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Führung ist keine Frage des Alters

S3 E9 · ATHEMfrequenz
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56 Plays12 days ago

Hanna Kronberger ist 26 Jahre alt und blickt bereits auf sechs Jahre Führungserfahrung zurück. Was klingt wie eine Ausnahme, war für sie eine bewusste Entscheidung – mit allem, was dazugehört: Samstagsarbeit, Verantwortung für ältere Mitarbeiter, erste Kündigungsgespräche mit 21 und der tägliche Spagat zwischen Leistungsdruck und echtem Miteinander.

Im Gespräch mit Karin erzählt Hanna offen, wie sie im Einzelhandel früh erkannt hat, dass Führung anders geht – und warum sie genau diesen Weg trotzdem wieder gehen würde.

Themen & Kapitelmarken

00:00 Intro & Vorstellung Hanna stellt sich vor: Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau in einem Nürnberger Premium-Kaufhaus, Führungserfahrung ab dem zweiten Lehrjahr.

04:00 Wie Führung im Handel wirklich aussieht Samstage, lange Schichten, hoher Umsatzdruck – und warum Leidenschaft keine Phrase ist, sondern die Voraussetzung.

09:00 Führen mit 20: ältere Mitarbeiter, junge Perspektive Warum Zuhören am Anfang wichtiger ist als Anweisen – und wie Respekt entsteht, wenn man ihn nicht einfordert, sondern verdient.

16:00 Generation Z im Arbeitsleben Hanna räumt mit dem Klischee auf, die junge Generation wolle nicht arbeiten. Was sie stattdessen braucht: Orientierung, Fehlerkultur und ehrliches Feedback.

24:00 Was gute Führung ausmacht – Hannas Leitsatz "Behandle die Leute so, wie du dir wünschst, dass jemand auf dich reagiert." Ein einfaches Prinzip mit großer Wirkung.

31:00 Fehler machen dürfen – und warum der Titel allein nichts bedeutet Der Unterschied zwischen dem Papier, auf dem "Führungskraft" steht, und dem, was man tatsächlich werden muss.

38:00 Was Hanna sich gewünscht hätte: Mentoring & Netzwerk Warum sie vieles alleine durchgearbeitet hat – und welchen Wert eine begleitende Person in dieser Phase gehabt hätte.

43:00 Appell an junge Menschen Ausprobieren, reinspringen, reden. Und: Nicht jeder wird TikTok-Star – und das ist gut so.

Takeaways aus dieser Folge

  • Führung beginnt nicht mit dem Titel, sondern mit der Haltung.
  • Wertschätzung ist keine Weichheit – sie ist eine Führungsstrategie, die messbare Wirkung hat.
  • Fehlerkultur schützt Teams und entwickelt Führungskräfte schneller als jede Schulung.
  • Junge Menschen brauchen keine Mitleid, sondern Vertrauen und konkrete Perspektiven.
  • Mentoring kostet oft nichts – man muss sich nur trauen zu fragen.

Mehr zu Hanna Kronberger:
https://linkedin.com/in/hannakronberger

Transcript

Einführung und Ziel des Podcasts

00:00:06
Speaker
Aloha und herzlich willkommen bei Atemfrequenz, dein Podcast, wenn es um Human Intelligence geht.
00:00:13
Speaker
Ich bin Karin von Atem und gemeinsam mit euch begrüße ich jede Woche einen Gast zu dem Thema Human Intelligence.
00:00:21
Speaker
Der Podcast soll euch Inspiration und Motivation geben, vor allem in Zeiten von künstlicher Intelligenz und Digitalisierung.
00:00:28
Speaker
Wir gehen gemeinsam mit der Frage auf den Grund, wo wir Menschen in der Welt noch Platz haben und welche Kompetenzen wir dafür brauchen.
00:00:35
Speaker
Es geht los.
00:00:36
Speaker
Viel Spaß mit der heutigen Folge.

Vorstellung von Hannah und ihrem frühen Karriereweg

00:00:42
Speaker
26 Jahre jung und 6 Jahre Führungserfahrung.
00:00:46
Speaker
Da fragen wir uns doch, wie geht es eigentlich?
00:00:49
Speaker
Herzlich willkommen, liebe Hannah, im Podcast.
00:00:52
Speaker
Vielen Dank für die Einladung, liebe Karin.
00:00:54
Speaker
Ja, und heute, finde ich, erfahren wir etwas...
00:00:58
Speaker
Ja, schon Besonderes von dir und deinem Leben.
00:01:02
Speaker
Wir starten in die Folge immer so rein, dass sich meine Gäste kurz vorstellen, sagen, wer bin ich und was mache ich eigentlich?
00:01:09
Speaker
Und ich habe ganz viele Fragen dann.
00:01:11
Speaker
Ja, ich freue mich.
00:01:12
Speaker
Vielen lieben Dank.
00:01:13
Speaker
Dann würde ich einmal kurz starten.
00:01:15
Speaker
Ich bin Hannah Kronberger.
00:01:16
Speaker
Ich bin 26 Jahre alt, wie du schon angeteasert hast und bin seit meinem 20.
00:01:21
Speaker
Lebensjahr eigentlich in der Führung schon tätig.
00:01:24
Speaker
Und habe tatsächlich ganz klassisch eine Ausbildung angefangen als Einzelhandelskauffrau in einem Premium-Kaufhaus hier in Nürnberg.
00:01:32
Speaker
Ich werde keinen Namen droppen, das lasse ich jetzt immer so, dass ich erstmal keinen Namen droppe, aber kann man ja alles nachschauen.
00:01:39
Speaker
Und habe da relativ schnell gemerkt, hey, Verkauf macht mir Spaß, aber ich habe gemerkt, es muss sich was ändern und ich würde gerne Führung übernehmen und vielleicht auch was anders machen.
00:01:50
Speaker
Und dann habe ich im zweiten Lehrjahr die Chance bekommen, weil das relativ früh erkannt wurde auch.
00:01:55
Speaker
Dass ich gesagt habe, okay, ich probiere das aus und mir wurde quasi das auch übergeben, dass ich das machen darf und durfte dann schon ab dem zweiten Lehrjahr mitführen.
00:02:03
Speaker
Stellvertretung, Urlaubsvertretung, kleine Projekte mit übernehmen, Personal Shopping mitmachen, solche Sachen.
00:02:11
Speaker
Und bin dann nach der Ausbildung direkt gestartet.
00:02:14
Speaker
Also bin dann direkt wirklich Führungskraft geworden und seitdem auch als Führungskraft tätig.
00:02:20
Speaker
Genau.
00:02:21
Speaker
In unterschiedlichsten Unternehmen.
00:02:24
Speaker
Und es ist ja schon ziemlich beeindruckend.
00:02:29
Speaker
Du bist ja auch in der klassischen Gen Z. Wir kommen da auch noch mal ein bisschen zurück.

Herausforderungen junger Führungskräfte im Einzelhandel

00:02:34
Speaker
Und wir haben in mehreren Folgen auch schon so junge Menschen im Arbeitsleben angesprochen.
00:02:39
Speaker
Aber jetzt haben wir mal jemanden da, der wirklich zu dieser jungen Generation noch zählt.
00:02:45
Speaker
Aber das ganz anders macht.
00:02:47
Speaker
Wie lief der Alltag so ab?
00:02:49
Speaker
Wie können wir uns das vorstellen?
00:02:50
Speaker
Weil ich meine, jeder weiß, wie Führen abläuft oder was es bedeutet zu führen.
00:02:56
Speaker
Und das ist ja schon mit viel Leistung.
00:02:59
Speaker
Nee, mit Leistung verbunden, mit viel Arbeitszeit.
00:03:04
Speaker
Erzähl uns mal so ein paar Einblicke in den Alltag als Führungskraft, wenn man auch so jung ist.
00:03:09
Speaker
Also ich glaube, Handel ist grundsätzlich immer noch mal anders zu betrachten als vielleicht andere Unternehmen oder Branchen vor allem.
00:03:16
Speaker
Im Handel arbeitest du natürlich grundsätzlich ganz anders.
00:03:18
Speaker
Du arbeitest samstags, du arbeitest bis 20 Uhr.
00:03:21
Speaker
Und ich glaube, wenn du keine Leidenschaft dafür hättest, dann bist du falsch.
00:03:25
Speaker
Und ich habe von vornherein gesagt, ich habe Lust darauf, mir macht das nichts aus, Samstag zu arbeiten.
00:03:31
Speaker
Ich arbeite auch gerne mal zehn Stunden.
00:03:33
Speaker
Für mich ist das nicht das Problem.
00:03:36
Speaker
Ich tue das, weil ich habe ein Ziel.
00:03:38
Speaker
Ich hatte das Ziel ab dem ersten Lehrjahr, ich möchte in die Führung und wusste, ich muss dafür was machen.
00:03:43
Speaker
Und das habe ich relativ schnell gemerkt und daraufhin habe ich gesagt, okay, das mache ich jetzt anders und
00:03:51
Speaker
Ja, was war denn so, was habe ich denn so gemacht?
00:03:54
Speaker
Aber wie kam der Wunsch auf, dass du schon so früh gemerkt hast, ich möchte in die Führung?
00:03:58
Speaker
Ich möchte was anderes machen.
00:03:59
Speaker
Ich möchte was anderes machen, als ich die Leute sehe, die vielleicht schon führen.
00:04:03
Speaker
Ich glaube, wir haben ja so eine Generation, die führt und da sind viele Weichen gelegt worden, aber es ändert sich was.
00:04:10
Speaker
Und Generation Z oder die Generation, die jetzt nach uns kommen, die sind anders.
00:04:14
Speaker
Die wollen anders arbeiten, die brauchen was anderes und
00:04:17
Speaker
Und das ist mir sehr schnell klar geworden.

