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#71 - Deshalb wirst du dich immer dick fühlen. image

#71 - Deshalb wirst du dich immer dick fühlen.

S1 E71 · Chainless Woman
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383 Plays1 month ago

Du blickst auf alte Fotos und denkst: Damals war ich doch eigentlich schlank.
Und trotzdem hast du dich schon damals nicht richtig gefühlt?

In dieser Folge sprechen wir darüber, warum das Gefühl, „zu dick“ zu sein, oft nichts mit der Zahl auf der Waage zu tun hat. Du erfährst, weshalb Diäten, Kontrolle und Disziplin das eigentliche Problem nicht lösen und was es wirklich braucht, um emotionales Essen zu stoppen, Heißhunger zu stoppen und dich in deinem Körper endlich sicherer zu fühlen.

Kennst du das? Du schaust alte Bilder von dir an und denkst: Warum war ich damals so unzufrieden mit mir? Obwohl du heute sehen kannst, dass dein Körper damals gar nicht das Problem war. Genau darüber sprechen wir in dieser Podcastfolge.

Wir tauchen tief in die Emotionales Essen Psychologie und Essverhalten Psychologie ein und zeigen dir, warum das Gefühl, zu dick zu sein, häufig viel älter ist als die Zahl auf der Waage. Oft beginnt es schon in der Kindheit: mit Scham, Schuld, Anpassung, dem Gefühl, falsch zu sein oder zu viel zu sein. Daraus entstehen Schutzmuster, die später zu emotionalem Essen, restriktivem Essverhalten, Heißhunger und dem ewigen Pendeln zwischen Kontrolle und Kontrollverlust führen.

Du erfährst in dieser Folge, warum reines Kalorienzählen und Diäten selten helfen, emotionales Essen zu stoppen oder Heißhunger zu stoppen, und weshalb nachhaltige Veränderung nur möglich wird, wenn du beginnst, dein Nervensystem zu verstehen und zu regulieren. Denn um emotionales Essen zu lösen, braucht es mehr als Disziplin: Es braucht Sicherheit im Körper, innere Regulation und die Bereitschaft, an die wahren Ursachen zu gehen.

Diese Folge ist für dich, wenn du gesund abnehmen möchtest, ohne Kampf gegen dich selbst. Wenn du Stress-Essen stoppen, intuitives Essverhalten lernen und die emotionales Essen Ursachen lösen willst. Und wenn du spürst, dass es Zeit ist, nicht länger nur Symptome zu bekämpfen, sondern wirklich frei zu werden.

🕊️ Du möchtest wissen, wie du es endlich schaffst für immer den Teufelskreis mit emotionalem Essen und Abnehmversuchen zu verlassen?

Auf unserer Webseite findest du alle Infos zum Chainless Woman Coaching und die Möglichkeit für ein kostenloses Analyse-Gespräch: www.natascha-wilms.com

💌 Teile gerne deine Gedanken zu dieser Folge und deine Themenwünsche mit uns:

Instagram: Chainless Woman

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Transcript

Nostalgie und Selbstbild

00:00:00
Speaker
Wenn du dir alte Bilder von dir anschaust, dann ist dir vielleicht auch schon aufgefallen, dass du so zurückblickst und dir so denkst, ach, wäre ich so wie damals, dann wäre ich zufrieden.
00:00:10
Speaker
Aber wenn du dich dann daran erinnerst, wie du dich damals gefühlt hast, hast du dich damals halt auch schon dick gefühlt oder nicht richtig gefühlt.
00:00:18
Speaker
Das ist eine Situation, die sehr, sehr viele Frauen mit uns teilen.
00:00:22
Speaker
Viele erinnern sich auch, dass sie schon als Kind das Gefühl hatten, zu dick zu sein.
00:00:27
Speaker
Und wenn sie sich dann Kinderbilder von sich angucken, häufig dann auch denken, wie kam das zustande, dass dieses Kind, also ich gedacht habe, ich wäre zu dick, weil es ist offensichtlich nicht wirklich ein Problem gewesen.
00:00:39
Speaker
Ja, es ist ein ganz, ganz wichtiges Thema, dass wir da hinschauen, weil wir immer wieder merken, dass dieses Gefühl, dick zu sein, häufig ganz unabhängig von der Zahl auf der Waage stattfindet und sich zumindest unbewusst nicht wirklich ändert, nur weil man abnimmt.

Einführung in den Chainless Woman Podcast

00:00:54
Speaker
Und ja, glaube ich, ein ganz, ganz wichtiges Thema, da mal hinzuschauen, denn wenn wir das nicht tun und wir nehmen ab,
00:01:00
Speaker
und unser Innerstes kommt nicht mit, dann landen wir ganz häufig wieder da, wo unser Körpergefühl mit unserer Optik dann irgendwie zusammenpasst.
00:01:09
Speaker
Deswegen, ja, schön, dass du da bist zu dieser Podcast-Folge.
00:01:12
Speaker
Lass uns da mal tiefer reintauchen.
00:01:17
Speaker
Hallo und herzlich willkommen zum Chainless Woman Podcast.
00:01:20
Speaker
Mein Name ist Natascha Wilms und seit über zehn Jahren begleite ich Frauen, die unter emotionalem Essen und ständigen Abnehmen versuchen, leiden.
00:01:28
Speaker
Und in diesem Podcast möchten Lena und ich dir so viel wie möglich mitgeben, damit du aus diesem Teufelskreis rauskommst.
00:01:35
Speaker
Also herzlich willkommen und schön, Lena, dass du wieder mit dabei bist.
00:01:40
Speaker
Ich bin Lena und ich arbeite jetzt seit
00:01:42
Speaker
Inzwischen ungefähr seit über fünf bis sieben Jahren, ich weiß es nicht mehr ganz genau, Vollzeit als Coach und habe mich in den Jahren insbesondere mehr auf die Wechselwirkungen von Körper und Psyche spezialisiert, weil ich einfach immer wieder gemerkt habe, wie sehr körperliche Symptome und auch innerliche Prozesse zusammenhängen.
00:02:00
Speaker
Und beim emotionalen Essen ist das natürlich genau das Gleiche.
00:02:02
Speaker
Und deswegen freue ich mich, dass wir jetzt seit fast zwei Jahren, ja, auf jeden Fall, schon ein bisschen länger, glaube ich, jetzt inzwischen zusammen auch in Chained a Swomen Frauen begleiten, dieses Thema auch zu lösen.

Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und Realität bei Gewicht

00:02:18
Speaker
Ja, und über das Thema, was wir heute sprechen, da bin ich drüber gestolpert, als ich mich selber damit weiter auseinandergesetzt habe mit dem Thema.
00:02:27
Speaker
Und da gab es einen ganz passenden Satz, der gesagt hat, dass man spricht gerne von den sogenannten dünnen Dicken.
00:02:35
Speaker
Das bedeutet, es geht vor allen Dingen um die Frauen, die erstens über bestimmte kontrollierte Abnehmversuche es geschafft haben.
00:02:42
Speaker
einen schlankeren Körper zumindest optisch zu erzeugen und sich trotzdem nie wirklich wohlgefühlt haben.
00:02:48
Speaker
Oder auf der anderen Seite, wie du schon auch in der Einführung gesagt hast, wir immer wieder Frauen erleben und immer wieder Frauenstimmen hören, die sagen, wenn ich so zurückgucke auf alte Fotos, dann denke ich mir,
00:02:59
Speaker
Damals war ich eigentlich richtig schlank, aber wenn ich mich zurückerinnere, habe ich mich damals auch schon viel zu dick gefühlt.
00:03:05
Speaker
Und wir gucken heute einmal danach, was liegt da eigentlich hinter, welche Muster hängen damit zusammen, dass das eine nicht zwangsläufig mit dem anderen zusammenpasst und warum es nicht reicht, einfach nur über Kontrolle abzunehmen.

Emotionale Ursachen von Diätversagen

00:03:20
Speaker
sondern warum auch innere Prozesse folgen müssen, damit es dann wirklich ein freies Leben und Essverhalten werden kann.
00:03:26
Speaker
Ja, also ich glaube, vielleicht hat das jeder schon mal irgendwie gehört, der Körper folgt
00:03:33
Speaker
Unseren Gedanken oder Energie geht dahin, wo wir unseren Fokus, unsere Aufmerksamkeit drauflegen.
00:03:40
Speaker
Und so ist es dann natürlich häufig so.
00:03:42
Speaker
Es gibt natürlich unterschiedliche Ausprägungen davon.
00:03:46
Speaker
Aber es ist tatsächlich häufig so, und das hatte ich heute auch in einem Vorgespräch für unser Coaching-Programm,
00:03:55
Speaker
dass dieser dauerhafte Glaube daran, zu dick zu sein, obwohl man das noch nicht isst, häufig zu Maßnahmen führt, wie zum Beispiel Diäten, die letztendlich dazu führen, dass der Stoffwechsel und das Nervensystem
00:04:12
Speaker
Und die Zellen so in Alarmbereitschaft geraten, dass man tatsächlich irgendwann zunimmt.
00:04:17
Speaker
Und man dann auch darin sehr häufig, wie wir irgendwie dann unbewusst selbst produzieren, was wir innerlich glauben.
00:04:30
Speaker
Und wie dann der Körper im Außen unsere Innenwelt spiegelt.
00:04:37
Speaker
Dann nach ein paar Jahren.
00:04:39
Speaker
Und ja,
00:04:42
Speaker
Ich habe das ja selber am eigenen Leib auch erlebt.

Persönliche Geschichten über Diäten

00:04:45
Speaker
Ich habe ja auch verschiedene Gewichtsklassen und Kleidergrößen durch.
00:04:50
Speaker
Und ja, kann halt sagen, wenn man so einigermaßen rein spürt,
00:05:01
Speaker
und sich nicht nur auf das Gefühl konzentriert, was vielleicht das Spiegelbild auslöst oder die Zahl auf der Waage, wenn man sich so denkt, ja okay, ich habe jetzt 50 Kilo erreicht, das war immer mein Ziel und damit kann ich mich jetzt besser fühlen.
00:05:13
Speaker
Und man spürt da doch ein bisschen tiefer hin, dann ist es halt immer noch Thema, auch wenn das Gewicht vielleicht dann mal das Ideal erreicht hat, was man sich so gesetzt hat.
00:05:24
Speaker
Und vor allen Dingen kann ich aus eigener Erfahrung sagen, die Methoden,
00:05:28
Speaker
die zumindest ich damals genutzt habe, haben dazu geführt, dass ich am Ende in Burnout-Zustände kam, in Hormonverschiebungen kam, in Heißungattacken kam und auch in emotionale Zustände kam, in denen ich dann emotional gegessen habe, dass das halt nicht haltbar war und dass das halt automatisch dazu geführt hat, dass ich auch über den Ursprung hinaus wieder zugenommen habe.
00:05:53
Speaker
Das kennen wir ja dann auch als Jojo-Effekt.
00:05:56
Speaker
Und das ist halt das Spannende, weil die Grundlage davon, also das, was das Verhalten beeinflusst hat, was überhaupt zu diesem Endergebnis geführt hat, war dieses Grundgefühl von, ich bin zu dick oder ich bin zu viel oder ich bin falsch oder mein Körper ist nicht richtig.

