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#28 - Was bedeutet Traumasensibilität?

S1 E28 · The Embodied Coach
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62 Plays23 days ago

Wenn deine Klientin keine Lust auf Bewegung hat, emotional isst oder immer wieder in alte Muster fällt, dann liegt das oft nicht an fehlender Disziplin. In dieser Folge erfährst du, warum Trauma-Wissen allein noch keine traumasensible Begleitung ist.

Wir sprechen darüber, woran du echte Traumasensibilität erkennst, warum Co-Regulation im Coaching so entscheidend ist und weshalb Wissen ohne verkörperte Haltung sogar neue Überforderung auslösen kann. Diese Folge zeigt dir, was deine Klientin wirklich braucht, um sich sicher, gesehen und gehalten zu fühlen.
Wenn deine Klientin beim Thema Ernährung dicht macht oder auf scheinbar einfache Impulse mit Rückzug, Scham oder Überforderung reagiert, dann ist das nicht automatisch Widerstand. In dieser Folge sprechen wir darüber, warum traumasensibles Coaching so viel mehr ist als nur über Trauma informiert zu sein.

Du erfährst, weshalb echtes traumasensibles Coaching immer auch mit Haltung, Nervensystemwissen und Beziehungsfähigkeit zu tun hat. Wir beleuchten, was Embodiment Coaching und somatisches Coaching wirklich brauchen, damit Coaching nicht nur an der Oberfläche Symptome verwaltet, sondern nachhaltig wirkt. Es geht um Schocktrauma, Bindungs- und Entwicklungstrauma, um die sogenannte Traumazange, um Co-Regulation und darum, warum ein gut gemeinter Plan allein oft nicht reicht.

Gerade wenn du im Bereich Ernährung & Coaching arbeitest oder Themen wie emotionales Essen begleitest, ist diese Folge essenziell. Denn Coaching bei emotionalem Essverhalten braucht mehr als Strategien. Es braucht die Fähigkeit, Reaktionen im Körper zu lesen, Emotionen sicher zu begleiten und das Nervensystem zu regulieren. Genau hier liegt der Unterschied zwischen reinem Wissen und echter Kompetenz.

Diese Folge ist besonders wertvoll für Coaches, die sich nach Tiefe sehnen, ihr Coaching Business verantwortungsvoll aufbauen und sich fragen: wie baue ich mein Coaching Business erfolgreich auf, ohne nur oberflächlich zu begleiten? Wenn du eine traumasensible Coaching Ausbildung für Frauen suchst oder dich für traumasensibles Coaching für Coaches und Therapeutinnen interessierst, bekommst du hier einen ehrlichen Einblick, was eine fundierte Coaching Ausbildung heute wirklich leisten sollte.

Wenn du spürst, dass du nicht einfach nur oberflächlich Symptome coachen, sondern wirklich zu nachhaltigen Durchbrüchen begleiten willst: Trag dich jetzt auf die Warteliste für die Psychosoma Nutrition Coach Ausbildung ein. Für ein Coaching, das Tiefe hat. Und dich wirklich trägt: 👉🏻 Zur Warteliste & Webseite

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Transcript

Einführung in Trauma-Sensitivität

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Speaker
Über Trauma aufgeklärt zu sein, ist nicht Traumasensibilität.
00:00:04
Speaker
Viele Ausbildungen verkaufen traumasensible Arbeit mit dem Hinweis darauf, dass über Trauma gesprochen wird, dass ein Bewusstsein für Trauma geschaffen wird.
00:00:15
Speaker
Aber das alleine reicht nicht, um traumasensibel zu arbeiten.
00:00:18
Speaker
Deshalb schauen wir uns gemeinsam in dieser Folge an, was ist denn Traumasensibilität überhaupt, was verstehen wir darüber und wie arbeiten wirklich traumasensibel?
00:00:35
Speaker
Du willst ein erfolgreicher Coach sein, der seine Klienten durch echte Durchbrüche und nachhaltige Transformationen führt?
00:00:41
Speaker
Dann bist du genau richtig hier.
00:00:43
Speaker
Ich bin Natascha, seit über zehn Jahren erfolgreicher Coach mit eigenem Coaching-Business und über 500 begleiteten Menschen.
00:00:49
Speaker
Und ich bin Lena.
00:00:50
Speaker
Seit über sieben Jahren begleite ich Menschen als Coach durch tiefgreifende Prozesse hin zu nachhaltigen Veränderungen.
00:00:56
Speaker
In diesem Podcast sprechen wir darüber, wie traumasensibles, körperzentriertes und nachhaltig wirksames Coaching wirklich funktioniert.
00:01:03
Speaker
Kein oberflächliches Tools-Gehabe, kein Druck, sondern Nervensystemwissen, Embodiment und eine Haltung, die den Themen deiner Klientin wirklich gerecht wird.
00:01:11
Speaker
Der Embodied Coach ist für Frauen wie dich.
00:01:13
Speaker
Mit großem Verantwortungsgefühl, mit einer Sehnsucht nach Tiefe und mit dem Wunsch, einen Unterschied in der Coaching-Branche zu machen.
00:01:20
Speaker
Hier bekommst du fundiertes Wissen, Insights aus unserem Coaching-Alltag und echte Inspiration für deinen Weg als Coach.
00:01:27
Speaker
Weil du spürst, es geht nicht um höher, schneller, weiter, sondern um echt, verbunden und tiefgreifend.

Verstehen und Kommunizieren von Trauma

00:01:33
Speaker
Abonniere jetzt diesen Podcast und begleite uns auf dieser Reise.
00:01:37
Speaker
Zurück zum Körper, zurück zu dir und zu dem Coaching, das du dir selbst gewünscht hättest.
00:01:46
Speaker
Ich würde die Frage trotzdem auch nochmal an dich geben, weil du hast dazu gestern ja auch in dem Gespräch nochmal ein, zwei andere Sachen gesagt, die ich auch sehr wichtig fand, ja.
00:01:55
Speaker
Ja, also auf der einen Seite ist es natürlich wichtig, dass wir...
00:02:01
Speaker
die verschiedenen Traumaarten kennen, von Schocktrauma über Geburtstraumata, über Bindungs- und Entwicklungstraumata, dass wir da einfach die Unterschiede kennen und auch natürlich als Coaches wissen, mit was können wir arbeiten und was braucht wirklich auch nochmal traumatherapeutische Unterstützung, wo wir dann eben als Coaches super gut flankierend zur Therapie arbeiten können, also unterstützend zur Therapie.
00:02:29
Speaker
Aber eben da auch nochmal Empfehlungen unseren Klienten geben dürfen, wenn sowas sich im Prozess zeigt, dass da vielleicht einfach auch nochmal traumatherapeutisch dran gearbeitet werden muss.
00:02:41
Speaker
Und dann kommt es natürlich ganz darauf an, wie wir das sagen.
00:02:47
Speaker
Ob wir den Klienten zurückschieben oder wegschieben oder selber in so ein, oh mein Gott, nee, damit darf ich nicht arbeiten, da darf ich auch nicht aus rechtlichen Gründen oder so mit dir drüber sprechen.
00:02:58
Speaker
Das gehört auf jeden Fall in Therapie, also dem Klienten oder der Klientin nicht das Gefühl zu geben,
00:03:06
Speaker
dass sie damit zu viel ist, dass sie damit zu belastend ist, weil das halt ganz häufig genau diese Mechanismen verstärkt, damit alleine zu sein.

Emotionsregulierung im Coaching

00:03:19
Speaker
Wir müssen auch darüber aufgeklärt sein, was eine Traumazange ist.
00:03:23
Speaker
Also da können wir gleich auch nochmal drüber sprechen.
00:03:28
Speaker
dass wir da einfach auch wissen, was traumatische Erfahrungen noch verstärkt oder verschlimmert und häufig auch das Aufarbeiten dieser Erfahrungen blockiert.
00:03:42
Speaker
Und
00:03:43
Speaker
Dann habe ich gestern aber auch im Gespräch ein ganz konkretes Beispiel gemacht, was ich, glaube ich, gerne hier auch nochmal machen möchte, denn das Wissen darum langt nicht.
00:03:54
Speaker
Wir müssen einfach verstehen, dass...
00:03:59
Speaker
Wenn wir jetzt zum Beispiel mit unseren Klienten, also unsere Auszubildenden lernen, am Anfang einen ausführlichen Anamnese-Prozess, in dem sie über verschiedene Fragebögen und einen Prozess die Geschichte und die Situation ihrer Klienten erfassen.
00:04:16
Speaker
Sowohl die physiologische Situation als auch die psychologische.
00:04:22
Speaker
Und anhand der Daten, man kennt das vielleicht aus der klassischen Ernährungsberatung, da hat man dann vielleicht das Gewicht und ein Ernährungstagebuch und so.
00:04:34
Speaker
Da hört es dann aber meistens schon auf.
00:04:36
Speaker
Und wir gehen eben noch weiter und gucken, was steckt eigentlich hinter dem Verhalten?
00:04:41
Speaker
Was können wir da als Thesen aufstellen?
00:04:45
Speaker
Was vielleicht in dem Verhalten auch an Bewältigungsstrategie für gewisse Dinge steckt?
00:04:51
Speaker
Und normalerweise geht man jetzt in der klassischen Ernährungsberatung her,
00:04:55
Speaker
und sagt halt, okay, das ist das Ziel, das ist gerade der Ist-Zustand, dieses Verhalten blockiert, dass wir zum Ziel kommen und deshalb müssen wir jetzt vielleicht die Klientin oder den Klienten darüber aufklären, was er so zu sich nehmen muss und eventuell, je nachdem wie wir da arbeiten, geben wir Kalorienvorgaben oder einen Plan und dann ist der Klient eigentlich damit alleine.
00:05:20
Speaker
Und was daran nicht traumasensibel ist, ist, dass wir zum einen
00:05:24
Speaker
verstehen müssen, dass die Ist-Situation und wenn wir da nochmal mit der Lupe draufgehen innerhalb von so einem Prozess bei ganz, ganz vielen unangenehme Gefühle auslösen kann.
00:05:38
Speaker
Also Scham darüber, dass es so ist, wie es gerade ist, Schuldgefühle, weil man ja eigentlich weiß, dass das Verhalten gerade nicht so dienlich ist.
00:05:47
Speaker
Und da muss es nicht nur ums Essverhalten gehen.
00:05:50
Speaker
Auch zu wissen, dass es gerade nicht dienlich ist, immer wieder in eine toxische Beziehung zurückzugehen oder sich ständig zu überarbeiten und sich keine Pausen zu gönnen oder mit dem eigenen Business nicht in die Sichtbarkeit zu gehen und da vielleicht an anderer Stelle ganz viel Geld reinzustecken.
00:06:07
Speaker
Aber dann hapert es halt, damit regelmäßig zu posten und selbstbewusst nach draußen zu gehen.
00:06:15
Speaker
Und meistens ist es ja durch diese kognitive Verhaltensdissonanz, also ich weiß es eigentlich, aber ich schaffe es nicht, das umzusetzen, ein ganz, ganz großes Schamthema im Raum und mit dem Scham, Schuld, auch noch Frustration, Wut, Traurigkeit, Ärger, vielleicht sogar ein Selbsthass, je nachdem.
00:06:34
Speaker
wie die Situation gerade ist.
00:06:37
Speaker
Gerade im Gesundheitsbereich und der Ernährungsbereich ist ja daran angelehnt, sind körperliche Symptome oder auch Schmerzen da, wo der Klient vielleicht auch durch den Anamnese-Prozess noch mal mehr Bewusstsein darüber bekommt, wie das eigene Verhalten dazu beiträgt, dass diese Symptome und diese Schmerzen entstehen.
00:06:59
Speaker
Und
00:07:01
Speaker
Was wir immer machen und da beginnt halt Traumasensibilität, dass wir uns bewusst sind, dass diese Prozesse schon Emotionen bei unseren Klienten auslösen und dass wir sie nicht damit alleine lassen, sondern dass wir ihnen helfen, gegebenenfalls die Emotionen, die sie selbst in dem Prozess nicht regulieren können, zu regulieren.
00:07:24
Speaker
dass wir ihnen nicht unterstellen, dass sie einfach, selbst wenn wir es nicht aussprechen, ist das ja eine innere Haltung, nicht genug wollen oder dass sie es einfach nicht verstanden haben oder dass sie blöd sind oder dass sie faul sind oder was auch immer, sondern dass wir wirklich erkennen in dem Verhalten,
00:07:45
Speaker
Das entsteht nicht nur durch Unwissenheit, das entsteht meistens, weil es eine Bewältigungsstrategie für etwas ist.
00:07:53
Speaker
Und wenn ich in meinem Alltag bin als Klient, beziehungsweise noch nicht Klient, bevor ich mir Hilfe suche, habe ich ganz gute Methoden, die mir helfen, das zu verdrängen.
00:08:08
Speaker
Das heißt, nehmen wir mal das Beispiel mit dem emotionalen Essen.
00:08:15
Speaker
Ich weiß zwar, dass ich darunter leide und dass mich das belastet, aber ich schaffe es irgendwie, es doch immer wieder über den Alltag wegzuschieben.
00:08:22
Speaker
Wegzuschieben, wie schlecht es mir wirklich damit geht, wegzuschieben, wie schwer und leidvoll sich vielleicht mein Körper deswegen gerade anfühlt, wegzuschieben, dass vielleicht die PMS-Beschwerden, die Verdauungsbeschwerden auch damit zusammenhängen, die ich habe.
00:08:36
Speaker
dass die Beziehungsprobleme, die ich habe, vielleicht auch mit dadurch beeinflusst werden, weil ich keine Lust mehr auf Sex habe und so weiter.
00:08:44
Speaker
Das blende ich im Alltag alles aus.
00:08:46
Speaker
Durch so einen Prozess kommt es aber ins Bewusstsein und das kann recht überwältigend sein und Ohnmachtsgefühle auslösen.
00:08:54
Speaker
Und da sind wir dann wieder auch bei Traumareaktionen, die wach werden können in dem Moment.
00:09:02
Speaker
Und das ist eben ganz wichtig, dass wir das einfach auffangen können in so einem Prozess.
00:09:08
Speaker
Nicht nur darüber Bescheid wissen, sondern das auffangen können.
00:09:11
Speaker
Sehen, wie sieht so eine Reaktion aus, also auch eine Traumareaktion.
00:09:18
Speaker
Und
00:09:20
Speaker
die Symptome auch zu erkennen, die Art und Weise, wie der Mensch sich in dem Moment verhält, was er ausstrahlt, wie die Körperhaltung ist, sowas wie erhöhte Blinzelrate und solche Geschichten, wenn wir im Austausch sind.
00:09:33
Speaker
Und dass wir dann halt einfach gucken, dass wir das auffangen und eben nicht einfach nur einen Plan hinschieben oder eine Strategie hinschieben und sagen so, mach mal.
00:09:43
Speaker
Genau.
00:09:45
Speaker
Ja, und dann kommt es ja auch noch darauf an, wie gehen wir überhaupt in Kontakt.
00:09:49
Speaker
Also das eine ist halt, das zu erkennen, dass alleine schon die Person, wie sie vor uns sitzt mit ihren Verhaltensweisen und Herausforderungen, dass da schon das Potenzial drin liegt, dass eben das schon diese...
00:10:03
Speaker
Ich sage mal aufgebaute Maske oder das sogenannte falsche Selbst ist also quasi eine Bewältigungsstrategie an sich.
00:10:10
Speaker
Ich hatte zum Beispiel mal eine Klientin im Erstgespräch und die hat die ganze Zeit gelächelt.
00:10:14
Speaker
Also dass es schon so eine Irritation gab von irgendwie, dass sie erzählt mir was sehr Schmerzliches, aber ihr Gesicht lächelt.
00:10:22
Speaker
Und dieses Irritationsgefühl wahrzunehmen und auch dann anzusprechen, aber auf