Hannahs Führungsstil und Kommunikationsansatz

00:04:19
Speaker
Und nichtsdestotrotz weiß ich, man muss alle Generationen mit einbinden, auch in die Führung.
00:04:25
Speaker
Weil du hast ja nicht nur 20-Jährige und du hast nicht nur 30-Jährige, du hast auch 50- und 60-Jährige als Mitarbeiter.
00:04:31
Speaker
Und dementsprechend ist es wichtig, da eine Weiche zu stellen und vor allem
00:04:36
Speaker
so eine Art mit dem Team so zu kommunizieren, dass jeder sich gesehen fühlt.
00:04:41
Speaker
Und das habe ich hinbekommen, auch schon in den jungen Jahren tatsächlich.
00:04:44
Speaker
Also, dass sich alle gesehen gefühlt haben.
00:04:47
Speaker
Und da war ich auch sehr glücklich, weil das mich nochmal bestärkt hat, ich mache irgendwas richtig.
00:04:52
Speaker
Und wie hast du gemerkt, dass du es hinbekommen hast?
00:04:57
Speaker
Indem ich gemerkt habe, dass ich gewertschätzt wurde, dass auf mich gehört wurde und dass ich auch mal was sagen konnte mit 20, wenn ich 50-, 60-jährige Mitarbeiter hatte, ist natürlich nicht so leicht, weil du musst ja leider erst den Respekt verdienen, was ich immer ein bisschen schwierig finde.
00:05:14
Speaker
Aber ich wurde gewertschätzt und man hat meine Arbeit anerkannt und das Alter war egal.
00:05:20
Speaker
Und das hat mir gezeigt, ah, okay, also vielleicht ist dieser Wandel gar nicht mal so schlecht und da muss man sich drauf einlassen, auch als Mitarbeiter logischerweise, wenn da eine junge Führungskraft ist.
00:05:31
Speaker
Ich sage immer, ich war ein junges Bienchen, ich war das Azubienchen, was auf einmal irgendwie was zu sagen hatte und dann natürlich auch im weiteren Weg und trotzdem...
00:05:41
Speaker
wurde ich, ich glaube einfach auch, weil ich zugehört habe.
00:05:44
Speaker
Ich habe ganz viel zugehört am Anfang.
00:05:46
Speaker
Ich habe nicht drauf losgesagt, du musst das und das machen.
00:05:48
Speaker
Ich habe mich mit jedem immer erst hingesetzt und habe geguckt, was braucht diese Person?
00:05:52
Speaker
Und vor allem, was möchte sie?
00:05:55
Speaker
Also hat sie auch Ziele?
00:05:57
Speaker
Hat sie auch Wünsche?
00:05:58
Speaker
Und was kann ich vielleicht auch möglich machen?
00:06:00
Speaker
Oder wie kann man zusammenarbeiten?
00:06:02
Speaker
Und das ist der große Punkt, den ich ganz oft kritisiere in anderen Führungsdielen, dass immer von oben herab
00:06:10
Speaker
geführt wird und nicht miteinander.
00:06:13
Speaker
Und genau.
00:06:14
Speaker
Da haben wir uns ja auch schon vorab auch mal unterhalten,

Besondere Herausforderungen in der Einzelhandelsführung

00:06:18
Speaker
dass du für dich, klar, in den jungen Jahren auch einen Führungsstil irgendwie so finden musstest.
00:06:23
Speaker
Und du hast den ja jetzt auch ganz schön beschrieben, zu sagen, ich höre zu, ich gehe auf die Leute ein.
00:06:29
Speaker
Ich gucke mal, was sind die Bedürfnisse, wo wollen die Leute vielleicht auch hin?
00:06:32
Speaker
Wie kann ich dich vielleicht fördern, aber vielleicht auch ein bisschen fordern, dass du so über deine Grenzen hinausgehst?
00:06:40
Speaker
Aber der Führungsstil, der dir ja im Handel dann begegnet ist, ist ja nochmal ein anderer.
00:06:48
Speaker
Du hast es schon kurz angedeutet, im Handel ist natürlich auch, ja, du bist auf einer Fläche, du hast Öffnungszeiten, du hast Kundenkontakt, du hast Samstag als Tag zum Arbeiten.
00:07:02
Speaker
Und das ist, glaube ich, vergleichbar so ein bisschen wie in der Gastronomie.
00:07:06
Speaker
Der Ton ist vielleicht auch so ein bisschen rauer, vielleicht auch von der Führung, die du erlebt hast.
00:07:12
Speaker
Wie hast du es trotzdem geschafft zu sagen, ich mache es anders?
00:07:15
Speaker
Weil vorgelebt wurde es dir ja nicht so, wie du dich dann entwickelt hast.
00:07:20
Speaker
Ich glaube genau deswegen.
00:07:21
Speaker
Also ich habe gemerkt, dass ich nicht möchte, dass meine Mitarbeiter, sobald eine Führungskraft kommt, Angst zu haben, miteinander zu reden und auseinander gehen sofort.
00:07:29
Speaker
Oder das Gefühl haben, sie müssen, sie werden nur auf Leistung getrimmt.
00:07:34
Speaker
Klar, wir sind in einem
00:07:36
Speaker
In der Branche, da geht es viel um Zahlen und da geht es natürlich auch um Wettbewerb und alles drum und dran.
00:07:41
Speaker
Das ist wichtig, aber wenn der Mensch nicht performt, weil da eben nicht die Möglichkeiten sind, dann bringt ja das alles nichts.
00:07:50
Speaker
Und ich glaube, im Handel ist mir extrem aufgefallen, wie schnell Leute ausgetauscht werden.
00:07:54
Speaker
Also wie schnell du, sobald du nicht mehr Leistung bringst als Mitarbeiter, du eigentlich nichts mehr wert bist.
00:08:00
Speaker
Und das hat mich so geschockt und das fand ich schlimm, weil im Grunde ist es eine tolle Branche, aber keiner will mehr arbeiten da.
00:08:07
Speaker
Warum?
00:08:08
Speaker
Was sind die Gründe?
00:08:08
Speaker
Naja, schau, Samstagsarbeit.
00:08:10
Speaker
Wer möchte Samstag bis 20 Uhr sehen?
00:08:12
Speaker
Du hast kein Leben mehr.
00:08:12
Speaker
Und ich glaube auch, als junge Frau ist es natürlich eine Entscheidung, okay, arbeite ich bis 20 Uhr?
00:08:18
Speaker
Ich gehe danach nicht mehr weg.
00:08:19
Speaker
Also ich war danach wirklich...
00:08:24
Speaker
Vielleicht abends mal so ein Stündchen, aber du kannst eigentlich nicht wirklich weggehen.
00:08:27
Speaker
Und ich glaube, dafür sich bewusst zu entscheiden, zu sagen, okay, ich mache das jetzt, weil ich eine Vision habe, dass Führung anders gelebt werden muss, weil ich finde, der Handel ist toll und der hat viel, viel Potenzial, was aber leider

