Transcript
Speaker: Es gibt ehrlicherweise ein Thema, was mich momentan richtig nervt, weil man es überall hört.
Speaker: Und zwar geht es um das Thema Girl Support Girls oder Woman Support Woman oder Girls Girls und so weiter.
Speaker: Es geht also im Groben darum, wie Frauen Frauen gegenseitig unterstützen und nicht mehr kritisieren dürfen und nichts mehr in Frage stellen dürfen.
Speaker: Und wir haben einfach die Erfahrung gemacht, dass es in der Realität häufig kompletter Bullshit ist und dass die Erfahrung von Frauen mit anderen Frauen ist.
Speaker: Ganz im Gegenteil, häufig sehr vergiftend, sehr demütigend, sehr niederschmetternd und sehr knallhaltend sind.
Speaker: Und wir sprechen heute darüber, warum das eigentlich so ist, worin sich das im Alltag zeigt, welche Erfahrungen Frauen mit anderen Frauen machen und warum es trotzdem stimmt, dass Frauen unter Frauen heilen.
Speaker: Und was wir mit dieser Bewegung auch mit der Ausbildung schaffen wollen, um diesen Raum zu schaffen, dass Frauen miteinander wirklich wachsen und heilen können, statt sich weiter klein zu halten und sich nur hinter Floskeln wie Girl Support Girls zu verstecken.
Speaker: Du willst ein erfolgreicher Coach sein, der seine Klienten durch echte Durchbrüche und nachhaltige Transformationen führt?
Speaker: Dann bist du genau richtig hier.
Speaker: Ich bin Natascha, seit über zehn Jahren erfolgreicher Coach mit eigenem Coaching-Business und über 500 begleiteten Menschen.
Speaker: Und ich bin Lena.
Speaker: Seit über sieben Jahren begleite ich Menschen als Coach durch tiefgreifende Prozesse hin zu nachhaltigen Veränderungen.
Speaker: In diesem Podcast sprechen wir darüber, wie traumasensibles, körperzentriertes und nachhaltig wirksames Coaching wirklich funktioniert.
Speaker: Kein oberflächliches Tools-Gehabe, kein Druck, sondern Nervensystemwissen, Embodiment und eine Haltung, die den Themen deiner Klientin wirklich gerecht wird.
Speaker: Der Embodied Coach ist für Frauen wie dich.
Speaker: Mit großem Verantwortungsgefühl, mit einer Sehnsucht nach Tiefe und mit dem Wunsch, einen Unterschied in der Coaching-Branche zu machen.
Speaker: Hier bekommst du fundiertes Wissen, Insights aus unserem Coaching-Alltag und echte Inspiration für deinen Weg als Coach.
Speaker: Weil du spürst, es geht nicht um höher, schneller, weiter, sondern um echt, verbunden und tiefgreifend.
Speaker: Abonniere jetzt diesen Podcast und begleite uns auf dieser Reise.
Speaker: Zurück zum Körper, zurück zu dir und zu dem Coaching, das du dir selbst gewünscht hättest.
Speaker: Ich war vor, ich glaube, es ist jetzt zwei Jahre her oder drei Jahre, ich weiß es gerade nicht mehr genau, war ich auf einem Frauenseminar.
Speaker: Und da ging es darum, Frauenwunden zu heilen und sich in seinem Körper weiblicher zu fühlen, sich mehr anzunehmen, Vater- und Mutterwunden und so weiter zu lösen.
Speaker: Und in diesem Frauenseminar waren wir, glaube ich, mit 50 oder 60 Frauen, was schon echt viele waren.
Speaker: Und am Anfang hat die Leiterin gefragt,
Speaker: welche Erfahrungen habt ihr mit Frauen?
Speaker: Also wie fühlt ihr euch hier, wenn wir nur unter Frauen sind?
Speaker: Und ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich voll überrascht war, weil ja, ich kannte auch Situationen, wo ich mit Frauen unangenehme Erfahrungen hatte, aber ich habe da Dinge gehört, wo ich wusste, dass die existieren, aber ich hätte nicht gedacht, dass die
Speaker: in dieser Vielzahl bei jeder einzelnen Frau die Realität waren in Kindheit, Jugend und auch noch Erwachsenenalter.
Speaker: Und so viele Frauen haben von Mobbing erzählt, haben davon erzählt, wie vor allen Dingen, als sie dann Mutter wurden, sie von anderen Müttern oder Freundinnen ständig kritisiert wurden oder beschämt wurden.
Speaker: wie sie von anderen Frauen für ihren Körper verurteilt wurden, für ihre Sexualität verurteilt wurden, dass sie entweder zu prüde sind, weil es gegen eben auch viel um das Thema Sexualität ging, oder dass sie viel zu offen sind, viel zu bedürftig sind, viel zu sehr an Männern orientiert, viel zu unselbstständig oder viel zu unabhängig und viel zu feministisch und so weiter.
Speaker: Also es war wirklich so im Raum spürbar, dass die Frauen untereinander echt Angst voreinander hatten.
Speaker: Und das haben sie auch ausgesprochen.
Speaker: Also manche haben gesagt, ich habe richtig Angst, hier zu sein.
Speaker: Ich habe überlegt, ob ich wirklich hierher fahren soll und wie das wird, weil ich kenne es aus Gruppen mit Frauen, dass ich ausgelacht werde, dass ich ausgeschlossen werde, dass über mich getuschelt wird.
Speaker: Ganz, ganz häufig sehr unterschwellig, also gar nicht so direkte Angriffe, aber dass ein permanentes Gefühl da ist von so wie ich bin, werde ich hier nicht ernst genommen, werde ich ausgeschlossen, bin ich nicht gut genug und ich kenne auch super viele Frauen, die gesagt haben, dass sie sich viel lieber mit Männern umgeben,
Speaker: als mit Frauen, was ja sehr spannend ist, weil gerade in der feministischen Bewegung gerade ein sehr großes Feindbild von Männern geschaffen wird, die so patriarchal sind und Frauen verachtend und demütigend.
Speaker: Und ich möchte damit gar nicht absprechen, dass es diese Erfahrungen definitiv auch gibt.
Speaker: Ich denke, das ist klar.
Speaker: Es ist aber trotzdem meine Haltung, dass ich glaube, dass damit etwas vertuscht werden soll, was viele Frauen sich einfach nicht eingestehen wollen, nämlich dass eine der größten Aggressionen, der größten Demütigung, der größten Beschämungen, der größten Verurteilungen eigentlich von Frauen ausgehen und von Frauen erfahren werden.
Speaker: Deswegen sprechen wir darüber heute, was so die Erfahrungen sind, auch von den Frauen, die wir tagtäglich begleiten, was unsere persönlichen Erfahrungen sind.
Speaker: Und warum wir trotzdem der felsenfesten Überzeugung sind, dass wir Frauen und Frauen Verbindungen brauchen, um diese Wunden wieder zu heilen.
Speaker: Deswegen vielleicht Natascha, möchtest du auch ein paar Worte dazu sagen, was ist deine Erfahrung, entweder persönlich oder auch,
Speaker: Du hattest eben nochmal den Post angesprochen, den wir dem Letzt hochgeladen haben zur Kleidergröße.
Speaker: Würde mich deine Meinung einmal interessieren zu dem, was ich gerade gesagt habe.
Speaker: Also ich muss ehrlich sagen, dieses Thema macht richtig was mit mir.
Speaker: Also ich habe da so viel zu zu sagen und gleichzeitig finde ich es auch einfach so spannend, wie viele verschiedene Perspektiven und Verstrickungen es hier gibt und vor allen Dingen finde ich auch, wie viele
Speaker: Ja, wie du es eben schon gesagt hast, ihr Wege sich da auftun, wie viel Projektion da stattfindet, wie viel Verletzung da.
Speaker: wie viel Hass da teilweise auch unreguliert reinschwappt.
Speaker: Also Hass erzeugt halt immer Hass.
Speaker: Und das ist das, was wir gerade einfach sehen, dass dieser Männerhass und der Frauenhass sich irgendwie so gegenseitig hochschaukelt, weil eben nicht über Erfahrungen gesprochen wird,
Speaker: die verletzend waren, um dann eben zu schauen, wie kann man jetzt gemeinsam eine Lösung finden, sondern es entsteht dann auch so ein Frauen gegen Frauen, Männer gegen Frauen, Männer gegen Männer, ja, es ist so irgendwie, jeder hat so seine eigenen Themen damit und wie gesagt, ich kann da so viel zu sagen aus persönlichen Geschichten, als auch das, was ich beobachte, dass ich manchmal gar nicht weiß, wo ich anfangen soll, ähm,
Speaker: Aber ja, vielleicht kann einfach jede, die zuhört, mal für sich auch rein einchecken, ob das, was Lena gerade erzählt hat, vielleicht bei ihr auch zutrifft und in Resonanz geht.
Speaker: Und ich persönlich habe natürlich auch ganz schlimme Erfahrungen gemacht in der Schule, vor allem mit Mädchen.
Speaker: Also ich wurde ganz dolle gemobbt.
Speaker: Habe auch von klein auf eher den Kontakt zu Jungs gesucht, mit denen auf dem Schulhof Fußball gespielt oder...
Speaker: Ja, weil ich, meine Mutter hat immer zu mir gesagt, ja, du bist einfach zu ehrlich, weil ich halt so ein Mädchen war, die einfach, ja, gesagt hat, was sie gedacht hat und so ein bisschen redet, wie ihr der Schnabel gewachsen ist.
Speaker: Und ich aber bei Mädchen oder auch Frauen ganz häufig sehe, dass das eben nicht so passiert.
Speaker: Also, dass das dann eher hintenrum passiert und dass da nicht so offen miteinander gesprochen wird und das nach vorne hin so...
Speaker: das können auch Männer, aber ich finde, Frauen sind besonders gut darin, auch nach vorne hin so die nette Liebe zu spielen und trotzdem aber dann sozusagen das Messer im Rücken zu haben.
Speaker: Und da liegt natürlich auch eine Verletzung drunter.
Speaker: Psychodynamisch können wir da gleich auch mal hinschauen, warum verhalten sich Frauen so?
Speaker: Und ja, das hat natürlich auch was mit den
Speaker: patriarchalen Strukturen zu tun, in denen wir jetzt jahrhundertelang auch waren, wo Frauen einfach sehr unterdrückt wurden, keine Stimme hatten und das ist ja auch alles noch nicht so lange her, dass wir jetzt wählen dürfen, dass Missbrauch auch innerhalb der Ehe eine Straftat ist und so weiter.
Speaker: Und das sind ja alles auch reale Dinge, die
Speaker: Frauen und wie Frauen sich in dieser Welt wahrnehmen und wie Frauen auch Männer und diese Strukturen und das System wahrnehmen prägen.
Speaker: Und man muss aber gleichzeitig einfach differenzieren, wenn ich da ein unaufgelöstes Thema oder sogar Trauma habe in meiner eigenen Geschichte oder auch in der Familiengeschichte, dann schaue ich auch immer durch den Schleier dieser ungelösten Thematiken.
