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#66 - Nur einmal Weihnachtsessen ohne schlechtes Gewissen

S1 E66 · Chainless Woman
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532 Plays4 months ago

Du freust dich auf Weihnachten und hast gleichzeitig Angst vor Kontrollverlust, Kommentaren zum Essen und dem nächsten „Dieses Jahr nimmst du aber ab“-Vorsatz? 🎄🍫

In dieser Folge sprechen wir darüber, warum die Vorweihnachtszeit eine der triggerreichsten Zeiten für emotionales Essen ist, wie People Pleasing & „Fawning“ dein Nervensystem in Dauerstress halten und welche inneren Muster du verstehen darfst, um aus dem Teufelskreis aus emotionalem Essen und Abnehmversuchen auszusteigen.

Weihnachten soll sich warm, leicht und geborgen anfühlen und trotzdem erlebst du jedes Jahr dieselbe Spirale aus Stress, Essen, Schuldgefühlen und neuen Vorsätzen. In dieser Folge tauchen Natascha und Co-Coach Lena tief in die Emotionales Essen Psychologie rund um die Feiertage ein: Warum Familienfeiern alte Kindheitswunden triggern, wie subtile Kommentare zu deinem Körper wirken und weshalb dein System dann fast automatisch zum Essen greift.

Wir sprechen darüber, wie People Pleasing und das sogenannte Fawning – also dich anpassen, lächeln, brav sein – dein Nervensystem überlasten und wie du beginnst, dein Nervensystem zu regulieren, statt nur „stärker diszipliniert“ zu sein. Du erfährst, warum es so schwer ist, Stress-Essen zu stoppen, Heißhunger zu stoppen und wirklich ein intuitives Essverhalten zu lernen, wenn dein Körper innerlich noch im Überlebensmodus festhängt.

Du bekommst erste Impulse, wie du Schritt für Schritt emotionales Essen stoppen und emotionales Essen Ursachen lösen kannst – nicht nur an Weihnachten, sondern langfristig für ein Leben, in dem du gesund abnehmen darfst, ohne Kampf, ohne permanente Kontrolle. Wir schauen gemeinsam auf die Essverhalten Psychologie hinter deinem Muster und öffnen den Raum für neue Erfahrungen: Zugehörigkeit, ohne dich zu verbiegen. Genuss, ohne dich zu überessen.

Die Folge ist für dich, wenn du als Frau zwischen 25 und 45 immer wieder in denselben Kreislauf aus Diäten, Feiertagen, Eskalation und Selbstvorwürfen rutschst und genauso spannend, wenn du als Coach tiefer verstehen möchtest, was rund um Weihnachten im Nervensystem deiner Klientinnen passiert.

🕊️ Du möchtest wissen, wie du es endlich schaffst für immer den Teufelskreis mit emotionalem Essen und Abnehmversuchen zu verlassen?

Auf unserer Webseite findest du alle Infos zum Chainless Woman Coaching und die Möglichkeit für ein kostenloses Analyse-Gespräch: www.natascha-wilms.com

💌 Teile gerne deine Gedanken zu dieser Folge und deine Themenwünsche mit uns:

Instagram: Chainless Woman

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Transcript

Einführung und Vorstellung der Coaches

00:00:01
Speaker
Hallo und herzlich willkommen, schön, dass du wieder da bist zu dieser Podcast-Folge.
00:00:04
Speaker
Mein Name ist Natascha Wilms und ich begleite seit über zehn Jahren Menschen dabei, ein gesundes Essverhalten zu entwickeln und eine gesunde Beziehung oder eine befreite Beziehung zu ihrem Körper zu entwickeln.
00:00:17
Speaker
Ich durfte da schon hunderte Menschen bei begleiten und habe heute die liebe Lena, meinen Co-Coach hier an meiner Seite, die wieder mit uns
00:00:26
Speaker
über ein ganz spannendes Thema spricht, nämlich die triggernde Vorweihnachtszeit und was das häufig so mit unserem Essverhalten macht und vor allen Dingen, wie uns so Weihnachten und auch Neujahr eigentlich immer wieder in der Teufelsspirale oder im Teufelskreis mit emotionalem Essen und Abnehmen versuchen halten.
00:00:47
Speaker
Deswegen, schön, dass du da bist, Lena.
00:00:50
Speaker
Ja, ich freue mich auch sehr auf dieses Thema, weil das einfach ein
00:00:55
Speaker
Also Weihnachten ist halt so ein Thema, wo viele was ganz Tolles mit verbinden und es wird auch immer sehr medial so aufbereitet, als wäre das so ein ganz, ganz wunderschönes Thema und häufig ist Weihnachten aber eben auch eine sehr leidvolle Zeit für sehr viele Menschen.
00:01:09
Speaker
Und genau, ich stelle mich nochmal ganz kurz vor mit ein, zwei Worten.
00:01:14
Speaker
Vielleicht kennen mich jetzt schon ein paar aus den Podcast-Folgen davor.
00:01:17
Speaker
Mein Name ist Lena, ich arbeite jetzt auch schon seit sehr, sehr vielen Jahren im Bereich Coaching und besonders faszinierend tut mich einfach der Sachverhalt, dass Menschen sich sehr, sehr doll selbst unterdrücken, sehr doll die Impulse zurückhalten aufgrund frühkindlicher Erfahrungen und Erfahrungen.
00:01:33
Speaker
Ja, mein Wunsch oder meine Mission mit Coaching ist, dass Menschen wieder freier werden, sich wieder selbst mehr ausdrücken lernen und diese natürlichen Impulse nicht mehr als gefährlich einstufen, sondern diesen Impulsen folgen können, um somit ein leichteres und auch vom Essverhalten oder von einem emotionalen Essverhalten befreiteres Leben zu führen, weil das eben sehr, sehr doll zusammenhängt.

Stress und familiäre Dynamiken während der Feiertage

00:01:53
Speaker
Und heute das Thema ist deswegen umso wichtiger, weil, wie du schon sagst, Natascha, die Vorweihnachtszeit oder dann auch die Weihnachtstage selber, genauso wie der Übergang zum neuen Jahr, wo wir mit ganz vielen Vorsätzen, mit ganz vielen auch Rückfragen zu unserem alten Leben und unseren alten Zielen und so weiter konfrontiert werden, einfach voll von Triggern.
00:02:12
Speaker
Ja, auch eine schöne Zeit sicherlich für viele, aber gerade auch für viele super stressig.
00:02:19
Speaker
Die Familienzusammenkünfte überhaupt nicht angenehm, Fragen, die wehtun.
00:02:23
Speaker
alte Muster, die wieder aufkommen, obwohl wir inzwischen erwachsen sind.
00:02:27
Speaker
Und deswegen ist es gut, dass wir darüber sprechen und auch mal einen realistischen Blick auf diese Zeit werfen, die für viele eben nicht einfach nur schön und familiär ist, sondern eben auch sehr schmerzhaft.
00:02:37
Speaker
Ja, vor allen Dingen entlädt sich um die Vorweihnachtszeit unglaublich viel auf ganz, ganz vielen Ebenen.
00:02:43
Speaker
Also auf der persönlichen Ebene, auf der familiären Ebene.
00:02:48
Speaker
Und ich glaube, vielleicht ist es ganz gut, wenn wir diese Zyklen einfach mal so ein bisschen...
00:02:54
Speaker
erst mal ins Bewusstsein holen, was spielt sich da eigentlich ab.
00:02:58
Speaker
Gerade auf der persönlichen Ebene ist es ja meistens so, ich habe mich das ganze Jahr über zusammengerissen und funktioniert.
00:03:10
Speaker
Und jetzt will ich mich auch einfach mal belohnen.
00:03:13
Speaker
Jetzt will ich auch einfach mal loslassen.
00:03:16
Speaker
Da ist natürlich die Vorweihnachtszeit mit ihren Weihnachtsmärkten und ihren Lebkuchen und Stollen und was nicht alles total präsentiert für.
00:03:25
Speaker
Und an allen Ecken und Enden sehen wir natürlich auch, Weihnachtszeit ist Belohnungszeit.
00:03:31
Speaker
Da gibt es Geschenke, da gibt es Süßigkeiten, da gibt es Glühwein, da gibt es hoffentlich...
00:03:38
Speaker
Begegnung mit Menschen, Nähe, Entspannung, Genuss und das ist
00:03:47
Speaker
alles wundervoll und das darf auch alles sein und gleichzeitig entlädt sich deshalb aber ganz häufig all das, was wir an Bedürfnissen vorher unterdrückt haben.
00:04:00
Speaker
Also wo wir funktioniert haben, wo wir immer wieder über unsere Grenzen gegangen sind, wo wir vielleicht sowieso schon Muster damit haben, über unsere Grenzen zu gehen und uns dann zum Beispiel mit Essen oder mit Shopping oder mit irgendwelchen Belohnungen,
00:04:17
Speaker
zu belohnen und
00:04:21
Speaker
dann äußert sich natürlich in dieser Zeit ganz häufig nochmal stärker das Muster, was wir sowieso schon das ganze Jahr praktizieren.
00:04:31
Speaker
Also im Großen wie im Kleinen, so nach dem Motto, nächsten Montag fange ich die neue Diät an.
00:04:39
Speaker
Ist es halt jetzt, naja, jetzt ist es eigentlich eh egal, die letzten Wochen im Jahr, ich fange dann zum Ersten, also zum Neujahr.
00:04:47
Speaker
die Diät an oder mich zusammenzureißen oder einfach mich dann um meine Gesundheit zu kümmern.
00:04:54
Speaker
Und deswegen ist auf der persönlichen Ebene ganz häufig dieses stark unterdrückte Bedürfnis nach Loslassen und Genuss in der Zeit etwas, was sich entlädt und auf familiärer Ebene dann gleichzeitig aber wiederum das, was Lena auch gerade gesagt hat, diese Muster mit
00:05:14
Speaker
ich habe meine eigenen Bedürfnisse und da sind jetzt ganz viele andere Menschen, die haben alle auch eine bestimmte Vorstellung von Weihnachten und ihre Bedürfnisse und das alles unter einen Hut zu bekommen, ist besonders dann schwierig, wenn wir sowieso schon einfach Schwierigkeiten haben,
00:05:36
Speaker
unsere eigenen Grenzen zu setzen und wahrzunehmen, unsere Bedürfnisse mal zu priorisieren.
00:05:43
Speaker
Also wenn wir so kleine, ich sag mal, People-Pleaser sind, dann ist das natürlich eine Zeit, in der es uns häufig besonders zerreißt, weil
00:05:52
Speaker
dieses hohe Bedürfnis an Entspannung und Loslassen gleichzeitig zusammenkommt mit dem Bedürfnis danach, es anderen recht zu machen, es der Familie recht zu machen.
00:06:05
Speaker
Und dadurch entsteht innerlich zwischen diesen beiden Anteilen noch mehr Druck als sonst häufig.
00:06:14
Speaker
Und das muss natürlich irgendwie kompensiert werden, wenn wir es nicht regulieren können.
00:06:20
Speaker
Und gerade mit den Frauen, mit denen wir hier zusammenarbeiten, mit den Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten, die haben ja gerade häufig Schwierigkeiten, sich zu regulieren und kompensieren dann deshalb häufig mit Essverhalten.