Strategien zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Einzelhandel

00:08:40
Speaker
teilweise wirklich nicht so wahrgenommen wird, weil eben...
00:08:43
Speaker
wirklich der Mitarbeiter ein Mitarbeiter ist.
00:08:45
Speaker
Das ist halt so.
00:08:46
Speaker
Und der wird halt sehr schnell ausgetauscht.
00:08:48
Speaker
Und ja, und dementsprechend habe ich da für mich relativ schnell erkannt, okay, das bedeutet zwar für mich auch, sehr viel einzustecken.
00:08:55
Speaker
Natürlich, ich habe dann kein Wochenende mehr.
00:08:58
Speaker
Ich habe teilweise sehr, sehr viele Samstage gearbeitet, als ich dann mein erstes Team hatte, weil ich gesagt habe, ich gebe lieber meinem Team die Samstage.
00:09:08
Speaker
Das war auch so ein Ding.
00:09:09
Speaker
Habe ich gesagt, okay, ich habe kein Wochenende mehr, ich mache das, weil ich finde, ein Team sollte mehr Wochenende haben.
00:09:16
Speaker
Und das ist diese Wertschätzung, die ich meine.
00:09:18
Speaker
Das kommt dann zurück.
00:09:19
Speaker
Es ist so ein Geben und Nehmen.
00:09:20
Speaker
Wenn sie merken, okay, die Führungskraft, die sieht wirklich auch, ich brauche ein Wochenende und ich brauche jetzt nicht zwingend ein Wochenende, dann ist es schön.
00:09:29
Speaker
Und das habe ich ganz, ganz schnell realisiert.
00:09:33
Speaker
Und dadurch habe ich auch gemerkt, da passiert was.
00:09:37
Speaker
Das heißt ja eigentlich für den Handel und das wissen wir ja auch alle, für den Handel, sowohl auch Gastronomie, das sind ja alles Dienstleister.
00:09:46
Speaker
Ja, auch die Pflege, sage ich jetzt mal, Krankenhaus, sind ja alles Branchen.
00:09:52
Speaker
Die schwer Leute finden und ganz oft sind ja die Gründe, ja einmal ist es das Thema Bezahlung, ich würde es mal außen vor lassen, das ist halt ein Thema, das kann man sicherlich auch anders machen, aber das würde ich jetzt gar nicht so aufgreifen wollen, sondern das andere Thema sind so ein bisschen die Arbeitsbedingungen.
00:10:10
Speaker
Ja.
00:10:11
Speaker
Wo du ja auch sagst, naja, du hast halt kein Wochenende.
00:10:16
Speaker
Samstag ist im Handel wahrscheinlich der stärkste Tag, wo du natürlich auch deine Top-Leute auf der Fläche haben möchtest.
00:10:24
Speaker
Weil du sagst, ja, damit wir gut verkaufen, damit die Zahlen stimmen, müssen wir am Samstag gut aufgestellt sein.
00:10:30
Speaker
Und Freitag vielleicht auch noch Freitagnachmittag.
00:10:33
Speaker
Aber wie können wir denn an den Bedingungen schrauben?
00:10:36
Speaker
Weil es sind ja schon die Bedingungen, wo du sagst, ja, da brauchen wir.
00:10:39
Speaker
Oder geht es gar nicht so richtig um die Rahmenbedingungen, sondern um das Wie?
00:10:44
Speaker
Ich glaube, es sind schon die Rahmenbedingungen.
00:10:45
Speaker
Ich glaube, das liegt ganz oft an oben.
00:10:48
Speaker
Es liegt daran, wie Unternehmen sich strukturieren und es liegt natürlich auch daran, wie Mitarbeiter gefördert werden.
00:10:55
Speaker
Es liegt ganz viel an Feedback-Kultur und es liegt auch ganz viel daran, wie man miteinander umgeht.
00:11:00
Speaker
Und ich glaube, wenn man gerne in die Arbeit kommt, arbeitet man auch Samstag gerne.
00:11:04
Speaker
Und ich glaube, wenn man, so wie ich, gerne im Handel ist und es auch Spaß macht, der Verkauf an sich, weil du tolle Menschen kennenlernst, weil du Beziehungsverhältnisse
00:11:12
Speaker
Beziehungen dadurch aufbaust, natürlich auch, kriegst du einen Mehrwert zurück.
00:11:17
Speaker
Und ich glaube aber, dass ganz, ganz viel daran liegt, wie von oben einfach teilweise diese Bedingungen gar nicht geschaffen werden.
00:11:24
Speaker
Da wird einfach jemand auf die Fläche gestellt, der soll jetzt verkaufen und alles andere ist aber egal.
00:11:29
Speaker
Hauptsache, der Umsatz ist drinnen.
00:11:31
Speaker
Und das ist für mich aber keine Wertschätzung.
00:11:33
Speaker
Und ich möchte, ich wünsche mir, dass man auch mal ein Danke sagen kann.
00:11:38
Speaker
Hey, hast du super gemacht?
00:11:39
Speaker
Oder ich
00:11:40
Speaker
Hey, darin können wir arbeiten oder was wünschst du dir?
00:11:42
Speaker
Wo möchtest du hin?
00:11:43
Speaker
Solche Sachen.
00:11:44
Speaker
Und das kommt viel zu kurz, weil der Handeln wahnsinnig Druck hat.
00:11:48
Speaker
Weil natürlich, wir wissen alle, die wirtschaftliche Situation, es läuft gerade nirgendwo richtig gut.
00:11:54
Speaker
Aber ich glaube, genau deswegen ist es umso wichtiger, Mitarbeiter zu binden, die wirklich auch Lust haben, was zu verändern.

