Transcript
Speaker: Hallo und herzlich willkommen, wie schön, dass ihr euch Zeit genommen habt für Allesbuchmarkt Folge Nummer 4.
Speaker: Wir hoffen, ihr seid gut ins neue Jahr gestartet mit vielen schönen neuen Plänen und auch wir haben uns einiges vorgenommen.
Speaker: Wir bereiten jetzt schon ein paar spannende Themen für die nächsten Folgen vor, auf die ihr euch freuen könnt.
Speaker: Es ist irre aufregend, wenn man sich die Zahlen anguckt.
Speaker: Das kann man bei Podcasts ganz wunderbar machen.
Speaker: Wie zahlreich ihr uns zuhört, das ist wirklich toll.
Speaker: Und genauso freuen wir uns auch über die E-Mails, die uns erreichen mit Themenvorschlägen.
Speaker: Die schauen wir uns alle an, die diskutieren wir und gucken, dass wir die, wenn es passt, dann auch entsprechend in den Plan irgendwie unterbringen.
Speaker: Ihr könnt uns übrigens auch sehr helfen, wenn ihr diesen Podcast bewertet.
Speaker: Egal ob bei Spotify oder Apple oder wo auch immer, gebt uns dort gerne eine Bewertung.
Speaker: Natürlich am liebsten fünf von fünf Sternen.
Speaker: Und dann sorgt das wohl dafür, dass wir da irgendwie ein bisschen besser noch angezeigt werden.
Speaker: Jetzt aber zum heutigen Thema.
Speaker: Und heute wird es ein bisschen unappetitlich.
Speaker: Denn heute reden wir darüber, dass Bücher Geld kosten.
Speaker: Und das nicht zu knapp.
Speaker: Viele LeserInnen beschweren sich.
Speaker: Der Absatz der Bücher sinkt jedes Jahr.
Speaker: Und an der Stelle könnte man sagen, es ist ja kein Wunder.
Speaker: Die Bücher sind viel zu teuer.
Speaker: Ich fürchte, es ist allerdings nicht ganz so einfach zu sagen...
Speaker: Billigere Bücher würden zu mehr Lesern führen.
Speaker: Und doch fragt man sich ja aber ganz allgemein, wie kommen die Buchpreise eigentlich zustande?
Speaker: Oder anders gefragt, wer verdient alles an einem Buch?
Speaker: Und dafür haben wir heute den bestmöglichen Gast gewinnen können, der diese ganzen Fragen, ich glaube, mittlerweile im Schlaf beantworten kann.
Speaker: Und Andi stellt uns den jetzt kurz vor.
Speaker: Danke, Alex.
Speaker: Und zum Einstieg muss ich gleich sagen, man muss ja immer recherchieren über den Gast und manchmal ist es gar nicht so einfach, da alle Infos zu finden.
Speaker: Es ist aber immer schön, wenn dann jemand einen Wikipedia-Eintrag hat.
Speaker: Das macht nämlich die Vorbereitung viel, viel leichter.
Speaker: Und ihr ahnt es, unser Gast hat nämlich einen.
Speaker: Das zeigt aber auch schon, dass er kein Unbekannter in der Literaturszene ist und vor allem, dass er auch ganz schön umtriebig ist.
Speaker: Ich zähle mal ein paar Sachen auf, die er gemacht hat.
Speaker: Es ist nicht alles aufgezählt, aber ihr kriegt einen Eindruck davon.
Speaker: Während des Studiums gründete er bereits 1999 mit zwei Freunden den Mayrisch Verlag.
Speaker: Kleine Randnotiz fand ich sehr schön, Mayrisch soll so viel wie Unkraut bedeuten.
Speaker: Und dieser Mairisch Verlag fokussiert sich vor allem auf zeitgenössische junge Prosa-AutorInnen, unter anderem Finn-Ola Heinrich hat dort debütiert.
Speaker: Und daneben hat aber unser Gast auch schon früh angefangen, auch Veranstaltungen zu organisieren.
Speaker: Zählt jetzt nicht alle auf, aber eine möchte ich nennen.
Speaker: Zusammen mit Lucy Fricke hat er nämlich Hamlet gegründet, die lange Nacht der jungen Literatur und Musik in Hamburg.
Speaker: Und dann hat er ebenfalls den Indie-Book-Day ins Leben gerufen.
Speaker: Könnt ihr euch schon mal notieren, der ist dieses Jahr am 16.
Speaker: März.
Speaker: Da geht ihr dann alle schön in eure Lieblingsbuchhandlung und kauft euch ein Buch eines unabhängigen Verlages.
Speaker: Dann war unser Gast auch noch als Moderator von Events tätig.
Speaker: Er war Journalist, er war Dozent und er arbeitet jetzt seit 2016 auch noch als Übersetzer aus dem Englischen.
Speaker: Als ob das jetzt noch nicht genug ist, sitzt er auch seit 2021 im Vorstand der Kurt-Wolf-Stiftung.
Speaker: Nur kurz zur Erinnerung, die Stiftung wird mit öffentlichen Geldern gefördert und ist eine Interessenvertretung der unabhängigen Verlage, die auch den jährlichen Kurt-Wolf-Preis verleiht.
Speaker: Also man kann festhalten, sein Herz schlägt vor allem für kleine und unabhängige Verlage und wir freuen uns sehr, dass er da ist.
Speaker: Herzlich willkommen Daniel Beskos.
Speaker: Hallo, ich freue mich auch hier zu sein.
Speaker: Hallo Daniel, du hast, weshalb wir dich heute unbedingt einladen wollten, zusammen mit anderen für die Kurt-Wolf-Stiftung ein Plakat erstellt, was zufälligerweise genau im Prinzip alles zusammenfasst, über was wir hier gerade quatschen wollen.
Speaker: Nämlich, wo überall an einem Buch unterschiedliche Positionen verdienen.
Speaker: Und wir verlinken euch das natürlich, wir packen es auch bei Instagram nochmal hin, dass ihr euch das anschauen könnt, das ist sehr hübsch illustriert, aber es bot sich einfach an, denn die Buchpreise, es war ganz lange so, das kann man vielleicht ja auch mal sagen, dass alles ja immer teurer wird, bei Büchern war das nicht so.
Speaker: Die lagen lange Zeit sogar unter der Inflationsrate von vor, ich weiß gar nicht, 20 Jahren, habe ich irgendwann mal gelesen.
Speaker: Also das war wirklich absurd, dass Bücher so viel billiger waren.
Speaker: Das haben Verlage nun in den vergangenen Jahren so ein bisschen versucht aufzuholen.
Speaker: Bücher sind teurer geworden.
Speaker: Darüber freuen sich die Buchhandlungen, die Verlage, die Autoren, die Leser weniger und die
Speaker: Ich hatte eine Rezension gelesen.
Speaker: ich glaube, von El Hotzo, irgendwie im Spiegel Online Forum oder so war das, wo Leute dann geschrieben haben, ja, mag ja alles sein, aber dieser gierige Autor, dass dieses Buch so viel kostet, wo man jetzt natürlich sagen muss, der Autor kann da gar nicht so wahnsinnig viel mitreden und wir wollen heute mal uns anschauen, was ein Buch überhaupt kostet.
Speaker: Und deswegen nochmal die Frage, wie seid ihr denn da drauf gekommen?
Speaker: Wie kam es zu dieser Initiative?
Speaker: Genau, also wir haben von der Kurt-Wolf-Stiftung aus irgendwann, ich glaube, öfter das Thema gehabt aus verschiedenen Perspektiven, aus verschiedenen Seiten.
Speaker: Was kosten Bücher eigentlich?
Speaker: Warum kosten die so viel?
Speaker: Wer verdient an einem Buch?
Speaker: Wie viel?
Speaker: Und ich glaube, da gibt es zum einen sehr viel Unwissen bei vielen Leuten.
Speaker: Es gibt aber auch sehr viele Missverständnisse.
Speaker: Es gibt, wenn man schon solche Sachen hört wie, warum ist der Autor so gierig und möchte so viel, das Buch ist so teuer und so.
Speaker: Das merkt man ja relativ schnell, dass da ja der Autor nicht der Einzige ist, der daran verdient.
Speaker: Ich glaube, bei uns ging es vor allem darum, ein bisschen Aufklärung zu schaffen.
Speaker: Wir sind ja insgesamt eine Stiftung, die sich für die Belange der unabhängigen Verlage einsetzt und die auch so ein bisschen rechtfertigen muss manchmal, warum Verlage überhaupt was verdienen an den Büchern, was deren Beitrag ist zu dem Ganzen.
Speaker: Und das ist so eine Diskussion, die hatten wir schon in den letzten 10, 15 Jahren öfter.
Speaker: wo es immer darum ging, wer verdient, warum, wie viel und wer verdient das auch zu bekommen.
Speaker: Und natürlich gab es die Self-Publishing-Diskussion eine sehr lange Zeit, wo es darum ging, Autorinnen brauchen eigentlich gar keine Verlage
Speaker: Die können sich alles einkaufen, was sie sonst brauchen und das funktioniert auch für einige, das Modell.
Speaker: Trotzdem gibt es ja sehr viele Verlage und ich sag mal auch sehr erfolgreiche Self-Publishing-AutorInnen gehen ja irgendwann zu Verlagen in der Regel.
Speaker: Dafür muss es ja einen Grund geben.
Speaker: Und wir wollten nicht so negativ sagen, ihr braucht uns aber, sondern eher andersrum zeigen, was macht eigentlich alles ein Verlag und welche Leistungen spielen da mit rein.
Speaker: Und dann natürlich in dem Gegenzug auch, wie viel bekommt der dafür.
Speaker: Und dann natürlich auch die Diskussion, überhaupt mal die Situation der Autorinnen und Autoren, die der Übersetzerinnen, Übersetzer, auch Illustrationen, alle, die am Buch beteiligt sind.
Speaker: Wie ist deren finanzielle Situation?
Speaker: Und ich glaube, wenn man so oder wir haben uns gedacht, wenn man ein Buch nimmt und das Ganze mal so runter bricht anhand von einem Buch an einem Beispielbuch, dann kann man so ein bisschen aufschlüsseln und daraus kann man sich dann auch ausrechnen, wie viele Bücher muss jemand überhaupt verkaufen, dass er davon leben kann.
Speaker: Und das war, glaube ich, so der Ansatzpunkt.