Kulturelle Erwartungen und emotionale Reaktionen

00:06:33
Speaker
Wenn du hier zuhörst, wirst du dich darin wiedererkennen und deswegen ist vielleicht gerade deshalb die Zeit auch eine triggernde Zeit für dich,
00:06:42
Speaker
wo du mit so einem lachenden und einem weinenden Auge reingehst.
00:06:46
Speaker
Und deswegen hoffe ich, dass wir dir da heute ein bisschen helfen können, das zu durchschauen und die Weichen zu legen, dass nächstes Weihnachten oder übernächstes Weihnachten, also 2026, dann endlich entspannt werden kann.
00:07:00
Speaker
Denn häufig ist das eben nicht mit einem Knopfdruck getan, sondern
00:07:04
Speaker
wir dürfen uns da bestimmte Muster anschauen und auch einfach nochmal den Entwicklungsweg gehen, den Prozess gehen, wo wir nochmal anders lernen, mit unseren Bedürfnissen umzugehen.
00:07:14
Speaker
Genau, deswegen.
00:07:16
Speaker
Es ist schön, dass du da bist.
00:07:18
Speaker
Und Lena, vielleicht fällt dir noch was dazu ein.
00:07:20
Speaker
Was habe ich noch vergessen, was du gerade so in der Vorweihnachtszeit häufig auch aus deinen Coachings und Begleitungen mitnimmst, was da so triggert?
00:07:29
Speaker
Ja, also meine Beobachtung oder meine Hypothese ist ja sowieso, dass entweder wissentlich oder unwissentlich diese Zeiten ganz bewusst genutzt werden, um eben diese...
00:07:41
Speaker
Konsumgüter, sage ich mal, zu platzieren.
00:07:44
Speaker
Also wir haben ja schon öfter darüber gesprochen, dass häufig in familiären Strukturen eine gewisse Mangel-Erfahrung da ist oder auch eine gewisse Emotionsunterdrückung gerade in familiären aufeinandertreffen, weil wir eben im Kontakt zu unseren Eltern immer die Kinder sind, egal wie groß wir sind und
00:08:01
Speaker
oder egal wie alt wir geworden sind.
00:08:03
Speaker
Das bedeutet, wenn diese Themen sich nicht lösen, erleben wir trotzdem diese kindlichen Wunden in dem Kontakt wieder.
00:08:09
Speaker
Das ist ein Punkt, der in der Vorweihnachtszeit und in der Weihnachtszeit einfach extrem triggern kann.
00:08:14
Speaker
Und das andere ist, ich habe mich halt gefragt, warum sind gerade zu diesen Stoßzeiten Weihnachten, Ostern, also da, wo Familie besonders im Vordergrund eigentlich steht,
00:08:25
Speaker
Die Süßigkeiten, das deftige Essen, der riesengroße Konsum.
00:08:29
Speaker
Weshalb ist es da besonders doll?
00:08:32
Speaker
Und ich weiß nicht, ob das wirklich eine wissentliche oder eine psychologische Entscheidung ist.
00:08:36
Speaker
Aber was mir durchaus auffällt, ist, dass es häufig genau die Muster bespielt,
00:08:41
Speaker
die Kinder und später Erwachsene nutzen, um eben diesen emotionalen Schmerz, der in der familiären Situation oder im Aufeinandertreffen mit Mama und Papa oder eben auch mit Verlust, wo ja auch ganz viele Emotionen verbunden sind und gerade Weihnachten da ja nochmal eine sehr, sehr schmerzvolle und erinnernde Zeit ist, warum es ausgleichend da platziert ist.
00:09:00
Speaker
Weil eigentlich haben wir da ja alles, was wir sonst uns wünschten.
00:09:03
Speaker
Wir hätten Nähe, wir haben Familie, wir sitzen zusammen.
00:09:07
Speaker
Eigentlich haben wir alles, was wir bräuchten.
00:09:09
Speaker
Und dadurch, dass wir das so aber nicht wirklich erleben und auch nicht erlebt haben, ist es meine Vermutung, dass da diese ganzen Füllgüter von Essen, von Süßigkeiten, von auch Alkohol und so weiter zusammenkommen, um eben das, was eigentlich durch diese Weihnachtszeit hochgeholt würde, unter Druck zu halten.
00:09:30
Speaker
Ich glaube nämlich, dass in ganz vielen Familien generell dieses Friede, Freude, Eierkuchen, wie man so schön sagt, überhaupt nicht der Fall ist.
00:09:38
Speaker
Dass Weihnachten für viele enorme Trägerpunkte durch übergriffige Fragen, durch Kommentare, die sich nicht gehören, durch möglicherweise auch Gewalt, durch, also auch in der Kernfamilie, aber auch in der Ursprungsfamilie, durch Verlust und so weiter,
00:09:58
Speaker
durch Stillschweigen, durch wir tun alle so, als wäre nichts, weil jetzt ist Weihnachten und da müssen wir uns alle gut verstehen und ansonsten reden wir aber den Rest des Jahres kaum miteinander, dass diese Themen einfach ganz, ganz viel emotionale Ladung hervorrufen und natürlich triggert das dann, wenn das Essverhalten eine Kompensation dieser inneren Gefühle ist, extrem, dass überall diese Süßigkeiten, dieses deftige Essen, Alkohol, Werbung und so weiter immer wieder in uns reingespielt werden,
00:10:28
Speaker
Das ist ja schon der einzige Trigger.
00:10:30
Speaker
Also nicht der einzige im Sinne von, es gibt keine anderen Trigger, sondern allein das würde schon ausreichen, um dieses Muster maximal zu triggern in dieser Zeit.
00:10:39
Speaker
Dann natürlich auch noch diese ganze emotionale Aufgeladenheit dieses Festes, die Musik, die uns sehr rührt, die Texte, die uns rühren.
00:10:48
Speaker
Die Reflexion, also auch die Dunkelheit in dieser Jahreszeit, die uns eigentlich zur Innenschau aufruft, sich zurückzuziehen, das letzte Jahr zu reflektieren, was für ganz viele ein großes Schuld- und Schamgefühl aufgrund von Versagensgefühlen hervorruft, weil ich habe meine Ziele vielleicht doch wieder nicht erreicht.
00:11:05
Speaker
Ich habe es doch nicht geschafft, mich emotional zu vertreten.
00:11:08
Speaker
vom Essen zu befreien, ich habe vielleicht wieder zugenommen statt abgenommen und so weiter, also ganz, ganz viele Themen oder ich habe versucht schwanger zu werden, es hat nicht geklappt oder es gab Verluste, also dazu kommt dann noch diese starke Aktivierung von Emotionen, die dann auf Personen trifft,
00:11:25
Speaker
die gar nicht gelernt haben, wie sie sich emotional halten können.