Gen Z: Arbeitsauffassungen und Herausforderungen beim Übergang in Vollzeitarbeit

00:12:00
Speaker
Und siehe mich, ich habe auch immer was in Unternehmen irgendwie in die Hand genommen und hatte Lust, was zu verändern und was zu machen.
00:12:06
Speaker
Und ich habe einfach gemacht,
00:12:08
Speaker
Ich glaube, das ist auch ein Punkt, sich zu trauen, auch mal was anders zu machen und man stößt auf Kritik, definitiv.
00:12:14
Speaker
Also es ist nicht immer leicht und man muss sich sehr oft auch behaupten, aber wenn dabei rumkommt, dass ein Mitarbeiter besser performt oder dass die Umsätze besser sind, dann do it.
00:12:24
Speaker
Dann do it.
00:12:25
Speaker
Ja, ja.
00:12:27
Speaker
Ist super spannend, das auch zu hören.
00:12:30
Speaker
Ich glaube, du hast da auch einen ganz anderen Fokus gesetzt oder andere Ziele und eine höhere Motivation reingesteckt und vieles hat auch funktioniert.
00:12:42
Speaker
Aber ich glaube, bei vielen Themen, ohne da zu tief einzusteigen, bist du auch über deine eigenen Grenzen gegangen.
00:12:49
Speaker
Ich glaube, das ist aber auch wichtig, wenn man sich was aufbauen möchte.
00:12:52
Speaker
Das gehört sicherlich auch dazu.
00:12:54
Speaker
Wie erlebst du diese, sagen wir mal Gen Z oder vielleicht auch jetzt Gen Alpha, die jetzt danach kommt?
00:13:02
Speaker
Wie wollen die das?
00:13:03
Speaker
Du hast es schon angedeutet.
00:13:04
Speaker
Die wollen halt andere Bedingungen zum Arbeiten.
00:13:08
Speaker
Die wissen, wir haben schon ein paar Mal im Podcast auch besprochen, die kennen ihre Grenzen auch oft sehr genau.
00:13:15
Speaker
Vielleicht sozusagen, ja nö, Samstag will ich nicht.
00:13:18
Speaker
Und eigentlich, nee, ich habe noch ein Privatleben.
00:13:20
Speaker
Und wenn es heißt, ich gehe um 17 Uhr, da ist meine Schicht zu Ende, dann gehe ich um 17 Uhr.
00:13:26
Speaker
Wie erlebst du es?
00:13:27
Speaker
Und wie schaffen wir diese Generation auch mitzunehmen?
00:13:30
Speaker
Ja.
00:13:31
Speaker
Ich glaube, Generation Z hat oft das Problem, dass es so hingestellt wird, die wollen gar nicht arbeiten.
00:13:36
Speaker
Ich erlebe das sehr oft.
00:13:37
Speaker
Das ist die Generation, die eigentlich keine Lust hat zu arbeiten.
00:13:42
Speaker
Die schauen halt, was so wird.
00:13:43
Speaker
Und ich glaube, da ist ganz wichtig, dass wir darüber reden, dass es nicht nur so ist.
00:13:49
Speaker
Es gibt sicherlich diese Jugendlichen, die sagen, ich werde TikTok-Star und mache ein Instagram und fertig.
00:13:54
Speaker
So ist es.
00:13:55
Speaker
Also es geht von heute auf morgen.
00:13:56
Speaker
Ich glaube, das ist auch ganz wichtig zu wissen.
00:13:58
Speaker
Es gibt diese Beispiele und natürlich...
00:14:01
Speaker
träumen manche Jugendlichen davon, zu sagen, es geht schnell.
00:14:05
Speaker
Ja, und es geht schnell.
00:14:06
Speaker
Das kannst du vom Kinderzimmer aus machen.
00:14:08
Speaker
Also du brauchst dafür nicht viel.
00:14:10
Speaker
Du brauchst kein Unternehmen.
00:14:11
Speaker
Du brauchst nicht auch Leute, die dich supporten und pushen.
00:14:14
Speaker
Und
00:14:15
Speaker
Das wirkt sehr greifbar, glaube ich.
00:14:16
Speaker
Ja, es wirkt greifbar, weil du Beispiele hast.
00:14:19
Speaker
Und wenn du das dir anschaust, dann siehst du ja, wie schnelllebig das ist und wie schnell ein Video viral gehen kann.
00:14:24
Speaker
Und dann denken die, ja gut, ich mache jetzt ein Video und da wird schon eins dabei sein.
00:14:29
Speaker
Und das darf man nicht vergessen.
00:14:30
Speaker
Wir haben diesen Social-Media-Konsum, der ganz viel dazu beiträgt, dass Jugendliche einfach, glaube ich,
00:14:35
Speaker
denken, es ist leicht in der Arbeitswelt zu funktionieren oder es ist teilweise leichter einfach mit den sozialen Medien.
00:14:41
Speaker
Und dann kommen die in eine 40-Stunden-Woche und sehen, was das heißt.
00:14:45
Speaker
Oder auch in einem Studium.
00:14:47
Speaker
Viele wissen das nicht, die jobben nebenbei, aber wissen nicht, was heißt denn das jetzt, 40-plus-Stunden zu arbeiten?
00:14:53
Speaker
Nehmen wir mal die Führung raus, nur als Mitarbeiter.
00:14:55
Speaker
Ich hatte dann auch noch zwei Handys und dann bist du ja auch immer permanent erreichbar.
00:14:59
Speaker
Das musst du mögen.
00:15:01
Speaker
Dann bist du jetzt in der 40-Stunden-Woche, sind wir mal, wir sind Anfang 20, sind in der 40-Stunden-Woche und wir merken, boah, ich muss was leisten.
00:15:09
Speaker
Und ich glaube, da kommt die Führung ins Spiel.
00:15:11
Speaker
Wenn du eine Führungskraft hast, die sagt, mach, mach, mach und diktiert, hätte ich auch keine Lust.
00:15:16
Speaker
Also ich glaube, das ist der große Punkt.
00:15:18
Speaker
Und wenn du da erstmal noch gar nicht weißt, was ist in deine Richtung?
00:15:22
Speaker
Viele Jugendliche wissen gar nicht.
00:15:23
Speaker
Die gehen in einen Beruf und sagen, ich probiere das mal aus.
00:15:27
Speaker
Muss ja nicht zwingend sein, dass das jetzt was ist.
00:15:29
Speaker
Und da ist ganz viel, wie gehst du mit der Mitarbeiter um?
00:15:34
Speaker
Ich glaube, dieses Wie ist wichtig und die Rahmenbedingungen zu schaffen, wie du schon sagst.
00:15:37
Speaker
Und das ist Generation Z und auch Generation Alpha und wie sie alle heißen, die brauchen viel mehr
00:15:44
Speaker
Unterstützung.
00:15:45
Speaker
Die brauchen viel mehr Unterstützung zu wissen, okay, was sind Ziele, wo kann ich hin?
00:15:49
Speaker
Und die Ziele wissen die nicht.
00:15:51
Speaker
Woher sollen sie die denn auch wissen?
00:15:52
Speaker
Da brauchen die Leute, erfahrene Leute, die in diese Richtung weisen und die keine Vorurteile haben.
00:15:58
Speaker
Ich glaube, das ist auch ein ganz großer Punkt.
00:16:00
Speaker
Ich erlebe es ja auch mit den Vorurteilen sehr, sehr, sehr oft.
00:16:03
Speaker
26, sechs Jahre in der Führung, okay, wie hast du das gemacht und jenes.
00:16:09
Speaker
Eher eine Skepsis, auch ob du nicht gerade auch Blödsinn erzählst, ne?
00:16:12
Speaker
Ja, und junge Frau noch dazu und das hast du ja auch noch, also da ist noch diesen Female Leadership Impact da drinnen.
00:16:20
Speaker
Ich glaube, das ist alles ganz, ganz, ganz wichtig, darüber aufzuklären und zu reden.
00:16:25
Speaker
Reden, reden, reden und mit Jugendlichen ins Gespräch zu gehen und zu sagen, hey, das sind Chancen, die ihr haben könnt und dafür... Perspektiven auch in der realen, ich sag mal, reale Arbeitswelt klingt jetzt irgendwie so abwertend dem Social Media Thema gegenüber, das würde ich gar nicht abwerten und
00:16:42
Speaker
Nee, es ist auch ein harter Job, glaube ich.
00:16:44
Speaker
Früher hat man festgestellt, dass ganz viele Kinder, die auf dem Gymnasium waren, LehrerInnen geworden sind.
00:16:52
Speaker
Und jetzt ist es aber so, immer noch viele, weil es ist so der Beruf, an dem man sehr nah dran ist.
00:16:56
Speaker
Aber jetzt kommt so ein zweiter Beruf, an dem man sehr nah dran ist, nämlich irgendwie Social Media, TikTok, YouTube oder was auch immer, in die Richtung entweder Influencer oder Social Media Marketing.
00:17:07
Speaker
Das ist ja auch ein Thema, wo viele merken, okay, das könnte ja auch irgendwie was für mich sein.
00:17:11
Speaker
Nicht vor der Kamera,
00:17:12
Speaker
sondern vielleicht hinter der Kamera zu supporten.
00:17:15
Speaker
Aber dann gibt es ja auch noch eine zweite Welt.
00:17:17
Speaker
Da ist ja nicht Platz für alle.
00:17:18
Speaker
Also es können ja nicht alle das Gleiche machen, wäre auch langweilig.
00:17:21
Speaker
Und das ist, glaube ich, auch für viele dann so nahbar zu sagen, ja okay, das klingt für mich, ah, da könnte ich jetzt mal reingehen.
00:17:28
Speaker
Und was du beschrieben hast, finde ich sehr, sehr spannend.