Gesellschaftlicher Druck und negative Selbstbilder

00:06:11
Speaker
Da steckt ja ganz viel drin.
00:06:13
Speaker
Wenn man auf emotionale Ebene schaut, also dieses, ich bin zu dick, ist ja erstmal ein Gedanke, aber da liegt ja eine Emotion drunter.
00:06:20
Speaker
Und dieses Gefühl,
00:06:23
Speaker
sich für sich schämen zu müssen, sich schuldig zu fühlen, zu viel zu sein auf der einen Seite mit zum Beispiel seinen Bedürfnissen oder seinen Emotionen und
00:06:36
Speaker
Ja, ich finde das ganz, ganz spannend, wenn man genauer dahin guckt, wie sich das dann auf der Körperoberfläche tatsächlich reproduziert, dieses Gefühl.
00:06:45
Speaker
Dass man die Scham dann am Ende des Tages auch in dem Sinne auf der Körperoberfläche sieht, die die ganze Zeit schon unser Verhalten beeinflusst und zu, ja, zum Beispiel heimlichem Essen führt oder, ja, dann auch sehr aggressiven Methoden gegen sich selbst mit Crash-Diäten.
00:07:02
Speaker
Ja.
00:07:04
Speaker
Ja, ist ein ganz, ganz spannendes und wichtiges Thema.
00:07:07
Speaker
Wir müssen da hinschauen, denn viele Frauen glauben halt immer noch, und auch das habe ich heute im Gespräch wieder gehört, sogar Ernährungsmediziner setzen dann ihre Patienten auf 1000 Kalorien.
00:07:23
Speaker
Und dann muss man zweimal die Woche zum Wiegen hingehen, um sich da kontrollieren zu lassen und nimmt dann in kürzester Zeit 12 Kilo ab.
00:07:32
Speaker
Aber dann halt auch wieder zu, weil
00:07:35
Speaker
Es ist halt innerlich nichts passiert.
00:07:37
Speaker
Es hat sich innerlich nichts verändert.
00:07:38
Speaker
Im Gegenteil, es hat eigentlich eher dazu geführt, dass man noch mehr Scham und noch mehr Schuldgefühle aufbaut.
00:07:47
Speaker
Ja, und ja auch eine maximale Unterdrückung.
00:07:49
Speaker
Weil ich meine, das ist ja auch kein Nährstoffbereich, den ein Körper überhaupt langfristig aufrechterhalten kann.
00:07:56
Speaker
Also wenn man jetzt sagen würde, man würde das gut begleiten und eine Kalorienzahl haben, die langfristig auch
00:08:03
Speaker
möglich ist und auch gut versorgend ist, dann würde dieser Effekt ja auch gar nicht so eintreten.
00:08:08
Speaker
Aber auf 1000 Kalorien zu reduzieren und dann in kürzester Zeit 12 Kilo zu verlieren, dass das kein langfristiges Ergebnis sein kann, ist ja eigentlich auch klar.
00:08:17
Speaker
Wie soll das funktionieren, wenn man plötzlich die Kalorienanzahl wieder verdoppeln muss, weil der Körper das eben braucht?
00:08:22
Speaker
Ja, aber das ist dir klar und das ist mir klar.
00:08:24
Speaker
Und das Problem ist ja, dass es zu viele Angebote da draußen gibt.

Fehlerhafte Diätmethoden und emotionale Muster

00:08:28
Speaker
Und ich meine, was sollst du denn noch machen, als halt einfach zu denken, ja gut, dann gehe ich halt zu einer Ärztin oder zu einer Herbpraktikerin oder zu einer Ernährungswissenschaftlerin oder was auch immer.
00:08:39
Speaker
Und dann sind das eigentlich dieselben Methoden, die du ja bei dir selber auch anwendest, nur dass halt dann noch jemand neben dir steht und ich sage mal,
00:08:48
Speaker
du das vielleicht kurzfristig besser schaffst, weil die Scham dazu versagen, wenn du auf der Waage stehst und dir vorstellst, also es steht jetzt die Ärztin daneben und sieht, du hast zugenommen statt abgenommen, die versuchst du natürlich mit aller Kraft zu vermeiden und schaffst es dann vielleicht auch, das durchzuziehen.
00:09:04
Speaker
Aber wie gesagt, es verhärtet das Muster ja am Ende des Tages nur noch.
00:09:08
Speaker
Das war ja auch der Grund, warum ich aus der klassischen
00:09:10
Speaker
wenn man Ernährungsberatung und Personal Training Sache ausgestiegen bin, weil ich irgendwann einfach gemerkt habe, ja okay, weil ich daneben stehe, dann helfe ich ihr, sie sich zu kontrollieren und sich zu unterdrücken, um dieses Ziel zu erreichen und währenddessen klappt das auch, aber hinterher ist eigentlich alles noch schlimmer, weil sie wieder eine Erfahrung gemacht hat, dass sie es nicht geschafft hat, dass sie zu schwach war, obwohl das ja nicht die Wahrheit ist.
00:09:37
Speaker
Die Wahrheit ist, dass diese Methoden
00:09:39
Speaker
halt einfach nicht dazu führen, dass sich dieses Muster innerlich verändert.
00:09:43
Speaker
Und deswegen machen wir diese Podcast-Folge hier heute.
00:09:47
Speaker
Aber ich möchte auch, dass das wirklich jedem klar wird, der jetzt hier gerade zuhört.
00:09:51
Speaker
Du kannst versuchen, dein Essverhalten zu kontrollieren und dein Bewegungsverhalten zu kontrollieren.
00:09:56
Speaker
Du kannst versuchen, das zu unterdrücken, was die Ursache für diese Thematik ist.
00:10:00
Speaker
Kannst du versuchen.
00:10:01
Speaker
Wirst du vielleicht auch bis zu einem gewissen Punkt kommen.
00:10:04
Speaker
Aber wenn das Innen nicht...
00:10:08
Speaker
in Ordnung findet, sage ich mal, dann wird das uns wieder einholen.
00:10:14
Speaker
Und diese Erfahrung haben ja auch viele gemacht.
00:10:17
Speaker
Man kann ja gar nicht mal, also keine einzige Frau, die zu uns kommt, mit der ich hier auch Vorgespräche führe, könnte man vorwerfen, dass sie nicht genug getan hat oder nicht genug versucht hat.
00:10:28
Speaker
Aber es waren halt immer diese Methoden, die eigentlich Teil des Musters sind und nicht wirklich die Lösung für dieses Muster.
00:10:36
Speaker
Ja, weil wir auch auf eine Art den Expertenstatus falsch fokussieren.
00:10:42
Speaker
Also es gibt halt so eine Verherrlichung von diesen erstens einfachen Lösungen, in Anführungsstrichen, zweitens auch medizinischen und auch Ernährungsberatungsstellen und so weiter, weil natürlich gehen wir erstmal davon aus,
00:10:56
Speaker
dass die, die sich Experten nennen, auch Experten sind.
00:10:59
Speaker
Und der eigentliche Experte, nämlich der Körper, der sagt eigentlich schon relativ schnell, dass das nicht funktionieren kann.
00:11:06
Speaker
Also der sendet sehr starke Signale, dass das nicht zu den Bedürfnissen passt, die der Körper gerade braucht.
00:11:12
Speaker
Nur wenn du dann zum Arzt gehst, wenn du dann in die Zeitschrift schaust, wenn du dann auf Social Media gehst, und die erzählen ja auch alle das Gleiche, von Fitnessinfluencer zu...

Körperliche und emotionale Widerstände gegen Diäten

00:11:23
Speaker
Und das Bild der Frau oder was auch immer, diese Zeitungsartikel von der Werbung zu den Ärzten, zu den Ernährungsberatern, zu den Physios und so weiter und die erzählen ja alle ja gut, das liegt ja auch daran, dass du zu viel isst und was weiß ich nicht, warst zu viel Süßes und kauft das einfach nicht mehr, also...
00:11:43
Speaker
Im Prinzip gibt es ja dieses Gefühl von ich gegen alle.
00:11:47
Speaker
Mein Körper gegen alle, weil der macht einfach nicht, was er soll und ich kriege es nicht hin.
00:11:52
Speaker
Und wenn das alle so sagen und alle so denken und für alle so klar ist, warum schaffe ich das dann nicht?
00:11:58
Speaker
So, und dann ist natürlich die nachvollziehbare Folge, okay, dann muss ich so einem Experten eben trauen und dann muss ich mich eben so lange regulieren und so lange, oder regulieren wäre ja eigentlich ganz gut, aber so lange kontrollieren,
00:12:14
Speaker
bis ich das hinkriege, was die mir sagen und dann wird es schon gut sein.
00:12:18
Speaker
Und dann kommt ja noch das, ich sag mal, fast perfide dazu, dann gibt es häufig ja sogar den Moment des Erfolgs.
00:12:25
Speaker
Wow, es ist wirklich ein Kilo weniger.
00:12:28
Speaker
Zwei Kilo?
00:12:29
Speaker
Ich hab's jetzt geschafft, in drei Wochen zwölf Kilo abzunehmen.
00:12:31
Speaker
Krass, das hab ich da vor Jahren nicht geschafft.
00:12:34
Speaker
Dann muss ja was da dran sein, dass das gut ist.
00:12:37
Speaker
1000 Kalorien zu nehmen, zweimal die Woche auf die Waage zu gehen, jeden Tag alles zu tracken.
00:12:42
Speaker
Das heißt, es gibt ja noch den Bestätigungseffekt, dass das scheinbar zu funktionieren scheint, was mir verkauft wurde.
00:12:49
Speaker
Dann kommt wieder der eigentliche Experte, nämlich der Körper, der sagt, hör mal, das funktioniert nicht, ich habe viel zu wenig, ich kann das gar nicht verwerten und wie soll ich denn so ein Energielevel aufrechterhalten, wie soll ich die Organe versorgen, wie soll ich auch teilweise in Schwangerschaften noch ein weiteres Lebewesen versorgen,
00:13:05
Speaker
diese Rechnung geht nicht auf.
00:13:07
Speaker
Und dann gibt es die Gegenbewegung vom Körper, der deutlich signalisiert, ich habe hier viel zu wenig und ich habe nur Stress.
00:13:13
Speaker
Und dann kommt das Schuld- und Schamgefühl von, es hat ja geklappt.
00:13:17
Speaker
Es hat ja sogar funktioniert.
00:13:19
Speaker
Das heißt, es kann nicht daran liegen, was die mir gesagt haben, weil es hat ja funktioniert.
00:13:23
Speaker
Aber ich scheitere trotzdem.
00:13:24
Speaker
Ich fühle mich trotzdem scheiße.
00:13:26
Speaker
Ich esse trotzdem wieder.
00:13:27
Speaker
Das bedeutet, es gibt so gesehen wieder eine Verantwortungs- und auch Schuldverschiebung, um
00:13:33
Speaker
Und das erhöht so gesehen das Muster, was eh schon dazu geführt hat, dass Essen mal als Regulationstechnik gelernt wurde.
00:13:39
Speaker
Und das ist ja der Teufelskreis, mit dem wir jeden Tag
00:13:42
Speaker
wenn wir mit Frauen arbeiten, in Kontakt kommen.
00:13:44
Speaker
Und diese Verletzungen wieder zu lösen und auch diesen inneren Prägungswechsel, den wir über Jahre von Kindheit, über soziale Medien, über Schule, über Mobbing, über was auch immer gelernt haben, den wieder zu regulieren, das ist ja auch wirklich ein anstrengender und häufig mit sehr viel Schmerz versehener Weg.
00:14:04
Speaker
Und wir erleben es ja leider auch einfach jeden Tag, was das Real in Menschen macht und
00:14:09
Speaker
Wenn wir dann in die Fitness-Influencer-Industrie gucken und ich nenne jetzt keinen Namen, aber dann mitbekommen, wie über Jahre Frauen mit bestimmten Techniken begleitet wurden, in Anführungsstrichen, um abzunehmen und dann kommt zehn Jahre später raus, dass es von vorne herein eine Essstörung gab oder essstörungsfördernde Methoden angewandt werden, ja, das muss der Körper erstmal auch wieder regulieren und ausgleichen können und
00:14:36
Speaker
Ja, das ist wirklich einfach echt ein Leidensweg für viele.

