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#32 - Coaches sind Witzfiguren - Weshalb uns Therapeuten und Ärzte oft nicht ernst nehmen

S1 E32 · The Embodied Coach
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36 Plays19 days ago

Wenn deine Klientin keine Lust auf Bewegung hat, dann liegt es oft nicht an Disziplin.
Sondern daran, dass ihr Nervensystem, ihre Geschichte und ihre inneren Schutzmuster mit im Raum sitzen.

In dieser Folge sprechen wir darüber, warum Coaches so oft abgewertet werden, warum Titel allein keine echte Qualität garantieren und wie du als Coach deine eigene Kompetenz nicht länger von äußeren Autoritäten abhängig machst. Eine Folge für alle, die traumasensibles Coaching, Embodiment Coaching und echte Beziehungskompetenz nicht als Trend sehen, sondern als Verantwortung.

Immer wieder wird Coaches abgesprochen, wirklich professionell arbeiten zu können. Vielleicht kennst du diesen Stich selbst: Wenn jemand fragt, ob du „wirklich qualifiziert“ bist. Wenn Ärztinnen, Therapeuten oder dein Umfeld kritisch auf Coaching schauen. Oder wenn du dich fragst, ob du noch mehr Zertifikate brauchst, um dich sicher zu fühlen.

In dieser Folge sprechen Natascha und Lena darüber, warum Coaching nicht gleich Coaching ist und warum der unregulierte Coaching-Markt sowohl Risiko als auch Chance bedeutet. Denn ja: Es gibt oberflächliches Coaching. Aber es gibt auch Räume, in denen traumasensibles Coaching, somatisches Coaching und Embodiment Coaching echte, nachhaltige Veränderung ermöglichen.

Wenn deine Klientin keine Lust auf Bewegung hat, dann brauchst du mehr als Motivationstipps. Du brauchst ein Verständnis für Bindung, Schutzmuster, emotionale Sicherheit und dafür, wie sich das Nervensystem regulieren lässt. Genau hier entsteht die Tiefe, die vielen Frauen in klassischen Ansätzen fehlt.

Diese Folge ist für Coaches, Therapeutinnen und Frauen, die spüren: Ich will nicht länger nur Symptome begleiten. Ich will verstehen, was unter emotionalem Essverhalten, Erschöpfung, Widerstand oder Selbstzweifeln wirklich liegt.

Du erfährst, warum Titel keine Garantie für Beziehungskompetenz sind, weshalb Coaching und Therapie keine Gegner sein müssen und wie du deinen eigenen Platz als Coach findest, ohne dich ständig rechtfertigen zu müssen.

Relevant für dich, wenn du dich fragst: Wie baue ich mein Coaching Business erfolgreich auf, ohne meine Tiefe zu verlieren? Oder wenn du nach einer traumasensiblen Coaching Ausbildung für Frauen suchst, die Wissen, Praxis und Verkörperung verbindet.

Wenn du spürst, dass du nicht einfach nur oberflächlich Symptome coachen, sondern wirklich zu nachhaltigen Durchbrüchen begleiten willst: Trag dich jetzt auf die Warteliste für die Psychosoma Nutrition Coach Ausbildung ein. Für ein Coaching, das Tiefe hat. Und dich wirklich trägt: 👉🏻 Zur Warteliste & Webseite (Wir schicken dir den Link zu unserem Kalender per Mail zu, sobald wir Vorgespräche für die nächste Runde führen.)

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Transcript

Herausforderungen im Coaching-Beruf

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Speaker
Immer wieder wird Coaches nachgesagt, dass sie Witzfiguren sein, dass sie unprofessionell sind, dass sie eigentlich gar nicht die Berechtigung haben, Menschen wirklich auf tieferer emotionaler Ebene zu begleiten.
00:00:09
Speaker
Und auch wenn man mit Ärzten und Therapeuten spricht, dann ist man überrascht, wie häufig man eigentlich in seiner eigenen Kompetenz und Professionalität infrage gestellt wird.
00:00:18
Speaker
Und wir sprechen heute einmal darüber, wie das eigentlich zustande kommt, in welchen Fällen das stimmt, in welchen Fällen es aber auch versteckte blinde Flecken bei den Therapeuten und
00:00:29
Speaker
Ärzten sind und was du tun kannst, wenn dich solche eigenen oder fremden Verurteilungen oder Vorwürfe immer noch treffen.
00:00:42
Speaker
Du willst ein erfolgreicher Coach sein, der seine Klienten durch echte Durchbrüche und nachhaltige Transformationen führt?
00:00:48
Speaker
Dann bist du genau richtig hier.
00:00:50
Speaker
Ich bin Natascha, seit über zehn Jahren erfolgreicher Coach mit eigenem Coaching-Business und über 500 begleiteten Menschen.
00:00:57
Speaker
Und ich bin Lena.
00:00:58
Speaker
Seit über sieben Jahren begleite ich Menschen als Coach durch tiefgreifende Prozesse hin zu nachhaltigen Veränderungen.
00:01:04
Speaker
In diesem Podcast sprechen wir darüber, wie traumasensibles, körperzentriertes und nachhaltig wirksames Coaching wirklich funktioniert.
00:01:11
Speaker
Kein oberflächliches Tools-Gehabe, kein Druck, sondern Nervensystemwissen, Embodiment und eine Haltung, die den Themen deiner Klientin wirklich gerecht wird.
00:01:18
Speaker
Der Embodied Coach ist für Frauen wie dich.
00:01:21
Speaker
Mit großem Verantwortungsgefühl, mit einer Sehnsucht nach Tiefe und mit dem Wunsch, einen Unterschied in der Coaching-Branche zu machen.
00:01:27
Speaker
Hier bekommst du fundiertes Wissen, Insights aus unserem Coaching-Alltag und echte Inspiration für deinen Weg als Coach.
00:01:35
Speaker
Weil du spürst, es geht nicht um höher, schneller, weiter, sondern um echt, verbunden und tiefgreifend.
00:01:41
Speaker
Abonniere jetzt diesen Podcast und begleite uns auf dieser Reise.
00:01:45
Speaker
Zurück zum Körper, zurück zu dir und zu dem Coaching, das du dir selbst gewünscht hättest.
00:01:55
Speaker
Ja, wir hatten das letztens sogar im Ausbildungsraum, dass eine Auszubildende so ein bisschen das Gefühl geäußert hat, dass sie mit dem Wort Coach so ein bisschen verknüpft, dass sie sich
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Speaker
ich weiß nicht, wie das genaue Wort war, runterreduziert von ihrer Sicherheit.
00:02:19
Speaker
So gedowngradet.
00:02:21
Speaker
So gedowngradet, ja.
00:02:23
Speaker
Und ich muss sagen, ich teile dieses Gefühl ansatzweise an vielen Stellen.

Coaching vs. Therapie: Ein Vergleich

00:02:32
Speaker
Und ich glaube, es geht relativ vielen Coaches so oder Menschen, die Coach werden wollen, dass
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Speaker
Und einen hohen Qualitätsanspruch und ein hohes Verantwortungsgefühl haben.
00:02:48
Speaker
Weil ich würde schon jetzt auch unsere Arbeit hier auch eher in so einem Zwischenraum verorten.
00:02:56
Speaker
Es ist keine Therapie, aber es ist auch
00:03:00
Speaker
Bei weitem nicht das klassische Coaching, das man in der Masse, in der Coaching-Blase findet.
00:03:08
Speaker
Also wir haben ja schon in der letzten Podcast-Folge viel darüber gesprochen, dass Coaching nicht gleich Coaching ist.
00:03:14
Speaker
Und Coaching ist ein ganz breit gefächerter Oberbegriff.
00:03:18
Speaker
Und es gibt ganz viele verschiedene Coaching-Richtungen und natürlich auch
00:03:26
Speaker
Ansätze von reinen strategischen Beratungen, wie zum Beispiel Business Coachings, Unternehmensberatung und so weiter, über Wissenscoachings, also das Wissen,
00:03:42
Speaker
vermitteln von Wissen über rein spirituelle Coachings oder dann eben auch psychologisch sehr hochwertige Coachings, wie wir das hier anbieten.
00:03:59
Speaker
Grundsätzlich
00:04:01
Speaker
finde ich, und das Bewusstsein darf immer noch weiter steigen in der Coaching-Branche.
00:04:07
Speaker
Dadurch, dass es kein regulierter Markt ist, irgendwo hat es den Nachteil, dass sich halt jeder Coach nennen darf, auch nach einer Wochenendausbildung oder keiner Ausbildung.
00:04:20
Speaker
Das ist kein geschützter Begriff und deswegen hat man natürlich auch viele schwarze Schafe da, die
00:04:27
Speaker
vielleicht sogar glauben, dass sie gute Arbeit machen, aber einfach nicht die qualitativ hochwertige Ausbildung haben, um das wirklich tun zu können.
00:04:36
Speaker
Zum anderen habe ich häufig...
00:04:42
Speaker
das Gefühl, dass einfach nicht das Bewusstsein dafür da ist, dass wir immer, wenn wir eine beratende Tätigkeit anbieten und mit Menschen arbeiten, arbeiten wir mit der Psyche von Menschen.
00:04:54
Speaker
Wir arbeiten mit Widerständen, wir arbeiten mit der Persönlichkeit, mit der Identitätsstruktur und im Kontakt mit Menschen begegnen uns auch immer Menschen,
00:05:06
Speaker
Traumareaktionen oder halt einfach Geschichten, die vielleicht auch schwierig waren.
00:05:14
Speaker
Und
00:05:16
Speaker
Dementsprechend finde ich, wenn wir mit Menschen arbeiten und wir damit dann eben auch mit der Psyche von Menschen arbeiten, brauchen wir eigentlich genauso gutes psychologisches Hintergrundwissen, wie das eigentlich ein Therapeut oder Psychologe hat.