Speaker: Ich bin ja mit dem Mairisch Verlag, haben wir ja schon länger das Thema mal gehabt und hatten das auch schon in einem früheren Blogbeitrag mal so auseinandergetüttelt, wie das bei uns aussieht und jetzt für das Plakat der Kurt-Wolf-Stiftung haben wir das nochmal aufgegriffen, das Thema und haben das als Ausgangsbasis für eine neue aufgemachte Rechnung genommen und die haben wir dann auch
Speaker: ich sag mal, ganz viel abgeglichen mit VertreterInnen aus Verlagen, aus Buchhandlungen, aus Agenturen und aus den Herstellungen, aus Druckereien und irgendwie versucht, überall Feedback einzuholen.
Speaker: Und natürlich gibt es immer Sachen, über die wir bestimmt auch noch gleich reden können, die dann noch nicht abgebildet werden können auf so einem Plakat.
Speaker: Aber es war der Versuch, mal so einen halbwegs repräsentativen Überblick zu machen.
Speaker: Wen, du hast gesagt, es gibt dieses Missverständnis und dieser Podcast versteht sich ja immer so ein bisschen als Brückenbauer.
Speaker: Wen meinst du da aber, oder wen wolltet ihr da konkret ansprechen?
Speaker: War das eher der Handel oder war das Autoren, waren das Self-Publisher?
Speaker: Ich glaube, es war schon so gedacht, dass das im Handel sich verbreiten soll, das Plakat, dass es sowohl in der Buchhandlung hängt, als auch vielleicht an die KundInnen weitergegeben wird.
Speaker: Alle, die sich dafür interessieren, auch Bildungseinrichtungen, wir haben auch viele Schulen, Universitäten, die sich das jetzt bestellen und Institutionen, die mit Literatur zu tun haben, mit Buchhandlungen.
Speaker: Ich glaube Literaturhäuser auch ein paar und es ist sehr breit und ich glaube die ganze Buchbranche freut sich, habe ich die Wahrnehmung zumindest, dass man das mal so auf einem Bild sieht.
Speaker: Wir haben uns da ja sehr gefreut, dass wir da mit den Berliner Illustrationsduo Golden Kosmos dran arbeiten konnten, die das wirklich auch sehr schön illustriert haben.
Speaker: Und ja, jetzt gucken wir einfach, wie sich das verbreitet.
Speaker: Und dann haben wir das jetzt im Herbst auch nochmal ins Digitale gehoben, was es dem Ganzen auch, glaube ich, nochmal einen extra Schub gegeben hat.
Speaker: Ja, man sieht es ja gerade, also gerade aktuell wird es ja von Genial Lokal nochmal geteilt.
Speaker: Ihr habt ja auch dieses Media Kit für Verlage bereitgestellt und für Buchhandlungen, dass man die einzelnen Grafiken dann nochmal für sich selbst hat.
Speaker: Es gab, hast du gesagt, viel Resonanz.
Speaker: Gab es da nur positive Resonanz und wenn ja, welche?
Speaker: Und gab es auch negative Resonanz, die direkt bei euch ankam?
Speaker: Also ich glaube erstmal, es gab von allen Seiten Resonanz und auch in jeglicher Hinsicht Resonanz.
Speaker: Ich finde, was ihr vorhin gesagt habt, erstmal ganz gut als Einstieg.
Speaker: Also wie ist eigentlich die Entwicklung vom Buchpreis?
Speaker: Sind Bücher jetzt eigentlich teuer oder billig?
Speaker: Wir haben ein relativ hochpreisiges Buch jetzt als Beispiel genommen.
Speaker: Wir haben ein Hardcover-Buch genommen.
Speaker: Es kostet 24 Euro.
Speaker: Es ist ein deutschsprachiger Roman.
Speaker: Das ist schon so, wie soll man sagen, State of the Art gerade, was halt so Preise angeht.
Speaker: Es gibt natürlich viele Bücher, die günstiger sind.
Speaker: Das muss man auch sagen.
Speaker: Also mit einem 9,90 Euro, 12,90 Euro.
Speaker: 30 Taschenbuch sieht das alles ganz anders aus, die Rechnung.
Speaker: Das heißt, es ist schon der fast schon für Autorinnen und alle Beteiligten Optimalfall, dass das Buch 24 Euro kostet.
Speaker: Dann gibt es aber eine lustige Anekdote eigentlich, dass es hieß mal irgendwie nach dem Zweiten Weltkrieg, ein gutes Buch kostet so viel wie ein gutes Paar Schuhe.
Speaker: Wenn ich mir da die Preisentwicklung angucke, dann ist das Buch inzwischen nur noch so ein Zehntel von dem Paar Schuhe, glaube ich.
Speaker: Und wenn überhaupt.
Speaker: Und dementsprechend hat sich das sehr auseinanderentwickelt und ich glaube, die ganzen Lebenshaltungskosten sind auch ähnlich verlaufen in den letzten Jahrzehnten und die Bücher sind da kaum mitgegangen.
Speaker: Also auch, wenn ich überlege, ich habe noch ein paar Bücher im Regal stehen aus D-Mark-Zeiten, Romane, die kosten 39 Mark.
Speaker: Also da hat sich wirklich nicht viel getan zu den 20 Euro.
Speaker: Und die Reaktionen waren erstmal positiv bis mitfühlend insofern, als viele Leute überrascht waren darüber, wie wenig Autor, Autorin am Buch verdienen.
Speaker: Das ist ja erstmal so das große Ding, was sehr vorne steht, wie nur 10 Prozent.
Speaker: Und dann gibt es natürlich auch die Einwände, ja bei manchen ist das noch weniger.
Speaker: Es gibt welche, die melden sich, ich krieg nur 5, ich krieg nur 7.
Speaker: Genau, also 10 ist schon ein ziemlich guter Fall.
Speaker: Und dann eben alle anderen Beteiligten auch.
Speaker: Also man sieht ja, dass sich das sehr kleinteilig aufteilt und dann bleibt für keine Partei so richtig viel übrig.
Speaker: Und natürlich gemeldet haben sich mit Kritik diejenigen, die da nicht vorkommen auf dem Plakat.
Speaker: Das sind zum einen zum Beispiel Übersetzerinnen und Übersetzer.
Speaker: Das ist ein super wichtiger Bestandteil in der Buchbranche.
Speaker: Und wenn das Plakat jetzt hieße, wer arbeitet alles an einem Buch mit, müssen die dann natürlich drauf.
Speaker: Gleichzeitig wollten wir ja darstellen, was verdient in Deutschland eine Autorin, ein Autor.
Speaker: Und das impliziert automatisch, dass das Buch nicht übersetzt ist, sondern dass es ein deutschsprachiges Buch ist.
Speaker: Wer auch fehlt, sind natürlich Illustratorinnen, zum Beispiel bei Kinderbüchern.
Speaker: Dazu haben wir dann relativ einfach immer kommuniziert, ja, wenn man das mit reinrechnet, die teilen sich in der Regel das AutorInnen-Honorar.
Speaker: Also das ist einfach für jeden dann die Hälfte, so mehr oder weniger.
Speaker: Manchmal ein bisschen anders verteilt, aber es ist halt der gleiche Posten, wird einfach aufgeteilt.
Speaker: Ja, so ist auch die Realität in der Regel.
Speaker: Also, dass die sich das teilen müssen fast schon, laut Verlag.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Und dann gibt es natürlich solche Positionen wie zum Beispiel die BuchhandlungsvertreterInnen, die halt auch sagen, wieso komme ich da nicht explizit drin vor?
Speaker: Die sind quasi inkludiert in dem Bereich der Verlagsallgemeinkosten.
Speaker: Was daran liegt, dass VertreterInnen sehr unterschiedlich bezahlt werden, manche auf Provision, manche mit Fixum, also sehr unterschiedlich, wie da die Abrechnungsmodelle sind.
Speaker: Und das kann man nicht seriös pro einzelnen Buch verteilen.
Speaker: Das ist wirklich dann auch sehr unterschiedlich, auch gerade, wie viele Titel hat der Verlag im Programm.
Speaker: Der Vertreter reist ja so oder so, ob das jetzt vier Titel sind oder 40.
Speaker: Und das ist wirklich schwer zu kalkulieren.
Speaker: Deswegen steckt das bei den allgemeinen Verlagseinnahmen quasi mit drin.
Speaker: Wir gucken uns das gleich im Detail noch mal an, aber das ist spannend zu hören, weil es gab auch, ich habe mich ja auch mal hingesetzt und habe mal so mit unserer Titelkalkulation das alles mal so durchgespielt, um das mal so ein bisschen abzugleichen.
Speaker: Und jetzt gibt das auch so ein bisschen Sinn, weil bei uns...
Speaker: an manchen Punkten mehr hängen bleibt, an anderen Punkten, oder die Kosten höher sind, an anderen Stellen waren die Kosten niedriger.
Speaker: Und dann gibt das allerdings auch Sinn, wenn du das so sagst.
Speaker: Was ich mich auch gefragt hatte, ihr rechnet mit einer 2000er-Auflage.
Speaker: Habt ihr da in eurer Kalkulation das so durchgerechnet, dass die 2000 komplett abverkauft werden dann?
Speaker: Nee, das muss man natürlich auch sagen, wenn man 2000 druckt, man braucht welche für Presse, Freiexemplare, Belege für Autorinnen, für Agentur, wer auch immer, Veranstalter.
Speaker: Und wahrscheinlich verkauft man dann, wenn es gut läuft, 1800 davon.
Speaker: Also das ist schon auch, der Spielraum ist sehr niedrig und wahrscheinlich müsste man eigentlich die Kalkulation inzwischen jetzt in dem letzten vergangenen Jahr Entwicklung noch höher ansetzen.
Speaker: Also man müsste eigentlich ein 3000 Stück drucken oder das dann kalkulieren oder so.
Speaker: Oder den Ladenpreis ändern.
Speaker: Wobei es halt wirklich so ist, also bei uns, also der Ladenpreisänderung, das tut gar nicht so viel.
Speaker: Dadurch, dass zum Beispiel der Verlag ja auch nur etwa 10 Prozent bekommt, wenn man den Ladenpreis jetzt einen Euro hochsetzt, sind das ja nur 10 Cent, die da mehr kommen.
Speaker: Also es ist wirklich so eine Kalkulation, ja, die hängt sehr viel mehr an der Auflage als am Ladenpreis, glaube ich.
Speaker: Da müsste man schon 36 Euro nehmen, damit das sich signifikant was ändert.
Speaker: Und dazu kommt, dass tatsächlich durch die letzten eineinhalb Jahre die Entwicklung der Preise, der Papierpreise, der Energiepreise und der Inflation allgemein, dass gerade für so kleinere unabhängige Verlage, wir merken alle, dass wir diesen sogenannten Break-Even-Punkt, an dem wir bei einer neuen Buchproduktion dann den Punkt erreicht haben, wo wir unser Geld wieder drin haben, der war früher eher so bei 1200 Exemplaren so rum und der ist jetzt auf 2000 hochgewandert.
