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#20 Japan Spezial

Alles BuchMarkt
Alles BuchMarkt

510 plays · Jul 1, 2025

Tina hat ihren Urlaub genutzt, um durch Japan zu reisen – und trotz vollem Programm Zeit gefunden, sich mit Alex und Andi über japanische Literatur und den Buchmarkt vor Ort auszutauschen. Wie sehen Buchläden in Japan eigentlich aus? Und weshalb greifen so viele Menschen dort zu Schutzumschlägen, wenn sie in der Öffentlichkeit lesen? Natürlich dreht sich auch vieles um die japanische Literatur selbst – von Klassikern bis zu aktuellen Leseempfehlungen. Bitte seht uns nach, dass die Audioqualität diesmal nicht ganz auf gewohntem Niveau ist. Wir freuen uns dafür umso mehr auf eure Buchtipps: Welche japanischen Werke könnt ihr empfehlen? Folgende Bücher und Autor*innen werden in dieser Folge besprochen: Yukio Mishima - Bekenntnisse einer Maske (Kein & Aber) [https://www.genialokal.de/Produkt/Yukio-Mishima/Bekenntnisse-einer-Maske_lid_46876513.html] Asako Yuzuki - Butter (Aufbau) [https://www.genialokal.de/Produkt/Asako-Yuzuki/Butter_lid_50377116.html] Haruki Murakami - Naokos Lächeln (DuMont) [https://www.genialokal.de/Produkt/Haruki-Murakami/Naokos-Laecheln_lid_2190429.html] Alle Bücher könnt ihr natürlich bei Genialokal bestellen, oder in der Buchhandlung eures Vertrauens.

Transcript

Speaker: Hallo und herzlich willkommen, wie schön, dass ihr euch Zeit genommen habt zu Alles Buchmarkt, der Podcast zu einer etwas anderen Folge.

Speaker: Tina ist im Urlaub und dann haben wir überlegt, wir lassen es heute mal richtig krachen, machen das ohne sie und machen heute mal eine Folge ganz wie wir wollen.

Speaker: Haben uns dann aber umentschieden und machen heute etwas, was ich schon immer mal machen wollte.

Speaker: Wir schalten ins Ausland, wir schalten nach Japan.

Speaker: Dort ist es gerade...

Speaker: Ich weiß nicht, wie spät, das kann uns Tina gleich sagen, denn Tina ist in Japan und das haben wir zum Anlass genommen und wollen heute mal ein bisschen über Bücher sprechen,

Speaker: Und den Buchmarkt in anderen Ländern reden.

Speaker: Wie läuft das dort ab?

Speaker: Wie kaufen Menschen Bücher eigentlich in anderen Ländern?

Speaker: Klar, wenn man das jetzt aus einem Urlaub nach Italien, nach Frankreich oder so, dann weiß man das.

Speaker: Aber wie läuft das eigentlich am anderen Ende der Welt?

Speaker: Wie sehen Bücher dort aus?

Speaker: Und vieles, vieles mehr.

Speaker: Und wenn wir schon mal die Möglichkeit haben, dass jemand auf Recherchereise geschickt werden kann, dann nutzen wir das und schalten hiermit nach Japan.

Speaker: Hallo Tina.

Speaker: Hallo.

Speaker: Bei mir ist es jetzt Abend, während es bei euch wahrscheinlich nachmittags ist.

Speaker: Ich bin sieben Stunden voraus.

Speaker: Und ich will dazu gleich auch sagen, Japan ist ja an sich auch gerade so ein Trendland.

Speaker: Also jeder, der mal im Freundes- oder Familienkreis fragt, erkennt auf jeden Fall jemanden, der diesen Sommer in Japan ist oder verreisen wird.

Speaker: Von daher finde ich es eigentlich auch eine ganz tolle Folge für alles, was so rund um das Thema Japan gerade spielt.

Speaker: Also ich muss ja sagen, ich kenne mich da gar nicht aus.

Speaker: Es wird heute noch, glaube ich, mehrmals Thema werden.

Speaker: Andi, du bist ein bisschen fitter, glaube ich.

Speaker: Du hast dich streberhaft vorbereitet.

Speaker: Ja, mir geht es aber ähnlich wie dir.

Speaker: Also ich bin dann so durch mein Bücherregal gegangen und habe geguckt, was habe ich überhaupt für japanische AutorInnen?

Speaker: Ich habe einen Autor gefunden, ansonsten nichts, aber wie du schon gesagt hast, ich bin dann so ein bisschen streberhaft, wollte mich zumindest ein bisschen vorbereiten, bin in Buchladen und habe mich auch noch von Tina beraten lassen, bevor sie losgeflogen ist und habe dann zumindest ein paar Bücher dabei, über die ich reden kann.

Speaker: Und der eine Autor war... Aber da stelle ich direkt mal... Ja, Tina.

Speaker: Das wäre jetzt meine Frage an euch gewesen.

Speaker: Ähm...

Speaker: Wäre das Murakami gewesen, den du in deinem Schrank hast?

Speaker: Große Enthüllung hier bei diesem Podcast.

Speaker: Ich habe noch nie ein Buch von Murakami gelesen.

Speaker: Und das ist schon, ich weiß nicht, ich habe irgendwie immer das Gefühl gehabt, der wurde so gehypt, alle haben ihn gelesen und das war für mich dann so, ach,

Speaker: nee, muss ich den dann auch noch lesen?

Speaker: Und dann irgendwie war für mich so der Zug abgefahren.

Speaker: Dann dachte ich so, ah nee, muss ich jetzt doch nicht mehr lesen.

Speaker: Und deswegen habe ich das immer, ja, habe ich gar keinen Murakami im Bücherregal, sondern bei mir war, ist es, jetzt muss ich kurz gucken, Ishiguro mit Alles, was wir geben mussten.

Speaker: Wo man auch sagen muss,

Speaker: Also der ist ja Japaner, aber der ist ja eigentlich ein Brite und eigentlich ein britischer Autor.

Speaker: Und auch das Buch hat jetzt nicht so wirklich einen Hintergrund in Japan.

Speaker: Von daher gilt das vielleicht auch nur halb.

Speaker: Ja, aber gilt Murakami, der ja doch irgendwie... Ja, natürlich.

Speaker: Ja, warum?

Speaker: Ja, weil er auf Japanisch schreibt, in Japan lebt.

Speaker: Also warum nicht?

Speaker: Weiß ich nicht.

Speaker: Wie sage ich denn das jetzt?

Speaker: Weil ich glaube, dass der schon irgendwie so ein bisschen europäisierter herkommt.

Speaker: Gar nicht.

Speaker: Hast du das schon mal Murakami gelesen?

Speaker: Ja.

Speaker: Welches Buch von ihm?

Speaker: Gott, müsste ich gucken.

Speaker: Ich bin richtig tippitoppi vorbereitet.

Speaker: Nee, mehrere.

Speaker: Das klingt jetzt so blöd.

Speaker: Ich habe jetzt keine Abonnion.

Speaker: Aber der ist doch so fantasievon.

Speaker: Der ist so immer in verschiedenen Welten unterwegs und es spielt immer...

Speaker: Schatten eine Rolle, und das ist ja zum Beispiel, es gibt ja dieses berühmte Buch Lob des Schattens, Schatten spielt eine Rolle, Fantasie und Fabelwesen spielen eine Rolle, Grenzgänger zwischen den Welten spielen eine Rolle, das ist sehr, sehr, sehr japanisch.

Speaker: Okay, dann gehen wir mal andersrum.

Speaker: Okay, du hast es jetzt alles schon gesagt, was ist japanische Literatur?

Speaker: ja, erstmal Bücher von AutorInnen aus Japan oder JapanerInnen.

Speaker: Wir lernen so viel heute.

Speaker: Ja, ich weiß.

Speaker: Und ich finde schon, dass die auch bei den Krimis, ich habe zum Beispiel ein paar Krimis dabei und ich habe ja auch schon mehrfach welche erwähnt gehabt, die haben schon eine eigene Sprache und ich kann das ganz schwer beschreiben.

Speaker: Es geht mir persönlich auch meistens um sowas wie, ja, also das ist ja Murakami selbst.

Speaker: Also ich finde, mit Murakami kann man relativ wenig, was ich jetzt gelesen habe, vergleichen.

Speaker: Aber zum Beispiel diese Fabelwesen kommen ganz oft in verschiedenen Büchern vor, wenn man mal so durch die japanische Literatur geht oder zum Beispiel auch diese ganze Manga-Szene.

Speaker: Also die spielt ja auch immer auf Helden an und auf Fabelwesen und auf...

Speaker: Ja, also Figuren, die es so im echten Leben ja eigentlich nicht gibt.

Speaker: Okay.

Speaker: Vielleicht wollten wir, bevor wir jetzt hier richtig reinsteigen in Literaturtheorie, hätte ich einen Vorschlag.

Speaker: Ich kenne mich überhaupt nicht aus, aber da wir ja heute nicht unsere schnellen Fragen haben, weil wir keinen Gast extra eingeladen haben, würde ich vorschlagen, ich mache mit euch ein kurzes Quiz.

Speaker: Andi, du machst auch mit.

Speaker: Es sind keine schweren Fragen, aber so ein bisschen, damit wir auch mal hier den Einstieg in die ganze Kultur finden.

Speaker: Tina, du kannst dich eigentlich jetzt nur blamieren, ne?

Speaker: Nein, kann ich nicht.

Speaker: Ich weiß ja nicht alles.

Speaker: Doch, aber das weißt du.

Speaker: Wir machen es ganz simpel.

Speaker: Ihr gebt einfach jeder die Antwort und dann kommt die kurze Auflösung.

Speaker: Es ist wirklich nicht schwer.

Speaker: Aber

Speaker: Frage 1, ganz wirklich, das wisst ihr.

Speaker: Wie heißt die traditionelle japanische Gedichtform, die aus drei Zeilen mit 5, 7 und 5 Silben besteht?

Speaker: Heiku.

Speaker: Ich hätte hier noch Antwortmöglichkeiten, aber das ist ja Käse.

Speaker: Ich wollte Harakiri sagen, aber... Zu denen kommen wir nachher auch noch.

Speaker: Das wird noch Thema werden heute.

Speaker: Guck mal, hier eine Erklärung.

Speaker: Ich habe mir natürlich faul, wie ich bin, so ein Quiz im Internet gesucht.

Speaker: Das Haiku bringt in 17 Silben ganze Welten zum Klingen, oft mit Naturbezug, Stille und Jahreszeiten.

Speaker: Ich weiß nicht, ob das Japanisch... Darf ich da direkt mal noch was Privates von uns beiden einklinken?

Speaker: Du hast mal mit Franz Dinder ein Bedichtbuch gemacht, noch bei Weißbuchs, und da ging es unter anderem um Haikus.

Speaker: Äh...

Speaker: Ja, ich glaube, du vermischst gerade zwei Bücher.

Speaker: Wir haben zwei Haiku-Bände damals bei Weißbuchs gemacht.

Speaker: Auch wirklich in dieser japanischen Bindung.

Speaker: Ganz, ganz aufwendig.

Speaker: Tolle Bücher in Blüttenpapier.

Speaker: War das nicht der Dinder?

Speaker: Nee, der Dinder hat Lyrik an sich gemacht, die auch schön war.

Speaker: Grüße.

Speaker: Aber das waren, wenn ich mich richtig erinnere... Dann verwechsel ich es tatsächlich.

Speaker: Das habe ich damals kennengelernt und hatte vorher überhaupt keine Ahnung, was das war.

Speaker: Und es war vielleicht auch ein bisschen früh.

Speaker: Hat damals noch keinen...

Speaker: Da musste man noch viel mehr erklären als jetzt.

Speaker: So, wir machen weiter.

Speaker: Frage Nummer zwei.

Speaker: Welche bekannte Figur aus einem Murakami-Roman wacht eines Tages auf und kann nicht mehr zwischen Traum und Wirklichkeit unterscheiden?

Speaker: Andi.

Speaker: Ich kenne, keine Ahnung, Kafka am Strand fällt mir ein.

Speaker: Kafka, aber keine Figur.

Speaker: Genau, genau das ist das Buch.

Speaker: Ah, sehr gut.

Speaker: Nicht schlecht.

Speaker: Tina wieder.

Speaker: Wie heißt der berühmte Roman von, oh Gott, das ist wieder peinlich, Yasunari Kawabata, der eine Liebesgeschichte in einem japanischen Badeort erzählt?

