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Recruiting Talk Reddit Special: Die schrägsten Recruiting-Erlebnisse mit Jette.

Workwise Recruiting Talk
Workwise Recruiting Talk

130 plays · Oct 30, 2025

Ich dachte, ich habe schon alles gesehen, und dann landet dieser Lebenslauf auf meinem Schreibtisch … So startet der Reddit-Post, mit dem sich Gast Jette und Host Lisa in dieser Podcastfolge beschäftigen. Im Subreddit r/humanresources hat der Post zahlreiche HR-Professionals dazu animiert, ihre schrägsten Recruiting-Erfahrungen zu teilen. Und für Jette und Lisa ist er der Anlass, um über die Einschätzung von Bewerbungsunterlagen ins Gespräch zu kommen. Höre jetzt rein und finde heraus, ob die Reddit-Storys schräger sind als deine eigenen Erfahrungen: * 00:00–03:30 95-Prozent ihrer Internet-Zeit verbringt Jette nicht auf Reddit – aber heute wagt sie den Deep-Dive. * 03:31–06:54 Gerade als ich dachte, ich hätte schon alles gesehen, bekomme ich diesen Lebenslauf auf den Tisch… * 06:55–14:08 OnlyFans im Lebenslauf – geht das? * 14:09–18:02 Red Flags im Lebenslauf * 18:03–27:11 Berufserfahrung vs. Abschluss – worauf kommt es wirklich an? * 27:12–33:46 Checkst du die Instagram-Accounts deiner Kandidat:innen? * 33:47–37:21 Mit Schildkröte im Bewerbungsgespräch. * 37:22–40:18 Jettes wildestes Recruiting-Erlebnis Die Extra-Dosis Recruiting-Wissen Werde Expert:in für die Bewerber:innen-Auswahl: * Jettes erster Podcastauftritt: Networking für Recruiter:innen  [https://hire.workwise.io/podcast/networking-und-personal-branding-mit-jette] * Personalauswahl: Darauf kommt’s an [https://hire.workwise.io/hr-praxis/personalauswahl/personalauswahl] * Anforderungsprofil: Deine Grundlage für die Personalauswahl [https://hire.workwise.io/hr-praxis/personalsuche/anforderungsprofil-erstellen] Du möchtest deine Reddit-Storys oder deine eigenen Erfahrungen im Podcast teilen? Melde dich bei Lisa!  [https://www.linkedin.com/in/lisa-schlegel/] Bei Start to Finish hat sich Jette damit beschäftigt, wie Startups die passenden Mitarbeiter:innen finden. Jetzt vernetzen! [https://www.linkedin.com/in/jette-scheller/] Workwise ist der Recruiting-Partner für kleine und mittlere Unternehmen. Wir unterstützen dich bei der Optimierung und Vermarktung deiner Jobangebote auf 350+ Kanälen. Derzeit hilft Workwise über 2.000 Unternehmen dabei, passende Fachkräfte zu finden. Sei 2.001 und werde zu unserer nächsten Erfolgsgeschichte 🌟 ! Überzeuge dich selbst und erfahre mehr: hire.workwise.io [https://hire.workwise.io/]

Transcript

Speaker: Herzlich willkommen zum WorkWise Recruiting Talk.

Speaker: Echtes Recruiting Wissen, echte Erfahrungen, echte Erfolgsrezepte.

Speaker: Aus der Personalabteilung, direkt in dein Ohr.

Speaker: Herzlich willkommen zum Work-Rise-Recruiting-Talk.

Speaker: Ich bin Lisa und ich habe wieder ein bekanntes Gesicht bzw.

Speaker: eine bekannte Stimme hier bei mir im virtuellen Aufnahmeraum.

Speaker: Die liebe Jette ist nämlich zurück.

Speaker: Hi.

Speaker: Hallo.

Speaker: Freut mich total, dass ich nochmal mit am Start sein darf hier.

Speaker: Ja, ich freue mich auch riesig, dass wir beide jetzt auch das Vergnügen haben.

Speaker: Deine letzte Folge war 2023 mit dem Simon zusammen.

Speaker: Auf der Zukunft Personal aufgenommen, das war sehr cool live.

Speaker: Genau, da warst du zu Gast in unserer Podcastbox und ja, auch Hörempfehlungen an dieser Stelle.

Speaker: Die Folge ist nach wie vor, glaube ich, sehr relevant und auch sehr spannend, also hört da gerne auch nochmal rein.

Speaker: Ja, aber ich bin sehr froh, dass du zurück bist.

Speaker: Ja, was ist in der Zwischenzeit passiert?

Speaker: Was gibt es Neues von dir?

Speaker: Magst du uns da ein bisschen abholen zum Anfang?

Speaker: Genau, wir haben die letzten zwei Jahre wirklich nochmal ganz doll unsere Beratungsdienstleistung ausgebaut.

Speaker: Ich arbeite ja bei Start to Finish.

Speaker: Wir sind ein kleiner Personaldienstleister, haben uns da vor allen Dingen auf die E-Commerce-Branche spezialisiert.

Speaker: Genau, neben dem klassischen Headhunting haben wir eben auch Beratung gemacht.

Speaker: für ganz viele unterschiedliche kleine Agenturen, aber auch E-Commerce-Brands, also richtig, richtig spannend.

Speaker: Und ich konnte super viel mitnehmen und lernen und einfach ganz viele verschiedene Perspektiven da auch so mit einsammeln.

Speaker: Und tatsächlich habe ich mich aber entschieden,

Speaker: Ja, das ist jetzt Zeit ist doch mal für was Neues und deshalb werde ich im November eine neue Reise quasi starten und bei einer neuen Company starten.

Speaker: Genau, mehr dazu dann auf LinkedIn in den nächsten Wochen, würde ich sagen.

Speaker: Genau.

Speaker: Sehr cool.

Speaker: Ja, super spannend und ich glaube, damit bringst du auch eine super passende Perspektive mit für unser Format heute.

Speaker: Dann kennst du ja den Recruiting-Prozess gerade quasi sowohl aus Recruiter-Sicht als auch aus Kandidaten-Sicht noch ziemlich frisch.

Speaker: Und ich glaube, das wird uns zugutekommen heute, denn wir haben mal wieder...

Speaker: Ja, etwas Besonderes vor oder so besonders ist es gar nicht mehr.

Speaker: Das ist jetzt schon die dritte Reddit-Edition von unserem Recruiting-Talk hier.

Speaker: Ja, kennst du dich mit Reddit aus?

Speaker: Ist das eine Plattform, die du selber ab und zu besucht, Jette?

Speaker: Tatsächlich nicht so viel, aber Chatty Petit zieht ja wirklich extrem viel von Reddit.

Speaker: Das wusste ich bis vor kurzem auch nicht.

Speaker: Und deswegen, glaube ich, sind wir alle eigentlich so richtige passive Reddit-Nutzer.

