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#81 - „Ich wurde gemobbt, weil ich dick war und wurde dick, weil ich gemobbt wurde.'' image

#81 - „Ich wurde gemobbt, weil ich dick war und wurde dick, weil ich gemobbt wurde.''

S1 E81 · Chainless Woman
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1 Playsin 12 hours

Du wurdest wegen deines Körpers abgewertet und kämpfst heute noch mit Essen, Gewicht und Selbsthass?
In dieser Folge erfährst du, warum Mobbing im Nervensystem weiterleben und emotionales Essen auslösen kann, selbst wenn die Erfahrung viele Jahre zurückliegt.

Wir sprechen darüber, weshalb Diäten und positives Denken oft nicht helfen und was dein Körper wirklich braucht, um alte Angst, Scham und innere Selbstangriffe loszulassen

„Ich wurde gemobbt, weil ich dick war und wurde dick, weil ich gemobbt wurde.“

Dieser Satz einer Klientin beschreibt einen schmerzhaften Kreislauf, den viele Frauen kennen: Der eigene Körper wird zur Angriffsfläche, Essen zum sicheren Hafen und die innere Stimme irgendwann selbst zum größten Mobber.

Natascha und Lena sprechen darüber, was wiederholte Abwertung, Ausgrenzung und Mobbing mit deinem Körper, deinem Stoffwechsel und deinem Nervensystem machen können. Denn psychische Verletzungen sind keine eingebildeten Wunden. Sie können den Körper dauerhaft in Alarmbereitschaft versetzen und dazu führen, dass du dich selbst Jahre später noch beobachtet, bedroht oder nicht gut genug fühlst.

Du erfährst, weshalb chronischer Stress Heißhunger, Erschöpfung und Gewichtszunahme begünstigen kann und warum es häufig nicht gelingt, emotionales Essen mit Disziplin oder einem Kaloriendefizit zu kontrollieren. Wir zeigen dir, wie frühere Erfahrungen als innere Selbstangriffe weiterleben und weshalb du irgendwann beginnst, mit dir selbst genauso hart zu sprechen wie die Menschen, die dich früher verletzt haben.

Diese Folge hilft dir zu verstehen, wie du emotionales Essen lösen, Stress-Essen stoppen und dein Nervensystem regulieren kannst, ohne dich erneut unter Druck zu setzen. Du erfährst außerdem, warum es für ein gesundes Abnehmen nach Mobbing-Erfahrungen nicht reicht, nur Ernährung und Bewegung zu verändern.

Es geht darum, die emotionales Essen Ursachen zu lösen, alte Körperscham zu verstehen und wieder ein intuitives Essverhalten zu lernen. Nicht durch mehr Kontrolle, sondern durch Sicherheit, Co-Regulation und einen liebevolleren Umgang mit deinem Körper.

🕊️ Du möchtest wissen, wie du es endlich schaffst für immer den Teufelskreis mit emotionalem Essen und Abnehmversuchen zu verlassen?

Auf unserer Webseite findest du alle Infos zum Chainless Woman Coaching und die Möglichkeit für ein kostenloses Analyse-Gespräch: www.natascha-wilms.com

💌 Teile gerne deine Gedanken zu dieser Folge und deine Themenwünsche mit uns:

Instagram: Chainless Woman

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Transcript

Einführung und Vorstellung der Gastgeber

00:00:00
Speaker
Was macht das eigentlich mit einem Menschen, jeden Tag mit Angst zur Arbeit zu gehen oder zur Schule und dort dann verachtenden Blicken und Mobbing ausgesetzt zu sein?
00:00:11
Speaker
Sehr, sehr, sehr viel.
00:00:12
Speaker
Und letztens hat es eine unserer Klienten so ausgedrückt, ich wurde gemobbt, weil ich dick war oder angeblich dick war und wurde dick, weil ich gemobbt wurde.
00:00:24
Speaker
Musik
00:00:32
Speaker
Herzlich Willkommen zum Chainless Woman Podcast.
00:00:35
Speaker
Ich freue mich riesig, dass du da bist.
00:00:36
Speaker
Mein Name ist Natascha Wilms und schon über 550, fast 600 Menschen durfte ich in den letzten Jahren dabei begleiten, ihre Beziehung zu ihrem Körper zu befreien und sich von emotionalem Essen zu lösen.
00:00:53
Speaker
Und in diesem Podcast führen wir dich richtig tief an die Ursachen, um dir zu helfen, das endlich hinter dir zu

Einfluss von Mobbing auf Körper und Psyche

00:01:02
Speaker
lassen.
00:01:02
Speaker
Mein Name ist Lena, ich bin jetzt inzwischen seit ich glaube fast zwei Jahren auch bei Channels Woman dabei und habe auch schon davor Vollzeit als Coach gearbeitet und vor allen Dingen interessieren mich die Zusammenhänge von Körper und Psyche, wie sich also emotionale Prozesse körperlich sichtbar machen und auch andersrum.
00:01:19
Speaker
Und deswegen freue ich mich sehr, dass wir heute über dieses Thema sprechen, was ja noch ein bisschen...
00:01:23
Speaker
geheimnisvoll klingt.
00:01:25
Speaker
Das, was du bis jetzt weißt, ist ja nur, dass es nicht ums Essen geht, sondern um einen sehr, sehr großen Blindspot, wenn es um das Thema emotionales Essen geht.
00:01:32
Speaker
Und ja, wie Natascha schon gesagt hat, ganz egal, mit welchem Thema man zu tun hat, ist das auf jeden Fall die wichtigste Komponente, wenn es darum geht, wirklich in Veränderungsprozesse gehen zu wollen.
00:01:50
Speaker
Lena, was sind so deine Gedanken zu dem Thema?
00:01:53
Speaker
Du begleitest mich ja mit mir hier auch gemeinsam, die Frauen, und wirst es wahrscheinlich auch häufiger in den Coaching-Sessions haben, oder?
00:02:02
Speaker
Ja, auf jeden Fall.
00:02:03
Speaker
Also ich habe ja sogar meine Bachelorarbeit über das Thema Mobbing geschrieben.
00:02:12
Speaker
Ich habe quasi erforscht, in Anführungsstrichen, beziehungsweise aus Literatur gewonnen, was so die unterschiedlichsten Einflussfaktoren sind, die Mobbing begünstigen und auch diese klassische Täter-Opfer-Dynamik beleuchtet.
00:02:26
Speaker
Und heute sehe ich vieles ganz anders als damals, aber das Thema hat mich damals schon beschäftigt, weil ich einfach sehr viele Bücher davor schon darüber gelesen habe, was das einfach
00:02:37
Speaker
mit Menschen, mit Körpern und auch mit dem Nervensystem macht, wenn man diesen permanenten Demütigungs- und auch Angstsituationen ausgeliefert ist.

Psychologische und biochemische Auswirkungen von Mobbing

00:02:47
Speaker
Und mit das Spannendste, was ich dazu halt erfahren habe, ist, dass wenn wir...
00:02:52
Speaker
Verachtung erleben oder wenn uns psychische Gewalt oder psychisches Leid angetan wird, egal in welchem Kontext, dass genau die gleichen biochemischen Reaktionen und auch Gehirnstränge mit aktiviert, die auch bei körperlichen Verletzungen mit aktiviert werden.
00:03:10
Speaker
Und das Tückigste daran ist eben, oder an Mobbing,
00:03:14
Speaker
ist, dass es häufig, da gibt es auch ein tolles Buch, also ich fand es damals toll, das heißt »Unsichtbare Wunden«, das ist in einer Romanform geschrieben und sie schreibt an der einen Stelle, dass sie sich manchmal wünscht, dass jedes böse Wort und jeder verachtende Blick ein Schlag gewesen wäre, weil dann hätte wenigstens jemand mitbekommen, wie viel Leid ihr angetan wurde.
00:03:35
Speaker
Und ich glaube, das ist mit das Schmerzigste an Mobbing-Erfahrungen, das häufig im Außen niemand sieht.
00:03:41
Speaker
Und auch manche es einfach bewusst übersehen, was da eigentlich permanent an Gewalt, an Angst, an Stresshormonen durch so einen Körper durchschießt.
00:03:51
Speaker
Aufgrund dieser realen Gefahr, ständig sozialer Isolation ausgesetzt zu sein, teilweise wirklich körperlich und emotional gefährdet zu sein durch Beleidigungen, durch körperliche Angriffe, durch übergroße Gruppendynamiken,
00:04:04
Speaker
der man als Einzelperson überhaupt nicht begegnen kann, durch das Runtersprechen von Bezugspersonen, an die man sich mutig wendet, wenn man sich das überhaupt traut.
00:04:12
Speaker
Und das ist einfach ein ganz, ganz häufiges Thema bei Frauen mit emotionalem Essen, insbesondere auch, weil eine ganz häufige Angriffsfläche von Mobbing eben der Körper ist und zwar ganz unabhängig davon, wie der Körper aussieht.
00:04:29
Speaker
Es ist dann egal, ob es das Körpergewicht ist, was herangezogen wird, ob sie zu klein oder die zu großen Brüste sind, ob es der zu große oder zu kleine Po ist, ob es die blauen oder braunen Augen sind.
00:04:42
Speaker
Es ist komplett egal, ist meine Erfahrung, auch meine persönliche Erfahrung.
00:04:47
Speaker
welches Körperattribut da ist, wenn jemand dich angreifen möchte, dann wird er etwas nehmen, was angreifbar macht, unabhängig davon, ob es ein Problem ist oder nicht.
00:04:58
Speaker
Und das ist dann ganz häufig eben auch der Körper, in welcher Weise auch immer.

