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#26 - Sensibilität als Kompetenz: Wie du Coachingräume sicher führst, wenn es intensiv wird. image

#26 - Sensibilität als Kompetenz: Wie du Coachingräume sicher führst, wenn es intensiv wird.

S1 E26 · The Embodied Coach
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70 Plays1 month ago

Wenn deine Klientin keine Lust auf Bewegung hat, dann lohnt es sich oft, tiefer zu schauen: Was wirkt wirklich in ihrem Nervensystem? In dieser Folge geht es darum, warum Sensibilität im Coaching keine Schwäche ist, sondern eine echte Superkraft sein kann.

Wir sprechen über den feinen Unterschied zwischen Empathie, Resonanz, Hochsensibilität und Hypervigilanz. Und darüber, warum traumasensibles Coaching erst dann wirklich sicher wird, wenn du lernst, dein eigenes Nervensystem zu regulieren und klar zu führen.
Bin ich zu sensibel, um wirklich gut coachen zu können? Genau diese Frage bewegt viele Frauen, die sich eine Coaching Ausbildung wünschen und gleichzeitig spüren, wie tief sie andere Menschen fühlen können.

Wenn deine Klientin keine Lust auf Bewegung hat, dann geht es oft nicht um Disziplin, sondern um Schutz, Überforderung oder ein Nervensystem, das gelernt hat, auf Alarm zu laufen. In dieser Folge tauchen wir tief ein in die Frage, warum Sensibilität im traumasensiblen Coaching kein Hindernis ist, sondern eine echte Ressource – wenn du lernst, sie zu halten, zu rahmen und bewusst einzusetzen.

Du erfährst, warum Embodiment Coaching, somatisches Coaching und die Fähigkeit, das eigene Nervensystem zu regulieren, so entscheidend für sichere Coachingprozesse sind. Wir sprechen über den Unterschied zwischen Hochsensibilität und Hypervigilanz, über Resonanz im Coachingraum und darüber, warum Selbsterfahrung für Coaches kein Bonus, sondern Grundlage ist.

Diese Folge ist besonders wertvoll für dich, wenn du dir eine traumasensible Coaching Ausbildung für Frauen wünschst, dein Coaching Business mit mehr Tiefe aufbauen möchtest oder dich fragst, wie baue ich mein Coaching Business erfolgreich auf, ohne dich selbst dabei zu verlieren. Auch wenn du im Bereich Ernährung & Coachingarbeitest oder tiefer in Coaching bei emotionalem Essverhalten eintauchen willst, findest du hier zentrale Impulse für deine Arbeit.

Für alle, die sich ein traumasensibles Coaching für Coaches und Therapeutinnen wünschen, das wirklich berührt, sicher hält und nachhaltig verändert.

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Transcript

Ist hohe Sensibilität im Coaching ein Hindernis oder eine Superkraft?

00:00:00
Speaker
Immer wieder hören wir von Frauen die Frage, bin ich eigentlich zu sensibel, um coachen zu können?
00:00:05
Speaker
Sie sprechen dann davon, dass sie sehr empathisch sind, dass sie sehr schnell mitfühlen und dass sie deswegen nicht wissen, ob sie einen intensiven emotionalen Prozess wirklich halten können.
00:00:14
Speaker
Und diese Frage ist sehr entscheidend, denn eigentlich ist die Sensibilität eine richtige Superkraft, wenn wir sie im Coaching richtig einsetzen können.
00:00:22
Speaker
Und wir sprechen heute darüber, wo der Unterschied liegt zwischen Sensibilität, die wirkliches Feingefühl meint, oder auch beschreibt, dass eigene Themen angetriggert werden und wir das im Anderen erkennen.
00:00:35
Speaker
Wir sprechen darüber, wo der Unterschied liegt zwischen Empathie und vielleicht auch einer Traumafolge, die dazu führt, dass wir permanent Gefahren abscannen.

Einführung der Gastgeberinnen und Podcast-Zielgruppe

00:00:43
Speaker
Und deswegen ist diese Folge für dich, wenn auch du merkst, dass du sensibel bist und dich fragst, bin ich zu sensibel, um wirklich gut coachen zu können.
00:00:56
Speaker
Du willst ein erfolgreicher Coach sein, der seine Klienten durch echte Durchbrüche und nachhaltige Transformationen führt?
00:01:02
Speaker
Dann bist du genau richtig hier.
00:01:04
Speaker
Ich bin Natascha, seit über zehn Jahren erfolgreicher Coach mit eigenem Coaching-Business und über 500 begleiteten Menschen.
00:01:10
Speaker
Und ich bin Lena.
00:01:12
Speaker
Seit über sieben Jahren begleite ich Menschen als Coach durch tiefgreifende Prozesse hin zu nachhaltigen Veränderungen.
00:01:18
Speaker
In diesem Podcast sprechen wir darüber, wie traumasensibles, körperzentriertes und nachhaltig wirksames Coaching wirklich funktioniert.
00:01:24
Speaker
Kein oberflächliches Tools-Gehabe, kein Druck, sondern Nervensystemwissen, Embodiment und eine Haltung, die den Themen deiner Klientin wirklich gerecht

Herausforderungen und Potenziale der hohen Sensibilität im Coaching

00:01:32
Speaker
wird.
00:01:32
Speaker
Der Embodied Coach ist für Frauen wie dich.
00:01:34
Speaker
Mit großem Verantwortungsgefühl, mit einer Sehnsucht nach Tiefe und mit dem Wunsch, einen Unterschied in der Coaching-Branche zu machen.
00:01:41
Speaker
Hier bekommst du fundiertes Wissen, Insights aus unserem Coaching-Alltag und echte Inspiration für deinen Weg als Coach.
00:01:49
Speaker
Weil du spürst, es geht nicht um höher, schneller, weiter, sondern um echt, verbunden und tiefgreifend.
00:01:55
Speaker
Abonniere jetzt diesen Podcast und begleite uns auf dieser Reise.
00:01:58
Speaker
Zurück zum Körper, zurück zu dir und zu dem Coaching, das du dir selbst gewünscht hättest.
00:02:07
Speaker
Das Thema Hochsensibilität ist ja auch in den letzten Jahren so in aller Munde.
00:02:12
Speaker
Es wird immer bekannter, wir sprechen mit ganz, ganz vielen Menschen, die das Gefühl haben, sehr hochsensibel zu sein oder auch sehr empathisch zu sein.
00:02:20
Speaker
Und gerade im Coaching-Bereich, ich glaube, es würde uns alle nicht zum Coaching ziehen, wenn wir nicht auch auf einer gewissen Ebene von uns selbst glauben würden, ein empathischer Mensch zu sein, sensibel zu sein, das tatsächlich auch sind.
00:02:33
Speaker
Und gleichzeitig merken wir immer wieder, dass diese Sensibilität, wenn sie keinen Rahmen hat und wenn auch die Fähigkeit fehlt, sich damit zu regulieren, einfach die Coaching-Arbeit auch unglaublich anstrengend machen kann.
00:02:49
Speaker
So wie auch das Leben.
00:02:51
Speaker
Also wenn wir uns ganz schwer von dem, was wir im Außen wahrnehmen können und was das vielleicht auch in uns auslöst, abgrenzen können, uns nicht so gut damit regulieren können, dann wird das in einem Kontext wie Coaching-Arbeit natürlich noch herausfordernder, weil wir uns da natürlich dann auch nochmal...

Unterscheidung zwischen Sensibilität, Empathie und Hypervigilanz

00:03:08
Speaker
Und kopfüber in Themen reinbegeben, die eben auch sehr emotional sind und immer auch etwas in uns auslösen.
00:03:15
Speaker
Und deswegen, damit Coaching-Räume wirklich sicher sein können und auch für den Klienten zu einem positiven Ergebnis und Erlebnis führen können,
00:03:26
Speaker
Müssen wir über Sensibilität und Empathie sprechen und wie wir diese Kraft als Superkraft nutzen können, welchen Rahmen es dafür braucht, welche Fähigkeiten und vor allem welche Unterscheidungen müssen wir auch treffen zwischen Sensibilität, Empathie, Resonanz,
00:03:44
Speaker
Auch Hypervigilanz, also es wird ganz häufig zum Beispiel die Hypervigilanz mit Hochsensibilität verwechselt und das müssen wir lernen zu unterscheiden.
00:03:56
Speaker
Und das geht nur darüber, dass wir als Coaches erstmal checken, in welchem Zustand ist mein Nervensystem, während ich wahrnehme.
00:04:06
Speaker
Und genau, das wollen wir heute hier besprechen, um einfach klarzumachen, wo wir als Coaches einfach auch noch gewisse emotionale oder auch Nervensystemfähigkeiten und Zustände erlernen müssen, um wirklich gute Arbeit zu machen oder noch bessere Arbeit zu machen.
00:04:22
Speaker
Ja, also ich kann ja vielleicht ein Alltagsbeispiel nennen, wo mir das Thema wieder begegnet ist.
00:04:26
Speaker
Und zwar weißt du ja, dass ich dieses Jahr die erste systemische Aufstellungsarbeit gegeben habe.
00:04:31
Speaker
Da war dann ja auch eine unserer aktuellen Ausbildungsteilnehmerinnen und es waren tatsächlich schon auch sehr...
00:04:39
Speaker
sehr intensive Themen, sage ich mal, die da auch aufgestellt wurden mit wirklich auch sehr schweren Geschichten.
00:04:46
Speaker
Und ich habe schon während der Aufstellung gesehen, dass auch bei ihr, also bei dieser Teilnehmerin immer wieder Tränen aufkamen, sie sich sehr angefasst gefühlt hat von diesen Themen und sie schrieb mir dann danach, dass sie ab dem Moment sich irgendwie Sorgen gemacht hat, ob sie im Coaching nicht zu sensibel sei, um
00:05:04
Speaker
solche tiefen Prozesse, weil uns da auch eben sehr intensive Themen begegnen können und auch schmerzliche Geschichten begegnen können, ob das für sie ein schlechtes Zeichen sei, dass sie da so mitgefühlt hat.
00:05:16
Speaker
Und meine Antwort, und so empfinde ich das auch, ist,
00:05:19
Speaker
Ganz klar nein, weil ich persönlich davon überzeugt bin, dass wenn wir diese Fähigkeit abschalten oder gar nicht zugänglich haben, dann nehmen wir einen der größten Hauptfaktoren aus dem Coaching raus.
00:05:34
Speaker
Denn natürlich gehen wir in Resonanz, also in eine Empathie im Idealfall mit einer anderen Person.
00:05:40
Speaker
Die Frage ist eben nur, wie kann ich das dosieren, auch in meiner Rolle als Coach?
00:05:45
Speaker
Und das ist auch das, was ich Ehren zur Beruhigung gesagt habe.
00:05:48
Speaker
Sie war ja in einer ganz anderen Rolle.
00:05:50
Speaker
Also sie war in diesem Aufstellungsfeld und konnte von einer ganz anderen Perspektive da drauf schauen, während ich in der Coaching-Rolle, sage ich mal,
00:06:00
Speaker
... ebenfalls angefasst war.
00:06:02
Speaker
Also es hat mich auch berührt und ich habe das