Speaker: Genau, aber aktiv wirklich relativ selten, außer man hat noch so dumme Fragen, wo man sich dann doch nicht traut, ChatGBT zu fragen und dann selber anfängt, sich in die Tiefen des Internets zu vergraben oder so wirklich sehr nischige Rabbit-Holes, die man so hat.

Speaker: Aber ich würde sagen, 95% der Zeit hänge ich definitiv nicht in Reddit, wenn ich im Internet unterwegs bin.

Speaker: Okay, dann machen wir einfach den Reddit-Deep-Dive heute zusammen und zwar in den subreddit a slash humanresources.

Speaker: Da habe ich einen Post gefunden.

Speaker: Ist auch tatsächlich der einzige Post, den ich uns heute mitgebracht habe, einfach weil ich glaube, dass der Post in sich und auch alle Antworten, die da drunter zu finden sind, schon jede Menge Gesprächsstoff parat halten für uns heute.

Speaker: Okay, ich lese einfach mal vor und dann schauen wir weiter.

Speaker: Ja, auf jeden Fall.

Speaker: Ja.

Speaker: So, gerade als ich dachte, ich hätte schon alles gesehen, bekomme ich diesen Lebenslauf, ist der Titel und der Post geht so.

Speaker: Mein Unternehmen sucht aktuell nach einer Person für eine DirektorInnenposition und zufällig bin ich diesmal diejenige, die die Telefonscreenings führt, einfach weil andere Projekte und Urlaube dazwischen gekommen sind.

Speaker: Ich habe in meiner Laufbahn schon einige wilde Lebensläufe gesehen, aber dieser hier toppt alles.

Speaker: Auf den ersten Blick alles super.

Speaker: Der Lebenslauf ist ordentlich, in umgekehrter Chronologie aufgebaut, die Person hat einen höheren akademischen Abschluss, seine professionelle Zertifizierung und jede Menge relevante Erfahrung.

Speaker: Bis man zum aktuellen Job kommt.

Speaker: Onlyfans.

Speaker: Ich war mir kurz unsicher.

Speaker: Vielleicht ist das ja kein absolutes Ausschlusskriterium.

Speaker: Also habe ich etwas getan, was ich sonst nicht mache.

Speaker: Ich habe mir das Social-Media-Profil der Person angesehen.

Speaker: Und wow, die Person hat echt extreme Ansichten, um es freundlich auszudrücken.

Speaker: Ja, was sind die schrägsten Sachen, die ihr beim Recruiting erlebt habt?

Speaker: Oh ja, sehr stark.

Speaker: Ich finde, meistens kommt sowas nicht raus, oder?

Speaker: Das ist doch sowas, was man, wenn überhaupt, wenn man dann selber nochmal auf die Profile geht, dass man sowas dann rauskriegt, aber nicht, dass die Leute das schon in den Lebenslauf schreiben, oder?

Speaker: Ja, schon verrückt.

Speaker: Also vielleicht kurz zur Einordnung für alle, die es vielleicht nicht kennen.

Speaker: OnlyFans ist eine Plattform auch im Internet und auch als App, wo CreatorInnen Content anbieten können.

Speaker: Das basiert auf so einem Abo-Modell.

Speaker: Und da können sie ihren Fans eben diesen Content für, also gegen Bezahlung zur Verfügung stellen.

Speaker: Kann grundsätzlich alles sein, ist aber so ein bisschen dafür bekannt, dass es um erotischen Content geht.

Speaker: Also von daher kommt, glaube ich, daher die Brisanz.

Speaker: Ja.

Speaker: Ja, ich glaube, da haben wir einiges zu besprechen.

Speaker: Bevor wir so richtig einsteigen, vielleicht noch ein kleiner Nachtrag, denn unsere Userin oder unser User hat noch in einem Kommentar dazu geschrieben, die Punkte im Lebenslauf sind so aufgemacht, dass es sich wie ein richtiger Job anhört.

Speaker: Ich vermute, ChatGPT hat da seine Finger im Spiel gehabt, aber...

Speaker: Die Stichpunkte lauten Förderung sexueller Identität und persönlicher Entwicklung durch Veröffentlichung sinnlicher Inhalte, Anwendung eines matrixbasierten Ansatzes, um das Wachstum der Geschäftsziele sicherzustellen, Analyse von Engagementmetriken, um regelmäßige Gewinnsteigerungen in festgelegten Intervallen zu erzielen und Interaktion mit Community-Mitgliedern, um personalisierte Projekte zu besprechen und deren termingerechte Umsetzung sicherzustellen.

Speaker: Wow.

Speaker: Klingt auf jeden Fall nach einem krassen Job, oder?

Speaker: Klingt nicht schlecht.

Speaker: Und ich meine, um so ein Onlyfans-Account wirklich gut aufzuziehen, braucht es mit Sicherheit auch eine Menge guter Skills, was Content Creation und

Speaker: Community-Management etc.

Speaker: angeht.

Speaker: Also ich glaube, das ist jetzt gar nicht so weit hergeholt.

Speaker: Aber ja, was ist so dein erstes Feeling?

Speaker: Ist das ein No-Go, den eigenen Onlyfans-Account anzugeben?

Speaker: Oder was meinst du?

Speaker: Also was wir auf jeden Fall immer viel sehen, das ist natürlich...

Speaker: ganz unterschiedliche Arten und Weisen gibt, sag ich mal, zu erklären, wie man eine gewisse Zeit keinen klassischen Job hatte.

Speaker: Also und ich glaube, das ist ja das Gleiche quasi und viele versuchen dann irgendwie immer, ja ihre Lücken gut zu schließen, sag ich mal, obwohl es ja natürlich auch ein Stück weit ein Job ist.

Speaker: Und was wir eben viel sehen, ist dann, dass da steht, ja, ich habe berufliche Neuorientierung gemacht oder halt,

Speaker: eine familiäre Auszeit, wenn sie irgendwie ein Kind bekommen haben und es nicht reinschreiben wollen oder was wir in letzter Zeit auch sehr viel sehen, weil wir einfach einen Arbeitsmarkt haben, wo einfach gerade viele, viele Leute arbeitssuchend sind, dass sie häufig schreiben, ja, wir haben hier so eine kleine Selbstständigkeit nebenbei laufen, dann sieht es so aus, als wäre die Selbstständigkeit eigentlich jetzt der Hauptberuf, dabei sind sie eigentlich arbeitssuchend und haben vielleicht ein, zwei kleine Freelance-Aufträge in der Zwischenzeit gemacht, aber nicht wirklich

Speaker: ja, was ausfüllen, das sage ich mal, für den, für so einen 40-Stunden-Job ist es also kein Äquivalent.