Speaker: Also mit einer 2000er Startauflage kriegen wir das Buch gar nicht mehr auf Null.
Speaker: Also wir müssen das irgendwie anders kalkulieren.
Speaker: Und das ist für uns natürlich schon eine dramatische Änderung.
Speaker: Das ist fast eine Verdoppelung von der Verkaufsauflage.
Speaker: Weil Alex das gerade angesprochen hat, ich habe das auch probeweise mal in unserer Kalkulation durchgespielt.
Speaker: Also bei uns würde das mit 24 Euro niemals funktionieren, weil die Gemeinkosten des Verlages einfach viel höher sind bei einem größeren Verlagshaus.
Speaker: Also ich denke mal, das hängt auch von der Personaldichte ab.
Speaker: Wer macht was?
Speaker: Und wie du sagst, mit 2000 kommt man ja kaum noch hin im Abverkauf.
Speaker: Also auch die abverkaufte Auflage.
Speaker: Also man muss auch viel mehr verkaufen, um noch die Kosten zu decken.
Speaker: Also so wie ihr das kalkuliert habt in dieser Grafik, würde es bei uns gar nicht funktionieren.
Speaker: Ja, das ist glaube ich, der bemerkenswerte Punkt daran ist, und das ist eine Erfahrung, die man macht, wenn man mit vielen VerlegerInnen aus kleinen unabhängigen Verlagen redet,
Speaker: Die kalkulieren ihre eigene Arbeitszeit da nicht rein.
Speaker: Also wenn man anfängt, seine eigene Zeit, wo man sagt, ich sitze an diesem Buchprojekt drei Monate und möchte dafür drei Monatsgehälter reinrechnen, dann rechnet sich fast kein einziges Buch mehr.
Speaker: Also es ist wirklich so, die machen das trotzdem, die rechnen sich nicht mit rein und die gucken einfach, was am Ende übrig bleibt und wursteln sich dann irgendwie hin.
Speaker: Aber es ist nicht so, als ob die sich da sozusagen eine vernünftige Gehälter reinrechnen würden.
Speaker: Und das ist wirklich ein bemerkenswerter Problemfall eigentlich, weil natürlich man auf Dauer so nicht seriös arbeiten kann.
Speaker: Trotzdem gibt es ja schon viele von den Verlagen seit teilweise Jahrzehnten und die machen das irgendwie weiter.
Speaker: Also irgendwie gibt es natürlich Möglichkeiten.
Speaker: Bestimmte Sachen kommen ja auch noch dazu.
Speaker: Also ein Buch,
Speaker: Verdient ja zum Beispiel normalerweise nicht ausschließlich am Buchverkauf, sondern man hat Lizenzen, die man vergibt.
Speaker: Vielleicht mal für ein Hörspiel, Hörbuch, Theater, vielleicht sogar eine Filmlizenz in Ausnahmefällen oder Auslandsrechte.
Speaker: Und es gibt immer so Kleinigkeiten, wo noch ein bisschen was passiert.
Speaker: Nebeneinnahmen.
Speaker: Ein Buchpreis.
Speaker: Genau.
Speaker: Oder Preis oder Nebeneinnahmen aus E-Book zum Beispiel.
Speaker: Oder wenn man eine eigene Lizenz oder macht Taschenbuch, Hörbuch.
Speaker: Und das läppert sich so ein bisschen zusammen und das sind dann Sachen, die kommen noch oben drauf.
Speaker: Aber wenn man es wirklich an einzelnen Buch mal aufmachen will, dann stimmt das auf dem Plakat.
Speaker: Für viele der kleineren Verlage zumindest ist es ziemlich genau so.
Speaker: Das ist auch besonders, weil ich war ja auch zum Beispiel mal mit einem Autor im Buchladen und dann hat er, der Buchhändlerin, die er gut kannte, gesagt, ja, mein neues Buch kommt ja auch bald und so.
Speaker: Und dann meinte sie, ja, wir kaufen wieder welche ein.
Speaker: Und dann haben wir so ein bisschen über die Konditionen geredet.
Speaker: Und dann hat er erst verstanden, der Buchladen kriegt 40 Prozent und er kriegt 10.
Speaker: Und das war für ihn so eins zu eins.
Speaker: Die Buchhandlung kriegt an meinem Buch viermal so viel Geld wie ich.
Speaker: Und das war, glaube ich, ein besonderer Moment für alle drei, die da standen, weil wir gemerkt haben, ja, so ist die Lage leider.
Speaker: Ja, das können wir uns gleich mal anschauen.
Speaker: Vielleicht gehen wir es einmal chronologisch durch.
Speaker: Wobei eine Ergänzung noch, was wir überhaupt noch nicht besprochen haben, ist gerade für die kleinen Verlage natürlich auch häufig die Möglichkeit von Förderungen.
Speaker: Es gibt zahlreiche Stiftungen,
Speaker: auf Bundesebene oder auch private Stiftungen, die gewisse kulturelle Projekte fördern, wo man als unabhängiger kleiner Verlag natürlich auch immer schauen kann, ob man da nicht irgendwie noch sich eine Hilfe holen kann.
Speaker: Aber was man ja trotzdem festhalten muss, der Verlag allein kann selten von diesem Buchprojekt leben, sondern er muss schauen, wie er Nebenverdienste heranbekommt.
Speaker: Und ihr hattet ja auch, habe ich gesehen, erwähnt, vieles in einem Verlag beruht zum Beispiel auch auf Mischkalkulationen.
Speaker: Man macht dann das Buchprojekt, obwohl man weiß, man geht in die Miesen damit, weil man weiß, da ist auch noch ein anderer Autor, der weitaus mehr verkauft für einen weitaus höheren Preis und sich damit sozusagen so ein Buch auch refinanziert intern.
Speaker: Aber nichtsdestotrotz,
Speaker: muss es ja wirtschaftlich gesehen immer das Ziel sein, dass das Projekt sich alleine trägt und alle daran so viel verdienen, dass sie davon leben können.
Speaker: Also das sollte ja immer das Ziel sein.
Speaker: Genau, so sehen wir das auch.
Speaker: Ja, aber gehen wir es gerne mal durch.
Speaker: Ist natürlich auch, wenn man sich die, vor allem die Kurt-Wolf-Verlage anschaut, das sind wirklich Menschen, die das mit so wahnsinnig viel Herzblut machen und da manchmal auch vielleicht die Vernunft ein bisschen hinten überkippt, weil einfach die Begeisterung für ein Buchprojekt so überschäumt, dass man sagt, Mensch, ich krieg's schon irgendwie hin, aber das fesselt mich, das hat mich so gepackt, das muss unbedingt verlegt werden.
Speaker: Das muss man auch mal sagen, dass da ganz viel Mut immer noch obendrauf kommt.
Speaker: Ja, es gibt überraschende Titel.
Speaker: Ich finde allgemein muss man mal festhalten, dass in der Buchbranche die meisten Leute, die da arbeiten, machen das ja aus Interesse an den Büchern, an den Inhalten.
Speaker: Und ganz ehrlich, ich glaube, wir alle könnten in einer anderen Branche mehr Geld verdienen.
Speaker: Also es muss ja eine andere, außer monetäre Anreiz geben, warum man das macht.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Gut, wir haben jetzt schon gesprochen.
Speaker: Der Autor, der kriegt nicht so wahnsinnig viel.
Speaker: Das wird gerade in Self-Publisher-Kreisen, ist das verpönt.
Speaker: Und warum denn?
Speaker: Ich kann das doch auch alles für mich einstecken.
Speaker: Aber du hast das eben schon gesagt, da hängt noch ein ganzer Rattenschwanz dran, den der Verlag leisten kann und den der Verlag leisten muss.
Speaker: Und dadurch die Bücher natürlich auch ganz anders in Szene setzen kann.
Speaker: Deswegen, wir haben jetzt dieses 24-Euro-Buch besprochen.
Speaker: 2,24 Euro pro verkauften Exemplar gehen davon an den Autor.
Speaker: Im schlimmsten Fall muss der das dann auch noch versteuern und so.
Speaker: Also der freut sich richtig.
Speaker: Dann haben wir, ihr habt das sehr schön chronologisch quasi so den Entstehungsprozess aufgedröselt und wir arbeiten uns da jetzt mal entlang.
Speaker: Den Verlag habt ihr jetzt mit 2,81 Euro drin stehen.
Speaker: Das ist vielleicht so ein Posten, wo wir ganz am Ende nochmal drauf gucken, weil wie du schon gesagt hast, da ist ganz viel, was hier jetzt nicht auftauchte.
Speaker: Der Autor hat das Buch geschrieben, jetzt habt ihr 60 Cent Lektorat und Co-Rektorat.
Speaker: Das sind externe Lektoren, mit denen ihr da gerechnet habt, oder?
Speaker: Also Lektorat und Korrektorat sind ja Posten, die werden in vielen Verlagen auch selber gemacht von den MitarbeiterInnen des Verlags.
Speaker: Manchmal wird es auch rausgegeben.
Speaker: Wir haben mal so ein bisschen versucht, einen Durchschnitt zu ermitteln, was man da so ungefähr aufwenden muss.
Speaker: Das sind jetzt bei 2000 Exemplaren, ist ja immer auf die Auflage gerechnet, sind das 1200 Euro.
Speaker: Und das war so ein bisschen für einen 224 oder 240 Seitenroman, war das ungefähr das, was wir so kalkuliert haben.
Speaker: Es gibt natürlich auch sofort freie LektorInnen, die sich gemeldet haben, gesagt, das ist zu niedrig kalkuliert, es muss mehr sein.
Speaker: berechtigte Forderung ist halt die Frage, wie viel drin ist so immer.
Speaker: Aber das ist so ein bisschen ein Durchschnitt und deswegen kamen wir auf diese 60 Cent, die wir für Lektorat und Korrektorat.
Speaker: Das muss man natürlich sagen, wenn man jetzt nicht 2000 druckt, sondern mehr oder eine größere Auflage oder eine zweite und dritte Auflage, das fällt in der Regel nicht nochmal an, sondern das ist einmal bei der Erstellung und am Ende bleibt das quasi übrig.
Speaker: Also das ist natürlich, deswegen sind Nachauflagen, das haben wir jetzt bei vielen Punkten, die wir heute besprechen, Nachauflagen sind interessant, weil die Initialkosten dann halt wegfallen.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Seid ihr da auch beim Lektorat von einer Stundenanzahl ausgegangen oder war das wirklich so pro Normseite oder wie habt ihr das kalkuliert?