Unterstützung neuer Generationen im Arbeitsmarkt

00:17:32
Speaker
Ich habe ja in einem Unternehmen gearbeitet und war auch für ganz viele Auszubildende verantwortlich und
00:17:37
Speaker
Es war so spannend, das zu beobachten, wenn die ihre erste Woche hatten.
00:17:44
Speaker
Die waren fix und fertig.
00:17:46
Speaker
Ja, ich war auch fix und fertig.
00:17:48
Speaker
Und ich habe immer zu denen gesagt, nehmt euch nicht so viel vor.
00:17:51
Speaker
Ihr werdet total fertig sein.
00:17:54
Speaker
Und auch versucht, anderen Führungskräften zu sagen, hey, die machen das das erste Mal.
00:17:58
Speaker
Für die ist es unfassbar anstrengend, in ein Arbeitsleben einzutauchen mit 40 Stunden.
00:18:03
Speaker
Voll.
00:18:04
Speaker
Wenn du schon im Arbeitsleben bist, vergisst du das immer, wie aufregend der 1.9. ist für dich.
00:18:12
Speaker
Du kommst da jeden Tag, ganz normal komme ich da am 1.9. rein und begrüße da 100 Auszuwürden und denke mir so, ja, okay, alles fein.
00:18:19
Speaker
Und du vergisst ja dann, wie schwierig das für dich eigentlich gerade ist, wie lebensverändernd und wie krass diese 1.
00:18:25
Speaker
Woche eigentlich für dich ist.
00:18:27
Speaker
Nämlich, dass sie lernen, wie muss ich mich eigentlich verhalten?
00:18:30
Speaker
Das ist ja das Erste.
00:18:32
Speaker
Wie verhalte ich mich eigentlich in einem Unternehmen?
00:18:34
Speaker
sag ich da einfach Hallo.
00:18:36
Speaker
Also was wir am allerersten Tag es erstmal gemacht haben, ist eine Schulung, was darf man anhaben und was nicht.
00:18:42
Speaker
Dass eine kurze Hose im Büro nicht ganz so passend ist.
00:18:46
Speaker
Und dass wir vielleicht darauf achten, saubere Schuhe etc.
00:18:49
Speaker
Ja.
00:18:51
Speaker
Und da musst du tatsächlich denen so wirklich alles am Anfang beibringen.
00:18:56
Speaker
Und viele machen das so, wie du sagst, von oben herab.
00:19:00
Speaker
Wie kannst du das nicht wissen?
00:19:02
Speaker
Und hast du keine Eltern, die dir das sagen?
00:19:04
Speaker
Ja, vielleicht halt nicht.
00:19:05
Speaker
Sonst wäre der wahrscheinlich nicht in der kurzen Hose gekommen.
00:19:07
Speaker
Das hat ihm halt anscheinend niemand gesagt.
00:19:09
Speaker
Ja, und das sind junge Menschen.
00:19:11
Speaker
Und das ist die Generation, die ja irgendwann auch mal in die Führung vielleicht geht.
00:19:15
Speaker
Oder nicht nur das, aber das sind irgendwann die Leute, die die Rente zahlen von anderen.
00:19:20
Speaker
Ich glaube, das ist ganz, ganz, ganz wichtig zu wissen, okay, wir müssen die wirklich auch gut fördern.
00:19:25
Speaker
Und abholen.
00:19:26
Speaker
Ja.
00:19:26
Speaker
Und das vielleicht auch nicht immer so tun, so, ja, die haben ja von gar nichts eine Ahnung.
00:19:32
Speaker
Ja, wir wissen schon alles.
00:19:33
Speaker
Die wissen ja, also woher sollen sie es denn auch wissen?
00:19:35
Speaker
In der Schule lernst du nicht, wie du, also in der Schule lernst du vielleicht, wie du einen Lebenslauf erstellst und das war's.
00:19:40
Speaker
Dann gehst du dann ein erstes Bewerbungsgespräch rein und dann let's go.
00:19:43
Speaker
Und ich glaube, das ist voll wichtig und die Leute sind aufgeregt, das sind junge Menschen.
00:19:47
Speaker
Ja.
00:19:47
Speaker
Und das finde ich einen ganz wichtigen Punkt, sich von seinem hohen Ross mal runterzuholen und zu sagen, ich begegne denen mit einer gewissen Demut und Wertschätzung und versuche mich einfach mal in deren Perspektive hineinzuversetzen, mich da reinzuversetzen, dass der gerade eben bei mir im Unternehmen ankommt und unfassbar aufgeregt ist, sei es ein Bewerbungsgespräch oder der erste Tag,
00:20:13
Speaker
Und keine Ahnung hat, was er eigentlich oder was sie eigentlich da machen soll.
00:20:17
Speaker
Also der erste Step, den du sagst, ist Augenhöhe, Wertschätzung und einen gewissen Respekt zu haben.
00:20:24
Speaker
Ja.
00:20:26
Speaker
Das macht, glaube ich, sehr viel aus, macht sehr viel mit jungen Menschen, wenn man ihnen offen begegnet und tolerant und dann auch vielleicht mal ehrliches, konstruktives Feedback gibt.
00:20:37
Speaker
Feedbackkultur ganz wichtig und vor allem auch Fehlerkultur.
00:20:39
Speaker
Ich glaube, Fehlerkultur ist etwas, was wir ganz oft vergessen.
00:20:42
Speaker
Ich durfte Fehler machen.
00:20:44
Speaker
Also ich habe die Chance bekommen, Fehler machen zu dürfen, weil Leute gesagt haben, Führungskräfte haben mir vertraut und gesagt, probier.
00:20:52
Speaker
Und das ist in Ordnung.
00:20:53
Speaker
Ich stehe hinter dir, probiere das und dann schauen wir, was dabei rumkommt.
00:20:57
Speaker
Und das hat mir so viel in meiner Entwicklung geholfen, weil ich machen konnte.
00:21:02
Speaker
Ich wusste immer, okay, ich bin noch hier...
00:21:05
Speaker
hatte noch so einen Welpenschutz, sage ich jetzt mal, und durfte aber trotzdem probieren.
00:21:08
Speaker
Und das hat mir so viel Kraft gegeben, dass ich auch gemerkt habe, was funktioniert, was funktioniert vielleicht nicht so.
00:21:15
Speaker
Und das macht für mich eine sehr gute Führungskraft aus.
00:21:17
Speaker
Egal welches Alter, Fehler zuzulassen und auch zu vertrauen und zu sagen, mach mal.
00:21:23
Speaker
Was kann schlimmstenfalls passieren?
00:21:25
Speaker
Und ich bin ja immer da und ich gucke natürlich immer, dass es im Rahmen ist, dass jetzt nicht irgendwas abbrennt natürlich.
00:21:31
Speaker
Aber dass letztendlich
00:21:34
Speaker
auch mal was ausprobiert werden darf, um zu gucken, wo möchte ich hin?
00:21:37
Speaker
Was sind meine Grenzen?
00:21:39
Speaker
Wo sehe ich mich vielleicht?
00:21:40
Speaker
Weil ich glaube, Mitarbeiter unterschätzen total oft, was sie vielleicht für ein Potenzial haben oder was vielleicht auch eine Alternative wäre.
00:21:47
Speaker
Es muss ja nicht zum Beispiel zwingender Handel sein, aber vielleicht entdeckt man bei dem einen oder anderen irgendein Potenzial und
00:21:54
Speaker
So wie ich das erlebt habe, dass ich teilweise, nicht immer, aber auch Leute hatte, die gesagt haben, hey, okay, probier und ich stehe hinter dir, wünsche ich mir das auch, dass junge Leute das erleben von ihren Führungskräften.
00:22:07
Speaker
Ja, das ist mir ganz, ganz, ganz wichtig.
00:22:09
Speaker
absolut, absolut wichtig.

Ratschläge für junge Führungskräfte

00:22:11
Speaker
Und wenn mich Leute fragen, ja, wie soll ich denn führen oder was kann ich machen?
00:22:16
Speaker
Ich mache ja ganz viele Workshops auch mit jungen Führungskräften, sage ich auch immer, man kann eigentlich nicht so viel falsch machen, wenn man
00:22:29
Speaker
sich einen Satz sagt.
00:22:30
Speaker
Und das ist so ein Leitsatz, den ich immer allen mitgebe.
00:22:33
Speaker
Behandle die Leute einfach so, wie du dir eine Situation vorstellst, dass jemand auf dich reagiert.
00:22:38
Speaker
Also wenn du kommst und sagst, ich habe da und da ein Problem, dann stell dir doch vor, was du dir wünschen würdest, was die Antwort ist.
00:22:45
Speaker
Und dann versuch danach zu handeln und trotzdem vielleicht noch die Interessen des Unternehmens im Blick zu haben.
00:22:50
Speaker
Das wäre vielleicht nicht schlecht, das ist dann die Herausforderung.
00:22:54
Speaker
Aber wenn du einfach nur daran denken würdest, was die Antwort wäre, die du dir als Betroffener wünschen würdest, dann hast du eigentlich, kannst du eigentlich nichts mehr falsch machen.
00:23:04
Speaker
Weil jeder möchte gut behandelt werden.
00:23:06
Speaker
Jeder möchte Respekt.
00:23:07
Speaker
Jeder möchte eine gewisse Wertschätzung und eine gewisse Dankbarkeit.
00:23:11
Speaker
Und jeder möchte in einer Situation, wo mal was schiefläuft, Verständnis und ein offenes Ohr.
00:23:17
Speaker
Und wenn du das einhältst, kannst du als Führungskraft nicht mehr so viel falsch machen.
00:23:22
Speaker
Mhm.
00:23:23
Speaker
Weil dann werden auch die Mitarbeitenden offener.
00:23:25
Speaker
Und dann kommen die auf dich zu.
00:23:27
Speaker
Vertrauen dir immer mehr an.
00:23:29
Speaker
Dann wollen sie sich vielleicht auch einbringen.
00:23:30
Speaker
Und nehmen dir dann wieder Arbeit ab, weil sie merken, du bist dann vielleicht überlastet, weil du jeden Samstag im Laden stehst.
00:23:36
Speaker
Und sagen dann, hey, pass auf, ich könnte doch jetzt mal dir was abnehmen.
00:23:40
Speaker
Total.
00:23:41
Speaker
Da musst du als Führungskraft aber in so eine gewisse Vorleistung gehen.
00:23:46
Speaker
Weil man ist nicht gewohnt, dass jemand sagt, hey...
00:23:50
Speaker
Ja, ist okay, du kannst mir alles sagen.
00:23:53
Speaker
Ja, nee, in der Führung ist es halt leider oft nicht so.
00:23:55
Speaker
Du kannst einfach nicht alles sagen.
00:23:57
Speaker
Du kriegst halt einer auf den Deckel, wenn du sagst, was du wirklich denkst.
00:24:00
Speaker
Deswegen müssen Führungskräfte in Vorleistung gehen.
00:24:03
Speaker
Sie müssen einfordern, sie müssen auch Feedback zu sich selbst einfordern.
00:24:08
Speaker
Auch aushalten können, dass jemand sagt, hey, wie du jetzt gerade reagiert hast, fand ich nicht gut.
00:24:13
Speaker
Und das ist etwas, was von beiden Seiten kommen muss.
00:24:18
Speaker
Wenn du zurückblickst auf deine sechs Jahre Führung, würdest du es wieder so machen?
00:24:25
Speaker
Also würdest du wieder sagen, ja...
00:24:28
Speaker
Ich mache Führung gleich so früh.
00:24:29
Speaker
Ja, definitiv, weil es mich extrem reifer gemacht hat.
00:24:36
Speaker
Ich sage gleich, es ist nichts für jeden.
00:24:38
Speaker
Man muss sich dem entsprechend bewusst sein, was das auch bedeutet.
00:24:41
Speaker
Es geht ein bisschen Jugend verloren, wenn man so früh in eine Führungsposition geht.
00:24:45
Speaker
Man hat sehr einen hohen Leistungsdruck von vornherein.
00:24:49
Speaker
Und man weiß, okay, also ein Privatleben gibt es jetzt erst mal weniger.
00:24:54
Speaker
Ich habe es geschafft.
00:24:55
Speaker
Ich habe auch ein Privatleben gehabt tatsächlich.
00:24:57
Speaker
Aber diese Balance zu halten, ist super, super anstrengend.
00:25:00
Speaker
Und ich glaube, das ist bei jungen Leuten ganz oft der Fall, dass sie das gar nicht so wissen, wie sie das balancieren sollen.
00:25:07
Speaker
Und ich würde es aber trotzdem genauso wieder machen.
00:25:11
Speaker
Vielleicht natürlich manches aus der jetzigen Perspektive anders betrachtet.
00:25:16
Speaker
Einfach...
00:25:17
Speaker
anders angehen, klar, vielleicht noch mal ein bisschen mehr nachdenken oder solche Sachen, aber letztendlich, nee, ich würde es genauso wieder machen und auch meinen Führungsstil würde ich genauso wieder machen, weil ich merke, dass dieser Führungsstil kommen wird.
00:25:31
Speaker
Der hat sich auch entwickelt.
00:25:32
Speaker
Ja, und der wird kommen und ich glaube, das ist der Punkt, den wir alle merken müssen, da passiert was, da wandelt sich was,
00:25:44
Speaker
Nimmt's an und arbeitet damit und redet mit Jungführungskräften oder lasst Leute, die Lust haben, was zu bewegen, auch mal machen.
00:25:54
Speaker
Das ist super, super wichtig und das hat mir so viel geholfen in meiner persönlichen Entwicklung, aber auch mir gezeigt, okay, es funktioniert.