Gesellschaftliche Wahrnehmung von Sensibilität und ihre Regulation

00:06:04
Speaker
auch gespürt,...... dass in mir gerade an so Punkten, wo ich gemerkt habe,...... boah, da sitzt wirklich noch was fest,...... dann auch gemerkt habe, dass so Tränen hochstiegen oder andere,...... oder mein Körper sich anders angefühlt hat.
00:06:16
Speaker
Also es kann eine sehr, sehr große Superkraft sein,...... wie so eine Art Detektor, der anzeigt,...... okay, da sind wir gerade an einem echt wichtigen Punkt.
00:06:24
Speaker
Hier passiert gerade was in mir.
00:06:26
Speaker
Hier habe ich gerade eine totale Enge in mir...
00:06:28
Speaker
Und bin so gesehen der Spiegel des Nervensystems der Klienten.
00:06:33
Speaker
Dafür muss ich aber auf eine Art auch mich selber genug kennen und auch meine eigenen Nervensystemzustände genug spüren und regulieren können, um eben unterscheiden zu können,
00:06:45
Speaker
Wo bin ich gerade mit einem eigenen Thema in Kontakt?
00:06:47
Speaker
Wo werde ich gerade getriggert, weil ich mich selbst nicht halten kann?
00:06:50
Speaker
Und wo nehme ich gerade wirklich wahr, was mit im Raum ist und was bei der Klientin gerade wirksam ist?
00:06:56
Speaker
Und dafür ist vielleicht erst mal ganz wichtig zu verstehen, was ist denn überhaupt Sensibilität?
00:07:00
Speaker
Also im Prinzip gibt es Sensibilität ja in unterschiedlichsten Bereichen.
00:07:04
Speaker
Das kann auf emotionaler, sozialer Ebene sein.
00:07:07
Speaker
Das kann auf körperlicher Ebene gemeint sein.
00:07:09
Speaker
Also es ist eigentlich die natürliche Fähigkeit,
00:07:13
Speaker
auf bestimmte Reize, auf bestimmte Gefühle, auf bestimmte Wahrnehmungen im Kontakt oder auch im Umfeld oder auch auf körperliche Reize zu reagieren und diese eben wahrzunehmen.
00:07:25
Speaker
Das ist erst mal so gesehen, sag ich mal, sehr runtergebrochen, die Bezeichnung von Sensibilität.
00:07:32
Speaker
Deswegen würde da niemand erst mal sagen, oh, das ist nicht gut fürs Coaching, das zu können, sondern es ist eigentlich eine Grundvoraussetzung.
00:07:43
Speaker
Was vielleicht noch wichtig zu dieser Thematik ist, ist natürlich, also im Coaching ist das natürlich eine ganz wichtige Fähigkeit, in der Care-Arbeit sowieso, in der Arbeit mit Kindern und so weiter.
00:07:53
Speaker
Und gleichzeitig darf man aber nicht vergessen, dass wir in einer Gesellschaft aufwachsen, in der wir für zu viel Sensibilität eher negativ bewertet werden.
00:08:02
Speaker
Also mit so Sachen wie, ja, du bist aber zu sensibel, sei doch nicht so empfindlich, jetzt liegst du die Sachen aber auf die Goldwaage.
00:08:09
Speaker
Das ist natürlich auch so,
00:08:12
Speaker
haben viele Menschen die Erfahrung gemacht, dass Sensibilität nicht gewollt ist und dass sie Sensibilität unterdrücken müssen und dass das irgendwie falsch ist.
00:08:20
Speaker
Und dadurch, dass es eben so zurückgehalten wird, wir häufig gar keinen Raum haben, um zu lernen, mit dieser Sensibilität überhaupt umzugehen, weil sie ja grundsätzlich erstmal unterdrückt werden muss.
00:08:33
Speaker
Und das heißt,
00:08:34
Speaker
Ich unterdrücke da eine Kraft, eine Gabe vielleicht auch, wenn man die so sehen möchte.
00:08:40
Speaker
Und ich sehe sie definitiv so.
00:08:43
Speaker
Ich unterdrücke sie, weil ich spüre, das ist nicht gewollt.
00:08:48
Speaker
Und dadurch bleiben mir aber Lernerfahrungen mit dieser Qualität aus.
00:08:54
Speaker
Und dadurch sehen wir ganz häufig, dass es so ein extremes Pendeln gibt zwischen
00:09:01
Speaker
Ich nehme sensibel ganz viel wahr, aber ich weiß auch gar nicht, wie ich das dosieren kann, weil mir die Fähigkeit fehlt, diese Sensibilität auch zu regulieren und zu rahmen.
00:09:13
Speaker
Und nicht alles, was ich wahrnehme, muss ich auch reinlassen oder ich muss damit irgendwas machen.
00:09:19
Speaker
Also wie funktioniert das dann einfach auch bei sich zu bleiben, auch wenn man im Außen was wahrnimmt, ja?
00:09:27
Speaker
Und das hat natürlich ganz viel damit zu tun, wie viel habe ich auch von dem, was ich im Außen wahrnehme, integriert.

Praktische Ansätze zur Emotionsregulation im Coaching

00:09:35
Speaker
Und wir haben das gerade gestern in der letzten Praxissession gehabt mit unseren Auszubildenden.
00:09:43
Speaker
Wir besprechen aktuell Fallbeispiele, beziehungsweise unsere Auszubildenden haben Testklienten und Testklientinnen, mit denen sie arbeiten.
00:09:52
Speaker
Und
00:09:52
Speaker
Und wir gehen dann eben in so einen Prozess, wo wir gemeinsam die Analyse machen und eben schauen.
00:10:00
Speaker
Und wir hatten gestern genau die Situation, in der im Raum extrem viel emotional los war, weil die Situation der Testklientin
00:10:12
Speaker
einfach gerade sehr unschön ist.
00:10:15
Speaker
Aus verschiedenen Gründen.
00:10:17
Speaker
Die ist schulmedizinisch nicht so gut behandelt worden.
00:10:21
Speaker
Das hat zu gewissen Symptomen geführt.
00:10:24
Speaker
Die Entscheidung für diese Behandlung
00:10:29
Speaker
hat natürlich auch zu diesen Symptomen geführt.
00:10:31
Speaker
Also es ist ja eine Wechselwirkung zwischen dem, der das durchführt und dem, der sich für diese Behandlung entscheidet.
00:10:37
Speaker
Und das Ende ist einfach, dass sie jetzt gerade einfach Hilfe braucht, weil sie unter der Situation sehr leidet.
00:10:44
Speaker
Dass der Körper Hilfe braucht, dass ihr Nervensystem Hilfe braucht, dass sie sehr erschöpft ist.
00:10:50
Speaker
Und es war sehr viel Leid zu spüren in der Situation.
00:10:57
Speaker
Und
00:10:58
Speaker
Da wir ja im Raum Auszubildende haben, die alle sehr empathisch und sensibel sind,
00:11:04
Speaker
Es war da natürlich ganz, ganz viel los und wir mussten auch darüber sprechen, okay, was passiert da jetzt gerade mit mir, wenn ich das wahrnehme?
00:11:11
Speaker
Und wie viel von dem, was ich da wahrnehme, ist Mitgefühl oder auch der Unterschied zu Mitleid?
00:11:21
Speaker
Wo fange ich an, dieses Leid für diese Person schultern zu wollen oder ganz schnell lösen zu wollen oder diese Person selbst in eine Opferrolle zu schieben?
00:11:34
Speaker
Und dann kann ich nicht mehr richtig helfen.
00:11:35
Speaker
Das heißt, da sind ganz viele menschliche Emotionen im Raum, die auch jeder Coach und Therapeut haben darf, weil wir nicht konstant immer die Coach- oder Therapeutenrolle aufhaben können, sondern immer auch noch Mensch sind mit Emotionen wie Ärger, Frustration und Wissen.
00:11:57
Speaker
Der Punkt ist, also bei mir war es zum Beispiel so, ich hatte im negativen Sinne Gänsehaut am ganzen Körper durch diese Situation, die ich dort, sag ich mal, ablesen konnte.
00:12:10
Speaker
Aber...
00:12:12
Speaker
Wenn ich das jetzt nicht regulieren kann, dass mir irgendwie schon leidtut oder dass ich dieses Leid spüre, weil ich so sensibel und empathisch bin, dann würde ich Sachen an meine Klientin rantragen, die ihr nicht wirklich helfen würden.
00:12:30
Speaker
Ja.
00:12:35
Speaker
Das müssen wir also lernen mit dem, was wir da wahrnehmen, uns erstmal zu regulieren als Coaches und dann eben zu gucken, wie gehen wir jetzt damit so an die Klientin ran, dass es ihr auch wirklich weiterhelfen kann und nicht noch stärkere Schamgefühle auslöst, Schuldgefühle auslöst.
00:12:53
Speaker
Das ist dann die Traumasensibilität, die da mit reinkommt.
00:12:57
Speaker
Und das ist einfach ganz wichtig, immer erst mal zu checken, wie ist mein Nervensystemzustand, wenn ich das alles von meiner Klientin gerade wahrnehme, wie kann ich das regulieren, was bei mir aktiviert wird und dann, wie trete ich an sie ran, damit das sie auch wirklich helfen kann.
00:13:19
Speaker
Sonst hat Sensibilität keinen Rahmen und dann, ne,
00:13:25
Speaker
verfallen wir ganz schnell in Reaktionen, die nicht weiterhelfen, sondern die eben noch mehr Druck aufbauen oder noch mehr Scham aufbauen bei unserem Gegenüber.
00:13:34
Speaker
Ja, und die halt natürlich auch dazu führen, dass wir irgendwann als Coaches erschöpft sind.
00:13:41
Speaker
Also das eine ist halt, dass es dem Klienten dann ab einem bestimmten Punkt nicht mehr hilft, weil wenn ich nur das Leid sehe,
00:13:48
Speaker
das heißt, den Klienten nur vor einer leidvollen Brille sehe, dann bleiben alle Ressourcen, alles, was den Klienten auch ausmacht und was ihm auch helfen kann, selbstwirksam die Situation mitzugestalten und zu verändern, dafür fehlt der Blick.
00:14:02
Speaker
Das heißt, das ist keine so förderliche Umgangsweise für den Klienten oder für die Kundin.
00:14:09
Speaker
Es ist aber auf der anderen Seite auch so, wenn jede emotionale Regung und alles, was ich da wahrnehme, ungefiltert in mich reinfließt, bin ich am Ende des Tages einfach komplett am Arsch.
00:14:23
Speaker
Und dann beschäftigt das viele noch nachhaltiger.
00:14:25
Speaker
Also ich zum Beispiel habe für mich auch herausgefunden über die Jahre, dass ich nur bis zu einem gewissen Zeitpunkt am Tag coache.
00:14:34
Speaker
Alles danach führt dazu, egal welche Themen da sind, dass ich einfach schlechter schlafen kann, dass mich das dann auch vielleicht im Traum oder im Unbewussten nochmal begleitet.
00:14:44
Speaker
Und es liegt einfach daran, dass wir Menschen sind.
00:14:47
Speaker
Und ich finde, das ist eine der Haupt-
00:14:50
Speaker
Punkt im Coaching, das nicht abstellen zu müssen und trotzdem aber zu spüren, okay, wie sind denn auch meine Ressourcen, wie sind meine Rahmenbedingungen, bei welchen Themen reagiere ich besonders stark, welche Themen fassen mich besonders an, wo merke ich vielleicht, okay, da muss ich aufpassen, dass ich da keine zu große Wertung mit reinbringe oder versuche, über den Klienten meine eigenen Themen zu lösen.
00:15:12
Speaker
Bestes Beispiel, was du gerade gesagt hast, dann hat man jemanden vor sich sitzen, der erzählt, ich habe eine Entscheidung getroffen und wurde in der Schulmedizin schlecht behandelt und habe selber vielleicht eine Erfahrung damit, dass eine mir nahestehende Person oder ich selber einfach...
00:15:28
Speaker
mit starken Nebenwirkungen zu kämpfen hatte oder bestimmte negative Erfahrungen zum Beispiel bei der Frauenärztin, beim Arzt oder wo auch immer gesammelt habe.
00:15:36
Speaker
Und kriege gar nicht mit, dass ich über die Wut, wie meine Klientin behandelt wurde, eigentlich meine nie ausgedrückte Wut über meine eigene Behandlung mit auszudrücken versuche und plötzlich die Klientin viel wütender ist, als es eigentlich zu ihrer Situation vielleicht dazugehören würde.
00:15:53
Speaker
Und das ist eben diese Thematik mit der Projektion,
00:15:57
Speaker
weshalb die Selbsterfahrung ja auch eine zentrale Rolle spielt und auch davor schützt, dass uns eben diese leidvollen Geschichten überfordern.
00:16:07
Speaker
Weil wenn ich selber schon mal da war durch eigene Prozesse, wie es sich anfühlt, Wut auszudrücken, wie sich Enge im Hals anfühlt, wenn ich das Gefühl habe, Gott, ich weiß nicht, was passiert gerade mit meinem Körper, ich wusste gar nicht, dass mich das Thema so beschäftigt.
00:16:21
Speaker
Wenn ich selber schon mal einen Verlust Schmerz durchfühlt habe, weil vielleicht bestimmte Abschiede nicht verarbeitet sind.
00:16:27
Speaker
wenn ich selber kindliche Themen schon mal gespürt habe, wie sich das anfühlt, damit in Kontakt zu kommen.
00:16:32
Speaker
Wo aber auch der Unterschied ist, wenn ich das aus der Erwachsenenhaltung heute durchlebe,
00:16:37
Speaker
und nicht durch die kindliche Ohnmacht, die damals da war, dann bin ich viel abgesicherter, wenn eine Klientin vor mir sitzt mit diesen Emotionen.
00:16:47
Speaker
Das Beispiel bringen wir immer wieder mit dem Tauchlehrer.