Speaker: Das heißt, vieles verallgemeinere ich dann auch.
Speaker: Also
Speaker: Es sind alle Männer.
Speaker: unterstelle dann oder interpretiere dann an vielen Stellen vielleicht auch Dinge hinein und lese etwas dazu, was vielleicht gerade da gar nicht steht, weil ich eben durch den Schleier dieser unaufgelösten Themen blicke.
Speaker: Und deswegen müssen diese Themen gesehen werden, deswegen müssen diese Themen auch Raum bekommen und deswegen braucht es auch Räume, in denen die Raumhalter
Speaker: so viel wie möglich davon sozusagen bewusst haben oder auch für sich geklärt haben, dass sie diesen sicheren Raum überhaupt halten können.
Speaker: Und ein Beispiel, was Lena eben auch angesprochen hat, zeigt sich jetzt gerade auch aktuell auf unserem Chain-as-Home-Account.
Speaker: Ich finde das ganz spannend.
Speaker: Ich habe jetzt ein paar Posts zu dem Thema gemacht, Körpergröße, Kleidergröße,
Speaker: Und die Bewertung dahinter.
Speaker: Gestartet ist die Reihe mit einem Post zum Thema, ihr Date hat abgesagt, weil sie Kleidergröße 40 hat.
Speaker: Und da haben wir eine Erfahrung einer Klientin im Datingleben geteilt.
Speaker: wo eben tatsächlich auch insgesamt drei Männer ihr letztendlich abgesagt haben, weil sie Kleidergröße 40 hat und ihnen damit einfach zu kräftig ist.
Speaker: Und es ist eine reale Erfahrung, in der eine Frau eine Erfahrung damit macht, welche Ansprüche Männer an Frauenkörper haben und was natürlich auch eine verletzende Erfahrung ist.
Speaker: In dem Post habe ich das, glaube ich, aber ganz gut auch differenziert aufgearbeitet, dass man eben, ja, solche Erfahrungen sind real und es passiert und gleichzeitig gibt es nicht nur solche Männer.
Speaker: Und wenn man sich aber dann aufgrund der Verletzungen, was ja auch nachvollziehbar ist, zurückzieht, wir haben sie jetzt in dem Fall begleitet, sodass sie sich eben weiterhin trotzdem ins Datingleben gegeben hat,
Speaker: hat sie jetzt die Chance gehabt und auch ganz real erlebt, dass es da draußen auch Männer gibt, die sie toll finden, so wie sie ist und mit ihr auf ein Date gehen wollen.
Speaker: Das heißt, aus der Erfahrung, Männer sind Arschlöcher, konnte jetzt auch eine Erfahrung entstehen, die gezeigt hat, es gibt auch andere Männer, die anders darauf reagieren.
Speaker: Was ich aber ganz spannend fand unter diesem Post in der Kommentarspalte, was da passiert ist.
Speaker: Und zwar ist da natürlich eine Empörungswelle losgegangen, was auch irgendwie völlig zurecht ist, weil natürlich ist das verletzend und macht auch was mit einem und natürlich erinnert das auch die Leser an eigene Erfahrungen damit, wie der Körper bewertet wurde und wie sie abgelehnt wurden und so weiter.
Speaker: Aber jetzt musste ich da was beobachten, was mir schon irgendwie vorher klar war, aber was ich einfach auch da nochmal ganz spannend fand.
Speaker: Und da geht es auch gar nicht darum, dass ich die Frauen, die kommentiert haben, bewerten möchte, sondern ich sehe schon auch die Verletzungen und die Themen in den Kommentaren.
Speaker: Aber ich fand es halt spannend, wie Frauen...
Speaker: unten in der Kommentarspalte angefangen haben, Körpergrößen und Gewicht zu bewerten, und zwar von Frauen.
Speaker: In dem Fall ging es darum, die Frau mit Kleidergröße 40, der ihr Date wurde abgesagt, in Schutz zu nehmen.
Speaker: Was?
Speaker: Kleidergröße 40 ist doch normal.
Speaker: Was denken die sich denn?
Speaker: Und dann kamen so Kommentare dazu, wo nicht nur die Frau in Schutz genommen wurde, sondern plötzlich andere Frauen,
Speaker: entwertet wurden.
Speaker: Also da wurden dann so Aussagen getroffen wie, ja, wer Kleidergröße 34, 36 hat, ist entweder noch sehr jung oder ein Kind oder hat Glück gehabt.
Speaker: Oder Aussagen wie, ja, nee, Kleidergröße 40 ist nicht zu dick.
Speaker: Das ist sogar normal für Frauen, die zwei Kinder haben.
Speaker: Und ja, jetzt können die ganzen Minimuttis sich melden, die dann nach fünf Tagen nach der Geburt wieder Kleidergröße 36 haben.
Speaker: Aber das ist halt nicht die Regel.
Speaker: Und ich fand das so spannend, weil ich so gemerkt habe, Leute, merkt ihr, oder gedacht habe, Leute, merkt ihr eigentlich, was ihr gerade macht?
Speaker: Also, um
Speaker: Hier geht es gerade gegen Frauen.
Speaker: Also wir machen einen Post, wo wir darüber sprechen, dass Männer sich verletzend gegenüber Frauen verhalten.
Speaker: Und unter den Kommentaren fangen Frauen an...
Speaker: Frauenkörper und Kleidergrößen in richtig und falsch einzukategorisieren und Frauen, die in ihre Geschichte und ihre Perspektive nicht reinpassen, zu entwerten.
Speaker: Da saß ich da und dachte mir so, das gibt es doch nicht.
Speaker: Und das merkt man dann aber nicht, weil das...
Speaker: so tief in uns drin steckt, dass wir meinen, wir müssen uns gegenseitig abwerten, um uns besser zu fühlen und gar nicht merken, dass es hier gerade gar nicht darum geht, der Frau, die gerade Größe 40 hat,
Speaker: beizustehen, dass sie diese Erfahrung gemacht hat, sondern dass es eigentlich darum geht, sich selbst zu validieren und sich selbst ein besseres Gefühl zu geben, indem man andere
Speaker: schlechter darstellt.
Speaker: Ich glaube sogar, also ich würde sogar behaupten, dass das sogar noch unbewusster passiert und die Personen schon so ein vorgefertigtes Bild in sich tragen mit Bewertungen in Bezug auf bestimmte Kleidergrößen,
Speaker: dass gar nicht mehr bewusst ist, dass das eine andere Person damit abwertet.
Speaker: Weil ich könnte mir gut vorstellen, zum Beispiel dieser Kommentar mit dem, wer Kleidergröße 34, 36 hat, ist entweder ein Kind oder hat Glück gehabt.
Speaker: Da steckt ja auf eine Art schon drin, dass das scheinbar eine anstrebenswerte Kleidergröße ist, wegen dem Glück gehabt.
Speaker: Ähm...
Speaker: Und gleichzeitig glaube ich, dass vielen Frauen gar nicht bewusst ist, dass darin auch eine Unsicherheit stecken kann.
Speaker: Also ich trage ja zum Beispiel auch Pädagose 34, 36 und ich bin damit an sich auch fein.
Speaker: Aber als sie dann geschrieben hat, ist entweder ein Kind oder hat Glück gehabt, ging in mir auch diese Frage los, okay,
Speaker: Oder diese Unsicherheit, die manchmal da ist, ist mein Körper zu kindlich und ist der nicht weiblich genug und so weiter.
Speaker: Ich glaube, das ist vielen gar nicht bewusst, weil sie über diesen Bewertungshorizont, den sie so häufig runtergeschluckt haben, auch gar nicht hinausblicken.
Speaker: Und es zeigt einfach, auf welcher unbewussten, subtilen Ebene,
Speaker: auch mit der Haltung von, ich habe eine positive Absicht der Frau gegenüber, die da dieses Leid erfahren hat.
Speaker: Frauen schaffen es sich gegenseitig zu demütigen und zu verletzen.
Speaker: Mal ganz davon abgesehen von den wirklich offenen Angriffen, die ja auch stattfinden.
Speaker: Und ich merke wirklich, wie...
Speaker: wie sehr mich diese Bewegung von Frauen aktuell richtig nervt.
Speaker: Also ich finde das, was ursprünglich mal in der Frauenbewegung wirklich wichtig war, sich Rechte zu erkämpfen, sich zu unterstützen, sich aus diesem Kleinhaltenden rauszukämpfen, das finde ich richtig toll und es pervertiert in meiner Meinung gerade.
Speaker: Weil für mich...
Speaker: ist sichtbar, dass das Trauma darunter, die Verletzung darunter, die meiner Haltung nach vor allen Dingen im Weiblichen entstanden ist, weil auch die Männer hatten Mütter und auch die Frauen hatten Mütter.
Speaker: Und mir geht es nicht mal um die Mütter, aber das Weibliche war nicht unschuldig daran, was passiert ist.
Speaker: Es funktioniert, weil es sich gegenseitig wie ein Schlüssel-Schloss-Prinzip verwendet.
Speaker: weiter aufgespannt hat.
Speaker: Und natürlich hatten die Männer ganz andere Machtstrukturen und auch ganz andere Kraftstrukturen auch körperlich gesehen, gar keine Frage.
Speaker: Und da sind enorme Verletzungen und Traumatisierungen entstanden.
Speaker: Und die möchte ich um Gottes Willen nicht runtersprechen.
Speaker: Nur wenn ich auf die aktuelle Situation gucke, dann wird, finde ich, sehr schnell offensichtlich, gerade wenn man durch die psychodynamische Brille schaut, was damit gemeint ist, dass aus Traumaopfern Traumatäter werden, wenn sie nicht gelöst werden.
Speaker: Und das passiert gerade.
Speaker: Es sind tiefe weibliche Wunden, tiefe Verletzungen auf körperlicher Ebene, auf sexueller Ebene, auf emotionaler Ebene entstanden durch Frauen wie Männer.
Speaker: Und weil die nicht gelöst werden und wurden,
Speaker: entsteht gerade eine Wiederholung genau der gleichen Strukturen, die sich anders ausdrücken.
Speaker: Es wird ganz, ganz viel Hass und Verachtung gerade dem männlichen gegenüber entgegengebracht.
Speaker: Ganz viele unverarbeitete Vaterwunden, die da mit drin sind.
Speaker: Ganz viele ungelöste...
Speaker: Und Elternthemen, wo die Frauen ihre Männer abgewertet haben und den Töchtern suggeriert haben und auch den Jungs, werd bloß nicht wie dein Vater und find bloß niemanden, der ist wie dein Vater.
Speaker: Gleichzeitig die große Verachtung dem männlichen, dem weiblichen Gegenüber von deiner Mutter ist doch sowieso...
Speaker: die ist doch sowieso irre und die Frauen auf der Kneipe oder die Sekretärin sind eher alle toll.
Speaker: Also ganz, ganz, ganz, ganz viele Verletzungen, die reingeflossen sind, wurden nie gelöst, sondern werden gerade ausgetragen, indem andere Frauen als Schlampen bezeichnet werden, als zu freizügig, indem wir Frauen uns selbst maximal sexualisieren und das als Selbstfreiheit und Selbstausdruck darstellen.
