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#17 Quo Vadis, Leipziger Buchmesse?

Alles BuchMarkt
Alles BuchMarkt

397 plays · Mar 24, 2025

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Speaker: Hallo und herzlich willkommen, wie schön, dass ihr euch Zeit genommen habt zu einer ganz besonderen Folge von Alles Buchmarkt, der Podcast.

Speaker: Denn es ist so, vor etwas mehr als einem Jahr wurde eine der meist beachteten Stellen in der Buchbranche neu besetzt und

Speaker: Und wir waren natürlich auch ganz heiß da auf ein Interview.

Speaker: Allerdings muss man sagen, war das damals so, dass wirklich ganz viele Leute Interesse daran hatten.

Speaker: Und die Frau, die heute unser Gast ist, hat sich Gesprächen gestellt mit der Zeit, mit FAZ, mit Fernsehsendern.

Speaker: Und dann war es natürlich so, das muss man sagen,

Speaker: Wenn man wenig Zeit hat und dann kommt da so ein doch sehr junger Rumpelpodcast um die Ecke und sagt, hast du mal eine Stunde, dann muss man Prioritäten setzen.

Speaker: Wir haben uns damals darauf geeinigt, wenn es uns in einem Jahr noch gibt, dann verabreden wir uns erneut, dann sprechen wir miteinander und ich freue mich total, dass das heute geklappt hat.

Speaker: Andi, wer ist heute unser Gast?

Speaker: Unser heutiger Gast sagt von sich selber, dass es ihr Job ist, Geschichten zum Publikum zu bringen.

Speaker: Das finde ich ja tatsächlich eine sehr schöne Berufsbezeichnung.

Speaker: Geschichten zum Publikum bringen.

Speaker: Das geht natürlich auf vielfältige Art und Weise.

Speaker: Und auch unser Gast hat das schon in verschiedenen Bereichen angewendet.

Speaker: Angefangen hat alles fast schon klassisch mit einem Germanistik- und Anglistikstudium.

Speaker: Danach zog es sie in die Filmbranche.

Speaker: wo sie unter anderem im Bereich Marketing für Senatorfilms, Delphi-Films und Wild Bunch tätig war.

Speaker: 2016 wechselte sie dann in die Buchbranche und ging zum PIPA-Verlag nach München.

Speaker: Dort war sie vier Jahre lang Head of Marketing und Organisational Development.

Speaker: 2020 ging es für sie dann zum Digitaldienstleister Bookwire, wo sie die Aufgaben des General Manager für die Dachregion übernommen hat.

Speaker: Man kann also sagen, dass bei ihr das digitale und das analoge Wort zusammenkommen und natürlich auch das geschriebene und gesprochene Wort.

Speaker: Daher verwundert es also nicht, dass sie seit Anfang 2024 die neue Direktorin der Leipziger Buchmesse ist, denn dort kommt das alles zusammen.

Speaker: Und die Buchmesse ist ja quasi auch so eine riesige Spielwiese dafür, Geschichten zum Publikum zu bringen.

Speaker: Wir freuen uns sehr, dass sie heute so kurz vor Messestart für uns Zeit hat.

Speaker: Herzlich willkommen Astrid Böhmisch.

Speaker: Vielen Dank, ich freue mich, dass ich heute hier sein darf.

Speaker: Und Astrid, wir haben was Neues.

Speaker: Wir haben ja jetzt Staffel 2 gestartet vor zwei Folgen und probieren nochmal ein paar Sachen aus, unsere Gäste besser und näher kennenzulernen.

Speaker: Und wir haben einen

Speaker: neun schnelle Fragen vorbereitet und wir sind mal gespannt, was du antwortest.

Speaker: Wir können natürlich dann auf einzelne Sachen auch gerne im Nachgang nochmal eingehen und wir fangen mal an.

Speaker: Die wichtigsten Messefragen, die stellen wir dir jetzt einfach quick and dirty.

Speaker: Kein Kaffee oder keine Happy Hour auf der Messe?

Speaker: Kein Kaffee.

Speaker: Messe für immer, ohne Sitzgelegenheiten oder ohne Steckdosen?

Speaker: Ohne Sitzgelegenheiten, ja.

Speaker: Körperspannung ist wichtig.

Speaker: Entweder messe einen Tag länger oder von neun bis neun.

Speaker: Einen Tag länger.

Speaker: Ich bin Tagmensch.

Speaker: Okay.

Speaker: Messe nur noch auf Rollschuhen organisieren oder mit Schreibmaschine arbeiten?

Speaker: Auf Rollschuhen.

Speaker: Lieber ein Abend mit Hertha Müller, die rappt oder ein Abend, in dem Jeff Bezos seine Gedichte vorliest?

Speaker: Na, das ist wahnsinnig einfach.

Speaker: Natürlich Hertha Müller und wir kleben beide Textcollagen.

Speaker: Super.

Speaker: Entweder keine Pommes mehr auf der Messe oder alles vegan.

Speaker: Da bin ich völlig unemotional, ehrlich gesagt.

Speaker: Da machen wir halt keine Pommes.

Speaker: Okay.

Speaker: Oh, das ist kontrovers.

Speaker: Die esse ich wirklich nur zweimal im Jahr, dann aber wirklich Geschmacksexplosion.

Speaker: Aber das ist doch auf der Messe das, was man sich so ganz schnell dann irgendwie immer zwischendurch holt.

Speaker: Das fettigt diese Papiertage.

Speaker: Ich habe nicht mal dafür Zeit.

Speaker: Ich habe so Astronautennahrung mit so Proteinregeln.

Speaker: Oh, okay.

Speaker: Und dann mache ich dann die Augen zu und stelle mir was vor.

Speaker: Sehr postmodern.

Speaker: In dem Fall dann wohl wahrscheinlich Kommis.

Speaker: Immer mit Rollkoffer durch die Menschenmenge drängeln oder sich von ihnen anrempeln lassen.

Speaker: Ja, da würde ich sagen, muss der Rollkoffer das Ganze für mich erledigen.

Speaker: Lieber als Cosplayer die Messe eröffnen oder eine Eröffnungsrede im sächsischen Dialekt halten?

Speaker: Lieber als Cosplayer, weil so sehr ich mich auch bemühe, ich schaffe es nicht, ich kann es nicht.

Speaker: Und jetzt die letzte Frage.

Speaker: Leipziger Messe nur noch als Digitalevent oder Open Air auch bei Schneesturm?

Speaker: Open Air auch bei Schneesturm, weil Körperspannung regt uns an und wir müssen ja zusammenkommen und zwar in jedem Wetter.

Speaker: In jedem Wetter.

Speaker: Im Moment sieht es ja danach aus, dass wir Sommer haben werden.

Speaker: Das stimmt.

Speaker: Drückt uns die Daumen, so wollen wir es haben, sodass sich auch draußen hoffentlich alle irgendwie für einen kleinen Zwischenplausch auch verabreden können.

