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#68 Heimlich essen - der Kampf zwischen Scham & Loslassen

S1 E68 · Chainless Woman
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449 Plays3 months ago

Du isst heimlich und schämst dich so sehr, dass du dir jedes Mal schwörst: „Ab morgen reiß ich mich zusammen“? Genau das macht es oft schlimmer: Druck treibt dein Nervensystem noch tiefer in den Kreislauf aus Scham, Heißhunger und Kontrollverlust.
In dieser Folge erfährst du, was wirklich hilft, um emotionales Essen zu stoppen, Heißhunger zu lösen und wieder in ein intuitives Essverhalten zu finden – ohne Kampf gegen dich.

Heimliches Essen ist selten „einfach mangelnde Disziplin“. Es ist meistens ein stiller Schutzmechanismus: ein kurzer Moment von Trost, Autonomie und Betäubung und danach die harte Welle aus Scham, Schuld und Selbstverurteilung. Natascha und Lena sprechen darüber, warum „Zusammenreißen“ nicht die Lösung ist, sondern oft Teil des Problems: Ein Nervensystem, das unter Druck, Angst und innerer Anspannung steht, wird Stress-Essen nicht loslassen – es greift zur schnellsten Regulation, die es kennt.

Ihr schaut gemeinsam hinter die Kulissen: Viele Frauen erleben heimliches Essen schon in der Kindheit – Verpackungen verstecken, Angst vor Strafe, Angst vor Bewertung. Nicht, weil sie „falsch“ waren, sondern weil Emotionen nicht gehalten werden konnten. Essen wurde zur Bewältigungsstrategie, wenn Wut, Trauer oder Überforderung keinen sicheren Platz hatten. Genau deshalb greifen Diäten, Tracking, Kontrolle oder schnelle Lösungen selten nachhaltig: Sie wiederholen die alte Botschaft „Du bist zu viel oder du musst dich zusammennehmen“ und verstärken die Spirale.

Die Alternative: emotionales Essen Ursachen lösen über Korrigulation und Nervensystemarbeit. Du brauchst Erfahrungen von Sicherheit im Kontakt, damit dein Körper lernt: Gefühle dürfen kommen und wieder abflachen, ohne dass du essen musst. So wird es möglich, intuitives Essverhalten lernen zu können und nachhaltig gesund abnehmen – aus Verbindung statt aus Kampf.

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Transcript

Scham und geheimes Essen

00:00:00
Speaker
Wenn du heimlich ist und dich dafür schämst und deine Lösung dafür ist, zu versuchen, dich einfach zusammenzureißen, dann ist diese Podcast-Folge für dich.
00:00:11
Speaker
Denn dir wird in dieser Podcast-Folge klar, dass das Zusammenreißen Teil des Problems ist und diesen Kreislauf häufig noch verschlimmert.
00:00:19
Speaker
Wenn du erfahren möchtest, was wirklich hilft, dann bleib auf jeden Fall dran.
00:00:30
Speaker
Mein Name ist Natascha Wilms und ich begleite seit über zehn Jahren Frauen, die unter emotionalem Essen leiden.
00:00:35
Speaker
Ich habe schon über 550 Frauen dabei begleitet, eine befreite Beziehung zu ihrem Essverhalten zu entwickeln.

Vorstellung der Coaches

00:00:41
Speaker
Ich freue mich riesig, dass ich heute Lena wieder mit dabei habe.
00:00:44
Speaker
Lena ist mein Co-Coach hier seit gut zwei Jahren mit dabei und unterstützt mich und die Frauen hier wieder ein befreites Essverhalten zu entwickeln.
00:00:54
Speaker
Hallo Lena, schön, dass du da bist.
00:00:57
Speaker
Hi, ja, ich bin Lena und wie Natascha schon gesagt hat, bin ich jetzt seit ungefähr zwei Jahren bei Chainless Woman mit dabei und jetzt auch die Co-Gründerin der neuen Ausbildung und arbeite aber auch schon ein bisschen länger als Coach und begleite da seit vielen Jahren Menschen auf dem Weg, körperlich aber auch emotionale Symptome wieder in Einklang mit einem schönen und erfüllten Leben zu bringen.
00:01:24
Speaker
Vielleicht erkennst du dich als Zuhörerin oder Zuschauerin, wenn du hier live dabei bist, auch darin wieder.

Verstecktes Essverhalten in der Kindheit

00:01:30
Speaker
Es gibt verschiedene Situationen, in denen sich dieses heimlich Essen zeigt.
00:01:33
Speaker
Wir sehen das bei unseren Klienten immer wieder, dass das zum Beispiel passiert, wenn der Partner den Raum verlässt und dann doch noch ein Stück Schokolade extra gegessen wird oder...
00:01:42
Speaker
wenn er gar nicht da ist.
00:01:44
Speaker
Und dann wird die Packung Schokolade gegessen oder Chips oder was auch immer dein Triggerfood ist und dann auch im Mülleimer weiter unten versteckt und nach oben was draufgelegt.
00:01:54
Speaker
So nach dem Motto, wenn es keiner gesehen hat, ist es nicht passiert.
00:01:58
Speaker
Und leider ist es so, wenn wir uns mit unseren Frauen das genauer anschauen, dass das häufig einfach auch schon ein Verhaltensmuster war, was in der Kindheit stattgefunden hat.
00:02:11
Speaker
Also dass dann zu Hause im Kinderzimmer heimlich gegessen wurde, dass die Verpackungen dann unterm Bett versteckt wurden, aus Angst dann Ärger zu bekommen.
00:02:21
Speaker
Und ja, einige unserer Klienten sehen dieses Verhalten auch bei ihren Kindern schon.

Emotionale Ursachen von Essproblemen

00:02:27
Speaker
Ja, und da ist natürlich die Verzweiflung häufig auch sehr groß, das zu beobachten und auch zu wissen, dass es nichts hilft, das Kind zu beschämen oder zu schimpfen oder so wenig, wie es uns geholfen hat als Kinder, wenn wir das gemacht haben, außer dass es einfach diesen Schmerz
00:02:48
Speaker
... diese Scham und dieses Gefühl, damit falsch zu sein,...... nur noch mehr verstärkt hat.
00:02:53
Speaker
Und dann geht halt eine Kettenreaktion los,...... weil wir uns schämen...... und nicht wissen, wie wir diese Scham reguliert bekommen.
00:03:02
Speaker
Ziehen wir uns immer weiter zurück...
00:03:04
Speaker
Und bewältigen das dann wiederum mit Essen.
00:03:08
Speaker
Und das verschärft, wie gesagt, die Spirale immer weiter.
00:03:13
Speaker
Und wir dürfen erst mal verstehen, was da eigentlich überhaupt passiert.
00:03:19
Speaker
Und vielleicht auch, was da versucht wird zu bewältigen, um eine wirkliche Lösung dafür zu finden.
00:03:27
Speaker
Denn was eigentlich meistens passiert, und ich kenne das auch noch aus Zeiten, bei denen wir
00:03:32
Speaker
das auch bei mir so war.
00:03:33
Speaker
Ich habe ja auch sehr, sehr stark erst unter emotionalem Essen und dann auch Binge-Eating und letztendlich Bulimie gelitten.
00:03:38
Speaker
Also ich weiß sehr gut, wie das ist, wenn man sein Essverhalten eigentlich nicht gut steuern kann.
00:03:45
Speaker
Ich bin mit einer Mama aufgewachsen, die auch ein emotionales Essverhalten oder Stressessverhalten hatte und
00:03:53
Speaker
Man weiß ja dann auch erst mal gar nicht, was mit einem los ist.
00:03:55
Speaker
Also als Kind sowieso nicht, kannst du das nicht reflektieren.
00:03:59
Speaker
Du weißt einfach nur, ich weiß, ich sollte nicht, aber ich muss, ich kann an nichts anderes mehr denken.
00:04:06
Speaker
Und das, ja.
00:04:10
Speaker
Um da rauszukommen, braucht es auf jeden Fall mehr, als sich einfach zusammenzureißen.
00:04:16
Speaker
Deswegen schauen wir uns das mal genauer an heute.

Gesellschaftliche und familiäre Einflüsse

00:04:18
Speaker
Vielleicht, damit du als betroffene Frau da endlich rauskommst, aber auch, solltest du zu Hause ein Kind haben, bei dem das auch stattfindet, einfach auch schon besser weißt, wie du das greifen kannst.
00:04:31
Speaker
Genau, eine Emotion, die da eine große Rolle spielt, ist natürlich Scham und auch ein Schuldgefühl und auch die Angst vor Strafe oder die Angst vor Kontrollverlust, also die Angst tatsächlich, die uns dann auch teilweise gemacht wird, dass wir dann zunehmen und dass wir...
00:04:50
Speaker
dann dick werden und dass man uns dann irgendwie nicht mehr schön findet und in der Kettenreaktion dann auch weniger Liebe bekommt oder, also was wir da schon auch für Sprüche gehört haben von unseren Klienten, von wegen, ja, dann findest du später keinen Mann und was auch immer, ja, also man sieht, wie viel Druck da drin ist und wie viel Angst da drin ist und, ähm,
00:05:13
Speaker
So viel sei schon mal gesagt, ein Nervensystem, was unter Druck steht und was unter Daueranspannung und Angst steht, wird eine Bewältigungsstrategie wie emotionales Essen nicht loslassen können.
00:05:24
Speaker
Oder was sagst du dazu, Lena?
00:05:26
Speaker
Also da gebe ich dir 100 Prozent recht.
00:05:29
Speaker
Also ich sage mal, wir haben ja schon öfter darüber gesprochen,
00:05:33
Speaker
welchen Einfluss das Nervensystem hat.
00:05:35
Speaker
Und wir müssen uns, also wir müssen halt verstehen, es steckt ja auch im Prinzip in dem Wort emotionales Essen schon drin, dass Essen als Kompensationsstrategie wird, um emotionales, was nicht verdaubar war, irgendwie zu kompensieren beziehungsweise auszugleichen.
00:05:50
Speaker
Emotionales Essen bedeutet, dass ich über Essen versuche, das emotionale, was ich nicht verdauen, nicht gut verarbeiten konnte, dämpfen möchte.
00:06:00
Speaker
Und je mehr Druck ist, also je mehr die emotionalen Impulse, die im Prinzip hochsteigen, gedämpft werden und unter Druck gesetzt, also unterdrückt werden, desto mehr habe ich diese innere Anspannung und diese innere Unruhe und dieses innere Gefühl von, ich muss jetzt irgendwas tun und umso schneller ist halt der Griff dann auch zum Kühlschrank oder noch schneller in die Tasche, wenn da noch was ist da.
00:06:22
Speaker
Wein ist einfach der sicherste oder der vermeintlich sicherste Weg.
00:06:26
Speaker
Es ist ja nicht der gesund sicherste Weg, aber auf jeden Fall der kreativste Weg, den das jüngere Nervensystem eben gelernt hat, um das Emotionale, was gerade hochkommt, wo ich aber keine Idee habe, wie ich das gut verarbeiten oder regulieren kann, möglichst schnell unschädlich zu machen oder unspürbar zu machen.
00:06:42
Speaker
Und da ist halt das Essen als Dämpfung
00:06:45
Speaker
erst mal sehr kreativ und vor allen Dingen auch erst mal wirksam.
00:06:48
Speaker
Also es hilft ja in den meisten Fällen kurzfristig und kurzzeitig.
00:06:53
Speaker
Nur, dass es eben eine wirklich sehr, sehr kurze Befriedigung ist.
00:06:55
Speaker
Genauso wie der Griff zum Handy oder für manche ist es eben auch der Griff dann zum Alkohol oder Online-Shopping.
00:07:02
Speaker
oder was auch immer, Online-Dating, also möglichst schnell das, was an Emotionen hochkommt, umzulenken, um es nicht wahrnehmen zu müssen, weil es eben diese fehlende Fähigkeit oder innere Sicherheit und Zuversicht gibt, dass das, was gerade spürbar wird, verdaubar wird oder eben selber gut gehalten werden kann.
00:07:19
Speaker
Und wenn das nicht erfahren wird, dann ist das Nervensystem weiterhin mit jeder Emotion, die hochkommt, überfordert und
00:07:27
Speaker
oder mit bestimmten Trägersituationen eben überfordert.
00:07:29
Speaker
Und wenn das der Fall ist, dann wird das Nervensystem emotionales Essen nicht loslassen, weil es schon seit vielen Jahren bei vielen, die sagen, ich kämpfe damit schon mein ganzes Leben lang, schon seit meiner Kindheit und selbst meine ganze Familie kämpft damit, nichts anderes als, dass es eines der meist trainiertesten und besten Wege aus emotionalen Drucksituationen raus und solange das Nervensystem unter Druck steht, wird emotionales Essen als Abwehrstrategie dann auch nicht auffüllen.
00:07:56
Speaker
Ja.
00:07:56
Speaker
Ja, ja.
00:07:57
Speaker
Und selbst wenn die Eltern nicht mit dem Essverhalten kompensieren, haben sie meistens irgendwelche anderen...
00:08:04
Speaker
Bewältigungsstrategien, ob das das Überarbeiten ist oder ob das zu viel Schaffen ist oder ob das irgendwie Alkohol ist.
00:08:12
Speaker
Also manchmal sehen wir das direkt in der Familie, wie ich jetzt zum Beispiel, wo ich sagen kann, klar, ich weiß, woher das kommt.

