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#37 - Women support Women ist Bullshit image

#37 - Women support Women ist Bullshit

S1 E37 · The Embodied Coach
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23 Plays9 days ago

Wenn deine Klientin Frauen misstraut, sich ständig vergleicht oder in weiblichen Gruppen nicht sicher fühlt, steckt dahinter oft mehr als Konkurrenz.

In dieser Folge sprechen wir darüber, warum „Women Support Women“ allein keine Heilung schafft und was es wirklich braucht, damit Frauen einander begegnen können, ohne sich kleinzuhalten, zu beschämen oder alte Verletzungen weiterzugeben.

„Women Support Women“ klingt nach Zusammenhalt, Sicherheit und echter Schwesternschaft. Doch für viele Frauen fühlt sich die Realität vollkommen anders an: subtile Abwertung, Konkurrenz, Mobbing, Beschämung und das schmerzhafte Gefühl, unter Frauen niemals wirklich sicher zu sein.

Natascha und Lena sprechen darüber, warum Verletzungen zwischen Frauen häufig so tief gehen und weshalb gut gemeinte Unterstützung manchmal unbewusst neue Abwertung erzeugt. Denn wenn eine Frau verteidigt wird, indem gleichzeitig eine andere Frau für ihren Körper, ihre Sexualität, ihre Mutterschaft oder ihre Lebensentscheidungen verurteilt wird, entsteht keine Verbindung. Der alte Kampf bekommt lediglich ein neues Gesicht.

Wenn deine Klientin keine Lust auf Bewegung hat, ihren Körper ablehnt oder sich ständig mit anderen Frauen vergleicht, dann reicht es nicht, sie zu motivieren oder ihr positives Denken zu empfehlen. Im traumasensiblen Coaching, Embodiment Coaching und somatischen Coaching geht es darum, die tieferliegenden Beziehungsverletzungen zu erkennen und das Nervensystem regulieren zu lernen.

Du erfährst, warum Mutter- und Vaterwunden das Erleben von Weiblichkeit prägen, wie Projektionen und unverarbeitete Emotionen Beziehungen beeinflussen und weshalb echte Frauenräume auch Verantwortung, ehrliche Rückmeldung und Verletzlichkeit brauchen.

Diese Folge ist für Coaches und Therapeutinnen, die sich fragen, wie weibliche Konkurrenz und Mutterwunden im Coaching gelöst werden können, und die eine traumasensible Coaching Ausbildung für Frauen suchen. Denn traumasensibles Coaching für Coaches und Therapeutinnen bedeutet nicht, jede Handlung unkritisch zu bestätigen. Es bedeutet, einen Raum zu halten, in dem Schmerz gesehen wird, ohne neue Feindbilder zu erschaffen.

Wenn du spürst, dass du nicht einfach nur oberflächlich Symptome coachen, sondern wirklich zu nachhaltigen Durchbrüchen begleiten willst: Trag dich jetzt auf die Warteliste für die Psychosoma Nutrition Coach Ausbildung ein. Für ein Coaching, das Tiefe hat. Und dich wirklich trägt: 👉🏻 Zur Warteliste & Webseite (Wir schicken dir den Link zu unserem Kalender per Mail zu, sobald wir Vorgespräche für die nächste Runde führen.)

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Transcript

Hinterfragung der 'Girl Support Girls'-Bewegung

00:00:00
Speaker
Es gibt ehrlicherweise ein Thema, was mich momentan richtig nervt, weil man es überall hört.
00:00:04
Speaker
Und zwar geht es um das Thema Girl Support Girls oder Woman Support Woman oder Girls Girls und so weiter.
00:00:09
Speaker
Es geht also im Groben darum, wie Frauen Frauen gegenseitig unterstützen und nicht mehr kritisieren dürfen und nichts mehr in Frage stellen dürfen.
00:00:18
Speaker
Und wir haben einfach die Erfahrung gemacht, dass es in der Realität häufig kompletter Bullshit ist und dass die Erfahrung von Frauen mit anderen Frauen ist.
00:00:27
Speaker
Ganz im Gegenteil, häufig sehr vergiftend, sehr demütigend, sehr niederschmetternd und sehr knallhaltend sind.
00:00:33
Speaker
Und wir sprechen heute darüber, warum das eigentlich so ist, worin sich das im Alltag zeigt, welche Erfahrungen Frauen mit anderen Frauen machen und warum es trotzdem stimmt, dass Frauen unter Frauen heilen.
00:00:45
Speaker
Und was wir mit dieser Bewegung auch mit der Ausbildung schaffen wollen, um diesen Raum zu schaffen, dass Frauen miteinander wirklich wachsen und heilen können, statt sich weiter klein zu halten und sich nur hinter Floskeln wie Girl Support Girls zu verstecken.

Vorstellung der Hosts und Coaching-Fokus

00:00:59
Speaker
Du willst ein erfolgreicher Coach sein, der seine Klienten durch echte Durchbrüche und nachhaltige Transformationen führt?
00:01:13
Speaker
Dann bist du genau richtig hier.
00:01:15
Speaker
Ich bin Natascha, seit über zehn Jahren erfolgreicher Coach mit eigenem Coaching-Business und über 500 begleiteten Menschen.
00:01:21
Speaker
Und ich bin Lena.
00:01:22
Speaker
Seit über sieben Jahren begleite ich Menschen als Coach durch tiefgreifende Prozesse hin zu nachhaltigen Veränderungen.
00:01:28
Speaker
In diesem Podcast sprechen wir darüber, wie traumasensibles, körperzentriertes und nachhaltig wirksames Coaching wirklich funktioniert.
00:01:35
Speaker
Kein oberflächliches Tools-Gehabe, kein Druck, sondern Nervensystemwissen, Embodiment und eine Haltung, die den Themen deiner Klientin wirklich gerecht wird.
00:01:43
Speaker
Der Embodied Coach ist für Frauen wie dich.
00:01:45
Speaker
Mit großem Verantwortungsgefühl, mit einer Sehnsucht nach Tiefe und mit dem Wunsch, einen Unterschied in der Coaching-Branche zu machen.
00:01:52
Speaker
Hier bekommst du fundiertes Wissen, Insights aus unserem Coaching-Alltag und echte Inspiration für deinen Weg als Coach.

Erfahrungen und Urteile im Frauen-Seminar

00:01:59
Speaker
Weil du spürst, es geht nicht um höher, schneller, weiter, sondern um echt, verbunden und tiefgreifend.
00:02:05
Speaker
Abonniere jetzt diesen Podcast und begleite uns auf dieser Reise.
00:02:09
Speaker
Zurück zum Körper, zurück zu dir und zu dem Coaching, das du dir selbst gewünscht hättest.
00:02:20
Speaker
Ich war vor, ich glaube, es ist jetzt zwei Jahre her oder drei Jahre, ich weiß es gerade nicht mehr genau, war ich auf einem Frauenseminar.
00:02:28
Speaker
Und da ging es darum, Frauenwunden zu heilen und sich in seinem Körper weiblicher zu fühlen, sich mehr anzunehmen, Vater- und Mutterwunden und so weiter zu lösen.
00:02:39
Speaker
Und in diesem Frauenseminar waren wir, glaube ich, mit 50 oder 60 Frauen, was schon echt viele waren.
00:02:45
Speaker
Und am Anfang hat die Leiterin gefragt,
00:02:50
Speaker
welche Erfahrungen habt ihr mit Frauen?
00:02:52
Speaker
Also wie fühlt ihr euch hier, wenn wir nur unter Frauen sind?
00:02:55
Speaker
Und ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich voll überrascht war, weil ja, ich kannte auch Situationen, wo ich mit Frauen unangenehme Erfahrungen hatte, aber ich habe da Dinge gehört, wo ich wusste, dass die existieren, aber ich hätte nicht gedacht, dass die
00:03:10
Speaker
in dieser Vielzahl bei jeder einzelnen Frau die Realität waren in Kindheit, Jugend und auch noch Erwachsenenalter.
00:03:18
Speaker
Und so viele Frauen haben von Mobbing erzählt, haben davon erzählt, wie vor allen Dingen, als sie dann Mutter wurden, sie von anderen Müttern oder Freundinnen ständig kritisiert wurden oder beschämt wurden.
00:03:30
Speaker
wie sie von anderen Frauen für ihren Körper verurteilt wurden, für ihre Sexualität verurteilt wurden, dass sie entweder zu prüde sind, weil es gegen eben auch viel um das Thema Sexualität ging, oder dass sie viel zu offen sind, viel zu bedürftig sind, viel zu sehr an Männern orientiert, viel zu unselbstständig oder viel zu unabhängig und viel zu feministisch und so weiter.
00:03:51
Speaker
Also es war wirklich so im Raum spürbar, dass die Frauen untereinander echt Angst voreinander hatten.
00:03:58
Speaker
Und das haben sie auch ausgesprochen.
00:04:00
Speaker
Also manche haben gesagt, ich habe richtig Angst, hier zu sein.
00:04:03
Speaker
Ich habe überlegt, ob ich wirklich hierher fahren soll und wie das wird, weil ich kenne es aus Gruppen mit Frauen, dass ich ausgelacht werde, dass ich ausgeschlossen werde, dass über mich getuschelt wird.
00:04:14
Speaker
Ganz, ganz häufig sehr unterschwellig, also gar nicht so direkte Angriffe, aber dass ein permanentes Gefühl da ist von so wie ich bin, werde ich hier nicht ernst genommen, werde ich ausgeschlossen, bin ich nicht gut genug und ich kenne auch super viele Frauen, die gesagt haben, dass sie sich viel lieber mit Männern umgeben,
00:04:32
Speaker
als mit Frauen, was ja sehr spannend ist, weil gerade in der feministischen Bewegung gerade ein sehr großes Feindbild von Männern geschaffen wird, die so patriarchal sind und Frauen verachtend und demütigend.

