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Wenn von 100 Türen 99 zugehen

ATHEMfrequenz
ATHEMfrequenz

67 plays · Jul 9, 2026

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Speaker: Aloha und herzlich willkommen bei Atemfrequenz, dein Podcast, wenn es um Human Intelligence geht.

Speaker: Ich bin Karin von Atem und gemeinsam mit euch begrüße ich jede Woche einen Gast zu dem Thema Human Intelligence.

Speaker: Der Podcast soll euch Inspiration und Motivation geben, vor allem in Zeiten von künstlicher Intelligenz und Digitalisierung.

Speaker: Wir gehen gemeinsam mit der Frage auf den Grund, wo wir Menschen in der Welt noch Platz haben und welche Kompetenzen wir dafür brauchen.

Speaker: Es geht los.

Speaker: Viel Spaß mit der heutigen Folge.

Speaker: Bauingenieurin meets Digitalisierung.

Speaker: Und damit herzlich willkommen, Lisa.

Speaker: Hallo, ich freue mich, hier zu sein.

Speaker: Ja, schön, dass du da bist.

Speaker: Extra angereist für die heutige Folge.

Speaker: Und für alle, die dich noch nicht kennen, darfst du dich jetzt mal ganz kurz vorstellen.

Speaker: Wer bist du und was machst du?

Speaker: Ja, der Slogan sagt es eigentlich ganz gut.

Speaker: Ich bin Lisa, Bauingenieurin.

Speaker: Ich komme, vielleicht ist es ganz wichtig zu wissen, woher man so ein bisschen kommt.

Speaker: Also von dem Bauernhof, aus einer Familie,

Speaker: Mein Vater war Handwerker, meine Mama hat mit auf dem Bauernhof gearbeitet.

Speaker: Ich habe als erstes in der Familie Abitur gemacht, habe im Bauingenieurwesen in Nürnberg hier auch studiert.

Speaker: Und genau, mit Digitalisierung, wie bin ich dahin gekommen?

Speaker: Vielleicht in einer Long Story Short, habe dann in der Bauindustrie gearbeitet ein paar Jahre.

Speaker: habe dann promoviert, weil ich mir dachte, ach, so ein weiterer akademischer Abschluss, der würde mir noch helfen.

Speaker: Und da bin ich zum Thema Digitalisierung gekommen.

Speaker: Also erste Berührungspunkte waren zwar schon da im Rahmen meiner ersten Tätigkeiten in der Bauindustrie, aber natürlich, das war 2011, da war noch relativ wenig los tatsächlich auch.

Speaker: Und dementsprechend habe ich mich dann im Bereich meiner Promotion eben mit dem Thema Digitalisierung auseinandergesetzt,

Speaker: weil ich einfach auch ungeduldig bin und einfach alles so ein bisschen effizienter und schneller haben will immer.

Speaker: Und was gibt es noch zu mir zu sagen?

Speaker: Nach der Promotion habe ich mich selbstständig gemacht.

Speaker: Ich habe mittlerweile drei Unternehmen gegründet und bin aktuell Geschäftsführerin und Gastprofessorin an der TU Darmstadt.

Speaker: Ja, wow.

Speaker: Also da hast du uns jetzt natürlich gleich einiges geliefert.

Speaker: Professor, Doktor, das ist ja schon auch nochmal echt was Besonderes.

Speaker: Aber wir wollen uns heute auch mal über deinen Lebenslauf hin auch damit beschäftigen, mit der Baubranche und dem Thema Digitalisierung.

Speaker: Weil die hat ja viele, viele spannende Punkte.

Speaker: Aber wir starten vielleicht gleich mal.

Speaker: Wie kam es dazu?

Speaker: Wie kam es zum Thema Bauingenieurwesen?

Speaker: Weil ich meine, das sind nicht viele Frauen und

Speaker: Die Frage ist, wusstest du das schon immer?

Speaker: Fandest du das schon immer spannend?

Speaker: Oder wie kam es dazu, dass du gesagt hast, das studiere ich jetzt?

Speaker: Also ich bin ein Mensch, ich plane super gerne.

Speaker: Aber es gibt doch manche Dinge in meinem Leben, die dann so irgendwie Zufall waren.

Speaker: Also wofür ich mich immer interessiert habe, war tatsächlich Gebäude.

Speaker: Also generell Bauen, Gebäude, Technik auch tatsächlich.

Speaker: Wahrscheinlich deswegen auch Digitalisierung, also sehr technikaffin war ich.

Speaker: Und wollte eigentlich initial Architektur studieren, relativ lange.

Speaker: Also bis auf, ich sage jetzt mal aus Kindheitstagen, wo ja jeder oder jede Tierärztin werden will, genau.

Speaker: Weil ganz lange Architektur studieren, habe mich dann eben im Rahmen der Studienwahl damit beschäftigt, wie sieht das denn im Detail aus und war aber auch immer gut in Mathe und naturwissenschaftlichen Fächern.

Speaker: Und das hat mich dann dazu bewogen zu sagen, naja, bewirb dich doch mal auf Architektur, BWL und Bauingenieurwesen, um irgendwie alles abzufangen.

Speaker: Und ich habe dann mit meinem naiven 18 tatsächlich sehr spontan entschieden und habe gesagt, wo als erstes die Zusage kommt, das machst du dann.

Speaker: Und das war tatsächlich Bauingenieurwesen hier in Nürnberg.

Speaker: Ja, das war bei mir ähnlich.

Speaker: Also nicht beim Studiengang, aber beim Ort.

Speaker: Ja, okay, witzig.

Speaker: So bin ich in Nürnberg gelandet.

Speaker: Und vielleicht im Rückblick, wenn ich da zwei Sätze zu sagen darf, das ist eigentlich ganz, ganz gut getroffen gewesen.

Speaker: Weil ich dachte mir, ich kann wirklich besser rechnen als zeichnen.

Speaker: Ich will auch gerne kreativ sein.

Speaker: Das kann ich natürlich in auch verschiedenen Ebenen machen heutzutage.

Speaker: Also ich habe sehr, sehr viel Glück auch in dem, was ich jeden Tag machen darf.

Speaker: Und das hat sich dann ganz, ganz glücklich gefügt.

Speaker: Also ich glaube, das war für mich die richtige Wahl.

Speaker: Ja, wirkt so auf jeden Fall.

Speaker: Und du hast gesagt, du warst dann auch in Unternehmen tätig.

Speaker: Und ich habe mal gespickt, auch auf LinkedIn als Kalkulatorin.

Speaker: Das waren so, glaube ich, deine ersten Stationen.

Speaker: Wie müssen wir uns das vorstellen?

Speaker: Und warst du die einzige Frau im Team?

Speaker: Tatsächlich.

Speaker: Also es war tatsächlich so seinerzeit im ersten Unternehmen als Kalkulatorin.

Speaker: Erst mal warum vielleicht?

Speaker: Ich bin dann, ja, mit meinen 24 Jahren war ich dann fertig mit dem Bachelor und ich dachte mir, jetzt musst du irgendwie Geld verdienen.

Speaker: Weil ich eben so den Background hatte, also wenig Unterstützung von zu Hause im Studium.

Speaker: Also ich habe immer gearbeitet nebenher und ich wollte einfach irgendwie nach dem Studium direkt nicht den Master machen, sondern Geld verdienen.

Speaker: Und den Master habe ich dann berufsbegleitend gemacht.

Speaker: Aber zurück zum Job.

Speaker: Ich bin sehr zahlenaffin.

Speaker: Also ich hatte wirklich da Lust auf die Kalkulation und auch das Thema Schlüsselfertigbau in Kombination mit Akquise-Tätigkeiten, also wirklichem Kundenkontakt.

Speaker: Und ich war tatsächlich nicht die einzige Frau, weil es war so ein Team oder die Abteilung hatte circa 50 Mitarbeitende.

Speaker: Also das heißt, das war jetzt kein kleines Unternehmen und auch keine kleine Kalkulationsabteilung, aber schon eher geprägt durch natürlich Männer.

