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#20 - Der Kopf weiß es, doch der Körper blockiert.

S1 E20 · The Embodied Coach
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130 Plays4 months ago

Der Kopf weiß es – der Körper lebt es nicht.
In dieser Folge tauchen Natascha und Lena tief in die kognitive Verhaltensdissonanz ein: das zermürbende Gefühl, „eigentlich alles zu wissen“ und trotzdem immer wieder in alte Muster zu fallen – beim Essen, in Beziehungen, im Stress, im Business.

Du lernst, warum traumasensibles Coaching und somatisches Coaching dort ansetzen, wo reine Strategien scheitern: im autonomen Nervensystem. Denn sobald ein innerer Alarm angeht, fließt Energie weg vom Verstand – hinein in Überlebensreaktionen. Genau dann greifen Klientinnen zu Bewältigungsstrategien wie emotionalem Essen, Scrollen oder Rückzug, obwohl sie „es besser wissen“. Hier wird Embodiment Coaching zur fehlenden Brücke: fühlen, lokalisieren, regulieren, statt nur analysieren.

Besonders wertvoll für dich als Coach: die „vier Fenster“ der Ganzheitlichkeit (Körper/Nährstoffe, intrapersonale Konflikte, Beziehungsmuster, Familiensystem). So wird Ernährung & Coaching nicht zur Diät-Anleitung, sondern zur echten Transformationsarbeit – auch im Coaching Business und in deiner Coaching Ausbildung. Wenn du dich fragst: wie baue ich mein Coaching Business erfolgreich auf, dann ist diese Folge auch ein Spiegel für die eigenen Blockaden hinter Sichtbarkeit und Selbstständigkeit.

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Transcript

Einführung und Zielsetzung des Psychosoma Nutrition Institute

00:00:01
Speaker
Hallo und herzlich willkommen.
00:00:02
Speaker
Schön, dass du da bist zu dieser Podcast-Folge.
00:00:04
Speaker
Mein Name ist Natascha Wilms und ich bin die Co-Gründerin des Psychosoma Nutrition Institutes.
00:00:10
Speaker
Gemeinsam mit der Lena habe ich eine Ausbildung gegründet, die sich zum Ziel gemacht hat, Coaches und Therapeuten besser auszubilden.
00:00:22
Speaker
Und das ist dadurch geboren, dass ich seit über zehn Jahren Menschen coache, die zu mir kommen, weil sie
00:00:30
Speaker
zumindest glauben sie, die Herausforderungen mit emotionalem Essen und ihrem Körpergewicht haben.

Kognitive Dissonanz in der Praxis

00:00:37
Speaker
Darunter liegen aber meistens Ursachen wie Beziehungsthemen, Bindungs- und Entwicklungsthemen, der Umgang mit Emotionen, mangelnde Fähigkeit, sich selbst zu regulieren, woraus dann eben Bewältigungsstrategien wie das emotionale Essen entstehen.
00:00:53
Speaker
Und weil uns immer wieder im Coaching-Alltag Menschen begegnen, die seit Jahren in Therapie oder auch Coaching sind und zu uns kommen und uns sagen, Natascha, Lena, ich weiß eigentlich,
00:01:09
Speaker
was mein Muster ist.
00:01:11
Speaker
Ich weiß, woher meine Herausforderungen kommen.
00:01:14
Speaker
Ich weiß, wie ich mich ernähren müsste.
00:01:16
Speaker
Ich habe schon ganz, ganz, ganz viel Wissen gesammelt, aber ich kriege es trotzdem nicht umgesetzt oder verändert.
00:01:25
Speaker
Nachhaltig schaffe ich das nicht.
00:01:28
Speaker
Kurzfristig kann ich mich disziplinieren und dann falle ich wieder ins alte Muster.
00:01:33
Speaker
Deswegen sprechen wir heute in dieser Podcast-Folge über ein ganz wichtiges Thema, nämlich das Thema kognitive Verhaltensdissonanz.
00:01:43
Speaker
Das ist der Fachausdruck für die Situation, wenn ich eigentlich etwas weiß, es mich trotzdem aber nicht danach verhalten kann.
00:01:53
Speaker
Und aus meiner Sicht ist das auch der Bereich, in dem sich die Spreu vom Weizen trennt, wenn wir über die Fähigkeit sprechen, Klienten oder auch Patienten als Coach und Therapeut wirklich nachhaltig ans Ziel zu führen.
00:02:13
Speaker
nicht nur Symptome zu managen, sondern sie dahin zu führen, dass sie sich befreit fühlen, dass sie wirklich das verkörpern, was wir einen gesunden, ausgeglichenen Zustand nennen und
00:02:30
Speaker
Deswegen ist diese Podcast-Folge so unglaublich wichtig, denn die Fähigkeit muss uns natürlich in Ausbildungen vermittelt werden, mit dieser Verhaltensdissonanz oder mit der Ursache, mit dem Nervensystem, mit dem Körper so zu arbeiten, dass ich das auch wirklich auflösen kann und dass der Patient oder Klient mich einfach immer nur mehr versteht.
00:02:53
Speaker
Und ja, deshalb, bevor wir tiefer rein starten, übergebe ich das Zepter an Lena und dann freue ich mich sehr, über dieses Thema zu sprechen, weil das ist echt ein Knackpunkt, wenn es um Durchbrüche geht.
00:03:06
Speaker
Ja, ich freue mich auch sehr, über das Thema zu sprechen und nur ganz kurz zu mir.
00:03:10
Speaker
Also ich bin Lena und ich arbeite jetzt auch seit inzwischen fünf bis sieben Jahren hauptberuflich als Coach und erlebe eigentlich täglich genau diese Herausforderungen von Menschen, die ich begleite, die
00:03:20
Speaker
eigentlich schon sehr viel Wissen gesammelt haben, auch schon sehr viele Ideen zu ihren eigenen Themen haben und trotzdem auf Verhaltensebene und auch auf Gefühlsebene nicht in eine Veränderung kommen.
00:03:31
Speaker
Und deswegen ist es so unglaublich wichtig zu verstehen, was führt überhaupt dazu, zu dieser Dissonanz und was können wir tun oder was braucht es dann eben im Coaching auch, um die Brücke zu schließen zwischen Verhaltens- und Wissensebene.
00:03:43
Speaker
Und ja, das ist einfach ein sehr spannendes Thema.
00:03:46
Speaker
Ich kenne selber aus eigener persönlicher Erfahrung, wie es sich anfühlt, sehr viel zu wissen.
00:03:51
Speaker
Ich beschäftige mich bestimmt schon seit über zehn

Herausforderungen in der Therapie und Coaching-Praxis

00:03:53
Speaker
Jahren mit diesen ganzen Themen, auch aufgrund einer eigenen Leidensgeschichte, sage ich mal, was psychische Gesundheit oder Ungesundheit angeht.
00:04:01
Speaker
Und
00:04:02
Speaker
Ja, dieses Gefühl, was erstmal nach so einem plumpen Fachbegriff klingt, ist im realen Empfinden einfach sehr, sehr quälend.
00:04:10
Speaker
Vor allen Dingen, weil mit mehr Wissen und mit mehr Ideen dazu, wie es anders sein könnte und was dazu führen könnte, auch nochmal die Scham- und Schuldgefühle größer werden, dass es sich dann halt doch nicht verändert, dass wir uns doch nicht anders verhalten, dass wir uns doch nicht anders fühlen.
00:04:25
Speaker
Und deswegen freue ich mich sehr, über dieses Thema heute zu sprechen, weil es einfach ein großer Wendepunkt für Menschen,
00:04:31
Speaker
aber auch eben für die Menschen, die wir begleiten, ist, wenn sich diese Brücke schließt und plötzlich die Dinge, die wir verstehen, auch wirklich auf Emotions- und Verhaltensebene übertragbar werden und sich somit auch wirklich im Alltag verändern können.
00:04:44
Speaker
Vielleicht, du hast ja gerade eben schon gesagt, Natascha, dass du ja auch schon sehr, sehr lange mit Menschen arbeitest, gerade auch jetzt erstmal spezifisch mit Frauen mit Emotionsverhalten.
00:04:53
Speaker
Vielleicht magst du einfach mal so ein klassisches Beispiel nennen,
00:04:56
Speaker
was dir im Coaching begegnet ist, anhand dessen man erkennen kann oder erklären kann, was genau meinen wir jetzt wirklich an einem konkreten Fallbeispiel, wenn wir von kognitiver Verhaltensdisson an sprechen.
00:05:08
Speaker
Also da gibt es natürlich super, super viele Beispiele, die uns täglich begegnen.
00:05:13
Speaker
Aber wenn wir uns zum Beispiel mal das Essverhalten anschauen, dann ist es so, dass wir nicht wirklich einen Mangel an Wissen da draußen haben.
00:05:24
Speaker
Und die meisten Klienten, die zum Beispiel auch zu uns kommen, die schon seit Jahren immer wieder zum Beispiel versucht haben, mit...
00:05:35
Speaker
bestimmten Verhaltensregeln wie Clean Eating, also möglichst unverarbeitet zu essen, möglichst zu versuchen, den Blutzucker stabil zu halten und, und, und.
00:05:46
Speaker
Also dieses ganze, teilweise natürlich auch Halbwissen, aber trotzdem schon mal dieses grundsätzliche Wissen darüber haben, wie gesunde Ernährung aussehen sollte.
00:05:56
Speaker
Ja, regelmäßig zu essen, sich Zeit zu nehmen, nicht unbedingt im Stress zu essen,
00:06:05
Speaker
regelmäßig Gemüse zu essen, vielleicht doch auch mal die ein oder anderen Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen, wie so was wie Vitamin D, wenn man sich nicht jeden Tag mittags in die Sonne legen kann.
00:06:18
Speaker
Und da ist super viel Wissen da und trotzdem sitzen sie dann abends da und essen die Tüte Chips vom Fernsehen oder...
00:06:30
Speaker
Sie wissen eigentlich, dass sie sich regelmäßig bewegen sollten, dass sie, auch wenn sie arbeiten im Homeoffice zum Beispiel, dann doch mal eine Pause machen sollten, vielleicht mal eine Runde um den Block laufen sollten.
00:06:43
Speaker
Aber dann sitzen sie halt wieder abends da, machen den Laptop zu und stellen fest, ich habe heute wieder keine richtige Pause gemacht, in der ich runtergekommen bin.
00:06:54
Speaker
Wenn ich eine Pause gemacht habe, dann war ich wieder besseren Wissens, wieder am Handy und habe in Instagram rumgescrollt, obwohl ich weiß, dass mich das eigentlich nicht wirklich entspannt, sondern mir wieder nur einfach meine Dopaminsucht befriedigt.
00:07:07
Speaker
Also das Wissen ist bei vielen da und trotzdem ist dann im Alltag das Verhalten geprägt von Bewältigungsstrategien, von Ablenkung wie
00:07:18
Speaker
Ja, ich kann nicht in die Ruhe gehen, also nehme ich mein Handy in die Hand oder esse Süßigkeiten,
00:07:26
Speaker
Viele Beispiele, die wir eben auch sehen, ich hatte ja eingangs erwähnt, dass die Themen, die hinter dem emotionalen Essverhalten stecken, ganz häufig eher im Beziehungsfeld zu finden sind, sind dann so Sachen wie, ich weiß, ich müsste vielleicht mit meinem Partner mal darüber sprechen, dass mir die ein oder andere Sache, wie sie zu Hause läuft, nicht gefällt, aber
00:07:50
Speaker
dann schiebe ich das immer wieder, schiebe ich das immer wieder und ich nehme mir vor, wenn ich mit ihm spreche, dann spreche ich ruhig mit ihm und dann eskaliert es aber trotzdem jedes Mal und wir stehen dann da und streiten uns.
00:08:01
Speaker
Also vermeide ich es lieber, mich zu unterhalten, obwohl ich weiß, dass es eigentlich gut wäre.
00:08:07
Speaker
So was als Beispiel.
00:08:09
Speaker
Was sehen wir noch häufig?
00:08:11
Speaker
Genau, gerade wenn die Klienten schon länger auch in Therapie waren oder sich eben auch mit unseren Inhalten auf Instagram und Co.
00:08:21
Speaker
beschäftigt haben, sind sie irgendwann an dem Punkt, wo sie sagen, okay, ich möchte gerne Emotionen zulassen statt emotional essen.
00:08:29
Speaker
Ich weiß, dass ich ein Thema mit meiner Wut habe.
00:08:33
Speaker
Aber ich komme nicht an diese Wut dran.
00:08:36
Speaker
Und...
00:08:39
Speaker
wenn mir, weiß ich nicht, mein Chef wieder blöd gekommen ist, dann stehe ich trotzdem wieder lieb, lächelnd da und sitze dann zu Hause oder liege zu Hause nachts im Bett und habe die Szene immer wieder im Kopf und reg mich auf und werfe ihm in meinem Kopf alles an den Kopf, was ich ihm gerne mittags schon gesagt hätte.
00:08:59
Speaker
Und ich weiß, dass ich da vielleicht mal in den Konflikt gehen müsste, aber in dem Moment
00:09:06
Speaker
kriege ich es nicht hin.
00:09:07
Speaker
Und das sind so ganz, ganz typische Beispiele.
00:09:09
Speaker
Und da gibt es vielfältige Beispiele in jedem Lebensbereich eigentlich.
00:09:16
Speaker
Ja, also ich würde fast sagen, dass es fast in jeder einzelnen Coaching-Einheit sogar fast vorkommt, weil, also klar gibt es schon mal Personen, die bestimmte Dinge nicht wissen und das füllt dann eine Lücke, aber
00:09:27
Speaker
So in den meisten Fällen ist es eben kein Wissensproblem und viele, die zuhören, sind ja auch eher so interessiert am Thema Coaching, auch vielleicht aus Coach-Perspektive oder Therapeuten-Perspektive und auch da findet sich das natürlich.
00:09:40
Speaker
Also das merken wir jetzt nochmal, seit die Ausbildung gestartet ist, nochmal mehr denn je.
00:09:45
Speaker
Also vorher haben wir ja auch schon mal mitgekriegt,
00:09:47
Speaker
Coaches, Therapeuten und so gearbeitet.
00:09:49
Speaker
Aber auch darin zeigt sich das Thema natürlich sehr doll.
00:09:52
Speaker
Also gerade Menschen, die wir begleiten, die oder auch ausbilden, die ein Portfolio haben an Ausbildungen oder auch an Begabungen