Frauen als Täterinnen von Aggression und Urteil

00:04:44
Speaker
Und ich möchte damit gar nicht absprechen, dass es diese Erfahrungen definitiv auch gibt.
00:04:47
Speaker
Ich denke, das ist klar.
00:04:49
Speaker
Es ist aber trotzdem meine Haltung, dass ich glaube, dass damit etwas vertuscht werden soll, was viele Frauen sich einfach nicht eingestehen wollen, nämlich dass eine der größten Aggressionen, der größten Demütigung, der größten Beschämungen, der größten Verurteilungen eigentlich von Frauen ausgehen und von Frauen erfahren werden.
00:05:09
Speaker
Deswegen sprechen wir darüber heute, was so die Erfahrungen sind, auch von den Frauen, die wir tagtäglich begleiten, was unsere persönlichen Erfahrungen sind.
00:05:17
Speaker
Und warum wir trotzdem der felsenfesten Überzeugung sind, dass wir Frauen und Frauen Verbindungen brauchen, um diese Wunden wieder zu heilen.
00:05:27
Speaker
Deswegen vielleicht Natascha, möchtest du auch ein paar Worte dazu sagen, was ist deine Erfahrung, entweder persönlich oder auch,
00:05:33
Speaker
Du hattest eben nochmal den Post angesprochen, den wir dem Letzt hochgeladen haben zur Kleidergröße.
00:05:39
Speaker
Würde mich deine Meinung einmal interessieren zu dem, was ich gerade gesagt habe.
00:05:44
Speaker
Also ich muss ehrlich sagen, dieses Thema macht richtig was mit mir.
00:05:49
Speaker
Also ich habe da so viel zu zu sagen und gleichzeitig finde ich es auch einfach so spannend, wie viele verschiedene Perspektiven und Verstrickungen es hier gibt und vor allen Dingen finde ich auch, wie viele
00:06:02
Speaker
Ja, wie du es eben schon gesagt hast, ihr Wege sich da auftun, wie viel Projektion da stattfindet, wie viel Verletzung da.
00:06:12
Speaker
wie viel Hass da teilweise auch unreguliert reinschwappt.
00:06:20
Speaker
Also Hass erzeugt halt immer Hass.
00:06:22
Speaker
Und das ist das, was wir gerade einfach sehen, dass dieser Männerhass und der Frauenhass sich irgendwie so gegenseitig hochschaukelt, weil eben nicht über Erfahrungen gesprochen wird,
00:06:37
Speaker
die verletzend waren, um dann eben zu schauen, wie kann man jetzt gemeinsam eine Lösung finden, sondern es entsteht dann auch so ein Frauen gegen Frauen, Männer gegen Frauen, Männer gegen Männer, ja, es ist so irgendwie, jeder hat so seine eigenen Themen damit und wie gesagt, ich kann da so viel zu sagen aus persönlichen Geschichten, als auch das, was ich beobachte, dass ich manchmal gar nicht weiß, wo ich anfangen soll, ähm,
00:07:03
Speaker
Aber ja, vielleicht kann einfach jede, die zuhört, mal für sich auch rein einchecken, ob das, was Lena gerade erzählt hat, vielleicht bei ihr auch zutrifft und in Resonanz geht.
00:07:13
Speaker
Und ich persönlich habe natürlich auch ganz schlimme Erfahrungen gemacht in der Schule, vor allem mit Mädchen.
00:07:21
Speaker
Also ich wurde ganz dolle gemobbt.
00:07:25
Speaker
Habe auch von klein auf eher den Kontakt zu Jungs gesucht, mit denen auf dem Schulhof Fußball gespielt oder...
00:07:33
Speaker
Ja, weil ich, meine Mutter hat immer zu mir gesagt, ja, du bist einfach zu ehrlich, weil ich halt so ein Mädchen war, die einfach, ja, gesagt hat, was sie gedacht hat und so ein bisschen redet, wie ihr der Schnabel gewachsen ist.
00:07:46
Speaker
Und ich aber bei Mädchen oder auch Frauen ganz häufig sehe, dass das eben nicht so passiert.
00:07:52
Speaker
Also, dass das dann eher hintenrum passiert und dass da nicht so offen miteinander gesprochen wird und das nach vorne hin so...
00:08:03
Speaker
das können auch Männer, aber ich finde, Frauen sind besonders gut darin, auch nach vorne hin so die nette Liebe zu spielen und trotzdem aber dann sozusagen das Messer im Rücken zu haben.
00:08:14
Speaker
Und da liegt natürlich auch eine Verletzung drunter.
00:08:18
Speaker
Psychodynamisch können wir da gleich auch mal hinschauen, warum verhalten sich Frauen so?
00:08:22
Speaker
Und ja, das hat natürlich auch was mit den
00:08:25
Speaker
patriarchalen Strukturen zu tun, in denen wir jetzt jahrhundertelang auch waren, wo Frauen einfach sehr unterdrückt wurden, keine Stimme hatten und das ist ja auch alles noch nicht so lange her, dass wir jetzt wählen dürfen, dass Missbrauch auch innerhalb der Ehe eine Straftat ist und so weiter.
00:08:42
Speaker
Und das sind ja alles auch reale Dinge, die
00:08:47
Speaker
Frauen und wie Frauen sich in dieser Welt wahrnehmen und wie Frauen auch Männer und diese Strukturen und das System wahrnehmen prägen.
00:08:55
Speaker
Und man muss aber gleichzeitig einfach differenzieren, wenn ich da ein unaufgelöstes Thema oder sogar Trauma habe in meiner eigenen Geschichte oder auch in der Familiengeschichte, dann schaue ich auch immer durch den Schleier dieser ungelösten Thematiken.
00:09:11
Speaker
Das heißt, vieles verallgemeinere

Einfluss von Vorurteilen auf Körperbild und Kritik

00:09:15
Speaker
ich dann auch.
00:09:15
Speaker
Also
00:09:17
Speaker
Es sind alle Männer.
00:09:24
Speaker
unterstelle dann oder interpretiere dann an vielen Stellen vielleicht auch Dinge hinein und lese etwas dazu, was vielleicht gerade da gar nicht steht, weil ich eben durch den Schleier dieser unaufgelösten Themen blicke.
00:09:39
Speaker
Und deswegen müssen diese Themen gesehen werden, deswegen müssen diese Themen auch Raum bekommen und deswegen braucht es auch Räume, in denen die Raumhalter
00:09:51
Speaker
so viel wie möglich davon sozusagen bewusst haben oder auch für sich geklärt haben, dass sie diesen sicheren Raum überhaupt halten können.
00:10:03
Speaker
Und ein Beispiel, was Lena eben auch angesprochen hat, zeigt sich jetzt gerade auch aktuell auf unserem Chain-as-Home-Account.
00:10:09
Speaker
Ich finde das ganz spannend.
00:10:10
Speaker
Ich habe jetzt ein paar Posts zu dem Thema gemacht, Körpergröße, Kleidergröße,
00:10:15
Speaker
Und die Bewertung dahinter.
00:10:17
Speaker
Gestartet ist die Reihe mit einem Post zum Thema, ihr Date hat abgesagt, weil sie Kleidergröße 40 hat.
00:10:26
Speaker
Und da haben wir eine Erfahrung einer Klientin im Datingleben geteilt.
00:10:34
Speaker
wo eben tatsächlich auch insgesamt drei Männer ihr letztendlich abgesagt haben, weil sie Kleidergröße 40 hat und ihnen damit einfach zu kräftig ist.
00:10:43
Speaker
Und es ist eine reale Erfahrung, in der eine Frau eine Erfahrung damit macht, welche Ansprüche Männer an Frauenkörper haben und was natürlich auch eine verletzende Erfahrung ist.
00:10:58
Speaker
In dem Post habe ich das, glaube ich, aber ganz gut auch differenziert aufgearbeitet, dass man eben, ja, solche Erfahrungen sind real und es passiert und gleichzeitig gibt es nicht nur solche Männer.
00:11:10
Speaker
Und wenn man sich aber dann aufgrund der Verletzungen, was ja auch nachvollziehbar ist, zurückzieht, wir haben sie jetzt in dem Fall begleitet, sodass sie sich eben weiterhin trotzdem ins Datingleben gegeben hat,
00:11:23
Speaker
hat sie jetzt die Chance gehabt und auch ganz real erlebt, dass es da draußen auch Männer gibt, die sie toll finden, so wie sie ist und mit ihr auf ein Date gehen wollen.
00:11:34
Speaker
Das heißt, aus der Erfahrung, Männer sind Arschlöcher, konnte jetzt auch eine Erfahrung entstehen, die gezeigt hat, es gibt auch andere Männer, die anders darauf reagieren.
00:11:47
Speaker
Was ich aber ganz spannend fand unter diesem Post in der Kommentarspalte, was da passiert ist.
00:11:54
Speaker
Und zwar ist da natürlich eine Empörungswelle losgegangen, was auch irgendwie völlig zurecht ist, weil natürlich ist das verletzend und macht auch was mit einem und natürlich erinnert das auch die Leser an eigene Erfahrungen damit, wie der Körper bewertet wurde und wie sie abgelehnt wurden und so weiter.
00:12:15
Speaker
Aber jetzt musste ich da was beobachten, was mir schon irgendwie vorher klar war, aber was ich einfach auch da nochmal ganz spannend fand.
00:12:23
Speaker
Und da geht es auch gar nicht darum, dass ich die Frauen, die kommentiert haben, bewerten möchte, sondern ich sehe schon auch die Verletzungen und die Themen in den Kommentaren.
00:12:30
Speaker
Aber ich fand es halt spannend, wie Frauen...
00:12:33
Speaker
unten in der Kommentarspalte angefangen haben, Körpergrößen und Gewicht zu bewerten, und zwar von Frauen.
00:12:42
Speaker
In dem Fall ging es darum, die Frau mit Kleidergröße 40, der ihr Date wurde abgesagt, in Schutz zu nehmen.
00:12:49
Speaker
Was?
00:12:49
Speaker
Kleidergröße 40 ist doch normal.
00:12:52
Speaker
Was denken die sich denn?
00:12:54
Speaker
Und dann kamen so Kommentare dazu, wo nicht nur die Frau in Schutz genommen wurde, sondern plötzlich andere Frauen,
00:13:03
Speaker
entwertet wurden.
00:13:04
Speaker
Also da wurden dann so Aussagen getroffen wie, ja, wer Kleidergröße 34, 36 hat, ist entweder noch sehr jung oder ein Kind oder hat Glück gehabt.
00:13:14
Speaker
Oder Aussagen wie, ja, nee, Kleidergröße 40 ist nicht zu dick.
00:13:19
Speaker
Das ist sogar normal für Frauen, die zwei Kinder haben.
00:13:23
Speaker
Und ja, jetzt können die ganzen Minimuttis sich melden, die dann nach fünf Tagen nach der Geburt wieder Kleidergröße 36 haben.
00:13:32
Speaker
Aber das ist halt nicht die Regel.
00:13:34
Speaker
Und ich fand das so spannend, weil ich so gemerkt habe, Leute, merkt ihr, oder gedacht habe, Leute, merkt ihr eigentlich, was ihr gerade macht?
00:13:41
Speaker
Also, um
00:13:43
Speaker
Hier geht es gerade gegen Frauen.
00:13:45
Speaker
Also wir machen einen Post, wo wir darüber sprechen, dass Männer sich verletzend gegenüber Frauen verhalten.
00:13:52
Speaker
Und unter den Kommentaren fangen Frauen an...
00:13:56
Speaker
Frauenkörper und Kleidergrößen in richtig und falsch einzukategorisieren und Frauen, die in ihre Geschichte und ihre Perspektive nicht reinpassen, zu entwerten.
00:14:07
Speaker
Da saß ich da und dachte mir so, das gibt es doch nicht.
00:14:11
Speaker
Und das merkt man dann aber nicht, weil das...
00:14:14
Speaker
so tief in uns drin steckt, dass wir meinen, wir müssen uns gegenseitig abwerten, um uns besser zu fühlen und gar nicht merken, dass es hier gerade gar nicht darum geht, der Frau, die gerade Größe 40 hat,
00:14:33
Speaker
beizustehen, dass sie diese Erfahrung gemacht hat, sondern dass es eigentlich darum geht, sich selbst zu validieren und sich selbst ein besseres Gefühl zu geben, indem man andere
00:14:46
Speaker
schlechter darstellt.
00:14:48
Speaker
Ich glaube sogar, also ich würde sogar behaupten, dass das sogar noch unbewusster passiert und die Personen schon so ein vorgefertigtes Bild in sich tragen mit Bewertungen in Bezug auf bestimmte Kleidergrößen,
00:15:04
Speaker
dass gar nicht mehr bewusst ist, dass das eine andere Person damit abwertet.
00:15:09
Speaker
Weil ich könnte mir gut vorstellen, zum Beispiel dieser Kommentar mit dem, wer Kleidergröße 34, 36 hat, ist entweder ein Kind oder hat Glück gehabt.
00:15:20
Speaker
Da steckt ja auf eine Art schon drin, dass das scheinbar eine anstrebenswerte Kleidergröße ist, wegen dem Glück gehabt.
00:15:28
Speaker
Ähm...
00:15:29
Speaker
Und gleichzeitig glaube ich, dass vielen Frauen gar nicht bewusst ist, dass darin auch eine Unsicherheit stecken kann.
00:15:37
Speaker
Also ich trage ja zum Beispiel auch Pädagose 34, 36 und ich bin damit an sich auch fein.
00:15:44
Speaker
Aber als sie dann geschrieben hat, ist entweder ein Kind oder hat Glück gehabt, ging in mir auch diese Frage los, okay,
00:15:52
Speaker
Oder diese Unsicherheit, die manchmal da ist, ist mein Körper zu kindlich und ist der nicht weiblich genug und so weiter.
00:15:58
Speaker
Ich glaube, das ist vielen gar nicht bewusst, weil sie über diesen Bewertungshorizont, den sie so häufig runtergeschluckt haben, auch gar nicht hinausblicken.
00:16:08
Speaker
Und es zeigt einfach, auf welcher unbewussten, subtilen Ebene,
00:16:13
Speaker
auch mit der Haltung von, ich habe eine positive Absicht der Frau gegenüber, die da dieses Leid erfahren hat.
00:16:19
Speaker
Frauen schaffen es sich gegenseitig zu demütigen und zu verletzen.
00:16:25
Speaker
Mal ganz davon abgesehen von den wirklich offenen Angriffen, die ja auch stattfinden.