Einfluss von Kindheitserfahrungen auf Sensibilität

00:16:50
Speaker
Ich kann eine Tauchschülerin ganz anders in die Tiefe begleiten, ganz anders darin absichern zu sagen, weißt du, ich weiß, das ist am Anfang...
00:17:00
Speaker
Also beängstigend, weil wir waren ja noch nie, also wenn wir das nicht bewusst entscheiden, in dem tiefen Grund vom Meer.
00:17:07
Speaker
Aber ich kann dir sagen aus eigener Erfahrung, wir tauchen gemeinsam runter, ich weiß, was unten zu tun ist und wir kommen gemeinsam wieder hoch und danach ist es besser.
00:17:15
Speaker
Und das kann ich nur dann ausstrahlen, das kann mein Nervensystem nur dann wirklich spiegeln, wenn ich das wirklich glaube, weil ich selbst Erfahrung habe.
00:17:24
Speaker
Und das ist der Punkt, wo Sensibilität häufig auch missverstanden wird, weil das eine ist das, was du sagst mit, du bist zu sensibel, du fühlst zu viel.
00:17:34
Speaker
Das andere ist, dass viele aber auch dafür sehr viel Anerkennung bekommen haben ihr ganzes Leben, dass sie so feinfühlig sind, so empathisch.
00:17:42
Speaker
sofort mitbekommen, wenn irgendwas los ist bei der anderen Person und vielleicht gar nicht selber mal damit in Kontakt kommen, dass es gar nicht mehr eine reine Empathie ist, sondern vielleicht auch die Folge von einem extrem angespannten Nervensystem, das von Kindheitstagen an nur darin Sicherheit gefunden hat, alles abzuscannen.
00:18:02
Speaker
Wie ist deine Körperhaltung?
00:18:03
Speaker
Wie guckst du mich an?
00:18:04
Speaker
Wie ist deine Tonlage?
00:18:05
Speaker
Wie ist der Raum um mich herum?
00:18:06
Speaker
Wie sind die Menschen hier?
00:18:07
Speaker
Ist hier Konflikt oder nicht?
00:18:09
Speaker
Und es wird dann häufig als sensibel wahrgenommen, im Sinne von, du bist so feinfühlig, krass, dass du das mitbekommen hast.
00:18:15
Speaker
Aber eigentlich ist es eine Folge von einer Kindheitserfahrung, die so überflutend war, dass das Nervensystem permanent in der Anspannung steckt, nachzuspüren, ist der Raum sicher und wo bin ich gerade und wie guckst du mich an und was sagst du und wie sagst du es?
00:18:31
Speaker
Und das hindert auch einen Coaching-Prozess, weil wenn dein Nervensystem permanent im Anstrengungskodus ist, kriegt die Klientin mit, oh Gott, irgendwas muss hier in dem Raum sein, ohne das bewusst wahrzunehmen.
00:18:42
Speaker
Also irgendwas muss ja hier unsicher sein.
00:18:46
Speaker
Also dann muss ich auch mal anfangen zu scannen, wie ist der Raum und wie guckt meine Coach hin und ist es vielleicht schlimmer, als ich dachte.
00:18:54
Speaker
Und das ist einfach der Punkt, wo wir in einer eigenen Erfahrung
00:19:00
Speaker
für uns erleben müssen, was ist Sensibilität, wo ruht sich vielleicht in ein Nervensystem, Reaktionsmuster und wo versichere ich.
00:19:10
Speaker
Das ist dann die Hypervigilanz, die du eben beschrieben hast.
00:19:13
Speaker
Und den Unterschied, den kennen halt viele gar nicht.
00:19:17
Speaker
Den Unterschied zwischen Hochsensibilität, also mein Nervensystem ist ruhig und entspannt und ich nehme trotzdem viel wahr,
00:19:27
Speaker
Oder Hypervigilanz.
00:19:29
Speaker
Ich bin innerlich angespannt und in einer Angsthaltung und scanne deshalb die ganze Zeit die Umwelt ab, um abschätzen zu können, wie ich reagieren muss, um meine Umwelt und die Menschen in meiner Umwelt zu kontrollieren und deren Reaktionen zu kontrollieren.
00:19:51
Speaker
Also das eine ist Hochsensibilität.
00:19:55
Speaker
das andere ist Hypervigilanz und der Punkt ist, am Ende macht der Zustand des eigenen Nervensystems im Prinzip den Unterschied.
00:20:05
Speaker
In beiden Wahrnehmungen, sage ich mal, nehmen wir viel im Außen wahr, aber
00:20:12
Speaker
Bei der einen ist das Nervensystem entspannt und bei der anderen ist es angespannt.
00:20:17
Speaker
Und das ist ganz, ganz wichtig, dass wir das A am eigenen Leibe spüren und dafür braucht es Selbsterfahrungsräume und nicht nur die Theorie dazu, weil ich muss fühlen können, bin ich entspannt, während ich wahrnehme oder bin ich angespannt, wenn ich wahrnehme.
00:20:35
Speaker
Und ich muss auch
00:20:38
Speaker
erkennen können, ob das bei meiner Klientin so ist.
00:20:41
Speaker
Weil uns begegnen natürlich nicht nur Auszubildende oder Coaches, die sensibel sind oder die auch in so einer Hypervigilanz-Situation sind, sondern wir arbeiten ja häufig auch mit Klienten, die vielleicht von sich selbst sagen, ich bin hochsensibel.
00:20:59
Speaker
Und es kann durchaus auch beides nebeneinander existieren.
00:21:03
Speaker
Also ich erinnere mich, eine von unseren Coaches hat mich irgendwann mal gefragt, ob beides bei ihr sein könnte, weil sie sehr, sehr, sehr viel wahrnimmt, sehr feinfühlig ist.
00:21:18
Speaker
Und trotzdem ganz klar nach der Beschreibung, was so Grunderfahrungen für Hypervigilanzreaktionen sind, das auch bei ihr zutrifft.
00:21:29
Speaker
Und natürlich kann das beides existieren.
00:21:31
Speaker
Also da kann beides zusammenkommen.
00:21:34
Speaker
Eine grundsätzliche Fähigkeit, hochsensibel wahrzunehmen.
00:21:39
Speaker
Plus die Erfahrungen, die als Kind dann dazu geführt haben, dass wir immer noch eher in der Hypervigilanz sind.
00:21:46
Speaker
Und so richtig differenzieren lässt sich das dann am Ende nur, das war auch bei ihr so, wenn sie lernt, ihr Nervensystem zuerst
00:21:54
Speaker
so zu regulieren, beziehungsweise zuzulassen, dass es sich selbst reguliert, in die Entspannung bringt.
00:22:01
Speaker
Und das, was dann noch übrig ist an Wahrnehmung, an Sensibilität, das ist dann die wirkliche Hochsensibilität.
00:22:09
Speaker
Und deswegen...
00:22:11
Speaker
Haben wir zum Beispiel gestern auch gemacht, bevor wir in die Praxissession eingestarrt sind und uns sozusagen für die Themen der Klientin geöffnet haben, haben wir eine kurze Übung gemacht, wo wir selbst auch alle einmal in den Körper eingecheckt haben, weil es zu so einer Grundroutine für jeden Coach gehören muss, einmal in sich selbst hineinzuspüren, in welchem Zustand bin ich gerade, aus welcher Brille, der Zustand beeinflusst die Brille, die ich schaue, schaue ich jetzt gerade auf die Themen meiner Klienten und
00:22:42
Speaker
Das ist, sag ich mal, der Idealzustand, wenn man sich das als Coach erlaubt, da vorher bei sich einzuschecken, selber einmal abfließen