Kreative Bewältigungsstrategien

00:08:22
Speaker
Manchmal ist es aber tatsächlich auch so, dass es eher versteckter abläuft.
00:08:28
Speaker
Und deswegen, ich möchte mal gerne so ein bisschen eine Geschichte erzählen, die, glaube ich, ganz
00:08:35
Speaker
gut greifbar macht, wie so etwas entsteht, weil das müssen wir erstmal begreifen und deswegen würde ich gerne mal so die Vorstellung aufmachen für alle, die
00:08:49
Speaker
die jetzt gerade zuhören.
00:08:51
Speaker
Stell dir mal vor, ich bin ein Jahr alt oder zwei Jahre alt.
00:08:56
Speaker
Und das Einzige, also ich habe noch nicht viele Worte, um meine Bedürfnisse kundzutun, das heißt, ich kommuniziere vor allen Dingen über Emotionen.
00:09:09
Speaker
Das bedeutet, wenn ich etwas brauche, dann habe ich verschiedene Emotionen zur Verfügung.
00:09:15
Speaker
Ich kann weinen, ich kann lachen, ich kann schreien und wütend sein.
00:09:21
Speaker
Und das ist meine Art zu kommunizieren, weil mir die Rhetorik fehlt, weil mir die Worte fehlen, zu artikulieren, was ich gerade wirklich brauche.
00:09:30
Speaker
Das heißt, ich bin darauf angewiesen, dass meine Mama, mein Papa, die Bezugspersonen um mich herum diesen emotionalen Ausdruck verstehen.
00:09:39
Speaker
dass sie nachvollziehen können, was fehlt mir denn gerade.
00:09:43
Speaker
Und jetzt habe ich aber eine Mama oder einen Papa, die gelernt haben, dass Emotionen wie lautes Schreien oder Weinen Schwäche bedeuten oder dass man dann ein böses Kind ist oder nicht hört oder respektlos ist.
00:10:00
Speaker
Dann haben meine Eltern gelernt, ihre Emotionen als Kind zu unterdrücken.
00:10:05
Speaker
Und sie werden...
00:10:07
Speaker
Überforderungsgefühle haben, wenn ich anfange, als zweijähriges Kind zu weinen und zu schreien und so sehr selbst mit einem angespannten Nervensystem zu tun haben, dass sie
00:10:21
Speaker
mir nicht so richtig helfen können, mich nicht richtig verstehen können und mir entweder mit Worten tatsächlich sagen, jetzt sei still, ein Indianer kennt keinen Schmerz, wenn du jetzt nicht gleich ruhig bist, dann zähle ich bis drei und dann setzt's was.
00:10:37
Speaker
Also die Überforderung, die dann laut wird und das, was dann passiert ist, ich als zweijähriges, einjähriges
00:10:45
Speaker
Kind muss, um weiter geliebt zu werden, um weiter in Verbindung zu bleiben, meine Emotionen unterdrücken und bekomme das Gefühl, das darf nicht sein.
00:10:56
Speaker
So wie meine Eltern das zum Beispiel als Kinder vielleicht auch erfahren haben.
00:11:00
Speaker
Und jetzt habe ich ein Problem.
00:11:01
Speaker
Ich komme auf die Welt und ich habe Emotionen und ich kann damit kommunizieren, muss damit kommunizieren.
00:11:07
Speaker
Ich habe aber eine Fähigkeit noch nicht gelernt, nämlich...
00:11:10
Speaker
auszusprechen, was ich brauche und mich selbst damit zu regulieren.
00:11:15
Speaker
Das heißt, ich bin jetzt mit diesen Emotionen wie Wut und Trauer mehr oder weniger unreguliert, weil keiner da ist, der da so richtig kompetent drauf eingehen kann und mich korregulieren kann.
00:11:26
Speaker
Das heißt, ich bin völlig überfordert mit meinen Emotionen und lerne, Emotionen sind etwas, was überwältigend ist, was schlecht ist, was bestraft wird, was auch immer.
00:11:39
Speaker
Und jetzt muss mein Nervensystem sich irgendwie etwas ausdenken, wie es damit zurechtkommt, diese Spannung, diese emotionale Spannung abzubauen und diese Ladung abzubauen.
00:11:52
Speaker
Und unsere Nervensysteme sind unglaublich kreativ.
00:11:56
Speaker
Und dann entwickeln wir sogenannte Bewältigungsstrategien.
00:12:00
Speaker
Und eine Bewältigungsstrategie ist dann eben das Essen.
00:12:03
Speaker
Und dann lerne ich halt, okay, wenn ich emotional überfordert bin oder ich möchte auch Mama und Papa gerade nicht überfordern mit meinen Emotionen, dann unterdrücke ich das und
00:12:15
Speaker
Irgendwann im Laufe des Tages, ohne dass ich checke, woher das tatsächlich wirklich kommt, merke ich plötzlich, ich kann an nichts anderes mehr denken, als an diese Schublade in der Küche, wo all die Süßigkeiten drin versteckt sind, wo Mama und Papa gesagt haben, da darf ich nicht drangehen, weil...
00:12:34
Speaker
Erst wird gegessen ordentlich oder wenn du jetzt Süßigkeiten hast, hast du ja keinen Hunger oder was auch immer.
00:12:39
Speaker
Wir hatten bei uns in der Küche immer ganz oben eine Schublade, ganz ganz ganz oben, da wo kein Kind drankommt.
00:12:46
Speaker
Und ich habe dann immer mein Kinderstühlchen davor geschoben und bin...
00:12:50
Speaker
auf das Kinderstühlchen draufgeklettert und habe mich auf die Lehne von diesen Kinderstühlchen gestellt und habe mich dann noch gestreckt wie verrückt, also man muss sagen, lebensbedrohliche Situation eigentlich, ja.
00:13:07
Speaker
man möge sich dieses Kleinkind vorstellen, wie es einfach diesen Stuhl an diesen Schrank schiebt und da hochklettert, weil es als nichts anderes mehr denken kann, als da oben, da hinten, da ist diese eine Tafel Schokolade und ich muss jetzt, ich weiß jetzt, okay, ich passe die Situation ab, Mama und Papa sind gerade nicht da, ähm,
00:13:27
Speaker
Ich schiebe dieses Stuhl da hoch, ich kraxel da hoch, ich ergattere mir diese Schokolade, verschwinde damit in mein Kinderzimmer und esse die ganze Packung leer.
00:13:34
Speaker
Und ich weiß, das ist schon alles einfach nicht richtig und ich muss die irgendwo verstecken und hoffentlich sieht das keiner.
00:13:40
Speaker
Und dann sieht es vielleicht tatsächlich irgendwann einer und dann gibt es Ärger und dann lerne ich, okay, ich war falsch, ich war wieder falsch mit dem, was ich...
00:13:51
Speaker
zum Ausdruck gebracht habe und häufig sind einfach die Erwachsenen in unserer Umgebung so überfordert damit, dass sie gar nicht erkennen, also sie sehen nur, das Kind überisst sich mit Süßigkeiten und das ist einfach gierig.
00:14:03
Speaker
Aber sie sehen halt nicht, dass da eigentlich was anderes dahinter steckt, weil sie es nicht sehen können.
00:14:08
Speaker
Sie können nicht sehen, dass das eine Bewertungsstrategie ist, weil sie selber da einfach blind sind auf dem Auge und bestrafen dann häufig die Kinder noch dafür,
00:14:20
Speaker
dass sie das tun.
00:14:22
Speaker
Häufig in der Folge, wir arbeiten immer wieder mit Frauen zusammen, schicken sie die Kinder auch in Abnehmkliniken oder sie müssen dann immer wieder zum Arzt und kriegen da auch immer wieder gesagt, jetzt müssen sie auf Diät gesetzt werden.
00:14:37
Speaker
Das haben wir alles schon gesehen und erlebt und gehört und
00:14:41
Speaker
Das ist so traurig, wenn man versteht, was da dahinter steckt.
00:14:45
Speaker
Bekommt nämlich dieses Kind immer und immer wieder suggeriert, mit dir ist etwas falsch, du kannst dich nicht kontrollieren, du hast ein Problem, du bist das Problem.
00:14:53
Speaker
Und tatsächlich ist es so, dass wir als Kinder oder auch wenn wir selbst Kinder haben, nicht das Problem sind, sondern das Problem dann zum Ausdruck

Kritik an herkömmlichen Diäten

00:15:04
Speaker
bringen.
00:15:04
Speaker
Also wir bringen zum Ausdruck,
00:15:06
Speaker
was die ganze Zeit nicht ausgedrückt werden darf, was Mama und Papa zurückhalten, was vielleicht das ganze Familiensystem zurückhält.
00:15:12
Speaker
Und dann wiederholen wir später als Erwachsene durch diese Selbstbeschämung, diese Selbstbestrafung, jetzt muss ich aber noch extra Schritte gehen oder jetzt esse ich morgen dafür, dann weniger.
00:15:26
Speaker
Wir wiederholen im Prinzip das,
00:15:29
Speaker
immer und immer wieder dieses Muster.
00:15:31
Speaker
Und jedes Angebot da draußen, was dann sagt, du brauchst einfach nur einen guten Plan, musst dich einfach nur disziplinieren, wiederholt dieses Muster.
00:15:39
Speaker
Jeder Coach, der seine Klienten auf irgendwelche Diätpläne setzt und daneben steht mit irgendwelchen Mindset-Floskeln und sagt, wenn du es nicht durchziehst, dann willst du es nicht wirklich, dann musst du andere Entscheidungen treffen, dann
00:15:57
Speaker
wiederholt eigentlich dieses Muster mit den Klienten und erzeugt auch wie so eine Art kleine Mini-Re-Traumata, weil im Prinzip das immer und immer wieder passiert und eigentlich gar nicht die Lösung sein kann.
00:16:15
Speaker
Und deswegen haben wir uns ja hier auch zur Aufgabe gemacht,
00:16:20
Speaker
es anders zu machen, deswegen bilden wir heute auch Coaches aus, die lernen es anders zu machen mit ihren Klienten, weil wir sehen, dass das, was wir machen, funktioniert.
00:16:29
Speaker
Aber ja, also das tut mir tatsächlich persönlich auch immer noch ein bisschen in der Seele weh, auch wenn ich weiß, dass es Lösungen dafür gibt, weil ich das selber auch so kenne,
00:16:40
Speaker
so missverstanden zu sein.
00:16:43
Speaker
Wenn wir das aufs innere Kind legen wollen, dieses hochgradig missverstandene, mit eigenen Emotionen überforderte innere Kind, das immer wieder versucht, sich irgendwie
00:16:56
Speaker
zu regulieren und irgendwie zu überleben mit diesen überfordernden Emotionen und dafür dann immer wieder auf Diät gesetzt wird und immer wieder gesagt bekommt, du bist nicht gut genug, du machst das nicht, du bist nicht diszipliniert genug, du machst das falsch.
00:17:11
Speaker
Und ja, das ist, glaube ich, ein ganz gutes Bild, eine ganz gute Geschichte, um das so ein bisschen...
00:17:17
Speaker
begreifen zu können, was da eigentlich innerlich los ist.
00:17:20
Speaker
Und vielleicht gibt es jeder Frau, die jetzt gerade zuhört, auch so ein bisschen die Möglichkeit, ein bisschen Selbstmitgefühl zu haben.
00:17:28
Speaker
Weil das ist viel, viel wichtiger und tatsächlich der Weg raus aus dieser Dynamik, dass wir aus dieser Selbstbestimmung rauskommen und eher in das Selbstmitgefühl und im nächsten Schritt
00:17:41
Speaker
erkennen, was braucht es jetzt eigentlich wirklich.
00:17:44
Speaker
Das ist weder eine Diät, noch eine Disziplinärverfahren, noch eine Abnehmenspritze, noch eine Magen-OP, noch eine Abnehmpille, noch was auch immer diese ganze Industrie da draußen anbietet.
00:18:04
Speaker
Es ist was ganz was anderes, was wir brauchen und wir verschlimmern die Situation nur noch, wenn wir zu diesen Maßnahmen greifen, weil wir das Muster nur verkleidet in einem anderen Kostüm immer und immer wiederholen.
00:18:16
Speaker
Hast du dazu Ergänzungen, Lena?
00:18:19
Speaker
Ja, man merkt ja schon, wie krass das auch nicht nur im Einzelsystem ist, sondern auch so im gesamtgesellschaftlichen System.
00:18:25
Speaker
Wir haben ja diesen einen Post abgesetzt, der die Abnehmenspritze ein bisschen kritisch beleuchtet hat.
00:18:32
Speaker
Und auch die Kommentare darunter zu lesen, das ist schon echt super interessant, wie sehr...
00:18:40
Speaker
wie sehr die Personen, die eigentlich die größten, ich will nicht Opfer sagen, aber die, die am stärksten eigentlich betroffen sind von diesen schnellen Lösungen, die im Prinzip keine Lösungen sind, das gleichzeitig so emotional verteidigen.
00:18:54
Speaker
Da wird schon spürbar, wie sehr auch dieser starke Leidensdruck ist und wie sehr auch jeder andere...
00:19:01
Speaker
Blickwinkel darauf sofort auch als persönlicher Angriff gewertet wird.
00:19:04
Speaker
Also für mich ist es ein starkes Zeichen dafür, wie doll das schon auch mit der Person selber identifiziert ist.
00:19:11
Speaker
Es gibt im Prinzip so einen hohen Leidensdruck und so einen hohen Druck, dass nicht mit diesen Impulsen in Kontakt kommen zu wollen, die wahrscheinlich spüren, sonst müsste man das nicht so bekämpfen, diese kümlichen Aussagen, die schon insgeheim unbewusst spüren, dass da was dran sein muss, weil ansonsten kann ich es auch einfach so stehen lassen.
00:19:30
Speaker
Also ich muss zum Beispiel sagen, mit mir macht das persönlich nichts Emotionales, wenn jemand sich für diesen anderen Weg entscheidet.
00:19:37
Speaker
Ich kann das menschlich nachvollziehen, ich kann es psychodynamisch kritisch sehen, aber es löst in mir ehrlicherweise nicht so viel aus.
00:19:44
Speaker
Während andere Themen, die natürlich eher meine Themen sind, dann durchaus was auszulösen.
00:19:48
Speaker
Und deswegen daran sieht man schon, wie doll das auch miteinander verarbeitet.
00:19:52
Speaker
verknüpft und verstrickt ist und wie sehr das System auch sich abhängig gemacht hat, also das Körpersystem und diese Abhängigkeit von diesen schnellen Lösungen irgendwie braucht, weil es bis jetzt die einzige Erlösungsidee ist, das wird schon klappen.
00:20:07
Speaker
Damit werde ich endlich leichter, damit nehme ich endlich ab, damit habe ich endlich Erlösung.
00:20:12
Speaker
Und selbst wenn wir jetzt sagen würden, das funktioniert und der Körper wird schlanker dadurch,
00:20:16
Speaker
ist der emotionale Druck, der dazu geführt hat, dass ich emotional esse, ja trotzdem nicht weg.
00:20:20
Speaker
Also den kann ich jetzt nun mal wirklich nicht wegspritzen.
00:20:26
Speaker
Mit der Abnehmenspritze oder mit anderen Substanzen.
00:20:29
Speaker
Ja, und auch anderen Plänen oder so.
00:20:32
Speaker
Es gibt ja alle möglichen Bitterstoffe.
00:20:34
Speaker
Ja, okay, das sind alles Sachen, das sind alles Kompensationsstrategien, die man nutzen kann.
00:20:40
Speaker
Und natürlich gibt es auch körperlichen Heißhunger, wenn Nährstoffe fehlen.
00:20:44
Speaker
Das sollte man decken.
00:20:45
Speaker
Aber
00:20:46
Speaker
das, was dann übrig bleibt.
00:20:48
Speaker
Und deswegen arbeiten wir ja auch so, dass wir natürlich schauen, welche Nährstoffe fehlen dem Körper, was hat die Diätgeschichte auch an Regenerationsmangel, an Nährstoffmangel, an Hormonverschiebungen zur Folge gehabt.
00:21:02
Speaker
Und da braucht der Körper natürlich auch
00:21:03
Speaker
durch physiologische Support, durch zum Beispiel auch mal Nahrungsergänzungsmittel.
00:21:09
Speaker
Aber das ist alles nicht die wirkliche Lösung.
00:21:11
Speaker
Weil der Grund dafür, warum wir da überhaupt hingekommen sind, der ist ja damit nicht gelöst.
00:21:16
Speaker
Das löst kein Proteinpulver, kein Nahrungsergänzungsmittel.
00:21:19
Speaker
Sondern dann, wenn wir den Körper aufgefangen haben, brauchen wir dieses tiefere Rangehen.
00:21:25
Speaker
Und da ist es eben nicht mehr einfach nur ein Plan, in den wir uns reinpressen.
00:21:29
Speaker
Und wie gesagt, die Abnehmenspritze ist nur ein Kostüm,
00:21:32
Speaker
für eine Diät.
00:21:33
Speaker
Sie setzt uns auch auf eine Diät, nur dass sie halt den Impuls unterdrückt, sich zu überessen, weil wir früher satt sind, zumindest körperlich.
00:21:43
Speaker
Aber das ist ja auch das, wo das Suchtpotenzial da gerade so drin steckt.
00:21:49
Speaker
Sobald ich das absetze, kommen halt diese psychischen Mechanismen wieder hoch, wenn Essen wirklich eine Bewältigungsstrategie ist.
00:22:00
Speaker
Du sagst ja auch schon, es unterdrückt im Prinzip.
00:22:03
Speaker
Also es ist im Prinzip eine Verstärkung der ursprünglichen Dynamik, alles was hochkommt zu unterdrücken.
00:22:11
Speaker
Das bedeutet, also selbst wenn wir jetzt mal davon ausgehen würden, es wäre eine Möglichkeit oder eine gute Möglichkeit, das den Rest seines Lebens auch für sich zu nutzen.