Körperzentrierte Therapieansätze

00:10:00
Speaker
und Fähigkeiten, die echt toll sind.
00:10:02
Speaker
und die trotzdem bis jetzt noch nicht ein einziges Mal sich damit öffentlich präsentiert haben, im Sinne von einer Website oder Visitenkarten oder mal jemanden darauf ansprechen oder wie auch immer.
00:10:12
Speaker
Also auch hier das Wissen um, ja, eigentlich weiß ich, ich habe viele Ausbildungen, eigentlich weiß ich, dass es wichtig wäre, damit rauszugehen, weil die Menschen brauchen das auch.
00:10:20
Speaker
Und eigentlich weiß ich auch, dass ich das kann.
00:10:23
Speaker
Aber immer, wenn es dann kurz davor wäre, dann habe ich das Gefühl, oh Gott, was ist, wenn ich versage?
00:10:27
Speaker
Was ist, wenn ich der Person gar nicht helfen kann?
00:10:30
Speaker
Was ist, wenn die Person das Gefühl hat, ich dränge mich hier auf?
00:10:32
Speaker
Was ist, wenn jemand die Website sieht und das irgendwie peinlich findet, was ich da drauf schreibe?
00:10:37
Speaker
Also auch in diesem Bereich.
00:10:40
Speaker
von Menschen, die dann andere Menschen damit begleiten in dieser kognitiven Verhaltensdissonanz, liegt das ja selber auch vor.
00:10:47
Speaker
Und das ist eben auch ganz wichtig zu verstehen.
00:10:49
Speaker
Und das ist ja auch einer der Gründe, warum wir in der Ausbildung selber auch diese Selbsterfahrungsprozesse so wichtig empfinden, weil auch hier ist es häufig eben kein Wissensproblem.
00:10:59
Speaker
Klar ist es entscheidend, dass wir im Coaching oder auch in der Therapie
00:11:03
Speaker
... viele Dinge wissen, dass wir auch ein Verständnis von der Psyche haben und so weiter.
00:11:07
Speaker
Aber der entscheidendste Punkt, nämlich die Verkörperung und das auch auszudrücken und auszuleben und zu verstehen auf Emotionsebene,...... das ist eben häufig der Knackpunkt, der auch dann kognitive Verhaltenstherapie und andere Therapieformen irgendwann an die Grenzen bringt...
00:11:22
Speaker
wenn es eben nicht über das Wissen und über die Kognition hinausgeht.
00:11:26
Speaker
Und deswegen ist es auch ein entscheidendes Thema, über das wir sprechen, wenn es eben darum geht, sich als Coach selbstständig machen zu wollen oder mehr in diesem Bereich arbeiten zu wollen, weil auch da ist es häufig eben eine Blockade und eine Hürde.
00:11:39
Speaker
Ja, das ist halt eben erstmal grundsätzlich, Coaches und Therapeuten, Ärzte können sehr, sehr, sehr gut auf der Fachebene ausgebildet sein und trotzdem verändert das nichts daran, dass das Nervensystem nicht
00:11:57
Speaker
eben das eines Menschens ist.
00:11:59
Speaker
Und dass diese kognitive Verhaltensdissonanz gerade aufgrund dessen entsteht, wie unser Körper- und Nervensystem zusammenarbeitet, beziehungsweise besser gesagt, wie wir damit nicht zusammenarbeiten.
00:12:16
Speaker
Weil wir in einem System leben, in dem
00:12:19
Speaker
die Kognition, das Wissen, der Verstand, das darüber nachdenken, das analysieren, das Studieren sehr, sehr stark im Vordergrund steht und der Körper eben von vornherein nicht mit in diese Lernprozesse mit integriert wird, sondern sehr, sehr stark hinten runterfällt.
00:12:39
Speaker
Und das dann zu einer immer größeren kognitiven Verhaltensdissonanz führt, weil der Kopf im Prinzip sich immer weiterentwickelt und dann eben auf dem Stand von, ich sag mal, 20-, 30-, 40-, 50-jährigen Frau ist, die eben gewisses Wissen gesammelt hat und gewisse Erfahrungen gesammelt hat.
00:13:00
Speaker
Aber der Körper dieser Frau hat eben auch gewisses Wissen und gewisse Erfahrungen gesammelt, die
00:13:07
Speaker
Spuren hinterlassen haben im Nervensystem und im Körper.
00:13:10
Speaker
Und dann gibt es eben Anteile in diesem Körper, die sind eben nicht 20, 30, 40, 50, sondern die wurden nie so versorgt, wie sie es hätten versorgt werden müssen, um sich so zu entwickeln.
00:13:24
Speaker
Und dadurch sind Teile in dieser Person,
00:13:30
Speaker
genauso wie in uns als Coaches oder auch Therapeuten, nicht herangreift, kann man sagen.
00:13:37
Speaker
Und dann haben wir da eben auch eine Zweijährige, Dreijährige, Vierjährige, Fünfjährige, der das vollkommen egal ist, was der Kopf weiß, die einfach über den Körper sehr, sehr stark reagiert.
00:13:50
Speaker
Und diesen Part, den kriegen wir nur gelöst, wenn wir halt
00:13:58
Speaker
eine bessere Balance zwischen der Arbeit auf der kognitiven Ebene, also dem Verstehen von Mustern und Ursachen und auch Zusammenhängen und der körperlichen Ebene, also viel körper- und emotionsbasierter Arbeiten mit uns selbst, wie auch dann mit unseren Klienten.
00:14:19
Speaker
Und es ist sehr spannend, auch in der Ausbildung gerade zu beobachten, wie
00:14:27
Speaker
Also ich würde sagen, wir fühlen uns da sehr, sehr, sehr darin bestätigt, Lena und ich, diese Ausbildung gegründet zu haben, weil wir einfach sehen, wie auf der einen Seite, wie großartig die Teilnehmerinnen ausgebildet sind auf der Fachebene zum Teil.
00:14:44
Speaker
Wir haben natürlich auch absolute Anfänger dabei.
00:14:48
Speaker
Und gleichzeitig, wie sehr es fehlt, sich wirklich auf das einzulassen, was im Körper wach wird.
00:14:55
Speaker
Und dann auch die Tools zu haben, damit zu arbeiten.
00:15:01
Speaker
Beziehungsweise da sind wir natürlich auch an einem Punkt, wo wir dann auch extern halt als Coaches und Therapeuten brauchen.
00:15:09
Speaker
Weshalb es auch zu einem Berufsethos eines verantwortungsbewussten Coaches und Therapeuten gehören sollte, sich regelmäßig auch selbst begleiten zu lassen.
00:15:20
Speaker
Weil es einfach unglaublich wichtig ist,
00:15:24
Speaker
dass wir die Teile in uns, die gerade auch durch unsere Arbeit als Coach oder Therapeut berührt werden und wach werden, direkt auch mit in den Prozess nehmen und damit dann gegebenenfalls auch korreguliert werden, weil das eventuell auch so, ich sag mal,
00:15:45
Speaker
unreife Teile sein können, die wir selber gar nicht reguliert bekommen, weil das eben in der Natur des Menschen und des Nervensystems liegt.
00:15:54
Speaker
Und deshalb, ja, es ist super wichtig.
00:15:58
Speaker
Es blockiert uns im Vorankommen als Coach.
00:16:02
Speaker
Es blockiert uns in unserer Arbeit, um
00:16:07
Speaker
Das sehen wir jetzt eben ganz, ganz stark nochmal mehr durch die Ausbildung, die jetzt gestartet ist.
00:16:16
Speaker
Und das ist auch so ein bisschen das Manko, finde ich, in der ganzen Branche, ob wir uns jetzt den Therapiebereich anschauen oder den Coachingbereich anschauen.
00:16:26
Speaker
Es fehlt dann die Verkörperung, weil der Körper nicht mit integriert wird.
00:16:31
Speaker
Und deswegen lass uns vielleicht einmal so ein bisschen besser noch erklären, was da eigentlich im Nervensystem und im Gehirn passiert.
00:16:43
Speaker
Und dann ergibt sich daraus, glaube ich, schon ganz gut,
00:16:48
Speaker
was so ein Coaching-Prozess und auch eine Ausbildung am Ende des Tages hergeben muss, damit sich wirklich nachhaltig etwas verändern kann und es eben nicht nur durch Druck oder, ich sage mal so, wie beim Essverhalten häufig versucht wird, das über Disziplin alleine zu regeln.
00:17:13
Speaker
Möchtest du oder soll ich?
00:17:15
Speaker
Also ich würde sagen, ich sage mal was zum Thema Nervensystem beziehungsweise den Impuls, den ich habe und dann kannst du gerne nochmal vertiefen und nochmal vertiefend ins Nervensystem einsteigen, wenn das dann noch sinnvoll ist.