Speaker: Schneeland, Kirschblütentage, der Duft von Tee oder Aufzeichnungen aus Kyoto?

Speaker: Ja.

Speaker: Keine Ahnung.

Speaker: Es war 1968, es war Schneeland und der Autor Kawabata wurde 1968 als erster japanischer Autor mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet.

Speaker: Hätte man wissen können, Tina, hätte man wissen können.

Speaker: Andi, was bedeutet... So kommt auf die Wunschliste.

Speaker: Legen wir einfach mit in die Schaunons rein, ja.

Speaker: Andi, was bedeutet das Wort Manga?

Speaker: Farben der Seele, wilde Bilder, Papierträume oder gezeichnete Geschichten?

Speaker: Ich gehe jetzt auf das Offensichtlichste, gezeichnete Geschichten, aber ich habe keine Ahnung.

Speaker: Nein, nein, es sind wilde Bilder.

Speaker: Mann heißt etwa ziellos oder ungezügelt und Gar steht für Bild.

Speaker: Und gemeinsam ergibt sich also ein Medium mit grenzenloser Fantasie.

Speaker: So, Tina, welcher dieser Autor... Es ist zufällig, dass das hier so sortiert ist.

Speaker: Tina, welcher dieser AutorInnen hat nicht den Literatur-Nobelpreis erhalten?

Speaker: Oh Gott, jetzt muss ich die ja alle vorlesen.

Speaker: Ist egal, es war Murakami.

Speaker: So, der ist Antwort B, du hast recht.

Speaker: Ich kann mich sonst nur blamieren, indem ich das hier versuche, rauszustottern.

Speaker: Alex, es ist eine Silbensprache.

Speaker: Du musst nur jede Silbe einzeln sprechen und es ist keine Silbe hervorgehoben.

Speaker: Ja, da sind aber noch ein paar Sonderzeichen.

Speaker: Aber okay.

Speaker: Andi, wofür steht der Begriff Wabi-Sabi in der japanischen Ästhetik?

Speaker: Reichtum und Glanz, Perfektion in der Symmetrie, Schönheit des Unvollkommenen oder Ordnung und Disziplin?

Speaker: Ich sage Schönheit des Unvollkommenen.

Speaker: Du hast natürlich recht.

Speaker: Gut, das war wieder einfach, das weiß natürlich jeder.

Speaker: Da gibt es mittlerweile eine Unzahl an Büchern zu, zu dieser Theorie.

Speaker: Okay.

Speaker: Wabi Sabi feiert Patina, Vergänglichkeit und leise Eleganz.

Speaker: Ein geklebter Riss ist hier oft schöner als eine makellose Klette.

Speaker: Ah, okay, ich weiß sogar, was das ist.

Speaker: Das sind diese geklebten Riss.

Speaker: Aber heißt das nicht Kinzungi?

Speaker: War das nicht das?

Speaker: Kinzucki?

Speaker: Ne Kintsungi oder so.

Speaker: Wo das dann die Risse mit Gold übermalt sind.

Speaker: Oder hervorgehoben sind.

Speaker: Ja, das ist auch die Unvollkommenheit.

Speaker: Die Perfektion in der Unvollkommenheit.

Speaker: Vielleicht hat Alex die Fragen mit Chat-GPT vorbereitet.

Speaker: Ich habe mir hier im Internet sowas gesucht.

Speaker: Das haben wir eben schon im Vorgespräch.

Speaker: Was ist Konbini?

Speaker: Da hat Tina gerade noch davon geredet.

Speaker: Tina, deswegen, das weißt du, ist glaube ich jetzt eher an dich, ne?

Speaker: Ja.

Speaker: Ein Mini-Supermarkt.

Speaker: Richtig.

Speaker: In dem es alles und nichts gibt.

Speaker: Mein Vater hat mich auch gefragt, was ist denn das?

Speaker: Und ich habe gesagt, eigentlich gibt es da von der Zahnbürste über Fertigessen, Getränke und aber auch Zeitungen, Zeitschriften, eine Mikrowelle, alles.

Speaker: Ein Späti.

Speaker: Ja, aber 24 Stunden offen.

Speaker: Naja, in Berlin gibt es 24 Stunden Spätis, bei euch im Westen ja nicht.

Speaker: Ja, die Kombini sind schon ausgezeichnet, weil die dir wirklich ein allumfassendes Paket im Kleinformat bieten und du dir dort auch Essen warm machen kannst und dort auch essen kannst.

Speaker: In der Regel gibt es auch eine Sitzgelegenheit dazu und sie haben 24 Stunden offen.

Speaker: Und es gibt im Umkreis immer, ich sage jetzt mal, du musst nie mehr als 200 Meter laufen, außer du bist auf einem flachen, platten Land, gibt es immer einen Kombini, der offen hat.

Speaker: Also ich könnte jetzt auch, die 200 Meter weit weg ist,

Speaker: weniger, wenn dann tatsächlich Mangas und Zeitschriften gibt es.

Speaker: Aber zum Beispiel Lawson Konbini hat Produkte von Muji in seinem Sortiment.

Speaker: Also Muji kennen wir in Deutschland ja auch relativ gut, aber die haben zum Beispiel dann sowas wie diese Pflegeprodukte von Muji mit im Sortiment oder Stifte und Papier mit im Sortiment, obwohl dieses Konbini meistens vielleicht nicht mehr als 50, 60 Quadratmeter hat.

Speaker: Ich kenne die nicht, aber okay.

Speaker: Ich würde sagen, ich lasse jetzt das Quiz.

Speaker: Ich mache das hier alles zu.

Speaker: Ihr habt eigentlich alles richtig.

Speaker: Jeder Gleichstand steht 34 zu 34.

Speaker: Was gewinnen wir jetzt?

Speaker: Wissen, Andi.

Speaker: Wissen.

Speaker: Wissen, Stolz, Ehre.

Speaker: Und die Schönheit des Vergänglichen.

Speaker: Tina, aber vielleicht erzählst du mal ein bisschen.

Speaker: Du bist jetzt nicht zum ersten Mal da.

Speaker: Du bist nicht diesem Trend gefolgt, über den wir am Anfang gesprochen haben.

Speaker: Das Trendthema Japan.

Speaker: Du warst da jetzt schon ein paar Mal.

Speaker: Vielleicht willst du mal kurz erzählen, wo du gerade bist für die Menschen, die sich auskennen.

Speaker: Oh Gott, das wird schwer.

Speaker: Ich glaube, mit dem Ort kann man wenig anfangen.

Speaker: Nein, ich glaube, mit dem Ort kann man wenig anfangen.

Speaker: Der Ort heißt Futschi Kawaguchi-Go.

Speaker: Aber man kann etwas damit anfangen.

Speaker: Es ist die berühmteste Pagode, die man hier besichtigen kann, indem man den Futschi im Hintergrund hat.

Speaker: Und es gibt hier auch im Grunde genommen...

Speaker: den berühmtesten Lawson-Konbini, weil du es gerade erwähnt hattest.

Speaker: Also es gibt ein paar Fotos im Internet, die man immer findet, wenn man den Fuji aufruft.

Speaker: Und genau an diesem Ort befinde ich mich gerade.

Speaker: Ich war dort schon vor zwei Jahren an diesem Ort.

Speaker: Nicht wegen dieser beiden Sehenswürdigkeiten, sondern weil ich den Fuji bestiegen habe.

Speaker: Und ich finde diesen Ort und die Aura rund um den Fuji einfach sehr beeindruckend.

Speaker: sitze hier in einem Hotelzimmer mit Blick auf den Fuji.

Speaker: Heute hat er sich mal gezeigt, weil das ist gerade Regensaison in Japan.

Speaker: Und ich muss gestehen, ich fahre hier nicht her wegen der Literatur und ich fahre hier nicht her wegen des Shoppings, sondern ich fahre hier tatsächlich her, weil ich die Natur und die Menschen so wahnsinnig schön und sympathisch finde.

Speaker: Also es ist hier einfach eine sehr hohe

Speaker: Höflichkeit, Freundlichkeit, vor allem auf dem Land.

Speaker: Also in der Großstadt merkt man einfach mittlerweile, da sind die Leute gesättigt von vielen Unhöflichkeiten vieler Touristen.

Speaker: Aber hier auf einem platten Land, wo die Touristen in der Regel nicht hinkommen, außer jetzt zum Beispiel Futschikaba, Gutschiko, sind sie ausgesprochen offen und freundlich gegenüber fremden Menschen.

Speaker: Also ich habe hier noch keine schlechten Erfahrungen gemacht.

Speaker: Okay, und trotzdem kommst du hoffentlich zurück zu uns.

Speaker: Aber jetzt wollen wir natürlich auch mal ein bisschen über Bücher reden.

Speaker: Ich weiß nur, vielleicht wenn man mal von außen rangeht, wie gesagt, ich habe nicht viel Ahnung, aber was ich weiß, ist, dass wir zum Beispiel in der Buchgestaltung eine ganz, ganz andere Sprache sprechen, als wir das hier in Mitteleuropa kennen.

Speaker: Dort ist, korrigiere mich bitte, extrem

Speaker: sind die Bücher viel, viel bunter, illustrierter.

Speaker: Für meinen Geschmack kann ich zum Teil gar nicht erkennen, ist das jetzt ein Kinderbuch oder ist das ein ernstzunehmender, belletristischer Roman, weil die Gestaltung doch oftmals wahnsinnig verspielt und schrill ist.

Speaker: Kommt drauf an.

Speaker: Ich besuche natürlich auch hier Buchläden, weil es ist ja so eine kleine Geschäftskrankheit, die man dann besitzt.

Speaker: Man will ja schon auch höchstens wie andere Länder das machen.

Speaker: Ich finde, es kommt auf die Thematik an.

Speaker: Also ja, sie arbeiten viel mit Bildsprache, aber das tun sie generell im Alltag.

Speaker: Egal, wo du unterwegs bist, es ist in der Regel eine Art oder Form von Comic, die dich begleitet.

Speaker: Ob das ein Warnschild ist vor einem Bär, ob das in der U-Bahn ist, dass man nicht schubsen soll oder mit seinem Regenschirm andere Leute nicht nass machen soll.

Speaker: Es sind immer Piktogramme oder halt Comics.

Speaker: Aber die gibt es ja hier auch.

Speaker: Anders, glaubst du mir.

Speaker: Die sind sehr kindlich, muss ich gestehen.

Speaker: Also hier in Japan sind sie sehr kindlich.

Speaker: Und ja, es spiegelt sich zum Teil auf dem Cover wieder, aber, und jetzt kommt das Aber, in Japan ist es auch Sitte, dass man den Umschlag verhüllt beim Lesen.

Speaker: Also nicht aus Zwecken wie, ich schütze den Umschlag damit, sondern es soll kein anderer sehen, was ich lese.

Speaker: Und das wird schon meistens in der Buchhandlung gemacht.

Speaker: Also die Buchhändlerin fragt dich, soll da ein Schutzumschlag drumherum?

Speaker: Und dann wird da sozusagen etwas drumherum gebunden, wie eine Manschette.

Speaker: Aus Papier, oder?

Speaker: Also im Grunde genommen ist es ein Stück Geschenkpapier, genau, ein neutrales Papier.

Speaker: Und das wird drumherum geschlagen und so eingeschlagen wie so eine Broschur.

Speaker: Und dann kann der Kunde das sozusagen inoffiziell lesen.

Speaker: Weil ich mich schäme, dass ich lese oder was ich lese?

Speaker: Also warum?

Speaker: Nein, es lesen hier tatsächlich relativ viele Menschen.

Speaker: Also in der U-Bahn sieht man entweder Menschen aufs Handy gucken, schlafen oder tatsächlich ein Buch lesen.

Speaker: In der U-Bahn und in den Bahnen generell redet man nicht.

Speaker: Und ich habe tatsächlich das beobachtet, dass fast jedes Buch verhüllt ist.

Speaker: Also verhüllt im Sinne von, dass ich nicht erkenne, was er da gerade liest.

Speaker: Und ich glaube, das hat eher was mit Anonymität zu tun.

Speaker: Das ist mein Buch, ich lese das jetzt für mich.

Speaker: Wie ist denn der E-Book-Anteil?

Speaker: Im Land von Sony, würde ich sagen, gibt es dort, wie viele Menschen haben wirklich gedruckte Bücher in der Hand oder lesen doch viele Menschen irgendwie dann...