Strategien zur Stressbewältigung

00:11:28
Speaker
Und dann wird auf der anderen Seite auch noch das angeboten, was das gut kompensieren kann für einen Zeitraum, nämlich das Essen oder das, okay, ich halte mich zurück und dafür esse ich ganz viel oder ich schalte mich innerlich einfach ab, um das irgendwie auszuhalten.
00:11:43
Speaker
Das ist so ein Zusammenspiel von ganz, ganz vielen Faktoren,
00:11:47
Speaker
die eben die Weihnachtszeit für viele als auch wirklich qualvoll erleben lassen.
00:11:53
Speaker
Dann die Dissonanz zu dem, wie das Fest eigentlich assoziiert ist, also ganz viel Freude und alle singen und alle sind friedlich vom Tannenbaum und für einen kurzen Moment ist das ganze Leben und die ganze Welt doch in Einklang und so weiter.
00:12:08
Speaker
Und dazu fühle ich das Gegenteil, wenn ich in dieser emotional aufgeladenen Situation bin, also habe zum Beispiel Angst vor den Familientreffen,
00:12:16
Speaker
habe ganz viel Stress, habe das Gefühl, gar nicht zur Ruhe zu kommen.
00:12:20
Speaker
Das bedeutet, ich bin auch in meinem Zugehörigkeitsbedürfnis getriggert, weil ich merke, alle anderen freuen sich so, alle anderen haben schön geschmückt, alle anderen planen schon die Geschenke und ich würde am liebsten mich einfach irgendwie vergraben und mich mit niemandem treffen und mich um gar nichts kümmern.
00:12:36
Speaker
Also auch das ist dann nochmal ein zusätzlicher Träger.
00:12:39
Speaker
Also zusammenfassend können wir sagen, dass wahrscheinlich die Weihnachtszeit mit die Trägerinste Zeit ist, würde ich fast behaupten.
00:12:48
Speaker
Ja, neben, ich sag mal, Ferien oder so Strand und Sommer, gerade in Bezug auf die Figur.
00:13:00
Speaker
Und das Essverhalten ist die Vorweihnachtszeit oder die Feiertage generell schon so eine Thematik.
00:13:07
Speaker
Gerade weil wir einfach auch verstehen müssen, dass es gibt halt dieses Idealbild, was da ist, dieses wir sitzen alle schön harmonisch zusammen und der Wunsch einer heilen Familie, die harmonisch und liebevoll miteinander ist,
00:13:23
Speaker
steht im Vordergrund und das sind ja dann auch die Bilder, die immer wieder in uns reinfließen, wenn wir dann Weihnachtsfilme gucken oder wenn wir Weihnachtswerbung sehen.
00:13:34
Speaker
Und gleichzeitig spüren wir, da sind so viele unausgedrückte Bedürfnisse und Emotionen und auch Konflikte.
00:13:44
Speaker
Und die emotionale Ladung muss ja irgendwo hin.
00:13:47
Speaker
Und das führt natürlich ganz häufig dazu, dass sie doch ausgedrückt wird durch zum Beispiel passive Aggression.
00:13:56
Speaker
Das heißt, es werden dann irgendwelche triggernden Sätze formuliert, die aber so subtil
00:14:03
Speaker
sind, dass man da dann auch nichts gegen sagen kann.
00:14:06
Speaker
Also ich sage mal so ein Beispiel.
00:14:09
Speaker
Naja, du warst ja schon immer eine gute Esserin.
00:14:12
Speaker
Zum Beispiel.
00:14:12
Speaker
Oder
00:14:15
Speaker
Aber du hast aber auch zugenommen im letzten Jahr, oder?
00:14:18
Speaker
So, und das ist so übergriffig und so auch passiv-aggressiv.
00:14:23
Speaker
Also es ist eine Form, jemanden zu verletzen.
00:14:27
Speaker
Also auch wenn es erstmal als Frage formuliert ist und mit so ein bisschen einer hohen Stimme vielleicht auch formuliert wird, dass es sich noch ein bisschen nett anhört, ist da trotzdem was drin von, boah, du bist aber fett geworden, du hast dich aber ganz schön gehen lassen.
00:14:44
Speaker
Oder, ja, das ist ja klar, du hast ja schon als Kind dich immer überessen und dass da vielleicht als Kind schon eine Schutz- und Bewältigungsstrategie war, weil niemand da war, der da mit den Emotionen geholfen hat, die da im Raum waren.
00:15:01
Speaker
Und dass das halb so entstanden ist, das wird ja in dem Moment gar nicht gesehen.
00:15:07
Speaker
Und das spricht eine tiefere Verletzung an, häufig ohne, dass wir
00:15:11
Speaker
so richtig bewusst greifen können, was da gerade in uns angesprochen wird und wie tief diese Verletzung tatsächlich reicht.
00:15:19
Speaker
Und man kann natürlich dann immer sagen, ja, das hat die ja nicht mit Absicht böse gemeint, aber im Prinzip ist es halt eine Spitze, die genau in diese Wunde reingeht.
00:15:30
Speaker
Und da entlädt sich halt Aggression, die nicht ausgesprochen und ausgedrückt werden darf.
00:15:37
Speaker
Und
00:15:39
Speaker
das sorgt halt dann dafür, dass man sich selbst wieder zurückhalten muss, weil man möchte ja ein schönes Weihnachtsfest und das muss ja jetzt auch nicht sein, dass man an den Weihnachtstagen, wo man sich sonst auch so selten sieht im Jahr, jetzt so einen Konflikt aufmacht und ein Streitgespräch führt, ja, also reißt man sich da zusammen und dann ist, ja, kompensiert man halt vielleicht doch mit dem ein oder anderen Glas Wein zu viel oder, ähm,
00:16:06
Speaker
dass man dann halt eben doch nicht nur zwei Weihnachtsklätzchen isst, sondern halt eben, weiß ich nicht, zehn oder 15.
00:16:13
Speaker
Wobei es ja dabei nicht darum gehen soll, dass man das Weihnachtsessen nicht genießen darf.
00:16:17
Speaker
Und die Frage ist, ist Genuss immer, dass ich mich so vollfresse, dass ich hinterher Magenschmerzen habe?
00:16:24
Speaker
Oder kann ich auch genießen, ohne dass ich mich so überesse?
00:16:27
Speaker
Und ab wann wird das zu einer...
00:16:30
Speaker
oder zu einer Ablenkungsstrategie, um diese Situation überhaupt auszuhalten.
00:16:36
Speaker
Weil ich stopfe mir ja dann, ich sage mal jetzt ganz scharf, selbst das Maul, damit nicht rauskommt, was ich vielleicht doch endlich mal ausdrücken möchte.
00:16:47
Speaker
Oder ich betäube mich, um das überhaupt auszuhalten.
00:16:51
Speaker
Und das passiert häufig so unbewusst, weil...
00:16:55
Speaker
in vielen Fällen da wie so eine Art Dissoziierung auch stattfindet.
00:16:59
Speaker
Das heißt, wir sind dann gar nicht mehr richtig da, wir sind gar nicht mehr richtig in diesem Moment, sondern wir sind irgendwie da und lächeln auch und lachen auch und da werden vielleicht auch Witze gemacht und es wird gesungen und es werden...
00:17:16
Speaker
werden Gedichte aufgesagt oder was auch immer die Tradition der Familie ist.
00:17:20
Speaker
Es wird sich schön fein säuberlich aufgereiht und werden Bilder gemacht.
00:17:24
Speaker
Zum Andenken, da muss dann jeder lächeln.
00:17:27
Speaker
Und eigentlich ist dir überhaupt nicht zu lächeln zumute.
00:17:30
Speaker
Eigentlich sitzt du da und denkst dir so, was ist das hier für eine Show?
00:17:34
Speaker
Ich will hier raus.
00:17:35
Speaker
Also es ist die Realität von sehr vielen.
00:17:39
Speaker
Und es wird sich halt in dem Moment gefügt.
00:17:43
Speaker
Und das ist einmal das, was so triggert,
00:17:46
Speaker
wo das Essen, wenn es sonst schon zur emotionalen Bewältigung genutzt wird, dann natürlich noch intensiver genutzt wird, weil es einfach nochmal eine besondere Situation ist, die wir so im Jahr sonst nicht so haben.
00:18:05
Speaker
Oder es ist tatsächlich so, dass es gar nicht so die Konflikte in der Familiensituation gibt und wir aber trotzdem
00:18:13
Speaker
uns in den letzten Monaten total überarbeitet haben oder funktioniert haben.
00:18:18
Speaker
Und dann kann es durchaus auch sein, dass man bequem und entspannt mit der Familie auf dem Sofa liegt und dann aber trotzdem gemeinsam alle zusammen zur Entspannung
00:18:32
Speaker
sich überisst und besäuft, sag ich