Gesellschaftliche Normen und kollektives Trauma

00:10:30
Speaker
eine sensible Art und Weise und nicht zu sagen, warum lachst du denn, während du mir das jetzt erzählst, sondern auch die Sprache, die verbale Sprache, aber vor allem auch die nonverbale Sprache, nicht mal zu trainieren, sondern einfach zu so einer Art inneren Haltung werden zu lassen, dass sie aus sich selbst herauskommt.
00:10:48
Speaker
Denn wenn das Nervensystem
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Speaker
stabil ist und wir mehr Zugang zu uns und zu unseren Emotionen und zu unserer Sensibilität haben, dann wird sich das automatisch auch auf der bewussteren, also auch der kognitiveren, sprachlicheren Ebene ausdrücken.
00:11:03
Speaker
Genauso wie eben andersrum, wenn das in Disbalance ist, dann merkt man es eben auch über den Ausdruck, über den Muskeltonus und so weiter, dass wir auch in der
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Speaker
in der Sprachführung, in dem, wie sprechen wir mit der anderen Person, einfach diese Sensibilität in Bezug auf den Leidensdruck, der häufig in der anderen Person vorliegt, manchmal sogar ohne, dass sie es mitbekommt und ohne zu wissen, was eigentlich darunter wirkt, dass das von Anfang an aufgenommen wird oder aufgegriffen wird.
00:11:33
Speaker
Und das andere ist, und das ist eigentlich für mich fast mit das Entscheidendste, ist das Bewusstsein dafür und auch die
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Speaker
die Feinfühligkeit dafür, dass die allermeisten Abwehrstrategien, die allermeisten Bewältigungsmechanismen, die man dann auf Verhaltensebene, auf Beziehungsebene und so weiter sieht, ihren Ursprung in Kontaktsituationen hatten.
00:11:56
Speaker
Es gibt natürlich auch Schocktrauma, wie zum Beispiel schwere Unfälle oder sowas, die sind dann nicht direkt so sehr auf Beziehungsebene.
00:12:06
Speaker
Also die sind dann nicht unbedingt in einem Kontaktkontext entstanden,
00:12:10
Speaker
Aber die brauchen ja auch teilweise eine ganz andere Begleitung als zum Beispiel Entwicklungs- und Bindungstrauma-Geschichten oder Verletzungen.
00:12:17
Speaker
Aber die allermeisten Ursachen für später diese Bewältigungsmechanismen, die sich auch wie so richtig hartnäckig einfügen und auch sich manchmal so anfühlen, als hätten wir die schon immer, dass wir uns kaum erinnern können, dass das mal irgendwann angefangen hat oder mal anders war, das ist eben häufig in Beziehungskontexten entstanden.
00:12:37
Speaker
in den allerersten Beziehungskontexten, in den allermeisten Fällen,
00:12:41
Speaker
Und deswegen braucht es die Sensibilität dafür, dass wenn diese Personen wieder in einen Raum kommen, wie Coaching, Therapie, Arztbesuche, pädagogische Kontexte, eigentlich alles, wo wir mit Menschen arbeiten, selbst auf dem Amt.
00:12:55
Speaker
Ich war vor zwei Tagen auf dem Amt, weil ich das Auto zulassen musste.
00:12:59
Speaker
Und ich habe richtig gemerkt, wie viel Stress mir das gemacht hat, dass ich nicht genau wusste, habe ich jetzt alles dabei, bin ich gut vorbereitet, muss ich nachher wieder fahren.
00:13:08
Speaker
Ich habe total Stress gehabt, obwohl eigentlich...
00:13:11
Speaker
Mir konnte ja nichts passieren.
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Speaker
Das Schlimmste wäre, ich muss halt 15 Minuten nach Hause fahren, muss wieder drei Wochen warten.
00:13:14
Speaker
Aber ich habe richtig gemerkt, wie das mein Nervensystem irgendwie beschäftigt hat und der Typ war auch total nett und so.
00:13:20
Speaker
Aber selbst in diesen Kontexten arbeitet natürlich unser System.
00:13:25
Speaker
Aber wenn wir uns mit intimen, intensiven,
00:13:29
Speaker
Themen auseinandersetzen, wie beispielsweise im Coaching oder in Therapie oder bestimmte Thementeile, die uns vielleicht unangenehm sind oder die schambesetzt sind, wie emotionales Essen oder auch Sexualthemen, Beziehungsprobleme, bis hin zu selbstzerstörerischen Gedanken und Verhaltensweisen, die nicht unbedingt
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Speaker
körperlich Selbstverletzten

Sichere Coaching-Umgebungen schaffen

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Speaker
sein müssen, aber beispielsweise über sehr starke innere Selbstabwertungsgedanken und so weiter.
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Speaker
Sich darin mitzuteilen, erfordert extrem viel Mut und hat immer das Potenzial, dass diese neue Beziehungserfahrung potenziell das alte Muster und die alte Verletzung wieder aktiviert, wie so eine Wunde, die
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Speaker
die man endlich mal anguckt und man sich endlich traut, das versorgen zu lassen.
00:14:15
Speaker
Dann steckt einer noch mal drauf.
00:14:18
Speaker
Das hat das Potenzial, eine weitere Negativerfahrung zu produzieren, was wiederum dazu führt, dass die Klientin das Gefühl hat, falsch zu sein, sich schämen zu müssen, damit nirgendwo anzukommen und nirgendwo wirklich damit gesehen und aufgefangen zu werden.
00:14:35
Speaker
Dadurch kommt es dann zu einem größeren Schweigen,
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Speaker
zu einer größeren Haltung von, okay, dann muss ich es scheinbar alleine machen.
00:14:41
Speaker
Und dementsprechend ist Traumasensibilität eigentlich, oder was heißt eigentlich, eine Grundvoraussetzung für gutes Coaching, weil wir auf der anderen Seite eben auch das Potenzial haben, eine korrigierende Beziehungserfahrung zu ermöglichen.
00:14:54
Speaker
Also, dass die Klientin vielleicht
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Speaker
das erste Mal in ihrem Leben mitbekommt, okay, hier werde ich wirklich gesehen und hier bin ich mit dem, was ich bin, willkommen und hier bin ich auch sicher.
00:15:06
Speaker
Und hier sieht jemand den Mensch und vielleicht auch die Biografie hinter dem Verhalten, wo ich vielleicht an anderer Stelle gesagt bekomme, ja Herbert, dann musst du doch nur das und das verändern und ja, das ist aber ja nicht gesund, also mach es doch mal anders.
00:15:19
Speaker
Und du warst doch jetzt schon bei einer Ernährungsberatung, hat die dir denn nicht gesagt, wie du dich ernähren sollst und so weiter.
00:15:26
Speaker
Und das ist ganz wichtig.
00:15:27
Speaker
Und eine Klientin von Janis hat das zum letzten ganz süß gesagt.
00:15:31
Speaker
Sie meinte so,
00:15:33
Speaker
Ja, ich habe manchmal schon ein bisschen Sorge, was jetzt passiert, wenn ich das Programm beendet habe.
00:15:39
Speaker
Ich fühle mich zwar viel sicherer, aber das soll jetzt nicht doof klingen.
00:15:42
Speaker
Aber ihr seid ein bisschen wie die Mutter, die ich nie hatte.
00:15:45
Speaker
Und das ist, das muss nicht jeder so erleben, aber ein bisschen ist das so.
00:15:50
Speaker
Also natürlich sind wir Muttersymbole, genauso wie Partner das auch sind.
00:15:54
Speaker
Weil alles, was wir im Beziehungskontakt, Spiegelkontakt erleben, unsere kindlichen Erfahrungen wieder aktiviert.
00:16:00
Speaker
Aber da sieht man eben auch das große Potenzial da drin, wenn diese Räume eben traumasensibel aufgebaut sind, weil dann hat es wirklich das Potenzial, ja wirklich Leben zu verändern, nicht die Vergangenheit wegzumachen, aber eine neue Zukunft zu eröffnen und ja, das ist eine sehr schöne und wertvolle Arbeit, finde ich.
00:16:20
Speaker
Das ist halt so eine Art Nachversorgung.
00:16:25
Speaker
Auch wenn das nicht gegeben werden kann, was gefehlt hat von der Mutter selbst.
00:16:29
Speaker
Aber so eine Art von Nachversorgung findet natürlich statt, dass zum Beispiel einfach das Nervensystem unserer Klienten lernt, wie sich Sicherheit oder Vertrauen anfühlt, dadurch, dass wir das ausstrahlen und sie dahin begleiten, dass sie das auch innerlich wahrnehmen und fühlen können.
00:16:49
Speaker
Das macht die Geschichte nicht weg und das macht auch nicht weg, dass da gewisse Dinge vielleicht auch nicht gegeben wurden.
00:16:56
Speaker
Aber das sorgt dafür, dass die inneren, ich sage mal, kindlichen Anteile ein Stück weit heranreifen können und sich von diesem Need, das nochmal zurückzubekommen, auch Stück für Stück lösen können.
00:17:07
Speaker
Ja, ich wollte nur gerne...
00:17:12
Speaker
Vielleicht magst du einmal was zu der Traumazange sagen.
00:17:16
Speaker
Ich kann mir vorstellen, dass es für viele vielleicht ein fremder Begriff ist.
00:17:20
Speaker
Also dass wir einmal auch definitorisch darauf eingehen, was sind die unterschiedlichen Traumazustände.
00:17:27
Speaker
Also in dem Falle zum Beispiel einmal auf Schocktrauma, Entwicklungs- und Bindungstrauma einzugehen.
00:17:32
Speaker
Und vielleicht, dass du einmal was zu der Traumazange sagst.
00:17:35
Speaker
Wenn du magst, dann würde ich das an dich übergeben.
00:17:38
Speaker
Ja, genau.
00:17:38
Speaker
Also es ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt.
00:17:40
Speaker
Also grundsätzlich, was wir erst mal verstehen dürfen, ist, es kommt nicht so sehr darauf an, was genau passiert ist, sondern vielmehr darauf an, was das, was passiert ist, in uns ausgelöst hat.
00:17:56
Speaker
Deswegen können wir auch nie sagen, nur weil uns etwas überhaupt nichts ausmacht, dass das beim Gegenüber super easy sein muss.
00:18:05
Speaker
Das erlebe ich manchmal, auch so im Austausch mit normalen Ernährungsberatern, die dann sagen, ja okay, wenn ich halt von meinen Klienten ein Ernährungstagebuch brauche, das ist ja wohl jetzt nicht das Problem, mal ein paar Tage die Ernährung aufzuschreiben.
00:18:19
Speaker
Für viele ist es ein Problem, weil sie damit eben sehr unmachtsvolle Erfahrungen gemacht haben, dass sie Wochen, Monate lang immer wieder Kalorien gezählt haben und dann auf der Waage eine
00:18:32
Speaker
also einfach keine Erfolge hatten oder wieder miterleben mussten, wie sie die Kontrolle über das Gewicht verlieren und das wieder nach oben geht und irgendwie von 30 Kilo Abnahme dann irgendwann nichts mehr übrig war.
00:18:44
Speaker
Und das kann ein extremes Unmachtsgefühl auslösen, gerade wenn das der Selbstwert und das Selbstwert
00:18:53
Speaker
das Gefühl, nur daseinsberechtigt zu sein, wenn man ein gewisses Gewicht hat, damit verknüpft ist.
00:19:01
Speaker
Dann löst es tendenziell Lebensgefahr aus.
00:19:04
Speaker
Auch wenn man von außen drauf schaut und sagt, sie wird ja trotzdem überleben, auch wenn das Gewicht jetzt 10, 20, 30 Kilo höher ist oder nicht.
00:19:14
Speaker
Aber es wird halt ein Gewicht,
00:19:18
Speaker
verknüpft mit einem Gefühl von Daseinsberechtigung.
00:19:21
Speaker
Und

