Transcript
Speaker: Aloha und herzlich willkommen bei Atemfrequenz, dein Podcast, wenn es um Human Intelligence geht.
Speaker: Ich bin Karin von Atem und gemeinsam mit euch begrüße ich jede Woche einen Gast zu dem Thema Human Intelligence.
Speaker: Der Podcast soll euch Inspiration und Motivation geben, vor allem in Zeiten von künstlicher Intelligenz und Digitalisierung.
Speaker: Wir gehen gemeinsam mit der Frage auf den Grund, wo wir Menschen in der Welt noch Platz haben und welche Kompetenzen wir dafür brauchen.
Speaker: Es geht los.
Speaker: Viel Spaß mit der heutigen Folge.
Speaker: weil Zukunft nicht im Tagesgeschäft passiert.
Speaker: Du hilfst Unternehmen, mit KI zukunftssicher zu wachsen.
Speaker: Und damit herzlich willkommen, Markus.
Speaker: Ja, vielen Dank.
Speaker: Ich habe da was gefunden.
Speaker: Ich glaube, auf LinkedIn einen Satz, der dich begleitet.
Speaker: Und wir werden bestimmt gleich noch ein bisschen mehr über dich erfahren.
Speaker: Vielleicht erzählst du uns einfach mal ganz kurz, wer du bist und was du machst.
Speaker: Und dann steige ich ein mit meinen Fragen.
Speaker: Ja, gerne.
Speaker: Ja, ich bin Markus, Markus Neubauer, Gründer und Geschäftsführer der Firma Silbury aus Fürth.
Speaker: Wir beschäftigen uns jetzt schon seit guten 19 Jahren mit dem Thema digitaler Transformation.
Speaker: Allen voran jetzt in den letzten acht Jahren, was künstliche Intelligenz ja auf der einen Seite in Organisationen verändert, wie du damit am besten umgehst, aber vor allem auch, wie du die Chancen und die Potenziale gut nutzt,
Speaker: Mit jeder Woche ganz neuen, spannenden Erkenntnissen und einem Themengebiet, wo du eigentlich nie aufhören kannst, dich weiterzuentwickeln.
Speaker: Und ja, das ist auch das, was mich persönlich antreibt.
Speaker: Ich bin bei uns zuständig, hauptsächlich für die Unternehmensstrategie und für die strategische Kundenbetreuung und fühle mich momentan so ein bisschen wie ein Entdecker, weil jeden Tag gibt es irgendwas Neues rauszufinden.
Speaker: Ich habe mich mit deinem Profil natürlich ein bisschen beschäftigt.
Speaker: Du hast auch gestartet so ein bisschen in der IT-Beratung, Softwarelösungen, bis du dich dann tatsächlich schon 2007 selbstständig gemacht hast oder hast du gegründet?
Speaker: Genau, gegründet.
Speaker: Tatsächlich selbstständig habe ich mich schon während der Schulzeit gemacht, tatsächlich.
Speaker: Also vor über 30 Jahren.
Speaker: Und dann aber die GmbH haben wir 2007 gegründet.
Speaker: Genau, genau.
Speaker: Und wie hat sich euer Geschäftsmodell in der Zeit verändert?
Speaker: Ich glaube schon sehr stark.
Speaker: Ja, ganz stark.
Speaker: Man muss dazu sagen, wir sind mit einem sehr speziellen Thema damals gestartet.
Speaker: Also wir waren in der Selbstständigkeit.
Speaker: Ich habe zusammen mit dem Thomas gegründet, der jetzt schon längere Zeit nicht mehr bei uns ist.
Speaker: Wir waren beide Berater im Oracle-Umfeld und das kennt man meistens für Datenbanklösungen.
Speaker: Wir waren aber tatsächlich im Bereich komplexer, nennen wir es mal, Webportale unterwegs, also für Kunden, Mitarbeiter.
Speaker: Und das war ein Thema, was ja sehr gut funktioniert hat, weil Oracle hatte damals 1000 Mitarbeiter allein im Vertrieb in Deutschland.
Speaker: Und die haben für uns Vertrieb gemacht.
Speaker: Also besser kann es eigentlich nicht laufen.
Speaker: Du lieferst eine gute Leistung ab und musst dich eigentlich um nichts weiter kümmern, außer passend ans Telefon zu gehen.
Speaker: Ja, wahrscheinlich würde man das heute noch machen, wenn Oracle nicht die Themen dann von heute auf morgen eingestellt hätte.
Speaker: Und das war doch ein ziemlich harter Schlag, so ums Jahr 2016 herum.
Speaker: Weil wir alles darauf ausgerichtet hatten, alle Mitarbeiter waren darauf trainiert, alle Produkte waren darauf angepasst und dann sagt quasi dein großer Lieferant, ja, jetzt geht es quasi mit dem Thema nicht mehr weiter.
Speaker: Und da mussten wir uns dann mehrmals neu erfinden.
Speaker: Und ziemlich schnell wahrscheinlich.
Speaker: Ja, also das erste Mal tatsächlich gar nicht so schnell.
Speaker: Das war eher so ein schleichender Prozess, weil wir hatten viele Kunden und klar, die hatten natürlich erstmal die Systeme noch im Betrieb.
Speaker: Also das ist nicht von heute auf morgen weggefallen.
Speaker: Aber wir wurden dann auf einmal für ganz viele Themen angefragt.
Speaker: Und am Anfang fand man das total toll, weil erst hat man Sorgen, na geht es überhaupt weiter.
Speaker: Und auf einmal hat man mehr zu tun als vorher.
Speaker: Aber was wir dann erst sehr spät gemerkt haben, ist, dass das zwar schön ist, wenn du viele verschiedene Anfragen hast, aber irgendwann du halt kein Profil mehr hast.
Speaker: Und vorher hatten wir diesen klassischen Elevator Pitch, der war relativ klar.
Speaker: Wir sind die Besten für dieses Produkt auf dem Markt.
Speaker: Also waren wir auch damals im deutschsprachigen Raum.
Speaker: Ja, und auf einmal musst du ungefähr eine halbe Stunde dem Kunden erzählen, was du eigentlich machst.
Speaker: Schwierig.
Speaker: Und wie trainierst du deine Mitarbeiter?
Speaker: Wie gehst du gerade auch in die Führung?
Speaker: Was vermittelst du für Werte?
Speaker: Das war auf einmal extrem schwierig.
Speaker: Und das ist ja so ein schleichender Prozess.
Speaker: Und als wir das gemerkt haben, da hat man dann schon, man kann fast sagen, so eine gewisse Schieflage.
Speaker: Und da musste man dann reagieren.
Speaker: War das dann auch der Zeitpunkt, wo ihr gesagt habt, ja KI ist so ein Thema, KI für den Mittelstand, wo wir Fuß fassen können oder…
Speaker: Wie kam es dazu?