Akademische Qualifikationen und praktische Erfahrung

00:05:35
Speaker
Zum anderen muss man sagen, die schwarzen Schafe gibt es halt leider auch unter den Therapeuten und den Ärzten und den formal ausgebildeten Menschen.
00:05:47
Speaker
Leider ist ein Studium und ein Titel einfach auch kein mögliches Qualitätsmerkmal.
00:05:54
Speaker
Eine meiner Freundinnen zum Beispiel, die ist...
00:06:00
Speaker
ganz lange als Psychologin der klinischen Psychologie unterwegs gewesen, mittlerweile in der Forschung, arbeitet auch als Professorin und mit der tausche ich mich da auch immer wieder aus.
00:06:10
Speaker
Einer meiner Freunde arbeitet an der Charité als Arzt und auch da von den beiden, die sehr emotional auch sehr intelligent sind,
00:06:23
Speaker
höre ich natürlich auch immer wieder, mit was für Herausforderungen die zu kämpfen haben, was das Kollegium angeht.
00:06:30
Speaker
Ja, also dementsprechend, das ist auch kein Gütesiegel, das muss man auch mit dazu sagen.
00:06:35
Speaker
Der Vorteil, dass Coaching nicht reguliert ist, ist aber, dass wir am Ende des Tages ein bisschen freier sind und nicht das eingeschränkte Wissen konsumieren, was wir nur über ein Studium
00:06:51
Speaker
bekommen, wo es klare Vorschriften gibt, was vermittelt werden muss, sondern darüber hinaus auch vielleicht mehr Kapazität haben, da über den Tellerrand zu blicken, wohingegen halt jemand, der Psychologie studiert oder gerade auch Medizin studiert, einfach alle Nase voll zu tun hat mit dem, was der in seinen Kopf reinkriegen muss.
00:07:11
Speaker
Genau, aber
00:07:13
Speaker
Also ja, das wollte ich gerade einmal so ein bisschen aufgreifen.
00:07:17
Speaker
Es hat Vor- und Nachteile, dass der Coaching-Markt nicht reguliert ist und wir stehen hier natürlich absolut dafür, dass die Qualität am Coaching-Markt besser wird.
00:07:25
Speaker
Deswegen bieten wir ja auch unsere Ausbildung an, weil bei uns natürlich ganz viele Menschen auch gelandet sind, die sehr, sehr schlechte Ausbildung, sehr, sehr schlechte Ausbildung,
00:07:35
Speaker
Erfahrungen mit Coaching gemacht haben, aber auch Therapie und die jetzt im Bereich Coach auch, ich sag mal, eher unkomplette Ausbildungen genossen haben und
00:07:54
Speaker
Ich kam irgendwann tatsächlich auch an den Punkt, dass ich fast schon ein leichtes Schamgefühl entwickelt hatte, mich als Coach zu bezeichnen.
00:08:05
Speaker
Weil das, was unlängst als Coaching gesehen wird, halt nicht dem entspricht, was ich unter Coaching verstehe.
00:08:19
Speaker
Ich habe auch ganz lange überlegt, was es vielleicht für einen alternativen Begriff dazu geben könnte.
00:08:25
Speaker
Aber am Ende ist es ja eigentlich ein eigenes Thema zu wissen.
00:08:29
Speaker
Wo stehe ich da und ist meine Arbeit qualitativ hochwertig oder wo zähle ich mich da eigentlich zu?
00:08:37
Speaker
Also dementsprechend, ich sehe das auch so.
00:08:40
Speaker
Ich teile dieses Gefühl an.
00:08:42
Speaker
Zeitweise auch ein bisschen.
00:08:44
Speaker
Und gleichzeitig stehen wir hier ja einfach für was anderes.
00:08:51
Speaker
Und deswegen ist es, glaube ich, ganz wichtig, da auch seinen Platz zu finden.
00:08:54
Speaker
Und dann kann man sich da auch ganz selbstbewusst nach außen hin präsentieren, ohne sich da selbst in eine Schublade zu stecken oder in eine Schublade stecken zu lassen, sozusagen.
00:09:05
Speaker
Ja.
00:09:06
Speaker
Ja, ich finde sogar in Bezug auf Coaching sind viele Menschen sogar ein bisschen mehr abgesicherter in Anführungsstrichen, weil durch die negative oder häufig negative Betrachtung von Coaching,
00:09:23
Speaker
Ob liegt quasi auch die Wahl, von wem ich mich begleiten lasse oder ob das qualitativ hochwertig ist, erstmal einem stärkeren Prüfungsprozess als beispielsweise bei Therapeuten, gerade auch wenn seit Jahren, Monaten auf Therapieplätze gewartet wird und dann kriegt man endlich jemanden zugewiesen,
00:09:42
Speaker
Und dann auch noch durch das Hochhalten dieser Qualifikation eines langen Studiums und diesem akademischen Gratz ist da häufig die Prüfung einfach auch viel, viel geringer.
00:09:55
Speaker
Es wird viel schneller auch auf einen Therapeuten oder auf einen Arzt eine Professionalität, eine Kompetenz, also die Fähigkeit projiziert, dass die Person das, was sie da ausführt, auf jeden Fall gut kann, weil sie hat es ja sehr lange gelernt.
00:10:10
Speaker
Deswegen unterliegen Coaches halt häufig diesem Prüfungsprozess von, was kann die Person eigentlich und vertraue ich der eigentlich und gebe ich der die Chance, mich darin zu begleiten oder nicht.
00:10:22
Speaker
Das finde ich ist erstmal ein Vorteil, das sollte eigentlich in Bezug auf andere Begleitungen genauso kritisch sein.
00:10:28
Speaker
Nur wir haben eben eine sehr, sehr starke Betonung von Kindheitstagen an,
00:10:34
Speaker
in Bezug auf akademische Abschlussgrade und in Bezug auf äußere Marker, in Anführungsstrichen, die markieren, wie professionell oder gebildet oder begabt oder befähigt oder berechtigt jemand in Bezug auf etwas ist.
00:10:52
Speaker
Und das sehe ich einerseits als, man könnte sagen, als Qualitätsprüfung,
00:10:59
Speaker
Ich finde, es ist aber auch ein Irrtum.
00:11:03
Speaker
Also wenn ich mir angucke, welche NCs diese sehr beliebten Berufe von zum Beispiel Medizinstudium oder Psychologiestudium haben und ich mir anschaue, wer in unseren Jahrgangsstufen das erreicht hat und das dann machen konnte, dann würde ich, das ist meine subjektive Haltung, bei den meisten von denen sagen, ja, die werden dieses Studium super meistern.
00:11:28
Speaker
Aber ob sie es meistern, ein guter Therapeut zu sein, der Menschen wirklich sieht, gut in Kontakt gehen kann, das wage ich irgendwie zu bezweifeln.
00:11:35
Speaker
Nicht allen, aber bei vielen ist das so.
00:11:37
Speaker
Ich möchte damit nur sagen, das kann oder sollte eigentlich nicht der größte Gradmesser sein.
00:11:44
Speaker
Insbesondere, weil wir durch schulische Laufbahnen und so weiter auch in Zeiten gegangen sind, auch altersmäßig.
00:11:51
Speaker
wo sich super viele Sachen erst noch rausgebildet haben.
00:11:53
Speaker
Also wenn ich meine emotionale Reife heute mit vor zehn Jahren vergleiche, dann bin ich sicherlich nicht am Ende angekommen, aber es ist trotzdem ein großer Unterschied.
00:12:02
Speaker
Und das ist eben auch häufig wie so eine Art Filter, der einem sehr viele Möglichkeiten und Potenziale zur eigenen Entwicklung auch nehmen kann, wenn ich von vornherein mit der Haltung reingebe, nee, Coaching kann mir nicht helfen.
00:12:19
Speaker
Es braucht schon Therapie.
00:12:21
Speaker
Und wenn man sich mal anguckt, wie so ein Psychologiestudium abläuft, ich habe ja in Teilen Psychologie studiert,

Intuitives Coaching und Traumakompetenz

00:12:27
Speaker
da kannst du dir auch drei Bücher kaufen.
00:12:30
Speaker
Also wenn du Psychologie studierst, brauchst du mehr Bücher, aber so waren unsere Lernwege.
00:12:36
Speaker
Also es gab dann Bücher zu Wahrnehmung und Gedächtnis, zu Lernen und Gedächtnis, Wahrnehmung und Aufmerksamkeit, Sozialpsychologie, Entwicklungspsychologie.
00:12:46
Speaker
Dann haben wir diese Bücher gelernt.
00:12:48
Speaker
Aus den Büchern haben die die Folien erstellt.
00:12:51
Speaker
Und dann wurde mit Multiple Choice oder eben auch nicht, wurde dann eine Prüfung geschrieben.
00:12:57
Speaker
Und klar, wenn du dann Therapeut wirst, dann durchläufst du noch andere Verfahren, keine Frage.
00:13:01
Speaker
Das soll auch überhaupt nicht in Abrede stellen, was da Menschen einfach auch...
00:13:05
Speaker
... an Zeit, Energie und so weiter auch rein investieren, um das zu schaffen.
00:13:09
Speaker
Nur, was ich halt sagen möchte ist, das ist nicht unbedingt ein Beweis für Professionalität, für Menschlichkeit, für die Fähigkeit, auch die Dinge in den therapeutischen Kontakt zu bringen, die wirklich notwendig sind, um Verbesserungsprozesse zu begleiten.
00:13:27
Speaker
Und dann ist es halt auch noch sehr, sehr kognitiv geprägt.
00:13:30
Speaker
Also gerade kognitive Verhaltenstherapie, die ja schon fast jede Person gemacht hat, die wir auch begleiten.
00:13:36
Speaker
Also die meisten haben ja schon Erfahrungen mit kognitiver Verhaltenstherapie.
00:13:42
Speaker
Das kratzt halt teilweise wirklich an Schichten, die die Tiefen psychologisch oder psychodynamisch wirklich an der Oberfläche kratzen.
00:13:50
Speaker
von allem, was man inzwischen so weiß und was hilfreich ist und was die Erfahrungslehre, nenne ich es mal, uns eigentlich mitgibt.
00:13:59
Speaker
Also wir können ja einmal auf die Wissensebene schauen und da sind sicherlich akademische Personen sehr weit oben, weil die halt einfach sehr viel lernen, wobei vieles auch Bulimie lernen ist.
00:14:08
Speaker
Also ich lerne es einmal und dann vergesse ich es auch wieder, wenn die Prüfung vorbei ist.
00:14:14
Speaker
Und dann gibt es eben die Erfahrungsebene und nicht alles, was erfahrbar ist, kann man evidenzbasiert wissenschaftlich eins zu eins messbar belegen.
00:14:23
Speaker
Also das Wut im Bauch sitzt, ist halt sehr schwer oder häufig im Bauch sitzt, ist halt sehr schwer durch Studien oder wissenschaftliche Aspekte zu beweisen.
00:14:32
Speaker
Es gibt
00:14:32
Speaker
Inzwischen ja diese bildgebenden Verfahren, wo es sichtbarer wird, wo halt Energie- oder Wärmeerzeugung dann ist.
00:14:38
Speaker
Deswegen ist es inzwischen leichter, auch auf dieser Ebene zu argumentieren.
00:14:44
Speaker
Aber manche Sachen, auch was Energie oder sowas angeht, ist halt sehr, sehr schwer,
00:14:52
Speaker
Es ist halt da.
00:14:54
Speaker
Da gibt es ja dieses schöne Bild, dass Menschen, wenn man ihnen erzählt, dass es WLAN gibt, also nicht sichtbare Energie, die einen dann ins Internet gehen lässt, da zweifelt keiner dran, aber wenn man dann davon spricht, dass es Frequenzen und Energie gibt, dann sind alle so, oh, das ist aber echt sehr esoterisch.
00:15:10
Speaker
Also das ist schon, glaube ich, eine sehr, sehr große Überbetonung der Ratio, der Wissenschaftlichkeit, also dem, was man messen kann.
00:15:20
Speaker
Und das wird sehr schnell auch fehlinterpretiert in Bezug auf, da weiß jemand viel oder das ist richtig.
00:15:26
Speaker
Weil wenn man sich mal anguckt, was in den letzten Jahrzehnten oder Jahrhunderten die Wissenschaft mal als richtig befunden hat,
00:15:34
Speaker
Das ist ganz schön erschreckend.
00:15:38
Speaker
Deswegen auch Wissenschaft, wenn es wirklich gute Wissenschaft ist, ist darauf angelegt, dass das, was sie heute als wahr empfindet, morgen als komplett falsch widerlegt werden kann.
00:15:48
Speaker
Und wenn das nicht mehr so ist, dann ist es keine Wissenschaft mehr im klassischen Sinne, sondern eher Ideologie.
00:15:52
Speaker
Und dann legen wir viele Bewertungsschablonen drauf und wollen einfach auch eine andere...
00:15:59
Speaker
oder Wahrheit auch nicht mehr akzeptieren.
00:16:01
Speaker
Und dann wird es halt schwierig.
00:16:03
Speaker
Und in Bezug auf diese Coaching-Therapie-Szene sind wir eben auch sehr konditioniert darauf, dass Abschlüsse, dass Qualifikationen, dass Ausbildungsbeendigungen ein Gütesiegel sind.
00:16:16
Speaker
Und ich sehe das auch so, dass es definitiv ein wichtiger Faktor ist, sich auch anzuschauen, was hat denn jemand gelernt und was hat er auch gemacht und was ist die Berechtigung.
00:16:26
Speaker
Und dann aber auch die Filterung auszuweiten und zu gucken, okay, und was bringt die Person noch mit?
00:16:32
Speaker
Neben diesen Qualifikationen traue ich der Person, traue ich der zu mich zu halten, habe ich das Gefühl, die hat eine positive Absicht?
00:16:42
Speaker
Geht es um viel Geld, also will ich mir einfach viel Geld abziehen oder habe ich das Gefühl, das ist wertmäßig ausgeglichen, verkörpert die etwas, wo ich in ein, zwei, drei Jahren selber gerne wäre, also kann die auch auf eine Art Vorbild sein, verkörpert die, was sie lehrt.
00:17:02
Speaker
Das sind alles so Fragen, die man sich stellen sollte, vielleicht schon bevor man die Qualifikation weiß, um nicht zu sehr davon überschattet zu werden.
00:17:11
Speaker
Oder wie siehst du das?
00:17:13
Speaker
Ja, absolut.
00:17:15
Speaker
Also das finde ich extrem wichtig, weil...
00:17:22
Speaker
es am Ende des Tages um den Beziehungsraum geht, den man miteinander schafft.
00:17:28
Speaker
Und das ist ganz spannend, weil das sagt ja auch die Forschung mittlerweile, dass die Beziehung auch über der Intervention steht, was den Erfolg anbelangt.
00:17:40
Speaker
Also es ist einfach wichtig, mit wem sitze ich da, was strahlt diese Person aus, welche Beziehungsdynamik entwickle ich mit dieser Person,
00:17:51
Speaker
Und natürlich, wie du es eben gesagt hast, was verkörpert die Person auch?
00:17:57
Speaker
Und das ist natürlich, also...
00:18:02
Speaker
Es ist natürlich ganz, ganz wichtig, dass die Person irgendwo auch weiß, was sie tut und einen gewissen Rahmen hat, weil ich finde das auch ganz schwierig, dass in der Coaching-Bubble häufig, gerade in dem spirituellen Bereich, eher dann die Aussage kommt, ja, ich coache intuitiv und ja, das kann man machen, aber wenn die Intuition keinen klaren Rahmen hat, wenn ich mich nicht auskenne mit, wie sieht eine Traumareaktion aus, was ist ein Trauma überhaupt außerhalb dieses Trauma,
00:18:32
Speaker
wie wir in der spirituellen Szene Trauma sehen.
00:18:35
Speaker
Also wie entsteht das?
00:18:36
Speaker
Welche Mechanismen wirken da?
00:18:37
Speaker
Wie reagiert das Nervensystem?
00:18:40
Speaker
Wie fange ich Emotionen auf?
00:18:41
Speaker
Wie gehe ich mit Übertragung und Gegenübertragung, mit Projektionen um?
00:18:46
Speaker
Was ist eine Projektion?
00:18:47
Speaker
Was gibt es noch für Abwehrstrategien?
00:18:49
Speaker
Das muss ich schon wissen, weil ich sonst einfach blind bin.
00:18:54
Speaker
Und das auch nicht...
00:18:56
Speaker
dienlich rückspiegeln kann.
00:18:59
Speaker
Bewusstsein dafür zu haben, was habe ich für eigene Erfahrungen, was habe ich für eigene Muster, in welchen Beziehungsdynamiken bin ich aufgewachsen, wie kann ich vielleicht auch als Coach oder Therapeut meine Themen in so einen Prozess mit rein projizieren und
00:19:16
Speaker
Also egal ob Coach oder Therapeut, es ist immer ein Mensch, der da sitzt und der kann fachlich extrem gut ausgebildet sein und dann kommt halt die Beziehungskompetenz da mit rein.
00:19:27
Speaker
Wie viel von den eigenen Themen sind da schon gelöst worden?
00:19:30
Speaker
Wie bewusst hat er bei sich selbst hingeschaut?
00:19:33
Speaker
Ich nenne jetzt mal nicht den Namen, aber ich kenne so die eine oder andere größere Psychotherapeutin, wenn ich der im Podcast zuhöre und die dann in den Podcast vielleicht auch live Menschen therapiert oder coacht oder was auch immer, da drehen sich mir die Zehennägel hoch.
00:19:49
Speaker
Wenn ich dann so Aussagen höre wie, ich habe da kein Beziehungs- und Bindungsthema, aber dann wird halt auf Bindungsängstler geschossen oder keine Ahnung was, das finde ich schon extrem grenzwertig und ist voll mit den eigenen Projektionen.
00:20:05
Speaker
Und da sieht man halt auch, dass Reichweite, Bekanntheitsgrad und...
00:20:13
Speaker
ich sage mal, Titel nicht unbedingt frei macht von den eigenen persönlichen Themen und von der Tatsache, dass da vielleicht mit den eigenen Themen auch noch nicht ausreichend gearbeitet wurde, sodass das immer auf den Prozess mit den Klienten verschoben wurde, dann passieren halt solche Sachen.
00:20:33
Speaker
Und natürlich sehe ich auf der anderen Seite, habe ich letztens auch eine Podcast-Folge gehört mit einer
00:20:39
Speaker
Sexualcoachin oder mit einem Sexualcoach, wo mir dann auf der anderen Seite wieder die Zehennägel hochrollen, weil wenn ich mit Menschen arbeite, die in der Beziehung Herausforderungen mit Sexualitätsthemen haben, dann spielt da immer Beziehungsdynamik eine Rolle, spielt da immer auch eventuelle Entwicklungs- und Bindungstraumata eine Rolle und sich dann im Podcast hinzusetzen und zu sagen, nee, nee, also meine Klienten, die haben auf gar keinen Fall Traumata und so weiter,
00:21:08
Speaker
Da sieht man dann wiederum, die Coaching-Bubble voll ist mit Coaches, die überhaupt nicht traumasensibel ausgebildet sind und gar keine Idee davon haben, wie sich Trauma äußert und wie sich das in bestimmten Dynamiken oder auch bei bestimmten Herausforderungen zeigt und
00:21:30
Speaker
Also diese blinden Flecken, die sind teilweise horrend auf beiden Seiten.
00:21:36
Speaker
Und deswegen, ja, man muss sich die Person angucken, mit der man dann diesen Weg am Ende geht.
00:21:43
Speaker
Und ich finde es auch wichtig, ich folge auch einigen Psychotherapeutinnen, die auf Instagram recht aktiv sind, die haben dann teilweise mit ihren eigenen Leuten sozusagen, also mit anderen Therapeuten, die da...
00:21:58
Speaker
etwas altertümlicher eingestellt sind, auch extreme Probleme, weil die dann auch beschossen werden mit als professioneller Therapeut geht man nicht auf Social Media und postet da nicht und so weiter.
00:22:09
Speaker
Und doch, ich finde es wichtig, weil dann kann sich ein Mensch angucken, wie trittst du in Beziehung, welche Werte hast du, was verkörperst du?
00:22:17
Speaker
Und natürlich sieht man auch immer nur Facetten dort und das muss man sich auch bewusst machen, aber trotzdem gibt es die Möglichkeit,
00:22:25
Speaker
mal so ein bisschen in einen möglichen Kontakt hineinzuspüren und deswegen ja, wichtig, angucken, mit wem man da geht.