Speaker: Genau, dementsprechend, also wir sehen sowas häufig, ich glaube, in dem Extrem habe ich es auch noch nie gesehen und ich denke auch in unserem, also in dem Kontext, wo wir arbeiten, wäre das nichts, wo wir sagen würden, oh, die Person müssen wir jetzt morgen mal einladen, selbst wenn die letzten paar Stationen gut gewesen sind, weil wir auch immer sagen, es ist

Speaker: erstens sehr schwer, gerade je länger man sowas gemacht hat, dann wieder zurückzukommen in so einen normalen Bürojob, wo du den ganzen Tag einfach nur vor dem Laptop sitzt.

Speaker: Und es ist natürlich auch schwierig, weil das natürlich auch was ist, gerade wenn die Person im Homeoffice ist, wo man dann nicht so genau weiß, ob diese Selbstständigkeit dann nicht nebenher weiterläuft und man dann gar nicht kontrollieren kann, wie viel die Person tatsächlich

Speaker: fürs eigene Unternehmen arbeitet und wie viel sie dann an der Selbstständigkeit auch zu Hause werkelt.

Speaker: Ja, gar nicht so einfach, auch mit diesen mehr oder weniger Lücken im Lebenslauf umzugehen.

Speaker: Auch einige Kommentare unter dem Beitrag gingen so in die Richtung, von wegen, ja, hätte sie mal lieber einfach Freelancing oder Ähnliches geschrieben, damit es ein bisschen besser aussieht.

Speaker: Ich finde, es ist halt nicht so einfach.

Speaker: Im Sinne der Transparenz wäre es natürlich...

Speaker: dann auch wahrscheinlich einfach gut, das direkt auf den Tisch zu packen und zu vermeiden, dass es dann irgendwie später rauskommt.

Speaker: Aber das ist so ein bisschen so eine Gratwanderung.

Speaker: Ja, absolut.

Speaker: Das glaube ich auch, dass am Ende, wenn es irgendwie rauskommen wird,

Speaker: Also wenn es da ist, dann wird es wahrscheinlich auch irgendwo dann ans Licht geraten, glaube ich, spätestens, wenn man dann sich auch mal unterhält, wenn die Person irgendwo angefangen hat.

Speaker: Und dann wird gefragt, naja, und was hast du davor gemacht?

Speaker: Oder es wird gefragt, naja, was machst du gerne abends?

Speaker: Und dann kommt noch die Selbstständigkeit, ja.

Speaker: Also dementsprechend, glaube ich, das Internet vergisst dann wahrscheinlich an der Stelle leider noch zu wenig, gerade auch, wenn man das vielleicht dann trotzdem auch weitermachen möchte, ja.

Speaker: Ja, und dass es dann irgendwie ein Stück weit natürlich auch wieder negativ auf einen zurückfallen kann.

Speaker: Auf der anderen Seite kann man natürlich auch sagen, unsere Gesellschaft ist dann irgendwo auch noch ein bisschen...

Speaker: Vielleicht prüde oder so ein bisschen konservativ, dass es da einfach bei vielen Personalern, aber auch bei vielen Highwaymanagern, glaube ich, nicht so hoch angesehen wäre und auch nicht so Kompromissbereitschaft da wäre, so eine Person einfach mal einzuladen, sie kennenzulernen und versuchen, die Hintergründe zu erfahren.

Speaker: Mhm.

Speaker: gleichzeitig ist es auch total die Gratwanderung, glaube ich, mit so einer Person im Interview zu sitzen und dann zu schauen, wie kann man das einerseits gut ansprechen und abklopfen, ohne dann auch der Person zu nahe zu treten, weil das ja auch eigentlich keine Themen sind, die man jetzt unbedingt so standardmäßig im Interviewprozess miteinander bespricht.

Speaker: Gar nicht so einfach.

Speaker: Ja, auf jeden Fall.

Speaker: Eine Antwort von einem weiteren User habe ich noch mitgebracht, weil ich die ganz interessant fand dazu.

Speaker: Und zwar hat jemand geschrieben, das Verrückte ist nicht die Onlyfans-Angabe an sich, sondern dass jemand mit tollen Qualifikationen nicht merkt, dass Arbeitgeber eher Red Flags aussortieren, als sie Erfolge belohnen.

Speaker: Was meinst du, stimmt das?

Speaker: Ist das so, dass es einfach gewisse Red Flags einfach gibt, die dich dann rauskicken, obwohl der Rest passt?

Speaker: Ja, ja.

Speaker: Also ich glaube, wenn wir uns den Arbeitsalltag von vielen Rekrutern ansehen und dadurch, dass wir ja so viele

Speaker: habe ich ja auch so ein bisschen Einblicke, wie viele Bewerbungen da reinkommen und auch schon bei vielen kleinen Agenturen, die gar nicht so einen krassen Namen haben, hatten wir es so, dass wir teilweise nach ein, zwei Tagen schon über 100 Bewerbungen drin hatten.

Speaker: Und gerade wenn man kein großes Team hat und ich kenne wenige Firmen, die sagen, oh, wir haben zu viele Rekruter, genau, dementsprechend steht man dann, glaube ich, häufig da, steht vor super vielen Bewerbungen und hat dann

Speaker: vielleicht 100 Bewerbungen, die man so in einer Stunde, vielleicht in anderthalb Stunden screenen muss.

Speaker: Und das ist natürlich was, wo man dann echt sich ein System schaffen muss, wie man schnell durch diese Leute durchkommt und wie man die besten Leute erkennt und gleichzeitig aber auch den Leuten, die eben nicht passen, dann auch trotzdem eine gute Absage schreibt und so weiter.

Speaker: Dementsprechend glaube ich, dass es bei sehr vielen aktuell so läuft, dass sie einfach nur Red Flags aussortieren können.

Speaker: Und wenn den Leuten, die halbwegs gut aussehen, dass man da vielleicht mal eine Minute länger investiert und nochmal genauer reinschaut, das auf jeden Fall.

Speaker: Aber dass man auch da dann wieder schaut, gibt es noch irgendwas, was nicht passt und auch dann überlegt, investiert man die Ressourcen einfach in die Person?

Speaker: Weil auch wenn man jetzt nur eine E-Mail nochmal schreibt und versucht, einen Termin zu vereinbaren oder wenn man nochmal anruft vorab und sagt, okay, wir versuchen die Zeit so gut wie möglich zu sparen, aber ein bisschen vorher anrufen mal und

Speaker: abklopfen, ob es sich einen Termin lohnt.

Speaker: Auch das ist ja ein Stück weit ein Zeitinvest, weil vielleicht muss man die Person noch zweimal anrufen, weil sie beim ersten Mal nicht reingegangen ist und sowas.