Speaker: Weil was ihr ja jetzt heute macht, ist Unternehmen, auch was ich herausgelesen habe, so diesen klassischen Mittelstand eigentlich, wo ich auch sage, ist eigentlich auch von meiner Seite her der Mittelstand für mich auch die, ich will nicht sagen Branche, aber die Unternehmen, mit denen ich am allerliebsten arbeite, weil du auch so
Speaker: aktiv sein kannst.
Speaker: Du kannst auch oft Dinge schnell umsetzen und du hast auch so eine Wertschätzung von der Beratung oder von der Dienstleistung, die du sozusagen bietest, weil sie sich ja auch ganz bewusst dann jemand extern für so ein ganz spezielles Thema vielleicht einkaufen.
Speaker: Und war das so der Zeitpunkt, wo ihr dann gesagt habt, boah KI, das ist so ein Thema, das steigen wir jetzt ein und da bieten wir oder da entwickeln wir uns oder ja, mach mal das zuerst ein.
Speaker: Naja, also tatsächlich ganz spannend war es nicht.
Speaker: Also wir hatten zwar ziemlich zu dem Zeitraum das erste Mal mit KI zu tun, aber über eine komplett andere Geschichte.
Speaker: Denn bei uns hat das Deutsche Museum angerufen.
Speaker: Und das war total faszinierend, weil wir hatten mit dem Deutschen Museum bis dahin nur, hatte ich mit denen als Besucher zu tun, also als kleiner Junge schon total fasziniert durch die Ausstellungen gelaufen, durchs Bergwerk, durch die Elektrizitätsvorführungen da mit dem Blitz und so.
Speaker: Und auf einmal ruft das Deutsche Museum bei dir an und sagt, na, wir planen gerade in Nürnberg das Zukunftsmuseum zu eröffnen und ihr seid uns in der Region als innovativer Partner empfohlen worden.
Speaker: Okay, spannend.
Speaker: Schönes Kompliment.
Speaker: Genau, ja, ob wir uns mal treffen könnten.
Speaker: Gut, dann haben wir uns getroffen und das war so ums Jahr 2017, 2018 herum.
Speaker: Also deutlich, bevor jetzt irgendwie eine KI-Welle auf uns zugerollt ist.
Speaker: Und dann haben sie gesagt, naja, wir planen da eben das Zukunftsmuseum und da soll es eine Themenwelt Zukunft der Arbeit geben.
Speaker: Und wir glauben, in der Zukunft könnte KI eine Rolle spielen.
Speaker: Also allein, wenn man sich das heute schon anschaut, ist das ja total lustig.
Speaker: Es klingt auch so, als wäre das schon ewig lange her.
Speaker: Also weil ich meine 2018 oder 2017, so lang ist es noch nicht.
Speaker: Aber das war damals wirklich so, dass das noch keiner wusste, wie geht es in die Richtung weiter.
Speaker: Und die haben gefragt, ob wir Lust hätten, diese Ausstellung zu gestalten.
Speaker: Und ich war total begeistert sofort, habe gesagt, naja, unbedingt müssen wir das machen.
Speaker: Bin zu meinen Entwicklern gegangen und die haben gesagt, hauptsächlich.
Speaker: Markus, hä, was wollen wir jetzt mit KI?
Speaker: Und außerdem, das ist nicht unser Themengebiet, das wissen wir doch gar nicht, ob das was wird.
Speaker: Nö, glaube ich, das ist nichts für uns.
Speaker: Und dann war ich erst ein bisschen frustriert, aber ich wollte es unbedingt machen, war dann irgendwann am Wochenende mit dem Fahrrad draußen, bin ein bisschen durch den Wald gefahren, hab mir gedacht, Mensch, die haben mir doch erzählt, das Museum soll sich vor allem an MINT, also an Jugendliche für MINT-Berufe richten, also quasi, die sich für technische Berufe interessieren.
Speaker: Und da habe ich mir gedacht, wen haben wir denn da bei uns?
Speaker: Unsere Azubis.
Speaker: Und bin dann zu unseren Azubis gegangen und habe gesagt, was haltet ihr davon?
Speaker: Und die waren total begeistert sofort.
Speaker: Haben gesagt, geben wir uns zwei Wochen Zeit.
Speaker: Und dann kamen die mit drei Spielideen zurück.
Speaker: Also Spiel hat man bis dahin überhaupt nicht auf dem Schirm.
Speaker: Wir haben erst gedacht, wir müssen da jetzt natürlich irgendwas, ja,
Speaker: Total wissenschaftliches machen, was aber in dem Zeitpunkt noch sehr schwierig war.
Speaker: Und dann haben die drei Spielkonzepte mir vorgestellt und eins hat dann gewonnen, nämlich Bot or Not.
Speaker: Also wo du quasi als Mensch herausfinden musst, vier Spieler, jeder stellt eine Frage und dann werden die nach der Reihe beantwortet.
Speaker: Also auch schon wie jetzt heute mit einem üblichen Chatbot-System.
Speaker: Und ein Spieler wird halt immer durch die KI ersetzt.
Speaker: Also die eigene Frage wird durch die KI ausgetauscht.
Speaker: Und du musst herausfinden, welche Antwort ist von der KI.
Speaker: Und du bekommst Punkte, wenn du die KI findest, aber, und das ist eigentlich das Spannende dabei, du bekommst auch Punkte, wenn jemand anderes denkt, du wärst die KI.
Speaker: Und dadurch entsteht spätestens ab der zweiten Spielrunde dann halt so die Fragestellung, wie könnte die KI antworten, was kann die schon, wie muss ich das formulieren?
Speaker: Also das heißt, du fängst dann an, dich automatisch mit dem Thema KI zu beschäftigen und das war so ein cooles Konzept.
Speaker: dass das Deutsche Museum total begeistert war.
Speaker: Wir haben das dann umgesetzt.
Speaker: Also das heißt, die Azubis haben das Ganze konzipiert, haben das entwickelt, haben die Grafiken erstellt, haben das im Deutschen Museum in München mit Besuchern dort vertestet.
Speaker: Und jetzt steht deren Abschlussarbeit von unseren Azubis im Deutschen Museum.
Speaker: Wow, echt eine schöne Geschichte, weil es ja auch für die Auszubildenden, die das damals gemacht haben, unglaublich ist im Rahmen auch der Selbstwirksamkeit.
Speaker: Ja, total.
Speaker: Also was du da ja erlebst, auch das Vertrauen zu bekommen, hey, man gibt jetzt so ein Projekt, wo du...
Speaker: wo du immer noch so sagst, ja, ich will es unbedingt machen.
Speaker: Dann die Idee auch sozusagen, hey Azubis, was haltet ihr davon?