Kindheitsmuster und familiäre Interaktionen

00:18:37
Speaker
mal.
00:18:37
Speaker
Ja, ich wollte da, also das wollte ich nämlich auch gerade noch sagen, also bei manchen ist es ja schon, es ist zwar subtil, aber schon direkt ein bisschen auffälliger, finde ich, oder man kann es besser greifen, wenn wirklich so Sätze fallen wie,
00:18:49
Speaker
Du warst immer schon eine gute Esserin oder letztes Jahr, oder mal gucken, ob du nächstes Jahr noch in das Kleid passt oder wie auch immer.
00:18:57
Speaker
Das ist ja schon direkt ein bisschen greifbarer, aber manchmal, und da ist es einfach wichtig zu verstehen, was passiert denn eigentlich, wenn wir in diese familiären Strukturen wieder zurückgehen,
00:19:10
Speaker
wie eben schon gesagt, werden wir quasi grundsätzlich wieder zum Kind.
00:19:15
Speaker
Also erstmal bleiben wir halt die Tochter und der Sohn unserer Eltern, egal wie alt wir sind und viele fallen dann wirklich in das Kindliche zurück und dann reicht auch manchmal schon ein bevormundender Satz oder
00:19:29
Speaker
Oder ein gekränkter Blick der Mutter, weil man vielleicht nicht rechtzeitig gesehen hat, dass man vielleicht den Tisch mit abräumen könnte.
00:19:35
Speaker
Oder es gibt irgendwie, man bespricht, ja, ist ja schön, dass wir uns nochmal sehen, weil wir uns jetzt echt lange nicht mehr gesehen haben.
00:19:42
Speaker
Ist ja toll, dass man euch auch nochmal hier antrifft oder wie auch immer.
00:19:45
Speaker
Also es muss nicht unbedingt direkt ein Kommentar zum Aussehen oder zum Essverhalten oder zum Gewicht sein, sondern es können auch einfach in Anführungsstrichen,
00:19:55
Speaker
alte Muster sein, die man schon aus Kindheitstagen kennt, die eigentlich einen Impuls von Grenzsetzungen, von Aggression, von Wut ausdrücken würde und dass wir darüber alleine schon zur Regulation durch Essen greifen, unabhängig davon, ob Essverhalten oder Körpergewicht oder anderes überhaupt angesprochen wurden.
00:20:17
Speaker
Also das ist unabhängig davon, welches konkrete Thema angetriggert wird.
00:20:21
Speaker
Das, was alles gemeinsam hat, ist, dass etwas angetriggert wird, was etwas Emotionales, also emotionale Impulse, häufig eben sehr kraftvolle Impulse von Wut, von Grenzsetzung, von Aggression eigentlich aktivieren würde.
00:20:35
Speaker
Und statt dass wir sie eben ausdrücken, weil wir meistens nicht gelernt haben, sie auszudrücken oder weil wir gelernt haben, dass es eh nichts bringt, wenn wir uns ausdrücken, also eine Art Resignationserfahrung,
00:20:46
Speaker
Und dann stattdessen eher zum Essen greifen oder zum Alkohol oder zu anderen Strategien, um uns selbst zurückzunehmen, weil die Impulse sich, das ist jetzt denke ich durch die letzten Podcast-Folgen immer häufiger klar geworden, die lösen sich ja nicht auf.
00:21:02
Speaker
Nur weil wir es runterschlucken, das Wort passt ja schon ganz gut, löst sich ja meine Wut nicht auf und löst sich nicht auf, dass ich sagen möchte, ey, der Kommentar verletzt mich gerade.
00:21:10
Speaker
Bitte sag sowas nicht zu mir.
00:21:12
Speaker
Oder mitzubekommen, dass es super passiv-aggressiv ist, statt zu sagen, hey, könntest du mir kurz helfen, alles selber zu machen und dann es aber auch nicht gut sein zu lassen, sondern eine Stunde später immer noch bockig da zu sitzen und dann zu sagen, ja, du hättest auch selber sehen können, dass du mir mal helfen könntest oder wie auch immer.
00:21:29
Speaker
Das, was super passiv-aggressiv ist und ganz zwangsläufig in uns so ein Gefühl auslöst von, hey, das ist aber doch unfair.
00:21:35
Speaker
Ja.
00:21:37
Speaker
das löst sich nicht einfach auf, sondern sucht sich dann halt die Kanäle und in dem Moment gibt es eben keinen funktionalen Kanal, weil das nicht erlernt wurde und dann muss das Essen her oder das Trinken oder dann ist man doch die ganze Zeit am Handy oder was auch immer.
00:21:51
Speaker
Also dann gibt es andere Mechanismen, um eben diese Impulse nicht fühlen zu müssen, um sie gut runterdrücken und dämpfen zu können, um auch diesen Frieden zu halten oder zumindest keine Gefahrensituation einzugehen.
00:22:06
Speaker
Und ja, das ist ganz wichtig dabei zu verstehen, dass es nicht direkt das Essverhalten betreffen muss, sondern dass es einfach grundsätzlich bei kindlichen Verletzungen, wenn die wieder angeregt werden durch diese Mutter-Kind- oder durch die Vater-Kind-Dynamik, dass das absolut ausreichend ist, auch sonst im Alltag, aber Weihnachten natürlich nochmal gezielter, weil da einfach sehr viele Menschen, sehr viele Themen über sehr lange Zeit zusammenkommen.
00:22:30
Speaker
Und natürlich auch diese Kompensationsgüter von Essen und so weiter zu Genüge einfach da sind.
00:22:35
Speaker
Also man kann einfach zugreifen und es in sich reinschaufeln, ohne es manchmal mitzubekommen.
00:22:41
Speaker
Und deswegen ist es auch so überwältigend für viele und viele mit hohen Erleichterungsgefühlen verbunden, wenn diese Tage vorbei