Speaker: Vielen lieben Dank für die neun schnellen Antworten, die du uns gegeben hast und dann steigen wir mal einfach direkt ein.

Speaker: Wir wissen ja, letztes Jahr bist du sehr kurzfristig zur Leipziger Messe gekommen, jetzt hattest du ein Jahr Zeit.

Speaker: Wie war das für dich, dass du ganz entspannt, muss man sagen?

Speaker: eher sagen, die Messe angehen konntest im Verhältnis zu letztes Jahr?

Speaker: Ich will nicht gleich mit einer Korrektur starten, aber doch, ganz entspannt trifft es nicht ganz.

Speaker: Sagen wir mal so, ich konnte den Vorlauf nutzen.

Speaker: Und habe für mich noch nicht definiert, was denn besser oder schlechter ist.

Speaker: Ich fand das letztes Jahr schon auch sehr gut, in so eine ganz hochenergetische Phase reinzukommen, sowohl mit dem Team als auch in der Vorbereitung als auch in der Außenwahrnehmung, weil man dann bei vielen Dingen so unglaublich effizient sein muss.

Speaker: in bestimmten Dingen einfach ganz klar sagen musst du jetzt egal, aufs Pferd drauf springen und durch und gleich miterleben.

Speaker: Das hatte Vorteile.

Speaker: Ich habe das für mich als vorteilhaft empfunden.

Speaker: Jetzt hatte ich den Vorlauf und die Vorbereitungszeit und da hätten sich natürlich auch Vorteile ergeben, aber für mich war das so vom Energielevel wirklich sehr, sehr gut.

Speaker: Und ich möchte das im Rückblick gar nicht missen.

Speaker: Aber wie ist das denn?

Speaker: Ich stelle mir das so vor, du hast diese Stelle angetreten, wahrscheinlich, da können wir vielleicht auch gleich nochmal reden mit vielen schlaflosen Nächten vorher, ob man diese Stelle antritt, die ja eine extreme Fallhöhe auch haben kann.

Speaker: Ja.

Speaker: Du trittst diese Stelle an, bist wahnsinnig motiviert, wahrscheinlich hast platzt vor Ideen, aber dann kommt man ja dann doch erstmal in dieses, ich sage jetzt nicht Korsett, aber in dieses Gefüge, es war nicht mehr viel Zeit bis zur Messe, das heißt deine Möglichkeiten der Einflussnahme waren ja wahrscheinlich eher erstmal begrenzt, das heißt man...

Speaker: Man verwaltet im Prinzip das, was andere Menschen sich ausgedacht haben, ist aber gleichzeitig jetzt das Gesicht und jeder schaut drauf.

Speaker: Das heißt, wenn was irgendwie jetzt vielleicht ein bisschen in die Grütze geht oder irgendwas nicht so funktioniert, sagt jeder, ja, ja, die Astrid war es, wohingegen die Möglichkeiten, die du einbringen konntest, eher begrenzt waren.

Speaker: Wie war das denn?

Speaker: Sehr komplex, aber ich versuche so der Reihe nach zu beantworten.

Speaker: Mit einer Gegenfrage, ist das nicht immer die Aufgabe von Führung, auch mal zu sagen, ja, das ist halt jetzt schiefgelaufen, aber ich leite ein Team?

Speaker: Ja, aber im Guten wie im Schlechten.

Speaker: Du hast natürlich, dieses Gute hat da an der Stelle doch nicht ganz so stattgefunden.

Speaker: Und der zweite Teil der Frage wäre für mich, ich bin nicht mit dieser Prämisse gestartet.

Speaker: Ich finde generell zu sagen, das mache jetzt ich, ich, ich, ich.

Speaker: Und ich mache das ganz, ganz anders und allein ich, ich, ich.

Speaker: Das ist, glaube ich, eine sehr überkommene Haltung.

Speaker: Ja, deine Analyse ist korrekt.

Speaker: Ich konnte verschiedene Dinge einfach nur mehr übernehmen, aber das war klar.

Speaker: Und darauf habe ich mich mental auch vorbereitet.

Speaker: Alles andere wäre ja ein unglaubliches Delta in meinem eigenen Erwartungshorizont gewesen.

Speaker: Also wenn ich jetzt sage, ich müsste da jetzt rausgehen und sagen, ich bin es nicht, das hat ein anderer gemacht, das

Speaker: Muss ich ehrlicherweise und fairerweise sagen, das hätte auch dem Team gegenüber, wäre das nicht integer gewesen.

Speaker: Und daher war mir das klar.

Speaker: Wenn man zu diesem Zeitpunkt einsteigt, dann kann man nicht sagen, das ist meine Messe.

Speaker: Gleichzeitig finde ich aber nicht, dass ich mich hinstellen kann und bei allen Dingen, die schief laufen oder wo vielleicht die Außenperspektive nicht so positiv war, kann ich sagen, ja, da distanziere ich mich sofort davon.

Speaker: Das ist ja gar nicht meins, weil ich stehe dem Ganzen ja jetzt natürlich voran.

Speaker: Das heißt, ich habe mich da sehr gut darauf vorbereitet, wie sich das für mich anfühlt, wie sich das von außen anfühlt und wie sich das für alle anfühlt, die damit vorbereitet haben.

Speaker: Und der dritte Punkt ist,

Speaker: Ich glaube auch, dass das im Erwartungshorizont aller etwas falsch angesetzt ist, wenn jetzt jemand Neues kommt, der nicht eine durchsubventionierte kulturelle Organisation leitet, dass man sofort sagen kann, hier...

Speaker: Ich habe mein 58 Seiten Paper, ab morgen geht der Hebel ganz andersrum.

Speaker: Eine Buchmesse, so wie die Leipziger Buchmesse organisiert ist, ist ja durchaus ein organisches Gebilde und auch ein Mikrokosmos.

Speaker: Wir sind von sehr vielen Stakeholdern, Partnern abhängig, mit denen wir das auch gemeinsam machen.

Speaker: Nicht zuletzt, höh, Verlage.

Speaker: Und bewegen uns in einem Gesamtgefüge.

Speaker: Und da geht es immer auch darum, was wollen denn die anderen?

Speaker: Was wollen wir gemeinsam?

Speaker: Was bringt die Branche voran?

Speaker: Und dann kann ich das kombinieren, was fängt denn Astrid Böhmisch irgendwie ganz klug?

Speaker: Organisationsklug, Branchenklug oder auch was interessiert sie selber?

Speaker: Und wie wollen wir das gemeinsam als Team umsetzen?

Speaker: Und ich glaube, das muss man alles zusammennehmen.

Speaker: Aber wie groß war dein Respekt?

Speaker: Denn einerseits, ich kann es total verstehen, dass dich diese Stelle gereizt hat.

