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#28 - Was bedeutet Traumasensibilität?

The Embodied Coach
The Embodied Coach

200 plays · Apr 21, 2026

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Speaker: Über Trauma aufgeklärt zu sein, ist nicht Traumasensibilität.

Speaker: Viele Ausbildungen verkaufen traumasensible Arbeit mit dem Hinweis darauf, dass über Trauma gesprochen wird, dass ein Bewusstsein für Trauma geschaffen wird.

Speaker: Aber das alleine reicht nicht, um traumasensibel zu arbeiten.

Speaker: Deshalb schauen wir uns gemeinsam in dieser Folge an, was ist denn Traumasensibilität überhaupt, was verstehen wir darüber und wie arbeiten wirklich traumasensibel?

Speaker: Du willst ein erfolgreicher Coach sein, der seine Klienten durch echte Durchbrüche und nachhaltige Transformationen führt?

Speaker: Dann bist du genau richtig hier.

Speaker: Ich bin Natascha, seit über zehn Jahren erfolgreicher Coach mit eigenem Coaching-Business und über 500 begleiteten Menschen.

Speaker: Und ich bin Lena.

Speaker: Seit über sieben Jahren begleite ich Menschen als Coach durch tiefgreifende Prozesse hin zu nachhaltigen Veränderungen.

Speaker: In diesem Podcast sprechen wir darüber, wie traumasensibles, körperzentriertes und nachhaltig wirksames Coaching wirklich funktioniert.

Speaker: Kein oberflächliches Tools-Gehabe, kein Druck, sondern Nervensystemwissen, Embodiment und eine Haltung, die den Themen deiner Klientin wirklich gerecht wird.

Speaker: Der Embodied Coach ist für Frauen wie dich.

Speaker: Mit großem Verantwortungsgefühl, mit einer Sehnsucht nach Tiefe und mit dem Wunsch, einen Unterschied in der Coaching-Branche zu machen.

Speaker: Hier bekommst du fundiertes Wissen, Insights aus unserem Coaching-Alltag und echte Inspiration für deinen Weg als Coach.

Speaker: Weil du spürst, es geht nicht um höher, schneller, weiter, sondern um echt, verbunden und tiefgreifend.

Speaker: Abonniere jetzt diesen Podcast und begleite uns auf dieser Reise.

Speaker: Zurück zum Körper, zurück zu dir und zu dem Coaching, das du dir selbst gewünscht hättest.

Speaker: Ich würde die Frage trotzdem auch nochmal an dich geben, weil du hast dazu gestern ja auch in dem Gespräch nochmal ein, zwei andere Sachen gesagt, die ich auch sehr wichtig fand, ja.

Speaker: Ja, also auf der einen Seite ist es natürlich wichtig, dass wir...

Speaker: die verschiedenen Traumaarten kennen, von Schocktrauma über Geburtstraumata, über Bindungs- und Entwicklungstraumata, dass wir da einfach die Unterschiede kennen und auch natürlich als Coaches wissen, mit was können wir arbeiten und was braucht wirklich auch nochmal traumatherapeutische Unterstützung, wo wir dann eben als Coaches super gut flankierend zur Therapie arbeiten können, also unterstützend zur Therapie.

Speaker: Aber eben da auch nochmal Empfehlungen unseren Klienten geben dürfen, wenn sowas sich im Prozess zeigt, dass da vielleicht einfach auch nochmal traumatherapeutisch dran gearbeitet werden muss.

Speaker: Und dann kommt es natürlich ganz darauf an, wie wir das sagen.

Speaker: Ob wir den Klienten zurückschieben oder wegschieben oder selber in so ein, oh mein Gott, nee, damit darf ich nicht arbeiten, da darf ich auch nicht aus rechtlichen Gründen oder so mit dir drüber sprechen.

Speaker: Das gehört auf jeden Fall in Therapie, also dem Klienten oder der Klientin nicht das Gefühl zu geben,

Speaker: dass sie damit zu viel ist, dass sie damit zu belastend ist, weil das halt ganz häufig genau diese Mechanismen verstärkt, damit alleine zu sein.

Speaker: Wir müssen auch darüber aufgeklärt sein, was eine Traumazange ist.

Speaker: Also da können wir gleich auch nochmal drüber sprechen.

Speaker: dass wir da einfach auch wissen, was traumatische Erfahrungen noch verstärkt oder verschlimmert und häufig auch das Aufarbeiten dieser Erfahrungen blockiert.

Speaker: Und

Speaker: Dann habe ich gestern aber auch im Gespräch ein ganz konkretes Beispiel gemacht, was ich, glaube ich, gerne hier auch nochmal machen möchte, denn das Wissen darum langt nicht.

Speaker: Wir müssen einfach verstehen, dass...

Speaker: Wenn wir jetzt zum Beispiel mit unseren Klienten, also unsere Auszubildenden lernen, am Anfang einen ausführlichen Anamnese-Prozess, in dem sie über verschiedene Fragebögen und einen Prozess die Geschichte und die Situation ihrer Klienten erfassen.

Speaker: Sowohl die physiologische Situation als auch die psychologische.

Speaker: Und anhand der Daten, man kennt das vielleicht aus der klassischen Ernährungsberatung, da hat man dann vielleicht das Gewicht und ein Ernährungstagebuch und so.

Speaker: Da hört es dann aber meistens schon auf.

Speaker: Und wir gehen eben noch weiter und gucken, was steckt eigentlich hinter dem Verhalten?

Speaker: Was können wir da als Thesen aufstellen?

Speaker: Was vielleicht in dem Verhalten auch an Bewältigungsstrategie für gewisse Dinge steckt?

Speaker: Und normalerweise geht man jetzt in der klassischen Ernährungsberatung her,

Speaker: und sagt halt, okay, das ist das Ziel, das ist gerade der Ist-Zustand, dieses Verhalten blockiert, dass wir zum Ziel kommen und deshalb müssen wir jetzt vielleicht die Klientin oder den Klienten darüber aufklären, was er so zu sich nehmen muss und eventuell, je nachdem wie wir da arbeiten, geben wir Kalorienvorgaben oder einen Plan und dann ist der Klient eigentlich damit alleine.

Speaker: Und was daran nicht traumasensibel ist, ist, dass wir zum einen

Speaker: verstehen müssen, dass die Ist-Situation und wenn wir da nochmal mit der Lupe draufgehen innerhalb von so einem Prozess bei ganz, ganz vielen unangenehme Gefühle auslösen kann.

Speaker: Also Scham darüber, dass es so ist, wie es gerade ist, Schuldgefühle, weil man ja eigentlich weiß, dass das Verhalten gerade nicht so dienlich ist.

Speaker: Und da muss es nicht nur ums Essverhalten gehen.

Speaker: Auch zu wissen, dass es gerade nicht dienlich ist, immer wieder in eine toxische Beziehung zurückzugehen oder sich ständig zu überarbeiten und sich keine Pausen zu gönnen oder mit dem eigenen Business nicht in die Sichtbarkeit zu gehen und da vielleicht an anderer Stelle ganz viel Geld reinzustecken.

Speaker: Aber dann hapert es halt, damit regelmäßig zu posten und selbstbewusst nach draußen zu gehen.

Speaker: Und meistens ist es ja durch diese kognitive Verhaltensdissonanz, also ich weiß es eigentlich, aber ich schaffe es nicht, das umzusetzen, ein ganz, ganz großes Schamthema im Raum und mit dem Scham, Schuld, auch noch Frustration, Wut, Traurigkeit, Ärger, vielleicht sogar ein Selbsthass, je nachdem.

Speaker: wie die Situation gerade ist.

Speaker: Gerade im Gesundheitsbereich und der Ernährungsbereich ist ja daran angelehnt, sind körperliche Symptome oder auch Schmerzen da, wo der Klient vielleicht auch durch den Anamnese-Prozess noch mal mehr Bewusstsein darüber bekommt, wie das eigene Verhalten dazu beiträgt, dass diese Symptome und diese Schmerzen entstehen.

Speaker: Und

Speaker: Was wir immer machen und da beginnt halt Traumasensibilität, dass wir uns bewusst sind, dass diese Prozesse schon Emotionen bei unseren Klienten auslösen und dass wir sie nicht damit alleine lassen, sondern dass wir ihnen helfen, gegebenenfalls die Emotionen, die sie selbst in dem Prozess nicht regulieren können, zu regulieren.

Speaker: dass wir ihnen nicht unterstellen, dass sie einfach, selbst wenn wir es nicht aussprechen, ist das ja eine innere Haltung, nicht genug wollen oder dass sie es einfach nicht verstanden haben oder dass sie blöd sind oder dass sie faul sind oder was auch immer, sondern dass wir wirklich erkennen in dem Verhalten,

Speaker: Das entsteht nicht nur durch Unwissenheit, das entsteht meistens, weil es eine Bewältigungsstrategie für etwas ist.

Speaker: Und wenn ich in meinem Alltag bin als Klient, beziehungsweise noch nicht Klient, bevor ich mir Hilfe suche, habe ich ganz gute Methoden, die mir helfen, das zu verdrängen.

Speaker: Das heißt, nehmen wir mal das Beispiel mit dem emotionalen Essen.

Speaker: Ich weiß zwar, dass ich darunter leide und dass mich das belastet, aber ich schaffe es irgendwie, es doch immer wieder über den Alltag wegzuschieben.

Speaker: Wegzuschieben, wie schlecht es mir wirklich damit geht, wegzuschieben, wie schwer und leidvoll sich vielleicht mein Körper deswegen gerade anfühlt, wegzuschieben, dass vielleicht die PMS-Beschwerden, die Verdauungsbeschwerden auch damit zusammenhängen, die ich habe.

Speaker: dass die Beziehungsprobleme, die ich habe, vielleicht auch mit dadurch beeinflusst werden, weil ich keine Lust mehr auf Sex habe und so weiter.

Speaker: Das blende ich im Alltag alles aus.

Speaker: Durch so einen Prozess kommt es aber ins Bewusstsein und das kann recht überwältigend sein und Ohnmachtsgefühle auslösen.

Speaker: Und da sind wir dann wieder auch bei Traumareaktionen, die wach werden können in dem Moment.

Speaker: Und das ist eben ganz wichtig, dass wir das einfach auffangen können in so einem Prozess.

Speaker: Nicht nur darüber Bescheid wissen, sondern das auffangen können.

Speaker: Sehen, wie sieht so eine Reaktion aus, also auch eine Traumareaktion.

Speaker: Und

Speaker: die Symptome auch zu erkennen, die Art und Weise, wie der Mensch sich in dem Moment verhält, was er ausstrahlt, wie die Körperhaltung ist, sowas wie erhöhte Blinzelrate und solche Geschichten, wenn wir im Austausch sind.

Speaker: Und dass wir dann halt einfach gucken, dass wir das auffangen und eben nicht einfach nur einen Plan hinschieben oder eine Strategie hinschieben und sagen so, mach mal.