Komplexität von Frauenbewegungen durch Traumata

00:16:29
Speaker
Und ich merke wirklich, wie...
00:16:32
Speaker
wie sehr mich diese Bewegung von Frauen aktuell richtig nervt.
00:16:38
Speaker
Also ich finde das, was ursprünglich mal in der Frauenbewegung wirklich wichtig war, sich Rechte zu erkämpfen, sich zu unterstützen, sich aus diesem Kleinhaltenden rauszukämpfen, das finde ich richtig toll und es pervertiert in meiner Meinung gerade.
00:16:54
Speaker
Weil für mich...
00:16:57
Speaker
ist sichtbar, dass das Trauma darunter, die Verletzung darunter, die meiner Haltung nach vor allen Dingen im Weiblichen entstanden ist, weil auch die Männer hatten Mütter und auch die Frauen hatten Mütter.
00:17:11
Speaker
Und mir geht es nicht mal um die Mütter, aber das Weibliche war nicht unschuldig daran, was passiert ist.
00:17:15
Speaker
Es funktioniert, weil es sich gegenseitig wie ein Schlüssel-Schloss-Prinzip verwendet.
00:17:21
Speaker
weiter aufgespannt hat.
00:17:22
Speaker
Und natürlich hatten die Männer ganz andere Machtstrukturen und auch ganz andere Kraftstrukturen auch körperlich gesehen, gar keine Frage.
00:17:30
Speaker
Und da sind enorme Verletzungen und Traumatisierungen entstanden.
00:17:33
Speaker
Und die möchte ich um Gottes Willen nicht runtersprechen.
00:17:37
Speaker
Nur wenn ich auf die aktuelle Situation gucke, dann wird, finde ich, sehr schnell offensichtlich, gerade wenn man durch die psychodynamische Brille schaut, was damit gemeint ist, dass aus Traumaopfern Traumatäter werden, wenn sie nicht gelöst werden.
00:17:51
Speaker
Und das passiert gerade.
00:17:53
Speaker
Es sind tiefe weibliche Wunden, tiefe Verletzungen auf körperlicher Ebene, auf sexueller Ebene, auf emotionaler Ebene entstanden durch Frauen wie Männer.
00:18:03
Speaker
Und weil die nicht gelöst werden und wurden,
00:18:07
Speaker
entsteht gerade eine Wiederholung genau der gleichen Strukturen, die sich anders ausdrücken.
00:18:13
Speaker
Es wird ganz, ganz viel Hass und Verachtung gerade dem männlichen gegenüber entgegengebracht.
00:18:19
Speaker
Ganz viele unverarbeitete Vaterwunden, die da mit drin sind.
00:18:22
Speaker
Ganz viele ungelöste...
00:18:24
Speaker
Und Elternthemen, wo die Frauen ihre Männer abgewertet haben und den Töchtern suggeriert haben und auch den Jungs, werd bloß nicht wie dein Vater und find bloß niemanden, der ist wie dein Vater.
00:18:35
Speaker
Gleichzeitig die große Verachtung dem männlichen, dem weiblichen Gegenüber von deiner Mutter ist doch sowieso...
00:18:41
Speaker
die ist doch sowieso irre und die Frauen auf der Kneipe oder die Sekretärin sind eher alle toll.
00:18:47
Speaker
Also ganz, ganz, ganz, ganz viele Verletzungen, die reingeflossen sind, wurden nie gelöst, sondern werden gerade ausgetragen, indem andere Frauen als Schlampen bezeichnet werden, als zu freizügig, indem wir Frauen uns selbst maximal sexualisieren und das als Selbstfreiheit und Selbstausdruck darstellen.
00:19:07
Speaker
Ich war am Moment...
00:19:09
Speaker
Ja, das ist doch krank.
00:19:12
Speaker
Ich war am Samstag auf einem Konzert von Anne-Mai-Kanter-Reit und dann waren wir danach an der Bahnstation und da waren Mädchen und die waren, ich wette auf alles, die waren nicht älter als zwölf Jahre.
00:19:25
Speaker
Man sah ihnen das Kindliche noch an.
00:19:29
Speaker
Mini-Röcke, dass du die Po-Falte gesehen hast, geschminkt bis zum geht nicht mehr, Ausschnitt bis zum geht nicht mehr, obwohl noch gar nichts da war.
00:19:38
Speaker
Und mir geht es nicht darum zu sagen, dass wenn man ein kleines Körbchen größer hat, dass man keinen Ausschnitt tragen soll.
00:19:42
Speaker
Ich denke, es wird relativ deutlich, was ich sage.
00:19:45
Speaker
Das hat nichts mit weiblicher Selbstbestimmung zu tun.
00:19:48
Speaker
Es tut mir leid, aber das ist eine Frühsexualisierung von jungen Mädchen.
00:19:53
Speaker
Und darin sieht man die tiefe Verletzung auch auf sexueller Ebene.
00:19:58
Speaker
Auch, dass wir einerseits natürlich Outfits stark bewerten, auf der anderen Seite aber auch, dass wir eine Form von Übersexualisierung als Freiheit der Frau, als Selbstbestimmung der Frau ausdrücken können.
00:20:13
Speaker
Dass wir uns gegenseitig in Bezug auf den Bodycount entweder immer weiter supporten und auch da vergessen, was das mit dem Körper einer Frau macht, auch energetisch, wenn da ganz viele Sexualpartner sind.
00:20:27
Speaker
Die Menschen schaffen es nicht mehr, Wertung von Wirkung zu unterscheiden.
00:20:33
Speaker
Es hat eine Wirkung und es hat einen Einfluss, aber sobald man das anspricht, wird einem sofort unterstellt, dass man das bewertet.
00:20:42
Speaker
Und das ist für mich eine komplett unterschiedliche Ebene, die man da gehört.
00:20:47
Speaker
Darf ich einmal kurz reinsteigen?
00:20:49
Speaker
Ja, ja, ja.

Eltern-Kind-Dynamiken und Geschlechterkonflikte

00:20:51
Speaker
Ich möchte das unbedingt auch klarstellen.
00:20:53
Speaker
Also wenn es auch darum geht, dass Lena jetzt zum Beispiel das mit den 12-, 13-jährigen Mädchen da aufführt, dann geht es nicht darum, also da ist ja häufig dann die Reaktion, ja, das sind Schlampen.
00:21:04
Speaker
Also das sind schon die kleinen Schlampen der nächsten Generation.
00:21:07
Speaker
Und das ist ja natürlich eine
00:21:11
Speaker
das ist die Bewertung, ja, also das ist die Bewertung.
00:21:15
Speaker
Und man sieht nicht, was für ein Leid da eigentlich da ist, ja, also Ikimil kann man mal googeln, ist vielleicht aber auch nicht so ganz so interessant, ist eine deutsche Rapperin,
00:21:26
Speaker
Ein hochgebildetes Mädchen kommt auch aus einem akademischen Elternhaus, glaube ich, und muss auch richtig was im Kopf haben.
00:21:36
Speaker
Und gleichzeitig die Texte, die sie rappt oder die sie singt, sind halt so hoch gerade, also die glorifizieren Drogenkonsum, die glorifizieren das Drogenkonsum.
00:21:50
Speaker
Sex haben, freien Sex haben mit vielen verschiedenen Sexualpartnern.
00:21:55
Speaker
Und da ist so was ganz Rebellisches drin.
00:21:59
Speaker
Und gleichzeitig, wenn man aber da tiefer durchschaut und man die Dynamiken kennt, die ja uns Coach-Auszubildenden auch lernen, diese Psychodynamiken zu erkennen, sieht man, dass das einfach nur ein einziger Schrei nach
00:22:13
Speaker
Papas Liebe ist.
00:22:17
Speaker
Weil am Ende des Tages wir als kleine Mädchen natürlich früh lernen, dass unser Körper auch ein Machtinstrument ist, worüber wir uns Aufmerksamkeit holen können, die dann mit Liebe verwechselt wird.
00:22:36
Speaker
Und
00:22:37
Speaker
Das ist, wie Lena eben sagt, dieses Reproduzieren von einer Urwunde, weil das war ja schon immer so.
00:22:44
Speaker
Das war so, auch zu Zeiten, wo Frauen sich verhüllen mussten, war der Wert einer Frau an Fruchtbarkeit oder ihren Körper gekoppelt.
00:22:56
Speaker
Also entweder du als freie Frau warst du dann halt die Hure,
00:23:02
Speaker
das war die Möglichkeit, da zu überleben, oder du hast deinen Körper dem Willen Gottes, Vater des Himmels und der Erde, unterworfen als Nonne, oder du wurdest halt verheiratet und hast da dann eben Kinder zu zeugen gehabt und wenn du das nicht gemacht hast, dann warst du die Versagerin, dann hast du deine Aufgabe als Frau nicht erfüllt.
00:23:24
Speaker
Das so ganz eng gefasst.
00:23:26
Speaker
Und jetzt gehen wir her und bezeichnen,
00:23:29
Speaker
die Freiheit, mit so vielen Männern, wie wir wollen, zu schlafen und uns schon so früh zu sexualisieren, wir bezeichnen das als Freiheit und merken gar nicht, dass darin sich genau diese Verletzung ausdrückt.
00:23:47
Speaker
Also ich muss mich so darstellen, damit ich Aufmerksamkeit und Liebe und Daseinsberechtigung habe.
00:23:53
Speaker
Ja.
00:23:54
Speaker
Und der Punkt ist, es mag ja sein, dass das vielleicht irgendwo, also wo ist der Urursprung, also da können wir die ganze Evolutionskette zurückgehen, warum und wo irgendwo diese Grundverletzungen stattgefunden haben.
00:24:13
Speaker
Binnen der festen Überzeugung, das sehen wir ja im Kleinen wie im Großen, wenn wir in die Familiensysteme, in die Beziehungen der Eltern oder der Mutter und des Kindes oder des Vater und des Kindes schauen, sehen wir das so, wie wir es im Großen sehen, also im Großen System zum Beispiel die Hörigkeit gegenüber Vater Staat oder einer Religion oder aber auch,
00:24:34
Speaker
der Hass gegen Mutter Erde, also das Ausbeuten von Mutter Erde, das ist das Große und das Kleine.
00:24:41
Speaker
Und es ist immer Vater und Mutter daran beteiligt.
00:24:44
Speaker
Es ist immer eine Dynamik, die hier stattfindet.
00:24:47
Speaker
Und man kann nicht sagen, ganz ursprünglich waren da nur die Männer dran schuld oder ganz ursprünglich waren da nur die Mütter dran schuld.
00:24:56
Speaker
Es war immer eine Dynamik.
00:24:57
Speaker
Es gab immer diese Phasen, wo eher matriarchale Strukturen,
00:25:05
Speaker
wo Frauen sehr selbstbestimmt waren, wo sie entscheiden konnten, also im alten Ägypten zum Beispiel, dass sie Verträge eingehen, dass sie auch Besitz haben, dass sie entscheiden können, mit wem sie Geschlechtsverkehr haben, ob sie Kinder austragen.
00:25:22
Speaker
gab es Phasen, wo niemand, kein Mann die Entscheidung zu tragen hatte, ob eine Frau ein Kind austrägt oder ob sie das abtreiben kann oder nicht.
00:25:31
Speaker
Und es gab schon immer auch Phasen in der menschlichen Geschichte, wo Frauen
00:25:37
Speaker
unterdrückt haben und verletzt haben und tyrannisiert haben und gleichzeitig gab es das auch schon, wo das Männer getan haben.
00:25:46
Speaker
Und da gibt es die Vaterwunde und da gibt es die Mutterwunde.
00:25:50
Speaker
Es gibt beides.
00:25:51
Speaker
Und ich will mal ein anderes Beispiel machen.
00:25:54
Speaker
Wenn ich als Frau
00:25:57
Speaker
Lena hat jetzt eben zum Beispiel davon gesprochen, wenn ich als Frau meinem Kind, das muss ich gar nicht aussprechen, unbewusst die ganze Zeit suggeriere, werde bloß nicht wie dein Vater.
00:26:06
Speaker
Der ist nicht da, wenn ich ihn brauche, der versorgt uns nicht richtig, der geht nicht richtig gut mit mir um, werde bloß nicht wie er.
00:26:14
Speaker
dann entstehen Männer, die von Anfang an gelernt haben, sich selbst und ihre Männlichkeit abzulehnen.
00:26:23
Speaker
Dann entstehen Männer, und das sehen wir heute immer mehr, die sagen, ich schäme mich dafür, ein Mann zu sein, weil die Masse der Männer keinen gesunden Kontakt zu sich, zu ihren Emotionen hat.
00:26:36
Speaker
Woher kommt das denn?
00:26:38
Speaker
Klar, wenn ich von klein auf einen Papa als Beispiel habe, der emotional nicht anwesend ist,
00:26:43
Speaker
und eine Mama als Beispiel hat, die sagt, sei bloß nicht so wie du.