Speaker: Ja, normalerweise, also Korrektorat und Übersetzung und so bemüssen sich ja nach Normseiten.
Speaker: Lektorat mal so, mal so, da gibt es auch viele Pauschalen.
Speaker: Das ist so ein Durchschnittswert, den wir so ein bisschen ermittelt haben.
Speaker: Also ich habe alle Erfahrungen schon gemacht.
Speaker: Ich habe schon mehr, weniger.
Speaker: Wir selber machen ja auch viel Lektorat selber und geben nur Korrektorat raus.
Speaker: Andere Verlage machen es genau umgekehrt.
Speaker: Es ist sehr variabel.
Speaker: Ja.
Speaker: Als nächstes, wir haben jetzt einen schönen Satz.
Speaker: Nein, den Satz noch nicht.
Speaker: Wir haben ein schön bearbeitetes Manuskript.
Speaker: Und dann sind wir bei Gestaltung und Satz.
Speaker: 65 Cent pro Exemplar.
Speaker: das ist auch nicht so wahnsinnig viel.
Speaker: Wenn ich mir vorstelle, der Grafiker, da reden wir noch nicht über Illustrationen oder so, sondern es ist wahrscheinlich eine relativ simple grafische Coverlösung dann.
Speaker: Nein, es kommt darauf an.
Speaker: Es gibt relativ viele freie GrafikdienstleisterInnen, die so für 1.000 Euro ein Cover machen.
Speaker: Und das ist ein ziemlich üblicher Preis eigentlich für viele.
Speaker: Ich weiß nicht, die letzten ein, zwei Jahre mag sich das noch mal verändert haben.
Speaker: Aber eigentlich ist das das, was unsere Erfahrungen immer waren.
Speaker: Es hängt manchmal vom Aufwand her.
Speaker: Es gibt Cover, die wir zum Beispiel auch hatten, die sehr unaufwendig waren, wo gleich die erste Idee super war.
Speaker: Und wir haben die genommen und das Cover hat 300 Euro gekostet.
Speaker: Also das ging auch.
Speaker: Wahrscheinlich muss man es ein bisschen höher kalkulieren.
Speaker: In manchen Fällen, wo es aufwendiger ist, wo es ausstattungsmäßig, vor allem das Buch, noch aufwendiger ist und wo das Innenkonzept aufwendiger ist.
Speaker: Also wenn man halt Sachen hat, die auch im Innenteil viel Layout erfordern.
Speaker: Da wir jetzt hier mit einem Roman kalkulieren, ist der sehr überschaubar.
Speaker: Also im Innenteil besteht aus Text und da muss halt eine gute Schrift und ein Satz gefunden werden.
Speaker: Viele Verlage haben da natürlich aber auch mal irgendwas entwickelt und benutzen das regelmäßig und können das einfach füllen.
Speaker: Und deswegen erschien uns dieser Betrag jetzt ganz angemessen.
Speaker: Okay, also Autor bekommt noch nicht viel, Lektor bekommt nicht viel, der Grafiker wird auch nicht reich damit.
Speaker: Wo gehen die 24 Euro hin?
Speaker: Wir machen mal weiter.
Speaker: Jetzt wird das Buch gedruckt.
Speaker: In der Druckerei und Binderei seid ihr mit 3,70 Euro.
Speaker: Das ist, glaube ich, ich habe mal so ein bisschen überschlagen, das ist aktuell gar nicht so unrealistisch.
Speaker: Die Preise sind brutal gestiegen.
Speaker: Das wissen die allermeisten, was die Papierpreise etc.
Speaker: betrifft.
Speaker: Und dadurch natürlich ist die Buchproduktion wahnsinnig teurer geworden, was ganz viele Verlagskalkulationen erst mal gesprengt hat in den letzten anderthalb Jahren.
Speaker: Aber die 3,70, wie gesagt, ich glaube, das ist...
Speaker: Ihr habt eine schöne Ausstattung auch genommen, das ist gar nicht so weit weg von der aktuellen Zeit.
Speaker: Ja, das glaube ich auch.
Speaker: Und es ist halt zumal, wie gesagt, der Innenteil ist nicht farbig oder so.
Speaker: Also wir arbeiten da jetzt nicht mit Fotos oder mit bunten Sonderfarben oder so, sondern das ist ein schwarz-weißer Innenteil.
Speaker: Und gerade bei der Druckerei ist natürlich wirklich der Preis ist unglaublich variabel, wenn man die Auflagenhöhe ändert.
Speaker: Also wenn ich nur 1000 mache, wird er furchtbar und gar nicht mehr kalkulierbar.
Speaker: Wenn ich 3.000, 4.000 drucke, ist es schon viel entspannter.
Speaker: Und wenn ich irgendein Projekt habe, wo ich weiß, ich brauche mehr als 4.000, 5.000, ist es wirklich dann auch komfortabel fast, weil man denkt, der Preis ist ja wirklich überschaubar.
Speaker: Mich würde interessieren, wird sowas dann auch in Deutschland gedruckt oder sagt man dann, okay, ich will Geld sparen und gehe nach China und nehme in Kauf, dass die Qualität vielleicht nicht so gut ist oder sagt man, okay, ich will schon ordentliche Qualität haben, nachhaltig und dann drucke ich auch in Deutschland?
Speaker: Also das Ding ist, nach meiner Erfahrung ist es so, dass in Asien werden vor allem bunte Sachen, Kinderbücher und so gedruckt.
Speaker: Ich glaube, ich kenne keinen Verlag, der Romane außerhalb von Europa druckt, weil das lohnt sich gar nicht, die Ersparnis, die man da hat.
Speaker: Viele Verlage drucken aber bewusst auch nicht in Asien, sondern drucken in Europa.
Speaker: Wir haben eine Zeit lang alles in Deutschland gedruckt und haben da jetzt irgendwann angefangen auch noch Kinderbücher in Lettland zu drucken, weil die Qualität da mindestens genauso gut ist wie bei uns hier und der Preis dann aber noch ein bisschen anders noch gelagert ist.
Speaker: Und manche Sachen kann man sich halt einfach gar nicht mehr leisten.
Speaker: Dazu muss ich sagen, also bei Romanen ist die Preistoleranz der KäuferInnen auch noch ein bisschen da.
Speaker: Bei Kinderbüchern ist es wirklich, es ist quasi verboten, über 20 Euro zu gehen.
Speaker: Und dann sind die Bücher aber bunt.
Speaker: Und mach mal bunte Bücher so, dass sie ja dann halt irgendwie finanzierbar sind und dann am Ende 16 Euro kosten, das geht kaum zusammen.
Speaker: Deswegen ist da quasi so eine Art Notwendigkeit, ein bisschen den Druckpreis zu senken.
Speaker: Und vielleicht sagt man noch mal ganz kurz dazu, also ihr habt ja auch mit einer sehr guten Ausstattung gearbeitet.
Speaker: Also ihr habt ein Offset-Papier gewählt, was meistens schon teurer ist als ein Werkpapier, was man ja bei Romanen meistens benutzt eigentlich.
Speaker: Ihr habt ein Leseband, das sind wir ja auch so bei, ich sag mal, roundabout 10 Cent pro Leseband.
Speaker: Ihr habt eine Prägung mit drin, da braucht es einen Prägestempel.
Speaker: Also da kommen ja ganz viele Kosten obendrauf, die die Hörerinnen und Hörer vielleicht gar nicht kennen, was das eigentlich am Druckpreis teilweise ausmachen kann.
Speaker: Denn so einen Roman könnte man jetzt vielleicht auch günstiger drucken, aber meistens fällt der dann halt in der Buchhandlung auch nicht mehr auf.
Speaker: Also sprich, es hat ja meistens auch Gründe, warum man die Ausstattung nach oben schiebt.
Speaker: Der Ladenpreis sich dadurch natürlich erhöht.
Speaker: Dazu kommt, ist es foliert, ist es nicht foliert, ist vielleicht noch eine Beilage mit drin oder, oder, oder.
Speaker: Also das erhöht ja jedes Mal den Preis, macht das Buch aber attraktiver für die Kundinnen und Kunden und unterstützt vielleicht auch einfach den Inhalt.
Speaker: Also wenn ich, man merkt es ja jetzt zum Beispiel, Alex kann das vielleicht auch sagen, aus dem Krimi-Bereich gibt es ja teilweise echt krasse Ausstattungen auf dem Cover mit so geschmirgelt und glänzend und das Blut tropft sozusagen regelrecht einem entgegen mit einer Hochprägung.
Speaker: Das kostet natürlich alles Geld, aber natürlich fällt es dadurch auch auf und der Preis muss entsprechend angepasst.
Speaker: Aber kann man dann nicht auch davon ausgehen, dass die KäuferInnen mehr Geld dafür bezahlen würden?
Speaker: Also ich nehme mal das Beispiel aus der Musikindustrie.
Speaker: Jetzt im Streaming-Zeitalter ein bisschen anders, aber früher wurde eine CD-Release ganz einfach, irgendwie, weiß ich nicht, 10 Euro.
Speaker: Dann gab es eine Deluxe-CD mit einem tollen Package.
Speaker: Es gab irgendwie noch eine Vinyl, nochmal eine Vinyl-Deluxe mit irgendwie farbigen Vinyl und alles wurde immer teurer, immer teurer.
Speaker: Und natürlich wurde das dann auch weniger gekauft, aber dadurch, dass es teurer wurde, wurde dann auch der Umsatz gemacht.
Speaker: Ist das hier eine Alternative?
Speaker: Also das ist eben meine Frage, wenn man Bücher teurer macht, funktioniert das oder nicht?
Speaker: Die wurden ja schon teuer die letzten Jahre, aber halt nicht so viel.
Speaker: Ich glaube, also wir selber veröffentlichen ja auch Musik und versuchen immer Erkenntnisse aus dem Musikmarkt auch auf die Bücher zu übertragen.
Speaker: Das geht aber echt nur begrenzt.
Speaker: Zumal auch zum Beispiel dieses Sammlerding.
Speaker: Wir haben mal gedacht, wenn man irgendwas so Limited Edition macht, bei Platten ist das quasi, die werden dann weg sein und bei Büchern ist das nicht so.
Speaker: Das ist überhaupt gar nicht so, dass die Leute sammeln oder so.
Speaker: Bemerkenswert finde ich den aktuellen Trend ja in dieser ganzen Romance und Young Adult oder New Adult Richtung, wo man halt wirklich so wahnsinnige Ausstattung hat mit Farbschnitt, vierfarbigen Farbschnitt mit Bildern auf allen drei Seiten und so.