Speaker: Und dass dann sowas dabei rauskommt, das ist schon echt auch ein schönes Beispiel für Mitarbeiterentwicklung und auch für Wirksamkeit von Mitarbeitenden.
Speaker: Ja und tatsächlich, der damals sich so ein bisschen als führender Kopf etabliert hat in dem ganzen Projekt, der ist jetzt einer unserer führenden Köpfe im Bereich KI.
Speaker: Also total schöne Geschichte.
Speaker: Aber dass wir dann am Ende wirklich so weit kommen mit dem Thema KI, also sowohl jetzt generell als Thema,
Speaker: Wie auch jetzt bei uns bei Silvery, das war damals überhaupt noch nicht absehbar.
Speaker: Aber im Nachhinein, und das ist so die zweite Botschaft, die für mich da drin gesteckt ist, einfach mal was ausprobieren, mal mutig sein.
Speaker: Auch wenn es überhaupt nicht klar ist, für was das jetzt gut ist, manchmal fügen sich die Sachen dann auch raus.
Speaker: Ja, und wohin es eigentlich dann geht.
Speaker: Aber dann erzähl uns doch mal, was ihr heute quasi macht.
Speaker: Also ich habe ja auf eurer Homepage mir das mal angeguckt.
Speaker: Es gibt ja quasi so drei Säulen, wie ihr auch in der Beratung oder mit eurem Produkt sozusagen einsteigt.
Speaker: Vielleicht magst du uns das mal ganz kurz erzählen für die Leute, die das nicht kennen.
Speaker: Ja, also im Endeffekt die drei Säulen sind zum einen das, was glaube ich momentan jedes Unternehmen beschäftigt.
Speaker: Wie schaffe ich es mit KI erfolgreich zu sein?
Speaker: Also klassische Beratung.
Speaker: Also das bedeutet, wir schauen uns mit unseren Kunden an.
Speaker: Erstmal, wo steht ihr gerade heute?
Speaker: Und zwar nicht nur im Bereich der künstlichen Intelligenz, sondern als Unternehmen, weil KI ist eigentlich immer...
Speaker: der Hebel oder der Motor für die Herausforderungen oder Chancen, die du sowieso im Unternehmen hast.
Speaker: Und die versuchen wir dann halt eben besser, effizienter oder effektiver eben durch KI zu lösen.
Speaker: Und da schauen wir uns eben an, welche Prozesse hast du da heute, wie können die mit KI
Speaker: verbessert werden und begleiten dann unsere Kunden von der ersten KI-Vision bis zur Umsetzung der einzelnen Vorhaben.
Speaker: Das zweite ist, wir haben eine eigene KI-Plattform entwickelt, Silvery AI, mit denen unsere Kunden eben Zugriff auf die üblichen Datenmodelle haben plus ein eigenes, was wir betreiben.
Speaker: Jetzt könnte man sagen, für was braucht man das?
Speaker: Allen voran in Deutschland für das Thema DSGVO.
Speaker: Weil wenn ich jetzt heute üblicherweise so etwas wie JGBT an meine Mitarbeiter ausrolle,
Speaker: dann kann es eben sein, dass ich da DSGVO-Verstöße mache, Informationen in die Modelle reinkommen, die da nicht hingehören oder auch die einzelnen Mitarbeitenden nicht wissen, wie bediene ich die Systeme.
Speaker: Und wir haben da eben Oberflächen davor geschaffen, dass diese Art der Intelligenz, also was darf ich da reinpacken, nicht mehr bei jedem Einzelnen im Kopf sein muss, sondern das System prüft das.
Speaker: Bevor es dann quasi reingeht, der Prompt wird geprüft, ob man das überhaupt reingehen dürfte.
Speaker: Genau, wir haben dafür ein eigenes Datenmodell trainiert, was quasi jede Anfrage DSGVO prüft.
Speaker: Und wenn das Risiko besteht, dann bekomme ich eben eine Warnung.
Speaker: Und das Ganze, sagen wir, es geht auch mit anderen Datenmodellen.
Speaker: Unsere Innovation ist, dass das Ganze bei uns innerhalb von 100 Millisekunden geprüft wird.
Speaker: Und du musst halt im Endeffekt nicht warten.
Speaker: Das ist eben das Tolle dabei.
Speaker: Ja, und die dritte Säule, und das ist wahrscheinlich dann doch wie immer und in jeder Transformation die wichtigste, das ist der Bereich der
Speaker: Schulungen, der Begleitung, Transformation der einzelnen Mitarbeitenden.
Speaker: Das ist schon ein Riesenthema.
Speaker: Wie schaffe ich es, dass eben aus Vorbehalten, Ängste, teilweise auch zu viel Euphorie, muss man auch sagen, wie schaffe ich es, da eine gesunde Basis hinzubekommen, die dann eben vor allem der Organisation und dem Fortbestand der Firma nützt.
Speaker: Also ihr habt quasi auch eine Academy, um die Mitarbeitenden zu begleiten.
Speaker: Das heißt, ich als Unternehmen komme zu euch und sage, okay, das ist mein Thema und kann dann auch einzelne Mitarbeitenden in Training schicken oder ist das dann oft immer so ein Gesamtprozess?
Speaker: Also, dass ich jetzt sage, ich muss gleich ganze Teams schicken oder kann ich dann auch mal sagen, okay, ich schicke mal so zwei, drei Mitarbeitende, dass die mal vorbereitet sind, dass ihr denen mal so vielleicht die Basics mitgebt.
Speaker: Datenschutz ist ja, glaube ich, auch eines der wichtigsten Themen, weil ich meine, ich habe es auch letztens mal wieder gesagt, ja, okay, da könnte man die KI fragen und dann dachte ich mir so, naja, das ist natürlich dumm, wenn ich jetzt das in die KI gebe, dann entweder Kundendaten oder Daten von Mitarbeitenden oder sonst irgendwas.
Speaker: Du musst ja schon echt super vorsichtig sein, weil du ja auch nicht weißt, wo landet das am Ende, ne?
Speaker: So ist es.
Speaker: Ja, also tatsächlich geht beides.
Speaker: Wir schauen uns immer genau an, wo steht die Organisation.
Speaker: Und da gibt es ja im Moment alle möglichen Ausprägungen.
Speaker: Und was eben schon ganz wichtig ist und wo wir uns vielleicht auch so ein bisschen unterscheiden, ist, wir wollen, dass die Organisationen die KI-Transformation im Kern selbst hinbekommen.
Speaker: Und dass wir als Bearings-Partner, als Begleiter, als diejenigen, die quasi die Struktur mitbringen,
Speaker: unterstützen.
Speaker: Aber was eben meiner Meinung nach nicht funktioniert, ist zu sagen, oh super, ich hole mir jetzt ein Beratungsunternehmen von außen und die machen jetzt für mich die KI-Transformation.
Speaker: Das klappt überhaupt nicht.