Speaker: Andererseits ist das, glaube ich, was mir so ein bisschen Magengrummeln machen würde.

Speaker: Du hast eben gesagt, es gibt sehr viele Mitarbeiter, die da sind, sehr viele Partner.

Speaker: Und nun muss man ja sagen, dass dein Vorgänger Oliver Zille auch hoch geschätzt war.

Speaker: Also das ist ja nun das... Wie oft hast du gedacht, ich komme da irgendwo hin und dann kommen...

Speaker: So dumme Sprüche, man kennt das irgendwie so in jeder Firma, wenn es dann irgendwie heißt, das haben wir früher aber immer schon so gemacht, dass du dann hinkommst und sagst, ja, aber mit dem Herrn Zille war das immer so und so.

Speaker: Wie groß war da dein Respekt vor diesem dann doch statischen, weil das ja über viele Jahrzehnte, kann man sagen, so lief?

Speaker: Ja, also ich ziehe meine Energie aus der Dynamik und nicht aus der Statik und habe mich auch sehr damit auseinandergesetzt.

Speaker: Und das ist also einerseits, würde ich mal sagen, standing on the shoulders of giants, denn also ich meine, das so zu entwickeln all die Jahre ist eine unglaubliche Leistung und die ist unbestritten und das sehe ich nach wie vor so.

Speaker: Gleichzeitig ist 33 Jahre in einer Rolle oder in einem Job, das ist ja fast überzeitlich.

Speaker: Das werden wir alle in dieser Runde wahrscheinlich gar nicht mehr schaffen, so sehr wir uns auch bemühen würden.

Speaker: Da spielt uns die Biologie vielleicht auch gar nicht mehr mit ins Spiel.

Speaker: Insofern, das hat mir geholfen zu sagen, ja, das war eine unglaublich lange Zeit, aber es ist nun mal so und ich übernehme.

Speaker: Man muss das einerseits mit sehr viel Demut angehen und andererseits aber auch mit sehr viel, ich würde jetzt mal sagen, frischem Blick nach vorne.

Speaker: Ich habe mal in einem tollen Interview gelesen mit einer Person,

Speaker: Die meinte, ja klar, aber wir weinen ja nicht nach hinten weg hier in Hamburg.

Speaker: Und das war sehr regional.

Speaker: Und ich habe diesen Satz mal gelesen und dachte mir, ja das stimmt ja eigentlich.

Speaker: Ja, was hilft es denn?

Speaker: Und habe versucht, das auch zu vermitteln, dass das nicht eine Binäropposition sein kann, sondern dass ich einerseits den Weg weitergehe,

Speaker: Und zweitens uns allen, glaube ich, der frische Blick nach vorne nur hilft.

Speaker: Und ich glaube auch, dass wir in manchen Dingen ja auch aus der Statik raus müssen, so insgesamt in ganz vielen Bereichen und damit vielleicht auch in der Buchbranche, im Bereich Buchmessen, im Bereich Leipziger Buchmesse speziell.

Speaker: Und die Lust an der Dynamik und vielleicht auch die Angst zu nehmen vor Dynamik, das sehe ich schon auch als meine Aufgabe.

Speaker: Ja.

Speaker: Ich greife jetzt nochmal zurück auf die Frage.

Speaker: Also das war ja jetzt schon dieser Teil.

Speaker: Ich wollte sie ganz gut umgehen.

Speaker: Nein, aber wie waren die letzten zwölf Monate für dich?

Speaker: Weil du hattest ja dann wirklich eine Messe hinter dich gebracht, muss man ja schon fast sagen, in Schnelldurchlauf.

Speaker: Und hattest statt, ich glaube, drei oder vier Monate dann ganz plötzlich jetzt zwölf Monate für dich zum Vorbereiten, zum Umsetzen.

Speaker: Und ich meine, du kommst vorher aus dem Verlag, du kommst aus dem Filmbereich, du hast Erfahrung mit Event.

Speaker: Wie waren diese zwölf Monate für dich?

Speaker: Kannst du schon sagen,

Speaker: Also ich kann es mir sogar vorstellen, dass sie wesentlich anstrengender sind.

Speaker: Wie du gesagt hast, du kommst rein, es ist voll am Laufen, du passt dich an, du läufst mit, du guckst, dass alles geführt ist, nenne ich es jetzt einfach mal.

Speaker: Aber in den zwölf Monaten war ja auch der Druck da, jetzt muss die Veränderung, jetzt kommt Frau Böhmisch und die macht nochmal was.

Speaker: Wie war das für dich?

Speaker: Weil das ist ja auch ein Druck, der da ist.

Speaker: Ja, das ist ein großer Druck und ein Erwartungshorizont, den ich versuche auch immer so ein bisschen einzunäuten und zu schärfen, denn ich finde, das ist auch eine sehr überkommene Vorstellung.

Speaker: Da kommt eine Lichtgestalt auf uns zu in allen möglichen Kontexten.

Speaker: Wir sehen das ja auch in anderen Kontexten und die soll es dann richten.

Speaker: Die ist irgendeiner Gestalt und wir harren der Dinge, die da kommen.

Speaker: Und das ist ja auch in vielen Bereichen so der Kontext.

Speaker: Ich

Speaker: Ich würde dir zustimmen, das war für mich fast noch anstrengender, weil eine Vorstellung, dass ich da jetzt zwölf Monate für mich hatte, ist fast ein idyllisches Bild, nach dem ich mich sehnen würde oder gesehnt hätte.

Speaker: Aber es ging natürlich sehr stark in die Analyse.

Speaker: Es ging sehr stark in den Maschinenraum.

Speaker: um zu sagen, wir gehen jetzt mal gemeinsam in die Auswertung, was müssen wir denn ändern, was können und sollten wir beibehalten, was ist inhaltlich gut, was ist betriebswirtschaftlich tragfähig und auch mit vielen Partnern da draußen zu sprechen.

Speaker: Und gleichzeitig sind zwölf Monate in Bezug auf Messen eine unglaublich kurze Zeit.

Speaker: Also ich gebe euch ein Beispiel,

Speaker: Die Vorbereitung eines Gastlandauftrittes, das dauert irgendwas zwischen zwei und fünf Jahren.

Speaker: Da müssen ja Budgets freigeräumt werden in den jeweiligen Gastländern.

Speaker: Da müssen Gremienmeinungen eingeholt werden.

Speaker: Da müssen überhaupt Kompetenzen verteilt werden.

Speaker: Macht es das Wirtschaftsministerium?

Speaker: Macht es das Kulturministerium?

Speaker: Was sagt das Finanzministerium?

Speaker: Ist überhaupt eine stabile Regierung da?

Speaker: Also alle diese Fragen...

Speaker: Neue Standformen mit Messebauern, das dauert auch zwei Jahre.

Speaker: Also das sind Dinge, die man anstoßen kann, die man aber nicht unmittelbar gleich vielleicht auf der nächsten Messe manifest machen kann.