Fawning-Verhalten und emotionale Unterdrückung

00:22:48
Speaker
sind.
00:22:48
Speaker
Und da kommen wir ja auch zu einem Thema, was du, Natascha, eben mit angesprochen hast, was wir gerne heute da mit reinnehmen wollen, nämlich das sogenannte Fawning.
00:22:57
Speaker
Da kannst du gleich einmal drauf eingehen, was bedeutet das überhaupt, wie zeigt sich das dann auch und dann können wir nochmal drauf eingehen, was hat das jetzt mit Weihnachten zu tun und mit dem, was wir bis jetzt gesagt haben.
00:23:06
Speaker
Deswegen würde ich da einfach das Wort mal an dich weitergeben, dass du da vielleicht einen kurzen Einblick gibst, was verstehen wir überhaupt darunter.
00:23:13
Speaker
Ja, genau.
00:23:14
Speaker
Also gerade im Hinblick auf das, was wir jetzt gerade alles gesagt haben, wird, glaube ich, ganz klar, dass wir die Situation nicht durch irgendeinen Trick lösen, sondern dass wir uns da ein bisschen auf die Reise begeben müssen,
00:23:31
Speaker
Erstmal unser Nervensystem zu verstehen und auch das zu verstehen, was wir in den letzten Podcast-Folgen besprochen haben zum Thema Beziehungsdynamiken, Wutgefühle, Aggressionsgefühle, Mutter-Vater-Wunden.
00:23:47
Speaker
Das zählt da alles mit rein.
00:23:49
Speaker
Parentifizierung, das sind alles ganz wichtige Dinge.
00:23:52
Speaker
die uns helfen, auf den Weg zu kommen, das wirklich zu lösen, damit es in Zukunft für uns entspannter werden kann.
00:23:58
Speaker
Und entspannt ist auch, ich sage mal so, das Schlagwort.
00:24:02
Speaker
Denn unser Nervensystem ist in dieser Situation alles andere als entspannt.
00:24:07
Speaker
Und erfahrungsgemäß, die Menschen, die zu uns finden hier, haben meistens sowieso ein hyperaktiviertes Nervensystem und sind eigentlich
00:24:18
Speaker
das ganze Jahr über in Mustern gefangen, die sie nicht wirklich in die Entspannung und in ein Sicherheitsgefühl kommen lassen.
00:24:28
Speaker
Weshalb überhaupt auch diese Probleme mit emotionalem Essen und auch die Verschiebungen im Stoffwechsel
00:24:34
Speaker
Immunsystem, Hormonhaushalt und so weiter letztendlich bis hin zu übermäßigem Körperfett entstehen.
00:24:41
Speaker
Wenn wir uns das Nervensystem angucken, dann haben wir mehrere Ebenen, über die wir auch schon reden.
00:24:51
Speaker
in der letzten Podcast-Folge zum Thema kognitive Verhaltensdissonanz gesprochen haben.
00:24:57
Speaker
Also wenn wir eigentlich wissen, was wir tun müssten, es aber trotzdem nicht verändert kriegen, da gerne auch nochmal reinhören.
00:25:05
Speaker
Ich möchte jetzt nicht das Gehirn wieder so detailliert beschreiben wie in der letzten Folge.
00:25:12
Speaker
Aber um den Kontext klarzumachen, wir haben...
00:25:15
Speaker
Das Bewusstsein und wir haben das Unterbewusstsein.
00:25:18
Speaker
Und Überlebensstrategien werden durch das Unterbewusstsein gesteuert.
00:25:24
Speaker
Und es gibt eben mehrere Nervensystemzustände, die wir erstmal begreifen müssen.
00:25:29
Speaker
Vor allen Dingen, wo wir erstmal lernen dürfen zu fühlen, in welchem Zustand bin ich denn eigentlich.
00:25:36
Speaker
Und da gibt es quasi die vier F's.
00:25:39
Speaker
Fight-Fight.
00:25:40
Speaker
Also Kampf, Flucht, Fight or Flight, Freeze, das ist der, kann man sagen, Todstellreflex oder auch der Reflex, sich zu verstecken und wir frieren dann wie ein und Fawning.
00:25:59
Speaker
Fawning ist eine Schutzstrategie, die wir...
00:26:06
Speaker
alleine kulturell, geschichtlich sehr, sehr tief in unserem Nervensystem verankert haben und gerade von Frauen extrem viel praktiziert wird.
00:26:18
Speaker
Ich sag mal, Fight of Light ist tendenziell schon eine Reaktion, also die können wir alle, aber die ist in der maskulinen Energie betont und häufig auch bei Männern betont.
00:26:33
Speaker
Und Fawning,
00:26:35
Speaker
Das ist die aktive Schutzstrategie, die vor allem bei Feminin betont ist oder bei den Frauen betont ist.
00:26:42
Speaker
Weshalb?
00:26:43
Speaker
Weil wir grundsätzlich als Frauen auch schon häufig einfach ja auch körperlich und was unsere Kraft angeht unterlegen sind.
00:26:54
Speaker
Das heißt...
00:26:55
Speaker
Wir kommen rein, ich sag mal, evolutionär betrachtet häufiger in Situationen, wo wir uns körperlich nicht verteidigen können, also kämpfen können oder auch flüchten können.
00:27:08
Speaker
Anders als der Mann, ich sag mal der Jäger.
00:27:12
Speaker
Und deswegen ist Fawning eine, ich sag mal, evolutionär gesehen, total sinnvolle, aktive Schutzreaktion.
00:27:20
Speaker
Und das ist die Reaktion der Unterwerfung.
00:27:23
Speaker
Also wenn ich fahne, dann
00:27:24
Speaker
Wie people pleaser ich?
00:27:26
Speaker
Also das ist ja gerade in aller Munde, dieses ich bin eine People Pleaserin, ich will es immer allen anderen recht machen, ich unterdrücke meine eigenen Bedürfnisse, das, was ich fühle, ich kappe mich quasi innerlich von meinen Bedürfnissen ab.
00:27:42
Speaker
Das ist also ein Nichtzustand zwischen Freeze, also etwas in mir friert ein, das muss ich abspalten, ich muss den Teil in mir, der ein Bedürfnis hat, was gerade passiert,
00:27:55
Speaker
bei meinem Gegenüber Unmut auslösen könnte, einfrieren, zurückhalten, verstecken und gleichzeitig gehe ich nach außen aber in eine Aktivität und versuche es meinem Gegenüber recht zu machen, indem ich...
00:28:11
Speaker
Ja sage, obwohl ich Nein meine oder einfach versuche zu gefallen.
00:28:18
Speaker
Ganz typisch fällt uns das immer wieder aus, wenn Frauen sagen, okay, wenn ich wütend bin, dann kann ich diese Wut oder diesen Ärger gar nicht so richtig zeigen, sondern ich fange dann an zu lächeln.
00:28:28
Speaker
Das ist Fawning.
00:28:29
Speaker
Also ich lächle dann ganz lieb und nett und angepasst, um mein Gegenüber zu beschwichtigen und das ist ein Unterwerfungsverhalten.
00:28:41
Speaker
Genauso auch, wenn ich mich ärgere, aber traurig bin, also auch weine.
00:28:47
Speaker
Also auch das, Trauer ist ja erstmal eine eher, ich sag mal, mitleidregende, sich zurückziehende Emotion, wo wir uns klein machen und die scheint in manchen Situationen nicht so gefährlich zu sein, als wenn wir halt unsere Wut oder die Aggression zum Ausdruck bringen.
00:29:06
Speaker
Und
00:29:09
Speaker
Was man erstmal verstehen muss, ist, dass all diese Überlebensstrategien in unserem Nervensystem wichtige Strategien sind und waren und gleichzeitig uns aber häufig sehr früh anerzogen wird und, wenn man in die Ahnenlinie guckt, auch ganz klar eh ein weibliches Thema ist, dass wir unsere Stimme zurückzuhalten haben.
00:29:40
Speaker
Ich sage mal, kulturell sieht man das daran, wie lange wir nicht wählen durften, wie lange wir nicht als Frauen unsere Arbeit selbst wählen durften, wie lange wir uns der Kontrolle des Mannes und auch der Eltern unterwerfen mussten.
00:29:56
Speaker
Das ist noch nicht so lange her und das sitzt natürlich epigenetisch auch in unserem Nervensystem.
00:30:02
Speaker
Und wenn wir dann durch Erziehungsmethoden, die auf
00:30:06
Speaker
ich sage mal, Unterdrückung, Macht und Strafe basieren, damit dadurch erzogen werden oder damit erzogen werden, dann lernen wir von klein auf, ich muss lieb sein und brav sein und still sein, um nicht verstoßen zu werden, um geliebt zu werden, um versorgt zu werden, um zu überleben.
00:30:32
Speaker
Dann haben wir eben dieses People-Pleaser-Verhalten.
00:30:35
Speaker
Und das zieht sich durch die ganze Gesellschaft.
00:30:38
Speaker
Also jedes Mal, wenn wir...
00:30:43
Speaker
Beispiel in der Geburtshilfe, ein ganz, ganz großes Thema, wo Phawning stattfindet.
00:30:48
Speaker
Wenn Ärzte Frauen Angst machen, dass sie jetzt gewisse Maßnahmen über sich zu ertragen haben, weil sie sonst ihr Kind verlieren.
00:30:58
Speaker
Und dann nicht mehr auf das eigene Gefühl gehört wird, sondern die Macht und die Kontrolle an eine
00:31:08
Speaker
Respektsperson oder eine Machtperson übertragen wird.
00:31:13
Speaker
Und wir dann hinterher aus Situationen rauskommen, wo wir uns die Frage stellen, wie konnte ich mir das eigentlich gefallen lassen oder eigentlich wollte ich das so überhaupt gar nicht.
00:31:23
Speaker
Aber manchmal fällt es sogar erst hinterher auf, dass es da gegen unsere Grenzen ging.
00:31:31
Speaker
Auch beim Thema Missbrauch, das ist nochmal ein anderes Thema, deswegen, ich gehe nicht zu tief rein, aber kleine Triggerwarnung hier.
00:31:38
Speaker
Auch hier, wenn man sagt, ja, die hat ja nicht Nein gesagt.
00:31:42
Speaker
Es gibt Frauen, die so im Vorning sind, dass sie gar nicht mehr Nein sagen können, weil ihr Körper dieses Nein nicht mehr ausdrücken kann, weil die Angst vor Ablehnung und die Angst, ähm,
00:31:54
Speaker
vor Strafe so groß ist, weil sie so krass anerzogen wurde, teilweise über Generationen, dass sie nicht mehr in der Lage sind, Nein zu sagen, sondern sich der Situation unterwerfen.
00:32:06
Speaker
Und Phawning ist am Ende des Tages, oder People-Pleasing, wenn wir es so ausdrücken wollen, ist am Ende des Tages ganz eng mit emotionalem Essverhalten, aber auch anderem
00:32:22
Speaker
überkompensieren mit Konsum verwoben, weil irgendwo muss ja die emotionale Ladung, die ich da unterdrücke, um mich anzupassen, sich entladen oder reguliert werden oder zumindest kompensiert werden in dem Moment.