Zusammenarbeit zwischen Therapeuten und Coaches

00:22:33
Speaker
Das ist ein großes Manko, weil das Gesundheitssystem, gerade was mit Kassenleistungen angeht, die Therapieräume sehr voll sind und es schwer ist, sich dann auch noch den passenden Therapeuten aussuchen zu können.
00:22:46
Speaker
Da ist man dann teilweise einfach froh, wenn man überhaupt einen Platz bekommt.
00:22:51
Speaker
Das verstehe ich auch alles und
00:22:54
Speaker
Es ist zusätzlich auch wichtig, dass wir Therapie haben.
00:22:58
Speaker
Also für mich ist einfach wichtig, und das hatte ich in der Unterhaltung mit meiner Freundin letztens auch, dass wir anfangen, miteinander zu kooperieren und das Potenzial in diesen unterschiedlichen Räumen sehen, statt gegeneinander zu schießen.
00:23:13
Speaker
Therapie ist ein Raum, der hat viel Potenzial und gleichzeitig hat er Grenzen.
00:23:19
Speaker
Und Coaching ist auch ein Raum, das hat viel Potenzial und gleichzeitig hat es Grenzen.
00:23:25
Speaker
Und wenn wir uns in diesen Potenzialen und Grenzen ergänzen und miteinander zusammenarbeiten, dann ist das für den Klienten zielführend und nicht für das Ego des Coaches oder für das Ego des Therapeuten.
00:23:39
Speaker
Und das wünsche ich mir, dass wir da in Zukunft hinkommen.
00:23:45
Speaker
Und
00:23:48
Speaker
Ja, einfach auch Therapeuten sehen können, dass es ganz tolle, verantwortungsvolle Coaches gibt, die einfach sich ihrer Verantwortung bewusst sind und auch ordentlich ausgebildet sind und nicht ihren Klienten davon abraten, dann noch ein Coaching zu machen.
00:24:06
Speaker
Das haben wir auch schon häufig gehabt, dass dann einfach Klienten zu ihren Therapeuten oder Interessenten zu ihren Therapeuten sind und der Therapeut hat dann seine eigene Geschichte zum Thema Coaching,
00:24:18
Speaker
und hat halt dem Klienten abgeraten, ein Coaching zu machen.
00:24:25
Speaker
Und dann gibt es aber die Therapeuten wiederum, die einfach sagen, hey, in der Unterhaltung mit meiner Freundin letztens auch gehabt, ich wäre eigentlich froh oder bin froh, Therapie soll ja auch dazu führen, dass
00:24:40
Speaker
Patienten an den Punkt kommen, in dem sie lernen, sich selbstverantwortlich zu helfen und für sich selbstverantwortlich nach Lösungen zu suchen und nicht abhängig von ihrem Therapeut oder von sonst wem zu werden, dann ist es doch eigentlich ein Zeichen von Entwicklung und Reife, wenn der Klient irgendwann sagt, hier,
00:25:01
Speaker
Ich spüre, die Therapie tut mir gut und gleichzeitig fehlen mir hier noch ein paar Aspekte.
00:25:07
Speaker
Und deswegen gehe ich selbstverantwortlich in eine Handlung und schaue, was würde mir dann noch helfen, voranzukommen.
00:25:15
Speaker
Und das ist einfach, finde ich, super wichtig, dass wir da von diesem Schwarz-Weiß-Denken wegkommen.
00:25:22
Speaker
Und das ist eben auch ein Zeichen von emotionaler Reife, sowohl auf Coach-Seite als auch auf Therapeutenseite, da das eigene Ego rauszunehmen, die eigene Kränkung, vielleicht das Gefühl, nicht gut genug zu sein, nicht auszureichen, nicht alles leisten zu können, rauszunehmen und mit dem Klienten oder dem Patienten wirklich zu schauen, okay, wo hackt es gerade, was fehlt dir denn gerade und was würde dich zusätzlich noch unterstützen,
00:25:50
Speaker
Und ja, das wünsche ich mir einfach, weil das ist so wichtig.
00:25:54
Speaker
Am Ende geht es nicht um den Therapeut oder den Coach.
00:25:57
Speaker
Es geht immer um den Klienten, der sich da irgendwo Unterstützung erhofft, weil er einfach eine Blockade hat oder da nicht weiterkommt.
00:26:06
Speaker
Und in ganz schwierigen Krankheitssituationen, wo man sehr instabil ist, ist natürlich eine Therapie sinnvoll, bis mehr Stabilität da ist.
00:26:15
Speaker
Und dann...
00:26:17
Speaker
ist es wichtig, selbstverantwortlich nach weiteren Lösungen zu suchen und sich nicht einfach nur auf die Therapie, die wöchentliche Therapiesitzung zu konzentrieren.
00:26:28
Speaker
Und noch ein Punkt, der mir wichtig ist, weil den habe ich so tatsächlich auch gar nicht auf dem Schirm gehabt, ist, in anderen Ländern werden Therapeuten anders ausgebildet.
00:26:39
Speaker
Da gibt es nicht die Verhaltenstherapeuten oder die tiefenpsychologischen Therapeuten oder die systemischen Therapeuten, sondern da lernen Therapeuten alles davon.
00:26:53
Speaker
Und
00:26:54
Speaker
können dann im Zuge der Therapie auch auf den Patienten eingehen.
00:26:58
Speaker
Und dann gibt es vielleicht Situationen, wo man eben schaut, braucht der Klient jetzt gerade eher eine verhaltenstherapeutische Intervention oder braucht es hier gerade eine psychodynamische Herangehensweise?
00:27:13
Speaker
Und so kann sich der Therapeut auf den Klienten einstellen.
00:27:18
Speaker
Und in Deutschland ist es aber so,
00:27:22
Speaker
dass du dann halt entweder Verhaltenstherapie lernst oder Tiefenpsychologie lernst oder oder.
00:27:27
Speaker
Und da auch so eine Art, also es ist nicht nur so, dass dann zwischen Coach und Therapeuten so eine Art Konkurrenz entsteht, sondern auch unter den Therapeuten dann wie so eine Art Konkurrenzkampf, wer hat jetzt die bessere Intervention?
00:27:43
Speaker
Und da denke ich mir halt so, ey, das ist echt wild, weil da geht es halt nicht mehr um den Klienten,
00:27:51
Speaker
Es hat doch alles irgendwo eine sinnvolle Idee drin.
00:27:55
Speaker
Manchmal ist es super, kognitiv daran zu gehen.
00:27:57
Speaker
Das wird aber alleine nicht reichen.
00:27:59
Speaker
Und dann muss man psychodynamisch nochmal reinschauen und vielleicht mal eine Familienaufstellung oder so was Systemisches mit reinnehmen.
00:28:07
Speaker
Und
00:28:08
Speaker
Ich beobachte gerade, dass wir genau denselben Fehler im Coaching-Bereich machen.
00:28:12
Speaker
Deswegen haben wir ja auch entschieden, die Ausbildung zu machen.
00:28:14
Speaker
Weil da hast du dann da den Hypnose-Coach, du hast da den systemischen Coach, du hast da den Ernährungs-Coach, dann hast du da den Mindset-Coach, den Mental-Coach.
00:28:25
Speaker
Und das ist genau dasselbe Problem wieder, dass es nichts Verbundenes ist, mit
00:28:33
Speaker
wo die Wechselwirkung zwischen kognitiven und unterbewussten und geschichtlichen, psychodynamischen und aktuellen Mechanismen erfasst wird, sondern da geht man dann da zur Familienaufstellung und wundert sich, dass nach zwei Familienaufstellungen aber irgendwie das Ernährungsthema noch nicht gelöst ist oder was auch immer.
00:28:53
Speaker
Oder man geht da zum Sexualcoach und wundert sich dann aber am Ende,
00:28:57
Speaker
Dass man als Paar zwar vielleicht jetzt irgendwie bewusster über die eigenen Dynamiken ist und da vielleicht gewisse Übungen mit an die Hand bekommen hat, aber trotzdem sich der innere Druck nicht abbaut, was das Thema anbelangt.
00:29:11
Speaker
Und das finde ich spannend, weil im Prinzip machen wir in beiden Bereichen sowohl in Therapie als auch im Coaching genau dieselben Fehler gerade.
00:29:20
Speaker
Ja, das wäre ja erstmal auf diese Trennung und die Spaltung oder ja doch die Zerstückelung, sag ich mal, die Fragmentierung der einzelnen Verfahrensweisen