Kindheitserfahrungen und Autoritätswahrnehmung

00:14:39
Speaker
Ja, deswegen schauen wir uns mal an, was da eigentlich drunter liegt.
00:14:43
Speaker
Bevor wir das tun, noch ein Gedanke, der mir dazu kam, weil es ist halt auch immer für mich wieder brutal festzustellen, wenn ich doch mal irgendwo...
00:14:52
Speaker
unter einem Post, wo es um Kaloriendefizit geht oder sowas poste, mit was für einer Vehemenz da teilweise dann auf meinen Kommentar geantwortet wird, von wegen, um abzunehmen, braucht man eine negative Energiebilanz und nichts von alledem, was du sagst, spricht gegen ein Kaloriendefizit.
00:15:15
Speaker
Auch von Betroffenen?
00:15:17
Speaker
Ja.
00:15:18
Speaker
Nein, also teilweise halt dann von Ernährungsexperten und von Accounts, die sich mit Abnehmen beschäftigen.
00:15:26
Speaker
Und das ist halt so, also da wird so drauf bestanden.
00:15:30
Speaker
Und ich sage mal, es ist ja ein kleiner Teil der Wahrheit.
00:15:34
Speaker
Es ist ein kleiner Teil der Wahrheit, dass wenn wir abnehmen wollen, dass wir ein Stück weit eine negative Energiebilanz brauchen.
00:15:44
Speaker
Das ist ja nicht gelogen.
00:15:47
Speaker
Aber es ist ein ganz, ganz kleiner Teil der Wahrheit.
00:15:50
Speaker
Und es ist eben, wenn ich schon nur noch 1500 Kalorien esse und nicht abnehme...
00:16:00
Speaker
eine Verwirrung und Verirrung zu glauben, ja, dann muss ich halt noch mal 300 Kalorien weniger essen, weil ich habe ja anscheinend dann noch nicht eine negative Energiebilanz erreicht.
00:16:12
Speaker
Das ist nur die Hälfte der Wahrheit und darauf zahlen aber diese ganzen Methoden ein.
00:16:17
Speaker
Und wie du sagst, das perfide ist wirklich, du hast dann kurzzeitig dieses Ergebnis und das Allerspannendste ist ja,
00:16:24
Speaker
es fällt ja auch nicht auf die Anbieter zurück, sondern es fällt aufgrund der Selbstwertthematik, die ursprünglich mal Ursache für dieses Problem war, ja immer wieder auf die Betroffene zurück.
00:16:40
Speaker
Die Betroffenen sagen ja nicht, die Ärztin hat mich auf 1000 Kalorien gesetzt und das ist auf jeden Fall scheiße gewesen.
00:16:50
Speaker
Da muss erst jemand kommen wie uns, der uns darüber aufklärt, damit die Idee reifen kann, das war vielleicht doch nicht so eine gute Herangehensweise.
00:16:57
Speaker
Sondern die sagen ja, das hat gut funktioniert bei minus 12 Kilo, aber dann...
00:17:05
Speaker
habe ich halt was falsch gemacht.
00:17:07
Speaker
Ich war schlecht und deswegen bin ich wieder zurückgerutscht.
00:17:10
Speaker
Die Methode hat ja funktioniert.
00:17:13
Speaker
Ja, genau.
00:17:15
Speaker
Das ist halt das Verrückte, weil es zeigt, es bringt eigentlich zum Ausdruck, wie sehr betroffene Frauen daran glauben, dass sie falsch sind.
00:17:26
Speaker
Ja, und es gibt aber auf der anderen Seite eben, und das ist das schöne Wechselspiel, was ja auch, wenn man sich dann die Psychodynamik anguckt, schon früher erlebt wurde.
00:17:35
Speaker
Es gibt auf der einen Seite die Selbstwertthematik und auch die Abhängigkeit auf Seiten der Betroffenen.
00:17:44
Speaker
Und auf der anderen Seite den starken Autoritäts- und Götterstatus in Anführungsstrichen.
00:17:49
Speaker
Und das erinnert ja an die Eltern-Kind-Dynamik.
00:17:53
Speaker
Das heißt, das, was Mama und Papa gesagt haben, ist unfehlbar.
00:17:56
Speaker
Und wenn irgendwas nicht gut lief, dann muss das

Oberflächliche Diätlösungen versagen

00:18:01
Speaker
an mir liegen.
00:18:01
Speaker
Das ist ja auch schon ein kindliches Muster.
00:18:04
Speaker
Und dann auf der anderen Seite aber eben auch, das, was Mama und Papa sagen, das muss stimmen, weil die sind ja die Götter.
00:18:12
Speaker
Das ist bei Kindern erstmal so.
00:18:14
Speaker
Alleine aufgrund des Fähigkeitsstatus, wenn wir ganz klein zur Welt kommen, sind wir maximal abhängig.
00:18:19
Speaker
Wir werden ja als Menschen auch in einem sehr, sehr extrem frühen Entwicklungsstadium schon auf die Welt gebracht.
00:18:25
Speaker
Das bedeutet, da sind wir ja noch maximal abhängig.
00:18:27
Speaker
Und im Verhältnis zu dem, was wir als winzig kleines Wesen können, sind unsere Eltern auch gottgleich, weil was die alles können, die können reden, die können gehen, die können auf Toilette gehen, die können eigentlich alles machen.
00:18:39
Speaker
Da öffnet sich eine ganz neue Welt und dieses Thema verschiebt sich dann eben auch in diesem Kontext, in diesem Thema auf diese Ebene,
00:18:47
Speaker
mit Experten, mit Ärzten, mit Coaches, mit Therapeuten, mit Wissenschaftlern, mit was auch immer.
00:18:53
Speaker
Es verschiebt sich in gewisser Weise.
00:18:56
Speaker
Und das andere ist halt, dass einerseits eben diese Selbstwertthematik sich reinszeniert, auf der anderen Seite...
00:19:04
Speaker
Aber auch durch diese Vehemenz von das stimmt nicht alles, was du sagst, widerspricht dem nicht.
00:19:08
Speaker
Also dieses starke Beharren auf die eigene Unfehlbarkeit ist für mich auch Ausdruck der absoluten Vermeidung.
00:19:15
Speaker
Weil wenn ich mir eingestehen müsste, das alleine reicht nicht aus, dann müsste ich auf eine Ebene, die ich mit diesem Ansatz extrem gut vermeiden kann.
00:19:23
Speaker
Das heißt, ich muss nicht zu Emotionen, ich muss nicht zu kindlichen Prägungen, ich muss nicht in Tiefen reintauchen, die vielleicht unbequem sind, wo ich auch einen Raum gut halten müsste, also wo ich Kontakt gut können muss, also im Kontakt mit der Betroffenen.
00:19:40
Speaker
Das kann ich dadurch vermeiden, wenn ich einfach sage, hier ist dein Plan, das sind deine Kalorien, du kommst zweimal die Woche zum Wagenhäsen.
00:19:46
Speaker
Und wenn das nicht klappt, genau, halt dich dran.
00:19:48
Speaker
Und wenn das nicht klappt, dann müssen wir gucken, dass wir die Kalorien nochmal verändern.
00:19:52
Speaker
Aber wir können damit Emotionen, ich nenne es mal Trauma oder auch traumatische Erfahrungen, Bindung, Kontakt, können wir alles ausklammern.
00:20:00
Speaker
Das brauchen wir alles nicht, weil du musst einfach nur anders essen.
00:20:03
Speaker
Super.
00:20:04
Speaker
Und ich kann trotzdem mich in der Sicherheit wiegen, an mir kann es nicht liegen, weil zwölf Kilo hast du abgenommen, das war dein Ziel.
00:20:10
Speaker
Der Rest liegt jetzt bei dir, tschüss.
00:20:13
Speaker
Ja, also es ist eine Redenzunierung auf beiden Seiten, würde

