26:30
Speaker
Die Frage ist, wie gehst du

KI als Werkzeug: Kritisches Denken & Anpassung

00:26:32
Speaker
damit um?
00:26:32
Speaker
Also welche Alternativen hast du?
00:26:34
Speaker
Eine Möglichkeit kann sein und das ist das.
00:26:36
Speaker
Was ich an Homeoffice, vor allem an Mobile Office so schlimm finde ist, einerseits macht das unglaublich effizient, weil du halt kontinuierlich abarbeiten kannst und abtakten kannst.
00:26:47
Speaker
Das heißt, du kannst dir den ganzen Tag auch mit irgendwelchen Meetings zuballern.
00:26:50
Speaker
Was die Leute vergessen ist, dass vielleicht auch Meetings reinzustellen, die reine Spaßmeetings sind.
00:26:54
Speaker
Mhm.
00:26:54
Speaker
Also einfach mal zu sagen, hey Leute, einmal am Freitag um diese Uhrzeit haben wir einfach ein Meeting weltweit, keine Ahnung, wo wir einfach quatschen und ich erzähle euch meine neueste Geschichte oder ich habe mir einen Grill gekauft oder was weiß ich was.
00:27:07
Speaker
Aber einfach nur so ein bisschen diese Nähe dann auch zu finden, diese Gespräche, die normalerweise an der Kaffeemaschine und in der Küche und so weiter stattfinden.
00:27:15
Speaker
irgendwie aufzufangen, sodass sich das Team einfach über Belanglosigkeiten vielleicht mal austauschen kann.
00:27:21
Speaker
Aber du musst es halt sehr gut moderieren können als Führungskraft.
00:27:25
Speaker
Also dass da Leute nicht untergehen oder gar nicht zu Wort kommen.
00:27:29
Speaker
Das heißt, das ist schon herausfordernd.
00:27:32
Speaker
Aber dieses menschlich-empathische, das muss man viel, viel bewusster in der Zwischenzeit auf den Tisch bringen, beziehungsweise damit arbeiten, als das davor irgendwie war, wenn man sich persönlich jeden Tag im Office gesehen hat.
00:27:45
Speaker
Habt ihr also dann gar nicht so die Probleme?
00:27:47
Speaker
Mir schildern oft Unternehmen auch ein Problem, dass die Leute sich so ein bisschen weigern, also so weigern reinzukommen.
00:27:54
Speaker
Oder auch wenn man zum Beispiel ein Nürnberger Unternehmen hat und es gibt Mitarbeitende, die halt so im Umkreis wohnen und dann gibt es halt welche, die sind in Hamburg.
00:28:02
Speaker
Und dann heißt es ja, jetzt müssen alle irgendwie kommen.
00:28:04
Speaker
Dann sagt derjenige aus Hamburg zum Beispiel, ja ich kann jetzt nicht kommen.
00:28:07
Speaker
Geht jetzt irgendwie gerade nicht, weil, weiß ich nicht, meine Frau ist auf Dienstreise und jetzt kann ich nicht aus Hamburg weg und so.
00:28:12
Speaker
Und so, dann sagt man, ja, okay, man schaltet dich remote dazu, ist ja gar kein Problem.
00:28:16
Speaker
Hauptsache, du bist dann irgendwie dabei.
00:28:17
Speaker
Also man macht so eine Ausnahme.
00:28:19
Speaker
Und dann habe ich, kam so oft von Nürnberger, ja, aber warum muss ich dann rein?
00:28:23
Speaker
Ich brauche ja auch irgendwie eine Stunde von was weiß ich wo nach Nürnberg rein.
00:28:27
Speaker
Und ja, wenn der aus Hamburg nicht kommen muss, dann komme ich irgendwie auch nicht.
00:28:31
Speaker
So, ja.