Verschiedene Arten von Traumata

00:19:22
Speaker
wenn das nicht gehalten werden kann, löst es Ohnmacht aus.
00:19:25
Speaker
Und deswegen, ich fange mal mit den klassischen Traumata an und auch mit der Traumazange.
00:19:29
Speaker
Und dann wird einem auch relativ schnell klar, was Frauen erleben können, wenn sie zum Beispiel auf die Waage sich stellen, alles gegeben haben und dann das Gewicht, selbst wenn es nur ein halbes Kilo hochgeht, schon Trigger sein kann für solche Gefühle und Reaktionen.
00:19:48
Speaker
Also, Lena hat es eben schon angesprochen, sorry, wenn ich hier immer mal, ich habe heute ein bisschen eine Schniefnase.
00:19:56
Speaker
Es gibt unterschiedliche Traumaformen, die wir auch in der Ausbildung natürlich einmal ganz konkret durchgehen.
00:20:03
Speaker
Und auch da muss man halt immer wieder differenzieren, ein und dasselbe Erlebnis zuvor,
00:20:12
Speaker
kann völlig unterschiedliche Folgen für die Betroffenen haben.
00:20:17
Speaker
Und deswegen muss man da auch ganz klar sagen, nicht jeder Soldat kommt aus dem Krieg gleich traumatisiert, zum Beispiel.
00:20:27
Speaker
Oder Missbrauchsthemen, Achtung, Trägerwarnung.
00:20:32
Speaker
Eine Vergewaltigung ist immer etwas Schreckliches, aber es gibt Frauen, die gehen da besser bei raus als andere.
00:20:41
Speaker
Und man hat sich halt natürlich die Frage gestellt, woran liegt das?
00:20:44
Speaker
Weil offensichtlich ist ja das Ereignis relativ gleich oder ähnlich, aber die Auswirkung auf die Person, die ist total unterschiedlich.
00:20:54
Speaker
Also was macht jetzt den Unterschied?
00:20:56
Speaker
Und man hat festgestellt, dass das Maß an... Das Maß an...
00:21:09
Speaker
Jetzt fehlt mir das Wort.
00:21:10
Speaker
Moment.
00:21:11
Speaker
Traumafolge oder Überwältigung?
00:21:13
Speaker
Also wenn ich in einer traumatischen Situation bin und ich erlebe mich noch als handlungsfähig, dann sind die Folgeerscheinungen nicht so groß.
00:21:24
Speaker
Und die sogenannte Traumazange entsteht immer dann, wenn ich eine Situation erlebe und in der fühle ich mich ohnmächtig.
00:21:32
Speaker
Und noch verschlimmert wird es hinterher dadurch, dass
00:21:37
Speaker
oder auch verbessert, wie mein Umfeld darauf reagiert, auf mich und diese Erfahrung.
00:21:42
Speaker
Werde ich hinterher aufgefangen?
00:21:43
Speaker
Werde ich ernst genommen?
00:21:45
Speaker
Wird mir geglaubt?
00:21:46
Speaker
Werde ich korreguliert?
00:21:48
Speaker
Bekomme ich Unterstützung?
00:21:50
Speaker
Werde ich sozusagen innerhalb einer sicheren Beziehung aufgefangen?
00:21:57
Speaker
Dann hat das nicht so große Auswirkungen.
00:22:00
Speaker
Wird mir hinterher nicht geglaubt?
00:22:02
Speaker
Wird es in Frage gestellt?
00:22:06
Speaker
kriege ich vielleicht noch die Schuld dafür gegeben.
00:22:12
Speaker
Das sehen wir ja ganz häufig auch im Missbrauchskontext, wenn dann Frauen unterstellt wird, dass sie lügen, dass sie sich das ausdenken oder dass sie das vielleicht auch noch selbst verursacht haben, weil sie sich zu freizügig angezogen haben, dann verschlimmert das natürlich das Erlebnis und die Erfahrung nochmal.
00:22:29
Speaker
Und macht es dann ganz häufig auch ganz, ganz schwer, das aufzuarbeiten.
00:22:35
Speaker
Weil aus zweierlei Hinsicht.
00:22:37
Speaker
Zum einen, weil ich mich damit wieder öffnen müsste und die Erfahrung gemacht habe, dass ich das nicht kann, ohne beschämt zu werden oder beschuldigt zu werden.
00:22:47
Speaker
Und zum anderen aber, selbst wenn ich das nicht, also selbst wenn ich wirklich geglaubt bekommen habe und selbst wenn nicht unterstützt wurde, dann
00:22:57
Speaker
ist, wie gesagt, der Ohnmachtszustand in dieser Situation, den muss ich sozusagen im Verarbeitungsprozess wieder fühlen.
00:23:04
Speaker
Und Ohnmacht ist so eins der Emotionen, die wir alle sehr, sehr schwer aushalten können.
00:23:13
Speaker
Niemand will sich ohnmächtig fühlen und hilflos fühlen, weil das ein absolutes Gefühl von ausgeliefert sein ist.
00:23:22
Speaker
ja, auslöst.
00:23:23
Speaker
Und das ist aber tatsächlich das Gefühl, mit dem man einfach im Rahmen der Aufarbeitung wieder in Kontakt kommen muss.
00:23:30
Speaker
Und das geht natürlich nur in einem sicher gehaltenen Raum.
00:23:34
Speaker
Und mit einer Person, wo man auch eine gewisse Beziehung aufbaut, die Sicherheit reingeben kann und sich das Nervensystem Stück für Stück dafür öffnet.
00:23:45
Speaker
Ja.
00:23:47
Speaker
Jetzt haben wir gerade von Schocktrauma gesprochen.
00:23:49
Speaker
Schocktrauma sind, wie man rausgehört hat, Kriegserfahrungen, Missbrauchserfahrungen, einmalige, extreme, extrem ohnmachtsauslösende, emotional negativ aufgeladene Situationen.
00:24:08
Speaker
Ich muss tatsächlich auch gar nicht selbst das Opfer sein.
00:24:11
Speaker
Ich kann das auch einfach mit angeschaut haben.
00:24:16
Speaker
Ich bin bei dem Einmalig nicht so ganz dabei.
00:24:18
Speaker
Ja, also auch, wenn man halt das immer und immer wieder erlebt zu Hause, ja, dann zum Beispiel vom Vater missbraucht wird oder so, dann ist das kein einmaliges Erlebnis, was uns traumatisiert.
00:24:31
Speaker
Dann sind das...
00:24:35
Speaker
Aber würde man da nicht auch davon sprechen, dass das Bindungstrauma sind, die natürlich auch Schock auslösen?
00:24:42
Speaker
Also klar oder?
00:24:48
Speaker
Also da sieht man, wo das Ganze seine Lücken hat, weil das am Ende dann auch so komplexe Traumageschehen sind, die dann gar nicht mehr so einfach in diese Schubladen zu stecken sind.
00:25:03
Speaker
Da mischen sich dann auch Bindungstraumata, klar, in dem Fall ist es der Vater, wenn wir das jetzt besprechen, mit dem Schocktraumata, dann sind es halt nochmal komplexere Traumageschehen.
00:25:15
Speaker
Ja.
00:25:18
Speaker
Genau, die Bindungstraumata sind aber, oder auch Entwicklungstraumata sind vor allen Dingen eben in der Bindung zu den Eltern zu Hause, zu den Bezugspersonen.
00:25:29
Speaker
Und das sind eher immer wiederkehrende Situationen, in denen Kinder extreme gefühlt lebensbedrohliche Situationen erleben, in denen sie nicht geschwiegelt werden, korrigiert werden oder aufgefangen werden.
00:25:47
Speaker
Also zum Beispiel das Schlaftraining, das Kind immer wieder minutenweise schreien zu lassen oder auch stundenweise, bis es sich dann ausgeschrien hat.
00:25:59
Speaker
Das sind so typische Situationen, in denen sowas entsteht.
00:26:06
Speaker
Aber auch, es gibt das Geburtstrauma, also wenn es eine schwere Geburt ist, wo vielleicht die Mutter fast gestorben ist oder das Kind,
00:26:18
Speaker
Dann in der Folge aber häufig, wenn das dann noch ein Frühchen ist und dann in den Brutkasten kommt sozusagen, wenig Körperkontakt da ist, keine Korregulation da ist, dann entsteht, haben wir eben nicht nur das Geburtstrauma, sondern wir haben dann eben auch noch das Bindungs- und Entwicklungstrauma.
00:26:41
Speaker
Entwicklungstrauma ist dann letztendlich auch
00:26:45
Speaker
dass wir verstehen dürfen, wenn wir sowas früher leben, dann bleibt ein Teil in uns eingefroren in dieser Erfahrung und kann sich eben nicht weiterentwickeln.
00:26:54
Speaker
Und dann können Entwicklungsstörungen entstehen.
00:27:01
Speaker
Auch da kann man wieder gucken, wie man die definiert.
00:27:04
Speaker
Ich muss sagen, wenn man kollektiv drauf guckt, haben wir zumindest auf der emotionalen Reife
00:27:12
Speaker
eigentlich ein kollektives Entwicklungstrauma, weil viele sich nicht aus, sag mal, kindlichen, emotionalen Reaktionen rausentwickeln können.
00:27:25
Speaker
Das sieht man dann in der Art, wie Beziehung gelebt wird oder auch nicht gelebt wird, wie mit Konflikten umgegangen wird.
00:27:33
Speaker
Also auch dieses, dass wir keine unterschiedlichen Meinungen mehr diskutieren können, kollektiv.
00:27:38
Speaker
Das ist
00:27:39
Speaker
immer nur einen Kampf gegen links oder rechts oder keine Ahnung was gibt, aber man sich nicht mehr in der Mitte treffen kann, dass man gar nicht mehr miteinander spricht, ist auch Ausdruck eines kollektiven Entwicklungstraumas, weil diese Feindbild-
00:27:58
Speaker
Feindbildprojektion funktioniert eigentlich nur bei Menschen, die ganz, ganz stark schwarz-weiß denken, für die es keine Grauzonen, keine Graubereiche gibt.
00:28:07
Speaker
Und um in Grauzonen Graubereiche denken zu können, brauchen wir, dass wir uns von diesem Abwehrmechanismus, das ist gut und das ist böse oder das ist schwarz und das ist weiß, lösen können.
00:28:19
Speaker
Und auch eine Metaperspektive zoomen können.
00:28:21
Speaker
Das heißt, ich muss aus meinem eigenen Leid, aus meiner eigenen Meinung, aus meiner eigenen Geschichte rauszoomen können.
00:28:28
Speaker
Und das geht nur, wenn ich mich zu einem gewissen Grad emotional entwickelt habe.
00:28:33
Speaker
Und das sind so Folgeerscheinungen ganz häufig davon.
00:28:38
Speaker
Und wie gesagt, die Traumazange entsteht immer dann, wenn wir...
00:28:44
Speaker
wenn wir halt extreme Hilflosigkeit innerhalb dieser Situation erlebt haben und sozusagen das Gefühl hatten, ich kann nichts mehr machen, ich bin absolut ausgeliefert und ob ich jetzt überlebe oder sterbe, das hängt ganz vom Außen ab und ich habe da keine Gewalt mehr drüber.
00:29:02
Speaker
Und
00:29:05
Speaker
Dann gibt es so diese, und deswegen, man kann sagen, Trauma wird mittlerweile sehr inflationär benutzt und das ist so ein Teil der Wahrheit, weil in der Psychologie gibt es halt eigentlich nur diese Formen von Trauma, die wir jetzt aufgezählt haben.
00:29:20
Speaker
Aber ich sage mal, letztendlich, wenn man sich anguckt, was ist ein Trauma?
00:29:24
Speaker
Es ist eine Art Verletzung.
00:29:27
Speaker
Ja, so wie wenn ich mir in den Finger schneide mit einem Küchenmesser, dann ist das auch ein Trauma von der Haut in dem Moment.
00:29:38
Speaker
Aber es ist keine so schlimme Verletzung.
00:29:42
Speaker
Also das ist nichts ganz Tolles mit Trauma behaftetes, sondern das ist nicht der in dem Sinne Schmerz.
00:29:54
Speaker
korrekte schulmedizinische Blick darauf, aber wir können im Prinzip auch durch immer wiederkehrende emotionalen Verletzungen, die man jetzt nicht unbedingt als Bindungs- oder Entwicklungstrauma bezeichnen würde, eine Art psychische Verletzung erfahren.
00:30:08
Speaker
Also wenn wir betrogen werden oder
00:30:11
Speaker
Wenn