Speaker: Also wenn ich jetzt nur das reine Beobachten nehme, und das ist natürlich keine Statistik, würde ich sagen, ist es verhältnismäßig so wie in Deutschland.

Speaker: Also ich sehe da keinen großen Unterschied.

Speaker: Die Buchhandlungen sind von der Größe her ähnlich wie bei uns, eine normale Buchhandlung.

Speaker: Also es gibt da sicherlich auch Ketten, unter anderem, ich glaube, die heißt Onbooks, die Kette, die es hier gibt.

Speaker: Da war ich allerdings tatsächlich auch noch nie drin.

Speaker: Die sind wie Talia meistens über mehrere Etagen.

Speaker: Ich gehe

Speaker: Gerne in so nette kleine Buchhandlungen, die schon rein optisch mir, so wie in Deutschland auch zusagen.

Speaker: Was mir schon auffällt, ist, dass die viel Non-Book auch mit anbieten, grundsätzlich.

Speaker: Und Bücher, also sie haben englischsprachige Bücher, aber nur in größeren Kaufhäusern, nicht in normalen kleinen Buchhandlungen, aber das ist bei uns ja auch nicht der Standard, englischsprachige Bücher anzubieten.

Speaker: sie haben viel frontal auch in der Bestückung, also dass sie wirklich frontal zeigen, was sie anbieten.

Speaker: Sie haben natürlich einen großen Bereich für Manga, weil Manga ist einfach das, was hier von allen Menschen gelesen wird.

Speaker: Also es hat keine Altersbegrenzung.

Speaker: Bei uns ist das ja schon

Speaker: Altersbegrenzt, würde ich sagen.

Speaker: Ich denke mir, über 30 hört es bei uns meistens auf.

Speaker: Das ist hier gar nicht der Fall.

Speaker: Also ich habe auch viele Menschen gesehen, zum Beispiel in der U-Bahn, die auf dem Handy Mangas lesen und das waren Frauen um die 40, 50.

Speaker: Also es hat keine Altersbegrenzung hier.

Speaker: Und es hat auch

Speaker: Also es wird auch auf dem Handy oder auf dem Tablet ein Manga gelesen.

Speaker: Ich weiß jetzt gar nicht, wie du dich auskennst mit Mangas, aber wahrscheinlich dann doch mehr als ich.

Speaker: Was sind denn Mangas?

Speaker: Ich dachte, das ist eine Art Comic.

Speaker: So würde ich es auch umschreiben.

Speaker: Es sind Geschichten,

Speaker: gemalter Art, wie ein Comic.

Speaker: Ich glaube, in die Tiefe kann ich nicht gehen, weil ich selbst keine Mangas lese.

Speaker: Also das ist einfach nicht mein Metier.

Speaker: Es ist aber tatsächlich auch da so, dass in Deutschland das Manga auch von hinten nach vorne gelesen wird.

Speaker: Also die transportieren sozusagen das 1 zu 1.

Speaker: Aber um eine schöne Geschichte da zum Beispiel zu ergänzen aus meinem Zug gestern.

Speaker: Ich bin in einem Naruto-Zug gefahren.

Speaker: Das Naruto kennt eigentlich jeder, ich denke mal Manga-Leser beziehungsweise Comic-Fan.

Speaker: Und da waren wirklich vier Frauen, ich würde schätzen zwischen, ja da auch 40, 50, die vollkommen ausgeflippt sind, dass es der Naruto-Zug war.

Speaker: Also die haben das hundertprozentig gelesen.

Speaker: Und sind vollkommen steil gegangen, haben alles fotografiert, was man in diesem Zug sehen oder entdecken konnte.

Speaker: Haben sich von außen nochmal davor fotografiert, haben Selfies gemacht.

Speaker: Die waren vollkommen aus dem Häuschen, im Naruto-Zug zu fahren.

Speaker: Also es ist schon...

Speaker: Wenn, dann wird dann immer so ein Kult rumgepackt.

Speaker: Aber so ein Murakami zum Beispiel hat ein eher neutrales Cover und wird auch zum Beispiel eingepackt.

Speaker: Also ich saß auch im Zug neben jemandem, der Murakami gelesen hat.

Speaker: Rein zufällig Naokus Lächeln, was ich zum Beispiel jedem...

Speaker: Murakami-Anfänger empfehlen würde, Anlie.

Speaker: Ansonsten bei Buchhandlungen, ich würde die gar nicht groß unterscheiden können zwischen der deutschen, klassischen Buchhandlung von einem Inhaber geführt oder einer Inhaberin, könnte ich keinen Unterschied ziehen.

Speaker: Tatsächlich.

Speaker: Okay, heißt also auch, das sind alles neue Bücher, die da verkauft werden?

Speaker: Ja, größtenteils.

Speaker: Also ich denke mal, das Mischverhältnis ist ähnlich für uns.

Speaker: Okay, weil ich meine, es gibt ja auch Länder, in denen Buchhandel zum Teil bedeutet, dass jedes Buch verkauft wird.

Speaker: Das ist da dann trotzdem auch wieder ein bisschen getrennt.

Speaker: Antiquariate gibt es bestimmt auch, aber es gibt Bücher.

Speaker: Wie sind die denn gebunden?

Speaker: Gibt es dort Hardcover?

Speaker: Ja.

Speaker: Mehr oder?

Speaker: Hier ist es tatsächlich auch so, dass viele Belletristiktitel dasselbe Format haben.

Speaker: Es ist ein bisschen kleiner, es ist so, ich schätze mal so 13x17.

Speaker: Ich habe es nicht ausgemessen, es ist so vom Gefühl her ein bisschen größer als ein Reclambuch.

Speaker: Aber das ist so das Standard-Belletristik-Format hier.

Speaker: Okay.

Speaker: Und letzte Frage, kannst du so ein bisschen einschätzen, was die dort kosten?

Speaker: Ist das viel im Vergleich zu...

Speaker: Also ich würde sagen eher weniger.

Speaker: Ja, das große Reis-Thema jetzt gerade aktuell.

Speaker: Nein, ich würde sagen, sie sind auf jeden Fall günstiger als bei uns in Deutschland.

Speaker: Aber da kommt es halt auch wieder darauf an, was ist es.

Speaker: Ich habe auch Hardcover gesehen, also es gibt Hardcover.

Speaker: Aber im Endeffekt sind sie günstiger.

Speaker: Das liegt aber sicherlich auch am Währungskurs gerade aktuell, weil einfach Japan gerade so einen schlechten Währungskurs hat wegen der wirtschaftlichen Lage.

Speaker: Von daher kann ich das schlecht einschätzen, wie das in der Gesamtsituation für den Japaner aussieht.

Speaker: Also jetzt mal prozentual gesehen an seinem Gehalt.

Speaker: Ja, ja, ja.

Speaker: Du hast über Instagram Freunde und Bekannte teilhaben lassen und immer wieder Thema war der Reispreis.

Speaker: Lass uns darüber kurz reden.

Speaker: Das war das Reisthema, was du gerade kurz angerissen hast.

Speaker: Das kurz angereist hast.

Speaker: Du hast es angerissen.

Speaker: Also im Moment ist der Preis wieder normal.

Speaker: Alle freuen sich.

Speaker: Aber es ist tatsächlich, man glaubt es gar nicht.

Speaker: Ich weiß gar nicht, ich könnte das nicht.

Speaker: Ich glaube, es ist so, wenn im Herbst die Diskussion darum geht, wie teuer ist die Maß beim Oktoberfest, so ähnlich muss man sich das jetzt gerade mit dem Reis vorstellen.

Speaker: Also der Reis ist teurer geworden aufgrund der wirtschaftlichen Situation und der Reisvorräte, die das Land hat.

Speaker: Und das ist einfach medial wirklich tagesbestimmt gewesen.

Speaker: Egal wo man ist, wo man war, es war einfach immer in den Medien.

Speaker: Also es ist unfassbar, wie sehr ein Land von diesem Produkt abhängig ist.

Speaker: Und ich meine, bei meiner allerersten Reise vor sechs Jahren habe ich Reisfelder gesucht.

Speaker: Da dachte ich mir noch, ja, wo sind sie denn?

Speaker: Dazwischen gab es aber tatsächlich eine Reform, dass man weniger Reis anbaut.

Speaker: Und mittlerweile, also dieses Jahr sehe ich gefühlt nur Reis.

Speaker: Also ich weiß nicht, ob es tatsächlich daran liegt, dass die Reisvorräte weg sind.

Speaker: Aber ich finde, weil ich ja weiß, was Andi für ein tolles Buch vorstellt, dass wir vielleicht einfach tatsächlich mal übergehen zu unseren Buchtipps.

Speaker: Weil Andi hat was mit Essen.

Speaker: Und ich finde, er hat ein Buch in der Pipeline, worum es um Essen geht und was vor allem das Thema Reis ganz immanent hat, obwohl es nicht der Titel ist.

Speaker: Genau.

Speaker: Ich dachte auch jetzt, das ist eine wunderbare Überleitung.

Speaker: Angefangen hat es damit, dass ich in den Buchladen gegangen bin und wollte gucken, was gibt es denn für Bücher aus Japan.

Speaker: Und dann ist mir aufgefallen, es gibt sehr viele Bücher, die Essen schon im Titel haben und Essen thematisieren.

Speaker: Also nur ein paar Beispiele.

Speaker: Das Restaurant der verlorenen Rezepte, wo jetzt auch der Nachfolger kommt, die Rückkehr zum Restaurant der verlorenen Rezepte.

Speaker: Es gibt ein Buch Kitchen, das Restaurant am Rande der Zeit.

Speaker: Also es geht sehr oft um Essen, hatte ich das Gefühl.

Speaker: Und dann habe ich bei einem Buch zugegriffen, wo ich den Titel einfach super finde und zwar ist der Titel Butter.

Speaker: Ganz kurz, bevor wir über das Buch reden, wie bist du vorgegangen in der Buchhandlung?

Speaker: Hast du es am Autorennamen gefunden?

Speaker: Weil das, was du jetzt alles vorgelesen hattest, ist jetzt für mich auf den ersten Blick nicht in Japan verortet.

Speaker: Es waren japanische AutorInnen, also Hisashi, Kashiwai, Yuta, Takahashi, darin hat man dann erkannt, okay, es handelt sich um japanische AutorInnen und es war eine Mixtur aus, ich habe vorher kurz recherchiert und ich habe einfach mal im Buchladen geguckt, was steht denn da so rum, was

Speaker: Gar nicht so viel tatsächlich.

Speaker: Also vor allen Dingen auch so Klassiker.

Speaker: Wenn man so nach Klassikern schaut, findet man relativ wenig.

Speaker: Also Murakami war natürlich da und dann eben so ein paar Neuerscheinungen.

Speaker: Aber das war es dann auch schon.

Speaker: Von daher war es gar nicht so viel.

Speaker: Okay, jetzt also Butter.

Speaker: Genau, Butter.

Speaker: Und ich fand eben den Titel Butter einfach so toll und dachte mir, okay, cool, schaue ich mir mal an.

Speaker: Und ja, fand eben auch das Thema ganz interessant.

Speaker: Die Autorin heißt Asaku Yuzuki.

Speaker: Das Buch ist 2017 in Japan erschienen und die deutsche Erstausgabe ist 2022 dann erschienen.

Speaker: Und im Prinzip geht es um, also die Geschichte hat einen realen Hintergrund.

Speaker: Es gab in Japan oder gibt, die Frau lebt noch, eine angebliche Serienmörderin.

Speaker: Ich glaube, sie wurde nie so richtig überführt.

Speaker: Die hat auf alle Fälle ältere Männer, sozusagen sie wurde ausgehalten von älteren reichen Männern.

Speaker: Und hat die dann irgendwie um die Ecke gebracht, vergiftet, von Zug gestürzt, solche Sachen.

Speaker: Und auf der Frau basiert eben dieses Buch.

Speaker: Es geht dann um eine Journalistin, um eine junge Journalistin, Rico.

Speaker: Die versucht eben aufzusteigen.

Speaker: Sie will Chefredakteurin werden und packt alles in ihren Job und alles andere ist Nebensache.

Speaker: Ihr ganzes Leben erscheint irgendwie so ein bisschen fad und grau.

Speaker: Es geht nur um Arbeit.

Speaker: Und sie entscheidet sich dann, ich möchte...