Speaker: Und der Außenanspruch ist, naja, jetzt muss sie ja alles neu machen und auf der nächsten sieht man vielleicht noch gar nicht so viel oder sieht was anderes, was man sehen möchte.

Speaker: Und mir hilft schlicht und einfach und auch mit dem Team gemeinsam, dass wir uns davon befreien müssen und dass wir das als Weg sehen.

Speaker: Also dass wir erstmal losgehen, sehr agil und auf diesem Weg Dinge verändern.

Speaker: Auch wieder organisch zusammen mit den Partnern oder programmatisch allein.

Speaker: Aber das Licht gestalten, den Hebel umdrehen und uns alle führen in eine andere Richtung, also das möchte ich selber auch nicht.

Speaker: Ja, zumal man Veränderungen im Maschinenraum meistens ja gar nicht sieht.

Speaker: Also wenn Workflows besser funktionieren, wenn Förderung besser funktioniert, das ist im ersten Moment ja so oder so nicht sichtbar für BesucherInnen oder Verlage.

Speaker: Also von daher kannst du uns da mal mitnehmen.

Speaker: Also kannst du jetzt zum Beispiel sagen, wir haben den und den Workflow verbessert.

Speaker: Ob das zum Beispiel so ein Punkt, der ja wahrscheinlich ganz enorm ist, ist Sicherheit.

Speaker: Wir haben eine Pandemie hinter uns, wir haben auch andere politische Formen von Sicherheitsproblemen.

Speaker: Kannst du da einfach uns einen Einblick geben, wie schwierig sowas zum Beispiel ist, so eine Messe auch einfach für alle BesucherInnen sicher zu machen und verlagern?

Speaker: Das ist eine Herausforderung, aber wir sind da wirklich gut aufgestellt.

Speaker: Wir haben das große Glück, dass wir mit der Leipziger Buchmesse Teil der Leipziger Messe sind und wir haben unser Büro auch auf dem Messegelände.

Speaker: Jede Woche oder fast jede Woche sind...

Speaker: wir auf dem Gelände Schauplatz einer Messe.

Speaker: Das heißt, der Sicherheitsstab, die Abteilung Veranstaltungstechnik, die Leitzentrale, die im Grunde genommen alle Brücken haben, auch zur Polizei, zum Ordnungsamt und so weiter, die sind natürlich dauerhaft aktiv und das hat wirklich, wirklich große Vorteile für uns, weil wir

Speaker: sehr weit im Vorfeld der Leipziger Buchmesse schon zwei wöchentliche oder wöchentliche Koordinierungsstabrunden haben, wo wir sagen, was entwickelt sich gerade draußen, wie ist das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung draußen aufgrund von offiziell, von Ereignissen, die gerade stattgefunden haben, stimmen unsere Infoketten noch, wie informieren wir uns intern am allerbesten, welche

Speaker: Veranstaltungen vielleicht sicherheitsrelevant sind.

Speaker: Da haben wir zum Beispiel eine ganz neue Infokette aufgebaut, die komplett digital ist, wo wir sagen, sicherheitsrelevante Veranstaltungen, das heißt bei uns natürlich nicht nur linke oder ganz rechte Verlage, sondern heißt auch, dass wir überprüfen müssen, gibt es vielleicht zu viele Menschen, denkt an die Schlangen, an die Community-Stände,

Speaker: gibt es viel zu viele Menschen jetzt gerade auf einem Punkt.

Speaker: Wie können wir darauf reagieren?

Speaker: Das haben wir einem Test unterzogen und haben da eine ganz neue Infokette, die auch digital unterstützt wird, aufgebaut.

Speaker: Da haben wir auch alle Lust drauf gehabt, weil das ist ja, so wie uns das Verlage zurückspiegeln, auch eins unserer Assets, dass wir das ganz gut betreuen, dass sie sich aufgehoben fühlen.

Speaker: Und das ist mir auch wichtig, weil wir ja bei der Leipziger Buchmesse eben

Speaker: ein anderes Konzept haben für den Bereich Young Adult, Romance, New Adult, wie immer ihn man auch nennen mag.

Speaker: Ich glaube an, wie man im Englischen so schön sagt, Cross-Pollination.

Speaker: Also wir wollen, dass sich das gegenseitig befruchtet und nicht, ihr habt vorhin den Begriff Spielwiese benutzt, dass die einen da so ihre Spielwiese haben und die anderen sind im anderen Bereich und da müssen wir sehr viel genauer darauf achten, wo es vielleicht zu neuralgischen Punkten kommt.

Speaker: Gab es etwas, dass man über Sicherheitskonzepte und so in diesem Job danach denkt, war mir auch klar, aber gab es irgendwelche Sachen, wo du gedacht hast, okay, ich habe alles durchgedacht, aber dass ich mich jetzt mit diesem Thema beschäftigen würde, damit habe ich nicht gerechnet?

Speaker: Da gab es bestimmt viele.

Speaker: Ähm...

Speaker: Also das Schöne ist, wir haben dieses Jahr zum ersten Mal ein Awareness-Team auf der Messe.

Speaker: Und was wir alle toll finden, wir haben ja 30 Prozent der Besucherinnen und Besucher bei der Leipziger Buchmesse sind unter 30.

Speaker: Also es war uns wichtig, wir hatten das bis dato nicht und wir füllen es jetzt mal ein.

Speaker: Kurz zur Erklärung.

Speaker: Also das heißt also, da laufen Menschen rum, die als Ansprechpartner fungieren, wenn Menschen sich aus irgendwelchen Gründen gerade unwohl fühlen, verfolgt fühlen, belästigt fühlen, an die man sich wenden kann und die einem dann weiterhelfen.

Speaker: Es gibt einen Stand, es gibt da auf diesem Stand auch Möglichkeiten, es gibt so kleine, so

Speaker: kleine abgeschlossene Bereiche.

Speaker: Es rennen Menschen um, die auch erkennbar sind in T-Shirts, dass sie Teil des Awareness-Teams sind, an die man sich wenden kann und man kann sich gemeinsam mit denen auch zu einem Gespräch zurückziehen auf dieser Fläche, an diesem Stand.

Speaker: Und das ist natürlich schon im Vorfeld sehr interessant, was man für Eventualitäten dann auch bespricht und zwar zu Recht, aufgrund welcher Gegebenheiten sich jemand unwohl fühlen könnte.

Speaker: Und da merkt man dann gerade schnell, dass man da vielleicht zum Teil

Speaker: ganz weit weg ist selber von und im Vorfeld einfach auch schon sehr stark eine andere Perspektive einnehmen muss.

Speaker: Das ist manchmal lustig und manchmal ist es natürlich auch eine Lernkurve für einen selber und das hätte ich mir jetzt vorher auch nie so gedacht.