Emotionale Grenzen und Selbstfürsorge für Coaches

00:22:50
Speaker
zu lassen.
00:22:50
Speaker
Wir sind ja, wie gesagt, auch nur Menschen.
00:22:52
Speaker
Vielleicht habe ich vorher noch mit der Buchhaltung rumgekämpft und mich darüber geärgert, dass ich irgendwo in der Warteschleife gehangen habe.
00:23:00
Speaker
Und all das nehme ich ja mit in den Prozess, wenn ich nicht einmal bei mir einchecke und das mal durchfließen lasse und
00:23:09
Speaker
mich erde und in den Moment ankomme und aus dieser Brille beeinflusst, wie ich meine Klientin sehe und wie ich auch auf meine Klientin eingehe.
00:23:18
Speaker
Und das ist, ja genau, einfach mehr chillen und locker durch die Hose atmen.
00:23:24
Speaker
Danke schön für den Kommentar.
00:23:27
Speaker
So im Prinzip ist es.
00:23:29
Speaker
Also einmal wirklich bis durch die Hose atmen und dann kann ich mich da auch besser drauf einstellen.
00:23:37
Speaker
Und auch checken, bin ich jetzt gerade eher in der Hypervigilanz gesteckt.
00:23:40
Speaker
scanne ich auch meine Klientin ab, wie sie jetzt reagiert auf das, was ich mit ihr mache, weil es ganz, ganz wichtig für mich ist, dass sie mir jetzt das Signal gibt, dass ich das als Coach richtig gemacht habe und sie zufrieden ist.
00:23:53
Speaker
Und das ist einfach ganz wichtig und beginnt bei uns.
00:23:57
Speaker
Ja, und das andere ist ja auch, also das eine ist, dass man diese Alltagssituationen sonst mitnimmt.
00:24:03
Speaker
Und das andere ist ja auch, wenn Frauen wirklich auch
00:24:08
Speaker
vielleicht auch sogar hauptberuflich coachen wollen, dann werden wir auch mehr als eine Person am Tag begleiten.
00:24:13
Speaker
Und wenn das so ist, dann nehmen wir natürlich auch die Eindrücke, die Geschichte und die Resonanz mit.
00:24:20
Speaker
Also wir kommen dann mehrmals im Tag in die Situation, auch unser System bis zu einem gewissen Grad zu öffnen.
00:24:26
Speaker
Wir sind die Resonanzkörper.
00:24:28
Speaker
Und wenn
00:24:29
Speaker
wir da aber kein gesundes Maß haben, dann, also da kommen wir wieder zum Gesetzesausgleich, sage ich mal, wenn wir entweder uns komplett abschließen müssen, abschotten müssen, weil wir ansonsten, und dann kämen wir ins andere Extrem, alles ungefiltert wahrnehmen und komplett überflutet werden von den Wahrnehmungsreizen,
00:24:52
Speaker
Dann haben wir entweder eine gewisse Kälte, wo das Nervensystem ausstrahlt, komm mir nicht zu nah, bleib mir doch immer ein bisschen fern mit deinen Empfindungen, weil ansonsten überflutest du mich damit, dann reproduzieren wir, ohne es zu wollen, das, was die meisten Klientinnen sowieso schon erlebt haben, nämlich, dass sie mit dem, was sie sind, zu viel sind.
00:25:12
Speaker
Und dementsprechend braucht es wie so ein Regler dazwischen.
00:25:15
Speaker
Also das ist ja auch tagesabhängig, vielleicht auch situationsabhängig, wenn bestimmte Situationen im eigenen privaten Leben gerade da sind oder wenn das eigene Immunsystem gerade vielleicht auch mit einer Infektion oder sowas kämpft, dann sind wir auf eine andere Art und Weise verantwortlich.
00:25:33
Speaker
resonanzfähig, als wenn wir in einem sehr glücklichen, angenehmen, stabilen, ausgeschlafenen Zustand sind.
00:25:40
Speaker
Und deswegen ist es nicht nur
00:25:43
Speaker
also nicht eigentlich nur eine Option mal kurz reinzuspüren, sondern eigentlich eine Grundvoraussetzung wahrzunehmen, was kann ich gerade halten?
00:25:51
Speaker
Weil es kann zum Beispiel, das hatten wir vor zwei Wochen, da gab es ja in meiner privaten Situation so ein, zwei Themen, die mich auch sehr beschäftigt haben und wenn dann das gleiche Thema aufkam, dann habe ich reingespürt, kann ich das gerade gut halten oder nicht?
00:26:07
Speaker
Und wenn nicht, dann habe ich gesagt, lass uns da heute nicht so tief reingehen und dann schauen wir das nächste Mal, weil
00:26:14
Speaker
Wir können nur so tief gehen, wie das der Coach halten kann.
00:26:16
Speaker
Ansonsten haben wir halt die Gefahr, dass es eine Erfahrung wird, wo ich mit Emotionen in Kontakt komme, die dann eben sich nicht regulieren oder nicht gehalten werden können.
00:26:25
Speaker
Und das gehört auch mit dazu.
00:26:26
Speaker
Wir haben unsere Begrenzungen und solange wir ausstrahlen, das sind meine Begrenzungen, die haben mit dir nichts zu tun, aber ich bin dafür verantwortlich, sie aufzuzeigen,
00:26:36
Speaker
ist es eigentlich genau die Erfahrung, die jedes Kind mit den eigenen Eltern und mit den wichtigsten Personen machen sollte, weil Begrenzungen erleben wir alle.
00:26:46
Speaker
Das Problem ist nur, wenn Kinder das Gefühl bekommen, du bist schuld, dass ich gerade überfordert bin.
00:26:51
Speaker
Du bist zu viel und das merke ich daran, dass ich gerade überfordert bin.
00:26:55
Speaker
Du solltest dich zurückhalten, weil sonst breche ich zusammen.
00:26:58
Speaker
Das ist das, was viele häufig erleben.
00:27:00
Speaker
Und wenn es im Coaching dann entweder bewusst oder auch einfach auf Nervensystemebene genau das Gleiche ist, dann reproduzieren wir, ohne das zu wollen, genau das gleiche Thema.
00:27:12
Speaker
das hat ein Gefahrenpotenzial in Anführungsstrichen.
00:27:15
Speaker
Das muss nicht direkt etwas lebensbedrohlichem, für um Gottes Willen, aber es hinterlässt dann einfach Spuren, die das verstärken, was wir eigentlich lösen wollen.
00:27:24
Speaker
Und dann wird auch so ein Lösungsweg länger und steiniger und es ändert sich nicht so schnell und auch nicht so nachhaltig, weil wir gar nicht mitbekommen, dass diese Erfahrung, die wir lösen wollen, eigentlich immer wieder gemacht wird, ohne dass wir es mitbekommen.
00:27:39
Speaker
Und deswegen
00:27:39
Speaker
ist es einfach wichtig, dass wir uns da selbst kennenlernen und das wird sich mit der Zeit auch verändern.
00:27:45
Speaker
Also ich konnte am Anfang weniger halten als heute.
00:27:47
Speaker
Ich habe auch am Anfang bestimmte körperliche Reaktionen gemerkt und die haben mich überfordert, weil ich nicht wusste, wie soll ich die jetzt einordnen.
00:27:56
Speaker
Und wenn wir uns da aber kennenlernen und merken, ah okay,
00:28:00
Speaker
Das ist in mir ein sicheres Signal, dass wir gerade an einem sehr entscheidenden Punkt sind, weil mich das gerade berührt.
00:28:07
Speaker
Und es berührt mich natürlich auch, weil jeder von uns hat mal Verlusterfahrungen gemacht, jeder von uns hat mal eine Trennung erlebt und so weiter.

Sensibilität als Werkzeug für transformative Coaching-Erfahrungen

00:28:15
Speaker
Aber ich kriege mit, das ist gerade nicht nur meins und ich kann da gerade gut mitfühlen.
00:28:20
Speaker
Jemand anderes hat mir gesagt, das, was du gerade auch gesagt hast, dass sie immer Gänsehaut bekommt, wenn sie das Gefühl hat, man ist gerade an einem wichtigen Punkt.
00:28:27
Speaker
Oder jemand anderes spürt tendenziell eine Enge, wenn sie merkt, okay, jetzt sind wir an so einem Angstpunkt, der aber wesentlich ist.
00:28:34
Speaker
Und wenn man das spüren kann, dann ist das einfach echt eine super Kraft, wo nachher die Klienten auch sagen,
00:28:41
Speaker
krass, so tief bin ich noch nie gekommen.
00:28:42
Speaker
Da wusste ich selber gar nicht, dass da ein Punkt ist.
00:28:46
Speaker
Aber dafür braucht es eben beides.
00:28:49
Speaker
Sonst haben wir dieses, ich coache einfach intuitiv, ich coache einfach mal nach Gefühl, ich spüre einfach mal nach, was heute so dran ist.
00:28:57
Speaker
Und dann gehe ich ja auch mit jeder emotionalen Regung mit und komme komplett vom Kurs ab und bin gar nicht mehr nachher beim Ursprungsauftrag der Klientin,
00:29:08
Speaker
Und dementsprechend braucht es eben den Ausgleich von beiden Welten, der Sensibilität, der Intuition, aber auch einer Sicherheit, einer Struktur, einem Prozess, der überhaupt erst ermöglicht, dass das System und auch der Raum sicher genug ist, um dann auch der Resonanz und der Intuition folgen zu können.
00:29:27
Speaker
Oder wie siehst du das?
00:29:28
Speaker
Ja, absolut.
00:29:29
Speaker
Also ich möchte da vielleicht gerade einfach auch noch zusagen, wenn man sich das so anhört.
00:29:35
Speaker
Also da kann auch mal ganz schnell der Perfektionismus kicken und der Gedanke vielleicht, boah, das werde ich nie lernen können oder das klingt sehr kompliziert.
00:29:48
Speaker
Und da will ich einmal beruhigen, also A, wir können sowieso nicht alles richtig machen, zwischen menschlichen Beziehungen und die Beziehung zum Coach ist ja auch eine, können wir nicht alles richtig machen und wir dürfen auf irgendeiner Ebene auch ins Vertrauen kommen, dass das, was zwischenmenschlich und im Coachingraum passiert, auch immer aus einem Grund passiert und eine wertvolle Erfahrung ist, mit der wir dann weitergehen können.
00:30:18
Speaker
Das würde ich einmal nur so mit reingeben und trotzdem sehen wir das einfach, dass häufig einfach...
00:30:27
Speaker
entweder sich nur komplett an irgendwelche Methoden und Prozesse drangeklammert und festgebissen wird.
00:30:35
Speaker
Schritt 1, Schritt 2, Schritt 3, Schritt 4.
00:30:37
Speaker
Wir machen nur Verhaltenstherapie, wir machen nur Tiefenpsychologie, wir trennen das alles, wir machen nur systemische Aufstellungsarbeiten, wir trennen diese Methoden voneinander und beißen uns an dieser Methode fest.
00:30:49
Speaker
Und es muss auch genau so sein, damit es kontrollierbar ist,
00:30:56
Speaker
damit es nachvollziehbar ist, damit wir es einkategorisieren können.
00:30:59
Speaker
Oder wir sehen die andere Seite, die total...
00:31:04
Speaker
in die Ablehnung von irgendwelchen Plänen, Rahmungen, Strategien, Methoden geht, wo alles nur noch intuitiv stattfindet.
00:31:12
Speaker
Und da haben wir halt eigentlich so eine toxisch-feminine oder maskuline Energie drin.
00:31:17
Speaker
Also die Ablehnung der intuitiven Seite, sich nur an Strukturen zu klammern und zu halten oder an irgendwelche Vorgaben oder Studien oder Fakten oder Daten.
00:31:29
Speaker
Und auf der anderen Seite die feminine toxische Energie, die sagt,
00:31:33
Speaker
ich lasse mich gar nicht rahmen, ich lasse mir gar nicht sagen, in welchem Raum, in welchem Rahmen ich mich hier bewegen muss, ich gehe einfach mit dem Flow.
00:31:41
Speaker
Und beides ist gefährlich, weil wir auf der einen Seite alles intuitive, zwischenmenschlich, was zwischen den Zeilen abläuft und was die Klientin oder der Klient, der vor uns sitzt, eigentlich gerade wirklich braucht, ablehnen.
00:31:57
Speaker
und den Klienten und den Prozess des Klienten irgendwelchen Methoden unterwerfen oder auf der anderen Seite dann einfach aufgrund von dem, was du gerade beschrieben hast, Lena, intuitiv irgendwelchen
00:32:16
Speaker
Emotionen und Wahrnehmungen folgen, die vielleicht ein Trick des Nervensystems der Klientin sind.