Speaker: Ich war am Moment...
Speaker: Ja, das ist doch krank.
Speaker: Ich war am Samstag auf einem Konzert von Anne-Mai-Kanter-Reit und dann waren wir danach an der Bahnstation und da waren Mädchen und die waren, ich wette auf alles, die waren nicht älter als zwölf Jahre.
Speaker: Man sah ihnen das Kindliche noch an.
Speaker: Mini-Röcke, dass du die Po-Falte gesehen hast, geschminkt bis zum geht nicht mehr, Ausschnitt bis zum geht nicht mehr, obwohl noch gar nichts da war.
Speaker: Und mir geht es nicht darum zu sagen, dass wenn man ein kleines Körbchen größer hat, dass man keinen Ausschnitt tragen soll.
Speaker: Ich denke, es wird relativ deutlich, was ich sage.
Speaker: Das hat nichts mit weiblicher Selbstbestimmung zu tun.
Speaker: Es tut mir leid, aber das ist eine Frühsexualisierung von jungen Mädchen.
Speaker: Und darin sieht man die tiefe Verletzung auch auf sexueller Ebene.
Speaker: Auch, dass wir einerseits natürlich Outfits stark bewerten, auf der anderen Seite aber auch, dass wir eine Form von Übersexualisierung als Freiheit der Frau, als Selbstbestimmung der Frau ausdrücken können.
Speaker: Dass wir uns gegenseitig in Bezug auf den Bodycount entweder immer weiter supporten und auch da vergessen, was das mit dem Körper einer Frau macht, auch energetisch, wenn da ganz viele Sexualpartner sind.
Speaker: Die Menschen schaffen es nicht mehr, Wertung von Wirkung zu unterscheiden.
Speaker: Es hat eine Wirkung und es hat einen Einfluss, aber sobald man das anspricht, wird einem sofort unterstellt, dass man das bewertet.
Speaker: Und das ist für mich eine komplett unterschiedliche Ebene, die man da gehört.
Speaker: Darf ich einmal kurz reinsteigen?
Speaker: Ja, ja, ja.
Speaker: Ich möchte das unbedingt auch klarstellen.
Speaker: Also wenn es auch darum geht, dass Lena jetzt zum Beispiel das mit den 12-, 13-jährigen Mädchen da aufführt, dann geht es nicht darum, also da ist ja häufig dann die Reaktion, ja, das sind Schlampen.
Speaker: Also das sind schon die kleinen Schlampen der nächsten Generation.
Speaker: Und das ist ja natürlich eine
Speaker: das ist die Bewertung, ja, also das ist die Bewertung.
Speaker: Und man sieht nicht, was für ein Leid da eigentlich da ist, ja, also Ikimil kann man mal googeln, ist vielleicht aber auch nicht so ganz so interessant, ist eine deutsche Rapperin,
Speaker: Ein hochgebildetes Mädchen kommt auch aus einem akademischen Elternhaus, glaube ich, und muss auch richtig was im Kopf haben.
Speaker: Und gleichzeitig die Texte, die sie rappt oder die sie singt, sind halt so hoch gerade, also die glorifizieren Drogenkonsum, die glorifizieren das Drogenkonsum.
Speaker: Sex haben, freien Sex haben mit vielen verschiedenen Sexualpartnern.
Speaker: Und da ist so was ganz Rebellisches drin.
Speaker: Und gleichzeitig, wenn man aber da tiefer durchschaut und man die Dynamiken kennt, die ja uns Coach-Auszubildenden auch lernen, diese Psychodynamiken zu erkennen, sieht man, dass das einfach nur ein einziger Schrei nach
Speaker: Papas Liebe ist.
Speaker: Weil am Ende des Tages wir als kleine Mädchen natürlich früh lernen, dass unser Körper auch ein Machtinstrument ist, worüber wir uns Aufmerksamkeit holen können, die dann mit Liebe verwechselt wird.
Speaker: Und
Speaker: Das ist, wie Lena eben sagt, dieses Reproduzieren von einer Urwunde, weil das war ja schon immer so.
Speaker: Das war so, auch zu Zeiten, wo Frauen sich verhüllen mussten, war der Wert einer Frau an Fruchtbarkeit oder ihren Körper gekoppelt.
Speaker: Also entweder du als freie Frau warst du dann halt die Hure,
Speaker: das war die Möglichkeit, da zu überleben, oder du hast deinen Körper dem Willen Gottes, Vater des Himmels und der Erde, unterworfen als Nonne, oder du wurdest halt verheiratet und hast da dann eben Kinder zu zeugen gehabt und wenn du das nicht gemacht hast, dann warst du die Versagerin, dann hast du deine Aufgabe als Frau nicht erfüllt.
Speaker: Das so ganz eng gefasst.
Speaker: Und jetzt gehen wir her und bezeichnen,
Speaker: die Freiheit, mit so vielen Männern, wie wir wollen, zu schlafen und uns schon so früh zu sexualisieren, wir bezeichnen das als Freiheit und merken gar nicht, dass darin sich genau diese Verletzung ausdrückt.
Speaker: Also ich muss mich so darstellen, damit ich Aufmerksamkeit und Liebe und Daseinsberechtigung habe.
Speaker: Ja.
Speaker: Und der Punkt ist, es mag ja sein, dass das vielleicht irgendwo, also wo ist der Urursprung, also da können wir die ganze Evolutionskette zurückgehen, warum und wo irgendwo diese Grundverletzungen stattgefunden haben.
Speaker: Binnen der festen Überzeugung, das sehen wir ja im Kleinen wie im Großen, wenn wir in die Familiensysteme, in die Beziehungen der Eltern oder der Mutter und des Kindes oder des Vater und des Kindes schauen, sehen wir das so, wie wir es im Großen sehen, also im Großen System zum Beispiel die Hörigkeit gegenüber Vater Staat oder einer Religion oder aber auch,
Speaker: der Hass gegen Mutter Erde, also das Ausbeuten von Mutter Erde, das ist das Große und das Kleine.
Speaker: Und es ist immer Vater und Mutter daran beteiligt.
Speaker: Es ist immer eine Dynamik, die hier stattfindet.
Speaker: Und man kann nicht sagen, ganz ursprünglich waren da nur die Männer dran schuld oder ganz ursprünglich waren da nur die Mütter dran schuld.
Speaker: Es war immer eine Dynamik.
Speaker: Es gab immer diese Phasen, wo eher matriarchale Strukturen,
Speaker: wo Frauen sehr selbstbestimmt waren, wo sie entscheiden konnten, also im alten Ägypten zum Beispiel, dass sie Verträge eingehen, dass sie auch Besitz haben, dass sie entscheiden können, mit wem sie Geschlechtsverkehr haben, ob sie Kinder austragen.
Speaker: gab es Phasen, wo niemand, kein Mann die Entscheidung zu tragen hatte, ob eine Frau ein Kind austrägt oder ob sie das abtreiben kann oder nicht.
Speaker: Und es gab schon immer auch Phasen in der menschlichen Geschichte, wo Frauen
Speaker: unterdrückt haben und verletzt haben und tyrannisiert haben und gleichzeitig gab es das auch schon, wo das Männer getan haben.
Speaker: Und da gibt es die Vaterwunde und da gibt es die Mutterwunde.
Speaker: Es gibt beides.
Speaker: Und ich will mal ein anderes Beispiel machen.
Speaker: Wenn ich als Frau
Speaker: Lena hat jetzt eben zum Beispiel davon gesprochen, wenn ich als Frau meinem Kind, das muss ich gar nicht aussprechen, unbewusst die ganze Zeit suggeriere, werde bloß nicht wie dein Vater.
Speaker: Der ist nicht da, wenn ich ihn brauche, der versorgt uns nicht richtig, der geht nicht richtig gut mit mir um, werde bloß nicht wie er.
Speaker: dann entstehen Männer, die von Anfang an gelernt haben, sich selbst und ihre Männlichkeit abzulehnen.
Speaker: Dann entstehen Männer, und das sehen wir heute immer mehr, die sagen, ich schäme mich dafür, ein Mann zu sein, weil die Masse der Männer keinen gesunden Kontakt zu sich, zu ihren Emotionen hat.
Speaker: Woher kommt das denn?
Speaker: Klar, wenn ich von klein auf einen Papa als Beispiel habe, der emotional nicht anwesend ist,
Speaker: und eine Mama als Beispiel hat, die sagt, sei bloß nicht so wie du.
Speaker: Männer typischerweise sind, dann wächst da ein Kind, ein Sohn, ein Junge, ein Mann heran, der völlig verwirrt ist, weil er gar nicht weiß, wie er zu sein hat, um in dieser Gesellschaft zu funktionieren.
Speaker: Also entweder ist er der privilegierte Arsch, der sich seiner Privilegien gar nicht bewusst ist und der eine Mitschuld daran trägt, dass alle Männer mehr Privilegien haben wie Frauen.
Speaker: Das ist ja das eine komplette Arsch.
Speaker: Verrückte, dass Männer sich für Privilegien schämen, die ihre vorangegangene Anlinie genutzt hat oder erschaffen hat und sich jetzt dafür schämen, überhaupt zu existieren und völlig verunsichert sind und nicht mehr wissen, wie sie Frauen überhaupt ansprechen sollen, wie sie mit Frauen umgehen sollen.
Speaker: Und natürlich müssen die das auch lernen und wir müssen trotzdem offen darüber sprechen, dass es Übergriffe gibt.
Speaker: gibt, dass Männer in der Runde, wo sexistische Witze gemacht werden, einfach auch mal eingreifen müssen und damit dieses System auch nicht weiter aufrechterhalten bleibt, das müssen wir natürlich besprechen, natürlich ist das klar, aber gleichzeitig müssen wir halt auch erkennen, dass das der Ursprung dafür, dass der Mann sich so entwickelt hat, eben nicht nur vom Vater, sondern auch von der Mutter gebringt wurde und wenn ich eine Mutter habe, die schon mit Geschichten in sich aufwächst, wie
Speaker: Sie muss ihre eigene Weiblichkeit ablehnen.
Speaker: Die geht immer über ihren eigenen Zyklus hinaus, die spricht sich ihre eigenen Emotionen ab, die unterdrückt ihre eigenen Bedürfnisse, was nicht selten auch dazu führt, dass die Zündschuh schnell sehr kurz ist und dass die Kinder dann die Wut abkriegen oder die Trauer oder die Frustration oder die Einsamkeit und nicht korreguliert werden können.
Speaker: Und dann, was fließt denn in das Kind rein, wenn es ein Mädchen ist, fließt rein, alles was weibliches Prinzip ist, darf ich nicht leben, weil das anscheinend nicht in Ordnung zu sein scheint, Mama macht es ja schon so vor.
Speaker: Und in den Jungen fließt rein, dass das auch nicht erlaubt ist.
Speaker: Also auch Jungs lernen von klein auf dann irgendwie schon eine Ablehnung gegenüber Weiblichkeit und das tun sie eben nicht nur von Männern, das tun sie auch von Frauen, die sich immer wieder in Beziehungen begeben, in denen sie von Männern schlecht behandelt werden.