Speaker: Und es ist aber eben sehr schön, ich lerne da selber auch echt viel dazu und finde gut, dass wir alle uns damit auseinandersetzen müssen.

Speaker: Aber die Frage der Caterer, wird es Pommes geben oder nicht, das hatte ich offenbar noch nicht auf deinem Schreibtisch.

Speaker: Das ist auf meinem Schreibtisch, weil wir ja immer auch so ein bisschen überlegen müssen.

Speaker: Wir haben eine sehr junge Zielgruppe, die Essensgewohnheiten ändern sich ja doch sehr und wir sind in kontinuierlichem Austausch mit unserem Gastropartner, darauf einzugehen.

Speaker: Und das ist auch, sagen wir mal, ein Kommunikationsweg.

Speaker: Du hast das ja eben schon gesagt, dass natürlich als Partner die Messe fungiert.

Speaker: Wo liegen deine Grenzen eigentlich?

Speaker: Weil ich könnte mir vorstellen, manche, nehmen wir das Catering zum Beispiel, ist ja wahrscheinlich auch trotzdem vieles über Langzeitverträge mit der Messe geregelt, wo ihr als Buchmesse-Team gar nicht solche Möglichkeiten dann habt.

Speaker: Ja, das stimmt.

Speaker: Also es gibt Bereiche, wo das einfach ein unglaublicher Vorteil ist für uns, weil wir einfach eingebunden sind, auch in den hohen Erfahrungswert, den alle haben mit völlig unterschiedlichen Veranstaltungen.

Speaker: Und andererseits haben wir Rahmenbedingungen, die eben ganz klar, wo wir weniger flexibel sind, einfach weil, wie du es genau beschreibst,

Speaker: langfristige Verträge da sind oder weil wir in der Holding so aufgestellt sind, dass das natürlich Tochterunternehmen sind.

Speaker: Und ich glaube, das ist wie in allen anderen Kontexten.

Speaker: Es gibt Vor- und Nachteile.

Speaker: Ich möchte gar nicht spezifisch rausreichen, weil in einem Bereich nimmt man das individuell vielleicht aus Nachteil wahr, weil man nicht so flexibel ist.

Speaker: Ja, korrekt.

Speaker: Im anderen Bereich habe ich unglaubliche Vorteile dadurch.

Speaker: Ich würde es nicht gegeneinander aufwiegen wollen, ehrlicherweise.

Speaker: Aber ich glaube, das ist schon natürlich, die meisten Menschen besuchen nicht wahnlos Messen, sondern man geht irgendwie auf die Buchmesse, sowohl wir als Aussteller.

Speaker: Wir gehen eben nur auf Buchmessen und in der Regel gibt es dann die Großen, Frankfurt und Leipzig.

Speaker: Und man geht dann wieder raus und sagt vielleicht, ja, das hat nicht so geklappt und das war ja nicht so toll.

Speaker: Aber ich glaube, dass man auch sowohl als Besucher als auch als Aussteller gar nicht immer so nachdenkt, ja, wer ist denn da jetzt eigentlich verantwortlich?

Speaker: Steckt da jetzt die Messe dahinter oder schimpfe ich jetzt auf das Buchmesse-Team?

Speaker: Das sieht man ja nicht.

Speaker: Ich zweifle immer auf das Buchmesse-Team.

Speaker: Ja.

Speaker: Aber was ändert sich denn jetzt zum Beispiel?

Speaker: Also in den zwölf Monaten hast du ja sicherlich nichtsdestotrotz kreativ gewirkt.

Speaker: Was ändert sich denn für uns dieses Jahr?

Speaker: Also wir sind, wir haben, wie du vorher schon gesagt hast, das im Maschinenraum merkt man von außen nicht.

Speaker: Das sind sieben Achtel der Fläche eines Eisbergs, sind ja unter Wasser.

Speaker: Das heißt, wir haben unser Team neu aufgestellt.

Speaker: Wir haben intern umstrukturiert, um bestimmte Prozesse, die jetzt viel zu granular sind, um sie zu beschreiben, besser aufzustellen.

Speaker: Wir haben insofern umgestellt, als wir die einzelnen Themen besser betreuen wollen intern.

Speaker: Und so weiter und so weiter.

Speaker: Wir wollen mit, wie ihr es gerade beschrieben habt, mit den Querschnittsabteilungen viel besser zusammenarbeiten.

Speaker: Extern, was hat sich für alle spürbar geändert?

Speaker: Wir haben unser, also wir haben sehr stark überprüft, stimmt, also wollen wir...

Speaker: dieses Konzept, dass wir im Grunde genommen die Themen mischen auf der Fläche.

Speaker: Wollen wir das so weiter?

Speaker: Ist das ein starkes Konzept?

Speaker: Und ich habe das für mich mit Ja beantwortet.

Speaker: Also ich finde, Architektur schafft Wahrnehmung und im Grunde genommen ist das Bespielen einer Messefläche ja auch Architektur.

Speaker: Und so wie die Buchbranche aktuell aufeinander blickt, zum Teil die Literatur sehr kritisch auf den Bereich

Speaker: Young Adult, New Adult, Romance und ich weiß nicht, welchen Begriff ihr benutzt als Überbegriff.

Speaker: Ist es Romance?

Speaker: New Adult.

Speaker: Also New Adult und umgekehrt zum Teil auch diese fröhliche Ignoranz des New Adult der Literatur gegenüber.

Speaker: Die vermissen ja oft überhaupt nichts in ihrem Leben, ja.

Speaker: Das wollen wir ja konterkarieren, indem wir das Ganze mischen und sagen, A, ihr müsst euch aushalten und B, lasst euch doch mal voneinander inspirieren.

Speaker: Also das haben wir noch ausgebaut.

Speaker: Wir bauen auch kontinuierlich die Community-Stände aus und die Schlangenbildung.

Speaker: Wir haben intern Projekt Anaconda ausgerufen.

Speaker: Wir wollen die Schlangen Teil des Gesamterlebnisses machen, wie beim Taylor Swift-Konzert.

Speaker: Moment, das musst du erklären.

Speaker: Das klingt wie eine Drohung.

Speaker: Inwiefern?

Speaker: Also ich kann nur als Aussteller jetzt sprechen, dass ich verschiedene Messen schon erlebt habe, wo diese ganze Young Adult, New Romans Geschichte, wie auch immer man es nennt, an Fahrt aufgenommen hat und die Messebetreiber eben nicht mit diesem entsprechenden Vorlauf arbeiten konnten und einfach schlicht überrannt wurden und dann wirklich sich Gänge aufgenommen

Speaker: verstopft haben, weil sich Schlangen gebildet haben.

Speaker: Wenn du jetzt sagst, wir wollen die Schlange irgendwie als Erlebnis machen, macht mir das ein bisschen Angst.

Speaker: Lass dich in den Zauber der Schlange mit einladen.

Speaker: Ich bin da auch nicht die Demografie für.