Speaker: Also ich würde mal sagen, so auf der Ebene dann neben den Sekretariatstätigkeiten waren es dann schon...

Speaker: 98 Prozent Männer und halt zwei, drei Frauen so ungefähr.

Speaker: Und das war natürlich, ja, ich schon fast gewöhnt aus Praktika und Werkstudentinnen-Tätigkeiten, die ich vorher gemacht hatte.

Speaker: Aber natürlich muss man sich da auch erst mal finden, vor allem, wenn man so jung ist.

Speaker: Und meine Erfahrung war da tatsächlich auch, dass viele der Männer, mit denen ich zusammenarbeiten durfte, ganz tolle Menschen waren, aber auch viele eben den Background hatten, die hatten mal eine Ausbildung auf der Baustelle gemacht.

Speaker: Oh ja, da ist der Ton ein bisschen anders.

Speaker: Ja, also das eine war der Ton, aber das andere war auch so, ja, eigentlich müsste man, jeder müsste erst mal auf die Baustelle, bevor man überhaupt Bauingenieurwesen studieren darf.

Speaker: Also das war wirklich die Haltung an ganz, ganz vielen Stellen, weil du ja gar keine Ahnung hast, wie das überhaupt da draußen läuft und wie willst du das denn dann beurteilen?

Speaker: Und das war wirklich so ein bisschen ein Vorurteil, glaube ich.

Speaker: Ich meine, ich war auch sehr, sehr jung und da habe ich mich am Anfang nicht so leicht getan.

Speaker: Ich sage es mal, wie es ist.

Speaker: Ja, ja.

Speaker: Und du hast dich aber dann ja auch relativ schnell weiterentwickelt.

Speaker: Du warst auch dann in Führung.

Speaker: Wie war das?

Speaker: Weil ich meine, auch da, wer die Baubranche vielleicht nicht so kennt, vielleicht schieben wir da noch einen Satz ein.

Speaker: Wie ist die Baubranche so?

Speaker: Ja, so, ich sage jetzt mal, sehr hierarchisch geprägt, sehr traditionell, back to basic, also Neues oder Digitalisierung auch ist erstmal schwierig oder Veränderung ist auch schwierig.

Speaker: Das kann man vielleicht so gut zusammenfassen und ich muss sagen,

Speaker: Für mich war das wirklich so ein Thema, naja, okay, wie findest du dich da jetzt ein und wie ist es da und auch wie sind so erste Führungserfahrungen.

Speaker: Also es war da cool, weil man hatte kleine Kalkulationsteams, also man kann sich so vorstellen, man hat ein Projekt, das man anbieten durfte, sollte.

Speaker: Und dann hatte man die Spezifika, jemand kümmert sich um den Ausbau, jemand über den Rohbau und so weiter und so fort, ohne zu fachlich werden zu wollen.

Speaker: Und das war dann immer so ein Team von vier bis sechs Leuten, auch mit verschiedenen Abteilungen zusammengearbeitet.

Speaker: Und da war es dann relativ schnell möglich, dass man eben im Bereich Schlüsselfertigbau, ich habe hauptsächlich Industrieimmobilien gemacht,

Speaker: Also von Amazon bis Zalando E-Commerce und Deutsche Post, also coole Kunden auch gehabt.

Speaker: Aber was ich dazu sagen muss, es war cool, also man kam schnell in Führung, wenn man eben so ein kleines Team schon leiten durfte und da wirklich federführend auch für die Organisationsstruktur verantwortlich war.

Speaker: Und da muss ich auch wieder sagen, also wenn ich es mit heute vergleiche, wo ich ja im Start-up-Umfeld unterwegs bin oder auch schon mit einem Unternehmen fast nicht mehr, wo wir aber junge, junge Teams haben und ich mich mit dem Thema Gen Z auch in der Führung auseinandersetzen darf, war der Vorteil tatsächlich auch, dass die Mitarbeitenden im Team relativ alt waren oder viel, viel älter als ich zu dem Zeitpunkt.

Speaker: Das war so in meinem Altersbereich, ich war zwischen 24 und 25.

Speaker: dem Alter von 29 in der Baubranche oder Industrie dann tätig, bevor ich promoviert habe, dass man sich so ein bisschen einordnen kann.

Speaker: Und da war es tatsächlich so, dass mir das dann wieder zugute gekommen ist, weil klar war, Hierarchie heißt Hierarchie.

Speaker: Das heißt, die führt jetzt dieses Team.

Speaker: Also machen wir jetzt auch.

Speaker: Natürlich können wir sagen, wir sollten mal nach links oder rechts gehen oder das finden wir jetzt vielleicht nicht so gut.

Speaker: Aber dieses

Speaker: Komplette Hinterfragen, das hatte man natürlich nicht.

Speaker: Ja, das hatte man nicht, weil da war es eigentlich relativ klar, dieser Titel, den man bekommen hat.

Speaker: Und das ist, ich glaube, teilweise in der Baubranche schon immer noch so.

Speaker: Also ich glaube, es gibt viele Unternehmen, da ist es schon auch so, wenn du diesen Titel und diese Rolle bekommst, dann wird es da nicht so hinterfragen.

Speaker: Da wird nicht so gesagt, ja, aber vielleicht ist es keine gute Idee.

Speaker: Und das macht es vielleicht dann auch leichter.

Speaker: So für die erste Erfahrung wahrscheinlich schon.

Speaker: Genau.

Speaker: Ja, es hieß halt, du bist verantwortlich, also bist du verantwortlich und dann machst du auch.

Speaker: Auch wenn es mal falsch läuft.

Speaker: Und das kam mir sehr zugute als junge Führungskraft tatsächlich, mich da reinzuentwickeln und da wirklich...

Speaker: Ja, so ein bisschen ausprobieren zu dürfen, aber trotzdem auch im Team erfahrene Leute dabei zu haben, die trotzdem hier mal eingelenkt haben und gesagt haben, hey, da und da sollten wir vielleicht so oder so agieren.

Speaker: Also wirklich eine offene Kommunikation auch zu haben, aber nicht dennoch wirklich jegliche Thematik zu hinterfragen oder hinterfragen zu müssen.

Speaker: Was ja heute auch gut ist und seinen Wert hat.

Speaker: Aber was damals natürlich leichter war, weil das verunsichert einen natürlich.

Speaker: Man ist zum ersten Mal in Führung, man macht zum ersten Mal Dinge.

Speaker: Und wenn man dann alles irgendwie so ein bisschen erklären muss, dann ist es nochmal, glaube ich, ein ganz anderer Einstieg, als ich den vielleicht damals hatte.

Speaker: Bei allem für und wieder.

Speaker: Ja, ja, voll.

Speaker: Und dann kam es dazu, dass du dir gedacht hast, ich promoviere.

Speaker: Ja, ja.

Speaker: Wie kam das?

Speaker: Also hat dir was gefehlt oder hast du, viele machen das ja glaube ich auch in der Baubranche oder in gewissen Branchen, dieser Titel, der verleiht einem ja schon so ein gewisses Ansehen.

Speaker: War das so ein bisschen deine Intention oder hast du gedacht, ich will mich intensiver mit dem Thema beschäftigen?

Speaker: Also tatsächlich, ich hatte ja da in der Zwischenzeit einmal das Unternehmen dann auch gewechselt, hatte noch Masterberufs begleitend gemacht.

Speaker: Und war dann zu dem Zeitpunkt, als ich entschieden habe zu promovieren, so drei Jahre im Beruf ohne irgendwie Master nebenher, wo ja auch viel passiert ist und wo man irgendwie nach rechts und links gar nicht so richtig gucken kann, weil berufsbegleitend ist ja für sonst dann nichts Zeit.

Speaker: Und da war es dann tatsächlich so, dass ich mir immer schon dachte, ah, du könntest noch ein MBA machen.

Speaker: Oder du könntest vielleicht noch promovieren.

Speaker: Und man muss dazu sagen, ich war auch, also ich habe an der Fachhochschule hier in Nürnberg studiert und auch an der Hochschule praktisch mein Master gemacht.