Emotionale Durchbrüche und Regulierung

00:20:15
Speaker
ich sagen.
00:20:15
Speaker
Absolut, das ist so ein Schlüssellochprinzip.
00:20:18
Speaker
Das befüttert sich gegenseitig.
00:20:21
Speaker
Und genau deswegen, das, was ich eben auch, ich wiederhole das einfach mal, weil dieses Gespräch eben gerade perfekt auch zu diesem Thema heute passt.
00:20:32
Speaker
Das, was ich eben auch im Vorgespräch zu einer
00:20:37
Speaker
jetzt Kundin gesagt habe, ist genau dieses Gefühl, dieses Gefühl, was du versuchst zu vermeiden, dieses Gefühl, nicht richtig zu sein, das ist eigentlich unsere Eingangstür.
00:20:58
Speaker
das Gefühl, wo wir die ganze Zeit versuchen, dran vorbeizukommen, drumrum zu kommen, mit irgendwelchen Ablenkungsstrategien, Diätplänen und so weiter, nicht in dieses Gefühl von Ohnmacht, Hilflosigkeit und falsch zu sein, was sich häufig in diesem Gefühl zu dick zu sein ausdrückt.
00:21:21
Speaker
Das ist eigentlich das Gefühl, wo wir als Coaches in unserer Arbeit hier
00:21:30
Speaker
wie so ein inneres Kitzeln, also so ein, ah, da ist die Tür.
00:21:35
Speaker
Okay, wenn dieses Gefühl auftaucht, da müssen wir durchgehen.
00:21:38
Speaker
Und wenn wir durch diese Tür gehen, dann kommen wir in Kontakt mit etwas, und zwar mit dem, was eigentlich ursächlich für dieses verschobene Körpergefühl ist.
00:21:51
Speaker
Und auch am Ende des Tages dann für das emotionale Essen, beziehungsweise dieses Pendeln zwischen
00:21:59
Speaker
Diät versuchen und dann dem überkompensieren mit emotionalem Essen und Heißhunger.
00:22:05
Speaker
Und ich hatte da mit ihr auch eben eine kleine Übung gemacht, weil dann kam natürlich sofort wieder dieses...
00:22:13
Speaker
das schaffst du eh nicht.
00:22:14
Speaker
Dieser Gedanke, diese Peitsche, hat sie es beschrieben von hinten.
00:22:19
Speaker
Es kommt so ein Fünktchen Hoffnung auf, das könnte funktionieren.
00:22:22
Speaker
Dann kommt von hinten sofort die Peitsche mit dem Satz, das schaffst du eh nicht.
00:22:25
Speaker
Haha, du wirst schon sehen, du schaffst es eh nicht.
00:22:28
Speaker
Und wir sind da einmal kurz reingegangen, nicht so tief, weil wir das natürlich dann im Raum, in einem sicheren, traumasensiblen Raum dann auch machen.
00:22:36
Speaker
Ja.
00:22:39
Speaker
Und es hat sich herausgestellt, dass dieses, du schaffst es eh nicht...
00:22:44
Speaker
Und dieses Gehässige da drin einfach nur ein Versuch ist, weil dieser Teil nicht will, dass sie es schafft.
00:22:52
Speaker
Weil sie hat sich ja dieses Schutzmuster gebaut, um etwas nicht fühlen zu müssen.
00:22:59
Speaker
Und dann sind wir da mal rein und sie war auch sehr offen, sie hat sich da auch führen lassen, was immer schön ist in so einem Vorgespräch.
00:23:05
Speaker
Ein tolles Zeichen dafür, dass da auch ein
00:23:08
Speaker
dieser Bereitschaft, innerliche Bereitschaft da ist, da hinzuschauen.
00:23:11
Speaker
Wir kamen ziemlich schnell an diesen Punkt, als ich sie dann fragte, was müsstest du fühlen, wenn dieses Thema nicht mehr präsent in deinem Leben wäre.
00:23:21
Speaker
Und zwar nicht aus dem Kopf geantwortet, weil der Kopf würde jetzt sagen, ja, dann wäre ich leicht, dann wäre ich frei, dann hätte ich mein Ziel erreicht.
00:23:28
Speaker
Nein, durch verschiedene Techniken, die wir dann nutzen, kommen wir wirklich an den Teil daran, der da gerade vielleicht auch ein bisschen von profitiert, dass die Situation so ist, wie sie ist.
00:23:40
Speaker
Und alles, was dann passierte, war, dass sie anfing zu weinen.
00:23:45
Speaker
Und dann eine ganz, ganz tiefe Trauer hochkam.
00:23:48
Speaker
Und in dem Moment konnte sie begreifend,
00:23:51
Speaker
dass dieses, haha, du schaffst das eh nicht...
00:23:55
Speaker
einfach nur ein Versuch ist, sie nicht durch diese Tür gehen zu lassen, dieses Gefühl zu fühlen, was dahinter liegt, nämlich die unverarbeitete Trauern.
00:24:03
Speaker
Wenn man jetzt noch tiefer gehen würde, ist da wahrscheinlich noch mehr.
00:24:07
Speaker
Und das Spannende war, sie hat sofort einen Druckrelease gehabt.
00:24:12
Speaker
Also sie hat sofort gemerkt, okay, ich bin jetzt durch diese Tür gegangen, ich habe jetzt mal diesen Satz, du schaffst es eh nicht, nicht geklaut, sondern ich habe mich mal führen lassen von jemandem, der mich darin sicher halten kann.
00:24:23
Speaker
das konnte sich kurz entladen und danach hat sie sofort gesagt, so jetzt ist dieser Gedanke gar nicht mehr da, jetzt fühle ich gerade, dass es alles gar nicht so dramatisch ist und dass ich diesen Weg gehen kann.
00:24:35
Speaker
Und das ist halt spannend, weil du siehst halt, wie groß diese Illusion im System ist, dass das was ganz Gefährliches ist und dass wir deswegen unbedingt an diesem Muster festhalten müssen.
00:24:45
Speaker
Und wenn man dann aber mit einer sicheren Führung mal durch die Tür gegangen ist,
00:24:50
Speaker
Und am eigenen Leibe spürt, dass es sofort einen Erleichterungseffekt gibt.
00:24:54
Speaker
Es löst natürlich nicht sofort das Thema auf, aber es ist sofort ein Spannungsabbau da, den sonst das Essen kurzzeitig generiert.
00:25:04
Speaker
dann ist es eigentlich fast schon logisch zu erkennen, ja, natürlich kann ich diese Entwicklungsschritte gehen.
00:25:12
Speaker
Aber da brauchst du halt diese Ko-Regulation und das Erkennen, dass das nicht die Wahrheit ist.
00:25:17
Speaker
Dass dieser Satz, haha, du schaffst es eh nicht, nicht die Wahrheit ist, sondern dass unser System das nutzt, um uns davon abzuhalten, durch diese Tür zu gehen.
00:25:29
Speaker
Ja, und nicht, weil es so heimtückig ist, wie dieser Satz ja erstmal klingen würde, sondern, das hast du gerade eben ja auch gesagt, aber ich will es nochmal betonen, weil es mal ein Schutzmechanismus war.
00:25:40
Speaker
Und das erklärt eben auch so gut, warum diese Ansätze, die rein über die Ernährungspläne und was weiß ich gehen, selbst wenn wir mal davon ausgehen würden, es wären Ernährungspläne, die
00:25:52
Speaker
zumindest, also die das abdecken, was der Körper braucht.
00:25:55
Speaker
Also wir würden jetzt mal nicht von 1000 Kalorien sprechen, sondern wir würden wirklich einen bedarfsgerechten, nährstoffgerechten Plan haben, der Ernährungsebene wirklich abdecken würde.

Emotionale Schutzmechanismen und Gewicht

00:26:05
Speaker
Dann wäre es immer noch nicht ganzheitlich,
00:26:08
Speaker
Weil dieses Problem ist erstmal ja nicht rein ein körperliches Problem, das sieht man ja alleine daran, wie emotional das Thema aufgeladen ist.
00:26:15
Speaker
Also wenn ich mir jetzt den Fuß breche und ich kann dann halt nicht gut auftreten, dann habe ich halt erstmal ein körperliches Problem, weil ich kann halt nicht auftreten, weil mein Fuß halt so wehtut.
00:26:27
Speaker
Und wenn ich jetzt aber zusätzlich noch die ganze Zeit anfange, oh Gott, wie sehe ich denn aus, was sollen denn die anderen denken und was weiß ich nicht was, da hängt dann plötzlich ganz viel dran, dann ist es nicht mehr nur der Bruch, an dem ich da rumdoktern sollte, sondern dann geht es ja auch darum, was löst denn eigentlich dieses Symptom in mir aus, auf welche Emotionen, auf welche Gedanken, die ich denn...
00:26:46
Speaker
in Bezug auf mich habe und vielleicht schon immer hatte, macht mich dieses Symptom denn gerade aufmerksam?
00:26:52
Speaker
Womit bringt mich das denn in Kontakt?
00:26:53
Speaker
Was will ich denn auf keinen Fall fühlen?
00:26:56
Speaker
Was muss ich denn wieder dann dämpfen oder betäuben oder runterschlucken?
00:27:00
Speaker
Und damit kommen wir dem eigentlichen Thema immer näher.
00:27:03
Speaker
Und das ist auch das, was wir heute mit dem Podcast bewirken wollen.
00:27:07
Speaker
Wir möchten verständlich machen und dadurch auch vielleicht ein bisschen Sicherheit schenken, nicht diesen schnellen, einfachen, schnell erfolgversprechenden, aber langfristig nicht einhaltbaren Erfolgen nicht so schnell aufzusitzen, die wir gerade in dieser Fitnessindustrie, sage ich mal, oder in der Ernährungsindustrie haben, weil dieses Muster,
00:27:28
Speaker
Wenn sich das nicht löst, wird der Körper wieder in eine Gegenbewegung gehen.
00:27:32
Speaker
Und das ist eigentlich relativ logisch, wenn man es aus psychologischer Sicht sieht.
00:27:38
Speaker
Wenn wir davon ausgehen, dass der Körper deswegen diese Fülle baut, in Anführungsstrichen, also Fülle an Fett, Fülle an Gewicht und so weiter,
00:27:47
Speaker
weil innerlich emotional eine Schutzstrategie herhalten musste, weil innerlich was geschützt werden musste, weil was nicht gefühlt werden durfte, weil da quälende Emotionen und Gedanken sind, teilweise schon von der Kindheit an, dann ist dieses Muster von Übergewicht, von viel Gewicht und so weiter ein Schutzpanzer.
00:28:07
Speaker
Wenn wir den jetzt über strikte Kontrolle, Disziplin, Ernährungspläne und so weiter abbauen, dann baut sich zwar körperlich erstmal diese Hülle ab, aber
00:28:16
Speaker
Aber das ist für dieses innere Muster eine reale Gefahr.
00:28:20
Speaker
Weil wenn diese Hülle in Form von Körpergewicht mal Schutz war und den bauen wir ab, dann kommt die Gefahr immer näher.
00:28:27
Speaker
Das bedeutet, ich brauche langfristig immer mehr Kontrolle, immer mehr Disziplin, immer mehr Restriktionen, also Unterdrückung von Impulsen, um das irgendwie aufrechtzuerhalten.
00:28:38
Speaker
Das ist wie so ein Kräftekampf von der einen Seite,
00:28:42
Speaker
Wo der Schutzwall immer kleiner wird, das kann man sich vorstellen wie beim Hochwasser oder bei starken Regenfällen und du hättest einen Damm und das Wasser wird immer mehr, das heißt der innere Druck wird immer mehr, aber wir bauen den Damm immer mehr zurück.
00:28:58
Speaker
Da würde jeder sagen, das ist nicht so intelligent, weil der Wasserdruck, der ist ja extrem hoch.
00:29:02
Speaker
Das heißt, wir müssten eigentlich diesen Damm, diesen Wall wieder aufbauen.
00:29:07
Speaker
Und genauso reagiert dann auch der Körper.
00:29:08
Speaker
Das bedeutet, das Wasser wäre in dem Moment die ganzen emotionalen Prägungen...
00:29:13
Speaker
... das, was unterdrückt wird,...... das, was durch den Damm oder durch den Wall geschützt wird,...... nämlich durch das Körperfett oder durch das Übergewicht.
00:29:21
Speaker
Und wenn wir das abbauen, ohne den inneren Druck auch abzubauen,...... dann wird es innerlich immer unangenehmer,...... dann ist es immer wahrscheinlicher,...... dass der Körper über andere Symptome symptomatisiert...... oder als Gegenbewegung umso mehr Körpergewicht aufbaut,...... weil es einfach nur befürchtet,...... ach du Scheiße, wenn ich das jetzt fühlen muss,...... dann falle ich in diese Ohnmacht,...... die ich damals schon erlebt habe, zurück...
00:29:42
Speaker
Und das kann ich nicht aushalten und deswegen muss ich das jetzt möglichst schnell wieder aufbauen.
00:29:47
Speaker
Und deswegen erleben wir eben auch bei ganz vielen Frauen, die es geschafft haben, abzunehmen durch bestimmte Diätpläne, dass