Scham und Bewertung durch andere

00:22:21
Speaker
ist es trotzdem ein Leben in permanenter Unterdrückung.
00:22:23
Speaker
Also das kann man halt nicht wegreden.
00:22:25
Speaker
Aber der zweite Punkt ist halt, dass wenn man das aus welchen Gründen auch immer dann absetzen möchte, dann drücken wieder genau diese Impulse und Mechanismen, die ich vorher versuchte, runterzudrücken, wieder an die Oberfläche.
00:22:37
Speaker
Und dann stehe ich wieder am gleichen Punkt.
00:22:39
Speaker
Und der Körper ist halt, der erinnert.
00:22:42
Speaker
Der erinnert auch die Emotionen, die unterdrückt wurden.
00:22:44
Speaker
Der erinnert auch die ganzen...
00:22:47
Speaker
die ganzen Unterdrückungsversuche, der erinnert auch die ganzen Hungersnöte, in Anführungsstrichen, natürlich jetzt nicht mit anderen weltlichen Hungersnöten zu vergleichen, aber diese mit Hungersnot ist nicht mal unbedingt nur die körperliche Nahrung gemeint, sondern vor allen Dingen auch das Emotionale.
00:23:03
Speaker
Das wird ja alles gespeichert im System, also im Körpersystem, im Nervensystem und so weiter.
00:23:09
Speaker
Und wir müssen einfach verstehen, dass wenn wir diesen Weg aus dem,
00:23:14
Speaker
Emotionen sind gefährlich und ich muss schnell was tun, damit ich die nicht mehr fühle.
00:23:18
Speaker
Wenn wir diesen Weg nicht rausfinden, dann werden wir weiterhin zu bestimmten Abwehrmechanismen greifen.
00:23:24
Speaker
Und wenn es sich dann vom emotionalen Essen, weil ich da diszipliniert genug bin...
00:23:29
Speaker
irgendwie mal eine Zeit lang davon wegkomme, dann schiebt es sich halt in was anderes.
00:23:32
Speaker
Also dann habe ich plötzlich eben andere Symptome oder Abwehrstrategien, womit ich meine Emotionen dann dämpfe.
00:23:38
Speaker
Oder ich dämpfe die dann halt damit, dass ich jetzt alles unter Kontrolle mache.
00:23:41
Speaker
Dann habe ich plötzlich das Gefühl, super, ich esse gar nicht mehr so emotional.
00:23:45
Speaker
Ja super, du kontrollierst dich dafür, aber emotional im Essverhalten die ganze Zeit.
00:23:48
Speaker
Also es ist auch ein emotionales Essverhalten, nur dass es dann nicht mit Überessen, sage ich mal, stattfindet.
00:23:53
Speaker
Und eine andere Dynamik, die da natürlich sehr, sehr stark drin ist,
00:23:58
Speaker
Das unterscheidet ein bisschen vor anderen emotionalen Essen.
00:24:01
Speaker
Wenn wir von heimlichen emotionalen Essen sprechen, ist natürlich die Heimlichkeit da drin.
00:24:07
Speaker
Und auch hier ist natürlich ganz interessant, sich einmal anzuschauen, weil in Heimlichkeit stecken ja auch ganz viele Informationen.
00:24:13
Speaker
Das eine ist, dass in der Heimlichkeit oder dass Dinge, die wir heimlich tun, grundsätzlich immer auch in gewisser Weise mit einem bestimmten Schamgefühl einhergehen.
00:24:23
Speaker
Weil weshalb esse ich heimlich oder weshalb tue ich etwas heimlich?
00:24:28
Speaker
Weil ich mit hoher Wahrscheinlichkeit eine negative Bewertung, eine Abwertung, eine Beschämung, eine Demütigung erwarte.
00:24:35
Speaker
Das bedeutet, selbst wenn ich es schaffe, heimlich zu essen, ohne dass es jemand mitbekommt, reicht alleine die Situation, um die Demütigungsgefühle, um die Schamgefühle, um die Angstgefühle vor Bewertung trotzdem zu spüren, auch wenn ich sie dämpfe.
00:24:52
Speaker
Wenn ich darin dann entdeckt werde und möglicherweise darin dann auch noch wirklich beschämt, gedemütigt oder bemitleidet werde, dann potenziert sich natürlich diese Erfahrung noch mal umso mehr.
00:25:02
Speaker
Also Scham ist definitiv und Angst vor Abwertungsgedanken ist definitiv eine Dynamik da drin, die aber glaube ich auch schon vielen relativ klar ist.
00:25:12
Speaker
Da ist natürlich die Frage, das ist eigentlich das Interessantere, vor wem verstecke ich mich denn eigentlich?
00:25:18
Speaker
Weil die meisten würden dann erstmal sagen, ja, ich verstecke mich dann vor meinem Partner oder vor den Kollegen, die sollen das nicht mitbekommen.
00:25:24
Speaker
Aber wir wissen ja, dass Partner, dass Autoritätspersonen, dass andere Menschen im Umfeld immer eine Erinnerung, eine Beziehungserinnerung an die ersten Beziehungen sind und dementsprechend eben an die Beziehungen.
00:25:39
Speaker
Primär mütterlich, das ist so da, wo wir Versorgung und Ernährung und Genährtsein erst mal ursprünglich erleben.
00:25:47
Speaker
Das heißt, das reizigniert im Prinzip diese Beziehung.
00:25:50
Speaker
Und wenn ich da Angst habe vor meinem Partner, vor meinem Kollegen, vor meinem Chef, vor meinen Freunden,
00:25:56
Speaker
Darin entdeckt zu werden, ist es im Prinzip auch eine ursprüngliche Angst davor, ich verstecke mich nach wie vor eigentlich vor dieser mütterlichen Abwertung, vor der mütterlichen Beschämung, vor dem mütterlichen Blick oder Ausdruck, der sagt,
00:26:11
Speaker
ja, was machen wir nun mit dir?
00:26:12
Speaker
Manche Eltern sagen das ja auch.
00:26:14
Speaker
Die Verzweiflung ist ja auch irgendwo nachvollziehbar, aber trotzdem macht es natürlich was Subjektives im Kind.
00:26:18
Speaker
Was machen wir nun mit dir?
00:26:20
Speaker
Es kann ja so echt nicht weitergehen.
00:26:23
Speaker
Das Kind nimmt immer weiter zu.
00:26:24
Speaker
Was machen wir jetzt?
00:26:26
Speaker
Die Informationen, die da in das System reinsickern, das ist halt hochgradig
00:26:32
Speaker
Schmerzlich, egal wie gut oder schlecht gemeint ist.

Elterliche Einflüsse auf Essverhalten

00:26:36
Speaker
Deswegen kommen wir wieder zu einem Thema, das haben wir auch schon in einer anderen Podcast-Folge besprochen, zum Thema Mutterwunde.
00:26:45
Speaker
Wo erleben wir das Genährtsein?
00:26:46
Speaker
Wie gut wir genährt sind, wie gut wir emotional versorgt werden, wie gut wir körperlich versorgt werden.
00:26:51
Speaker
Das ist erst mal eine Erfahrung bei der Mutter.
00:26:53
Speaker
Und wenn da aus welchen Gründen auch immer Mangel-Erfahrungen gemacht werden,
00:26:57
Speaker
dann ist auch das schon ausreichend, um emotionales Essverhalten auf welche Weise auch immer zu stärken.
00:27:04
Speaker
Weil im Essen bündelt sich das eben, das Genährtsein, das Nahrung zu sich nehmen, auch sich das Leben einzuverleiben, weil erstmal Essen Lebensenergie bereitstellt, ja auch körperliche Energie bereitstellt, je nachdem, was wir eben zu uns bringen.
00:27:17
Speaker
Und dementsprechend kommen wir nicht darum herum, wenn wir wirklich an der Wurzel daran arbeiten wollen, mal zu schauen, wo sind denn die Wurzelerfahrungen in diesem Bereich gemacht worden.
00:27:26
Speaker
Und damit kommen wir dann eben auch zu den zu den elterlichen Wunden, ohne da jetzt eine Schuld draufzusetzen.
00:27:32
Speaker
Aber um zu verstehen, warum die Ad-Pläne oder Leistungskontrollen oder Tracking
00:27:38
Speaker
als einzige Lösung nicht funktionieren kann.
00:27:41
Speaker
Wir nutzen ja auch Mechanismen, um zu messen, wo ist die Körpertemperatur, wo steht das System gerade.
00:27:47
Speaker
Aber da muss man einfach verstehen, dass es eine andere Haltung ist.
00:27:51
Speaker
Die Frage ist, mache ich das, um meinen Körper zu trainieren, um den zu dressieren, um den irgendwie gefügig zu machen für das Bild, in das ich ihn reinpressen möchte.
00:28:01
Speaker
Oder nutze ich diese Messungen, in Anführungsstrichen, um eine Idee zu bekommen, wo fehlt meinem Körper gerade was?
00:28:08
Speaker
Wo ist der gut versorgt?
00:28:09
Speaker
Wo ist er aber gerade auch nicht versorgt?
00:28:11
Speaker
Damit ich was für ihn tun kann und nicht damit ich was gegen ihn tun kann und alles daran anpasse, dass der Körper in der Form bleibt, die ich brauche.
00:28:20
Speaker
Ich habe eben eigentlich in den Tag gelesen,
00:28:22
Speaker
Ich weiß nicht genau, auf welche Aussage, ich glaube, das war während du gesprochen hast, ich das bezog.
00:28:28
Speaker
Wahrscheinlich darauf, dass du gesagt hast, du hattest auch Themen mit emotionalem Essen und so weiter.
00:28:32
Speaker
Und der Kommentar war ungefähr, ich weiß nicht, ob ich ihn richtig erinnere, dafür hast du noch eine gute Figur, Gott sei Dank.
00:28:39
Speaker
Und der Gedanke ist ja erstmal nachvollziehbar.
00:28:43
Speaker
Und gleichzeitig ist aber auch hier der Ausdruck davon drin, dass der Körper, der muss irgendwas erfüllen.
00:28:50
Speaker
Also Gott sei Dank, dann hast du halt emotionales Essen gehabt, aber Gott sei Dank ist dein Körper halt noch nicht davon so betroffen, dass man es direkt sieht.
00:28:58
Speaker
Und das sind Brillen und Stimmen, die wir innerlich, man nennt das Intoyekt, also die wir intuitiert, also runtergeschluckt haben,
00:29:07
Speaker
weil wir sie zu oft gehört haben oder weil wir zu oft in unserem eigentlichen Bedürfnis überhört wurden.
00:29:13
Speaker
Und das ist die Folge daraus, dass wir später genauso auf uns und auch auf andere und im Zweifel auch auf unsere Kinder schauen.
00:29:20
Speaker
Und deswegen ist es ein System, was sich immer wieder reproduziert, was immer wieder neue...
00:29:27
Speaker
neue Körper fordert, sage ich mal, und auch neue emotionale Wesen fordert.
00:29:32
Speaker
Weil Opfer ist immer so ein falsches Wort.
00:29:33
Speaker
Aber ich sage mal, Menschen, die davon sehr betroffen sind und darunter sehr leiden, weil sich dieses Muster eben immer weiter an die Oberfläche bahnt.
00:29:41
Speaker
Es gibt nicht mehr nur noch einen Symptomträger, sondern weil viele dieses Symptom ausdrücken, wird es an der kollektiven, also gesellschaftlichen Oberfläche immer sichtbarer.
00:29:50
Speaker
Und man sieht es ja auch.
00:29:51
Speaker
Also man sieht einfach eine sehr starke Überbewertung
00:29:55
Speaker
von Körpern.
00:29:56
Speaker
Man sieht, wie stark Sexualität unfassbar kontrovers ist, also zwischen absoluter Freizügigkeit und der Darstellung als Selbstbestimmung auf der anderen Seite, aber auch die starke Beschämung eben genau für diesen Ausdruck.
00:30:09
Speaker
Also man merkt anhand der Symptomatiken in diesen körperlichen und Essbereichen einfach sehr, sehr stark, wie sehr der Leidensdruck auch kollektiv geworden ist und
00:30:19
Speaker
Es gibt ja tausende Angebote, das über Diäten, über bestimmte Programme, über Personal Training zu machen.
00:30:26
Speaker
Audios.
00:30:28
Speaker
Genau.
00:30:29
Speaker
Also wenn das die Lösung wäre, dann wäre das Problem nicht mehr da.
00:30:33
Speaker
Das muss man einfach so sagen, weil es ist kein Mangel an Wissenszugängen oder an Angebotszugängen.
00:30:38
Speaker
Und wenn ich es halt nicht bezahlen kann, dann gibt es da Förderprogramme für Diätpläne.
00:30:43
Speaker
Und wenn du dann da 20 Mal zu einem Kurs gegangen bist, Bauch, Beine, Po, dann wird es auch übernommen.
00:30:48
Speaker
Also da kann die Lösung nicht drin liegen, weil diese Lösung wird zugänglich und trotzdem haben wir das Problem.
00:30:53
Speaker
Also vielleicht auch wirklich, um das nochmal klar zu machen, warum gerade in so Aussagen wie und dafür hast du noch eine gute Figur, warum da so ein bisschen das Problem liegt.
00:31:11
Speaker
Also erst mal,
00:31:13
Speaker
kann man von außen, von der Körperform, gar nicht ausmachen, wie sehr leidet der Mensch eigentlich im Innen unter dieser Situation.