Vorurteile gegenüber akademischen Titeln

00:29:31
Speaker
bezogen.
00:29:31
Speaker
Das sehe ich auch so.
00:29:34
Speaker
Und dann gibt es eben aber ja auch nochmal diesen krassen Kontrast und auch teilweise eben die Abwertung von den Therapeuten in Anführungsstrichen.
00:29:43
Speaker
Auch hier ist wichtig, das betrifft nicht jede Person.
00:29:46
Speaker
Es gibt auch Therapeuten, die sind sehr offen.
00:29:48
Speaker
Es gibt auch Ärzte, die sind offen für Kooperation.
00:29:51
Speaker
Es gibt auch Coaches, die sind offen dafür.
00:29:53
Speaker
Also das ist nicht zu verallgemeinern im Sinne von jeder macht das so.
00:29:58
Speaker
Aber es ist schon etwas, was die Erfahrung zeigt, dass gerade wenn man mit Therapeuten über die eigene, also darüber spricht, was man macht, dass da erstmal ein skeptischer Blick ist, der sowas ausdrücken würde von, ah ja, und wie lange hast du jetzt das gelernt, was du gemacht hast, wenn du das jetzt schon seit fünf Jahren machst?
00:30:16
Speaker
Nicht so ein Therapeuten, das will ich auch noch dazu sagen, auch von dem Umfeld teilweise.
00:30:23
Speaker
Klar, gut, darüber haben wir ja auch das letzte Mal gesprochen, also in der letzten Podcast-Folge, wenn das Umfeld, sag ich mal, so reagiert.
00:30:30
Speaker
Aber jetzt, wenn es explizit um dieses Thema geht, ist es eben häufig so diese Dynamik.
00:30:35
Speaker
Ich kenne wenige Coaches, die wirklich abwertend auf Therapeuten schauen, im Sinne von, die können das aber schlechter als ich, sag ich mal.
00:30:44
Speaker
Und darin sieht man eigentlich auch schon den Punkt, um den es geht.
00:30:49
Speaker
Es geht eigentlich nicht um die Frage, ist jemand kompetent, professionell, dazu geeignet, kann der Kontakt und so weiter.
00:30:56
Speaker
Es ist halt ein maximal selbstbezogenes Ego-Thema.
00:30:59
Speaker
Und zwar ganz egal, wer jetzt auf wen verachten schaut, ob jetzt ein Coach sagt, die ganzen Therapeuten und die ganzen Ärzte, die sind ja eh alle so und so, das ist ein Ego-Thema.
00:31:10
Speaker
Es ist aber genauso, wenn ein Therapeut sagt, ja, die Coaches, ey, die denken auch alle, sie könnten jetzt mit ein, zwei Ausbildungen hier Menschen begleiten.
00:31:18
Speaker
Alles, was so sehr in diese entweder idealisierende oder abwertende Richtung geht, hat nichts mehr mit der anderen Person und auch nicht mit der Jobbezeichnung zu tun, sondern es ist ein persönliches Thema.
00:31:29
Speaker
Und das...
00:31:32
Speaker
Das, finde ich, merkt man eben häufig auch, weil die wenigsten fragen ja wirklich interessiert nach, sondern die Bezeichnung allein reicht schon, um dann eine Bewertung und einen Stempel draufzukriegen.
00:31:43
Speaker
Eigentlich wäre es ja interessant, mal zu fragen, okay, und was machst du und was sind denn so die Grundlagen, auf denen das arbeitet und wie machst du das denn da?
00:31:53
Speaker
Und dann würde man relativ schnell merken, dass es da auch sehr viele überschneidende Punkte gibt.
00:31:57
Speaker
Aber es gibt einfach so dieses Bild von...
00:32:01
Speaker
von Coaches, es gibt auch ein Bild von Therapeuten, es gibt ein Bild von Ärzten, von Heilpraktikern und so weiter und je nachdem, wie man darin geprägt ist, hat man das Gefühl, das eine ist besser als das andere und andersrum.
00:32:11
Speaker
Aber damit verlieren wir einfach ein riesengroßes Potenzial, weil
00:32:16
Speaker
genau wie du sagst, in jedem steckt etwas drin, was ein anderer Bereich eben nicht abdecken kann.
00:32:24
Speaker
Und das zusammenzunehmen wäre eigentlich total weltverändernd, vor allem für die Menschen, die begleitet würden, wenn man plötzlich kooperieren würde und schauen würde, okay, auf den unterschiedlichen Ebenen, was braucht jemand denn da?
00:32:40
Speaker
Und nicht dieses, was wir einmal mit der Klientin hatten,
00:32:44
Speaker
Die erzählt dann freudig, dass jetzt ein Coaching angefangen hat und dann kriegt sie von der Therapeutin erstmal ja, und was willst du dann noch hier?
00:32:50
Speaker
Also so als wäre das eine das Ausschlussverfahren für das andere und fast schon eine persönliche Gekränktheit, wenn das eine gerade vielleicht besser zum Lebenskontext oder zum Problemkontext passt, als zum Beispiel dann das, was bis dahin geholfen hat.
00:33:05
Speaker
Also
00:33:06
Speaker
Das sind alles so Sachen, die da sehr, sehr stark mit reinspielen und wenn das eben eine große Verunsicherung auch in uns als Coaches auslöst, ist es ebenfalls ein persönliches Thema, weil ich muss zum Beispiel sagen,
00:33:21
Speaker
Also das war mal anders, aber ich muss inzwischen sagen, meine Erfahrung und auch die Rückmeldung, die ich von Personen, die ich begleite, bekomme und auch, was ich mir alles so an Wissen und so angeeignet habe, vor allem in dem Bereich, also sonst bin ich jetzt nicht so der Wissenskünstler, aber in dem Bereich, es macht mit mir nicht mehr so viel, wenn jemand fragt, ja, hast du in Psychologie studiert oder den HP Psych gemacht oder, ah, okay, und wie kannst du denn dann mit Menschen arbeiten und so weiter, dann denke ich mir so,
00:33:52
Speaker
Die Frage ist falsch gestellt, finde ich.
00:33:54
Speaker
Also erstens ist in der Frage keine offene Frage drin, sondern schon eine gewisse Wertung.
00:34:01
Speaker
Da ist ja kein ehrliches Interesse, okay, und was würdest du dann sagen, was befähigt dich dann dazu, sondern da ist ja schon eine Wertung drin.
00:34:07
Speaker
Also brauche ich mich auf die Diskussion gar nicht einzulassen, weil es gibt keine Offenheit, wirklich interessiert zu erfahren, was ich glaube, was es braucht, um Menschen zu begleiten.
00:34:17
Speaker
dann bin ich eher der Erfahrungsemotional-Typ als der kognitive Typ.
00:34:22
Speaker
Also ja, ich begreife Sachen auch gerne kognitiv und manchmal ist es auch meine Strategie, mit Emotionen klarzukommen, einfach kognitiv zu sein.
00:34:29
Speaker
Aber bei mir ist es so, wenn ich das Gefühl habe, etwas wirkt, dann ist das für mich erstmal der Beweis dafür, dass es wirkt.
00:34:38
Speaker
Und dann brauche ich dafür nicht 27.000 Studien.
00:34:41
Speaker
So ist es in mir.
00:34:42
Speaker
Das kann bei jedem anders sein.
00:34:43
Speaker
Ich weiß, es gibt Personen und Charakterstrukturen, für die ist das ganz anders.
00:34:47
Speaker
Für die ist der Kopf und das Wissen und dass das evidenzbasiert ist, alles bis ins kleinste Detail, auch in Studien nachvollziehbar, wichtig, um Sicherheit zu schaffen.
00:34:55
Speaker
Aber ich spreche jetzt hier gerade nur von mir und für mich ist es so, wenn ich mit jemandem in Kontakt gehe,
00:35:01
Speaker
der mein Therapeut oder mein Coach sein soll.
00:35:04
Speaker
Und ich gucke mir an, was hat die Person denn vorher gemacht.
00:35:06
Speaker
Also meine Therapeutin zum Beispiel, die hat die Ausbildung gemacht, die ich dann jetzt auch gemacht habe und kommt dabei eher aus dem Physiotherapie-Osteopathie-Bereich.
00:35:15
Speaker
Rein von dem Qualifikationsbereich,
00:35:18
Speaker
Gerade damals, als ich noch nicht wusste, was eigentlich in der Ausbildung drankommt, wäre die erstmal nicht meine Ansprechpartnerin gewesen, wenn ich vor anderen Kriterien gesucht hätte, weil das ist nicht staatlich anerkannt in dem Sinne.
00:35:29
Speaker
Physiotherapie und Hostiopathie natürlich schon, aber das war jetzt nicht das, was ich auf psychischer Ebene gesucht habe.
00:35:35
Speaker
Und ich kenne keinen Menschen, der in meinem Leben so viel emotional mit mir aufgeräumt hat als diese Person.
00:35:40
Speaker
Und die so viel Resonanzfähigkeit hat und Dinge mitbekommen hat, da habe ich bei meiner Verhaltenstherapie vergeblich drauf gewartet.
00:35:48
Speaker
Und gleichzeitig habe ich bei der Verhaltenstherapie Dinge gelernt, die eben andere, die aus dem Coaching-Bereich kommen, eben nicht abdecken können, weil sie eben was anderes gelernt haben.
00:35:57
Speaker
Und so finde ich...
00:36:00
Speaker
Da kommen wir dann wieder zur eigenen Freiheit, zur eigenen Selbstverantwortung, zu schauen, wo zweifle ich vielleicht selber an meiner Professionalität, an meiner Kompetenz?
00:36:10
Speaker
Wo habe ich vielleicht selber Prägungen so stark aufgenommen, dass ich zum Beispiel akademischen Graden und staatlichen Qualifikationen vielleicht mehr Kompetenz zuschreibe als eben dem menschlichen Feingefühl und Verständnis.
00:36:26
Speaker
dem, was eben im Beziehungskontakt, im Beziehungsgefüge eben erfahrbar wird und wo darf ich vielleicht auch an meinen eigenen Selbstzweifeln noch arbeiten, die dadurch scheinbar überdeckt würden, wenn ich jetzt noch mehr staatliche Qualifikationen hätte.
00:36:43
Speaker
Weil damit lösen sich die Selbstzweifel ja nicht auf, die innerlich sind, sondern sie überdecken sie halt ein bisschen.
00:36:47
Speaker
Ich fühle mich dann halt professioneller, weil andere mir mehr Professionalität zuschreiben.
00:36:52
Speaker
Ich fühle mich dann halt abgesicherter, weil es staatlich anerkannt ist und somit erstmal nicht in Frage gestellt wird, ob ich was kann.
00:36:59
Speaker
Das ist ja eigentlich so gesehen die Illusion, die dahinter steckt.
00:37:03
Speaker
Und das haben wir ja auch bei jetzt der Runde für die Ausbildung, haben wir ja auch mit Ärzten und Therapeuten gesprochen.
00:37:12
Speaker
Und es ist schon interessant, wie von Anfang an in gewisser Weise ein Filter auf dem Gespräch drauf lag.
00:37:18
Speaker
Ich meine, wir haben uns danach ja nochmal ausgetauscht.
00:37:20
Speaker
Also ein Filter drauf lag von, eigentlich war von Anfang an klar, dass es eine wirkliche Offenheit nicht gibt.
00:37:27
Speaker
so das Verfahren kennenzulernen und da tiefer reinzuschauen.
00:37:30
Speaker
Also die Brille, durch die geschaut wurde, war eben auch ganz anders als bei anderen Personen, die sich für die Ausbildung interessiert haben.
00:37:36
Speaker
Vielleicht nochmal konkret, soll ich oder willst du vielleicht nochmal konkreter beschreiben, was du meinst, also durch welchen Filter, durch welche Brille wurde auf unsere Ausbildung, unser Angebot, auf das Gespräch geschaut?
00:37:53
Speaker
Was hast du da wahrgenommen?
00:37:55
Speaker
Also in meinem Gefühl war es vor allen Dingen auf eine Art die staatliche Anerkennung.
00:38:00
Speaker
Also kann ich das dann auch in meinem Unternehmen staatlich anerkannt machen.
00:38:06
Speaker
als Kompetenz der Coaches vermarkten, in Anführungsstrichen, gar nicht negativ gemeint, aber eben, also die staatliche Anerkennung war ein Filter.
00:38:15
Speaker
Ich empfand es auch so, dass ein Filter war von, ja, okay, was habt ihr denn geleitet, also worauf basiert das denn überhaupt, was ihr hier macht?
00:38:20
Speaker
Also ist das jetzt alles nur, weil ihr selber mal dieses Thema hattet oder gibt es da auch eine wissenschaftliche Grundlage?
00:38:26
Speaker
Also das war für mich ein großer Filter.
00:38:29
Speaker
Und ehrlicherweise,
00:38:31
Speaker
das wäre jetzt meine persönliche Wahrnehmung, empfand ich von Anfang an eine gewisse Überheblichkeit darin, die in meine Richtung kam so was an von, was wollt ihr uns eigentlich erzählen?
00:38:46
Speaker
Was ja eigentlich interessant ist, weil wir zwingen ja niemanden dazu, mit uns zu sprechen.
00:38:52
Speaker
Aber mein Bauchgefühl war eigentlich vom ersten Moment an,
00:38:57
Speaker
wir können uns hier um Kopf und Kragen quatschen, es wird ein anderes Ergebnis dabei rauskommen.
00:39:01
Speaker
Das war meine persönliche Empfindung.
00:39:04
Speaker
Und ich weiß, vor ein paar Jahren hätte mich das richtig verunsichert.
00:39:08
Speaker
Da hätte ich gedacht, boah, ja, das stimmt eigentlich.
00:39:10
Speaker
Also ich weiß, also ja, ich kann ja so ein paar Sachen zitieren und Erfahrungen teilen und ich mache das jetzt auch schon ein paar Jahre, aber gut, wenn es dann wirklich um staatliche Anerkennung geht, dann bin ich halt mau aufgestellt.
00:39:20
Speaker
Also so, ne?
00:39:21
Speaker
Ich bin halt darauf angewiesen, dass halt das, was ich mache und das, was ich in Kontakt mit den Menschen umsetze, dass das so viel Vertrauen schafft, dass dadurch Menschen wiederkommen oder eben auch eine Empfehlung aussprechen.
00:39:31
Speaker
Und ich kann mich halt nicht damit retten, in Anführungsstrichen, dass ich einfach sehr viele staatliche Qualifikationen auf meine Seite schreiben kann und dadurch erst mal einen Vertrauensvorschuss bekomme, sondern den muss ich mir aufbauen.