Illusion einer neuen Identität durch Gewichtsverlust

00:29:55
Speaker
sie sich erstens trotzdem zu dick fühlen, weil ihre Gedanken und Emotionsmuster immer noch die einer in Anführungsstrichen dicken sind, so nennen sie es ja selber.
00:30:06
Speaker
Und zweitens...
00:30:07
Speaker
weil sich die Essmuster und die emotionalen Prägungen nicht mitgelöst haben.
00:30:12
Speaker
Das bedeutet im Prinzip, bin ich die gleiche, in Anführungsstrichen, dicke Frau, nur jetzt eben in einem schlanken Körper.
00:30:20
Speaker
Und das kann ich nur darüber aufrechterhalten, dass ich mich über Kontrolle, Restriktion, Disziplin immer wieder selbst unterdrücke, weil diese inneren Impulse immer noch die gleichen sind wie die von der Frau, die ich als dicke Frau zum Beispiel angehe.
00:30:36
Speaker
selber benannt hätte.
00:30:37
Speaker
Also wenn wir Frauen dann haben, die sagt, ich bin dick gewesen und ich war voll fett und so weiter.
00:30:42
Speaker
Also dann sind sie schlank, aber sie haben immer noch die gleichen Muster wie die Frau, die sie selber als fett oder dick bezeichnet haben.
00:30:49
Speaker
Und deswegen wird keine Freiheit möglich und keine Lösung, sondern erstmal eine Verschiebung, ja, vielleicht auch erstmal eine Abnahme, aber definitiv keine Freiheit,
00:30:59
Speaker
Kein gesundes Verhältnis zum Körper, keine Selbstannahme.
00:31:03
Speaker
Das kann nicht die logische Folge aus einem Ansatz sein, der das eigentliche Muster von Selbstverachtung, von Unterdrückung weitergeführt hat.
00:31:12
Speaker
Ja, absolut.
00:31:13
Speaker
Und vor allen Dingen müssen wir einfach erkennen, dass oberflächlich gesehen und auch auf der bewussten Ebene will jede einzelne Frau, die sich jetzt hier auch damit beschäftigt und zuhört, will diese Freiheit, will diese Leichtigkeit.
00:31:28
Speaker
Aber das sagte ich vorhin auch im Gespräch, weil da war es relativ offensichtlich.
00:31:32
Speaker
Mama hatte auch schon das Problem mit dem Übergewicht und da war früh auch schon klar, ich will nicht werden wie Mama, zumindest was das Thema angeht.
00:31:40
Speaker
Bei manchen ist das nicht so offensichtlich, aber auch die Mutter oder der Vater haben schon etwas zurückgehalten und das durfte nicht ausgesprochen ausgedrückt werden.
00:31:50
Speaker
Es musste zurückgehalten werden und
00:31:52
Speaker
Und wir lernen dann als Kinder, um da dazuzugehören, muss ich das auch zurückhalten.
00:31:58
Speaker
Das heißt, selbst wenn ich diese Leichtigkeit und Lebendigkeit will, und die erreiche ich nur, wenn ich das ausdrücke, was ich die ganze Zeit zurückhalte, weil wie soll ich denn Leichtigkeit erfahren, wenn ich die ganze Zeit alles Mögliche an Lebensenergie
00:32:11
Speaker
zurückhalte und sozusagen in mir behalte.
00:32:15
Speaker
Alleine wenn ich das schon sage, hört sich das irgendwie schwer und nach Kampf an.
00:32:21
Speaker
Das heißt, ich will diese Leichtigkeit, aber ein Teil in mir hat Angst vor dieser Leichtigkeit, weil er gelernt hat, ich gehöre nur dazu.
00:32:31
Speaker
oder ich werde nur geliebt, wenn ich das, was Mama und Papa oder auch das restliche Umfeld zurückhalten, auch zurückhalte.
00:32:39
Speaker
Und das ist im Übrigen nicht nur bezogen auf Mama und Papa, sondern wir müssen uns dann nur angucken in unserem Umfeld.
00:32:46
Speaker
Wir sind als Frauen identifiziert, das heißt, wir orientieren uns häufig dann auch an anderen Frauen.
00:32:51
Speaker
Männer halten auch viel zurück, aber wenn wir dann eben auch auf das kollektive Bild von Weiblichkeit gucken oder von einer guten Frau,
00:32:59
Speaker
dann ist das kollektive Bild auch eher die Frau, die sich zurückhält, die Wut nicht ausdrückt, die nicht laut wird.
00:33:07
Speaker
Das heißt, das geht vom Familiensystem dann auch weiter in das Gesellschaftssystem.
00:33:13
Speaker
Und das heißt, wir müssen erst mal verstehen, ich will diese Freiheit, aber es ist auch ein Teil in mir, der sich gerade noch nicht sicher damit fühlt.
00:33:25
Speaker
Und
00:33:27
Speaker
um dahin zu kommen, kann ich nicht an der Angst vorbei.

Wahre emotionale Freiheit und Kontrollmethoden

00:33:32
Speaker
Das ist der Punkt.
00:33:34
Speaker
Diese ganzen Methoden, die sich mit einem anderen beschäftigen, nur nicht mit den Emotionen, sind Angstvermeidungsmethoden.
00:33:41
Speaker
Es sind Emotionsvermeidungsmethoden.
00:33:45
Speaker
Und das heißt, tatsächlich ist es am Ende so, dass
00:33:50
Speaker
Um das Thema lösen zu können, muss ich eine Grundbasis schaffen im Umgang mit meinen Emotionen und in der Regulationsfähigkeit und Nervensystemkapazität, die ich habe.
00:34:01
Speaker
Ich muss lernen, meine Ängste zu regulieren und meine Emotionen zu regulieren und auszudrücken.
00:34:08
Speaker
Wenn ich das nicht lerne,
00:34:10
Speaker
dann werde ich nicht in diese Freiheit kommen.
00:34:13
Speaker
Egal, was ich versuche, ich werde niemals langfristig in diese Freiheit kommen, weil ich ja immer wieder das zurückhalte, was ich gelernt habe, was ich zurückhalten muss, um geliebt zu werden und dazu zu gehören.
00:34:25
Speaker
Und das ist halt einfach der Punkt, wenn wir da mal den Mut haben, hinzuschauen und zu erkennen, okay, es gibt einen Teil in mir und das hat nichts mit Schulz zu tun, sondern es ist ein Schutzmechanismus, der Leichtigkeit gerade gar nicht zulassen kann.
00:34:41
Speaker
der Freiheit gerade gar nicht zulassen kann, weil mir etwas Entscheidendes fehlt, nämlich die Fähigkeit, die Angst, die Schuld, die Schamgefühle zu regulieren, wenn ich mir erlaube, aus diesem System auszubrechen, es anders zu machen und wenn ich mir erlaube, wirklich in diese Freiheit zu gehen.
00:35:03
Speaker
Ja, und das ist ja auch interessant, weil eigentlich, wenn man sich so die Dynamiken anguckt von Freiheit und Leichtigkeit, dann wird auch eigentlich relativ schnell klar, dass diese Ansätze der absolute Gegenspieler dazu sind.
00:35:16
Speaker
Also es ist sehr paradox zu glauben und das ist kein Froh, weil es wird uns ja genauso auch immer wieder erzählt.
00:35:24
Speaker
Aber mit Druck, Disziplin und Kontrolle,
00:35:28
Speaker
zu Leichtigkeit und Freiheit zu führen, ist in sich schon widersprüchlich, weil es von der Energie komplett entgegengesetzt ist.
00:35:35
Speaker
Wenn man sich eine Achse vorstellt, wo der Pol von Freiheit steht, dann ist Kontrolle auf der komplett entgegengesetzten Seite.
00:35:47
Speaker
Und das ist ja auch genau das, das ist ja genau die Achse, auf der die Frauen auch diese Entgleisungen erleben.
00:35:53
Speaker
Es ist entweder der eine Pol, entweder ich kontrolliere mich komplett, ich bin diszipliniert
00:35:58
Speaker
Ich ziehe durch, ich mache das, was ich soll, ich halte mich an Pläne, ich tracke, ich kriege das in den Griff, in Anführungsstrichen, ich kriege das unter Kontrolle.
00:36:09
Speaker
Das ist ja alles schon Ausdruck genau dieser Thematik.
00:36:12
Speaker
Und dann wechselt das in den Gegenpol, weil ein Extrem führt immer zum anderen Extrem.
00:36:17
Speaker
Das heißt, das ist genauso wie bei einem Pendel.
00:36:19
Speaker
Wenn man den Pendel in die eine Seite komplett ins Extrem spannt,
00:36:23
Speaker
Sagen wir mal, das wäre das Extrem der Kontrolle.
00:36:26
Speaker
Und wir lassen das Pendel los, titscht das automatisch in das Gegenextrem.
00:36:31
Speaker
Und das Gegenextrem ist dann, wenn man, jetzt habe ich eben gesagt Freiheit und Leichtigkeit, aber wenn man mal auf die Achse von Kontrolle schauen würde, dann wäre auf der Gegenseite sowas wie Genuss, Leichtigkeit, von mir aus auch Intuition oder was auch immer.
00:36:43
Speaker
Aber das ist eben auch eine Möglichkeit, das in der Schattenseite zu leben.
00:36:47
Speaker
Und das hören wir dann von den Frauen, wenn sie uns erzählen,
00:36:51
Speaker
Und dann habe ich das Gefühl gehabt, jetzt ist eh alles egal.
00:36:53
Speaker
Dann konnte ich die Kontrolle nicht mehr aufrechterhalten und dann setze ich mich abends aufs Sofa und dann esse ich eben doch wieder die Chips und dann esse ich doch die Schokolade und dann merke ich doch wieder, ich kann es einfach nicht mehr zurückhalten.
00:37:04
Speaker
Und dann kommen danach wieder die Schuld- und Schamgefühle.
00:37:07
Speaker
Die sagen dann, so, jetzt diesmal zieh es aber wirklich durch.
00:37:10
Speaker
Dann sehe ich das nächste Programm, was mir sagt, so schaffst du es diesmal wirklich.
00:37:14
Speaker
Ich bin sogar gar nicht emotionsvermeidend, weil wir machen auch noch was mit Affirmationen und mit ein, zwei geführten Hypnose, Audios.
00:37:22
Speaker
Und dann habe ich plötzlich das Gefühl, okay, cool, die gehen auch mal eine Ebene tiefer auf Emotionsebene.
00:37:27
Speaker
Und dann pendelt es trotzdem wieder in die Kontrolle.
00:37:29
Speaker
Und so titze ich das immer weiter hin und her.
00:37:32
Speaker
Und das, was es am meisten kostet, ist Kraft.
00:37:35
Speaker
Energie und Freiheit, weil das ist das Gegenteil von Freiheit und das, was durch Freiheit entsteht oder was die Voraussetzung für Freiheit ist, ist, dass das Nervensystem die Erfahrung macht, wie du es gerade so schön gesagt hast, dass dieser neue Zustand von Freiheit sicher ist.
00:37:55
Speaker
Unser System fühlt sich sicher mit dem, was wir gelernt haben.
00:37:58
Speaker
Das heißt, wenn ich gelernt habe, ich muss mich zurückhalten, die Emotionen soll ich nicht fühlen, dieses Gewicht darf ich nicht haben, so und so soll ich nicht aussehen, diese Glaubenssätze, die gehören zu mir oder was auch immer, so quälend die sein mögen.
00:38:13
Speaker
Es ist das Gewohnte, es fühlt sich an wie zu Hause, zu Hause muss nicht immer schön sein, aber es gibt uns auf eine Art Sicherheit.
00:38:20
Speaker
weil es bekannt ist.
00:38:22
Speaker
Und die meisten Nervensysteme haben keine Erfahrung mit wirklicher Freiheit gemacht.
00:38:25
Speaker
Unser ganzes System ist nicht auf Freiheit ausgelegt.
00:38:28
Speaker
Und immer wenn wir das eine System verlassen, wo eine Sicherheit drin war, auch wenn es uns gequält hat, und in ein neues System übergehen, was uns vielleicht wirklich Freiheit verspricht, wo Freiheit läge, treten wir immer über diese Schwelle von Angst, Erschütterung und auch Verlust, weil wir das Alte zurücklassen müssen.
00:38:47
Speaker
Das heißt, wir treten in Freiheit, aber erstmal auch in Leere, weil da ist alles möglich.
00:38:52
Speaker
Aber es fühlt sich auch erstmal haltlos an, weil ich habe keine Ahnung, wie ich mit der neu gewonnenen Freiheit denn jetzt eigentlich umgehen soll.
00:38:58
Speaker
Und mit der neuen Identität, wenn ich dann wirklich abgenommen habe, selbst wenn ich auch emotional abgenommen habe, ist es eine neue Identität, die ich erfahre.
00:39:07
Speaker
Wer bin ich denn plötzlich, wenn ich in den Spiegel schaue und mich nicht mehr die ganze Zeit verachte?
00:39:12
Speaker
Wie fühlt es sich denn plötzlich an, wenn Männer und Frauen mich auf der Straße anschauen und mir Komplimente machen beispielsweise?
00:39:20
Speaker
Wie fühlt sich das an, mich wieder in meinem Körper zu bewegen und wie fühlt es sich an, wenn Emotionen wieder fließen und manchmal auch überfordernd sind und ich erstmal lernen muss, die zu halten?
00:39:29
Speaker
Das sind ja neue Erfahrungsbereiche, die in diesen herkömmlichen Ansätzen gar nicht mitgenommen werden.
00:39:34
Speaker
Das
00:39:35
Speaker
keinen Identitätswechsel von der in Anführungsstrichen dicken Frau mit dickem Bauch zu der schlanken Frau mit dünnem