Einfluss von Trauma auf Kognition und Emotion

00:17:28
Speaker
Also was ich nämlich noch sagen wollte ist, du hast gesagt, dass wir in einem System leben, was den Kopf sehr überbetont und das sehe ich 100% genauso und ich finde,
00:17:40
Speaker
Also das ist ja meine persönliche Meinung, aber mein Gefühl ist, dass wir in einer sehr traumatisierten Gesellschaftsform leben und dass auch die früheste Kindheitsbetreuung, die wir auch gerade aktuell sehen, eigentlich schon ein Garant dafür ist, dass das sich in Zukunft erstmal auch nicht verändern wird.
00:17:58
Speaker
Weil wenn wir uns mal anschauen, warum gehen Menschen so sehr in den Kopf?
00:18:02
Speaker
Warum flüchten Menschen so sehr in den Verstand?
00:18:05
Speaker
Was passiert eigentlich, dass Menschen den Kopf so überbetonen?
00:18:09
Speaker
Und das kriegen wir alleine mit, mit Kopf hoch, den Kopf nicht hängen lassen, Kopf hoch, Krone richten, weitermachen, Kopf über Wasser halten.
00:18:17
Speaker
Also der Kopf ist sehr, sehr überbetont.
00:18:21
Speaker
in unserem System, sage ich mal, wenn es darum geht, auch psychische Prozesse zu beschreiben, womit der Kopf ja eigentlich relativ wenig zu tun hat, weil wir meistens unsere psychischen Erscheinungen über Emotionen in anderen Körperbereichen wahrnehmen.
00:18:35
Speaker
Und wenn wir uns anschauen, was ist eigentlich die Bedeutung, wenn Menschen so sehr in den Kopf gehen oder dann eben auch
00:18:41
Speaker
eine ganze Familie und dann darüber später ein Unternehmen und darüber später eine ganze Gesellschaft, ist ja eigentlich schon eine Anpassungs- oder ein Abwehrmechanismus einer Frühstraumatisierung, sag ich mal.
00:18:53
Speaker
Also dieser Mechanismus, sich vom Emotionskörper und auch vom körperlichen Körper abzuspalten oder abzugrenzen, ist eigentlich eine Reaktion,
00:19:03
Speaker
Eine Spaltungsreaktion in aller, aller, aller frühesten Lebensmonaten und Jahren, wenn das Kind in irgendeiner Weise etwas Emotionales als überwältigend oder nicht haltbar und nicht regulierbar erlebt.
00:19:15
Speaker
Und das ist auch aus diesem Grund nachvollziehbar, dass Kinder sich selber nicht regulieren können.
00:19:18
Speaker
Das bedeutet, alles, was erstmal emotional aufkommt, braucht eine Korregulation durch die vertrautesten Personen, also die Mutter und später den Vater.
00:19:28
Speaker
Und wenn das nicht gegeben ist, aus welchen Gründen auch immer, darüber haben wir ja auch schon ausführlich in anderen Podcast-Folgen gesprochen, zu Vater- und Mutterwunde und Beziehungsthemen und so weiter.
00:19:37
Speaker
Deswegen gehe ich darauf nicht nochmal im tiefsten Detail ein, aber das Wichtigste möchte ich schon nochmal sagen, wenn das nicht gegeben ist,
00:19:44
Speaker
dann lernt das Kind, dass Emotionen so überwältigend sind und so überflutend, dass dieser Zustand als lebensbedrohlich wahrgenommen wird.
00:19:52
Speaker
Und das, was die logische Konsequenz und auch die kreative Konsequenz des Nervensystems oder der Psyche daraus ist, ist, dass Emotionen und Gefühle und das Fühlen grundsätzlich
00:20:03
Speaker
als unsicher erlebt werden, als gefährlich erlebt werden und deswegen abgespalten werden oder zumindest sehr, sehr stark in den Schatten verdrängt werden.
00:20:11
Speaker
Und dass darüber der Kopf eine sehr frühe Überbetonung bekommt.
00:20:15
Speaker
Das heißt, wir versuchen, Dinge zu verstehen, Dinge mit Wissen irgendwie verständlich und greifbar zu machen, die sich emotional unkontrolliert und überfordernd und deswegen eben nicht mit Wissen greifbar angefühlt haben.
00:20:27
Speaker
Und wenn sich das über Jahre sofort entwickelt und wir gleichzeitig aber auch immer mehr mit Menschen in Kontakt kommen, die das auch so machen, dann haben wir nachher eine kollektive Entfremdung vom Körper und von Emotionen und von einem gesunden Nervensystemzustand hin zu einer Überbetonung des Verstandes, der auch maximal gefüttert wird und auch überfüttert wird.
00:20:46
Speaker
Also das, was wir heute alles wissen, müssen wir gar nicht wissen, um gut zu überleben.
00:20:51
Speaker
Ich würde auch behaupten, das, was ich im Bereich Coaching weiß,
00:20:55
Speaker
müsste ich nicht wissen, um ein gutes Leben zu führen, wenn das alles schon ganz auf Körper- und Emotionsebene übertragen wäre.
00:21:03
Speaker
Nur das eben zu wissen, hilft uns nicht, das als gesunden Zustand, sage ich mal, zu fühlen, sondern schon zu verstehen, okay, alleine das Wissen und sich immer weiter Wissen ansammeln, ohne es in die Umsetzung und in die Verkörperung zu bringen, ist eigentlich schon Ablenkung.
00:21:20
Speaker
Und das ist einfach...
00:21:23
Speaker
Aus dem Grund in Bezug auf die kognitive Verhaltensdessenheit ist es wichtig zu verstehen, weil wir damit einen Teil des Gehirns füttern, der unglaublich jung ist im Verhältnis, wenn man sich so die Evolution und auch so die menschliche Evolution anschaut und auch die Gehirnevolution, sage ich mal.
00:21:39
Speaker
Und auf der anderen Seite die Gehirnbereiche oder die Nervensystembereiche, die eigentlich für das Verhalten, für unsere Entscheidungen, für das Verhalten,
00:21:49
Speaker
automatische Verhalten, sage ich mal, also das, was automatisch einsetzt, ohne dass wir es steuern können, zuständig ist, die vernachlässigen wir extrem.
00:21:57
Speaker
Und da würde ich jetzt sagen, weil das hast du das letzte Mal schon so toll erklärt, würde ich sagen, geh du doch nochmal auf die einzelnen Nervensystembereiche ein, weil daran wird dann mit dem, was ich gesagt habe, glaube ich, sehr, sehr schnell deutlich,
00:22:10
Speaker
wie so eine Verhaltensdissonanz entsteht oder die kognitive Verhaltensdissonanz und warum es eben in keinster Weise ausreicht, dass der Kopf weiterhin mit Wissen gefüttert wird oder dass wir kognitiv ansetzen im Coaching oder warum auch Dinge wie dieses Journalen und so weiter.
00:22:24
Speaker
Also alles, was so im Eins-zu-eins-Kontakt mit sich selber passiert, einfach irgendwann an die Grenzen kommen muss.
00:22:30
Speaker
Aber darauf kann ich danach dann auch nochmal eingehen.
00:22:32
Speaker
Ja, sehr gut.
00:22:35
Speaker
Also wir haben ja auch bei uns in der Ausbildung ein Modul zum Thema Neurobiologie.
00:22:40
Speaker
Das füllt natürlich ein komplettes Modul.
00:22:43
Speaker
Ich versuche es hier etwas kürzer zu halten und mal so eine grobe Übersicht zu geben,
00:22:49
Speaker
wie eigentlich unser Nervensystem, unser Gehirn aufgebaut ist.
00:22:53
Speaker
Also ich versuche das ein bisschen plastisch vorzustellen.
00:22:55
Speaker
Also wir haben einmal die Hauptzentrale, die Hauptschaltzentrale sozusagen unseres Nervensystems und das ist das Gehirn.
00:23:03
Speaker
Und das Gehirn ist in mehrere Bereiche eingeteilt, die, wenn man nach der Evolutionstheorie geht, evolutionär zeitlich unterschiedlich sich entwickelt haben.
00:23:20
Speaker
Und grundsätzlich kann man sagen, dass das Nervensystem aus zwei unterschiedlichen Bereichen entsteht.
00:23:27
Speaker
Einmal dem willkürlichen Nervensystem.
00:23:31
Speaker
und dem unwillkürlichen oder auch autonomen Nervensystem.
00:23:36
Speaker
Das heißt, der eine Teil, der willkürliche Teil, da können wir bewusst drauf zugreifen.
00:23:41
Speaker
Ich kann zum Beispiel sagen, ich möchte meinen Arm jetzt heben.
00:23:46
Speaker
Damit kann ich die Skelettmuskulatur ansteuern.
00:23:49
Speaker
Das ist eine Muskulatur, die ich willkürlich ansteuern kann, um meinen Arm zu bewegen, meine Beine zu bewegen, zum Beispiel zu blinzeln, wenn ich das will.
00:23:58
Speaker
Und das
00:24:00
Speaker
Das einzige innere Organ, das ich willkürlich ansteuern kann,
00:24:06
Speaker
Das ist die Lunge.
00:24:08
Speaker
Also ich kann jetzt willkürlich sagen, ich höre auf zu atmen und halte mal die Luft an oder ich kann auch willkürlich sagen, ich atme mal schneller oder langsamer.
00:24:18
Speaker
Deswegen hat die Lunge zum Thema Breathwork eine ganz, ganz tolle Möglichkeit, wo wir bewusst Überatmung auf das unwillkürliche Nervensystem einwirken können.
00:24:33
Speaker
Und
00:24:35
Speaker
Deswegen arbeiten wir unter anderem auch mit Breathwork.
00:24:37
Speaker
Das mal so als kleiner Side-Fact dazu.
00:24:42
Speaker
Also die Atmung immer mit zu integrieren in die Arbeit ist ganz wertvoll, wenn es darum geht, dass wir einen Fuß nehmen wollen auf das unwillkürliche Nervensystem.
00:24:52
Speaker
Aber natürlich nicht alleine das.
00:24:55
Speaker
Das unwillkürliche Nervensystem,
00:24:58
Speaker
Das ist wiederum ganz, ganz wichtig, weil wenn ich jetzt rund um die Uhr darüber nachdenken müsste, dass mein Herz schlägt und dass mein Darm arbeitet und so weiter, dann hätte ich ein Problem.
00:25:09
Speaker
Das würde viel zu viel Kapazität fressen, das ist ganz intelligent aufgebaut, dass das Reptilien-Gehirn oder das Stammhirn, das quasi hinten, wenn wir unsere Hand mal so hinten in den Nacken legen, im unteren Bereich des Gehirns quasi angesiedelt ist.
00:25:27
Speaker
Das ist auch der Bereich, wenn uns jemand angreifen will, das Erste, was wir machen, ist, wir ziehen die Schultern hoch, ducken uns weg.
00:25:37
Speaker
Das ist eine Urreaktion, eine Urangstreaktion, kann man sagen, die dafür sorgt, dass wir das Stammhirn schützen, dass uns da kein Tier hinten reinbeißen kann.
00:25:49
Speaker
um die lebenswichtigen Funktionen zu schützen, um zu überleben.
00:25:53
Speaker
Da sieht man auch, wie das unwillkürliche Nervensystem in Angstsituationen reagiert.
00:25:59
Speaker
Da haben wir nämlich dann keine willkürliche Entscheidungsgewalt in dem Moment.
00:26:03
Speaker
Ziehen sich die Faszien und die Muskulatur im Nacken und um den Hals zusammen und ziehen sich die Schultern hoch, ob wir das wollen oder nicht.
00:26:13
Speaker
Weil das eine Überlebensreaktion ist.
00:26:16
Speaker
Und da sieht man dann eben schon, das Nervensystem spielt sich dann also nicht nur im Gehirn ab, sondern es involviert den Körper mit durch die Haltung, durch bestimmte Bewegungsreaktionen.
00:26:29
Speaker
Bewegungsabläufe oder Mechanismen, die in Stresssituationen einfach passieren und wie ein Ruck durch den ganzen Körper gehen, weil die Nervenbahnen natürlich aus dem Gehirn in den Körper fließen, Faszien, Muskeln, Gewebe, Zellen, Organe quasi ansteuern.
00:26:51
Speaker
Und
00:26:52
Speaker
Das heißt, in Stresssituationen, nehmen wir zum Beispiel mal, es fährt ein Auto auf mich zu, dann springe ich einfach.
00:27:02
Speaker
Da habe ich eine müde kündige Reaktionszeit, um mich in Sicherheit zu bringen.
00:27:08
Speaker
Es wäre schwierig, wenn ich erst noch darüber nachdenken müsste, was mache ich jetzt links, rechts, vorwärts, rückwärts, dann bin ich in so einer Situation wahrscheinlich plattgefahren.