Authentische Kundenbeziehungen und Resultate

00:39:43
Speaker
Und inzwischen ist es so, dass ich eher genervt war und mir so dachte, ich könnte die Zeit gerade auch anders nutzen.
00:39:48
Speaker
Also ich könnte jetzt mit Menschen sprechen, die wirklich interessiert sind oder was anderes machen.
00:39:54
Speaker
Es gab nicht mehr dieses danach, dass ich so gezweifelt habe, oh Gott, vielleicht sollte ich doch nochmal Psychologie studieren.
00:40:00
Speaker
Das habe ich nicht mehr so.
00:40:01
Speaker
Stimmt, hast du was anderes wahrgenommen?
00:40:05
Speaker
Ja, also auch dieses, es ging ganz wenig um konkrete Ergebnisse.
00:40:14
Speaker
Also es hat, wie du schon sagst, mehr die Rolle gespielt, lässt sich das staatlich anerkennen, wie wirkt das wirklich?
00:40:24
Speaker
Also was ist die Wirkung für meine Patienten, für meine Klienten in dem Moment?
00:40:29
Speaker
Ja.
00:40:31
Speaker
Und das finde ich halt ganz spannend, weil ich kann natürlich auf der einen Seite verstehen, dass wenn man irgendwie angebunden an ein Gesundheitssystem und so weiter arbeitet, irgendwo eine staatliche Zertifizierung auch erwünscht ist und gleichzeitig, wenn im Vordergrund steht, Menschen zu helfen, dann wäre für mich in erster Linie erstmal wichtig,
00:40:54
Speaker
Wenn ich meine, in dem Fall Coaches, zu euch zur Ausbildung schicke, lernen die dann eine Form von Arbeit, die wirklich meinen Klienten und Patienten helfen kann.
00:41:09
Speaker
Und das sind natürlich zwei unterschiedliche Bedürfnisse.
00:41:12
Speaker
Das eine ist, mit einer staatlichen Anerkennung nach vorne raus gut dazustehen und irgendwo ein Stück weit abgesichert zu sein.
00:41:22
Speaker
Und das andere ist, dass im Vordergrund steht, wie wirkt das dann für meine Patienten.
00:41:29
Speaker
Und ich finde es super wichtig, bevor man sich für ein Angebot entscheidet, auch
00:41:36
Speaker
offen seine Fragen zu stellen.
00:41:40
Speaker
Das ist eben ganz, ganz wichtig.
00:41:41
Speaker
Natürlich prüft man immer erst mal für sich, ist das das richtige Angebot für mich?
00:41:46
Speaker
Und damit stellt man dann eben auch gewisse Fragen.
00:41:50
Speaker
Wie läuft das ab?
00:41:51
Speaker
Und ich finde es auch völlig wichtig und legitim, mal zu fragen, wo kommt ihr so her?
00:41:56
Speaker
Was habt ihr so gemacht?
00:41:57
Speaker
Was sind so eure Erfahrungen und eure...
00:42:01
Speaker
ja, eure Geschichte dazu und gleichzeitig spürt man halt relativ schnell, geht es hier gerade wirklich um ein offenes Interesse, um für mich zu eruieren, dass das passt oder geht es jetzt gerade um eine
00:42:15
Speaker
kritische Prüfung, weil ich von vornherein erstmal unterstelle, das sind jetzt hier keine Professoren, studierte Psychologen und so weiter, sondern das sind halt erstmal nur, in Anführungszeichen, in der Dynamik kleine Coaches, die da jetzt
00:42:32
Speaker
was zusammengestellt haben.
00:42:36
Speaker
Und ja, das merkt man dann im Resonanzgefühl.
00:42:39
Speaker
Und ich will gar nicht, also wir alle sind ja auch Menschen und man kann da auch ein bisschen was projizieren.
00:42:45
Speaker
Aber genau, das ist halt eben so mein Gefühl.
00:42:47
Speaker
Das ist nicht bei allen so.
00:42:49
Speaker
Wie gesagt, ich habe im Freundes- und Bekanntenkreis ganz tolle Ärzte und Psychologen.
00:42:54
Speaker
Und da merke ich immer wieder,
00:42:56
Speaker
wie offen nachgefragt wird und wie interessiert auch an der Art zu arbeiten und was da für ein Interesse da ist.
00:43:05
Speaker
Und gleichzeitig ist halt dieses berüfende, schon eher unterstellende,
00:43:15
Speaker
Anführungszeichen, Fragende mit schon einer gewissen Erwartungshaltung, was man dann da für eine Antwort bekommt, um sich irgendwie mit seiner Vorannahme vielleicht auch bestätigt zu sehen.
00:43:27
Speaker
Schon sehr häufig wahrnehmbar von Menschen, die eben aus dem Bereich kommen und irgendwie Mediziner sind oder, oder, oder.
00:43:35
Speaker
Also es ist spannend, weil es eine komplett andere Dynamik hatte und ich nehme das sonst auch mehr auf Augenhöhe wahr, wenn wir mit Interessenten für unser Coaching oder auch für unsere Ausbildung sprechen und ich finde das ganz spannend, weil also auch gerade bei uns im Coaching
00:43:55
Speaker
Es ist so, ich glaube, ich habe das einmal oder zweimal im Jahr, dass Interessenten am Telefon wirklich die Frage stellen, was hast du gelernt?
00:44:08
Speaker
Natürlich haben wir einen gewissen Außenauftritt und wir haben auch Webinare und Workshops, wo wir das auch ansprechen und so eine kleine Auflistung gemacht haben, was wir so gelernt haben.
00:44:19
Speaker
Aber das steht grundsätzlich nicht im Vordergrund.
00:44:23
Speaker
Und trotzdem
00:44:26
Speaker
sind unsere Klienten die, die sich für uns entscheiden, die spüren, dass bei dem, was wir tun, etwas dahinter steht.
00:44:36
Speaker
Wir sehen natürlich auch die Kundenergebnisse und irgendwo auch unseren Außenauftritt.
00:44:40
Speaker
Aber wenn man uns hier reden hört,
00:44:44
Speaker
dann kriegt man, glaube ich, ziemlich schnell mit, dass wir einer klassischen psychologischen Ausbildung oder Studium in nichts nachstehen.
00:44:54
Speaker
Und das ist natürlich aber auch, weil wir uns trauen, darüber zu sprechen, weil wir uns selbst die Legitimierung auch geben, darüber zu sprechen, auch wenn wir nicht in einem klassischen formalen Studiengang waren oder Professoren oder Sonstiges in dem Bereich sind.
00:45:09
Speaker
Und ich hatte das letztens mal irgendwann auch unter einem Instagram-Post, wo dann kam, ja, was hast du denn eigentlich gelernt?
00:45:16
Speaker
Was legitimiert dich denn darüber zu sprechen?
00:45:18
Speaker
Und das kommt ganz selten, aber manchmal kommt es eben.
00:45:22
Speaker
Und das ist halt auch eben ganz spannend, sich selbst dabei zu beobachten, was macht das jetzt mit mir?
00:45:32
Speaker
Und meine Antwort ist letztendlich dann auch ganz häufig, also,
00:45:39
Speaker
Also es gab einmal eine Diskussion unter einem Post, da haben wir zur Abnehmenspritze was gepostet und da hat eben eine Ärztin drunter geschrieben, dass sie das irgendwie nochmal eine andere Perspektive reingeben würde und so weiter.
00:45:51
Speaker
Und die hat das eigentlich relativ ruhig und sachlich und auch differenziert geschildert.
00:45:57
Speaker
Fand ich ganz cool.
00:45:59
Speaker
Dann hat aber eine
00:46:02
Speaker
Also ich habe mich dann mit ihr unter dem Beitrag ausgetauscht.
00:46:04
Speaker
Wir haben unsere unterschiedlichen Perspektiven damit reingegeben.
00:46:07
Speaker
Jeder von uns beiden hat das andere wertschätzend angenommen und unterschiedliche Wahrnehmungen auch stehen lassen können.
00:46:13
Speaker
Und dann kam von irgendwoher, random, irgendwie eine Dame, die auf meinen Kommentar dann geschrieben hat, was widersprichst du der Ärztin, die hat Medizin studiert, die wird es schon wissen.
00:46:29
Speaker
Und dann habe ich nur geantwortet, das Wissen ist nicht nur Ärzten vorbehalten.
00:46:37
Speaker
Man kann das auch lernen.
00:46:39
Speaker
Und dann hat auch die Ärztin drunter geschrieben, hat gesagt, so ist es, ich bin eine Ärztin und ich weiß auch nicht alles.
00:46:45
Speaker
Und auch Ärzte sind Menschen und können gar nicht alles wissen.
00:46:50
Speaker
Und deswegen darf man das selbstverantwortlich auch gerne nochmal in Frage stellen.
00:46:54
Speaker
Aber das war ganz spannend, das zu beobachten.
00:46:56
Speaker
Weil in dem Fall war es ein total tolles Gespräch auf Augenhöhe und ein Austausch zwischen diesen beiden, sag ich mal, Bereichen.
00:47:06
Speaker
Und dann kam aber so von außen eine mit rein und hat halt dieses kollektive Denken mit reingebracht, nämlich, was widersprichst du?
00:47:15
Speaker
Was widersprichst du jetzt einer Ärztin?
00:47:16
Speaker
Die muss das wissen, die hat studiert.
00:47:18
Speaker
Und dasselbe hatte ich auch mal, ich weiß gar nicht, da ging es um einen Aufschrei von einer Frau mit zwei Doktortiteln und Professorin irgendwo um das Thema Kokosnussöl.
00:47:32
Speaker
Ich steige da nicht weiter drauf ein, aber
00:47:35
Speaker
Damals, weiß ich noch, kam jemand aus der Familie und hat gesagt, sie haben das ganze Kokosöl weggeschmissen und diese Frau hat gesagt, und dann habe ich das ein bisschen relativiert und dann kam auch zur Antwort, also wenn, dann werde ich ja wohl eher der Frau glauben mit ihren zwei Doktortiteln, wie dir jetzt hier mit deinem Ernährungsberaterhintergrund.
00:47:59
Speaker
Und da dachte ich mir halt auch so, wow, also das ist schon krass, wie wir da konditioniert werden und wie wir da als Kollektiv, und wie gesagt, das betrifft nicht jeden Einzelnen, aber als Kollektiv den Kopf ausschalten, nur weil da ein Titel vorne dran