Speaker: Das heißt also nicht an der Universität, was für eine Promotion ja nicht ganz so einfach dann ist am Ende des Tages.

Speaker: Ich habe mir dann aber auch gedacht, also eine der Intentionen war zum einen wieder mich mit dem Thema Digitalisierung detaillierter zu beschäftigen.

Speaker: Beim ersten Unternehmen, in dem ich beschäftigt war, war da mehr los als im zweiten.

Speaker: Also ich wollte da wirklich weitermachen in dem Bereich.

Speaker: Und die zweite Intention war schon auch, dass ich gemerkt habe, und das habe ich ja auch erwähnt, der Kundenkontakt war da.

Speaker: Es war wahnsinnig cool.

Speaker: Man lernt viele Leute kennen, auch in wirklich sehr, sehr, sag ich mal, wichtigen Positionen, wenn man das so aus der Perspektive sagen kann.

Speaker: Also wirklich die Entscheider, Entscheiderinnen der Unternehmen, für die man dann baut oder bauen darf.

Speaker: Und da war es tatsächlich so, dass man sich immer doch wieder mehr beweisen musste.

Speaker: Also dieses, ah, doch eine junge Frau, dann ist sie irgendwie 27, blond und so.

Speaker: Weißt überhaupt, worüber die spricht, weil die will mir jetzt ein Bauwerk für, sage ich mal, 70 Millionen Euro verkaufen.

Speaker: Kann ich der das überhaupt zutrauen, dass sie das kann und auch intern weitergibt, weil irgendjemand muss es dann da ausführen und so weiter.

Speaker: Und auch intern beweisen, umso weiter du kommst, umso weiter musst du natürlich auch in den Unternehmen dich immer wieder beweisen.

Speaker: Und ich glaube, wenn man ein junger Mann in der Position ist, dann wird man immer ernster genommen.

Speaker: Also das war schon mal eine Erfahrung.

Speaker: Man hat natürlich als Frau auch Vorteile da in dem Prozess, weil man mehr in Erinnerung bleibt und so weiter und so fort, weil man halt irgendwie mehr einzigartig ist.

Speaker: Ja, das stimmt, ja.

Speaker: Aber grundsätzlich Intention war tatsächlich für mich dann auch zu sagen, du machst das mit der Promotion, wenn denn eine Stelle möglich ist.

Speaker: das zu vertiefen, fachlich, aber auch mich später weniger beweisen zu müssen, weil, wir haben ja gesagt, traditionelle Branche und in traditionellen Branchen zählen Titel einfach noch.

Speaker: Also da hat man doch noch irgendwie Respekt oder Ehrfurcht vor einem Doktortitel.

Speaker: Und dann dachte ich mir, okay, wenn du das gemacht hast, dann hinterfragt jetzt keiner mehr, ob du Ahnung von Beton hast oder Bodenplatten oder so.

Speaker: Und hat es geklappt?

Speaker: Ja, tatsächlich, an ganz, ganz vielen Stellen schon, würde ich sagen.

Speaker: Also es ist ganz spannend heute noch im Business-Kontext, ob jetzt auf einer Messe oder mit möglichen Kunden oder wie auch immer.

Speaker: Ich würde fast sagen, ab einem gewissen Alter und männlich,

Speaker: sagen die Leute dann nicht Frau Lenz, sondern Frau Dr. Lenz.

Speaker: Also die erwähnen das immer.

Speaker: Man muss nicht sein, also es ist mir nicht so wichtig auch.

Speaker: Aber tatsächlich, man merkt das.

Speaker: Das haben die aber auch gelernt.

Speaker: Genau, ja.

Speaker: Also es ist schon was, was man, ich bin ja auch im Maschinenbau, im HR gewesen und ich glaube auch in Österreich zum Beispiel, da ist es noch ganz, ganz anders.

Speaker: Da lernt man das und da ist das irgendwie auch wichtig.

Speaker: Und ich habe auch das Gefühl, manchen

Speaker: ist es auch super wichtig, dass man das macht.

Speaker: Und ich glaube, das hat einfach, es hat schon einen Effekt.

Speaker: Es ist ja auch eine, also wenn man es jetzt mal aus der Retrospektive betrachtet, es ist ja auch eine wahnsinnige Schinderei und Quälerei.

Speaker: Aber ich kann jetzt von mir sagen, mir ist es jetzt nicht so wichtig, dass man das erwähnt, aber wie du sagst, auch in Österreich, also wenn man länderspezifisch guckt, wo man wirklich jeden Titel ja auch dann weiterführt, da ist es nochmal komplett anders, genau.

Speaker: Ganz witzig.

Speaker: Und dann kam es dazu, dass du dich selbstständig gemacht hast.

Speaker: Wie ist das passiert?

Speaker: Also wo war dann der Punkt, wo du gedacht hast, nee, ich mache das irgendwie lieber selber?

Speaker: Ja, ich habe tatsächlich nie auf dem Plan gehabt, dass ich mich selbstständig mache.

Speaker: Also nie.

Speaker: weil ich eben, wie gesagt, ich komme aus einer traditionellen Familie auch.

Speaker: Meine Mutter war Hausfrau, was auch toll war für uns als Kinder.

Speaker: Und ich kam jetzt aus keiner Familie, wo man auch Unternehmertum wirklich gesehen hat, auch nicht im nahen Umfeld.

Speaker: Klar kennt man dann, es gibt Leute, die haben Unternehmen oft dann in mehreren Generationen geführt.

Speaker: Das ist dann so in der Familie.

Speaker: Aber bei uns war das kein Thema, sondern eher vom Mindset her, ich glaube bis heute, wenn ich das über meine Eltern sagen kann, eher mit Unsicherheit verbunden und viel Risiko.

Speaker: Und mit Hinterfragen, wird das denn?

Speaker: Und kannst du dann deine Miete bezahlen?

Speaker: Und kommst du denn nicht, dass wir dich da irgendwie unter der Brücke wieder rauffolgen müssen?

Speaker: Also dementsprechend hatte ich das nie auf dem Karriereplan.

Speaker: Und ich finde auch, da fehlen Vorbilder tatsächlich.

Speaker: Also vor allem in unserer Branche, wo es ja eh wenig Frauen in Führung per se gibt, aber auch generell wenig Unternehmerinnen.

Speaker: Also es gibt hier und da mal so

Speaker: ein kleines Architekturbüro, was geführt wird, aber wenig Leuchtturm-Unternehmerinnen, die da rausgehen und auch sagen, wie es dann ist.

Speaker: Und wann war der Punkt, wo ich dann gesagt habe, ich mache es selber?

Speaker: Der war für mich tatsächlich, also ich hatte dann promoviert, war in drei Jahren fertig, habe Tag und Nacht gearbeitet, dass das klappt und war wirklich stolz auf mich selber, weil ich mir dachte, ja, wenn du das schaffen kannst, ist doch super.

Speaker: Und initial hatte ich immer die Idee, okay, du gehst dann in die Bauindustrie zurück, in irgendeinen Baukonzern und versuchst mal, wie weit oder guckst, wie weit du kommst, wie weit du Karriere machen kannst.

Speaker: Das war so der initiale Plan.

Speaker: Und ich habe dann auch einige Gespräche geführt zu dem Zeitpunkt mit verschiedenen möglichen potenziellen Arbeitgebern für mich.

Speaker: Und ja, in tollen Positionen hätte auch gut gepasst, aber war dann oft wieder an dem Punkt, wo es darum ging, naja, wollen Sie denn nicht noch irgendwann Kinder?

Speaker: Da war ich 33 Jahre alt.

Speaker: Und da müssen Sie sich schon überlegen, wenn Sie jetzt zu uns kommen auf die Position, dann wird das schwierig mit Vereinbarkeit von Familie und Beruf tatsächlich oder Führungsposition.

Speaker: Und dann dachte ich mir, es ist interessant, weil jetzt bin ich 33 und habe jetzt irgendwie echt den Hintern aufgerissen, um es ganz lapidar zu sagen, hierher zu kommen und habe tolle Konzepte auch für so eine Stelle ausgearbeitet und darauf reduziert zu werden, auch in großen Teilen.