Körperliche Symptome und emotionale Probleme

00:31:24
Speaker
Und zum anderen impliziert es auch, dass solange das Unterhandsfrauen, gerade besonders auch, die Optik in Ordnung ist und ich in dieses Idealbild passe, ist ja alles andere nicht so schlimm.
00:31:42
Speaker
Und das Problem ist aber, nicht nur das Gewicht ist ein Zeichen dafür, dass der Körper aus dem Gleichgewicht gefallen ist, sondern das ist nur das, was man auf den ersten Blick sieht.
00:31:56
Speaker
Und tatsächlich leidet der Körper aber ganz, ganz stark.
00:32:04
Speaker
Und das bringt er auch zum Ausdruck, gerade auch über dieses Essverhalten und dieses ständige Gedankenkreisen ums Essen, weil
00:32:11
Speaker
Man muss sich das so überlegen, dass das Nervensystem so überfordert ist.
00:32:14
Speaker
Das heißt, der Körper ist in so einer für ihn gefühlt lebensbedrohlichen Situation, selbst wenn im Außen gar nichts ist.
00:32:20
Speaker
Das sind alte, eingefrorene Konflikte, die da wirken.
00:32:24
Speaker
Und
00:32:29
Speaker
Wir leben in einer Gesellschaft, wo wir glauben oder wo wir lernen zu glauben, dass solange wir ja das Idealbild im Außen erfüllen, alles andere nicht so schlimm ist und unser Leiden nicht so gerechtfertigt ist und wir dann da auch nicht wirklich hingucken müssen.
00:32:45
Speaker
Also es ist so eine Form, das zu versuchen, ein bisschen zu bagatellisieren, um damit ein bisschen besser zurechtzukommen.
00:32:52
Speaker
Und der Punkt ist aber, ich zum Beispiel war nie schwer übergewichtig.
00:32:56
Speaker
Ich habe das immer relativ gut im Griff behalten durch übermäßigen Sport, also wirklich teilweise fünf, sechs Mal die Woche, zweimal am Tag.
00:33:05
Speaker
Also man kann schon sagen, Sportsucht.
00:33:09
Speaker
oder dann halt irgendwann auch über die Bulimie und das wieder ausbrechen.
00:33:14
Speaker
Und das heißt, ich war immer in einem Gewichtsbereich, wo jetzt niemand gesagt hätte, hey, die Frau hat ein Problem.
00:33:20
Speaker
Aber ich hatte ein richtig heftiges Problem.
00:33:24
Speaker
Weil dazu kam ja
00:33:27
Speaker
Dass mir regelmäßig die Adern im Gesicht geplatzt sind, weil ich mich ständig übergeben habe.
00:33:30
Speaker
Dass ich drei Essattacken am Tag hatte, die ich dann halt hinterher auch wieder ausgebrochen habe.
00:33:35
Speaker
Dass sich daraus auch Angstzustände und Depressionen entwickelt haben.
00:33:38
Speaker
Dass sich extreme, extreme Erschöpfungszustände entwickelt haben, weil ich meinem Körper natürlich gar keine Pause und Regeneration gelassen habe.
00:33:46
Speaker
Das heißt, anhand des Gewichts können wir gar nicht so wirklich ausmachen, wie sehr jemand eigentlich leidet.
00:33:51
Speaker
Und zum anderen ist es einfach wichtig, dahin zu schauen, wenn wir merken, ich habe da ein Verhalten, nicht erst
00:34:01
Speaker
wenn irgendwie eine Krankheit sich entwickelt hat oder dann tatsächlich auch Übergewicht entstanden ist, dann ist es erst recht wichtig hinzuschauen und natürlich auch lange noch nicht zu spät, aber es ist vorher wichtig zu erkennen, irgendwas spielt sich hier gerade ab, weil
00:34:18
Speaker
es gar nicht ums Gewicht geht, es geht darum, was zeigt sich durch dieses Verhalten, was sitzt da in uns, was über das Verhalten eigentlich mit uns kommuniziert und sagt, hallo, schau mal hier hin, hallo, ich bin überfordert, ich habe ein Problem, mir geht es nicht gut, ich brauche Hilfe.
00:34:33
Speaker
Ja, weil es ist ja nicht nur das Gewicht,
00:34:36
Speaker
was vielleicht irgendwann das Übergewicht, was daraus resultieren kann und das Diabetes, was daraus resultieren kann oder was auch immer.
00:34:44
Speaker
Das sind ja auch andere Sachen.
00:34:45
Speaker
Chronische Verspannungen, Autoimmunerkrankungen.
00:34:49
Speaker
Es muss gar nicht mit dem Gewicht zusammenkommen.
00:34:52
Speaker
Und es kann trotzdem dazu führen, dass der Mensch dadurch irgendwo reinrutscht im gesundheitlichen Sinne.
00:35:00
Speaker
Starke PMS-Beschwerden haben wir bei fast allen Frauen, mit denen wir arbeiten.
00:35:05
Speaker
wo monatlich einfach Schmerzmittel genommen werden müssen, weil das ist nicht normal, das kriegen wir gesagt, aber das ist nicht normal.
00:35:11
Speaker
Also ich weiß, einer meiner Mentoren ist ein Arzt in dritter Generation, der ist jetzt schon über 70, der hat irgendwann mal zu mir gesagt, Natascha, also, äh,
00:35:20
Speaker
Frauen sind doch nicht dafür gemacht, einmal im Monat Schmerzen zu haben.
00:35:24
Speaker
Also das ist Gaslighting.
00:35:27
Speaker
Also Menschen zu sagen, das ist normal, dass du einmal im Monat leidest und Schmerzen hast.
00:35:34
Speaker
Das ignoriert vollkommen, dass der Körper mit uns kommuniziert.
00:35:38
Speaker
Er kommuniziert die ganze Zeit.
00:35:40
Speaker
Und wir haben einfach gelernt...
00:35:42
Speaker
das als, naja, das ist halt so und ach, ich muss weiter funktionieren und ich schmeiße noch Tabletten drauf und dann mache ich weiter.
00:35:49
Speaker
Ich verstehe, warum das passiert.
00:35:51
Speaker
Irgendwann ist man natürlich hilflos und hoffnungslos und man hat halt auch keine alternative Lösung, weil es ganz schwierig ist, wir bieten sie ja hier an, aber du musst sie erst mal finden.
00:36:02
Speaker
Der Mainstream oder die Massenangebote gehen ja eher darauf weiter, sage ich mal, das zu verschärfen, wie wir eben schon drüber gesprochen haben.
00:36:09
Speaker
Ja,
00:36:11
Speaker
Aber ja, das ist halt einfach so der Punkt.
00:36:16
Speaker
Genau, Blasenentzündung, Migräne.
00:36:18
Speaker
Also wir dürfen ja verstehen, das Essverhalten, egal ob da jetzt ein Übergewicht rausresultiert oder nicht, wenn ich dauernd Süßigkeiten zu mir nehme, wenn ich Chips zu mir nehme, ich meine, mir muss ich das erklären, da sind Transfette, die sind krebserregend, der Haushaltszucker im Übermaß fördert stille Entzündungen.
00:36:37
Speaker
Stille Entzündungen fördern
00:36:39
Speaker
wiederum andere Entzündungsprozesse im Körper, belasten das Immunsystem.
00:36:43
Speaker
Wir haben dauerhafte Anspannungen in unserem Körper, weil wir es ja emotional nicht reguliert bekommen, deswegen kompensieren wir es ja mit Essen.
00:36:49
Speaker
Das heißt, daraus kann auch Migräne und Kopfschmerzen entstehen, chronische Nackenschmerzen, Kieferverspannung.
00:36:54
Speaker
Also manche merken gar nicht, wie sehr sie leiden,
00:36:58
Speaker
Weil, ach na ja, das Gewicht ist ja noch ganz in Ordnung.
00:37:02
Speaker
Und wenn wir dann das Gewicht sehen, ja, dann müssen wir natürlich was machen, weil dann sieht man es ja wirklich.
00:37:08
Speaker
Und dann ist natürlich diese Schamenschwelle noch kleiner, weil wir wollen natürlich nicht von anderen bewertet werden.
00:37:15
Speaker
Wir bewerten uns ja schon selbst die ganze Zeit genug.
00:37:17
Speaker
Und deswegen, also wir müssen unbedingt dahin zurückkommen, ein Feingefühl dafür zu entwickeln, dass unser Körper kommuniziert.
00:37:24
Speaker
Und ich finde das auch,
00:37:27
Speaker
Völlig irre, immer noch, in was für einem Glauben wir auch aufwachsen, dass man uns erzählt von klein auf, ja also von Natur aus bist du eigentlich dick, gierig und kontrolllos und deswegen wird es für dich nur möglich sein, schlank und fit und gesund zu sein, wenn du die ganze Zeit extrem dein Essverhalten kompensierst, ja.
00:37:48
Speaker
oder kontrollierst.
00:37:49
Speaker
Das suggeriert ja von Anfang an, dass wir falsch auf die Welt kommen und dass unser Körper und wir selber anscheinend nicht in der Lage sind, uns gesund zu regulieren und aufzuhören, wenn wir satt sind und uns emotional auszudrücken, wenn wir ein Bedürfnis haben.
00:38:05
Speaker
Das ist eigentlich unser natürlicher, gesunder Zustand.
00:38:07
Speaker
Das heißt, Übergewicht ist auch
00:38:13
Speaker
Nicht, was einfach so passiert und weil man mal gierig ist und weil man mal ein Fehler im System ist und einen schlechten Körper hat, sondern das passiert, weil der Körper aus seinem gesunden, natürlichen Zustand herausrutscht, weil die Psyche, das Nervensystem anfängt zu lernen, ich muss was Emotionales mit Essen kompensieren.
00:38:36
Speaker
Weil der Körper lernt, okay, da wird mit Diäten gegengehalten, ich komme in eine Mangelernährung, ich lebe anscheinend in einer Welt, in der es nicht genügend Nahrung gibt.
00:38:44
Speaker
Also wenn es Nahrung gibt, dann schaufle ich die rein.
00:38:46
Speaker
Und dadurch kommt alles so aus dem Gleichgewicht und dann glauben Frauen tatsächlich, die kommen ja dann auch so zu uns, die glauben wirklich, dass sie einfach ein undisziplinierter Mensch sind, dass sie einfach einen schlechten, falschen Körper haben, dass der Körper sie ärgern will.
00:39:01
Speaker
Und dass sie das nur unter Kontrolle kriegen, wenn sie sich selber weiter beschämen, innerlich anschreien, mit der Disziplinkeule um sich hauen.
00:39:10
Speaker
Und dann verstehe ich natürlich auch, wenn man diese Perspektive darauf hat, dass man irgendwann an dem Punkt ist und sagt, ich kann einfach nicht mehr.
00:39:19
Speaker
Ich schaffe es jetzt nicht, nochmal eine Diät zu machen.
00:39:21
Speaker
Ich schaffe es nicht, mich nochmal aufzuraffen.
00:39:24
Speaker
Ich schaffe es nicht.
00:39:25
Speaker
Ich kann es nicht mehr hören.
00:39:27
Speaker
Ich...
00:39:28
Speaker
komm mir bitte jetzt nicht wieder mit einem Coaching, komm mir bitte jetzt nicht wieder mit einem Ernährungsplan.
00:39:32
Speaker
Das ist ja auch die Angst, mit der viele zu uns dann ins Coaching kommen, dass sie sagen, oh Gott, also ja, ich reiß mich jetzt nochmal zusammen, ich ziehe das jetzt nochmal durch und wir sagen am Anfang dann erstmal so, ganz langsam, das hier ist keine Diät.
00:39:47
Speaker
Hier wirst du nicht beschämt, hier wirst du nicht irgendwo reingepresst, sondern wir gucken, was du brauchst, damit du in ein natürliches Gleichgewicht kommst.
00:39:56
Speaker
Hier geht es nicht darum zu leisten, es geht nicht darum zu kämpfen, es geht nicht darum, gegen deinen Körper zu arbeiten, sondern du lernst hier wirklich mit deinem Körper zu arbeiten.
00:40:05
Speaker
Und zu erleben, das erste Mal in deinem Leben, dass das kein Kampf bedeuten muss, sondern dass sich das leicht anfühlen kann,
00:40:16
Speaker
Das ist die wahre Befreiung in diesem Weg.
00:40:20
Speaker
Zu erkennen, mit mir war immer eigentlich alles richtig.
00:40:23
Speaker
Und die Reaktionen meines Körpers, meines Essverhaltens waren einfach eine normale Reaktion auf ein Umfeld, eine Situation, in der ich mir emotional nicht anders zu helfen wusste, als es mit dem Essverhalten zu kompensieren.
00:40:41
Speaker
Wo ich das gerade mit der Blasenentzündung und mit der Migräne lese, du hast es ja gerade auch schon erklärt und es ist ja, also genau das, was du sagst, der Körper kommuniziert und Symptome, die wir haben, sind nicht zufällig, sage ich mal.
00:40:54
Speaker
Also es ist ja ein Zusammenspiel aus ganz, ganz vielen Faktoren, weil auch wenn du sagst, okay, dann esse ich halt
00:40:59
Speaker
viel Zucker oder viele andere Sachen, die dann Entzündungen hervorrufen können.
00:41:04
Speaker
Entzündungen psychodynamisch betrachtet sind wieder sehr, sehr starke Aggressionspotenziale, genauso wie Migräne.
00:41:09
Speaker
Also wenn man da so die Symptom-Dynamik einmal hinterschaut, dann ist es auch ein sehr stark aufsteigender Beckenimpuls.
00:41:16
Speaker
der über die Rückmachseute in den Kopf fließt.
00:41:20
Speaker
Das bedeutet eine hohe Beckenspannung.
00:41:23
Speaker
Also da, wo unsere Instinkte von Sexualität und Aggression sitzen, wenn die zu lange anspannen und dann diese Entzündungssignale an den Kopf senden, dann fühlt sich das an wie, also dann kann sich das anfühlen wie Migräneschübe.
00:41:35
Speaker
Man sagt ja auch, dass das wie so ein Orgasmus im Kopf ist, nur halt eben auf unangenehme Weise.
00:41:40
Speaker
Also es ist eine starke Beckenenergie.
00:41:42
Speaker
Und das ist eben der Teil
00:41:44
Speaker
von dem wir einfach sehr entfremdet wurden und auch eigentlich, also vielleicht nicht mal bewusst entfremdet wurden, sondern ich kann mich an keinen Bereich in meinem Leben erinnern, wo ich entweder in der Schule, in der Kita oder sonst wo darauf, da rangeführt wurde oder auch nicht bewusst davon weggeführt wurde, aber sich zu fragen, was ist denn gerade vielleicht, also was möchte mein Körper mir vielleicht sagen, es ist einfach ganz normal, dass
00:42:08
Speaker
dass der Körper getrennt wahrgenommen wird.
00:42:10
Speaker
Deswegen machen wir auch das mit der Körperkompass-Masterclass, wo wir einmal danach schauen, welche Themen hängen denn mit welchen Organen, mit welchen Symptomen, mit welchen Körperbereichen zusammen, was wird da häufig gespeichert, wie zeigt sich das dann eben auch später auf psychodynamischer Art und Weise, also beispielsweise auch in Symptomen oder anderen Blockaden,
00:42:30
Speaker
Und wie können wir den Körper, das ist dann ja eher der praktische Teil, wie können wir den Körper auch in einen Zustand bringen, wo er diese Spannung auch loslassen kann und sich trotzdem, und das ist der entscheidende Punkt, darin dann sicher fühlt.
00:42:43
Speaker
Und ich verstehe total deinen Punkt auch zu dem Kommentar, der eben da kam, mit der Bewertung so gesehen, dass einfach der Leidensdruck dann nicht gesehen wird und gleichzeitig...