Speaker: Für mich ist Schlangestehen, also ich bin auch ein ungeduldiger Mensch.

Speaker: Für mich ist es die ultimative Achtsamkeitsübung.

Speaker: Aber wir haben natürlich, also weil wir das konzeptionieren und uns nicht davon überrennen lassen, haben wir dafür gesorgt, dass das eben so austariert ist, dass alle was von haben.

Speaker: Denn, also ich bin ja eher in eurer Gruppe, ich würde mich natürlich nie eineinhalb Stunden irgendwo anstellen, mein Leben geht weiter.

Speaker: Ja.

Speaker: Nein, ich meine es auch tatsächlich als Aussteller, wir haben das in Frankfurt vor ein paar Jahren mal erlebt, ich weiß gar nicht mehr, wer das war, der da irgendwie signiert hat.

Speaker: Ich weiß es nicht mehr.

Speaker: Also es so eskaliert ist unten in der HW3?

Speaker: Genau das.

Speaker: Und wir monitoren das, das meinte ich eingangs mit.

Speaker: Wir haben natürlich einen komplett neuen, auch digitalen Workflow.

Speaker: Sicherheitsrelefante Veranstaltung.

Speaker: Genau sowas fließt im Vorfeld bei Ausstelleranmeldung schon mit rein.

Speaker: Ist das eine Veranstaltung, wo klar ist, hier ist einfach dichter Stress, hier ist eine Menschenmenge, hier kommt was, hier müssen wir eingreifen, wir müssen lenken und so weiter.

Speaker: Das wird, glaube ich, immer verstärkter auf uns zukommen und so wie du das, Alex, schilderst, ist es eben auch so, dass man das für die anderen ertragbar machen muss.

Speaker: Das hilft ja nichts, wenn man sagt, die Leute in der Schlange haben Spaß, die außenrum aber nicht.

Speaker: Die außenrum sind ja genauso wichtig für uns und sind Ausstellende und daher man muss flächentechnisch darauf eingehen, man muss es vorher regeln, man muss wirklich damit arbeiten wollen und das machen wir.

Speaker: Ja, da gehört

Speaker: Exakt.

Speaker: Ich glaube tatsächlich, das wird immer wichtiger.

Speaker: Und in Leipzig war es ja ohnehin schon immer so, es ist ja schon vom Fokus her eine Endkundenmesse und keine Handelsmesse, dass es immer diese Tage oder Stunden gab, wo es wahnsinnig voll war.

Speaker: Gerade die Cosplayer haben da ja teilweise wirklich ihre Stunden oder ihre Tage.

Speaker: Und ich stelle mir das schon sehr, wie soll ich sagen, kritisch vor, das zu bearbeiten, weil ja immer alles Mögliche passieren kann.

Speaker: Und ich lasse mich gerne überraschen.

Speaker: Also ich freue mich schon, wenn Menschenmengen irgendwie da sind, präsent sind, auch für zum Beispiel Themen, die vielleicht da nicht dazugehören, aber das Interesse ist ja trotzdem da.

Speaker: Also ich muss sagen, ich kann vielleicht mit der Literatur von Young Adult nichts anfangen oder New Adult, aber...

Speaker: Ich freue mich über jeden Lesenden.

Speaker: Das müssen wir doch mal ganz ehrlich sagen.

Speaker: Und deswegen ist es auch in Ordnung, dass sie auf der Messe sind und ihre Stände haben.

Speaker: Und man muss natürlich auch sagen, alle Aussteller, die dort sind, zahlen natürlich auch einen ordentlichen Batzen Geld dafür, um gesehen zu werden.

Speaker: Und so schön das beste Sicherheits- und Besucherführungskonzept jetzt wäre, wenn keiner an den Stand kommt, dann gehen die Leute nach vier Tagen auch sehr, sehr frustriert nach Hause, weil sie sagen, schön, wie alles um mich herum geleitet wurde.

Speaker: Also von daher kann ich diesen Ansatz total verstehen, ein bisschen durchzumischen.

Speaker: Da muss ich darauf einlassen.

Speaker: Tina, du hast es gerade ganz toll beschrieben.

Speaker: Ich hatte auf der Messe 2024 ein wirklich schönes Erlebnis.

Speaker: Ich hatte ganz kurz Luft, um auch so ein bisschen 20 Minuten so einfach nur so über die Messe zu gehen, ohne festes Ziel.

Speaker: 20 Minuten?

Speaker: Ja.

Speaker: Sag es keinem weiter.

Speaker: Und habe es genutzt, einfach so durch die Messe zu gehen und kam am Surkampstand vorbei.

Speaker: Und da standen zwei Cosplayerinnen und haben gerade so das Programm angeschaut.

Speaker: Und ich in meinem Kopf habe sofort Synapsenübertragung, hat die Stimme in meinem Kopf gesagt, Mensch, die haben sich wahrscheinlich verirrt.

Speaker: Und dann habe ich sofort gesagt, Astrid, stopp, alles zurück, ganz falsches Framing, du musst nochmal auf den Startblock zurück, denn die sind genau richtig.

Speaker: Das meine ich, also das sollten wir im besten Sinne aushalten, weil wir können das nutzbar machen für uns und habe sofort mir gedacht, Mensch, guck mal, du musst auch aus dem Vorurteil raus, noch stärker, noch viel stärker und wir müssen das als Branche noch viel stärker für uns nutzen, glaube ich.

Speaker: Es ist eine absolute Chance.

Speaker: Wir haben auf einmal wieder Leser, wir haben Menschen, die sich für Bücher begeistern, die sich für Bücher anstellen.

Speaker: Das ist so absurd, wenn man es eigentlich mal sich so überlegt, das ist das Beste, was uns allen passieren konnte.

Speaker: Und irgendwann, das ist ja meine persönliche Überzeugung, werden die auch das Genre wechseln.

Speaker: Irgendwann hat man sich satt gelesen, so wie jeder von uns in verschiedenen Phasen seines Lebens unterschiedliche Genres gelesen hat, werden da alle davon irgendwann lang oder kurz profitieren.

Speaker: Genau, also man muss ja nur eben, wie Alex sagt, in die eigene Lesebiografie schauen, womit man angefangen hat.

Speaker: Bei mir waren es auch irgendwelche Schund-Abenteuer-Romane und dann entwickelt sich das halt.

Speaker: Und es gibt tatsächlich einen schönen Trend auf TikTok, wo die Leute so zeigen, wo sie mit 10, 12, 14, was sie für Bücher gelesen haben,

Speaker: Und dann, was sie jetzt lesen, also 10, 20 Jahre später und da siehst du einen riesen Unterschied und ich glaube, das sieht man auch sehr, sehr schön auf der Messe dann und kann das super mitnehmen.

Speaker: Wir sollten mal eine Folge machen zu dem Thema.