Speaker: Das hat mich dann richtig gestört.

Speaker: Und dann dachte ich mir, willst du wirklich für solche Leute arbeiten?

Speaker: Und willst du vielleicht nicht versuchen?

Speaker: Also ich hatte zwei, drei Ideen aus der Promotionszeit auch raus, wo ich mir dachte, vielleicht kannst du damit deinen Lebensunterhalt bestreiten.

Speaker: Und dann dachte ich mir, naja, okay, wenn jetzt nicht der richtige Zeitpunkt ist, wann kommt er denn dann?

Speaker: Weil man wird ja immer älter, man hat immer mehr Verantwortung, dann hat man auch, also vor der Promotion war es für mich auch so, ich hatte ein gutes Gehalt, das war an der Uni niedriger, ich hatte einen Firmenwagen, den habe ich dann abgegeben.

Speaker: Das ist ja immer dann mit sehr, sehr viel, ich sage mal, Schmerz auch verbunden und raus hat er kommt.

Speaker: und dann dachte ich mir, jetzt probierst du es einfach und mein Gott, wenn es nicht klappt, dann wird es irgendwie einen Weg zurück geben, wo wirst du schon unterkommen.

Speaker: Und es war dann wirklich so der ausschlaggebende Punkt, einmal zu sagen, okay, du hast eine coole Idee und auf der anderen Seite auch, für wen willst du eigentlich arbeiten oder wie wirst du deine Zeit verbringen, weil die einfach schnell vergeht.

Speaker: Ja.

Speaker: Und ich glaube, das ist eigentlich auch das Entscheidende, dass wir uns das zutrauen zu sagen, okay, jetzt mache ich es einfach, weil was kann passieren?

Speaker: Also das ist, ich habe das jetzt auch schon mal im Podcast besprochen.

Speaker: Das ist bei uns in Deutschland auch so ein Sicherheitsding.

Speaker: Du beschreibst es ja auch mit deiner Familie.

Speaker: Okay, bist du sicher, dass du das machen willst?

Speaker: Dass du das kannst.

Speaker: Und dass da auch Geld reinkommt und kannst du bestimmt davon leben und was machst du?

Speaker: Aber was passiert schon, wenn wir daran auch mal scheitern?

Speaker: Am Ende auch nichts und...

Speaker: Du bist nicht gescheitert.

Speaker: Du bist das Schöne.

Speaker: Ihr habt jetzt drei Unternehmen.

Speaker: Das eine ist jetzt gerade fünf Jahre geworden.

Speaker: Sechs sogar.

Speaker: Also in zwei Monaten.

Speaker: Das ist fast immer wie so ein Kindergeburtstag.

Speaker: Da ist man ja schon fast aus der Startup-Phase wieder raus.

Speaker: Ich weiß gar nicht, wann man das nicht mehr...

Speaker: Sieben Jahre ist, glaube ich, das Maximum, habe ich mal gehört.

Speaker: Aber ohne Gewehr.

Speaker: Wie blickst du auf die Zeit zurück?

Speaker: Ihr seid ja jetzt auch schon einige Mitarbeitende.

Speaker: Und wie blickst du da zurück?

Speaker: Also vielleicht kannst du uns da einen kurzen Einblick noch geben.

Speaker: Sehr gerne.

Speaker: Also vielleicht noch zu dem Thema Scheitern.

Speaker: Also ich habe mal vor langer Zeit zum Führungskräfte-Coaching gehabt und dann hat mir der Führungskräfte-Coach gesagt, Mensch,

Speaker: Die meisten Dinge bzw.

Speaker: beim Scheitern muss man ja immer überlegen, was ist das Schlimmste, was dann passieren kann.

Speaker: Und auch in so einem Fall ist ja das Schlimmste, dass man sich irgendwo wieder einen Job sucht und im Zweifelsfall ein paar Euro Schulden hat.

Speaker: Das ist natürlich blöd oder schlimm, aber so schlimm ist es dann meistens auch nicht.

Speaker: Also das heißt, diese schlimmen Szenarien, dieses Worst Case-Szenarien,

Speaker: Wie worst ist es denn?

Speaker: Das ist immer ganz wichtig, glaube ich.

Speaker: Und ich bin einfach auch eine Freundin davon, dass man Probleme, die es nicht gibt, sich nicht schon vorher irgendwie diskutiert im Kopf, weil 80 Prozent kommen eh nicht.

Speaker: Also ich glaube, man kann mit Problemen auch umgehen, wenn die da sind.

Speaker: Aber wie blicke ich darauf zurück, ist auch ganz spannend.

Speaker: Also ich glaube, dieses Thema...

Speaker: Wenn man so ein bisschen mehr über sich weiß, und das kann ich vielleicht auch nochmal rekapitulierend zur Promotion sagen, in der Zeit lernt man viel über sich selber, weil man viel Zeit alleine mit sich verbringt.

Speaker: Und man lernt sich selber kennen und wenn man sich damit beschäftigt, was sind eigentlich meine Werte, also was ist mir wirklich wichtig?

Speaker: Zum Beispiel, ich will unabhängig sein, ich will kreativ sein können, ich will was selber entwickeln, gestalten.

Speaker: Erfolg vielleicht auch.

Speaker: Das traut sich ja hier auch keiner mehr zu sagen, oft in Deutschland.

Speaker: Ich will erfolgreich sein und ich verdiene zum Beispiel auch gern Geld.

Speaker: Ist mir das eigentlich wichtig?

Speaker: Das sind so Themen, wenn man das, glaube ich, weiß, dann ist es ganz wichtig auch zu entscheiden, wo gehe ich oder in welche Richtung gehe ich und was bin ich auch bereit dafür zu machen.

Speaker: Und wenn ich zurückschaue, dann waren das, ganz ehrlich, jahrelang 24-7 abrackern, um da zu sein, wo wir heute sind.

Speaker: Und heute sind wir auch an dem Punkt, also wir haben 30 Mitarbeitende, heißt die Verantwortung, die wird immer größer.

Speaker: Es muss immer mehr Geld reinkommen, es muss einfach laufen, die

Speaker: Perspektive von mir hat sie auch komplett verschoben.

Speaker: Also von, wie zahlst du deine eigene Miete bis dahin?

Speaker: Wie zahlst du denn die Gehälter von 30 Mitarbeitenden?

Speaker: Totally different so für mich.

Speaker: Und das waren wirklich jahrelang, also ich würde sagen, drei, vier Jahre habe ich sieben Tage in die Woche gearbeitet.

Speaker: Das gehört auch zur Wahrheit dazu.

Speaker: Also das ist nichts, was irgendwie, weil es sieht ja nach außen immerhin so aus, jetzt hat die da zwei Unternehmen und dann springt die von A nach B und erzählt ein bisschen was.

Speaker: und erzählt, wie schön es ist, Unternehmerin zu sein.

Speaker: Und die Baubranche und was in der Digitalisierung alles passiert.

Speaker: Und was alles so geht.

Speaker: Und ich meine, auch da Digitalisierung und Bauen, unsere Startups beschäftigen sich alle mit dem Thema Digitalisierung, ob jetzt Softwareentwicklung oder Beratung.

Speaker: Und dann kommt man als Frau in diese traditionelle Branche, auch mit diesen Themen.

Speaker: Das ist auch nicht so ganz so einfach.

Speaker: Wir haben in Corona-Zeiten gegründet, war eigentlich der beste Zeitpunkt, hat aber auch funktioniert.

Speaker: Also geht alles.

Speaker: Was will ich sagen?

Speaker: Also es ist einfach viel, viel Arbeit und bis heute würde ich sagen,

Speaker: Ich habe es hingekriegt, am Wochenende nicht mehr zu arbeiten.

Speaker: Das ist vielleicht auch ganz gut.

Speaker: Aber bis heute ist es natürlich so, dass man sich hinterfragt, dass wir alle drei Monate gucken, wie laufen unsere Prozesse.

Speaker: Haben wir noch das richtige Geschäftsmodell?