Stress, Überleben und Verhaltensmuster

00:27:20
Speaker
Das heißt also, das Reptiliengehirn und das lymbische System, das quasi oben drüber sitzt, das ist so der mittlere, man könnte sagen, die mittlere Etage in unserem Gehirn, sind so die Hauptschallzentrale für das unwillkürliche Nervensystem.
00:27:40
Speaker
Also Untergeschoss, Reptiliengehirn, Instinkte, Impulse,
00:27:47
Speaker
Mittelgeschoss, limbisches System.
00:27:51
Speaker
Hier kann man sagen, das ist das Säugetiergehirn.
00:27:56
Speaker
Hier kamen die Emotionen dazu, die uns neben Aktion, Reaktion noch ein größeres Verhaltensspektrum ermöglicht haben.
00:28:08
Speaker
Also ich habe durch die Emotionen eben nicht mehr nur ein instinktives Verhalten, sondern auch emotionales Verhalten.
00:28:16
Speaker
Die Emotion gibt mir eine Handlungsenergie.
00:28:20
Speaker
Also wenn ich wütend bin und mir jemand im Weg steht und ich würde jetzt animalisch reagieren und nicht menschlich, dann zuckt nicht nur meine Hand, sondern ich würde vielleicht auch mal ausholen und den wegboxen.
00:28:33
Speaker
Was brauche ich dafür?
00:28:34
Speaker
Wutenergie.
00:28:37
Speaker
Und so hat eben jede Emotion ihre Aufgabe.
00:28:44
Speaker
Jetzt kommen wir noch zum Dachgeschoss.
00:28:45
Speaker
Und das Dachgeschoss oder das Obergeschoss ist quasi der präfrontale Kortex, der menschliche Teil unseres Gehirns.
00:28:53
Speaker
Da kann man dann mal die Hand auf die Stirn legen.
00:28:55
Speaker
Da ist direkt dahinter quasi der Bereich der Impulskontrolle, der präfrontale Kortex, wo wir in die Vergangenheit denken, daraus lernen, in die Zukunft planen, analysieren,
00:29:10
Speaker
wo wir
00:29:14
Speaker
vernünftig sprechen und strukturieren, uns ausdrücken, möglichst vernünftig, menschlich, zivilisiert.
00:29:25
Speaker
Und dieser Bereich, wie ich eben gesagt habe, der ist eben auch für die Impulskontrolle verantwortlich.
00:29:32
Speaker
Das heißt, ich kann als Mensch Impulse kontrollieren.
00:29:35
Speaker
Ich kann den Impuls, meine Hand auszuholen und jemanden wegzuboxen, unterdrücken.
00:29:44
Speaker
um in dieser Gesellschaftsform, in der wir uns geeinigt haben, uns gegenseitig keine Gewalt anzutun, reinzupassen.
00:29:55
Speaker
Und
00:29:58
Speaker
Was wir jetzt verstehen dürfen ist, dass das, also Worte, ja, Worte sind die Sprache des Verstandes, dass wenn wir etwas lernen, wenn wir etwas lesen, wenn wir etwas besprechen, dann ist das, vor allem zahlt es auf den Bereich des präfrontalen Kortex ein,
00:30:20
Speaker
Und Emotionen sind die Worte des Unterbewusstseins, also des autonomen Nervensystems, des Mittel und Wurzeln.
00:30:29
Speaker
Erdgeschosses oder Untergeschosses.
00:30:32
Speaker
Und wir versuchen, Probleme immer zu regeln durch das Verstehen von noch mehr, durch das Wissen von noch mehr, weil wir glauben darüber dann, die Kontrolle über unser Verhalten oder über unsere Umwelt oder über andere Menschen zu
00:30:54
Speaker
zu bekommen.
00:30:55
Speaker
Und dadurch bauen wir eine extrem rigide Impulskontrolle auf.
00:31:01
Speaker
Also wir lernen durch Erziehung und durch dieses System und dadurch, dass, wie Lena es eben beschrieben hat, auch keine Bezugspersonen in ausreichender Form da sind, um kurz zu regulieren, also die Emotionen, die im limbischen System aufsteigen wollen, zu regulieren.
00:31:18
Speaker
Und das heißt, wir sind sehr, sehr stark im
00:31:22
Speaker
präfrontalen Kortex rutschen immer wieder da rein, konzentrieren uns sehr stark darauf, alles verstehen zu wollen, kontrollieren zu wollen, analysieren zu wollen, reflektieren zu wollen.
00:31:35
Speaker
Also alle Frauen, die zu uns kommen, sagen, ich bin total reflektiert.
00:31:39
Speaker
Ich bin auch richtig gut darin, meine Situation oder andere Menschen und deren Probleme und Muster zu analysieren.
00:31:48
Speaker
Klar, als Coach und Therapeut hat man im Übrigen sowieso die Neigung dazu, sonst würde man auch diese Arbeit nicht machen.
00:31:56
Speaker
Das heißt, wir als Coaches und Therapeuten sind tendenziell sowieso eher Menschentypen oder Identitätstypen, die sehr gerne und schnell in die Analyse und ins Reflektieren reinrutschen.
00:32:14
Speaker
müssen wir auf der einen Seite auch, wenn wir Menschen begleiten, Thesen aufstellen, um sie dann darin zu begleiten.
00:32:21
Speaker
Aber wenn wir eben nicht lernen, den anderen Teil noch zu schulen, nämlich den emotional-körperlichen Teil,
00:32:30
Speaker
dann bleibt es eben sehr emotionsvermeidend und kann nicht zu einer Lösung führen, die wirklich körperlich wird, sondern die nur verstanden wird, aber eben nicht begriffen und auch nicht verkörpert.
00:32:45
Speaker
Und
00:32:46
Speaker
Was wir verstehen dürfen, ist, dass die Durchblutung in unserem Gehirn sich je nach Situation verändert.
00:32:52
Speaker
Unser Nervensystem hat verschiedene Modalitäten von angespannt, gestresst, fight, flight oder gar freeze Zustand zu entspannt.
00:33:03
Speaker
Und grundsätzlich haben wir als Menschen alle die Fähigkeit bekommen, uns zwischen Anspannung und Entspannung zu regulieren.
00:33:11
Speaker
Wir leben aber leider in einer Welt, in der verschiedene Faktoren, sowohl äußere als auch innere Faktoren, die sich integriert haben durch traumatische Erfahrungen, mangelnde Korregulation und, und, und, ja, da gibt es vielfältige Ursachen, ähm,
00:33:31
Speaker
neigen wir dazu, in Daueranspannung zu sein.
00:33:34
Speaker
Also wir eigentlich alle Klienten, die zu uns finden, stecken die hauptsächlich fest zwischen Fight-or-Flight-Modus und Freeze-Zustand.
00:33:46
Speaker
Das sind unterschiedliche Modi, in die wir reinschalten können, die aber eben auch Einfluss auf die Organfunktion haben, die Einfluss auf die Durchblutung im Gehirn haben und
00:33:57
Speaker
Und Regeneration zum Beispiel auch des Körpers, Fettabbau, ein reguliertes intuitives Essverhalten, überhaupt ein Kontakt zur Intuition ist halt nur möglich, wenn wir ein reguliertes, entspanntes Nervensystem haben.
00:34:12
Speaker
Und wenn ich im Fight-or-Flight-Modus stecke, also ständig im Funktionsmodus, ständig gehetzt bin, ständig vor einem imaginären Bär davonrenne, der gar nicht existiert im Außen, aber halt im Innen,
00:34:25
Speaker
weil es ungelöste Konflikte sind, die mich da verfolgen.
00:34:29
Speaker
Oder ich dann, weil ich mich so erschöpft habe, irgendwann in den Freeze-Zustand rutsche, also total antriebslos bin, auch der Stoffwechsel runterfährt, die Organfunktion, da sind wir dann im psychosomatischen Bereich, dann kann ich eigentlich nichts, ich kann nichts transformieren, ich kann auch nichts verändern, weil um Neues zu lernen, muss ich in einem ruhigen, regulierten Nervensystem arbeiten,
00:34:55
Speaker
Zustand sein.
00:34:57
Speaker
Und
00:34:59
Speaker
Lernen, mit den Emotionen umzugehen, die mich immer wieder disregulieren, beziehungsweise noch besser das aufzulösen, was überhaupt immer wieder zu diesen starken Emotionen führt.
00:35:10
Speaker
Und wenn ich jetzt in einem Stresszustand bin, überschreibt das autonome Nervensystem, das unwillkürliche Nervensystem, den Verstand.
00:35:22
Speaker
Wie passiert das?
00:35:23
Speaker
Nehmen wir nochmal die Situation auf, mich fährt ein Auto zu,
00:35:27
Speaker
Und ich komme in eine lebensbedrohliche Situation.
00:35:31
Speaker
Es ist jetzt in dem Moment eine tatsächlich lebensbedrohliche Situation.
00:35:36
Speaker
Dann...
00:35:40
Speaker
verändert sich die Durchblutung in meinem Nervensystem dahingehend, dass das Blut aus dem präfrontalen Kortex rausfließt und die Hauptdurchblutung im Gehirn in das Untergeschoss und Mittelgeschoss fließt.
00:35:55
Speaker
Also ins Reptiliengehirn und ins limbische System, vor allen Dingen in den Bereich der Amygdala.
00:36:01
Speaker
Das ist ein Bereich im Gehirn, das können wir das Stressnetzwerk nennen.
00:36:07
Speaker
Und das bedeutet, dadurch, dass wir eine Mangeldurchblutung da haben, wo die Impulskontrolle ist, denke ich nicht mehr nach, ich reagiere einfach nur.
00:36:18
Speaker
Und das ist natürlich in so einer Situation total sinnvoll, weil wie eben beschrieben, wenn ich darüber nachdenken müsste, wäre ich viel zu langsam und könnte nicht mehr reagieren instinktiv.
00:36:29
Speaker
Jetzt gibt es aber manchmal Situationen, Erfahrungen, Konflikte, Traumata, unbewältigte Dinge, die gerade im Bereich der Amygdala festsitzen und die im Alltag häufig getriggert oder aufgeweckt werden.
00:36:46
Speaker
Das heißt,
00:36:48
Speaker
Es ist manchmal gar nicht so, dass real wirklich gerade eine überlebensbedrohliche Situation besteht und da echt ein Auto auf einen zufährt oder ein Raubtier vor einem steht.
00:37:04
Speaker
sondern es ist eine, ich sag mal, überlebensbedrohliche Situation oder Kriegssituation in meinem System.
00:37:15
Speaker
Weil durch Alltagssituationen, wie zum Beispiel den Konflikt mit meinem Chef oder den Konflikt mit meinem Partner oder, oder,
00:37:24
Speaker
etwas Altes in meinem Nervensystem angetriggert wird, wachgemacht wird und mein Gehirn und mein System glaubt, in einer lebensbedrohlichen Situation zu sein.
00:37:37
Speaker
Und in dieser haben wir gelernt, wenn ich da nicht rauskomme, zum Beispiel mich mit Essen abzulenken.
00:37:44
Speaker
Ja?
00:37:45
Speaker
Oder dann halt Sachen zu sagen, um mich zu verteidigen, obwohl mich ja eigentlich mein Objektiv keiner angegriffen hat.
00:37:54
Speaker
Und genau, das erklärt, glaube ich, ganz gut, weshalb es eben hier nicht zum Erfolg führen kann, wenn ich jetzt als Coach mit irgendwelchen Plänen und Strategien und Übungen anrücke,
00:38:11
Speaker
Wenn ich meiner Klientin zum Beispiel sage, wenn du das nächste Mal in einer Stresssituation bist, setz dich mal zehn Minuten hin und mach mal eine Atemübung.
00:38:19
Speaker
dann wird die sehr wahrscheinlich in dem Moment, wo, nehmen wir jetzt mal das Beispiel emotionales Essen, überhaupt keine Entscheidungsgewalt mehr darüber haben.
00:38:28
Speaker
Die wird da stehen und die wird auf der kognitiven Ebene sich dabei beobachten, wie sie diese Tafel Schokolade aufisst, während sie denkt, das ist doch gerade eigentlich scheiße, was du machst.
00:38:39
Speaker
Mein Coach hat doch gesagt, ich sollte mich jetzt besser mal zehn Minuten hinsetzen und sollte atmen.
00:38:45
Speaker
Aber ist mir jetzt auch scheißegal, ich esse jetzt die Tafel Schokolade.
00:38:48
Speaker
Hinterher großes, schlechtes Gewissen.
00:38:51
Speaker
Ich wusste es doch eigentlich besser.
00:38:53
Speaker
Jetzt habe ich schon einen Coach an meiner Seite oder auch in der kognitiven Verhaltenstherapie, wie das der Name schon sagt.
00:39:01
Speaker
arbeitet man eben auch viel mit dem Verhalten auf der kognitiven Ebene.
00:39:05
Speaker
Ja, jetzt gehe ich doch schon zur Therapie.
00:39:07
Speaker
Das ist ja schon das Höchstmaß von dem, was ich eigentlich tun kann.
00:39:11
Speaker
Und ich kriege es trotzdem nicht hin.
00:39:13
Speaker
Meine Therapeutin und ich haben das jetzt schon durchgespielt.
00:39:15
Speaker
Wir haben jetzt auch schon Übungen dazu bereitgestellt.
00:39:18
Speaker
Wir haben auch schon Listen dazu geschrieben, was ich vielleicht stattdessen tun könnte, wenn dieser Essensdruck kommt oder...
00:39:25
Speaker
Druck zu anderem Verhalten, was nicht dienlich ist.
00:39:28
Speaker
Ja, und ich kriege es jetzt trotzdem nicht hin.
00:39:30
Speaker
Oder ich kriege es hin, aber nur mit ganz, ganz, ganz viel Kampf und Druck.
00:39:33
Speaker
Und es fühlt sich nicht einfach normal an.
00:39:36
Speaker
Und das erklärt, glaube ich, ganz gut, warum das so ist.
00:39:40
Speaker
Und dass es da einfach einen anderen Ansatz