Unvollendete Glücksfantasien durch Gewichtsverlust

00:39:44
Speaker
Bauch.
00:39:44
Speaker
Es gibt dann vielleicht den körperlichen Wechsel, wenn ich mich lang genug kontrolliert habe, aber es gibt keinen verkörperten Identitätswechsel,
00:39:52
Speaker
Das bedeutet, ich bleibe in der Identität der, in Anführungsstrichen setze ich es immer wieder, weil mir das wichtig ist, das so zu betonen, dass das nicht unsere Wertungen sind, sondern die, die wir von den Frauen immer wieder hören.
00:40:03
Speaker
Wir bleiben in der Identität der dicken Frau, die sich verachtet, die sich selber hasst, die das Gefühl hat, zu dick zu sein, die sich nicht nach draußen traut, die plötzlich Dehnungsstreifen hat.
00:40:13
Speaker
Wenn sie abgenommen hat, dann sind die halt jetzt hässlich und zeigen, dass ich nicht dem Ideal entspreche.
00:40:18
Speaker
Und der Körper hat sich angepasst.
00:40:20
Speaker
Und das Schmerzlichste daran ist eigentlich, dass diese ganze Erlösungsfantasie von, wenn ich irgendwann abgenommen habe, wenn ich schlank bin, dann fühle ich mich gut, dann kann ich mich annehmen, dann bin ich glücklich, dann kann ich Sexualität zulassen, nicht da ist.
00:40:37
Speaker
Es ist nicht da.
00:40:37
Speaker
Und das heißt, wir fallen auf diese tiefe Einsamkeit, die tiefe Ohnmacht zurück, weil das, von dem wir immer glauben, dass uns das retten wird,
00:40:45
Speaker
hat nichts geändert.
00:40:46
Speaker
Und von außen sehen die Leute jetzt nicht mal mehr das Leid, sondern die sagen, ah wow, toll, du wolltest doch schon so lange abnehmen, das ist ja toll, dass das jetzt so geklappt hat und wow, jetzt passt du wieder in die Jeans, warum geht es dir denn jetzt nicht gut, jetzt hast du doch dein Ziel erreicht.
00:40:59
Speaker
Das bedeutet, der Leidensdruck, der innerlich ist, hat jetzt nicht mal mehr eine äußere Bühne, sondern wir fühlen uns noch mehr alleine und noch mehr schuldig, weil jetzt habe ich das schon erreicht und fühle mich trotzdem noch genauso scheiße wie vorher.
00:41:10
Speaker
Aber was würdest du Frauen sagen, das haben wir ja auch immer mal,
00:41:14
Speaker
die von sich behaupten, ja, als ich abgenommen habe, ging es mir auch besser.
00:41:20
Speaker
Dann habe ich mich auch wohler gefühlt.
00:41:22
Speaker
Also es ist schon so, wie ich abgenommen hatte und es geschafft habe, dass es mir damit besser ging.
00:41:28
Speaker
Was ich denen sagen würde.
00:41:30
Speaker
Oder was deine Erklärung dafür ist.
00:41:34
Speaker
Wenn die das zu uns sagen, dann ist das ja meistens, weil sie über dieses Thema mit uns in Kontakt treten.
00:41:40
Speaker
Sie haben ja anscheinend das Thema noch.
00:41:43
Speaker
Ja genau, das wäre jetzt auch meine Antwort auf die Frage.
00:41:46
Speaker
Also das wäre halt die Frage, in welchem Kontext sagt mir das jemand?
00:41:48
Speaker
Wenn jemand zu mir kommt, zum Beispiel jetzt in einem Feedbackgespräch, wir führen ja auch immer Feedbackgespräche und es ist ja durchaus auch eine Folge,
00:42:00
Speaker
Wenn der emotionale Körper in Anführungsstrichen an Fülle verliert im Sinne von diesem ganzen Leidensdruck, dann folgt der Körper ja auch.
00:42:09
Speaker
Und wenn die Frauen uns dann rückmelden, ich habe dann ja auch abgenommen und seitdem fühle ich mich besser, dann gibt es da erstmal eine Zustimmung.
00:42:17
Speaker
Oder wenn ich jemandem begegne, der lange damit gekämpft hat und mir erstmal sagt, mir geht es damit jetzt gerade besser, würde ich da nicht gegensprechen.
00:42:24
Speaker
Wenn das aber in diesem Kontext passiert, in dem wir auch arbeiten und dann kommen die zu uns, dann ist das in sich schon paradox, weil wenn es mir wirklich gut gehen würde, wenn ich mich wirklich wohlfühlen würde, dann würde ich nicht zu Janis Wum gehen.
00:42:40
Speaker
Also dann würde ich... Genau, dann würde mich das nicht mehr an...
00:42:46
Speaker
Trägern in Anführungsstrichen bzw.
00:42:48
Speaker
berühren, weil es die Berührungsfläche in mir ja nicht mehr gibt.
00:42:51
Speaker
Wenn ich mich aber weiter damit beschäftige und das weiter konsumiere, weil ich will jetzt auch auf jeden Fall dieses Gewicht halten, weil jetzt geht es mir ja besser.
00:43:01
Speaker
dann bin ich in genau dem gleichen Muster wie vorher auch.
00:43:04
Speaker
Dann muss ich mich jetzt kontrollieren, in der Hoffnung, dass Kontrolle zu der Erleichterung führt.
00:43:09
Speaker
Und erst mal ist es ja auch nachvollziehbar, dass wenn ich seit Jahren kämpfe, wenn ich mich seit Jahren unwohl fühle, wenn ich von fremden Blicken, von inneren Blicken immer wieder die Rückmeldung bekomme, so wie du bist, bist du zu dick, solltest du weniger essen, solltest du mehr so sein.
00:43:26
Speaker
Und diese Angriffsfläche, die bis jetzt eben diesen Leidensdruck Ausdruck verliehen hat,
00:43:31
Speaker
wird erst mal kleiner.
00:43:33
Speaker
Und plötzlich werden die äußeren Blicke, die äußeren Sätze freundlicher.
00:43:37
Speaker
Ah, das war jetzt auch wichtig, dass du mal abgenommen hast.
00:43:39
Speaker
Das freut mich, dass du das jetzt endlich geschafft hast, wo so viel Gewalt in diesen Worten steckt, dass man am liebsten explodieren würde.
00:43:47
Speaker
Zumindest wir, weil wir die Gewalt sehen.
00:43:50
Speaker
Für alle, die unter der Gewalt leiden und sie als normal erleben, ist das häufig nicht möglich.
00:43:57
Speaker
Klar.
00:43:58
Speaker
Nicht bewusst, aber unbewusst.
00:43:59
Speaker
Unbewusst passiert das ja trotzdem.
00:44:01
Speaker
Unbewusst gibt es das Gefühl, dass sich das auch explodieren möchte.
00:44:04
Speaker
Das ist ja genau das, was wir immer wieder sagen mit der Unterdrückung.
00:44:09
Speaker
Der kleine Teil oder der klare Teil, der sich denken würde, Alter, was geht dich das eigentlich an?
00:44:13
Speaker
Und übrigens genau häufig der Punkt, an dem es wieder kippt und die Frauen wieder anfangen zu essen.
00:44:19
Speaker
Das ist ja auch das, was wir häufig in den Coachings gespiegelt bekommen.
00:44:22
Speaker
Ich verstehe es gar nicht.
00:44:23
Speaker
Ich habe jetzt
00:44:24
Speaker
positives Feedback bekommen, ich habe das jetzt geschafft und so weiter und jetzt fange ich auf einmal wieder an zu essen.
00:44:31
Speaker
Ja, weil der Teil in dir, der sich dieses Schutzmuster gebaut hat, plötzlich gecheckt hat, oh, Moment mal, jetzt werde ich ja gar nicht mehr gesehen in meinem Leid oder jetzt werde ich
00:44:41
Speaker
Vielleicht komme ich wieder in diese Gewaltspirale rein.
00:44:44
Speaker
Jetzt werde ich wieder, weiß ich nicht, jetzt ist mein Autonomiebedürfnis wieder verletzt.
00:44:50
Speaker
Ich will ja eigentlich gar nicht dazugehören oder weiß ich nicht, was auch immer da drunter liegt.
00:44:54
Speaker
Ja genau, oder auch ein Punkt, nur ganz kurz, weil das auch immer wieder kommt in den...