Nervensystem und wiederholtes Mobbing

00:05:04
Speaker
Und das Problem, was daraus natürlich entsteht, ist, dass das Nervensystem abspeichert, mein Körper ist mein Feind, mein Körper ist meine Angriffsfläche und irgendwas an meinem Körper muss so falsch sein, dass es erlaubt ist, mit so einer Menge an Menschen, mit so einer Überzeugtheit und mit so wenig Schutzlosigkeit für mich, so da drauf zu schießen.
00:05:27
Speaker
Und das System unterliegt dann mit der Zeit einer sehr großen Wahrnehmungsverzerrung, sowohl was die eigene Wahrnehmung angeht, ob man das verdient hat oder nicht, also in Bezug auf das Gerechtigkeits- oder Ungerechtigkeitsgefühl.
00:05:40
Speaker
Am Anfang ist häufig noch ein Gefühl dafür da, dass man sagt, das ist unfair und
00:05:44
Speaker
Das macht man nicht und warum sind die so gemein?
00:05:47
Speaker
Aber je häufiger wir das erleben und vor allen Dingen, wenn wir ähnliche Minderwertigkeitsgefühle schon durch unsere Kindheit erlebt haben, dann baut sich irgendwann eine große Wahrnehmungsverzerrung in Bezug darauf auf, wie sehe ich eigentlich meinen eigenen Körper und wie sehe ich auch das Verhalten der anderen.
00:06:04
Speaker
Und durch diese Verzerrung
00:06:07
Speaker
führt es einfach zu immer mehr Stress, zu immer mehr Angstsituationen, gerade durch die erlebte Ohnmacht, nicht einfach aus diesem System ausbrechen zu können.
00:06:16
Speaker
Und selbst wenn dann zum Beispiel Schulwechsel oder Arbeitsplatzwechsel stattfinden, geht trotzdem die Angst los, wie ist es in dem neuen System.
00:06:25
Speaker
Das Nervensystem versteht nicht, dass die alte Gefahr vorbei ist, weil die Gefahr durch Systeme und durch andere Menschen ausgeht.
00:06:32
Speaker
Das heißt, selbst wenn ich dann meinen Standort wechsle, dann habe ich nach wie vor die potenziellen Angreifer, weil häufig Mobbing ja auch von einer auf die andere Sekunde ist dann die beste Freundin plötzlich der größte Feind oder bis gestern gehörte man noch dazu, dann hat man irgendwas gemacht oder gesagt, was einer doof fand und dann ist man plötzlich der größte Feind der Klasse.
00:06:53
Speaker
Also da sind ja ganz, ganz viele
00:06:56
Speaker
Dinge, die da zusammenspielen, große Verwirrtheiten, große emotionale Angriffsfläche, große Ohnmachtsstrukturen, die da mit reinspielen und natürlich ein komplett überlasteter Körper, der durch diese ganzen Stresshormone und auch durch diese ganzen Schmerzsignale, die ausgedrückt werden,
00:07:12
Speaker
einfach in einen richtigen Alarmmodus versetzt

Mobbing und emotionale Essgewohnheiten

00:07:15
Speaker
wird.
00:07:15
Speaker
Und du kannst ja vielleicht gleich ein paar Worte dazu sagen, das ist ja schon angeteasert mit dem Stoffwechsel, was das auch eben mit dem Körper macht, weil wir ja eben auch darauf schauen wollen, weshalb Mobbing-Erfahrungen dann tatsächlich dazu führen können, dass wir Übergewicht zum Beispiel entwickeln oder dass wir Körperstörungen, nenne ich es mal, entwickeln und die emotionale Komponente
00:07:36
Speaker
ist eben ein permanent dysreguliertes Nervensystem und auf der anderen Seite auch ein ganz, ganz, ganz, ganz großes Zurückhaltungspotenzial von Emotionen, die sich im Körper speichern.
00:07:48
Speaker
Das bedeutet, wenn wir in Mobbing-Situationen dieser Aggression ausgesetzt sind, die pervertiert ist in etwas Gewaltvolles, sage ich mal, und dann auch noch die Sexualität, also das Genussvolle in pervertierter Form, in
00:08:03
Speaker
Form dieser Schadensfreude und der Freude am Schmerz des anderen erleben, dann werden so gesehen unsere tiefsten emotionalen Wunden, unsere tiefsten existenziellsten Ängste angeregt und gleichzeitig ist die natürliche Reaktion, wenn uns das passiert, dass wir uns dieser aufgenommenen Gifte,
00:08:25
Speaker
... der aufgenommenen Vernichtungsenergie und der runtergeschluckten Ungerechtigkeitsgefühle, dass wir darauf ganz automatisch eigentlich reagieren würden mit einer Gegenwehr, mit dem Ausdruck von Wut, mit dem Ausdruck von Aggression, um uns zu schützen.
00:08:42
Speaker
Aber durch die wiederholte Ohnmachtserfahrung, dass wir merken, wir haben keine Chance, ich bin zu wenig...
00:08:48
Speaker
Im Sinne von, es steht keiner an meiner Seite, der mich unterstützt.
00:08:51
Speaker
Durch die Schutzlosigkeit durch häufig auch eben Bezugspersonen, die das getrost übersehen und auch übersehen wollen in ganz großen Teilen, entscheidet sich das System unbewusst dann dazu, diese ganzen emotionalen Impulse runterzuschlucken.
00:09:06
Speaker
nicht mehr auszudrücken, weil gelernt wurde, okay, es ist zumindest noch sicherer, mir jetzt nicht noch mehr Feinde zu machen, nicht noch mehr Angriffsfläche zu geben.
00:09:15
Speaker
Also werden die ganzen emotionalen Gifte geschluckt, es wird die körperliche und verbale Gewalt als Vernichtungsenergie geschluckt und dann richten sich diese nicht zurückgespielten Impulse in das eigene System.
00:09:28
Speaker
Das heißt, die Aggression, die eigentlich nach außen gerichtet wäre, richtet sich dann nach innen.
00:09:33
Speaker
In Form von einem ständig angeschlagenen Immunsystem beispielsweise durch körperliche Schmerzen, die zwar ursprünglich emotional sind, aber sich dann körperlich ausdrücken.
00:09:43
Speaker
Durch das Frustessen oder durch das Dämpfungsessen als Quelle dafür, sich selbst zu regulieren.
00:09:50
Speaker
Kurz Wärme, Kurzzugehörigkeit und was auch immer mit Essen verbunden ist, zu erfahren.
00:09:55
Speaker
Und durch diese ganz, ganz hohen autoaggressiven Impulse, sich selbst vollzustopfen, in Anführungsstrichen, oder eben so viel zu essen, dass es danach das Aggressive sich erbrechen, also ich könnte kotzen, das Auskotzen quasi gibt, entstehen natürlich auch dann solche Disbalancen im Stoffwechselsystem, im Hormonsystem, im Körpersystem, dass darüber langfristig natürlich dann tatsächlich ein Übergewicht oder eine Gewichtszunahme
00:10:25
Speaker
stattfinden kann.
00:10:27
Speaker
Und das muss man einfach verstehen, wenn man mit diesen Themen arbeiten möchte, dass da ganz, ganz, ganz, ganz viel Überlebensmechanismen drin stecken.
00:10:36
Speaker
Und vielleicht kannst du ja ein paar Worte dazu sagen, was es auch auf Stoffwechsel-Ebene dann auslöst.
00:10:41
Speaker
Vielleicht auch in Wechselwirkung mit dem, was ich gerade gesagt habe, sodass auch auf körperlicher Ebene ein besseres Verständnis noch dafür stattfindet, wie das sich gegenseitig wechselseitig beeinflussen kann auch.
00:10:52
Speaker
Ja, also du hast schon ganz, ganz viel eben aufgegriffen, super wertvoll auch zusammengefasst.
00:10:59
Speaker
Ich würde sagen, du hast bestanden, oder?
00:11:02
Speaker
Mit deiner Bachelorarbeit zu dem Thema.
00:11:05
Speaker
Ich hatte eine sehr gute Bachelorarbeit, ja, aber ich habe darüber nicht geschrieben tatsächlich.
00:11:09
Speaker
Also so tief war ich in dem Thema damals nicht.
00:11:12
Speaker
Ich habe damals nur geguckt, dass es unterschiedliche Systemebenen gibt.
00:11:16
Speaker
Also das Einzelindividuum, die Peergroup und dann halt noch das soziale System, was auf Konkurrenz gelegt ist.
00:11:23
Speaker
Das damals, was ich heute weiß, das hat da keinen Platz gefunden.
00:11:27
Speaker
Heute möchte ich die Arbeit anders schreiben.