Unterschiede zwischen Coaching und Therapie - Was sind die Grenzen?

00:30:12
Speaker
wir immer wieder erlebt werden, dass wir gemobbt und ausgegrenzt werden, dann muss das nicht im klassischen Sinne, in der Therapie wird das sehr wahrscheinlich wenige als wirklich Trauma bezeichnen oder diagnostizieren.
00:30:31
Speaker
Je nachdem, in welcher Ausprägung das stattgefunden hat, sind das Konflikte,
00:30:37
Speaker
in denen man einfach Schwierigkeiten hatte, sich anzupassen, eine Lösung zu finden, sich zu regulieren, den Konflikt zu bewältigen.
00:30:46
Speaker
Und ich sage mal so, in der ganzen Coaching- oder Persönlichkeitsbubble wird vieles als Trauma bezeichnet, was man halt in der psychischen Schulmedizinischen Psychologie nicht als Trauma bezeichnen würde oder diagnostizieren würde.
00:31:04
Speaker
Genau, aber man kann sagen, die emotionalen Mechanismen und Reaktionen, ich persönlich kenne sie sehr gut und ich kann nur das auch von vielen anderen Frauen, die wir begleitet haben, zum Beispiel im Ernährungsbereich bestätigen.
00:31:19
Speaker
Wenn wir mal so eine klassische Situation nehmen, bleiben wir mal bei emotionalem Essen und bei Gewichtsproblemen, dann
00:31:30
Speaker
ist es schon so, dass man sagen kann, dass die Erlebnisse damit teilweise relativ traumatisch sind.
00:31:40
Speaker
Wenn ich, das habe ich vorhin gesagt,
00:31:43
Speaker
einmal beschrieben, wenn ich meinen Wert mit meinem Gewicht verknüpft habe und ich nehme mal meine Geschichte als Beispiel, ich habe immer so diese 55 Kilo, also unter 55 Kilo ist alles in Ordnung, da darf ich mich wohlfühlen, da bin ich richtig.
00:31:59
Speaker
Alles, was über 55 Kilo ist, ist dann so
00:32:03
Speaker
Okay, schon ein halbes Kilo drüber sackt mir das Herz in die Hose.
00:32:08
Speaker
Oh mein Gott, jetzt muss ich irgendwas machen.
00:32:10
Speaker
Und dann mache ich vielleicht Sport oder ich mache eine Diät, ich gebe mir ganz viel Mühe, ich stecke da ganz viel Hoffnung rein, um wieder die Kontrolle über meinen Körper zurückzubekommen und habe vielleicht auch kurzzeitiger Erfolg und dann steigt das Gewicht wieder.
00:32:32
Speaker
Und das hören wir von ganz, ganz vielen Kunden und deswegen packen sie irgendwann auch die Waage weg, weil sie das gar nicht mehr ertragen können, wenn sie sich dann auf die Waage stellen und feststellen, ich kriege einfach die Kontrolle über mein Gewicht nicht mehr.
00:32:49
Speaker
dann entsteht auch ein Gefühl von Ohnmacht und Hilflosigkeit.
00:32:55
Speaker
Und einem Gefühl von dieser Situation ausgeliefert zu sein.
00:32:59
Speaker
Und ich weiß von vielen Frauen, mit denen wir darüber sprechen,
00:33:04
Speaker
dass das dann teilweise Situationen auf der Waage waren, wo wirklich das Herz in die Hose rutscht, wo ein Übelkeitsgefühl entsteht, wo die Ohren anfangen zu klingeln, wo einfach so eine Art Kontrollverlust einfach stattfindet.
00:33:19
Speaker
Und das muss ich wissen, weil wenn ich meiner Klientin halt sage, wieg dich mal bitte für die Analyse,
00:33:27
Speaker
Und dann kommt halt mehrere Tage nichts mehr, dann kann sie in diesem Hilflosigkeitsgefühl feststecken.
00:33:36
Speaker
Und dann könnte man halt sagen, und die Reaktion kennen wir auch von normalen Ernährungsberatern, die diese Mechanismen nicht kennen,
00:33:44
Speaker
Dass dann halt häufig kommt, ja, meine Güte, also wie unzuverlässig kann man denn sein?
00:33:51
Speaker
Sie hat doch hier ein Coaching gebucht, warum schickt sie mir das denn jetzt nicht rüber?
00:33:55
Speaker
Und da zu erkennen, es ist nicht einfach nur, weil sie nicht will, sondern da ist irgendwas, dass sie das vermeidet, dass sie das wegschiebt.
00:34:06
Speaker
Und ja, da sind wir dann im traumasensiblen Bereich, wo wir einfach wissen müssen, alles, was wir mit den Klienten machen, kann etwas auslösen.
00:34:14
Speaker
Und das braucht dann manchmal Co-Regulation.
00:34:18
Speaker
Ja.
00:34:18
Speaker
Oder sehr häufig.
00:34:20
Speaker
Ja, ich glaube schon, dass Korrelation eigentlich mit das Hauptwerkzeug in Anführungsstrichen ist für eine gute Begleitung auch.
00:34:29
Speaker
Also ich bin ganz bei dir.
00:34:31
Speaker
Das eine ist halt das Definitorische und das macht es ja auch manchmal so schwammig.
00:34:35
Speaker
Wo sind jetzt die Übergänge zwischen Coaching und Therapie?
00:34:38
Speaker
Wo ist der Übergang von Traumasensibilität zu traumatherapeutischer Arbeit?
00:34:42
Speaker
Und ich würde tatsächlich sagen, dass es manchmal auch gar nicht so einfach ist, weil manche Thematiken
00:34:49
Speaker
sind relativ schnell einkategorisierbar und da könnte man über die Diagnose schnell sagen, okay, das überschreitet jetzt den Bereich.
00:34:56
Speaker
Aber es ist natürlich immer auch fraglich, mit welchen Themen kommen wir in Kontakt, wenn wir an der Oberfläche erst mal mit ganz anderen Themen arbeiten.
00:35:03
Speaker
Also dann steigt man erst mal mit einem Beziehungskonflikt ein und plötzlich kommt man dann zu einer traumatischen Erfahrung, zum Beispiel im Mutter- oder Vaterkontakt.
00:35:12
Speaker
Und eigentlich wäre da dann der Übergang zu vielleicht auch einer traumatherapeutischen Begleitung notwendig.
00:35:19
Speaker
Da kommt es immer auch ein bisschen auf die Ressourcen an.
00:35:21
Speaker
Also was löst es aus und wie tiefgreifend ist das und so weiter.
00:35:25
Speaker
Aber da an der Stelle dann nicht zurückzuzucken und denken, oh Gott, das ist jetzt aber, das ist jetzt nicht mehr Coachingarbeit.
00:35:33
Speaker
Ja, dann atme mal und dann komm mal wieder zurück und dann, ja,
00:35:37
Speaker
musst du jetzt halt echt mal zu einer Traumatherapeutin da mitgehen.
00:35:40
Speaker
Das ist ein potenziell wieder überwälchigendes Erlebnis.
00:35:47
Speaker
Mal ganz davon abgesehen, dass viele ja Ewigkeiten warten, bis sie überhaupt eine Begleitung finden.
00:35:51
Speaker
Und auch damit in Kontakt kommen von, ich bin scheinbar zu krank und das ist wirklich so schlimm, dass ich hier gut begleitet werden kann.
00:35:57
Speaker
Und da braucht es einfach wirklich einen sehr
00:36:00
Speaker
sehr feinfühligen Umgang mit und auch den Blick darauf, dass die Person, die vor uns sitzt, ja mehr ist als ihr Trauma.
00:36:06
Speaker
Das ist ja auch relevant.
00:36:08
Speaker
Vor allen Dingen, weil gerade in der aktuellen westlichen Welt haben wir halt so eine kollektive, Hans-Joachim Maas nennt das normopathische Lebensform, sage ich mal, dass wir uns der Traumateil, die hier uns jeden Tag auf der Straße begegnen, gar nicht bewusst sind.
00:36:26
Speaker
Weil
00:36:27
Speaker
Dieses Normopathische, das bedeutet, dass etwas eigentlich pathologisch nicht gesunde zur Normalität wird.
00:36:33
Speaker
Und das sehen wir an jeder Ecke, in jedem Lebensbereich.
00:36:36
Speaker
Aber weil wir es halt kollektiv teilen und weil es überall so ist, kriegen wir gar nicht mit, dass das eigentlich schon eine Verdichtung, sage ich mal, von teilweise Abwehrstrategien ist.
00:36:48
Speaker
Viele merken dann, wenn sie in andere Kulturen, in andere Länder und so weiter reisen,
00:36:54
Speaker
Dass es auch andere Wege gibt, als so wie wir hier leben und kommen teilweise damit in Kontakt, wie wenig natürlich und auch wie wenig gesund sich das dann anfühlt und sprechen ja auch nicht ohne Grund dann manchmal in der einen oder anderen Weise von Kulturschock oder von so einem Gefühl von, oh Gott, Fischung.
00:37:11
Speaker
Das kenne ich so gar nicht.
00:37:13
Speaker
Und deswegen ist so eine Gesellschaft und auch wie wir miteinander umgehen, immer finde ich ein sehr guter Spiegel dafür, was auch in der Innenwelt los ist und auch in welchem Entwicklungsstand viele schmerzliche Erfahrungen gemacht wurden.
00:37:25
Speaker
Denn dieser Spaltungsmechanismus, von dem du eben gesprochen hast, von Schwarz- und Weißdenken,
00:37:30
Speaker
gehört in einen sehr, sehr frühen Entwicklungszustand, wo ein Kind noch keine zwei Repräsentationen gleichzeitig aufrecht halten kann.
00:37:37
Speaker
Also wo es nur entweder die fürsorgliche oder die bösartige Mutter gibt.
00:37:42
Speaker
Wo es nur entweder den tollen oder den abwesenden Vater gibt.
00:37:46
Speaker
Das Kind kann nicht in die Kita, in den Zustand oder in diesem Entwicklungsraum gehen.
00:37:51
Speaker
und ist sich der Liebe der Mutter sicher, weil nur die Abwesenheit gerade da ist.
00:37:55
Speaker
Das bedeutet, es gibt nur das eine oder das andere.
00:37:58
Speaker
Und in einem späteren Zustand, wenn vorher sichere Erfahrungen gemacht wurden,
00:38:03
Speaker
dann entwickelt sich eben diese Repräsentationsfähigkeit von mehreren Repräsentationen der gleichen Personen oder der gleichen Beziehungen gleichzeitig.
00:38:12
Speaker
Das heißt, dann kann das Kind in den Kindergarten oder zum Freund oder zu wem auch immer und ist sich trotzdem der Liebe und Bindung sicher, weil es die abwesende Mutter, die arbeiten geht und die liebende Mutter, die das Kind wieder abholt, gleichzeitig repräsentieren kann.
00:38:29
Speaker
Und dadurch, dass wir das heutzutage echt sehr schlecht können, gibt das auch einen Hinweis darauf, dass schon in sehr frühen Kindheitserfahrungen eben bestimmte Erschütterungen stattgefunden haben.
00:38:39
Speaker
Und das andere zu dieser Traumazange
00:38:43
Speaker
Ich weiß nicht genau, ob das wirklich wissenschaftlich erprobt ist oder geprüft ist, was ich jetzt sage.
00:38:49
Speaker
Aber es ist eine persönliche Erfahrung aus dem Kontakt mit vielen Frauen und auch Männern im Coaching, was eben auch die Folgen von bestimmten überwältigenden Erfahrungen nochmal verschlimmert, ist, wenn es so eine innere Dissonanz gibt.
00:39:03
Speaker
Also wie ein...
00:39:06
Speaker
Gasbremse-Thema.
00:39:07
Speaker
Also einerseits vielleicht der Impuls, sich befreien zu wollen, andererseits dann eben gekoppelt mit dieser starken Ohnmacht, von der du gesprochen hast oder in Kindheitserfahrungen einerseits
00:39:18
Speaker
der starke Liebes- und Nähes- und Sehnsuchtsimpuls und auch die eigenen Eltern schützen zu wollen.
00:39:24
Speaker
Auf der anderen Seite aber diese tiefe körperliche oder auch emotionale Erschütterung oder auch bei sexuellen Thematiken, wenn Teile davon körperlich oder vielleicht sogar emotional als lustvoll erlebt wurden, weil bestimmte Stimulierungen zum Beispiel stattgefunden haben und trotzdem aber diese Erschütterung, Ohnmacht und Erschütterung
00:39:43
Speaker
auch Ekelgefühle damit verbunden sind.
00:39:45
Speaker
Auch das löst bei vielen danach eine sehr große Irritation und auch Wahrnehmungserschütterung aus, weil beides nicht in Einklang miteinander zu stehen scheint und beides nicht gleichzeitig, weil es so widersprüchlich ist, vereinbar ist und somit auch häufig so ein Zerrissenheitsgefühl eben die Folge sein kann.
00:40:03
Speaker
Also weil es halt nicht eindeutig das eine oder eindeutig das andere ist.
00:40:08
Speaker
Und das macht es natürlich noch viel, viel schwerer, insbesondere dann, wenn eben auch Abhängigkeitsverhältnisse zu den Aggressoren, sage ich mal, bestehen.
00:40:17
Speaker
Zum Beispiel bei Kindern natürlich im Extremmaß, aber auch, ich würde mal sagen, bei Lehrern oder auf der Arbeit.
00:40:23
Speaker
Je älter wir werden, desto mehr hätten wir zumindest...
00:40:27
Speaker
hätten wir zumindest auf Verhaltensebene unterschiedliche Möglichkeiten, ob wir die dann nutzen können oder nicht.
00:40:32
Speaker
Aufgrund von bestimmten Erschütterungen ist eine andere Frage, aber wir hätten rein theoretisch mehr Strategien, uns aus so einem Kontext zu befreien, beispielsweise aus einem toxischen Arbeitsverhältnis oder einer toxischen Beziehung, auch wenn das sehr schwer sein kann.
00:40:45
Speaker
Aber für ein Kind ist es nahezu unmöglich, weil es einfach
00:40:49
Speaker
abhängig ist und sehr gebunden und dementsprechend.
00:40:52
Speaker
Und da kommen wir dazu, was auch Traumasensibilität bedeutet, wo wir erkennen müssen, dass das Muster, was eine Person daraus entwickelt hat, eine höchst intelligente, kreative Anpassungsleistung ist, die wir in Erwachsenentagen zwar als
00:41:08
Speaker
vielleicht irrational oder gesundheitsschädigend oder dysfunktional oder toxisch oder was auch immer bezeichnen würden.
00:41:16
Speaker
Nur wir brauchen auch das Gefühl dafür, wann im Leben einer Person, die wir begleiten, war das mal wirklich emotional oder körperlich,
00:41:26
Speaker
entweder real oder vielleicht auch nur wahrgenommen, lebenserhaltend und lebensrettend.
00:41:31
Speaker
Weil unser Nervensystem und unser Gehirn unterscheiden nicht zwangsläufig zwischen realer Bedrohung, also wo bin ich gerade wirklich angegriffen und wo fühlt es sich gerade nur so an.
00:41:42
Speaker
Das merkt man auch bei Personen, die mit Panikattacken zum Beispiel zu kämpfen haben oder soziale Ängste haben oder...
00:41:50
Speaker
Ja, einfach sehr irrationale Ängste, in Anführungsstrichen, dass das Nervensystem einfach reagiert, weil bestimmte Dinge abgespeichert wurden.
00:41:58
Speaker
Und