Autonomie und geheimes Essen

00:42:55
Speaker
ist es auf eine Art auch nachvollziehbar und auch, glaube ich, wie soll ich sagen, also wenn es in eine andere Richtung gehen würde, wäre das auch genau der Impuls oder die Reaktion, die eigentlich auch dieses Körpersymptom hervorrufen möchte, nur ist es fehlgeleitet.
00:43:13
Speaker
Also wenn wir sagen, der Körper ist wie die Bühne der inneren Hilfeschreie, sage ich mal, und
00:43:21
Speaker
wir sehen ein entweder sehr abgemagertes Körpersystem oder ein sehr übergewichtiges System, dann sehen wir sofort, genauso wie wenn jemand einen aufs Auge bekommen hat und ein blaues Auge, der Schmerz ist sofort sichtbar.
00:43:34
Speaker
Das bedeutet, wenn wir davon ausgehen, der Körper kommuniziert nicht nur mit uns, sondern auch mit der Umwelt, weil darauf sind wir eben auch ausgelegt, weil unsere primäre Überlebenswahrscheinlichkeit hing davon ab, dass jemand anderes mitbekommt, wie geht es uns denn eigentlich, dann ist es erstmal ein
00:43:50
Speaker
Eine Erleichterung, dass jemand anderes auch vielleicht anhand meines Körpers oder meines Körperbildes erkennt, boah, da ist echt viel Leidensdruck und da ist gerade etwas echt nicht mehr in dem Gleichgewicht.
00:44:01
Speaker
Der entscheidende Punkt, der das aber zu einer
00:44:05
Speaker
unangenehmen und möglicherweise auch retraumatisierenden Erfahrungen macht und eben nicht zu einer lösenden, ist, dass wieder die Erfahrung gemacht wird, dass der Körper bewertet wird, dass der emotional Leidensdruck, der dahinter steht, weggebügelt wird oder relativiert gar nicht gesehen wird.
00:44:21
Speaker
Oder dass aufgrund dessen, dass eben sehr viele dieses Thema mit ihrem eigenen Körper teilen, dass sehr schnell zum anderen gedrückt wird, ja, dann musst du jetzt aber mal was machen.
00:44:28
Speaker
Mit anderen Wochen mach ich das mal weg, weil ich kann das nicht aushalten, das zu sehen.
00:44:33
Speaker
Das ist nicht
00:44:34
Speaker
als ich kann nicht aushalten, dass dahinter diese ganze emotionale Wucht ist, die ich in mir selber schon mit allen Möglichkeiten, die ich habe, zurückhalte.
00:44:41
Speaker
Also bitte erinnere mich nicht daran.
00:44:43
Speaker
Das ist natürlich ein super unbewusster Prozess und der ist auch nicht bösartig.
00:44:47
Speaker
Aber ansonsten könnte ich das gut aushalten, zumindest selbst regulieren, wenn ich jemanden sehe, der offensichtlich einen Leidensdruck hat.
00:44:57
Speaker
Natürlich macht das dann was mit dem anderen.
00:44:59
Speaker
Also erstmal ein gesundes Resonanzgefühl, dass mir das nicht scheißegal ist, wenn ich jetzt jemanden habe, der mir
00:45:04
Speaker
mir nahe steht oder eben auch wichtig ist, wenn der auf welche Weise auch immer körperliche oder emotionale Symptome hat, dass mich das erstmal auf eine Weise berührt ist, der menschliche, das ist einfach menschliche Beziehungsfähigkeit, sage ich mal, aber die Fähigkeit, sich darin dann selbst zu regulieren, selbst zu schauen, okay, warum ist das für mich so unerträglich, dass der Mensch
00:45:23
Speaker
eigentlich dann der Weg, der das für beide leichter machen würde.
00:45:26
Speaker
Stattdessen muss der andere mal ganz schnell was machen, weil mir ist es unangenehm, dass meine Tochter jetzt übergewichtig ist.
00:45:31
Speaker
Mir ist es unangenehm, dass sie vielleicht noch keinen Partner gefunden hat.
00:45:34
Speaker
Das beziehe ich natürlich dann auch direkt auf den Körper.
00:45:38
Speaker
Ich möchte auch nicht die Trauer und die Schamgefühle sehen, die da sind und auch nicht das Schuldgefühl haben, dass das vielleicht auch was mit unserer Beziehung zu tun haben könnte.
00:45:46
Speaker
Wenn man es jetzt mal aus mütterlicher Perspektive sieht, die ich nur aus Erfahrungsberichten, sage ich mal, von Klienten sehe,
00:45:53
Speaker
geben kann und jetzt nicht aus eigener Erfahrung.
00:45:54
Speaker
Aber das sind dann die Dynamiken, die das alles schnell wieder in das andere Körpersystem reingeben.
00:46:00
Speaker
Der Körper kriegt natürlich mit, okay, es ist scheinbar immer noch nicht offensichtlich genug, wie viel Leidensdruck da ist und trotzdem kommen ja die Emotionen, es kommt trotzdem die Traurigkeit, es kommt trotzdem die Scham, es kommt trotzdem das Angstgefühl, es kommt auch die Wut, die Wut darin nicht gesehen zu werden, die Wut, die am liebsten sagen würde, was fällt dir eigentlich ein?
00:46:19
Speaker
Also halt's Maul so.
00:46:22
Speaker
Ich wollte es sagen, aber natürlich dürfen wir das nicht.
00:46:24
Speaker
Und wir haben auch gelernt, dass das beziehungsschädigend sein kann.
00:46:27
Speaker
Wir haben auch gelernt, dass wenn etwas so beziehungsschädigend ist, dass wir dadurch zum Beispiel Freunde, den Job, was auch immer, ein gutes Ansehen verlieren, dass wir das um Gottes Willen dann eben zurückhalten.
00:46:39
Speaker
Nur die Folge ist, entweder wir drücken es aus oder wir drücken es rein.
00:46:44
Speaker
Und das Reindrücken ist halt einfach eine häufige,
00:46:48
Speaker
Dynamik, die wir eben sehen.
00:46:50
Speaker
Und es ist im Prinzip auch ein Fehlschuss, dass es die anderen schützt, weil es kommt über andere Weisen dann eben zum Vorschein.
00:46:55
Speaker
Dann wird der Körper krank und dann muss ich mich halt krank schreiben lassen oder wie auch immer.
00:46:59
Speaker
Oder es geht mir im Emosfall irgendwann so schlecht, dass dann plötzlich alle hinschauen und merken, oh Gott, was ist denn mit der?
00:47:05
Speaker
Und alle wollen plötzlich ganz viel tun und ganz doll.
00:47:09
Speaker
Also es bahnt sich so oder so seinen Weg an die Oberfläche und auch in den Kontakts.
00:47:14
Speaker
Und eine Sache, die viele eben aufgrund dieser starken Hilflosigkeit und Ohnmachtsgefühle vielleicht eher unterschätzen in dem heimlichen Essverhalten, ist es auch, dass es ein Autonomie- und auch ein Rebellionsausdruck sein kann.
00:47:29
Speaker
erstmal kindlich wirkt mit heimlich Essen und ich verstecke mich und auch das kann schon so ein bisschen was Nervenkitzelndes sein.
00:47:35
Speaker
Genauso wie andere Sachen, die wir heimlich tun.
00:47:37
Speaker
Also egal, ob es sexuell was Heimliches ist oder wir, also auch Menschen, die dann zum Beispiel aus Läden was mitnehmen, obwohl sie es jetzt nicht wirklich finanziell nötig hätten oder so.
00:47:49
Speaker
Also
00:47:50
Speaker
Auch dieser Nervenkitzel, etwas zu tun, was ich eigentlich nicht darf, ist auch was Rebellierendes und eine Form, sich der Selbstermächtigung wieder zu bedienen, was nicht unbedingt der gesündeste Weg jetzt in den beschriebenen Beispielen ist, aber trotzdem eine Dynamik, die wir nicht unterschätzen dürfen.
00:48:05
Speaker
Und auch die Autonomie, die in gewisser Weise darunter ist.
00:48:08
Speaker
Und wenn die zum Beispiel eine Botschaft hätte oder Worte hätte, sich zum Beispiel ausdrücken würde in sowas wie, das ist jetzt mein Moment, das ist jetzt mein Trost, das ist jetzt dieser kurze Moment, den ich für mich habe, das ist dieser Moment, wo ich gerade mich komplett von allem anderen zurückhalte, wo du mir gerade ehrlich gesagt egal bist, was du darüber denkst.
00:48:25
Speaker
Stimmt natürlich nicht, aber in gewisser Weise ist das dieser Impuls, der mit damit verbunden ist.
00:48:30
Speaker
Und auch ein Teil so, dann mache ich es halt heimlich.
00:48:33
Speaker
Ohne dass du siehst.
00:48:58
Speaker
selbst zu essen, zu sprechen, Nein zu sagen, selbst zu entscheiden, wann die Ausscheidung stattfindet und so weiter.
00:49:06
Speaker
Aber auch die Macht mitzubekommen, Mama und Papas Reaktionen, wenn ich trotzig bin, wenn ich Nein sage, also wie viel Macht ich auch über den anderen habe, das ist erst mal kindlich eine riesengroße Allmachtserfahrung, die sehr überwältigend sein kann.
00:49:21
Speaker
Ich kann die Welt plötzlich in der Liebe sehen, weil ich stehe...
00:49:25
Speaker
Und ich kann mich bezeilen.
00:49:27
Speaker
Das bedeutet, dass es ganz viel macht.
00:49:30
Speaker
Und jetzt, wenn wir auf ein dreijähriges Kind gucken, ist es aber trotzdem in der Macht sehr, sehr begrenzt und immer noch abhängig.
00:49:36
Speaker
Weil abends, egal wie sehr ich die große, weite Welt für mich entdecken wollte, habe ich vielleicht trotzdem Angst vor der Dunkelheit und möchte zu Mama kuscheln gehen oder...
00:49:45
Speaker
merke ich habe jetzt gegessen und mir fällt irgendwie trotzdem noch alles runter oder ich habe fünfmal nein gesagt und trotzdem machen wir machen wir es anders was übrigens auch eine wichtige erfahrung für kinder ist die müssen erleben ich bin in meiner macht begrenzt ohne darin beschämt zu werden ansonsten die narzisstische störungen die
00:50:05
Speaker
klinisch oder nicht, klinisch ist erstmal egal, aber die das Gefühl haben, es gibt keine Begrenzungen, die kriegen nicht mit, das ist natürlich... Ich will alles.
00:50:13
Speaker
Genau.
00:50:13
Speaker
Es muss immer alles, genau, es muss auch immer sich alles gut anfühlen, es muss immer alles, da darf jede Frau für sich auch reinfühlen, auch gerade beim Thema Essen sehen wir das ganz häufig, es muss immer alles ein Genuss sein, es muss immer alles ganz, ganz lecker schmecken, es muss immer alles, alles so, wenn ich...
00:50:30
Speaker
mich sonst immer verbiegen muss, da will ich alles.
00:50:33
Speaker
Und das ist, genau.
00:50:35
Speaker
Auch bei Social Media ist ja auch nichts anderes.
00:50:38
Speaker
Ich bringe noch ganz kurz den Punkt zu Ende und dann würde ich nochmal an dich übergeben.
00:50:42
Speaker
Genau, also und dieser Konflikt zwischen einerseits Macht und Autonomie und auch zu spüren, okay,
00:50:50
Speaker
Ich kann jetzt die Welt, die größer ist als Mama, als meine erste Welt, die kann ich jetzt selber begreifen, die kann ich selber entdecken, die kann ich selber mit mir ausfüllen und ich kann mich ausdrücken.
00:51:00
Speaker
Das ist die eine Seite.
00:51:02
Speaker
Die andere Seite ist die Abhängigkeit, die trotzdem noch da ist, körperlich und emotional, von der Bezugsperson und wo es sehr stark davon abhängt, wie sehr kann die meinen Freiheits- und Autonomieimpuls halten und auch befürworten und trotzdem als sichere Ebene da sein.
00:51:17
Speaker
Oder wie sehr beschränkt sie mich oder bestraft sie mich im Freiheitsausdruck?
00:51:21
Speaker
Oder wie sehr muss ich auch schon in die Freiheit, also scheinbare Freiheit, in die Autonomie und Verantwortung gehen, ohne dass ich eine sichere Bindung erfahren habe?
00:51:30
Speaker
Das heißt, wie ins kalte Wasser geschmissen werden, ohne überhaupt schwimmen gelernt zu haben?
00:51:34
Speaker
Das sind alles so Punkte, die da mit reinspielen.
00:51:37
Speaker
Und auf der anderen Seite aber auch, und das unterschätzen viele, eine absolute Trennungserfahrung und Trennungsangst.
00:51:44
Speaker
Weil das ist natürlich...
00:51:46
Speaker
von der Symbiose von ich bin eins mit Mama, ich bin eins mit Mamas Allmacht, ich bin eins mit der ganzen Welt, weil Mama ist meine ganze Welt, zu ich bin alleine.
00:51:56
Speaker
Ich bin jetzt fähig, mich auszudrücken und die Welt zu erfahren, aber ich bin auf eine Art auch alleine.
00:52:01
Speaker
Also da sind ganz, ganz, ganz, ganz viele Erfahrungen, die in dieser Entwicklungsstufe durchzogen werden, die extremes Potenzial für Wachstum und für
00:52:11
Speaker
also ganz viel Potenzial grundsätzlich haben, auf der anderen Seite aber auch sehr viel Potenzial für Verunsicherungen, Ängste, Trennungsängste, starke Unterdrückungen haben, weil wenn ich mich ausdrücken möchte, autonom werden möchte und mitbekomme, der wichtigste Mensch, von dem ich abhängig bin, untergräbt das in welcher Weise auch immer, werde in meiner Autonomie, in meiner Bewegung, die Welt erkunden zu wollen, unterdrückt,
00:52:34
Speaker
führt das dazu, dass ich mich selber und die Impulse, die zwangsläufig hochkommen, unterdrücke.
00:52:37
Speaker
Und das ist eben häufig mit starker Wut, mit starker Energie, weil Wut, Lebensenergie, Veränderungskraft, Gestaltungskraft verbunden.
00:52:47
Speaker
Das heißt, das unterdrücke ich.
00:52:49
Speaker
Und dementsprechend ist es auch ganz, ganz häufig so, dass die Frauen, mit denen wir arbeiten und die auch heimlich essen und diese Autonomieimpulse darin haben, von okay, dann erst
00:52:57
Speaker
dann erst recht oder dann mache ich es halt heimlich oder hier kannst du mir jetzt nichts oder hier ist jetzt mal ein Moment, weil sonst komme ich ja eh immer zu kurz.