00:28:32
Speaker
Begleiten euch solche Diskussionen auch oder ist es einfach, weil ihr jetzt eh schon in der Kultur einfach vorgebaut habt, dass die Leute schon viel, viel weiter im eigenen Verständnis sind?
00:28:41
Speaker
Ich glaube, die Leute sind weiter eben dadurch, wie wir das führen.
00:28:45
Speaker
Seit Jahren eigentlich schon.
00:28:46
Speaker
Und am Ende des Tages geht es ja darum, die Sinnhaftigkeit zu vermitteln.
00:28:49
Speaker
Also warum ist es sinnvoll, dass du reinkommst?
00:28:52
Speaker
Da kannst du mit den Motiven.
00:28:53
Speaker
Ist es FOMO?
00:28:54
Speaker
Also vielleicht die Angst, etwas zu verpassen.
00:28:56
Speaker
Das ist auch gut.
00:28:57
Speaker
Du kannst aber auch damit arbeiten, was du für was geiles verpasst, weil das ganze Team ist ja zusammen und du fehlst.
00:29:04
Speaker
So echt schade, also ich glaube du wirst da echt was verpassen.
00:29:07
Speaker
Vielleicht kannst du ja auch so ein bisschen Rumors scheuen, dir steck ich schon mal das und das planen wir und das willst du verpassen.
00:29:13
Speaker
Also es gibt Kommunikationstechniken, wie du die Leute echt dazu bewegen kannst.
00:29:18
Speaker
Im schwierigsten ist es natürlich, wenn du sie dazu zwingst und dann sagen, ja ist mir egal, du musst halt kommen.
00:29:23
Speaker
Dann wird es schwierig.
00:29:24
Speaker
Aber mit der Kommunikation, mit der Art und Weise, wie du mit den Leuten umgehst, kann man sie schon motivieren und vor allem die Sinnhaftigkeit des Ganzen dann auch zu vermitteln.
00:29:34
Speaker
Wir sind heute gar nicht so richtig auf das Thema KI eingegangen.
00:29:36
Speaker
Ist auch gar nicht so schlimm.
00:29:38
Speaker
Aber was mich interessieren würde, ist, was braucht man als Unternehmen so für Future Skills?
00:29:45
Speaker
Früher waren halt, wie wir es vorhin schon hatten, hierarchische Unternehmen und etwas.
00:29:51
Speaker
was brauchst du als Unternehmen?
00:29:52
Speaker
Ganz, ganz was anderes, als was wir jetzt als Unternehmen brauchen oder auch als Arbeitgeber.
00:29:56
Speaker
Wo würdest du sagen, was sind so Skills und Dinge, die wir uns als Unternehmen aneignen müssen, um in der Zukunft noch erfolgreich zu sein, eben mit diesem KI-Gedüns?
00:30:08
Speaker
Invasion.
00:30:11
Speaker
Ich breche das immer gerne auf die einzelnen, also auf Menschen dann auch runter, weil am Ende des Tages geht es ja darum, dass, ich hasse das Wort Human Resources, aber wir sehen die ja immer noch als Ressource bei den meisten Unternehmen.
00:30:22
Speaker
Am Ende des Tages sind Menschen das Wichtigste, was wir haben.
00:30:25
Speaker
Es wird noch lange dauern, bis die KI alle unsere Arbeit und so weiter auch ersetzt.
00:30:29
Speaker
Das heißt, man muss sich darauf konzentrieren, dass die Menschen Fähigkeiten und Skills entwickeln, mit der KI umgehen zu können, auch zu wollen.
00:30:36
Speaker
Das heißt, wenn wir jetzt über Agenten oder Multiagenten sprechen, dass ich ihnen natürlich einerseits diese Tools zur Verfügung stelle, sie aber anleite, sie dann auch begleite, wie sie diese sinnvoll nutzen können.
00:30:47
Speaker
Das ist das eine.
00:30:47
Speaker
Das ist ein großer Umbruch.
00:30:50
Speaker
Und das zweite ist das kritische Denken und Hinterfragen.