Speaker: Diese Frau, diese Serienmörderin in dem Roman möchte ich jetzt kennenlernen und möchte wissen, was sind denn ihre Beweggründe.

Speaker: Und das Problem für sie ist, die Frau möchte keine Interviews geben.

Speaker: Sie hat dann aber die clevere Idee, die Frau hat einen Blog und hat Kochkurse gemacht und redet und schreibt ganz viel übers Essen und Kochen.

Speaker: Und da denkt sich die junge Journalistin,

Speaker: okay, dann rede ich doch einfach mal mit ihr nicht über die Morde, die angeblichen Morde und wie das Leben im Gefängnis ist, sondern ich rede mit ihr über Essen.

Speaker: Und die kommen dann eben ins Gespräch, reden dann über, ja, quasi übers Essen, übers Kochen.

Speaker: Und so entwickelt sich sozusagen, ja, die Geschichte weiter.

Speaker: Und hier würde ich tatsächlich mal einen Ausschnitt vorlesen,

Speaker: um sozusagen auch das Thema Reis wieder reinzubringen.

Speaker: Jetzt muss ich kurz gucken, wo wir hier sind.

Speaker: Ich schaue mal, dass ich jetzt die richtige Stelle hier finde.

Speaker: So, genau.

Speaker: Also, sie ist jetzt zum ersten Mal, Rika, die Journalistin ist zum ersten Mal im Gefängnis und redet jetzt mit Kaji.

Speaker: Ich hoffe, ich spreche es richtig aus.

Speaker: Das ist die Frau, die Serienmörderin, die im Gefängnis sitzt und sie kommen ins Gespräch.

Speaker: »Als erstes müssen Sie mir erzählen, was Sie zu Hause im Kühlschrank haben«, befahl Manako Kaji.

Speaker: Rika war erleichtert über die konkrete Frage.

Speaker: Die Dauer eines Besuchs hing davon ab, wie groß der Andrang am jeweiligen Tag war.

Speaker: Es konnten 30, aber auch nur 10 Minuten sein.

Speaker: In jedem Fall durfte sie keine Zeit vergeuden.

Speaker: Aber überstürzen wollte sie auch nichts.«

Speaker: »Also mal sehen.

Speaker: Gemüsesaft, Vitaminsäfte und etwas Margarine vielleicht.

Speaker: Ich bin keine so leidenschaftliche Köchin wie Sie, Frau Kaji.

Speaker: Also offen gesagt bin ich eher ein Workaholic und ziemlich schlecht im Haushalt.«

Speaker: »Ihr Blog hat mich einfach überwältigt.

Speaker: Unglaublich, mit wie viel Sorgfalt und Liebe zum Detail sie ihr Leben gestalten.« Rika war klar, wie aufgesetzt und unehrlich sie klang, konnte sich diese offenkundigen Schmeicheleien aber nicht verkneifen.

Speaker: Aus irgendeinem Grund fühlte sie sich in Gegenwart dieser Frau wie eine Hofnerrin und hatte das Gefühl, ihr etwas bieten zu müssen.«

Speaker: Eine dicke Augenbraue wanderte in die Höhe.

Speaker: »Haben Sie da gerade Margarine gesagt?« »Ja, die hat weniger Kalorien.

Speaker: Und Cholesterin als Butter, das ist doch gesünder.

Speaker: Außerdem ist Butter heutzutage so schwer zu bekommen, nicht wahr?«

Speaker: Das Problem ist, dass sie nicht einmal wissen, wie Butter schmeckt und auch noch überzeugt sind, sie sei ungesund.

Speaker: Dabei ist Margarine viel schlimmer.

Speaker: Das Zeug besteht nur aus Transfettsäuren.

Speaker: Kapiert?

Speaker: Milchprodukte sind immerhin...

Speaker: Manako Kajis Stimme zitterte, während sie erklärte, wie giftig Margarine sei.

Speaker: Ihr Blick hatte sich verdüstert und sie runzelte die Stirn.

Speaker: Rika erkannte jetzt den Stil ihrer Blockeinträge wieder.

Speaker: Sie redete gern und fiel von Etikette und der Kultur, eine Dame zu sein, konnte aber nicht verbergen, dass sie geradezu danach gierte, andere herabzusetzen.

Speaker: Ihre Stimme klang geschmeidig und glatt wie Sahne, dennoch schwang etwas Wildes und Gewalttätiges darin mit.

Speaker: Plötzlich verstummte sie, als wäre sie beleidigt.

Speaker: Rika musste etwas sagen, doch in dem Moment, als sie ihren wie ausgedörrten Mund öffnete, fuhr Manako Kaji fort.

Speaker: »Von meinem verstorbenen Vater habe ich gelernt, dass eine Frau stets duldsam sein sollte.

Speaker: Dennoch gibt es zwei Dinge, die ich nicht ertragen kann.

Speaker: Feministinnen und Margarine.« Rika lachte verlegen und murmelte eine Entschuldigung.

Speaker: »Sie müssen sich Butterreis mit Sojasauce machen.«

Speaker: Einen Moment lang wusste Rika nicht, wovon die Rede war und ein leises, fragendes »Hm« entschlüpft ihren Lippen.

Speaker: »Nehmen Sie frisch gekochten Reis und essen Sie ihn mit Butter und Sojasauce.

Speaker: Das kriegen Sie hin, auch wenn Sie nicht kochen können.

Speaker: So bringt man das Wunder echter, guter Butter am besten zur Geltung«, sagte Kaji, so feierlich, dass Rika jede Spottlust verging.

Speaker: Verwenden Sie eine gesalzene Buttersorte namens Eschiree.

Speaker: Sie bekommen sie in einem Spezialgeschäft in Marunuchi.

Speaker: Holen Sie sich welche und schauen Sie sich genau an.

Speaker: Die aktuelle Butterknappheit bietet eine gute Gelegenheit, einmal hochwertige, importierte Butter zu kosten.

Speaker: Wenn ich gute Butter esse, habe ich das Gefühl zu fallen.

Speaker: Zu fallen?

Speaker: Wie meinen Sie das?

Speaker: Ich werde nicht hinaufgewirbelt oder in die Höhe getragen, sondern ich falle, sacht, wie man in einem Aufzug eine Etage tiefer sinkt.

Speaker: Mein ganzer Körper fällt von der Zungenspitze an.

Speaker: Rika versuchte sich an das Gefühl von Schwerkraft zu erinnern, das sie zuvor im Aufzug gespürt hatte.

Speaker: Sie vergaß, sich Notizen zu machen, so sehr zog Kajis Schilderung sie in Bann.

Speaker: Augen und Lippen der Frau gegenüber glänzten.

Speaker: Ihr Blick war in weite Ferne gerichtet und so entrückt, dass Rika beinahe erschrak.

Speaker: Ich höre jetzt hier mal auf, ich glaube man hat schon einen ganz guten Eindruck bekommen, sie beschreibt dann noch genau, wie die Butter sein muss, die muss im Kühlschrank sein, die muss noch kalt sein, die kalte Butter mit dem heißen Reis zusammen schmilzt im Mund und so geht es in dem Buch dann weiter und es wird viel über Essen geredet, viel über Rezepte und

Speaker: Hintergrund ist dann natürlich auch, es geht so ein bisschen um die Schönheitsideale.

Speaker: Eine Frau in Japan oder auch nicht nur in Japan auch generell, soll ja irgendwie immer schlank sein und darf nicht zu viel auf den Rippen haben.

Speaker: Und natürlich Butter ist dann schädlich, weil Butter macht natürlich...

Speaker: sorgt dafür, dass man ein bisschen mehr Gewicht bekommt.

Speaker: Und so sind eben auch die Themen.

Speaker: Es geht um Misogynie, es geht um Bodyshaming und aber auch so ein bisschen um zu sich selbst zu kommen wieder und nicht nur so devot, eine devote Frau zu sein, sondern selbstbewusst durchs Leben zu gehen.

Speaker: Das ist so ein bisschen die Geschichte des Buches.

Speaker: Genau.

Speaker: Und insgesamt, also es macht wirklich Spaß, das Buch zu lesen.

Speaker: Es ist jetzt keine Weltliteratur, aber es lässt sich schön nebenher lesen.

Speaker: Und vor allen Dingen eben dieser, wie sie über Rezepte, über Essen schreibt, das ist tatsächlich wirklich wunderbar und das kann ich wirklich nur jedem empfehlen.

Speaker: Aber ich glaube, Tina hat das Buch auch gelesen und mich würde mal interessieren, wie sie das fand.

Speaker: Tina, wie erging es dir mit dem Buch?

Speaker: Also ich weiß nicht mal mehr, wann ich das gelesen habe.

Speaker: Wann ist denn das erschienen?

Speaker: Weißt du das noch?

Speaker: 2022 kam die eher deutsche Erstausgabe.

Speaker: Dann werde ich das auch 2022 gelesen haben, weil das Buch wurde relativ gehypt.

Speaker: Also das lag ja plötzlich in jeder Buchhandlung.

Speaker: Und es hatte mir damals, glaube ich, sogar eine Kollegin empfohlen, wenn nicht sogar geschenkt.

Speaker: Ich muss gestehen, jetzt wo du noch mal erzählt hast, diesen Kontext mit dieser Mörderin,

Speaker: ist mir das erst mal wieder in Erinnerung gekommen.

Speaker: Ich habe das vertauscht mit einem Buch, in dem es um eine Angestellte in so einem Kombini-Store geht.

Speaker: Ich fand das von einer Story ganz cool, dass sie da in dieses Gefängnis geht und diese Frau besucht und versucht, alles aus sie herauszukitzeln und dabei selbst zunimmt, wie man so schön sagt.

Speaker: weil sie natürlich dann anfängt, so zu essen und auch Gewicht zu nehmen und diese Ideale, diese gesellschaftlichen Ideale abschüttelt.

Speaker: Also sie erfährt auch ganz viel über sich selbst neu.

Speaker: Ich fand auch das mit der Butter auf den Reis sehr cool, weil genau das mache ich seitdem auch, weil es schmeckt tatsächlich fantastisch.

Speaker: Was ein absolutes No-Go für Japaner ist, Sojasoße und Reis zu vermischen.

Speaker: Das habe ich nicht verstanden, warum es im Buch drin vorkommt.

Speaker: Zumindest wird man komisch angeguckt, wenn man es tut.

Speaker: Aber das passt doch gut zu der Figur, weil ja die Figur der Serienmörderin, die ist ja gegen alle Konventionen.

Speaker: Ja, das stimmt natürlich.

Speaker: Von daher macht es eben auch beim Kochen Sinn, dass sie sich da auch gegen die Konventionen stellt.

Speaker: Ich werde es morgen früh mal ausprobieren beim Frühstück.

Speaker: Aber mir ist auf alle Fälle auch das Wasser im Mund zusammengelaufen, als ich das gelesen habe allein.

Speaker: Also das hat schon Spaß gemacht.

Speaker: Aber insgesamt so, ich habe nur diese Selbstermächtigung und es gibt ja auch noch so eine Nebenstory mit ihrer besten Freundin, die nicht schwanger werden kann und die aber auch zu Hause für ihren Ehemann kocht und alles tut.

Speaker: Also das war mir ein bisschen fast schon zu kitschig, weil das dann so eine, also diese Story, wie sie zu sich selbst kommt und dann irgendwie am Ende aufblüht.

Speaker: Ja,

Speaker: Aber nun gut, muss halt auch mal sein.

Speaker: Ich glaube tatsächlich, da ist Japan tatsächlich hinterher, was das Gesellschaftliche betrifft.

Speaker: Also ich glaube, da sind wir ein bisschen weiter.

Speaker: Es ist nicht so, dass Japan...

Speaker: Also Japan ist ja fortschriftlich, was gesellschaftliche Dinge angeht, aber es sind halt Zwänge, die aus familiären Gründen heraus entstehen.

Speaker: Also dass eine Frau verheiratet sein sollte, dass sie Kinder haben sollte, das sind eher so traditionelle Sachen, aber nicht gesellschaftlich im Sinne von politisch.

Speaker: Ja, es gibt in Japan genauso wie in Deutschland das Problem mit zu wenig Kinder.

Speaker: Also es gibt hier mehr Haustiere als Kinder, zumindest statistisch gesehen.

Speaker: Und genau da liegt auch das wirtschaftliche Problem, weil Japan nur wirtschaftlich stark ist, wenn es eine hohe Geburtenrate hat.