Speaker: Also wir sind eigentlich ein Unternehmen und deswegen mag ich auch den Begriff Start-up heute noch, auch wenn wir jetzt langsam rauswachsen, dass es sich wirklich täglich neu erfindet.

Speaker: Und wo wir sagen, auch ich ungeduldige Person, wir laufen vielleicht 30 Tage in die falsche Richtung, aber wenn wir es merken, nicht 30 Tage,

Speaker: 30 oder 31 Tage, 30 plus 1.

Speaker: Was ich damit sagen will, wir können schnell agieren und wir können entscheiden oder ich kann entscheiden.

Speaker: Und das ist etwas, was mich wahnsinnig erfüllt, dass wir es so machen können, wie wir es machen wollen.

Speaker: Auch in der Führung, auch wie behandeln wir Mitarbeitende, wie gehen wir mit Kunden um.

Speaker: Unsere Kundinnen und Kunden heißen bei uns auf der Website Partner, Partnerinnen.

Speaker: Das ist ein ganz anderes Mindset einfach.

Speaker: Weil wir wirklich zusammenarbeiten wollen, wir wirklich schaffen wollen, dass wir ein Team sind.

Speaker: Gelingt uns auch nicht immer, um Gottes Willen, aber das ist unser Anspruch, dass wir wirklich alles möglich machen für die Kundinnen und Kunden und das wirklich als Partner, als Team machen, weil Bauprojekte einfach sehr, sehr komplex sind.

Speaker: Und wenn wir nicht als Team zusammenarbeiten, unabhängig von Digitalisierung, das nicht gut hinkriegen.

Speaker: Ja, jetzt hast du uns viele, viele Punkte gegeben.

Speaker: Also zum einen, wer jetzt sich motiviert fühlt, auch in einer Branche, wo wenig Frauen sind und die hart umkämpft ist und vielleicht auch manchmal konservativ ist.

Speaker: Wir brauchen auf jeden Fall Mut.

Speaker: Und auch ein bisschen Durchhaltevermögen.

Speaker: Es ist natürlich viel, viel Arbeit.

Speaker: Das kann, glaube ich, sagt auch jeder, der sich selbstständig gemacht hat oder der auch was erreichen will.

Speaker: Ich meine, du kannst auch in einem Unternehmen in eine Position kommen.

Speaker: Und auch da haben sie dir ja auch gesagt, da musst du ganz viel opfern.

Speaker: Das ist sicherlich auch so.

Speaker: Und das gehört auch zur Wahrheit dazu, dass man schon sehr, sehr viel auch opfern muss.

Speaker: Auch Privatleben, Privatleben.

Speaker: Zeit mit der Familie.

Speaker: Aber trotzdem, du ja jetzt auch an den Punkt kommst, wo du sagst, ja, es lohnt sich für mich, weil ich einfach meine Werte leben kann und weil ich meine Leidenschaften auch erfüllen kann.

Speaker: Und ihr jetzt auch ein Unternehmen seid, klar, das natürlich flexibler ist.

Speaker: Du kannst viel, viel flexibler auch auf Situationen reagieren in dieser, ich sage mal, Start-up-Welt.

Speaker: Kann sich auch weiterentwickeln, wenn man dann noch größer wird oder sich noch weiterentwickelt.

Speaker: Und wenn wir jetzt mal so ein bisschen auf die Branche kommen oder auch Frauen in der Führung.

Speaker: Ich habe bei dir einen sehr spannenden Post gefunden.

Speaker: Ich glaube, der ist auch erst letzte Woche online gegangen, wo du auch sagst, in der Architektur sind wir mittlerweile schon bei fast 50 Prozent Frauenanteil.

Speaker: Überrascht mich nicht, weil das ist ja, glaube ich, auch eine Branche.

Speaker: Wollte ich das ja auch mal machen.

Speaker: Ja, aber es ist ja auch diese Architektur und vor allem auch Innenarchitektur.

Speaker: Das ist jetzt etwas, wo man sagt, okay, man

Speaker: Für viele stellen sich das auch sehr künstlerisch vor.

Speaker: Leider ist die Realität ja doch immer ein bisschen anders.

Speaker: Aber trotzdem ist es was, wo viele Frauen sich schon angezogen fühlen.

Speaker: Dann haben wir Bauingenieurwesen 27 Prozent.

Speaker: Die Zahl hat mich tatsächlich sogar überrascht, dass es schon 27 Prozent sind.

Speaker: Aber es ist trotzdem noch relativ gering.

Speaker: Und dann haben also Frauen in der Führung im Bau 6 Prozent.

Speaker: Das ist natürlich schon...

Speaker: Eine krasse Zahl.

Speaker: Aber wir werden auch gleich mal darauf eingehen, warum es vielleicht auch so ist.

Speaker: Das beantwortest du auch in dem Post.

Speaker: Und dann haben wir noch Frauenanteil im Baugewerbe 13%.

Speaker: Also die ist dann schon ein bisschen höher.

Speaker: Aber wir haben natürlich hier 6% in der Führung.

Speaker: Was glaubst du, woran das liegt?

Speaker: Weil ihr in eurem Unternehmen, da ist es ja nicht so.

Speaker: Ihr habt einen hohen Frauenanteil, wie ich weiß.

Speaker: Und

Speaker: Vielleicht gehen wir erst mal darauf ein, was sind so die Gründe?

Speaker: Was glaubst du, warum der in der Führung so gering ist?

Speaker: Also das ist vielleicht auch noch ein interessanteres Aspekt.

Speaker: Das sagen mir ganz, ganz viele Unternehmen.

Speaker: Also wenn ich jetzt auch vor allem in dem Projektmanagement-Bereich unterwegs bin, also Projektstörung oder so ist auch oft, dass die viele Frauen haben, dann sagen wir oft Unternehmern.

Speaker: Ja, wir sind ja ganz stolz, weil wir haben 50 Prozent Frauenquote.

Speaker: Und wenn ich dann frage, wie viel sind denn in Führungspositionen, also in wirklich nennbaren, dann ist das genau diese sechs Prozent, wenn man überhaupt dahin kommt.

Speaker: Warum ist das so?

Speaker: Ich glaube tatsächlich, dass, wie wir sozialisiert sind ein Stück weit, das zieht sich über alle Branchen hinweg, vielleicht bei uns nochmal ein bisschen traditioneller, weil man einfach nochmal weniger darauf achtet, glaube ich auch, ja, und dass noch nicht so angekommen ist, dass das anders sein muss oder sollte und dass das jedem Unternehmen guttun würde.

Speaker: Aber wenn ich auch bei uns gucke, jetzt führe ich zum Beispiel die Unternehmen jeweils mit Männern als Pendant und man merkt schon auch, wenn wir zum Beispiel intern, kann ich auch von uns sagen, darüber diskutieren, ist es eine neue Projektleitungsstelle frei oder eine andere Führungsposition, wen wollen wir denn nehmen, dann kommen auch bei den Kollegen, Kolleginnen oft erstmal junge Männer in den Sinn oder Männer, die halt bei uns arbeiten.

Speaker: Warum ist das so?

Speaker: Weil die lauter sind.

Speaker: Also die Frauen, die machen großartige Arbeit, die machen die gerne im Hintergrund, das ist zumindest wie Beobachtung, das sehe ich auch an den Universitäten, by the way, wenn die Frauen eine tolle Ausarbeitung machen in dem Projekt und das präsentieren sollen, dann stehen die da vorne und wollen sich halb entschuldigen für jedes Wort, was sie da sagen, obwohl die Ausarbeitung großartig ist, super fundiert ist, super professionell, aber das Thema ist das Selbstmarketing und wie bringen die es rüber und das Thema Selbstbewusstsein auch.

Speaker: Und ich glaube schon, dass wir sozialisiert sind, dahingehend, dass wir Frauen weniger zutrauen grundsätzlich.

Speaker: Und wenn die dann noch ruhiger sind und dann geht es darum und ich habe fünf Männer, die irgendwie auch in Frage kommen, dann ist natürlich die Frage, fällt die mir jetzt auf dafür und kann ich wirklich mit meinem Blick auch beurteilen, kann die das?