Speaker: Und da sieht man, diese Dynamiken sind viel, viel komplexer, als dass man in dieser binären Täter-Opfer-Rollen-Verteilung bleiben kann.
Speaker: Natürlich kann man sagen, wenn es einen Missbrauch gibt, dann gibt es einen eindeutigen Täter in dieser Situation, wenn die Frau vergewaltigt wird, dann ist in diesem Moment, der den Missbrauch sozusagen ausführt, ist in diesem Moment der Täter.
Speaker: Jetzt kann man das aber ganz weiterspinnen und dann kannst du dir anschauen, bei sämtlichen psychologischen Gutachten von jemandem, der sowas macht, der war in seinem früheren Leben irgendwann meistens mal Opfer von sexueller Gewalt.
Speaker: Und jetzt Achtung, das ist keine Entschuldigung dafür, das später auch zu tun.
Speaker: Es ist aber eine Erklärung dafür, warum das passiert.
Speaker: Und eine Erklärung für das, was Lena gerade gesagt hat, nämlich dieses, wenn man Trauma-Opfer ist, wird man irgendwann zum Täter.
Speaker: Und deswegen müssen wir einen Weg finden, wie wir dieses, und es sind immer nur die Männer, die
Speaker: Ich weiß nicht, wie viele Geschichten ich schon im Coaching gehört habe von Frauen, wo die Mütter weggesehen haben, wo die Mütter die Kinder ausgeliefert haben, wo die Mütter ihnen nicht geglaubt haben, wenn sie nach Hause gekommen sind und gesagt haben, Mama, ich bin missbraucht worden.
Speaker: Wo die Mütter gesagt haben, du denkst dir das nur aus, weil du willst Aufmerksamkeit.
Speaker: Die Mütter gesagt haben, lieber du als ich.
Speaker: Ja, ganz genau.
Speaker: Also bevor der Papa nachts bei mir ins Bett steigt.
Speaker: Also glaubt es uns, Leute, was wir schon gehört haben.
Speaker: Und das ist nicht die Ausnahme, ne?
Speaker: Nein, das ist nicht die Ausnahme.
Speaker: Ich habe schon mitgekriegt, wie Mütter das eine Geschwisterchen bewusst geöpfert haben, damit nicht ans andere Geschwisterchen gegangen wird.
Speaker: Und dass dann dem Kind so verkauft wurde, ich habe dich ja geschützt,
Speaker: Und nee, wenn du es wirklich geschützt hättest, wärst du gegangen.
Speaker: Und das ist halt der Punkt, wo wir einfach sagen müssen, es ist nicht so einfach, wie es dargestellt wird.
Speaker: Und nochmal, es bringt nichts.
Speaker: Dieser Männerhass, der geschürt wird, bringt nichts.
Speaker: Und auch der Frauenhass ist vorhanden und muss gesehen werden.
Speaker: Ja, und
Speaker: Das ist so ein kontroverses Thema, weil sich natürlich dann auch alle, die damit traumatisiert sind und das nicht aus einer Metaperspektive betrachten können, sondern sehr noch in ihrem Leid sind.
Speaker: Und nochmal, das muss gesehen werden, dieses Leid.
Speaker: Und es muss aufgefangen werden.
Speaker: Und es muss den Menschen geholfen werden, das zu verarbeiten, weil es real eben diese Situationen und Erfahrungen gibt.
Speaker: Und gleichzeitig...
Speaker: braucht es Menschen, die rauszoomen können, die sehen können, dass es eben nicht so einfach ist und dass nicht nur die Frauen immer die Opfer sind und dass auch die Männer, dass es auch vielen Männern gerade damit nicht gut geht und die nicht mehr wissen,
Speaker: wie sie auch uns helfen können, weil sie einfach selbst total beschämt sind und selbst total die Angst haben, was Falsches zu sagen, was Falsches zu machen und so weiter.
Speaker: Und das ging dann auch bei den Instagram-Posts genauso weiter, aber ich habe dann danach einen Post dazu gemacht und habe mal so ein bisschen...
Speaker: Die Frage gestellt, kann es sein, dass wir vielleicht selbst auch die Geschichten zu unserem Körper noch glauben?
Speaker: Kann es vielleicht sein, dass wir selbst auch unsere größten Kritikerinnen sind und dass die Bewertungen von Männern, die ja durchaus stattfinden, vielleicht auch häufig deshalb so treffen, weil ein Teil in uns das einfach auch noch glaubt und wir Frauen, nochmal sagen,
Speaker: Ich weiß nicht, ich höre vor allen Dingen von unseren Klienten aus dem Chained-is-Woman-Coaching immer, ja, ich habe schon mit zehn mit meiner Mama eine Diät gemacht.
Speaker: Also das wurde auch sehr häufig geteilt, da war ich echt happy mit, weil es kam irgendwie gut an.
Speaker: Und jetzt beim letzten Post, wo es eben darum ging, beim Mann ist es ein Wohlstandsbauch und bei der Frau heißt es dann nimmer ab.
Speaker: Da hat dann ein Mann irgendwie drunter gepostet und hat gesagt, dass er...
Speaker: dass er das Gefühl hat, dass Frauen sich gegenseitig am meisten hassen und das ist halt irgendwie gerade, ja, er hat genau das geteilt, dass er sich die Frage stellt, ob wir jetzt die guten Männer auch noch verkraulen wollen, weil wir jetzt die ganze Zeit gegen Männer schießen, ne?
Speaker: Und das habe ich natürlich dann auch aufgegriffen, habe gesagt, lies nochmal meinen Post bitte genau.
Speaker: Ich habe nicht gesagt, Männer sagen, das ist dein Wohlstandsbauch und Frauen sind zu viel, sondern es wird gesagt und zwar wird es von beiden Seiten so gesagt, sowohl von Männern als auch von Frauen.
Speaker: Wobei ich auch sagen muss, meine Erfahrung auch mit, ich habe ja auch mit sehr vielen Männern gearbeitet in meinem Job vorher, dieses Thema von Frauenkörpern war vor allen Dingen von Frauen das Thema.
Speaker: Mhm.
Speaker: Auch natürlich geschürt durch bestimmte Männer, klar.
Speaker: Aber diese Umständungswunde ist häufig mit der weiblichen Identifikationsperson, nämlich mit der Mutter und der weiblichen Kette entstanden.
Speaker: Und ich habe so oft gehört, dass auch viele Männer darunter einfach echt verzweifelt sind, dass ihre Frau sich so hässlich und so unattraktiv und so unschön fand und er konnte es nicht verstehen.
Speaker: Also es ist nicht immer nur, die Männer sind so...
Speaker: Die Männer sagen den Frauen immer, wie sie aussehen sollen und so weiter.
Speaker: Das ist einfach ein so tief geprägtes Bild, auch durch das, was uns medial beigebracht wurde, durch Werbung, durch Kinderserien, durch Jummy Sex Topmodel und das alles.
Speaker: Und da sind so viele Frauen auch dran beteiligt gewesen.
Speaker: Und ich glaube, das größte Thema, was wir da lösen müssen, ist, dass wir es vom Geschlecht und vom Geschlechterkampf trennen müssen.
Speaker: Sonst wird sich einfach gar nichts lösen.
Speaker: Es gibt Verletzungen in der weiblichen Kette, primär in der Sexualität.
Speaker: Es gibt viele Verletzungen auch in der männlichen Kette durch schwere Gewalt, durch Kriege, durch Verluste, wo Männer in den Krieg gezogen sind, ihre Familie zurücklassen mussten, ihre Freunde im Krieg verloren haben, zurückkamen mit körperlichen und emotionalen Traumata, worunter wiederum natürlich auch die Frauen und Kinder gelitten haben.
Speaker: Aber auch heute sterben noch weitaus mehr Männer in körperlichen Angriffen oder in schweren beruflichen Unfällen und so weiter.
Speaker: Es geht nicht darum aufzuwiegen, wer hat mehr Leid erfahren, weil es wird überhaupt nichts von der Verletzung weniger schmerzlich machen, wenn ich mich in der Opferhaltung fühle und sage, ja, wir haben aber noch mehr Leid erfahren als ich.
Speaker: Es wird nichts lösen und es wird vor allen Dingen keine Freiheit, es wird keine Beziehungsfähigkeit, es wird keine Körperliebe, es wird nichts dergleichen ermöglichen, wenn wir in diesen Kampfstrukturen drin bleiben.
Speaker: Deswegen würde ich dir einfach 100% zustimmen, wenn du sagst, wir müssen das Leid sehen, ja, aber
Speaker: Aber wir müssen selber unser Leid ansehen.
Speaker: Es geht nicht nur darum, mit allen möglichen Mitteln zu versuchen, dass es jemand anderes sieht, weil das ist auch eine kindliche Dynamik, die alles tun würde, damit Mama und Papa endlich sehen, wie sehr ich leide.
Speaker: Und sie wurden übersehen und sie wurden überhört.
Speaker: Und das Gleiche passiert heute auch.
Speaker: Also ich weiß, die Meinung ist vielleicht ein bisschen kontrovers, aber ich sehe es nun mal so,
Speaker: Ich finde, den Menschen wird gerade in keinster Weise wirklich geholfen.
Speaker: Es wird das Leid immer größer und es wird immer mehr aufgeblasen, in Anführungsstrichen, nicht im Sinne von, es gibt das Leid nicht, aber es wird immer größer überbetont, aber es gibt keine wirklich heilsame Lösung.
Speaker: Die Lösung, die sich gerade als Lösung verkauft, ist die Kompensation über die Ableitung von Gewalt und Verachtung und Hass gegenüber dem anderen Geschlecht und gegenüber dem eigenen Geschlecht und gegenüber dem eigenen Körper.
Speaker: Es wird uns etwas verkauft, genauso wie auch bei der Thematik mit Übergewicht und mit den schnellen Tabletten und mit den schnellen Spritzen und mit den schnellen Operationen, wo jede Haltung, die sagt,
Speaker: wir sollten das kritisch sehen, wir sollten dahinter schauen, sofort abgeschmettert wird mit Frauenfeindlichkeit oder mit Körperhass, genau, mit Body-Shaming und so weiter.
Speaker: Darum geht es ja nicht.
Speaker: Es geht, es ist doch am Ende völlig wurscht, wie der Körper aussieht.
Speaker: Es geht doch vor allen Dingen zu erkennen, da ruft doch etwas nach Hilfe.
Speaker: Also schreibt doch etwas.
Speaker: Ich sehe es 100% genauso wie du.
Speaker: Es will doch etwas gesehen werden und alle Welt sagt, nein, guck da nicht hin.
Speaker: Nein, guck da nicht hin.
Speaker: Ja, weil keiner bei sich selber hinguckt, das meine ich ja.
Speaker: Also alle sollen hingucken und keiner soll bewerten.
Speaker: Das ist eine maximale Massenprojektion.
Speaker: Also weil ich mich selber nicht traue, mal hinzuschauen.