Unterschied zwischen Titel und Führungsqualitäten

00:26:03
Speaker
Es ist schwierig in Unternehmen, das ist, glaube ich, ganz, ganz klar.
00:26:06
Speaker
Ich glaube, man muss sich dem bewusst sein, man kann nicht die Welt verändern und man kann auch Unternehmensstrukturen nicht verändern.
00:26:11
Speaker
Aber wenn man Kleinigkeiten ändern kann und glückliche Mitarbeiter hat oder kleine Erfolge feiern kann, ich glaube, dann ist das ein ganz großer Punkt, den man für sich ein bisschen mitnehmen kann.
00:26:23
Speaker
Was hättest du dir gewünscht in deinen Anfangszeiten der Führung?
00:26:28
Speaker
Weniger Vorurteile.
00:26:30
Speaker
Also diese Vorurteiligkeit, die erlebe ich ja bis heute noch.
00:26:33
Speaker
Ich glaube, die ist ganz...
00:26:35
Speaker
prägend und ich glaube, dass das ganz viel ausmacht, wenn jemand immer wieder dich so ein bisschen anschaut und sagt, okay, Führungskraft, ja, und ich kann auch was sagen und ich kann auch auf den Putz hauen und ich kann auch kündigen.
00:26:47
Speaker
Also ich glaube, sowas ist
00:26:49
Speaker
Super, super entscheidend, dass man da irgendwie, ja, das Gefühl hat, man wird akzeptiert, obwohl man jung ist, weil man wird es ja nicht einfach so, man hat ja anscheinend ein bisschen was im Köpfchen, dass man auch, dass Leute einem das zutrauen.
00:27:04
Speaker
Ja, das ist auf jeden Fall ein ganz großer Punkt.
00:27:07
Speaker
Ja.
00:27:08
Speaker
Finde ich auch sehr wichtig und ich sage auch immer allen Leuten und das habe ich auch ein bisschen von Toni gelernt, der sagt das auch oft, es ist einfach den Titel Führungskraft zu bekommen.
00:27:20
Speaker
Du unterschreibst ein Papier und da steht dann drauf, du bist Führungskraft.
00:27:23
Speaker
Aber dass du sie wirst und dass du deine Rolle wirklich lebst, das passiert nicht.
00:27:29
Speaker
Und alle denken irgendwie immer, ja, jetzt habe ich ja den Titel bekommen, jetzt bin ich es.
00:27:32
Speaker
Jetzt bin ich es, ja.
00:27:33
Speaker
Aber bist du nicht.
00:27:34
Speaker
Nur weil du den Titel hast, bist du es nicht.
00:27:36
Speaker
Und das kommt mit deiner Entwicklung.
00:27:38
Speaker
Es kommt, wenn du führst, wenn du Erfahrungen machst, wenn du selber Fehler machst.
00:27:44
Speaker
Ja.
00:27:46
Speaker
Viele denken, sie kriegen mit diesem Titel Führungskraft auch.
00:27:50
Speaker
Da entsteht bei ganz, ganz vielen Menschen so eine gewisse Arroganz.
00:27:55
Speaker
Finde ich ganz schlimm.
00:27:57
Speaker
Ja, die meinen auch dann, jetzt kann ich Dinge entscheiden.
00:28:01
Speaker
Aber mit dieser Arroganz geht auch ein ganz entscheidender Punkt einher.
00:28:05
Speaker
Nämlich, dass sie auf einmal denken, sie dürfen keine Fehler mehr machen.
00:28:10
Speaker
Und dann alle Entscheidungen versuchen zu rechtfertigen.
00:28:13
Speaker
Nee, ich glaube, Fehler sind genau das Wichtigste.
00:28:15
Speaker
Und das ist auch so ein Thema für Führungskräfte, was ich vielen an die Hand geben möchte.
00:28:22
Speaker
Ihr werdet Fehler machen.
00:28:24
Speaker
Und geht nicht in die Rolle rein, auch wenn man einen neuen Job hat.
00:28:27
Speaker
Muss jetzt ja nicht unbedingt Führungskraft sein.
00:28:29
Speaker
Kann ja auch einfach ein neuer Job sein.
00:28:30
Speaker
Kann sein, dass man sich selbstständig macht.
00:28:32
Speaker
Egal.
00:28:33
Speaker
Geh rein und rechne damit, dass du Fehler machst.
00:28:36
Speaker
Aber versuch dann aus den Fehlern zu lernen.
00:28:38
Speaker
Sag dann, oh, du kannst auch zu jedem Mitarbeitenden hingehen und sagen, boah, ja, also da habe ich was entschieden.
00:28:44
Speaker
Ich weiß, du hast gesagt, wir machen es anders.
00:28:46
Speaker
Ich habe nicht auf dich gehört.
00:28:48
Speaker
Ja, es tut mir leid.
00:28:50
Speaker
Ich habe gedacht, ich weiß es besser.
00:28:52
Speaker
Ich habe gedacht, das wäre die richtige Entscheidung, was auch immer.
00:28:55
Speaker
Und dann entsteht Beziehung.
00:28:57
Speaker
Beziehung zwischen Menschen.
00:28:58
Speaker
Und Verantwortung übernehmen.
00:29:01
Speaker
Ja, Verantwortung zu übernehmen.
00:29:02
Speaker
Zu sagen, okay, ich gehe jetzt das Risiko ein, dass es vielleicht auch nicht klappt.
00:29:06
Speaker
Oder dass ich auf den Deckel bekomme.
00:29:08
Speaker
Aber dafür probiere ich es.
00:29:09
Speaker
Und manchmal kommt was super Tolles dabei rum.
00:29:13
Speaker
Und sich manchmal einfach auch dieses...
00:29:16
Speaker
dass Unternehmen Strukturnahmen ist völlig legitim und klar.
00:29:19
Speaker
Aber dass man auch manchmal aus diesen Strukturen ein bisschen ausbricht und sagt, ich mache es anders.