Speaker: Das ist wirklich Wahnsinn, was die da machen.
Speaker: Wahrscheinlich sind aber die Auflagen auch entsprechend und die können das auch anders kalkulieren.
Speaker: Ich glaube auch, dass es sich eigentlich schon so lohnen könnte zu sagen, wir machen Lesebändchen, super Prägung, tolle Sonderfarben innen drin auch und dann kostet das Buch insgesamt einen Euro mehr im Laden oder zwei.
Speaker: Das glaube ich schon, dass das geht.
Speaker: Das fällt halt nur nicht auf, weil du gar nicht weißt, was es sonst gekostet hätte.
Speaker: Es gibt keine normale Edition oder so.
Speaker: Also ob das jetzt 24 kostet und eigentlich sonst 22, das weiß halt niemand.
Speaker: Und das ist ein bisschen schwierig zu kommunizieren, glaube ich.
Speaker: Und ja, keine Ahnung.
Speaker: Und man sieht natürlich, also gerade die kleineren unabhängigen Verlage haben natürlich als Hauptkonkurrenten auch gerade die großen Häuser.
Speaker: Und die haben vielleicht andere Auflagen und können und sind auch in den letzten Jahren ja sehr nachgezogen, was eine tolle Ausstattung angeht.
Speaker: Und wenn man da mitspielen will, dann den gleichen Ladenpreis anbieten will, muss man schon irgendwie eine gute Mitte finden.
Speaker: Denn ich glaube, das ist ein großer Unterschied, wenn ich mir jetzt von irgendeinem Musiker, den ich wahnsinnig liebe, die Fanbox kaufe.
Speaker: Der Kunde im Buchhandel behaupte ich, natürlich gibt es die Hardcore-Fans und da macht man das vielleicht auch, dass man irgendwie die Farbschnittvariante kauft.
Speaker: Aber in der Regel steht der Kunde oder die Kundin im Buchladen
Speaker: Und ist ja nicht wahnsinnig heiß auf dieses eine Produkt, sondern ich möchte unterhalten werden oder ich suche Entspannung.
Speaker: Warum auch immer, mit welcher Motivation ich ein Buch heraus kaufe.
Speaker: Aber in der Regel suche ich nicht gezielt, sondern ich stöbere ja.
Speaker: Und da ist der Preisdruck oder der Preisvergleich, glaube ich, da doch durchaus relevanter.
Speaker: Und von daher...
Speaker: Kann man das nicht ganz so.
Speaker: Auch zum Thema Nachhaltigkeit vielleicht nur ein Satz.
Speaker: Es gibt verschiedene Mittel.
Speaker: Die meisten Druckereien achten mittlerweile auf das Papier zumindest.
Speaker: Man kann das Ganze alles noch wahnsinnig weiter treiben bis zu irgendwelchen veganen, erdölfreien Farben, die beim Druck verwendet werden etc.
Speaker: Es gibt, Tina, ich weiß, ihr habt das, ich merke es mir nie, Cradle-to-Cradle-Verfahren?
Speaker: Cradle-to-Cradle.
Speaker: Das sind, hilf mir ganz kurz, kompostierbare Bücher.
Speaker: Ja, also wir haben das jetzt noch nicht, ich weiß gar nicht, doch, wir haben auch Bücher dazu.
Speaker: Das bieten mittlerweile relativ viele Druckereien tatsächlich an, dass man ökologisch einwandfrei druckt und sozusagen das Papier und die Farbe kompostierbar werden.
Speaker: Also dass es wieder in den Kreislauf hineinlaufen kann, ohne dass irgendetwas davon entfernt werden muss von diesem Buch.
Speaker: Was natürlich super spannend ist, aber was natürlich dann exorbitant teuer ist.
Speaker: Also das machen wir dann tatsächlich nur für Bücher, wo auch der Inhalt entsprechend ist.
Speaker: Wo die Menschen halt schon von sich aus inhaltsmäßig darauf achten, dass es um ökologische Themen geht.
Speaker: Und dann sollte das Produkt natürlich auch ökologisch sein.
Speaker: Das darf man dann, wie Andi vorhin das Beispiel genannt hat, nicht in China drucken, sondern da muss man dann halt wirklich gucken, dass auch nachhaltig produziert ist.
Speaker: Aber ich will nochmal...
Speaker: Und das ist natürlich dann ein krasser Unterschied nochmal im Preis.
Speaker: Ja, aber ich will nochmal auf diesen Preisanstieg eingehen.
Speaker: Also ich glaube, die Leute, die sowieso schon 24 Euro für ein Buch ausgeben, würden auch mehr für ein Buch ausgeben.
Speaker: Also das heißt, wenn die ganze Branche sich darauf einigt, sagen wir mal, wir machen jetzt ein Buch, weiß ich nicht, 5 Euro generell teurer,
Speaker: und alle die Preise anheben, die Leute würden glaube ich trotzdem ja noch die Bücher kaufen.
Speaker: Es bringt natürlich nichts, wenn man selber als einzelner Verlag sagt, okay wir machen unsere Bücher jetzt teurer.
Speaker: Kann ich total nachvollziehen, das bringt nichts, dann verliert man wahrscheinlich KäuferInnen, aber vielleicht wäre das ja ein Ansatz.
Speaker: Aber ich weiß gar nicht, Andi, ob das mit Blick auf das Kartellrecht, ob du da hier nicht gerade zu einer Straftat anstiftest.
Speaker: Und man muss auch sagen, die Bücher kosteten bis vor kurzem noch 19 Euro.
Speaker: Also das ist schon irgendwie ein Sprung gewesen in den letzten vier, fünf Jahren.
Speaker: Es ist wahrscheinlich aber trotzdem richtig.
Speaker: Es müssten alle, die Preise müssen teurer werden.
Speaker: Ich glaube, die Buchhandlungen würden sich freuen.
Speaker: gleichzeitig, die Kunden halten ihr Geld sehr zusammen, haben auch nicht viel davon momentan und dann zu sagen, wir legen nochmal 5 Euro drauf, ich glaube, es tut den Auflagen nicht gut und wenn die Auflagen noch kleiner werden, ist es für die Verlage fast schlimmer, als wenn sie ein paar weniger Bücher verkaufen, weil dann können sie es gar nicht mehr rechnen.
Speaker: Wir gehen einfach mal weiter, würde ich sagen.
Speaker: Als nächsten Posten habt ihr Vertrieb und Lager.
Speaker: Vielleicht als ganz kurze Erklärung ja auch, diese Bücher müssen ja, die stehen nicht bei den Verlagen hinten im Hof, sondern da gibt es dann ja die berühmten Auslieferungen, die sich bezahlen lassen, dass diese Bücher dort lagern und ausgeliefert werden.
Speaker: Was habt ihr da für Posten mit reingerechnet, Vertrieb und Lager?
Speaker: Das ist tatsächlich, also das ist auch vielleicht das Missverständnis manchmal, es sind nicht die BuchhandlungsvertreterInnen gemeint, die sich ja auch als Vertrieb empfinden, sondern es ist tatsächlich nur die reinen Lager- und Transportkosten.
Speaker: Wir haben eine Auslieferung, da liegen die Bücher, die lagern die und wenn sie welche verwendet.
Speaker: verschicken, weil eine Buchhaltung bestellt oder ein Großhändler bestellt, dann schreiben die die Rechnung und die nehmen einfach Prozente davon.
Speaker: Und dann haben wir mal kalkuliert, wie ist das so?
Speaker: Und im Schnitt kamen wir auf fünf Prozent des Ladenpreises.
Speaker: Und das haben uns andere Verlage auch so wieder gespiegelt.
Speaker: Und dann war das ungefähr das, was wir an Kosten reinrechnen.
Speaker: Es ist ein bisschen schwierig, das aufs einzelne Buch runterzurechnen, aber im Schnitt kam das ungefähr so hin.
Speaker: Wir sind bei 1,20 Euro für diesen Posten.
Speaker: Jetzt weiß man natürlich aber auch in der aktuellen Situation, wo Bücherwagendienste eingekürzt werden und so, auch die Auslieferungen aus diesem Vertriebsbereich sind jetzt nicht diejenigen, die jetzt hier richtig abcachen und auch wieder an dem Buch nicht so wahnsinnig viel verdienen.
Speaker: Wir sind dem aber auf der Spur.
Speaker: Wir gehen mal weiter.
Speaker: 85 Cent habt ihr für Presse und Presseversand.
Speaker: Was ist damit gemeint?
Speaker: Das ist ja auch wieder so ein Posten, der fällt einmal an, wenn das Buch erscheint, wenn es bevor es erscheint im Prinzip sogar schon.
Speaker: Es gibt dann entweder im Verlag oder extern Dienstleister, die JournalistInnen kontaktieren, BloggerInnen, BooktokerInnen und so weiter, die halt einfach versuchen, Leute zu finden, die sich für das Buch interessieren, die es besprechen wollen, die diese Bücher verschicken an diese Leute.
Speaker: Und das ist ein relativ einfach zu kalkulierender Posten.
Speaker: Du weißt ungefähr, so und so viele Exemplare werden wir ungefähr verschicken, 100, 150, 200, keine Ahnung.
Speaker: was kostet es an Versandkosten und was kostet uns dieser Dienstleister oder diese Stelle bei uns im Haus.
Speaker: Und das haben wir dann einfach runtergebrochen auf diese Zahl.
Speaker: Und ich glaube, es müssten dann ungefähr bei 85 Cent ungefähr 1.700 Euro, glaube ich, dann da eingerechnet.
Speaker: Was mich interessieren würde, gerade bei dem Posten Presse, theoretisch müsste da ja auch der Presseversand mit reinlaufen und der kostet ja nochmal Porto, wenn ihr ein Buch verschickt.
Speaker: Mittlerweile ist es zwar üblich, dass ganz oft auch PDFs verschickt werden, aber wir hatten es ja vorher noch schon bei der Auflage, man verkauft nicht die gesamte Auflage, sondern manchmal verschickt man auch die Bücher.
Speaker: Mit den 85 Cent und auch bei dem Folgeposten, der gleich nochmal angesprochen wird, mit Werbung mit 30 Cent, seid ihr ja sehr vorsichtig eigentlich umgegangen, würde ich jetzt fast sagen.
Speaker: Also für mich ist das fast schon zu wenig.
Speaker: Ja, das kann durchaus sein, dass das auch mal mehr karrieren werden muss.
Speaker: Ich glaube, bei einer 2000er Auflage würde ich sagen, man verschickt ungefähr 100 Presseexemplare.