Speaker: Genau.

Speaker: Ja, und dann kommt es ja auch noch darauf an, wie gehen wir überhaupt in Kontakt.

Speaker: Also das eine ist halt, das zu erkennen, dass alleine schon die Person, wie sie vor uns sitzt mit ihren Verhaltensweisen und Herausforderungen, dass da schon das Potenzial drin liegt, dass eben das schon diese...

Speaker: Ich sage mal aufgebaute Maske oder das sogenannte falsche Selbst ist also quasi eine Bewältigungsstrategie an sich.

Speaker: Ich hatte zum Beispiel mal eine Klientin im Erstgespräch und die hat die ganze Zeit gelächelt.

Speaker: Also dass es schon so eine Irritation gab von irgendwie, dass sie erzählt mir was sehr Schmerzliches, aber ihr Gesicht lächelt.

Speaker: Und dieses Irritationsgefühl wahrzunehmen und auch dann anzusprechen, aber auf eine sensible Art und Weise und nicht zu sagen, warum lachst du denn, während du mir das jetzt erzählst, sondern auch die Sprache, die verbale Sprache, aber vor allem auch die nonverbale Sprache, nicht mal zu trainieren, sondern einfach zu so einer Art inneren Haltung werden zu lassen, dass sie aus sich selbst herauskommt.

Speaker: Denn wenn das Nervensystem

Speaker: stabil ist und wir mehr Zugang zu uns und zu unseren Emotionen und zu unserer Sensibilität haben, dann wird sich das automatisch auch auf der bewussteren, also auch der kognitiveren, sprachlicheren Ebene ausdrücken.

Speaker: Genauso wie eben andersrum, wenn das in Disbalance ist, dann merkt man es eben auch über den Ausdruck, über den Muskeltonus und so weiter, dass wir auch in der

Speaker: in der Sprachführung, in dem, wie sprechen wir mit der anderen Person, einfach diese Sensibilität in Bezug auf den Leidensdruck, der häufig in der anderen Person vorliegt, manchmal sogar ohne, dass sie es mitbekommt und ohne zu wissen, was eigentlich darunter wirkt, dass das von Anfang an aufgenommen wird oder aufgegriffen wird.

Speaker: Und das andere ist, und das ist eigentlich für mich fast mit das Entscheidendste, ist das Bewusstsein dafür und auch die

Speaker: die Feinfühligkeit dafür, dass die allermeisten Abwehrstrategien, die allermeisten Bewältigungsmechanismen, die man dann auf Verhaltensebene, auf Beziehungsebene und so weiter sieht, ihren Ursprung in Kontaktsituationen hatten.

Speaker: Es gibt natürlich auch Schocktrauma, wie zum Beispiel schwere Unfälle oder sowas, die sind dann nicht direkt so sehr auf Beziehungsebene.

Speaker: Also die sind dann nicht unbedingt in einem Kontaktkontext entstanden,

Speaker: Aber die brauchen ja auch teilweise eine ganz andere Begleitung als zum Beispiel Entwicklungs- und Bindungstrauma-Geschichten oder Verletzungen.

Speaker: Aber die allermeisten Ursachen für später diese Bewältigungsmechanismen, die sich auch wie so richtig hartnäckig einfügen und auch sich manchmal so anfühlen, als hätten wir die schon immer, dass wir uns kaum erinnern können, dass das mal irgendwann angefangen hat oder mal anders war, das ist eben häufig in Beziehungskontexten entstanden.

Speaker: in den allerersten Beziehungskontexten, in den allermeisten Fällen,

Speaker: Und deswegen braucht es die Sensibilität dafür, dass wenn diese Personen wieder in einen Raum kommen, wie Coaching, Therapie, Arztbesuche, pädagogische Kontexte, eigentlich alles, wo wir mit Menschen arbeiten, selbst auf dem Amt.

Speaker: Ich war vor zwei Tagen auf dem Amt, weil ich das Auto zulassen musste.

Speaker: Und ich habe richtig gemerkt, wie viel Stress mir das gemacht hat, dass ich nicht genau wusste, habe ich jetzt alles dabei, bin ich gut vorbereitet, muss ich nachher wieder fahren.

Speaker: Ich habe total Stress gehabt, obwohl eigentlich...

Speaker: Mir konnte ja nichts passieren.

Speaker: Das Schlimmste wäre, ich muss halt 15 Minuten nach Hause fahren, muss wieder drei Wochen warten.

Speaker: Aber ich habe richtig gemerkt, wie das mein Nervensystem irgendwie beschäftigt hat und der Typ war auch total nett und so.

Speaker: Aber selbst in diesen Kontexten arbeitet natürlich unser System.

Speaker: Aber wenn wir uns mit intimen, intensiven,

Speaker: Themen auseinandersetzen, wie beispielsweise im Coaching oder in Therapie oder bestimmte Thementeile, die uns vielleicht unangenehm sind oder die schambesetzt sind, wie emotionales Essen oder auch Sexualthemen, Beziehungsprobleme, bis hin zu selbstzerstörerischen Gedanken und Verhaltensweisen, die nicht unbedingt

Speaker: körperlich Selbstverletzten sein müssen, aber beispielsweise über sehr starke innere Selbstabwertungsgedanken und so weiter.

Speaker: Sich darin mitzuteilen, erfordert extrem viel Mut und hat immer das Potenzial, dass diese neue Beziehungserfahrung potenziell das alte Muster und die alte Verletzung wieder aktiviert, wie so eine Wunde, die

Speaker: die man endlich mal anguckt und man sich endlich traut, das versorgen zu lassen.

Speaker: Dann steckt einer noch mal drauf.

Speaker: Das hat das Potenzial, eine weitere Negativerfahrung zu produzieren, was wiederum dazu führt, dass die Klientin das Gefühl hat, falsch zu sein, sich schämen zu müssen, damit nirgendwo anzukommen und nirgendwo wirklich damit gesehen und aufgefangen zu werden.

Speaker: Dadurch kommt es dann zu einem größeren Schweigen,

Speaker: zu einer größeren Haltung von, okay, dann muss ich es scheinbar alleine machen.

Speaker: Und dementsprechend ist Traumasensibilität eigentlich, oder was heißt eigentlich, eine Grundvoraussetzung für gutes Coaching, weil wir auf der anderen Seite eben auch das Potenzial haben, eine korrigierende Beziehungserfahrung zu ermöglichen.

Speaker: Also, dass die Klientin vielleicht

Speaker: das erste Mal in ihrem Leben mitbekommt, okay, hier werde ich wirklich gesehen und hier bin ich mit dem, was ich bin, willkommen und hier bin ich auch sicher.

Speaker: Und hier sieht jemand den Mensch und vielleicht auch die Biografie hinter dem Verhalten, wo ich vielleicht an anderer Stelle gesagt bekomme, ja Herbert, dann musst du doch nur das und das verändern und ja, das ist aber ja nicht gesund, also mach es doch mal anders.

Speaker: Und du warst doch jetzt schon bei einer Ernährungsberatung, hat die dir denn nicht gesagt, wie du dich ernähren sollst und so weiter.

Speaker: Und das ist ganz wichtig.

Speaker: Und eine Klientin von Janis hat das zum letzten ganz süß gesagt.

Speaker: Sie meinte so,

Speaker: Ja, ich habe manchmal schon ein bisschen Sorge, was jetzt passiert, wenn ich das Programm beendet habe.

Speaker: Ich fühle mich zwar viel sicherer, aber das soll jetzt nicht doof klingen.

Speaker: Aber ihr seid ein bisschen wie die Mutter, die ich nie hatte.

Speaker: Und das ist, das muss nicht jeder so erleben, aber ein bisschen ist das so.

Speaker: Also natürlich sind wir Muttersymbole, genauso wie Partner das auch sind.

Speaker: Weil alles, was wir im Beziehungskontakt, Spiegelkontakt erleben, unsere kindlichen Erfahrungen wieder aktiviert.

Speaker: Aber da sieht man eben auch das große Potenzial da drin, wenn diese Räume eben traumasensibel aufgebaut sind, weil dann hat es wirklich das Potenzial, ja wirklich Leben zu verändern, nicht die Vergangenheit wegzumachen, aber eine neue Zukunft zu eröffnen und ja, das ist eine sehr schöne und wertvolle Arbeit, finde ich.

Speaker: Das ist halt so eine Art Nachversorgung.

Speaker: Auch wenn das nicht gegeben werden kann, was gefehlt hat von der Mutter selbst.

Speaker: Aber so eine Art von Nachversorgung findet natürlich statt, dass zum Beispiel einfach das Nervensystem unserer Klienten lernt, wie sich Sicherheit oder Vertrauen anfühlt, dadurch, dass wir das ausstrahlen und sie dahin begleiten, dass sie das auch innerlich wahrnehmen und fühlen können.

Speaker: Das macht die Geschichte nicht weg und das macht auch nicht weg, dass da gewisse Dinge vielleicht auch nicht gegeben wurden.

Speaker: Aber das sorgt dafür, dass die inneren, ich sage mal, kindlichen Anteile ein Stück weit heranreifen können und sich von diesem Need, das nochmal zurückzubekommen, auch Stück für Stück lösen können.

Speaker: Ja, ich wollte nur gerne...

Speaker: Vielleicht magst du einmal was zu der Traumazange sagen.

Speaker: Ich kann mir vorstellen, dass es für viele vielleicht ein fremder Begriff ist.

Speaker: Also dass wir einmal auch definitorisch darauf eingehen, was sind die unterschiedlichen Traumazustände.

Speaker: Also in dem Falle zum Beispiel einmal auf Schocktrauma, Entwicklungs- und Bindungstrauma einzugehen.

Speaker: Und vielleicht, dass du einmal was zu der Traumazange sagst.

Speaker: Wenn du magst, dann würde ich das an dich übergeben.

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Also es ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt.

Speaker: Also grundsätzlich, was wir erst mal verstehen dürfen, ist, es kommt nicht so sehr darauf an, was genau passiert ist, sondern vielmehr darauf an, was das, was passiert ist, in uns ausgelöst hat.

Speaker: Deswegen können wir auch nie sagen, nur weil uns etwas überhaupt nichts ausmacht, dass das beim Gegenüber super easy sein muss.

Speaker: Das erlebe ich manchmal, auch so im Austausch mit normalen Ernährungsberatern, die dann sagen, ja okay, wenn ich halt von meinen Klienten ein Ernährungstagebuch brauche, das ist ja wohl jetzt nicht das Problem, mal ein paar Tage die Ernährung aufzuschreiben.

Speaker: Für viele ist es ein Problem, weil sie damit eben sehr unmachtsvolle Erfahrungen gemacht haben, dass sie Wochen, Monate lang immer wieder Kalorien gezählt haben und dann auf der Waage eine

Speaker: also einfach keine Erfolge hatten oder wieder miterleben mussten, wie sie die Kontrolle über das Gewicht verlieren und das wieder nach oben geht und irgendwie von 30 Kilo Abnahme dann irgendwann nichts mehr übrig war.