Speaker: Da ist einfach viel Zeit, die investiert wird und ich glaube, viele Leute sagen dann einfach, wenn sowas drin ist,

Speaker: das ist was, wo wir so schwer das berechnen können, wie sich das auf den Alltag der Person dann auswirken würde, dass sie gar nicht erst versuchen, gerade wenn sie auch bessere Bewerbungen haben und da wieder der Rückblick auf unseren Arbeitsmarkt, dass eben sich viele Unternehmensgrade sich wieder aussuchen können, wen sie einstellen und dann wahrscheinlich auch sagen, komm, dann nehmen wir die Personen, die einfach vielleicht ein bisschen langweiligeren Lebenslauf haben, aber was straight ist, wo es einfach keine so großen Ausreißer, sag ich mal, jetzt gibt.

Speaker: Ja, was könnten denn noch andere Red Flags sein, die einen da sofort rauskicken, sage ich mal.

Speaker: Ich glaube, OnlyFans ist noch immer eher die Ausnahme.

Speaker: Aber was sind vielleicht so typische Dinge, die du öfter mal beobachtest?

Speaker: Genau, also was wir sehr häufig sehen, sind so Leute, die ganz extreme Quereinsteiger sind und das in gar keiner Form irgendwie erklären.

Speaker: Also die einfach sagen so, hier, guck mal, ich bin Bauingenieur und möchte jetzt Social Media Manager werden oder so.

Speaker: Und dann einfach nur die Bewerbung durchschicken und du gar nichts da hinein interpretieren kannst, warum die Person jetzt dafür geeignet ist.

Speaker: Und auch kein Anschreiben und nichts.

Speaker: Solche Leute fliegen eigentlich sehr, sehr schnell durch, was bei uns auch relativ schnell rausfliegt.

Speaker: Wir haben auch viele Stellen so im Kreativen und Marketingbereich und wenn wir dann sehen, ey, das ist

Speaker: Wirklich nur so eine Word-Vorlage, wo alles schwarz-weiß ist, keine Kreativität zu sehen ist und nichts.

Speaker: Das fliegt tatsächlich relativ viel durch.

Speaker: Genau, und dann das Thema, was wir auch schon angeschnitten hatten, mit dem die Leute waren oder sind gerade selbstständig und man weiß nicht so genau, ist das jetzt eine Bewerbung, als du möchtest eigentlich als Freelancer mit uns arbeiten oder ist das eine Bewerbung, dass du bei uns Vollzeit anfangen möchtest und wenn das nicht sehr gut begründet ist im Anschreiben oder es eben auch kein Anschreiben gibt, dann ist das auch was, was häufig einfach dann erstmal liegen bleibt und wenn fünf, sag ich mal, geeignetere Leute dabei sind, die eben einen einschlägigen Lebenslauf haben und

Speaker: aktuell angestellt sind, dann sind das die, die meistens bei uns dann bevorzugt werden, weil wir eben auch sagen, wir haben schon viele Erfahrungen gemacht, wo es ein bisschen schwieriger gewesen ist, wenn die Leute vorher Freelancer gewesen sind oder dann auch noch so ein bisschen, weiß ich nicht, 20, 30 Prozent einfach Freelancer bleiben wollen, weil man dann auch wieder nicht weiß, wie viel machen die das, wie viel sind die dann wirklich für die Anstellung da und brennen dafür oder ist das nur so ein Sicherheitsnetz, wo sie vielleicht noch ein, zwei Kunden mitnehmen wollen.

Speaker: Damit haben wir leider nicht so super gute Erfahrungen gemacht.

Speaker: Genau, deswegen ist das was, wo wir auf jeden Fall auch nochmal ein bisschen genauer drauf schauen.

Speaker: Und ansonsten, glaube ich, auch viel die Klassiker.

Speaker: Einfach Standort, wenn der nicht passt und jemand vor Ort arbeiten sollte eigentlich, wenn man dann erstmal herausfinden muss, kann die Person herziehen oder nicht.

Speaker: Aber auch Sprachen ist natürlich häufig ein Thema.

Speaker: Da gucken wir sehr genau.

Speaker: Und was wir auch immer machen, ist, dass wir so eine gewisse Gehaltsspanne auch einfach anbieten.

Speaker: Und gerade dadurch, dass wir auch mit vielen kleineren Startups arbeiten, die jetzt noch keine Riesenbudgets haben, fliegen die Leute, die halt sehr hohe Gehaltsvorstellungen haben, wo man dann auch weiß, okay, also um 2.000, 3.000 Euro kann man die Person meistens noch irgendwo runterhandeln mit den richtigen Benefits oder dem richtigen Bonusprogramm, aber wenn wir über 10.000 Euro

Speaker: Aufwärts sprechen, dann ist es meistens sehr, sehr schwer, da dann doch noch am Ende zusammenzukommen.

Speaker: Wenn aber alles 100 Prozent sonst passt, machen wir es dann meistens so, dass wir zumindest mal anrufen, weil man denkt natürlich auch als kleines Startup, wie cool ist das, wenn sich so richtig gute Leute bewerben, dass man zumindest den Kontakt irgendwie sucht.

Speaker: Das ist dann manchmal so der Kompromiss, den wir dann eingehen.

Speaker: Mhm.

Speaker: Ja, so unpassende Berufserfahrung beziehungsweise sehr, ich sage mal, drastische Quereinstiege sind auch in den Kommentaren häufig genanntes Thema.

Speaker: Also auch sowas wie, jemand bewirbt sich als Buchhalter, aber hat dann als einzige Berufserfahrung Delfintrainer.

Speaker: Alles Mögliche schon vorgekommen.

Speaker: Ich glaube,

Speaker: Da kommt es dann wirklich darauf an, wie gut kann man eben diesen Transfer in den Bewerbungsunterlagen herstellen, von welchen Skills kann ich durch meinen Delfintrainer sein, jetzt auch im Buchhaltealltag wirklich einsetzen.

Speaker: Ja, zum Thema Berufserfahrung beziehungsweise Qualifikation habe ich nochmal zwei weitere Kommentare mitgebracht, die vielleicht auch nochmal ein ganz gutes Thema aufmachen.

Speaker: So, jemand hat geschrieben, mein Lieblingsbeispiel, dafür ist ein Typ aus meinem früheren Unternehmen, der sich auf die Position als Marketing Director beworben hat.

Speaker: Und dann völlig schockiert war, dass er nicht mal zum Vorstellungsgespräch eingeladen wurde.

Speaker: Mein Freund, ja, du hast einen Marketingabschluss, aber das ist 15 Jahre her.

Speaker: Seitdem bestand deine Berufserfahrung aus einem gescheiterten Fotografie-Business und einem Job als Zipline-Guide, bei dem du die meiste Zeit in einer Hängematte verbracht hast und kurzfristige Buchungen abgelehnt hast, weil du dann aufstehen musstest.

Speaker: Ich habe das übrigens selbst erlebt, ich habe damals mit ihm gearbeitet.

Speaker: Wie um alles in der Welt kommst du darauf, dass du für eine Marketing-Director-Position qualifiziert bist?