Speaker: Wo sind diese Teile in mir?
Speaker: Auch wenn ich junge Mädchen sehe, deren ganzen Körper voll tätowiert und voll gepierst ist.
Speaker: Mir geht es gar nicht darum, ob ich das Tattoo schön finde oder dass ich dir sagen würde, lass es mal.
Speaker: Sondern ich sehe auch den selbstverletzenden Teil dahinter.
Speaker: Ich sehe auch den ungeschützten Teil, wo scheinbar niemand gesagt hat, ey, warte mal noch ein paar Jahre.
Speaker: Weil du bist gerade in einer Phase, wo sich dein Hormonsystem verändert, wo sich dein Körper verändert.
Speaker: Es gibt auch nicht mehr so viele schützende Eltern.
Speaker: Also ich möchte das gar nicht pauschalisieren, um Gottes Willen.
Speaker: Aber die Verantwortung wird einfach von sich weggehalten aufgrund der Sorge, mir könnte jemand vorwerfen, ich akzeptiere mein Kind nicht, wie es ist, ich akzeptiere nicht die Wünsche meiner Kinder, ich kann doch nicht von Kindern verantworten.
Speaker: Entscheidungen treffen lassen, deren Konsequenzen sie noch in keinem Ausmaß selber ergreifen können und erfassen können, weil sie diese Lebenserfahrung und auch die kognitive Reife dafür noch gar nicht haben.
Speaker: Es ist auch ein Ausliefern.
Speaker: Es tut mir leid, aber ich sehe das so.
Speaker: Auch wenn Kinder in Diätformate und so reingequetscht werden und schon früh
Speaker: schon früh von ihren Eltern ständig beschämt werden in Bezug auf ihren Körper und so weiter.
Speaker: Es ist auch ein Mythos von Mutter- und Vaterliebe.
Speaker: Wir hören jeden Tag Geschichten und das ist im Coaching und nicht mal in der Traumatherapie, wo das einfach ein Trugschluss ist, wo man nicht sagen würde, dass das Ausdruck von Liebe ist.
Speaker: Das ist das Ausdruck vom eigenen Thema.
Speaker: Weil ich Angst habe, dass du später dick wirst.
Speaker: Wenn ich erfahren habe, dass ich mit meinem Körper nicht akzeptiert werde, musst du jetzt in die Abnehmkur gehen und die Isolation zur Familie ertragen und dich irgendwelchen Ernährungsplänen fügen, die überhaupt nicht helfen, weil sie das Ursprungsproblem eigentlich gar nicht lösen.
Speaker: Aber Hauptsache, ich habe das Gefühl, du hast etwas gemacht, damit du nicht so endest wie ich, weil ich das nicht ertragen könnte.
Speaker: Es ist komplette Übertragung, komplette Projektion und das ist natürlich, das macht ja keiner bewusst.
Speaker: Also es ist ja jetzt nicht so, ich habe das jetzt gerade übersetzt, ja, aber eigentlich...
Speaker: Eigentlich macht es ja keiner bewusst, es sind ja unbewusste Mechanismen, eben weil bei sich selbst nicht richtig hingeguckt wird.
Speaker: Und das ist das Problem.
Speaker: Und das zeigt auch den Grad an emotionaler Reife innerhalb unserer Gesellschaft, dass wir eigentlich vor allen Dingen Menschen,
Speaker: Erwachsene Menschen in Kinderkörpern haben, andersrum, erwachsene Menschen mit einer emotionalen Reife von Kindern haben, die einfach nicht erkennen können, wenn sie projizieren.
Speaker: Und weil sie da irgendwo ein eigenes Thema haben, deswegen auch unter dem Beitrag.
Speaker: Also diese Bewertung, das ist ja eine reine Projektion und Übertragung der eigenen Themen da rein.
Speaker: Und ich kann natürlich gar nicht sehen, dass ich jemanden damit abwerte und verletze, wenn ich das eben aus dieser, ich sag mal, emotional unreifen, verletzten Haltung heraus tue.
Speaker: Ja, und ich sage mal, das Ding ist ja auch noch zusätzlich, das Gefährliche daran ist ja, dass es eine positive Absicht gibt in der eigenen Wahrnehmung.
Speaker: Also sprechen ja auch mit Müttern, die dann sagen, ja, ich habe dann einfach Angst, dass mein Kind gemobbt wird oder dass das auch irgendwann passiert.
Speaker: in diese Essspiralen reinfällt oder die das Gefühl haben, ich unterstütze andere Frauen doch gerade, indem ich sie in allem unterstütze, was sie tun, egal wie vielleicht auch selbstverletzend das für die ist.
Speaker: Und ich habe doch eine positive Absicht dahinter, wenn ich eine andere Frau...
Speaker: darin beistehe, wenn sie sich auf die ein oder andere Art und Weise kleiden möchte oder wenn ich der anbiete, nimm doch dann die und die Tablette, weil dann geht es dir besser.
Speaker: Das ist ja, genauso wie du sagst, das ist ja nicht, weil jemand wirklich bewusst jemandem schaden möchte.
Speaker: Aber die unbewusste Dynamik bleibt die gleiche.
Speaker: Wenn ich als Kind selbstverständlicherweise pure Liebe für Mama und Papa erlebe,
Speaker: die beschämt, nicht erwidert, bestraft, ignoriert, missbraucht oder was auch immer wird, dann formt sich irgendwann aus den gemachten Erfahrungen, die sich gewaltvoll anfühlen, entweder körperlich oder emotional oder verbal,
Speaker: ist es so, als würde sich das Herz wie einfrieren und daraus entsteht ein tiefsitzender Hass, der eigentlich nichts anderes ist als zugefrorene Liebe.
Speaker: Und das muss irgendwo hin.
Speaker: Und aktuell sehen wir, dass es gegen den eigenen Körper geht.
Speaker: dass es gegen andere Männer geht, dass es gegen andere Frauen geht, dass es gegen traditionelle Werte geht, dass es auch teilweise gegen die Eltern geht, gegen die alten weißen Männer, die nichts anderes sind als Vaterprojektionen.
Speaker: Es bedeutet im Prinzip...
Speaker: geht der Hass, der nie als Liebe wahrgenommen wurde, weil das eben zu schmerzhaft gewesen wurde, der wird einfach nach außen gedonnert und auch nach innen gedonnert, aber gehen wir mal nach außen, weil wir ja auch einfach erleben, wie Frauen untereinander zum Beispiel miteinander umgehen.
Speaker: Das heißt, die eigene Erfahrung in der Erniedrigung, in der Beschämung, in der Gewalt, die wir als Frauen erlebt haben oder eine Frau individuell erlebt hat, wird dann nach außen getragen und wird in einen anderen Menschen hineingestülpt durch Ausrufe, durch Morddrohungen, durch Mobbing, durch verletzende Abweisungen, die auch viele Männer erleben.
Speaker: Und die auch viele Frauen untereinander erleben.
Speaker: Das heißt, dieser Kreislauf von Abwertung, von Verachtung, von Verletzung wird eben nicht aufgelöst, weil niemand hinschaut oder wenige hinschauen zur eigenen Verletzung, sondern es wird dann einfach wie ein Päckchen immer weitergetragen.
Speaker: Oma hatte schon ein Päckchen, das wird dann an Mama gegeben.
Speaker: Mama hat das Päckchen mit ihren Erfahrungen noch ein bisschen vergrößert, gibt es weiter.
Speaker: Das Kind macht es immer größer durch die eigenen verletzenden Erfahrungen und so wird es immer weitergegeben an die eigenen Kinder, an Freundinnen, an andere Frauen, an andere Männer, an die Söhne, an die Töchter und so weiter.
Speaker: Es wird einfach immer größer, das Leid wird immer größer.
Speaker: Und es wird immer schwerer und immer mehr und es wird auch immer gewaltvoller, was man ja gerade auch sieht, gerade auch mit der Social-Media-Plattform, gerade auch mit der kompletten Zerstörung unserer Selbst- und Körperwahrnehmung, auch durch KI und so weiter.
Speaker: Es ist einfach, es wird gerade in einer maximalen
Speaker: Gestalt sichtbar, wo und wie tief diese Verletzungen in weiblichen und männlichen Körpern sitzen, in dem, was gerade sichtbar wird.
Speaker: Und wir haben auf eine Art die Wahl.
Speaker: Wir haben die Wahl, zu entscheiden, okay, wir machen es einfach weiter.
Speaker: Wir hassen einfach weiter andere Frauen, wir hassen weiter andere Männer, wir sexualisieren weiter Frauen, wir entwerten auf eine Art auch das Männliche und so weiter.
Speaker: Also das können wir machen.
Speaker: Es wird aber zu nichts führen, was in irgendeiner Weise Heilung bringt für Kinder, für Frauen, für Männer, für Beziehungen.
Speaker: Wir haben aber die Wahl zu sagen, okay, ich schaue mal dahin, wo ist denn eigentlich meine weibliche Wunde?
Speaker: Mit Männern entstanden, mit Frauen entstanden, in mir selbst entstanden durch die Gedanken, die ich jeden Tag mit mir selber teile.
Speaker: Und das ist schmerzhaft, weil es uns mit der Weichheit in Kontakt bringt, mit der Verletzlichkeit, die uns mal so angreifbar gemacht hat.
Speaker: Es ist doch viel leichter zu lästern.
Speaker: und über andere zu urteilen und sich zu erleichtern darüber, dass andere den Körper auch nicht schön finden oder es auch nicht gut finden, dass die Frau sich wild und frei zeigt.
Speaker: Es ist für einen kurzen Moment erlösend, aber es schafft einfach nur weitere Verletzungen, die dann irgendwo hingetragen werden muss.
Speaker: Und deswegen kommen wir jetzt mal zur Brücke.
Speaker: Deswegen ist es für mich einfach glasklar,
Speaker: dass Frauen erst mal unter Frauen heilen.
Speaker: Und das fängt erst mal damit an, dass die Frau mit sich selber heilt, die ja auch wiederum eine Frau ist, dass die Frau damit heilt, dass sie ihre Mutterwunde anschaut und damit Frieden findet.
Speaker: Und die Vaterwunde.
Speaker: Die Vaterwunde, klar auch.
Speaker: Nur ich glaube sogar, dass für die meisten Frauen erst mal die Mutterwunde größer ist, weil es das größte weibliche Identifikations-
Speaker: Und weil eben viele Frauen alleine schon über die Haltung der Mutter etwas über Weiblichkeit und über Männlichkeit und Vaterschaft gelernt haben.
Speaker: Weil man dazu sagen muss, dass das vielen, glaube ich, nicht bewusst ist.
Speaker: Also ich bin zum Beispiel auch jahrelang durch die Weltgeschichte gelaufen und habe auch in meinen Therapien und so den Fokus auf meinen gewalttätigen Vater gelegt, weil der ja diese offensichtliche, diese ganz offensichtliche Veränderung,
Speaker: dieses offensichtliche Fehlverhalten gezeigt hat.