Speaker: Und wie müssen wir vielleicht auch die oder jenige fördern, um da hinzukommen?

Speaker: Weil ich glaube, von der Erziehung oder aus der Erziehung grundsätzlich raus kommt es ja auch so hin.

Speaker: Die Männer, die sind da, also man wird nach anderen Dingen beurteilt.

Speaker: Also wir sollen hübsch aussehen, ruhiger sein und die Männer werden nach anderen Themen beurteilt.

Speaker: Und ich glaube auch, das ist so ein Thema, die Männer, die stehen da vorne, die präsentieren ihre Projektarbeit großartig, obwohl da vielleicht noch halb so viel dahinter ist, manchmal, wenn ich das sagen darf.

Speaker: Also, nur offens, also bitte nicht alle über den Kamm scherren, aber es ist tatsächlich oft so und da blutet mir immer das Herz, weil dieses Thema, sich selbst zu verkaufen, mindestens so wichtig ist wie die Ausbildung dahinter.

Speaker: Und ich glaube, dieses ruhiger Sein und dieses nicht auf dem Schirm haben und je nachdem, das war ja bei mir auch so, in welchem Alter sind die dann, denken viele, ah, die will ja dann Kinder und ist die nächsten zehn Jahre in Elternzeit, was ja auch nicht immer so ist.

Speaker: Und wo man auch einfach flexible Lösungen für finden kann, geht bei uns ja auch zum Beispiel.

Speaker: Das ist einfach super wichtig und deswegen, glaube ich, ändert sich das auch nur, wenn man wirklich Frauen in Top-Positionen hat.

Speaker: Ich meine, wir sind klein, aber die wirklich mit entscheiden dürfen, wie geht das weiter.

Speaker: Weil ich glaube, ich habe einen anderen Blick darauf als meine Kollegen an der Stelle jeweils und kann das nochmal besser beurteilen oder bin dann ein Stück weit sensibler und gucke wirklich, wie fördern wir da gezielt, natürlich auch die Männer um Gottes Willen, wie fördern wir da gezielt, um wirklich die beste Person für die Position zu kriegen und nicht die, die am lautesten ist.

Speaker: Ja, und das ist, glaube ich, auch ein ganz, ganz wichtiger Punkt, weil das ist ja auch, du hast jetzt dir das auch erkämpft, sag ich jetzt, machst du uns ja auch jetzt durch die Zeilen auch nicht immer ganz klar jetzt gerade mitgeteilt, aber es war auch ein Kampf, dahin zu kommen und du musst schon viel auch einstecken und ich denke auch heute noch einstecken, du bist auch sehr viel aus Speakerin unterwegs und

Speaker: versuchst da ja auch eine Vorbildrolle auch einzunehmen und das, was du ganz am Anfang auch einmal erwähnt hast, es fehlen uns diese Vorbilder, Unternehmerinnen oder in der Startup-Szene genauso oder auch vor allem dann Startup-Szene, ja, es gibt schon auch Frauen, Gründerinnen, aber dann auch so speziell, wie du auch gesagt hast, in deiner Branche diese Vorbilder zu haben, das ist super wichtig und das ist vielleicht auch ein Wunsch so an alle Frauen, die das machen, dann auch mal lauter zu sein und euch das

Speaker: mehr zu zeigen auch an der Stelle.

Speaker: Du machst ja da auch relativ viel und auch als Mentoring und in dieser Startup-Szene für Frauen, weil das, glaube ich, dann auch eine ganz, ganz wichtige Verantwortung von uns Frauen ist, zu sagen, hey, ihr müsst auch laut sein und ihr müsst euch das trauen und ihr müsst da mutig sein und auch eure Stimme erheben werden.

Speaker: Weil ihr wirklich was drauf habt.

Speaker: Das ist ja auch sehr spannend eigentlich zu sehen.

Speaker: Ich hatte es jetzt in einem anderen Podcast auch, der ist auch an der Hochschule tätig, auch als Lehrbeauftragter und sagt, also die High Performer sind eigentlich fast immer Frauen.

Speaker: Das ist eigentlich, wo ich sage, ja, wenn man gleich sagt, freue ich mich drüber, das zu hören, weil

Speaker: Aber trotzdem ist es spannend zu sehen, dass diese ganz hohen, wichtigen Positionen trotzdem immer Männer sind.

Speaker: Und da müssen wir uns, glaube ich, gegenseitig mehr pushen.

Speaker: Tendenziell bessere Abinoten, bessere Studienabschlüsse.

Speaker: Also ich meine, als ich hier studiert habe, da waren wir vier Frauen von 200.

Speaker: Das hat sich Gott sei Dank geändert.

Speaker: Und ich denke mir dann, okay, da kommen so viele tolle junge Frauen raus.

Speaker: aus dem Studium mit einem tollen Abschluss, super duper ausgebildet und dann nutzen wir das nicht.

Speaker: Und da blutet mir wirklich das Herz, also auch wie du sagst, rauszugehen.

Speaker: Ich werde auch hinterfragt bei uns intern, warum gehst du denn auf so viele Veranstaltungen und machst das und kommt da bei uns ein Auftrag bei rum?

Speaker: Nein, nicht immer, leider.

Speaker: Und heute werden wir noch von 100 Türen 99 zugehauen, wenn wir einen Auftrag wollen, das ist einfach so.

Speaker: Also da geht es eben viel um Durchhaltevermögen, aber mir ist das wirklich ein Herzensthema, weil einfach, selbst wenn ich Herausforderungen in meinem Leben habe und mir dann denke, okay, gibt es denn da eine Unternehmerin, die auch schon mal vor der Herausforderung war und wie gehen denn andere damit um?

Speaker: Gibt es denn welche, die zeigen, dass es geht?

Speaker: Dann ist es rar gesät.

Speaker: Und das ist wirklich, wirklich schade.

Speaker: Und wie gesagt, vor allem in unserer Branche, ich kriege da auch viel positives Feedback von jungen Frauen.

Speaker: Und deswegen ist mir das auch extrem wichtig, dass man da rausgeht und auch mehr zu ermutigen, auch darüber zu sprechen, wie gut läuft was und wie schlecht läuft was auch und wie viel hinterfrage ich mich auch.

Speaker: Also klar, ich würde schon sagen, ich bin selbstbewusst.

Speaker: Muss ich auch sein.

Speaker: Und ich glaube, wenn du mit einer Idee rauskommst, ob du jetzt sagst, ich studiere, promoviere, gründe oder mache weiß was ich was immer, du wirst einfach beurteilt von immer und von jedem, auch junge Männer oder Männer im Allgemeinen.

Speaker: Ich glaube, das ist geschlechterunspezifisch.

Speaker: Ich glaube, die Parameter, mit denen wir gemessen werden, die sind andere.

Speaker: Es klopft keiner an unserer Tür und fragt uns, willst du die Führungsposition übernehmen oder willst du X oder Y nach außen wirken, sondern wir müssen es fordern.

Speaker: Und das ist auch Teil der Wahrheit an der Stelle.

Speaker: Wir müssen es wirklich einfordern.

Speaker: Und das geht los von Vorbildern bis überhin, dass man wirklich auch in der Erziehung anpackt und sagt, ja, hey, du kannst alles schaffen, was du schaffen willst.

Speaker: Ja, ja.

Speaker: Da tut sich, glaube ich, schon auch viel.

Speaker: Also wir bewegen uns da schon auch in eine gute Richtung, würde ich sagen.

Speaker: Aber das ist auch etwas, wo wir viele, viele Frauen noch mehr ermutigen müssen, zu sagen, stellt euch auch auf die Bühne, zeigt auch, was ihr geschafft habt und was ihr erreicht habt und seid da auch ein bisschen lauter.

Speaker: Ja.

Speaker: Wenn wir jetzt mal so auf dich gucken.

Speaker: Du hast ja jetzt schon unfassbar viel erreicht, also dich in der Baubranche durchgesetzt und die Digitalisierung treibst du da voran.