Ältere Führungskräfte und die Anpassung an junge Generationen

00:29:23
Speaker
Weil sonst bleiben wir in diesem Schema.
00:29:25
Speaker
Sonst bleiben wir auch in diesem Generationskonflikt, dass es heißt, ja, okay, wir führen wie vor 50 Jahren.
00:29:32
Speaker
Nein, tun wir nicht mehr oder sollen wir nicht mehr.
00:29:34
Speaker
Will ich gar nicht mehr.
00:29:36
Speaker
Weil die Generation sich auch verändert.
00:29:38
Speaker
Und das muss auch mal älteren Führungskräften klar werden.
00:29:41
Speaker
Die Generation verändert sich.
00:29:43
Speaker
Wir sind in einer so schnelllebigen Welt.
00:29:44
Speaker
Wir haben Social Media.
00:29:45
Speaker
Wir haben alles ist möglich gefühlt.
00:29:47
Speaker
Jetzt haben wir noch KI dazu bekommen.
00:29:50
Speaker
Es ist alles so schnelllebig.
00:29:52
Speaker
Jetzt ist ganz wichtig, Mitarbeiter zu halten und auch zu erkennen, was brauchen Mitarbeiter.
00:29:57
Speaker
Und ich habe das immer ganz, ganz gerne so gemacht, dass ich auch immer geguckt habe,
00:30:02
Speaker
Was braucht der Mitarbeiter gerade?
00:30:03
Speaker
Und wenn ich gemerkt habe, die Person hatte einen schlechten Tag, bin ich auf sie zugekommen und habe gesagt, willst du was anderes machen?
00:30:08
Speaker
Wollen wir nochmal gucken, was ist vielleicht gerade in dem Moment wichtig?
00:30:12
Speaker
Und jeder hatte auch ein Vertrauen zu mir hinzugehen und zu sagen, hey, mir geht es heute nicht gut.
00:30:15
Speaker
Und das fand ich so schön, weil das musst du erst mal haben, Vertrauen zu haben, dass du deiner Führungskraft sagen kannst, ey, ich habe heute echt einen doofen Tag.
00:30:24
Speaker
Das erlebe ich, dass ich das nicht hatte.
00:30:26
Speaker
Ich habe nicht zu meiner Führungskraft hingehen können und sagen können, mir geht es nicht gut, weil das irgendwie so, stelle ich nicht so an.
00:30:32
Speaker
Aber wir haben alle ein Privatleben und es ist super wichtig, dass man da immer auf Mitarbeiter eingeht.
00:30:38
Speaker
Und dann kommt das zurück, wie du sagst.
00:30:40
Speaker
Es ist ein Geben und Nehmen.
00:30:41
Speaker
Und was ich natürlich auch jungen Führungskräften immer mehr sagen kann, sich Unterstützung zu holen, das habe ich nicht gemacht.
00:30:48
Speaker
Und ich glaube, dass...
00:30:49
Speaker
Aber finde ich wichtig, dass man weiß, es gibt Leute, dafür stehe ich ja auch, dass ich sage, hey, wenn eine junge Führungskraft irgendwas braucht, kann sie zu mir kommen, weil ich finde das so wichtig, dass man sich austauschen kann, weil ich hatte das nicht.
00:31:03
Speaker
Und da muss man auch nicht irgendwie groß...
00:31:05
Speaker
Klar, man kann in Coaches investieren.
00:31:06
Speaker
Ich coache ja auch Führungskräfte.
00:31:08
Speaker
Aber wenn ich jetzt so jung anfange wie du, dann ist ja auch nicht mein finanzieller Puffer so hoch, dass ich sage, ja gut, da zahle ich einfach mal 200 Euro die Stunde für ein Coaching.
00:31:16
Speaker
Aber es gibt auch ganz tolle Mentoring-Programme oder auch Frauenprogramme, wo Frauen...
00:31:23
Speaker
Frauen unterstützen.
00:31:24
Speaker
Mentoring machen für junge Führungskräfte, was oftmals sogar kostenlos ist.
00:31:30
Speaker
Und da kann man schon viel rausziehen oder man fragt in seinem Netzwerk rum.
00:31:35
Speaker
Ganz oft stelle ich fest, wenn man auch im Netzwerk rumfragt und sagt, hey, ich suche jemanden, der mich so ein bisschen in dieser Führungsrolle unterstützt, supportet.
00:31:44
Speaker
Ich habe da zwei, drei, vier Fragen, dass die allermeisten Menschen, so wie du auch, sagst, ja, natürlich nehme ich mir da auch Zeit.
00:31:51
Speaker
Auch bei mir
00:31:53
Speaker
Wenn jetzt jemand zu mir kommen würde und ich eigentlich mein Geld damit verdiene, natürlich Coaching zu verkaufen, würde ich es auch machen und sagen, hey, gar kein Problem.
00:32:00
Speaker
Warum nicht die Erfahrung weitergeben?
00:32:02
Speaker
Warum nicht für jemanden da sein, der mal eine Frage hat?
00:32:05
Speaker
Die Offenheit haben ganz, ganz viele Menschen.
00:32:07
Speaker
Ich glaube, man muss sich nur trauen zu fragen, hey, hättest du Bock, mir da mal irgendwie zur Seite zu stehen?
00:32:11
Speaker
Genau.
00:32:12
Speaker
Und mich mal vielleicht ein halbes Jahr zu begleiten in der Rolle, weil du dann auch die Möglichkeit hast, deine Methoden, wie du führst, nach außen hin einzuchecken und zu sagen, was hältst du denn davon?
00:32:23
Speaker
Ich würde jetzt die Situation so oder so lösen und du kriegst eine gewisse Sicherheit.
00:32:28
Speaker
Den Weg muss jeder selber gehen.
00:32:30
Speaker
Die Erfahrung muss auch jeder selber machen.
00:32:33
Speaker
Ich kann niemandem die Entscheidung abnehmen.
00:32:35
Speaker
Das würde ich auch nie machen.
00:32:36
Speaker
Aber wichtig ist, du probierst es mal.
00:32:39
Speaker
Und du kannst ja vorher mal austesten.
00:32:41
Speaker
Wir können ja mal kurz drüber sprechen.
00:32:43
Speaker
Aber die Lösung und den Weg, ob du rechts oder links gehst, das musst du selber mal ausprobieren.
00:32:47
Speaker
Dafür bist du Führungskraft auch.
00:32:48
Speaker
Ja, und dafür hast du dich ja auch entschieden.
00:32:51
Speaker
Weil mein Weg, den ich jetzt machen würde, der passt vielleicht ja gar nicht zu dir.
00:32:56
Speaker
Das ist vielleicht auch gar nicht dein Stil.
00:32:58
Speaker
Mach lieber deinen Weg.
00:32:59
Speaker
Ich glaube, einfach so einen Puffer zu haben.
00:33:00
Speaker
Zu sagen, ich habe Leute in meinem Netzwerk, wie du schon sagst, die einfach mich in der Situation oder in der Situation so ein bisschen unterstützen können.
00:33:08
Speaker
Ja.
00:33:09
Speaker
Das würde ich Jungführungskräften extrem wünschen, dass sie sich das auch trauen zu machen.
00:33:13
Speaker
Ich hatte das damals nicht und ich habe viel alleine gemacht.
00:33:16
Speaker
Und ich glaube, ich hätte mir viel erspart, einfach auch...
00:33:21
Speaker
und so weiter.
00:33:22
Speaker
Wie gehe ich jetzt damit um?
00:33:23
Speaker
Meine erste