00:30:54
Speaker
Also ich sehe gar nicht so diese Future Skills, dass man irgendwie programmieren muss oder sonst irgendwas, sondern tatsächlich zu verstehen, dass KI ein Wahrscheinlichkeitsmodell am Ende des Tages ist, sodass ich das, was die KI dann rausspuckt,
00:31:06
Speaker
ich mich damit kritisch auseinandersetzen muss und nicht für gegeben nehme, sondern tatsächlich noch meine Erfahrung, mein Wissen damit reinbringe und das Ganze zu hinterfragen.
00:31:18
Speaker
Und das tatsächlich eher als Helfer zu sehen, der mich halt einfach schneller und effizienter macht und ich dann vielleicht mehr

KI in der Bildung & Autorität hinterfragen

00:31:25
Speaker
Aufgaben dann auch machen kann oder vielleicht mich auch neuen Aufgaben auch widmen kann.
00:31:30
Speaker
Das ist tatsächlich ein Sparingspartner dann auch zu sehen.
00:31:33
Speaker
Das ist gar kein Hexenwerk, wo
00:31:35
Speaker
Womit sich die Unternehmen beschäftigen müssen, ist natürlich, was sind die echten Use Cases, wo mir die KI tatsächlich irgendwas bringt.
00:31:44
Speaker
Das habe ich auch auf der HMI gesehen, also vor allem im Industrie und beispielsweise im B2B-Bereich, dass sich die Unternehmen, also die konnten jetzt ewig lang rumspielen, sich jetzt befassen müssen, wo ist tatsächlich KI sinnvoll und wo nicht.
00:31:58
Speaker
Es ist umgefallen.
00:32:01
Speaker
Es ist umgefallen.
00:32:02
Speaker
Schock.
00:32:02
Speaker
Kurzer Schock.
00:32:04
Speaker
Ja, genau.
00:32:05
Speaker
Wo können wir die KI nutzen?
00:32:06
Speaker
Du hast jetzt ganz am Anfang auch gesagt, ich muss meinen Mitarbeitenden schon die Möglichkeit geben, die KI zum einen zu nutzen, also Tools zur Verfügung zu stellen, okay, und auch dann mit ihnen gemeinsam diesen Umgang zu, ich sag mal, Schulen oder sie zu coachen.
00:32:21
Speaker
Wie macht ihr das bei euch?
00:32:22
Speaker
Also habt ihr
00:32:23
Speaker
ihr extra jemanden oder macht ihr dann Workshops oder habt ihr Profis im Bereich KI, die dann eben die Mitarbeitenden unterstützen, wie nutze ich die KI richtig?
00:32:32
Speaker
Also wir haben ein Team, ein KI-Team und das ist jetzt neu aufgestellt, noch enger, weil natürlich wir durch die unterschiedlichen Bereiche ja eine Flut an KI-Tools haben, allein aus dem Design-Bereich, was da so alles aufpoppt.
00:32:45
Speaker
Das heißt, wir haben ein Team, die testen die Tools, alle Mitarbeiter können die Tools da reindroppen, wir können uns die mal anschauen und da geht es darum, tatsächlich die Leute an die Hand zu nehmen.
00:32:53
Speaker
Das Spannende bei den Agenten ist, dass sich am Ende des Tages jeder von uns, der die Agenten nutzt, ein bisschen als eine Führungskraft sehen muss.
00:33:02
Speaker
Also wie kommunizierst du mit dem Agenten?
00:33:04
Speaker
Wie führst du den Agenten oder die Agenten, wenn du mehrere hast?
00:33:08
Speaker
Wie kommunizierst du mit ihnen?
00:33:09
Speaker
Wie sprichst du mit ihnen?
00:33:11
Speaker
Welche Fragen stellst du?
00:33:12
Speaker
Wie gehst du mit Feedback um?
00:33:14
Speaker
Am Ende des Tages muss fast jeder Mitarbeiter lernen, so ein bisschen zu führen.
