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#76 - Was, wenn die abwertende Stimme in deinem Kopf gar nicht deine ist? image

#76 - Was, wenn die abwertende Stimme in deinem Kopf gar nicht deine ist?

S1 E76 · Chainless Woman
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187 Plays18 days ago

Diese Stimme in deinem Kopf ist nicht die Wahrheit. Vielleicht ist sie nicht einmal deine eigene!

In dieser Folge sprechen Natascha und Lena darüber, warum selbstabwertende Gedanken, Körperhass und Scham oft nicht beim Gewicht beginnen, sondern viel tiefer: in frühen Prägungen, übernommenen Glaubenssätzen und einem Nervensystem, das gelernt hat, sich selbst anzugreifen. Du erfährst, warum emotionales Essen häufig ein Ausdruck innerer Schutzstrategien ist und warum echte Veränderung erst möglich wird, wenn du verstehst, woher diese innere Härte wirklich kommt.

Kennst du diese innere Stimme, die dich nach einem Essanfall, beim Blick in den Spiegel oder nach einem „schlechten“ Tag sofort angreift? Die sagt: „Du bist nicht diszipliniert genug“, „Du bist zu viel“, „Du wirst es nie schaffen“? In dieser Folge tauchen Natascha und Lena tief in die Ursachen von Selbsthass, Körperabwertung und emotionalem Essen ein.

Du erfährst, warum diese Gedanken oft gar nicht deine eigenen sind, sondern übernommene Stimmen aus Familie, Gesellschaft, Schule, Medien oder früheren Verletzungen. Genau hier beginnt der Weg, emotionales Essen zu lösen: nicht durch noch mehr Kontrolle, Diäten oder positive Affirmationen, sondern durch echtes Verstehen deines inneren Systems.

Wir sprechen darüber, warum dein Körper nicht dein Feind ist, sondern ein Sprachrohr. Warum dein Bauch, dein Gewicht, deine Haare oder deine Kurven oft symbolisch auf tiefere Themen zeigen: Weiblichkeit, Scham, Wut, Zugehörigkeit, Sicherheit. Und warum Gesund Abnehmen erst dann nachhaltig möglich wird, wenn du lernst, dein Nervensystem zu regulieren, Stress-Essen zu stoppen und emotionale Energie wieder für dich statt gegen dich zu nutzen.

Diese Folge ist für dich, wenn du emotionales Essen stoppen, Heißhunger stoppen und intuitives Essverhalten lernen möchtest, ohne Kampf gegen dich selbst. Du bekommst einen tiefen Einblick in die Emotionales Essen Psychologie, die Essverhalten Psychologie und warum es so wichtig ist, emotionales Essen Ursachen lösen zu können, statt nur Symptome zu bekämpfen. 

🕊️ Du möchtest wissen, wie du es endlich schaffst für immer den Teufelskreis mit emotionalem Essen und Abnehmversuchen zu verlassen?

Auf unserer Webseite findest du alle Infos zum Chainless Woman Coaching und die Möglichkeit für ein kostenloses Analyse-Gespräch: www.natascha-wilms.com

💌 Teile gerne deine Gedanken zu dieser Folge und deine Themenwünsche mit uns:

Instagram: Chainless Woman

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Transcript

Selbsthass und äußere Einflüsse

00:00:00
Speaker
Wir sprechen heute über Selbsthass und die abwertenden Gedanken, die du vielleicht selbst auch in deinem Kopf immer wieder wahrnimmst.
00:00:09
Speaker
Wir sprechen darüber, dass diese Stimme, die dir erzählt, dass du wieder mal nicht gut genug warst, dass du eine Versagerin bist, dass du eine blöde fette Kuh bist, was wir da auch schon alles gehört haben von unseren Klienten, dass diese Stimme...
00:00:25
Speaker
wahrscheinlich gar nicht von dir selbst kommt, sondern eine ganz andere Ursache hat.
00:00:29
Speaker
Und das ist wichtig zu verstehen, damit du dich Stück für Stück davon lösen kannst und dich nicht mit deinen Gedanken und deinem Erleben immer wieder selbst angreifst.

Vorstellung der Chainless Woman Podcast

00:00:39
Speaker
Musik Musik Musik
00:00:47
Speaker
Herzlich Willkommen zum Chainless Woman Podcast.
00:00:49
Speaker
Ich freue mich riesig, dass du da bist.
00:00:51
Speaker
Mein Name ist Natascha Wilms und schon über 550, fast 600 Menschen durfte ich in den letzten Jahren dabei begleiten, ihre Beziehung zu ihrem Körper zu befreien und sich von emotionalem Essen zu lösen.
00:01:08
Speaker
Und in diesem Podcast führen wir dich richtig tief an die Ursachen, um dir zu helfen, das endlich hinter dir zu lassen.

Ursachen von emotionalem Essen

00:01:17
Speaker
Mein Name ist Lena, ich bin jetzt inzwischen seit ich glaube fast zwei Jahren auch bei Channelswoman dabei und habe auch schon davor Vollzeit als Coach gearbeitet und vor allen Dingen interessieren mich die Zusammenhänge von Körper und Psyche, wie sich also emotionale Prozesse körperlich sichtbar machen und auch andersrum.
00:01:33
Speaker
Und deswegen freue ich mich sehr, dass wir heute über dieses Thema sprechen, was ja noch ein bisschen...
00:01:38
Speaker
geheimnisvoll klingt.
00:01:39
Speaker
Das, was du bis jetzt weißt, ist ja nur, dass es nicht ums Essen geht, sondern um einen sehr, sehr großen Blindspot, wenn es um das Thema emotionales Essen geht.
00:01:47
Speaker
Und ja, wie Natascha schon gesagt hat, ganz egal, mit welchem Thema man zu tun hat, ist das auf jeden Fall die wichtigste Komponente, wenn es darum geht, wirklich in Veränderungsprozesse gehen zu wollen.

Energieverlust durch Selbstabwertung

00:02:06
Speaker
In unserer täglichen Arbeit mit unseren Chained-as-Woman-Klientinnen und nach über 500 begleiteten Frauen kriegen wir immer wieder mit, wie extrem belastend selbstabwertende, selbsthassende Gedanken sein können.
00:02:27
Speaker
Und wie ich eben schon gesagt habe, das ist wie so ein
00:02:31
Speaker
Angriff auf sich selbst, der sehr, sehr schmerzhaft sein kann und der unglaublich viel Energie kostet, wenn wir jeden Fehler, den wir machen, innerlich kommentieren und
00:02:46
Speaker
ja, uns damit immer wieder selbst abwerten.
00:02:48
Speaker
Und diese Gedanken haben eine Ursache.
00:02:52
Speaker
Und das Problem ist, dass wir uns ganz schlecht sagen können, hör einfach auf, das zu denken.
00:02:58
Speaker
Ja, das ist ja wie, wenn ich sage, denk nicht an rosa Elefanten, dann denkt man da sehr wahrscheinlich erst recht dran.
00:03:06
Speaker
Und der Punkt ist aber, wenn wir diese Ursachen für diese Gedanken nicht lösen,
00:03:14
Speaker
Und schon mal kleiner Teaser, es ist nicht das Gewicht und es ist auch nicht das Essverhalten, Ursache für diese Gedanken, dann werden wir Gewichts- und Ernährungsthemen nicht lösen

Sozialisation und Selbstkritik

00:03:28
Speaker
können.
00:03:28
Speaker
Also wir müssen wirklich schauen, wo haben diese Gedanken, diese Selbstangriffe, so kann man sie echt nennen, eigentlich ihre Ursache.
00:03:37
Speaker
Und
00:03:40
Speaker
Genau, deswegen ein spannendes Thema.
00:03:42
Speaker
Lass uns also da mal einsteigen und gucken, woher das eigentlich kommt.
00:03:47
Speaker
Lena, was sind denn so deine Erfahrungen?
00:03:49
Speaker
Gerade auch in unseren Coaching-Räumen fällt es ja auch immer wieder auf, wie krass belastend das sein kann.
00:03:57
Speaker
Woher kommt das überhaupt, dass wir so mit uns selbst reden und wie können wir uns davon Stück für Stück lösen?
00:04:05
Speaker
Also ich würde sagen, um zu verstehen, wie solche selbstabwertenden bis selbstangreifenden, selbstbekriegenden Gedanken, würde ich sogar schon sagen, also es ist häufig echt wie so ein innerer Krieg gegen sich selber entstehen, müssen wir uns einmal anschauen, wie wir überhaupt die Welt und darüber auch uns selbst erleben, begreifen und auch bewerten lernen, weil wir werden damit ja nicht natürlicherweise gebogen und auch nicht mit bestimmten Wertvorstellungen,
00:04:33
Speaker
Idealbildern und so weiter, sondern es ist ja ein Sozialisationsprozess, ein Entwicklungsprozess und es ist ja schon fast langweilig, in Anführungsstrichen, wenn man uns schon häufiger zugehört hat, dann weiß man ja, welche Antwort jetzt kommt, aber es ist trotzdem einfach wichtig, es klar zu haben, die allerersten Erfahrungszeichen,
00:04:53
Speaker
Die Räume, die wir erleben, wenn wir auf die Welt kommen, sind erstmal in Bezug auf unsere Eltern, insbesondere auf die Mutter erlebbar.