Speaker: Und deswegen ist es extrem wichtig, im Unternehmen, wir nennen es KI-Lotsen zu haben.
Speaker: Teilweise ist dann der Begriff Champions oder Ambassadors.
Speaker: Also quasi die Personen, die
Speaker: aktiv die Transformation von innen heraustreiben.
Speaker: Und das Wichtige dabei ist, ja, ich brauche auch KI-Fähigkeiten und das ist eine der Bereiche, die wir da eben trainieren.
Speaker: Aber vor allem, ich brauche eben auch diese Funktion als Bindeglied zwischen ganz verschiedenen Herausforderungen.
Speaker: Einerseits zwischen der Geschäftsführung oder der
Speaker: Mit Bereichsleitern, die natürlich klare Ziele haben, auch an den Einsatz von KI, weil das ist kein Selbstzweck.
Speaker: Du gibst sehr viel Geld für die Transformation aus.
Speaker: Also das heißt, da sollte idealerweise natürlich auch irgendein Ziel dahinter stehen.
Speaker: Und wenn das nur ein Lernziel ist, kann ja auch sein, aber es sollte ja zumindest klar dokumentiert sein.
Speaker: Und auf der anderen Seite dann den technischen Teams, mit denen du auch auf Augenhöhe sprechen können musst, was dann am Ende umgesetzt werden soll.
Speaker: Und ganz wichtig vor allem allen Leuten in der Organisation mit der kompletten Bandbreite von denjenigen, die sich privat schon sehr viel beschäftigen, die dann sagen, ach super, ich habe hier schon ein KI-Tool, das verwende ich eh immer und dann hast du die typische Schatten-KI-Tool.
Speaker: Ja, das glaube ich haben viele.
Speaker: Weil wenn du es nicht angehst, dieses Thema KI, dann nutzen halt die Mitarbeitenden die KI, die sie privat nutzen und geben der wahrscheinlich Daten, die du wahrscheinlich nicht wollen würdest, dass sie der KI geben.
Speaker: Richtig, das ist das eine Problem und vor allem das zweite ist fast noch wichtiger, zumindest langfristig.
Speaker: Du hast halt die Daten dann nicht mehr in deinem eigenen Kontext und kannst damit auch nicht weiterarbeiten.
Speaker: Und das bedeutet, wenn du jetzt dann irgendwann, und die Zeiten muss man auch sagen, dass du dich einfach nur durch den Einsatz von KI-Modellen unterscheiden kannst, die wird relativ schnell vorbeigehen.
Speaker: Weil wenn du einfach nur sagst, super, unser Wettbewerbsvorteil ist, wir nutzen ChatGBT, dann ist der halt genauso gut wie der Wettbewerber, der das genauso macht.
Speaker: Und das heißt, du brauchst irgendwann deine eigenen Assets und die baust du natürlich mit einer Schatten-KI nicht auf.
Speaker: Das heißt, ihr würdet auch dann erstmal mit dem Kunden gucken, was braucht er und dann testen die vielleicht auch mal unterschiedliche Produkte, JGBT oder Cloud oder was auch immer.
Speaker: Aber ihr würdet auch unterstützen, wenn man dann sagt, wie bauen wir denn zum Beispiel unsere eigene Datenbank oder unser eigenes Modell auf, sodass das wirklich nur für uns ist und dass wir unsere eigene KI quasi nutzen können.
Speaker: Das ist schon im Moment noch ein bisschen die technische Königsdisziplin.
Speaker: Also die absolute Königsdisziplin ist die menschliche Transformation.
Speaker: Aber auf der technischen Seite ist es so, dass viel Augenmerk gerade momentan auf Agenten, auf die KI-Modelle und so weiter geht.
Speaker: Aber sehr, sehr wenig eigentlich darauf, welche Daten hast du in der Organisation und wie wirst du zukünftig dich mit diesen Daten zukunftsfähiger, wettbewerbsfähiger aufstellen können.
Speaker: Und es ist häufig auch kein Punkt, der richtig viel Spaß macht am Anfang, weil die Datenqualität ist in den meisten Organisationen durchwachsen, wenn man es mal so.
Speaker: Aber da steckt halt dadurch auch ein extrem großer Hebel drin, der aber einen langen Vorlauf hat.
Speaker: Und deswegen ist es was, was man natürlich auch gern mal...
Speaker: Vor sich her schiebt, weil wenn ich sowieso ein Projekt habe, wo ich in ein, zwei Jahren erstmal die passenden Daten aufbauen muss, dann klingt das erstmal so, als könnte ich damit auch problemlos mal ein paar Jahre später anfangen.
Speaker: Aber das ist halt dann wirklich der richtige Hebel, wo ich mich differenzieren kann.
Speaker: Und deswegen würde ich da auch immer von Anfang an drauf schauen.
Speaker: Das heißt, ihr steigt ja eigentlich immer, wenn Unternehmen zu euch kommen, dann geht es ja meistens um dieses Thema KI.
Speaker: Du hast es ja auch vorhin kurz schon mal erwähnt oder gerade eben auch wieder, bei dem Thema, das eine ist ja dieses Thema KI, aber der Mensch und diese Veränderung bei Menschen, was beobachtest du da?
Speaker: Was ist bei dem Mittelstand vielleicht auch gerade los?
Speaker: Was ist bei den Mitarbeitenden los?
Speaker: Du hast es vorhin kurz erwähnt, manche haben Angst, manche sind euphorisch.
Speaker: Aber was macht es mit den Leuten und vielleicht auch am Ende, was passiert da gerade in den Organisationen?
Speaker: Ja, da passiert sehr, sehr viel.
Speaker: Und das ganz Wichtige ist, je aktiver ich das angehe, umso klarer mache ich das, umso besser kann ich es steuern.
Speaker: Aber passieren tut so oder so viel.
Speaker: Also wenn man jetzt glaubt, naja, wir warten mal noch ein bisschen, bis sich das alles ein bisschen eingegroovt hat.
Speaker: In den Organisationen passiert es überall, weil ich meine,
Speaker: Man muss nur, egal welche Zeitschrift, aufschlagen.
Speaker: Ich habe jetzt gerade auf der Herfahrt gesehen, jetzt hat sich endlich auch der Papst zur KI geäußert und sich positioniert.
Speaker: Also man kann ja nicht irgendwie vermeiden.
Speaker: Was sagt der Papst zur KI?
Speaker: Das würde mich jetzt schon interessieren.
Speaker: Ja, mich auch.
Speaker: Ich habe nur die Überschrift gesehen.
Speaker: Leider habe ich es noch nicht durchgelesen.
Speaker: Aber klar, ich meine, jeder muss da im Moment sich irgendwie positionieren.
Speaker: Und das, was halt die Schlagzeilen jetzt aktuell schon dominiert, neben diesen...