Körperbild als Schutzbarriere

00:44:59
Speaker
in den Sessions mit den Frauen, was für viele auch sehr unbewusst ist, weil es ja ein sehr tabuisiertes Thema teilweise ist, aber häufig eben auch mit Körpergewicht und emotionalem Essen zusammenhängt, ist auch das sexuelle Thema.
00:45:10
Speaker
Weil häufig war ja auch das Körperfett ein Schutzwall für, ah, ich fühle mich so unwohl und deswegen möchte ich keinen Sex.
00:45:16
Speaker
Oder wenn man auf der Straße ist und plötzlich wieder die anziehenden oder die, was heißt anziehenden, sondern die anzüglichen, so ist das richtige Wort, Blicke vielleicht bekommen.
00:45:25
Speaker
Auf der Rennstelle, auf der reitenden Blicke oder so, ne?
00:45:29
Speaker
Also...
00:45:29
Speaker
Auch das, wobei das wiederum, also das wäre noch, finde ich, ein bisschen mehr dann auf der gegnerischen oder auf der anderen Seite.
00:45:36
Speaker
Aber manchmal reicht ja schon ein freundlicher Blick oder ein flirtender Blick, der erstmal gar nicht grenzüberschreitend sein muss.
00:45:43
Speaker
Aber wenn der eben auf eine tiefe Unsicherheit oder vielleicht auch auf eine tiefe Verletzung mit Sexualität oder wie du sagst, Grenzüberschreitung dann eben drückt, auch wenn es die gerade im Außen erstmal gar nicht geben muss,
00:45:56
Speaker
weil die gerade von außen gar nicht wirklich real da ist, dann kriegt dieser innere Teil mit, ach du scheiße, das, wovor ich mich geschützt habe, das ist jetzt wieder freigelegt und das passiert jetzt wieder, also gehe ich unbewusst natürlich wieder in die alte Schutzstrategie, weil da musste ich das nicht fühlen, da musste ich nicht fühlen, dass da vielleicht ein sexueller Schmerz ist oder ein Partnerschaftsthema oder so.
00:46:16
Speaker
Ein ganz anderer Grund, warum ich vielleicht gerade keine Sexualität möchte.
00:46:20
Speaker
Das heißt, da kriegen die Frauen unbewusst zumindest mit, wie sehr sie diesen Teil brauchten.
00:46:26
Speaker
Und dann kommt er wieder und dann kommt die ganze Spirale von vorne, weil dann kommen die äußeren Blicke wieder und die inneren, die sagen, jetzt hast du doch so abgenommen, was ist denn jetzt passiert?
00:46:35
Speaker
Also...
00:46:36
Speaker
Ach Mann, ja, ich weiß auch nicht, da wissen wir jetzt auch nicht mehr, wie wir dir helfen können.
00:46:39
Speaker
Also dann geht das ganze Muster wieder von vorne los und es ist einfach richtig schmerzhaft und erschütternd.
00:46:47
Speaker
Das sehen wir auch im Gewicht, das sehen wir aber auch in der Ausstrahlung, das sehen wir in der inneren Schwere der Frauen, die wir begleiten.
00:46:55
Speaker
Und diese kleine Hoffnung, die immer noch sagt, es muss doch einen Weg geben, die würde ich vielleicht sogar als geheime Weisheit bezeichnen, weil es gibt ja auch einen Weg.
00:47:06
Speaker
Aber immer wieder die gleichen Schleifen zu drehen und immer wieder zu glauben, dass diese Schleifen diesmal wirklich Erlösung bringen, das wird nicht funktionieren.
00:47:15
Speaker
Es kann einfach nicht greifen, wenn wir auf der falschen Ebene ansetzen.
00:47:19
Speaker
Es funktioniert einfach nicht.
00:47:22
Speaker
Das ist so, als hätte ich einen Fußbruch und ich versuche nur auf der emotionalen Ebene jetzt meinen Knochen wieder zu reparieren.

Ganzheitliche Ansätze für Gewichtsfragen

00:47:28
Speaker
Ich weiß, es gibt Geschichten, ich bin jetzt gar nicht so jemand, der so weit entfernt ist von Glauben an Quantenphysik und so weiter.
00:47:34
Speaker
Es gibt da ja auch immer wieder Wunderheilungen, aber um es einfach mal zu symbolisieren, es würde keiner sagen, wenn du einen Fußbruch hast,
00:47:43
Speaker
Okay, dann solltest du mal ins Emotionscoaching gehen.
00:47:45
Speaker
Man würde erst mal sagen, okay, geh vielleicht erst mal zum Osteopathen oder zum Arzt oder wie auch immer und guck mal, was ist mit dem Fuß los.
00:47:51
Speaker
Das heißt, man würde relativ klar sehen, das ist auf körperlicher Ebene, also setzen wir da vielleicht auch erst mal an.
00:47:56
Speaker
Wenn wir aber mit emotionalem Essen zu tun haben, dann ist es für die Menschen gar kein Thema zu sagen, okay, geh doch trotzdem mal zum Arzt, geh doch trotzdem auf Körperebene, geh doch trotzdem auf Ernährungsebene ausschließlich.
00:48:09
Speaker
Und den anderen Teil komplett wegzulassen.
00:48:11
Speaker
Also wir setzen dann auf der falschen, in Anführungsstrichen, oder zumindest unvollständigen Ebene an und hoffen, so ein komplexes Thema wie das einfach zu lösen, indem wir Kalorien tracken und plänen zu folgen.
00:48:24
Speaker
Und das Schlimmste ist ja, das wird uns ja auch so erzählt.
00:48:26
Speaker
Das ist ja kein in uns entstandener Glaube erstmal, sondern das ist ja das, was wir auch über Jahrzehnte und jeden Tag aufs Neue hören.
00:48:34
Speaker
Und dann sehen wir die Fitness-Influencer,
00:48:37
Speaker
die hintenrum selber die ganze Zeit tracken, selber teilweise Essstörungstendenzen haben.

Die Realität hinter Influencer-Lifestyles

00:48:43
Speaker
Aber bei denen klappt das ja auch, wenn die uns sagen, so jetzt zeige ich euch mal what I eat in a day und dann gibt es da ein Chia-Pudding mit Beeren und dann acht Stunden später nochmal irgendwie einen Streifen Lachs mit Avocado und das ist dann der ganze Tagesbedarf so gesehen.
00:48:59
Speaker
Und dann werden die immer schlanker und ich denke mir, ah ja, okay, also bei denen klappt das ja auch, aber ja.
00:49:05
Speaker
Das ist die Unvollständigkeit einfach.
00:49:07
Speaker
Ja, und ich kann halt auch aus ehemals Influencer-Sicht sagen, was du halt nicht siehst, ist, dass sich alles im Leben darum dreht.
00:49:22
Speaker
Ja, das stimmt, ja.
00:49:25
Speaker
Du kriegst ja bei jemandem, der Fitness-Influencer oder Ernährungs-Influencer ist, nicht mit, dass der sich ja eine komplette Identität darüber aufgebaut hat.
00:49:37
Speaker
Ja, gut.
00:49:39
Speaker
Also wenn ich mich an diese Zeiten zurückerinnere, das war halt...
00:49:44
Speaker
Und ich habe täglich, ja, ich musste ja nur einmal mein Sixpack in die Kamera halten und dann habe ich schon Nachrichten bekommen von, was muss ich machen, um auch so auszusehen und keine Ahnung, ja.
00:49:57
Speaker
Und der Punkt ist ja, was ja niemand gesehen hat, ist, ich bin nicht mehr feiern gegangen.
00:50:05
Speaker
Spontanes Essen mit meinem Mann war der Horror, weil, ja,
00:50:11
Speaker
Wurde teilweise gar nicht gemacht, weil das jetzt dann nicht mehr in meinen Tagesbedarf gepasst hätte.
00:50:15
Speaker
Oder wenn wir Essen geplant haben fürs Ende der Woche, dann habe ich schon Anfang der Woche erstmal geguckt, was esse ich denn dann überhaupt.
00:50:25
Speaker
Das heißt soziale Interaktion, mal eine spontane Freundin treffen und dann vielleicht doch zusammen mal ein Stück Kuchen machen.
00:50:33
Speaker
Essen, das habe ich mir dann nicht nur verkniffen, also im Sinne von, ich bin dann zwar mit der Freundin weg und habe dann halt keinen Kuchen gegessen und daneben dran gesessen, sondern ich bin halt dann irgendwann auch nicht mehr mit einer Freundin weg, weil ich nicht immer daneben dran sitzen wollte, um mir das zu verkneifen, ja.
00:50:50
Speaker
Das heißt, alles hat sich darum gedreht,
00:50:55
Speaker
Und das ist ja, wenn wir ehrlich sind, das Gegenteil von dem, was wir eigentlich erreichen wollen.
00:51:03
Speaker
Das ist ja auch das Verrückte daran, weil die meisten sich ja erhoffen, wenn ich das erreicht habe, dann geht es mir gut, dann fühle ich mich frei, dann kann ich mich entspannen, dann kann ich das Leben genießen.
00:51:13
Speaker
Aber der Punkt ist ja, um es zu erreichen, werden Methoden genutzt, die dafür sorgen, dass du immer mehr in die Isolation gehst,
00:51:22
Speaker
Und das hat halt alles andere, als was mit einem freien Leben zu tun.
00:51:27
Speaker
Und heute, weiß ich nicht, wenn meine Freundin schreibt, hast du jetzt spontan Bock, heute Nachmittag einen Kaffee trinken zu gehen oder irgendwie uns irgendwie im Park zu treffen und dann noch was essen zu gehen, ja, das ist halt ein No-Brainer.
00:51:42
Speaker
Ich weiß.
00:51:44
Speaker
Wenn ich jetzt nicht gerade einen Termin da drin liegen habe, da ist halt nicht, nee, Moment mal, ich muss jetzt erstmal nachrechnen, was ich heute schon gegessen habe.
00:51:52
Speaker
Und ja, vielleicht, aber nur, wenn wir zum Asiaten gehen, weil Reis und Hühnchen ist heute noch drin.
00:51:59
Speaker
Das ist halt, das tut so weh alleine, wenn ich das erzähle, weil das ist halt genau das Gegenteil von dem, was du ursprünglich eigentlich damit mal erreichen wolltest.
00:52:09
Speaker
Und das ist halt das, was sich hinter den Kulissen der allermeisten Fitness-Influencer, gerade auch große, abspielt.
00:52:17
Speaker
Generell Influencer haben häufig
00:52:20
Speaker
soziale Probleme.
00:52:22
Speaker
Nicht immer, aber häufig.
00:52:24
Speaker
Deswegen verlagern sie ihr Leben und den sozialen Kontakt auch in ihre Community, in ihre Follower-schaft.
00:52:30
Speaker
Wie gesagt, Ausnahmen bestätigen die Regel, aber viele, viele von denen, ich habe mich ja in den Kreisen dann auch ein bisschen aufgehalten, waren so im realen Leben überhaupt nicht in der Lage,
00:52:43
Speaker
konstante Freundschaften zu führen, das war so ein, ich komme vielleicht oder ich komme auch nicht oder ich antworte vielleicht oder ich antworte auch nicht oder ich, ne, also da war so, da konnte man, die sind nicht greifbar, weil sie sich verstecken hinter der Kamera, hinter einer Rolle, hinter einer Identität, die sie erschaffen, wie sie wollen, dass die Welt sie sieht und ich kann das aus eigener Erfahrung machen, ich habe das Ding auch schon durchgespielt und
00:53:10
Speaker
Das sehen wir aber nicht.
00:53:11
Speaker
Das sehen wir nicht, wenn wir die beobachten.
00:53:14
Speaker
Und es muss uns einfach klar sein, dass wir uns da, ich sag mal, influenzen lassen oder beraten lassen von Menschen, deren Leben wir eigentlich gar nicht haben wollen.
00:53:25
Speaker
Wir glauben nur, dass wir das haben wollen, weil es das nach außen hin natürlich so dargestellt wird.
00:53:31
Speaker
Und
00:53:33
Speaker
Das ist halt der Punkt, deswegen ich kann jedem nur raten, gerade bitte entfolge einfach den Profilen, die viel sich mit in dem Sinne der Ernährung selbst oder auch dem Fitness selbst beschäftigen, wenn du das wirklich für dich lösen willst.
00:53:55
Speaker
Ja, vor allem, weil das ja auch wieder was Besessenes hat.
00:53:58
Speaker
Also wenn ich mich damit die ganze Zeit nur beschäftige, ist es ja im Prinzip eine Verlagerung genau desgleichen Muster, weil die Frauen, die wir begleiten, beschäftigen sich auch die ganze Zeit mit Essen und Körper und Sport und Bewegung, nur halt dann in gewisser Weise auf einer anderen Ebene.
00:54:13
Speaker
Also kommt ja darauf an, wir begleiten ja sowohl Frauen, die...
00:54:18
Speaker
die auch teilweise ja auch sehr schlank sind, aber eben genau dieses Thema haben, von dem wir sprechen, dass sie trotzdem ständig das Gefühl haben, zu dick zu sein oder schon wissen, dass sie nicht zu dick sind, aber trotzdem sich den ganzen Tag jeder Gedanke ums Essen dreht.