Führung durch emotionale Abwehrmechanismen im Coaching

00:32:23
Speaker
Wir dürfen das gar nicht unterschätzen, wenn wir nicht erkennen können und auch auf der kognitiven Ebene verstanden haben, was Schutzmechanismen sind, was Ablenkungsstrategien sind, was Primäremotion und Sekundäremotion ist, also eigentlich die Emotionsmaske, hinter der sich die eigentliche Emotion versteckt.
00:32:46
Speaker
Und wir folgen dieser Maske, dann verhärten wir häufig das Muster der Klientin nur noch, weil ihr System checkt, der Trick funktioniert, dann mache ich den einfach mal weiter.
00:32:57
Speaker
Und wenn der mit der da, die da vor mir sitzt, funktioniert, ist das ja wunderbar, dann kann ich das jetzt die ganze Zeit so machen.
00:33:06
Speaker
Vielleicht gebe ich mal so ein kurzes Praxisbeispiel, wie das in der Praxis aussehen könnte, weil das hatte ich nämlich tatsächlich am Montag.
00:33:15
Speaker
Ich bin mit einer Klientin an eine Vaterwunde gegangen und diese Klientin hat mit diesem Vater...
00:33:23
Speaker
eigentlich nie Kontakt gehabt, wurde von ihm auch sehr abgelehnt und so weiter.
00:33:26
Speaker
Tiefer will ich da nicht reingehen.
00:33:28
Speaker
Und wir sind in diese Vaterwunde so gesehen reingegangen.
00:33:32
Speaker
Das heißt, wir sind diesem Gefühl gefolgt.
00:33:35
Speaker
Und die Hypothese ist natürlich, dass ein Kind erstmal eine große Liebe zum Vater hat und auch das Bedürfnis, danach von ihm gesehen zu werden.
00:33:42
Speaker
Und dieser Teil wurde halt
00:33:44
Speaker
extrem abgelehnt, weil diese Bestätigung, die Anerkennung, die Liebe halt nie gekommen ist und dann wird es halt ab einem bestimmten Punkt für die Psyche leichter, das mit Kälte, Hass, Verachtung zu kompensieren, als den Schmerz zu fühlen, diese Sehnsucht ständig nicht beantwortet zu bekommen.
00:34:00
Speaker
Und dementsprechend sind wir in dieses Thema reingegangen.
00:34:04
Speaker
Und es hat nicht lange gedauert, dann, ich habe mir das Bild beschreiben lassen und so weiter und so ein klassischer Trick ist dann, oh, mir fällt gerade noch eine andere Situation ein, die kommt mir gerade, die ist bestimmt auch noch wichtig und dann ist man plötzlich bei einem ganz anderen Thema.
00:34:20
Speaker
Oder, oh, jetzt ist das Bild weg, jetzt sehe ich gar nichts mehr, also eben konnte ich dir das noch gut beschreiben, aber jetzt ist irgendwie alles schwarz.
00:34:27
Speaker
Oder ihre Reaktion war jetzt unbewusst, ist das normal, dass mir so schwindlig wird, also mir ist richtig schlecht.
00:34:33
Speaker
Und
00:34:34
Speaker
Das ist erstmal in Anführungsstrichen normal, weil wir müssen ja verstehen, dass die Muster und die Verhaltensweisen, die die Klientin aufzeigt, Abwehrstrategien sind.
00:34:45
Speaker
Also das, was ursprünglich mal da war, abgewehrt wird als Strategie, diesen Ursprungsschmerz nicht zu spüren.
00:34:54
Speaker
Wenn wir jetzt aber diese Sicherheit nicht fühlen, zu spüren,
00:34:58
Speaker
Ja, wir sind echt auf einem guten Weg, denn ansonsten würden halt diese Versuche der Ablenkung nicht aufkommen.
00:35:05
Speaker
Dann folgt man vielleicht dem Bild und sagt, ach, das ist ja super, dass da jetzt intuitiv das Bild aufgekommen ist, die andere Situation, erzähl mal.
00:35:11
Speaker
Und dann ist man wieder im Erzählen, ist vielleicht bei einem ganz anderen Thema und sagt, ja, das ist auch interessant, dann gehen wir jetzt mal in das Bild rein.
00:35:18
Speaker
Und entweder man bleibt dann bei dem Bild oder man wechselt wieder.
00:35:21
Speaker
Und dementsprechend braucht es eben,
00:35:25
Speaker
braucht es eben beides und in meiner Wahrnehmung ist häufig diese Überbetonung der intuitiven Vorgehensweise auch ein unbewusster Versuch, die Verantwortung und Führung abzulehnen, weil wenn ich einfach nur dem Raum folge oder auch ständig der Klientin sage, ja mach mal, wie du meinst,
00:35:43
Speaker
spür mal nach, was dir jetzt gerade gut tut, also die Führungsrolle auch einfach ablehne, um bloß auch nicht die Verantwortung zu tragen oder weil ich mich vielleicht selber auch gar nicht sicher genug fühle, auch zu sagen, okay, klar löst das erstmal das Gefühl, also okay, schwindel,
00:36:00
Speaker
Und wenn man nicht weiß, was mache ich denn dann oder ist das gerade normal oder nicht, dann kann ich eben auch darauf kommen zu sagen, okay, dann mach doch die Augen mal auf, wenn du das gerade möchtest und dann gehen wir mal doch nicht dahin.
00:36:10
Speaker
Es braucht also die Sicherheit zu sagen, okay, das ist normal, die Psyche versucht gerade dieses Thema zu.
00:36:16
Speaker
nicht ganz durchdringen zu lassen.
00:36:18
Speaker
Es ist ein gutes Zeichen dafür, dass wir gerade an einem wirklich wichtigen Punkt sind.
00:36:22
Speaker
Verlängern mal die Ausatmung, dass das Nervensystem merkt, trotz dessen, dass wir gerade an diesem Thema sind, bin ich sicher, dafür braucht es Führungsenergie, dafür braucht es nicht, wir freuen uns mal, der Intuition.
00:36:35
Speaker
Und trotzdem braucht es aber auch
00:36:37
Speaker
Das Feingefühl zu merken, okay, der Klientin geht es gerade nicht gut oder da kommt was hoch und ich sage, okay, ja, dann vergiss den Schwindel mal und geh doch einfach mal da durch.
00:36:46
Speaker
Wir müssen jetzt aber mal zur nächsten Frage kommen, das ist ebenfalls Prozess unterbrechen und Kontakt stürmt.
00:36:53
Speaker
Und deswegen braucht es hier genau wie in jedem anderen Bereich einfach die gesunde Balance, die gesunde Waage aus beidem.
00:37:01
Speaker
Und um wirklich intuitiv führen zu können, brauche ich erstens Führungskraft und auch die Sicherheit in mir, das halten zu können.
00:37:10
Speaker
Und auch einen guten Kontakt zu mir, meinem Nervensystem und auch der Kontaktfähigkeit.
00:37:16
Speaker
Weil ansonsten ist es wie das Thema intuitives Essen oder intuitiv Beziehungen führen, wenn ich gar nicht weiß, was meine Intuition ist.
00:37:26
Speaker
Weil mein System darauf trainiert war, wahrzunehmen, was wollen andere von mir und wie muss ich mich jetzt anpassen und was muss ich sagen und tun und was muss ich zurückhalten, um nicht gefährdet zu sein im Kontakt.
00:37:38
Speaker
dann folge ich nicht meiner Intuition, sondern dann folge ich selber als Coach meiner Abwehrstrategie, ohne es mitzubekommen und reiße dann die Klientin auch noch mit da rein.
00:37:48
Speaker
Und dementsprechend braucht es eben eine Struktur, einen Prozess, der mir Sicherheit gibt, der auch dem
00:37:54
Speaker
Auftrag folgt und erkennt, okay, das ist tatsächlich noch ein interessantes Thema, was wir uns mal anschauen könnten, passt aber erstmal nicht zu dem Ursprungsziel, was wir hier im Coaching, was du mir mal mitgeteilt hast.
00:38:08
Speaker
Das schauen wir dann zu einem anderen Punkt mal nach.
00:38:11
Speaker
Dann titsche ich die ganze Zeit hin und her und komme auch nirgendwo richtig an.
00:38:15
Speaker
Überführe vielleicht sogar das Nervensystem der Klientin, weil irgendwann muss das auch mal integriert werden, was da innerlich wirksam ist.
00:38:23
Speaker
Oder auf der anderen Seite, ich komme halt in ein komplettes Chaos, merke plötzlich, oh Gott, das überfordert mich oder das Thema, damit habe ich jetzt gar nicht gerechnet, darauf bin ich nicht vorbereitet.
00:38:32
Speaker
Dann atme mal so, wie es für dich gerade gut ist.
00:38:35
Speaker
Weiß ich in dem Moment aber nicht, wo das Nervensystem merkt, oh Gott, ich bin gerade überflutet.
00:38:41
Speaker
Ja, absolut.
00:38:43
Speaker
Also es ist ganz spannend, weil man braucht natürlich dann auch den Mut, die
00:38:50
Speaker
wieder zurückzuführen.
00:38:51
Speaker
Also das Beispiel, was du gerade genannt hast, wenn dann, also ich hatte auch schon Sessions, da war dann, waren an was dran und in dem Moment, wo du denkst, jetzt
00:39:04
Speaker
oh, da fliegt ein Schmetterling gerade.
00:39:05
Speaker
Also wirklich schon.
00:39:08
Speaker
Oder dass dann von der Situation erzählt wird und ich frage dann, wie war das denn in dem Moment?
00:39:17
Speaker
Wie hast du dich in dem Moment gefühlt?
00:39:19
Speaker
Ja, ich habe mich total geärgert, weil er das immer macht und dann fängt er wieder an.
00:39:24
Speaker
Ja, und da gab es noch eine andere Situation, da hat er das auch so gemacht und so weiter.
00:39:28
Speaker
Dann zu sagen, ich muss dich mal kurz unterbrechen, lass uns nochmal zurückkommen zu diesem Moment.
00:39:35
Speaker
Weil das einfach natürlich eine Abwehrstrategie ist, in dem Moment wieder entweder von der einen Situation in die nächste zu hüpfen, sich von äußeren Reizen ablenken zu lassen.
00:39:45
Speaker
Und das mit den Symptomen ist auch gar nicht so selten.
00:39:49
Speaker
Also ich erinnere mich
00:39:51
Speaker
an eine sehr, sehr, sehr prägende für mich und auch die Klientin prägende Session, über die, mit der habe ich auch heute immer noch Kontakt, über die wir immer mal wieder sprechen, so erinnerst du dich an diese Session, weil das war so eine ganz spannende Session für uns, wo
00:40:08
Speaker
ihr System ein Symptom nach dem anderen auf den Tisch gehauen hat.
00:40:11
Speaker
Also ich glaube, man hätte sich nicht mehr ausdenken können.
00:40:15
Speaker
Also wir sind an ein Thema dran und sie war damals auch noch gar nicht so, konnte wirklich nicht so in sich reinfühlen.
00:40:24
Speaker
Sie hat ganz viele körperliche Symptome gehabt, also auch ihr Reaktionsmuster war sehr stark immer über psychosomatische Sachen zu reagieren.
00:40:34
Speaker
Also körperliche Symptome und
00:40:36
Speaker
Es war so spannend, weil in dieser Session sind wir dann Stück für Stück immer tiefer gegangen und ich wollte sie dann da reinführen und wir waren so kurz vor diesem Kontakt zu diesem Ursprung für diese Themen und dann fing sie auf einmal an und sagte,
00:40:54
Speaker
ja, irgendwie juckt es dir, so juckt mich jetzt mein ganzer Körper, irgendwie juckt es jetzt hier gerade, ne, so, okay, also, dann habe ich auch das gemacht, ne, ich so, okay, das ist in Ordnung, atme mal tief durch, schau mal, ob das für den Moment für dich ertragbar ist und als ihr System gecheckt hat, mit dem Jucken klappt es nicht, kam dann, ja, jetzt kriege ich Hunger, ja,
00:41:19
Speaker
So, und auch da sind wir mal im Moment geblieben, haben geatmet, haben geguckt, mal neugierig, was passiert dann?
00:41:26
Speaker
Und dann wieder, als ihr System gecheckt hat, mit dem Hunger klappt es auch nicht, hat sie plötzlich Magenschmerzen bekommen, ja?
00:41:35
Speaker
So, und da hat die ein Ding nach dem anderen, hat ihr System auf den Tisch gepackt, ja?
00:41:40
Speaker
So, und dann ruhig zu bleiben, ja?
00:41:44
Speaker
Und Sicherheit auszustrahlen und der Klientin zu helfen, zu erkennen, dass das jetzt gerade alles in Ordnung ist, dass es da ist, aber auch einen Ablenkungsversuch und dass wir einfach mal neugierig bleiben, was dann da als nächstes kommt.
00:42:00
Speaker
Ja, kam dann irgendwann der Punkt, auf einmal war das Gefühl da.
00:42:08
Speaker
Ja.
00:42:10
Speaker
Und es hat, also ich glaube, ich habe das noch nie in einer Session erlebt, dass ein System so viele Ablenkungen ausrollt, vor allem körperliche Symptome, bis es dann mal sagt, so, okay, na gut, also dann, wenn das jetzt alles nicht klappt, dann
00:42:32
Speaker
lasse ich dich halt doch mal dran.