Generationenübergreifende Traumata und Geschlechterdynamik

00:26:48
Speaker
Männer typischerweise sind, dann wächst da ein Kind, ein Sohn, ein Junge, ein Mann heran, der völlig verwirrt ist, weil er gar nicht weiß, wie er zu sein hat, um in dieser Gesellschaft zu funktionieren.
00:27:00
Speaker
Also entweder ist er der privilegierte Arsch, der sich seiner Privilegien gar nicht bewusst ist und der eine Mitschuld daran trägt, dass alle Männer mehr Privilegien haben wie Frauen.
00:27:13
Speaker
Das ist ja das eine komplette Arsch.
00:27:17
Speaker
Verrückte, dass Männer sich für Privilegien schämen, die ihre vorangegangene Anlinie genutzt hat oder erschaffen hat und sich jetzt dafür schämen, überhaupt zu existieren und völlig verunsichert sind und nicht mehr wissen, wie sie Frauen überhaupt ansprechen sollen, wie sie mit Frauen umgehen sollen.
00:27:40
Speaker
Und natürlich müssen die das auch lernen und wir müssen trotzdem offen darüber sprechen, dass es Übergriffe gibt.
00:27:46
Speaker
gibt, dass Männer in der Runde, wo sexistische Witze gemacht werden, einfach auch mal eingreifen müssen und damit dieses System auch nicht weiter aufrechterhalten bleibt, das müssen wir natürlich besprechen, natürlich ist das klar, aber gleichzeitig müssen wir halt auch erkennen, dass das der Ursprung dafür, dass der Mann sich so entwickelt hat, eben nicht nur vom Vater, sondern auch von der Mutter gebringt wurde und wenn ich eine Mutter habe, die schon mit Geschichten in sich aufwächst, wie
00:28:15
Speaker
Sie muss ihre eigene Weiblichkeit ablehnen.
00:28:18
Speaker
Die geht immer über ihren eigenen Zyklus hinaus, die spricht sich ihre eigenen Emotionen ab, die unterdrückt ihre eigenen Bedürfnisse, was nicht selten auch dazu führt, dass die Zündschuh schnell sehr kurz ist und dass die Kinder dann die Wut abkriegen oder die Trauer oder die Frustration oder die Einsamkeit und nicht korreguliert werden können.
00:28:40
Speaker
Und dann, was fließt denn in das Kind rein, wenn es ein Mädchen ist, fließt rein, alles was weibliches Prinzip ist, darf ich nicht leben, weil das anscheinend nicht in Ordnung zu sein scheint, Mama macht es ja schon so vor.
00:28:54
Speaker
Und in den Jungen fließt rein, dass das auch nicht erlaubt ist.
00:28:59
Speaker
Also auch Jungs lernen von klein auf dann irgendwie schon eine Ablehnung gegenüber Weiblichkeit und das tun sie eben nicht nur von Männern, das tun sie auch von Frauen, die sich immer wieder in Beziehungen begeben, in denen sie von Männern schlecht behandelt werden.
00:29:14
Speaker
Und da sieht man, diese Dynamiken sind viel, viel komplexer, als dass man in dieser binären Täter-Opfer-Rollen-Verteilung bleiben kann.
00:29:23
Speaker
Natürlich kann man sagen, wenn es einen Missbrauch gibt, dann gibt es einen eindeutigen Täter in dieser Situation, wenn die Frau vergewaltigt wird, dann ist in diesem Moment, der den Missbrauch sozusagen ausführt, ist in diesem Moment der Täter.
00:29:41
Speaker
Jetzt kann man das aber ganz weiterspinnen und dann kannst du dir anschauen, bei sämtlichen psychologischen Gutachten von jemandem, der sowas macht, der war in seinem früheren Leben irgendwann meistens mal Opfer von sexueller Gewalt.
00:29:59
Speaker
Und jetzt Achtung, das ist keine Entschuldigung dafür, das später auch zu tun.
00:30:05
Speaker
Es ist aber eine Erklärung dafür, warum das passiert.
00:30:10
Speaker
Und eine Erklärung für das, was Lena gerade gesagt hat, nämlich dieses, wenn man Trauma-Opfer ist, wird man irgendwann zum Täter.
00:30:18
Speaker
Und deswegen müssen wir einen Weg finden, wie wir dieses, und es sind immer nur die Männer, die
00:30:27
Speaker
Ich weiß nicht, wie viele Geschichten ich schon im Coaching gehört habe von Frauen, wo die Mütter weggesehen haben, wo die Mütter die Kinder ausgeliefert haben, wo die Mütter ihnen nicht geglaubt haben, wenn sie nach Hause gekommen sind und gesagt haben, Mama, ich bin missbraucht worden.
00:30:43
Speaker
Wo die Mütter gesagt haben, du denkst dir das nur aus, weil du willst Aufmerksamkeit.
00:30:47
Speaker
Die Mütter gesagt haben, lieber du als ich.
00:30:50
Speaker
Ja, ganz genau.
00:30:52
Speaker
Also bevor der Papa nachts bei mir ins Bett steigt.
00:30:57
Speaker
Also glaubt es uns, Leute, was wir schon gehört haben.
00:31:00
Speaker
Und das ist nicht die Ausnahme, ne?
00:31:02
Speaker
Nein, das ist nicht die Ausnahme.
00:31:06
Speaker
Ich habe schon mitgekriegt, wie Mütter das eine Geschwisterchen bewusst geöpfert haben, damit nicht ans andere Geschwisterchen gegangen wird.
00:31:15
Speaker
Und dass dann dem Kind so verkauft wurde, ich habe dich ja geschützt,
00:31:20
Speaker
Und nee, wenn du es wirklich geschützt hättest, wärst du gegangen.
00:31:24
Speaker
Und das ist halt der Punkt, wo wir einfach sagen müssen, es ist nicht so einfach, wie es dargestellt wird.
00:31:32
Speaker
Und nochmal, es bringt nichts.
00:31:35
Speaker
Dieser Männerhass, der geschürt wird, bringt nichts.
00:31:37
Speaker
Und auch der Frauenhass ist vorhanden und muss gesehen werden.
00:31:42
Speaker
Ja, und
00:31:44
Speaker
Das ist so ein kontroverses Thema, weil sich natürlich dann auch alle, die damit traumatisiert sind und das nicht aus einer Metaperspektive betrachten können, sondern sehr noch in ihrem Leid sind.
00:31:55
Speaker
Und nochmal, das muss gesehen werden, dieses Leid.
00:31:59
Speaker
Und es muss aufgefangen werden.
00:32:00
Speaker
Und es muss den Menschen geholfen werden, das zu verarbeiten, weil es real eben diese Situationen und Erfahrungen gibt.
00:32:08
Speaker
Und gleichzeitig...
00:32:11
Speaker
braucht es Menschen, die rauszoomen können, die sehen können, dass es eben nicht so einfach ist und dass nicht nur die Frauen immer die Opfer sind und dass auch die Männer, dass es auch vielen Männern gerade damit nicht gut geht und die nicht mehr wissen,
00:32:26
Speaker
wie sie auch uns helfen können, weil sie einfach selbst total beschämt sind und selbst total die Angst haben, was Falsches zu sagen, was Falsches zu machen und so weiter.
00:32:35
Speaker
Und das ging dann auch bei den Instagram-Posts genauso weiter, aber ich habe dann danach einen Post dazu gemacht und habe mal so ein bisschen...
00:32:43
Speaker
Die Frage gestellt, kann es sein, dass wir vielleicht selbst auch die Geschichten zu unserem Körper noch glauben?
00:32:48
Speaker
Kann es vielleicht sein, dass wir selbst auch unsere größten Kritikerinnen sind und dass die Bewertungen von Männern, die ja durchaus stattfinden, vielleicht auch häufig deshalb so treffen, weil ein Teil in uns das einfach auch noch glaubt und wir Frauen, nochmal sagen,
00:33:04
Speaker
Ich weiß nicht, ich höre vor allen Dingen von unseren Klienten aus dem Chained-is-Woman-Coaching immer, ja, ich habe schon mit zehn mit meiner Mama eine Diät gemacht.
00:33:14
Speaker
Also das wurde auch sehr häufig geteilt, da war ich echt happy mit, weil es kam irgendwie gut an.
00:33:23
Speaker
Und jetzt beim letzten Post, wo es eben darum ging, beim Mann ist es ein Wohlstandsbauch und bei der Frau heißt es dann nimmer ab.
00:33:31
Speaker
Da hat dann ein Mann irgendwie drunter gepostet und hat gesagt, dass er...
00:33:39
Speaker
dass er das Gefühl hat, dass Frauen sich gegenseitig am meisten hassen und das ist halt irgendwie gerade, ja, er hat genau das geteilt, dass er sich die Frage stellt, ob wir jetzt die guten Männer auch noch verkraulen wollen, weil wir jetzt die ganze Zeit gegen Männer schießen, ne?
00:33:56
Speaker
Und das habe ich natürlich dann auch aufgegriffen, habe gesagt, lies nochmal meinen Post bitte genau.
00:34:01
Speaker
Ich habe nicht gesagt, Männer sagen, das ist dein Wohlstandsbauch und Frauen sind zu viel, sondern es wird gesagt und zwar wird es von beiden Seiten so gesagt, sowohl von Männern als auch von Frauen.
00:34:16
Speaker
Wobei ich auch sagen muss, meine Erfahrung auch mit, ich habe ja auch mit sehr vielen Männern gearbeitet in meinem Job vorher, dieses Thema von Frauenkörpern war vor allen Dingen von Frauen das Thema.
00:34:30
Speaker
Mhm.
00:34:31
Speaker
Auch natürlich geschürt durch bestimmte Männer, klar.
00:34:34
Speaker
Aber diese Umständungswunde ist häufig mit der weiblichen Identifikationsperson, nämlich mit der Mutter und der weiblichen Kette entstanden.
00:34:42
Speaker
Und ich habe so oft gehört, dass auch viele Männer darunter einfach echt verzweifelt sind, dass ihre Frau sich so hässlich und so unattraktiv und so unschön fand und er konnte es nicht verstehen.
00:34:55
Speaker
Also es ist nicht immer nur, die Männer sind so...