Emotionale Kapazität und Resilienz aufbauen

00:41:59
Speaker
da brauchen wir mit kognitiven Ansätzen nicht dran zu gehen, weil eine Person weiß das grundsätzlich.
00:42:05
Speaker
ein Aufzug jetzt nicht dazu führt, dass man Platz und keine Luft mehr bekommt, weil man kann ja frei atmen.
00:42:10
Speaker
Und die meisten wissen auch, dass die Spinnen in Deutschland jetzt nicht unbedingt lebensbedrohlich sind und man auch alleine kräfte- und größenmäßig einfach mal maximal überlegen ist.
00:42:22
Speaker
Und trotzdem löst es was aus, weil es eben im Nervensystem gespeichert ist durch Prägungen und so weiter.
00:42:27
Speaker
Und dann zu sagen, ja, aber die hat doch viel mehr Angst vor dir als du vor ihr, das kann bei so einem Thema wie der Spinne noch okay sein.
00:42:34
Speaker
Aber wenn man dann anfängt, bei Themen zu arbeiten, wie jetzt mit dem emotionalen Essen oder Beziehungsthemen, sagt man, ja, aber du weißt doch, dass du auch alleine überleben kannst.
00:42:43
Speaker
Ich meine, du brauchst den ja nicht zum Atmen.
00:42:46
Speaker
Ja, das weiß die Person auf kognitiver Ebene, aber die ist schon längst ausgeschaltet.
00:42:50
Speaker
Ja, also der Kopf, der hat da keinen Einfluss mehr drauf.
00:42:52
Speaker
Da kannst du noch so viel drüber reden.
00:42:54
Speaker
Ja, das ist ja auch, also das ist halt der Punkt.
00:42:56
Speaker
Wir müssen halt verstehen, dass wir,
00:43:00
Speaker
Ob es nun ein Trauma ist oder eine Wunde ist oder wie wir es nennen wollen.
00:43:06
Speaker
Wir haben uns das gebaut, um das nicht zu fühlen, was damit verbunden ist.
00:43:13
Speaker
Diese Energie rund um diese Erfahrung, die emotionale Energie ist in Form von Emotionsstau im Körper gespeichert.
00:43:22
Speaker
Und wenn ich jetzt einfach hergehe und sage, du hast jetzt emotionales Essen und du hast dir das gebaut, um das nicht fühlen zu müssen, aber hey, wir nehmen das jetzt einfach mal weg, weil wir mit irgendwelchen Mental Audio Sessions arbeiten und dir einreden, dass du halt einfach intuitiv essen kannst oder wir nehmen einfach Kalorien zählen und einen Ernährungsplan, an dem du dich hältst, dann wird es früher oder später wieder kippen.
00:43:50
Speaker
oder noch zu größeren Problemen führen, weil dadurch ist ja das, was ich versucht habe, nicht zu fühlen und weshalb ich mir das Verhalten gebaut habe, nicht weg.
00:44:01
Speaker
Und deswegen ist es auch so unfassbar schwer, wenn wir jetzt zum Beispiel bei, wir können es toxische Beziehungen nennen oder eben auch schwierige, belastende Beziehungen bleiben, dann ist es,
00:44:17
Speaker
Der Partner, zu dem man dann immer wieder zurückgeht oder von dem man sich trennt, nur um dann in der nächsten Beziehung zu landen, die auch so ähnlich abläuft, am Ende des Tages das Muster, was uns davon abhält, diese Gefühle zu fühlen, die um diese Wunde gesponnen sind, sozusagen abzulehnen.
00:44:38
Speaker
Der Punkt ist, und deswegen ist es für viele so schwierig, sich davon zu lösen, ich muss die Nervensystemkapazität aufbauen, um das fühlen zu können, um aushalten zu können, was nach oben kommt, wenn ich so eine Art von Beziehung nicht mehr führe oder verlasse oder auch das Essen lasse.
00:44:58
Speaker
dann wird etwas nach oben kommen, das ist eigentlich kein Drama, weil das sind erstmal nur Gefühle, Emotionen, also Energien, Bewegungen, die abfließen könnten.
00:45:09
Speaker
Aber weil wir mit diesen Emotionen Ohnmachtserfahrungen gemacht haben,
00:45:15
Speaker
Ist es ein ganz, ganz großes Drama für die Menschen, die das betrifft und kann sich unglaublich überwältigend anfühlen, wenn diese Nervensystemkapazität noch nicht da ist und die innere Sicherheit, das auch fühlen zu können.
00:45:29
Speaker
Und deswegen ist die Grundlage, um das überhaupt aufarbeiten zu können, die Emotionsarbeit, dass die Klienten lernen, mit den Emotionen in Kontakt zu sein, erstmal mit Alltagsemotionen und dann vielleicht auch tiefer zu kommen, immer wieder die Erfahrung zu machen, erst in Ko-Regulation zu lernen.
00:45:48
Speaker
So fühlt sich das an, wenn ich eine Emotion spüre, sie reguliere, sie abfließen lasse und
00:45:52
Speaker
ah, okay, es ist ja gar nicht so dramatisch.
00:45:54
Speaker
Das ist alles so eine Illusion, dass mich das irgendwie umbringt, dass ich sterbe, dass ich das nicht überleben kann, dass ich das nicht aushalten kann.
00:46:02
Speaker
Weil eigentlich ist das, dass ich wegdrücke, weil ich Angst davor habe, genau der Grund, warum es bleibt.
00:46:10
Speaker
Und das muss ich aber erst mal lernen.
00:46:11
Speaker
Und das ist die Grundlage für alles andere.
00:46:14
Speaker
Deswegen kann ich auch bis heute nicht verstehen, warum das in der Therapie nicht funktioniert.
00:46:18
Speaker
nicht gemacht wird, bevor man überhaupt an diese Themen rangeht.
00:46:21
Speaker
Aber das ist wieder ein anderes Thema.
00:46:24
Speaker
Da passiert ja jetzt im Moment auch ganz viel, zumindest auf der Forschungsseite.
00:46:28
Speaker
Aber trotzdem ist es halt, es ist die Grundlage.
00:46:32
Speaker
Nervensystemregulation und Kontakt mit Emotionen, Kontakt mit
00:46:39
Speaker
was Emotionen eben nun mal sind, um einfach diese Ohnmachtserfahrung mit diesen Gefühlen einen Gegenpol zu geben, also eine Gegenerfahrung, eine korrigierende Erfahrung, in der man merken kann, oh, ich bin ja doch nicht ausgeliefert, wenn ich das fühle, sondern es ist erst mal nur ein Gefühl und das verändert sich auch, das bleibt auch nicht.
00:47:00
Speaker
Und ich bin auch nicht dieses Gefühl, sondern ich bin eigentlich das, was das Gefühl wahrnimmt.
00:47:06
Speaker
Weil ja häufig auch so eine Überlegung
00:47:08
Speaker
Identifikation mit diesem Gefühl da ist.
00:47:11
Speaker
Da wird sich ja häufig eine komplette Identität drum aufgebaut.
00:47:16
Speaker
Also zum Beispiel, ich bin immer die Lustige.
00:47:18
Speaker
Oder zum Beispiel, ich bin halt die melancholische oder die mit der kurzen Zündschnur.
00:47:26
Speaker
Oder dann noch extremer, wenn man sich wirklich Trauma-Identitäten aufgebaut hat.
00:47:31
Speaker
Ich bin halt
00:47:33
Speaker
das Opfer.
00:47:34
Speaker
Ich bin halt die Traumatisierte sozusagen.
00:47:40
Speaker
Und das ist halt dann auch, wo man sieht, wie sich das so mit der Identität verstrickt, obwohl wir sind nicht das, was uns passiert ist.
00:47:48
Speaker
Wir sind nicht das, was wir denken.
00:47:50
Speaker
Wir sind auch nicht das, was wir fühlen.
00:47:52
Speaker
Erstmal sind wir das, was es wahrnimmt.
00:47:55
Speaker
Und alles andere kann sich verändern.
00:47:58
Speaker
wenn ich es nicht festhalte.
00:48:01
Speaker
Aber ganz häufig wird es festgehalten, um die Ohnmacht nicht zu spüren.
00:48:06
Speaker
Und das dürfen wir halt, also wir spüren, die unterbewusst ist die natürlich da, aber das erlaubt uns, das abzulenken oder das zu betäuben.
00:48:18
Speaker
Man kann sagen, das oberflächliche Drama ist,
00:48:21
Speaker
Ja.
00:48:44
Speaker
Es ist das eine und ich würde gerne zu einem Punkt, den du gesagt hast, noch was sagen, weil du hast ja gesagt, dass die Nervensystemregulation mit der wichtigste Punkt ist und da bin ich 100% bei dir.
00:48:55
Speaker
Und da sehen wir gerade aber auch eine Bewegung, die eher das Muster...
00:49:00
Speaker
verstärkt, beziehungsweise dem Muster folgt, statt wirklich zu regulieren.
00:49:07
Speaker
Also jetzt wird quasi ein Riesenindustrietum aufgebaut, jetzt das Nervensystem zu regulieren.
00:49:16
Speaker
Ganz viel zu tun, damit das Nervensystem sich
00:49:19
Speaker
reguliert und das ist an, also es ist in sich schon paradox, denn das, was ja reagiert, ist das autonome Nervensystem, also das, was automatisch reagiert und was nicht, also mit dem es eigentlich herzlich egal ist, ob wir jetzt wollen, dass es sich reguliert oder nicht.
00:49:36
Speaker
Und das Nervensystem scannt, ohne dass diese Frage kognitiv gestellt wird, aus welcher Haltung heraus entspanne ich mich denn jetzt gerade?
00:49:44
Speaker
Also habe ich jetzt wieder einen Plan, heute muss ich dann somatisches Schütteln machen, morgen höre ich dann wieder eine Affirmations-Audio, Mittwoch mache ich Sport, weil das soll auch regulierend wirken und in Dufino ausschütten, dann lege ich mich nochmal auf die Schatty-Matte und dann nehme ich noch eine Ruckerkaut-Zeremonie.
00:50:00
Speaker
Und das sind alles Teile, die wir erstmal an für sich gut finden.
00:50:04
Speaker
Es geht gar nicht darum, das zu
00:50:06
Speaker
dass die Sachen an sich nicht gut sind.
00:50:08
Speaker
Es ist nur dann eine Fortsetzung des Musters in einem anderen Themengebiet.
00:50:14
Speaker
Und da müssen wir sehr, sehr aufpassen, auch ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Charakterstruktur, also welche Abwehrstrategie hat die Person, die mir gegenüber sitzt, denn eigentlich aufgebaut.
00:50:25
Speaker
Und da sehr darauf achten, das nicht zu verstärken.
00:50:28
Speaker
Es gibt nämlich auch Klienten, die haben sehr rigide, also leistungsbezogene Strukturen und die wollen immer was machen.
00:50:35
Speaker
Okay, was kann ich denn jetzt noch tun, damit ich mich ein bisschen mehr entspannen kann und hast du da vielleicht noch eine Aufgabe oder hast du da vielleicht noch eine Übersicht an möglichen Techniken, die ich anwenden kann?
00:50:45
Speaker
Da merkt man schon alleine in der Sprachgeschwindigkeit die maximale Übererregtheit des Nervensystems.
00:50:52
Speaker
Und wenn die dann von mir fünf weitere Aufgaben bekommen, was sie machen können, um sich zu regulieren, regulieren sie sich aus dem überaktivierten Zustand heraus.
00:51:03
Speaker
Das ist keine echte Regulation.
00:51:05
Speaker
Und da dürfen wir einfach sehr, sehr aufpassen.
00:51:08
Speaker
Und da gibt es ja eben auch bestimmte Zeichen, die wir uns dann ja auch nochmal im Detail angucken.
00:51:15
Speaker
die eben darauf hinweisen, ist das Nervensystem gerade eher in einem übererregten, also energieüberladenden Zustand oder in einem sicheren Zustand, wo auch neue Erfahrungen gut adaptiert werden können oder in einem eher
00:51:30
Speaker
einen untererregten Zustand, wo quasi auch häufig nach diesen sehr übererregten Phasen dann quasi so ein Shutdown passiert, weil einfach die Kapazität aufgebraucht ist oder einfach kaum noch Energiereserven da sind, dass die zu fragen, okay, ja, was kann ich denn machen?
00:51:46
Speaker
Und dann gibt man eine Idee rein, aber dann kriegt man zwei Wochen später die Rückmeldung.
00:51:51
Speaker
Ich weiß, ich sollte es machen, aber es ging einfach nicht.
00:51:53
Speaker
Ich konnte nicht.
00:51:54
Speaker
Ich hatte sogar Zeit gehabt.
00:51:55
Speaker
Ich saß auf dem Sofa.
00:51:56
Speaker
Ich habe sogar daran gedacht, aber ich habe es dann nicht gemacht und ich weiß nicht, warum, weil ich will es doch wirklich.
00:52:02
Speaker
Und wenn wir diese Zustände nicht einordnen können und nicht verstehen, dass das nicht ist, weil die Person dann zu faul ist und lieber am Handy hockt, als in etwas...
00:52:12
Speaker
zu gehen, was vielleicht wieder Bewegung reinbringen könnte, dann verstärken wir die Schuld- und Schamgefühle, weil wir nicht verstehen, dass wenn wir uns bewegen, nicht nur der Körper in Bewegung kommt, sondern auch die innere Welt wieder in Bewegung kommt, die wir unbewusst so eingespannt haben durch Verspannungen körperlich oder auch durch Restriktionen auf Regelebene und so weiter, dass wir nicht
00:52:38
Speaker
...erlebbar für die Klientin machen, dass auch das erstmal eine gesunde Reaktion ist oder eine normale Reaktion, sagen wir es so.
00:52:46
Speaker
Und dass erstmal dann auch in so einem Coaching-Setting die Erfahrung gemacht werden kann, wie fühlt sich das denn an, wieder in Bewegung zu kommen, emotional und körperlich...
00:52:57
Speaker
Und diesmal nicht überfordert zu sein.
00:53:00
Speaker
Denn das System, so paradox es sich anhört, wird tendenziell das in Beziehungen und im Verhalten und so weiter anziehen, was bekannt ist.
00:53:09
Speaker
Denn das Bekannte, so unsicher es mal war, also so bedrohlich es mal war, wird als gewohnt erlebt.
00:53:16
Speaker
Und das Gewohnte gibt eine paradoxe Scheinsicherheit.
00:53:20
Speaker
Deswegen sind auch viele Beziehungen und auch andere Erfahrungen
00:53:24
Speaker
so schwer abzulegen, wo man von außen kognitiv sagen würde, es ist überhaupt nicht gesund.
00:53:30
Speaker
Aber wenn das System gespeichert hat, Liebe ist an zum Beispiel körperliche oder verbale Gewalt gekoppelt, weil mit meinen ersten Liebespersonen habe ich das erlebt, dann zieht das Nervensystem diese Muster wieder an.
00:53:45
Speaker
Auch wenn der Kopf weiß, eigentlich, ich weiß nicht, wie ich wieder da reingeraten bin.
00:53:49
Speaker
Und deswegen brauchen wir
00:53:51
Speaker
ein Ansetzen an dieser tieferen Ebene auf eine auch ressourcenstärkende Art und Weise.
00:53:57
Speaker
Also das Nervensystem braucht auch genug Kapazitäten, diese Tiefe aufzubauen und auch aushalten zu können, damit es nicht wieder eine Überforderung gibt.
00:54:07
Speaker
Es braucht das Heranführen über Korregulationen.
00:54:11
Speaker
sich dann auch selbst halten zu können, damit kein neues Abhängigkeitsverhältnis geschaffen wird und sobald die Coaching- oder Therapiekontexte wegbrechen, einfach wieder das gleiche Muster von vorne beginnt und es braucht ein regelmäßiges Wiedererleben von neuen Erfahrungen, also alternativen Erfahrungen, die das Nervensystem erfahren lassen, ah okay,
00:54:33
Speaker
Vielleicht gibt es wirklich noch was anderes.
00:54:37
Speaker
Da teile ich immer sehr gerne ein Beispiel von einem meiner Ausbildungsleiter.
00:54:43
Speaker
der auch eine sehr gewaltvolle Kindheit hatte.
00:54:46
Speaker
Und der war dann die ersten Male bei Freunden und die waren im sogenannten Spielkeller.
00:54:52
Speaker
Und dann kam deren Mutter runter in den Keller und hat gefragt, ob die was zu essen wollen.
00:54:58
Speaker
Und er hat mit sozialer Panik reagiert, wollte am liebsten abhauen aus diesem Keller, hat alle angeguckt und sich gefragt, wieso die sich so freuen, weil er abgespeichert hat, wenn jemand in den Keller kommt, dann passiert Gewalt.
00:55:12
Speaker
die dann nachher wirklich mit Broten kam und mit was zu trinken, hat er am Anfang gedacht, das wäre vergiftet.
00:55:21
Speaker
Er wollte das nicht haben, weil er dachte, das kann nicht echt sein.
00:55:24
Speaker
Und je häufiger er diese Erfahrung gemacht hat und je häufiger er auch mitbekommen hat, dass die anderen Kinder irgendwie ganz entspannt sind, konnte das erste Mal, was passiert ja natürlich unbewusst, kam als erstes mal dieses Gefühl auch von
00:55:37
Speaker
Vielleicht ist das gar nicht immer so.
00:55:40
Speaker
Ist das auch gar nicht die einzige Realität, die es in Beziehungen gibt?
00:55:45
Speaker
Und es hat er gesagt, es war einer der Mitschlüsselmomente, wo er halt auch noch sehr jung war, aber wo er gemerkt hat, was auch...
00:55:53
Speaker
auch Trauma ausmachen kann.
00:55:56
Speaker
Dass das unsere komplette Wahrnehmung verzerren kann, weil wir eben Erfahrungs- und Erinnerungswesen sind und unser Körper speichert das.
00:56:04
Speaker
Und