Speaker: Also ich glaube, da haben wir es einfach nochmal so.

Speaker: Total.

Speaker: Ja.

Speaker: Und ich glaube, also grundsätzlich, dass Quereinstieg heutzutage klappen kann, ist nichts Ungewöhnliches.

Speaker: Und ich sehe es auch aktuell viel, dass es auch einfach Jobs gibt, die, sage ich mal, nicht so super beliebt sind, wo man aber eigentlich das gut beibringen kann.

Speaker: Also zum Beispiel bei uns, wir merken das auch aktuell, wir suchen ja wirklich so Hardcore-Headhunter, sage ich mal.

Speaker: Also Leute, die wirklich den ganzen Tag auf LinkedIn chillen wollen und die das cool finden,

Speaker: ja, da ganz viele Leute anzuschreiben, ganz viele Interviews zu führen, also auch viele repetitive Aufgaben zu machen.

Speaker: Und wir merken einfach aktuell, es gibt wenig Leute, die das, also dieses Eintönige, sage ich mal, wollen und nicht noch sagen, ja, ich hätte gerne noch ein bisschen HR und ein bisschen Employer Branding und ein bisschen dieses ganze bunte Drumherum, sage ich mal.

Speaker: Und da haben wir jetzt zum Beispiel auch auf unserer Vacation letzte Woche festgestellt, das ist eigentlich ein super Job für Quereinsteiger, weil das ist was, das kann man schnell lernen, das kann man super schnell verstehen, dafür brauchen die Leute einfach nur so ein bisschen

Speaker: logisches Verständnis, sage ich mal, und alles andere kann man denen eigentlich, weiß ich nicht, in ein paar Monaten eigentlich sehr, sehr gut drauf schaffen und dass dafür aber nicht so die Awareness da ist.

Speaker: Also es gibt nicht so den Katalog an, hier gehst du ins Internet und dann stehen da fünf Jobs, wo du super einen Quereinstieg machen kannst und dann gleichzeitig das dann auch auf den Unternehmenswebseiten, das dann so plakativ gemacht wird, dass es wirklich in Ordnung ist.

Speaker: sich auch als Quereinsteiger zu bewerben, wenn man eben ganz gut begründen kann, wo man herkommt und warum man auf die Stelle Lust hat.

Speaker: Ja, und dementsprechend, also ich glaube, da ist auf jeden Fall Potenzial da.

Speaker: Man müsste es eben nur ein bisschen klarer machen und vor allen Dingen muss man halt dann auch davon ausgehen, dass wenn man quer einsteigt, obwohl man jetzt vielleicht vor 15 Jahren den Abschluss gemacht hat, dass man einfach unten anfangen muss, also dass man nicht davon ausgehen kann,

Speaker: als Director zu starten, sondern dass du, wenn du Glück hast, irgendwo eine Mitlevelstelle bekommst, weil man sagt, naja, als Junior müssen wir dich nicht mehr einstellen, weil du eben schon weißt, wie man arbeitet und wie man seinen Tag strukturiert oder sowas, dass man sagt, okay, das Junior lassen wir vielleicht wegfallen, stell dich als Manager an, aber nicht als Director.

Speaker: Mhm.

Speaker: Genau.

Speaker: Und ganz, ganz interessant in dem Zusammenhang fand ich noch einen zweiten Kommentar.

Speaker: Und zwar, wir haben einmal jemanden für eine Director-Position eingestellt, für die ein Masterabschluss erforderlich war.

Speaker: Zwei Monate nach Arbeitsbeginn stellte sich aber heraus, dass er gelogen hatte.

Speaker: Er hatte keinen Master.

Speaker: Ich wollte ihn kündigen, aber der VP meinte, wir sollen ihn behalten.

Speaker: Ich denke bis heute oft darüber nach.

Speaker: So fand ich ganz spannend, weil der Kandidat im Beispiel 1 hatte ja nun mal den passenden Abschluss, aber dann nicht die passende Erfahrung und im zweiten Beispiel haben wir einen Kandidaten, der offenbar gut überzeugt hat und jetzt auch überzeugt.

Speaker: anscheinend erfolgreich im Job ist, aber eben den Master nicht hat.

Speaker: Was meinst du, ist im Zweifelsfall da die bessere Variante?

Speaker: Also optimal wäre natürlich der Bewerber oder die Bewerberin, die die Erfahrung mitbringt, aber ist glaube ich

Speaker: Nee, ist schwierig.

Speaker: Vielleicht eine skurrile Anekdote noch dazu.

Speaker: Einer meiner ersten Headhunting-Aufträge, weil ich am Anfang bei uns auch Headhunting ausprobiert habe und dann schnell gemerkt habe, dass das nicht 100% mein Ding ist.

Speaker: Da war die Vorgabe von dem Kunden, dass er gesagt hat, er möchte bitte auch das Abiturzeugnis von den Leuten sehen und wir haben halt keine Junioren oder so gesucht, sondern einfach Leute, die schon fünf bis zehn Jahre Berufserfahrung haben und die haben mich dann immer alle angeguckt und haben gesagt, als ob ich jetzt mein Abiturzeugnis für dich nochmal einskenne, das ist ja völlig...

Speaker: Ja, ja.

Speaker: Und genau, deswegen, also aus meiner Erfahrung würde ich sagen, dass man mittlerweile ja wirklich auch alles leider Photoshopen kann und sich da den schönsten Lebenslauf aus beidem, also egal ob das Abschluss oder auch Berufserfahrung, kannst du dir ja eigentlich, wenn du willst, alles zusammenschreiben, solange du deine Story irgendwie gut erzählen kannst und hoffst, dass es keine Anrufe bei den vergangenen Arbeitgebern oder bei der Uni kannst du ja nicht anrufen.

Speaker: Ja, solange sowas einfach nicht gemacht wird.

Speaker: Genau, aber was ich also meistens gesehen habe, dass wenn eins von beiden nicht vorhanden ist, dass man schon ein Stück weit merkt, also noch schlimmer, wenn die Berufserfahrung ein bisschen zu schön dargestellt wurde als das Studium.

Speaker: Das finde ich kann man irgendwie schwer abfragen auch, außer du willst jetzt irgendwelche Anwälte oder so heiern wie bei Suits.

Speaker: wo man sich ja dann auch nur sehr schwer da durchschummeln konnte.

Speaker: Genau, also von daher würde ich sagen, ist für uns eigentlich meistens das Schlimmere, wenn die Leute nicht quasi die richtige Berufserfahrung mitbringen, weil der Abschluss in vielen Stellen, die wir in den vergangenen Jahren einfach vermittelt haben, nicht so relevant gewesen ist und das ist vieles, was man einfach nur aus der Praxis lernen kann.