Auswirkungen patriarchaler Systeme auf Geschlechterrollen

00:34:59
Speaker
Die Männer sagen den Frauen immer, wie sie aussehen sollen und so weiter.
00:35:03
Speaker
Das ist einfach ein so tief geprägtes Bild, auch durch das, was uns medial beigebracht wurde, durch Werbung, durch Kinderserien, durch Jummy Sex Topmodel und das alles.
00:35:13
Speaker
Und da sind so viele Frauen auch dran beteiligt gewesen.
00:35:16
Speaker
Und ich glaube, das größte Thema, was wir da lösen müssen, ist, dass wir es vom Geschlecht und vom Geschlechterkampf trennen müssen.
00:35:26
Speaker
Sonst wird sich einfach gar nichts lösen.
00:35:29
Speaker
Es gibt Verletzungen in der weiblichen Kette, primär in der Sexualität.
00:35:33
Speaker
Es gibt viele Verletzungen auch in der männlichen Kette durch schwere Gewalt, durch Kriege, durch Verluste, wo Männer in den Krieg gezogen sind, ihre Familie zurücklassen mussten, ihre Freunde im Krieg verloren haben, zurückkamen mit körperlichen und emotionalen Traumata, worunter wiederum natürlich auch die Frauen und Kinder gelitten haben.
00:35:53
Speaker
Aber auch heute sterben noch weitaus mehr Männer in körperlichen Angriffen oder in schweren beruflichen Unfällen und so weiter.
00:36:01
Speaker
Es geht nicht darum aufzuwiegen, wer hat mehr Leid erfahren, weil es wird überhaupt nichts von der Verletzung weniger schmerzlich machen, wenn ich mich in der Opferhaltung fühle und sage, ja, wir haben aber noch mehr Leid erfahren als ich.
00:36:15
Speaker
Es wird nichts lösen und es wird vor allen Dingen keine Freiheit, es wird keine Beziehungsfähigkeit, es wird keine Körperliebe, es wird nichts dergleichen ermöglichen, wenn wir in diesen Kampfstrukturen drin bleiben.
00:36:27
Speaker
Deswegen würde ich dir einfach 100% zustimmen, wenn du sagst, wir müssen das Leid sehen, ja, aber
00:36:33
Speaker
Aber wir müssen selber unser Leid ansehen.
00:36:38
Speaker
Es geht nicht nur darum, mit allen möglichen Mitteln zu versuchen, dass es jemand anderes sieht, weil das ist auch eine kindliche Dynamik, die alles tun würde, damit Mama und Papa endlich sehen, wie sehr ich leide.
00:36:51
Speaker
Und sie wurden übersehen und sie wurden überhört.
00:36:55
Speaker
Und das Gleiche passiert heute auch.
00:36:58
Speaker
Also ich weiß, die Meinung ist vielleicht ein bisschen kontrovers, aber ich sehe es nun mal so,
00:37:03
Speaker
Ich finde, den Menschen wird gerade in keinster Weise wirklich geholfen.
00:37:07
Speaker
Es wird das Leid immer größer und es wird immer mehr aufgeblasen, in Anführungsstrichen, nicht im Sinne von, es gibt das Leid nicht, aber es wird immer größer überbetont, aber es gibt keine wirklich heilsame Lösung.
00:37:21
Speaker
Die Lösung, die sich gerade als Lösung verkauft, ist die Kompensation über die Ableitung von Gewalt und Verachtung und Hass gegenüber dem anderen Geschlecht und gegenüber dem eigenen Geschlecht und gegenüber dem eigenen Körper.
00:37:36
Speaker
Es wird uns etwas verkauft, genauso wie auch bei der Thematik mit Übergewicht und mit den schnellen Tabletten und mit den schnellen Spritzen und mit den schnellen Operationen, wo jede Haltung, die sagt,
00:37:47
Speaker
wir sollten das kritisch sehen, wir sollten dahinter schauen, sofort abgeschmettert wird mit Frauenfeindlichkeit oder mit Körperhass, genau, mit Body-Shaming und so weiter.
00:38:00
Speaker
Darum geht es ja nicht.
00:38:01
Speaker
Es geht, es ist doch am Ende völlig wurscht, wie der Körper aussieht.
00:38:04
Speaker
Es geht doch vor allen Dingen zu erkennen, da ruft doch etwas nach Hilfe.
00:38:11
Speaker
Also schreibt doch etwas.
00:38:14
Speaker
Ich sehe es 100% genauso wie du.
00:38:16
Speaker
Es will doch etwas gesehen werden und alle Welt sagt, nein, guck da nicht hin.
00:38:20
Speaker
Nein, guck da nicht hin.
00:38:21
Speaker
Ja, weil keiner bei sich selber hinguckt, das meine ich ja.
00:38:24
Speaker
Also alle sollen hingucken und keiner soll bewerten.
00:38:28
Speaker
Das ist eine maximale Massenprojektion.
00:38:32
Speaker
Also weil ich mich selber nicht traue, mal hinzuschauen.
00:38:37
Speaker
Wo sind diese Teile in mir?
00:38:39
Speaker
Auch wenn ich junge Mädchen sehe, deren ganzen Körper voll tätowiert und voll gepierst ist.
00:38:44
Speaker
Mir geht es gar nicht darum, ob ich das Tattoo schön finde oder dass ich dir sagen würde, lass es mal.
00:38:49
Speaker
Sondern ich sehe auch den selbstverletzenden Teil dahinter.
00:38:52
Speaker
Ich sehe auch den ungeschützten Teil, wo scheinbar niemand gesagt hat, ey, warte mal noch ein paar Jahre.
00:38:57
Speaker
Weil du bist gerade in einer Phase, wo sich dein Hormonsystem verändert, wo sich dein Körper verändert.
00:39:03
Speaker
Es gibt auch nicht mehr so viele schützende Eltern.
00:39:06
Speaker
Also ich möchte das gar nicht pauschalisieren, um Gottes Willen.
00:39:09
Speaker
Aber die Verantwortung wird einfach von sich weggehalten aufgrund der Sorge, mir könnte jemand vorwerfen, ich akzeptiere mein Kind nicht, wie es ist, ich akzeptiere nicht die Wünsche meiner Kinder, ich kann doch nicht von Kindern verantworten.
00:39:23
Speaker
Entscheidungen treffen lassen, deren Konsequenzen sie noch in keinem Ausmaß selber ergreifen können und erfassen können, weil sie diese Lebenserfahrung und auch die kognitive Reife dafür noch gar nicht haben.
00:39:35
Speaker
Es ist auch ein Ausliefern.
00:39:37
Speaker
Es tut mir leid, aber ich sehe das so.
00:39:39
Speaker
Auch wenn Kinder in Diätformate und so reingequetscht werden und schon früh
00:39:46
Speaker
schon früh von ihren Eltern ständig beschämt werden in Bezug auf ihren Körper und so weiter.
00:39:53
Speaker
Es ist auch ein Mythos von Mutter- und Vaterliebe.
00:39:56
Speaker
Wir hören jeden Tag Geschichten und das ist im Coaching und nicht mal in der Traumatherapie, wo das einfach ein Trugschluss ist, wo man nicht sagen würde, dass das Ausdruck von Liebe ist.
00:40:08
Speaker
Das ist das Ausdruck vom eigenen Thema.
00:40:11
Speaker
Weil ich Angst habe, dass du später dick wirst.
00:40:14
Speaker
Wenn ich erfahren habe, dass ich mit meinem Körper nicht akzeptiert werde, musst du jetzt in die Abnehmkur gehen und die Isolation zur Familie ertragen und dich irgendwelchen Ernährungsplänen fügen, die überhaupt nicht helfen, weil sie das Ursprungsproblem eigentlich gar nicht lösen.
00:40:34
Speaker
Aber Hauptsache, ich habe das Gefühl, du hast etwas gemacht, damit du nicht so endest wie ich, weil ich das nicht ertragen könnte.
00:40:43
Speaker
Es ist komplette Übertragung, komplette Projektion und das ist natürlich, das macht ja keiner bewusst.
00:40:50
Speaker
Also es ist ja jetzt nicht so, ich habe das jetzt gerade übersetzt, ja, aber eigentlich...
00:40:56
Speaker
Eigentlich macht es ja keiner bewusst, es sind ja unbewusste Mechanismen, eben weil bei sich selbst nicht richtig hingeguckt wird.

Projektion von Vorurteilen auf Kinder

00:41:05
Speaker
Und das ist das Problem.
00:41:06
Speaker
Und das zeigt auch den Grad an emotionaler Reife innerhalb unserer Gesellschaft, dass wir eigentlich vor allen Dingen Menschen,
00:41:15
Speaker
Erwachsene Menschen in Kinderkörpern haben, andersrum, erwachsene Menschen mit einer emotionalen Reife von Kindern haben, die einfach nicht erkennen können, wenn sie projizieren.
00:41:29
Speaker
Und weil sie da irgendwo ein eigenes Thema haben, deswegen auch unter dem Beitrag.
00:41:33
Speaker
Also diese Bewertung, das ist ja eine reine Projektion und Übertragung der eigenen Themen da rein.
00:41:39
Speaker
Und ich kann natürlich gar nicht sehen, dass ich jemanden damit abwerte und verletze, wenn ich das eben aus dieser, ich sag mal, emotional unreifen, verletzten Haltung heraus tue.
00:41:51
Speaker
Ja, und ich sage mal, das Ding ist ja auch noch zusätzlich, das Gefährliche daran ist ja, dass es eine positive Absicht gibt in der eigenen Wahrnehmung.
00:42:00
Speaker
Also sprechen ja auch mit Müttern, die dann sagen, ja, ich habe dann einfach Angst, dass mein Kind gemobbt wird oder dass das auch irgendwann passiert.
00:42:07
Speaker
in diese Essspiralen reinfällt oder die das Gefühl haben, ich unterstütze andere Frauen doch gerade, indem ich sie in allem unterstütze, was sie tun, egal wie vielleicht auch selbstverletzend das für die ist.
00:42:20
Speaker
Und ich habe doch eine positive Absicht dahinter, wenn ich eine andere Frau...
00:42:29
Speaker
darin beistehe, wenn sie sich auf die ein oder andere Art und Weise kleiden möchte oder wenn ich der anbiete, nimm doch dann die und die Tablette, weil dann geht es dir besser.
00:42:38
Speaker
Das ist ja, genauso wie du sagst, das ist ja nicht, weil jemand wirklich bewusst jemandem schaden möchte.
00:42:44
Speaker
Aber die unbewusste Dynamik bleibt die gleiche.
00:42:47
Speaker
Wenn ich als Kind selbstverständlicherweise pure Liebe für Mama und Papa erlebe,
00:42:53
Speaker