Chronischer Stress und seine Folgen

00:11:30
Speaker
Ja, mega.
00:11:31
Speaker
Also wirklich richtig gut beschrieben.
00:11:33
Speaker
Und ja, also man hat es schon rausgehört, was das dann eben auch für einen Einfluss hat.
00:11:40
Speaker
Wenn unser Nervensystem dauerhaft in diesem Stresszustand ist und das ist eine...
00:11:49
Speaker
lebensbedrohliche Situation.
00:11:50
Speaker
Ja, also auch wenn man vielleicht sagen würde, okay, da steht jetzt bei manchen Mobbingerfahrungen schon, aber grundsätzlich, gerade bei vor allem psychischem Mobbing, steht jetzt nicht direkt jemand mit dem Messer vor dir, aber es kann sich so anfühlen.
00:12:07
Speaker
Und dementsprechend ist das für unser Nervensystem durchaus ein Lebensbedrohliches
00:12:12
Speaker
Eine trohliche Situation, die auch mit einem Ohnmachtsgefühl zusätzlich einhergeht.
00:12:17
Speaker
Und ja, das alles führt natürlich dazu, dass wir unglaublich viele Stresshormone ausschütten und zwar nicht nur kurzzeitig, die die Adrenalinstöße bekommen.
00:12:28
Speaker
die wichtig wären, um zum Beispiel auch viel Kraft und Energie freizusetzen in dem Moment, um zu rennen oder um zu kämpfen, sondern es ist dann irgendwann ja auch eine chronische Stressbelastung, weil es ja nicht nur einmalig vorkommt, wie jetzt, ich sag mal, du sitzt im Auto und wirst
00:12:45
Speaker
Du baust fast einen Unfall, dann hast du einmal kurz diesen Adrenalinstoß und dann ist ja meistens auch, dann zittert man hinterher und merkt, da ist richtig gerade was los und man reguliert sich dann danach wieder runter optimalerweise.
00:13:00
Speaker
Und so ist es halt bei solchen Mobbing-Erfahrungen,
00:13:07
Speaker
Eben nicht, ja.
00:13:07
Speaker
Also gerade als Kind, wenn das in Kindheitstagen anfängt, bist du ja maximal ausgeliefert.
00:13:12
Speaker
Du kannst ja jetzt anders wie beim Erwachsenen, der theoretisch noch sagen könnte, zu diesem Arbeitsplatz gehe ich nicht mehr, ich lasse mich ab morgen krankschreiben und dann suche ich mir eine andere Arbeitsstelle.
00:13:25
Speaker
Die Wahlmöglichkeit hat ein Kind nicht.
00:13:27
Speaker
Das heißt, das Ohnmachtsgefühl ist da natürlich noch mal größer.
00:13:32
Speaker
Wie gesagt, ich kann aus eigener Erfahrung sprechen.
00:13:35
Speaker
Und wenn das dann nicht gesehen wird, heute sind die Lehrer da zum Teil auch schon besser geschult, wird häufig trotzdem erstmal nicht so gesehen, weil...
00:13:49
Speaker
Mobbing ja auch schon so stattfindet, dass es erstmal nicht entdeckt wird.
00:13:56
Speaker
Und dementsprechend ist dieses Gefühl, isoliert zu sein, allein zu sein, niemand glaubt einem, all das löst ganz, ganz viel Lebensgefahr aus.
00:14:08
Speaker
Und chronischen Stress, der immer wieder Tag für Tag neu getriggert wird, das heißt, die Cortisolwerte, also die Stresshormonwerte für Langzeitwerte,
00:14:20
Speaker
die steigen halt enorm an.
00:14:22
Speaker
Nebennieren sind extrem unter Druck und
00:14:31
Speaker
Die Nebennieren sind unter anderem nicht nur für die Produktion von zum Beispiel Cortisol und Adrenalin und Noradrenalin zuständig, also den Stresshormonen, sondern natürlich auch noch für andere Sachen.
00:14:42
Speaker
Die Wasserregulation im Haushalt, die Regulation von Elektrolyten im Körperhaushalt, auch die Produktion von zum Beispiel Progesteron, was auch einen Einfluss auf den Stoffwechsel hat und all das zusammen ist,
00:14:58
Speaker
kann zu einer Stressstoffwechsellage führen.
00:15:02
Speaker
Das heißt, der Körper versucht, sich Energie zu sparen und reinzuholen für diese lebensbedrohliche Situation.
00:15:16
Speaker
Und wenn man in so einer ausweglosen Situation ist, die sich so hilflos und ausweglos anfühlt, dann schaltet unser Nervensystem eben...
00:15:25
Speaker
in den Freeze-Zustand.
00:15:26
Speaker
Also wenn ich merke, mit Flüchten wird es nichts, mit Kämpfen wird es nichts, also Fight or Flight, also Sympathikus, ja,
00:15:35
Speaker
der sympathische Teil unseres Nervensystems.
00:15:37
Speaker
Das wird nichts.
00:15:39
Speaker
Ich muss mich jetzt hier sozusagen verstecken oder unterwerfen.
00:15:44
Speaker
Das ist das Freezen oder das Fawning.
00:15:46
Speaker
Also sich unterwerfen und verstecken.
00:15:51
Speaker
Da ist ganz viel Scham, Beschämung.
00:15:54
Speaker
Das heißt, Sympathikus und Parasympathikus
00:15:58
Speaker
sind sozusagen die ganze Zeit gleichzeitig aktiviert oder man pendelt extrem zwischen diesen, okay, ich muss mich gerade hier verstecken, ich muss Energie sparen, um wieder Energie bereitstellen zu können, sobald ich kämpfen oder flüchten kann.
00:16:13
Speaker
Ja, so funktioniert unser System.
00:16:16
Speaker
Das heißt, irgendwann, wenn wir sehr chronisch in dieser Situation sind, schaltet unser Nervensystem nicht mehr richtig ab.
00:16:25
Speaker
Wir können also auch nicht mehr richtig entspannen und der Körper beginnt, die
00:16:32
Speaker
Zellaktivität runterzufahren.
00:16:34
Speaker
Also jede einzelne Körperzelle, Billionen von Körperzellen werden in einen Stromsparmodus geschoben.
00:16:45
Speaker
Das heißt, die Zellen arbeiten nicht mehr in ihrem Optimum, sondern alles ist auf Sparen ausgelegt.
00:16:52
Speaker
Dazu können dann so Sachen wie Heißhungertacken oder auch emotionales Essen kommen, das mitunter auch nicht nur emotional ist, sondern dann auch physiologisch
00:17:02
Speaker
weil der Körper einfach versucht, auch darüber vermehrt Energie reinzuholen.
00:17:07
Speaker
Und das ist zum Beispiel etwas, was viele dann gar nicht auf dem Schirm haben, wenn sie später mit ihrem Gewicht Probleme haben oder mit ihrem Essverhalten Probleme haben.
00:17:19
Speaker
Oder vielleicht auch, selbst wenn sie dann weniger essen,
00:17:23
Speaker
nicht richtig abnehmen können, dann deutet es einfach darauf hin, dass der Körper, das Nervensystem und damit auch das Organsystem irgendwo in dieser Stressstoffwechsellage hängen geblieben ist.
00:17:37
Speaker
Und genau aus dem Grund macht es halt überhaupt gar keinen Sinn.
00:17:41
Speaker
Und das betrifft im Übrigen nicht nur Mobbing-Situationen, auch andere Situationen wie die Trennung der Eltern oder die
00:17:51
Speaker
andere Verluste in der Familie oder Verluste eines Elternteils oder oder können solche Verschiebungen im Stoffwechsel und Hormonhaushalt und generell im ganzen Körper verursachen.
00:18:05
Speaker
Und ja, da wird es zu keiner Lösung führen, wenn man einfach versucht, den Körper durch Kalorienreduktion und noch mehr Bewegung wieder zum Abnehmen zu bringen, weil eigentlich genau
00:18:20
Speaker
Das Gegenteil gebraucht wird, der Körper braucht Beruhigung, der braucht eine gute Versorgung, der braucht eine gute Regeneration und vor allem braucht er eine Aufarbeitung dieser Situationen, denn unser Unterbewusstsein ist zeitlos.