Introjekte und kindliche Wahrnehmung

00:05:04
Speaker
Und hier ist es wichtig, dass wir wirklich verinnerlichen, dass das Kind nicht zwischen sich und der ersten Umwelt, nämlich der Mutter, unterscheidet.
00:05:14
Speaker
Das heißt, es kann sogar sein, dass diese selbstabwertenden Stimmen nicht mal darüber gelernt werden, dass jemand was Beleidigendes oder Verletzendes zum Kind gesagt hat, sondern es kann alleine darüber entstehen, dass die Mutter, die das Kind in sich trägt, diesen Gedanken in Bezug auf sich selber hat.
00:05:30
Speaker
Das heißt, sie denkt vielleicht selber, dass sie eine dumme, fette Kuh ist oder weiß nicht, ob sie was wert ist oder ob sie dieser Herausforderung gewachsen ist und so weiter.
00:05:39
Speaker
Und da das Kind diese Differenzierungsfähigkeit noch nicht hat, zu unterscheiden zwischen A, das sind Mamas Gedanken und A, das könnten meine Gedanken werden, nimmt das Kind es einfach als eigenes wahr.
00:05:53
Speaker
Und man nennt das in der Psychologie oder auch in der Persönlichkeitsentwicklung, nennt man das auch Introjekt.
00:05:59
Speaker
Das bedeutet, dass etwas, was von fremden Menschen oder Bildern oder was auch immer aufgenommen wurde, als eigenes verschluckt wird.
00:06:09
Speaker
Und weil wir es nicht verdauen konnten, lebt es dann quasi als eine Art Störung in uns weiter.
00:06:16
Speaker
Man könnte sich das bildlich so vorstellen, als würde man so eine Schablette, also diese in Plastiktüten eingepackten Käsevierecke sich vorstellen.
00:06:26
Speaker
Als würden wir die inklusive des Plastiks runterschlucken.
00:06:29
Speaker
Und vielleicht durch die Luftöffnung kann man noch den Käse verdauen, der da drin ist.
00:06:33
Speaker
Aber diese Plastikverpackung, die kann unser Körper nicht verdauen, die kann nicht verarbeitet werden.
00:06:39
Speaker
Und so könnte man sich das auf emotionaler Ebene eben auch mit diesen verschluckten, nicht verdaulichen, fremden Bildern, Gedanken, Glaubenssätzen und so weiter vorstellen, die dann in uns weiterleben und auch ihre Störungen und Verdauungsprobleme in Anführungsstrichen mit sich bringen.

Gesellschaftliche Einflüsse auf Selbstwahrnehmung

00:06:55
Speaker
die wir aber als solche erstmal gar nicht mitbekommen, weil wir gar nicht wissen, dass wir sie verschluckt haben.
00:07:00
Speaker
Wir haben halt plötzlich ganz viele Symptome und irgendwie haben wir auch Bauchschmerzen und alles ist komisch, aber wir wissen gar nicht, dass wir einfach ganz viele leere Plastikhüllen in uns haben, die nicht verdaut werden können.
00:07:10
Speaker
Und so ist das eben auch mit diesen fremdübernommenen Einstellungen und da werden wir ja maximal viel mit konfrontiert.
00:07:17
Speaker
Also erstmal im ersten System, nämlich der Herkunftsfamilie, dann aber auch sehr schnell eben mit Kindergarten, Schule und so weiter.
00:07:25
Speaker
Werbung, soziale Medien ist inzwischen auch etwas, was schon immer früher auf Kinder einwirkt.
00:07:30
Speaker
Das heißt, wir sind quasi ständig dabei, irgendwelche Schabletten mit Plastikverpackung zu schlucken und das teilweise auch schon in Altersstufen, wo wir noch nicht mal wissen können, was gehört eigentlich zu mir, was kann ich gut verdauen und was nicht.
00:07:44
Speaker
Und dementsprechend kann man, glaube ich, nicht 100% pauschal sagen, wo ist bei jedem Menschen der wirkliche Ursprung davon.
00:07:52
Speaker
Weil ich würde schon sagen, dass es eben auch sein kann, dass selbst wenn jemand in der Familie groß wird, wo das Thema Körperbild und so weiter gar nicht so eine große Rolle gespielt hat, dann spätestens, wenn es dann in Kindergarten und Schulzeit geht und plötzlich dreht sich da alles darum oder es werden Mobbing-Erfahrungen gemacht oder Sonstiges, dann
00:08:09
Speaker
Das bedeutet, es entsteht im Kontakt, es entsteht auch in dem Bild, was gesellschaftlich geprägt wird und auch in dem Bild, was eben die Eltern, insbesondere die Mutter, wenn es sich um Frauen handelt,
00:08:21
Speaker
in Bezug auf Weiblichkeit, auf Körperbilder hat, weil die Frau eben Frau sein bei der Mutter, also bei der Frau lernt und der Junge im besten Fall das Mann sein bei einem Mann lernt und nicht nur bei der Mutter, weil die weiß halt nicht, wie ein Mann ist, weil sie halt selber keiner ist.
00:08:35
Speaker
Also würde ich sagen, hat es da seinen Ursprung und auf die Frage, wie kann man es Stück für Stück loswerden, ist im Prinzip die gleiche Antwort wie sonst auch.

Kindheitstraumata und persönliches Wachstum

00:08:46
Speaker
indem wir uns diesen kindlichen Verletzungen zuwenden, indem wir erstmal herausfinden, welche Gedanken habe ich denn eigentlich verschluckt, also wenn auf diesen Plastiktüten dann irgendwie Glaubenssätze stehen würden, also welche fremden Überzeugungen habe ich denn eigentlich runtergeschluckt und glaube jetzt inzwischen, dass das meine eigenen sind.
00:09:02
Speaker
Glaube ich wirklich, dass eine Frau, die Übergewicht hat, einfach ein wertloses Stück Scheiße ist oder habe ich das irgendwann mal gelernt und einfach irgendwann so verinnerlicht, dass ich das jetzt glaube, dass
00:09:12
Speaker
Also bin das wirklich ich oder habe ich es einfach so oft gehört und so oft erfahren, dass ich einfach inzwischen glaube, dass ich es bin.
00:09:21
Speaker
Und dafür müssen wir uns dem zuwenden, die Verletzungen da berühren, wo sie entstanden sind.
00:09:27
Speaker
da dann was Ergänzendes, also eine korrigierende Erfahrung reingeben, wenn man so möchte, neue Überzeugung, Glaubenssätze auch integrieren, um dann darüber die Erfahrung zu machen, okay, das entspricht mir eigentlich viel mehr.
00:09:41
Speaker
Aber es ist nicht ein schneller Prozess, in Anführungsstrichen, wenn wir uns vorstellen, wir haben ja auch teilweise Frauen, die schon mittleres, höheres Alter, sage ich mal, sind und wenn die ihr gesamtes Leben lang das geglaubt haben,
00:09:57
Speaker
Und auch immer wieder erlebt haben und auch durch Social Media, Werbung und so weiter das ja auch immer wieder bestätigt bekommen, dann ist es relativ schwer, in Anführungsstrichen, das mal eben so einfach umzuprogrammieren, sondern es braucht einfach dann eine wiederholte Erfahrung, dass es auch anders sein kann.
00:10:16
Speaker
Ja, absolut.

Die Trennung von Gedanken und Selbstbild

00:10:18
Speaker
Also vor allen Dingen müssen wir erstmal auf die Idee kommen, deswegen machen wir auch die Podcast-Folge hier, dass das, was wir da denken, vielleicht gar nicht unsere eigenen Gedanken sind, weil wir neigen halt einfach dazu,
00:10:36
Speaker
uns sehr, sehr stark mit dem, was wir fühlen und dem, was wir denken, zu identifizieren.
00:10:45
Speaker
Und das ist halt ganz spannend, weil eigentlich sind wir weder unsere Emotionen, noch sind wir unsere Gedanken.
00:10:53
Speaker
Zuallererst mal sind wir das Lebewesen, das all das wahrnimmt.
00:10:59
Speaker
Also ich nehme Gedanken wahr und ich nehme Emotionen wahr und erstmal ist das an sich eigentlich relativ neutral, weil Gedanken bewegen sich und Emotionen bewegen sich und nichts davon muss bleiben, es sei denn, wir haben irgendwann in unserer Geschichte gelernt,
00:11:22
Speaker
das festzuhalten.
00:11:24
Speaker
Also es ist wichtig zu glauben, dass ich nicht gut genug bin.
00:11:30
Speaker
Wenn dieser Gedanke aufkommt oder das Gefühl darunter, ist es wichtig zu glauben, dass ich nicht gut genug bin, weil das war irgendwann mal in meiner Vorgeschichte lebensnotwendig, das zu glauben.
00:11:45
Speaker
Warum könnte das sein?
00:11:47
Speaker
Naja, wenn ich glaube, ich bin nicht gut genug, dann habe ich zum einen eine Erklärung dafür, warum zum Beispiel Mama oder Papa, die für uns als Kinder Götter sind und fehlerlos, mich vielleicht nicht so versorgen,
00:12:05
Speaker
nicht die bedingungslose Liebe geben können, die ich eigentlich gebraucht hätte.
00:12:10
Speaker
Und dieses Ohnmachtsgefühl, was Kinder erleben, versuchen sie auszugleichen, indem sie sich die Kontrolle über die Situation zurückholen.
00:12:19
Speaker
Weil wenn ich das Problem bin, dann kann ich ja, zumindest in meiner Illusion, auch etwas an mir ändern, damit ich dann vielleicht doch bekomme, was ich brauche, um zu überleben.
00:12:34
Speaker
Also zum einen ist es zu glauben, was ich denke, gerade auch an negativen Ideen von mir selbst, auch wenn es schmerzhaft ist, eine Überlebensstrategie irgendwann mal gewesen.