die beschämt, nicht erwidert, bestraft, ignoriert, missbraucht oder was auch immer wird, dann formt sich irgendwann aus den gemachten Erfahrungen, die sich gewaltvoll anfühlen, entweder körperlich oder emotional oder verbal,
00:43:09
Speaker
ist es so, als würde sich das Herz wie einfrieren und daraus entsteht ein tiefsitzender Hass, der eigentlich nichts anderes ist als zugefrorene Liebe.
00:43:18
Speaker
Und das muss irgendwo hin.
00:43:20
Speaker
Und aktuell sehen wir, dass es gegen den eigenen Körper geht.
00:43:25
Speaker
dass es gegen andere Männer geht, dass es gegen andere Frauen geht, dass es gegen traditionelle Werte geht, dass es auch teilweise gegen die Eltern geht, gegen die alten weißen Männer, die nichts anderes sind als Vaterprojektionen.
00:43:39
Speaker
Es bedeutet im Prinzip...
00:43:41
Speaker
geht der Hass, der nie als Liebe wahrgenommen wurde, weil das eben zu schmerzhaft gewesen wurde, der wird einfach nach außen gedonnert und auch nach innen gedonnert, aber gehen wir mal nach außen, weil wir ja auch einfach erleben, wie Frauen untereinander zum Beispiel miteinander umgehen.
00:43:57
Speaker
Das heißt, die eigene Erfahrung in der Erniedrigung, in der Beschämung, in der Gewalt, die wir als Frauen erlebt haben oder eine Frau individuell erlebt hat, wird dann nach außen getragen und wird in einen anderen Menschen hineingestülpt durch Ausrufe, durch Morddrohungen, durch Mobbing, durch verletzende Abweisungen, die auch viele Männer erleben.
00:44:23
Speaker
Und die auch viele Frauen untereinander erleben.
00:44:26
Speaker
Das heißt, dieser Kreislauf von Abwertung, von Verachtung, von Verletzung wird eben nicht aufgelöst, weil niemand hinschaut oder wenige hinschauen zur eigenen Verletzung, sondern es wird dann einfach wie ein Päckchen immer weitergetragen.
00:44:43
Speaker
Oma hatte schon ein Päckchen, das wird dann an Mama gegeben.
00:44:45
Speaker
Mama hat das Päckchen mit ihren Erfahrungen noch ein bisschen vergrößert, gibt es weiter.
00:44:50
Speaker
Das Kind macht es immer größer durch die eigenen verletzenden Erfahrungen und so wird es immer weitergegeben an die eigenen Kinder, an Freundinnen, an andere Frauen, an andere Männer, an die Söhne, an die Töchter und so weiter.
00:45:03
Speaker
Es wird einfach immer größer, das Leid wird immer größer.
00:45:06
Speaker
Und es wird immer schwerer und immer mehr und es wird auch immer gewaltvoller, was man ja gerade auch sieht, gerade auch mit der Social-Media-Plattform, gerade auch mit der kompletten Zerstörung unserer Selbst- und Körperwahrnehmung, auch durch KI und so weiter.
00:45:25
Speaker
Es ist einfach, es wird gerade in einer maximalen
00:45:30
Speaker
Gestalt sichtbar, wo und wie tief diese Verletzungen in weiblichen und männlichen Körpern sitzen, in dem, was gerade sichtbar wird.
00:45:39
Speaker
Und wir haben auf eine Art die Wahl.
00:45:41
Speaker
Wir haben die Wahl, zu entscheiden, okay, wir machen es einfach weiter.
00:45:46
Speaker
Wir hassen einfach weiter andere Frauen, wir hassen weiter andere Männer, wir sexualisieren weiter Frauen, wir entwerten auf eine Art auch das Männliche und so weiter.
00:45:58
Speaker
Also das können wir machen.
00:46:00
Speaker
Es wird aber zu nichts führen, was in irgendeiner Weise Heilung bringt für Kinder, für Frauen, für Männer, für Beziehungen.
00:46:08
Speaker
Wir haben aber die Wahl zu sagen, okay, ich schaue mal dahin, wo ist denn eigentlich meine weibliche Wunde?
00:46:14
Speaker
Mit Männern entstanden, mit Frauen entstanden, in mir selbst entstanden durch die Gedanken, die ich jeden Tag mit mir selber teile.
00:46:21
Speaker
Und das ist schmerzhaft, weil es uns mit der Weichheit in Kontakt bringt, mit der Verletzlichkeit, die uns mal so angreifbar gemacht hat.
00:46:31
Speaker
Es ist doch viel leichter zu lästern.
00:46:33
Speaker
und über andere zu urteilen und sich zu erleichtern darüber, dass andere den Körper auch nicht schön finden oder es auch nicht gut finden, dass die Frau sich wild und frei zeigt.
00:46:43
Speaker
Es ist für einen kurzen Moment erlösend, aber es schafft einfach nur weitere Verletzungen, die dann irgendwo hingetragen werden muss.
00:46:50
Speaker
Und deswegen kommen wir jetzt mal zur Brücke.
00:46:53
Speaker
Deswegen ist es für mich einfach glasklar,
00:46:58
Speaker
dass Frauen erst mal unter Frauen heilen.
00:47:01
Speaker
Und das fängt erst mal damit an, dass die Frau mit sich selber heilt, die ja auch wiederum eine Frau ist, dass die Frau damit heilt, dass sie ihre Mutterwunde anschaut und damit Frieden findet.
00:47:11
Speaker
Und die Vaterwunde.
00:47:16
Speaker
Die Vaterwunde, klar auch.
00:47:18
Speaker
Nur ich glaube sogar, dass für die meisten Frauen erst mal die Mutterwunde größer ist, weil es das größte weibliche Identifikations-
00:47:28
Speaker
Und weil eben viele Frauen alleine schon über die Haltung der Mutter etwas über Weiblichkeit und über Männlichkeit und Vaterschaft gelernt haben.
00:47:35
Speaker
Weil man dazu sagen muss, dass das vielen, glaube ich, nicht bewusst ist.
00:47:39
Speaker
Also ich bin zum Beispiel auch jahrelang durch die Weltgeschichte gelaufen und habe auch in meinen Therapien und so den Fokus auf meinen gewalttätigen Vater gelegt, weil der ja diese offensichtliche, diese ganz offensichtliche Veränderung,
00:47:52
Speaker
dieses offensichtliche Fehlverhalten gezeigt hat.
00:47:56
Speaker
Und ich natürlich auch immer suggeriert bekommen habe von klein auf, dass dein Papa, der war der Täter hier und der hat sich so und so verhalten.
00:48:07
Speaker
Und keine Frage, der hat geschlagen, der hat gebrügelt, der hat misshandelt, dass er in dem Kontext sich falsch verhalten hat.
00:48:16
Speaker
Und gleichzeitig auch hier wieder ist es eine Power-Dynamik und die entsteht nicht einfach durch eine Person in dieser Dynamik, was nicht heißt, dass meine Mutter oder auch wir als Kinder verdient haben, geschlagen zu werden.
00:48:29
Speaker
Bitte, das muss man differenzieren, aber es ist eine Dynamik.
00:48:35
Speaker
die fällt nicht vom Himmel.
00:48:36
Speaker
Es ist ein Schlüsselloch-Prinzip.
00:48:38
Speaker
Und natürlich ist dieses, meine Mutter konnte nicht dorthin schauen, wo sie einen Anteil an der Dynamik hat, hat damit die komplette Verantwortung oder besser Schuld,
00:48:52
Speaker
auf einen Teil dieser Dynamik gelegt, weil der sich offensichtlich falsch verhalten hat und hat das natürlich genauso weitergegeben, nämlich dein Vater ist hier der Täter, der ist der Schlechte und auch, ich bin sehr temperamentvoll, mein leiblicher Vater ist Italiener, das heißt, ich kann auch mal
00:49:09
Speaker
ein bisschen lauter werden und kann und werde dann auch sehr ausschränkig mit meinen Handbewegungen, also wie halt so ein Italiener, wie man sich das vorstellt.
00:49:17
Speaker
Und dann hat sie immer, wenn ich das gezeigt habe, auch gesagt, ah ja, das hast du von deinem Vater.
00:49:21
Speaker
Und das geht natürlich bei einem Kind, was immer wieder suggeriert bekommt, dein Vater ist ein schlechter Mensch, dein Vater ist der alleinige Schuldige an der Situation und wenn du
00:49:35
Speaker
Anteile zeigst, die du von deinem Vater hast, sind das automatisch natürlich auch die schlechten Teile.
00:49:40
Speaker
So kommt es bei einem Kind erst mal an.
00:49:42
Speaker
Läufst du erst mal durch die Weltgeschichte und denkst, okay, ich muss das Thema mit meinem Vater aufarbeiten und ich muss an meinen schlechten Eigenschaften arbeiten, aber die Mutter, das ist ja ein unbewusster
00:49:56
Speaker
Flex und das Weibliche ist ja dabei komplett rausgeklammert, ne?
00:49:59
Speaker
Bis ich irgendwann im Verlaufe gemerkt habe, dass das Mütterliche und das Weibliche spielt eine viel, viel größere Rolle, weil ich ja auch als Frau identifiziert bin, ist ja logisch, als ich das geglaubt habe, weil das eine Geschichte war, die mir halt auch von klein auf so gewährt wurde.
00:50:18
Speaker
Ja, und damit sieht man halt auch die Machtdynamiken des Weiblichen, die halt ganz anders sind, ne?
00:50:22
Speaker
Also
00:50:23
Speaker
Bei Männern ist es häufig halt sehr viel progressiver und deutlich sichtbarer und wir sind auch in großen Teilen deutlich achtsamer dafür, als es eben häufig bei Frauen ist.
00:50:34
Speaker
Also Frauen haben häufig die vergiftende Tendenz und es sind eher die kleinen Gifte, die auch häufig nach außen gar nicht so sichtbar sind.
00:50:43
Speaker
Also ich hatte zum Beispiel dem Letzt, das hat mir eine Freundin erzählt, die waren am See und dann hat der Mann sein T-Shirt ausgezogen und dann hat sie seinen Bauch geknüpft.
00:50:53
Speaker
Und gesagt, zieh doch nicht dein T-Shirt aus, wer will das denn sehen?
00:50:56
Speaker
Und alle haben gelacht, inklusive ihm.
00:50:59
Speaker
Also er fand das... Passivaggressiv, es ist nicht offensichtlich aggressiv.
00:51:04
Speaker
Genau, es ist halt beschämend, aber es wird so versüßlicht, weil alle lachen dann ja.