Speaker: Und wenn ich das hochrechne, kommt das irgendwie auf 200, 250 Euro Versandkosten und dann bleiben 1.450 für die Pressearbeit.
Speaker: Und das erschien uns relativ realistisch.
Speaker: Es gibt natürlich Projekte, wo man deutlich mehr verschickt.
Speaker: Es gibt Projekte, wo man mehr macht.
Speaker: Und das Gleiche gilt natürlich auch für die nächsten Posten Werbung.
Speaker: Die kleineren Verlage machen fast keine Werbung.
Speaker: Anzeigenschaltung ist wirklich selten und sehr spezifisch.
Speaker: Also wenn ich ein Philosophiebuch habe, kann ich vielleicht in einem Philosophie-Magazin mal eine Anzeige schalten, aber in der Regel mache ich das nicht breit.
Speaker: Das ist einfach zu teuer.
Speaker: Ich glaube, Anzeigen in großen Tageszeitungen oder Wochenzeitungen sind wirklich den großen Konzernen vorbehalten.
Speaker: Ich habe da noch nie irgendwie Anzeigen von kleineren Verlagen gesehen.
Speaker: Und ich glaube auch persönlich, dass wenn man Anzeigen und Werbung richtig groß machen würde, auch online, müsste man das ganz breit, massiv alles zuplakatieren quasi für eine Woche, damit das irgendwie so einen Wiedererkennungseffekt hat auch.
Speaker: Und das können sich die kleineren Verlage eigentlich nicht leisten.
Speaker: Deswegen steht auch in der Beschreibung bei dem Plakat, dass wir da sehr zurückhaltend kalkulieren mit 30 Cent pro Buch Werbung und dass es da quasi nach oben offen ist und die größeren Verlage da durchaus auch sehr viel Geld mehr investieren.
Speaker: Weil einfach gerechnet, das sind 600 Euro.
Speaker: Das ist tatsächlich, damit kriege ich noch nicht mal eine Anzeige hin.
Speaker: Das ist wahrscheinlich dann ein bisschen Facebook-Werbung, die ich irgendwie finanzieren kann oder wie auch immer.
Speaker: Aber wirklich eine echte Sichtbarkeit für die Werbung ja eigentlich da sein sollte, erreiche ich damit nicht.
Speaker: Und wenn ich mir ein Marketing-Handbuch schnappe, dann heißt es, das Marketing-Budget sollte bei 8 bis 10 Prozent des Warenwerts oder des Nettoladenpreises liegen.
Speaker: Da sind wir ja hier weit entfernt.
Speaker: Also das ist, ich weiß, dass es nicht anders geht, aber es ist nicht die ideale Wirtschaft.
Speaker: Absolut.
Speaker: Ja, ich glaube aber auch Marketing ist wirklich ein Bereich, der ist in den meisten Verlagen eher, der wird improvisiert.
Speaker: Also es wird versucht, viel online zu machen, über Social Media irgendwie nette Aktionen zu machen, Verlosungen zu machen und gar nicht so sehr die klassische Anzeigenschaltung.
Speaker: Aber Alex und ich haben uns gefragt, wo habt ihr die Vorschau drin?
Speaker: Also das kostet ja jede Seite einzeln schon Geld bei so einer Vorschau.
Speaker: Die kostet Gestaltung, Satz, Druck, den Versand.
Speaker: Theoretisch ist es Presse und Vertrieb so halb und halb, weil es geht ja an die Buchhandlung und an die Presse.
Speaker: Wo seht ihr die Kosten versteckt hier bei eurer Grafik?
Speaker: Ja, die sind in der Grafik versteckt.
Speaker: Im Erklärtext sind sie erwähnt.
Speaker: Es gibt den Verlagsanteil.
Speaker: Die sind da drin.
Speaker: Das ist tatsächlich, die sind im Teil, den der Verlag selber bezahlt.
Speaker: Und ja.
Speaker: Also das kann ich ja mal kurz vorlesen, weil das ist schon abgefahren.
Speaker: Also Gemeinkosten des Verlags sind zum Beispiel Löhne und Gehälter natürlich, Büromiete, Nebenkosten, Porto, Büromaterialien, Computer, Telefon, Internetkosten, Vertriebs- und Verkaufsstrukturen, also zum Beispiel die Webseite Buchmessenstände, super teuer, Vorschaukataloge, die Handelsvertreterinnen,
Speaker: Oder auch einzelne Sachen, zum Beispiel betreut man manchmal eine Lesereise, gibt noch Geld dazu, teilweise für Veranstaltungen, Fahrtkosten, Unterkunft.
Speaker: Es ist wirklich sehr, sehr viel, was da eigentlich noch anfällt.
Speaker: Eine Buchhaltung, ein Steuerberater.
Speaker: All das, genau.
Speaker: Also das ist alles aus den 2,80 Euro.
Speaker: Das ist sowieso völlig absurd eigentlich für die meisten.
Speaker: Was ich ganz wichtig finde, das auch nochmal zu betonen, gerade im Verhältnis zwischen AutorInnen und dem Verlag, dass es da nicht dieses Ungleichgewicht gibt und der Verlag sich dumm und dämlich verdient und den geistigen Schöpfer und den Kreativen da richtig ausbeutet.
Speaker: Es ist ganz und gar nicht so.
Speaker: Das muss man, glaube ich, betonen.
Speaker: Der Nächste, der jetzt hier relativ in eurer Illustration gut verdient, ist der Großhandel.
Speaker: 2,24 Euro.
Speaker: Was steckt dahinter?
Speaker: Ja, der Großhandel, das sind ja die Barsortimente.
Speaker: Es ist eigentlich so in der Regel, dass die so roundabout 50% Rabatt bekommen von den Büchern.
Speaker: Sie selber geben aber natürlich auch wieder Rabatte weiter an die Buchhandlungen, die sie beliefern.
Speaker: Und wir haben jetzt ungefähr mit 10% kalkuliert, wahrscheinlich ist es inzwischen ein bisschen mehr, dass die Großhändler sich mehr als 10% rausnehmen, aber sehr viel mehr ist es nicht, weil die Buchhandlungen kriegen ja schon 35-40% irgendwie noch von den Barsortimenten und dementsprechend
Speaker: können da eigentlich nicht mehr als 10% drin sein.
Speaker: Und deswegen haben wir ungefähr mit 10% kalkuliert.
Speaker: Man muss dazu sagen, dass sehr viele, gerade kleinere Verlage, einen sehr hohen Anteil an Großhandelsbestellungen haben.
Speaker: Also es gibt teilweise Quartale bei uns, wo wir 90% unserer Bücher gehen an die Großhändler.
Speaker: Und das heißt im Prinzip, die Rabatte, die die Großhändler bekommen, das ist für uns die Marge, mit der wir kalkulieren.
Speaker: Wenn Buchhandlungen bei uns direkt bestellen oder beziehungsweise bei unserer Auslieferung, dann ist das so ein Bonus.
Speaker: Das ist toll, aber damit rechnet man eigentlich nicht.
Speaker: Weil ihr hattet eigentlich ja auch, wir kommen gleich noch zum Buchhandelsumsatz, ich glaube mit 45% Rabatt im Mittel gerechnet.
Speaker: Vielleicht nochmal für alle, die nicht aus der Branche kommen, Großhandel bzw.
Speaker: Barsortiment, das ist also dieser Zwischenbuchhandel, der sich ausgewählte Titel in Lager packt und eben dafür sorgt, dass in den meisten Fällen in Deutschland Bücher heute bestellt und morgen in die Buchhandlung geliefert werden können.
Speaker: Das nochmal, Klammer zu.
Speaker: Okay, aber auch die Barsortimente, wie gesagt, die verdienen nicht so wahnsinnig viel.
Speaker: Jetzt ist hier noch der ganz fette Brocken.
Speaker: Und ich habe auch so ein bisschen mitbekommen, als dieses Plakat veröffentlicht wurde, gerade so auf Social Media, da gab es so ein bisschen, habt ihr manchmal so ein bisschen auf die Mütze bekommen, weil es womöglich ein falsches Bild erweckt, denn der ganz große Gewinner, keiner verdient was, aber wer was verdient, das sind die Buchhandlungen.
Speaker: Die kriegen 7,85 Euro.
Speaker: Ja, das ist lustig.
Speaker: Also ich meine, im Prinzip haben wir am Anfang natürlich gedacht, ja, aber die Buchhandlung, denen geht es ja wirklich auch nicht so gut.
Speaker: Also die Buchhandlungen, die haben ja zu kämpfen gerade, die haben alle möglichen Probleme und Konkurrenten und so.
Speaker: Und die müssen eben natürlich auch Personal, Miete, Nebenkosten, ich glaube, sowas wie EC-Kartengebühren sind ganz massiv, Beiträge für den Börsenverein, Software, Schulungen, Messeteilnahmen, Veranstaltungshonorare, vielleicht müssen sie sich auch irgendwie ein Auto oder ein Lastenfahrrad kaufen oder so.
Speaker: Also es gibt irgendwie immer wahnsinnig viel Kosten.
Speaker: Und...
Speaker: Trotzdem war es schon so, dass wenn wir immer weiter da gefragt haben, was habt ihr denn für Kosten?
Speaker: Die Buchhandlungen haben uns Sachen gesagt, wo wir denken, ja, die Verlage haben genau die gleichen.
Speaker: Also es ist genau das Gleiche, was der Verlag hat.
Speaker: Und die...
Speaker: Buchhandlungen bekommen zwischen 30 und 40 Prozent, manche auch 45, das ist durchaus auch üblich inzwischen.
Speaker: Und die müssen natürlich all diese Sachen davon bezahlen.
Speaker: Und ich glaube, sie verkaufen auch natürlich, ich weiß gar nicht, ob man das in Stückzahlen mal umrechnen müsste, wie viele Bücher verkauft eine Buchhandlung im Jahr, wie viele Bücher verkauft ein Verlag im Jahr und so.
Speaker: Ich glaube, es kommt bei einem durchschnittlichen Indie Verlag und einer durchschnittlichen kleineren Buchhandlung ungefähr aufs gleiche raus.
Speaker: Deswegen ist es natürlich schon für uns auffällig, dass Verlage da deutlich mehr von stemmen müssen, von diesem kleinen Anteil, als die Buchhandlung.
Speaker: Plus, die Buchhandlung darf natürlich, das sage ich jetzt mal so ein bisschen provokativ, die darf natürlich auch einen Teil ihrer Bestellung wieder zurückschicken.