Kritische Bewertung von Autorität und Ego

00:48:18
Speaker
steht.
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Speaker
Und damit will ich nicht sagen, dass der Titel sich nicht hart erarbeitet wurde und dass da ganz viel Lebenszeit, Energie, Hirnschmalz dahinter steckt.
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Speaker
Ich will das gar nicht abwerten.
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Speaker
Ich habe auch Freunde, wie gesagt, die haben einen Doktor- und Professortitel vorne dran.
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Speaker
Und ich weiß, was die alles dafür getan haben.
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Speaker
Und gleichzeitig muss ich sagen, dass die Menschen in meinem Umfeld, die diese Titel haben, selbst entsetzt darüber sind, wie plötzlich anders mit ihnen umgegangen wird, nur weil sie einen Doktor vorne dran stehen haben oder einen Professor vorne dran stehen haben.
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Speaker
Ja, das ist halt die Überbetonung dieser Qualifikation und vor allen Dingen werden halt extreme Autoritätsdynamiken in uns halt geweckt.
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Speaker
Also das sind halt so Berufsgruppen, die mit einer sehr hohen Autoritätszuschreibung einhergehen.
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Speaker
Deswegen sehe ich das auch so gefährlich, wie Ärzte teilweise mit Menschen umgehen und mit Nocebos, also mit Aussagen, die eher...
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Speaker
Angst schüren.
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Speaker
Ja, genau, das ist das richtige Wort, die eher Angst schüren.
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Speaker
Ich hatte gestern noch eine Klientin, deren Tochter hat mit Panikattacken zu tun.
00:49:30
Speaker
Die waren jetzt beim Arzt, um mal zu gucken, wie das so körperlich ist.
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Speaker
Der hat gesagt, ja, manche leben damit ihr ganzes Leben lang, müssen sie sich jetzt mit abfinden.
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Speaker
Und die ist halt, keine Ahnung, anfangen.
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Speaker
Also die ist gerade mitten in der Pubertät.
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Speaker
Und es ist einfach, also diese Autoritätszuschreibung,
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Speaker
macht es eben so schwierig für Menschen, die eben darauf trainiert sind, Autoritätspersonen ihre Hörigkeit zu schenken, ohne das in Frage zu stellen, auszuhalten, wenn jemand das nicht tut.
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Speaker
Weil ich denke mir sowieso immer, wenn Menschen bei Instagram alles Mögliche kommentieren müssen, denke ich mir so, halt, halt, dich doch einfach raus.
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Speaker
Also wen interessiert es denn?
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Speaker
Also so...
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Speaker
Ich kann mir ja denken, okay, ich glaube jetzt der Meinung der Ärztin.
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Speaker
Aber wenn ich schon dann nochmal dazuschreiben muss in Bezug darauf, also noch nicht mal sich anhören, ist da vielleicht eine sinnvolle Argumentation dahinter, ist halt sowas von die Projektion des eigenen Themas und der eigenen nicht geklärten kindlichen Autoritätsdynamiken, die da noch drin sind.
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Speaker
Und ja, ich will auch niemanden, der diesen Titel hat, das absprechen, was er dafür getan hat.
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Speaker
Aber nur weil jemand...
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Speaker
viel Disziplin und Leistung aufbringen kann, um ein Ziel zu erreichen und viel zu lernen und so weiter, ist das für mich immer noch nicht, in Anführungsstrichen, die Bestätigung dafür, dass eine Person gut mit Menschen umgehen kann, dass jemand eine gute Absicht dahinter pflegt.
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Speaker
Und das ist unabhängig vom Job.
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Speaker
Also da geht es mir jetzt gar nicht darum, ob es Therapeuten, Ärzte, Heilpraktiker, Coaches,
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Speaker
Es ist komplett egal, aber es ist für mich nicht das Kriterium, was ausmacht, ob eine Person in deren Begleitung es danach besser oder schlechter gehen kann.
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Speaker
Das ist schon mal das eine.
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Speaker
Und dann ist das andere natürlich auch, dass wir, dass je mehr Menschen,
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Speaker
Wenn wir uns mal angucken, viele Coaching-Einheiten, auch ja unsere Ausbildung, wie wir arbeiten, entstehen ja auch aus dem Realitätsabgleich, wie wir eigentlich diese Begleitungen erleben.
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Speaker
Also auch selber haben wir ja Therapieerfahrung, nicht nur von außen und von den Menschen, die uns das erzählen, sondern eben auch persönlich.
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Speaker
Und für viele ist eben die Erfahrung von, das hat mich stabilisiert, aber es hat mir nicht geholfen, dass es sich wirklich löst.
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Speaker
entwickeln sich ja häufig erst neue Verfahren und Dinge, die, so ist ja auch quasi unsere Ausbildung entstanden, die Frage, okay, was bräuchte es vielleicht mehr, was wird vielleicht zu sehr betont, aber hat gar nicht so sehr diesen wirksamen Charakter, wie es vielleicht häufig dargestellt wird.
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Speaker
Und daraus entwickeln sich dann neue Dynamiken.
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Speaker
Und dann ist man plötzlich, wo ich, keine Ahnung, teilweise zehn Jahre und was weiß ich nicht, was für eine Kohle da rein investiert habe, dass ich das heute ausführen darf, ausüben darf, wie ich es tue, werde ich natürlich auch mit meinen eigenen Zweifeln konfrontiert, wenn es da plötzlich dann jemanden gibt, der sagt, nee, ich gehe jetzt lieber ins Coaching oder das hat mir jetzt viel besser geholfen als drei Jahre Verhaltenstherapie.
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Speaker
Oder plötzlich werden die in Frage gestellt, ob das wirklich so funktioniert
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Speaker
tiefgreifend ist und wirklich veränderungsbringend oder nicht.
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Speaker
Und dann kommen sie plötzlich eben mit den tiefer liegenden Selbstwertthemen in Kontakt, die über den Titel, über die dritte Professur und den dritten Doktortitel in Anführungsstrichen auch versucht wird zu kompensieren.
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Speaker
Und auch hier, es geht nicht um jeden Einzelnen.
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Speaker
Ich habe hohe Achtung vor jedem, der das gemacht hat, weil ich fände das grausam.
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Speaker
Also ich hätte da gar keine Lust drauf, so viel da rein zu investieren, um einen Doktortitel zu haben und so.
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Speaker
Aber
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Speaker
Man weiß natürlich nicht, wenn jemand das vorne dran stehen hat, was war denn eigentlich die ursprüngliche Motivation?
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Speaker
War das, weil die ganze Familie schon Ärzte sind und es auch ein Thema war, dass jetzt auf jeden Fall ein Doktortitel her muss?
00:53:19
Speaker
War es, weil vielleicht selber eine starke Autoritätshörigkeit in Bezug auf das System vorliegt?
00:53:25
Speaker
hat es sich quasi mehr ergeben, weil ich so eine Leidenschaft für dieses Thema habe und dann habe ich halt entschieden, auch noch einen Doktortitel zu machen.
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Speaker
Also wie ist das denn entstanden, aus welchen bewussten und unbewussten Motiven?
00:53:37
Speaker
Das ist ja auch interessant oder sollte interessant sein.
00:53:41
Speaker
Und das ist einfach, weshalb ich auch merke, also was du eben auch gesagt hast, das ist für mich wie so ein Filter.
00:53:48
Speaker
Wenn mich jemand offen fragt, was hast du denn gemacht, welche Ausbildung hast du denn gemacht und wie ist das denn und arbeitest du auch mit Menschen, die schwer traumatisiert sind und so weiter.
00:53:58
Speaker
Also wenn ich das Gefühl habe, da interessiert sich jemand wirklich dafür,
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Speaker
dann erzähle ich gerne auch und dann antworte ich auch darauf und so weiter.
00:54:06
Speaker
Aber wenn ich schon das Gefühl habe, da ist gar kein Raum für einen Austausch, weil jemand mir eh schon unterstellt, dass das, was ich gemacht habe, nicht ausreicht oder mich nicht legitimiert, dann sage ich dazu ehrlich gesagt gar nichts mehr.
00:54:22
Speaker
Also ich gehe dann auch nicht in eine Diskussion oder in eine Gegenwehr,
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Speaker
Sondern manchmal frage ich auch, was lässt dich das denn fragen?
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Speaker
Also dann gebe ich den Ball halt zurück, weil ich mir so denke, ich werde mich doch jetzt hier nicht beschießen lassen und werde jetzt auch nicht 30 Minuten damit verbringen, mich irgendwie zu rechtfertigen, dass ich irgendwas gelernt habe und auch selber Therapie gemacht habe und so weiter.
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Speaker
Da denke ich mir so, da ist mir meine Zeit zu schade für und das habe ich auch irgendwie nicht nötig.
00:54:47
Speaker
So, und das Gleiche eben, also das würde ich auch jedem empfehlen, also mach deine Erfahrung.
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Speaker
Wenn du zu einem Arzt gehst und der ist super und du hast das Gefühl, du bist gut aufgehoben, dann hat der auch noch einen Doktortitel, ist doch super.
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Speaker
Wenn du zu einem Arzt gehst und der hat einen Doktortitel und du hast vom ersten Moment an Bauchschmerzen, weil er dir die ganze Zeit erzählt, dass...
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Speaker
dass du schwerst krank wirst und dass man da nochmal hingucken muss.
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Speaker
Und das Symptom ist sofort das Schlimmste der Welt.
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Speaker
Aber irgendwie hat er auch nur eine Sekunde mal auf dich geschaut.
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Speaker
Und nach fünf Minuten bist du wieder draußen mit drei Rezepten für irgendwelche Medikamente.
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Speaker
Und irgendwie ist dein ganzer Körper angespannter als vorher.
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Speaker
Dann wäre für mich die Frage, ist das dann für mich ausreichend, dass jemand einen Doktortitel hat oder beim Therapeuten, wenn, ich weiß genau, wen du meinst bei diesem, mit der Reichweite und ich habe dazu auch den entsprechenden Podcast gehört und ich weiß noch, dass ich damals dachte, boah, wow.
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Speaker
krass, was die alles geschafft hat, auch was so als Autorin und so weiter und in dieser Branche so bekannt zu sein, da hatte ich richtig, da kam ich richtig mit eigenen Zweifeln in Kontakt und dachte mir so, boah, wenn ich das mal alles weiß und kann, das wäre echt toll.
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Speaker
Als ich dann den Podcast gehört habe mit den
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Speaker
mit den Einblicken, da war ich echt desillusioniert, so würde ich das sagen.
00:56:11
Speaker
Also ich fand es echt erschreckend, wie sehr eigene, unverarbeitete Themen offensichtlich am Klienten ausagiert wurden, ohne dass das bemerkbar war.
00:56:21
Speaker
Auch mit wirklich extremen Bewertungen, extremen Beschuldigungen, extrem auch auf eine Art Diagnosen, die
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Speaker
aus einem Gespräch so erstmal gar nicht entstehen können.
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Speaker
Vorwürfen stellvertretend für die Partnerin beispielsweise.
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Speaker
Also das hat mich schon echt...
00:56:40
Speaker
Es hat mich auch erleichtert tatsächlich, was ein bisschen gemein ist, aber es hat diesen inneren Teil in mir, der sich so dadurch so konkurriert gefühlt hat, in Anführungsstrichen, oder zumindest mit eigenen Zweifeln in Kontakt gebracht hat, ob es nicht vielleicht doch wirklich mehr bringen würde, Psychologin zu sein, als mit dem, was ich gemacht habe.
00:56:58
Speaker
Den Teil hat es erleichtert.
00:57:00
Speaker
Das hat mich auch erschrocken, weil das natürlich auch die Lebenserfahrung ist von sehr vielen Personen, weil eben auch durch den Öffentlichkeitsauftritt generell und auch durch Zuschreibungen, die wir gesellschaftlich bestimmten Personengruppen gegenüber so einfach integriert haben und einfach für gegeben wahrnehmen, einfach auch die Selbstermächtigung sich zu fragen, möchte ich, dass jemand so mit mir umgeht?
00:57:26
Speaker
Hilft mir das wirklich und fühle ich mich gerade besser oder fühle ich mich schuldiger, wenn ich da rausgehe?
00:57:32
Speaker
Habe ich das Gefühl, es gibt Aussicht auf Besserung oder habe ich das Gefühl, ich bin jetzt kranker, als ich ursprünglich mal dachte?
00:57:39
Speaker
Habe ich das Gefühl, jemand hat mich gefragt, wer ich bin und was in meinem Leben noch so abgeht oder hat jemand nur auf meinen Symptomen und auf eine schnelle
00:57:51
Speaker
Also solche Themen, Fragen darf man sich schon stellen.
00:57:54
Speaker
Wir sollten aufpassen, dass wir auch als Coaches nicht in eine Überheblichkeit kommen.
00:58:00
Speaker
Absolut, ja.
00:58:09
Speaker
vielleicht auch der eigenen häufig gesammelten Bewertungen, die wir eben erlebt haben, auch von Therapeuten und Ärzten jetzt ins Gegenteil zu kippen und zu sagen, okay, dann zeigen wir denen jetzt mal, was wir so drauf haben.
00:58:23
Speaker
Und die sind ja eh alle vom System so aufgefressen und so weiter, sodass wir da nur mit dem gleichen Muster im Prinzip darauf reagieren.
00:58:32
Speaker
Das gewinnt halt niemand und schon gar nicht die Menschen, die wir begleiten wollen.
00:58:37
Speaker
Weil dann geht es plötzlich nur noch um uns und nicht mehr um die Menschen, die eben Hilfe suchen.
00:58:41
Speaker
Aber trotzdem würde ich als Hauptempfehlung geben, sich einmal damit auseinanderzusetzen, was glaube ich denn eigentlich, was Autorität, was Professionalität, was Kompetenz in diesem Bereich ausmacht.
00:58:54
Speaker
Wodurch wurde ich geprägt?
00:58:56
Speaker
Was haben denn die Menschen in meinem Umfeld mir darüber mitgeteilt?
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Speaker
Ich merke zum Beispiel, dass viele, die von klein auf eher mit Heilprägen
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Speaker
mit Heilpraktikern oder pflanzlichen Sachen eben dann begleitet wurden, zum Beispiel auch durch ihre Eltern, dass die eine viel größere Offenheit dafür haben.
00:59:16
Speaker
Während Menschen, die halt sehr früh schon in diesen sehr akademischen Kreisen unterwegs waren, im Sinne von, wenn man was hat, dann geht man zum Arzt und Heilpraktiker, das ist alles Humbug und Energien sind ja auch nur so esoterisches Zeug.
00:59:29
Speaker
Das ist natürlich klar, auch da wirkt natürlich die Prägung rein.
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Speaker
Und das formt natürlich auch, was wir glauben.
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Speaker
Und manchmal macht diese Autoritätshörigkeit auch einfach wirklich, also dumm meine ich nicht im Sinne von abwerten, sondern dass bestimmte selbstdenkende Areale einfach weniger aktiv sind.
00:59:48
Speaker
Ja, das kritische Denken.
00:59:50
Speaker
Genau, was man eben auch genau an solchen Rückmeldungen sieht, wie zum Beispiel zur Abnehmenspritze, zu Antibiotikum, zu der Pille, zu Antidepressiva, zu ganz vielen Dingen, wo ich ja gar nicht grundsätzlich eine Meinung zu habe, dass man das nicht tun sollte, weil dafür bin ich auch fachlich zu wenig ausgebildet, aber man muss sich ja nur mal die Beipackzettel angucken, was da alles draufsteht und dann eben auch die Erfahrungsberichte von Menschen heranführen, die
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Speaker
denen ich viel größere Autorität zuschreibe, weil das ist ja die Erlebensrealität.
01:00:23
Speaker
Und da drauf zu schauen und dann wird das verteidigt bis aufs Blut, als würde es um was Existenzielles gehen.
01:00:29
Speaker
Im Zweifel kann ich ja einfach stehen lassen, dass einer denkt, die Abnehmenspritze ist das beste Mittel und der andere denkt, nee, ist Quatsch.
01:00:36
Speaker
Und der eine sagt, ich nehme die Pille mit 14 und der andere sagt, nein, ich möchte diese Hormone nicht in meinem Körper.
01:00:41
Speaker
wenn es mich nicht persönlich so berühren würde, weil ich damit ein ungeklärtes Thema habe, dann kann ich das beim anderen ja einfach lassen, solange ich den Freiraum habe, es anders zu wählen.