00:33:19
Speaker
Und das ist das Spannende dabei.
00:33:20
Speaker
Du meinst eine weitere Kompetenz eigentlich?
00:33:23
Speaker
Absolut.
00:33:23
Speaker
Kritisches Denken und auch führen können, also steuern können.
00:33:27
Speaker
Jetzt habe ich eine fast letzte Frage.
00:33:30
Speaker
Und du arbeitest ja auch mit jungen Studierenden, das sind meistens ja junge Menschen.
00:33:38
Speaker
Und das ja auch schon sehr lange.
00:33:40
Speaker
Stellst du da eine Veränderung fest?
00:33:42
Speaker
Also haben die mehr Ängste jetzt aufgrund der KI oder dieser ganzen...
00:33:47
Speaker
Diese Veränderung, ich glaube, die ist ja gerade schon sehr, sehr präsent.
00:33:50
Speaker
Also viele, glaube ich, haben schon auch Angst, was zu verpassen.
00:33:53
Speaker
Oder in der Uni ist das vielleicht nochmal was anderes.
00:33:55
Speaker
Du hast die Möglichkeit, viele Kurse wahrscheinlich zu besuchen.
00:33:58
Speaker
Aber haben die Angst, in die Berufswelt einzutreten?
00:34:02
Speaker
Oder stellst du fest...
00:34:03
Speaker
So viel Veränderung sehen wir da gar nicht, weil von den Generationen wird ja auch immer gesprochen, ja, Gen Z, Gen Alpha, wer auch immer jetzt da nachkommt und wir haben ja auch ganz, ganz viele Schubladen zu sagen, die sind so und die sind so und du begleitest ja jetzt schon sehr lange junge Menschen.
00:34:17
Speaker
Stellst du da eine Veränderung fest bei denen?
00:34:20
Speaker
Ja, das ist eine Veränderung da.
00:34:22
Speaker
Ich würde gar nicht sagen, diese Angst auf den Arbeitsmarkt zu treten, sondern sie nutzen diese Tools.
00:34:27
Speaker
Also auch durch die Hochschule werden sie natürlich angeleitet, diese Tools dann auch zu nutzen.
00:34:32
Speaker
Ich glaube, eine Veränderung sehe ich dahin, dass sie viel zu sehr darauf vertrauen, was die KI ausspuckt.
00:34:37
Speaker
Das ist eher das Problem.
00:34:39
Speaker
Dass sie einfach rausgehen und sagen, hat mir die KI gesagt?
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Speaker
Und dann zu sagen, hast du das mal kritisch hinterfragt?
00:34:44
Speaker
Das sehen wir auch in den Prüfungen dann auch.
00:34:47
Speaker
Also vor allem in praktischen Prüfungen, Präsentationen.
00:34:50
Speaker
Also wo sie halt eins zu eins copy-paste und wenn ich mich dann, keine Ahnung, mal zwei Minuten mit dieser Aussage dann beschäftige und sage einfach, das stimmt nicht, es tut mir leid, aber das ist einfach falsch, was jeder behauptet.
00:35:01
Speaker
Und genau dieses kritische Denken wird den meisten Studentinnen und Studenten auf die Füße fallen.
00:35:08
Speaker
Also das eben nicht zu können und vor allem eigene Skills dann tatsächlich auch zu entwickeln, zu sagen, worin bin ich richtig, richtig gut?
00:35:17
Speaker
Das fehlt so ein bisschen.
00:35:19
Speaker
Nicht bei allen.
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Speaker
Also ich habe immer pro Semester habe ich immer so vier, fünf Highflyer in den Vorlesungen.
00:35:25
Speaker
Meistens Frauen.
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Speaker
Sehr, sehr spannend.
00:35:28
Speaker
Also wirklich spannend.
00:35:30
Speaker
Und der Rest ist so Mittelmaß.