Resonanz als Schlüssel zum Verstehen und Leiten von Klienten

00:42:35
Speaker
Das Problem prüft natürlich auch.
00:42:40
Speaker
Kann mein Gegenüber das halten?
00:42:42
Speaker
Ist hier wirklich die Sicherheit da?
00:42:46
Speaker
Kriegt er mich auch wirklich mit?
00:42:48
Speaker
Ja, genau.
00:42:48
Speaker
Kriegt er mich mit oder nicht?
00:42:50
Speaker
Das ist auch häufig ein unbewusster Teil, der abprüft.
00:42:54
Speaker
Werde ich denn nachher wirklich da drin gesehen?
00:42:56
Speaker
Genau.
00:42:57
Speaker
Und das ist, glaube ich, ganz spannend, gerade im Hinblick auf...
00:43:01
Speaker
Und diese Situation oder vielleicht können wir nochmal darüber sprechen, was verstehst du denn unter Resonanz?
00:43:09
Speaker
Weil ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das für viele gar nicht so greifbar ist.
00:43:14
Speaker
Also weshalb ist ein Resonanzgefühl im Coaching-Prozess super wichtig und wie...
00:43:21
Speaker
wie können wir auch gerade unterscheiden oder wahrnehmen, was wir da in Resonanz wahrnehmen.
00:43:28
Speaker
Weißt du, wie ich meine?
00:43:29
Speaker
Vielleicht kannst du das mal so ein bisschen, weil das ist so okay.
00:43:32
Speaker
Es ist schlau eingefällt, dass ich das erkläre.
00:43:37
Speaker
Unglaublich wichtig.
00:43:39
Speaker
Unglaublich wichtiger Faktor im Coaching-Prozess, der ganz, ganz, ganz viel entscheidet, aber für viele gar nicht so greifbar ist.
00:43:49
Speaker
Ja, das stimmt.
00:43:51
Speaker
Okay, ich versuche es so einfach wie möglich zu erklären.
00:43:56
Speaker
Weil Resonanz ist eigentlich, es klingt komplex und ist trotzdem eigentlich Menschen gegeben.
00:44:02
Speaker
Also man könnte, viele kennen dieses Beispiel von entweder einer, also angenommen wir hätten jetzt einen Musikraum und wir würden eine Seite von zum Beispiel einer Gitarre anschwingen.
00:44:17
Speaker
Und dann schwingen die anderen mit, ohne dass sie selbst berührt wurden.
00:44:23
Speaker
Und das wäre ein Bild, was Resonanz verbildlicht, was das bedeutet.
00:44:29
Speaker
Das heißt, auf den Coaching-Kontext übersetzt, wenn bei meiner Klientin eine Seite angeschwungen wird, zum Beispiel die Seite eines Verlustschmerzes, dann kriegt mein System mit,
00:44:43
Speaker
boah, okay, da ist dieser Verlustschmerz, ohne dass das mein eigener erstmal ist.
00:44:48
Speaker
Natürlich funktioniert Resonanz nur dann, wenn ich, und das ist eben die Grundlage im Menschsein, weil wir die gleichen Themen teilen, wenn es auch ein Feld in mir gibt, was angestoßen werden kann.
00:45:00
Speaker
Wenn ich jetzt, sage ich mal, die Seite von der Gitarre anschlage und die daneben hat keine Seiten, dann wird da halt nichts mitschwingen.
00:45:08
Speaker
Und dementsprechend braucht es schon auch das Gegenüber, um, und deswegen ist Co-Regulation ja auch so entscheidend, weil das geht ja in beide Richtungen.
00:45:17
Speaker
Wenn in mir dann die Seite in Anführungsstrichen angeschlagen wird, entspannt zu sein, das Gefühl zu vermitteln, es ist hier sicher, dann wird auch diese Sicherheitsseite entstehen.
00:45:27
Speaker
eben Klienten angeregt, ohne dass das ursprünglich aus ihm kam.
00:45:32
Speaker
Und so kann man sich das vorstellen.
00:45:33
Speaker
Ein viel alltäglicheres Beispiel, wo die meisten sagen, ah ja, okay, das verstehe ich, ist, wenn man sich anguckt, keine Ahnung, entweder man nimmt das Beispiel von einem Partner oder von einem Kind und das Kind kommt nach Hause und sagt,
00:45:46
Speaker
Und die Mutter und der Vater spüren im allerersten Moment, wie war der Tag von meinem Kind.
00:45:52
Speaker
Wenn dann eine gewisse Offenheit so ist, das wahrnehmen zu wollen.
00:45:56
Speaker
Aber wir scannen unbewusst die Körperhaltung, wir scannen unbewusst die Mimik, wir scannen unbewusst die Bewegungsabläufe, wir scannen unbewusst das Kontaktverhalten, ohne dass wir das bewusst machen.
00:46:09
Speaker
Die meisten Mütter und Väter, die...
00:46:12
Speaker
ein bisschen sich öffnen für ihr Kind, können die innerhalb von 20 Sekunden sagen, war ein guter Tag, war ein scheiß Tag.
00:46:18
Speaker
Das Kind muss nicht mal die Tasche in die Ecke schmeißen.
00:46:20
Speaker
Erster Blick reicht.
00:46:22
Speaker
Das ist Resonanz.
00:46:23
Speaker
Weil wieso sollten wir das sonst wissen?
00:46:24
Speaker
Das Kind hat es uns ja noch gar nicht erklärt.
00:46:26
Speaker
Wie soll eine Mutter beim Kind mitbekommen?
00:46:28
Speaker
Hat es jetzt Hunger oder Bauchschmerzen?
00:46:30
Speaker
Das Kind kann es ja nicht sagen.
00:46:32
Speaker
Aber wenn wir da nicht so verkalkt in Anführungsstrichen sind in dieser Fähigkeit, weil wir eben bestimmte Schutzmuster so sehr aufgebaut haben oder schon sehr früh darin gestört wurden, unsere Umwelt sicher wahrzunehmen, dann können wir das mitspüren.
00:46:52
Speaker
Dann können wir uns wie in das WLAN einer anderen Person emotional einklinken
00:46:58
Speaker
Und mitspüren.
00:47:00
Speaker
Und so würde ich das versuchen zu beschreiben.
00:47:03
Speaker
Und weshalb das so wichtig ist, erklärt sich, glaube ich, dadurch.
00:47:07
Speaker
Erstens, weil durch Resonanz die andere Person mitbekommt.
00:47:12
Speaker
Ich fühle mich gerade wirklich verstanden.
00:47:14
Speaker
Ich fühle mich gesehen.
00:47:16
Speaker
Teilweise findet der Coach Worte für diesen Zustand in mir, den ich selbst nicht beschreiben kann, weil mir die Worte fehlen.
00:47:23
Speaker
Und durch das, dass der Coach sagt, ich habe gerade den Eindruck, da ist echt...
00:47:28
Speaker
Da ist eine tiefe Trauer, kann das sein?
00:47:30
Speaker
Und dann schaltet das System und merkt, ja, dieses Wort fehlte mir jetzt nicht.
00:47:35
Speaker
Ich meine, Trauer ist jetzt selten das Wort, was fehlt.
00:47:37
Speaker
Aber da gibt es ja ganz andere Beschreibungsformen, weil Trauer ist auch nicht Trauer.
00:47:41
Speaker
Das kann auch eine Verzweiflung sein, eine tiefe Hilflosigkeit oder was auch immer.
00:47:46
Speaker
Das gibt das Gefühl von, ich fühle mich hier gerade wirklich gesehen, ich fühle mich gemeint, die meint gerade wirklich mich und mein Schmerz.
00:47:55
Speaker
Und symbolisiert auch oder signalisiert eben auch das, was häufig eben in der Kindheitserfahrung zu Schmerz geführt hat, nämlich das fehlende Gefühl, wirklich gesehen, verstanden, gefühlt und gemein zu sein.
00:48:08
Speaker
Und deswegen ist es so entscheidend.
00:48:10
Speaker
Zusätzlich ist es entscheidend für uns als Coaches, weil es uns eben hilft,
00:48:15
Speaker
zu erspüren, wo ist gerade eine Abwehrstrategie, weil auch das sind ja reale Bewegungen im Klientensystem und wo fühle ich mich gerade wirklich mitgenommen, wo werde ich zum Beispiel richtig interessiert, obwohl es vielleicht gar nicht so interessant erstmal klingt, wo spüre ich körperlich plötzlich, dass irgendwas in mir reagiert, ohne dass ich zuordnen kann.
00:48:37
Speaker
Wo habe ich plötzlich selber Tränen in den Augen, weil ich merke, boah, das fasst mich gerade richtig an und wo erzählt mir eine Klientin aber vielleicht auch eine extrem traurige Geschichte und ich spüre gar nichts dazu.
00:48:49
Speaker
Das ist ja nicht, weil ich plötzlich ein anderer Mensch bin, sondern weil das dann nicht der entscheidende Punkt ist.
00:48:55
Speaker
Und das hast du gerade eben auch noch gesagt, das ist auch ganz entscheidend.
00:48:59
Speaker
Wo spüre ich eine andere Reaktion auf eine beschriebene Situation als die Klientin?
00:49:04
Speaker
Beispielsweise
00:49:05
Speaker
Wenn eine Klientin dann erzählt, ja,
00:49:09
Speaker
Beispielsweise ja, ich habe jetzt schon länger das Gefühl, dass ich in der Arbeit übergangen werde, weil wir haben jetzt erstmal ständig überstunden und wir haben jetzt schon 20 Mal darüber gesprochen, dass ich eine Gehaltserhöhung bekommen soll und dass ich dann, wenn ich das jetzt weiter so mache, dass ich dann auch die Führungsposition bekomme und dann kommt da plötzlich eine andere Person, die ist gerade mal ein halbes Jahr da, kriegt dann diese Führungsposition und mit der Klientin wird gar nicht darüber gesprochen, dass sie die jetzt scheinbar doch nicht bekommt.
00:49:38
Speaker
Und wenn man dann fragt, okay, was löst das in dir aus, dann kommt sowas von, ja, ich bin dann einfach total traurig.
00:49:44
Speaker
Und man spürt innerlich, man denkt sich einfach, das ist richtig scheiße, diese Situation.
00:49:51
Speaker
Also man merkt, das ist eigentlich eine Situation, die Wut auslösen würde.
00:49:55
Speaker
Man findet das unfair.
00:49:56
Speaker
Man hat das Gefühl, das macht man nicht, ohne das in eine moralische Richtung zu sehen.
00:50:01
Speaker
Aber innerlich kriegt man mit,
00:50:04
Speaker
Ehrlich gesagt kriege ich gerade mit, dass in mir mehr Erregung hochkommt, dass ich angespannter werde.
00:50:09
Speaker
Ich kriege auch bei der Klientin mit, dass während die mir sagt, wie traurig sie ist, ihre Muskeln anspannen, die Fäuste da sind, die sich die ganze Zeit so... Das macht mich einfach...
00:50:19
Speaker
richtig traurig und am liebsten würde ich dir mal sagen, wie sehr mir das weh tut, dann sagt der ganze Körper, ich würde dem am liebsten in die Fresse schlagen, aber die erlernten Mechanismen, Wut nicht spüren zu dürfen und stattdessen dann das Übertrauer zu kompensieren, wenn wir dem dann folgen, dann gehen wir am Thema vorbei, weil das, was die Kliente mit dem ganzen Ausdruck ausstrahlt ist, ich bin richtig wütend.
00:50:48
Speaker
Und unsere Intuition bzw.
00:50:51
Speaker
unsere Resonanz hilft uns dann, die entscheidenden Signale wahrzunehmen, zu erkennen, ja, ich glaube dir, dass da auch eine Trauer ist, aber die führt nicht zum Problem, dass das hier gerade im Raum ist, weil Trauer ausdrücken ist nicht das Thema, aber dein ganzer Körper ist nicht das Thema.
00:51:07
Speaker
sagt, ich bin wütend und ich halte mich extrem zurück, dem nicht den Kopf abzureißen und deswegen spannt der ganze Körper an und da ist eine ständige Unruhe und ein ständiges Gedankenkreisen um den Chef und wenn das dann wirklich ausgedrückt wird, führt es zu einer nachhaltigen Veränderung und häufig sagen Klienten sowas von, boah,
00:51:27
Speaker
ich wusste gar nicht, wie wütend ich eigentlich bin.
00:51:30
Speaker
Oder ich wusste gar nicht, wie sehr dieser Schmerz, das war jetzt am Montag, ich wusste gar nicht, wie sehr dieser Schmerz noch sitzt, nie Kontakt zu meinem Vater gehabt zu haben oder zu wem auch immer.