Speaker: Und das kann ein extremes Unmachtsgefühl auslösen, gerade wenn das der Selbstwert und das Selbstwert

Speaker: das Gefühl, nur daseinsberechtigt zu sein, wenn man ein gewisses Gewicht hat, damit verknüpft ist.

Speaker: Dann löst es tendenziell Lebensgefahr aus.

Speaker: Auch wenn man von außen drauf schaut und sagt, sie wird ja trotzdem überleben, auch wenn das Gewicht jetzt 10, 20, 30 Kilo höher ist oder nicht.

Speaker: Aber es wird halt ein Gewicht,

Speaker: verknüpft mit einem Gefühl von Daseinsberechtigung.

Speaker: Und wenn das nicht gehalten werden kann, löst es Ohnmacht aus.

Speaker: Und deswegen, ich fange mal mit den klassischen Traumata an und auch mit der Traumazange.

Speaker: Und dann wird einem auch relativ schnell klar, was Frauen erleben können, wenn sie zum Beispiel auf die Waage sich stellen, alles gegeben haben und dann das Gewicht, selbst wenn es nur ein halbes Kilo hochgeht, schon Trigger sein kann für solche Gefühle und Reaktionen.

Speaker: Also, Lena hat es eben schon angesprochen, sorry, wenn ich hier immer mal, ich habe heute ein bisschen eine Schniefnase.

Speaker: Es gibt unterschiedliche Traumaformen, die wir auch in der Ausbildung natürlich einmal ganz konkret durchgehen.

Speaker: Und auch da muss man halt immer wieder differenzieren, ein und dasselbe Erlebnis zuvor,

Speaker: kann völlig unterschiedliche Folgen für die Betroffenen haben.

Speaker: Und deswegen muss man da auch ganz klar sagen, nicht jeder Soldat kommt aus dem Krieg gleich traumatisiert, zum Beispiel.

Speaker: Oder Missbrauchsthemen, Achtung, Trägerwarnung.

Speaker: Eine Vergewaltigung ist immer etwas Schreckliches, aber es gibt Frauen, die gehen da besser bei raus als andere.

Speaker: Und man hat sich halt natürlich die Frage gestellt, woran liegt das?

Speaker: Weil offensichtlich ist ja das Ereignis relativ gleich oder ähnlich, aber die Auswirkung auf die Person, die ist total unterschiedlich.

Speaker: Also was macht jetzt den Unterschied?

Speaker: Und man hat festgestellt, dass das Maß an... Das Maß an...

Speaker: Jetzt fehlt mir das Wort.

Speaker: Moment.

Speaker: Traumafolge oder Überwältigung?

Speaker: Also wenn ich in einer traumatischen Situation bin und ich erlebe mich noch als handlungsfähig, dann sind die Folgeerscheinungen nicht so groß.

Speaker: Und die sogenannte Traumazange entsteht immer dann, wenn ich eine Situation erlebe und in der fühle ich mich ohnmächtig.

Speaker: Und noch verschlimmert wird es hinterher dadurch, dass

Speaker: oder auch verbessert, wie mein Umfeld darauf reagiert, auf mich und diese Erfahrung.

Speaker: Werde ich hinterher aufgefangen?

Speaker: Werde ich ernst genommen?

Speaker: Wird mir geglaubt?

Speaker: Werde ich korreguliert?

Speaker: Bekomme ich Unterstützung?

Speaker: Werde ich sozusagen innerhalb einer sicheren Beziehung aufgefangen?

Speaker: Dann hat das nicht so große Auswirkungen.

Speaker: Wird mir hinterher nicht geglaubt?

Speaker: Wird es in Frage gestellt?

Speaker: kriege ich vielleicht noch die Schuld dafür gegeben.

Speaker: Das sehen wir ja ganz häufig auch im Missbrauchskontext, wenn dann Frauen unterstellt wird, dass sie lügen, dass sie sich das ausdenken oder dass sie das vielleicht auch noch selbst verursacht haben, weil sie sich zu freizügig angezogen haben, dann verschlimmert das natürlich das Erlebnis und die Erfahrung nochmal.

Speaker: Und macht es dann ganz häufig auch ganz, ganz schwer, das aufzuarbeiten.

Speaker: Weil aus zweierlei Hinsicht.

Speaker: Zum einen, weil ich mich damit wieder öffnen müsste und die Erfahrung gemacht habe, dass ich das nicht kann, ohne beschämt zu werden oder beschuldigt zu werden.

Speaker: Und zum anderen aber, selbst wenn ich das nicht, also selbst wenn ich wirklich geglaubt bekommen habe und selbst wenn nicht unterstützt wurde, dann

Speaker: ist, wie gesagt, der Ohnmachtszustand in dieser Situation, den muss ich sozusagen im Verarbeitungsprozess wieder fühlen.

Speaker: Und Ohnmacht ist so eins der Emotionen, die wir alle sehr, sehr schwer aushalten können.

Speaker: Niemand will sich ohnmächtig fühlen und hilflos fühlen, weil das ein absolutes Gefühl von ausgeliefert sein ist.

Speaker: ja, auslöst.

Speaker: Und das ist aber tatsächlich das Gefühl, mit dem man einfach im Rahmen der Aufarbeitung wieder in Kontakt kommen muss.

Speaker: Und das geht natürlich nur in einem sicher gehaltenen Raum.

Speaker: Und mit einer Person, wo man auch eine gewisse Beziehung aufbaut, die Sicherheit reingeben kann und sich das Nervensystem Stück für Stück dafür öffnet.

Speaker: Ja.

Speaker: Jetzt haben wir gerade von Schocktrauma gesprochen.

Speaker: Schocktrauma sind, wie man rausgehört hat, Kriegserfahrungen, Missbrauchserfahrungen, einmalige, extreme, extrem ohnmachtsauslösende, emotional negativ aufgeladene Situationen.

Speaker: Ich muss tatsächlich auch gar nicht selbst das Opfer sein.

Speaker: Ich kann das auch einfach mit angeschaut haben.

Speaker: Ich bin bei dem Einmalig nicht so ganz dabei.

Speaker: Ja, also auch, wenn man halt das immer und immer wieder erlebt zu Hause, ja, dann zum Beispiel vom Vater missbraucht wird oder so, dann ist das kein einmaliges Erlebnis, was uns traumatisiert.

Speaker: Dann sind das...

Speaker: Aber würde man da nicht auch davon sprechen, dass das Bindungstrauma sind, die natürlich auch Schock auslösen?

Speaker: Also klar oder?

Speaker: Also da sieht man, wo das Ganze seine Lücken hat, weil das am Ende dann auch so komplexe Traumageschehen sind, die dann gar nicht mehr so einfach in diese Schubladen zu stecken sind.

Speaker: Da mischen sich dann auch Bindungstraumata, klar, in dem Fall ist es der Vater, wenn wir das jetzt besprechen, mit dem Schocktraumata, dann sind es halt nochmal komplexere Traumageschehen.

Speaker: Ja.

Speaker: Genau, die Bindungstraumata sind aber, oder auch Entwicklungstraumata sind vor allen Dingen eben in der Bindung zu den Eltern zu Hause, zu den Bezugspersonen.

Speaker: Und das sind eher immer wiederkehrende Situationen, in denen Kinder extreme gefühlt lebensbedrohliche Situationen erleben, in denen sie nicht geschwiegelt werden, korrigiert werden oder aufgefangen werden.

Speaker: Also zum Beispiel das Schlaftraining, das Kind immer wieder minutenweise schreien zu lassen oder auch stundenweise, bis es sich dann ausgeschrien hat.

Speaker: Das sind so typische Situationen, in denen sowas entsteht.

Speaker: Aber auch, es gibt das Geburtstrauma, also wenn es eine schwere Geburt ist, wo vielleicht die Mutter fast gestorben ist oder das Kind,

Speaker: Dann in der Folge aber häufig, wenn das dann noch ein Frühchen ist und dann in den Brutkasten kommt sozusagen, wenig Körperkontakt da ist, keine Korregulation da ist, dann entsteht, haben wir eben nicht nur das Geburtstrauma, sondern wir haben dann eben auch noch das Bindungs- und Entwicklungstrauma.

Speaker: Entwicklungstrauma ist dann letztendlich auch

Speaker: dass wir verstehen dürfen, wenn wir sowas früher leben, dann bleibt ein Teil in uns eingefroren in dieser Erfahrung und kann sich eben nicht weiterentwickeln.

Speaker: Und dann können Entwicklungsstörungen entstehen.

Speaker: Auch da kann man wieder gucken, wie man die definiert.

Speaker: Ich muss sagen, wenn man kollektiv drauf guckt, haben wir zumindest auf der emotionalen Reife

Speaker: eigentlich ein kollektives Entwicklungstrauma, weil viele sich nicht aus, sag mal, kindlichen, emotionalen Reaktionen rausentwickeln können.

Speaker: Das sieht man dann in der Art, wie Beziehung gelebt wird oder auch nicht gelebt wird, wie mit Konflikten umgegangen wird.

Speaker: Also auch dieses, dass wir keine unterschiedlichen Meinungen mehr diskutieren können, kollektiv.

Speaker: Das ist

Speaker: immer nur einen Kampf gegen links oder rechts oder keine Ahnung was gibt, aber man sich nicht mehr in der Mitte treffen kann, dass man gar nicht mehr miteinander spricht, ist auch Ausdruck eines kollektiven Entwicklungstraumas, weil diese Feindbild-

Speaker: Feindbildprojektion funktioniert eigentlich nur bei Menschen, die ganz, ganz stark schwarz-weiß denken, für die es keine Grauzonen, keine Graubereiche gibt.

Speaker: Und um in Grauzonen Graubereiche denken zu können, brauchen wir, dass wir uns von diesem Abwehrmechanismus, das ist gut und das ist böse oder das ist schwarz und das ist weiß, lösen können.

Speaker: Und auch eine Metaperspektive zoomen können.

Speaker: Das heißt, ich muss aus meinem eigenen Leid, aus meiner eigenen Meinung, aus meiner eigenen Geschichte rauszoomen können.

Speaker: Und das geht nur, wenn ich mich zu einem gewissen Grad emotional entwickelt habe.

Speaker: Und das sind so Folgeerscheinungen ganz häufig davon.

Speaker: Und wie gesagt, die Traumazange entsteht immer dann, wenn wir...

Speaker: wenn wir halt extreme Hilflosigkeit innerhalb dieser Situation erlebt haben und sozusagen das Gefühl hatten, ich kann nichts mehr machen, ich bin absolut ausgeliefert und ob ich jetzt überlebe oder sterbe, das hängt ganz vom Außen ab und ich habe da keine Gewalt mehr drüber.