Negative Selbstbilder und gesellschaftliche Erwartungen

00:12:48
Speaker
Weil dann kann ich mich ja mehr anstrengen, dann kann ich...
00:12:53
Speaker
mehr so sein, wie man mich haben will oder wie ich sein muss, um in dieser Welt zu überleben.
00:13:00
Speaker
Das heißt, ich musste mich irgendwann mit dem Gedanken oder dem Gefühl darunter identifizieren und dann bin ich halt die, die nie gut genug ist, dann bin ich halt die, die schon immer ein Problem mit ihrem Gewicht hat, dann bin ich halt die, die emotional zu viel ist, zu sensibel ist, dann bin ich halt die Piepelblieserin oder dann bin ich halt die
00:13:23
Speaker
You name it.
00:13:23
Speaker
Also du weißt als Zuhörerin ja selbst, mit was du sehr stark identifiziert bist.
00:13:28
Speaker
Und körperliche Empfindungen können ein krasser Trigger sein.
00:13:33
Speaker
Also wenn ich zum Beispiel erschöpft bin und nicht mehr mein normales Leistungslevel, was ich so über die Jahre, Jahrzehnte gefahren habe, aufrechterhalten kann.
00:13:44
Speaker
dann kann das zum Beispiel ein starker Trigger sein für ein Gefühl, was sowieso schon immer da war, nur ich habe halt mit meinem Leistung, immer Leistung zu bringen, immer gut zu sein, da einen Schleier drüber gelegt, nämlich dem Gefühl, ich bin doch nicht gut genug.
00:13:59
Speaker
Wenn ich diese Leistung nicht bringe, dann bin ich, dann habe ich keine Daseinsberechtigung.
00:14:05
Speaker
Und
00:14:07
Speaker
So kann zum Beispiel ein Gefühl, Pause machen zu müssen, erschöpft zu sein, sich noch mehr anstrengen zu müssen beim Thema Ernährung oder auch bei anderen Themen und das nicht halten zu können, der Auslöser dafür sein, dass diese Gedanken kommen von, oh Mann ey, du bist zu faul oder du bist zu schwach oder warum funktioniert es denn bei anderen und nur bei dir nicht.
00:14:37
Speaker
All das ist halt schon bereits in uns drin, aber wir entwickeln halt Bewältigungsstrategien und irgendwann kann unser Körper da aber vielleicht nicht mehr mithalten, weil wir immer vor diesen Gefühlen wegrennen.
00:14:49
Speaker
Das Wichtigste ist, dass wir uns, wie gesagt, zuerst mal klar machen, ich bin weder meine Gedanken, noch bin ich meine Gefühle, ich bin das, was das wahrnimmt.
00:14:58
Speaker
Und das heißt, meine Gedanken bewegen sich, meine Emotionen bewegen sich, Energie in Bewegung, wenn ich das nicht festhalte.
00:15:06
Speaker
Und solange das wichtig für mein Überleben ist, werde ich mich auch weiterhin daran festbeißen.
00:15:13
Speaker
Und erst wenn mein System gelernt hat, dass es sicher damit ist, das gehen zu lassen,
00:15:19
Speaker
würdest das auch zulassen.
00:15:21
Speaker
Was halt auch eine Erklärung dafür ist, warum positive Affirmationen so schlecht funktionieren.
00:15:28
Speaker
Weil
00:15:29
Speaker
Nur weil ich mir den ganzen Tag sage, ja, du darfst dich ausruhen, du darfst auch mal erschöpft sein, du darfst auch mal, du bist wertvoll und so weiter, habe ich noch nicht die Grundlage dafür geschaffen, dass das auch mein Körper, meine Zellen, meine inneren Kinder, wie wir sie auch nennen wollen, wirklich zulassen kann.
00:15:50
Speaker
Ja, und ich würde auch noch eine Sache ergänzen zu dem, was du gerade eben gesagt hast, dass dieser Selbsttass oder diese Selbstabwertung
00:15:57
Speaker
eine Schutzstrategie ist, da würde ich definitiv zustimmen.

Sicherheit in negativen Überzeugungen

00:16:00
Speaker
Und trotzdem, das hat mich nämlich eine Zeit lang selbst ein bisschen Zeit gekostet, bis ich das verstanden habe, weil das so paradox klingt.
00:16:08
Speaker
Aber für viele ist es deutlich sicherer und einfacher, sich mit dieser Minderwertigkeit zu identifizieren und auch diese Sätze
00:16:18
Speaker
die extremst beleidigend teilweise sind, die man zu anderen Menschen niemals sagen würde, zumindest viele würden es zu anderen nicht sagen, in Bezug auf sich selber immer wieder zu wiederholen, auch laut ausgesprochen.
00:16:30
Speaker
Und ich glaube, das liegt einerseits eben daran, dass uns das leichter fällt, als unsere eigene Größe, unsere eigenen tollen Eigenschaften anzuerkennen, weil wir eben auch eine, also kollektiv einfach eine in Minderwertigkeit getränkte,
00:16:47
Speaker
Gesellschaft haben, sag ich mal, die generell sehr auf Mängel, auf Fehler, auf Schwächen, auf Minderwertigkeit und so weiter geht und darüber ja auch verkauft und so weiter.
00:16:57
Speaker
Und
00:16:58
Speaker
häufig eben auch die eigenen Eltern, die eigenen weiblichen Vorbilder eben diese emotionalen, sehr schmerzlichen Gedanken über sich selber haben und dann in den Selbstausdruck zu gehen im Sinne von, ach, ich finde mich aber eigentlich ganz toll und mich stört das eigentlich auch nicht, dass ich so eine kleine Delle an den Beinen habe und warum sollte mir es denn jetzt Spaß am Schwimmen nehmen, wenn ich irgendwie...
00:17:19
Speaker
eine kleine Bauchfalte habe, also das macht ja gar keinen Sinn, das wäre nicht einfach nur schön, sondern es wäre auch ein Verrat an dem, was auch Menschen vor mir erlebt haben und es wäre auch ein Verlassen des Systems, zu sagen, okay, in dieser Minderwertigkeit verliere ich meine Zugehörigkeit dann eben.
00:17:39
Speaker
Das ist dieser Freiheitswunsch, auch Freiheit von diesen Gedanken geht mit extrem hohen Preisen einher, die uns häufig gar nicht so bewusst sind.
00:17:49
Speaker
Aber geh mal irgendwo hin und erzähl, dass du dich hübsch findest, dass du das Gefühl hast, dass du wirklich was Gutes, dass du wirklich ein guter Mensch bist.
00:17:58
Speaker
Du bist ja gleich eingebildet.
00:18:00
Speaker
Genau, bist du direkt arrogant oder was ist mit der los oder so esoterisch oder nee, da glaube ich das nicht.
00:18:06
Speaker
Also es kann ja nicht sein, dass die so von sich denkt.
00:18:07
Speaker
Also es gibt erstmal ein riesengroßes Störgefühl, weil wir einfach so damit verbunden oder identifiziert sind, auf diesen Teil zu gucken und
00:18:18
Speaker
Alles, was das irgendwie in Frage stellt, wird erstmal als Bedrohung wahrgenommen, was ja eigentlich irre ist.
00:18:23
Speaker
Aber so ist es eben und deswegen tun sich viele deutlich schwerer damit, was Freundliches über sich zu sagen, als was Negatives.
00:18:32
Speaker
Was ja eigentlich total krass ist, aber es ist nun mal so.

Innere Überzeugungen und äußere Wahrnehmung

00:18:37
Speaker
Die eigene Größe anzuerkennen ist für viele deutlich schwerer eben, als die eigene Minderwertigkeit anzuerkennen.
00:18:42
Speaker
Das andere ist, dass solange ich diese Dinge über mich selber vor allem auch ausdrücke, entweder über den Körper, also dass ich meinen Körper so lange so auch unbewusst, dass er sich so formt, dass meine Minderwertigkeit nach außen scheinbar sichtbar wird, was auch ganz viel über die Ausstrahlung passiert, nicht über den Körper selber, sondern wenn ich mich ständig minderwertig fühle, dann strahle ich auch nicht unbedingt die pure Schönheit und Freundlichkeit und so weiter aus, sondern es strahlt ja auch nach außen.
00:19:12
Speaker
Das heißt, mein Körper und meine Ausstrahlung werden auch zur sichtbaren Fläche dessen, was ich innerlich eigentlich über mich denke und spüre.
00:19:22
Speaker
Und es ist auch ein unbewusster...
00:19:25
Speaker
meiner Meinung nach häufig, von anderen gesagt zu bekommen, dass das ganz schön hart ist und auch nicht fair, wie die Person mit sich spricht.
00:19:33
Speaker
Die meisten reagieren auf sowas ja mit, hey, aber das kannst du doch so nicht sagen, das ist ja voll gemein, was du da über dich denkst und hey, aber guck mal, du hast doch voll die schönen Augen und was du schon alles geschafft hast und so weiter.
00:19:44
Speaker
Also es gibt häufig eine Reaktion darauf, dass
00:19:49
Speaker
insbesondere von fremden Menschen, das erstmal aufwiegeln zu wollen oder zumindest entkräftigen zu wollen, also wie so eine Art stiller Hilferuf, der dann auch auf Hilfe stößt oder, was wir häufig ja leider auch erleben, wenn Frauen zu uns kommen, das Gegenteil.
00:20:03
Speaker
Also eine weitere Bestätigung in dem, was die Person eh schon über sich denkt, in dem dann gut gemeinte Ratschläge kommen, da hatten wir ja mal eine Klientin, da war ich echt passungslos und wahrscheinlich ist das noch nicht mal das Schlimmste, aber ich fand es trotzdem schlimm.
00:20:19
Speaker
Und bei jedem Familienfest kamen dann die Familienmitglieder mit Bildern von ihr aus einer Zeit, wo sie schlank war, haben die auf dem Tisch ausgebreitet und ihr dann gesagt, wie schön das aussah und wie gut ihr das gestanden hat mit dem Schlanksein und was denn passiert ist, dass sie jetzt so zugenommen hat.
00:20:38
Speaker
Also wirklich Terror, wie ich finde.
00:20:41
Speaker
Also ganz, ganz krass.
00:20:43
Speaker
Und die Reaktion von ihr darauf, sie hat das so beiläufig erzählt,
00:20:48
Speaker
Ja, aber die meinen das ja gut und ich sehe das ja auch so, dass mir das besser stand und so.
00:20:52
Speaker
Die Gewalt und die Abwertung, die Verachtung und die Unverschämtheit, die da drin waren, hat sie gar nicht mehr mitbekommen, weil das für sie so normal war.
00:21:02
Speaker
Und das ist eben der andere Teil, wenn das halt unser Normal war schon immer,
00:21:07
Speaker
dann können wir uns auch schwer vorstellen, dass das vielleicht nicht stimmt.