Speaker: Und ich natürlich auch immer suggeriert bekommen habe von klein auf, dass dein Papa, der war der Täter hier und der hat sich so und so verhalten.
Speaker: Und keine Frage, der hat geschlagen, der hat gebrügelt, der hat misshandelt, dass er in dem Kontext sich falsch verhalten hat.
Speaker: Und gleichzeitig auch hier wieder ist es eine Power-Dynamik und die entsteht nicht einfach durch eine Person in dieser Dynamik, was nicht heißt, dass meine Mutter oder auch wir als Kinder verdient haben, geschlagen zu werden.
Speaker: Bitte, das muss man differenzieren, aber es ist eine Dynamik.
Speaker: die fällt nicht vom Himmel.
Speaker: Es ist ein Schlüsselloch-Prinzip.
Speaker: Und natürlich ist dieses, meine Mutter konnte nicht dorthin schauen, wo sie einen Anteil an der Dynamik hat, hat damit die komplette Verantwortung oder besser Schuld,
Speaker: auf einen Teil dieser Dynamik gelegt, weil der sich offensichtlich falsch verhalten hat und hat das natürlich genauso weitergegeben, nämlich dein Vater ist hier der Täter, der ist der Schlechte und auch, ich bin sehr temperamentvoll, mein leiblicher Vater ist Italiener, das heißt, ich kann auch mal
Speaker: ein bisschen lauter werden und kann und werde dann auch sehr ausschränkig mit meinen Handbewegungen, also wie halt so ein Italiener, wie man sich das vorstellt.
Speaker: Und dann hat sie immer, wenn ich das gezeigt habe, auch gesagt, ah ja, das hast du von deinem Vater.
Speaker: Und das geht natürlich bei einem Kind, was immer wieder suggeriert bekommt, dein Vater ist ein schlechter Mensch, dein Vater ist der alleinige Schuldige an der Situation und wenn du
Speaker: Anteile zeigst, die du von deinem Vater hast, sind das automatisch natürlich auch die schlechten Teile.
Speaker: So kommt es bei einem Kind erst mal an.
Speaker: Läufst du erst mal durch die Weltgeschichte und denkst, okay, ich muss das Thema mit meinem Vater aufarbeiten und ich muss an meinen schlechten Eigenschaften arbeiten, aber die Mutter, das ist ja ein unbewusster
Speaker: Flex und das Weibliche ist ja dabei komplett rausgeklammert, ne?
Speaker: Bis ich irgendwann im Verlaufe gemerkt habe, dass das Mütterliche und das Weibliche spielt eine viel, viel größere Rolle, weil ich ja auch als Frau identifiziert bin, ist ja logisch, als ich das geglaubt habe, weil das eine Geschichte war, die mir halt auch von klein auf so gewährt wurde.
Speaker: Ja, und damit sieht man halt auch die Machtdynamiken des Weiblichen, die halt ganz anders sind, ne?
Speaker: Also
Speaker: Bei Männern ist es häufig halt sehr viel progressiver und deutlich sichtbarer und wir sind auch in großen Teilen deutlich achtsamer dafür, als es eben häufig bei Frauen ist.
Speaker: Also Frauen haben häufig die vergiftende Tendenz und es sind eher die kleinen Gifte, die auch häufig nach außen gar nicht so sichtbar sind.
Speaker: Also ich hatte zum Beispiel dem Letzt, das hat mir eine Freundin erzählt, die waren am See und dann hat der Mann sein T-Shirt ausgezogen und dann hat sie seinen Bauch geknüpft.
Speaker: Und gesagt, zieh doch nicht dein T-Shirt aus, wer will das denn sehen?
Speaker: Und alle haben gelacht, inklusive ihm.
Speaker: Also er fand das... Passivaggressiv, es ist nicht offensichtlich aggressiv.
Speaker: Genau, es ist halt beschämend, aber es wird so versüßlicht, weil alle lachen dann ja.
Speaker: Und es ist auf eine total maximale Weise kastrierend, es ist beschämend.
Speaker: Und wenn diese Situation andersrum wäre, würden alle laut aufschreien.
Speaker: Ja, auch auf eine Art zu Recht, aber wir dürfen hier jetzt auch nicht von unterschiedlichen Rechten ausgehen.
Speaker: Und das ist eben ein Teil, der bei Frauen auch untereinander natürlich sehr häufig passiert, also gerade mit Mobbingstrukturen und das kriegt keiner mit, weil sobald dann die Lehrerin kommt, sind die ganz schnell leise und die bravsten Engel der Welt und hintenrum schreiben sie Morddrohungen und
Speaker: spucken und kleben Kaugummi in die Haare und so.
Speaker: Es gibt da ja wirklich die krassesten Geschichten.
Speaker: Alles schon erlebt, ja.
Speaker: Ja, genau, haben wir ja mal drüber gesprochen.
Speaker: Oder es werden Lügengeschichten erzählt, das habe ich ja mal erzählt.
Speaker: Und so, das ist nicht einfach, also
Speaker: Das hat schon einen Grund, warum Frauen untereinander so misstrauisch sind und weshalb sie sich nicht trauen und sich auch nicht trauen, in weiblichen Gruppen gerne zu sein.
Speaker: Gerade nicht, wenn die schon bestehen und wenn es nicht in etwas bewussteren Rahmungen ist und so weiter.
Speaker: Und richtig.
Speaker: Was ich auch noch sagen will, es ist einfach auch, trotzdem möchte ich das nochmal betonen, wir leben auch in einer patriarchalen Struktur gerade, das ist schon auch ein Teil der Wahrheit.
Speaker: Aber in dieser patriarchalen Struktur sind ja nicht nur Frauen die Opfer.
Speaker: Warum haben wir denn diese Struktur?
Speaker: Letztendlich sind ja auch Männer die Opfer davon, weil in der patriarchalen Struktur wird davon, also wird...
Speaker: sind eigentlich die Männer fast das eigentliche Ziel, weil die sollen an die Front gehen, die sollen ihr Leben dafür geben, die sollen sich dem Vaterstaat und dem Höheren und dem Elitäreren, den Befehlshabern und so weiter eigentlich fügen.
Speaker: Und natürlich, auch diese Dynamik muss man mal verstehen, merken Männer in einer patriarchalen Struktur gar nicht, dass sie
Speaker: eigentlich auch Opfer sind, weil im Endeffekt wird ihnen suggeriert, dass sie ja immer noch machtvoller sind als die Frau, die unter ihnen steht.
Speaker: Sie kriegen aber auch immer den Stempel, Täter zu sein.
Speaker: Männer sind immer potenziell Täter.
Speaker: Jeder Mann hat die Fähigkeit, Täter zu werden.
Speaker: Das ist auch etwas, was ständig von klein auf suggeriert wird und deswegen meinte ich eben, wir müssen das von den Geschlechtern lösen, weil
Speaker: Weil letztendlich leiden beide Geschlechter und es ist einfach auf unterschiedlichen Ebenen.
Speaker: Aber wenn eine Mutter auf einen Sohn guckt und in dem schon den potenziellen Täter, Vergewaltiger, Missbraucher, sagen wir das so, Gewalttäter sieht, Schläger sieht, Narzissten sieht, das ist für einen kleinen Jungen auch eine komplette Vollkatastrophe.
Speaker: Das wird ja nicht unbedingt gesagt.
Speaker: Nee, aber es ist ja in unserem System drin.
Speaker: Wie ist die Einstellung zum Mann und ab dem Moment, wo der Junge merkt, er ist ein Junge, entwickelt sich zum Männlichen, nimmt er das auch so an.
Speaker: Also alles, was Mama...
Speaker: Jeder kleinste abwertende Blick, jedes unsichere Wegducken, Ausweichen von einem Mann, das fließt alles in die Kinder rein.
Speaker: Ja, und auch das Schulsystem und Kindergartensystem.
Speaker: Ich meine, die Jungs sind auch in sehr, sehr weiblichen Strukturen.
Speaker: Auch da gibt es wenig Fläche für wirkliche männliche Vorbilder.
Speaker: Und auch da sind viele Frauen genannt.
Speaker: die eben schwere Verletzungen oder Erfahrungen erlitten haben.
Speaker: Und die schauen auch wieder auf die Jungs mit genau diesem Bild.
Speaker: Und immer mit der Brille, wir müssen den Jungs jetzt beibringen, dass sie nicht für die Mädchen gefährlich sind.
Speaker: Und dementsprechend geht es einfach darum, wenn du gerade zuhörst und noch genauer verstehen möchtest, wie so die Dynamiken sind, das an Kinder weiterzugeben, dann hör gerne mal in die vorherigen Podcast-Folgen, da sprechen wir nochmal ausführlicher darüber auch,
Speaker: über Mutter- und Vatervergiftungen usw.
Speaker: Das ist einfach sehr wichtig zu verstehen, dass wir hier nicht davon reden, dass jemand das ganz bewusst einem Kind sagt.
Speaker: Das wird zwar heute auch häufiger, aber es geht vor allem um die subtilen Informationen, die weitergegeben werden.
Speaker: Und das ist bei Frauen ja auch nicht anders.
Speaker: Wir kriegen auch immer unbewusst suggeriert, dass wir Opfer sind, dass wir ständig auf der Hut sein müssen, dass überall Gefahr lauert.
Speaker: Das sieht man auch in den hoch angespannten Nervensystemen und so weiter.
Speaker: Und das, was einfach passiert ist, dass durch diese Höchstspannung im Nervensystem, dass wir das Gefühl haben, wir werden potenziell jederzeit angegriffen von männlichen, aber auch von weiblichen Personen.
Speaker: werden wir automatisch innerlich in den Zustand von Flucht oder Kampf gesetzt.
Speaker: Also ohne, dass wir das steuern, aber unser Nervensystem stellt sich auf Flucht oder Kampf ein.
Speaker: Das bedeutet entweder, ich fliehe aus Beziehung, ich fliehe aus dem Kontakt, ich fliehe vor meinem potenziellen Angreifer, der jeder sein könnte oder jede sein könnte.
Speaker: Oder ich gehe in Kampf, also ich gehe in Konkurrenz und sorge dafür, dass wenn hier jemand lebend rauskommt, ich das bin.
Speaker: Oder ich entziehe mich dieser Begegnung völlig, um auch diese Verletzung, die da drunter liegt, nicht mehr fühlen zu müssen.
Speaker: Und darüber verlieren wir einen ganz, ganz, ganz, ganz großen,
Speaker: ... wertvollen Teil der Weiblichkeit, die uns diese sehr verhärtete Bewegung, die es inzwischen ist, gerade kostet.
Speaker: Weil wir im Prinzip im ständigen Kampfmodus sind.
Speaker: Wir entfernen uns dadurch von uns selber.
Speaker: Wir haben zwar das Gefühl, für uns einzustehen, aber wir fühlen gar nicht zur Ursprungswunde hin.
Speaker: Wir machen Menschen zu Tätern, die wir teilweise gar nicht kennen...
Speaker: Wir belagern andere mit Etiketten und mit Bewertungen und mit Vorurteilen, die wir selber gerade hart erkämpfen wollen, dass wir die nicht mehr haben sollten.