Speaker: Und

Speaker: Dann gibt es so diese, und deswegen, man kann sagen, Trauma wird mittlerweile sehr inflationär benutzt und das ist so ein Teil der Wahrheit, weil in der Psychologie gibt es halt eigentlich nur diese Formen von Trauma, die wir jetzt aufgezählt haben.

Speaker: Aber ich sage mal, letztendlich, wenn man sich anguckt, was ist ein Trauma?

Speaker: Es ist eine Art Verletzung.

Speaker: Ja, so wie wenn ich mir in den Finger schneide mit einem Küchenmesser, dann ist das auch ein Trauma von der Haut in dem Moment.

Speaker: Aber es ist keine so schlimme Verletzung.

Speaker: Also das ist nichts ganz Tolles mit Trauma behaftetes, sondern das ist nicht der in dem Sinne Schmerz.

Speaker: korrekte schulmedizinische Blick darauf, aber wir können im Prinzip auch durch immer wiederkehrende emotionalen Verletzungen, die man jetzt nicht unbedingt als Bindungs- oder Entwicklungstrauma bezeichnen würde, eine Art psychische Verletzung erfahren.

Speaker: Also wenn wir betrogen werden oder

Speaker: Wenn wir immer wieder erlebt werden, dass wir gemobbt und ausgegrenzt werden, dann muss das nicht im klassischen Sinne, in der Therapie wird das sehr wahrscheinlich wenige als wirklich Trauma bezeichnen oder diagnostizieren.

Speaker: Je nachdem, in welcher Ausprägung das stattgefunden hat, sind das Konflikte,

Speaker: in denen man einfach Schwierigkeiten hatte, sich anzupassen, eine Lösung zu finden, sich zu regulieren, den Konflikt zu bewältigen.

Speaker: Und ich sage mal so, in der ganzen Coaching- oder Persönlichkeitsbubble wird vieles als Trauma bezeichnet, was man halt in der psychischen Schulmedizinischen Psychologie nicht als Trauma bezeichnen würde oder diagnostizieren würde.

Speaker: Genau, aber man kann sagen, die emotionalen Mechanismen und Reaktionen, ich persönlich kenne sie sehr gut und ich kann nur das auch von vielen anderen Frauen, die wir begleitet haben, zum Beispiel im Ernährungsbereich bestätigen.

Speaker: Wenn wir mal so eine klassische Situation nehmen, bleiben wir mal bei emotionalem Essen und bei Gewichtsproblemen, dann

Speaker: ist es schon so, dass man sagen kann, dass die Erlebnisse damit teilweise relativ traumatisch sind.

Speaker: Wenn ich, das habe ich vorhin gesagt,

Speaker: einmal beschrieben, wenn ich meinen Wert mit meinem Gewicht verknüpft habe und ich nehme mal meine Geschichte als Beispiel, ich habe immer so diese 55 Kilo, also unter 55 Kilo ist alles in Ordnung, da darf ich mich wohlfühlen, da bin ich richtig.

Speaker: Alles, was über 55 Kilo ist, ist dann so

Speaker: Okay, schon ein halbes Kilo drüber sackt mir das Herz in die Hose.

Speaker: Oh mein Gott, jetzt muss ich irgendwas machen.

Speaker: Und dann mache ich vielleicht Sport oder ich mache eine Diät, ich gebe mir ganz viel Mühe, ich stecke da ganz viel Hoffnung rein, um wieder die Kontrolle über meinen Körper zurückzubekommen und habe vielleicht auch kurzzeitiger Erfolg und dann steigt das Gewicht wieder.

Speaker: Und das hören wir von ganz, ganz vielen Kunden und deswegen packen sie irgendwann auch die Waage weg, weil sie das gar nicht mehr ertragen können, wenn sie sich dann auf die Waage stellen und feststellen, ich kriege einfach die Kontrolle über mein Gewicht nicht mehr.

Speaker: dann entsteht auch ein Gefühl von Ohnmacht und Hilflosigkeit.

Speaker: Und einem Gefühl von dieser Situation ausgeliefert zu sein.

Speaker: Und ich weiß von vielen Frauen, mit denen wir darüber sprechen,

Speaker: dass das dann teilweise Situationen auf der Waage waren, wo wirklich das Herz in die Hose rutscht, wo ein Übelkeitsgefühl entsteht, wo die Ohren anfangen zu klingeln, wo einfach so eine Art Kontrollverlust einfach stattfindet.

Speaker: Und das muss ich wissen, weil wenn ich meiner Klientin halt sage, wieg dich mal bitte für die Analyse,

Speaker: Und dann kommt halt mehrere Tage nichts mehr, dann kann sie in diesem Hilflosigkeitsgefühl feststecken.

Speaker: Und dann könnte man halt sagen, und die Reaktion kennen wir auch von normalen Ernährungsberatern, die diese Mechanismen nicht kennen,

Speaker: Dass dann halt häufig kommt, ja, meine Güte, also wie unzuverlässig kann man denn sein?

Speaker: Sie hat doch hier ein Coaching gebucht, warum schickt sie mir das denn jetzt nicht rüber?

Speaker: Und da zu erkennen, es ist nicht einfach nur, weil sie nicht will, sondern da ist irgendwas, dass sie das vermeidet, dass sie das wegschiebt.

Speaker: Und ja, da sind wir dann im traumasensiblen Bereich, wo wir einfach wissen müssen, alles, was wir mit den Klienten machen, kann etwas auslösen.

Speaker: Und das braucht dann manchmal Co-Regulation.

Speaker: Ja.

Speaker: Oder sehr häufig.

Speaker: Ja, ich glaube schon, dass Korrelation eigentlich mit das Hauptwerkzeug in Anführungsstrichen ist für eine gute Begleitung auch.

Speaker: Also ich bin ganz bei dir.

Speaker: Das eine ist halt das Definitorische und das macht es ja auch manchmal so schwammig.

Speaker: Wo sind jetzt die Übergänge zwischen Coaching und Therapie?

Speaker: Wo ist der Übergang von Traumasensibilität zu traumatherapeutischer Arbeit?

Speaker: Und ich würde tatsächlich sagen, dass es manchmal auch gar nicht so einfach ist, weil manche Thematiken

Speaker: sind relativ schnell einkategorisierbar und da könnte man über die Diagnose schnell sagen, okay, das überschreitet jetzt den Bereich.

Speaker: Aber es ist natürlich immer auch fraglich, mit welchen Themen kommen wir in Kontakt, wenn wir an der Oberfläche erst mal mit ganz anderen Themen arbeiten.

Speaker: Also dann steigt man erst mal mit einem Beziehungskonflikt ein und plötzlich kommt man dann zu einer traumatischen Erfahrung, zum Beispiel im Mutter- oder Vaterkontakt.

Speaker: Und eigentlich wäre da dann der Übergang zu vielleicht auch einer traumatherapeutischen Begleitung notwendig.

Speaker: Da kommt es immer auch ein bisschen auf die Ressourcen an.

Speaker: Also was löst es aus und wie tiefgreifend ist das und so weiter.

Speaker: Aber da an der Stelle dann nicht zurückzuzucken und denken, oh Gott, das ist jetzt aber, das ist jetzt nicht mehr Coachingarbeit.

Speaker: Ja, dann atme mal und dann komm mal wieder zurück und dann, ja,

Speaker: musst du jetzt halt echt mal zu einer Traumatherapeutin da mitgehen.

Speaker: Das ist ein potenziell wieder überwälchigendes Erlebnis.

Speaker: Mal ganz davon abgesehen, dass viele ja Ewigkeiten warten, bis sie überhaupt eine Begleitung finden.

Speaker: Und auch damit in Kontakt kommen von, ich bin scheinbar zu krank und das ist wirklich so schlimm, dass ich hier gut begleitet werden kann.

Speaker: Und da braucht es einfach wirklich einen sehr

Speaker: sehr feinfühligen Umgang mit und auch den Blick darauf, dass die Person, die vor uns sitzt, ja mehr ist als ihr Trauma.

Speaker: Das ist ja auch relevant.

Speaker: Vor allen Dingen, weil gerade in der aktuellen westlichen Welt haben wir halt so eine kollektive, Hans-Joachim Maas nennt das normopathische Lebensform, sage ich mal, dass wir uns der Traumateil, die hier uns jeden Tag auf der Straße begegnen, gar nicht bewusst sind.

Speaker: Weil

Speaker: Dieses Normopathische, das bedeutet, dass etwas eigentlich pathologisch nicht gesunde zur Normalität wird.

Speaker: Und das sehen wir an jeder Ecke, in jedem Lebensbereich.

Speaker: Aber weil wir es halt kollektiv teilen und weil es überall so ist, kriegen wir gar nicht mit, dass das eigentlich schon eine Verdichtung, sage ich mal, von teilweise Abwehrstrategien ist.

Speaker: Viele merken dann, wenn sie in andere Kulturen, in andere Länder und so weiter reisen,

Speaker: Dass es auch andere Wege gibt, als so wie wir hier leben und kommen teilweise damit in Kontakt, wie wenig natürlich und auch wie wenig gesund sich das dann anfühlt und sprechen ja auch nicht ohne Grund dann manchmal in der einen oder anderen Weise von Kulturschock oder von so einem Gefühl von, oh Gott, Fischung.

Speaker: Das kenne ich so gar nicht.

Speaker: Und deswegen ist so eine Gesellschaft und auch wie wir miteinander umgehen, immer finde ich ein sehr guter Spiegel dafür, was auch in der Innenwelt los ist und auch in welchem Entwicklungsstand viele schmerzliche Erfahrungen gemacht wurden.

Speaker: Denn dieser Spaltungsmechanismus, von dem du eben gesprochen hast, von Schwarz- und Weißdenken,

Speaker: gehört in einen sehr, sehr frühen Entwicklungszustand, wo ein Kind noch keine zwei Repräsentationen gleichzeitig aufrecht halten kann.

Speaker: Also wo es nur entweder die fürsorgliche oder die bösartige Mutter gibt.

Speaker: Wo es nur entweder den tollen oder den abwesenden Vater gibt.

Speaker: Das Kind kann nicht in die Kita, in den Zustand oder in diesem Entwicklungsraum gehen.

Speaker: und ist sich der Liebe der Mutter sicher, weil nur die Abwesenheit gerade da ist.

Speaker: Das bedeutet, es gibt nur das eine oder das andere.

Speaker: Und in einem späteren Zustand, wenn vorher sichere Erfahrungen gemacht wurden,

Speaker: dann entwickelt sich eben diese Repräsentationsfähigkeit von mehreren Repräsentationen der gleichen Personen oder der gleichen Beziehungen gleichzeitig.

Speaker: Das heißt, dann kann das Kind in den Kindergarten oder zum Freund oder zu wem auch immer und ist sich trotzdem der Liebe und Bindung sicher, weil es die abwesende Mutter, die arbeiten geht und die liebende Mutter, die das Kind wieder abholt, gleichzeitig repräsentieren kann.