Psychologische Einschränkungen und Realität

00:21:12
Speaker
Das ist wie dieses Bild oder diese, ich weiß nicht, ob man das Parabel oder Analogie nennt, also ich glaube Analogie heißt es oder Metapher von diesem Experiment,
00:21:23
Speaker
wo Fische in ein Aquarium gegeben wurden und dann nach und nach immer mehr Begrenzungen eingebaut wurden.
00:21:30
Speaker
Also am Anfang war das ganze Aquarium beschwimmbar, dann nur noch zwei Drittel, dann nur noch die Hälfte, dann nur noch ein Drittel und jedes Mal ist der Fisch halt gegen diese Glasscheibe geschwommen, wenn die halt neu gelegt wurde.
00:21:46
Speaker
Und am Anfang ist die ein paar Mal dagegen geklatscht.
00:21:49
Speaker
weil weiterhin dieser große Kreis ausgekostet werden wollte.
00:21:52
Speaker
Aber irgendwann hat er sich so daran gewöhnt bzw.
00:21:55
Speaker
wurde so konditioniert, dass er gemerkt hat, okay, jedes Mal, wenn ich versuche, durchs ganze Aquarium zu schwimmen, knalle ich halt gegen eine Glaswand, tut es weh, also bleibe ich lieber in meinem kleinen Bereich.
00:22:06
Speaker
Und auch als dann diese Glasscheiben alle wieder entfernt wurden, also dieser ganze Raum wieder beschwimmbar gewesen wäre, ohne dass Verletzungen stattgefunden hätten, ist der Fisch trotzdem in diesem Bereich geblieben im Schwimmkreis, weil er gelernt hat, wenn ich da versuche größer zu schwimmen,
00:22:21
Speaker
Dann knalle ich halt gegen die Glasscheibe, das tut weh, also bleibe ich auf diesem kleinen Bereich.
00:22:26
Speaker
Und so ist es mit der Psyche des Menschen auch.
00:22:28
Speaker
Also wenn ich in meinem Pusten-Selbstausdruck, in meiner Größe und so weiter auf die Welt komme und jedes Mal, wenn ich mich ausdrücke, wenn ich kreativ bin, wenn ich albern bin, wenn ich wütend bin, wenn ich emotional bin,
00:22:40
Speaker
gegen eine Glasscheibe knalle, die dann übersetzt so etwas sein könnte wie Ignoranz durch die Eltern, Liebesentzug, ein abwertender Blick, ein belächelt werden, eine Strafe, was auch immer, dann lernt das System irgendwann, ja, es wäre ja dämlich, weiter zu versuchen, mich weiter auszudrücken, wenn ich jedes Mal gegen diese schmerzhafte Glasscheibe knalle.
00:23:03
Speaker
Also gewöhne ich mich an diesen kleinen Bereich, den ich habe, der sicher ist und selbst wenn dann irgendwann, wenn wir erwachsen sind, wir eigentlich selbst entscheiden könnten, wie wollen wir leben und Mama und Papa eine andere Rolle in unserem Leben spielen, die Glasscheiben also auf eine Art weggenommen werden erst mal,
00:23:20
Speaker
bleiben wir trotzdem in diesem kleinen Kreis, weil wir einfach so oft erfahren haben, wenn ich diese ganzen Radios auskoste, also wenn ich das ganze Leben, was mir zur Verfügung steht und all das, was ich in mir trage, ausleben würde, dann tut es weh, dann schwirme ich gegen diese Glasscheibe, also wäre es ja dämlich, das zu tun, also bleibe ich in diesem Bereich, der sicher ist, wo die Verletzungen möglichst gering sind,
00:23:44
Speaker
und frage mich vielleicht irgendwann auch gar nicht mehr, gibt es eigentlich etwas außerhalb dieses Radios, in dem ich immer geschwommen bin.
00:23:51
Speaker
Ich kriege das ja gar nicht mehr mit.
00:23:53
Speaker
Und so ist es, glaube ich, bei diesem Thema auch.
00:23:56
Speaker
Und irgendwann glauben wir einfach, dass dieser kleine Bereich...
00:24:00
Speaker
wo diese ganzen Glaubenssätze, die ganzen Begrenzungen und so weiter drin sind, dass das eben der Bereich ist, der uns zur Verfügung steht, der unser Zuhause ist, in dem wir sicher sind, ohne dass wir mitbekommen, dass es eigentlich mal einen viel größeren Bereich gab, ein viel größeres Potenzial, das wir auskosten könnten, dass die Glaswände jetzt brüchiger sind oder eben gar nicht mehr da, zumindest nicht objektiv betrachtet, subjektiv natürlich weiterhin,
00:24:27
Speaker
Und so verbringen einfach sehr, sehr viele Menschen ihr Leben lang in diesem kleinen, beschwimmbaren Teil, drehen sich immer wieder im Kreis und haben irgendwann vergessen, dass dahinter noch was spürbar ist und das Einzige, was sie noch daran erinnert.

Körpersymptome und Selbstkritik

00:24:42
Speaker
sind dann eben die Symptome und der Körper, der aufbegehrt und sagt, nein, das war nicht alles und nein, das ist nicht das, was sicher ist und nein, hier ist alles verschmutzt mit diesen Plastiktüten um den Käse rum, das Bild, was ich eben aufgebaut habe, das kann ich nicht verdauen, das gehört nicht zu mir und jetzt guck mal dahin, ich mach doch schon alles, das sichtbar wird, dass das quälend für mich ist und dann, ja.
00:25:07
Speaker
gehen sie eben in weitere Konditionierungsprogramme und versuchen sich halt kognitiv irgendwelche Lösungen in Form von Affirmationen, Audios, Mindsetplänen und Ernährungskontrollen und was weiß ich nicht was aufzuerlegen und bauen sich damit weitere Glasscheiben rein, machen den Radius immer noch kleiner.
00:25:26
Speaker
Und spüren das ja auch körperlich und emotional.
00:25:28
Speaker
Also wir sehen das ja, wenn Frauen zu uns kommen, die diesen Weg hinter sich haben, ganz viele Dinge schon ausprobiert zu haben, die eben diese unterschiedlichen eben nicht abdecken.
00:25:39
Speaker
Was das einfach auch für ein krasser Kraftaufwand ist.
00:25:42
Speaker
Also das ist ja verrückt.
00:25:45
Speaker
Ja, vor allen Dingen, also ich sage mal, gerade so diese konkrete Geschichte, die du gerade erzählst, zeigt halt auch, wie hart gut wir darin sind, auszublenden, wie
00:26:01
Speaker
missbräuchlich vielleicht auch unsere Umgebung mit uns umgeht, ja, weil so wenn meine Tante mir sagt, ach, du hast aber zugenommen, so vor ein paar Jahren, das hat dir aber besser gestanden oder weiß ich nicht, die Oma oder die Mama oder sonst wer, dann
00:26:17
Speaker
ist das eine Form von Missbrauch, weil es geht hier gerade gar nicht um dich in dem Moment, sondern um das, was in der anderen Person ausgelöst wird.
00:26:31
Speaker
Und es verkennt natürlich auch, und das hat auf der einen Seite natürlich was mit der menschlichen Psyche zu tun,
00:26:39
Speaker
weil es auch eine Projektion ist, also im Sinne von, also ich könnte mich selbst nicht ertragen, wenn ich zunehmen würde und deswegen muss das bei dir auch so sein und ja, da wird man halt gespiegelt, das ist auch der Grund, warum viele
00:27:01
Speaker
auch sehr auffällig, sehr schwer, vielleicht übergewichtige Menschen häufig auch großen Hass von anderen abbekommen.
00:27:10
Speaker
Also wir haben das letztens auch bei uns in der Community gehabt, da haben wir auch da nur gesessen und mit dem Kopf geschüttelt, weil wir gedacht haben, was ist

Externe Urteile und Selbstwert

00:27:18
Speaker
das?
00:27:18
Speaker
Wie kann man so sein?
00:27:20
Speaker
Sie hat geteilt, sie war irgendwo und dann ist halt jemand, ist eine Frau an ihr vorbeigelaufen, hat sie anguckt, hat gesagt, sie wäre hässlich und dumm.
00:27:31
Speaker
Und das ist natürlich also überhaupt gar nicht okay, unter keinen Umständen.
00:27:40
Speaker
Da haben wir sie natürlich auch aufgefangen und sie reguliert und sie unterstützt.
00:27:45
Speaker
Und gleichzeitig hilft es vielleicht, wenn du selbst als Zuhörerin auch schon solche Momente erlebt hast, vielleicht auch nicht in Bezug auf deinen Körper, sondern...
00:27:54
Speaker
andere beleidigende Situationen, Mobbing-Erfahrung und so weiter, hilft es für uns.
00:28:01
Speaker
Bei der anderen Person, das ist nicht in Ordnung, keine Frage, aber es hilft uns vielleicht zu erkennen, die Frau hat das in dem Moment nicht zu
00:28:11
Speaker
ihr gesagt, sondern die hat das eigentlich zu dem Teil in sich gesagt, den sie ablehnt und der dadurch gespiegelt wird.
00:28:17
Speaker
Und natürlich ist das trotzdem immer noch verletzend und es trifft auch eine Wunde in uns, wenn wir sowas gesagt bekommen, wenn wir völlig klar mit uns werden, völlig zufrieden mit uns werden, wenn wir sicher, selbstsicher mit uns werden, dann finden wir sowas immer noch nicht in Ordnung.
00:28:34
Speaker
Aber das erschüttert uns nicht so existenziell, weil wir in uns das Gefühl sehr stark verirrten,
00:28:40
Speaker
verankert und integriert haben, dass das nicht stimmt oder dass das nichts mit uns zu tun hat.
00:28:47
Speaker
Das ärgert uns noch, aber das löst keine extreme existenzielle Situation aus, in der man sich nicht mehr gut regulieren kann.
00:28:56
Speaker
Und das Umfeld hat natürlich auch meistens überhaupt gar keinen Plan davon, dass genau das, was sie da tun,
00:29:03
Speaker
eigentlich die Ursache für die Problematik ist, ja.
00:29:07
Speaker
Weil immer wieder von klein auf nicht korreguliert wurde, weil immer wieder von klein auf so gewirrt wurde, du musst so und so und so sein und diese und diese und diese Facette an dir musst du unterdrücken.
00:29:18
Speaker
Da bist du nicht okay, hier bist du falsch, hier wirst du nicht gesehen.
00:29:22
Speaker
Entsteht das denn überhaupt, dass Kinder anfangen, ihre Emotionen zu unterdrücken und irgendwann emotional zu essen?
00:29:28
Speaker
entstehen überhaupt erst extreme Angstzustände, Unsicherheiten, ein überdrehtes Nervensystem, was in der Kette auch dann zu einem Stoffwechsel und Immunsystem und so weiter führt, was sich verschiebt und zu Gewichtsproblemen führt.
00:29:44
Speaker
Und das ist halt