Speaker: Was habt ihr früher gelesen?

Speaker: Um mal alle zu erden.

Speaker: Wer sich traut, das erfordert einigen Mut.

Speaker: Aber wir haben jetzt viel über so technische, organisatorische Sachen gesprochen.

Speaker: Ich gebe euch noch mal ein paar inhaltliche Beispiele.

Speaker: Genau, wie es inhaltlich weitergeht oder was neu ist vielleicht.

Speaker: Für uns ist Messe ein Erlebnisraum.

Speaker: Tina, du hattest ja schon gesagt, wir sind natürlich eine Messe für Besucherinnen und Besucher.

Speaker: Bei uns steht gar nicht im Fokus der Lizenzhandel.

Speaker: Und eine wichtige Entwicklung der letzten paar Jahre ist für mich unabdingbar Audio.

Speaker: Also einerseits glaube ich, und das beweisen ja auch die Zahlen, für viele erfolgt der Einstieg ins Lesen mittlerweile übers Hören.

Speaker: Wir haben gesellschaftlich Probleme, also Deep Reading ist eine Herausforderung, das hört man ja immer wieder auch aus dem universitären Bereich, die Zahlen, die aus den USA kommen, sind auch nicht so ganz ohne eine Sorgenfalte zu verursachen.

Speaker: Und insofern ist Audio, sehe ich als Chance,

Speaker: Einerseits für junge Zielgruppen, denn die Zahlen schwanken auch, aber ich glaube 30 Prozent aller Deutschen haben schon einen migrantischen Background.

Speaker: Und auch hier sehe ich Chancen im Audio.

Speaker: Also um im Grunde genommen für das höhere Ziel alle zum Lesen zu bringen, das ist für mich eine Einflugschneise.

Speaker: Und andererseits merken wir es ja alle selber, wir nehmen gerade einen Podcast auf,

Speaker: in der S-Bahn, im Zug, im Auto und so weiter.

Speaker: Wir hören auch, wo es sich halt anbietet, weil die Möglichkeiten sich erweitert haben.

Speaker: Jetzt ist aber so, wie wir hören, das ist natürlich alles komplett digital und wir haben keinen sinnlichen Gegenstand mehr in der Hand.

Speaker: Wir haben dieses Jahr zum ersten Mal die Audio-Welt und wollen die ausbauen die nächsten paar Jahre als Erlebnisraum.

Speaker: Wir haben eine Bühne,

Speaker: für Sprecherinnen und Sprecher, für Hörbuch- und Hörspielregisseurinnen und Regisseure.

Speaker: Die haben auch eine große Fanbase und andererseits ist es ganz spannend, über deren Arbeit auch zu erfahren.

Speaker: Und wir haben dieses Jahr zum ersten Mal Hörinseln.

Speaker: Also wir haben nicht Kopfhörer, wo jeder für sich selber hört, sondern wir haben so Hörinseln über so eine Sounddusche, wo praktisch man als Gruppe gemeinsam so in die ersten 15, 20 Minuten von Hörbüchern und Hörbüchern reinhören kann.

Speaker: Es ist ein Experiment, wir versuchen es mal, weil Community, Gemeinschaft, gemeinschaftlich was erleben und haben da drei große Hörinseln, zwei für Kinder, Jugendliche, eine für Erwachsene und wollen diesen Bereich ausbauen, sodass sich das im Grunde genommen auch wieder gegenseitig hoffentlich befruchten kann.

Speaker: Die Verlage sind gut mitgezogen, also wir sind total froh und haben auch allen gesagt, Leute, da ist jetzt gar nicht so sehr viel Vorlauf, aber wir wollen es ausbauen, wir wollen, dass wir das gemeinschaftlich auch aus- und aufbauen können.

Speaker: Das Zweite ist, wir haben ja schon immer auf der Leipziger Buchmesse gesellschaftliche Trends geöffnet.

Speaker: Das wird abgebildet, weiterentwickelt und überhaupt sieht man im März in Leipzig immer, was wird gerade diskutiert.

Speaker: Das kommt natürlich aus den Verlagsprogrammen, Sachbuch, aber es ist auch wichtig, so ein Spotlight drauf zu werfen und wir haben dieses Jahr zum ersten Mal ein Forum KI, Mensch und KI, schöne neue Welt.

Speaker: Das ist natürlich ein Modethema auch, das ist in aller Munde, aber ich sehe für die Leipziger Buchmesse eben die große Chance, dass das eben nicht so ist wie auf der Republika.

Speaker: Da sitzt auf der Bühne die Bubble und im Publikum sitzt auch die Bubble.

Speaker: Und alle erzählen es sich gegenseitig, so psychologisch, ich bin okay, du bist okay und dann gehen wir da alle heim.

Speaker: Wir haben ganz, ganz diverses Publikum.

Speaker: Wir sind eine der letzten Veranstaltungen, auf der sich ganz unterschiedliche Filterbubbles treffen.

Speaker: Also besagte Menschen auf der Republika, ich fahre gerne selber hin, tolle Veranstaltung, aber eben auch die Großeltern aus Sachsen-Anhalt, die mit dem Enkel auf die Leipziger Buchmesse fahren.

Speaker: Und wir haben ein zentrales Forum, auch eine Bühne,

Speaker: für das Thema KI.

Speaker: Wir fassen es nicht so eng, dass wir nur den literarischen Betrieb betrachten mit den Fragen, was ist in Zukunft doch eine Autorin oder ein Autor.

Speaker: Wir gliedern das in verschiedene Bereiche auf, Demokratie, Medien und ja, wir benutzen den Begriff Propaganda, Kultur oder künstlerische Ausdrucksformen und haben da Panel-Diskussionen mit Expertinnen und Experten und haben aber zum ersten Mal auch eingeführt, dass

Speaker: Besucherinnen und Besucher vorab schon auf unserer Website Themen reingeben können.

Speaker: Und das wollen wir ausbauen.

Speaker: Wir merken sehr stark, dass Leute wirklich Lust haben, in diesem nicht analogen Raum, wo nicht sofort ein Shitstorm über einen reinprasseln kann oder nicht jede Meinung sofort einem ganz strengen Klassifizierungsregime unterliegt,

Speaker: dass da Mut da ist und auch eine Offenheit, diese Themen auszutauschen auf der Messe oder sich einfach mal mit einer anderen Meinung auszusetzen.

Speaker: Und das möchte ich für das Thema sehr gerne nutzen.

Speaker: Ich glaube, das ist was sehr Persönliches.

Speaker: Ich glaube, wir müssen darauf achten, dass es eben nicht so wird wie bei Social Media.

Speaker: dass wir das so laufen lassen und zu spät Stakeholder, Meinungsbildner, die größere Öffentlichkeit mit reinkommt, mit tatsächlich Bewertungen.