Rolle des Coaches in der Traumaarbeit

00:56:05
Speaker
deswegen braucht es diese korrigierenden alternativen Erfahrungen, dass das Nervensystem immer häufiger die Erfahrung macht, vielleicht
00:56:13
Speaker
ist das gar nicht die einzige Möglichkeit, die passiert, wenn ich Wut ausdrücke oder wenn ich meine Grenze setze.
00:56:19
Speaker
Und ja, okay, hier passiert gerade gar nichts und der Kontakt wird gar nicht abgebrochen und irgendwie fühle ich mich gerade vielleicht sogar ein bisschen leichter und auch kraftvoller als vorher.
00:56:28
Speaker
Und irgendwann wird auch diese neue Information eben zum Teil des Körperspeichers.
00:56:33
Speaker
Und dann haben wir mehr Möglichkeiten,
00:56:37
Speaker
selbst zu entscheiden, wie wir reagieren wollen.
00:56:39
Speaker
Dann kommen wir immer wieder in Momente, wo die Kapazitäten vielleicht nicht so groß sind und dann auch nochmal in alte Muster rutschen, wie so ein kurzes Zurücktitschen.
00:56:47
Speaker
Aber wir haben eine Grundstabilität, die größer ist und wir werden nicht so fremdgesteuert, sondern über die bewusstere Ebene und auch die Erfahrungsebene können wir dann selber mitgestalten.
00:57:00
Speaker
Genau, das ist auch sehr, sehr wichtig, das zu verstehen.
00:57:03
Speaker
Ja, also du hast ja gerade das Nervensystem mit den unterschiedlichen Zuständen angesprochen.
00:57:11
Speaker
Und das ist eben ganz, ganz wichtig und gehört auch zur Traumasensibilität dazu, dass wir...
00:57:18
Speaker
einfach die unterschiedlichen Zustände kennen, sei es der Freeze-Zustand, dieses eben sich nicht mehr aufraffen zu können, nicht mehr bewegen zu können, blockiert zu sein oder auch der Fight-or-Flight-Modus oder eben das Thawning, also das sich unterwerfen.
00:57:34
Speaker
Wir müssen das erkennen,
00:57:38
Speaker
Dafür gibt es ganz klare verschiedene Signale.
00:57:40
Speaker
Also zum Beispiel ist im Freeze-Zustand häufig die Körpertemperatur im Durchschnitt schon erniedrigt.
00:57:47
Speaker
Der Stoffwechsel läuft langsamer, weil das ganze System eben auf Energiesparen ausgelegt ist.
00:57:53
Speaker
In diesem Zustand passiert ganz häufig auch das emotionale Essen stärker.
00:57:58
Speaker
Hingegen ist zum Beispiel bei Fight or Flight die Herzrate erhöht, die Klienten sehr nervös.
00:58:05
Speaker
Also das sieht man dann auch, wenn die voreinsitzen.
00:58:07
Speaker
Die Frau, die im Freeze ist, die ist eher wirklich auch wie eingefroren, die bewegt sich kaum, die wirkt sehr gedrückt.
00:58:13
Speaker
Fast schon.
00:58:15
Speaker
Das ist ja dieses Verstecken oder dieses Todstellen, der Todstellreflex im Säugetierbereich.
00:58:23
Speaker
Oder im Fight of Light, da ist sie dann eher nervös, die muss sich ständig bewegen, die plinzelt sehr viel, die muss auch die ganze Zeit was tun.
00:58:32
Speaker
Die eine kann nicht mehr viel tun, fühlt sich erschöpft und kämpft darum, überhaupt noch irgendwie ihre To-dos hinzukriegen.
00:58:38
Speaker
Die andere...
00:58:42
Speaker
Die kann es überhaupt nicht, also beide können eigentlich nicht gut Ruhe ertragen, sonst wären sie nicht in dem Zustand, aber die einen sind einfach nur noch erschöpft und die anderen sind eher so übererregt.
00:58:53
Speaker
Ja, das merkt man auch in der Sprechgeschwindigkeit gerne mal.
00:58:58
Speaker
Ja, und häufig switcht es auch, je nach Thema.
00:59:01
Speaker
Wenn dann ein Thema aktiv wird, also zum Beispiel wird dann beim Thema Essen in den Freeze gerutscht oder auch in Konfliktsituationen, kann man dann nicht mehr mit dem Partner sprechen, weil man merkt, hier macht es richtig zu.
00:59:13
Speaker
Aber zum Beispiel auf der Arbeit geht man dann voll rein.
00:59:16
Speaker
Da ist man voll im Überarbeiten drin.
00:59:21
Speaker
Fawning ist auch ein ganz, ganz großes Ding.
00:59:23
Speaker
Also sehen wir in unseren Räumen auch immer wieder, ich will jetzt hier unbedingt alles richtig machen.
00:59:28
Speaker
Ich will jetzt ein guter Coach sein.
00:59:32
Speaker
In dem Fall ist auch Lob
00:59:36
Speaker
häufig schwierig, weil das eigentlich noch mehr verstärkt, diese Sucht danach gesehen zu werden, damit dass man sich ja so anstrengt und dass man jetzt gut ist und dass man ja einfach von Mama gesehen wird oder so.
00:59:55
Speaker
Also diese unterschiedlichen Zustände muss man kennen mit den Symptomen, den Sprachmustern, den Körperbewegungen.
01:00:01
Speaker
Weil dann, ich muss mit jemandem, der im Freeze feststeckt, anders umgehen, wie mit jemandem, der im Fight or Flight steckt.
01:00:10
Speaker
Und uns begegnet beides regelmäßig in den Coachings.
01:00:17
Speaker
Bei Menschen mit Übergewichtsthemen eher der Freeze, bei Menschen, die eher so mit
01:00:23
Speaker
übermäßigen Training oder extremer Disziplin beim Essen reagieren oder vielleicht auch bei Stress eher nichts essen oder wenig essen.
01:00:33
Speaker
Die haben halt eher so eine Tendenz zu Fight or Flight zum Beispiel.
01:00:39
Speaker
Und wenn man das weiß, dann kann man natürlich auch ganz anders drauf eingehen.
01:00:44
Speaker
Und das ist einfach super, super wichtig.
01:00:47
Speaker
Und eine Sache, die ich mir noch aufgeschrieben habe, die wir auch noch mal relativieren möchten,
01:00:54
Speaker
um
01:00:57
Speaker
Trauma, also nicht alles ist Trauma.
01:01:00
Speaker
Das ist ein ganz, ganz großer Punkt, glaube ich gerade, dass wir einfach auch sehen, dass so eine Tendenz da ist, dass alles auf Trauma geschoben wird.
01:01:12
Speaker
Da muss man eben auch aufpassen.
01:01:14
Speaker
Und das andere ist aber auch, dass Trauma, weil es häufig, vor allem wenn es noch sehr unverarbeitet ist, auch bei dem Menschen, der drauf schaut auf das Traumathema,
01:01:27
Speaker
häufig als etwas sehr, sehr, sehr Schlimmes und Dramatisches und so...
01:01:33
Speaker
abgespeichert oder gesehen wird.
01:01:35
Speaker
Und das ist eben auch nur der eine Teil der Wahrheit.
01:01:38
Speaker
Also es ist die Wahrheit, dass für Betroffene, gerade auch je nachdem, welche Situation da mit einhergeht, das sehr leidvoll ist und das sehr viel Drama hat.
01:01:48
Speaker
Und es gibt aber auch noch die andere Perspektive, nämlich das Austrauma.
01:01:52
Speaker
Also es gibt einmal die posttraumatische Belastungsstörung, mit der wir zum Beispiel im Coaching auch nicht konkret arbeiten.
01:01:59
Speaker
Das heißt, es wird eine traumatische Erfahrung gemacht und danach
01:02:03
Speaker
kommt man nicht zum ursprünglichen Leistungsniveau zurück.
01:02:07
Speaker
Oder man kann eben aufgrund von Entwicklungstraumata und so eben sich nicht weiterentwickeln.
01:02:14
Speaker
Und dann gibt es aber auch das posttraumatische Wachstum.
01:02:18
Speaker
Das heißt, jemand macht eine traumatische, angstvolle Erfahrung.
01:02:22
Speaker
Es muss gar nicht Trauma im klassischen Sinne sein.
01:02:25
Speaker
Lernt daraus etwas, passt sich den Gegebenheiten an und hat danach ein höheres Leistungsniveau als vorher.
01:02:33
Speaker
Und das ist zum Beispiel eine Situation, mit der man recht gut arbeiten kann, im Coaching auch, weil wir dann wissen, dass die Person schon andere Ressourcen mitbringt als jemand, der halt unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet.
01:02:49
Speaker
Und auch da wieder wirklich zu sehen, was für...
01:02:53
Speaker
So wie du es auch gesagt hast, was für Kräfte haben sich daraus eigentlich entwickeln können.
01:03:02
Speaker
Und das ist eben auch ganz wichtig, das so ein bisschen von den Ressourcen abhängig zu machen, beziehungsweise von den Reaktionen darauf.
01:03:10
Speaker
Und was halt auch wieder zeigt, nur weil eine Frau im Coaching äußert, dass sie mal zum Beispiel missbraucht wurde, ist das keine Situation, in der wir auf Abstand gehen müssen.
01:03:23
Speaker
Weil es, wie gesagt, darauf ankommt, ist daraus eine posttraumatische Belastungsstörung oder sogar posttraumatisches Wachstum entstanden.
01:03:31
Speaker