Speaker: Und dadurch, dass wir das heutzutage echt sehr schlecht können, gibt das auch einen Hinweis darauf, dass schon in sehr frühen Kindheitserfahrungen eben bestimmte Erschütterungen stattgefunden haben.

Speaker: Und das andere zu dieser Traumazange

Speaker: Ich weiß nicht genau, ob das wirklich wissenschaftlich erprobt ist oder geprüft ist, was ich jetzt sage.

Speaker: Aber es ist eine persönliche Erfahrung aus dem Kontakt mit vielen Frauen und auch Männern im Coaching, was eben auch die Folgen von bestimmten überwältigenden Erfahrungen nochmal verschlimmert, ist, wenn es so eine innere Dissonanz gibt.

Speaker: Also wie ein...

Speaker: Gasbremse-Thema.

Speaker: Also einerseits vielleicht der Impuls, sich befreien zu wollen, andererseits dann eben gekoppelt mit dieser starken Ohnmacht, von der du gesprochen hast oder in Kindheitserfahrungen einerseits

Speaker: der starke Liebes- und Nähes- und Sehnsuchtsimpuls und auch die eigenen Eltern schützen zu wollen.

Speaker: Auf der anderen Seite aber diese tiefe körperliche oder auch emotionale Erschütterung oder auch bei sexuellen Thematiken, wenn Teile davon körperlich oder vielleicht sogar emotional als lustvoll erlebt wurden, weil bestimmte Stimulierungen zum Beispiel stattgefunden haben und trotzdem aber diese Erschütterung, Ohnmacht und Erschütterung

Speaker: auch Ekelgefühle damit verbunden sind.

Speaker: Auch das löst bei vielen danach eine sehr große Irritation und auch Wahrnehmungserschütterung aus, weil beides nicht in Einklang miteinander zu stehen scheint und beides nicht gleichzeitig, weil es so widersprüchlich ist, vereinbar ist und somit auch häufig so ein Zerrissenheitsgefühl eben die Folge sein kann.

Speaker: Also weil es halt nicht eindeutig das eine oder eindeutig das andere ist.

Speaker: Und das macht es natürlich noch viel, viel schwerer, insbesondere dann, wenn eben auch Abhängigkeitsverhältnisse zu den Aggressoren, sage ich mal, bestehen.

Speaker: Zum Beispiel bei Kindern natürlich im Extremmaß, aber auch, ich würde mal sagen, bei Lehrern oder auf der Arbeit.

Speaker: Je älter wir werden, desto mehr hätten wir zumindest...

Speaker: hätten wir zumindest auf Verhaltensebene unterschiedliche Möglichkeiten, ob wir die dann nutzen können oder nicht.

Speaker: Aufgrund von bestimmten Erschütterungen ist eine andere Frage, aber wir hätten rein theoretisch mehr Strategien, uns aus so einem Kontext zu befreien, beispielsweise aus einem toxischen Arbeitsverhältnis oder einer toxischen Beziehung, auch wenn das sehr schwer sein kann.

Speaker: Aber für ein Kind ist es nahezu unmöglich, weil es einfach

Speaker: abhängig ist und sehr gebunden und dementsprechend.

Speaker: Und da kommen wir dazu, was auch Traumasensibilität bedeutet, wo wir erkennen müssen, dass das Muster, was eine Person daraus entwickelt hat, eine höchst intelligente, kreative Anpassungsleistung ist, die wir in Erwachsenentagen zwar als

Speaker: vielleicht irrational oder gesundheitsschädigend oder dysfunktional oder toxisch oder was auch immer bezeichnen würden.

Speaker: Nur wir brauchen auch das Gefühl dafür, wann im Leben einer Person, die wir begleiten, war das mal wirklich emotional oder körperlich,

Speaker: entweder real oder vielleicht auch nur wahrgenommen, lebenserhaltend und lebensrettend.

Speaker: Weil unser Nervensystem und unser Gehirn unterscheiden nicht zwangsläufig zwischen realer Bedrohung, also wo bin ich gerade wirklich angegriffen und wo fühlt es sich gerade nur so an.

Speaker: Das merkt man auch bei Personen, die mit Panikattacken zum Beispiel zu kämpfen haben oder soziale Ängste haben oder...

Speaker: Ja, einfach sehr irrationale Ängste, in Anführungsstrichen, dass das Nervensystem einfach reagiert, weil bestimmte Dinge abgespeichert wurden.

Speaker: Und da brauchen wir mit kognitiven Ansätzen nicht dran zu gehen, weil eine Person weiß das grundsätzlich.

Speaker: ein Aufzug jetzt nicht dazu führt, dass man Platz und keine Luft mehr bekommt, weil man kann ja frei atmen.

Speaker: Und die meisten wissen auch, dass die Spinnen in Deutschland jetzt nicht unbedingt lebensbedrohlich sind und man auch alleine kräfte- und größenmäßig einfach mal maximal überlegen ist.

Speaker: Und trotzdem löst es was aus, weil es eben im Nervensystem gespeichert ist durch Prägungen und so weiter.

Speaker: Und dann zu sagen, ja, aber die hat doch viel mehr Angst vor dir als du vor ihr, das kann bei so einem Thema wie der Spinne noch okay sein.

Speaker: Aber wenn man dann anfängt, bei Themen zu arbeiten, wie jetzt mit dem emotionalen Essen oder Beziehungsthemen, sagt man, ja, aber du weißt doch, dass du auch alleine überleben kannst.

Speaker: Ich meine, du brauchst den ja nicht zum Atmen.

Speaker: Ja, das weiß die Person auf kognitiver Ebene, aber die ist schon längst ausgeschaltet.

Speaker: Ja, also der Kopf, der hat da keinen Einfluss mehr drauf.

Speaker: Da kannst du noch so viel drüber reden.

Speaker: Ja, das ist ja auch, also das ist halt der Punkt.

Speaker: Wir müssen halt verstehen, dass wir,

Speaker: Ob es nun ein Trauma ist oder eine Wunde ist oder wie wir es nennen wollen.

Speaker: Wir haben uns das gebaut, um das nicht zu fühlen, was damit verbunden ist.

Speaker: Diese Energie rund um diese Erfahrung, die emotionale Energie ist in Form von Emotionsstau im Körper gespeichert.

Speaker: Und wenn ich jetzt einfach hergehe und sage, du hast jetzt emotionales Essen und du hast dir das gebaut, um das nicht fühlen zu müssen, aber hey, wir nehmen das jetzt einfach mal weg, weil wir mit irgendwelchen Mental Audio Sessions arbeiten und dir einreden, dass du halt einfach intuitiv essen kannst oder wir nehmen einfach Kalorien zählen und einen Ernährungsplan, an dem du dich hältst, dann wird es früher oder später wieder kippen.

Speaker: oder noch zu größeren Problemen führen, weil dadurch ist ja das, was ich versucht habe, nicht zu fühlen und weshalb ich mir das Verhalten gebaut habe, nicht weg.

Speaker: Und deswegen ist es auch so unfassbar schwer, wenn wir jetzt zum Beispiel bei, wir können es toxische Beziehungen nennen oder eben auch schwierige, belastende Beziehungen bleiben, dann ist es,

Speaker: Der Partner, zu dem man dann immer wieder zurückgeht oder von dem man sich trennt, nur um dann in der nächsten Beziehung zu landen, die auch so ähnlich abläuft, am Ende des Tages das Muster, was uns davon abhält, diese Gefühle zu fühlen, die um diese Wunde gesponnen sind, sozusagen abzulehnen.

Speaker: Der Punkt ist, und deswegen ist es für viele so schwierig, sich davon zu lösen, ich muss die Nervensystemkapazität aufbauen, um das fühlen zu können, um aushalten zu können, was nach oben kommt, wenn ich so eine Art von Beziehung nicht mehr führe oder verlasse oder auch das Essen lasse.

Speaker: dann wird etwas nach oben kommen, das ist eigentlich kein Drama, weil das sind erstmal nur Gefühle, Emotionen, also Energien, Bewegungen, die abfließen könnten.

Speaker: Aber weil wir mit diesen Emotionen Ohnmachtserfahrungen gemacht haben,

Speaker: Ist es ein ganz, ganz großes Drama für die Menschen, die das betrifft und kann sich unglaublich überwältigend anfühlen, wenn diese Nervensystemkapazität noch nicht da ist und die innere Sicherheit, das auch fühlen zu können.

Speaker: Und deswegen ist die Grundlage, um das überhaupt aufarbeiten zu können, die Emotionsarbeit, dass die Klienten lernen, mit den Emotionen in Kontakt zu sein, erstmal mit Alltagsemotionen und dann vielleicht auch tiefer zu kommen, immer wieder die Erfahrung zu machen, erst in Ko-Regulation zu lernen.

Speaker: So fühlt sich das an, wenn ich eine Emotion spüre, sie reguliere, sie abfließen lasse und

Speaker: ah, okay, es ist ja gar nicht so dramatisch.

Speaker: Das ist alles so eine Illusion, dass mich das irgendwie umbringt, dass ich sterbe, dass ich das nicht überleben kann, dass ich das nicht aushalten kann.

Speaker: Weil eigentlich ist das, dass ich wegdrücke, weil ich Angst davor habe, genau der Grund, warum es bleibt.

Speaker: Und das muss ich aber erst mal lernen.

Speaker: Und das ist die Grundlage für alles andere.

Speaker: Deswegen kann ich auch bis heute nicht verstehen, warum das in der Therapie nicht funktioniert.

Speaker: nicht gemacht wird, bevor man überhaupt an diese Themen rangeht.

Speaker: Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Speaker: Da passiert ja jetzt im Moment auch ganz viel, zumindest auf der Forschungsseite.

Speaker: Aber trotzdem ist es halt, es ist die Grundlage.

Speaker: Nervensystemregulation und Kontakt mit Emotionen, Kontakt mit

Speaker: was Emotionen eben nun mal sind, um einfach diese Ohnmachtserfahrung mit diesen Gefühlen einen Gegenpol zu geben, also eine Gegenerfahrung, eine korrigierende Erfahrung, in der man merken kann, oh, ich bin ja doch nicht ausgeliefert, wenn ich das fühle, sondern es ist erst mal nur ein Gefühl und das verändert sich auch, das bleibt auch nicht.

Speaker: Und ich bin auch nicht dieses Gefühl, sondern ich bin eigentlich das, was das Gefühl wahrnimmt.

Speaker: Weil ja häufig auch so eine Überlegung

Speaker: Identifikation mit diesem Gefühl da ist.

Speaker: Da wird sich ja häufig eine komplette Identität drum aufgebaut.

Speaker: Also zum Beispiel, ich bin immer die Lustige.

Speaker: Oder zum Beispiel, ich bin halt die melancholische oder die mit der kurzen Zündschnur.

Speaker: Oder dann noch extremer, wenn man sich wirklich Trauma-Identitäten aufgebaut hat.