Herausforderungen und Ermutigungen für Gen Z in der Karriereentwicklung

00:33:24
Speaker
Kündigung.
00:33:24
Speaker
Ich habe meinen ersten Mitarbeiter gekündigt, da war ich... Den musstest du kündigen?
00:33:28
Speaker
Ja, 21 oder 22.
00:33:29
Speaker
Ein hartes Gespräch.
00:33:31
Speaker
Also wie gehst du damit um?
00:33:32
Speaker
Und dann hast du da Leute, die weinen.
00:33:35
Speaker
Und dann wie gehst du mit den Situationen um?
00:33:37
Speaker
Und du bist selber noch jung.
00:33:39
Speaker
Also du bist selber jung und die Personen sind ja teilweise älter als du.
00:33:43
Speaker
Und denen geht es dann in dem Moment nicht gut.
00:33:45
Speaker
Und wie gehst du damit um?
00:33:46
Speaker
Und sachlich bleiben?
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Speaker
Ja.
00:33:49
Speaker
Solche Sachen.
00:33:50
Speaker
Und da einen Mentor zu haben, der dich da unterstützt, ist so viel wert.
00:33:56
Speaker
Das hätte ich vielleicht anders gemacht.
00:33:58
Speaker
Das ist auch ein sehr, sehr guter Tipp für alle, die sagen, sie wollen sich irgendwie weiterentwickeln oder wollen den Schritt in die Führung gehen.
00:34:05
Speaker
Hast du noch einen Tipp?
00:34:07
Speaker
Vielleicht nicht nur für junge Führungskräfte, aber auch für Leute, die jetzt in der Gen Z sind oder Gen Alpha sind, so in das Berufsleben starten.
00:34:17
Speaker
Ich habe das Gefühl, viele sind sehr lost.
00:34:20
Speaker
Ja, total.
00:34:21
Speaker
Was soll ich machen?
00:34:22
Speaker
Was kann ich machen?
00:34:23
Speaker
Was liegt mir eigentlich?
00:34:26
Speaker
40 Stunden habe ich ja gar keinen Bock drauf.
00:34:29
Speaker
Ich habe ja gar kein Privatleben mehr.
00:34:31
Speaker
Wie würdest du die jetzt so ein bisschen motivieren?
00:34:36
Speaker
Also mit dem Umfeld immer reden, mir Meinungen einholen, über Berufe mir einfach Gedanken zu machen, mich informieren.
00:34:42
Speaker
Es gibt ja wirklich alles, wo man sich informieren kann und dann probieren.
00:34:47
Speaker
Aus dem Nähkistchen geplaudert, ich habe auch eine Ausbildung abgebrochen.
00:34:50
Speaker
Also nach einem Jahr und habe gemerkt, das ist gar nicht meins.
00:34:52
Speaker
Und dann habe ich erst das gemacht, worauf ich Lust hatte.
00:34:54
Speaker
Und ich glaube, das ist der Punkt.
00:34:56
Speaker
Probieren.
00:34:57
Speaker
Einfach mal reinspringen ins kalte Wasser.
00:35:00
Speaker
Das macht Sinn.
00:35:01
Speaker
so viel aus und du lernst automatisch, was möchtest du?
00:35:03
Speaker
Möchtest du 40 Stunden arbeiten?
00:35:05
Speaker
Ist das überhaupt was für dich?
00:35:06
Speaker
Oder sagst du, mir reichen 30 Stunden, dann ist das doch auch völlig fein.
00:35:10
Speaker
Da muss jeder für sich so ein bisschen seine Strategie auch rausfinden.
00:35:14
Speaker
Und junge Menschen haben halt einfach auch viele Einflüsse von außen.
00:35:18
Speaker
Klar, der eine sagt das, der andere sagt das, der eine sagt, mach dein Abi, der andere sagt, mach das.
00:35:22
Speaker
Ich habe auch kein Abi und trotzdem habe ich es geschafft, relativ schnell Fuß zu fassen,
00:35:28
Speaker
Mut zu machen, zu reden, immer wieder zu reden und das ist unsere Aufgabe auch.
00:35:32
Speaker
Unsere Aufgabe ist, mit jungen Menschen zu reden und ins Gespräch zu gehen.
00:35:36
Speaker
Und wenn wir das machen, glaube ich, sind junge Menschen auch viel entspannter und trauen sich, um diese Vorurteile abzulegen.
00:35:46
Speaker
Das ist auch unsere Aufgabe und dann
00:35:49
Speaker
tun junge Menschen sich auch leichter.
00:35:51
Speaker
Ich merke es ja selber.
00:35:52
Speaker
Du tust dir leichter, wenn du das Gefühl hast, okay, du wirst da jetzt so wahrgenommen, wie du bist.
00:35:59
Speaker
Und dann kann daraus auch was richtig Geiles werden, sage ich jetzt mal so derb.
00:36:04
Speaker
Weil die Leute einfach das Gefühl haben, sie kriegen den Input und werden nicht nur belächelt, Generation Z, die machen ja nichts.
00:36:12
Speaker
Doch, die machen schon.
00:36:13
Speaker
Vertraut denen doch mal.
00:36:14
Speaker
Die werden irgendwann machen.
00:36:16
Speaker
Ja.
00:36:17
Speaker
Aber es ist eine ganz andere Generation.
00:36:19
Speaker
Wir dürfen das nicht unterschätzen.
00:36:20
Speaker
Wir sind in dieser Generation nicht groß geworden.
00:36:23
Speaker
Selbst ich nicht.
00:36:25
Speaker
Obwohl ich ja noch mittendrin bin.
00:36:26
Speaker
Und ich sage auch immer, die, die sich jetzt darüber beschweren, haben die Generation wahrscheinlich ins Leben gesetzt und erzogen.
00:36:32
Speaker
Also dürft ihr eigentlich, seid ihr auch dafür,
00:36:34
Speaker
verantwortlich, dass die so sind, wie sie jetzt sind.
00:36:36
Speaker
Weil ihr seid ja offensichtlich die Eltern oder die Großeltern von dieser Generation oder wie auch immer.
00:36:43
Speaker
Deswegen trägt ihr ja auch einen großen Teil daran, dass sie so sind, wie sie sind.
00:36:47
Speaker
Und ihr habt sie ja auch erzogen dazu, dass sie Grenzen setzen und wissen vielleicht, was sie nicht wollen.
00:36:53
Speaker
Vielleicht noch nicht, was sie wollen.
00:36:54
Speaker
Aber zumindest wissen sie vielleicht, was sie nicht wollen.
00:36:57
Speaker
Und was du gesagt hast, ist auch mein Appell,
00:37:01
Speaker
an junge Leute einfach mal was auszuprobieren.
00:37:04
Speaker
Sucht euch auch vielleicht schon frühzeitig irgendeinen Nebenjob im Handel, in der Gastro, egal wo.
00:37:11
Speaker
Und probiert einfach mal aus, wie fühlt sich eigentlich diese Arbeitswelt an.
00:37:15
Speaker
Weil dann fällt es dir auch leichter, wenn du dann vielleicht eine Ausbildung machst und 40 Stunden arbeitest.
00:37:19
Speaker
Oder es gibt so viele Minijobs, sage ich jetzt mal, die du machen kannst.
00:37:24
Speaker
Um einfach mal zu spüren, wie fühlt sich das an, auch wenn du nicht das Geld brauchst, aber alleine zu erfahren, was ist ein Berufsalltag.
00:37:32
Speaker
Die Erfahrung, die ist es auf jeden Fall schon wert.
00:37:35
Speaker
Ich empfehle jedem nach der Schule eine Ausbildung zu machen.
00:37:39
Speaker
auch.
00:37:40
Speaker
Jedem.
00:37:40
Speaker
Egal, ob Abi oder nicht.
00:37:42
Speaker
Egal.
00:37:43
Speaker
Wir lassen es so stehen.
00:37:44
Speaker
Nein, aber es ist super, super wichtig.
00:37:46
Speaker
Oder ein so ein geiles Jahr.
00:37:48
Speaker
Oder so ein Freiwilligendienst.
00:37:50
Speaker
Absolut.
00:37:51
Speaker
Ich sehe das auch, weil, oder ich habe immer gearbeitet, habe mit 16 angefangen in der Gastronomie zu arbeiten, habe eigentlich immer relativ viel, sobald ich durfte, gearbeitet, weil das einfach dir so viel bringt.
00:38:01
Speaker
Auch wenn ich in den Jobs nicht mehr, also nicht mehr wirklich arbeite, aber
00:38:04
Speaker
Das bringt dir was.
00:38:05
Speaker
Ich habe auch in meiner, als ich in der Schule war, auch ein FSSJ gemacht.
00:38:10
Speaker
Also während der Schule noch nachmittags wohin gegangen.
00:38:14
Speaker
Und das bereichert dich.
00:38:16
Speaker
Es ist super anstrengend.
00:38:17
Speaker
Ich will das gar nicht sagen.
00:38:18
Speaker
Und Arbeiten ist anstrengend.
00:38:19
Speaker
Wir wollen uns gar nichts vormachen.
00:38:21
Speaker
Natürlich nicht.
00:38:23
Speaker
Aber das zu priorisieren und zu sagen, okay,
00:38:27
Speaker
Do it.
00:38:28
Speaker
Und nicht jeder kann TikTokster werden.
00:38:30
Speaker
Und das ist auch wichtig zu wissen.
00:38:31
Speaker
Und ihr müsst irgendwann arbeiten.
00:38:33
Speaker
Aber wir probieren das jetzt mal auf eine Art, ich nehme dich an die Hand und wir gucken zusammen, was daraus werden kann.
00:38:38
Speaker
Und das ist das Umfeld und natürlich auch der Appell auch an die Jugendlichen, traut euch.
00:38:44
Speaker
Geht auf Leute zu, fragt ganz viel, informiert euch und probiert aus.
00:38:48
Speaker
Ja, probiert aus.
00:38:50
Speaker
Probiert aus und macht.
00:38:52
Speaker
Das ist unser Appell.
00:38:53
Speaker
Total.
00:38:54
Speaker
Wir sind schon am Ende angekommen.
00:38:55
Speaker
Ich danke dir für die Folge.
00:38:57
Speaker
Ich fand es sehr schön, mal zu erfahren, wie dein Start ins Berufsleben war.
00:39:02
Speaker
Es passiert ganz viel Neues.
00:39:05
Speaker
Du bist in der Umorientierung und wir sind sehr gespannt.
00:39:08
Speaker
Vielleicht nehmen wir ja irgendwann nochmal eine Folge auf, wenn du dich quasi umorientiert hast oder irgendwo angekommen bist.
00:39:14
Speaker
Ich freue mich auf jeden Fall drauf.
00:39:16
Speaker
Dankeschön.
00:39:16
Speaker
Und danke dir.
00:39:17
Speaker
Danke dir, liebe Karin.
00:39:22
Speaker
Wie stehst du zu diesem Thema?
00:39:23
Speaker
Schreib es uns gerne in die Kommentare.
00:39:25
Speaker
Ich hoffe, du konntest was für dich mitnehmen und vielleicht sehen wir uns ja mal bei einem unserer Workshops.
00:39:30
Speaker
Bis zum nächsten Mal, deine Karin.