Wie ressourcenreich ist die Person?
01:03:34
Speaker
Und deswegen dürfen wir auch unseren eigenen Blick auf Trauma ein bisschen korrigieren oder uns auch fragen, warum ist Trauma für mich so wichtig?
01:03:47
Speaker
angstvoll und dramatisch besetzt.
01:03:53
Speaker
Was habe ich noch nicht aufgearbeitet, dass ich auch hier vielleicht noch in einem sehr starken Schwarz-Weiß-Denken bin und nicht rauszoomen kann, dass ein gewisses Maß an Trauma tatsächlich an vielen Stellen auch ein Katalysator für Wachstum ist und es eben nicht nur negative Auswirkungen haben muss.
01:04:15
Speaker
Ja, und das andere ist eben auch, und da glaube ich, ist dann der eigene Entwicklungsweg auch entscheidend, dass viele auch in dem Moment mit eigenen Ängsten in Kontakt kommen und gar nicht mehr so sehr bei der anderen Person sind und in der Abwägung beziehungsweise in dem Wahrnehmen, wie sehr hat das vielleicht wirklich etwas in der anderen Person hinterlassen,
01:04:44
Speaker
sondern einfach auch sehr starke eigene Themen angesprungen werden.
01:04:49
Speaker
Also sowas wie Angst vor Strafe, Angst, Schaden anzurichten, Angst, die andere Person zu retraumatisieren, selbst in einen Ohnmachtsbereich zu kommen, wo nicht ganz klar ist, okay, darf ich das jetzt und kann ich das dann auch überhaupt halten?
01:05:04
Speaker
Und ist das jetzt schon eine Retraumatisierung, dass das jetzt gerade aufgekommen ist durch unsere Arbeit?
01:05:09
Speaker
Also da kommen dann ganz starke auch eigene Themen,
01:05:13
Speaker
überfordernde Reaktionen hinzu.
01:05:15
Speaker
Und deswegen ist eben ja auch dieser Teil oder der Aspekt der Verkörperung und auch
01:05:21
Speaker
der eigenen Nervensystemkapazität so entscheidend.
01:05:23
Speaker
Denn was auf jeden Fall ein großer Einflussfaktor dazu ist, ob ein, wenn ein Trauma, sage ich mal, aufkommt, beziehungsweise Raum bekommt, ob das dann eine korrigierende und gute Erfahrung wird oder nicht, ist eben auch die Kapazität der Person, mit der wir das thematisieren, also mit der es in den Raum kommt,
01:05:43
Speaker
Und das ist einfach, das hat ja auch eine unserer Teilnehmerinnen gesagt, dass sie am Anfang dann, wenn Emotionen aufkamen, schon gesagt hat, ja, nee, nee, ist schon okay.
01:05:53
Speaker
Aber ihre Ausstrahlung war halt, also klar, ich sage dir jetzt, dass das okay ist, aber ich weiß selber nicht, was ich damit jetzt machen soll.
01:06:00
Speaker
Und das ist dann im Prinzip eine Wiedererfahrung der Ursprungssituation, selbst wenn sie nicht mal traumatisch war.
01:06:06
Speaker
Also es gibt ja auch einfach überfordernde Situationen oder unschöne Momente,
01:06:10
Speaker
die was mit uns machen, die uns prägen, aber nicht unser ganzes Leben so beeinflussen, dass man von Trauma sprechen sollte.
01:06:17
Speaker
Und
01:06:19
Speaker
Das ist einfach sehr entscheidend.
01:06:20
Speaker
Also kann ich das dann halten und kann ich das aushalten, dass die andere Person mir das sagt und ich muss damit ja auch nicht zwingend arbeiten.
01:06:28
Speaker
Also nur weil jemand eine Erfahrung gemacht hat, hat das ja nicht unbedingt was mit dem Thema zu tun, mit dem man gerade arbeitet und so.
01:06:36
Speaker
Aber trotzdem sollte man mit der Haltung in diesen Raum gehen,
01:06:41
Speaker
dass das Potenzial da ist, dass eine traumatische Erfahrung aufkommt.
01:06:45
Speaker
Das ist einfach leider, ich habe da am Anfang echt nie so drüber nachgedacht, weil für mich war halt auch aus meiner Ausbildungserfahrung klar, dass ich halt nicht mit Trauma arbeiten werde und nicht mit psychischen Störungsbildern, wie sie ja genannt werden.
01:07:00
Speaker
Das war für mich ganz klar, weil das gehört ja auch zum Berufsethos dazu.
01:07:04
Speaker
bis du dann plötzlich in einem Coaching sitzt und dann kommt plötzlich eine traumatische Erfahrung auf.
01:07:07
Speaker
Dann arbeitest du in dem Moment mit Trauma, auch wenn du es nicht traumatherapeutisch begleitest.
01:07:13
Speaker
Und wenn dich das aber erschüttert, dann ist das erschütternd für dich, weil einerseits kommen große Schuld- und Schamgefühle in dir als Coach auf und Ohnmachtsgefühle, weil du selber nicht weißt, oh Gott, was ist denn jetzt los?
01:07:25
Speaker
Und auch die Unsicherheit hast, was ist denn bei der nächsten Klientin oder beim nächsten Klienten vielleicht und kann ich das dann halten oder nicht?
01:07:34
Speaker
Und auch natürlich in der Person, die sich in diesem sehr schmerzlichen Thema teilweise anvertraut hat, eben auch diese Gefühle von, oh, das war wieder zu viel und vielleicht hätte ich es besser nicht geteilt und oh Gott, jetzt ist wieder jemand überfordert damit und das habe ich vielleicht schon mit meiner eigenen Familie erfahren, als ich denen von einem Ereignis erzählt habe oder so oder ich werde erst mal in Frage gestellt oder wie auch immer.
01:07:57
Speaker
Also dann hat das eben auch ein sehr, sehr großes Potenzial, in die Negativrichtung zu gehen und deswegen braucht es
01:08:04
Speaker
auch um traumasensibel zu arbeiten, die Erfahrung, in welchem Zustand ist eigentlich mein Nervensystem gerade?
01:08:11
Speaker
Was kann ich denn gerade eigentlich halten?
01:08:13
Speaker
Welche Emotionen kann ich gut begleiten und wo darf ich vielleicht selber noch den Zugang zu bestimmten Emotionen entwickeln?
01:08:20
Speaker
Weil mein Kopf zwar weiß, das wäre gut, die ausdrücken zu können, aber ich mache es noch nicht.
01:08:25
Speaker
welche Themen führen in mir zu Bewertungen oder Interpretationen, die da vielleicht nicht hingehören.
01:08:31
Speaker
Ganz häufiges Beispiel ist so etwas wie Untreuerfahrungen.
01:08:35
Speaker
Wenn jemand ins Coaching kommt und sagt, ich war untreu.
01:08:38
Speaker
Und ganz viele erleben, dass sie dafür extrem beschämt und moralisiert werden und
01:08:43
Speaker
dementsprechend sich ja dieses Thema nicht löst, weshalb diese Person diese Entscheidung vielleicht getroffen hat, weil eben persönliche Erfahrungen anspringen.
01:08:51
Speaker
Und das kann immer sein, weil wir sind Menschen und wir haben persönliche Erfahrungen.
01:08:55
Speaker
Es braucht aber die Kapazität, sich zu regulieren, das zum eigenen Thema zu machen.
01:09:01
Speaker
Ich kann immer entscheiden, wenn jemand zu mir kommt und sagt, ich bin untreu und irgendwie habe ich ein Schuldgefühl und ich möchte gerne dieses Schuldgefühl loswerden, damit ich halt die Affäre weiterführen kann.
01:09:11
Speaker
Und ich habe damit vielleicht selber eine Geschichte oder meine Eltern haben damit eine Geschichte und ich merke einfach, den Auftrag, den kann ich nicht annehmen, weil das kann ich nicht gut begleiten.
01:09:21
Speaker
Dann kann ich das natürlich auch mitteilen, kann ich sagen, weißt du, ich finde es echt mutig, dass du das teilst, weil ich weiß, dass das auch ein Thema ist, was für viele sehr...
01:09:29
Speaker
sehr schwer ist mitzuteilen, weil auch sehr große Moralisierungen darauf liegen.
01:09:33
Speaker
Ich merke gerade, dass ich dieses Thema nicht so begleiten kann, wie ich das möchte.
01:09:38
Speaker
Das passt nicht zu der Arbeit oder zu der Art, wie ich arbeiten möchte.
01:09:41
Speaker
Ich kenne aber jemanden, den kann ich dir empfehlen, der wird dich gut begleiten.
01:09:47
Speaker
So, dann ist es meine Begrenzung.
01:09:49
Speaker
Ich kann eine Grenze setzen.
01:09:51
Speaker
Aber ich muss nicht plötzlich den Klienten in irgendwas reindrängen oder bearbeiten, damit ich meine eigenen Themen oder Verletzungen nicht wahrnehmen muss.
01:09:58
Speaker
Und da ist dann auch ein großer Raum für Verletzungen und auch für einen sehr großen Schattenanteil im Coaching, wo dann eben nicht genug getrennt wird, was ist eigentlich gerade meins und was ist wirklich das von der Klientin und wo ist auch das, was wir gerade als Beziehungsdynamik auch teilen an Themen.
01:10:17
Speaker
Weil man zieht ja auch bestimmte Themen an.