Perfektionismus und Selbstwert

00:53:04
Speaker
Da ist dann ein, wenn auch nicht ganz funktionaler, aber ein subtiler Ausdruck auch von dieser Macht, von der Autonomie von das kannst du mir jetzt gerade nicht wegnehmen.
00:53:14
Speaker
Das zeigt das ja auch ganz gut, weil es ist ja ein kindliches Muster von okay, ich
00:53:18
Speaker
ich hol mir jetzt heimlich die Tüte Chips, wenn Mama nicht da ist oder ich schreibe heimlich noch ein paar Nachrichten mehr mit meinem Partner.
00:53:26
Speaker
Ich habe damals mein erstes Handy gehabt und dann auch WhatsApp bekommen und das war jetzt nicht wirklich mein erster Partner, aber so, ich sage mal, wir fanden uns ganz gut und dann haben wir, ich hatte dann, die haben gesagt, okay, so und so viele SMS sind darin frei und danach,
00:53:43
Speaker
ist dann aber auch, das musst du gut dosieren.
00:53:46
Speaker
Das begonnte ich nicht so gut, hat dann einfach immer weitergetattet, dann natürlich auch heimlich und das Heimliche hat sich dann aufgelöst, als dann die Handyrechnung kam, weil ich wusste natürlich nicht, dass jede weitere SMS halt Geld rausnehmen würde.
00:53:59
Speaker
Die sind damit umgegangen, aber trotzdem die, also das Heimliche, die sagen, okay, ich mache das trotzdem und ich nehme diesen Raum raus, das ist da eben auch drin und
00:54:13
Speaker
Ja, also es ist nicht nur ein Versuch von Hilflosigkeit, sondern auch ein Versuch über das Heimliche, über dieses, ich mache das jetzt trotzdem, egal was andere denken, unbewusst natürlich, einen Versuch wieder diese Autonomie wieder zu erlangen, auch wenn es darum eben nicht funktional funktionieren kann.
00:54:30
Speaker
Das ist im Übrigen auch der Grund, warum wir gerade dieses Verhalten bei Frauen sehen, die so von sich selbst eigentlich sagen würden, ich bin sehr leistungsorientiert, ich bin sehr perfektionistisch, mir ist es schon wichtig, auch Erfolg zu haben und wirklich einfach auch Leistung zu erbringen.
00:54:51
Speaker
Und
00:54:52
Speaker
Gerade diese Frauen sind halt den ganzen Tag sehr stark im Funktionsmodus und haben häufig dieses Sinnliche, vielleicht auch Kindliche, Spielerische total verloren.
00:55:03
Speaker
Und das holt sich, das bahnt sich halt natürlich seinen Weg dann.
00:55:07
Speaker
Alles, was unterdrückt wird, ich finde das Bild immer ganz gut,
00:55:11
Speaker
wird sich wie ein Laserpointer ausdrücken an einer anderen Stelle.
00:55:16
Speaker
Und das ist dann das, was wir punktiert und mit hoher Energie wahrnehmen als diesen Essensdruck, wo sich dann quasi diese ganz unterdrückte Energie...
00:55:27
Speaker
Weil eine Frau, die, ich möchte in meinem Leben auch Dinge erreichen, ich meine, ich führe hier ein Business, wir arbeiten hier mit vielen Frauen zusammen, das ist alles in Ordnung, man darf ja auch was erreichen wollen.
00:55:44
Speaker
Aber die Frage ist, gibt es in meinem Leben diesen Raum für dieses Loslassen, für dieses Sinnliche, für dieses Sein, für dieses mal wie ein Kind kichernd durch die Wohnung springen, Musik anmachen und mal loslassen.
00:55:58
Speaker
Und das ist halt bei den meisten Frauen, die zu uns kommen, wirklich total versackt.
00:56:05
Speaker
Das merkt man dann auch häufig, dass auch die sexuelle Lust, die Lust auf Körperkontakt natürlich immer weiter abnimmt.
00:56:14
Speaker
Und das ist dann auch so eine Spirale, die sich immer weiter verstärkt.
00:56:17
Speaker
Weil dann schäme ich mich natürlich für meine Essphalte, für meinen Körper, dann will ich natürlich auch weniger Kontakt.
00:56:21
Speaker
Dann geht dieses kindliche, sinnliche, sexuelle, intime, leichte immer weiter verloren.
00:56:27
Speaker
Und darunter liegt ja aber auch, was sich zum Ausdruck bringt, dieses Grundgefühl,
00:56:34
Speaker
Die meisten Frauen, die sich als perfektionistisch beschreiben oder einfach auch als sehr leistungsorientiert, haben ja häufig einen sehr starken inneren Antreiber von ich bin nicht gut genug, ich muss noch mehr.
00:56:46
Speaker
Und da sieht man auch wieder, wie man auch von diesem Grundthema, man kommt da gar nicht dran vorbei, weil das Grundthema ist nicht aufgelöst.
00:56:54
Speaker
Es ist der innere Antreiber für diesen ständigen Funktionsmodus und das ständige überreizte Nervensystem.
00:57:01
Speaker
Diese Grundannahme, ich bin nicht gut genug, die ist da.
00:57:04
Speaker
Ja, die ist einfach da und die treibt uns in die Leistung, die treibt uns in den Perfektionismus und deswegen funktioniert die Leistungsgesellschaft ja auch so gut.
00:57:13
Speaker
Und solange wir Leistung erbringen können, ist das super, weil das legt natürlich einen Schleier darüber.
00:57:18
Speaker
Also, ah ja, okay, doch, vielleicht kann ich ein bisschen glauben, dass ich doch gut genug bin, weil das habe ich jetzt geschafft und das habe ich jetzt geschafft und das habe ich jetzt geschafft.
00:57:24
Speaker
Aber spätestens, wenn ich erschöpft bin und was das ist natürlich, weil irgendwann brauchen wir nochmal eine Pause,
00:57:31
Speaker
Und ich kann nicht leisten, dann kriege ich ein schlechtes Gewissen und habe sofort wieder das Gefühl, ich bin nicht gut genug.
00:57:36
Speaker
Und der krasseste Spiegel für dieses unaufgelöste Selbstwertthema, was eigentlich darunter liegt, sich immer weiter so anzutreiben, ist das Essverhalten.
00:57:46
Speaker
Weil ich hatte das letztens gerade auch in der Session mit einer Klientin, die sagt, ich habe das alles in meinem Leben im Griff.
00:57:54
Speaker
Und man könnte meinen, ich führe das perfekte Leben.
00:57:58
Speaker
Aber...
00:58:00
Speaker
Dann gucke ich mein Essverhalten an und das ist für mich der krasseste Spiegel, dass ich doch nicht gut genug bin.
00:58:06
Speaker
Das heißt, dieses Grundthema, ich bin nicht gut genug, das kann sie super gut im Rest ihres Lebens, kann sie guten Schleier drüberlegen, weil sie da alles wuppt.
00:58:16
Speaker
Aber in dem Moment, wo das Essverhalten nicht mehr funktioniert, kriegt sie von ihrem Unterbewusstsein präsentiert, schau mal dahin, das ist nicht gelöst.
00:58:26
Speaker
du fühlst dich nicht gut genug.
00:58:28
Speaker
Und dann ist es nämlich nicht so, dass wir uns nicht gut genug fühlen, weil wir dieses Essverhalten haben, sondern wir haben dieses Essverhalten, weil wir uns nicht gut genug fühlen.
00:58:36
Speaker
Und dass der innere Antreiber dafür ist, dass wir uns ständig, ständig, ständig übergehen, unseren Körper ständig übergehen.
00:58:42
Speaker
Und dann heißt es nicht,
00:58:44
Speaker
und das ist der Irrglaube, die Verirrung in diesem Ganzen, dann ist es nämlich nicht so, dass ich mich endlich gut genug fühlen kann, wenn ich dann mein Essverhalten in den Griff habe und wenn ich dann mein Gewicht endlich in den Griff habe.
00:58:59
Speaker
Das ist eine Illusion.
00:59:03
Speaker
Ich glaube das vielleicht dann, weil ich wieder was habe, womit ich schön den Schleier drüberlegen kann, über dieses Grundgefühl nicht gut genug zu sein.
00:59:10
Speaker
Aber...
00:59:12
Speaker
Erst kommt die Selbstannahme, erst kommt der Selbstwert, erst kommt das, ich fühle mich, ich bin innerlich im Reinen mit mir, ich habe das Gefühl, berechtigt zu sein, ein guter Mensch zu sein, ich kann fühlen, dass ich gut bin und dann folgt der Körper und nicht andersrum.
00:59:30
Speaker
Ich kann das zwar versuchen mit Diäten und allem Möglichen, aber ich habe das selber erlebt.
00:59:36
Speaker
In meiner Zeit mit der Sportmagersucht war ich dann irgendwann bei 46 Kilo und stand,
00:59:42
Speaker
In einer Umkleide vom Spiegel habe ich mir eine XXXS-Hose angezogen, weil nichts anderes mehr gepasst hat.
00:59:48
Speaker
Kein Popo mehr, keine Brüste mehr.
00:59:50
Speaker
Ich wollte so einen Spaghetti-Trägertop anziehen, was mir gut gefallen hat.
00:59:54
Speaker
Ich stand in dieser Umkleidekabine und dachte mir so, ja super, jetzt siehst du aus wie eine Zwölfjährige.
01:00:01
Speaker
wo ich immer gedacht habe, wenn ich ein Sixpack habe, wenn ich endlich abgenommen habe, wenn ich endlich die Figur habe, die ich mir immer vorgestellt habe, dann werde ich endlich glücklich sein.
01:00:10
Speaker
Und manche glauben das dann auch tatsächlich und die fühlen sich vielleicht auch im Moment wohler, bis dann der Jojo-Effekt kommt.
01:00:17
Speaker
Aber unterschwellig ist trotzdem immer die Angst da, okay, wenn ich jetzt nur ein bisschen loslasse, wenn ich jetzt wieder nur ein bisschen normal esse, wenn ich mir nur ein bisschen jetzt gönne, dann nehme ich wieder zu.
01:00:30
Speaker
Und das ist ja eh das Schlimmste, das ist genauso wie bei...
01:00:34
Speaker
Bei Gelte haben, also die Frage, wenn man viel Geld hat, besitzt man das Geld oder besitzt das Geld einen dann?
01:00:40
Speaker
Und auch bei Idealbildern oder bei Zielen.
01:00:44
Speaker
Wenn es nicht aus einer Fülle heraus passiert, dann ist das System in permanenter Angst, das wieder zu verlieren.
01:00:51
Speaker
Also ich würde sogar behaupten, dass wenn jemand diesen Zustand von ich war in dem Moment so sehr zufrieden mit meinem Körper mal hatte, der Leidensdruck vielleicht sogar noch ein bisschen größer ist, weil es immer wieder diese Angst gibt, diesen Zustand wieder zu verlieren, weil es eben nicht auf natürliche Weise einfach reguliert ist, sondern meine permanente Unterdrückung fordert.
01:01:12
Speaker
Also ich sehe das auch immer wieder, dass Frauen und auch Männer sagen, sie fühlen sich durch Sport selbstbewusster.
01:01:18
Speaker
Und erst mal ist das auch nachvollziehbar, weil ich meine,
01:01:21
Speaker
Bei Sport, das ist ja auch... Es gibt ein besseres Körpergefühl.
01:01:24
Speaker
Ich fühle mich durch Sport auch gut.
01:01:27
Speaker
Genau, das ist erstmal ja auch natürlich, weil es beweglich ist und so weiter.
01:01:32
Speaker
Jetzt ist aber die Frage, was passiert, wenn du jetzt beim Sport bist und dir fällt so eine Hantel auf den Fuß und du kannst jetzt, ich weiß nicht, wie lange das dauert, aber du kannst jetzt erstmal zwei Monate auf jeden Fall nicht so zum Sport, du kannst weder laufen, du kannst weder deine Gewichte stemmen noch sonst irgendwas,
01:01:49
Speaker
Was passiert dann?
01:01:51
Speaker
Ist der Körper dann entspannt?
01:01:53
Speaker
Weil ich sage, okay, mir macht Sport Freude, aber das geht jetzt gerade halt nicht.
01:01:58
Speaker
Dann gönne ich meinem Körper jetzt die Regeneration, weil dann kriege ich es auch hin, mein Gewicht zu halten, auch wenn vielleicht sich der Körper ein bisschen verändern wird, weil der Muskelaufbau und so weiter ja schon auch über Sport