Speaker: sagen wir mal faszinierenden Beispielen, die aber für viele Menschen im täglichen Alltag überhaupt nicht greifbar sind.
Speaker: Weil wenn ich jetzt sowas höre wie, keine Ahnung, OpenClaw als dieser Desktop-Agent, der jetzt mal eine ganze Zeit rumgegangen ist, den haben halt die meisten Menschen noch nie gesehen und da wird dann so ein Mysterium aufgebaut, was den Leuten auf der einen Seite darüber Angst macht, beherrsche ich diese Technologie überhaupt noch?
Speaker: Verselbstständigt sich die irgendwann?
Speaker: Kann ich damit überhaupt Schritt halten?
Speaker: Und auf der anderen Seite die zweite Botschaft, die du jetzt momentan immer hörst, ist, DeepL entlässt ein Viertel der Belegschaft.
Speaker: Das KI-Startup in Deutschland oder Microsoft entlässt.
Speaker: Meta hat, glaube ich, letzte Woche angekündigt, zehn Prozent ihrer Belegschaft zu entlassen.
Speaker: Das sind so die zweiten Nachrichten, die du halt überall siehst.
Speaker: Und klar, da gibt es dann eben nur noch die Extreme.
Speaker: Die Menschen, die sagen, wo finde ich denn überhaupt noch meinen Platz und gibt ja den schönen Begriff FOMO, also Fear of Missing Out und jetzt gibt es auch noch den zweiten Begriff, also Fear of Being Obsolid, FOBO.
Speaker: Ah, FOBO, ah ja.
Speaker: Genau.
Speaker: Und FOBO ist halt was anderes als die Angst vor dem Jobverlust.
Speaker: Weil das ist so, dieser Klassiker ist ein blöder Begriff dafür, aber bei jeder wirtschaftlichen Veränderung oder bei Krisen haben die Menschen Angst, einen Job zu verlieren, aber trotzdem immer irgendwie noch so im Hintergrund.
Speaker: Die Gewissheit, irgendwie wird sich das ändern, irgendwo finde ich wieder meinen Platz und diese Gewissheit ist momentan weg, weil eben sehr viel suggeriert wird, naja, da werden komplette Jobs, Jobbilder, Berufsbilder werden einfach ersetzt und da wird auch nichts Neues nachkommen und
Speaker: Wobei ich auch sage, das war ja auch schon immer so.
Speaker: Es wurden ja schon immer Berufsbilder obsolet.
Speaker: Berufsbilder haben sich ja auch schon immer verändert.
Speaker: Und das ist vielleicht auch gerade eben nur, vielleicht auch etwas, womit gespielt wird, mit dieser Angst, auch vielleicht bewusst gespielt wird, sozusagen, wenn du dich nicht damit beschäftigst.
Speaker: Mit der KI und mit den Themen, was es bedeutet, dann brauchen wir dich vielleicht nicht mehr.
Speaker: Aber dass sich Jobs ja verändert haben und dass wir viele Jobs ja auch immer mal wieder wegfallen, weil wir sie einfach nicht mehr brauchen, das war ja auch schon immer die Realität.
Speaker: Ja.
Speaker: Und ich glaube, wir sollten oder jeder sollte sich fragen, was kann ich eigentlich verändern oder wie kann ich mich entwickeln in meinem Beruf und wo hat da die KI vielleicht den Sinn, wo können wir sie sinnvoll nutzen, wie kann ich sie einsetzen, um schneller zu werden, um besser zu werden oder um mehr Zeit für was anderes zu haben.
Speaker: Und ich sage immer, es ist doch schön, wenn wir uns die Aufgaben, wenn uns die Aufgaben abgenommen werden, die wir eh nicht machen wollen.
Speaker: Also beispielsweise Buchhaltung.
Speaker: Das wäre so schön, wenn jemand da meine Kassenzettel mal irgendwie besser einsortieren würde.
Speaker: Und wenn ich dann mehr Zeit hätte, mich vielleicht um Menschen zu kümmern oder um Mitarbeitende zu kümmern.
Speaker: Genau, allerdings sieht das vielleicht genau die Buchhalterin dann eben anders.
Speaker: Und das ist eben genau dieses Spannungsverhältnis, weil ich bin da auch komplett bei dir.
Speaker: Also es gab immer die Veränderungen von Berufsbildern.
Speaker: Aber was man schon sagen muss, es ist natürlich jetzt gerade im Moment sehr, sehr viel in Bewegung und wir wissen alle nicht, auf was das zusteuert.
Speaker: Und klar, natürlich haben auch die ganzen Anbieter von Sprachmodellen zum Beispiel, die jetzt alle gerade in die Börse gehen, viel Interesse daran, häufig in den Medien zu sein und auch das natürlich ein bisschen größer zu machen, als das vielleicht am Ende ist.
Speaker: Aber das macht trotzdem was mit den Menschen und ich muss...
Speaker: eben versuchen oder ich sollte versuchen als Organisation diese Befürchtungen ernst zu nehmen und eben nicht wegzubügeln, so nach dem Motto, na ja, wir finden schon irgendwie einen Platz und die Veränderung gibt es ja, sondern einfach mal aufgreifen und schauen, was kann man denn jetzt wirklich gestalten?
Speaker: Wo finden sich vielleicht genau diese besseren Matches in der Zukunft?
Speaker: Klingt alles noch ein bisschen abstrakt, weil die Wirtschaft ist ja immer darauf ausgelegt gewesen, möglichst hohe Effizienz durch Menschen zu erreichen.
Speaker: Aber es kann durchaus sein, jetzt nicht nur durch KI, sondern auch durch Robotik, dass wir jetzt auf eine Zeit zulaufen, wo die Effizienz halt eben von den Maschinen erbracht wird und wir ganz neu denken können und neu gestalten können.
Speaker: Und da ist viel Potenzial drin, aber halt auch sehr hohe Unsicherheit, weil keiner weiß, auf was wir da momentan zulaufen.
Speaker: Aber ihr habt euch ja auch, wie du mir im Vorgespräch erzählt hast, damit beschäftigt.
Speaker: Ihr habt auch mit Kunden und selber auch intern euch mit dem Thema beschäftigt, welche Führungsfähigkeiten braucht man noch?
Speaker: Und das ist ein sehr spannendes Thema.
Speaker: Ich habe mir darüber natürlich auch schon viel Gedanken gemacht.
Speaker: Das ist auch eins meiner Felder zu sagen, wie entwickeln sich Organisationen, welche Kultur haben wir?
Speaker: Und vielleicht magst du uns mal kurz erzählen, erstens mal, wie ihr vorgegangen seid.
Speaker: Und dann würden uns natürlich auch interessieren, welche Führungsfähigkeiten brauchen wir denn eigentlich noch?
Speaker: Also, wie sind wir vorgegangen?