Familiäre Einflüsse und Selbstwahrnehmung

00:29:46
Speaker
der Punkt.
00:29:46
Speaker
Also selbst wenn sie es gut meinen würden und ich unterstelle an der Stelle einfach mal,
00:29:54
Speaker
Darum geht es in dem Moment nicht.
00:29:57
Speaker
Also da ist vielleicht ein kleiner Teil da, der sich auch Sorgen darum macht, wenn die Tochter weiter zunimmt, dass sie irgendwann krank davon wird.
00:30:04
Speaker
Das mag ja sein.
00:30:06
Speaker
Aber bei solchen Situationen geht es prozentual, erfahrungsgemäß mehr um ein, ändere das mal bitte, weil ich kann das nicht ertragen,
00:30:19
Speaker
zu sehen, dass du leidest oder dass du immer weiter zunimmst oder dass du irgendwann davon krank wirst.
00:30:26
Speaker
Und das ist halt auch ein Riesenpunkt, weil am Ende des Tages...
00:30:35
Speaker
Wenn du erwachsen bist, sorry, wenn ich es so hart sage, aber dann geht deine Mutter deine Gesundheit und wie du dein Leben gestaltet, halt nichts mehr an.
00:30:45
Speaker
Die kann das schöner finden und die kann das entlassener finden, wenn es dir gut geht und natürlich wünscht sich das jede Mutter für sein Kind und gleichzeitig geht es sie nichts mehr an.
00:31:00
Speaker
Und dann ständig da immer wieder drauf zu pochen, ja, du musst da jetzt aber mal was machen und so weiter, erhöht ja nur weiter den Druck, erhöht nur weiter den Charme und die Schuldspirale und füttert genau das nämlich weiter, was eigentlich ursächlich für die ganze Thematik ist.
00:31:17
Speaker
Nämlich genau diese selbsthassenden Gedanken.
00:31:20
Speaker
Und wir müssen uns halt lernen, Stück für Stück davon zu lösen.
00:31:27
Speaker
Der Punkt ist zuallererst mal zu erkennen,
00:31:31
Speaker
Oder in die Frage zu stellen, ist das, was ich da gerade über mich denke, kommt das eigentlich wirklich von mir?
00:31:36
Speaker
Sind das meine eigenen Gedanken?
00:31:39
Speaker
Bin ich damit noch voll identifiziert?
00:31:41
Speaker
Also das sieht man dann daran, wenn man sagt, ja, es ist ja auch so.
00:31:45
Speaker
Ja, ich bin wirklich nicht diszipliniert genug.
00:31:48
Speaker
Ja, ich bin wirklich faul.
00:31:52
Speaker
Und der nächste Schritt ist dann, wenn wir uns Stück für Stück davon lösen, ist ein Anzeichen davon, okay, ich merke, ich denke das immer wieder, ich habe aber jetzt schon begriffen, dass das gerade gar nichts mit Disziplin zu tun hat, was hier passiert, sondern dass ich damit etwas bewältige.
00:32:08
Speaker
Das ist der nächste Schritt.

Selbstkritische Gedanken entwirren

00:32:10
Speaker
Und dann ein weiterer Schritt ist, dafür nehme ich mal eine konkrete Situation mit einem ganz anderen Thema, aber irgendwann kam eine Klientin mal in die Session und sagst zu mir, es treibt mich in den Wahnsinn, ich höre die ganze Zeit meine Mutter in meinem Kopf.
00:32:26
Speaker
egal was ich mache, die ist immer mit dabei.
00:32:30
Speaker
Selbst wenn ich an die Tanke fahre und mein Auto tanken will, höre ich, wie sie neben mir sitzt und sagt, boah, ist der Sprit jetzt schon wieder teuer geworden.
00:32:40
Speaker
Und das kann extrem nervig sein, aber das zeigt schon, wie sich Stück für Stück
00:32:45
Speaker
die Identität, also die Verwobenheit mit dem Gedanken und die Identität von dem Gedanken löst.
00:32:54
Speaker
Also erst glaube ich, es ist mein Gedanke.
00:32:57
Speaker
Dann stelle ich den Gedanken in Frage und merke, ah, okay, das ist nicht die ganze Realität.
00:33:02
Speaker
Und dann kann ich irgendwann im Verlauf des Prozesses sogar differenzieren, ist das jetzt wirklich meine eigene Stimme oder nehme ich da gerade meine innere Mutter wahr, meinen inneren Vater wahr,
00:33:14
Speaker
meine innere Oma war, was auch immer, die sich da sozusagen noch in mir rumtreibt und die ganze Zeit versucht, mich zu korrigieren.
00:33:26
Speaker
Und das sind sozusagen die unterschiedlichen Phasen und dann können wir uns eben Stück für Stück davon lösen, bis diese Gedanken irgendwann
00:33:35
Speaker
auch zum Teil sich komplett verändern oder gar nicht mehr vorhanden sind.
00:33:41
Speaker
Das kommt immer ein bisschen darauf an, aus welchen Erfahrungen die stammen, wie lange die schon da sind.
00:33:46
Speaker
Aber ich kann mal ein Beispiel von mir nennen.
00:33:49
Speaker
Ich habe halt, als ich in die Pubertät gekommen bin,
00:33:52
Speaker
fast, also in ganz regelmäßigen Abständen, ich will nicht sagen täglich, aber sehr, sehr regelmäßig gehört von meiner Mutter, hoffentlich kriegst du nicht zu große Brüste, ist nicht zu viel, hoffentlich wird dein Po nicht zu dick, da musst du schon drauf achten und das waren Sätze, die mich immer wieder begleitet haben.
00:34:10
Speaker
Mein Po ist zu dick,
00:34:12
Speaker
Meine Brüste sind nicht so groß geworden, das Problem hatte ich da nicht, ja.
00:34:16
Speaker
Aber das heißt, ich habe selber viele, viele, viele Jahre, locker zwei Jahrzehnte geglaubt, mein Po ist zu rund.
00:34:28
Speaker
Und
00:34:29
Speaker
Und mittlerweile bin ich an einem Punkt, wo ich meine Kurven echt liebe und wo ich einfach auch meinem Mann glauben kann, wenn der sagt, boah, dein Po, ich liebe deinen Po.
00:34:42
Speaker
Früher ging das einfach nicht rein, da habe ich das gehört, aber das kam nicht an.
00:34:48
Speaker
Ich konnte das nicht annehmen, ich konnte das nicht fühlen, ich konnte nicht selber vorm Spiegel stehen und sagen, ja okay, dann habe ich halt keine Kurven.
00:34:55
Speaker
Hose S, dann habe ich halt keine XS, ja, sondern ich habe halt eine größere Größe und trotzdem bin ich sexy und das fühlen zu können, das ist definitiv möglich, auch wenn wir solche Introjekte geschluckt haben und
00:35:13
Speaker
auch davon wegzukommen, dass jedes Bild, das ich gesehen habe von mir von hinten, war schrecklich.

Selbstannahme und Körperbild

00:35:21
Speaker
Da habe ich jedes Mal wieder die Stimme meiner Mutter gehört.
00:35:24
Speaker
Irgendwann konnte ich es nämlich dann differenzieren.
00:35:27
Speaker
Der Po ist zu dick.
00:35:29
Speaker
Und da ist mir wie das Herz in die Rosen gerutscht, die Ohren haben mir geklingelt, mir ist übel geworden.
00:35:36
Speaker
Und ich habe mir letztens mal ein Video angeguckt von einem Ibiza-Urlaub, wo ich
00:35:40
Speaker
ein Bikini anhatte, der fast schon Stringartig war, also nicht richtig, aber halt sehr viel freie Pofläche gezeigt hat.
00:35:49
Speaker
Und ich weiß noch, wie mein Mann damals dieses Video gemacht hat, als ich so kopfüber ins Meer gesprungen bin, war das nämlich so ein Video, wo ich drauf geguckt habe und ich wollte es eigentlich löschen.
00:36:02
Speaker
Ich bin im Nachhinein froh darüber, dass ich es nicht getan habe, weil wenn ich mir das heute angucke,
00:36:07
Speaker
und mich daran erinnere, wie ich mich gefühlt habe, als ich es damals angeschaut habe, dann weiß ich nicht, kann ich es fast nicht mehr nachvollziehen.
00:36:18
Speaker
Und das ist halt auch was, was ja ganz, ganz viele Frauen teilen, wenn sie dann Bilder von früher sehen, wo sie vielleicht schlanker waren und sich damals aber dick gefühlt haben, jetzt zurückblicken und sagen, ich wäre voll zufrieden, wenn ich jetzt einfach wieder da wäre.
00:36:32
Speaker
Ich weiß gar nicht, was ich da für ein Thema hatte.
00:36:35
Speaker
Ich kann sagen,
00:36:37
Speaker
Das Thema wird wahrscheinlich, selbst wenn du da bist, wieder da sein, weil sich im Inneren ja nichts verändert hat, wenn du jetzt einfach nur abnimmst über eine Diät und am Ende aber das Innere nicht mitgenommen hast, nicht aufgelöst hast, was schon damals dazu geführt hat, dass du dich so wahrgenommen hast.
00:36:58
Speaker
Ja, ich hoffe, ich kriege die drei Sachen jetzt zusammen.
00:37:01
Speaker
Ja.
00:37:05
Speaker
Also das eine, ich glaube, ich gehe direkt einmal auf das, was du gerade gesagt hast.
00:37:09
Speaker
Interessant wird es dann ja eigentlich, wenn man auf eine Ebene tiefer geht, also auf eine Art Symptom-Symbolebene einmal schaut.
00:37:19
Speaker
Also da, wo der Blick als aller, aller, aller, allererstes hingeht, weil das ist ja super subjektiv.
00:37:26
Speaker
Also es ist super subjektiv, wo der Blick bei einem selbst hingeht und wo er vielleicht auch bei anderen in Bezug auf einen hingeht.
00:37:33
Speaker
Also was dann jetzt in dem Beispiel zum Beispiel, Jan schaut auf deinen Po, find den toll, du schaust auf deinen Po, findest den schrecklich.
00:37:42
Speaker
Oder andere Themen, ist ja egal, aber manche sehen dann die tolle Ausstrahlung, man selbst sieht halt nur die dünnen Haare zum Beispiel.
00:37:51
Speaker
Also das bedeutet, man kann erstmal darauf schauen, wohin zieht es mich mit meinem Blick denn ständig, also welchen Körperbereich oder
00:37:58
Speaker
welches Symptom betrachte ich denn permanent, um dann mal eine Ebene tiefer zu gehen und nachzuspüren, okay, aber was bedeutet das für mich, mit welchem Thema hängt denn eigentlich das zusammen?
00:38:09
Speaker
Also bei den meisten Frauen ist es ja in Bezug auf den eigenen Bauch auch das Thema Attraktivität, Weiblichkeit, alles im Beckenbereich, also auch Po und so ist ja ähnlich, Haare ebenfalls, also ganz, ganz ähnlich.
00:38:21
Speaker
Ganz, ganz viel kreist sich eigentlich um das Thema Weiblichkeit.
00:38:25
Speaker
Dann kann man natürlich noch drauf schauen, welche Emotionen befinden sich in welchem Körperraum.
00:38:31
Speaker
Bauchraum, tendenziell Wut.
00:38:32
Speaker
Das heißt, wir haben schon mal eine Verbindung von dem Symbol der Weiblichkeit.
00:38:40
Speaker
Auch der Bauch auf weiblicher Ausdruck, auch als weibliche Mitte, als Kraftzentrum, sage ich mal.
00:38:46
Speaker
Der Frau, da ist ja auch die Gebärmutter und alles Mögliche drin.
00:38:50
Speaker
Und auf der anderen Seite aber auch die Emotionsdynamik, also Wut.
00:38:54
Speaker
Also haben wir schon mal zwei Ebenen, wo wir wissen, okay, wenn mich mein Blick ständig dahin auf meinen Körper führt, dann wäre das cool, mal eine Ebene tiefer zu schauen und mal auf die weibliche Wut, auf die Wut in Bezug auf das Weibliche, also in Bezug auf die Mutter zu gucken.
00:39:10
Speaker
Das heißt, unser Körper und auch, dass unser Blick immer auf diesen Punkt geht, ist eigentlich erstmal sehr kreativ, weil genau da steckt etwas Symbolhaftes, was wir uns anschauen