Vergangenheitstraumata und gegenwärtige Ängste

00:18:33
Speaker
Das heißt, wenn wir so eine Erfahrung machen und wir sind vor allen Dingen danach auch alleine oder nicht genügend aufgefangen oder nicht genügend korriguliert, dann kann es halt einfach sein, dass...
00:18:47
Speaker
Und diese Situation, die lebt dann in uns weiter und wird auch jedes Mal wieder getriggert oder aktiviert, wenn uns, weiß ich nicht, eine Arbeitskollegin verachtend anguckt, weil wir einen Fehler gemacht haben oder wenn...
00:19:03
Speaker
Oder wir einen Fehler gemacht haben und alleine uns nur vorstellen, wir könnten dafür verachtet werden.
00:19:11
Speaker
Weil ganz häufig ist das ja sogar noch viel mehr der Fall, dass wir häufiger Angst davor haben, als dass es tatsächlich eintritt und das hinterlässt genau die gleichen Stressspuren.
00:19:20
Speaker
Genau, also wir hatten das letztens auch mit einer Klientin in unserer Session, die dann sagte, sie fährt jetzt in den Urlaub und...
00:19:27
Speaker
Sie hat eine Kollegin, die aktiviert das immer wieder bei ihr.
00:19:31
Speaker
Aber gar nicht einfach, weil sie wirklich ein Problem mit ihr hat.
00:19:34
Speaker
Sie hat sie auch schon mehrmals gefragt, ob alles in Ordnung ist.
00:19:37
Speaker
Hat ihr gesagt, ey, wenn ich irgendwas falsch mache oder wenn es irgendein Problem gibt, dann bitte sag das zu mir.
00:19:43
Speaker
Und die ist einfach wohl einfach ein bisschen, wie hat sie es ausgedrückt, ein bisschen...
00:19:50
Speaker
ein bisschen zackiger, ja, so von ihrer ganzen Art her.
00:19:53
Speaker
Und alleine schon dieses etwas härtere, rigidere, löst es halt bei ihr schon aus.
00:19:58
Speaker
Wir haben dazu auch eine Session gemacht letztens, weil sie sagte, sie geht jetzt in den Urlaub und sie weiß, sie wird jetzt den ganzen Urlaub damit verbringen, sich die Frage zu stellen, ob diese Kollegin sie jetzt scheiße findet, weil sie Urlaub macht und weil sie jetzt, oder...
00:20:13
Speaker
ob sie was nicht gut vorbereitet hat für den Urlaub und da spielen sich dann richtige Filme in ihr ab und dann kann sie natürlich überhaupt nicht abschalten oder sich erholen.
00:20:22
Speaker
Und da sieht man, wie das dann auch nachhaltig noch wirkt.
00:20:27
Speaker
Genau, und deshalb müssen wir einfach auch diese Situationen aufarbeiten und dem Körper wieder beibringen, dass es vorbei ist, dass er in Sicherheit ist und
00:20:41
Speaker
können eben nicht nur einfach mit der Ernährung oder der Bewegung irgendwas drehen.
00:20:46
Speaker
Ja, und es ist ja auch vor allen Dingen so,
00:20:49
Speaker
dass häufig diese Mobbing-Erfahrungen nicht auf die glücklichsten und reinsten Kindheiten treffen, sondern dass es häufig ja auch schon in dieser Zeit sehr große Verletzungen gab.
00:21:02
Speaker
Wir erleben das ja auch regelmäßig, dass nicht selten auch die eigenen Eltern, ohne es zu wissen und wahrscheinlich auch ohne böse Absicht und trotzdem mit dem gleichen
00:21:16
Speaker
sogar noch mit dem größeren Potenzial für Schaden, sage ich mal, diese Muster mitgesteuert haben, also in Bezug auf die Betrachtungsweise des eigenen Körpers, des Essverhaltens, des Gewichts, der Talente in der Schule und so weiter.
00:21:30
Speaker
Also dieser permanenten Bewertung und auch Negativbewertung ausgesetzt zu sein, haben sehr viele bereits vorher erlebt.
00:21:37
Speaker
Und das kombiniert sich dann auf negativste Weise, vor allen Dingen, weil in den ersten Lebensjahren eben die wichtigsten Bezugspersonen Mama und Papa sind.
00:21:48
Speaker
Das heißt, wenn da dann jemand anderes was Fieses sagt, tut es auch weh, aber wenn Mama und Papa als Bezugspunkt liebevoll zugewandt und positiv auf das Kind gucken, kompensiert das das noch.
00:22:00
Speaker
Und in der späteren Entwicklungsphase wechselt sich das in gewisser Weise.
00:22:04
Speaker
Das Kind löst sich mehr von der Ursprungsfamilie und orientiert sich in seiner Selbstwertfindung oder Identitätsbildung dann eher an Peergroups, also an Gleichaltrigen.
00:22:15
Speaker
Und wenn dann die Gleichaltrigen ständig sagen, wie hässlich, scheiße, dick, ungewollt, was auch immer man ist, und die eigenen Eltern sagen ihnen, wie toll man doch ist und dass man denen nicht zuhören soll und so,
00:22:29
Speaker
ist das zwar ein kleiner Puffer, aber in der Phase halt deutlich unbedeutender, weil da sind wir eigentlich dabei, uns von unseren Eltern abzugrenzen und uns eher in einem neuen Gefüge einzufinden, das uns dann wiederum ablehnt.
00:22:43
Speaker
Und dementsprechend kommt da dann das Negativste aus beiden Welten in Anführungsstrichen zusammen.
00:22:48
Speaker
Und das dürfen wir eben auch nicht unterschätzen.
00:22:52
Speaker
Also da kann ich einfach nur die Podcast-Folge, die wahrscheinlich mit Abstand am besten angekommen ist bis jetzt, zur Mutter- und Vaterwunde empfehlen, wo wir genau über diese Themen sprechen.
00:23:03
Speaker
Wir sehen allein daran, wie viele Menschen das gehört haben und uns dazu geschrieben haben und daraufhin dann auch Termine gebucht haben, wie wir
00:23:12
Speaker
normal in Anführungsstrichen, normal im Sinne von weit verbreitet einfach diese Erfahrungen sind.
00:23:17
Speaker
Und dann kommt eben nochmal das Thema Mobbing hinzu.
00:23:20
Speaker
Und das, was gerade wenn es längere Zeiten, also wenn jetzt mal jemand mal einen blöden Kommentar bringt, das kann zwar wehtun, aber gerade wenn es über längere Jahre durch mehrere Personen passiert,
00:23:31
Speaker
in mehreren Kontexten passiert, dann erschüttert das ein System wirklich auf das Stärkste und nur weil inzwischen so viele Menschen Mobbing erfahren und dadurch das Thema irgendwie wie so eine Art und, wie soll man das sagen, wie nennt man das nochmal, dass man sich so dran gewöhnt, so eine Abstumpfung erlebt, bitte?
00:23:51
Speaker
Es normalisiert sich.
00:23:52
Speaker
Genau, es normalisiert sich.
00:23:53
Speaker
Es verliert in gewisser Weise seinen Schrecken, weil es so viele Menschen haben.
00:23:57
Speaker
Und das darf einfach nicht sein, weil es einfach so krasse Spuren hinterlässt, die ganze Biografien und auch noch Nachfolgegenerationen über die Epigenetik betreffen können.
00:24:09
Speaker
Dass wenn das System so geschockt ist und diese Spur innerlich, das hast du eben so schön gesagt,
00:24:15
Speaker
nicht verstanden hat, dass diese Erfahrung vorbei ist, dann wirkt das einfach immer weiter auf die Zellen und darüber dann auch weitergegeben potenziell an die nachfolgenden Generationen und auch in jedem Lebensbereich, egal ob auf der Arbeit, in der Beziehung, in Freundschaften und so weiter.
00:24:31
Speaker
Also das darf man einfach nicht zu sehr relativieren, was da wirklich passiert.