Speaker: Auf der einen Seite, gut, ich meine, wir haben jetzt einige hundert Projekte in dem Bereich schon durchgeführt und jetzt nicht nur im KI-Bereich, sondern auch in der digitalen Transformation vorher war es ja nicht grundlegend anders, weil auch da haben wir häufig davon gesprochen, dass sich grundlegend die Prozesse, wie ich an Themen herangehe, sich ändern.
Speaker: Ich erinnere mich an eins meiner ersten Projekte, das ich umgesetzt habe,
Speaker: Also das war, was heißt Projekte, ist da ein bisschen hochgegriffen.
Speaker: Also ehrlicherweise war ich da noch Schüler und habe bei einem Baumarkt gejobbt.
Speaker: Und wenn du dir das ungefähr im Baumarkt vorstellst, da gibt es ja diese Gänge und diese großen Schilder mit den Preisen, was gerade im Angebot ist und so weiter.
Speaker: Und die hatten dafür damals eine Schildermalerin.
Speaker: Wow!
Speaker: Also die war wirklich, die ist mehrmals in der Woche gekommen und hat dann mit so verschiedensten Stiften, hat die das Ganze gemalt.
Speaker: Und dann haben die mich damals angefragt, ich war damals, keine Ahnung, vielleicht 16, 15, 16, war halt damals schon der IT-Nerd, ob ich das Ganze nicht digitalisieren könnte.
Speaker: Und ich habe dann quasi diese Schilder mit dem Computer erstellt, auf Plottern und so weiter gedruckt.
Speaker: Und damals natürlich auch schon im Endeffekt einen Arbeitsplatz verändert.
Speaker: War mir damals nicht so bewusst, aber das gibt es einfach schon sehr lange durch Digitalisierung.
Speaker: Und das, was wir festgestellt haben, ist, naja gut, die Führungsfähigkeiten, die du brauchst, die ändern sich nicht wahnsinnig jetzt durch den Einsatz von KI.
Speaker: Sie werden nur wesentlich relevanter und gleichzeitig hast du vielleicht auch die Möglichkeit,
Speaker: jetzt damit cleverer umzugehen, indem dass du dir selbst anfängst, bessere Strategien zu überlegen.
Speaker: Du kannst dich von der KI selbst coachen lassen.
Speaker: Du kannst natürlich auch, wenn alle zustimmen, kannst du zum Beispiel auch sowas wie Führungsgespräche sogar aufzeichnen und von der KI auswerten lassen, was hochspannend ist, weil du auf einmal... Habt ihr das schon mal gemacht?
Speaker: Natürlich.
Speaker: Und das Tolle ist, also zum Beispiel, was wir ganz gern verwenden, ist für die Analyse quasi so Patterns, wo du sagst, einerseits analysiert das Gespräch an sich, also das heißt inhaltlich, was ist da abgedeckt worden, wo war jetzt quasi eine Effizienz drin, wo war keine Effizienz drin, dann kannst du die KI natürlich bewerten lassen, wie war jetzt dein
Speaker: Dein Führungsverhalten, das klappt extrem gut, weil die halt in dem Fall auch neutral ist.
Speaker: Was gibt dir denn zu Feedback?
Speaker: Na ja, zum Beispiel, wenn du um ein Thema rum navigiert hast, wenn du nicht klar die Themen adressiert hast, wenn du dich in Punkten wiederholt hast, das kannst du alles da gut rauslesen.
Speaker: Aber das ist eigentlich das Allerspannendste, du kannst auch die Meta-Ebene analysieren lassen.
Speaker: Also welche versteckten Machtfaktoren hast du da drin, hast du da irgendwie in gewissen Situationen falsch reagiert.
Speaker: Und das Schöne ist, auch wenn es einem nicht immer gefällt, was dann da rauskommt, es ist halt eine neutrale Betrachterposition, die du wahrscheinlich sonst nie so bekommen wirst, egal wen du fragst, weil es immer vorgeprägt ist.
Speaker: Ja, und vor allem, es wäre ja keiner dabei.
Speaker: Also bei so einem 1 zu 1 Gespräch in der Regel, wo du eine Führungskraft und einen Mitarbeitenden, da ist ja eigentlich niemand dabei.
Speaker: Also da kann dir als Führungskraft ja eigentlich keiner Feedback geben.
Speaker: Und das Spannende ist ja bei diesen, bei auch Mitarbeitenden Gesprächen, das hatte ich damals auch immer, als ich noch Mitarbeitende war, ist ja auch immer eine Frage drin, wie bewertest du mich als Führungskraft so?
Speaker: Ja.
Speaker: Und da habe ich mir immer die Frage gestellt, die Frage, glaube ich, könnten wir eigentlich auch streichen, weil ich glaube, die allermeisten sind in ihrer Führungsbeziehung nicht so weit, das ehrlich beantworten zu können.
Speaker: Und so hast du ja eigentlich nochmal eine Ebene, wo dir jemand neutral ist von außen und sagt, ey, da warst du irgendwie, glaube ich, nicht so fair oder da hast du nicht richtig zugehört oder ich habe das anders verstanden oder so.
Speaker: Genau.
Speaker: Und also ich kann es nur für mich persönlich sagen, mir fällt es auch viel leichter, das Ganze dann anzunehmen, weil ja, es ist halt einfach diese neutrale Beobachterposition, die gefällt einem nicht immer, was dann da rauskommt, wenn du dir denkst, ey, das war ein richtig gutes Meeting und wir lassen dann auch noch so Scores ausgeben und dann steht dann da 6,3 und du denkst dir, hm, okay, ich hätte mir jetzt aber schon eine 8 gegeben.
Speaker: Aber siehst du, ist nicht vielleicht auch sogar gefährlich?
Speaker: dass wir dann zu sehr auf Effizienz getrimmt sind in solchen Gesprächen, wo ich sage, so in einem Mitarbeitergespräch geht es ja auch ganz viel darum, dass wir eine Verbindung zueinander herstellen.
Speaker: Das wird ja bewertet.
Speaker: Also es geht nicht wirklich um die Effizienz.
Speaker: Also das kommt aber darauf an, was du die KI bewerten lässt.
Speaker: Du kannst natürlich auch die Effizienz bewerten lassen, aber in dem Fall...
Speaker: geht es vor allem um die Effektivität, die wir bewerten lassen.
Speaker: Und da ist es dann natürlich schon, da zählen auch die Faktoren mit rein.
Speaker: Baust du Verbindung auf?
Speaker: Hast du jetzt da Raum gelassen?
Speaker: Wer hatte welchen Sprechanteil?
Speaker: Und so weiter.
Speaker: Also solche Faktoren kannst du dann durchaus bewerten lassen, um dann eben zu sehen, ja, ist da irgendwas gekippt?
Speaker: Und ich finde es eigentlich eher positiv.