Brücke zwischen Bewusstsein und emotionaler Wahrheit

00:51:41
Speaker
Und dafür ist Resonanz entscheidend, weil sonst machen wir auch gute Sachen, dann regulieren wir trotzdem auch Emotionen, es führt zu Entspannungszuständen, das ist toll, aber es führt dann eben nicht zu einer wirklich nachhaltigen Veränderung.
00:51:55
Speaker
Ja.
00:51:55
Speaker
Wir müssen etwas sehen und spüren können, was der Klient oder die Klientin selber nicht spüren kann, weil sonst bräuchte sie uns auch nicht, weil dann wüsste sie, was zu tun ist und was zu spüren ist.
00:52:06
Speaker
Also es braucht uns, es braucht die Fähigkeit, auch die Dinge zu spüren, die nicht gesagt werden, zwischen den Zeilen zu spüren und auch den Mut,
00:52:16
Speaker
Nicht zu widersprechen, aber zu sagen, ja, ich kriege mit, dass das auch eine Trauer in dir auslöst.
00:52:21
Speaker
Ich habe den Eindruck, da ist aber auch noch was anderes.
00:52:23
Speaker
Stell dir mal vor, das wäre eine Freundin von dir und die würde dir das erzählen.
00:52:28
Speaker
Wie würdest du denn dann darauf reagieren?
00:52:30
Speaker
Ja, ich würde dir sagen, das geht nicht, die muss mal mit dem sprechen.
00:52:34
Speaker
über diese Deidentifikation, so nennt sich das, also dass die Klientin mal für den Moment aus ihrer eigenen Situation rauskommt, kriegt sie dann mit, was sie eigentlich zurückhält.
00:52:45
Speaker
Und dafür braucht es Mut zum Führen, auch mal
00:52:50
Speaker
auch mal die Gefahr einzugehen, dass die eigene Resonanz nicht stimmt, also dass es dann vielleicht doch ein eigenes Thema war, ist ja auch vollkommen in Ordnung, aber eben auch das Feingefühl zu spüren, was ist dann noch mit im Raum.
00:53:02
Speaker
Ja, und das ist einfach so wichtig, weil wir müssen ja, also die meisten Probleme mit den Klienten zu uns kommen, ob das emotionales Essen ist oder ob das Beziehungsprobleme sind oder ob das auch so Probleme auf der Arbeit sind oder ob das körperliche Symptome sind.
00:53:19
Speaker
Vieles davon, ich würde sagen das meiste, entsteht, weil die Lücke zwischen dem, was sie glaubt, wie sie sein muss oder wie sie sich vielleicht auch gerade sieht und empfindet,
00:53:32
Speaker
zu dem, wie sie eigentlich wirklich ehrlich fühlt, es aber nicht wahrnehmen kann, weil es unterbewusst liegt.
00:53:38
Speaker
Die müssen wir irgendwie füllen, beziehungsweise überbrücken.
00:53:43
Speaker
Ganz kurz nur, weil das dazu passt.
00:53:46
Speaker
Und auch die Diskrepanz zwischen dem, von dem die Klientin glaubt, was das Thema ist, nämlich die Ernährung der Partner und so weiter,
00:53:54
Speaker
dass da ebenfalls die Dissonanz ist zu dem, was eigentlich dazu geführt hat.
00:53:58
Speaker
Also auch hier, was ist das, was ich wahrnehme?
00:54:02
Speaker
Und was ist das, was wirklich drunter liegt?
00:54:04
Speaker
Und das ist ja das, was du gerade beschreibst, nur eben auch auf thematischer Ebene ist das dann so.
00:54:08
Speaker
Wir arbeiten nicht wirklich mit Essverhalten und dem Partner, sondern mit dem, was da drunter liegt.
00:54:13
Speaker
Genau, was das ausgelöst hat.
00:54:18
Speaker
Diese Lücke kriegen...
00:54:21
Speaker
Menschen, die da mit gewissen Herausforderungen kämpfen und da können wir uns ja nicht ausnehmen, weil so funktioniert die Psyche eben nun mal, das ist die Schutzreaktion.
00:54:29
Speaker
Wir spalten uns da von etwas ab oder wir trennen uns von etwas ab und da lebt etwas in uns.
00:54:35
Speaker
Das ist aber unintegriert.
00:54:37
Speaker
Das ist da und das
00:54:39
Speaker
macht auch so im Unterbewussten die ganze Zeit so sein Ding, steuert unsere Entscheidungen, legt einen Filter über den Blick, den wir auf die Welt oder auf uns haben und macht da so sein Ding.
00:54:51
Speaker
Aber das ist halt nicht integriert.
00:54:53
Speaker
Das heißt, wir kriegen das bewusst gar nicht mit.
00:54:56
Speaker
Und das ist dann genau der Punkt, wo Leute sagen...
00:54:59
Speaker
Ich weiß gar nicht, warum ich dieses Problem eigentlich immer wieder habe.
00:55:02
Speaker
Und selbst wenn ich das verstanden habe, weil ich mir sämtliche Muster rational angeguckt habe, verstanden habe, was Beziehungsdynamiken, Mutterthemen, Vaterthemen in mir bewirken, habe ich trotzdem noch nicht unbedingt den Kontakt zu dem Gefühl, was