Speaker: Und das ist auch statistisch bewiesen, weshalb es halt seit Jahren sozusagen sich im Sinkflug befindet, also jedes Jahr schlechter wird.

Speaker: Und natürlich ist der Druck da.

Speaker: Also aber...

Speaker: Deswegen sind die Frauen, zumindest jungen Frauen unter 30 und so weiter, relativ fortschrittlich hier in diesem Land.

Speaker: Also die haben nicht mehr diese Zwänge.

Speaker: Also das siehst du denen auch einfach an.

Speaker: Die fühlen sich wohl in ihrem Körper.

Speaker: Die fühlen sich wohl, ob sie Kinder haben oder verheiratet sind oder nicht.

Speaker: Es ist, glaube ich, so wie bei uns ein Generationenproblem.

Speaker: Und dieses Butte ist halt schon auch das Aufarbeiten, solche traditionellen Verpflichtungen, die ja einfach genauso wie bei uns vor 20, 30 Jahren noch immanent waren.

Speaker: Ja, also so habe ich das aber auch gelesen, so ein bisschen sozusagen ein, ja, nicht Sittengemälde, das ist immer so ein komisches Wort, aber quasi so ein bisschen wiedergeben oder spiegeln, wie die Gesellschaft sich wandelt und fortschrittlicher wird.

Speaker: Ja, ja.

Speaker: Aber ich freue mich, dass es dir gefallen hat.

Speaker: Ja, und interessant fand ich auch den Fakt, dass, da können wir vielleicht auch nochmal drüber reden, ich habe auch noch ein anderes Buch, das Original kam 2017 in Japan und die deutsche Erstausgabe erst fünf Jahre später.

Speaker: Warum dauert das so lange?

Speaker: Ist das normal?

Speaker: Weil normalerweise bei englischsprachigen Büchern, sobald das irgendwo in den USA, in Frankreich, in England irgendwie Nummer eins ist, dauert es nicht lange und du kriegst es in Deutschland.

Speaker: Klar, eine Übersetzung dauert schon eine Weile, aber das geht relativ schnell.

Speaker: Aber fünf Jahre, keine Ahnung, fand ich relativ lang dafür, dass es in Japan ja ein riesiger Bestseller war.

Speaker: das hängt ja immer vom Lizenzhandel ab.

Speaker: Also da können Alex und ich sicherlich beide was zu sagen.

Speaker: Wenn das Buch nicht einverkauft wird, wird es nicht einverkaufen.

Speaker: Dann dauert es vielleicht manchmal etwas länger.

Speaker: Es kann sein, dass Autoren dann vielleicht mit ihrem zweiten, dritten, vierten Werk erst erfolgreich sind.

Speaker: Das ist dann fünf Jahre später.

Speaker: Und dann werden die alten Bücher auch wieder mit aufgearbeitet.

Speaker: Aber im Endeffekt

Speaker: musst du das Buch ja erstmal nach außen verkaufen.

Speaker: Und es ist jetzt, wie du ja festgestellt hast, nicht die Adoleszenzgeschichte oder sowas, die man jetzt erwarten würde für den deutschen Markt.

Speaker: Also dafür

Speaker: Ich denke mal, da spielt der Trend Japan schon auch mit rein, dass man sagt, man gönnt sich dieses Buch für den deutschen Markt.

Speaker: Das wollte ich gerade sagen.

Speaker: Weil die Autorin vorher auch nicht bekannt war.

Speaker: Genau, das eine sind all die Gründe, die ihr schon erwähnt habt.

Speaker: Eine Übersetzung an sich dauert lang und dann immer auch die Frage, wie man es verkauft, wie deutsche Verlage angesprungen sind oder nicht.

Speaker: Aber natürlich, glaube ich, ist dieses...

Speaker: Ich versuche mich gerade zu erinnern, wie 2017, das ist ja nun doch schon eine Ecke her, wie da das Verhältnis zu Japan war, da gab es ja definitiv eine Veränderung, auch in diesen fünf Jahren, hin zu so einem Sehnsuchtsort und zu einem Reiseziel und zu einem touristischen Hotspot.

Speaker: Auch sowas spielt natürlich alles eine Rolle beim Lizenzeinkauf der deutschen Verlage.

Speaker: Kann ich mir schon vorstellen, muss man sich aber tatsächlich im Detail angucken, ob das einfach so ein Spätzünder war oder ob es vielleicht allgemein immer ein bisschen länger dauert, aus Fernost-Lizenzen zu beschaffen.

Speaker: Auch das kann ich halt alles null einschätzen, ob da vielleicht die Mühlen auch ein bisschen anders mahlen, ob es da andere Vorgänge gibt.

Speaker: Keine Ahnung, das wäre spekulativ.

Speaker: Aber Tina, du hast wahrscheinlich auch ein paar Bücher, mit denen du dich immer dann so das Jahr über durch deine Japan-Sehnsucht rettest und hast uns, glaube ich, ein bisschen was mitgebracht, was du uns vorstellen möchtest.

Speaker: Also mal abgesehen davon, dass ich der Meinung bin, man sollte jedes Murakami-Buch gelesen haben und ich bin auch noch nicht ganz durch das Werk.

Speaker: Weil mir sind auch letztens wieder so drei, vier Titel in die Hände gefallen, wo ich mir dachte, ach so, die gibt es auch noch.

Speaker: Also es erweitert sich stetig und aktuell lese ich tatsächlich hier im Urlaub Kafka am Strand, weil das habe ich das letzte Mal vor 20 Jahren gelesen und hatte nur eine dieser, ich sage jetzt mal, Figuren noch im Kopf.

Speaker: Das ist Nakata, der mit den Katzen sprechen kann, aber Kafka am Strand hatte ich so nicht mehr im Kopf.

Speaker: Ich hatte nur dieses Gefühl im Leseherzen, dass es ein gutes Buch war.

Speaker: Und ich muss gestehen, jetzt auch beim zweiten Mal lesen, komme ich total gut wieder rein in dieses Gefühl.

Speaker: Und ich freue mich total drauf, das jetzt nochmal zu lesen.

Speaker: Also es gibt ja einige Bücher in meinem Bücherregal, wie ihr wisst, die ich mehrfach schon gelesen habe.

Speaker: Aber das ist jetzt tatsächlich erst zum zweiten Mal und ich finde es toll.

Speaker: Also fantastisch.

Speaker: Ich freue mich wirklich drüber, das jetzt nochmal zu lesen.

Speaker: Aber das will ich nicht vorstellen.

Speaker: Ich habe mir sogar überlegt, ich stelle ein Buch über Japan vor.

Speaker: Und zwar, weil ich letztes Jahr eine Serie geguckt habe.

Speaker: Und die hieß Tokyo Wise.

Speaker: Und die beruht auf einer wahren Begebenheit.

Speaker: Und zwar auf dem Reporter Jack Edelstein.

Speaker: der als Student nach Japan gekommen ist, um hier ein Auslandssemester zu machen und hier hängen geblieben ist.

Speaker: Er war der erste nicht japanisch sprechende Journalist, der bei einer der größten Zeitungen, die Shinbun angefangen hat, als Journalist zu schreiben, der sicherlich es sehr schwer hatte, weil man es als ausländischer Mitarbeiter meist schwer hat.

Speaker: Um hier Journalist werden zu können, das ist ähnlich wie in Deutschland, man muss sehr viele Prüfungen ablegen und man muss die Sprache sehr gut beherrschen.

Speaker: Und auf jeden Fall durch verschiedene Verstrickungen und seine eigene Neugier ist er halt in so Yakuza-Kreise reingeraten und hat einen der, ich sag jetzt mal, größeren Yakuza-Fälle Ende der 90er aufgedeckt.

Speaker: Oder Anfang der 2000er.

Speaker: Und wie gesagt, dazu gibt es die Serie und anhand der Serie bin ich überhaupt auf das Buch und auf diesen Journalisten gestoßen und habe auch sein Buch, was ja eigentlich Basis war für die Serie, gelesen.

Speaker: Und muss gestehen, ich fand alles sehr spannend, was er geschrieben hat.

Speaker: Also es ist journalistisch und autobiografisch vermischt.

Speaker: wie viel tatsächlich dann eins zu eins so passiert ist oder wie viel Fiktionales da vielleicht dann doch mit reinspielt, weil natürlich auch Namen verändert werden müssen, Situationen verändert werden müssen, um Personen zu schützen.

Speaker: Es ist einfach Wahnsinn, was dieser Mensch über die Yakuza herausgefunden hat, wie er diesen Fall gelöst hat.

Speaker: Also es geht ja tatsächlich um den Mord,

Speaker: an eine Freundin, die im Grunde genommen Gaijin-Prostituierte war.

Speaker: Also es gibt dort einfach einen Zweig an Prostitution, der über ausländische Mitarbeitende versorgt wird, weil Japanerinnen das sozusagen nicht tun.

Speaker: Und die Politik spielt mit rein, die Yakuza spielt mit rein und er deckt das Ganze so ein bisschen auf und klärt aber auch den Lesenden darüber auf, wie Yakuza funktioniert und wie sie die ganzen politischen Verstrickungen sind.

Speaker: Und ich finde, das ist ein sehr gutes Buch, wenn man einfach mal ein bisschen mehr dazu wissen will, wenn es um das Thema Yakuza geht.

Speaker: Ich komme da nachher auch noch auf einen Lesetipp, beziehungsweise nicht Lesetipp hin,

Speaker: weil ich jetzt im Urlaub auch noch ein anderes Buch gelesen habe zum Thema Yakuza, was aber rein fiktional ist, was mich aber dann wahnsinnig aufgeregt hat.

Speaker: Also es ist im Grunde genommen dann ein Verriss nachher noch.

Speaker: Aber nichtsdestotrotz, Jack Edelstein lohnt sich zu lesen, weil es aufklärt über das Thema Yakuza in Japan.

Speaker: Und ich habe keine Leseprobe, das tut mir leid, weil ich habe keine Bücher mitgenommen.

Speaker: Wie ein Yakuza funktioniert, weiß eigentlich jeder.

Speaker: Man drückt so ein paar Knöpfe und dann kommen die Blubberbläschen.

Speaker: Das ist Alex Humor.

Speaker: Der musste raus.

Speaker: Wie gesagt, ich habe aber eben auch, während ihr beide redet, als Andi sein Buch vorgestellt hat und gelesen hat, Tina, und du eben wieder von der, wie war das, Gaijin-Prostituierten und so, vielleicht ist es das, warum ich an diese Bücher nicht rankomme, dass da immer irgendwie eine Welt ist, die mir dann doch so, so fremd ist, dass die...

Speaker: dass die mich so beim Lesen behindert, weil ich vieles nicht verstehe, weil ich bei vielen Sachen, auch wenn du jetzt wieder sagst, es ist ganz einfache Silbenaussprache, mich mit der Aussprache schwer tue.

Speaker: Keine Ahnung, vielleicht ist es das.

Speaker: Habe ich jetzt nur für mich gerade mal so in den Raum geworfen.

Speaker: Also was ich zum Beispiel gelernt habe über Yakuza ist, also ich finde, es hat alle seine Vor- und Nachteile.

Speaker: Und die Yakuza ist so...

Speaker: in die Gesellschaft reingewachsen.

Speaker: Man muss dazu sagen, natürlich beherrscht sie den Großteil des Immobilienmarktes, vor allen Dingen in den Großstädten.

Speaker: Auf der anderen Seite ist es aber auch so, dass die Yakuza gesellschaftlich verankert ist.

Speaker: Sie kümmert sich zum Beispiel grundsätzlich, wenn Umweltkatastrophen sind, wie jetzt Fukushima vor fast zehn Jahren mittlerweile, älter als zehn Jahre, glaube ich sogar,

Speaker: Da wollte keiner die Aufräumarbeiten machen.

Speaker: Da hat die Yakuza sich darum gekümmert, dass Menschen vor Ort die Aufräumarbeiten machen.

Speaker: Weil die einfach ein Netzwerk haben auf Grundlage dieser japanischen Tradition des

Speaker: der Dankbarkeit, der Nächstenliebe, der Höflichkeit.

Speaker: Und natürlich spielt da, das darf man nicht vergessen, auch mit rein, dass Menschen sind, die Schulden haben etc., die dann das natürlich machen, weil sie unter Druck gesetzt werden.

Speaker: Aber der KUSA kümmert sich trotzdem in Umweltkatastrophen darum, dass aufgeräumt wird.