Interne und externe Einflüsse auf Selbstwahrnehmung

00:24:38
Speaker
Und der andere Teil, den wir auch schon aus den Elternwunden kennen, ist das mit den sogenannten Introjekten.
00:24:46
Speaker
Das bedeutet, dass etwas, was wir von fremden Menschen hören, fremd im Sinne von nicht von mir selbst, das können auch Mama und Papa sein, dass wir das unbekannten.
00:24:55
Speaker
hinterfragt, ungefiltert runterschlucken, gerade bei Kindern, die einfach dieses Filterprogramm noch gar nicht haben und noch keine richtige eigene Meinung oder Einschätzung, dass wir das runterschlucken und nachher das Gefühl haben, das sind wir selbst.
00:25:09
Speaker
Also wir haben zum Beispiel gehört, du musst mit dem Essen aufpassen oder du bist aber auch dick geworden.
00:25:15
Speaker
Und dann erzählen uns die Frauen später, wenn ich heute Bilder gucke, wie ich damals aussah, dann denke ich mir so, hä?
00:25:21
Speaker
Ich war doch in keinster Weise dick.
00:25:23
Speaker
Aber weil es gehört wurde von fremden Personen, wurde das eben runtergeschluckt.
00:25:29
Speaker
Nicht verdaut natürlich, weil es einfach nicht verdaulich ist.
00:25:32
Speaker
Und dann als das eigene aufgenommen.
00:25:34
Speaker
Das heißt, ich denke dann plötzlich selber ständig, ich bin dick oder gucke in den Spiegel und denke, boah, da habe ich aber wieder zugenommen.
00:25:39
Speaker
Und häufig erst dadurch, dass wir mit dem Nervensystem arbeiten, dadurch, dass wir den Körper stabilisieren, dadurch, dass wir die emotionalen Wunden versorgen,
00:25:48
Speaker
wird überhaupt der Blick wieder klarer, sage ich mal, als wäre ein Himmel voller Wolken gewesen, wird der klarer und man erkennt plötzlich, hä, das stimmt ja gar nicht.
00:25:57
Speaker
Und das ist ein so wichtiger Moment und gleichzeitig auch eine so wichtige Information, weil in Mobbing-Dynamiken passiert eben gewisserweise genau das Gleiche.
00:26:07
Speaker
Irgendwann übernehmen wir die fremden Blicke, die fremden Worte in Bezug auf uns selber, als unsere eigenen.
00:26:14
Speaker
Und ich habe das demnächst in einer
00:26:17
Speaker
in der Korreulation gesagt.
00:26:19
Speaker
Das war ganz witzig, weil die Reaktion war am Anfang total geschockt und auch ein bisschen verständnislos, was ich damit meine, bis ich es dann erklärt habe.
00:26:27
Speaker
Und dann gab es so ein breites Nicken, ein Zustimmen.
00:26:30
Speaker
Und ich habe gesagt, dass Menschen, die entweder Mobbing erfahren haben oder eben sehr frühe Abwertungserfahrungen gemacht haben,
00:26:40
Speaker
zu eigenen inneren Mobbern werden, also eigene Mobbing-Dynamiken innerlich ablaufen lassen.
00:26:47
Speaker
Und ich stehe da auch zu, dass ich das so sage, weil wenn ich mir angucke, wie Menschen und auch die Frauen, die wir begleiten, und ich kenne es auch von mir selber persönlich, also ich glaube, das kennt jeder von uns bis zu einem gewissen Grad, aber es hat halt unterschiedliche Intensitäten und Frequenzen, in denen das aufkommt,
00:27:03
Speaker
So wie wir vom Spiegel, wenn wir uns selbst berühren, im Freibad oder wo auch immer mit uns selber umgehen, würden wir mit keinem anderen Menschen umgehen, der uns in irgendeiner Weise am Herzen liegt und häufig auch mit niemandem darüber hinaus.
00:27:19
Speaker
Es sei denn, wir haben so eine Opferdynamik innerlich integriert, dass wir irgendwo mit unserer...
00:27:27
Speaker
unterdrückten Gewalt hin müssen und dann eben selber verachtend und verletzend anderen gegenüber werden.
00:27:32
Speaker
Das kann auch eine Kompensation sein, aber worauf ich mich beziehe ist, dass wir so abwertend, so herablassend, so verletzend mit uns umgehen, dass wenn uns das jemand anderes erzählen würde, beispielsweise unsere Tochter, unser Sohn, unsere beste Freundin, die Schwester oder wer auch immer, würde zu uns kommen und würde sagen,
00:27:52
Speaker
Da ist ein Mädchen in der Schule und die sagt die ganze Zeit zu mir, ich bin voll die fette Sau und ich soll lieber nicht rausgehen und ob ich mal darüber nachgedacht habe, einfach nie wieder Süßigkeiten zu essen und dass man so doch nicht rausgehen kann und wie ich mir erlauben kann, so ein Kleid zu tragen oder überhaupt ein Bikini schön zu finden.
00:28:08
Speaker
... bei den Körpermaßen, die ich gerade habe...... und dass mich doch sowieso niemals jemand...... attraktiv finden könnte...... dann würde jeder von uns innerlich denken...... Alter, was ist das denn für eine?
00:28:19
Speaker
Und es würde in uns einen richtigen Schmerz auslösen...... dass so jemand mit jemand anderes umgeht...
00:28:25
Speaker
Und wenn wir uns dann mal fragen, auch die Frauen, die wir begleiten, wie wir eigentlich den ganzen Tag über uns selber sprechen, dass wir uns selber kein Eis erlauben, dass wir uns selber kein Kleid erlauben, dass wir uns selber kein Bikini erlauben, dass wir nicht zum See gehen wollen, dass wir uns im Spiegel angewidert anschauen, dass wir am liebsten unseren ganzen Körper verstecken würden, dass wir glauben, dass wir sowieso niemals einen Partner finden könnten, der uns irgendwie mag, dann ist das eins zu eins exakt das Gleiche.
00:28:53
Speaker
Nur, dass wir diese Mobbing-Dynamiken selbst integriert haben.
00:28:56
Speaker
Das heißt, wir werden zum eigenen Aggressor, der Aggressor ist in der Mobbing-Dynamik der, den wir als Täter, nenne ich es mal, bezeichnen, aber ich nenne es lieber Aggressor, das haben wir autoaggressiv verinnerlicht und so verarbeitet,
00:29:10
Speaker
haben wir den Aggressor wie so einen eigenen inneren Anteil in uns, der uns diese Mobbing-Dynamiken permanent wiederholt, ohne dass im Außen überhaupt jemand da sein muss, der dem in irgendeiner Weise zustimmen würde.
00:29:23
Speaker
Und das macht es auch so schwer, wenn dann jemand sagt, ja, das stimmt doch gar nicht.
00:29:27
Speaker
Und wieso solltest du denn kein Kleid tragen können?
00:29:30
Speaker
Du siehst doch toll aus.
00:29:31
Speaker
Das ist, als hätte man wie so eine...
00:29:34
Speaker
wie Wasser und Öl das aufeinander kommt.
00:29:36
Speaker
Es verbindet sich nicht.
00:29:37
Speaker
Es perlt einfach einander ab.
00:29:40
Speaker
Es gibt keinen Eingang für diese positiven Empfindungen, weil das Nervensystem immer noch in diesem Mobbing-Zustand ist, weil es sich innerlich ständig wiederholt.
00:29:50
Speaker
Und deswegen bringt es nichts, wenn wir den Körper dazu zwingen,
00:29:55
Speaker
sich einfach mit wenig Kalorien und mit einem Kaloriendefizit und mit viel Sport weiter zu quälen, um dann besser auszusehen, in Anführungsstrichen besser, oder um abzunehmen, weil alleine das schon die Antwort auf diese ständige Selbstabwertung