Speaker: Also wir machen das jetzt nicht bei jedem Gespräch, muss man dazu sagen.
Speaker: Aber das mal wirklich gespiegelt zu bekommen,
Speaker: Und wenn du es annehmen kannst, das als Wachstum zu nehmen und das, was man ja damit erreichen möchte, bessere Führungskraft zu werden für die Menschen, für die du Verantwortung hast, einfach besser da zu sein, dann ist das meiner Meinung nach schon eine tolle Gelegenheit, sich eben Feedback einzuholen.
Speaker: Ja, und...
Speaker: Deswegen nutzen wir das auch sehr, sehr gerne.
Speaker: Aber wie gesagt, was wir festgestellt haben, ist, die Extreme werden halt vor allem stärker werden und deswegen braucht es, glaube ich, auch mehr von diesen Feedbackrunden und Feedbackschleifen auch für die Führungskräfte, weil, da kann ich vielleicht nochmal dran anknüpfen, so eine der
Speaker: Wesentlichen Punkte, die wir eben herausgearbeitet haben, ist genau dieser Faktor, dass Menschen Angst nicht vor der Veränderung haben, sondern vor dem eigenen Identitäts- und Bedeutungsverlust.
Speaker: Und das ist ein wesentlicher Punkt, mit dem man umgehen muss, weil wenn man sich das anschaut, auf jeden Fall.
Speaker: Es gibt so zwei Entwicklungen, gerade wenn es darum geht, Junioren in Organisationen zu bringen.
Speaker: Das eine ist der Effekt, dass sie es viel schwerer haben, weil die KI gerade natürlich auch der Juniorpartner ist.
Speaker: Aber auf der anderen Seite, wenn du jetzt Menschen hast, die sich sehr gut mit KI auskennen und dann in dieser Kombination gute KI-Kenntnisse, vielleicht auch noch gute Sozialfähigkeiten auskennen,
Speaker: Und dann in eine Organisation reinkommen, dann sind die auf einmal vielleicht als Junior auch genauso erfahren, weil sie eben den Zugriff auf das Wissen haben, wie eine Person, die das schon 20 Jahre macht.
Speaker: Und das ist natürlich ein vorprogrammierter Konflikt, wenn du den als Führungskraft nicht managst.
Speaker: Ja, weil es einfach eine Wertigkeit nimmt sozusagen.
Speaker: Das kennt man ja auch von früher, wenn du 20 Jahre schon den Job gemacht hast und dann kommt jemand, das ist so ein Klassiker, glaube ich, auch den du schon immer hattest.
Speaker: Dann hatten wir auch, als ich eben noch im Unternehmen war, im HR und dann
Speaker: Da strömen so Leute frisch von der Ausbildung und von der Uni von außen rein und haben dann immer irgendwie Gehaltsforderungen und dann sagen die Leute, die schon lange nach sind, hä, wie kann es denn sein, dass die schon so hoch einsteigen, ich mache das jetzt seit 20 Jahren und die verlangen hier so hohes Geld und dann zahlen wir das denen auch.
Speaker: Und andererseits hast du natürlich den Druck auch von außen, weil du sagst, ja, wenn ich das nicht bezahle, dann kriege ich die Leute nicht.
Speaker: Und das spiegelt sich ja da jetzt auch wieder.
Speaker: Da kommen Leute rein, die haben weniger Erfahrung oder Berufserfahrung, sage ich jetzt mal.
Speaker: Und dann treffen die eben auf Leute, die lange schon Berufserfahrung haben.
Speaker: Und automatisch hat man so ein bisschen Sorge um seine eigene Wertigkeit.
Speaker: Also bin ich jetzt weniger wert?
Speaker: Ist das, was ich getan habe die letzten Jahre, war das dann schlecht?
Speaker: Automatisch gibt es immer dieses Extrem.
Speaker: Genau.
Speaker: Zu sagen, oh jetzt das, was ich anscheinend gemacht habe, 20 Jahre, brauchen wir nicht.
Speaker: Das war jetzt anscheinend umsonst.
Speaker: Ja und genau das ist eben das Problem, dass man das sofort nach hinten versucht zu projizieren, war das jetzt überhaupt was wert, was ich gemacht habe.
Speaker: Weil klar, natürlich war das was wert, weil die Technologie gab es bis dahin nicht, die Aufgabe war wichtig.
Speaker: Und genau sowas zu bestärken und eben gemeinsam Lösungen nach vorne zu finden mit dem Punkt, ja, aber jetzt gibt es eben diese Technologie und jetzt müssen wir uns halt gemeinsam eben auch aufstellen und herausfinden, wie die Zukunft ausschaut.
Speaker: Das ist eine absolute Führungsaufgabe.
Speaker: Und...
Speaker: kann ich nur immer dazu einladen, sich das sehr, sehr intensiv anzuschauen, welche Veränderungen gerade mit den Menschen passieren.
Speaker: Und einer der wirksamsten Hebel dafür oder zwei wirksamsten Hebel sind, auf der einen Seite selbst offen damit umzugehen und vor allem zwar mit den Veränderungen und mit den Herausforderungen, die es mit einem selbst macht.
Speaker: Das mache ich zum Beispiel auch.
Speaker: Ich habe auch nicht auf alles eine Antwort.
Speaker: Geht ja gar nicht.
Speaker: Ich weiß auch nicht, was in einem Jahr im Bereich KI möglich ist.
Speaker: Ich habe eine gewisse Vorstellung davon und vielleicht auch gewisse Hoffnung, aber ob die so kommt und was da passiert, keine Ahnung.
Speaker: Und diese ja vielleicht so ein bisschen Transparenz, aber fast schon ein bisschen Demut vor dieser Veränderung, die auch den den Menschen zu zeigen, das öffnet den Raum, dass andere das genauso machen dürfen und eben auch mit ihren Ängsten und Sorgen sich öffnen dürfen.
Speaker: Und das andere, was eben auch sehr, sehr gut dann eben hilft neben dieser Öffnung, ist den ganzen Ansatz durchaus auch spielerisch zu gestalten.
Speaker: Und das machen wir.
Speaker: sehr gerne einfach Räume zu öffnen für Experimente, dass eben nicht bei allem gleich sofort ein Ergebnis dastehen muss, sondern man am Anfang eben auch in die neuen Materien eben eintauchen kann.
Speaker: Wir machen das teilweise mit ganzen Teams, die dann spielerisch an das Thema KI herangehen, gerade da vielleicht noch viele Vorbehalte da sind und
Speaker: sich ja durchaus da wieder mal so ein bisschen auf diese, ich habe es am Anfang gesagt, so dieses Entdeckergeist oder auf diese neue Zeit einfach so ein bisschen einzulassen.