00:35:35
Speaker
Also auch alles gut.
00:35:36
Speaker
Also super, super gute Studentinnen und Studenten, die sich aber zu sehr darauf verlassen, einfach so, was wird ihnen vorgegeben und was ist die Struktur.
00:35:44
Speaker
So wenig
00:35:46
Speaker
Eigenständiges Denken und Hinterfragen.
00:35:47
Speaker
Und das ist das, was mir immer mehr auffällt.
00:35:50
Speaker
Das muss man versuchen, wieder in die Gesellschaft, also auch in die jungen Leute reinzukriegen.
00:35:55
Speaker
Das ist vielleicht auch eine Aufgabe von uns Arbeitgebern zu sagen, hey, denkt mal kritisch darüber nach und so.
00:36:01
Speaker
Und wenn ich jetzt was auch, es ist ja auch, wenn jetzt ich als Führungskraft was sage, dass sie nicht gleich sagen, ja okay, mache ich so, sondern auch da, weil ich meine, das ist ja dann das Nächste.
00:36:11
Speaker
Einmal sagt die KI, ja mach das so.
00:36:13
Speaker
Und dann sagst du, ja okay, nehme ich an, mache ich so.
00:36:15
Speaker
Dann ist es ja in der Führung vielleicht auch so.
00:36:17
Speaker
Dann sagt meine Führungskraft, ja, vielleicht machst du es mal so und so und ich hinterfrage es gar nicht mehr.
00:36:21
Speaker
Ich glaube, das ist vielleicht auch dann für uns als Arbeitgeber, als Führungskräfte etwas, was wir viel, viel mehr für siehen müssen.
00:36:28
Speaker
Sie viel, viel mehr challengen müssen zu sagen, hey,
00:36:31
Speaker
denk mal kritisch darüber nach, mach mal einen Vorschlag, wie ich es vielleicht anders machen könnte.
00:36:35
Speaker
Vielleicht gehen wir das Projekt mal anders an, denk du dir doch mal irgendwie was aus.
00:36:39
Speaker
Ja, gib doch sowas mit, wie wenn sie neue Projekte angehen, vielleicht mit neuen Skills, die ich so bei den Mitarbeitern noch gar nicht gesehen habe, und zu sagen, versuch so hart zu versagen, wie es halt nur geht.
00:36:49
Speaker
Also wirklich, weil ich meine, also setz dich kritisch damit auseinander, sei kreativ, überleg dir halt irgendwas.
00:36:57
Speaker
Ich hasse nichts mehr, als wenn die Leute sagen, ja ging nicht, ich habe keine Lösung.
00:37:02
Speaker
Dann sage ich, okay, wenn du mir mit keine Lösung kommst, dann geh wieder.
00:37:06
Speaker
Also überleg dir eine eigene Lösung, hinterfrag das Ganze mal kritisch.
00:37:10
Speaker
Und selbst wenn die Lösung Mist sein sollte, also aufgrund von Nicht-Erfahrung oder was auch immer, aber du hast dir Gedanken dazu gemacht.
00:37:17
Speaker
Und ich mache das in den Vorlesungen tatsächlich so, dass ich falsche Aussagen dann auch treffe.
00:37:21
Speaker
in der Vorlesung.
00:37:22
Speaker
Die sind hart mit mir überfordert, die Studentinnen und Studenten, weil sie kontinuierlich challengen.
00:37:27
Speaker
Ich stelle Fragen.
00:37:28
Speaker
Das sind sie überhaupt nicht gewohnt.
00:37:30
Speaker
Aber tatsächlich falsche Aussagen, wo ich sage, und stimmt das?
00:37:32
Speaker
Und alle so, ja, ja, ja, das stimmt.
00:37:35
Speaker
Okay, geht nochmal in euch.
00:37:37
Speaker
Lest es euch nochmal durch und so weiter.
00:37:39
Speaker
Bis dann irgendjemand kommt und sagt, ja, nee, das stimmt nicht.