Emotionale Reife und Vielfalt der Perspektiven

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Speaker
Und häufig sind es ja auch Personen, die dann selber recht wenig Qualifikation haben, die dann einfach sagen, ich glaube der Ärztin, weil die hat wenigstens was gelernt.
01:00:59
Speaker
Dann denke ich mir so, ja okay, ist vollkommen in Ordnung.
01:01:03
Speaker
Aber wenn wir beide uns an einen Tisch setzen würden, dann wäre relativ schnell die Argumentationsbasis
01:01:12
Speaker
würde wegbrechen, weil viele sich dann ihr Wissen gar nicht selbst aneignen, sondern über Autoritätsgläubigkeit oder eben diese Titelgläubigkeit diese Fremdmeinung einfach als eigene annehmen und gar nicht selbst eine Argumentationsgrundlage haben.
01:01:31
Speaker
Das hat man ja auch ganz stark gemerkt zu Corona und zu der Corona-Impfung.
01:01:36
Speaker
Also ich habe mich dann in beide Seiten, in beide Richtungen belesen und verschiedene Sachen angehört und auch Studien.
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Speaker
Anders als Lena bin ich, das liegt sicherlich auch an meiner Konditionierung mit einem akademischen Vater.
01:01:52
Speaker
Also ich interessiere mich schon für Studien und für
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Speaker
Das merkt man auch in der Ausbildung.
01:01:59
Speaker
Wir verbinden diese beiden Ebenen auch richtig gut in der Ausbildung zwischen fundiertem Wissen und der Erfahrung aus unseren Praxisräumen.
01:02:09
Speaker
Und deswegen, ich bin da ein riesen Fan von.
01:02:14
Speaker
Und ja, gleichzeitig, jetzt habe ich den Faden verloren.
01:02:24
Speaker
Ja, so, jetzt ist mein Faden wieder da.
01:02:26
Speaker
Genau, und ich bin da schon grundsätzlich ein Fan von, aber ich finde, man muss sich in beide Richtungen einfach immer verschiedene Sachen anschauen, weil wenn du immer nur zum Beispiel auch Studien liest, um dir deine eigene Meinung bestätigen zu lassen und nie mal auch guckst,
01:02:42
Speaker
Wie hat jemand vielleicht auch aus einer anderen Perspektive auf das Thema drauf geguckt?
01:02:46
Speaker
Dann fütterst du nur weiter die Perspektive, die du sowieso schon hast.
01:02:50
Speaker
Und deswegen finde ich es wichtig, sich auch beide Sachen anzuhören.
01:02:53
Speaker
Und man hat das ganz stark gemerkt, auch bei Corona.
01:02:56
Speaker
Es war halt saukrass für mich zu sehen.
01:02:58
Speaker
Also ich habe mich dann belesen, habe geguckt, bevor ich mir das spritzen lasse, lasse ich es mir spritzen,
01:03:05
Speaker
Pro und Kontras und so weiter, wie ist das schon untersucht worden und, und, und.
01:03:10
Speaker
Und ich habe auch versucht, mich mit auch durchaus akademisch gebildeten Menschen in meinem Umfeld dazu auszutauschen und habe so häufig, also in einem ehrlichen Austausch zu gehen, hast du das schon gehört, hast du das gesehen, was denkst du denn dazu?
01:03:26
Speaker
Ich war entsetzt und erschrocken, wie häufig ich mit geimpften Menschen,
01:03:32
Speaker
hochintelligenten Menschen gesprochen habe, die gesagt haben, weiß ich nicht, habe ich mich jetzt nicht so mit beschäftigt.
01:03:41
Speaker
Und das ist halt spannend, weil da sind wir eben bei diesem Punkt von kritischem Denken.
01:03:50
Speaker
Und wie sich dann jeder entscheidet, es sei dann bei sich gelassen, weil ich glaube, wir können mit unserem kleinen, mickrigen Hirn sowieso nicht
01:03:58
Speaker
alle Daten und alles Wissen erfassen, sondern wir müssen dann letztendlich, wenn wir uns eine gewisse Zeit mit etwas beschäftigt haben, doch dann aus unserem Gefühl heraus entscheiden, was das Richtige für uns ist.
01:04:10
Speaker
Aber es war spannend für mich und so sehe ich das halt in vielen verschiedenen Bereichen auch.
01:04:15
Speaker
Auch bei Instagram, dann werden dann Halbwahrheiten beobachtet,
01:04:20
Speaker
Da wird irgendwo ein Blogbeitrag gelesen und das wird dann eins zu eins weitergegeben und es wird nicht kritisch nachgefragt und so.
01:04:26
Speaker
Und das dürfen wir uns halt nicht verlieren.
01:04:29
Speaker
Und das ist aber ja etwas, was jetzt auch neueste Erkenntnisse zeigen, dass JGPT das auch stark macht, dass dieser Bereich des Gehirns, des kritischen Denkens immer weniger bespielt wird und weniger aktiv wird.
01:04:43
Speaker
Und das ist echt...
01:04:46
Speaker
Schwierig.
01:04:47
Speaker
Für unsere Gesellschaft wird das ein Riesenproblem, weil es ist ja jetzt schon ein Problem.
01:04:52
Speaker
Du darfst nicht mehr kritisch nachfragen, sonst wirst du direkt in irgendeine Ecke gestellt.
01:04:59
Speaker
Unterschiedliche Perspektiven und Meinungen können nicht mehr nebeneinander stehen gelassen werden.
01:05:04
Speaker
Menschen mit unterschiedlichen Meinungen und Perspektiven können häufig nicht mal mehr an einem Tisch sitzen.
01:05:09
Speaker
Ich finde, das ist ein Zeichen dafür, dass wir zumindest
01:05:12
Speaker
Also wir so viel Wissen haben wie noch nie in der Menschheitsgeschichte, zumindest das, was überliefert wurde.
01:05:19
Speaker
Und gleichzeitig aber emotional an so einem unreifen Punkt sind, weil ein emotional reifer Mensch ist in der Lage, verschiedene Perspektiven nebeneinander stehen zu lassen, weil er sein Ego rausnehmen kann und sich regulieren kann.
01:05:36
Speaker
Und das ist super, super spannend zu beobachten.
01:05:41
Speaker
Und deswegen
01:05:43
Speaker
wir dachten einfach, wir machen mal diese Podcast-Folge, weil ich glaube, das ist ein großes Thema und ich sehe das so wie Lena, je klarer wir mit uns sind, desto weniger stresst uns das auch.
01:05:55
Speaker
Ich habe ja eben schon erwähnt, ich persönlich bin auch mit dem Glauben aufgewachsen, also bei uns
01:06:01
Speaker
Zumindest von meiner Vaterseite war es unglaublich wichtig zu studieren, einen akademischen Reifegrad zu erreichen.
01:06:09
Speaker
In der Gesellschaft wird mittlerweile schon suggeriert, der Mensch fängt erst ab dem Abi so richtig an.
01:06:17
Speaker
Jemand, der Realschule macht und einen Handwerksberuf lernt, der ist schon ein bisschen in der zweiten Klasse.
01:06:24
Speaker
Und das sieht man ja auch an den ganzen Handwerksberufen.
01:06:30
Speaker
Mütterlicherseits sind viele im Handwerk auch selbstständig.
01:06:34
Speaker
Das stirbt ja teilweise aus oder es gibt keine.
01:06:37
Speaker
Bei mir gab es noch drei Schulklassen, als ich damals im Handwerk in der Lehre war.
01:06:41
Speaker
Und jetzt kriegen sie nicht mal mehr eine voll.
01:06:43
Speaker
Und das ist schon spannend, weil ich bin mit dem Gedanken aufgewachsen, da musst du ja schon auch was vorweisen.
01:06:50
Speaker
Und tatsächlich war meine Heilpraktika-Ausbildung damals aus dem Impuls heraus,
01:07:00
Speaker
Ich habe da schon jahrelang gecoacht.
01:07:01
Speaker
Ich hatte super gute Ergebnisse.
01:07:03
Speaker
Ich habe einen Coaching-Raum kreiert, der gut funktioniert hat.
01:07:06
Speaker
Aber ich hatte immer das Gefühl, ich muss noch mal Psychologie studieren oder ich muss noch mal ein HP machen, damit ich nach außen hin auch...
01:07:19
Speaker
die Legitimierung habe, das untermauern kann, dass ich das kann.
01:07:25
Speaker
Und das war mitunter ja auch ein Musterbruch für mich, zu sagen, okay, ich habe die Ausbildung gemacht, ich habe die auch schulintern bestanden, aber ich lasse mich nicht als Heilpraktiker zulassen, weil ich halt einfach gesagt habe, ich möchte
01:07:40
Speaker
die Arbeit, die ich jetzt mache, die wirkt für meine Klienten, ist das der beste Weg.
01:07:46
Speaker
Ich möchte nicht diagnostizieren, ich möchte die nicht mit irgendeiner Krankheit, wenn man dann ans Kassensystem auch angebunden ist, hat man bestimmte Vorschriften, wie man dokumentieren muss, wie man diagnostizieren muss und das war alles so, das hätte mich so viele Ressourcen gekostet und in meiner Arbeit eingeschränkt, dass ich persönlich mich damals entschieden habe, ich mache
01:08:10
Speaker
ich lasse mich nicht zulassen, nur weil ich glaube, ich brauche die Zulassung, um nach außen hin irgendwas darzustellen.
01:08:20
Speaker
Und das war auch ganz spannend, mich dabei zu beobachten, weil das...
01:08:25
Speaker
war ja so innerhalb von, ich sag mal, anderthalb Jahren, als ich die Entscheidung getroffen habe, irgendwie, weiß ich nicht, was ich damals bezahlt habe, 6.000 Euro oder so, in die Hand genommen habe, eigentlich nicht, weil mir irgendwas gefehlt hätte.
01:08:41
Speaker
Ich habe auch nichts wirklich Neues gelernt in der Heilpraktika-Ausbildung, außer wie man diagnostiziert, weil ich mich ja vorher schon mit diesen ganzen Sachen beschäftigt hatte.
01:08:52
Speaker
Und
01:08:54
Speaker
innerhalb der Ausbildung einfach zu der Erkenntnis gekommen bin, ich mache das gerade nur, um jemand anderem was zu beweisen und nach außen hin was darzustellen.
01:09:04
Speaker
Und es hat verbessert weder meine Leistung noch irgendwie die Coaching-Räume, die ich habe, noch hat das einen Vorteil für meine Klienten.
01:09:15
Speaker
Also habe ich dann irgendwann gesagt, ich will wenigstens intern arbeiten,
01:09:21
Speaker
in der Schule die Prüfung machen, aber ich werde nicht nochmal mich zulassen, weil da habe ich mir auch gedacht, du hast da so viele Zeiten, Ressourcen reingesteckt, wie viele Klienten hättest du begleiten können in der Zeit, ja?
01:09:34
Speaker
Also, ja, das war sehr spannend, mich da selbst zu beobachten und deswegen darf man echt den Mut finden,
01:09:43
Speaker
Eher zu schauen, auch bei einer Ausbildung zum Beispiel, was lerne ich da, von wem lerne ich da, wie jetzt bei uns hier, die Menschen, die bei uns die Ausbildung machen, denen geht es einfach vorrangig darum, dass sie bei uns wirklich arbeiten.
01:09:58
Speaker
Auf der einen Seite natürlich Wissen erhalten, das kriegen wir immer wieder auch als Feedback, dass wir einen ganz neuen, anderen, viel ganzheitlicheren Blickwinkel auf die Fakten und den kognitiven Bereich bringen und gleichzeitig aber
01:10:20
Speaker
das, was wir beibringen, kommt aus der Praxis.
01:10:24
Speaker
Das ist keine reine Theorie, das ist kein reines theoretisches Wissen, was man im Kopf wissen muss, sondern das ist Praxiserfahrung und das ist so wichtig, um dann am Ende auch
01:10:38
Speaker
Fuß zu fassen in dieser Arbeit, weil wir arbeiten mit Menschen und nicht mit Daten, nicht mit Fakten, nicht mit, ja, das ist alles wichtig für einen sicheren Rahmen, aber trotzdem ist die Beziehungskompetenz, die eigene Verkörperung, wie ich in Kontakt mit den Klienten gehe, wie ich auf den Klienten blicke, die Traumasensibilität,
01:10:56
Speaker
Das ist die riesige Lücke im Coaching und auch im Therapiebereich und da haben wir was gemeinsam.
01:11:02
Speaker
Und