Emotionale Regulation und Beziehungspflege

00:39:43
Speaker
braucht.
00:39:43
Speaker
Und wenn man jetzt ein bisschen aufgepasst hat bei meinen Ausführungen,
00:39:50
Speaker
ist am Ende, und da würde ich gleich dir den Ball zuspielen, der Zugang zu dem, wo wir es wirklich lösen, über das unwillkürliche Nervensystem, also die Sprache des unwillkürlichen Nervensystems, nämlich die Emotionen.
00:40:08
Speaker
Emotionen sind Körperempfindungen und sind sozusagen unsere Tür, um in den Körper und ins Nervensystem zu kommen.
00:40:17
Speaker
Emotionen führen uns dahin, wo wir hinmüssen.
00:40:22
Speaker
wenn wir nicht nur mit der Emotion auf der kognitiven Ebene arbeiten, also wie fühle ich mich damit, warum fühle ich mich so, sondern wirklich auch auf der körperlichen Ebene.
00:40:35
Speaker
Wo fühle ich das?
00:40:38
Speaker
Und jetzt lerne ich, das Gefühl zuzulassen,
00:40:45
Speaker
Und zu erfahren, wie es sich anfühlt, wenn ich ein Gefühl reguliere, statt das zu vermeiden oder zu kompensieren mit dem bisherigen und dienlichen Verhalten.
00:40:57
Speaker
Da haben wir auch was Tolles für euch vorbereitet.
00:41:01
Speaker
Da werden wir gleich noch drüber sprechen.
00:41:03
Speaker
Ein Tool, was euch dabei helfen wird, da schon mal bei euch mit anzufangen und das auch direkt bei euren Klienten anzuwenden.
00:41:10
Speaker
Aber ich übergebe erst mal zum Thema Emotionen an Lena.
00:41:15
Speaker
Ja, also es waren mega viele gute Sachen dabei, deswegen habe ich auch ganz viel einen Punkt.
00:41:21
Speaker
Ich habe aber kurz, um sie mir zu merken, weil ich habe gerade keinen Stift da.
00:41:24
Speaker
Also ich würde einmal gerne was zu Beziehungen sagen.
00:41:27
Speaker
Einmal zum Thema vier Fenster der Betrachtung und einmal zum Thema Emotionsenergie.
00:41:32
Speaker
Und damit würde ich anfangen, weil dann ist das schon mal raus.
00:41:35
Speaker
Du hast gerade eben gesagt, und das erleben wir auch wirklich im Coaching eigentlich regelmäßig, dass die Erfahrung gemacht wird, dass...
00:41:43
Speaker
als Tipp oder als Ratschlag oder als Hilfestellung oder als Ansatz oder wie auch immer man es nennen möchte.
00:41:48
Speaker
Gerade wenn zum Beispiel Essattacken kommen oder wenn zum Beispiel auch Panikattacken kommen oder wenn andere Formen von diesem sich verselbstständigen Verhalten kommen, die aus dem autonomen, also unwillkürlichen Nervensystem eigentlich anspringen.
00:42:05
Speaker
dass dann häufig empfohlen wird, okay, dann setze ich erstmal hin, atme erstmal tief durch, meditiere erstmal, klopf erstmal und so weiter.
00:42:12
Speaker
Also Techniken, die wir durchaus auch anwenden und auch an die Coaches weitergeben in der Ausbildung.
00:42:19
Speaker
Nur, und das ist der entscheidende Punkt,
00:42:22
Speaker
Was viele in der Therapie und auch im Coaching, falsch ist das falsche Wort, aber eben warum es dann nicht wirkt, ist, dass es der Emotionsenergie, die in dem Moment da ist, überhaupt nicht gerecht wird.
00:42:33
Speaker
Also jeder, der das vielleicht aus einer eigenen Panikattacke oder Essattacke oder anderen empfiehlt,
00:42:38
Speaker
nervösen Zuständen, also eigentlich energieaufsteigenden Zuständen kennt.
00:42:43
Speaker
Dieses Gefühl von, ich bin voll unruhig, ich weiß gerade auch nicht und die ganze Zeit durch die Wohnung rennen und dann vielleicht doch nochmal zum Kühlschrank oder was auch immer.
00:42:49
Speaker
Also im Prinzip, die Energie steigt auf und es gibt kein Gefühl, oh Gott, wo gehe ich denn jetzt hin mit dieser Energie, das ist mir zu viel.
00:42:57
Speaker
Darauf dann eine regulierende Übung zu setzen, die das Gegenteil verlangt, nämlich
00:43:02
Speaker
So, setze ich jetzt mal ganz ruhig, ganz entspannt hin, also die Energie extrem runterfahrend.
00:43:08
Speaker
Das kann nicht funktionieren, weil es setzt nicht da an, wo das Nervensystem gerade ist.
00:43:12
Speaker
Das bedeutet, eigentlich wäre es viel sinnvoller in dem Moment, und auch das ist natürlich jetzt nicht das Allheilmittel, aber um mal eine andere Idee reinzugeben,
00:43:21
Speaker
Wenn ich gerade in einem total nervösen, aufgetretenen oder wütenden oder auch panischen Zustand bin, wo also Energie sehr stark aufsteigt und ich mich kaum ruhig halten kann, wäre es viel sinnvoller, dieser Emotionsenergie zu folgen, indem ich beispielsweise in eine Brüllübung gehe, also meinen Ausdruckskanal der Stimme oder des Halses nutze, um diese Energie auszudrücken.
00:43:43
Speaker
oder über Schütteln und Zittern, weil die natürliche Reaktion in Angstsituationen, das sieht man auch bei Tieren, das sieht man bei Kindern und wenn wir in sehr, sehr lebensbedrohlichen Situationen sind, reagiert unser unwillkürliches Nervensystem immer noch so, auch wenn wir es uns sehr doll abtrainiert haben, ist einfach ein körperliches Zittern, also ein Versuch, diese Energie auch über Zitterung oder über Schütteln abzureagieren.
00:44:07
Speaker
Und das ist in dem Moment ein deutlich effektiverer Weg, diese aussteigende Energie abzuladen, als zum Beispiel sich hinzusetzen und zu meditieren oder tief zu atmen, während das bei Trauer, die aussteigt, eher dienlich ist.
00:44:20
Speaker
Das heißt, wir müssen alleine dabei schon berücksichtigen, dass wir die Emotionsenergie berücksichtigen, wenn es darum geht, wie schaffen wir es, sie zu regulieren.
00:44:29
Speaker
Das alles ist aber natürlich erstmal eine...
00:44:32
Speaker
akute Schadensbegrenzung, nenne ich es mal, auf emotionaler Ebene.
00:44:35
Speaker
Das heißt, ich habe zwar dann irgendwann einen funktionalen Weg, mich in dem Moment gut zu regulieren, nur der Ansatz, den wir zumindest mit unserem Ansatz begleiten wollen, ist ja, die Zustände im unwillkürlichen Nervensystem dahingehend zu verändern und zu lösen, dass ich das an der Oberfläche gar nicht mehr so oft brauche.
00:44:54
Speaker
Also das ist beispielsweise der Drang, zum Kühlschrank zu rennen, dass diese Nervosität, dass die Panik, die aussteigt,
00:45:01
Speaker
eben nicht mehr so häufig da ist, dass ich mich gar nicht so oft regulieren muss.
00:45:04
Speaker
Und damit kommen wir dann spätestens an dem Punkt, wenn das unser Anspruch ist, auf jeden Fall an eine Grenze, wenn wir rein über Verhaltenstheorien oder Lerntheorien an diese Thematiken ran wollen.
00:45:16
Speaker
Dann ist ein Punkt ganz wichtig, du hast eben gesagt, dass wir eigentlich oder viele Personen, die wir begleiten, permanent in einem Überlebensmechanismus sind und häufig eben auch zum Beispiel im Kontakt mit dem Chef oder mit dem Partner, mit den Kindern, mit dem eigenen Körper getriggert werden, also alles in Beziehungsgeflechten.
00:45:36
Speaker
Und das ist ein Punkt, da komme ich gleich nochmal mit diesen vier Fenstern der Betrachtung drauf, warum das so entscheidend ist, weshalb auch diese ganzen Sachen mit, setz dich mal selber hin und journal mal, schreib das mal alles auf, toll sind, aber eben auch nicht zielführend, zumindest nicht ganzheitlich zielführend sein können, weil sie sehr begrenzt sind.
00:45:53
Speaker
Das, was wir nämlich beobachten, ist, dass die Haupttrigger, weil da eben auch die Hauptverletzungen entstanden sind, immer in Beziehungen stattfinden.
00:46:02
Speaker
Das bedeutet, man kann jetzt natürlich sagen, okay, ich habe keine Partnerschaft, dann bin ich zwar trotzdem noch in Beziehungen und trotzdem würde ich zustimmen, dass es nicht so intime Partner oder Beziehungen sind, wie beispielsweise eine Partnerschaft, auch wenn die trotzdem sehr tiefgründig sein können.
00:46:16
Speaker
Wenn ich jetzt mal auf Beziehungsebene schaue und da ist eine Partnerschaft,
00:46:20
Speaker
bin ich eh schon permanent in meinen Beziehungstriggern der frühsten Kindheit, weil Partnerschaften immer die ersten, intimsten, tiefgründigsten Beziehungen, die wir geführt haben, widerspiegeln, also die zur Mutter und zum Vater.
00:46:31
Speaker
Das heißt, darin bin ich permanent in meinen Kindheitsthemen getriggert.
00:46:36
Speaker
Wenn ich jetzt aber sage, okay, das möchte ich nicht, dann führe ich halt keine Partnerschaft.
00:46:40
Speaker
bin ich halt in dem anderen Thema, nämlich der Urangst des Menschen in der Einsamkeit und in der Isolation zu sein getriggert.
00:46:46
Speaker
Das heißt, ohne Beziehungsebene, ohne darauf zu gehen, lassen sich die inneren Konflikte, lassen sich emotionale Blockaden, zumindest ist es meine Erfahrung, mein aktueller Wissensstand, auf körperlich, aber auch auf kognitiver Ebene, nicht lösen.
00:47:01
Speaker
Und deswegen braucht es eine Korregulationsperson und das ist in dem Falle im besten Fall der Coach oder der Therapeut, der schafft mich in diesen Zuständen, die erstmal kindlich und überfordernd sind, also in diesem Zustand, wo mein Nervensystem reagiert, ohne dass ich das kontrollieren kann, was ein frühkindlicher Zustand ist,
00:47:21
Speaker
oder eben einen Zustand aus lebensbedrohlichen Situationen, darin gut zu regulieren.
00:47:25
Speaker
Und dafür brauche ich jemanden, der das selber in sich integriert hat und der das selber halten kann.
00:47:31
Speaker
Weil ansonsten erleben wir nämlich das, was wir in der Therapie- und Coachingbranche sehr häufig erleben, nämlich, dass die Ansätze selber sehr emotionsvermeidend sind, selber sehr kognitiv überwältigt.
00:47:42
Speaker
steuert in dem Sinne und emotional untersteuert und dementsprechend komme ich in dem Moment gar nicht an den Punkt, diese Themen zu lösen, sondern helfe im Zweifelsfall sogar dem Klienten noch dabei, die Abwehrstrategie in den Kopf zu fliehen, noch mehr Wissen anzusammeln, auch noch auszubauen, statt wirklich da Linderungen zu schaffen, wo eigentlich der Schmerzpunkt sitzt.
00:48:03
Speaker
Und dafür ist es wichtig, die vier Fenster der Betrachtungsweise zu verstehen oder beziehungsweise was eigentlich Ganzheitlichkeit bedeutet und was wir auch in der Ausbildung in den unterschiedlichen Modulen und Phasen integrieren.
00:48:18
Speaker
Und zwar ist es einmal die Ebene
00:48:20
Speaker
Die wissenschaftliche Ebene könnte man sie nennen oder wenn wir mal auf den Körper gehen, ist es eben die Nährstoffebene, die körperliche Ebene.
00:48:27
Speaker
Also, dass der Körper gut versorgt ist mit allem, was er braucht, beispielsweise was Nährstoffe angeht, was Supplements angeht, die das dann aufbauen können, was gesunde Ernährung angeht, was Sauerstoffversorgung angeht, was Bewegung angeht und was weiß ich nicht was.
00:48:43
Speaker
Also alles, was im Zweifelsfall auch
00:48:45
Speaker
wissenschaftlich messbar wäre beispielsweise durch Blutbilder, durch Tests oder durch MRT oder was auch immer.
00:48:51
Speaker
Also alles, was irgendwie messbar ist, wäre auf der Ebene anzutreffen.
00:48:56
Speaker
Das ist eine Ebene, die sehr, sehr, sehr überbetont wird bei allen möglichen Thematiken.
00:49:01
Speaker
Und wenn es da aufhört, dann haben wir eins von vier Betrachtungsfenstern.