Bewegung und emotionale Gesundheit

01:02:07
Speaker
dann passiert.
01:02:07
Speaker
Aber auch relativ leicht wiederherzustellen ist, wenn ich dann wieder in Sport gehe.
01:02:11
Speaker
Oder kippt mein ganzes System in einen Ausnahmezustand, weil ich denke, ach du scheiße, zwei Monate.
01:02:16
Speaker
Wenn ich jetzt zwei Monate keinen Sport mache, dann muss ich die ganze Zeit auf dem Sofa liegen, dabei nimmt man zu.
01:02:20
Speaker
Stress, Stress, Stress.
01:02:21
Speaker
Und wenn das der Fall ist, dann hat das nichts damit zu tun, dass Sport Selbstbewusstsein fördert.
01:02:26
Speaker
Dann ist Sport, ohne dass ich es vielleicht merke, eine absolute Kompensationsstrategie und auch ein Selbstbetrug in gewisser Weise.
01:02:33
Speaker
Und ein Mittel, von dem ich abhängig bin, weil ich das Gefühl habe, das brauche ich, um so zu sein, wie ich glaube, sein zu müssen.
01:02:42
Speaker
Und wenn man sich anschaut, viele...
01:02:45
Speaker
die mit immunosvermessen zu tun haben, kommt ja ein bisschen darauf an, in welche Richtung es geht.
01:02:50
Speaker
Aber viele, die mit immunosvermessen kämpfen, haben dann ja gleichzeitig auch noch das Thema, dass sie eben nicht in Bewegung kommen.
01:02:59
Speaker
Und eigentlich ist das auch, klar wäre es gesünder für den Körper, sich zu bewegen, aber nur unter der Voraussetzung, dass das Nervensystem Beweglichkeit als etwas gesund ist.
01:03:07
Speaker
also als etwas Sicheres erlebt hat.
01:03:09
Speaker
Wenn ich erlebt habe, wenn ich mich ausdrücke, wenn ich beweglich bin, beweglich bedeutet auch lebendig im Sinne von Emotionen sind beweglich, Lachen ist beweglich, ich hüpfe durch die Wohnung, ich lasse vielleicht auch als Kind mal was runterfallen, weil ich einfach zu aufgedreht war.
01:03:24
Speaker
Das ist auch alles Bewegung.
01:03:26
Speaker
Und wenn ich das gelernt habe, dass das nicht sicher ist, weil wenn Emotionen hochkommen, dann ist auch, also wenn ich mich bewege im Außen, kommt auch innerlich was in Bewegung.
01:03:34
Speaker
Und wenn das was innerlich in Bewegung kommt, Emotionen sind, von denen ich gelernt habe, die sollen nicht in Bewegung kommen, die sollte ich besser nicht fühlen, die drücke ich besser zurück, die spann ich besser zurück, dann ist es schlau vom Körper zu sagen, bewegen tue ich mich nicht.
01:03:47
Speaker
Weil das, was da hochkommt an Impulsen, das möchte ich um Gottes Willen nicht fühlen, weil ich habe keine Ahnung, wie ich das regulieren kann.
01:03:57
Speaker
Und da kommen wir jetzt dann auch mal zu dem Thema, weil ich gucke so ein bisschen auf die Zeit, auf das Thema, okay, aber was, wenn jetzt diese ganzen Pläne oder diese ganzen Disziplinverfahren, wenn die nicht helfen,
01:04:11
Speaker
Was hilft denn dann?
01:04:12
Speaker
Also wie kann ich denn dann in den Zustand kommen, wo mein Körper bekommt, was er braucht, wo ich Bewegung als sicher empfinde und wo dadurch auch das Gewicht nicht nur aufgrund von Beweglichkeit, sondern eben auch aufgrund von einer Entspannung, von einer Regeneration, von einem Genährtsein, wo mein Körper merkt, ich bin gut versorgt, ich kann verdauen, ich kann die Sachen loslassen, ich kann warten, also ich kann Bedürfnisse aufschieben, weil ich weiß, es ist genug Fülle da.
01:04:35
Speaker
Wie kann ich diesen Körperzustand denn erreichen?
01:04:39
Speaker
Und das wäre, also das ist ja so gesehen auch unsere beide Antwort, du kannst dazu natürlich gleich dann auch nochmal was Ergänzendes sagen, aber der entscheidende Punkt ist das, was in frühester Kindheit gefehlt hat, das, was den größten Mangel ausgemacht hat, mit emotionalen Dynamiken umzugehen und das ist Co-Regulation.
01:04:58
Speaker
Und Korregulation bedeutet in gewisser Weise nichts anderes als das Einnervensystem.
01:05:04
Speaker
Beispielsweise Korregulation kann mit der Mutter stattfinden in frühester Kindheit.
01:05:07
Speaker
Es kann mit einer Kindergärtnerin stattfinden, mit einem Partner, mit der Schwester, mit einer Freundin, mit einem Coach, mit einem Therapeuten.
01:05:15
Speaker
Der entscheidende Punkt ist nur, kann auch mit dem Tier stattfinden, entscheidende Punkt ist, dass das Nervensystem, was mir gegenüber ist, was mich in meinen Emotionen regulieren soll oder will, in einem regulierten Zustand ist.
01:05:27
Speaker
Und das ist auch der Punkt, warum häufig eben Regulationen mit Freunden, Partnern und so weiter nur kurzfristig
01:05:34
Speaker
helfen kann, weil eben der Nervensystemzustand der anderen Person auch dadurch, dass du eben der anderen Person wichtig bist, über deinen Leidensdruck eben auch eine gewisse Nervensystemaktivierung hervorbringt und den Wunsch, dass das schnell besser wird.
01:05:50
Speaker
Das bedeutet, das Nervensystem ist nicht in allererster Linie entspannt.
01:05:55
Speaker
Weder das vom Gegenüber als auch das eigene, weil meine erste Beziehungserfahrung mit Co-Regulation entweder unangenehm war oder gar nicht stattgefunden hat.
01:06:03
Speaker
Das heißt, Beziehung ist immer erst mal ein Trigger.
01:06:05
Speaker
Und wenn auf ein Trigger emotionales Essen folgt, dann kann sogar das Sichtbarwerden vor Partner, Freunden und so weiter das Gegenteil hervorrufen, nämlich noch mehr Stress, weil Beziehung Sorge bereithält, bewertet zu werden.
01:06:19
Speaker
Für viele ist dann erstmal jemand Fremdes auch ein großer Trigger, klar, weil ich weiß nicht, kann ich der Person trauen.
01:06:25
Speaker
Aber wenn es dann einen gewissen ersten Schritt gibt, der auch zeigt, okay, grundsätzlich traue ich der Person schon und im Kontakt mit ihr habe ich irgendwie das Gefühl, mein Körper erlebt was Neues, mein Körper erlebt auch eine gewisse Entspannung und ich habe hier das Gefühl, hier wird wirklich etwas passiert.
01:06:41
Speaker
in positiver Absicht meinem Körper gegenüber, meinem Nervensystem gegenüber getan, dann kann das Nervensystem über die Entspanntheit, über die Zuversicht, über die Regulationsfähigkeit des anderen auch regulieren.
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Speaker
Das heißt, wir lernen quasi...
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Speaker
nachträglich den natürlichsten Impuls, den wir Menschen haben, nämlich in Kontakt uns zu regulieren.
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Speaker
Und der Kontakt dient dann so, wie das in frühester Kindheit eigentlich der Fall wäre.
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Speaker
Erstmal lerne ich über den Kontakt mit der anderen Person, im Spiegel mit der anderen Person, dass meine Emotionen hochkommen dürfen, dass ich durchatmen kann, wie ich sie regulieren kann und dass dann auch diese emotionalen Wellen wieder abflachen.
01:07:22
Speaker
Und dann, das wäre so ab dem, ich weiß gar nicht, ich glaube ab dem fünften, sechsten Lebensjahr, vielleicht ein bisschen früher, ein bisschen später, je nachdem, lernt das Kind dann das, was ich erst im Kontakt mit meiner primären Bezugsperson gelernt hätte, im besten Fall zu mir zu nehmen.
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Speaker
Und ich habe plötzlich selber eine Erinnerung, körperliche Erinnerung daran, wie ich mich dann eben auch selber regulieren kann und nicht mehr auf die Hilfe von anderen zu.
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Speaker
angewiesen bin.
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Speaker
Weil das ist ja auch ein ganz großer Punkt.
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Speaker
Viele schaffen ja ganz viel, regulieren sich gut und haben auch krasse Erfolge, solange jemand mit an der Seite ist, solange jemand dann da ist.
01:07:57
Speaker
Und sobald das wegbricht, ist das ganze System wieder im Ausnahmezustand und die ganzen alten Muster kommen eben wieder.
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Speaker
Und das liegt eben daran, dass dann der Transfer in die Selbstregulation
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Speaker
sich selbst zu halten, selbst die Erfahrung gemacht zu haben, wie sich das anfühlt, wenn ein Nervensystem oder wenn Stressimpulse hochfließen und auch wieder abklingen.
01:08:17
Speaker
Ohne zu essen.
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Speaker
Genau, ohne zu essen, ja.
01:08:21
Speaker
Wenn diese Erfahrung nicht gemacht wurde,
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Speaker
dann bricht das System sofort wieder ein oder kommt halt in starke Abhängigkeitstendenzen und das sieht man ja auch ganz häufig, also bei ganz vielen Dingen.
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Speaker
Auch das Abo-Modell in gewisser Weise, egal in welchem Bereich, hat ja in gewisser Weise auch diese Tendenzen abhängig zu machen und zu suggerieren, solange du
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Speaker
In Begleitung bist du, solange du das nicht alleine machst, bist du besser aufgestellt.
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Speaker
Und am Anfang stimmt das auch aufgrund dessen, was ich gerade erklärt habe.
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Speaker
Aber langfristig sollte das Ziel sein, über die Zusammenarbeit eigene Fähigkeiten zu entwickeln, sich dann auch selber zu regulieren.
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Speaker
Ja, absolut.
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Speaker
Also das ist halt ein ganz, ganz großer Punkt.
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Speaker
Und das ist gerade für Frauen, die mit emotionalem Essen kämpfen und die auch sehr so in diesem, ich muss alles alleine schaffen, in diesem Funktionsmodus sind,
01:09:11
Speaker
Der erste Musterbruch.
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Speaker
Denn du hast ja als Kind gelernt, ich muss das alleine schaffen, ich muss da alleine durch.
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Speaker
Es ist niemand da, der mir helfen kann mit meinen Emotionen, der mich korrigieren kann.
01:09:22
Speaker
Also hast du dir ja emotionales Essen als Muster.
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Speaker
Bewältigungsstrategie gebaut.
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Speaker
Als Regulator in gewisser Weise, ja.
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Speaker
Genau, nur dass es halt nicht wirklich reguliert, sondern kompensiert.
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Speaker
Das heißt, wir wissen ja, danach das schlechte Gewissen, das Nervensystem ist ja nicht entspannt danach, sondern es dreht ja sofort wieder hoch.
01:09:41
Speaker
Ja.
01:09:42
Speaker
Das heißt, es ist schon ein Musterbruch, in dem Moment zu erkennen, okay, hier ist es absolut menschlich und wichtig, mich in die Hände von jemandem zu geben, der wirklich weiß, der selber reguliert ist und der wirklich weiß, wie er mich da halten und führen kann, weil das ist auch für Partner überfordernd oder für Mütter oder Freundinnen überfordernd.
01:10:00
Speaker
Die können uns da nicht wirklich helfen, weil die selber da auf einem Auge blind sind, vielleicht selbst sogar diese Themen haben oder beteiligt an den Dynamiken sind.
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Speaker
die überhaupt erst dazu geführt haben, dass ich diese Herausforderung habe.
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Speaker
Das heißt, der erste Musterbruch ist sich einzugestehen, okay,
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Speaker
Es ist natürlich menschlich, das Nervensystem funktioniert so, muss was nachgeholt werden, was ich als Kind nicht gelernt habe, wo das Umfeld nicht da