Selbsterkenntnis und Beobachtung

00:32:40
Speaker
Und
00:32:43
Speaker
Das Erste, also das machen wir auch mit den Frauen in unserem Raum, wir üben mit den Frauen natürlich auch immer wieder reinzufühlen, wo bin ich eigentlich gerade?
00:32:52
Speaker
Also es gibt bestimmte Körpersignale und auch Symptome, die
00:32:58
Speaker
wir als Sprache des Körpers oder der Seele, in dem Fall des Körpers, betrachten können, wo unser Körper uns sagt, ich bin gerade im Fight or Flight oder ich bin gerade im Freeze oder ich bin gerade im Thawning, also im People Pleasing.
00:33:15
Speaker
Und das muss ich erst mal lernen wahrzunehmen.
00:33:19
Speaker
Was geht eigentlich gerade in mir vor und in welchem Zustand ist mein Nervensystem gerade?
00:33:24
Speaker
Und das ist etwas, was ich gerne einfach auch mal an der Stelle jetzt für die Vorweihnachtszeit mitgeben möchte oder die Weihnachtszeit.
00:33:32
Speaker
Nimm doch mal wahr, wie häufig du ins People-Pleasing oder Fawning rutschst.
00:33:38
Speaker
Wie häufig sitzt du da und sagst ja, obwohl du nein meinst.
00:33:42
Speaker
Wie häufig...
00:33:45
Speaker
lässt du dich von den Bedürfnissen von zum Beispiel Familienmitgliedern gefangen nehmen, sag ich mal.
00:33:53
Speaker
Und machst Dinge, wo du eigentlich merkst, das will ich gerade eigentlich gar nicht.
00:33:58
Speaker
Mir ist gerade eigentlich nach was ganz anderem.
00:34:02
Speaker
Weil dann kommen wir natürlich dem auf die Spur.
00:34:06
Speaker
genauso wie mal wahrzunehmen, passt das Lächeln auch mal bei deinem Gegenüber, also bei Freundinnen oder bei Tanten, Onkels, wie auch immer, passt das Lächeln im Vordergrund zu dem Gefühl im Hintergrund.
00:34:21
Speaker
Also ist das, was du da als
00:34:25
Speaker
harmonisch auf der Oberfläche, was harmonisch darstellen soll, was freundlich, was freudig darstellen soll, ist das wirklich so?
00:34:33
Speaker
Oder ist da noch was drunter?
00:34:36
Speaker
Weil bei Fawning zum Beispiel ist ganz typisch dieses, ich lächle nach vorne und bin total im Funktionieren und super lieb und mach auch und tu.
00:34:49
Speaker
Und wenn man dann aber genauer hinspürt,
00:34:53
Speaker
ist darunter eigentlich was Leidendes.
00:34:57
Speaker
Und das führt dann häufig eben auch zu so einem Störgefühl, was wir haben, wenn wir dann zum Beispiel mit der Familie an einem Tisch sitzen, dass wir merken, auf der Oberfläche ist es irgendwie in Anführungszeichen harmonisch und fröhlich und alle haben anscheinend Spaß, aber
00:35:17
Speaker
Irgendein Störgefühl ist da, irgendein Gefühl von hier stimmt was nicht, ist im Raum.
00:35:24
Speaker
Und dann wissen wir, wie sich eigentlich diese Schutzmuster durch die ganze Familie ziehen.
00:35:32
Speaker
Also ich würde auch sagen, es macht vielleicht sogar Sinn, auch jemanden weiteres mit reinzunehmen.
00:35:37
Speaker
Also wenn man sich zum Beispiel, man hat zum Beispiel einen Partner oder so und da ist jetzt die Verbindung recht wertschätzend, sag ich mal.
00:35:47
Speaker
Also der Partner sollte jetzt nicht unbedingt die Person sein, die dann auch ständig den Körper kommentiert, aber dann kann man durchaus auch mal
00:35:54
Speaker
eine etwas weiter außenstehende Person mit einbeziehen, die einen in diesem Verhalten beobachten kann.
00:36:00
Speaker
Also mit der Bitte, mal auch mit darauf zu achten, wie häufig ich jetzt sage, obwohl ich nein meine, wie häufig sich mein Körper vielleicht anspannt, in welchen Momenten er sich besonders doll anspannt, wann ich Dinge mache, wo mein Partner zum Beispiel eigentlich weiß, eigentlich hat die da gar keine Lust drauf oder das würde sie zu Hause nicht machen oder
00:36:23
Speaker
der Gedanke, den ich darin habe, ist halt, dadurch, dass wir diese Muster so früh erlernt haben, kriegen wir uns häufig darin selber gar nicht mehr mit, weil das halt so normal ist.
00:36:34
Speaker
Es ist halt so automatisch.
00:36:35
Speaker
Also es setzt ein gewisses
00:36:38
Speaker
ein gewisses Bewusstsein und eine bestimmte Fähigkeit, sich selbst auch von außen zu beobachten voraus, dass ich selber wahrnehme, wo lächle ich, obwohl ich eigentlich traurig bin, wo sage ich ja, obwohl ich nein meine, wo spannt sich mein Körper an, weil viele sich über diesen Prozess des Fawnings so weit davon entfernt haben, was sie wirklich eigentlich fühlen, dass das für viele ja gar nicht mehr wirklich
00:37:05
Speaker
spürbar ist, dass sie gerade eigentlich gar nicht lächeln wollen, dass sie eigentlich gerade wütend sind, weil sie nehmen halt nur noch die Trauer wahr, die hochkommt und haben gar kein Gefühl dafür, dass sie eigentlich darunter brodeln und ich habe eben gedacht, das wäre eigentlich ganz cool.
00:37:21
Speaker
wenn wir das Bild für den Post auswählen, dass wir mal ein Bild kreieren, wie so ein Familienfoto wirklich authentisch aussehen würde, wenn nicht alle lächelnd vom Tannenbaum stehen würden.
00:37:32
Speaker
Und das ist, glaube ich, häufig von außen deutlich leichter noch mal einzuschätzen, als wenn wir selber so doll in dieser Dynamik drin sind.
00:37:39
Speaker
Trotzdem ist es natürlich eine super Idee, wenn man einfach diesen...
00:37:44
Speaker
diesen Punkt von außen nicht hat.
00:37:46
Speaker
Sich selbst darin zu beobachten, ist sowieso wertvoll, weil man einfach generell mit der Ausrichtung nach innen geht, sich mehr mitbekommt.
00:37:53
Speaker
Und gleichzeitig könnte es aber durchaus nochmal eine hilfreiche Ergänzung sein, wenn man eben einen nahestehenden Menschen hat,
00:38:00
Speaker
der wertschätzend da mit einem in Kontakt ist, auch denen zu bitten, auch mal das ein bisschen von außen zu beobachten, weil wir das häufig einfach selber in dieser Dynamik gar nicht mehr mitbekommen, weil es einfach über so viele Jahre in unser System geflossen ist und weil diese Unterwerfungstendenzen eigentlich häufig auch nur deswegen so gut aushaltbar sind, in Anführungsstrichen, weil wir eigentlich das, was wir
00:38:22
Speaker
eigentlich fühlen und sind und an Bedürfnissen haben, auf eine bestimmte Art verleugnen, weil ansonsten wird irgendwann natürlich dieser Konflikt so groß, dass es kaum aushaltbar ist.
00:38:31
Speaker
Also verleugnen wir lieber, dass wir überhaupt Bedürfnisse haben, dass wir überhaupt bestimmte Emotionen haben und unser Essverhalten, unsere Körperscham, unsere
00:38:41
Speaker
Unsere Sinnlosigkeitsgefühle im Alltag sind dann das Hinweisschild darauf, dass da eben doch noch was drunter liegt, was wir über all die Jahre in uns hineingefressen haben oder runtergeschluckt haben oder zurückgehalten haben.
00:38:56
Speaker
Ja, absolut.
00:38:57
Speaker
Und was einen, glaube ich, da auch noch mal ganz gut auf die Fährte bringt, ist, sich einfach mal hypothetisch die Frage zu stellen, wie würde ich mich damit fühlen, wenn ich zum Beispiel dieses Jahr mal
00:39:11
Speaker
nicht zur Familie fahre.
00:39:13
Speaker
Ja, so, da weißt du eigentlich schon Bescheid, ne, wenn dann sowas kommt wie, nein, das kann ich nicht machen und oh nee, dann fühlen die sich, dann denken die, dann weiß ich nicht, dass irgendwas nicht stimmt oder ja, also