Symbolik von Körperbereichen

00:39:20
Speaker
sollten.
00:39:20
Speaker
Nur die meisten und auch die meisten Begleitungen bleiben dann an der Körperoberfläche und gucken dann auch ständig nur auf den Bauch und was helfen könnte, den weniger werden zu lassen oder so.
00:39:30
Speaker
Aber es wäre ja viel interessanter, mal da drunter zu gucken, also auf was macht mich denn eigentlich mein Körper und mein Symptom,
00:39:37
Speaker
aufmerksam, weil bis zum gewissen Grad funktioniert es ja sogar.
00:39:39
Speaker
Ich gucke ja wirklich die ganze Zeit dahin.
00:39:42
Speaker
Nur ich kriege diesen inneren Schalter nicht umgelegt von ich gucke mal zum Thema, auf das es mich wirklich aufmerksam machen möchte.
00:39:48
Speaker
Also die Frage, ganz kurz, dass ich einwerfen kann, weil ich glaube, das ist richtig gut, mal zu fragen, was soll denn da eigentlich wirklich weniger werden?
00:39:57
Speaker
Genau, ja.
00:39:58
Speaker
Was möchte ich weniger sichtbar haben?
00:40:00
Speaker
Also warum soll das niemand mitbekommen?
00:40:02
Speaker
Ich kann das ja einfach mal, also es ist
00:40:06
Speaker
Also bei mir ist es mit dem Thema mit den Haaren, ja, ich meine, da muss ich ja nicht erzählen und die meisten, die hier zuhören, kennen das ja auch von mir.
00:40:12
Speaker
Das ist ja für mich echt ein großes Thema.
00:40:13
Speaker
Es wird mal ein bisschen besser, mal ein bisschen schlechter und so weiter, aber für mich hängt da extrem das Thema Weiblichkeit dran.
00:40:21
Speaker
Und ich höre auch immer wieder, ja, aber im Prinzip sind es auch nur Haare und es ist jetzt auch nicht so schlimm, dass...
00:40:26
Speaker
dass man mich nicht mehr angucken könnte deswegen.
00:40:30
Speaker
Aber es ist ein so schambehaftetes Thema.
00:40:33
Speaker
Und klar, wenn ich immer nur auf die Haare gucke, wird es ja auch nicht besser.
00:40:36
Speaker
Ich meine, ich verbringe ja dann die ganze Zeit damit, noch mehr Abwertung und so weiter da reinzugeben.
00:40:42
Speaker
Es verstärkt sich ja wie so ein Teufelskreis, ähnlich wie eben auch die ständige Selbstabwertung in Bezug auf den Bauch und so weiter.
00:40:48
Speaker
Das ändert halt einfach nur den Ort, an dem ich hinschaue.
00:40:53
Speaker
Und dann zu gucken, okay, aber was möchte ich denn nicht, dass das jemand von mir sieht?
00:41:00
Speaker
Was möchte ich denn nicht, dass das körperlich sichtbar wird, was ich in mir fühle?
00:41:04
Speaker
Und dann ist man sehr schnell bei einer weiblichen Unsicherheit oder bei einem Minderwertigkeitsgefühl oder bei fehlender innerer Freiheit.
00:41:11
Speaker
Also alles, wofür dann eben das Symbolbild Haare steht.
00:41:14
Speaker
Und so kann man eben den Körper ja auch in Bezug auf andere Symptome oder Körperbereiche abgehen.
00:41:19
Speaker
Und da wird es ja erst richtig spannend und da ist dann auch erst der Raum, der wirkliche Lösungen bereithält, weil dann schaue ich plötzlich dahin, wo es wirklich eigentlich schmerzhaft ist, wo ich wirklich eigentlich erkenne, worum es eigentlich geht, wenn ich ständig auf einen bestimmten Körperbereich schaue.
00:41:37
Speaker
Also das ist schon mal das eine, das kann man sich einmal fragen.
00:41:40
Speaker
Also was verbinde ich denn eigentlich mit einem dicken oder dünnen Bauch oder mit einem
00:41:45
Speaker
breiten oder dünnen Becken oder mit schmalen oder breiten Schultern oder großen oder kleinen Brüsten oder langen oder kurzen Haaren.
00:41:53
Speaker
Also was verbinde ich ganz persönlich damit?
00:41:55
Speaker
Weil dann habe ich schon mal eine Idee dazu, um welches Thema es sich vielleicht handeln könnte, auf das mein Körper die ganze Zeit versucht aufmerksam zu machen und wo ich die ganze Zeit mit dem Blick schon hinstarre, aber wie blind eigentlich, gar nicht erkenne, dass es noch eine Schicht dahinter gibt.
00:42:11
Speaker
Und dann hast du noch was gesagt, was ich auch super spannend fand.
00:42:13
Speaker
Dazu habe ich nämlich tatsächlich jetzt erst vor zwei Tagen einen Podcast gehört, wo es um das Thema ging, warum eigentlich Kinder oder auch andere Opfer in Anführungsstrichen von Übergriffen oder von langen Quälereien eigentlich so eine Bindung zum Aggressor aufbauen.
00:42:32
Speaker
Weil die Frage habe ich mir tatsächlich auch schon oft gestellt, neben der Abhängigkeit auch zu den eigenen Eltern,
00:42:40
Speaker
Und das fand ich mega spannend, weil du hast ja eben gesagt, dass viele auch gar nicht mitbekommen, wie missbräuchlich eigentlich das Umfeld dann auch in diesem Kontext ist.

Bindungssystem und Bedrohung

00:42:48
Speaker
Und die Erklärung, die er gebracht hat, fand ich einfach genial, weil er meinte, wenn wir in Bedrohungssituationen sind, egal ob körperlich oder emotional, geht neben diesen altbekannten Flucht-, Kampf- und Einfrierungs-
00:43:04
Speaker
Momenten oder Reaktionen noch was anderes ganz automatisch in uns an.
00:43:09
Speaker
Und das ist unser Bindungssystem.
00:43:12
Speaker
Das heißt, unser System scannt sofort, wer ist hier, wer könnte mir helfen, wo ist eine Person, die unterstützend sein könnte, an die ich mich binden kann in dieser so hilflosen, emotional hilflosen oder auch körperlich hilflosen Situation.
00:43:27
Speaker
Und selbst wenn die Person im Raum der Aggressor in Anführungsstrichen ist, der überhaupt erst die Gefahr emotional oder körperlich herbeiführt, ist es trotzdem die Bindungsperson, die da ist.
00:43:39
Speaker
Das heißt, es ist quasi wie so eine innere Verwirrung, weil einerseits ist das die Person, die dazu führt, dass es überhaupt hier unsicher ist.
00:43:48
Speaker
Andererseits ist aber auch die Person, auf die mein Bindungssystem sofort anspringt, weil da ist eine Person und wenn ich mich mit der gut halte, dann wird es sicherer.
00:43:56
Speaker
Also passt sich das System an und stellt sich, ohne dass wir es kognitiv machen, die Frage, wie müsste ich sein, was müsste ich tun, damit ich dieser Person...
00:44:07
Speaker
Man kann es auch vorne nennen, also Beschwichtigungsfalten ist dann nochmal eine andere Reaktion darauf.
00:44:11
Speaker
Aber wie kann ich wieder Sicherheit herstellen?
00:44:13
Speaker
Überbindung.
00:44:15
Speaker
Also passe ich mich an.
00:44:16
Speaker
Also versuche ich erstmal, mich an das anzupassen, was ich lerne.
00:44:21
Speaker
Und irgendwann gibt es dann die Personen, die bleiben dabei oder sie gehen halt in maximale Rebellion und sprengen dann auch.
00:44:28
Speaker
über Körpergewicht und so weiter die Grenzen, die ihnen mal gesetzt wurden.
00:44:32
Speaker
Also da haben wir ja schon mal darüber gesprochen, auch in anderen Podcast-Folgen, was eigentlich die Psychodynamik dahinter ist.
00:44:39
Speaker
Aber das ist auch interessant zu verstehen.
00:44:41
Speaker
Deswegen kriegen viele dann auch gar nicht mehr mit, was eigentlich da in der eigenen Familie teilweise passiert ist, weil es einerseits das Normale ist, in Anführungsstrichen, also es ist halt einfach die meistgemachte Erfahrung dann,
00:44:53
Speaker
Und zweitens, weil das Bindungssystem sofort anspringt und die Personen, auch wenn sie eben die Aggressoren waren, bewusst oder unbewusst, es geht gar nicht darum, dass die es bösartig machen oder dass alles traumatisch oder grausam ist, aber manchmal sind es eben die subtilen Spitzen oder Blicke oder Worte oder Sätze oder was auch immer.
00:45:12
Speaker
Unser Bindungssystem springt an und macht diese Person zum Freund in Anführungsstrichen.
00:45:17
Speaker
Dann besteht natürlich noch die große emotionale und körperliche Abhängigkeit, gerade in Kindheitstagen, von diesen Personen.
00:45:25
Speaker
Demnach ist Anpassung und auch die Idealisierung dieser Person ebenfalls ein Überlebensmechanismus.
00:45:33
Speaker
Und das internalisiert, also verinnerlicht sich so stark,
00:45:37
Speaker
Dass wir irgendwann echt eine ganze Weile brauchen zu spüren und auch die Gefahr auszuhalten, wie es sich anfühlen kann, wenn ich plötzlich merke, vielleicht waren da doch gewaltvolle Aspekte drin, zumindest emotional und verbal.
00:45:51
Speaker
Vielleicht war das doch so geglaubte, tolle Verhältnis missbräuchlich und schmerzhaft.
00:45:58
Speaker
Vielleicht war viel Fürsorge da, aber auch eine Form der Überfütterung und eine Form der Vereinnahmung und nicht nur der wertschätzenden Versorgung.