Speaker: Aber grundsätzlich ist es natürlich auch nie gut, wenn die Leute irgendwo

Speaker: schummeln, genau, aber ich glaube, da muss man sich dann auch als Unternehmen einfach sehr genau überlegen, was braucht man wirklich, was ist einem wichtig und ja, möchte man eben den Master haben oder reicht es nicht auch einfach, wenn die Leute sehr, sehr gute Arbeit die letzten Jahre geleistet haben und was bringt einem dann das Studium von vor zehn Jahren?

Speaker: Nur bei so Leuten, die neu einsteigen, bei Junioren, da gucken wir dann schon manchmal auch drauf, ob sie eine Ausbildung oder ein Studium haben, weil im Studium natürlich auch viel dieses

Speaker: Selbstorganisation, wie strukturiere ich meinen Tag, wie hole ich mir von allen möglichen Stakeholdern die wichtigsten Informationen und so weiter.

Speaker: Das ist natürlich auch was, was ein super Skill ist für den Einstieg und was es natürlich dann für die Leute meistens einfacher macht, als wenn sie aus der Ausbildung kommen, wo ihnen quasi alles immer so auf den Tisch getragen wurde.

Speaker: Was wir gerade in so jungen Firmen, die wir betreuen, das würde nicht funktionieren.

Speaker: Ja.

Speaker: Ja, ich glaube auch bei dem zweiten Kommentar hier ist der Aspekt, der dann quasi die Kündigung in den Raum stellt, eher der Täuschungsversuch als der fehlende Abschluss letzten Endes.

Speaker: Aber da ist ja dann auch wieder die Frage...

Speaker: Also wofür brauchen wir dann halt dieses ganze Zeugnis gedönt?

Speaker: Wenn man eigentlich weiß, man wäre eigentlich so, so gut für diese Stelle geeignet und dann bewirbt man sich nicht.

Speaker: Ich kenne auch ganz viele, gerade auch junge Leute, weil ich das ja auch relativ plakativ sehr lange auf LinkedIn gespielt habe mit diesem jungen Arbeitnehmerin und wie findet man seinen ersten Job?

Speaker: Deswegen schreiben wir bis heute immer noch viele junge Leute auch und ich habe auch an Universitäten gesprochen.

Speaker: so kleine Workshops gehalten und da kam immer wieder die Frage, ja, aber kann ich mich denn auch trotzdem bewerben, wenn da eben drin steht, ich brauche den Master oder ich brauche die fünf Jahre Berufserfahrung selbst für eine Juniorstelle und dann habe ich immer gesagt, ja, bitte bewerbt euch das, was da in den Stellenausschreibungen steht, ist so häufig einfach nur von ChatGPT auch zusammengeschrieben, irgendwelche Anforderungen, die überhaupt gar nicht stimmen und die super

Speaker: ja, random auch zusammengewürfelt sind und solange du gut erklären kannst, warum du gut geeignet bist und du gute Unterlagen hast, ist die Wahrscheinlichkeit trotzdem auf jeden Fall gegeben, dass du da zumindest mal zum Erstgespräch eingeladen wirst und dann kann man immer noch weiter sehen.

Speaker: Ja, aber auf jeden Fall was, wo ich auch glaube, dass da sehr viel Potenzial auf der Straße dienen gelassen wird, weil sich gute Leute manchmal durch ihr eigenes Impostorsyndrom, sage ich mal, ja, so eingeschüchtert fühlen und sich dann vielleicht nicht bewerben, ne?

Speaker: Ja, total.

Speaker: Also das ist auch was, was ich bei der Jobsuche schnell lernen musste.

Speaker: Ich habe Literaturwissenschaften oder Kulturwissenschaften studiert.

Speaker: Das steht quasi in keiner Stellanzeige als Anforderung drin.

Speaker: Da muss man dann schon überlegen, ja, was für Themenbereiche oder Skills stecken da eigentlich dahinter und was könnte man da noch mitmachen?

Speaker: Absolut.

Speaker: Ja, abgesehen von dem Thema Berufserfahrung macht unser Post hier noch ein anderes Thema auf, was ich super spannend finde, nämlich Social Media Accounts von KandidatInnen checken, ja oder nein.

Speaker: Es gab noch eine andere Reddit-Story, die ich voll gern mitgebracht hätte, die aber leider gelöscht wurde, habe ich nicht mehr gefunden.

Speaker: Da wurde tatsächlich ein Bewerber

Speaker: wurde nicht genommen, weil sein Instagram-Account, wo es irgendwie um Videospielinhalte ging, dem Recruiter ins Auge gefallen ist und das hat ihn dann rausgekickt.

Speaker: Krass.

Speaker: Ja, finde ich nämlich auch.

Speaker: Und in dem Fall hat unser Recruiter oder unsere Recruiterin ja...

Speaker: erst dann nach der Onlyfans-Angabe mal geschaut, was ist Social Media eigentlich los.

Speaker: Und auch da haben die Inhalte dann letzten Endes den Ausschlag gegeben.

Speaker: Ja, macht man das so?

Speaker: Guckt man sich die privaten Instagram- oder TikTok-Accounts an von Bewerbern?

Speaker: Ja, also ich würde sagen, bei den Leuten, die eh schon raus sind,

Speaker: also oder wo eh schon so große Red Flags sind, da lässt man das natürlich runterfallen.

Speaker: Aber was wir schon machen, ist, dass bevor wir jemanden jetzt final einladen für ein Gespräch, dass es quasi schon nochmal so ist, okay, lass mal wirklich nochmal gucken, ob wir wirklich alles abgecheckt haben, was geht.

Speaker: Und was ich schon auf jeden Fall immer empfehle, ist, das LinkedIn-Profil abzuchecken, weil manchmal sieht man es, manchmal sieht man es auch nicht, aber

Speaker: dass man schon so denkt, irgendwie passt das nicht so, irgendwie zehn Jahre an einer Stelle gewesen oder immer sehr kurze Stellen oder auch manchmal, dass der Lebenslauf dann nicht so gut strukturiert ist, weil sich Sachen überschnitten haben.

Speaker: Und da sage ich immer, lass uns mal auf LinkedIn gehen, weil da ist es häufig so, dass es irgendwie besser sortiert ist und meistens auch so, dass es ehrlicher ist, weil sich die Leute da nicht so trauen zu schummeln wie auf dem Lebenslauf, was eigentlich dumm ist, aber naja.

Speaker: Und da haben wir schon so häufig gesehen, dass die Leute dann zum Beispiel gar nicht mehr in dem Job gearbeitet haben, den sie im Lebenslauf als ihren aktuellen angegeben haben und so weiter.

Speaker: Also das ist wirklich was, wo ich sage...

Speaker: Ich würde niemandem 30 Minuten Interview schenken, sage ich mal, oder mir selber die Zeit nehmen, wenn ich nicht vorher zumindest nochmal geguckt habe, ob die Person LinkedIn hat und wie das aussieht.