Externe Unterstützung und Heilung

01:10:29
Speaker
war.
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Speaker
Es suche mir jemanden und erlaube mir mal aus dem, ich muss alles alleine schaffen, Modus rauskommen und mal gehalten zu werden darin.
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Speaker
Der andere Punkt ist der, es gibt so einen schönen Satz,
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Speaker
der heißt, you can't heal alone.
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Speaker
Wir sprechen hier nicht von Heilung, wir sprechen hier von Veränderung, aber der Satz passt trotzdem sehr gut, weil wir sind Menschen, wir sind soziale Wesen, wir brauchen die Verbindung und Verletzungen, die in Beziehungen entstanden sind, die können auch nur sich in Beziehungen lösen und
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Speaker
Und der Punkt ist der, wir brauchen eine neue emotionale und alternative Beziehungserfahrung, eben nicht beschämt zu werden für unsere Essimpulse, für unseren Körper, sondern darin gesehen zu werden, was wirklich das verletzte Bedürfnis dahinter ist.
01:11:18
Speaker
Und dafür braucht es natürlich Menschen,
01:11:21
Speaker
Wir sind zum Beispiel solche Menschen, die einfach auch gelernt haben und wissen und auch fühlen, wie musst du einen Raum aufgebaut sein, damit diese Entwicklungsschritte überhaupt möglich sind.
01:11:32
Speaker
Die Sicherheit vermitteln, die helfen, Vertrauen erstmal wieder aufzubauen, Vertrauen und Sicherheit im Nervensystem, im Körper anzusiedeln und dir halt eben auch helfen,
01:11:43
Speaker
wirklich zu begreifen, dass es hier gerade nicht darum geht, perfekt zu liefern, zu leisten, dich an irgendwelche Pläne zu halten und Rede und Antwort zu stehen.
01:11:52
Speaker
Und das ist das, was mich einfach auch ganz, ganz doll ärgert, wenn ich mir ganz viele Angebote da draußen angucke von Coachings und die Frauen dann hinterher bei uns anklopfen, weil sie wieder die Erfahrung gemacht haben, dass sie beschämt werden, dass sie Rede und Antwort stehen müssen, dass sie vielleicht sogar von einer Gruppe sich rechtfertigen müssten, warum sie sich nicht an den Ernährungsplan gehalten haben oder was auch immer.
01:12:13
Speaker
Auch das wieder, es ist eine erneutere Inszenierung dieses Musters.
01:12:17
Speaker
Wir machen das hier anders.
01:12:19
Speaker
Und das ist eben genau der Punkt.
01:12:22
Speaker
Wir dürfen wieder verstehen, den Körper verstehen als Sprache unserer Seele.
01:12:27
Speaker
Wir dürfen wirklich exaktieren.
01:12:29
Speaker
lernen, dass es auch anders laufen kann, dass wir erkannt werden, dass wir gehalten werden, dass wir uns nicht rechtfertigen müssen, sondern dass wir wirklich lernen, mit unserem Körper zusammenzuarbeiten und wieder uns mit dem zu verbinden.
01:12:48
Speaker
Also gerade vielleicht, um auch die Zeit im Blick zu behalten, aber noch ein Beispiel.
01:12:53
Speaker
Wir hatten gestern
01:12:54
Speaker
die Praxissessions mit unseren Auszubildenden der Psychosoma Nutrition Coach Ausbildung, weil wir möchten unser Wissen, was so vielen Frauen geholfen hat, auch an andere Menschen weitergeben, damit es diese Angebote einfach flächendeckender gibt.
01:13:09
Speaker
Und wir hatten in der Praxissession eben auch die Thematik, dass eine von den Frauen, selber auch schon Ernährungsberaterin, viel, viel, viel Wissen zum Thema Stoffwechsel Ernährung schon mitgebracht hat.
01:13:18
Speaker
Und ich mit ihr in die Praxissession gegangen bin und sie plötzlich da saß und sagte, oh mein Gott, meine Hände werden kalt, mein Körper zittert gerade und mein Kopf denkt sich aber, ja, aber es passiert ja eigentlich gar nichts.
01:13:30
Speaker
Und man sieht diese Abspaltung zwischen Kopf, ja, ich weiß ja eigentlich, und dem Körper, der trotzdem aber irgendwas reagiert, emotional, und das musste korrigiert werden.
01:13:39
Speaker
Und am Ende dieser Praxissession sagte sie dann, also mir ist jetzt erst mal bewusst geworden, dass ich habe all das Wissen und ich möchte Menschen begleiten und gleichzeitig merke ich, dass ich mich selber immer fühle.
01:13:55
Speaker
an mir selber rumgedoktert habe.
01:13:56
Speaker
Also ich habe immer, dadurch, dass ich das ganze Wissen hatte, geglaubt, ich könnte das lösen, wenn ich einfach nur das an mir anwende, was ich gelernt habe.
01:14:06
Speaker
Und es gibt aber einen Grund, warum Coaches sich nicht selbst coachen können, Therapeuten sich nicht selbst therapieren können und Menschen, die diese Herausforderung haben, das nicht alleine wirklich gelöst bekommen, sondern es immer nur kompensiert bekommen irgendwie mit häufigen Folgeschäden, weil
01:14:22
Speaker
es diese Sicherheit braucht, darin gehalten zu werden, in Kontakt mit dem zu kommen, was wirklich die Ursache dafür ist, warum wir das uns überhaupt gebaut haben.
01:14:30
Speaker
Und deswegen gibt es nicht diesen einen Trick, der verhindert, dass du emotional isst und dann auch noch heimlich.
01:14:37
Speaker
Es gibt kein trink eine Flasche Wasser, tapp ein bisschen, atme, setz dir ein Audio auf die Ohren, gib dir eine Affirmation rein.
01:14:48
Speaker
Das wäre alles nur Ablenkungsstrategie.
01:14:50
Speaker
Das, was es wirklich braucht, ist ein Raum, der dafür gemacht ist, dass du die Sicherheit wieder in deinem Körper spürst.
01:14:56
Speaker
Und Lena hat das eben schon mal kurz erwähnt.
01:14:59
Speaker
Wir wollen euch dazu von Herzen gerne einladen.
01:15:01
Speaker
Wir geben jetzt am 14.
01:15:03
Speaker
Februar eine Masterclass.
01:15:05
Speaker
Die nennt sich der Körperkompass.
01:15:06
Speaker
Da bekommst du ein gutes Gefühl dafür.
01:15:09
Speaker
Wir sprechen über Emotionen.
01:15:10
Speaker
Wir sprechen darüber, wo man die im Körper gut spüren kann, was der Körper über bestimmte Signale zum Ausdruck bringt.
01:15:17
Speaker
Und dazu gehört auch eine Emotional Release Session.
01:15:19
Speaker
Das heißt, du kommst in Kontakt mit deinem Körper.
01:15:21
Speaker
Wir halten das sicher.
01:15:22
Speaker
Wir halten das traumasensibel.
01:15:24
Speaker
Du wirst nirgendwo reingedrückt, sondern du lernst einfach mal,
01:15:27
Speaker
nicht nur das Wissen aufzunehmen, sondern ein Stück weit auch in deinem Körper zu integrieren und mal zu fühlen, was macht das gerade mit mir und wie kann ich das regulieren, was es gerade mit mir macht, statt sofort wieder in das alte Muster zurückzurutschen und auch für Coaches oder werdende Coaches sehr, sehr wertvoll, weil
01:15:49
Speaker
Wir euch einfach Tools an die Hand geben, wie ihr mit eurem eigenen Körper, mit euren eigenen Emotionen gut arbeiten könnt, wie ihr aber auch mit anderen gut damit arbeiten könnt und euch trotzdem aber auch nochmal einen Einblick davon geben, wo dann wirklich die nachhaltige Lösung liegt, weil die liegt in einem Prozess, auf den man sich einlassen kann.
01:16:10
Speaker
der nichts mit Diät zu tun hat und nichts mit dem Kampf gegen sich zu tun hat, sondern vielmehr mit dem Zurückkommen zu sich, in die Verbindung zum Körper und zu lernen, dass es auch mit Leichtigkeit geht und nicht aus so einem Kampfmodus heraus entstehen muss.
01:16:26
Speaker
Wer da Interesse daran hat, gerne einfach hier nach dem Live in die Kommentare mal Körperkompass schreiben.
01:16:34
Speaker
Wir schicken euch den Link zu und dann freuen wir uns, wenn ihr bei der Masterclass dabei seid.
01:16:38
Speaker
Und ansonsten könnt ihr uns natürlich auch von Herzen gerne einfach eure Fragen per DM schicken oder per E-Mail für alle, die sich dem Podcast vermitteln.
01:16:47
Speaker
anhören über unsere Protestkanäle.
01:16:50
Speaker
Die Links findet ihr alle unten in den Shownotes, wenn ihr in Kontakt mit uns treten wollt oder am Körperkompass teilnehmen wollt.
01:16:57
Speaker
Da freuen wir uns einfach riesig.
01:17:00
Speaker
Es gibt Lösungen, nicht verzweifeln an der Situation.
01:17:03
Speaker
Ich kenne es, wie gesagt, persönlich und weiß, wie unangenehm das sein kann.
01:17:07
Speaker
Aber sieh es als Chance.
01:17:09
Speaker
Sieh als Chance, dass dein Körper gerade sagt, nö, ich mache hier gar nichts mehr, keine Diät, kein Dings, alles blockiert.
01:17:15
Speaker
weil dein Nervensystem schützt dich.
01:17:18
Speaker
Es ist ein Hinweisschild, ein Signal für dich, das sagt, auf dem alten Weg funktioniert es nicht mehr.
01:17:24
Speaker
Es braucht einen neuen Weg und den öffnen wir hier gerade für dich und du kannst entscheiden, ob du diesen Weg gehen möchtest und einfach mal so ein bisschen probieren, reinschauen möchtest.
01:17:34
Speaker
Dafür ist die Masterclass da und dann können wir weiterschauen.
01:17:38
Speaker
Genau.
01:17:39
Speaker
Ich würde sagen, das war es für heute, oder?
01:17:43
Speaker
viel Input dabei.
01:17:44
Speaker
Wenn ihr noch Fragen habt, meldet euch und dann sehen wir uns zum nächsten Live.
01:17:48
Speaker
Wir hören uns zum nächsten Podcast, wo auch immer.
01:17:50
Speaker
Wir freuen uns auf den Kontakt mit dir und dann, ich sage bis zum nächsten Mal.
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Speaker
Ja, wünschen wir euch einen schönen Tag und eine gute Restwoche.
01:17:59
Speaker
Bis dann, ihr Lieben.
01:18:00
Speaker
Ciao.