Ganzheitliche Beurteilungsansätze

00:49:05
Speaker
Das bedeutet, wir können auf keinen Fall von Ganzheitlichkeit sprechen und wir lassen mindestens drei Ebenen, die extrem wichtig sind, zu einer Symptomentstehung und auch Symptomlösung eben aus.
00:49:16
Speaker
Die zweite Ebene oder das zweite Fenster,
00:49:19
Speaker
ist dann die Ebene der intrapersonalen Thematiken.
00:49:24
Speaker
Das bedeutet innerhalb der betreffenden Person, also angenommen, wir haben den Klienten, dann ist das die Person, von der ich spreche.
00:49:31
Speaker
Und intra bedeutet, dass es innerhalb dieser Person Thematiken gibt, beispielsweise innere Konflikte, Triebkonflikte,
00:49:39
Speaker
So ein Gefühl von, ich stehe einerseits auf der Bremse und auf der anderen Seite auf dem Gas.
00:49:43
Speaker
Also innere Konflikte, auch Anteilsarbeit genannt.
00:49:46
Speaker
Es gibt zum Beispiel einen Teil, der sagt, ich möchte aber doch gerne reisen.
00:49:50
Speaker
Ich möchte doch gerne die Welt erkunden.
00:49:52
Speaker
Ich weiß doch, dass Fliegen nicht gefährlich ist.
00:49:55
Speaker
Und der andere Teil, der total blockiert.
00:49:57
Speaker
Man könnte ihn den Sicherheitsteil nennen oder den...
00:49:59
Speaker
Panikteil, der sagt, das ist gefährlich und was ist, wenn doch das Flugzeug abstürzt und was ist, wenn du dann im Ausland krank wirst.
00:50:07
Speaker
Und dieser innere Konflikt zwischen Gas und Bremse wäre erstmal ein intrapersonaler Konflikt, der innerhalb der Person auf Emotions- und auf psychischer Ebene anzutreffen ist.
00:50:20
Speaker
Der entsteht aber ja nicht einfach so, weil ich schnipse und dann ist dieser Konflikt da, sondern der entsteht und damit müssen wir dann auf die weitere Ebene gehen oder ins nächste Fenster in einer Ich-Du-Beziehung.
00:50:31
Speaker
Ich glaube, Martin Buber war das, der gesagt hat, dass Ich erfährt sich immer am Du und das ist ein sehr weiser Spruch, wie ich finde.
00:50:38
Speaker
wenn es später um dieses Spiegelungsthema geht, von dem viele sprechen, also dass wir uns in Beziehungen gegenseitig spiegeln und uns im Anderen erkennen, aber eben auch in der Sozialisation, in der kindlichen Entwicklung erfährt sich das kindliche Ich immer im mütterlichen und später väterlichen Du.
00:50:55
Speaker
Und selbst wenn die Mutter oder der Vater nicht da ist, erfährt sich das Ich daran, nämlich darin, dass ein
00:51:00
Speaker
kein Du da ist in dem Moment, zumindest nicht das mütterliche und väterliche Du.
00:51:03
Speaker
Das bedeutet, wir müssen auch auf die Beziehungsebene schauen und gucken, okay, in welchen Beziehungen hat der Klient denn gelernt, dass es gefährlich ist, sich von zu Hause wegzubewegen?
00:51:14
Speaker
Wo hat der Klient denn gelernt, dass Essen ein gutes Betäubungsmittel oder eine gute Beruhigungsstrategie ist für Emotionen, die aufsteigen?
00:51:23
Speaker
Wo hat die Klientin denn gelernt, dass Emotionen von Wut umgehen?
00:51:27
Speaker
und Trauer gefährlich sind.
00:51:29
Speaker
Das heißt, wir sind dann nicht mehr nur in dem Emotionsbereich Innerpersonal, also Intrapersonal von, okay, ich greife zu Essen, statt Wut auszudrücken, sondern wir gehen eine Ebene tiefer und schauen, okay, wo hat die Person das gelernt?
00:51:41
Speaker
Also in welcher Beziehung, in welcher Begegnung ist dieser innere Konflikt entstanden?
00:51:47
Speaker
Damit sind wir schon in der dritten Ebene, die wir anschauen müssen.
00:51:50
Speaker
die weit über den Kopf und den Verstand hinausgehen.
00:51:53
Speaker
Und dann wiederum, damit kommen wir dann auf eine noch weiter vorliegende Ebene, also die weiter zurückliegt geschichtlich, nämlich die systemische Ebene.
00:52:03
Speaker
Also auch die Person, die mir gegenüber war, nämlich die Mutter, hatte ja wiederum ein Erfahrungssystem,
00:52:09
Speaker
wo sie gelernt hat, dass Emotionen nicht funktional sind, wo Essen eine gute Strategie war, wo Emotionen nicht gefühlt wurden.
00:52:17
Speaker
Das heißt, wir schauen plötzlich ins Familiensystem der Klientinnen oder des Klienten.
00:52:21
Speaker
Also wo sind auch systemische Ideen,
00:52:25
Speaker
Gesetze oder Regelungen oder Verpflichtungen oder Loyalitäten.
00:52:29
Speaker
Beispielsweise, wenn Frauen, die wir begleiten, Übergewicht haben und wir fragen, okay, gibt es denn eine Frau in deiner Familie, wo das anders ist?
00:52:37
Speaker
Und dann die Antwort kommt, nee, bei uns in der Familie ist jede Frau übergewichtig.
00:52:42
Speaker
dann haben wir auch da häufig eine unbewusste Loyalität, also eine Systemzugehörigkeit, eine familiäre Zugehörigkeit zum weiblichen System darüber, dass ich eben dieses unausgesprochene, teilweise auch ausgesprochene Gebot von bei uns sind alle Frauen übergewichtig, bei uns ist Essen Genuss und diese ganzen schlanken, dürren Hungerhaken, wie sie dann häufig genannt werden, die sind ja sowieso alle nur, keine Ahnung,
00:53:10
Speaker
Das sind ja eh alles nur Bitches oder die haben doch eh eigentlich alle überhaupt kein Gefühl zu ihrem Körper und die wollen ja eh alle nur die Männer verführen und was weiß ich nicht, was da häufig so uns auch im Coaching begegnet, was so tief ins System eingebrannt ist, sage ich mal.
00:53:29
Speaker
dass wenn wir nur auf der ersten Ebene bleiben, mal zu gucken, wie sind die Nährstoffe und was weiß ich nicht was und hier ist dein Ernährungsplan und hier ist dein Diätplan, verfehlen wir so krasse Tiefen, die das Nervensystem geprägt haben, was an dieser Stelle klar werden sollte.
00:53:44
Speaker
Auf der anderen Seite
00:53:46
Speaker
Ja, ganz kurz ein Punkt dazu, bevor du weitermachst, was nicht heißen soll, dass das nicht kurzzeitig sogar funktionieren kann.
00:53:55
Speaker
Und das ist ja das Türkische dabei.
00:53:57
Speaker
Also häufig hören wir gerade in diesem Bereich, ja, aber es hat ja schon funktioniert.
00:54:03
Speaker
Ich habe ja auf diese Art und Weise mit dem Ernährungsplan XY oder der Idee XY abgenommen.
00:54:11
Speaker
Und da muss man einfach ganz klar sagen, es hat nicht funktioniert, weil sonst würden sie ja nicht wieder an dem Punkt stehen, dass sie wieder damit rumkämpfen.
00:54:21
Speaker
Das Gewicht schien runter zu gehen, aber das Muster darunter hat sich nicht gelöst.
00:54:27
Speaker
Und...
00:54:29
Speaker
So ist das im Übrigen mit ganz vielen anderen Sachen auch.
00:54:32
Speaker
Also nicht nur Ernährung, nicht nur Körper, auch Beziehungskonflikte, auch Sexualitätsthemen, auch Geldthemen, auch Businessthemen.
00:54:43
Speaker
Ja, es hat ja funktioniert.
00:54:44
Speaker
Das Letzte, was ich gemacht habe, hat mir ja eine Kundin gebracht.
00:54:48
Speaker
ja, okay, aber wie nachhaltig war das?
00:54:52
Speaker
Das sehen wir jetzt gerade im Coaching-Bereich.
00:54:54
Speaker
Viele, viele, bei denen es angeblich ganz toll funktioniert hat, die existieren heute nicht mehr, weil sie