Speaker: Du hast mehrere Unternehmen gegründet.

Speaker: Was steht da noch auf deiner Bucketlist?

Speaker: Ja, vieles tatsächlich.

Speaker: Also ich bin ja jetzt 39 und ich habe jetzt lange darüber nachgedacht, was ist denn eigentlich, also die Zeit vergeht ja so schnell und wenn man mal zurückguckt, dann hat man studiert und dann hat man gearbeitet, promoviert und so und jetzt ist man 39 und also man wacht ja auf und ist 39.

Speaker: Das Gefühl habe ich auch.

Speaker: Ich bin 38 und man muss gut überlegen, wenn mich jemand fragt.

Speaker: Was ist denn passiert?

Speaker: Eigentlich so die letzten 20 Jahre.

Speaker: Und tatsächlich, ein Thema, was mich persönlich beschäftigt, ist tatsächlich, dass ich gerade ein Kind erwarte oder mein erstes Kind erwarte.

Speaker: Und das war für mich oder ist in diesem Jahr natürlich für mich das Hot Topic.

Speaker: Also wie geht das mit den anderen Kindern, den Unternehmern?

Speaker: Unternehmens weiter, ohne mich.

Speaker: Aber wie gesagt, wir haben 30 Mitarbeitende, wir haben ein tolles Team und die machen das großartig.

Speaker: Also da kann ich auch wunderbar gut Verantwortung gerade abgeben.

Speaker: Aber natürlich für mich zu gucken und das ist, glaube ich, unabhängig davon, ob du jetzt ein Unternehmen gründest, ein Baby kriegst oder was kommt als nächstes.

Speaker: ist, wie ist die Definition für dich richtig?

Speaker: Also für mich gerade ein Hot Topic, wie ist die Definition die richtige Definition von einer guten Mutter für mich?

Speaker: Wie war vorher die Definition von einer guten Unternehmerin für mich oder einer guten Führungskraft?

Speaker: Wie wollte ich als Mitarbeiterin behandelt werden?

Speaker: Wie behandeln wir unsere Leute jetzt?

Speaker: Also wie kriegen wir das hin?

Speaker: Und das Hot Topic ist das gerade für mich.

Speaker: Also auch das vielleicht ganz kurz am Rande erwähnt.

Speaker: Ist ganz, ganz spannend, wenn man da mal rausguckt.

Speaker: Es gibt kaum Frauen, die da rausgehen und darüber reden und sagen, hey, ich kriege das hin.

Speaker: Und ich kriege irgendwie beides hin.

Speaker: Und wie sieht es eigentlich danach aus?

Speaker: Und auch im persönlichen Umfeld fragt die, wie willst du das denn jetzt da machen?

Speaker: Und ich sage, ich kriege da schon beides hin.

Speaker: Und natürlich gibt es so ein Konzept.

Speaker: Und wenn jemand ein Konzept hat, dann bin ich das nicht ganz selbst überprüft.

Speaker: Ganz viele Listen und Pläne, wie das alles zu laufen hat.

Speaker: Aber ich mache mir da sehr, sehr viele Gedanken, dass das auch natürlich an keinem hängen bleibt.

Speaker: Aber das ist für mich natürlich Hot Topic und das ist auch wichtig, glaube ich, dass man das nach außen trägt und sagt, hey, so funktioniert es.

Speaker: Und da wird es auch wahrscheinlich viele Tiefpunkte geben, wo ich mich hinterfrage und bis ich da meine Definition für mich finde und für unsere Family und für unser Baby dann auch.

Speaker: Aber das vielleicht so jetzt in der Transitphase.

Speaker: Und dann bin ich aber auch gerade dabei, meinen Karriereplan 2.0 zu machen.

Speaker: Also wie waren die letzten 20 Jahre und wie sollen eigentlich die nächsten 20 Jahre werden?

Speaker: Und ich habe da ganz spannende, ich mache Coachings und was auch dazugehört, da hinterfragt mich natürlich, aber ganz spannende Gespräche vor dem Hintergrund geführt.

Speaker: Ja, was willst du denn eigentlich noch machen?

Speaker: Also du hast jetzt viel gemacht, klar, cool.

Speaker: Und oft macht man sich ja gar nicht so bewusst, was ist schon.

Speaker: Du feierst bestimmt die Erfolge auch nicht so, weil du hast da sieben Tage die Woche gearbeitet, damit es läuft und dann freust du dich darüber, dass du mal ein Wochenende hast oder dass du vielleicht mal an Feiertagen nur kurz arbeitest und dann feierst du eigentlich nur diesen Meilenstein, aber was ja dahinter steckt.

Speaker: Das ist ja auch eigentlich unglaublich.

Speaker: Du musst ja da eigentlich erst mal innehalten und dir überlegen, hey, was habe ich da eigentlich alles erreicht?

Speaker: Total.

Speaker: Und ich meine, dann ist es ja auch nicht so, dass man, da bin ich wahrscheinlich wie viele Menschen, da rausgeht und sagt, jetzt habe ich so viel Tolles gemacht und was wollt ihr überhaupt noch?

Speaker: So, nee, ich habe ganz, ganz viel vor so und habe dann jetzt auch überlegt, okay, also die zweite Karrierehälfte, wenn ich es wieder so nennen kann,

Speaker: Was soll da jetzt eigentlich noch kommen?

Speaker: Und ich habe so ein paar Visionen.

Speaker: Also ich will mal noch Aufsichtsreden werden zum Beispiel.

Speaker: Also das steht da auf meiner Bucketlist, weil ich einfach Bock habe.

Speaker: Ich hätte mir auch immer die Konzernkarriere vorstellen können.

Speaker: Ich will wissen, wie läuft das da?

Speaker: Ich glaube, ich kann mit Diversity und die Digitalisierung sehr, sehr viel Erfahrung mit reinbringen und so einen Aufsichtsrat begeistern, ohne dass ich jetzt dafür Werbung mache.

Speaker: Also falls jemand jemanden exzellent sucht, wir hätten jemanden.

Speaker: Aber ich glaube, mich würde einfach auch interessieren, wie agieren Aufsichtsräte, welche Komplettstrukturen gibt es da, was kann ich für uns auch adaptieren.

Speaker: Also das ist was, wo ich wirklich Lust drauf habe, was wirklich da noch oben steht.

Speaker: Ich kann mir auch vorstellen, nochmal zu gründen.

Speaker: Also auch das steht da noch irgendwie im Raum.

Speaker: Also ich habe noch ein paar Ideen.

Speaker: Ich bin so immer voller Ideen.

Speaker: Also das sind so Themen, die ich da noch drauf habe.

Speaker: Und so ganz klar habe ich den Plan noch nicht für die nächsten 20 Jahre, aber bin da gerade an der Ausarbeitung.

Speaker: Aber das sind so zwei Punkte, wenn ich die nennen kann, die ich mir sehr, sehr gut vorstellen kann.

Speaker: Ja, die kann ich mir auch gut vorstellen.

Speaker: Ich glaube, mit der Erfahrung, die du einfach gemacht hast, sowohl in Unternehmen zu arbeiten, dann auch zu gründen,

Speaker: Und ein Startup zu haben oder mehrere Startups zu haben, die aufzubauen und auch da zu stabilisieren.

Speaker: Ich meine, das gehört ja auch dazu.

Speaker: Das eine ist, du baust es auf und dann aber auch eine Stabilität da reinzubringen.

Speaker: Und das ist jetzt auch gerade eben für dich so eine Möglichkeit, so ein bisschen dich da wieder rauszunehmen.

Speaker: Also deine Position auch in diesen Startups oder in den Unternehmen, wie man sie jetzt auch immer noch bezeichnet,

Speaker: wieder zu verändern und da auch noch mal zu schauen, was passiert denn eigentlich mit der Organisation, mit der Kultur, mit dem ganzen Unternehmen, wenn du dich da auch ein bisschen rausziehst.

Speaker: Weil du bist ja auch wahnsinnig präsent.

Speaker: Von einfachen Projektarbeiten bis Projektleitung, Führung, Geschäftsführung.