Gesunde Beziehung zu Essen und Körper fördern

00:54:32
Speaker
Und auf der anderen Seite eben aber auch Frauen, die mit Übergewicht kämpfen oder mit einem, ich nenne es mal mittleren Gewicht,
00:54:41
Speaker
Und trotzdem genau das gleiche Muster haben.
00:54:43
Speaker
Also es verlagert sich halt einfach nur und es hat halt einfach nichts damit zu tun, wie du schon sagst, wie Genuss sich halt anfühlen kann.
00:54:51
Speaker
Und dass es einfach ganz normal ist,
00:54:54
Speaker
Im Leben zu essen, auch dem Körper Gutes zu geben, auch mal einen Kaffee zu trinken mit einem Stück Kuchen, ohne direkt Angst zu haben, dass der Körper davon schwer krank oder sehr dick wird.
00:55:06
Speaker
Also, dass da einfach wieder mehr Gefühl für den Körper auch stattfinden kann.
00:55:11
Speaker
Und das ist ja auch das, was wir uns wünschen.
00:55:13
Speaker
Wir wollen ja nicht weiterhin Frauen, die ihren Körper die ganze Zeit kontrollieren müssen, ihren Körper befeinden, die irgendwelche komischen Saftdiäten machen, damit sie dann danach nochmal ein, zweimal was anderes essen können, bevor sie dann in die nächste Diät-Spirale gehen.
00:55:30
Speaker
Das sehen wir viel zu viel und jeden Tag.
00:55:33
Speaker
Und es braucht eben ein bisschen Mut dafür,
00:55:37
Speaker
einen anderen Weg zu gehen, weil auch da kommen Scham- und Schuldgefühle, weil das alte System auch hier eine gewisse Form der Sicherheit und Kontrolle gegeben hat, weil es die Illusion erzeugt, wenn ich das so mache, wie die, die mir das sagen, dann funktioniert das.
00:55:52
Speaker
Und das habe ich jahrelang geglaubt.
00:55:55
Speaker
Wenn ich jetzt einsehen muss, dass das nicht funktionieren kann oder dass das nicht funktionieren wird langfristig,
00:56:01
Speaker
dann habe ich erstmal gar nichts mehr, weil das, was mir Sicherheit versprochen hat, das bricht jetzt weg.
00:56:06
Speaker
Und ob das neue wirklich Sicherheit bringt und Erfolg, in Anführungsstrichen, das weiß ich noch gar nicht.
00:56:11
Speaker
Das heißt, auch hier ist diese Schwelle, diese Enge, in der ich zwischen der Entscheidung stehe, okay, falle ich einfach wieder zurück und sage, okay, nee, das kann nicht stimmen, ich mache es trotzdem nochmal so und diesmal ziehe ich es durch.
00:56:25
Speaker
Oder halte ich diesen kurzen Moment der Angst aus?
00:56:28
Speaker
Und das ist sehr unangenehm.
00:56:30
Speaker
Oder kann sehr unangenehm sein, wo ich spüre, okay...
00:56:33
Speaker
Mein eigener Körper erzählt mir, dass das nicht stimmen kann, was ich da gelernt und gemacht habe.
00:56:38
Speaker
Und ich brauche noch Zeit, das Vertrauen zu entwickeln oder den Kontakt einzugehen.
00:56:43
Speaker
Jetzt zum Beispiel, wenn du mit uns in ein Analysegespräch gehst, das Vertrauen aufzubauen, dass das Neue für mich wirklich auch wirksam sein kann.
00:56:52
Speaker
Und dieser Zwischenraum, der kann unangenehm sein, aber ist auch ein Wachstumsfeld.

Ermutigung zu neuen Wegen der Heilung

00:56:57
Speaker
Also wenn du jetzt selber schon merkst von, ja, irgendwie...
00:57:00
Speaker
Irgendwie stimmt das ja auch.
00:57:01
Speaker
Ich habe das auch schon öfter infrage gestellt oder ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass ich da sehr unemotional behandelt wurde oder ich habe das auch schon erlebt, dass ich abgenommen habe und danach wieder zugenommen habe oder ich fühle mich jetzt trotz dessen, dass ich vielleicht schlanker bin, trotzdem dick oder damals, als ich schlanker war, fühle ich mich trotzdem nicht gut.
00:57:19
Speaker
Dann ist es wirklich eine Einladung, einen neuen Weg zu gehen und einen neuen Weg eine Chance zu geben und ja.
00:57:27
Speaker
Ja, absolut.
00:57:28
Speaker
Also ich sage immer auch zu den Frauen im Gespräch, habe ich letztens, glaube ich, auch in der Story, auch wenn es Hilflosigkeit und Ohnmachtsgefühle auslöst, zu spüren, dass das, was du bisher versucht hast, nicht mehr funktioniert und dass du dich keinen einen Tag mehr motivieren kannst, es durchzuziehen, ist genau das eigentlich,
00:57:55
Speaker
der wichtigste Ruf deiner Seele und der wichtigste Schutz deines Systems, weil es sagt, so nicht mehr.
00:58:05
Speaker
Und das ist eigentlich ein Geschenk, auch wenn es sich super unangenehm anfühlt, denn du könntest das auch noch die nächsten 10, 20, 30, 40 Jahre weitermachen und dann irgendwann mit 60, 70, 80 feststellen, dass du dein ganzes Leben in dieser Spirale festgehauen hast.
00:58:21
Speaker
Das heißt,
00:58:22
Speaker
Wenn du spürst, Mitte 20, Ende 20, Mitte 30, Ende 30, wann auch immer du das jetzt gerade hörst, ist es zu diesem Zeitpunkt ein Geschenk.
00:58:34
Speaker
Und versuche es als Geschenk zu betrachten, dass deine Seele dir ganz klar signalisiert, diesen Weg gehen wir nicht mehr.
00:58:46
Speaker
Es muss ein anderer Weg sein.
00:58:48
Speaker
Dafür brauchen wir diese Entwirkung.
00:58:50
Speaker
Täuschung, ja, das Ende der Täuschung.
00:58:54
Speaker
Und ja, wir laden da einfach herzlich ein.
00:58:58
Speaker
Wir machen hier einen neuen Weg auf.
00:59:02
Speaker
Möchten dir die Tür dazu zeigen.
00:59:05
Speaker
dir einfach mal ein kostenloses Analysegespräch zu vereinbaren.
00:59:09
Speaker
Da muss noch keine Entscheidung getroffen werden, sondern wir sprechen einfach ganz offen, ohne Druck im ersten Gespräch mal darüber, wie es dir gerade geht, was deine Geschichte dazu ist.
00:59:20
Speaker
Können dir schon einfach auch
00:59:21
Speaker
einen Einblick dazu geben, weshalb das bisher einfach nicht funktioniert hat, wo da die Lücken waren und können einfach erstmal schauen, ob das überhaupt in Frage für dich kommt, den Weg gemeinsam zu gehen und dann würde sowieso noch ein zweites kostenloses Vorgespräch stattfinden, bevor du überhaupt eine Entscheidung für dich treffen musst.
00:59:42
Speaker
Also es kann nicht viel passieren, außer dass du schlauer bist und dass du
00:59:49
Speaker
vielleicht endlich sehen kannst, dass es einen anderen Weg für dich gibt.
00:59:52
Speaker
Und den Link dazu, den findest du unten in den Shownotes.
00:59:55
Speaker
Wie gesagt, einfach draufklicken.
00:59:57
Speaker
Ich weiß, das ist schon häufig ein Prozess und löst auch gewisse Unsicherheiten und Ängste aus, sich damit zu zeigen und zu eröffnen.
01:00:04
Speaker
Aber du kannst das.
01:00:06
Speaker
Und du willst das aus, sonst würdest du nicht zuhören hier.
01:00:10
Speaker
Und es ist nur die Frage, welcher Teil in dir kriegt weiter die Macht, die Angst oder doch die Hoffnung.
01:00:20
Speaker
Und deswegen ist es schön, wenn wir einfach mal persönlich miteinander sprechen.
01:00:24
Speaker
Wie gesagt, Link in den Shownotes.
01:00:27
Speaker
Und ich würde sagen, vielen, vielen Dank, dass du wieder mit dabei warst und dir die Zeit für dich genommen hast, mit uns genommen hast, um in dieses Thema tiefer reinzutauchen.
01:00:35
Speaker
Für dich hast du jetzt einfach ein bisschen eine bessere Erklärung dafür, warum dieses Gefühl sich immer wieder reproduziert oder auch schon so früh da war und was die Lösung wirklich sein kann, um hier rauszukommen, nachhaltig.
01:00:52
Speaker
Also danke dir, Lina.
01:00:55
Speaker
Ja, sehr gerne.
01:00:55
Speaker
Bis dann.
01:00:55
Speaker
Ciao.
01:00:56
Speaker
Tschüss.