Speaker: Also wenn eine Buchhandlung merkt, diese Bücher kriegen wir nicht verkauft, dann schicken wir die zurück.
Speaker: als Verlag kannst du niemandem was zurückschicken, schon gar nicht der Druckerei.
Speaker: Also das heißt, wir haben das ganze Risiko, die Buchhändler haben auch Risiko, aber es ist ein bisschen abfederbar.
Speaker: Und
Speaker: Das ist natürlich schon der Punkt, der auch für uns interessant war und wo wir auch dachten, wir sind gespannt auf die Diskussionen, weil es schon heißt, ja, Buchhändler sind natürlich auch Kaufleute und die wollen natürlich auch Geld verdienen.
Speaker: Und natürlich gibt es sehr viele auch ÜberzeugungstäterInnen, die halt sagen, ich liebe Bücher, ich möchte das machen, no matter what.
Speaker: Aber ich glaube, die müssen wahrscheinlich noch stärker rechnen, dadurch, dass sie auch Ladenfläche haben und Personal vielleicht im Laden stehen haben, ob sich das auch wirklich finanziert oder nicht.
Speaker: Trotzdem kann man festhalten, an einem einzelnen Buch verdient die Buchhandlung deutlich mehr als alle anderen.
Speaker: Wir sollten, glaube ich, in einer der nächsten Folgen mal auch von der anderen Seite rangehen und uns auch mal anhören, was Buchhandlungen für Kosten haben.
Speaker: Denn einfach vom Gefühl her, ich kenne viele, vor allem auch kleine Indie-Verlage und so, die natürlich nicht die beste Bürogegend haben, um die Mieten zu drücken.
Speaker: Wenn eine Buchhandlung sagt, ich gehe ganz an den Stadtrand ins Bahnhofsviertel, wo ich nicht so wahrgenommen werde oder so,
Speaker: hilft das dem Laden ja auch nicht.
Speaker: Also das ist von daher muss man da glaube ich schon aufpassen, wie man das in Relation setzt.
Speaker: Ich sage das auch alles ein bisschen prophylaktisch, damit wir hier nicht auf die Mütze kriegen.
Speaker: Absolut.
Speaker: Ich glaube, die die Ladenmiete ist quasi eine der entscheidenden Posten.
Speaker: Und natürlich, je besser die Lage ist, desto schlimmer wird die Miete sein und dementsprechend wird die auch sehr reinhauen in die Gesamtkalkulation.
Speaker: Also deswegen, das soll, ich glaube auch von euch war das nie Absicht, dass man da jetzt irgendwie eine Front aufbaut und sagt, schaut doch nur, wie gut es euch geht.
Speaker: Ihr müsst uns bedauern.
Speaker: Ich glaube, das war gar nicht eure Intention.
Speaker: Nur man muss auch festhalten, die Kurt-Wolf-Stiftung ist also diese Initiative, dieser Zusammenschluss von Verlagen.
Speaker: Und deswegen habt ihr hier auch abgebildet, was...
Speaker: über das ihr sprechen könnt, nämlich die Kosten, die bis zu diesem Punkt eben auch entstehen, die dem Verlagen entstehen.
Speaker: Das wäre, glaube ich, auch merkwürdig gewesen, wenn ihr euch jetzt angemaßt hättet, zu sagen, was für Kosten eine Buchhandlung hat.
Speaker: Also das hätte ich, glaube ich, auch ein bisschen befremdlich gefunden.
Speaker: Na, wir haben sehr viel mit Buchhandlungen uns ausgetauscht für das Plakat, weil wir ja genau diese Art von Gespräch vorab gesehen haben und haben natürlich von vielen Buchhandlungen mal eingeholt.
Speaker: Wie findet ihr denn diese Gesamtkalkulation?
Speaker: Was ist denn da eigentlich, was habt ihr denn das Gefühl, warum eure Kosten auch so hoch sind und warum das dann trotzdem für euch knapp ist, obwohl der Anteil erstmal auf dem Papier ja relativ groß aussieht?
Speaker: Ich glaube, was halt schwierig ist, ist die Vermischung von, es gibt allgemeine Kosten und wir versuchen die zu finanzieren mit Buchverkauf und es gibt konkrete Kosten, die pro Buch anfallen, die auch nur bei diesem Buch anfallen, wie zum Beispiel das Lektorat für ein bestimmtes Buch oder die Druckereikosten für ein bestimmtes Buch.
Speaker: Deswegen konnten wir die als Verlag natürlich aufschlüsseln und sagen, dieser eine Roman kostet in der Druckerei das und das.
Speaker: Die Buchhandlung hat natürlich aber einfach einen ganzen Berg von verschiedenen Titeln und die alle einzeln kalkuliert sind und sie selber müssen halt insgesamt aus diesem Gesamtverkauf ihre Kosten bezahlen und das ist halt irgendwie eine andere Rechnung.
Speaker: Ich glaube, wenn eine Buchhandlung so ein Plakat machen würde, würde die andere Verteilung aufmachen und natürlich ihre eigenen Posten auch anders machen.
Speaker: Die beziehen die Bücher und danach geht es ja erst los mit den Kosten, was da alles reinspielt.
Speaker: Ich habe im Social Web auch in der Diskussion um euer Plakat gesehen, dass viele Buchhändler sehr aktiv waren und gesagt haben, wir brauchen unser eigenes Plakat.
Speaker: Also ich bin gespannt, ob es in den verschiedenen Arbeitsgruppen auch des Börsenvereins einfach dann vielleicht mal eine Initiative gibt.
Speaker: Und der Buchhändler einfach mal die Initiative ergreift und sagt, ja, wir verdienen zwar 7,85 Euro, aber davon sind folgende Kosten einfach.
Speaker: Also die bezahlen ja auch ein Porto, die zahlen ja auch Lieferkosten, wie du schon erwähnt hast, Miete, Miete.
Speaker: Werbemittel, Lesungen.
Speaker: Die Lesungen sind ja meistens auch eher auf Kosten der Buchhandlungen, als dass sie da wirklich mit dem Buchverkauf die Kosten wieder einspielen.
Speaker: Deswegen, ich fände es toll, wenn die Initiative entsteht.
Speaker: Und wir laden natürlich auch gerne einen Buchhändler ein, der uns dann wiederum das erklärt.
Speaker: Es wäre total toll, wenn das jetzt im Laufe des Jahres einfach dann auch mal auf Papier zu sehen ist.
Speaker: Ich meine, wir wissen ja auch.
Speaker: Ganz kurz, wenn es eine Buchhandlung gibt, die ihre Zahlen auslöst,
Speaker: ein bisschen verfremdet gerne mal zur Verfügung stellen möchte, meldet euch gerne per E-Mail alles at buchmarkt.de.
Speaker: Ja, absolut.
Speaker: Uns würde das auch sehr interessieren, zumal wir ja auch dauernd mit Buchhandlungen zusammenarbeiten und ja auch wissen, dass das quasi unsere Verbündeten sind auf diesem Buchmarkt.
Speaker: Ich denke, das ist ganz wichtig, noch mal zu betonen, dass wir alle voneinander abhängen und das zusammen machen wollen.
Speaker: Aber was man auch sagen muss, richtig Geld hat jetzt niemand verdient.
Speaker: Wir haben das Buch einmal komplett durchgearbeitet.
Speaker: Gut, am Ende bleibt nochmal die Mehrwertsteuer 1,57 Euro.
Speaker: Das wird auch nochmal abgezogen.
Speaker: Aber wir haben ein relativ teures Produkt auf den ersten Blick, was am Ende aber niemanden reich macht.
Speaker: Da sind keine versteckten Kosten drin.
Speaker: Da ist nichts, wo sich irgendeiner jetzt wirklich bereichern kann.
Speaker: Von daher ist das schon eine sehr runde Kalkulation.
Speaker: Vielleicht deswegen für alle, die sich ab und zu über...
Speaker: Preise ärgern, denn wir sind alle, die wir hier sprechen, sind nicht nur in der Buchbranche, wir sind auch alle leidenschaftliche Leser und dementsprechend geht keiner von uns, glaube ich, in der Buchhandlung an einem schönen Buch vorbei.
Speaker: Deswegen so immer wieder der Aufruf, dass man sich bewusst macht, natürlich kann man von diesen 24 Euro, ich weiß nicht, zwei Monate sein Netflix-Abo zahlen.
Speaker: Man geht davon aber auch häufig einfach nur einen Abend ins Kino und geht nach 100 Minuten wieder raus.
Speaker: und hatte da noch kein Getränk dazu und findet das völlig in Ordnung.
Speaker: Also deswegen auch immer wieder ein bisschen darüber nachdenken, was ist mir dieses Produkt wert?
Speaker: Und wir haben überhaupt an keiner Stelle heute darüber gesprochen, dass der Autor ja nicht nur eine geistige, kreative Leistung abgeliefert hat, sondern dass der da natürlich auch Stunde um Stunde dran gesessen hat und das bearbeitet hat.
Speaker: Also da gibt es eh keine Diskussion, dass das alles ein relativ undankbarer Job ist und das hat einen Grund, warum die wenigsten
Speaker: AutorInnen in Deutschland auch wirklich vom Schreiben leben können und trotzdem eben, was wir vorhin hatten, dieses Herzbluten, diese Begeisterung, mit der wir das alle machen, die eben auch dazu führt, dass Menschen sich hinsetzen und wunderbare Texte schreiben.
Speaker: Ich wollte auch nur kurz nochmal erwähnen, also ich fand das Plakat, es ist wunderschön gestaltet, es sieht toll aus, hat aber irgendwie eine ernüchternde Botschaft am Ende, weil eben, wie wir gesagt haben, es bleibt wenig hängen.
Speaker: Und auch, ich habe mir den Umsatzausblick auch mal der Buchbranche angeschaut.
Speaker: Ich weiß jetzt nicht, ob die Zahlen stimmen, aber es sieht definitiv nicht rosig aus, was jetzt die nächsten Jahre angeht.
Speaker: ist vielleicht auch nochmal eine Folge wert zu schauen, wie geht es weiter, kann man da irgendwas machen, kann man dagegen steuern?
Speaker: Im Moment bin ich so ein bisschen ratlos tatsächlich.
Speaker: Daniel, willst du die Ratlosigkeit aufheben?
Speaker: Ich fürchte, das kann keiner von uns wirklich.
Speaker: Ja, ich finde das ist schwierig in die Zukunft zu sagen.
Speaker: Ich bin ja grundsätzlich immer Optimist und glaube, es gibt immer gute und kreative Wege, die
Speaker: durch die Krise und aus der Krise raus.