00:37:41
Speaker
Ich sage, ja, genau darum geht es ja.
00:37:43
Speaker
Also nehmt das auch nicht für bare Münze, was euch Leute sagen, sondern hinterfragt das Ganze auch mal.
00:37:48
Speaker
Ja, sehr schön.
00:37:50
Speaker
Wir sind schon am Ende angekommen.
00:37:51
Speaker
Hast du noch einen Abschluss?
00:37:53
Speaker
Wir sind jetzt schon eigentlich tief eingestiegen in die Tipps und Motivationen und was wir alles können sollten in der Zukunft.
00:37:59
Speaker
Aber hast du noch irgendwas Abschließendes für uns, was du uns mitgeben möchtest?
00:38:02
Speaker
Ja, sehr

Abschluss & motivierende Fragen

00:38:03
Speaker
gerne.
00:38:03
Speaker
Das sind die drei Fragen, die ich beim TaticSoc dann auch gehalten habe.
00:38:07
Speaker
Ich habe es ja vorhin gesagt, dass jede Veränderung und der Umgang mit der Veränderung fängt bei uns selbst an, bei jedem Einzelnen von uns.
00:38:12
Speaker
Das heißt, wir müssen uns erstmal darüber im Klaren werden, wie gehen wir mit diesem Thema um?
00:38:17
Speaker
Da gibt es drei einfache Fragen.
00:38:19
Speaker
Die erste Frage ist, was, wenn ich mich nicht verändere?
00:38:23
Speaker
Also was passiert dann?
00:38:24
Speaker
Zeigt mir so ein bisschen meine Grenzen auf.
00:38:26
Speaker
Wo fühle ich mich begrenzt?
00:38:29
Speaker
Die zweite Frage, und die soll Optionen öffnen, ist, was, wenn ich tun könnte, was ich will?
00:38:35
Speaker
Also einfach wirklich so meine Skills anwenden und so weiter.
00:38:38
Speaker
Ja, da kommen wieder die Deutschen, wir und da sind da aber eingeschränkt, das dürfen wir nicht, weil die Prozesse, Strukturen, scheiß drauf, ganz ehrlich.
00:38:45
Speaker
Also einfach nur mal, wir sind in unseren Gedanken frei fließen lassen.
00:38:49
Speaker
Mal gucken, was dabei rauskommt.
00:38:50
Speaker
Und die dritte Frage soll die pure Eigenmotivation sein, was, wenn es richtig geil wird?
00:38:56
Speaker
Diese drei Fragen, sich bei jeder Transformation, bei jedem Wandel, bei jedem Projekt einfach mal für sich selbst zu stellen,
00:39:04
Speaker
Gerne auch als Führungskraft mit dem Team sich die zu stellen und auszuarbeiten, das hilft schon ungemein.
00:39:11
Speaker
Ja, vielen Dank.
00:39:13
Speaker
Also wenn ihr euch motiviert fühlt, beantwortet euch mal die Fragen, vielleicht mal euch als Unternehmen, aber vielleicht auch dir als Führungskraft und schau mal, was dabei rauskommt, weil ich meine, im Endeffekt hast du dann schon einen Fahrplan für die Zukunft.
00:39:27
Speaker
Voll, also zumindest mal den ersten Stein.
00:39:30
Speaker
Vielen Dank für deine Zeit.
00:39:32
Speaker
Hat super Spaß gemacht.
00:39:33
Speaker
Vielen letzten Dank.
00:39:34
Speaker
Danke dir.
00:39:36
Speaker
Wie stehst du zu diesem Thema?
00:39:38
Speaker
Schreib es uns gerne in die Kommentare.
00:39:40
Speaker
Ich hoffe, du konntest was für dich mitnehmen und vielleicht sehen wir uns ja mal bei einem unserer Workshops.
00:39:45
Speaker
Bis zum nächsten Mal, deine Karin.