00:55:02
Speaker
Methoden angewandt haben, die nicht nachhaltig waren, die sie auch nicht halten konnten, also die auch teilweise für viele Coaches zu gesundheitlichen Problemen geführt hat oder halt dann eben die Reputation zerstört hat und so weiter.
00:55:18
Speaker
Also das vielleicht als Punkt, bevor du weitermachst, ganz wichtig, weil manchmal wirkt es einfach auch nur so, als würde es für den Moment funktionieren.
00:55:27
Speaker
Die Frage ist dann, hat das nachhaltig wirklich
00:55:32
Speaker
Ja, absolut.
00:55:33
Speaker
Und das ist auch der Punkt, weshalb es eben so wichtig ist, durch diese Fenster zu schauen, weil kurzfristig kann ja die Betrachtung eines einzelnen Fensters definitiv hilfreich sein.
00:55:43
Speaker
Wenn ich jetzt mal, also für kurzfristige Erfolge, also nehmen wir mal die Abnehmenspritze oder die Pille oder was auch immer, um mal so auf der rein...
00:55:54
Speaker
wissenschaftlichen Ebenen zu bleiben, nicht im Sinne von, dass es wissenschaftlich bestätigt ist, sondern rein der messbaren körperlichen Zusatzstoffe, sage ich mal.
00:56:02
Speaker
Dann habe ich halt Akne oder Menstruationsbeschwerden und dann nehme ich die Pille und dann habe ich plötzlich keine Menstruationsbeschwerden mehr, weil ich habe keine Blutung mehr, dadurch keine Schmerzen mehr.
00:56:12
Speaker
Meine Akne verbessert sich vielleicht erst mal, wie auch immer.
00:56:16
Speaker
Und dass aber das gesamte System
00:56:18
Speaker
das Körpersystem trotzdem dann davon Nebenwirkungen trägt, auch langfristig.
00:56:23
Speaker
Das ist eben der Punkt, der häufig bei diesen kurzfristigen Interventionen einfach komplett wegbricht.
00:56:29
Speaker
Und das Gefährliche daran ist ja, dass sich durch das Gefühl, ah, jetzt löst sich was,
00:56:34
Speaker
das, was sich in den Schatten oder in andere Körperbereiche verschiebt, nach hinten raus umso stärkere Symptome hervorruft.
00:56:42
Speaker
Also wenn ich mir anschaue, was manchmal Menschen für Nebenwirkungen haben, wenn sie dann nach, keine Ahnung wie vielen Jahren, dann zum Beispiel die hormonelle Verhütung absetzen.
00:56:51
Speaker
Oder auch beispielsweise bei der Atmemspritze, die ja dann, ich habe demnächst bei YouTube, als ich Sport gemacht habe, Werbung für die Atmemspritze bekommen.
00:56:59
Speaker
So als wäre das das leichteste der Welt.
00:57:01
Speaker
Mittlerweile nicht bedenklich, wirklich.
00:57:03
Speaker
Ja, sehr bedenklich.
00:57:05
Speaker
Also es ist einfach Ausdruck von einem Krankensystem, wie ich finde.
00:57:11
Speaker
So, aber was das dann macht und was das auch beispielsweise bei den Magenverkleinerungen, also mir geht es nicht darum zu bewerten, ob man das tun sollte oder nicht.
00:57:17
Speaker
Das darf ja jeder für sich selber entscheiden.
00:57:20
Speaker
Aber alleine, dass das als Lösung verkauft wird, ohne dass darüber aufgeklärt wird, zumindest im Werbespot, also was dann in der realen Begleitung passiert, weiß ich nicht, aber in den Werbespots wird das so getan, als wäre das eine Spritze und dann ist alles gut.
00:57:34
Speaker
Das kann nicht funktionieren.
00:57:37
Speaker
Und um mal jetzt die Coaches anzusprechen, zum Beispiel...
00:57:40
Speaker
Wenn wir mal bei dem Thema bleiben, ich möchte mich als Coach mit dem, was ich gelernt habe, eigentlich selbstständig machen oder sichtbar machen und irgendwie, immer wenn ich es versuche, passiert irgendwas oder ich versuche es erst gar nicht, weil ich habe Angst davor.
00:57:53
Speaker
Wenn wir es mal auf das Fenster der Körperlichkeit nehmen, dann wäre natürlich erstmal zu fragen, okay, wie gut ist denn dein Körper versorgt?
00:58:04
Speaker
dass überhaupt die Energie beispielsweise da ist, die Dinge zu tun, umzusetzen, die gebraucht würden, um dann auch, keine Ahnung, das Business aufzubauen und auch die Menschen zu begleiten.
00:58:15
Speaker
Wenn du zum Beispiel ständig einen Energiemangel hast, weil deine Nährstoffe nicht aufgefüllt sind oder weil dein Hormonsystem oder Stoffwechselsystem komplett aus dem Gleichgewicht ist, dann kannst du noch so viele innere Themen gelöst haben, dann wird der Körper mit Ermüdung, Erschöpfung und so weiter, mit einer Energielosigkeit relativ schnell an seine Grenzen stoßen.
00:58:34
Speaker
Jetzt ist aber natürlich dann die Frage auf der anderen Seite, was ist denn der Grund dafür, damit kommen wir jetzt schon auf den intrapersonalen Teil, dass dein Körper so doll im Mangel überhaupt ist?
00:58:45
Speaker
Also wo verbraucht denn der Körper die ganzen Ressourcen von Energie, von Stoffwechsel, von Hormonsystem, Gesundheit,
00:58:53
Speaker
dass der Körper in so einer Disbalance ist.
00:58:55
Speaker
Natürlich kann es mal sein, dass wir irgendwo Mangel haben und supplementieren wir das.
00:58:58
Speaker
Und wenn wir dann eine gute Besserung merken, haben wir ein Gefühl von, ja, okay, das ist dann einfach ein Mangel gewesen.
00:59:03
Speaker
Aber das ist ja selten der Fall.
00:59:05
Speaker
Das bedeutet, wir sollten uns anschauen, okay, was hat das System denn überhaupt so ins Ungleichgewicht gebracht?
00:59:10
Speaker
Und damit kommen wir dann erst mal zu den inneren Konflikten.
00:59:13
Speaker
Also welche Impulse halte ich vielleicht schon lange zurück?
00:59:16
Speaker
Wo dürfen Emotionen nicht ausgedrückt werden?
00:59:18
Speaker
Und das kostet sehr viel Energie.
00:59:20
Speaker
Wo bin ich beruhigt?
00:59:21
Speaker
permanent in Stresszuständen, sodass der Körper die ganze Zeit Stresshormone ausschüttet und deswegen Ressourcen verschluckt.
00:59:27
Speaker
Damit sind wir schon eine Ebene tiefer, die durch bestimmte Verhaltenstherapie oder auch andere Ansätze zum Beispiel schon mal wieder nicht so sehr abgedeckt wird, weil es eben ein Emotionsthema und körperliches Thema ist in dem Falle.
00:59:41
Speaker
auch wenn es psychische Themen sind.
00:59:43
Speaker
Das bedeutet, wir sollten uns anschauen, okay, es gibt auf der einen Seite den Impuls, ich will mich sichtbar machen, ich möchte selbstständig werden, aber auf der anderen Seite habe ich dann so ein Schamgefühl oder ich traue mich dann doch nicht, ich habe Angst.
00:59:56
Speaker
Das bedeutet auch hier, verbraucht es unglaublich viel Energie, dass ich auf der einen Seite sichtbar werden möchte, auf der anderen Seite aber unglaublich viel Energie dafür aufbringen muss, mich darin zurückzuhalten, mich eben nicht auszudrücken.
01:00:08
Speaker
Das wäre der innere Konflikt.
01:00:11
Speaker
Dann geht es darum, um die Frage, okay, wo habe ich das denn gelernt, dass ich mich nicht sichtbar machen sollte, dass das gefährlich ist, mich sichtbar zu machen?
01:00:18
Speaker
Wo habe ich gelernt, dass ich mich nicht ausdrücken sollte?
01:00:21
Speaker
Wo habe ich vielleicht die Demütigung erfahren, wenn ich es doch gemacht