Gesellschaftlicher Druck und ungesunde Diätverhalten

00:30:10
Speaker
ist.
00:30:10
Speaker
A, wenn ich dann nur ein bisschen abnehme, A, wenn ich dann nur...
00:30:14
Speaker
gesund esse.
00:30:15
Speaker
Dann guckt wenigstens niemand mehr auf meinen Teller und denkt sich, ah ja klar, dass die so aussieht, wenn die jetzt auch noch eine Pommes isst.
00:30:21
Speaker
Nee, dann sieht man zumindest, dass sie einen Salat isst und das heißt, sie ist zumindest bewusst, dass sie dick ist.
00:30:26
Speaker
Diese ganzen Dynamiken, die Frauen verinnerlicht haben und auch Männer, aber wir arbeiten jetzt prima mit Frauen,
00:30:33
Speaker
die so normal in Anführungsstrichen geworden sind, dass wir gar nicht mehr wissen, wie selbstverletzend wir sind.
00:30:39
Speaker
Und da wiederholen wir auch wieder das gleiche Muster mit den unsichtbaren Wunden.
00:30:43
Speaker
Wenn sich jemand ritzt oder auf eine andere Art und Weise Schaden zufügt, dann sehen wir das.
00:30:49
Speaker
Dann sagen wir, oh Gott, das ist ja grausam, was ist denn passiert, dass jemand sich sowas antut.
00:30:54
Speaker
Aber wenn wir die ganze Zeit gewaltvoll mit uns selber sprechen, uns beleidigen, demütigen, verachten, uns selbst anekeln und so weiter, dann sind das wieder unsichtbare Wunden, die niemand sieht und die auch viele nicht sehen wollen.
00:31:10
Speaker
Und dann führt es genau zum Gleichen, was wir früher erlebt haben, nämlich dass Menschen weggucken, dass Menschen uns Ratschläge geben, die für ein Arsch sind,
00:31:18
Speaker
Weil dann zu sagen, ja dann sei doch einfach vielleicht mal ein bisschen nett zu denen, lad die doch mal zu einem Geburtstag ein, dass die sehen, dass du so schlimm gar nicht bist.
00:31:26
Speaker
Ja darum geht es aber nicht, genauso wie es nicht darum geht, dass man sich einen Ernährungsplan schreiben lässt.
00:31:33
Speaker
... um ein Kaloriendefizit zu haben.
00:31:36
Speaker
Es sind Menschen, die von dem eigentlichen Schmerz...... und von dem eigentlichen Leid weggucken...... und uns selber auch darin unterstützen, wegzuschauen.
00:31:44
Speaker
Und deswegen kann es nicht die Lösung sein...... weder für emotionales Essen...... noch für Körperscham...... noch für ein dysreguliertes Nervensystem...... weil das alles auf einer ganz anderen Ebene spielt...... als die klassischen Ansätze überhaupt ansetzen würden...... noch nicht mal im Ansatz berühren würden...
00:32:02
Speaker
Und deswegen geht das, was wir hier sagen, bezieht sich zwar auch auf Mobbing-Erfahrungen, aber geht eben darüber deutlich hinaus und ja, ich denke, es wird einfach durch das, was wir teilen, klar, jetzt hier in dieser Folge und auch durch die Erfahrungen, die wir mit Frauen machen, die darunter leiden oder gelitten haben.
00:32:23
Speaker
weshalb diese klassischen konventionellen Strategien einfach keinen Effekt haben können.
00:32:30
Speaker
Und auch wenn du vielleicht gerade zuhörst und schon ganz viel versucht hast und das Gefühl hast, ey, warum klappt das bei mir nicht und bei mir wird es niemals funktionieren.
00:32:39
Speaker
Ich hoffe sehr, dass es dir ein Gefühl dafür gibt und ein Verständnis dafür, weshalb es nicht an dir lag, dass es nicht geklappt hat.
00:32:46
Speaker
Sondern dass es einfach nicht klappen konnte, weil es einfach auf einer anderen Ebene ansetzt.
00:32:50
Speaker
Genauso wie sich Fett plötzlich löst, wenn wir Spülmittel reingeben, weil es einfach eine andere Reaktion auslöst, als es einfach dann, keine Ahnung, 30 Jahre mit Wasser zu versuchen, was aber keine Verbindung miteinander aufnehmen kann.
00:33:02
Speaker
So kann man sich das auch hierbei vorstellen, wenn wir ständig an der falschen Ebene ansetzen und die eigentliche Substanz ständig, ja,
00:33:11
Speaker
bewusst oder unbewusst vermeiden, hinzuschauen.
00:33:13
Speaker
Ich hoffe, das ist einigermaßen verständlich geworden, was ich damit sagen wollte.
00:33:17
Speaker
Ja, absolut.
00:33:19
Speaker
Das ist verständlich.
00:33:22
Speaker
Und ich hatte da so einen
00:33:26
Speaker
so ein schönes Bild irgendwann mal, ich weiß nicht, ich habe, glaube ich, in einem Film oder so habe ich das gehört, aber ich fand es so passend, ja, was du gerade auch mal beschrieben hast.
00:33:36
Speaker
Den ersten Schnitt haben wir meistens nicht selbst gesetzt, ja, aber wir sind sehr gut darin, aus einem Schnitt dann Tausende zu machen.
00:33:46
Speaker
Und was man dazu sagen muss, das passiert ja oft gar nicht bewusst,
00:33:52
Speaker
Und mit voller Absicht, dass wir uns dann selbst immer wieder schneiden, auch emotional, sondern das sind ja Automatismen.
00:34:01
Speaker
Also das sind Gedanken, die einfach loslaufen sozusagen.
00:34:08
Speaker
Also ich habe das früher bei mir auch dann beobachtet.
00:34:11
Speaker
Ich hatte da das Körperthema auch ganz, ganz doll und...
00:34:17
Speaker
ja, mitunter auch Mutter-Vater-Wunde und auch Mobbing-Wunde, die darunter lag.
00:34:23
Speaker
Und es waren wirklich wie Angriffe, ja, so wie Selbstangriffe.
00:34:28
Speaker
Also meine Gedanken haben mich den ganzen Tag angegriffen.
00:34:32
Speaker
Ja, genau.
00:34:33
Speaker
So, und jetzt kann man natürlich sagen, ja, dann hört auch auf, das zu denken, aber wir wissen alle, wie gut das funktioniert, nämlich gar nicht, ja.
00:34:40
Speaker
Also das funktioniert nicht.
00:34:42
Speaker
Also ist ja die Frage, wie kriegen wir diese Gedanken zum Stoppen?
00:34:46
Speaker
Und was wir uns einfach bewusst machen müssen ist, wenn wir, wir haben leider in unserer Gesellschaft die,
00:34:58
Speaker
ja, eine Herangehensweise entwickelt, die auf der Verhaltens- oder auf der Gedankensebene ansetzt, der sehr kognitiv ist.
00:35:05
Speaker
Also das ist das erwünschte Verhalten oder das erwünschte Denkverhalten und das ist das unerwünschte Denkverhalten oder Verhalten, ja.
00:35:12
Speaker
Und jetzt müssen wir einfach gucken, dass wir uns so verhalten, wie es halt erwünscht ist.
00:35:17
Speaker
Und dafür gibt es dann ein paar Übungen und man kann dann ein paar
00:35:20
Speaker
Glaubenssätze entlarven und man kann dann sagen, ja okay, wenn ich jetzt heute denke, ich bin verachtenswert, dann kann ich ja morgen einfach denken, nee, ich bin es nicht.
00:35:28
Speaker
Ja, und das, also ich verstehe schon den Sinn dahinter, sich das irgendwie bewusst zu machen, was spielt sich da eigentlich jeden Tag auch an Gedankengut in mir ab und grundsätzlich sind erstmal Gedanken, genauso wie Emotionen, also wir sind weder unsere Gedanken, noch sind wir unsere Emotionen, ja, also eigentlich sind wir nur das Wesen, was das wahrnimmt.
00:35:49
Speaker
Also
00:35:49
Speaker
Jetzt gab es aber irgendwann in unserer Lebensgeschichte einen Grund, warum wir angefangen haben, uns an bestimmten Gedanken oder auch Emotionen festzuhalten, die nicht mehr fließen zu lassen.

Veränderung der Selbstwahrnehmung

00:35:59
Speaker
Und der Grund, weshalb wir dann zum Beispiel an dem Gedanken, der da so vorbeigeflogen ist, ach naja, vielleicht bin ich jetzt doch verachtenswert, wenn wir uns an dem festgehalten haben, hat gesagt,
00:36:10
Speaker
also das hat immer einen überlebenswichtigen Grund.
00:36:12
Speaker
Also es gibt immer eine positive Absicht in unserem System und zwar unser Überleben zu sichern, wenn wir anfangen, uns zum Beispiel mit unseren Gedanken selbst anzugreifen und wenn wir beginnen zu glauben, ah ja, okay, dann haben die ja doch vielleicht alle recht, ich bin nicht liebenswert und ich bin zu dick und so weiter.
00:36:28
Speaker
Und das hat nichts mit Logik zu tun, sondern das hat erstmal was damit zu tun, dass wir versuchen, unser Überleben zu sichern.
00:36:35
Speaker
Das heißt also,
00:36:36
Speaker
Wenn alle Menschen in meiner Umgebung oder die Masse mich immer wieder mobbt oder unterdrückt oder mir spiegelt, du bist nicht gut genug, dann
00:36:48
Speaker
muss ich ja irgendwann anfangen, das zu glauben, weil ich kann die Ohnmacht überhaupt gar nicht aushalten.
00:36:53
Speaker
Ich muss ja irgendwie eine Lösung für diese Situation finden.
00:36:56
Speaker
Das heißt, ich muss anfangen, das zu glauben.
00:36:58
Speaker
Ich muss anfangen, dass ich nicht gut genug bin, um mir die Kontrolle zurückzuholen.
00:37:03
Speaker
Also so nach dem Motto, okay, wenn ich wirklich nicht gut genug bin, so wie alle es mir gerade hier spiegeln, was muss ich denn tun, um gut genug zu werden?
00:37:14
Speaker
Was kann ich tun, um besser zu sein?
00:37:18
Speaker
um dann hoffentlich die Liebe, die Anerkennung und den Frieden zu finden, den ich suche und den Platz in dieser Welt.
00:37:24
Speaker
Und das heißt, wenn du heute noch mit dir diese selbstverachtenden Gedanken rumschleppst und selbst merkst, dass du diese Angriffe innerlich immer gegen dich selbst führst, dann ist es eben nicht damit getan, einfach zu sagen, ja gut, dann denke ich das halt ab morgen nicht mehr, das wird nicht funktionieren, sondern ich muss dahin zurück, wo ich...
00:37:48
Speaker
wo mein System, mein Körper, mein Nervensystem den Eindruck erhalten hat, dass es das Glauben muss, um zu überleben.
00:37:58
Speaker
Und wir müssen dem Körper beibringen,
00:38:02
Speaker
dass er das loslassen kann, dass das ein Gedanke wie jeder andere ist, der eigentlich davonfliegen kann und den wir nicht immer wieder denken müssen und festhalten müssen und uns auch nicht darüber identifizieren müssen, weil unser Leben nicht davon abhängt.
00:38:16
Speaker
Und deswegen würde ich gerne, Lena, nochmal kurz mit dir darüber sprechen, wenn die klassischen Ernährungsherangehensweisen mit Bewegung und Ernährung keinen Sinn machen,
00:38:26
Speaker
Wenn es keinen Sinn macht, mit Glaubenssatzarbeit zu arbeiten und sich einfach vorzunehmen, anders zu denken, wie müssen wir denn oder können wir denn jetzt zu einer Lösung finden?
00:38:35
Speaker
Weil das ist ja dann das, wo man dann da steht.
00:38:38
Speaker
Okay, habe ich jetzt verstanden, aber was mache ich denn jetzt?
00:38:41
Speaker
Also wie löse ich es denn dann jetzt am Ende?
00:38:44
Speaker
Ja, also ich glaube, dass der größte Punkt hier wieder darin liegt, dass wir einfach diese starke Trennung von Kopf und Körper und Psyche haben.
00:38:56
Speaker
Weil viele glauben ja, sie haben dann ein Gedankenproblem.
00:38:58
Speaker
Also muss man halt am Mindset arbeiten oder sowas.
00:39:01
Speaker
Aber unsere Gedanken wären niemals so schmerzlich für uns, wenn sie nicht mit Emotionen gekoppelt wären.
00:39:07
Speaker
Wenn ich jetzt denken würde, oh, ich habe zugenommen,
00:39:11
Speaker
dann wäre das erstmal ja ein legitimer Gedanke, der wäre auch nicht weiter schlimm.
00:39:15
Speaker
Schlimm wird der dadurch, dass ich bewerte, dass das Negativ ist, das ich zugenommen habe.
00:39:20
Speaker
Und an die Bewertung ist dann eine Emotion gekoppelt, wie zum Beispiel Trauer, Wut, Verzweiflung, Verachtung oder was auch immer.
00:39:27
Speaker
Das heißt, alleine da haben wir schon mal...
00:39:30
Speaker
Das ist der beste Beweis dafür, dass das Kognitive sowieso Quatsch ist bei diesen Thematiken.
00:39:34
Speaker
Es heißt auch nicht ohne Grund emotionales Essen, es ist eine emotionale Komponente.
00:39:38
Speaker
Und Emotionen werden immer körperlich erfahren.
00:39:42
Speaker
Eine Emotion geht ja auch nachweislich mit Körperreaktionen einher.
00:39:47
Speaker
hat einen Einfluss auf die Körperspannung, auf die Körpersysteme und auch wieder andersrum.