Speaker: Ich bin halt

Speaker: das Opfer.

Speaker: Ich bin halt die Traumatisierte sozusagen.

Speaker: Und das ist halt dann auch, wo man sieht, wie sich das so mit der Identität verstrickt, obwohl wir sind nicht das, was uns passiert ist.

Speaker: Wir sind nicht das, was wir denken.

Speaker: Wir sind auch nicht das, was wir fühlen.

Speaker: Erstmal sind wir das, was es wahrnimmt.

Speaker: Und alles andere kann sich verändern.

Speaker: wenn ich es nicht festhalte.

Speaker: Aber ganz häufig wird es festgehalten, um die Ohnmacht nicht zu spüren.

Speaker: Und das dürfen wir halt, also wir spüren, die unterbewusst ist die natürlich da, aber das erlaubt uns, das abzulenken oder das zu betäuben.

Speaker: Man kann sagen, das oberflächliche Drama ist,

Speaker: Ja.

Speaker: Es ist das eine und ich würde gerne zu einem Punkt, den du gesagt hast, noch was sagen, weil du hast ja gesagt, dass die Nervensystemregulation mit der wichtigste Punkt ist und da bin ich 100% bei dir.

Speaker: Und da sehen wir gerade aber auch eine Bewegung, die eher das Muster...

Speaker: verstärkt, beziehungsweise dem Muster folgt, statt wirklich zu regulieren.

Speaker: Also jetzt wird quasi ein Riesenindustrietum aufgebaut, jetzt das Nervensystem zu regulieren.

Speaker: Ganz viel zu tun, damit das Nervensystem sich

Speaker: reguliert und das ist an, also es ist in sich schon paradox, denn das, was ja reagiert, ist das autonome Nervensystem, also das, was automatisch reagiert und was nicht, also mit dem es eigentlich herzlich egal ist, ob wir jetzt wollen, dass es sich reguliert oder nicht.

Speaker: Und das Nervensystem scannt, ohne dass diese Frage kognitiv gestellt wird, aus welcher Haltung heraus entspanne ich mich denn jetzt gerade?

Speaker: Also habe ich jetzt wieder einen Plan, heute muss ich dann somatisches Schütteln machen, morgen höre ich dann wieder eine Affirmations-Audio, Mittwoch mache ich Sport, weil das soll auch regulierend wirken und in Dufino ausschütten, dann lege ich mich nochmal auf die Schatty-Matte und dann nehme ich noch eine Ruckerkaut-Zeremonie.

Speaker: Und das sind alles Teile, die wir erstmal an für sich gut finden.

Speaker: Es geht gar nicht darum, das zu

Speaker: dass die Sachen an sich nicht gut sind.

Speaker: Es ist nur dann eine Fortsetzung des Musters in einem anderen Themengebiet.

Speaker: Und da müssen wir sehr, sehr aufpassen, auch ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Charakterstruktur, also welche Abwehrstrategie hat die Person, die mir gegenüber sitzt, denn eigentlich aufgebaut.

Speaker: Und da sehr darauf achten, das nicht zu verstärken.

Speaker: Es gibt nämlich auch Klienten, die haben sehr rigide, also leistungsbezogene Strukturen und die wollen immer was machen.

Speaker: Okay, was kann ich denn jetzt noch tun, damit ich mich ein bisschen mehr entspannen kann und hast du da vielleicht noch eine Aufgabe oder hast du da vielleicht noch eine Übersicht an möglichen Techniken, die ich anwenden kann?

Speaker: Da merkt man schon alleine in der Sprachgeschwindigkeit die maximale Übererregtheit des Nervensystems.

Speaker: Und wenn die dann von mir fünf weitere Aufgaben bekommen, was sie machen können, um sich zu regulieren, regulieren sie sich aus dem überaktivierten Zustand heraus.

Speaker: Das ist keine echte Regulation.

Speaker: Und da dürfen wir einfach sehr, sehr aufpassen.

Speaker: Und da gibt es ja eben auch bestimmte Zeichen, die wir uns dann ja auch nochmal im Detail angucken.

Speaker: die eben darauf hinweisen, ist das Nervensystem gerade eher in einem übererregten, also energieüberladenden Zustand oder in einem sicheren Zustand, wo auch neue Erfahrungen gut adaptiert werden können oder in einem eher

Speaker: einen untererregten Zustand, wo quasi auch häufig nach diesen sehr übererregten Phasen dann quasi so ein Shutdown passiert, weil einfach die Kapazität aufgebraucht ist oder einfach kaum noch Energiereserven da sind, dass die zu fragen, okay, ja, was kann ich denn machen?

Speaker: Und dann gibt man eine Idee rein, aber dann kriegt man zwei Wochen später die Rückmeldung.

Speaker: Ich weiß, ich sollte es machen, aber es ging einfach nicht.

Speaker: Ich konnte nicht.

Speaker: Ich hatte sogar Zeit gehabt.

Speaker: Ich saß auf dem Sofa.

Speaker: Ich habe sogar daran gedacht, aber ich habe es dann nicht gemacht und ich weiß nicht, warum, weil ich will es doch wirklich.

Speaker: Und wenn wir diese Zustände nicht einordnen können und nicht verstehen, dass das nicht ist, weil die Person dann zu faul ist und lieber am Handy hockt, als in etwas...

Speaker: zu gehen, was vielleicht wieder Bewegung reinbringen könnte, dann verstärken wir die Schuld- und Schamgefühle, weil wir nicht verstehen, dass wenn wir uns bewegen, nicht nur der Körper in Bewegung kommt, sondern auch die innere Welt wieder in Bewegung kommt, die wir unbewusst so eingespannt haben durch Verspannungen körperlich oder auch durch Restriktionen auf Regelebene und so weiter, dass wir nicht

Speaker: ...erlebbar für die Klientin machen, dass auch das erstmal eine gesunde Reaktion ist oder eine normale Reaktion, sagen wir es so.

Speaker: Und dass erstmal dann auch in so einem Coaching-Setting die Erfahrung gemacht werden kann, wie fühlt sich das denn an, wieder in Bewegung zu kommen, emotional und körperlich...

Speaker: Und diesmal nicht überfordert zu sein.

Speaker: Denn das System, so paradox es sich anhört, wird tendenziell das in Beziehungen und im Verhalten und so weiter anziehen, was bekannt ist.

Speaker: Denn das Bekannte, so unsicher es mal war, also so bedrohlich es mal war, wird als gewohnt erlebt.

Speaker: Und das Gewohnte gibt eine paradoxe Scheinsicherheit.

Speaker: Deswegen sind auch viele Beziehungen und auch andere Erfahrungen

Speaker: so schwer abzulegen, wo man von außen kognitiv sagen würde, es ist überhaupt nicht gesund.

Speaker: Aber wenn das System gespeichert hat, Liebe ist an zum Beispiel körperliche oder verbale Gewalt gekoppelt, weil mit meinen ersten Liebespersonen habe ich das erlebt, dann zieht das Nervensystem diese Muster wieder an.

Speaker: Auch wenn der Kopf weiß, eigentlich, ich weiß nicht, wie ich wieder da reingeraten bin.

Speaker: Und deswegen brauchen wir

Speaker: ein Ansetzen an dieser tieferen Ebene auf eine auch ressourcenstärkende Art und Weise.

Speaker: Also das Nervensystem braucht auch genug Kapazitäten, diese Tiefe aufzubauen und auch aushalten zu können, damit es nicht wieder eine Überforderung gibt.

Speaker: Es braucht das Heranführen über Korregulationen.

Speaker: sich dann auch selbst halten zu können, damit kein neues Abhängigkeitsverhältnis geschaffen wird und sobald die Coaching- oder Therapiekontexte wegbrechen, einfach wieder das gleiche Muster von vorne beginnt und es braucht ein regelmäßiges Wiedererleben von neuen Erfahrungen, also alternativen Erfahrungen, die das Nervensystem erfahren lassen, ah okay,

Speaker: Vielleicht gibt es wirklich noch was anderes.

Speaker: Da teile ich immer sehr gerne ein Beispiel von einem meiner Ausbildungsleiter.

Speaker: der auch eine sehr gewaltvolle Kindheit hatte.

Speaker: Und der war dann die ersten Male bei Freunden und die waren im sogenannten Spielkeller.

Speaker: Und dann kam deren Mutter runter in den Keller und hat gefragt, ob die was zu essen wollen.

Speaker: Und er hat mit sozialer Panik reagiert, wollte am liebsten abhauen aus diesem Keller, hat alle angeguckt und sich gefragt, wieso die sich so freuen, weil er abgespeichert hat, wenn jemand in den Keller kommt, dann passiert Gewalt.

Speaker: die dann nachher wirklich mit Broten kam und mit was zu trinken, hat er am Anfang gedacht, das wäre vergiftet.

Speaker: Er wollte das nicht haben, weil er dachte, das kann nicht echt sein.

Speaker: Und je häufiger er diese Erfahrung gemacht hat und je häufiger er auch mitbekommen hat, dass die anderen Kinder irgendwie ganz entspannt sind, konnte das erste Mal, was passiert ja natürlich unbewusst, kam als erstes mal dieses Gefühl auch von

Speaker: Vielleicht ist das gar nicht immer so.

Speaker: Ist das auch gar nicht die einzige Realität, die es in Beziehungen gibt?

Speaker: Und es hat er gesagt, es war einer der Mitschlüsselmomente, wo er halt auch noch sehr jung war, aber wo er gemerkt hat, was auch...

Speaker: auch Trauma ausmachen kann.

Speaker: Dass das unsere komplette Wahrnehmung verzerren kann, weil wir eben Erfahrungs- und Erinnerungswesen sind und unser Körper speichert das.

Speaker: Und deswegen braucht es diese korrigierenden alternativen Erfahrungen, dass das Nervensystem immer häufiger die Erfahrung macht, vielleicht

Speaker: ist das gar nicht die einzige Möglichkeit, die passiert, wenn ich Wut ausdrücke oder wenn ich meine Grenze setze.

Speaker: Und ja, okay, hier passiert gerade gar nichts und der Kontakt wird gar nicht abgebrochen und irgendwie fühle ich mich gerade vielleicht sogar ein bisschen leichter und auch kraftvoller als vorher.

Speaker: Und irgendwann wird auch diese neue Information eben zum Teil des Körperspeichers.

Speaker: Und dann haben wir mehr Möglichkeiten,

Speaker: selbst zu entscheiden, wie wir reagieren wollen.

Speaker: Dann kommen wir immer wieder in Momente, wo die Kapazitäten vielleicht nicht so groß sind und dann auch nochmal in alte Muster rutschen, wie so ein kurzes Zurücktitschen.

Speaker: Aber wir haben eine Grundstabilität, die größer ist und wir werden nicht so fremdgesteuert, sondern über die bewusstere Ebene und auch die Erfahrungsebene können wir dann selber mitgestalten.