Speaker: Ob das jetzt gut oder schlecht ist für den Einzelnen, das will ich jetzt gar nicht in Frage stellen.

Speaker: Natürlich ist es schlecht, wenn da jemand diese Aufräumarbeiten macht.

Speaker: Aber sie kümmert sich darum, dass die Gesellschaft weiter funktioniert in solchen Situationen.

Speaker: Na gut, wahrscheinlich ein bisschen wie insgesamt bei allen mafiösen Organisationen, die doch schlimme Sachen machen, aber für ihre Regionen als Arbeitgeber oder wie auch immer dann immer eine Relevanz haben.

Speaker: Genau, und deswegen halt dadurch auch gesellschaftliche, wie soll ich denn sagen, eine Grundlage haben zu existieren.

Speaker: Und was man auch nicht vergessen darf, in Japan gibt es keine Kleinkriminalität oder wenig Kleinkriminalität.

Speaker: Also du kannst ja alles stehen und liegen lassen in einem Café, du kannst dein Handy liegen lassen, du kannst Geld liegen lassen.

Speaker: Es wird dir einfach nicht geklaut, wenn du mal kurz auf Toilette gehst.

Speaker: Also es gibt keine Kleinkriminalität, es gibt halt nur die große Kriminalität und die ist definitiv ein Problem für das Wirtschaftssystem.

Speaker: Da sind wir wieder beim Pro und Contra.

Speaker: Also es ist halt, die morden auch nicht in der Regel.

Speaker: Also Yakuza mordet in der Regel nicht im Sinne von Auftragsmord etc.

Speaker: Natürlich bringen sie sich gegenseitig um, aber sie würden jetzt keine Auftragsmorde machen.

Speaker: Ich will das gar nicht schönreden, ich finde das ganz furchtbar.

Speaker: Aber nichtsdestotrotz hat sie ihre Funktion innerhalb der Gesellschaft hier in Japan.

Speaker: Also, wenn ihr, die uns gerade hört, bei irgendeiner Form für die Yakuza tätig sind und wir euch gerade falsch wiedergegeben haben und ihr euch missverstanden fühlt in euren kriminellen Tätigkeiten, dann schreibt uns gerne eine E-Mail an alles-at-buchmarkt.de und beschwert euch.

Speaker: So, Tina.

Speaker: Ich wollte noch einen Punkt nochmal aufgreifen, weil mich hat auch das Thema beschäftigt,

Speaker: Warum habe ich so wenig japanische Literatur im Schrank?

Speaker: Weil ich habe AutorInnen aus China, Südkorea, Vietnam, das habe ich alles im Regal, nur Japan irgendwie nicht.

Speaker: Also nur eine Theorie meinerseits, vielleicht hat es auch was damit zu tun, dass Japan ja auch immer...

Speaker: die sind ja gar nicht, die exportieren das gar nicht so sehr.

Speaker: Die sind jetzt nicht so die Leute, die sozusagen in die Welt hinausgehen und allen zeigen, das sind unsere tollen Kulturprodukte, so wie das andere Nationen ja gut beherrschen.

Speaker: Und ja auch früher dieser Protektionismus, dass Japan ja auch als Insel, es war ja auch

Speaker: sehr schwer da reinzukommen in diese Insel.

Speaker: Also bis der erste Europäer da den Fuß auf japanischen Grund gesetzt hat, das hat ja auch ewig gedauert.

Speaker: Keine Ahnung, Tina, hat das vielleicht damit was zu tun, dass Japan jetzt auch gar nicht so die Nation ist oder die Menschen sind, die jetzt unbedingt alles nach draußen tragen müssen und zeigen müssen, hier, wir haben die tollsten Schriftsteller, die tollsten MusikerInnen, Filme,

Speaker: Also ich glaube, es gibt, also für mich jetzt persönlich, gibt es zwei Gründe.

Speaker: Das erste ist, viel Literatur, also ich komme mal auf ein Buch zu sprechen, mit dem ich angefangen habe.

Speaker: Mein allererstes japanisches Buch war Kenza-Boro-Oe, Reißt die Knospen ab.

Speaker: Das ist, glaube ich, 25 Jahre her, da habe ich irgendwann mal angefangen mit Studieren.

Speaker: Da habe ich dieses Buch gelesen und fand,

Speaker: Das ist so ein bisschen vom Stil her wie Herr der Fliegen.

Speaker: Also es geht um so eine Adoleszenzgeschichte.

Speaker: Es spielt auch physische und psychische Gewalt eine Rolle.

Speaker: Es geht nach Kriegsende darum, dass ein Junge in einem Dorf auf sich allein gestellt ist.

Speaker: Mehr will ich gar nicht dazu sagen, aber sie ist sehr speziell, auch im Schreibstil sehr speziell.

Speaker: Also es ist das eine, dass diese Literatur, ich sage jetzt mal aus

Speaker: bis so in die Anfang 2000er hinein, ja auch immer so ein Tenor hatte von anstrengend.

Speaker: Also Alex hat ja vorhin auch schon die Heikus erwähnt.

Speaker: Die haben einfach eine spezielle Reimdichte, die wir nicht kennen und an die wir auch nicht rankommen.

Speaker: Das heißt, abgesehen davon, dass sie gesellschaftlich besonders und exotisch sind, nenne ich es jetzt einfach mal, ist auch deren Schreibweise exotisch für uns.

Speaker: Und das Zweite ist, und das kriege ich halt jetzt auch dadurch, dass ich nicht das erste Mal hier bin, sondern jetzt schon öfters gefahren bin, kriege ich das halt auch so mit.

Speaker: Es ändert sich unwahrscheinlich schnell.

Speaker: Also ich finde, Corona hatte eine unfassbare Dynamik hier in das Land reingebracht, was auch die Offenheit betrifft.

Speaker: Vor sechs Jahren würde ich schätzen...

Speaker: haben bei weitem nicht so viele Menschen freiwillig Englisch gesprochen.

Speaker: Inzwischen ist es ganz anders.

Speaker: Also selbst hier auf dem Dorf oder so kannst du mit relativ vielen Menschen unter 40 Englisch reden.

Speaker: Das wäre vor sechs Jahren für mich undenkbar gewesen.

Speaker: Genauso Kartenzahlung, Internet, obwohl Netzabdeckung war damals schon gut.

Speaker: Aber so vieles, was für uns normal ist oder konventionell ist, ist hier in den letzten sechs Jahren sicherlich auch durch Corona, durch Tourismusboom etc.

Speaker: hat sich verändert.

Speaker: Genauso die Sprache der Schriftsteller.

Speaker: Also so ein Buch wie Butter.

Speaker: Oder es gibt ja dieses Buchhändlerbuch.

Speaker: Ich weiß gerade gar nicht, wie der Titel heißt von dem Buch.

Speaker: Die Buchhändlerin...

Speaker: also es ist auch so ein gehyptes Buch jetzt in Wuhan gewesen, dass jetzt diese, was ich auch schon öfters erwähnt hatte, diese Krimi-Reihe von Seishi Yokomitsu so gehypt wird und dass da im Halbjahresrhythmus ein neues Buch rauskommt.

Speaker: Das hat viel damit zu tun, dass Japan plötzlich en vogue ist und dass die Sprache sich ein bisschen verändert hat, auch in der Schreibweise der japanischen AutorInnen.

Speaker: Finde ich jetzt zumindest von dem, was ich so gelesen habe.

Speaker: Und Mangas sind halt auch seit Anfang der 2000er, also ich meine, wir sind alle noch mit den Comics und Zeichnungen in den 90ern groß geworden.

Speaker: Ich sage nur Heidi.

Speaker: Heidi ist hier voll der Boom.

Speaker: Heidi findest du hier und alle freuen sich.

Speaker: Ist halt eine japanische Zeichnung gewesen.

Speaker: oder alle unsere, ich sag jetzt mal, Zeichentrickserien, die wir geguckt haben, waren aus Japan.

Speaker: Wir sind eigentlich auch mit, ich möchte jetzt mal sagen, Mangas in Filmform groß geworden.

Speaker: Also Animes.

Speaker: Animes, genau.

Speaker: Die ersten Animes, genau.

Speaker: Heidi, der erste Anime-Film.

Speaker: Nein, aber Ghost in the Shell Mitte der 80er.

Speaker: Also es gibt ja schon Filme, mit denen wir auch groß geworden sind.

Speaker: Und

Speaker: Deswegen denke ich mir, diese zwei Ebenen, die Sprache hat sich oder die Schreibweise hat sich ein bisschen angepasst.

Speaker: Wie du ja gesagt hast, man hat sich abgeschottet, die Sprache hat sich ein bisschen angepasst.

Speaker: Und die Offenheit für dieses Land ist auch da.

Speaker: Also ich glaube schon, dass Anfang der 2000er war das einfach noch so weit weg, dieses Land.

Speaker: Oder war das wirklich...

Speaker: Da ist man halt, wenn überhaupt, so maximal so vielleicht Indien, Thailand und dann hört es für Europäer, glaube ich, auf.

Speaker: Und dann gab es noch so Australien.

Speaker: Das war, glaube ich, auch so ein Halb der Neunziger.

Speaker: Und jetzt ist es halt Japan und in zehn Jahren wird es wieder ein anderes Land sein.

Speaker: Also ich glaube, es gibt immer so Kurven, die passieren.

Speaker: Und ich finde auch nicht, dass jeder daran muss.

Speaker: Also ich finde es halt schön, dass es jetzt gerade so einen Hype hat.

Speaker: Das öffnet natürlich für Menschen, die sich mit japanischer Literatur und japanischen Autoren beschäftigen wollen, viele Möglichkeiten, die Sachen jetzt auch auf Deutsch zu lesen.

Speaker: Also ist halt einfach Fakt, dadurch, dass jetzt auch mehr übersetzt wird, hat man natürlich auch mehr Möglichkeiten, AutorInnen kennenzulernen.

Speaker: Das war halt vorher nicht so.

Speaker: Da wurden halt nur die großen Autoren, also Ken Saburo gehört zu den großen Autoren, auch einer von denen, der jedes Jahr auf der Liste der Nobelpreisträger steht und nie geworden ist bis jetzt.

Speaker: Das öffnet halt einfach nochmal eine andere Möglichkeit für Freunde von japanischer Literatur.

Speaker: Mhm.

Speaker: Und es muss, Alex, ich sehe dich, du siehst mich vielleicht nicht, es muss nicht jedem gefallen.

Speaker: Also ich finde auch, man muss nicht alles mögen an Literatur.

Speaker: Also das ist ja das Schöne an Literatur, es gibt ja genug.

Speaker: Die Vielfalt ist da.

Speaker: Es ist ja gar nicht so, dass ich jetzt so arrogant daherkomme und sage, diese ganze Kultur interessiert mich nicht oder die Literatur ist nichts für mich.

Speaker: Das stimmt ja gar nicht, ich habe einfach keine Ahnung.

Speaker: Und das wäre für mich die Frage, die ich jetzt mit mir selber mal klären muss, warum

Speaker: mich das nicht so abholt, warum ich da nicht so ein Interesse entwickle, ob es wirklich so ganz banal ist, dass ich die erste Seite anfange und denke, ui, ich kann die Namen schlecht aussprechen, ich weiß nicht, wie man das ausspricht, das missfällt mir, oder woran es liegt, oder ob ich eben dann...

Speaker: Ob es tatsächlich so ist, wie wir ganz am Anfang hatten, dass es doch irgendwie sehr fantastisch ist, auch in der Buchwelt und ich nichts über irgendwelche Feen oder Drachen oder sonst irgendwas lesen will.

Speaker: Ja, aber dann habe ich vielleicht den Buchtipp für dich.

Speaker: Selbst wenn es mir nicht gefallen hat, könnte es dir sehr gut gefallen.

Speaker: Und das meine ich ganz ernst.

Speaker: Ja.

Speaker: Das ist von Lennart Schrader, der Yakuza.

Speaker: Ich möchte meinen Bogen spannen zu meinem vorherigen Titel.

Speaker: Das habe ich jetzt auch im Urlaub gelesen.

Speaker: Und für mich war es schrecklich zu lesen.

Speaker: Im Grunde genommen ist es das Buch zu einer Verfilmung aus den 70ern, 80ern von...

Speaker: brauche ich eine Sekunde, weil da muss ich kurz was nachlesen, weil sonst kriege ich das nicht zusammen.

Speaker: Lennart Schrader ist jetzt aber auch nicht so ganz klassisch japanischer Name.