Einladung zum Trainingsprogramm und Abschied

01:10:19
Speaker
Ja, also das ist ein ganz, ganz großes und wichtiges Thema, gerade wenn man sich auch im Bereich umschaut, so Kriminalpsychologie und so weiter, also da kann ich einfach nur meinen Hut vorziehen, weil wenn man irgendwie mit Menschen arbeitet, die pädophil sind oder die jemanden vergewaltigt haben oder die irgendwie jemanden umgebracht haben oder so, ne?
01:10:46
Speaker
auf der einen Seite müssen eigentlich diese Menschen therapiert werden, damit sie sowas eben in Zukunft nicht mehr tun.
01:10:53
Speaker
Und auf der anderen Seite können die natürlich nur von jemandem therapiert werden, der sie erstmal nicht dafür verurteilt.
01:11:00
Speaker
So schwer, wie sich das anhört, der da sitzen kann und sagen kann, ich persönlich
01:11:05
Speaker
findet es absolut nicht in Ordnung, das geht gar nicht.
01:11:08
Speaker
Aber ich kann das hier raushalten, weil es geht gerade um das Gegenüber, das hier gerade sitzt und bereit ist, daran zu arbeiten und die Dinge vielleicht auch aufzulösen, die dazu geführt haben, warum er diese Neigungen entwickelt hat und so weiter.
01:11:22
Speaker
Also das ist schon heftig.
01:11:24
Speaker
Und in dem Bereich arbeiten zu können, da gehört schon was dazu.
01:11:28
Speaker
Ja.
01:11:29
Speaker
Aber das machen wir ja im Coaching-Bereich nicht.
01:11:32
Speaker
Dementsprechend.
01:11:34
Speaker
Trotzdem zeigt es einfach diesen Mechanismus ganz gut.
01:11:42
Speaker
Aber dass wir nicht zu weit davon abkommen.
01:11:47
Speaker
Ich muss jetzt gleich auch ins nächste.
01:11:49
Speaker
Du warst gerade weg.
01:11:50
Speaker
Zumindest bei mir.
01:11:52
Speaker
Jetzt bin ich wieder da, oder?
01:11:54
Speaker
Ja, aber den letzten Satz habe ich nicht gehört.
01:11:57
Speaker
Genau, also im Endeffekt, um wieder zurückzukommen einfach zum Coaching-Prozess, ist es eben wichtig, dass wir über Trauma Bescheid wissen, dass wir in Selbsterfahrungsräumen auch einfach lernen, damit umzugehen, wenn irgendwo emotionale Situationen oder Erlebnisse hochkommen.
01:12:18
Speaker
und wie wir einfach mit den Themen arbeiten, die bei unseren Klienten hochkommen, wie die Ansprache ist.
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Und all das muss in einer guten Coaching-Ausbildung gelernt werden.
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Und wir sehen immer noch, es wird in den meisten komplett ausgeblendet oder es gibt halt mal ein kurzes Video über Traumaformen und Retraumatisierung, was das ist und so weiter.
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Aber dann wird das Thema nicht mehr angepackt.
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Speaker
Weil man ja denkt, ja gut, als Coach arbeitet man sowieso nicht damit.
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Speaker
Und das ist halt einfach nicht, das ist nicht, so kann keine traumasensible Arbeit stattfinden.
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Speaker
Und dementsprechend haben wir da einen ganz, ganz großen Fokus in der Ausbildung auch drauf.
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Speaker
Deswegen sagen wir auch immer wieder, das ist eine traumasensible Coaching-Ausbildung.
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Und das ist nicht einfach nur so dahergesagt, weil wir mal ein paar Videos dazu haben, sondern...
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die Fähigkeit, die Nervensystemkapazität aufzubauen, zu wissen, wie reagiere ich dann darauf und das wirklich nicht nur zu wissen, sondern das auch zu verkörpern.
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Das ist das, was du lernst und das Feedback unserer Auszubildenden werde ich morgen auch ein Video von einer Frau posten, die dann gesagt hat, ich hatte am Anfang richtig viel Angst, Menschen zu retraumatisieren und jetzt habe ich diese Angst entgegen.
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gar nicht mehr.
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Ich fühle mich total sicher.
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Ich kann den Raum sicher halten.
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Und wenn da doch mal was hochkommt, dann weiß ich, wie ich da drauf reagieren kann.
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Und das hat einen Riesenimpact auf meine Arbeit.
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Dazu würde ich total gerne noch einen Satz ergänzen, weil das ist nämlich... Kannst du gerne machen.
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Ich muss nur gleich in... In zwei Minuten los, ja.
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Und mein Akku ist gleich leer.
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Also wenn ich gleich verschwunden bin, dann... Okay, dann ist es wichtig.
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Speaker
Ich habe nur noch einen Satz, weil das...
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Das ist nämlich das, was ich auch immer wieder sehe, wenn wir den Unterschied oder die Differenzierung schaffen zwischen, wie sieht gesunde emotionale Aktivierung aus, die es braucht, um sich zu lösen und wie sieht emotionale Überaktivierung aus, die dann auch das Potenzial hat, eben wieder in andere Bereiche zu rutschen, die nicht gesund sind.
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dann entsteht auch Sicherheit in mir als Coach, in meinem Nervensystem.
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Und dann schafft mein Nervensystem die Synchronisation für die Klientin, sich ebenfalls sicher zu erleben.
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Und das ist vielleicht zusammengefasst das, was in der Ausbildung neben dem fachlichen Wissen einfach primär genutzt wird.
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Speaker
Und wenn du da Interesse hast,
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Speaker
dann schreib uns sehr gerne.
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Speaker
Entweder kannst du TS kommentieren, dann kriegst du den Zugang zu unserem Webinar von zu Möcheln-Sequels, wo wir da nochmal im Detail darauf eingehen oder du schreibst uns einfach direkt, dann machen wir einen unverbindlichen Termin aus und sprechen darüber, ob die Ausbildung auch für dich ein guter Wegbegleiter sein kann.
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Speaker
Ja, wir freuen uns auf jeden Fall sehr.
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Speaker
Die nächste Runde startet jetzt im Mai und ja, wir freuen uns, wenn du mit dabei bist.
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Speaker
Okay, dann flitzt du meinen Termin und zu deinem Akkugerät.
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Speaker
Mach's gut.
01:15:21
Speaker
Ciao.