Familiäre Einflüsse und persönliches Wachstum

00:46:08
Speaker
Und das ist natürlich extrem schmerzhaft und hat auch ganz viel mit Schuldgefühlen zu tun, den Menschen, die uns ja durchaus versorgt haben, uns auch dazu gebracht haben, dass wir überlebt haben, zumindest in den meisten Fällen,
00:46:23
Speaker
Das heißt, wir haben ja schon durchaus auch einiges mitgegeben bekommen.
00:46:26
Speaker
Es ist ja nicht ohne Grund so, dass wir heute tolle Menschen sind und tolle Frauen, sondern wir haben da ja auch durchaus was mitgegeben bekommen.
00:46:32
Speaker
Wir wurden zumindest nicht sterben gelassen und so weiter.
00:46:37
Speaker
Das bringt einen in einen großen Konflikt und ein Schuldgefühl und auch in einen Verlustschmerz, weil das, wozu ich mich so lange zugehörig gefühlt habe, bricht plötzlich weg.
00:46:47
Speaker
Und ich falle plötzlich auf meine eigene Freiheit, Autonomie, aber eben auch Selbstverantwortung zurück, mich zu fragen, okay, aber wer bin ich denn dann eigentlich?
00:46:55
Speaker
Und wer bin ich eigentlich auch, wenn ich auf meinen Vorwurf und auf meine Geschichte verzichte?
00:47:00
Speaker
Wir hatten jetzt am Samstag eine Aufstellung, da war auch eine unserer Teilnehmerinnen von Channis Woman da.
00:47:07
Speaker
Da ging es um das Thema Partnerschaft und warum das immer so schwierig ist.
00:47:12
Speaker
Und das größte Hindernis,
00:47:15
Speaker
war der Vorwurf, war der Trotz in Bezug auf die Eltern nicht genug bekommen zu haben.
00:47:22
Speaker
Und so eine innere Aussage von, ich werde nicht auf diesen Vorwurf verzichten und wenn es mich eine Partnerschaft kostet.
00:47:29
Speaker
Ich werde immer zu euch gucken mit dem Blick.
00:47:31
Speaker
Ich werde immer auf Beziehung schauen mit dem Blick.
00:47:35
Speaker
Das habt ihr angerichtet.
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Speaker
Deswegen geht es mir heute so.
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Speaker
Und das ist erst mal menschlich und auch nachvollziehbar.
00:47:41
Speaker
Und diese Wut erst mal zulassen zu können, ist extrem wichtig.
00:47:45
Speaker
Nur sich dann mit der Geschichte und mit dem Vorwurf zu identifizieren, ist einfach nur Leidversprechen.
00:47:52
Speaker
Also es wird zu Leid führen.
00:47:53
Speaker
Und zwar vor allen Dingen,
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Speaker
in Bezug auf sich selbst.
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Speaker
Und der dritte Punkt, auch wichtig, das hast du eben gesagt, dass dann das Umfeld sowas sagt wie, ja, ich möchte einfach nur nicht, dass du immer breiter wirst und ich mache mir Sorgen und so weiter.
00:48:10
Speaker
Das kann sogar subjektiv so wahrgenommen werden von den Personen, aber, und das ist das andere,
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Speaker
Wenn wir verstehen, dass der Körper so gesehen eine Kinoleinwand ist, also eine Projektions-, eine Bildfläche, wo sich innere Themen abspielen und auch Beziehungsverletzungen abspielen und sichtbar werden, kommt natürlich insbesondere das nächste Umfeld über das Leid der anderen Person auch damit in Kontakt, vielleicht selber einen Anteil daran zu haben,
00:48:37
Speaker
dass mein eigenes Kind, dass meine eigene Tochter ständig irgendwelche Symptome hat, sich selbst so stark abwertet, immer breiter wird, immer selbstverletzender wird und so weiter.
00:48:50
Speaker
Das heißt, ich komme irgendwann vielleicht, zumindest unbewusst, unbewusst auf jeden Fall, aber vielleicht auch irgendwann bewusst an den Punkt zu merken, was hat das denn mit mir zu tun?
00:49:02
Speaker
Womit werde ich denn da gerade konfrontiert, wenn ich sehe, dass mein Kind jetzt plötzlich nicht mehr Größe 34, sondern 40 trägt?
00:49:10
Speaker
Weil häufig sind es ja auch Frauen, die in Bereichen sind, wo man sagen könnte, ja, das ist
00:49:14
Speaker
gerade noch nicht gesundheitsschädlich, gibt es auch, gar keine Frage, aber wir begleiten ja auch viele Frauen, wo es rein objektiv echt Quatsch ist.
00:49:21
Speaker
Also wo man objektiv sagen würde, da gibt es keinen objektiven Grund, sich als fettübergewichtig, unförmig, unweiblich oder was auch immer zu bezeichnen.
00:49:31
Speaker
Wir begleiten natürlich auch Frauen, wo es eben auch wirklich im gesundheitsbeeinträchtigen Bereich ist und wo es einfach auch körperlich schwer wird, dieses ganze Gewicht zu tragen.
00:49:41
Speaker
Das sind dann nochmal andere Ebenen, aber
00:49:43
Speaker
Also mit was werde ich eigentlich als Mutter oder Vater oder Schwester oder wie auch immer konfrontiert, wenn ich das Leid der anderen Person sehe, die Emotionen der anderen Person sehe.
00:49:54
Speaker
Und dadurch, dass viele eben selber diese Emotionen gar nicht halten können, wird es dann schnell beim anderen weggemacht.
00:50:01
Speaker
Werd du mal dünner, dann muss ich mich nicht mehr damit auseinandersetzen, dass ich das schrecklich finde, dich so zu sehen.
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Speaker
Oder dass ich selber ganz viel Angst davor habe, zuzunehmen.
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Speaker
Dass ich selber immer gelernt habe, man ist nur wertvoll, wenn man...
00:50:14
Speaker
wenn man schlank ist.
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Speaker
Und jetzt sehe ich, dass mein eigenes Kind, von dem ich ja eigentlich schon denke, dass es wertvoll ist, jetzt zunimmt.
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Speaker
Also was stimmt denn jetzt?
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Speaker
Finde ich jetzt mein Kind wertlos oder stimmt das, was ich gelernt habe, gar nicht?
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Speaker
Und diese ganzen inneren Prozesse, die sich da abspielen, die können erst mal sich anfühlen wie überwältigend, weil sie einfach so komplex erscheinen.