Speaker: Und da kann man ja auch immer so ein bisschen schon abschätzen.

Speaker: Postet die zum Beispiel ganz viel, kann man da sich nochmal ein bisschen tiefer einlesen.

Speaker: Wenn so ganz komische Kandidaten sind, dann kann man das meistens dann auch schon aus dem LinkedIn rauslesen.

Speaker: Wenn da zum Beispiel auch so politische Ansichten hinterstehen, die man eigentlich nicht so gerne in der Firma hätte,

Speaker: Ja, da hat man also eigentlich schon so einen sehr guten Einblick bei LinkedIn.

Speaker: Und ja, sonst die Social-Media-Profile würde ich sagen, gerade bei so kreativen Sachen auch, dass wir da schon ab und zu schauen, wenn die eh verlinkt sind, dass man natürlich das auch wie so eine kleine Arbeitsprobe schon nimmt und da reinschaut, das in jedem Fall.

Speaker: Aber nicht so, dass man, also so ist es auf jeden Fall bei uns nicht, dass wir nicht auf die Suche gehen und versuchen, den Namen dann noch bei Facebook, bei Insta und so weiter zu suchen und zu schauen, ob da irgendwie 2016 irgendwie eine Party-Story gepostet wurde oder so.

Speaker: Das ist es in der Regel nicht.

Speaker: Und ich glaube auch, wenn wir jemanden sehen würden, der noch parallel ein Videospiele-Instagram hätte und da sein Hobby auslebt, dann wäre das, glaube ich, nichts, wo wir sagen würden, oh, die Person können wir überhaupt gar nicht einladen.

Speaker: Wir hatten lustigerweise in unserem Podcast, wir haben ja ich und die Katharina Bär zusammen, wir haben einen Podcast auch über People Experience und so weiter.

Speaker: Und da haben wir in der letzten Folge auch darüber gesprochen,

Speaker: wie so Gaming in den ganzen HR-Prozessen mit integriert werden kann und haben da auch mit einer Expertin gesprochen und festgestellt, dass es super viel also auch über Kommunikation und so weiter geht und das eigentlich sehr, sehr viele Skills auch ausbildet im Gaming, wo man dann auch wieder sagen kann, ey, das sind eigentlich Sachen, die kann man super gut gebrauchen fürs Arbeitsleben und es ist jetzt nichts, was nur so, ich schalte den Kopf aus ist.

Speaker: Also das wäre auf jeden Fall nicht so, wie wir jemanden ablehnen würden, deshalb

Speaker: Ja, also ich, gerade Gaming finde ich jetzt persönlich auch sehr unproblematisch.

Speaker: Wir haben hier noch eine weitere Antwort, wo auch jemand oder eine Kandidatin ihr Instagram-Profil tatsächlich angegeben hat, wo dann Fotos von ihr im Bikini zu sehen waren.

Speaker: Also

Speaker: Nicht besonders förderlich wahrscheinlich, aber jetzt per se auch nicht unbedingt schlimm.

Speaker: Also jetzt wahrscheinlich unpassend in den Bewerbungsunterlagen für, ich glaube, ja auch eine Buchhalterinnenstelle tatsächlich.

Speaker: Aber ja, grundsätzlich nicht verkehrt.

Speaker: Aber gerade was so, ja ich sage mal,

Speaker: kulturelle Themen angeht, die man auf LinkedIn wirklich ganz gut nachlesen kann, ist es dann eben auch eine Frage vom Cultural Fit irgendwie, die man vorher schon mal so ein Stück weit für sich beantworten kann.

Speaker: Also von daher würde ich sagen, das ist auf jeden Fall legitim, da mal zu gucken.

Speaker: Ja, in jedem Fall.

Speaker: Also gerade, wenn es so plakativ gemacht wird.

Speaker: Kann man da auf jeden Fall vorbeigucken.

Speaker: Ich finde es super eigentlich bei so Video-Leuten, bei Grafikdesignern und so weiter, wenn man da echt eigentlich einen coolen Einblick bekommt, auch bei Social-Media-Managern.

Speaker: Wenn die ein cooles Profil haben, dann ist das eigentlich noch so eine weitere Bestätigung, dass man da eine Person hat, die Passion für diesen ganzen Bereich hat.

Speaker: Von daher, das ist eigentlich richtig cool und wie gesagt, für alle anderen einfach nochmal bei LinkedIn double-checken, bevor man halt die Zeit investiert, weil

Speaker: Man hat nicht viel Zeit als Rekruter in der Regel und wenn man sich die dann durch zwei Klicks und gerade auch bei vielen Plattformen ist es ja mittlerweile so, dass da sogar schon das LinkedIn-Profil direkt mit der Bewerbung mitgeschickt wird.

Speaker: Von daher ist es einmal eine Seite aufrufen und dann hast du eigentlich schon deutlich mehr Klarheit und auch so eine doppelte Sicherheit, einfach bevor du ins Gespräch gehst.

Speaker: Ja, auf jeden Fall.

Speaker: Und ich meine auch gerade LinkedIn als berufliche Plattform und man gibt seinen Arbeitgeber an, seinen aktuellen und auch die vergangenen und ist ja dann da sehr, ja, also auf jeden Fall offensichtlicher mit dem Unternehmen verbunden als auf Instagram privat.

Speaker: Und damit ist es ja dann auch nochmal relevanter, was da jemand schreibt, auch wenn es natürlich eine persönliche Angelegenheit ist, was jemand posten möchte.

Speaker: Ja.

Speaker: Ein Kommentar von dem Post habe ich noch mitgebracht.

Speaker: Einfach aus dem Grund, dass ich tatsächlich eine Schildkröte als Haustier habe.

Speaker: Und das wird thematisiert hier.

Speaker: Deswegen noch ein Kommentar zum Abschluss.

Speaker: Ich hatte ein Video-Interview mit jemandem, der eine Schildkröte dabei hatte.

Speaker: Die Person hat das Tier ständig hin und her bewegt.

Speaker: Erst auf eine Schulter, dann gestreichelt, dann auf die andere Schulter und schließlich den Panzer an die Wange gehalten.

Speaker: Ich musste schließlich fragen, was soll das mit der Schildkröte?

Speaker: Die Antwort vom Kandidaten, ich wollte nur sehen, ob sie aufpassen und es erwähnen.

Speaker: Ja, ich habe aufgepasst und nein, ein persönliches Treffen ist nicht nötig.

Speaker: Wir werden weiterhin mit anderen Kandidaten sprechen.

Speaker: Wow, ich liebe es.

Speaker: Ich mag auch sehr gerne Schildkröten.

Speaker: In Köln haben wir an so einem kleinen Teich gewohnt und da kamen dann immer im Frühjahr die Schildkröten und saßen auf so einer Plattform und haben sich gesonnen.

Speaker: Ich habe auch ganz viel Platz in meinem Herzen für diese kleinen Wesen.