Speaker: Du bist ja aktuell noch in überall, in allen Themen drin.

Speaker: Und jetzt zu sagen, jetzt verändere ich meine Rolle, passiert ja auch was mit den Unternehmen, also mit den Mitarbeitenden.

Speaker: Genau.

Speaker: Und das ist sicherlich auch eine spannende Phase.

Speaker: Aber das alles einzubringen, eben auch in so einer Aufsichtsratposition, kann ich mir auch wunderbar vorstellen.

Speaker: Ja, und das ist irgendwie auch so eine Umbruchzeit ein Stück weit.

Speaker: Natürlich, weil ich das zum einen muss oder darf auch.

Speaker: Es ist ein absolutes Geschenk, dass das quasi so ist auch.

Speaker: Aber auch die Möglichkeit zu schaffen für die, die da sind.

Speaker: Da sind 30 tolle Menschen, also wirklich von A bis Z. Und wenn ich das auch sagen darf, auf das bin ich am stolzesten, wenn ich darüber spreche.

Speaker: Also nicht auf irgendwelche Umsatzzahlen oder Unternehmen, na klar, die Show muss laufen, aber auf die Leute, die da wirklich mit Herzblut auch mitgehen.

Speaker: und das entwickeln, ihre tollen Ideen jeden Tag reinbringen.

Speaker: Und da läuft auch mal was schlecht, um Gottes Willen.

Speaker: Aber das ist einfach, das macht mich am stolzesten, auf dieser Weihnachtsfeier jeden Tag, jeden Tag, sondern jedes Jahr zu sein und die 30 Leute da im besten Fall zu sehen und die da wirklich feiern zu sehen und zu sehen, okay, wie entwickelt sich das und wie mögen die sich auch, also sind die auch ein Team, ja?

Speaker: Und wie gut ist das eigentlich?

Speaker: Also wie toll ist das?

Speaker: Und da bin ich mir sicher, dass das auch, also

Speaker: Man hat sich viel damit beschäftigt, was ist mit mir und alte Äste abschneiden, wo passe ich auch nicht mehr rein, wo bin ich so ein Stück weit rausgewachsen.

Speaker: Stichpunkt klassische operative Projektarbeit, sage ich jetzt mal, mehr strategisch zu machen, natürlich auch geschuldet dem Wachstum, das wir haben.

Speaker: Und das ist eine ganz, ganz spannende Phase, mich dann nochmal neu zu definieren und zu gucken, wie definiere ich mich auch als Führungskraft, als Unternehmerin, so on the long run vielleicht auch für alle, die das hören.

Speaker: Ich wollte nie Unternehmerin werden, dann bin ich es geworden, weil ich dann wusste, das passt irgendwie zusammen mit Idee, Team und Werte.

Speaker: Und jetzt kann ich mir fast gar nicht mehr vorstellen, zurückzugehen.

Speaker: Also zu sagen, okay, jetzt gehe ich irgendwie in eine normale Position in irgendeinem Konzern und muss mich da auch ein Stück weit unterordnen.

Speaker: Auch damit hatte ich immer Probleme, das war so.

Speaker: Aber ich glaube, das habe ich auch viel über mich gelernt natürlich die letzten Jahre und viel, glaube ich, was man auch nochmal mitgeben kann oder was man sagen kann da in dem Zusammenhang ist, man kriegt da nicht immer Beifall.

Speaker: Also von 100 Türen gehen 99 zu und das muss man aushalten.

Speaker: Und ob man jetzt heute mit dir hier sitzt und was man sagt oder auf einer Bühne steht oder beim Kunden sitzt,

Speaker: Die Leute werden nicht immer gut finden, was du machst oder was du sagst.

Speaker: Und das ist eben das große Thema für mich auch, dass man da einfach sich ein Feld zulegen muss, ein dickeres, und das aushalten muss.

Speaker: Und wenn man schon unsicher ist, natürlich sich schwerer damit tut.

Speaker: Aber man muss nicht jedem gefallen.

Speaker: Ja, ganz wichtig.

Speaker: Finde ich auch einen ganz wichtigen oder guten Schlusssatz eigentlich.

Speaker: Vielleicht hast du noch mal was, wo du sagst, das möchte ich auch

Speaker: die jetzt in diese Baubranche oder in eine, muss ja nicht die Baubranche sein, es gibt ja auch andere männerdominierte Branchen, wo man sagt, boah, mache ich das wirklich?

Speaker: Wo gibt es die nicht?

Speaker: Ja.

Speaker: Was würdest du vielleicht jungen Leuten oder anderen Menschen mitgeben, die jetzt sagen, okay, ich fühle mich jetzt von dir oder von uns beiden vielleicht sogar inspiriert, auch mutiger zu sein oder meinen Mut aufzubringen, lauter zu sein.

Speaker: Hast du irgendwas noch?

Speaker: Einfach machen, weil wenn die glauben, jetzt könnte es irgendwann soweit sein, aber ich bin noch nicht richtig vorbereitet, dann ist es bei Frauen so, dass sie eigentlich zu 100 Prozent vorbereitet sind.

Speaker: Also die können einfach mal machen.

Speaker: Und ich glaube, was ich als zweites nochmal nennen wollen würde, ist einfach neben dem mutig sein, einfach nicht auf die anderen hören.

Speaker: Also hätte ich auf die anderen gehört oder hätte ich anderen Leuten gefallen wollen, wäre ich heute wo ganz woanders.

Speaker: Sondern einfach auf sich selber hören, macht euch mal Gedanken darüber, was sind meine Werte, was ist mir wichtig.

Speaker: Und darüber zu definieren, okay, wo will ich da eigentlich hin und dann gehe einfach den Weg, weil ich glaube,

Speaker: Du wirst nie allen gefallen.

Speaker: Und der Mainstream ist eben der Mainstream und dann will man da vielleicht auch mitschwimmen hier und da, aber ich glaube, dass man sich selber treu bleiben muss.

Speaker: Und wenn man einen Beruf gefunden hat, also ich bleibe jetzt mal auf der Business-Seite, wo man wirklich Erfüllung drin gefunden hat, dass das also unabhängig von der Sieben-Tage-Woche, die nicht erstrebenswert ist, dass einfach das ein wahnsinnig großes Privileg ist.

Speaker: Und dafür lohnt es sich auch, dass einem die Leute blöd finden.

Speaker: Das ist dann so.

Speaker: Obwohl es natürlich schöner ist, wenn die einen gut finden.

Speaker: Ich glaube, um das nochmal abzurunden, die, die einen blöd finden, da schwingt immer ein gewisser Neid auf, stelle ich fest.

Speaker: Es ist oft etwas zu sagen, hey, das hätte ich vielleicht auch gerne.

Speaker: Und alle, die jemand anderen blöd finden oder auf jemanden blicken und sich denken, das finde ich irgendwie dumm,

Speaker: Ich glaube, die müssten sich hinterfragen, warum das so ist, warum du so hinblickst.

Speaker: Das hat entweder mit Neid oder mit eigenen Enttäuschungen zu tun oder weil man sich denkt, ich hätte das vielleicht auch ganz gerne.

Speaker: Deswegen, ich sehe es immer als Kompliment.

Speaker: Ja, ich glaube, lieber reden die Leute über einen als gar nicht.

Speaker: Das ist immer besser.

Speaker: Also natürlich nicht in jedem Case.

Speaker: Nicht in jedem Case, aber ich sage mal, 80 Prozent der Fälle sind so.

Speaker: Vielen Dank.

Speaker: Super gern.

Speaker: Danke dir.

Speaker: Das war eine schöne Folge.

Speaker: Hat mir auch sehr gut gefallen.

Speaker: Dankeschön.

Speaker: Danke auch.

Speaker: Wie stehst du zu diesem Thema?

Speaker: Schreib es uns gerne in die Kommentare.

Speaker: Ich hoffe, du konntest was für dich mitnehmen und vielleicht sehen wir uns ja mal bei einem unserer Workshops.

Speaker: Bis zum nächsten Mal, deine Karin.

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