Ganzheitlicher Ansatz zur Selbstkritik

00:50:34
Speaker
Aber wenn wir verstehen, was in der Tiefe wirksam ist, lernen den Körper als Sprachrohr wieder mitzunehmen,
00:50:43
Speaker
als Signalgeber wieder ernst zu nehmen, auf emotionaler Ebene, auf psychologischer Ebene zu schauen, was ist da eigentlich an Verletzungen, unterdrückten Emotionen, gedämpften Emotionen und so weiter drunter, welche Schallplatten, Schabletten, nicht Schallplatten, Schablettenpackungen habe ich denn eigentlich noch unverdaut in meinem Körper, dann können wir an dieser Ebene ansetzen,
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Speaker
und diesen Prozess begleiten, sodass es wirklich zu Veränderungen kommt.
00:51:13
Speaker
Auf gedanklicher Ebene, also was ich über mich denke, auf emotionaler Ebene, wie ich mich fühle und welche Emotionen ich auch mit mir verbinde und auf körperlicher Ebene, also wie mein Körper auf Gesundheitsebene und auch auf Gewichtsebene eingestellt ist.
00:51:28
Speaker
Und darin liegt eben der große Gewinn, auch auf eine Art und eine Herausforderung, aber der große Gewinn von dieser tiefgreifenden Arbeit,
00:51:37
Speaker
Und wo eben auch dann die Grenzen von anderen Ansätzen sind.
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Speaker
Hank hat auch was dazu zu sagen.
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Speaker
Der findet das auch scheiße.
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Speaker
Ja, ganz, ganz wichtig und mega gut einfach auch nochmal aufgefasst und zusammengebracht, weil gerade dieses, was habe ich denn eigentlich damit zu tun, dass mein Kind, meine Tochter, mein, wie auch immer, Enkelchen und so weiter, diese Themen zeigt, dass
00:52:10
Speaker
Das ist natürlich ganz, ganz schwer auszuhalten, weil ich unterstelle jetzt einfach mal, dass die aller, aller, allerwenigsten Großeltern oder Eltern wirklich bewusst Schaden zufügen wollen.
00:52:23
Speaker
Das gibt es natürlich auch, aber davon gehen wir jetzt mal nicht aus in diesem Kontext.
00:52:28
Speaker
Und das heißt...
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Speaker
dann trotzdem festzustellen, oh, ich habe da auch einen Anteil dran, löst einfach unglaublich viele Schuld- und Schamgefühle aus und bis hin zu einem Entsetzen, das man auch erstmal aushalten können muss.
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Speaker
Und deswegen
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Speaker
können das viele erst gar nicht zulassen, weil sie das gar nicht aushalten können.
00:52:54
Speaker
Die müssen in ihrer Projektion und in ihrem Widerstand bleiben.
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Speaker
Und weil auch einfach nicht unterschieden werden kann zwischen Verantwortung und Schuld.
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Speaker
Also Schuld...
00:53:09
Speaker
Das impliziert eigentlich immer, dass ich etwas mit voller Absicht und Bewusstsein gemacht habe und Verantwortung ist einfach etwas, was ich übernehmen muss, wenn ich sehe, ich habe, das ist hier eine Dynamik und es gibt nicht den einen Täter, das ist eine Opfer, sondern das ist eine Dynamik, ich habe einen Anteil an dieser Dynamik, ja, und das ist ganz, ganz schwierig, ich sehe das auch immer bei uns in der Familie, ja, wenn man sich jetzt die jüngste Generation anguckt,
00:53:40
Speaker
oder, na egal, welche Generation man da durchschaut.
00:53:45
Speaker
Ich sitze da immer am Familientisch und es ist spannend zu beobachten, wer welche Bewältigungsstrategien entwickelt hat.
00:53:51
Speaker
Und wenn ich das dann so sehe, wundert mich halt auch überhaupt gar nicht, warum ich zum Beispiel diese Themen mit Ängsten, Depressionen und Essstörungen hatte, weil
00:54:02
Speaker
Und lustigerweise hört man dann aber von der ältesten Generation dann so Aussagen wie, naja, ich weiß ja gar nicht, was ihr alles für Probleme habt.
00:54:10
Speaker
Also von mir könnt ihr das nicht haben.
00:54:12
Speaker
Ja, genau.
00:54:14
Speaker
Das ist dann so, wo ich so denke, doch, ja, irgendwie ist es bei mir gelandet.
00:54:20
Speaker
Und es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern es geht darum, natürlich kann das jetzt keiner mehr ändern, außer ich.
00:54:26
Speaker
Nur ich kann jetzt die Verantwortung als erwachsene Frau dafür übernehmen,
00:54:29
Speaker
meinen Teil in Lösung zu bringen.
00:54:31
Speaker
Und trotzdem ist es aber wichtig zu verstehen, wie ist das eigentlich bei mir gelandet, welche Dynamik hat dazu geführt und dafür muss ich mich trauen, da auch hinzuschauen.
00:54:41
Speaker
Also ich kämpfe da auch nicht drum, dass da jetzt von der anderen Seite eine Einsicht kommt, dass es da eine Beteiligung dran gab, aber...
00:54:49
Speaker
Es ist trotzdem wichtig, sich selbst zu trauen, dahin zu schauen und das zuzulassen, dass das eben eine Folge von verschiedenen Dynamiken ist.
00:54:58
Speaker
Und ich sehe das auch immer wieder, fragen auch mal Frauen bei uns an, deren Töchter irgendwie eine Essstörung haben und ich habe schon mit der einen oder anderen auch telefoniert und wenn ich dann so eine Überbetonung im Gespräch auch höre von, ja also,
00:55:11
Speaker
ich verstehe auch nicht, woher sie das hat.
00:55:13
Speaker
Also ich habe gar kein Problem damit.
00:55:14
Speaker
Ja, ich habe schon auch mal die ein oder andere Diät gemacht und hier und da vielleicht auch ein Kilo zu viel, aber also das ist eigentlich, das kann, ich bin da völlig ratlos.
00:55:26
Speaker
Was soll ich denn jetzt mit dem Kind machen?
00:55:28
Speaker
Und ich sage dann auch immer, also ich kann mit dem Kind, mache ich nichts, aber ich kann mit ihnen was machen.
00:55:34
Speaker
Und das ist halt eben spannend.
00:55:36
Speaker
Es gibt ein paar, die lassen sich drauf ein, aber es gibt halt auch
00:55:40
Speaker
Also der Großteil geht dann vollkommen in die Abwehr und das ist halt immer wieder spannend zu sehen.
00:55:48
Speaker
Und da spüre ich ja auch, dass das keine Böswilligkeit ist, aber es ist halt trotzdem auch eine Abwehrstrategie.
00:55:56
Speaker
Und dementsprechend sind wir so ein bisschen, also doch, das gehört eigentlich alles zu dem Thema dazu, weil daher kommen ja am Ende diese abwertenden Gedanken, weil wir uns nicht trauen, dahin zu gucken, wo es eigentlich herkommt und welche Dynamiken dazu geführt haben, sondern wir uns selbst sozusagen als alleinigen Täter an uns selbst betrachten.
00:56:21
Speaker
Und uns dann dafür abwerten, dass wir den Ansprüchen unseres Umfeldes, die wir auch zu unseren eigenen gemacht haben, nicht gerecht werden.
00:56:31
Speaker
Und es ist einfach auch ganz, ganz viel fehlgeleitete Energie, emotionale Energie, denn all die Wutgefühle, all die Frustration, all der Hass, all die Aggression, die da drin liegt, auch in diesen selbst abwertenden Gedanken und dem Selbsthass,
00:56:45
Speaker
ist eigentlich, hat ja ein ganz, ganz hohes Potenzial.
00:56:49
Speaker
Also wenn man mal merkt, was für ein Bums da drin steckt,
00:56:53
Speaker
Und das merkt ja jede Einzelne daran, wie anstrengend das ist, mit sich selbst sozusagen und diesen Gedanken zu leben.
00:57:01
Speaker
Da ist eigentlich super viel Energie drin.
00:57:04
Speaker
Nur ist die gegen sich selbst gerichtet.
00:57:07
Speaker
Also statt dass wir gelernt haben, die in den Ausdruck zu bringen, die in Handlungsenergie zu verwandeln, die in Lösungsenergie zu verwandeln, fühlen wir uns antriebslos,
00:57:19
Speaker
motivationslos, erschöpft, haben aber ganz viel Energie, die wir gegen uns selber richten.
00:57:26
Speaker
Also im Prinzip ist da eine Verdrehung in dem, wie die Energie, die emotionale Energie fließt und genutzt wird.
00:57:33
Speaker
Sie wird nämlich gegen sich genutzt, statt für sich.
00:57:36
Speaker
Und das ist ja der Hauptteil unserer Arbeit.
00:57:42
Speaker
Dein System als Betroffene
00:57:46
Speaker
ganzheitlich an den Punkt zu bringen, dass es sicher für dich, für deinen Körper wird, diese Energie wieder nach außen hin auszudrücken, statt sich selbst sozusagen Raubbau an sich selbst zu betreiben, weil man immer wieder die Energie gegen sich selbst richtet und diesen Kampf gegen sich selbst führt.
00:58:05
Speaker
Also viele Frauen fühlen sich extrem erschöpft mit dem Thema, aber da ist extrem viel Energie da,
00:58:13
Speaker
häufig sogar auch in Form von Körperfett, das ist ja auch eingelagerte Energie, aber auch diese Energie an Emotionen wie Selbsthass, Gedankenkreisen, den ganzen Tag, also im Prinzip ist es einfach, wenn du den ganzen Tag über das Thema nachdenkst und Gedankenkreise hast, es ist Energie, die durch dein System fließt und du kriegst sie nicht abgeflossen, du kriegst sie nicht ausgedrückt, du kriegst sie nicht reguliert, beziehungsweise nur destruktiv kompensiert und
00:58:42
Speaker
Ja, man könnte sagen, das ist eine Form von Energiearbeit, die auch immer in unsere Arbeit einfließt, aber natürlich ist alleine Energiearbeit hier nicht zielführend, weil man dabei einfach auch noch Emotionen, Nervensystem, Hormonsystem und so weiter vergisst.

Professionelle Unterstützung und Gemeinschaft

00:58:58
Speaker
muss man da ganzheitlich ansetzen, bitte nicht nur mit Energiearbeit wie Theta-Healing, da wird man gewisse körperliche Prozesse nicht reguliert bekommen alleine mit, aber ja, es ist ganz, ganz wichtig, dass wir das wieder in den Fluss bekommen, dass du lernst, dich wieder auszudrücken, dass du lernst, dich sicher mit dir selbst zu fühlen, dass du diese Energie statt in selbsthassenden Gedanken gegen dich selbst zu richten,
00:59:26
Speaker
in Handlungsenergie, in Veränderungsenergie umwandeln kannst.
00:59:29
Speaker
Und das hat was mit der Fähigkeit zu tun, das zu regulieren, mit der Angst- und Schamschwelle, die in dir lebt, die zu reduzieren, sodass du dich wieder ausdrücken kannst, wie es dir entspricht.
00:59:43
Speaker
Und da möchten wir dich natürlich ganz herzlich einladen,
00:59:47
Speaker
wenn du gerade merkst, du leidest unter diesen Gedankenkreisen, du leidest unter den Folgen daraus, emotionales Essen, Erschöpfung, Motivationslosigkeit, vielleicht auch wie eine Art Bewegungsblockade, weil das halt alles eine Kettenreaktion davon ist und du möchtest dich endlich von emotionalem Essen lösen und vor allem wünschst du dir, dass endlich diese Gedankenkreise und diese Selbstabwertung aufhört, dann vereinbar dir sehr gerne mit uns einen Termin, wir freuen uns riesig
01:00:14
Speaker
persönlich mit dir zu sprechen.
01:00:15
Speaker
Wir haben zwei kostenlose Vorgespräche, in denen wir gemeinsam eben schauen können, wie wir dich da unterstützen, wo du gerade stehst, was du schon probiert hast und wie wir dich am besten in die Bewegung bringen, sodass du dich zu deinem Ziel entwickeln kannst.
01:00:31
Speaker
Und wir freuen uns natürlich auch, wenn du deine Gedanken mal zu dieser Podcast-Folge da lässt, einfach bei uns auf dem Instagram-Account mal schreibst oder unter den Post postest, den wir zu der Podcast-Folge
01:00:44
Speaker
gepostet haben.
01:00:45
Speaker
Da freuen wir uns natürlich riesig über den Austausch mit dir.
01:00:49
Speaker
Aber ja, habt den Mut zu erkennen, dass das so nicht bleiben muss.
01:00:53
Speaker
Und ja, lass uns einfach mal persönlich sprechen.
01:00:57
Speaker
Und damit hoffe ich, dass wir dir geholfen haben, dein Muster wieder ein bisschen mehr zu durchschauen und den Ausweg zu sehen.
01:01:04
Speaker
Danke, dass du mit dabei warst.
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Speaker
Tschüss.
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Speaker
Ciao.