Speaker: Genau, das ist auch sehr, sehr wichtig, das zu verstehen.

Speaker: Ja, also du hast ja gerade das Nervensystem mit den unterschiedlichen Zuständen angesprochen.

Speaker: Und das ist eben ganz, ganz wichtig und gehört auch zur Traumasensibilität dazu, dass wir...

Speaker: einfach die unterschiedlichen Zustände kennen, sei es der Freeze-Zustand, dieses eben sich nicht mehr aufraffen zu können, nicht mehr bewegen zu können, blockiert zu sein oder auch der Fight-or-Flight-Modus oder eben das Thawning, also das sich unterwerfen.

Speaker: Wir müssen das erkennen,

Speaker: Dafür gibt es ganz klare verschiedene Signale.

Speaker: Also zum Beispiel ist im Freeze-Zustand häufig die Körpertemperatur im Durchschnitt schon erniedrigt.

Speaker: Der Stoffwechsel läuft langsamer, weil das ganze System eben auf Energiesparen ausgelegt ist.

Speaker: In diesem Zustand passiert ganz häufig auch das emotionale Essen stärker.

Speaker: Hingegen ist zum Beispiel bei Fight or Flight die Herzrate erhöht, die Klienten sehr nervös.

Speaker: Also das sieht man dann auch, wenn die voreinsitzen.

Speaker: Die Frau, die im Freeze ist, die ist eher wirklich auch wie eingefroren, die bewegt sich kaum, die wirkt sehr gedrückt.

Speaker: Fast schon.

Speaker: Das ist ja dieses Verstecken oder dieses Todstellen, der Todstellreflex im Säugetierbereich.

Speaker: Oder im Fight of Light, da ist sie dann eher nervös, die muss sich ständig bewegen, die plinzelt sehr viel, die muss auch die ganze Zeit was tun.

Speaker: Die eine kann nicht mehr viel tun, fühlt sich erschöpft und kämpft darum, überhaupt noch irgendwie ihre To-dos hinzukriegen.

Speaker: Die andere...

Speaker: Die kann es überhaupt nicht, also beide können eigentlich nicht gut Ruhe ertragen, sonst wären sie nicht in dem Zustand, aber die einen sind einfach nur noch erschöpft und die anderen sind eher so übererregt.

Speaker: Ja, das merkt man auch in der Sprechgeschwindigkeit gerne mal.

Speaker: Ja, und häufig switcht es auch, je nach Thema.

Speaker: Wenn dann ein Thema aktiv wird, also zum Beispiel wird dann beim Thema Essen in den Freeze gerutscht oder auch in Konfliktsituationen, kann man dann nicht mehr mit dem Partner sprechen, weil man merkt, hier macht es richtig zu.

Speaker: Aber zum Beispiel auf der Arbeit geht man dann voll rein.

Speaker: Da ist man voll im Überarbeiten drin.

Speaker: Fawning ist auch ein ganz, ganz großes Ding.

Speaker: Also sehen wir in unseren Räumen auch immer wieder, ich will jetzt hier unbedingt alles richtig machen.

Speaker: Ich will jetzt ein guter Coach sein.

Speaker: In dem Fall ist auch Lob

Speaker: häufig schwierig, weil das eigentlich noch mehr verstärkt, diese Sucht danach gesehen zu werden, damit dass man sich ja so anstrengt und dass man jetzt gut ist und dass man ja einfach von Mama gesehen wird oder so.

Speaker: Also diese unterschiedlichen Zustände muss man kennen mit den Symptomen, den Sprachmustern, den Körperbewegungen.

Speaker: Weil dann, ich muss mit jemandem, der im Freeze feststeckt, anders umgehen, wie mit jemandem, der im Fight or Flight steckt.

Speaker: Und uns begegnet beides regelmäßig in den Coachings.

Speaker: Bei Menschen mit Übergewichtsthemen eher der Freeze, bei Menschen, die eher so mit

Speaker: übermäßigen Training oder extremer Disziplin beim Essen reagieren oder vielleicht auch bei Stress eher nichts essen oder wenig essen.

Speaker: Die haben halt eher so eine Tendenz zu Fight or Flight zum Beispiel.

Speaker: Und wenn man das weiß, dann kann man natürlich auch ganz anders drauf eingehen.

Speaker: Und das ist einfach super, super wichtig.

Speaker: Und eine Sache, die ich mir noch aufgeschrieben habe, die wir auch noch mal relativieren möchten,

Speaker: um

Speaker: Trauma, also nicht alles ist Trauma.

Speaker: Das ist ein ganz, ganz großer Punkt, glaube ich gerade, dass wir einfach auch sehen, dass so eine Tendenz da ist, dass alles auf Trauma geschoben wird.

Speaker: Da muss man eben auch aufpassen.

Speaker: Und das andere ist aber auch, dass Trauma, weil es häufig, vor allem wenn es noch sehr unverarbeitet ist, auch bei dem Menschen, der drauf schaut auf das Traumathema,

Speaker: häufig als etwas sehr, sehr, sehr Schlimmes und Dramatisches und so...

Speaker: abgespeichert oder gesehen wird.

Speaker: Und das ist eben auch nur der eine Teil der Wahrheit.

Speaker: Also es ist die Wahrheit, dass für Betroffene, gerade auch je nachdem, welche Situation da mit einhergeht, das sehr leidvoll ist und das sehr viel Drama hat.

Speaker: Und es gibt aber auch noch die andere Perspektive, nämlich das Austrauma.

Speaker: Also es gibt einmal die posttraumatische Belastungsstörung, mit der wir zum Beispiel im Coaching auch nicht konkret arbeiten.

Speaker: Das heißt, es wird eine traumatische Erfahrung gemacht und danach

Speaker: kommt man nicht zum ursprünglichen Leistungsniveau zurück.

Speaker: Oder man kann eben aufgrund von Entwicklungstraumata und so eben sich nicht weiterentwickeln.

Speaker: Und dann gibt es aber auch das posttraumatische Wachstum.

Speaker: Das heißt, jemand macht eine traumatische, angstvolle Erfahrung.

Speaker: Es muss gar nicht Trauma im klassischen Sinne sein.

Speaker: Lernt daraus etwas, passt sich den Gegebenheiten an und hat danach ein höheres Leistungsniveau als vorher.

Speaker: Und das ist zum Beispiel eine Situation, mit der man recht gut arbeiten kann, im Coaching auch, weil wir dann wissen, dass die Person schon andere Ressourcen mitbringt als jemand, der halt unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet.

Speaker: Und auch da wieder wirklich zu sehen, was für...

Speaker: So wie du es auch gesagt hast, was für Kräfte haben sich daraus eigentlich entwickeln können.

Speaker: Und das ist eben auch ganz wichtig, das so ein bisschen von den Ressourcen abhängig zu machen, beziehungsweise von den Reaktionen darauf.

Speaker: Und was halt auch wieder zeigt, nur weil eine Frau im Coaching äußert, dass sie mal zum Beispiel missbraucht wurde, ist das keine Situation, in der wir auf Abstand gehen müssen.

Speaker: Weil es, wie gesagt, darauf ankommt, ist daraus eine posttraumatische Belastungsstörung oder sogar posttraumatisches Wachstum entstanden.

Speaker: Wie ressourcenreich ist die Person?

Speaker: Und deswegen dürfen wir auch unseren eigenen Blick auf Trauma ein bisschen korrigieren oder uns auch fragen, warum ist Trauma für mich so wichtig?

Speaker: angstvoll und dramatisch besetzt.

Speaker: Was habe ich noch nicht aufgearbeitet, dass ich auch hier vielleicht noch in einem sehr starken Schwarz-Weiß-Denken bin und nicht rauszoomen kann, dass ein gewisses Maß an Trauma tatsächlich an vielen Stellen auch ein Katalysator für Wachstum ist und es eben nicht nur negative Auswirkungen haben muss.

Speaker: Ja, und das andere ist eben auch, und da glaube ich, ist dann der eigene Entwicklungsweg auch entscheidend, dass viele auch in dem Moment mit eigenen Ängsten in Kontakt kommen und gar nicht mehr so sehr bei der anderen Person sind und in der Abwägung beziehungsweise in dem Wahrnehmen, wie sehr hat das vielleicht wirklich etwas in der anderen Person hinterlassen,

Speaker: sondern einfach auch sehr starke eigene Themen angesprungen werden.

Speaker: Also sowas wie Angst vor Strafe, Angst, Schaden anzurichten, Angst, die andere Person zu retraumatisieren, selbst in einen Ohnmachtsbereich zu kommen, wo nicht ganz klar ist, okay, darf ich das jetzt und kann ich das dann auch überhaupt halten?

Speaker: Und ist das jetzt schon eine Retraumatisierung, dass das jetzt gerade aufgekommen ist durch unsere Arbeit?

Speaker: Also da kommen dann ganz starke auch eigene Themen,

Speaker: überfordernde Reaktionen hinzu.

Speaker: Und deswegen ist eben ja auch dieser Teil oder der Aspekt der Verkörperung und auch

Speaker: der eigenen Nervensystemkapazität so entscheidend.

Speaker: Denn was auf jeden Fall ein großer Einflussfaktor dazu ist, ob ein, wenn ein Trauma, sage ich mal, aufkommt, beziehungsweise Raum bekommt, ob das dann eine korrigierende und gute Erfahrung wird oder nicht, ist eben auch die Kapazität der Person, mit der wir das thematisieren, also mit der es in den Raum kommt,

Speaker: Und das ist einfach, das hat ja auch eine unserer Teilnehmerinnen gesagt, dass sie am Anfang dann, wenn Emotionen aufkamen, schon gesagt hat, ja, nee, nee, ist schon okay.

Speaker: Aber ihre Ausstrahlung war halt, also klar, ich sage dir jetzt, dass das okay ist, aber ich weiß selber nicht, was ich damit jetzt machen soll.

Speaker: Und das ist dann im Prinzip eine Wiedererfahrung der Ursprungssituation, selbst wenn sie nicht mal traumatisch war.

Speaker: Also es gibt ja auch einfach überfordernde Situationen oder unschöne Momente,

Speaker: die was mit uns machen, die uns prägen, aber nicht unser ganzes Leben so beeinflussen, dass man von Trauma sprechen sollte.

Speaker: Und

Speaker: Das ist einfach sehr entscheidend.

Speaker: Also kann ich das dann halten und kann ich das aushalten, dass die andere Person mir das sagt und ich muss damit ja auch nicht zwingend arbeiten.

Speaker: Also nur weil jemand eine Erfahrung gemacht hat, hat das ja nicht unbedingt was mit dem Thema zu tun, mit dem man gerade arbeitet und so.

Speaker: Aber trotzdem sollte man mit der Haltung in diesen Raum gehen,

Speaker: dass das Potenzial da ist, dass eine traumatische Erfahrung aufkommt.