Selbstreflexion und emotionale Gesundheit

00:39:28
Speaker
da mal sich einfach nur hypothetisch die Frage zu stellen oder vielleicht auch mal nicht nur hypothetisch, sondern ernsthaft, was würde denn passieren, wenn ich das dieses Jahr mal anders mache?
00:39:39
Speaker
Ja,
00:39:41
Speaker
Und ein anderer guter Hinweisgeber darauf, den ich auch von mir persönlich sehr gut kenne, ist, wie fühlst du dich nach den Feiertagen oder nach den Events mit der Familie?
00:40:00
Speaker
Also gehst du da mit einem einfach freudigen Gefühl raus oder begleitet dich da
00:40:06
Speaker
ein schlechtes Gewissen oder ein Gefühl von, ich habe irgendwas falsch gemacht oder reagiert dein Körper irgendwie extrem.
00:40:15
Speaker
Also hast du das Gefühl, nach dieser Zeit tauchst du wie aus so einem Tunnel wieder auf, ja?
00:40:24
Speaker
dann sind das alles klare Signale dafür, dass da irgendwas stattgefunden hat, was du zu der Zeit weggedrängt hast, dass du vielleicht sogar dissoziiert bist.
00:40:33
Speaker
Gerade das Gefühl von, ich habe das Gefühl, ich tauche jetzt gerade erst irgendwie wieder auf oder ich bin jetzt gerade erst irgendwie wieder bei mir, ist zum Beispiel ein klarer Hinweisgeber darauf, dass wir dann
00:40:44
Speaker
in einer Form auch dissoziiert sind, also sehr stark uns abgespalten haben von dem, was wir körperlich fühlen.
00:40:52
Speaker
Und das einfach mal so als Selbstreflektions- oder Selbstwahrnehmungsaufgaben an der Stelle, also
00:41:04
Speaker
Wie würde ich mich fühlen, wenn ich rein hypothetisch oder ernsthaft dieses Jahr mal nicht mitmache, so wie ich es sonst immer mitmache?
00:41:13
Speaker
Wie fühle ich mich, wenn ich es dann mitgemacht habe, nach diesen Events?
00:41:19
Speaker
Und was war das dritte?
00:41:22
Speaker
Was habe ich noch gesagt?
00:41:24
Speaker
Also ich habe nur die zwei Sachen jetzt gerade im Kopf.
00:41:27
Speaker
Da war doch noch was.
00:41:31
Speaker
Fällt mir jetzt nicht mehr ein.
00:41:33
Speaker
Ich meine, du hättest einmal angesprochen mit dem, wie würde ich mich fühlen, wenn ich gar nicht erst hingehe und dann auf der anderen Seite, wenn ich doch hingehe, dass es ein Hinweisschild ist darauf, wie fühle ich mich nach so einem Kontakt.
00:41:45
Speaker
Das waren jetzt so die beiden Sachen, die ich rausgehört habe.
00:41:47
Speaker
Ja, genau.
00:41:47
Speaker
Und das dritte war, so jetzt fällt es mir wieder ein, wenn du dann dort sitzt,
00:41:56
Speaker
was nimmst du wahr?
00:41:57
Speaker
Also auch in der Situation, wenn du es wahrnehmen kannst, gibt es da noch was unter dieser harmonischen Oberfläche?
00:42:08
Speaker
Und was Lena auch sagte, eben die zweite Person, die das mit beobachtet und vielleicht Janine auch mal spiegelt, was sie da wahrgenommen hat, wie oft du Ja gesagt hast, obwohl du eigentlich Nein sagen würdest oder
00:42:23
Speaker
wie oft du was mitgemacht hast, obwohl du das vielleicht nicht wolltest.
00:42:28
Speaker
Genau, also das sind so die, ich sag mal, Selbstbeobachtungs- und Selbstwahrnehmungsaufgaben, die man erstmal mitnehmen darf.
00:42:35
Speaker
Dafür ist dieses Weihnachtsfest eine heitere Gelegenheit oder nicht so heitere Gelegenheit, je nachdem.
00:42:44
Speaker
Und ich sage mal so, aber trotzdem macht sie vielleicht die Tür sichtbar, nochmal sichtbarer, wenn sie es nicht sowieso schon ist, woran du vielleicht dann im nächsten Jahr nicht arbeiten darfst, sondern eher, was du dich zuwenden darfst im nächsten Jahr durch einen Prozess, wo es darum geht, das zu versorgen.
00:43:06
Speaker
Und gerade weil Lena vorhin auch sagte, dass wir dann auch so wieder Kind sind, also ja, auch dieses innere Kind, was immer wieder durch diese Situation durchgedrückt oder durchgezogen wird, so wie wir das schon als Kind erlebt haben, vielleicht braucht, um aufgefangen zu sein damit.
00:43:33
Speaker
Ja.
00:43:35
Speaker
dass es sich schon wieder in diese Machtdynamiken oder diese Situation reinbegeben musste, obwohl es das vielleicht gar nicht will.
00:43:47
Speaker
Weil so wiederholen wir natürlich auch immer wieder das, was wir vielleicht dann auch als Kinder erlebt haben.
00:43:53
Speaker
Und das liegt dann in unserer Hand, das weniger zu tun oder gar nicht mehr zu tun, je nachdem, wie wenig gut oder schlecht es uns tut.
00:44:06
Speaker
Aber das...
00:44:08
Speaker
ist eine wertvolle Zeit jetzt, um sich da einfach wahrzunehmen, ohne dass es jetzt darum geht, auf eine bestimmte Art und Weise zu funktionieren oder das jetzt wegmachen zu müssen, sondern wirklich einfach es als Gelegenheit zu sehen, sich noch ein bisschen mehr selbst kennenzulernen, sich mehr selbst zu erfahren, zu erkennen, wie die ganzen Zusammenhänge sind und dann eben auch zu wissen, wie du es versorgen kannst.
00:44:32
Speaker
Und wenn du es dann versorgen möchtest, dann sind wir natürlich gerne hier,
00:44:37
Speaker
begleiten dich dabei in dem Prozess, dass nicht nur die Weihnachtszeit, sondern dein gesamtes Leben einfach entspannter wird und sich dieses Thema mit dem emotionalen Essen und dem immer wiederkehrenden Themen mit deinem Körper auch lösen kann.
00:44:52
Speaker
Deswegen da herzlich auch die Einladung an der Stelle, dich einfach mal...
00:44:58
Speaker
ja, bei uns einzutragen, für ein kostenloses Analysegespräch mit uns mal zu sprechen, dass wir gemeinsam gucken können, wie wir dich da begleiten können, dass du rauskommst aus der Spirale und dass alles etwas leichter für dich wird.
00:45:11
Speaker
Ja, richtig wichtig und eine Sache, die mir aber auch noch wichtig ist zu betonen,
00:45:17
Speaker
Es gibt ja durchaus auch Geschichten, wo Personen, weil du das eben so hypothetisch aufgestellt hast, dass jemand Weihnachten mal nicht nach Hause fährt, finde ich grundsätzlich super, um zu reflektieren, was würde das mit mir machen, könnte ich das einfach so machen oder würde ich mit Schuldgefühlen und so weiter in Kontakt kommen.
00:45:34
Speaker
Und auf der anderen Seite gibt es natürlich auch sehr viele Geschichten, wo Personen so in der Ablehnung ihrer eigenen Eltern sind,
00:45:40
Speaker
dass sie vielleicht eh schon lange gar keinen Kontakt mehr haben oder sowieso, wenn sie dann Weihnachten von ihnen nach Hause kommen, die ganze Zeit nur sich beschwerend sind und darüber reden, wie unbewusst die Eltern eigentlich sind und dass sie sich auch