Wichtige Ansätze zur Lösung emotionaler Probleme

00:39:53
Speaker
Das heißt, wir müssen auf jeden Fall mit dem Körper arbeiten, wir müssen mit dem Nervensystem arbeiten und wie du es gerade gesagt hast, wir müssen mit dem Ursprung arbeiten, wo das erste Mal dieser Eindruck entstanden ist, also etwas von außen eingedrückt wurde in Anführungsstrichen durch diese Erfahrung,
00:40:13
Speaker
dass ich zum Beispiel minderwertig bin, dass Essen mein Feind ist, dass mein Bauch mein Feind ist oder wie auch immer.
00:40:21
Speaker
Ansonsten können wir sieben Millionen Therapieeinheiten und so weiter machen, weil wenn wir mal anfangen uns zu fragen, wohl in meinem Leben habe ich gerade Probleme oder Symptome, dann werden wir niemals fertig.
00:40:31
Speaker
Das hatte ich heute Morgen noch in der Korregulation.
00:40:33
Speaker
Da hat einer gesagt, ich bin gerade richtig glücklich.
00:40:36
Speaker
dass ich jetzt verstanden habe, dass ich eigentlich gar nicht so viele Themen habe, sondern nur ein, zwei große in Anführungsstrichen.
00:40:47
Speaker
Also um es mal ganz kurz an ein Beispiel zu bringen.
00:40:52
Speaker
Sie kam eben mit dem Thema Essensdruck und sie kam mit dem Thema, dass sie sich immer so zurückgehalten hat, dass sie keine Grenzen setzen konnte, dass sie sich nicht getraut hat, in Kontakt zu gehen und
00:41:03
Speaker
... nach einem Verein zu suchen, wo sie schon lange nachgesucht hat.
00:41:06
Speaker
Und dann hatte sie noch körperlich Thematiken mit Verspannungen und so weiter.
00:41:11
Speaker
Das heißt, sie kam mit einer ganzen Palette von keine Ahnung wie vielen Symptomen und dachte, ach du Scheiße, wie lange arbeite ich denn jetzt an diesen Themen?
00:41:19
Speaker
Weil das sind ja alles andere Themen.
00:41:21
Speaker
Und durch die Zusammenarbeit und dadurch, dass sie sich selbst da auch besser verstanden hat, konnte sie am Ende verstehen, okay, einerseits habe ich eine ganz, ganz große geblockte Aggression, also eine ganz große Zurückhaltung, was meine eigene Wut angeht, die ich dafür brauche, um Energie zu haben, um in Kontakt zu gehen, die ich dafür brauche,
00:41:41
Speaker
um Grenzen zu setzen, die ich dafür brauche, um in Kontakt zu gehen und sicher zu sein.
00:41:46
Speaker
Das heißt, wir hatten da schon ganz viele Themen mit abgegrast, mal ganz davon abgesehen, dass die permanente Zurückhaltung von Emotionen dann auch zu Körperspannungen führt.
00:41:54
Speaker
Das bedeutet, jetzt plötzlich verstanden, ich habe gar nicht, keine Ahnung, 30 verschiedene Themen, sondern eines der Hauptthemen ist meine absolut schon unterdrückte Wut und meine absolut schon unterdrückte Aggression, die mir nicht erlaubt,
00:42:07
Speaker
meine Wut auszudrücken, Grenzen zu setzen, mich selbst zu verteidigen und meine Energie zu kanalisieren.
00:42:13
Speaker
Das ist das Hauptthema gewesen.
00:42:15
Speaker
Und dann ist der nächste Schritt, sich zu fragen, okay, und weshalb ist das denn so?
00:42:20
Speaker
Weshalb ist denn diese Emotion so geblockt, dass ich eher autoaggressive Symptome baue oder Essensdruck baue, um bloß diese Emotion nicht mehr spüren zu müssen?
00:42:30
Speaker
Wie ist das denn entstanden?
00:42:32
Speaker
Und das führt uns dann wie ein Türöffner
00:42:35
Speaker
Zum Ursprung.
00:42:36
Speaker
Und da kommen wir dann, es sei denn, es waren wirklich sehr einschlägige zum Beispiel Mobbing-Erfahrungen, dann können auch solche Themen das Nervensystem so crashen, dass es von Mutter und Vater unabhängig ist.
00:42:47
Speaker
Aber in den allermeisten Fällen, wie gesagt, ich verweise nochmal auf die Mutter- und Vaterwunde, da haben wir das alles ganz ausführlich beschrieben in der Podcast-Folge.
00:42:57
Speaker
kommen wir zu den ersten wichtigsten Bezugspersonen, die uns bewusst oder unbewusst, sprachlich oder auch nonverbal die Information gegeben hat, wenn du wütend bist, will ich dich nicht.
00:43:09
Speaker
Oder wenn zum Beispiel ein cholerischer Vater da oder eine cholerische Mutter hat das System entschieden, so will ich niemals werden, also halte ich das komplett zurück.
00:43:17
Speaker
Gesellschaftliche Regeln, die sagen, das Kind ist unerzogen oder ungehorsam, wenn es mal laut stark ist.
00:43:25
Speaker
Das bedeutet, diese ganzen Prägungen, die eingedrückt wurden als Eindruck so gesehen, da ist der Ursprung, weshalb Wut, Aggressio komplett zurückgehalten wird.
00:43:35
Speaker
Und weil das permanent zurückgehalten wird, entstehen diese Symptome, die wir dann durch was auch immer versuchen, alle zu regulieren, statt mal zu gucken, wo ist es eigentlich entstanden.
00:43:45
Speaker
Also gehen wir über bestimmte Techniken, über Körpertechniken, aber auch über Nervensystemtechniken, über innere Reisen in Anführungsstrichen zu den Momenten, wo dieser Eindruck entstanden ist und wo das System sich auf eine Art wie aufgehangen hat, sage ich mal, wie so ein Film, der sich aufhängt und plötzlich nicht weiterläuft.
00:44:04
Speaker
Das heißt irgendwie, man kennt das vielleicht auch von Spotify oder von Filmen, unten läuft zwar irgendwie diese Zeitleiste weiter, aber irgendwie ist der Ton plötzlich aus bei der Musik.
00:44:13
Speaker
Das heißt, man denkt sich so, hä, warum geht denn jetzt die Musik nicht weiter und trotzdem läuft aber die Zeit weiter.
00:44:18
Speaker
Und so ist das auch bei diesen Eindrücken.
00:44:20
Speaker
Wir werden erwachsener im Sinne von älter, wir machen weitere Erfahrungen, die Zeit läuft weiter, die bleibt nicht stehen, aber in uns bleibt ein Teil wie aufgehangen, wie aufgehangen,
00:44:32
Speaker
Also hat sich aufgehängt oder hat sich eingefroren, könnte man auch sagen.