Speaker: Genau das, was du eben mit dem Post gesagt hast.
Speaker: Die Frauen wollen, dass Frauenkörper nicht mehr bewertet werden und kriegen gar nicht mit, dass sie es im gleichen Atemzug selber tun.
Speaker: Wir wollen, dass alles toleriert wird, aber wir können nicht mehr tolerieren und annehmen, wenn jemand eine andere Haltung hat.
Speaker: Und das sind einfach die Tendenzen, wo sichtbar wird, wie frühkindlich und wie früh in der emotionalen Prägung diese Verletzungen entstanden sind.
Speaker: Und deswegen brauchen wir Räume, wo wir diesen Verletzungen begegnen dürfen, um
Speaker: Ohne, dass sie überdramatisiert werden, ohne, dass sie kleingesprochen werden, sondern wo wir dahin schauen, wo es wirklich wehgetan hat, wo die Emotion abfließen darf und sich nicht durch irgendwas anderes kompensieren muss, sondern wo...
Speaker: das, was wirklich an Weichheit, an Verletzlichkeit, an Liebe darunter lag, wo noch die ganz natürliche Bewegung hin zum Weiblichen, zum Körperlichen, zum Zusammenhalt mit beiden Geschlechtern, weil Kinder lieben Mama und Papa gleichermaßen.
Speaker: Das verändert sich dann vielleicht durch Erfahrungen, aber erst mal sind das unsere beiden Wurzeln und Ursprünge, dass wir uns erlauben, dass erst mal wieder...
Speaker: uns zuzugestehen, dass da mal Liebe war, die verletzt wurde, dass da Körperlichkeit, Lust war, die verletzt wurde, dass wir auch geprägt wurden, was außerhalb unserer eigenen Geschichte lag, sondern auch durch Schulsystem, Gesellschaft und so weiter.
Speaker: Und dass wir dann die Erfahrung machen dürfen, dass wir heute aufhören dürfen, die ganze Zeit zu kämpfen und damit im Prinzip zu wiederholen, was wir als Kind schon gelernt haben,
Speaker: nämlich dass wir permanent kämpfen und beweisen müssen, dass wir es wert sind, statt es einfach zu sein und in der anderen Frau zu sehen und anzunehmen.
Speaker: Wir sind die ganze Zeit in unserem Traumamuster gefangen, indem wir kämpfen gegen uns, gegen unseren Körper, gegen unser Gewicht, gegen unser Aussehen, gegen Männer, gegen Frauen, gegen Mütterlichkeit, gegen Väterlichkeit und so weiter.
Speaker: Wir versuchen die ganze Zeit zu beweisen, dass wir nicht mehr so klein sind, wie wir uns innen drin eigentlich gerade fühlen.
Speaker: Und das führt einfach nur zu mehr Erschöpfung, das führt zu mehr Kampf, das führt dazu, dass wir uns mehr isolieren, dass wir uns immer unabhängiger machen wollen, ohne wirklich innerlich frei geworden zu sein von dem, was uns tief in uns wirklich mal erschüttert und verletzt hat.
Speaker: Und wir haben in unseren, ich habe es in einem Seminar erfahren und
Speaker: Wir erleben es in der Ausbildung, wir erleben es in Janis Wum, wir haben es auf unserem Live-Retreat erlebt, wie heilsam es ist, wenn sich Frauen begegnen, ohne dass viel passieren muss.
Speaker: Wir haben keine große Widerstandsbewegung gegründet.
Speaker: Wir haben uns angesehen, wir haben uns berührt, wir haben uns erzählt, welche Erfahrungen wir gesammelt haben, wir haben Emotionen ausgedrückt, wir haben keine Täter-Opfer-Zuschreibung gemacht, wir haben uns nicht bemitleidet, wir haben gesehen,
Speaker: was passiert ist.
Speaker: Wir haben die Verletzung gesehen, wir haben die Stärke gesehen, die geschafft hat, das zu überleben, teilweise wirklich auch körperlich und emotional.
Speaker: Wir haben auch die eigenen Täteranteile gesehen, wo wir unbewusst anderen Menschen wehgetan haben, wo wir unbewusst Kindern weitergegeben haben, was wir ihnen niemals weitergeben wollten, weil wir es nicht gelöst hatten.
Speaker: Auch darin sind wir uns begegnet, ohne uns zu bewerten, aber trotzdem die Verantwortung zu übernehmen.
Speaker: Und am Ende waren die Körper weicher, es war mehr Bewegung drin, es war Leichtigkeit drin, es war Zusammenhalt drin.
Speaker: Es war das, was das Weibliche im Kern ausmacht, spürbar in einem ganzen Raum.
Speaker: Und das schafft Heilung meiner Meinung nach.
Speaker: Es ist meine Haltung dazu, es kann auch andere Haltungen dazu geben.
Speaker: Aber das war für mich ein Gefühl von...
Speaker: Hier sind wirklich Frauen, die einander unterstützen, die sich sehen, die aber auch mehr sehen als nur das Opfer-Dasein, die auch mehr sehen als das, was gesagt wird, sondern auch das, was gefühlt wird und mal lange Zeit nicht gefühlt werden konnte.
Speaker: Und das ist mein und auch unser Anliegen, ich spreche mal für uns bei, du kannst mir widersprechen, aber unser Anliegen auch mit der Ausbildung und auch mit Chainless Woman,
Speaker: und auch mit unserem Kanal und dem Podcast, dass Männer wie Frauen anfangen, sich selbst zu begegnen, die eigenen Verletzungen zu lösen, Verantwortung für sich und für die eigenen Emotionen zu halten.
Speaker: Und dass wir uns in Frauenbegegnungen wieder wirklich sehen, die Schwesternschaft so gesehen, dass wir Frauen soziale Wesen sind, die zusammenhalten, die...
Speaker: wie soll ich das sagen, die in Fülle sind, wenn sie auch in Verbindung miteinander sind, wenn sie in der züglichen Natur Zusammenhalt haben.
Speaker: Und das ist etwas, was wir wieder mehr herstellen wollen.
Speaker: Und wir werden auch oft gefragt, ob Männer eigentlich auch die Ausbildung machen dürfen oder ob das auch für Männer wichtig ist, sich damit zu beschäftigen.
Speaker: Und na klar,
Speaker: Es kann ja nicht sein, dass wir das Männliche jetzt anfangen auszugrenzen.
Speaker: Im Gegenteil, es ist doch toll, wenn Männer anfangen, auch Frauen zu verstehen, sich selber zu verstehen, den Zugang zu ihren Emotionen zu fühlen.
Speaker: Und dafür braucht es einfach sauviel Mut, wenn wir diese negativen, verletzlichen Erfahrungen gemacht haben.
Speaker: Du hast eben schon erzählt, dass alle selber schon erlebt, körperliche, emotionale Angriffe,
Speaker: bei mir waren es eben Lügengeschichten, die über mich erzählt wurden oder auch nach übergriffigem Verhalten dann halt die Mädchen aus der Oberstufe mich dann sehr beschämt und beleidigt haben und einfach gar nicht wussten, was da passiert ist und so weiter.
Speaker: Und
Speaker: Das braucht einfach Mut, sich mit diesen Teilen wieder zu zeigen, wenn die Erfahrung gemacht wurde, auch teilweise von Müttern, von Lehrerinnen, die weggeschaut haben, die vielleicht selber mitgemacht haben, die gesagt haben, ja, selber schuld, die weggeschaut haben und so weiter.
Speaker: sich darin wieder in der verletzlichen, hingebungsvollen Seite zu zeigen, die wir durch diesen Kampf, durch die Verachtung, durch den Protest, durch die Demütigung von anderen einfach nie wieder fühlen wollten.
Speaker: Und trotzdem braucht es das, damit sich Wunden wirklich schließen können, dass die Generationen nach uns,
Speaker: diese Verletzungen nicht weitertragen müssen, dass Frauen untereinander sich wirklich unterstützen, auch mit Kritik, die konstruktiv sein darf.
Speaker: Wenn jemand in die Irre rennt und sich körperlich komplett quält und kaputt macht, dann ist das für mich auch Ausdruck von weiblicher Unterstützung, zu sagen, weißt du, ich habe das Gefühl, irgendwas anderes ist da gerade noch.
Speaker: Wie geht es dir denn wirklich gerade damit, mit diesem Diätprogramm oder was auch immer?
Speaker: Wie fühlst du dich denn gerade, wenn du so, also da drunter zu fragen und nicht sofort zu fürchten, oh Gott, wenn ich das jetzt frage, dann kriege ich erstmal einen riesen Skandal, dass ich Bodyshaming betreibe.
Speaker: Und so weiter.
Speaker: Also auch das Erwachsene in Anführungsstrichen, nicht das kindliche Schwarz-Weiß, wo es nur entweder oder gibt, wo es nur die gute Frau oder die schlechte Frau oder die gute Mutter oder die schlechte Mutter gab, weil das Kind noch nicht
Speaker: mehrere Bilder gleichzeitig aufrechterhalten kann, sondern zu sehen, dass mich jemand auch kritisieren kann oder mir eine Frage stellen kann, ohne dass er mir sofort was Böses möchte.
Speaker: Und das ist einfach etwas, was wir wieder mehr zum Leben erwecken wollen und zwar aus einer tieferen emotionalen Ebene heraus, die sich auch traut,
Speaker: den Schmerz anzuschauen, die eigene Verantwortung anzuschauen, um sich dann wirklich wieder zu begegnen.
Speaker: Ja, und das ist mein und auch mein.
Speaker: Ja, absolut.
Speaker: Für alle, die gerne diese Erfahrung machen möchten, erstmal auch bei sich selbst hinzuschauen, was sind da meine eigenen Themen und dann natürlich auch Menschen dabei zu begleiten, Räume zu gestalten.
Speaker: Ganz herzliche Einladung hier, gerne einfach mal auf die Warteliste setzen.
Speaker: Unten in den Shownotes findest du den Link dazu.
Speaker: Und ja, ich möchte, glaube ich, noch eine Sache ergänzen, weil mir das einfach auch wichtig ist, das nochmal klarzumachen.
Speaker: Ja,
Speaker: Wir haben ja auch jetzt von sexuellen Übergriffen gesprochen oder dieser ganzen Thematik, wo es ganz, ganz reale Erfahrungen gab und gibt.
Speaker: Und es gibt ja auch einen Grund, warum diese Bewegung sich gerade so aufbaut.
Speaker: Natürlich auch immer mehr rauskommt von ganz, ganz schlimmen Sachen, sei es Epstein-Files oder sei es auch hier Incel.
Speaker: Ich weiß nicht, ob du davon schon mal gehört hast, Lena, das ist so ein...
Speaker: amerikanische Plattform, die ursprünglich mal als Dating-Plattform gedacht war und von einer Frau gegründet wurde und auf der sich jetzt Männer radikalisieren gegen Frauen, ähm,
Speaker: Männer, die einfach im Datingleben schlechte Erfahrungen gemacht haben mit Frauen und die aber, wenn man da psychodynamisch nochmal tiefer hinschaut, einfach ein ganz, ganz, ganz großes, ganz schlimmes Selbstwertproblem haben und irgendwo...