Auswahl der richtigen professionellen Unterstützung

01:11:03
Speaker
dementsprechend kann ich dann nur den Impuls geben, das eigene Ego da ein bisschen rauszunehmen, nicht zu sehr in diesen Konkurrenzkampf zu treten oder sich auch nicht zu sehr da reinreißen zu lassen.
01:11:17
Speaker
Und diese Energie brauchen wir eigentlich für unsere Coachingräume.
01:11:22
Speaker
Ja, so sehe ich das auch und deswegen würde ich auch sagen, in Bezug auf die Anfangsfrage, was macht man dann, wenn das einen einfach immer noch sehr verunsichern kann, gerade am Anfang, wenn eben dieser Erfahrungsraum noch nicht da ist, das heißt eben noch nicht schon einige Jahre eben auch Erfahrung da ist,
01:11:41
Speaker
in der Arbeit mit Menschen, sondern gerade die Basis noch relativ schmal ist, sag ich mal.
01:11:47
Speaker
Also gerade am Anfang weiß ich noch, war mir das super wichtig, dass alle verstanden haben, was ich gelernt habe und warum das hilfreich ist.
01:11:57
Speaker
Weil das eben das erstmal war, worauf ich zurückgefallen bin, in Anführungsstrichen, weil es eben noch nicht die Erfahrung sein konnte.
01:12:03
Speaker
Und demnach würde ich tatsächlich, also das würde ich sagen, ist mit das Wichtigste,
01:12:09
Speaker
mal die eigenen inneren Autoritätsthematiken anschauen.
01:12:13
Speaker
Also welche kindlichen Aspekte eigentlich angeregt werden, wenn eine von mir als autoritärer oder kompetentere Person mich kritisiert.
01:12:25
Speaker
Das ist häufig ein Vater- oder ein Mutterthema.
01:12:27
Speaker
Das sind die ersten Autoritätspersonen in unserem Leben, die die Fähigkeit haben oder die Möglichkeit haben, uns mit eigenen Selbstwertthemen und Minderwertigkeitsgefühlen in Kontakt zu bringen.
01:12:39
Speaker
Ich würde sogar fast sagen, dass das das Wesentlichste ist, weil wenn wir diese Thematiken schaffen, mehr zu lösen, dann haben wir wieder mehr Zugriff auf unser rationales Denken, auf unsere Selbstwirksamkeit und dann können wir auch die Filterbrille wieder mehr öffnen und schauen, was passt,
01:12:57
Speaker
in meiner Lebenssituation, mit meiner Thematik, mit meiner Geschichte, zu jetzt diesem Zeitpunkt, in meinem Leben, welche Begleitung würde mir da jetzt gerade helfen?
01:13:08
Speaker
Weil das ist eigentlich der entscheidendere Punkt, als die Frage, was ist jetzt besser, Coaching oder Therapie oder ein Arzt oder ein Heilpraktiker, wenn du akuten Unfall hattest oder einen Herzinfarkt, dann würde ich jetzt nicht zum Heilpraktiker gehen, obwohl ich Heilpraktikern sehr offen gegenüber eingestellt bin, aber dann würde ich mich erstmal akut behandeln lassen.
01:13:27
Speaker
Wenn es dann aber um die Frage geht, okay, wie kann man den Körper nachhaltig wieder so stabilisieren, dass bestimmte Thematiken vielleicht oder Erkrankungen weniger werden, dann kann man sich eben fragen, wie möchte ich das handhaben?
01:13:39
Speaker
Also es geht nicht darum zu sagen, dass eine bestimmte Richtung gut oder schlecht ist.
01:13:44
Speaker
Im Gegenteil, ich glaube, statt das Spalten sollte das Verbindende viel, viel mehr Raum finden von den tollen Aspekten, die jedes Einzelne hat.
01:13:52
Speaker
Wir sollten aufhören, in so etwas Narzisstisches zu kommen und anfangen zu lernen, dass alles, jeder von uns und auch jeder Arbeitsbereich seine Begrenzungen hat und diese zu respektieren, ohne direkt die ganze Wertigkeit infrage zu stellen.
01:14:08
Speaker
Und wir sollten die Augen dafür öffnen, dass egal in welchem Bereich wir hinschauen, egal in welchem Job, egal in welcher Partnerschaft und so weiter, es immer Menschen gibt, die...
01:14:22
Speaker
die mit der besten Absicht schlechte Dinge tun oder die mit einer schlechten Absicht schlechte Dinge tun oder eben auch gut in dem sind, was sie tun.
01:14:32
Speaker
Und dass es nicht ein Titel oder eine Qualifikation oder eine Jobbeschreibung ist, die das grundsätzlich erstmal festhält, ob jemand kompetent oder eine Witzfigur ist.
01:14:41
Speaker
Und damit ist uns dann schon in ganz vielen Bereichen sehr geholfen.
01:14:44
Speaker
Und da nehmen wir auch die...
01:14:49
Speaker
dann nehmen wir auch unsere eigenen Themen mehr raus, dass wir unbedingt als kompetent und professionell und so weiter und gut gebildet wahrgenommen werden wollen.
01:14:59
Speaker
Weil letztendlich ist das für den Klienten im Endeffekt egal.
01:15:01
Speaker
Ich kann auch dumm wie Brot sein und trotzdem einen Menschen gut begleiten, wenn ich einfach die wesentlichen Dinge verstanden habe, kontaktfähig bin und in dem Wissensbereich, was das angeht, so aufgestellt bin, dass ich gut begleiten kann.
01:15:16
Speaker
Und es gibt auch Menschen, die sind höchst intelligent,
01:15:20
Speaker
Nehmen wir mal einen Sheldon Cooper.
01:15:21
Speaker
Nur mal als Beispiel.
01:15:22
Speaker
Den kennen ja die meisten aus The Big Bang Theory.
01:15:23
Speaker
Das ist jetzt ein Extrembild, weil Extrembilder häufig besonders gut sichtbar machen, was gemeint ist.
01:15:31
Speaker
Das ist natürlich nicht die Regel, aber ein gutes Bild dafür.
01:15:35
Speaker
Rein auf fachlicher Ebene, auf akademischer Ebene, was staatlich anerkannt wäre, was man Autoritätspersonen zuschreiben würde, was Intellektualität angehen würde, würde man sagen, alles eins plus mit Sternchen.
01:15:47
Speaker
Kannst du nichts sagen.
01:15:49
Speaker
Ich würde mich von dem nicht therapieren lassen, weil eben dieser ganz entscheidende Aspekt der Zwischenmenschlichkeit, der Empathie, die du mit keinem Studium der Welt erarbeiten oder auswendig lernen kannst, einfach nicht gegeben wäre.
01:16:05
Speaker
Ich würde aber auch nicht zu jemandem gehen, der irgendwann mit, keine Ahnung, Mitte 40, Mitte 50 gesagt hat, ach ja, jetzt habe ich eigentlich keine Lust mehr auf meinen Job und alle werden doch jetzt gerade Coach, ja, ich kann ja eigentlich schon immer ganz gut malen.
01:16:20
Speaker
Ich mache jetzt einfach Traumatherapie mit Malen, ohne dass da irgendwie was zugelernt oder irgendwie erfahren wurde.
01:16:27
Speaker
Würde ich ebenfalls auch nicht machen, obwohl die vielleicht menschlich ganz gut ist, aber dann ist da fachlich eben eine große Lücke.
01:16:33
Speaker
Und so finde ich, kann man da viel freier an diese Frage gehen, was hilft mir eigentlich gerade, was macht mich eigentlich aus als Coach, wo sind auch meine Begrenzungen, womit kann ich vielleicht auch einfach nicht dienen, um damit wirklich dann auf die wesentlichen Fragen zu kommen, die außerhalb des Titels und der Qualifikation stehen und ja, auch wieder mehr Verbindungen zulassen, weil wir da nicht ständig damit beschäftigt sind, entweder uns zu verteidigen oder die anderen anzugreifen, um uns eben selbst in unserer Rolle
01:17:03
Speaker
wichtig und wertvoll zu finden, sondern die Energie, wie du schon gesagt hast, darauf zu lenken, was wir eigentlich durch unsere Arbeit erreichen wollen, nämlich Menschen zu begleiten, Menschen zu helfen, dass es ihnen besser geht.
01:17:13
Speaker
Und wenn das bedeutet, dass sie zur Therapeutin gehen, dann gehen sie zur Therapeutin, also dann ist das so.
01:17:20
Speaker
Und wenn es bedeutet, dass sie zum Coach gehen und es ihnen dadurch besser geht, dann ist das eben auch so.
01:17:25
Speaker
Und dann geht es plötzlich wieder um das, wofür wir eigentlich da sind, in Anführungsstrichen.