Speaker: Ja, dachte ich auch gerade.

Speaker: Beide Autoren sind keine Japaner.

Speaker: Aber, jetzt kommt's.

Speaker: Alex, warum?

Speaker: Ich denke, dass es für dich was ist.

Speaker: Es ist von Sidney Pollack verfilmt und Paul...

Speaker: Und warte kurz, Robert Mitchum spielt mit.

Speaker: Und es spielt, der Film selbst spielt in den 70ern und ist so dieses klassische, wie soll ich sagen, ich glaube, du magst die Filme und die Serien aus dieser Zeit.

Speaker: Und ich glaube, dieses Buch, dadurch, dass es sehr nah an einem

Speaker: Drehbuch orientiert ist in seiner Schreibweise.

Speaker: Und viel mit diesem, wie soll ich sagen?

Speaker: Ja, um was geht es denn überhaupt?

Speaker: Es spielt eine Detektivenrolle.

Speaker: Also, es gibt es ist eine gute Frage, Alex.

Speaker: Ich werde es versuchen zusammenzufassen.

Speaker: Also, Harry und George

Speaker: sind befreundet.

Speaker: Und George hat ein Problem, seine Tochter wurde entführt in Japan.

Speaker: Also beide sind in Amerika, in Kalifornien.

Speaker: Und seine Tochter wurde entführt.

Speaker: Und George ist ein, ich nenne es mal Mogul oder industrieller

Speaker: Und seine Tochter wurde von einem Yakuza entführt.

Speaker: Darf ich kurz unterbrechen, Tina?

Speaker: Kann es sein, ist das dieses Buch, was du eigentlich wirklich, wirklich doof findest?

Speaker: Und eigentlich möchte dein Kopf einen Verriss losschlagen.

Speaker: Jetzt hast du das Ganze aber so eingeleitet, dass es vielleicht auch jemandem gefallen könnte.

Speaker: Musstest du jetzt irgendwie gut reden, was dir wahnsinnig schwerfällt?

Speaker: Nee, gar nicht.

Speaker: Das Problem, was ich damit habe, das erkläre ich gleich.

Speaker: Von der Idee her,

Speaker: Es ist nett.

Speaker: Also die Geschichte selbst ist total nett.

Speaker: Ich habe andere Probleme mit dem Buch, aber deswegen denke ich mir, könnte es dir gefallen, weil es eben sehr amerikanisch geschrieben ist, aber auf japanischem Boden spielt.

Speaker: Also wie gesagt, die beiden sind befreundet.

Speaker: Und George bittet also seinen besten Freund Harry zusammen mit einem Privataktiv, den er auch spontan immer mal engagiert hat, Dusty, nach Tokio zu reisen und seine Tochter zu befreien.

Speaker: Also reisen alle nach Tokio.

Speaker: Man muss dazu sagen, Harry hat noch eine alte Liebschaft in Tokio.

Speaker: Also es entwickelt sich noch so ein Menage à Trois mit Ken, der rein zufällig da noch mit auftaucht.

Speaker: Und alles spielt dann sozusagen in diesem Yakuza-Kreis.

Speaker: Und es ist tatsächlich spannend.

Speaker: Was mich wahnsinnig gemacht hat, sind zwei Faktoren.

Speaker: Und das ist halt einfach nicht meins, aber ich könnte mir vorstellen, es ist deins.

Speaker: Das Erste ist dieser Drehbuchstil.

Speaker: Also es ist halt wirklich in diesem Filmgenre der 70er, 80er Jahre geschrieben.

Speaker: Aber ich weiß, du magst Filme und Serien aus den 70er, 80er Jahren.

Speaker: Stimmt.

Speaker: Deswegen gehe ich davon aus, dass es für dich passt.

Speaker: Es ist wirklich sehr...

Speaker: Und detailreich in diesen Kampfszenen und in diesen Detektivszenen.

Speaker: Es wird viel erklärt auch, also das muss man tatsächlich sagen, es wird viel zum Thema, warum trägt er jetzt dieses Schwert und was ist mit diesem Schwert, so ein bisschen Kill Bill mäßig kommt das auch rüber.

Speaker: das, was ich gerne lese.

Speaker: Wir wissen es beide, es macht mich einfach überhaupt nicht an, solche Bücher zu lesen.

Speaker: Und das Zweite ist, und das ist etwas, was sie mich auch wahnsinnig beim Lesen gemacht hat, ist, und ich verstehe nicht, warum dieser Verlag es bis heute nicht korrigiert hat.

Speaker: Er erklärt am Anfang, dass wenn man Domo sagt, dass Danke heißt.

Speaker: Domo heißt aber viel, also eigentlich heißt Arigato, Danke.

Speaker: Und in diesem ganzen Buch, also Domo heißt eigentlich viel oder man kann das auch in einer Situation als Hallo werden.

Speaker: Und in diesem ganzen Buch kommt ständig Domo drin vor als Danke.

Speaker: Und ich habe im Kopf aber die ganze Zeit Hallo.

Speaker: Und da gibt es so lustige Situationen einfach, wenn irgendwie jemand ihm Whisky reicht und er sagt Hallo.

Speaker: Also in meinem Kopf sagt der Hallo und nicht Danke.

Speaker: Und ich verstehe nicht, warum dieser Verlag es nicht bis heute korrigiert hat, da einfach hinzuschreiben Arigato.

Speaker: Es gibt auch keinen Kommentar irgendwo, dass da steht, ja, da gab es einen Übersetzungsfehler in den 70ern.

Speaker: Das tut uns leid, wir haben das jetzt so gelassen.

Speaker: Nirgendwo ist es erwähnt.

Speaker: Und ich finde, es macht mich, also dafür, dass ich jetzt gerade hier bin und das Wort sehr häufig benutze, macht es mich wahnsinnig.

Speaker: Ja.

Speaker: Vor allen Dingen, er weiß ja, dass vielen lieben Dank, dummo arigato gozaimasu heißt, weil das kommt auch im Buch schon vor.

Speaker: Aber ich muss ganz ehrlich sagen, nach die... Ich habe das Buch zu Hause, ich kann es dir geben.

Speaker: Ja, bitte.

Speaker: Das klingt toll.

Speaker: Aber ist es nicht vielleicht als Running Gag gedacht, dass er denkt, er sagt das Richtige, aber sagt immer das falsche Wort und die sind zu höflich und zu korrigieren?

Speaker: Nein, der Autor erklärt am Anfang...

Speaker: Also anders.

Speaker: Dieser Harry hat da sozusagen in der Kriegszeit sechs Jahre, nee, acht Jahre in Japan gelebt.

Speaker: Deswegen kann er sehr gut japanisch.

Speaker: Und dann erklärt er dem Dustin sozusagen, warum man Domo benutzt.

Speaker: Und das benutzen die beiden erst ständig.

Speaker: Also selbst Harry benutzt es regelmäßig.

Speaker: Es ist kein Learning Gag oder so.

Speaker: Ich fand es einfach nur

Speaker: Mich hat es wahnsinnig gemacht beim Lesen.

Speaker: Aber ich denke mir, der Stil des Buches, die Geschichte ist super, die Geschichte möchte ich gar nicht anzweifeln, aber der Stil des Buches hat mich wahnsinnig gemacht.

Speaker: Das klingt absolut fantastisch.

Speaker: Ich würde sagen, komm mal zurück aus Japan und gib es mir.

Speaker: Ich komme.

Speaker: Okay.

Speaker: Ich habe es jetzt auch als E-Book.

Speaker: Schon mal geklärt.

Speaker: Ich habe zweimal Geld ausgegeben für ein schlechtes Buch.

Speaker: Also ein schlechtes Buch für mich, möchte ich dazu sagen.

Speaker: Genau, das haben wir schon geklärt.

Speaker: Wunderbar.

Speaker: Ich glaube, jetzt hat jeder was zum Lesen, oder?

Speaker: Ich glaube, Andi und ich möchten noch auf ein Buch zu sprechen kommen, weil das uns beide bewegt hat.

Speaker: Nämlich.

Speaker: Haben wir die Zeit noch, Alex?

Speaker: Ja, los.

Speaker: Komm, komm.

Speaker: Als ich zuletzt bei Tina war und wir über Japan gesprochen haben und vor ihrem Bücherregal standen, hat mir Tina ein Buch in die Hand gedrückt und meinte, das musst du lesen.

Speaker: Und natürlich habe ich das auch gelesen und möchte es auch gerne vorstellen.

Speaker: Und zwar Yukio Mishima, Bekenntnisse einer Maske.

Speaker: Ich möchte ganz kurz einwerfen, Mishima ist genauso bekannt wie Murakami in Japan.

Speaker: Also das ist einer der bekanntesten Autoren überhaupt und das liegt an seinem Ende seines Lebens.

Speaker: Ja, also genau.

Speaker: Und es hat auf so vielen Ebenen, ist das wirklich einfach eine krasse Geschichte.

Speaker: Also das Buch Bekenntnisse einer Maske ist 1949 erschienen.

Speaker: Ja, lustigerweise direkt ins Deutsche übersetzt zum ersten Mal 2019.

Speaker: Es hat also sehr lange gedauert.

Speaker: Ich habe recherchiert, dass oft, das wurde ins Französische übersetzt und dann von Französischen hat das, glaube ich, jemand ins Deutsche übersetzt.

Speaker: Von daher hat es dann auch früher schon den Weg nach Deutschland gefunden.

Speaker: Das krasse ist, was Tina eben meinte, der Autor war übrigens befreundet mit Nobelpreisträger Yasunari Kawabata.

Speaker: Ich glaube, den hattest du erwähnt, Alex, am Anfang.

Speaker: Glaube ich, oder Tina.

Speaker: Genau, das war sein Mentor.

Speaker: Und Mishima beging aber 1970 Harakiri, das hatten wir heute auch schon, und zwar einen rituellen Selbstmord und ich glaube er hat sich geköpft, ich weiß es nicht mehr genau, also irgendwas wirklich nicht sehr mitgegliches.

Speaker: Nein, also es ist so, bei diesem Ritualen, also dem Ritualen-Selfsmart, den er begangen hat, ist so, dass er hat ein Kurzschwert und ein Langschwert.

Speaker: Also das trägt jeder Samurai, wenn man so möchte, ein Kurzschwert und ein Langschwert.

Speaker: Und die haben sich ja verbarrikadiert im Verteidigungsministerium, weil er war strenge Ultranationalist.

Speaker: Er wollte ja unbedingt, dass der Kaiser zurückkommt.

Speaker: Ähm,

Speaker: Und dieses Harakiri, dieser rituelle Selbstmord, funktioniert so, dass man sich in der Regel das Kurzschwert in den Bauch rammt, damit erstmal die Organe da weg sind.

Speaker: Und dann dein Adjudant, also da gibt es auch dieses Adjudantenverhältnis, wenn man so möchte, der mit dem Langschwert den Kopf abschlägt.

Speaker: Also du tötest erst dich selbst und dann wird sozusagen der Kopf noch abgetrennt.

Speaker: Genau.

Speaker: Und ich glaube, es war sein Liebhaber, der auch noch dabei gefilmt haben soll.

Speaker: Ja, er war homosexuell, genau.

Speaker: Und es geht eben, es ist zwar ein Roman, aber es trägt autobiografische Züge und es geht quasi darum, so eine Art Coming-of-Age-Geschichte und er beschreibt, wie er schon als Kind einfach anders war.

Speaker: Er war gesundheitlich angeschlagen und...

Speaker: Und er hatte schon immer auch komische Fantasien, die er auch in dem Buch beschreibt, auch sehr brutale Fantasien.

Speaker: Er hat sich ergötzt daran, wenn Jünglinge umgebracht wurden in Märchen oder auf Bildern.

Speaker: Das hat er sich dann immer besonders angeschaut.

Speaker: Und er hat halt früh gemerkt,

Speaker: Ich bin irgendwie anders und ich würde damit anecken, wenn ich das zeigen würde.

Speaker: Deswegen legt er sich quasi eine Maske zu und er beschreibt dann wirklich genau...

Speaker: wie er so, er guckt sich das dann sozusagen bei seinen Mitschülern ab.

Speaker: Wie reagieren die anderen Jungs?

Speaker: Wie gehen die miteinander um?

Speaker: Was machen die so?

Speaker: Was sind so die Spiele?

Speaker: Und das ahmt er quasi nach.

Speaker: Aber ohne das selber zu fühlen.