Speaker: Aber natürlich sind die letzten Jahre schon für viele Leute auch in der Kulturbranche recht ernüchternd, weswegen wir zum Beispiel auch sehr froh sind, dass es solche Initiativen gibt wie von der BKM, den Buchhandlungspreis und den Deutschen Verlagspreis und das einfach so ein bisschen öffentliche Anerkennung da ist.
Speaker: Parallel versuchen wir ja sogar noch eine strukturelle Förderung für Verlage zu erwirken, gerade auch über die Politik.
Speaker: Das ist aber noch ein langer Weg und mal sehen, ob da was funktioniert.
Speaker: Und ganz besonders betont wollen wir auch nochmal den Indie-Book Day an dieser Stelle kurz nochmal erklärt.
Speaker: Der Gedanke ist, ihr kauft euch ein Buch aus einem unabhängigen Verlag, fotografiert euch damit, teilt das am besten noch auf Social Media, um auf diese Aktion aufmerksam zu machen.
Speaker: Denn es gibt so wahnsinnig viel zu entdecken, was eben, wie wir das eben auch in der Kalkulation gesehen haben,
Speaker: Nicht jede Buchhandlung kann sich jedes mutige Experiment aus kleineren Verlagen in den Laden stellen.
Speaker: Es gibt wahnsinnig viel zu entdecken und guckt und kauft gerne.
Speaker: Mit Blick auf die Uhr würde ich sagen, wir schließen jetzt diese Kalkulation ab, aber wir wären ja doof, Daniel, wenn wir dir nicht noch eine Buchempfehlung aus den Rippen leiern würden.
Speaker: Ja, gerne.
Speaker: Also ich habe, wir haben vor einigen Jahren mal angefangen Kinderbücher zu machen, nicht ahnend, wo uns das hinbringen würde.
Speaker: Und das erste Kinderbuch, was wir gemacht haben vor einigen Jahren, das heißt Trecker kommt mit.
Speaker: Das ist von Finn-Ole Heinrich und Dieter Zipfel geschrieben und illustriert ist es von Halina Kirschner.
Speaker: Das war echt eine tolle Erfahrung, das erste Buch zu machen, wo uns das überall hingetragen hat.
Speaker: Das hat tolle Presse gekriegt.
Speaker: Das wurde eines der schönsten deutschen Bücher.
Speaker: Und wir haben es in diverse Sprachen verkauft.
Speaker: Und das ist ja immer das Allerschönste, wenn die Bücher dann auf einmal auf Spanisch oder Koreanisch reinkommen in den Verlag.
Speaker: Das gibt es jetzt wieder.
Speaker: Das war nämlich eine Weile nicht mehr erhältlich.
Speaker: Und wir haben jetzt quasi eine neue Ausgabe gemacht.
Speaker: Trecker kommt mit.
Speaker: Eine so schöne Kindergeschichte, die wir jetzt wiederholen.
Speaker: Grundgeschichte ist so ein bisschen, das Kind kriegt von den Eltern gesagt, wir ziehen jetzt in die Stadt und das Kind sagt, ja, okay, das geht klar, ich habe eine Bedingung, der Trecker kommt natürlich mit und die Eltern sagen, das macht ja gar keinen Sinn, du brauchst in der Stadt keinen Trecker und das Kind erhält dann quasi einen buchlangen, lustigen Monolog darüber, warum der Trecker der beste Freund ist und überhaupt der nützlichste Gefährte und warum der unbedingt mitkommen muss und das ist sehr lustig und eben auch schön illustriert von Halina Kirschner und hat uns viel Spaß gemacht und macht es jetzt hoffentlich auch wieder.
Speaker: Okay, für welche Altersgruppe seid ihr da unterwegs?
Speaker: Das ist so von vier bis sechs ungefähr.
Speaker: Okay, verlinken wir euch natürlich auch nochmal bei Genial Lokal, damit ihr das in der Buchhandlung um die Ecke kaufen könnt.
Speaker: Aber wir verlinken auch den Verlagsshop.
Speaker: Dann kann jeder selber entscheiden, wie er das kaufen möchte.
Speaker: Vielen Dank, Daniel, für diesen Einblick.
Speaker: Das war im Vorfeld, glaube ich, eine Heidenarbeit für euch, das alles auszuarbeiten, das so wunderbar darzustellen.
Speaker: Vielen Dank, dass du dir da heute nochmal die Zeit genommen hast, das mit uns ein bisschen durchzusprechen.
Speaker: Wenn Buchhandlungen das bestellen wollen, auch da verlinken wir dann einfach in den Shownotes noch einmal die Möglichkeit.
Speaker: Es gibt ein Bestellformular.
Speaker: Wenn Buchhandlungen das bestellen wollen, können Sie das gerne bei der Kurt-Wolf-Stiftung tun und sich in den Laden hängen.
Speaker: Ich glaube, ein bisschen Aufklärung tut auf allen Seiten gut.
Speaker: Und an dieser Stelle vielen Dank also Daniel Beskost für die Zeit.
Speaker: Und nun haben wir auch noch Tina, die uns ein Buch wieder mal mitgebracht hat.
Speaker: Genau.
Speaker: Und mein Buch ist diesmal ein Kriminalroman.
Speaker: Ganz ungewöhnlich.
Speaker: Wer mich kennt, weiß, ich lese vielleicht, naja, ein bis zwei Kriminalroman im Jahr.
Speaker: Also ich bin überhaupt kein Fan davon.
Speaker: Aber es gibt eine Reihe aus Japan des japanischen Schriftstellers Seishi Yokomitsu.
Speaker: Das besteht ursprünglich aus 77 Bänden.
Speaker: Wir sind jetzt bei Band 2, bei Blumenbar erschienen.
Speaker: Und zwar ist das die Kriminalreihe zum Privatdetektiv Kosuke Kindaichi.
Speaker: Ich habe den ersten Band vor zwei Jahren irgendwann mal durch Zufall gelesen.
Speaker: Der hieß Die rätselhaften Honjin-Morde.
Speaker: Da ging es um so einen Locked-Room-Kriminalroman, also einen Mord, der in einem geschlossenen Raum an einem Liebespaar passiert.
Speaker: Und Kosuke löst diesen Fall natürlich grandios.
Speaker: Und jetzt habe ich in der Buchhandlung Band 2 entdeckt und das ist meine heutige Empfehlung.
Speaker: Der zweite Teil heißt Mord auf der Insel Gokumon.
Speaker: Und ist von der großartigen Ursula Kräwe übersetzt, die auch Murakami übersetzt, schon seit Jahren.
Speaker: Und hier geht es darum, dass Kozuke, es spielt um 1946, Japan hat den Krieg verloren und Kozuke ist mit seinem Gefährten auf dem Rückweg.
Speaker: Der Gefährte stirbt und seine letzten Worte sind, bitte überbringe meiner Familie die Botschaft, dass ich gestorben bin und pass auf meine Schwestern auf, denn die werden jetzt sterben, wo ich tot bin.
Speaker: Und also macht sich Kozuka auf den Weg auf diese Insel.
Speaker: Es ist eine ehemalige Strafgefangeneninsel.
Speaker: Die Familie des...
Speaker: Verstorbenen ist dort die Clan-Familie und natürlich stirbt die erste Schwester.
Speaker: Und Kusuke ist vollkommen aufgelöst, versucht natürlich die anderen beiden Schwestern, es sind insgesamt drei, zu retten und versucht gleichzeitig aufzuklären, wer diesen Mord begangen hat.
Speaker: Es gibt unfassbar viele Twists, jedes Mal denkt man, ich weiß es und dann wird man doch überrascht, dass derjenige es nicht war.
Speaker: Super spannend geschrieben, man lernt auch ganz viel über japanische Kultur und diese ganzen Familientraditionen und Sterbetraditionen.
Speaker: Super tolle Geschichte, es erscheint im Sommer jetzt Band 3 und wer wissen will, in was für eine Richtung das tendiert, das geht so ein bisschen in Sherlock Holmes, Arcade Christis, Hercule Poirot, Inspektor Columbo, also so vom Stil her ist Kozuke dem sehr, sehr ähnlich.
Speaker: Und ich kann es nur empfehlen, weil ich finde es auch unterhaltsam, einfach weil es immer wieder diesen Twist hat und er diese kleinen Details einfach findet, um den Kriminalfall jedes Mal zu lösen.
Speaker: Okay, das klingt tatsächlich interessant, Tina.
Speaker: Bisschen der Edgar.
Speaker: Also ich glaube, dir wird es gefallen.
Speaker: 77 Bände der Edgar Wallace von Japan.
Speaker: Da hat Blumenbar noch einiges vor, aber es klingt sehr schön.
Speaker: Ich hoffe, sie übersetzen alle 77.
Speaker: Selbst im Dreimonatsrhythmus.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Das wäre mir eine Freude.
Speaker: Werden wir euch auch nochmal verlinken, wer jetzt daran Interesse gefunden hat.
Speaker: Vielen Dank, Tina, fürs erneute Vorstellen.
Speaker: Vielen Dank, Andreas Hänisch, der heute ein bisschen kränkelt sich hier durchgeschleppt hat.
Speaker: Und deswegen doppelt danke, dass du dabei warst.
Speaker: Und vielen Dank nochmal, Daniel Beskos.
Speaker: Danke auch.
Speaker: Schön, dass ich dabei sein konnte.
Speaker: Danke fürs Gespräch.
Speaker: Wenn ihr weitere Informationen zu einem Podcast haben wollt, dann findet ihr wie immer auf Instagram die neuesten Informationen, nochmal die Buchverlinkungen, die Gastverstellungen und wie es weitergeht.
Speaker: Wir sind bei allen Streaming-Diensten zu finden.
Speaker: Ihr könnt dort Bewertungen hinterlassen, ihr könnt uns folgen und eine kleine Aussicht auf die kommende Folge.
Speaker: Wir wollen uns mit dem Thema Bestsellerlisten auseinandersetzen und wir hoffen, dass ihr dann wieder dabei seid.
Speaker: Wir haben einen spannenden Gast angefragt, wir haben aber noch keine Bestätigung, deswegen verrate ich dazu noch nicht allzu viel.
Speaker: Dennoch sind Bestsellerlisten auch im Buchhandel vor allen Dingen immer wieder spannend.
Speaker: Kunden fragen sich, wie kommt man auf Bestsellerlisten?
Speaker: Und für Verlage sind sie natürlich auch ein Verkaufsgarant.
Speaker: Und darüber sprechen wir in der nächsten Folge.
Speaker: Und bis dahin verbleiben wir mit den herzlichsten Grüßen.
Speaker: Bis bald.