Familienfrieden und emotionale Konflikte

00:45:57
Speaker
nie...
00:45:57
Speaker
mal selber reflektieren können und so weiter.
00:46:00
Speaker
Und auch hier ist natürlich wichtig zu verstehen, wir schaffen auch keinen Frieden mit uns, wenn wir keine friedliche Verbindung zu unseren Eltern herstellen.
00:46:08
Speaker
Das kann nicht immer im realen Leben sein.
00:46:11
Speaker
Manchmal ist es da einfach so, dass Dinge vorgefallen sind, die nicht erlauben, dass wir oder die uns nicht erlauben, dass wir uns da wieder in Kontakt begeben oder Elternteile sind schon verstorben und deswegen sind Gespräche nicht mehr möglich.
00:46:24
Speaker
Es geht darum, eine innere, friedvolle Dynamik zu den Eltern zu finden.
00:46:28
Speaker
Und das kann nicht darüber passieren, dass wir einfach so tun, als wäre nie was Schlimmes passiert oder als hätte es nie Verletzungen gegeben.
00:46:35
Speaker
Sondern es geht darum, erstmal all die unausgedrückten Emotionen, all die unausgedrückten Vorwürfe, all das, wo wir uns zurückgehalten haben, in einem sicheren Rahmen umzusetzen.
00:46:45
Speaker
Und das ist auch das, was wir in unseren Coachings machen, das darin auszudrücken mit einem Gegenüber, der korrigulierend wirkt, also der das halten kann, um dann diese Verletzungen auch irgendwann ruhen zu lassen, weil auch dieser Vorwurf, diese Schuld, die Wut, der Hass oder was auch immer, binden uns natürlich die ganze Zeit an diese alten Verletzungen und auch an die Personen, die wir dann eben nicht mehr in unserem Leben so sehr in unseren Räumen haben wollen, nämlich die eigenen Eltern.
00:47:13
Speaker
Das heißt, wir machen uns darüber weiterhin abhängig, nur diesmal eben nicht über die Liebe, wie als Kind, sondern jetzt als die Schattenseite über Verachtung, über Hass, über Wut, ohne sie wirklich mal funktional ausgedrückt zu haben.
00:47:26
Speaker
Und dann kann erst der nächste Schritt sein, dass wir in die Annahme kommen, also zu sagen, okay, und sie sind trotzdem unsere Eltern.
00:47:32
Speaker
Weil wenn wir unsere Eltern permanent ablehnen,
00:47:36
Speaker
dann lehnen wir immer auch uns ab, weil aus wem sind wir denn entstanden?
00:47:39
Speaker
Also natürlich sind wir mehr als das biologische Produkt unserer Eltern, aber das ist halt unser Ursprung.
00:47:46
Speaker
Und auf der anderen Seite gehen viele dann in die Idealisierung und tun so, als wäre da nie was gewesen und merken es dann über Essattacken oder über Panikattacken oder über andere Symptomatiken.
00:47:56
Speaker
Also es braucht sowohl ein Auseinandersetzen mit Gelegenheit,
00:48:01
Speaker
den frühkindlichen Wunden, mit den unterdrückten Emotionen und Impulsen, mit dem Wiederwahrnehmen von was sind eigentlich meine Bedürfnisse und wie wäre ich eigentlich, wie würde ich eigentlich meinen Weihnachten gestalten, wenn es keinerlei Verpflichtungen durch Familie oder durch Tradition oder sowas geben würde.
00:48:18
Speaker
Das wäre der eine Teil und auf der anderen Seite dann aber auch, okay und wie kann ich jetzt, nachdem das alles ausgedrückt ist,
00:48:25
Speaker
Frieden finden mit meinem Ursprung, also mit meinen Elternteilen, innerlich vor allen Dingen, damit ich nicht diese wiederum unterdrückten Impulse, weil auch unterdrückte Liebe und eigentlich, dass wir unsere Eltern natürlich auf eine Art lieb haben, dass es uns schwerfällt, wenn es ihnen nicht gut geht, dass wir uns wünschen, dass sie sich mit bestimmten Themen beschäftigen, dass wir uns eigentlich danach sehen, ein liebevolles
00:48:50
Speaker
vielleicht auch körperlich liebevolles Verhältnis zu denen zu haben.
00:48:53
Speaker
Auch das sind Emotionen und Impulse, die wir ständig unterdrückt halten, wenn wir sie mit Wut und Vorwurf und so weiter kompensieren.
00:48:59
Speaker
Also dass all das einmal einen gesunden Raum bekommt, wo das nicht abgewertet wird, wo das nicht missbräuchlich eingesetzt wird, also wo das wirklich da sein darf, sich ausdrücken darf, um danach wirklich Frieden zu finden.
00:49:13
Speaker
Und dann ist auch der Erwachsene,
00:49:15
Speaker
also wir als Erwachsene in der Lage, erwachsen mit unseren Eltern in Kontakt zu gehen und auch mal Weihnachten zu sagen, ey, das ist eine schöne Idee, dass ihr jetzt gleich spazieren geht.
00:49:24
Speaker
Ich möchte gerade nicht spazieren gehen, weil ich bin ja eine erwachsene Frau.
00:49:27
Speaker
Es ist ja nichts dabei, dann gehe ich halt nicht mit spazieren.
00:49:29
Speaker
Wir können auch noch in drei Wochen spazieren gehen, wenn wir dann Lust darauf haben.
00:49:33
Speaker
Aber das ist für viele schon schwer umsetzbar, weil sie eben noch in diesen kindlichen Mustern sind.
00:49:38
Speaker
Und dafür braucht es eben diese Räume, wo das auch von außen mal gespiegelt wird, weil wir eben häufig in diesen Mustern so sehr
00:49:45
Speaker
ja, damit identifiziert sind, dass wir gar nicht mehr mitbekommen, wie sehr wir in diesem Thawning eben drin sind, also in diesem People-Bleasing oder in der Anpassung, in der Beschwichtigung.
00:49:57
Speaker
Genau, das wollte ich dazu noch einmal sagen, dass nicht nur, dass ich mache alles, um Harmonie zu bewahren, sondern auch, ich mache alles, um die bloß nicht an mich ranzulassen und
00:50:07
Speaker
Ich würde eh niemals Weihnachten zu denen fahren, weil das sind eh beides voll die Idioten.
00:50:12
Speaker
Ist eigentlich genau das gleiche Muster, nur mit der unterschiedlichen emotionalen Aufladung.
00:50:15
Speaker
Deswegen war mir das als Beispiel auch nochmal wichtig, dass die Personen davon natürlich ebenfalls betroffen sind.
00:50:22
Speaker
Ja, absolut.
00:50:23
Speaker
Wir haben ja immer diese, ich sage mal auf der einen Seite die Idealisierung oder die Entwertung und beides sind extreme Abwehrmechanismen und irgendwo in der Mitte liegt die Harmonie, wie immer.
00:50:37
Speaker
Und die persönliche Mitte darf auch jeder für sich finden.
00:50:40
Speaker
Natürlich, wenn die Familie...
00:50:43
Speaker
einfach sehr ungesunde Dynamiken hat und wir spüren einfach, das tut mir nicht gut, da auch klar zu sagen, wie häufig macht es Sinn, macht es überhaupt Sinn, aber eher aus so einer Haltung von, was tut mir gut und nicht, muss ich da jetzt jemandem eins auswischen oder es einem recht machen, also da einfach zu gucken, wo ist die eigene individuelle Mitte und zu reflektieren, bin ich in der Idealisierung oder in der Entwertung
00:51:12
Speaker
ist da noch was unausgedrückt geblieben, was einfach mal Raum bekommen darf.

Abschließende Gedanken und Wünsche

00:51:17
Speaker
Und gerade wenn wir eben unter emotionalem Essverhalten leiden, ist die Chance sehr hoch, dass da eben was unausgedrückt geblieben ist und dass das Raum bekommen muss, damit wir auch Frieden mit unserem Körper und unserem Essverhalten schließen können.
00:51:33
Speaker
Ist ganz klar.
00:51:34
Speaker
Deswegen vereinbar dir sehr gerne einen Termin für ein kostenloses Vorgespräch.
00:51:39
Speaker
Wir führen da immer zwei von, um wirklich zu schauen, dass das auch der richtige Weg für dich ist.
00:51:43
Speaker
Und dann schauen wir eben gemeinsam, wie wir an dieser Thematik arbeiten können, damit du da einfach Leichtigkeit erfahren kannst und dass alles nicht mehr so ein Kampf ist.
00:51:54
Speaker
Und dann kannst du deine persönliche Mitte finden, ohne dass das mit dem Essverhalten kompensiert werden muss.
00:52:01
Speaker
Sehr,

Fragen und Antworten

00:52:02
Speaker
sehr schön.
00:52:02
Speaker
Also, dann würde ich sagen, wir wünschen frohe Weihnachten.
00:52:08
Speaker
Falls du uns bis dahin nicht mehr hörst, auch einen guten Rutsch.
00:52:12
Speaker
Und schön, dass du hier bist.
00:52:15
Speaker
Und wir freuen uns natürlich auch, dich im nächsten Jahr wieder hier begleiten zu dürfen.
00:52:20
Speaker
Und ja, deswegen in diesem Sinne, mach's gut und bis zur nächsten Podcast-Folge.
00:52:25
Speaker
Bis zum nächsten Mal.
00:52:26
Speaker
Ciao.
00:52:26
Speaker
Tschüss.