Speaker: Also er ist quasi ein Schauspieler.

Speaker: Und das ist eben diese Maske.

Speaker: Und dann geht es eben darum, er kann natürlich auch seine Homosexualität nicht ausleben, er möchte dann aber trotzdem irgendwie teilhaben an dem normalen Leben.

Speaker: Dann geht es am Ende darum, die Schwester seines besten Freundes

Speaker: irgendwie, er möchte sich irgendwie in sie verlieben oder so nach außen hin tut er so, als ob er sie lieben würde.

Speaker: Sie will ihn dann auch heiraten und genau.

Speaker: Also das ist wirklich ein faszinierendes Buch, was sehr poetisch ist.

Speaker: Also es passiert auch relativ wenig in dem

Speaker: in dem Buch.

Speaker: Aber es sind sehr viele poetische Beschreibungen, auch sozusagen wie er reflektiert über sich selber, über seine Gedanken.

Speaker: Das fand ich sehr faszinierend.

Speaker: Und teilweise ist es dann aber auch sehr hart irgendwie in der Bildsprache.

Speaker: Und dann irgendwie, ich kann gar nicht sagen, ob ich das Buch jetzt

Speaker: ob mich das begeistert hat oder nicht.

Speaker: Aber es hat auf alle Fälle was mit mir gemacht und deswegen, ich konnte es auch nicht weglegen und fand das ein definitiv sehr, sehr faszinierendes Buch.

Speaker: Ich finde das Problem bei dem Autor ist, dass der so extrem umstritten ist.

Speaker: Also, ja.

Speaker: Er war halt, wie gesagt, Ultranationalist.

Speaker: Das hat ihn extrem unsympathisch gemacht.

Speaker: Aber seine Bücher sind halt sehr, sehr gut.

Speaker: Also es gibt ja auch noch den Goldenen Pavillon.

Speaker: Ich glaube, der wurde zuerst übersetzt aus dieser Reihe.

Speaker: Das kommt sozusagen ein Mönch in den Goldenen Pavillon.

Speaker: Der steht in Kyoto.

Speaker: Das ist ein Schrein.

Speaker: Und leider wird er durch...

Speaker: unglückliche Umstände, natürlich spielen Frauen eine Rolle, sexuelle Erweckung etc., auch das eine Adoleszenzgeschichte, steht dieser goldene Pavillon plötzlich in Brand und das ist ja auch so tatsächlich passiert.

Speaker: Also auch sowas Pseudofiktionales, wenn man so möchte.

Speaker: Und das dritte Buch, was glaube ich erschienen ist, ist Sonne und Stahl.

Speaker: Und das ist wieder sehr autobiografisch.

Speaker: Da geht es vor allen Dingen um diesen rituellen Selbstmord, den er begangen hat.

Speaker: Also sprich, er beschreibt vorab, wie er sich töten wird.

Speaker: Also er hat sehr deutlich sozusagen ausformuliert, wie das ablaufen wird.

Speaker: Es gibt auch Filme dazu.

Speaker: Er ist auch in Japan sehr umstritten, soweit ich das weiß.

Speaker: Also da muss man Werke und Autor deutlich voneinander trennen.

Speaker: Und auch ich finde seine Bücher rein literarisch super.

Speaker: Ich kann aber auch mit der Person nichts anfangen.

Speaker: Also die Person selbst finde ich ganz arg unsympathisch.

Speaker: Ja, aber ich, genau, also ich finde es auch sozusagen sprachlich ist das wirklich ein ganz, ganz tolles Buch.

Speaker: Aber ich habe eben auch mit der Figur, das ist halt keine sympathische Figur, also auch im Buch nicht.

Speaker: Und genau, und auch die Figur im Buch ist ja, die verherrlicht den Krieg und die auch dieses...

Speaker: die ganze Zeit daran denken, eigentlich möchte er im Krieg auch fallen und ist dann enttäuscht, als der Krieg vorbei ist und er immer noch lebt und dann so sagt, oh nein, jetzt muss ich irgendwie ein alltägliches Leben führen, das möchte ich gar nicht.

Speaker: Aber ja, deswegen bin ich so hin und her gerissen.

Speaker: Aber gerade das macht auch die Faszination aus.

Speaker: Und was ich auch spannend finde,

Speaker: Der Autor wird, das Buch wird auch quasi so in der, wo angeblich, also in meiner kurzen Recherche rausgefunden, in der queeren Community gefeiert.

Speaker: Aber es gibt dann auch andere, die sagen, sie wissen gar nicht, ob das überhaupt die Intention war, sozusagen so eine queere Selbsterweckungsgeschichte zu schreiben, sondern er versteckt das ja auch die ganze Zeit.

Speaker: Also

Speaker: Ja, weiß ich nicht.

Speaker: Also ich bin immer noch, ich habe immer noch ganz viele Fragezeichen über dem Kopf, aber das macht ja auch gute Bücher aus, wenn sie einen nach dem Lesen noch weiter beschäftigen.

Speaker: Ja, aber den Sog der Sprache, genau das hat mich halt dazu gebracht, alles von ihm zu lesen.

Speaker: Also ich finde schon, sprachlich hat er auf jeden Fall Potenzial.

Speaker: Andi, willst du dann vielleicht den Übersetzer oder die Übersetzerin auch mal noch dazu sagen, wenn man dann schon die Sprache so feiert, dann hat diese Person ja auch ein bisschen Anteil.

Speaker: Genau.

Speaker: Das wurde aus dem Japanischen übersetzt von Nora Bierig.

Speaker: Genau.

Speaker: Und 2019 ist diese Ausgabe erschienen im Kein und Aber Verlag.

Speaker: Prima.

Speaker: Genau, und Kein und Aber hat halt noch die anderen Bücher auch rausgebracht.

Speaker: Das verlinken wir euch selbstverständlich wieder.

Speaker: Tina, eine Frage noch.

Speaker: Wir haben noch gar nicht über die Toiletten in Japan geredet.

Speaker: Lassen Sie mal wieder populärwissenschaftlich werden.

Speaker: Weg von dieser ganzen Hochliteratur, bla bla.

Speaker: Mir fällt gar kein Buch ein.

Speaker: Ah doch, mir fällt ein Buch ein, wo eine Toilette eine Rolle spielt.

Speaker: Bullet Train.

Speaker: Das ist auch ein Film mit Brad Pitt unter anderem.

Speaker: Ja, das Buch ist aber super und das ist ja ein Dreiteiler, dieses Buch.

Speaker: Also es gibt Bullet Train, Susukis Rache und der Profi.

Speaker: Die anderen beiden sind aber nicht so geil wie Bullet Train.

Speaker: Ich dachte Bullet Omnibus und Bullet Fahrrad.

Speaker: Nee, aber die hängen alle drei zusammen, also die bauen aufeinander auf, die drei Romane.

Speaker: Wobei, Suzukis Rache ist, glaube ich, da sind wir wieder da, wo Alex nicht hin will.

Speaker: Da spielen Geister eine Rolle.

Speaker: Und der Profi ist dann wieder, da kommt dann einer dieser Killer aus Bullet Train sozusagen als Hauptfigur rein.

Speaker: Und zwar, ich glaube, die Wespe.

Speaker: Also es ist fantastisch.

Speaker: Aber da spielt eine Toilette auch eine Rolle.

Speaker: Okay, das war eher eine Spaßfrage, aber die ernst gemeintere war, wann sollte man denn eigentlich nach Japan reisen?

Speaker: Du hast jetzt alles mal durchprobiert.

Speaker: Noch nicht alles, leider.

Speaker: Es gibt ja leider bei uns in der Buchszene Zeiten, wo wir nicht wegfahren dürfen.

Speaker: Okay, aber was bisher... Wenn man in der Buchbranche arbeitet, hat man Pech.

Speaker: Wir werden aber von relativ vielen Menschen aus der Buchbranche gehört, deswegen kommt das für die auch eh nicht in Frage.

Speaker: Oder anders, wann würde es sich denn anbieten, einen Büchertisch mal vielleicht zu machen als Buchhandlung?

Speaker: Ist das dann die Kirschblüte ganz klassisch?

Speaker: Ja.

Speaker: Ja, definitiv im März zur Einstimmung.

Speaker: Ich glaube, viele fahren tatsächlich zur Kirschblüte hin.

Speaker: Die ist fast den kompletten April hindurch.

Speaker: Also die fängt so in der letzten Märzwoche an und geht so bis zur ersten Maiwoche.

Speaker: Ich denke mir, das ist die Zeit, wo die Sehnsucht am größten ist und wo viele hinfahren, wenn sie wirklich dieses Sehnsuchtsthema bedienen möchten.

Speaker: Viele fahren aber auch in den Sommerferien.

Speaker: Was ich niemandem raten möchte, weil die Zikaden sehr laut und die Temperaturen sehr hoch und die Luftfeuchtigkeit sehr feucht ist.

Speaker: Also Sommer muss man wollen in Japan.

Speaker: Aber Büchertische würde ich sagen Ende März, Anfang April, wenn die Sehnsucht wirklich entsteht.

Speaker: Also ich meine, dieses Kirschblütenthema ist ja mittlerweile auch in Deutschland populär.

Speaker: Also wir kriegen es ja mit in vielen Städten.

Speaker: Es gibt schon drei, vier Städte in Deutschland, die da ganze Alleen schon haben.

Speaker: Ich denke an Borden.

Speaker: Dieses Hanami-Fest.

Speaker: Genau.

Speaker: Ich glaube, in Mannheim gibt es auch mittlerweile einen Park, also dieses Hanami auch hier in Deutschland aufgreifen, dieses Kirschblütenfest.

Speaker: Von daher würde ich sagen, da sollte man den besten Tisch machen.

Speaker: Und

Speaker: Für den Sommer, für die Reiseliteratur, Krimis, auf die Tische packen, die guten Bücher, die jetzt auch Andi mit vorgestellt hat, sowas wie Butter oder die Buchhändlerin.

Speaker: Murakami geht, glaube ich, immer und Kafka am Strand sowieso.

Speaker: Naokos Lächeln ist auch sehr, sehr, sehr beliebt.

Speaker: Also kriege ich nur so mit.

Speaker: Also viele Einsteiger von Murakami lesen Naokos Lächeln.

Speaker: Deswegen, weil es halt eine klassische Liebesgeschichte ist.

Speaker: ein schmales Bändchen im Gegensatz zu Kafka am Strand.

Speaker: Also Kafka am Strand ist, glaube ich, fünfmal so lang.

Speaker: Genau.

Speaker: Prima.

Speaker: Traut euch.

Speaker: Ein Hinweis meinerseits noch, ich habe entdeckt bei der Recherche, es gibt den Japanuary, dass man sozusagen so eine Social Media Aktivität im Januar ist und Fokus auf Japan, japanische Filme und japanische Literatur.

Speaker: Also wer nächstes Jahr im Januar da mitmachen will, ist hiermit herzlich eingeladen, Japanuary zu feiern.

Speaker: Also als Kochbuchverlag lege ich Wert auf Veganuary.

Speaker: Da gibt es jetzt die große Battle.

Speaker: Also legt euch japanische vegane Kochbücher hin.

Speaker: Okay, dann würde ich sagen, wir haben wahnsinnig viel gelernt heute.

Speaker: Ich sage Domo Antina.

Speaker: Danke an Andi für die Vorbereitung, fürs Reinfressen in dieses Thema.

Speaker: All die Buchtipps verlinken wir euch, könnt ihr euch nochmal anschauen, könnt ihr gerne lesen, bei der Buchhandlung eures Vertrauens kaufen.

Speaker: Wenn heute der Ton ein-, zweimal nicht ganz so gepasst hat, dann ist wie immer Tina schuld, denn die ist gerade am anderen Ende der Welt.

Speaker: Vielen, vielen Dank an euch beide.

Speaker: Vielen Dank fürs Zuhören an alle da draußen.

Speaker: Wie immer gilt, gebt uns auf der Podcast-Plattform, auf der ihr uns gerade hört, eine gute Bewertung.

Speaker: Das hilft uns immer sehr für die Sichtbarkeit.

Speaker: Das freut uns besonders.

Speaker: Und dann würde ich sagen, hören wir uns dann bald wieder und das nächste Mal wieder alle hier in Deutschland und mit einem Gast.

Speaker: Vielen Dank und bis bald.

Speaker: Macht's gut.

Speaker: Tschüss.

Speaker: Danke.

Speaker: Tschüss.

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