Echte Unterstützung unter Frauen fördern

00:51:09
Speaker
Und es ist auf eine total maximale Weise kastrierend, es ist beschämend.
00:51:15
Speaker
Und wenn diese Situation andersrum wäre, würden alle laut aufschreien.
00:51:19
Speaker
Ja, auch auf eine Art zu Recht, aber wir dürfen hier jetzt auch nicht von unterschiedlichen Rechten ausgehen.
00:51:26
Speaker
Und das ist eben ein Teil, der bei Frauen auch untereinander natürlich sehr häufig passiert, also gerade mit Mobbingstrukturen und das kriegt keiner mit, weil sobald dann die Lehrerin kommt, sind die ganz schnell leise und die bravsten Engel der Welt und hintenrum schreiben sie Morddrohungen und
00:51:44
Speaker
spucken und kleben Kaugummi in die Haare und so.
00:51:46
Speaker
Es gibt da ja wirklich die krassesten Geschichten.
00:51:49
Speaker
Alles schon erlebt, ja.
00:51:51
Speaker
Ja, genau, haben wir ja mal drüber gesprochen.
00:51:54
Speaker
Oder es werden Lügengeschichten erzählt, das habe ich ja mal erzählt.
00:51:58
Speaker
Und so, das ist nicht einfach, also
00:52:02
Speaker
Das hat schon einen Grund, warum Frauen untereinander so misstrauisch sind und weshalb sie sich nicht trauen und sich auch nicht trauen, in weiblichen Gruppen gerne zu sein.
00:52:14
Speaker
Gerade nicht, wenn die schon bestehen und wenn es nicht in etwas bewussteren Rahmungen ist und so weiter.
00:52:21
Speaker
Und richtig.
00:52:22
Speaker
Was ich auch noch sagen will, es ist einfach auch, trotzdem möchte ich das nochmal betonen, wir leben auch in einer patriarchalen Struktur gerade, das ist schon auch ein Teil der Wahrheit.
00:52:35
Speaker
Aber in dieser patriarchalen Struktur sind ja nicht nur Frauen die Opfer.
00:52:40
Speaker
Warum haben wir denn diese Struktur?
00:52:43
Speaker
Letztendlich sind ja auch Männer die Opfer davon, weil in der patriarchalen Struktur wird davon, also wird...
00:52:53
Speaker
sind eigentlich die Männer fast das eigentliche Ziel, weil die sollen an die Front gehen, die sollen ihr Leben dafür geben, die sollen sich dem Vaterstaat und dem Höheren und dem Elitäreren, den Befehlshabern und so weiter eigentlich fügen.
00:53:12
Speaker
Und natürlich, auch diese Dynamik muss man mal verstehen, merken Männer in einer patriarchalen Struktur gar nicht, dass sie
00:53:21
Speaker
eigentlich auch Opfer sind, weil im Endeffekt wird ihnen suggeriert, dass sie ja immer noch machtvoller sind als die Frau, die unter ihnen steht.
00:53:31
Speaker
Sie kriegen aber auch immer den Stempel, Täter zu sein.
00:53:35
Speaker
Männer sind immer potenziell Täter.
00:53:38
Speaker
Jeder Mann hat die Fähigkeit, Täter zu werden.
00:53:41
Speaker
Das ist auch etwas, was ständig von klein auf suggeriert wird und deswegen meinte ich eben, wir müssen das von den Geschlechtern lösen, weil
00:53:50
Speaker
Weil letztendlich leiden beide Geschlechter und es ist einfach auf unterschiedlichen Ebenen.
00:53:57
Speaker
Aber wenn eine Mutter auf einen Sohn guckt und in dem schon den potenziellen Täter, Vergewaltiger, Missbraucher, sagen wir das so, Gewalttäter sieht, Schläger sieht, Narzissten sieht, das ist für einen kleinen Jungen auch eine komplette Vollkatastrophe.
00:54:16
Speaker
Das wird ja nicht unbedingt gesagt.
00:54:18
Speaker
Nee, aber es ist ja in unserem System drin.
00:54:21
Speaker
Wie ist die Einstellung zum Mann und ab dem Moment, wo der Junge merkt, er ist ein Junge, entwickelt sich zum Männlichen, nimmt er das auch so an.
00:54:30
Speaker
Also alles, was Mama...
00:54:33
Speaker
Jeder kleinste abwertende Blick, jedes unsichere Wegducken, Ausweichen von einem Mann, das fließt alles in die Kinder rein.
00:54:46
Speaker
Ja, und auch das Schulsystem und Kindergartensystem.
00:54:48
Speaker
Ich meine, die Jungs sind auch in sehr, sehr weiblichen Strukturen.
00:54:51
Speaker
Auch da gibt es wenig Fläche für wirkliche männliche Vorbilder.
00:54:56
Speaker
Und auch da sind viele Frauen genannt.
00:54:58
Speaker
die eben schwere Verletzungen oder Erfahrungen erlitten haben.
00:55:02
Speaker
Und die schauen auch wieder auf die Jungs mit genau diesem Bild.
00:55:05
Speaker
Und immer mit der Brille, wir müssen den Jungs jetzt beibringen, dass sie nicht für die Mädchen gefährlich sind.
00:55:09
Speaker
Und dementsprechend geht es einfach darum, wenn du gerade zuhörst und noch genauer verstehen möchtest, wie so die Dynamiken sind, das an Kinder weiterzugeben, dann hör gerne mal in die vorherigen Podcast-Folgen, da sprechen wir nochmal ausführlicher darüber auch,
00:55:25
Speaker
über Mutter- und Vatervergiftungen usw.
00:55:30
Speaker
Das ist einfach sehr wichtig zu verstehen, dass wir hier nicht davon reden, dass jemand das ganz bewusst einem Kind sagt.
00:55:36
Speaker
Das wird zwar heute auch häufiger, aber es geht vor allem um die subtilen Informationen, die weitergegeben werden.
00:55:42
Speaker
Und das ist bei Frauen ja auch nicht anders.
00:55:44
Speaker
Wir kriegen auch immer unbewusst suggeriert, dass wir Opfer sind, dass wir ständig auf der Hut sein müssen, dass überall Gefahr lauert.
00:55:53
Speaker
Das sieht man auch in den hoch angespannten Nervensystemen und so weiter.
00:55:56
Speaker
Und das, was einfach passiert ist, dass durch diese Höchstspannung im Nervensystem, dass wir das Gefühl haben, wir werden potenziell jederzeit angegriffen von männlichen, aber auch von weiblichen Personen.
00:56:12
Speaker
werden wir automatisch innerlich in den Zustand von Flucht oder Kampf gesetzt.
00:56:19
Speaker
Also ohne, dass wir das steuern, aber unser Nervensystem stellt sich auf Flucht oder Kampf ein.
00:56:24
Speaker
Das bedeutet entweder, ich fliehe aus Beziehung, ich fliehe aus dem Kontakt, ich fliehe vor meinem potenziellen Angreifer, der jeder sein könnte oder jede sein könnte.
00:56:33
Speaker
Oder ich gehe in Kampf, also ich gehe in Konkurrenz und sorge dafür, dass wenn hier jemand lebend rauskommt, ich das bin.
00:56:39
Speaker
Oder ich entziehe mich dieser Begegnung völlig, um auch diese Verletzung, die da drunter liegt, nicht mehr fühlen zu müssen.
00:56:52
Speaker
Und darüber verlieren wir einen ganz, ganz, ganz, ganz großen,
00:56:58
Speaker
... wertvollen Teil der Weiblichkeit, die uns diese sehr verhärtete Bewegung, die es inzwischen ist, gerade kostet.
00:57:05
Speaker
Weil wir im Prinzip im ständigen Kampfmodus sind.
00:57:09
Speaker
Wir entfernen uns dadurch von uns selber.
00:57:12
Speaker
Wir haben zwar das Gefühl, für uns einzustehen, aber wir fühlen gar nicht zur Ursprungswunde hin.
00:57:17
Speaker
Wir machen Menschen zu Tätern, die wir teilweise gar nicht kennen...
00:57:22
Speaker
Wir belagern andere mit Etiketten und mit Bewertungen und mit Vorurteilen, die wir selber gerade hart erkämpfen wollen, dass wir die nicht mehr haben sollten.
00:57:32
Speaker
Genau das, was du eben mit dem Post gesagt hast.
00:57:36
Speaker
Die Frauen wollen, dass Frauenkörper nicht mehr bewertet werden und kriegen gar nicht mit, dass sie es im gleichen Atemzug selber tun.
00:57:43
Speaker
Wir wollen, dass alles toleriert wird, aber wir können nicht mehr tolerieren und annehmen, wenn jemand eine andere Haltung hat.
00:57:51
Speaker
Und das sind einfach die Tendenzen, wo sichtbar wird, wie frühkindlich und wie früh in der emotionalen Prägung diese Verletzungen entstanden sind.
00:57:59
Speaker
Und deswegen brauchen wir Räume, wo wir diesen Verletzungen begegnen dürfen, um
00:58:04
Speaker
Ohne, dass sie überdramatisiert werden, ohne, dass sie kleingesprochen werden, sondern wo wir dahin schauen, wo es wirklich wehgetan hat, wo die Emotion abfließen darf und sich nicht durch irgendwas anderes kompensieren muss, sondern wo...
00:58:19
Speaker
das, was wirklich an Weichheit, an Verletzlichkeit, an Liebe darunter lag, wo noch die ganz natürliche Bewegung hin zum Weiblichen, zum Körperlichen, zum Zusammenhalt mit beiden Geschlechtern, weil Kinder lieben Mama und Papa gleichermaßen.
00:58:35
Speaker
Das verändert sich dann vielleicht durch Erfahrungen, aber erst mal sind das unsere beiden Wurzeln und Ursprünge, dass wir uns erlauben, dass erst mal wieder...
00:58:45
Speaker
uns zuzugestehen, dass da mal Liebe war, die verletzt wurde, dass da Körperlichkeit, Lust war, die verletzt wurde, dass wir auch geprägt wurden, was außerhalb unserer eigenen Geschichte lag, sondern auch durch Schulsystem, Gesellschaft und so weiter.
00:59:02
Speaker
Und dass wir dann die Erfahrung machen dürfen, dass wir heute aufhören dürfen, die ganze Zeit zu kämpfen und damit im Prinzip zu wiederholen, was wir als Kind schon gelernt haben,
00:59:14
Speaker
nämlich dass wir permanent kämpfen und beweisen müssen, dass wir es wert sind, statt es einfach zu sein und in der anderen Frau zu sehen und anzunehmen.
00:59:23
Speaker
Wir sind die ganze Zeit in unserem Traumamuster gefangen, indem wir kämpfen gegen uns, gegen unseren Körper, gegen unser Gewicht, gegen unser Aussehen, gegen Männer, gegen Frauen, gegen Mütterlichkeit, gegen Väterlichkeit und so weiter.
00:59:37
Speaker
Wir versuchen die ganze Zeit zu beweisen, dass wir nicht mehr so klein sind, wie wir uns innen drin eigentlich gerade fühlen.
00:59:43
Speaker
Und das führt einfach nur zu mehr Erschöpfung, das führt zu mehr Kampf, das führt dazu, dass wir uns mehr isolieren, dass wir uns immer unabhängiger machen wollen, ohne wirklich innerlich frei geworden zu sein von dem, was uns tief in uns wirklich mal erschüttert und verletzt