Speaker: ganz, ganz tief in sich erschüttert und beschämt sind und all diesen Hass, auch diesen Selbsthass dann nach außen projizieren auf die bösen Frauen, die Täterinnen.
Speaker: Also es gibt die Bewegung des Männer, also dass man gegen Männer geht, es ist halt dieser Männerhass, es gibt die Bewegung des Frauenhasses und beides ist einfach fürchterlich.
Speaker: Das ist einfach nichts.
Speaker: was zum Ziel führt und gleichzeitig sind da reale Erfahrungen und Verletzungen.
Speaker: Also bei diesen Incel-Männern gibt es jetzt Amokläufe in Amerika, wo einfach dann auch viele Frauen weggesprengt werden.
Speaker: Auf der Plattform werden ganz schlimm auch irgendwie Studien dazu ausgetauscht, warum
Speaker: es sinnvoll ist, Frauen zu vergewaltigen und keine Ahnung was.
Speaker: Also die radikalisieren sich also wirklich ganz dolle schlimm und diese Sexualisierung und überhaupt auch dieser ganze Pornokult, wenn man da hinguckt, wo auch einfach ja sehr stark immer wieder auf die Instrumentalisierung des Frauenkörpers und die Betonung eigentlich auf eine
Speaker: sehr performance-orientierte Sexualität, der sich dem Frauenkörper unterwerfen muss, sehr geprägt wird.
Speaker: Und ich möchte dazu einfach auch nochmal sagen, das ist alles real.
Speaker: Das ist alles real und das gibt es und das hat Folgen und wir wollten und wollen mit nichts, was wir hier sagen,
Speaker: diese realen Erfahrungen und dieses Leid absprechen, im Gegenteil, das soll unbedingt gesehen werden und muss Raum bekommen.
Speaker: Und es muss auch weiter einfach offen darüber gesprochen werden dürfen, dass solche Dinge passieren und wir müssen dafür Lösungen finden.
Speaker: Und gleichzeitig möchte ich einfach sagen, kein Junge kommt auf die Welt und wächst mit dem Wunsch auf, später irgendwann mal
Speaker: keine Ahnung, Deep State Fakes zu erstellen und einen Frauenkopf irgendwo drauf zu kleben und da drauf zu wichsen oder keine Ahnung was.
Speaker: Kein Junge kommt so auf die Welt und hat von Grund auf einen Frauenhass und ein Bedürfnis, Frauen zu unterwerfen.
Speaker: Im Gegenteil.
Speaker: Die erste Begegnung mit einer Frau im Leben eines Jungen ist die Begegnung zur Mutter.
Speaker: Und das ist nichts als pure Liebe.
Speaker: Und irgendwas passiert dann in der Dynamik zum Vater, aber auch zur Mutter, dass in diesem Kind so eine Erschütterung entsteht.
Speaker: dass es sich von Frauen nicht geliebt und nicht gesehen fühlt und dass es Frauen sexualisiert und das Bedürfnis hat, sie zu unterdrücken, um selbst Machtgefühle zu entwickeln.
Speaker: Das ist ja am Ende eine Überkompensation.
Speaker: Die tiefste Ohnmacht, die erlebt wurde, wird versucht zu kompensieren, indem man sich die Macht zurückholt, eine Übermacht zurückholt.
Speaker: Und
Speaker: Das ist nicht okay.
Speaker: Und gleichzeitig gibt es Erklärungen dafür.
Speaker: Und wir müssen uns angucken, wo Frauenhass und auch Männerhass entsteht.
Speaker: Und dafür ist dann wieder der Blick zu uns selbst wichtig, zu jedem Einzelnen.
Speaker: Wo hasse ich mich so sehr selbst, dass mein Kind, egal ob Junge oder Mädchen, schon als Kind mitbekommt, da ist was Verachtenswertes.
Speaker: in Mama oder in Papa.
Speaker: Wo gehe ich abwertend und verachtend mit anderen Frauen, aber auch Männern um?
Speaker: Da beginnt es.
Speaker: Das im Kleinen, im Kleinsten.
Speaker: Wenn man sich fragt, wie kommt ein Mensch dazu, anderen Menschen später so etwas anzutun, da beginnt es.
Speaker: Und daraus kann ein richtig hässlicher Dominoeffekt entstehen.
Speaker: Und
Speaker: Deswegen, das möchte ich einfach nochmal betonen, das sind keine Entschuldigungen für solche Taten, es sind aber Erklärungen.
Speaker: Und wenn wir wirklich etwas ändern wollen, müssen wir aus diesen Hassstrukturen raus und müssen wirklich dahin schauen, wo es wirklich beginnt.
Speaker: Und ein Punkt, an dem es eben beginnt und an dem wir ansetzen wollen,
Speaker: sind eben diese Räume, die wir schaffen.
Speaker: Und da sieht man am Ende auch, selbst wenn wir keine Traumarbeit oder therapeutische Arbeit machen, es ist irgendwie doch eine Form von psychologischer Arbeit.
Speaker: Und es ist Friedensarbeit.
Speaker: Es ist Friedensarbeit für den Frieden mit sich selbst.
Speaker: Es ist Friedensarbeit für den Frieden von Frauen und Männern untereinander.
Speaker: Und es ist am Ende Friedensarbeit
Speaker: für weniger Hass auf dieser Welt, der auch zu Kriegen führt.
Speaker: Und wenn man sich das mal bewusst macht, mal da rein, summt und dann wieder raus, summt und sich klar macht, was wir hier eigentlich für eine Arbeit machen und dass du als Zuhörerin hier in welcher Form auch immer, natürlich freuen wir uns sehr, wenn es auch in der Form der Ausbildung ist, Teil davon bist, dann ist das die großartigste Bewegung und die wichtigste Bewegung, die gerade einfach
Speaker: so sehr gebraucht wird und ja, das sind so meine abschließenden Worte.
Speaker: Ja, ich stimme dir da total zu und es ist eben auch dann Frieden für die Kinder, die gerade auch einfach echt extrem leiden und es ist einfach ein
Speaker: Wir sollten anfangen, aus diesen dualen Betrachtungsweisen rauszugehen, um eine Schicht tiefer zu schauen.
Speaker: Weil egal ob, ich sage es jetzt mal, wie es ja häufig genannt wird, Täter und Opfer, Täter und Opfer,
Speaker: Und wie du es eben auch schon so schön gesagt hast, wenn man dann mal 20 Jahre zurückspult, weil plötzlich der, der heute als Täter dasteht, selber Opfer und jemand anderes Täter.
Speaker: Und wenn man dann wieder 20 Jahre zurückschaut, dann war die Person, die da Täter war, Opfer und andersrum.
Speaker: Das heißt, wenn wir von dieser Perspektive drauf schauen oder wenn wir auf die Ebene schauen, okay, Männer sind...
Speaker: schlecht gegenüber Frauen, okay, wann waren Frauen schlecht gegenüber Männer, ah, okay, aber davor waren Männer auch schon schlecht gegenüber Frauen, dann kommen wir in eine Spirale, die keine Lösung bereitstellt, weil es gibt nicht schwarz oder weiß.
Speaker: Wir haben alle Teile in uns, die was Liebenswertes haben, die was Fürsorgliches haben, was Friedfertiges haben.
Speaker: Wir haben alle Teile in uns, die das Gegenteil davon sind, die bereit sind,
Speaker: zu verachten, die bereit sind, zu morden, die bereit sind, für die Familie alles zu geben und so weiter.
Speaker: Diese Teile gibt es in uns, das sind unsere Schattenanteile und je bewusster wir uns dessen sind, desto friedfertiger sind wir, weil wir nicht einfach davon unbewusst übermannt werden können.
Speaker: Und wenn wir mal von diesem dualen Punkt weggehen und mal darunter schauen,
Speaker: dann bleibt eine tiefe Verletzung in der männlichen und weiblichen Identität, in Beziehungen vor allen Dingen, also in Beziehungsverletzungen, die entstanden sind, in Vater- und Mutterwunden.
Speaker: Und wenn wir im kleinen Beginn dahin zuschauen,
Speaker: und uns dazu entscheiden wollen, dass nicht Hass unsere Antwort ist, dann wäre es trügerig, das möchte ich noch einmal kurz dazu sagen, zu sagen, okay, dann ist jetzt immer Liebe die Antwort und Vergebung und dann mache ich ganz viele spirituelle Praktiken und mache ständig Vergebungsrituale und so weiter.
Speaker: Das ist ja nicht schlecht, das ist besser als andere Sachen.
Speaker: Aber es führt der Weg,
Speaker: Über eine Brücke, du kannst dich einfach, keine Ahnung, auf der einen Seite ist Festland, dann kommt der Atlantik und dann kommt das andere Festland und durch spirituelle Praktiken kommst du einfach rüber.
Speaker: Nee, du musst schon auch einmal durch den Ozean der Emotionen, der Verletzungen und so weiter durch, um dann wirklich auf der anderen Seite Fuß fassen zu können, anzukommen.
Speaker: Und deswegen, ja,
Speaker: Es ist auch ein schmerzhafter Prozess, der aber sehr, sehr viel Erleichterung, sehr viel Lösung, sehr viel, ich nenne es mal Heilung ohne Heilversprechen bringen kann.
Speaker: Es wird einfach etwas heiler, weil wir wieder ganzer, vollständiger werden und weniger verdrängen, weniger abspalten müssen und dementsprechend auch anders in Kontakt gehen können.
Speaker: Das trägt sich einfach weiter und deswegen freuen wir uns sehr.
Speaker: wenn du dich auf die Warteliste einträgst oder wenn du uns persönlich schreibst und wir dich dann auf der einen oder anderen Weise vielleicht auch in der Ausbildung oder auf andere Weise kennenlernen können.
Speaker: Wenn ihr Themenwünsche habt, schreibt uns gerne.
Speaker: Wenn ihr Gedanken dazu habt, auch kontroverse, also im Sinne von, vielleicht seht ihr auch kritische Punkte oder wir haben uns an der einen oder anderen Stelle vielleicht auf eine Art ausgedrückt, die auch vielleicht was ausgelöst hat.
Speaker: Wir wissen, es ist ein sehr, sehr
Speaker: emotionales Thema, man hat es vielleicht auch heute an uns gemerkt, das macht mit uns natürlich auch was, ist auch klar und das darf ruhig auch so sein, aber lasst uns in den Austausch gehen, lasst uns nicht in gegenseitige Bewertung oder Beschimpfung gehen.
Speaker: Genau, und das sind dann jetzt auch meine Abschlussworte und danke fürs Zuhören bei einem Thema, das ja doch schon sehr emotional und auch schmerzhaft ist.
Speaker: Ja, vielen, vielen Dank.
Speaker: Wir freuen uns auf deine Nachrichten zu der Folge.
Speaker: Und dann würde ich sagen, haben wir uns zum nächsten Mal.
Speaker: Bis dann.
Speaker: Ciao.