Speaker: Aber gut.

Speaker: Tierstories gibt es tatsächlich auch sehr viel im Recruiting.

Speaker: Wir hatten mal so einen Contest in einem Kundenworkshop gemacht.

Speaker: Am Ende gab es so

Speaker: naja, wer hat die besten Recruiting-Stories auch.

Speaker: Und da kam dann auch eine Story mit einem Hund, wo dann auch der Hund irgendwie ins Zimmer reinkam und der Kandidatin ganz furchtbar angebrüllt haben muss.

Speaker: Wo dann natürlich auch klar war, okay, das gibt jetzt auch kein Haier.

Speaker: Ja, also da weiß ich auch manchmal nicht, ob die Leute, also das klang jetzt eher so wie so eine Provokation und ich nehme das gar nicht so ernst hier.

Speaker: Aber ja, ansonsten, was ich auch viel gesehen habe, auch so Kinder in Gesprächen und so oder die Vape im Auto, auf dem Rastplatz und so.

Speaker: Also es gab wirklich schon sehr wilde Sachen auch, die wir mit in Interviews mit drin haben.

Speaker: Und ich glaube, da muss man immer selber für sich entscheiden, was das noch so, was man argumentieren kann, wenn man es halt auch wirklich ernst nimmt.

Speaker: Ja, und was sind auch Sachen, wo man sich dann einfach selber auch ein Stück weit mit ausschießt, wenn man da nicht so sehr bei der Sache ist.

Speaker: Und ich denke auch immer so, wie es mir gehen würde.

Speaker: Und ich bin immer so, wenn ich meinen ruhigen Raum habe, dann fühle ich mich am besten eigentlich, weil man sich ja dann auch gut auf das Gespräch konzentrieren kann.

Speaker: Als wenn dann so viel drumherum noch ist.

Speaker: Ja, also da hoffe ich dann immer, dass die Kandidaten das schaffen, irgendwie für eine halbe Stunde steuern

Speaker: sich irgendwo in einen ruhigen Raum mit einem zu setzen, um sich dann auch aufs Gespräch zu konzentrieren.

Speaker: Und ansonsten glaube ich, wenn mir sowas passieren würde, wo man dann auch wirklich merkt, es war nur Provokation, würde ich glaube ich sehr schnell auch versuchen, das Gespräch in eine Richtung zu lenken und die Richtung Ende geht.

Speaker: Ja, also ich meine, es ist eine Sache, wenn die Katze jetzt zufällig ins Zimmer kommt und auf den Schoß springt oder so, aber die Schildkröte mit Absicht mitnehmen und das muss nicht sein.

Speaker: Ja, ja, total.

Speaker: Aber es gibt ja wirklich auch so Leute, die so wirklich sehr random Sachen machen oder auch voll dann schon schlechte Erfahrungen mit Rekrutern gemacht haben und sich dann so denken, boah, jetzt zahl ich sie den Heim und mach denen das schlimmste Gespräch immer.

Speaker: Ich weiß nicht.

Speaker: Ja, da muss man dann einfach drüberstehen und auch irgendwie vielleicht dann den Internetausfall faken oder so, um dann schnell und galant aus dem Gespräch rauszukommen.

Speaker: Ja, auch eine Methode.

Speaker: Okay, ja, das war es von unserem Ausflug in den Subreddit.

Speaker: Ich hoffe, du hattest Spaß.

Speaker: Ja, auf jeden Fall.

Speaker: Vielleicht sollte ich auch häufig gerne mal so in das Rabbit hole von Reddit.

Speaker: Aber ja, gibt es auf jeden Fall super viele wilde Geschichten und ja, ich finde, hat mich sehr gefreut, dass du mich ein bisschen mitgenommen hast heute.

Speaker: Ja, sehr gerne.

Speaker: Vielleicht zum Abschluss noch eine Frage.

Speaker: Was ist so die schrägste Recruiting-Situation, die dir persönlich jemals passiert ist?

Speaker: Was ist das, was dir am meisten in Erinnerung geblieben ist?

Speaker: Ich muss sagen, es gab gar nicht so ganz verrückte Sachen, muss ich sagen.

Speaker: Also viel eigentlich...

Speaker: Sehr freundliche und gesittete Menschen, sage ich mal.

Speaker: Ich hatte viele Leute, die mir sehr das Ohr abgekaut haben, wo ich dann am Anfang auch ganz schwer irgendwie rausgekommen bin.

Speaker: Das hatte ich sehr häufig.

Speaker: Und was ich auch jetzt erst letztens hatte mit einer Bewerberin, die war dann, also sie hatte den wildsten Hintergrund schon mal, also gefühlt das Bett verwurschtelt und so im Hintergrund.

Speaker: Und das auch mal dann blöd, zumindest den Hintergrund.

Speaker: Und dann hat sie gefühlt ihre Haare während des Interviews frisiert.

Speaker: Und ich kann das selber verstehen, man tendiert ja immer, wenn man unsicher ist, an irgendwas sich festzuhalten oder rumzuspielen oder so.

Speaker: Das kann ich schon ein Stück weit verstehen.

Speaker: Aber da wurde gefühlt fast das ganze Make-up und so noch gemacht.

Speaker: Und dann hatte ich so, nee, das ist ja auch viel am Platz.

Speaker: Genau, ich glaube, das war so mit eines der verrücktesten Sachen auch.

Speaker: Die hat die Stelle dann noch nicht bekommen.

Speaker: Wer hätte das gedacht?

Speaker: Ja, spannend.

Speaker: Also wirklich immer wieder wild für mich als jemand, der noch nicht auf der anderen Seite vom Recruiting-Projekt ist.

Speaker: Hast du was verpasst, Lisa?

Speaker: Ja, ich glaube auch.

Speaker: Also das ist wirklich nochmal aufregend auf jeden Fall, was man erleben kann im Recruiting.

Speaker: Ja,

Speaker: Vielen Dank für die tolle Aufnahme, liebe Jette.

Speaker: Und schön, dass du wieder hier mit dabei warst.

Speaker: Und ja, wer weiß, vielleicht hören wir uns ja noch ein drittes Mal.

Speaker: Ja, es würde mich sehr freuen.

Speaker: Hat viel, viel Spaß gemacht heute.

Speaker: Und ja, ich hoffe, ihr konntet alle ein bisschen was mitnehmen.

Speaker: Und seid jetzt auch alle auf Reddit unterwegs und schickt dieser noch weitere coole Storys.

Speaker: Ja, gute Idee.

Speaker: Wer auch immer einen spannenden Reddit-Post findet, schreibt mir auf LinkedIn, schickt mir eine Mail.

Speaker: Ich freue mich über Inspiration.

Speaker: Genauso.

Speaker: Das war der WorkRise Recruiting Talk.

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Speaker: Bis zum nächsten Mal.

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