Schaffung sicherer Räume für Heilung

00:59:59
Speaker
hat.
00:59:59
Speaker
Und wir haben in unseren, ich habe es in einem Seminar erfahren und
01:00:03
Speaker
Wir erleben es in der Ausbildung, wir erleben es in Janis Wum, wir haben es auf unserem Live-Retreat erlebt, wie heilsam es ist, wenn sich Frauen begegnen, ohne dass viel passieren muss.
01:00:15
Speaker
Wir haben keine große Widerstandsbewegung gegründet.
01:00:18
Speaker
Wir haben uns angesehen, wir haben uns berührt, wir haben uns erzählt, welche Erfahrungen wir gesammelt haben, wir haben Emotionen ausgedrückt, wir haben keine Täter-Opfer-Zuschreibung gemacht, wir haben uns nicht bemitleidet, wir haben gesehen,
01:00:33
Speaker
was passiert ist.
01:00:34
Speaker
Wir haben die Verletzung gesehen, wir haben die Stärke gesehen, die geschafft hat, das zu überleben, teilweise wirklich auch körperlich und emotional.
01:00:43
Speaker
Wir haben auch die eigenen Täteranteile gesehen, wo wir unbewusst anderen Menschen wehgetan haben, wo wir unbewusst Kindern weitergegeben haben, was wir ihnen niemals weitergeben wollten, weil wir es nicht gelöst hatten.
01:00:56
Speaker
Auch darin sind wir uns begegnet, ohne uns zu bewerten, aber trotzdem die Verantwortung zu übernehmen.
01:01:02
Speaker
Und am Ende waren die Körper weicher, es war mehr Bewegung drin, es war Leichtigkeit drin, es war Zusammenhalt drin.
01:01:10
Speaker
Es war das, was das Weibliche im Kern ausmacht, spürbar in einem ganzen Raum.
01:01:15
Speaker
Und das schafft Heilung meiner Meinung nach.
01:01:17
Speaker
Es ist meine Haltung dazu, es kann auch andere Haltungen dazu geben.
01:01:21
Speaker
Aber das war für mich ein Gefühl von...
01:01:25
Speaker
Hier sind wirklich Frauen, die einander unterstützen, die sich sehen, die aber auch mehr sehen als nur das Opfer-Dasein, die auch mehr sehen als das, was gesagt wird, sondern auch das, was gefühlt wird und mal lange Zeit nicht gefühlt werden konnte.
01:01:41
Speaker
Und das ist mein und auch unser Anliegen, ich spreche mal für uns bei, du kannst mir widersprechen, aber unser Anliegen auch mit der Ausbildung und auch mit Chainless Woman,
01:01:51
Speaker
und auch mit unserem Kanal und dem Podcast, dass Männer wie Frauen anfangen, sich selbst zu begegnen, die eigenen Verletzungen zu lösen, Verantwortung für sich und für die eigenen Emotionen zu halten.
01:02:07
Speaker
Und dass wir uns in Frauenbegegnungen wieder wirklich sehen, die Schwesternschaft so gesehen, dass wir Frauen soziale Wesen sind, die zusammenhalten, die...
01:02:21
Speaker
wie soll ich das sagen, die in Fülle sind, wenn sie auch in Verbindung miteinander sind, wenn sie in der züglichen Natur Zusammenhalt haben.
01:02:31
Speaker
Und das ist etwas, was wir wieder mehr herstellen wollen.
01:02:35
Speaker
Und wir werden auch oft gefragt, ob Männer eigentlich auch die Ausbildung machen dürfen oder ob das auch für Männer wichtig ist, sich damit zu beschäftigen.
01:02:44
Speaker
Und na klar,
01:02:46
Speaker
Es kann ja nicht sein, dass wir das Männliche jetzt anfangen auszugrenzen.
01:02:50
Speaker
Im Gegenteil, es ist doch toll, wenn Männer anfangen, auch Frauen zu verstehen, sich selber zu verstehen, den Zugang zu ihren Emotionen zu fühlen.
01:02:59
Speaker
Und dafür braucht es einfach sauviel Mut, wenn wir diese negativen, verletzlichen Erfahrungen gemacht haben.
01:03:08
Speaker
Du hast eben schon erzählt, dass alle selber schon erlebt, körperliche, emotionale Angriffe,
01:03:13
Speaker
bei mir waren es eben Lügengeschichten, die über mich erzählt wurden oder auch nach übergriffigem Verhalten dann halt die Mädchen aus der Oberstufe mich dann sehr beschämt und beleidigt haben und einfach gar nicht wussten, was da passiert ist und so weiter.
01:03:31
Speaker
Und
01:03:32
Speaker
Das braucht einfach Mut, sich mit diesen Teilen wieder zu zeigen, wenn die Erfahrung gemacht wurde, auch teilweise von Müttern, von Lehrerinnen, die weggeschaut haben, die vielleicht selber mitgemacht haben, die gesagt haben, ja, selber schuld, die weggeschaut haben und so weiter.
01:03:49
Speaker
sich darin wieder in der verletzlichen, hingebungsvollen Seite zu zeigen, die wir durch diesen Kampf, durch die Verachtung, durch den Protest, durch die Demütigung von anderen einfach nie wieder fühlen wollten.
01:04:04
Speaker
Und trotzdem braucht es das, damit sich Wunden wirklich schließen können, dass die Generationen nach uns,
01:04:09
Speaker
diese Verletzungen nicht weitertragen müssen, dass Frauen untereinander sich wirklich unterstützen, auch mit Kritik, die konstruktiv sein darf.
01:04:19
Speaker
Wenn jemand in die Irre rennt und sich körperlich komplett quält und kaputt macht, dann ist das für mich auch Ausdruck von weiblicher Unterstützung, zu sagen, weißt du, ich habe das Gefühl, irgendwas anderes ist da gerade noch.
01:04:33
Speaker
Wie geht es dir denn wirklich gerade damit, mit diesem Diätprogramm oder was auch immer?
01:04:37
Speaker
Wie fühlst du dich denn gerade, wenn du so, also da drunter zu fragen und nicht sofort zu fürchten, oh Gott, wenn ich das jetzt frage, dann kriege ich erstmal einen riesen Skandal, dass ich Bodyshaming betreibe.
01:04:50
Speaker
Und so weiter.
01:04:51
Speaker
Also auch das Erwachsene in Anführungsstrichen, nicht das kindliche Schwarz-Weiß, wo es nur entweder oder gibt, wo es nur die gute Frau oder die schlechte Frau oder die gute Mutter oder die schlechte Mutter gab, weil das Kind noch nicht
01:05:06
Speaker
mehrere Bilder gleichzeitig aufrechterhalten kann, sondern zu sehen, dass mich jemand auch kritisieren kann oder mir eine Frage stellen kann, ohne dass er mir sofort was Böses möchte.
01:05:17
Speaker
Und das ist einfach etwas, was wir wieder mehr zum Leben erwecken wollen und zwar aus einer tieferen emotionalen Ebene heraus, die sich auch traut,
01:05:27
Speaker
den Schmerz anzuschauen, die eigene Verantwortung anzuschauen, um sich dann wirklich wieder zu begegnen.
01:05:33
Speaker
Ja, und das ist mein und auch mein.
01:05:38
Speaker
Ja, absolut.
01:05:40
Speaker
Für alle, die gerne diese Erfahrung machen möchten, erstmal auch bei sich selbst hinzuschauen, was sind da meine eigenen Themen und dann natürlich auch Menschen dabei zu begleiten, Räume zu gestalten.
01:05:52
Speaker
Ganz herzliche Einladung hier, gerne einfach mal auf die Warteliste setzen.
01:05:55
Speaker
Unten in den Shownotes findest du den Link dazu.
01:05:58
Speaker
Und ja, ich möchte, glaube ich, noch eine Sache ergänzen, weil mir das einfach auch wichtig ist, das nochmal klarzumachen.
01:06:04
Speaker
Ja,
01:06:08
Speaker
Wir haben ja auch jetzt von sexuellen Übergriffen gesprochen oder dieser ganzen Thematik, wo es ganz, ganz reale Erfahrungen gab und gibt.
01:06:19
Speaker
Und es gibt ja auch einen Grund, warum diese Bewegung sich gerade so aufbaut.
01:06:24
Speaker
Natürlich auch immer mehr rauskommt von ganz, ganz schlimmen Sachen, sei es Epstein-Files oder sei es auch hier Incel.
01:06:32
Speaker
Ich weiß nicht, ob du davon schon mal gehört hast, Lena, das ist so ein...
01:06:36
Speaker
amerikanische Plattform, die ursprünglich mal als Dating-Plattform gedacht war und von einer Frau gegründet wurde und auf der sich jetzt Männer radikalisieren gegen Frauen, ähm,
01:06:50
Speaker
Männer, die einfach im Datingleben schlechte Erfahrungen gemacht haben mit Frauen und die aber, wenn man da psychodynamisch nochmal tiefer hinschaut, einfach ein ganz, ganz, ganz großes, ganz schlimmes Selbstwertproblem haben und irgendwo...
01:07:07
Speaker
ganz, ganz tief in sich erschüttert und beschämt sind und all diesen Hass, auch diesen Selbsthass dann nach außen projizieren auf die bösen Frauen, die Täterinnen.
01:07:19
Speaker
Also es gibt die Bewegung des Männer, also dass man gegen Männer geht, es ist halt dieser Männerhass, es gibt die Bewegung des Frauenhasses und beides ist einfach fürchterlich.
01:07:28
Speaker
Das ist einfach nichts.
01:07:30
Speaker
was zum Ziel führt und gleichzeitig sind da reale Erfahrungen und Verletzungen.
01:07:34
Speaker
Also bei diesen Incel-Männern gibt es jetzt Amokläufe in Amerika, wo einfach dann auch viele Frauen weggesprengt werden.
01:07:47
Speaker
Auf der Plattform werden ganz schlimm auch irgendwie Studien dazu ausgetauscht, warum
01:07:53
Speaker
es sinnvoll ist, Frauen zu vergewaltigen und keine Ahnung was.
01:07:55
Speaker
Also die radikalisieren sich also wirklich ganz dolle schlimm und diese Sexualisierung und überhaupt auch dieser ganze Pornokult, wenn man da hinguckt, wo auch einfach ja sehr stark immer wieder auf die Instrumentalisierung des Frauenkörpers und die Betonung eigentlich auf eine
01:08:16
Speaker
sehr performance-orientierte Sexualität, der sich dem Frauenkörper unterwerfen muss, sehr geprägt wird.
01:08:22
Speaker
Und ich möchte dazu einfach auch nochmal sagen, das ist alles real.
01:08:26
Speaker
Das ist alles real und das gibt es und das hat Folgen und wir wollten und wollen mit nichts, was wir hier sagen,
01:08:33
Speaker
diese realen Erfahrungen und dieses Leid absprechen, im Gegenteil, das soll unbedingt gesehen werden und muss Raum bekommen.
01:08:40
Speaker
Und es muss auch weiter einfach offen darüber gesprochen werden dürfen, dass solche Dinge passieren und wir müssen dafür Lösungen finden.
01:08:49
Speaker
Und gleichzeitig möchte ich einfach sagen, kein Junge kommt auf die Welt und wächst mit dem Wunsch auf, später irgendwann mal
01:09:01
Speaker
keine Ahnung, Deep State Fakes zu erstellen und einen Frauenkopf irgendwo drauf zu kleben und da drauf zu wichsen oder keine Ahnung was.
01:09:12
Speaker
Kein Junge kommt so auf die Welt und hat von Grund auf einen Frauenhass und ein Bedürfnis, Frauen zu unterwerfen.
01:09:20
Speaker
Im Gegenteil.
01:09:21
Speaker
Die erste Begegnung mit einer Frau im Leben eines Jungen ist die Begegnung zur Mutter.
01:09:27
Speaker
Und das ist nichts als pure Liebe.
01:09:30
Speaker
Und irgendwas passiert dann in der Dynamik zum Vater, aber auch zur Mutter, dass in diesem Kind so eine Erschütterung entsteht.
01:09:40
Speaker
dass es sich von Frauen nicht geliebt und nicht gesehen fühlt und dass es Frauen sexualisiert und das Bedürfnis hat, sie zu unterdrücken, um selbst Machtgefühle zu entwickeln.
01:09:53
Speaker
Das ist ja am Ende eine Überkompensation.
01:09:56
Speaker
Die tiefste Ohnmacht, die erlebt wurde, wird versucht zu kompensieren, indem man sich die Macht zurückholt, eine Übermacht zurückholt.
01:10:04
Speaker
Und
01:10:06
Speaker
Das ist nicht okay.
01:10:08
Speaker
Und gleichzeitig gibt es Erklärungen dafür.
01:10:11
Speaker
Und wir müssen uns angucken, wo Frauenhass und auch Männerhass entsteht.
01:10:19
Speaker
Und dafür ist dann wieder der Blick zu uns selbst wichtig, zu jedem Einzelnen.
01:10:26
Speaker
Wo hasse ich mich so sehr selbst, dass mein Kind, egal ob Junge oder Mädchen, schon als Kind mitbekommt, da ist was Verachtenswertes.
01:10:38
Speaker
in Mama oder in Papa.
01:10:41
Speaker
Wo gehe ich abwertend und verachtend mit anderen Frauen, aber auch Männern um?
01:10:48
Speaker
Da beginnt es.
01:10:49
Speaker
Das im Kleinen, im Kleinsten.
01:10:52
Speaker
Wenn man sich fragt, wie kommt ein Mensch dazu, anderen Menschen später so etwas anzutun, da beginnt es.
01:11:01
Speaker
Und daraus kann ein richtig hässlicher Dominoeffekt entstehen.
01:11:06
Speaker
Und
01:11:07
Speaker
Deswegen, das möchte ich einfach nochmal betonen, das sind keine Entschuldigungen für solche Taten, es sind aber Erklärungen.
01:11:16
Speaker
Und wenn wir wirklich etwas ändern wollen, müssen wir aus diesen Hassstrukturen raus und müssen wirklich dahin schauen, wo es wirklich beginnt.
01:11:29
Speaker
Und ein Punkt, an dem es eben beginnt und an dem wir ansetzen wollen,
01:11:36
Speaker
sind eben diese Räume, die wir schaffen.
01:11:39
Speaker
Und da sieht man am Ende auch, selbst wenn wir keine Traumarbeit oder therapeutische Arbeit machen, es ist irgendwie doch eine Form von psychologischer Arbeit.
01:11:52
Speaker
Und es ist Friedensarbeit.
01:11:54
Speaker
Es ist Friedensarbeit für den Frieden mit sich selbst.
01:11:59
Speaker
Es ist Friedensarbeit für den Frieden von Frauen und Männern untereinander.
01:12:03
Speaker
Und es ist am Ende Friedensarbeit
01:12:06
Speaker
für weniger Hass auf dieser Welt, der auch zu Kriegen führt.
01:12:09
Speaker
Und wenn man sich das mal bewusst macht, mal da rein, summt und dann wieder raus, summt und sich klar macht, was wir hier eigentlich für eine Arbeit machen und dass du als Zuhörerin hier in welcher Form auch immer, natürlich freuen wir uns sehr, wenn es auch in der Form der Ausbildung ist, Teil davon bist, dann ist das die großartigste Bewegung und die wichtigste Bewegung, die gerade einfach
01:12:33
Speaker
so sehr gebraucht wird und ja, das sind so meine abschließenden Worte.
01:12:38
Speaker
Ja, ich stimme dir da total zu und es ist eben auch dann Frieden für die Kinder, die gerade auch einfach echt extrem leiden und es ist einfach ein
01:12:53
Speaker
Wir sollten anfangen, aus diesen dualen Betrachtungsweisen rauszugehen, um eine Schicht tiefer zu schauen.
01:13:05
Speaker
Weil egal ob, ich sage es jetzt mal, wie es ja häufig genannt wird, Täter und Opfer, Täter und Opfer,
01:13:10
Speaker
Und wie du es eben auch schon so schön gesagt hast, wenn man dann mal 20 Jahre zurückspult, weil plötzlich der, der heute als Täter dasteht, selber Opfer und jemand anderes Täter.
01:13:21
Speaker
Und wenn man dann wieder 20 Jahre zurückschaut, dann war die Person, die da Täter war, Opfer und andersrum.
01:13:26
Speaker
Das heißt, wenn wir von dieser Perspektive drauf schauen oder wenn wir auf die Ebene schauen, okay, Männer sind...
01:13:33
Speaker
schlecht gegenüber Frauen, okay, wann waren Frauen schlecht gegenüber Männer, ah, okay, aber davor waren Männer auch schon schlecht gegenüber Frauen, dann kommen wir in eine Spirale, die keine Lösung bereitstellt, weil es gibt nicht schwarz oder weiß.
01:13:45
Speaker
Wir haben alle Teile in uns, die was Liebenswertes haben, die was Fürsorgliches haben, was Friedfertiges haben.
01:13:52
Speaker
Wir haben alle Teile in uns, die das Gegenteil davon sind, die bereit sind,
01:13:57
Speaker
zu verachten, die bereit sind, zu morden, die bereit sind, für die Familie alles zu geben und so weiter.
01:14:03
Speaker
Diese Teile gibt es in uns, das sind unsere Schattenanteile und je bewusster wir uns dessen sind, desto friedfertiger sind wir, weil wir nicht einfach davon unbewusst übermannt werden können.
01:14:14
Speaker
Und wenn wir mal von diesem dualen Punkt weggehen und mal darunter schauen,
01:14:20
Speaker
dann bleibt eine tiefe Verletzung in der männlichen und weiblichen Identität, in Beziehungen vor allen Dingen, also in Beziehungsverletzungen, die entstanden sind, in Vater- und Mutterwunden.
01:14:34
Speaker
Und wenn wir im kleinen Beginn dahin zuschauen,
01:14:38
Speaker
und uns dazu entscheiden wollen, dass nicht Hass unsere Antwort ist, dann wäre es trügerig, das möchte ich noch einmal kurz dazu sagen, zu sagen, okay, dann ist jetzt immer Liebe die Antwort und Vergebung und dann mache ich ganz viele spirituelle Praktiken und mache ständig Vergebungsrituale und so weiter.
01:14:56
Speaker
Das ist ja nicht schlecht, das ist besser als andere Sachen.
01:14:59
Speaker
Aber es führt der Weg,
01:15:02
Speaker
Über eine Brücke, du kannst dich einfach, keine Ahnung, auf der einen Seite ist Festland, dann kommt der Atlantik und dann kommt das andere Festland und durch spirituelle Praktiken kommst du einfach rüber.
01:15:12
Speaker
Nee, du musst schon auch einmal durch den Ozean der Emotionen, der Verletzungen und so weiter durch, um dann wirklich auf der anderen Seite Fuß fassen zu können, anzukommen.
01:15:25
Speaker
Und deswegen, ja,
01:15:28
Speaker
Es ist auch ein schmerzhafter Prozess, der aber sehr, sehr viel Erleichterung, sehr viel Lösung, sehr viel, ich nenne es mal Heilung ohne Heilversprechen bringen kann.
01:15:39
Speaker
Es wird einfach etwas heiler, weil wir wieder ganzer, vollständiger werden und weniger verdrängen, weniger abspalten müssen und dementsprechend auch anders in Kontakt

Selbstreflexion und Gemeinschaftsbildung zur Heilung

01:15:51
Speaker
gehen können.
01:15:51
Speaker
Das trägt sich einfach weiter und deswegen freuen wir uns sehr.
01:15:57
Speaker
wenn du dich auf die Warteliste einträgst oder wenn du uns persönlich schreibst und wir dich dann auf der einen oder anderen Weise vielleicht auch in der Ausbildung oder auf andere Weise kennenlernen können.
01:16:08
Speaker
Wenn ihr Themenwünsche habt, schreibt uns gerne.
01:16:10
Speaker
Wenn ihr Gedanken dazu habt, auch kontroverse, also im Sinne von, vielleicht seht ihr auch kritische Punkte oder wir haben uns an der einen oder anderen Stelle vielleicht auf eine Art ausgedrückt, die auch vielleicht was ausgelöst hat.
01:16:22
Speaker
Wir wissen, es ist ein sehr, sehr
01:16:25
Speaker
emotionales Thema, man hat es vielleicht auch heute an uns gemerkt, das macht mit uns natürlich auch was, ist auch klar und das darf ruhig auch so sein, aber lasst uns in den Austausch gehen, lasst uns nicht in gegenseitige Bewertung oder Beschimpfung gehen.
01:16:39
Speaker
Genau, und das sind dann jetzt auch meine Abschlussworte und danke fürs Zuhören bei einem Thema, das ja doch schon sehr emotional und auch schmerzhaft ist.
01:16:48
Speaker
Ja, vielen, vielen Dank.
01:16:51
Speaker
Wir freuen uns auf deine Nachrichten zu der Folge.
01:16:54
Speaker
Und dann würde ich sagen, haben wir uns zum nächsten Mal.
01:16:57
Speaker
Bis dann.
01:16:58
Speaker
Ciao.