Sicheres Umfeld für verletzliche Emotionen schaffen

00:55:18
Speaker
darunter liegt.
00:55:18
Speaker
Und ich brauche halt nicht nur das rationale Verständnis, sondern diesen gefühlten Kontakt dazu.
00:55:24
Speaker
Und dafür brauchen wir jemanden, der uns helfen kann,
00:55:28
Speaker
dahin zu schauen, wo wir gerade einfach nicht hinschauen können, weil wir es nicht sehen können oder auch nicht fühlen können, weil es einfach weggefischert wird.
00:55:37
Speaker
Und ich denke, jeder, der jetzt hier zuhört, wird ja schon mal irgendwie eine Situation gehabt haben, wo jemand etwas sagt und du aber das Gefühl hast,
00:55:49
Speaker
Also du meinst aber, also irgendwas stimmt nicht ganz, ja.
00:55:54
Speaker
Also ich höre, was du sagst, aber das ist nicht die ganze Wahrheit.
00:55:58
Speaker
Da ist irgendwie... Also ich kriege noch was anderes mit.
00:56:01
Speaker
Genau.
00:56:01
Speaker
Da ist noch irgendwas anderes, ja.
00:56:03
Speaker
Also, weiß ich nicht.
00:56:05
Speaker
So, und das ist halt genau das Thema Resonanz, ne?
00:56:10
Speaker
Also...
00:56:12
Speaker
dass da noch mehr darunter steckt, was aus Scham zurückgehalten wird oder um die Maske aufrecht zurückgehalten wird und das System unserer Klienten muss halt checken, hey, bei mir musst du das nicht machen.
00:56:27
Speaker
Also das ist dann auch diese therapeutische Allianz, die auch im Coaching-Prozess, auch wenn wir nicht therapieren, in dem Sinne entstehen muss, dieses Gefühl,
00:56:43
Speaker
Hier ist es nicht notwendig.
00:56:44
Speaker
Hier wirst du dafür nicht beschämt, hier wirst du dafür nicht bestraft, hier wirst du nicht abgelehnt.
00:56:51
Speaker
Alles, was hier im Raum ist, bleibt auch im Raum, sodass wirklich die Sicherheit entstehen kann, die
00:56:59
Speaker
da ranzukommen.
00:57:01
Speaker
Ja, und da ist auch der Punkt der Selbsterfahrung so entscheidend, weil es ist ein schmaler Grad zwischen Resonanz, also was kriege ich im anderen mit, weil es zum anderen gehört, und Projektion, also was sehe ich im anderen, was eigentlich zu mir gehört.
00:57:18
Speaker
Und je mehr
00:57:20
Speaker
Themen noch unbewusst und unintegriert sind, das hast du ja gerade gesagt, also diese Teile, die dann im Unbewussten unsere Gedanken, unser Verhalten, unser Fühlen, unsere Beziehungen, unsere Filtern steuern, desto mehr beeinflusst es auch den Coaching-Prozess.
00:57:36
Speaker
Also wenn ich beispielsweise entweder immer mit dem Thema, keine Ahnung, Beziehung zu tun habe,
00:57:42
Speaker
dann ziehe ich vielleicht tendenziell nur Personen an, die eben auch Beziehungsthemen haben oder baue sogar ein ganzes Business um das Thema auf, ohne das aber selbst integriert zu haben oder aber ich vermeide, ohne es zu merken, bestimmte Themen, weil das in mir zurückgehalten ist und dann nehme ich, als hätte ich dann so eine Filterbrille auf,
00:58:03
Speaker
wo das Thema Beziehung draufsteht oder toxischer Partner oder Mutterwunde oder was auch immer.
00:58:10
Speaker
Das setze ich mir dann auf, weil das in mir so wirkt, ohne dass ich es unbedingt mitbekomme.
00:58:15
Speaker
Und scanne alles, was die andere Person sagt, wie sie sich verhält, was sie erfährt, was sie tut, was sie fühlt, unbewusst vor dieser Brille.
00:58:25
Speaker
Und plötzlich hat jeder...
00:58:27
Speaker
... eine toxische Beziehung gehabt.
00:58:29
Speaker
Oder plötzlich hatte jeder ein narzisstisches Elternteil.
00:58:31
Speaker
Oder plötzlich hat jeder eine tiefe Verlassenheitswunde oder was auch immer.
00:58:36
Speaker
Und dann haben wir das Gefühl, dass wir in Resonanz gehen.
00:58:39
Speaker
Weil natürlich wird der andere diese Erfahrung auch, wenn auch nur ganz schmal erlebt haben.
00:58:44
Speaker
Weil wir einfach Menschen sind und diese Urthemen teilen.
00:58:47
Speaker
Also Verlust, Einsamkeit, Angst vor Ablehnung, Schuldscham, Wut, Trauer...
00:58:53
Speaker
Sehnsucht und so weiter.
00:58:55
Speaker
Das sind ja Themen, die uns alle vereinen.
00:58:57
Speaker
Aber wenn das zu sehr aus dem eigenen Schatten kommt, weil ich selber überhaupt nicht mitbekomme, wo ich ohne es zu merken durch meine eigenen Abwehrstrategien geführt werde, dann verwechsel ich das mit Resonanz, obwohl ich eigentlich meinem Abwehrmechanismus die Führung überlasse.

Integration von Trauma-sensiblen Ansätzen und Marketingfähigkeiten

00:59:16
Speaker
Und es klingt erst mal komplex, was es auch kognitiv erst mal ist.
00:59:20
Speaker
Das ist halt wie gesagt ein Erfahrungsraum,
00:59:22
Speaker
den man erfahren muss, um zu spüren, ah, okay, jetzt weiß ich, was gemeint ist.
00:59:27
Speaker
Und jetzt weiß ich auch, wie ich da andere durch begleiten kann.
00:59:30
Speaker
Und jetzt spüre ich, wie sich das anfühlt, wenn das System austrickst und ich das gar nicht mitbekomme.
00:59:34
Speaker
Und dadurch kann ich es bei meiner Klientin nachher spüren.
00:59:37
Speaker
Und jetzt merke ich, wie der Körper sich anfühlt, wenn der mich davor schützen will, an ein wichtiges Thema zu kommen und kann deswegen auch feinfühliger damit umgehen, wenn das bei meiner Klientin stattfindet und es nicht persönlich nehmend.
00:59:49
Speaker
Und dafür braucht es eben die Selbsterfahrung und dann kommen wir immer mehr und immer tiefer darüber, dass wir uns selber besser verstehen, darüber, dass wir uns selber mehr fühlen, darüber, dass wir ein Gefühl für unser Nervensystem und für unsere eigenen Themen haben, zu der Differenzierung zwischen, wo bin ich gerade in meinen eigenen Themen, wo bin ich gerade in einem überaktivierten Nervensystemzustand und wo bin ich gerade wirklich in der Intuition, in der Resonanz, in der Sensibilität.
01:00:18
Speaker
Und dann ist es eine entscheidende Superkraft im Coaching, dann ist es das, was wirklich zu sehr schönen, berührenden, auch verbindenden Erfahrungen führt zwischen dem Coach, aber auch im Klienten mit sich selber.
01:00:31
Speaker
Und dann ist es wie mit jeder Superkraft, die einen Superheld oder sowas am Anfang entdeckt, erst mal
01:00:37
Speaker
Kann sich das irgendwie unkontrolliert anfühlen oder wir wissen nicht, ist das gerade der richtige Zeitpunkt, um die einzusetzen oder ist das gerade zu viel, zu wenig gewesen?
01:00:45
Speaker
Und wenn wir das aber lernen, und dafür braucht es eben auch die Struktur und die Räume, wo wir das ausprobieren können, ohne dass das zu einem Schaden führen kann, deswegen haben wir ja auch dieses Testklienten-Projekt.
01:00:57
Speaker
wo man einerseits in die Praxis kommt, aber auch darin begleitet wird, was ist zu tun und wo sind vielleicht blinde Flecken, dann kann ich diese Superkraft einsetzen und trotzdem Sicherheit ausstrahlen und das ist toll, so will ich es zusammenfassen.
01:01:13
Speaker
Genau, das ist ja Teil der Psychosoma Nutrition Coach Ausbildung und wer es noch nicht mitbekommen hat, wir haben jetzt gerade unsere Kalender geöffnet seit einer Woche, haben sich auch schon zehn Frauen eingetragen und ihren Termin vereinbart für die Connection Calls, das sind die Vorgespräche, die wir aktuell führen für die Runde, die Ausbildungsrunde im Mai, in der du all das lernst.
01:01:37
Speaker
Ende Mai, ne?
01:01:38
Speaker
Ende Mai, genau.
01:01:42
Speaker
Und wir freuen uns natürlich riesig für jede oder über jede, die sich da einfach mal einen Termin bucht.
01:01:51
Speaker
Und wir würden aber empfehlen, einfach auch mal hier unter das live TS zu kommentieren.
01:01:59
Speaker
Denn wir haben einen kostenlosen Workshop für dich, in dem wir uns alles nochmal genau angucken, was ist wichtig für traumasensible Räume, wie müssen die aufgebaut sein und dich natürlich dann auch mitnehmen, wie die Ausbildung genau aussieht.
01:02:13
Speaker
Und da gibt es auch richtig, richtig geile Boni, weil wir haben natürlich auch so einen Zusatz,
01:02:19
Speaker
Module zum Thema Social Media Marketing und Verkauf.
01:02:23
Speaker
Das heißt, wir würden empfehlen, wenn du diese Boni mitnehmen willst, guck dir erstmal das Webinar an und vereinbare dir dann einen Termin mit uns am Ende des Webinars in unserem Kalender, damit du das Angebot auch wahrnehmen kannst und so ein bisschen auch
01:02:39
Speaker
schon Bescheid weiß darüber, wie wir Räume aufbauen, wie wir die Ausbildung aufbauen, was du bei uns lernst, wie du es bei uns lernst und da freuen wir uns riesig.
01:02:48
Speaker
Deswegen einfach mal TS kommentieren und wenn du den Podcast anhörst, unten in den Shownotes sind alle Links zu unseren Webseiten, auch zu unserem Workshop
01:02:58
Speaker
dann kannst du dich darüber anmelden.
01:03:00
Speaker
Dann freuen wir uns, dich ganz bald kennenzulernen und dass du Teil wirst dieser neuen Generation an Coaches, die Körper und Psyche miteinander verbinden, die wirklich in die Breite und in die Tiefe arbeiten, die sich auf die Fahne schreiben, die Qualität am Coaching-Markt einfach zu verbessern, selbst noch besser zu werden und der Coach zu werden, den sie selbst gebraucht hätten.
01:03:22
Speaker
Also, wir freuen uns auf dich und ich würde sagen für heute, ist fein, war wieder viel Input, oder?
01:03:29
Speaker
Ja, das nur als eine Ergänzung passend zum Thema heute, die auch den Mut haben, sensibel und mit Herzoffenheit in Kontakt zu gehen, in Coaching-Prozesse zu gehen und gleichzeitig eben die Nervensystem-Sicherheit haben, auch wieder die notwendige Distanz einzuhalten, denn das ist
01:03:50
Speaker
Ja, ein ganz entscheidender Punkt, der gerade in der digitalisierten Zeit mit KI und auch dieser Überbetonung der Rationalisierung einfach sehr gebraucht wird, weil Begegnung eben das ist, was wirklich Veränderungen schafft und dafür ist eine gesunde Sensibilität ein ganz, ganz wichtiger Teil.
01:04:08
Speaker
Richtig schön.
01:04:08
Speaker
Ich glaube, ich würde es gerade noch vorlesen, weil Caro hat gerade einen Kommentar hinterlassen und hat geschrieben, ich bin in der ersten Runde schon dabei und kann es jedem nur empfehlen, das zu machen.
01:04:19
Speaker
Diese Ausbildung geht anders in die Tiefe als alles, was ich vorher erlebt habe.
01:04:24
Speaker
Und Caro hat schon einiges gemacht.
01:04:27
Speaker
Danke, Caro, für das Feedback und deinen Support an der Stelle.
01:04:30
Speaker
Da freuen wir uns natürlich riesig.
01:04:33
Speaker
Und ja, dann würde ich sagen, bis zur nächsten Podcast-Folge.
01:04:36
Speaker
Oder?
01:04:36
Speaker
Ja.
01:04:36
Speaker
Also bis dann.
01:04:36
Speaker
Ciao.