Speaker: Und das ist eben ganz wichtig, dass diese Berührungsängste möglichst schnell abgebaut werden und die Vorbehalte, weil am Ende, das ist so die ultimative Weisheit, die immer geteilt wird, also ist nicht von mir, aber
Speaker: Du wirst ja am Ende nicht von der KI ersetzt, sondern von jemandem, der die KI besser bedienen kann als du selbst.
Speaker: Das ist so ein Klassiker aus der KI-Branche, aber da ist auch was Wahres dran, weil in dem Augenblick, wenn ich sage, ich schaffe es und das geht halt eben aus dieser Mischung Führungskraft und aber auch der Verantwortung bei jedem Einzelnen, ich schaffe es, eben die Ängste abzubauen und aktiv mich mit der Materie zu beschäftigen, dann ist das die beste Versicherung für die Zukunft.
Speaker: Das ist ja echt ein wunderbares Schlusswort und dem ist, glaube ich, nicht mehr viel hinzuzufügen.
Speaker: Aber eine Sache habe ich noch und du hast jetzt auch gesagt, welche Fähigkeiten braucht man auch in der Zukunft?
Speaker: Ja, zum einen sich selber zu reflektieren und da mit der KI sich zu beschäftigen und seinen Job vielleicht auch zu überdenken.
Speaker: Und da vielleicht auch nicht immer einen Schritt voraus zu sein, aber zumindest mitzuziehen.
Speaker: Denkst du, dass wir auch alle, und das ist auch etwas, was ich jetzt in letzter Zeit häufiger gehört habe, wir werden in der Zukunft wahrscheinlich alle Führungskräfte sein, weil wir auch alle KI-Agenten vielleicht führen.
Speaker: Vielleicht manchmal nicht richtige Menschen, vielleicht, wie du auch vorhin gerade gesagt hast,
Speaker: Roboter und die KI und Agenten und Menschen.
Speaker: Das heißt, eigentlich ist ja, was wir alle irgendwie brauchen können, eine Führungskompetenz oder eine Kompetenz, Fragen stellen zu können oder die richtigen Fragen stellen zu können.
Speaker: Das ist ja wahrscheinlich auch so ein bisschen das Ergebnis von dem Ganzen und das kritische Denken.
Speaker: Ja.
Speaker: Ja, absolut.
Speaker: Das Schöne ist, wir werden alle Führungskräfte, wenn wir das nicht heute vielleicht sogar schon sind oder das gerade beginnt, aber um da ein bisschen Leichtigkeit reinzubringen, die KI verzeiht ganz, ganz viele Führungsfehler.
Speaker: Also das ist eben das Schöne.
Speaker: Man muss nicht mal nett sein.
Speaker: Genau, man muss nicht immer nett sein.
Speaker: Ich versuche es immer zu machen.
Speaker: Ja, du bist nett.
Speaker: Sagst du bitte und danke?
Speaker: Ich sage bitte und danke.
Speaker: Ich sage auch guten Morgen.
Speaker: Egal, wer es ist.
Speaker: Klo, Chat, GBT oder so.
Speaker: Jaja, absolut.
Speaker: Mache ich schon immer.
Speaker: Aus zwei Gründen.
Speaker: Zum einen, das ist rein subjektiv, ich glaube, die Ergebnisse sind besser.
Speaker: Und das andere ist, ich möchte, weil wir werden zukünftig viel mehr mit KI kommunizieren wahrscheinlich als mit Menschen oder zumindest vielleicht gleich viel und dann möchte ich das auch gar nicht verlernen, ordentlich zu kommunizieren.
Speaker: Und dann sei ich immer noch so scherzhaft.
Speaker: Und außerdem, wenn dann doch noch SkyNet entsteht, dann bin ich vielleicht den letzten 10% der Menschen, die dann ersetzt werden von der KI.
Speaker: Nein, Spaß gesagt.
Speaker: Ja, weil dann, ich bin auch immer nett, weil ich denke immer so, wenn die mir dann auch anfängt, pampige Antworten zu geben, das möchte ich dann auch nicht.
Speaker: Wenn die denkt, das ist unser Kommunikationsstil, das möchte ich dann auch nicht.
Speaker: Deswegen bin ich auch immer nett zu ihr.
Speaker: Ja, und von dem her ist das eine schöne Zeit, weil man kann sich ausprobieren und es ist...
Speaker: Man hat viele Möglichkeiten, was zu versuchen und im Moment zumindest noch wenig Risiken.
Speaker: Ja, sehr schön.
Speaker: Wo siehst du dich und euer Unternehmen in der Zukunft?
Speaker: Weil ich meine, ihr seid jetzt tief in diesem KI-Thema mit drinnen.
Speaker: Das heißt, ihr seid eigentlich im ständigen Change, weil die KI sich ja quasi jede Woche verändert.
Speaker: Und wenn du so auf euer Unternehmen klickst und auf dich, wo siehst du euch da in diesem Feld?
Speaker: Naja, ich sehe uns persönlich, ich hoffe es zumindest, als ein Teil der Transformation, die dazu beiträgt, dass wir, das ist vielleicht ein bisschen ein großes Ziel, aber in Deutschland mal wieder ein bisschen neuen Schwung entwickeln.
Speaker: Weil wir haben, glaube ich, vieles verlernt in Deutschland.
Speaker: Gerade so dieses ganze Thema Umgang mit Veränderungen, sich auf Neues einzulassen, Entdeckergeist, Ingenieurskunst und so weiter.
Speaker: Vieles davon ist so ein bisschen in Vergessenheit geraten.
Speaker: Und es ist die Möglichkeit da, genau daran wieder anzuknüpfen.
Speaker: Und dafür brauchst du auf der einen Seite die Leute, die diese Bereitschaft haben.
Speaker: Und manchmal brauchst du halt eben auch einen von außen, der sagt, versuch doch mal das, geh in die Richtung, der dich da ein bisschen an die Hand nimmt.
Speaker: Und wenn wir es schaffen, da ein paar Unternehmen genau dabei zu begleiten, das wieder hinzubekommen, dann wäre ich sehr froh.
Speaker: Das ist ein schönes Ziel.
Speaker: Das unterstütze ich gern.
Speaker: Im Mittelstand vor allem.
Speaker: Vielen Dank für deine Zeit und deine Einblicke in die Arbeit.
Speaker: Ich glaube, das hat vielen auch noch mal so geholfen, die KI vielleicht einfach anders zu sehen und die Arbeit mit der KI und wie der Alltag so aussieht.
Speaker: Ich glaube, das war ein schöner Einblick für alle.
Speaker: Danke dir.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Wie stehst du zu diesem Thema?
Speaker: Schreib es uns gerne in die Kommentare.
Speaker: Ich hoffe, du konntest was für dich mitnehmen und vielleicht sehen wir uns ja mal bei einem unserer Workshops.
Speaker: Bis zum nächsten Mal, deine Karin.