Speaker: Das ist einfach leider, ich habe da am Anfang echt nie so drüber nachgedacht, weil für mich war halt auch aus meiner Ausbildungserfahrung klar, dass ich halt nicht mit Trauma arbeiten werde und nicht mit psychischen Störungsbildern, wie sie ja genannt werden.

Speaker: Das war für mich ganz klar, weil das gehört ja auch zum Berufsethos dazu.

Speaker: bis du dann plötzlich in einem Coaching sitzt und dann kommt plötzlich eine traumatische Erfahrung auf.

Speaker: Dann arbeitest du in dem Moment mit Trauma, auch wenn du es nicht traumatherapeutisch begleitest.

Speaker: Und wenn dich das aber erschüttert, dann ist das erschütternd für dich, weil einerseits kommen große Schuld- und Schamgefühle in dir als Coach auf und Ohnmachtsgefühle, weil du selber nicht weißt, oh Gott, was ist denn jetzt los?

Speaker: Und auch die Unsicherheit hast, was ist denn bei der nächsten Klientin oder beim nächsten Klienten vielleicht und kann ich das dann halten oder nicht?

Speaker: Und auch natürlich in der Person, die sich in diesem sehr schmerzlichen Thema teilweise anvertraut hat, eben auch diese Gefühle von, oh, das war wieder zu viel und vielleicht hätte ich es besser nicht geteilt und oh Gott, jetzt ist wieder jemand überfordert damit und das habe ich vielleicht schon mit meiner eigenen Familie erfahren, als ich denen von einem Ereignis erzählt habe oder so oder ich werde erst mal in Frage gestellt oder wie auch immer.

Speaker: Also dann hat das eben auch ein sehr, sehr großes Potenzial, in die Negativrichtung zu gehen und deswegen braucht es

Speaker: auch um traumasensibel zu arbeiten, die Erfahrung, in welchem Zustand ist eigentlich mein Nervensystem gerade?

Speaker: Was kann ich denn gerade eigentlich halten?

Speaker: Welche Emotionen kann ich gut begleiten und wo darf ich vielleicht selber noch den Zugang zu bestimmten Emotionen entwickeln?

Speaker: Weil mein Kopf zwar weiß, das wäre gut, die ausdrücken zu können, aber ich mache es noch nicht.

Speaker: welche Themen führen in mir zu Bewertungen oder Interpretationen, die da vielleicht nicht hingehören.

Speaker: Ganz häufiges Beispiel ist so etwas wie Untreuerfahrungen.

Speaker: Wenn jemand ins Coaching kommt und sagt, ich war untreu.

Speaker: Und ganz viele erleben, dass sie dafür extrem beschämt und moralisiert werden und

Speaker: dementsprechend sich ja dieses Thema nicht löst, weshalb diese Person diese Entscheidung vielleicht getroffen hat, weil eben persönliche Erfahrungen anspringen.

Speaker: Und das kann immer sein, weil wir sind Menschen und wir haben persönliche Erfahrungen.

Speaker: Es braucht aber die Kapazität, sich zu regulieren, das zum eigenen Thema zu machen.

Speaker: Ich kann immer entscheiden, wenn jemand zu mir kommt und sagt, ich bin untreu und irgendwie habe ich ein Schuldgefühl und ich möchte gerne dieses Schuldgefühl loswerden, damit ich halt die Affäre weiterführen kann.

Speaker: Und ich habe damit vielleicht selber eine Geschichte oder meine Eltern haben damit eine Geschichte und ich merke einfach, den Auftrag, den kann ich nicht annehmen, weil das kann ich nicht gut begleiten.

Speaker: Dann kann ich das natürlich auch mitteilen, kann ich sagen, weißt du, ich finde es echt mutig, dass du das teilst, weil ich weiß, dass das auch ein Thema ist, was für viele sehr...

Speaker: sehr schwer ist mitzuteilen, weil auch sehr große Moralisierungen darauf liegen.

Speaker: Ich merke gerade, dass ich dieses Thema nicht so begleiten kann, wie ich das möchte.

Speaker: Das passt nicht zu der Arbeit oder zu der Art, wie ich arbeiten möchte.

Speaker: Ich kenne aber jemanden, den kann ich dir empfehlen, der wird dich gut begleiten.

Speaker: So, dann ist es meine Begrenzung.

Speaker: Ich kann eine Grenze setzen.

Speaker: Aber ich muss nicht plötzlich den Klienten in irgendwas reindrängen oder bearbeiten, damit ich meine eigenen Themen oder Verletzungen nicht wahrnehmen muss.

Speaker: Und da ist dann auch ein großer Raum für Verletzungen und auch für einen sehr großen Schattenanteil im Coaching, wo dann eben nicht genug getrennt wird, was ist eigentlich gerade meins und was ist wirklich das von der Klientin und wo ist auch das, was wir gerade als Beziehungsdynamik auch teilen an Themen.

Speaker: Weil man zieht ja auch bestimmte Themen an.

Speaker: Ja, also das ist ein ganz, ganz großes und wichtiges Thema, gerade wenn man sich auch im Bereich umschaut, so Kriminalpsychologie und so weiter, also da kann ich einfach nur meinen Hut vorziehen, weil wenn man irgendwie mit Menschen arbeitet, die pädophil sind oder die jemanden vergewaltigt haben oder die irgendwie jemanden umgebracht haben oder so, ne?

Speaker: auf der einen Seite müssen eigentlich diese Menschen therapiert werden, damit sie sowas eben in Zukunft nicht mehr tun.

Speaker: Und auf der anderen Seite können die natürlich nur von jemandem therapiert werden, der sie erstmal nicht dafür verurteilt.

Speaker: So schwer, wie sich das anhört, der da sitzen kann und sagen kann, ich persönlich

Speaker: findet es absolut nicht in Ordnung, das geht gar nicht.

Speaker: Aber ich kann das hier raushalten, weil es geht gerade um das Gegenüber, das hier gerade sitzt und bereit ist, daran zu arbeiten und die Dinge vielleicht auch aufzulösen, die dazu geführt haben, warum er diese Neigungen entwickelt hat und so weiter.

Speaker: Also das ist schon heftig.

Speaker: Und in dem Bereich arbeiten zu können, da gehört schon was dazu.

Speaker: Ja.

Speaker: Aber das machen wir ja im Coaching-Bereich nicht.

Speaker: Dementsprechend.

Speaker: Trotzdem zeigt es einfach diesen Mechanismus ganz gut.

Speaker: Aber dass wir nicht zu weit davon abkommen.

Speaker: Ich muss jetzt gleich auch ins nächste.

Speaker: Du warst gerade weg.

Speaker: Zumindest bei mir.

Speaker: Jetzt bin ich wieder da, oder?

Speaker: Ja, aber den letzten Satz habe ich nicht gehört.

Speaker: Genau, also im Endeffekt, um wieder zurückzukommen einfach zum Coaching-Prozess, ist es eben wichtig, dass wir über Trauma Bescheid wissen, dass wir in Selbsterfahrungsräumen auch einfach lernen, damit umzugehen, wenn irgendwo emotionale Situationen oder Erlebnisse hochkommen.

Speaker: und wie wir einfach mit den Themen arbeiten, die bei unseren Klienten hochkommen, wie die Ansprache ist.

Speaker: Und all das muss in einer guten Coaching-Ausbildung gelernt werden.

Speaker: Und wir sehen immer noch, es wird in den meisten komplett ausgeblendet oder es gibt halt mal ein kurzes Video über Traumaformen und Retraumatisierung, was das ist und so weiter.

Speaker: Aber dann wird das Thema nicht mehr angepackt.

Speaker: Weil man ja denkt, ja gut, als Coach arbeitet man sowieso nicht damit.

Speaker: Und das ist halt einfach nicht, das ist nicht, so kann keine traumasensible Arbeit stattfinden.

Speaker: Und dementsprechend haben wir da einen ganz, ganz großen Fokus in der Ausbildung auch drauf.

Speaker: Deswegen sagen wir auch immer wieder, das ist eine traumasensible Coaching-Ausbildung.

Speaker: Und das ist nicht einfach nur so dahergesagt, weil wir mal ein paar Videos dazu haben, sondern...

Speaker: die Fähigkeit, die Nervensystemkapazität aufzubauen, zu wissen, wie reagiere ich dann darauf und das wirklich nicht nur zu wissen, sondern das auch zu verkörpern.

Speaker: Das ist das, was du lernst und das Feedback unserer Auszubildenden werde ich morgen auch ein Video von einer Frau posten, die dann gesagt hat, ich hatte am Anfang richtig viel Angst, Menschen zu retraumatisieren und jetzt habe ich diese Angst entgegen.

Speaker: gar nicht mehr.

Speaker: Ich fühle mich total sicher.

Speaker: Ich kann den Raum sicher halten.

Speaker: Und wenn da doch mal was hochkommt, dann weiß ich, wie ich da drauf reagieren kann.

Speaker: Und das hat einen Riesenimpact auf meine Arbeit.

Speaker: Dazu würde ich total gerne noch einen Satz ergänzen, weil das ist nämlich... Kannst du gerne machen.

Speaker: Ich muss nur gleich in... In zwei Minuten los, ja.

Speaker: Und mein Akku ist gleich leer.

Speaker: Also wenn ich gleich verschwunden bin, dann... Okay, dann ist es wichtig.

Speaker: Ich habe nur noch einen Satz, weil das...

Speaker: Das ist nämlich das, was ich auch immer wieder sehe, wenn wir den Unterschied oder die Differenzierung schaffen zwischen, wie sieht gesunde emotionale Aktivierung aus, die es braucht, um sich zu lösen und wie sieht emotionale Überaktivierung aus, die dann auch das Potenzial hat, eben wieder in andere Bereiche zu rutschen, die nicht gesund sind.

Speaker: dann entsteht auch Sicherheit in mir als Coach, in meinem Nervensystem.

Speaker: Und dann schafft mein Nervensystem die Synchronisation für die Klientin, sich ebenfalls sicher zu erleben.

Speaker: Und das ist vielleicht zusammengefasst das, was in der Ausbildung neben dem fachlichen Wissen einfach primär genutzt wird.

Speaker: Und wenn du da Interesse hast,

Speaker: dann schreib uns sehr gerne.

Speaker: Entweder kannst du TS kommentieren, dann kriegst du den Zugang zu unserem Webinar von zu Möcheln-Sequels, wo wir da nochmal im Detail darauf eingehen oder du schreibst uns einfach direkt, dann machen wir einen unverbindlichen Termin aus und sprechen darüber, ob die Ausbildung auch für dich ein guter Wegbegleiter sein kann.

Speaker: Ja, wir freuen uns auf jeden Fall sehr.

Speaker: Die nächste Runde startet jetzt im Mai und ja, wir freuen uns, wenn du mit dabei bist.

Speaker: Okay, dann flitzt du meinen Termin und zu deinem Akkugerät.

Speaker: Mach's gut.

Speaker: Ciao.

Speaker

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