Systemische Einflüsse und Verhaltensmuster

01:00:25
Speaker
habe?
01:00:25
Speaker
Und damit kommen wir dann in kindliche Prozesse, wo die meisten Ursachen eigentlich für die späteren Themen herkommen.
01:00:32
Speaker
Also wo hat das Kind, beispielsweise jetzt in dem Moment der Coach, der...
01:00:37
Speaker
sich dann sichtbar machen möchte, hat zum Beispiel in der Kindheit gelernt, immer dann, wenn ich meine Emotionen lautstark mitgeteilt habe, immer dann, wenn ich für Mama oder Papa sichtbar wurde, dann war das eine Überforderung für die, dann ging es Mama nicht gut.
01:00:49
Speaker
Ich habe gelernt, mich eher zurückzuhalten, möglichst wenig Raum einzunehmen, weil dann ging es Mama, die möglicherweise depressiv war oder krank oder einfach überfordert, weil schon andere Kinder oder auch eine Arbeit da waren,
01:01:00
Speaker
Also ich habe gelernt, in diesem Kontakt ist es besser für mich, mich zurückzuhalten.
01:01:04
Speaker
Je weniger ich sichtbar bin, desto weniger störe ich.
01:01:08
Speaker
Also ist es später sehr, sehr schwer, sich mit allem, was ich bin, mit dem, was ich kann, mit dem, was ich fühle, auszudrücken und sichtbar zu machen.
01:01:15
Speaker
Das ist der, das Ich erfährt sich am Du, also die Beziehungsebene.
01:01:19
Speaker
Und dann gibt es auch noch häufig die systemische Ebene, nämlich auch beispielsweise, was das Thema Selbstständigkeit angeht.
01:01:26
Speaker
Wenn es so ein Grundgefühl gibt von ich schaffe das eh nicht oder was ist denn dann, wenn ich arbeitslos werde?
01:01:30
Speaker
Ich kann davon ja selber auch ein Teets singen.
01:01:32
Speaker
Also ist ja auch so ein Thema in mir.
01:01:35
Speaker
dass sich Angestelltsein sicherer anfühlt als selbstständig sein.
01:01:39
Speaker
Oder das Gefühl von, okay, wenn ich jetzt aber Unternehmerin werde, ich weiß doch gar nicht, wie das geht, weil das hat in meiner Familie vorher auch noch keiner gemacht.
01:01:49
Speaker
Das heißt, wir haben dann systemisches Thema und nicht selten gibt es dann auch Geschichten innerhalb der Familiensysteme,
01:01:55
Speaker
wo beispielsweise mal der Anlauf gestartet wurde, sich selbstständig zu machen und Unternehmen zu haben.
01:02:00
Speaker
Und dann ist das insolvent gegangen oder jemand hat mal alles von einem auf den anderen Moment verloren.
01:02:06
Speaker
Da gibt es dann zum Beispiel die Situation, wo ein ganzer Hof abgebrannt wurde und die Erfahrung in den Zellen gespeichert wurde von
01:02:13
Speaker
Plötzlich war nichts mehr da.
01:02:14
Speaker
Alles, was mich genährt hat, ist plötzlich weggebrochen und da war nichts mehr, was mich in Sicherheit gehalten hat.
01:02:20
Speaker
Und diese Erfahrungen schleichen sich dann in die Zellen der Nachkommen ein und dann entsteht so ein Gefühl von, es ist unsicher, mich selbstständig zu machen.
01:02:28
Speaker
Es ist unsicher, sich was Eigenes aufzubauen.
01:02:31
Speaker
Und das sind Themen, wenn wir nur auf der Nährstoffebene gucken, wenn wir nur auf der intrapersonalen Ebene gucken, also nur nach dem inneren Konflikt, wenn wir nur systemisch schauen, aber nicht nach den inneren Konflikten, wenn wir nur nach der Beziehungsebene gucken, aber nicht nach den eigenen Schattenanteilen, die damit verbunden sind oder die Folgen daraus sind, können wir das Thema der kognitiven Verhaltensdissonanz nicht auflösen, können wir Themen nicht nachhaltig lösen, weil wir bestimmte Fenster,
01:02:59
Speaker
einfach unberücksichtigt lassen.
01:03:01
Speaker
Das ist, als würden wir ein kaputtes Auto haben.
01:03:04
Speaker
Die Bremsen sind kaputt, die Zündkerzen sind kaputt, der Tank ist leer und die Reifen sind platt.
01:03:10
Speaker
Und wir pumpen immer weiter Luft in die Reifen, aber weder der Tank ist gefüllt, noch sind die Zündkerzen repariert, noch sind die Bremsen intakt oder der Motor.
01:03:18
Speaker
Das bedeutet, wenn wir immer nur auf eine Ebene schauen, nur auf das eine Symptom, nur auf das, was uns erstmal am naheliegendsten scheint, dann können wir nicht ganzheitlich
01:03:27
Speaker
das Auto wieder zum Laufen bringen, zumindest nicht ohne weitere Nachfolgeschäden.
01:03:32
Speaker
Und so ist es in der Psyche auch.
01:03:34
Speaker
Und deswegen wird an dieser Stelle, hoffe ich, klar, mit dem, was du über das Nervensystem gesagt hast und auch mit dem, was ich jetzt gesagt habe, welche Ebenen so mit reinspielen, die wir uns anschauen müssen eigentlich, wenn unser
01:03:46
Speaker
Und unser Anspruch ist wirklich nachhaltig zu Veränderungen zu führen, das Nervensystem nachhaltig zu regulieren, darüber nachhaltigen Körper in einen gesünderen Zustand zu bringen, dass wir auf diese Ebenen schauen müssen.
01:03:59
Speaker
Und dafür braucht es wiederum aber auch Handwerkszeug im Sinne von Ansätzen, die uns wie eine Art Türöffner dienen, diese Bereiche, diese Ebenen uns anzuschauen.
01:04:10
Speaker
Also wie kann ich eine gute Analyse machen?
01:04:12
Speaker
der körperlichen Nährstoffe.
01:04:15
Speaker
Wie kann ich schauen, ist das Hormonsystem, das Stoffwechselsystem in einem guten Zustand?
01:04:20
Speaker
Wie kann ich in innere Konflikte reingehen?
01:04:22
Speaker
Wie kann ich die sichtbar machen und mit Anteilen arbeiten?
01:04:25
Speaker
Wie kann ich die Emotionen dann auch regulieren?
01:04:28
Speaker
Wie kann ich, beispielsweise ist das ein Gestaltcoaching-Ansatz, wie kann ich die Beziehungsdynamiken in den Kontakt zwischen mir und dem Klienten bringen?
01:04:36
Speaker
Also wie kann ich der Beziehungsspiegel des Klienten werden und darin was Heilsames oder was Lösendes mit reingeben?

Praktische Werkzeuge und Masterclass-Einladung

01:04:44
Speaker
Wie kann ich Systeme aufstellen, beziehungsweise wie kann ich auch transgenerational, also generationsübergreifend übernommene Themen, zum Beispiel von der Großmutter, dem Großvater von beiden oder wie auch immer,
01:04:56
Speaker
dahin zurückgeben, wo sie ursprünglich mal hingehören.
01:04:59
Speaker
Da braucht es dann natürlich wieder Ansätze, die auch eher erstmal kognitiv sind.
01:05:03
Speaker
Ich muss verstehen, was mache ich da, warum macht das Sinn und was ist das, was ich tun muss.
01:05:09
Speaker
Aber eben auf der anderen Seite, wie verkörper ich das auch, dass das Klientensystem so sicher ist, dass ich das auch halten kann.
01:05:16
Speaker
Und dann kann sich diese Brücke zwischen dem, was ich weiß und verstehe, zu dem, was der Körper, also was die Körperzellen fühlen, zu dem, was meine innere Einheit, sage ich mal, angeht, also dass ich nicht im ständigen Konflikt bin, dass Beziehungsthemen gelöst sind und dass auch eine systemische Ordnung wieder da ist, also dass die Themen wieder dahin gehen, wo sie hingehört haben,
01:05:36
Speaker
die ich übernommen habe aus Loyalität, Liebe, Unwissenheit, was auch immer.
01:05:41
Speaker
Wenn sich das löst, dann ergibt sich wie eine Art Kreis als Symbol der Einheit, der Ganzheitlichkeit, der Lückenlosigkeit.
01:05:51
Speaker
Dann haben wir das Ganze und Heilwerden bedeutet übersetzt ja auch nichts anderes als Ganzwerden.
01:05:56
Speaker
Das bedeutet, diese Ebenen müssen in Einklang gebracht werden, um
01:06:02
Speaker
damit der Klient nachhaltig wirklich das Thema lösen kann und ein freieres, gesünderes Leben führen kann.
01:06:09
Speaker
Ich hoffe, das war verständlich, wie ich das jetzt sage.
01:06:12
Speaker
Ja, absolut.
01:06:13
Speaker
Richtig gut zusammengefasst.
01:06:15
Speaker
Und ja, damit du gleich ein Gefühl dafür bekommst, wie du
01:06:22
Speaker
in die Praxis starten kannst mit diesen Thematiken, haben Lena und ich uns etwas Wundervolles überlegt.
01:06:30
Speaker
Da freuen wir uns schon riesig drauf.
01:06:33
Speaker
Und zwar die Masterclass der Körperkompass.
01:06:37
Speaker
Du bekommst da zum einen eine Bodymap als
01:06:41
Speaker
mit an die Hand, wie du mit Emotionen und Körper basiert bei dir selbst und auch bei deinen Coaches ansetzen kannst.
01:06:51
Speaker
Und damit das eben nicht nur theoretisch bleibt, gibt es dazu von uns eine Emotional Release Session, wo wir auch noch einen Theorie-Teil vorne dran haben.
01:07:02
Speaker
Und du dann eben auch Emotions- und Körperarbeit live erleben kannst.
01:07:09
Speaker
Und
01:07:11
Speaker
da schon mal auch ein Bild dafür bekommst oder ein Gefühl dafür bekommst, wie man eben aus dem Kopf dann in den Körper kommt und mit den Mustern im Körper arbeitet und eben nicht nur durch Wissensvermittlung oder irgendwelche Pläne und Strategien.
01:07:26
Speaker
Deswegen freuen wir uns gesegnet darauf, wenn du dabei bist.
01:07:31
Speaker
Wir werden am Samstag, den 14.02. um 10 Uhr
01:07:37
Speaker
mit dir da rein starten.
01:07:38
Speaker
Du kannst dich jetzt da schon einbuchen.
01:07:40
Speaker
Wir werden dir hier in den Shownotes den Link dazu setzen.
01:07:45
Speaker
Da freuen wir uns riesig, wenn du da dabei bist.
01:07:48
Speaker
Und wie gesagt, ob du nun jetzt schon mit Klienten arbeitest oder das erstmal auch nur für dich machen möchtest, du hast da ein ganz, ganz tolles Tool an der Hand, was für beides geeignet ist.
01:08:01
Speaker
Und ja, da freuen wir uns, wenn du dir mal so ein bisschen unsere Arbeit anschaust und das gleich am eigenen Leib erleben kannst.
01:08:09
Speaker
Also klickst du einfach unten auf den Link in den Shownotes und buch dich ein und dann freuen wir uns riesig, wenn du mit dabei bist.
01:08:16
Speaker
Ja, ich komme auch schon sehr darauf.
01:08:19
Speaker
Also natürlich ist es nur einer der Ansätze, aber es ist eine körperliche Erfahrung dessen, was wir jetzt gesagt haben, also wo der Unterschied liegt zwischen ich erkläre etwas, der Theorie-Teil ist ja auch interessant und wichtig, aber eben auch die Erfahrung zu machen, wie es sich dann im eigenen Körpergefühl anfühlen kann und ja, das ist einfach das Entscheidende, weil es muss eben auf beiden Ebenen integriert sein, damit es
01:08:46
Speaker
in einer Harmonie miteinander schwingt und eben nicht in dieser Dissonanz, von der wir eben gesprochen haben, wenn beides eben nicht in Einklang ist.
01:08:54
Speaker
Also ich freue mich da auch schon sehr, sehr drauf.
01:08:55
Speaker
Ja, sehr, sehr cool.
01:08:58
Speaker
Also dann würde ich sagen, eine Stunde elf.
01:09:03
Speaker
Wir verabschieden uns.
01:09:04
Speaker
Schön, dass du mit dabei warst.
01:09:06
Speaker
Und dann hören wir uns in der nächsten Podcast-Folge oder wir sehen uns dann im Körperkompass.
01:09:13
Speaker
Bis dann.
01:09:14
Speaker
Tschüss.
01:09:15
Speaker
Ciao.