Umgang mit Stress und emotionaler Heilung

00:44:38
Speaker
Und das ist in gewisser Weise das, was wir uns anschauen müssen, damit das System innerlich wie nachwachsen kann und mitbekommt, also dieser traumatisierte Teil nenne ich es mal, mitbekommt, die Gefahr ist vorbei, die Verachtung ist vorbei und
00:44:54
Speaker
Essen ist nicht mehr mein Feind.
00:44:55
Speaker
Ich bin heute eine erwachsene Frau.
00:44:56
Speaker
Ich bin sicher, meine Arbeitskollegin ist sicher.
00:44:59
Speaker
Und wenn nicht, habe ich heute die Möglichkeiten, mich daraus zurückzuziehen, eine Entscheidung zu treffen.
00:45:04
Speaker
Meine Wut kann mein Kraftpotenzial sein, wenn ich sie funktional ausdrücke.
00:45:08
Speaker
Und diese Erfahrung können wir nicht über den Kopf machen, sondern die muss der Körper machen.
00:45:13
Speaker
In dem alte, eingefrorene Reaktionen, so wie du es eben so schön gesagt hast, wir würden eigentlich kämpfen oder fliehen, können wir aber nicht, wenn die Gefahr zu groß ist.
00:45:23
Speaker
Das heißt, wir gehen in den Freeze, das heißt, wir erstarren.
00:45:27
Speaker
Und dann müssen eben diese nicht zu Ende geführten Reaktionen in einem sicheren Rahmen zu Ende geführt werden, dass die Körperzellen mitbekommen, dass jetzt Sicherheit da ist, dass die Psyche mitbekommt, dass jetzt Sicherheit da ist, dass die Emotionen, wenn man so möchte, mitbekommen, als Körperreaktion mitbekommen, dass jetzt Sicherheit da ist.
00:45:46
Speaker
Und dann entsteht auch Stille und Sicherheit in den Gedanken.
00:45:50
Speaker
Wir können nicht an den Gedanken ansetzen.
00:45:52
Speaker
Klar können wir machen, ist sau anstrengend, vor allen Dingen, weil wenn die nicht mit der Emotion gekoppelt sind, das ist wie bei Affirmationen, bringt das rein gar nichts, sich die ganze Zeit irgendwas Positives einzureden.
00:46:02
Speaker
Man könnte zwar dann so scheinmäßig sagen, ja ist doch besser, als sich was Negatives zu erzählen.
00:46:07
Speaker
Ja, stimmt schon, aber innerlich bleiben die Stimmen trotzdem die gleichen.
00:46:11
Speaker
Das hat vielleicht auch jeder schon mal probiert, dass er sich gesagt hat oder sich im Spiegel angelächelt hat.
00:46:15
Speaker
Ich kenne das zum Beispiel auch, das war eine der ersten Empfehlungen, die ich bekommen habe, als ich damals mit den Panikattacken zu tun hatte, dass ich regelmäßig eine bestimmte Körperhaltung und ein Lächeln einnehmen soll, dass der Körper das Signal bekommt, dass jetzt gerade was Positives in meinem Leben ist.
00:46:31
Speaker
Und ich wusste das, aber in diesen Situationen, ich konnte nicht lächeln.
00:46:35
Speaker
Es war, als wäre das mimisch einfach nicht möglich.
00:46:38
Speaker
Mir ging es so schlecht und mein Nervensystem war so außer Rand und Band, dass ich schon froh war, überhaupt daran zu denken, dass es diese Option gibt.
00:46:45
Speaker
Aber die Umsetzung hat gar nicht funktioniert.
00:46:47
Speaker
Mein Körper hat einfach reagiert.
00:46:49
Speaker
Und dementsprechend brauchen wir diesen Zugang und da haben wir jetzt ja auch so unfassbar viele Frauen schon begleitet.
00:46:59
Speaker
Du ja auch schon noch viel, viel mehr in Bezug auf dieses ganz spezielle Thema emotionales Essen.
00:47:04
Speaker
Ich auch in Bezug auf andere Themen, aber jetzt auch schon einige Frauen, die mit diesem Thema zu tun hatten oder haben.
00:47:09
Speaker
Und wir haben einfach...
00:47:13
Speaker
Wie soll ich das sagen?
00:47:14
Speaker
Wir haben es nicht entwickelt, sondern ich würde sagen, wir haben es über Erfahrung zusammengebaut, was es braucht, dass der Körper Sicherheit bekommt auf Nervensystemebene, auf Stoffwechselebene, auf Hormonsystemebene, was die Psyche braucht, was das Nervensystem braucht, was der Körper braucht, um loslassen zu können, um auch die alten Prägungen loslassen zu können.
00:47:36
Speaker
um neue, bessere, bessere im Sinne von funktionalere Gedanken, Emotionen, Körperempfindungen zum Normal zu machen, sodass wir nicht ständig uns regulieren müssen, dass wir nicht ständig irgendwie auf unsere Ernährung achten müssen im Sinne von Kalorien zählen, dass jeder kleine Ausbruch sofort zu einem Jojo-Effekt führt.
00:47:58
Speaker
sondern dass es der natürlichste Zustand ist, dass unser Körper emotional und körperlich sich stabilisieren kann, Selbstheilungskräfte hat, auch mal mit bestimmten Herausforderungen, Situationen widerstandsfähig umgehen kann, ohne dass wir ständig irgendwas dafür tun müssen.
00:48:15
Speaker
Das ist unser Ziel und nicht dir jetzt 20.000 gute,
00:48:21
Speaker
Übungen zu geben, die du machen kannst, wenn du dann wieder Essdruck hast und wenn du wieder negative Gedanken hast und wenn du mal wieder desreguliert bist und wenn du wieder nicht schlafen kannst.
00:48:30
Speaker
Sondern wir gucken danach, was braucht dein Körper, dass er generell gut schlafen kann.
00:48:35
Speaker
Dass er gar nicht erst zu diesem ganzen Essdruck neigt.
00:48:38
Speaker
Dass die Gedanken grundsätzlich erstmal positiv oder ruhig sind und es zur Ausnahme wird, dass eben in stressigen Situationen mal eine
00:48:47
Speaker
Abweichung davon auskommt.
00:48:48
Speaker
Und wir haben eben noch mit Jan gesprochen, das ist Nataschas Mann, der auch die Vorgespräche führt und auch selber eben Nataschas Weg begleitet hat, als es ihr nicht so gut ging.
00:48:58
Speaker
Und er hat auch noch gesagt, dass so viele Frauen überrascht sind, dass es überhaupt möglich sein kann, dass sie sich nicht ständig regulieren müssen oder nach irgendwas gucken müssen,
00:49:09
Speaker
weil der Zustand erreichbar ist, dass es ein ganz normales Essen sein kann, ein ganz normaler Zugang zu Essen und Körper.

Einladung zur weiteren Erkundung und Danksagung

00:49:17
Speaker
Und genau das wollen wir einfach mit Shane and Swim machen.
00:49:22
Speaker
Menschen zugänglich machen aus der eigenen Erfahrung, was es einfach alles so lösen kann und ja, von meiner Seite damit die herzliche Einladung, aber vielleicht möchtest du auch noch ein paar Worte sagen.
00:49:34
Speaker
Ja, also danke schön, dass du es so gut zusammengefasst hast, wieder die richtigen Worte gefunden.
00:49:40
Speaker
Eine Ergänzung habe ich dazu, einfach nochmal vielleicht in anderen Worten, am Ende des Tages, normalerweise müssen wir gar nichts aktiv tun, auch unser Nervensystem reguliert sich eigentlich von alleine.
00:49:52
Speaker
Wenn es das nicht tut, dann haben wir jetzt den ganzen Trend mit den Nervensystemregulationstools und die kann man auch mal einsetzen zur Entlastung und dies nutzen wir auch in den Coachingräumen, aber erfahrungsgemäß nur in der Co-Regulation, also in einem sicheren Beziehungsraum.
00:50:13
Speaker
kann man wirklich auch mit den Themen arbeiten und die ganz gut in Lösungen bringen, die das Nervensystem immer wieder nach oben bringen.
00:50:21
Speaker
Und deswegen ist es natürlich wichtig, dass du mit jemandem arbeitest, bei dem du das Gefühl hast, hat eine gewisse Expertise, hat aber auch das Einfühlungsvermögen.
00:50:30
Speaker
Es bringt auch gar nichts mit einem fachlich gut ausgebildeten Menschen,
00:50:38
Speaker
zu arbeiten, der aber dann uns emotional nicht ein sicheres Gefühl geben kann.
00:50:43
Speaker
Wir brauchen auch einfach dieses Gefühl, sicher aufgefangen zu sein, emotional gut aufgefangen zu sein.
00:50:51
Speaker
Und ja, vielleicht hast du das Gefühl, dass das mit uns hier möglich ist.
00:50:55
Speaker
Lena und ich möchten dich also herzlich einladen für unbedingt mal ein Vorgespräch mit uns.
00:51:01
Speaker
Du hast schon gehört, das Erste sprichst du
00:51:06
Speaker
Erstmal so in einem Kennenlerngespräch mit Jan, im nächsten spreche ich dann persönlich nochmal mit dir und er guckt, ob wir dir überhaupt helfen können aktuell und im nächsten Schritt schauen wir beide dann, wie das Ganze dann konkret aussieht.
00:51:20
Speaker
Das ist alles kostenlos.
00:51:22
Speaker
Du kannst also erstmal schauen.
00:51:24
Speaker
Du riskierst gar nichts, außer ein bisschen Zeit.
00:51:27
Speaker
Deswegen vereinbar dir sehr gerne ein Gespräch.
00:51:30
Speaker
Du findest die Infos und den Link dazu unten in den Shownotes.
00:51:34
Speaker
Dann danken wir dir von Herzen, dass du wieder mit dabei warst und freuen uns natürlich über dein Feedback, deine Fragen bei Instagram oder wie gesagt einfach auf das persönliche Gespräch mit dir.
00:51:45
Speaker
Sehr schön.
00:51:46
Speaker
Also dann würde ich sagen, bis dann.
00:51:48
Speaker
Bis zur nächsten Podcast-Folge.
00:51:49
Speaker
Ciao.