Speaker: Und das wäre eine Chance, so einen ganz, ganz klitzekleinen Beitrag dazu leisten, zumal eben auch viele Verlagsprogramme sich damit ganz breit auseinandersetzen.

Speaker: Wir haben, also das ist nicht ganz neu, aber wir stellen das auf komplett neue Beine.

Speaker: Wir haben Bloom, unseren Blogger Room.

Speaker: Das ist aus der Buchbranche nicht mehr wegzudenken, eigentlich aus der Kulturbranche, die Bedeutung von Bloggern als nicht Ersatz für klassische Medienkanäle, aber als wirklich tolle Erweiterung.

Speaker: Und damit meine ich nicht nur den Neo-Adult-Bereich, sondern wirklich im literarischen Bereich.

Speaker: Ich glaube, so wie wir alle lesen, lesen wir mittlerweile nicht nur mehr auf Empfehlungen der FAZ oder der Süddeutschen, sondern eben auch des Kaffeehaussitzes oder Nacht-und-Tag-Blog oder so.

Speaker: Also, um zwei Beispiele zu nennen.

Speaker: Das ist, finde ich, wirklich eine Bereicherung und wir geben dieser Gruppe, wir geben

Speaker: dem viel mehr Raum, auch mit einem kuratierten Programm, mit der Möglichkeit Interviews zu führen, jetzt nicht so einfach auf der Messe so in der Ecke, sondern wirklich betreut und gut organisiert.

Speaker: Das ist mir wahnsinnig wichtig, weil es, also da wird es auch drauf hinauslaufen und es wird sich professionalisieren und es wird auch andere Ausprägungsformen auch haben.

Speaker: Was mich sehr freut, ist auch, wir haben einen neuen Preis, den Franz-Hessel-Preis.

Speaker: Der hat eine neue Heimat gefunden auf der Leipziger Buchmesse.

Speaker: Das ist ein Literaturpreis.

Speaker: Da geht es um literarisch Schaffende, sage ich jetzt mal so, die in Frankreich und Deutschland jeweils im Nachbarland noch nicht so bekannt sind und oder noch nicht übersetzt sind.

Speaker: Und ist gestiftet von der französischen, vom Kulturministerium und von der BKM.

Speaker: Das finde ich auch total wichtig.

Speaker: Wir konnten dieses Jahr die Zahl der ausländisch ausstellenden Verlage in Länder steigern und haben sowieso einen traditionellen Fokus auf Südosteuropa über unser Traduki-Netzwerk.

Speaker: Aber mir ist es wichtig, dass wir auch auf der Leipziger Buchmesse internationaler werden.

Speaker: Wir können das nicht so sehr aufhängen an Lizenzen, sondern es geht um kulturelles Verständnis.

Speaker: Und ich glaube, das ist...

Speaker: Es ist unglaublich toll, sich das literarisch zu erschließen.

Speaker: Ich glaube, wir fahren ja alle nicht mehr in andere Länder und haben wie früher ein Lonely Planet mit, sondern immer mehr Menschen eignen sich das an über Romane, über Autofiktion, über irgendwas, was einen Impuls gegeben hat für ein bestimmtes Land.

Speaker: Und da haben wir, glaube ich, eine ganz tolle Brückenfunktion und das möchte ich auch ausbauen.

Speaker: Ihr habt ja bestimmt regelmäßig evaluiert, wie auch immer das gehen mag, warum die Menschen auf eure Messe kommen.

Speaker: Gibt es da so einen deutlichen Platz 1?

Speaker: Also ist das wirklich das klassische Bücherentdecken oder ist es irgendwie prominente Treffen oder ist es dann eben doch diese Erlebniswelten, die du da gerade beschrieben hast und die Foren?

Speaker: Witzigerweise, und das finde ich total schön, ist auf Platz 1 verbrieft, weil wir gleich zu meiner ersten Messe 2024 Marktforschung gemacht haben, so ein bisschen umfangreicher, aber das sowieso jedes Jahr machen.

Speaker: Die zwei Drittel der Befragten antworten auf die Frage, was erwartest du dir von der Leipziger Buchmesse?

Speaker: Antworten, ich möchte überrascht werden, ich möchte was Neues entdecken.

Speaker: Und das finde ich, persönlich hätte ich nicht so erwartet, ich finde es toll.

Speaker: Das bestätigen aber so ein paar andere Sachen auch.

Speaker: Also wir haben dieses Jahr, da bin ich auch...

Speaker: freue ich mich sehr darüber, eine Kooperation mit dem Literarischen Herbst.

Speaker: Der Literarische Herbst findet jetzt auch im Frühling statt und wir haben in der Passage, in der Location in der Stadt tatsächlich auch im Format, der Literarische Herbst präsentiert Debüts und das wollen wir auch ausbauen, also auf Basis dieser Antwort der Marktforschung, weil

Speaker: wir bei der Leipziger Buchmesse ein Publikum haben, genau das will sich überraschen zu lassen.

Speaker: Da sind ja zum Teil bei Debüt-Autorinnen und Autoren, die lesen, ist die Hütte voll.

Speaker: Also die Leute wollen gar nicht auf Nummer sicher gehen.

Speaker: Nummer sicher habe ich eh über einen Algorithmus digital.

Speaker: Da kriege ich immer das Ähnliche vorgeschlagen.

Speaker: Aber so richtig mal völlig von schräg rechts von der Seite irgendwas, was mich total begeistert oder

Speaker: Das kriege ich nur über sowas und da haben die Leute auch Lust drauf.

Speaker: Und das zweite ist, sie wollen schon auch die Erlebniswelt.

Speaker: Also wir haben ja oft die Bedenken von Seiten des Buchhandels, weil wir ja bei uns können ja auch Bücher gekauft werden über die Messebuchhandlung, dass das vielleicht dem stationären Handel oder dem

Speaker: dem Handel den Rest des Jahres dann auch Umsatz nimmt, dem ist nicht so.

Speaker: Bei uns ist auch das Marktforschungsergebnis so, dass die Leute dezidiert und ganz bewusst andere Bücher kaufen, als sie in der Buchhandlung gekauft hätten.

Speaker: Die wollen eine Geschichte, ein Narrativ, ein Erlebnis um diesen Buchkauf ranken.

Speaker: Und das kann auch was total Überraschendes sein, wo man dann anderen Leuten erzählt, du, ich lese es eigentlich gar nicht, aber das war irgendwie ein tolles Panel und finde den Typen eigentlich immer nicht so gut, aber der hat mich überzeugt oder ich habe das Thema für mich gar nicht so auf dem Schirm gehabt, aber ich hole mir das Buch.

Speaker: Und das, glaube ich, ist für uns alle und für

Speaker: Für mich natürlich ein wahnsinnig schönes Zeichen, weil man das ja auch ausbauen kann.

Speaker: Jetzt musst du noch einen anderen Mythos für mich bitte aufräumen.

Speaker: Tatsächlich hat mich diese Antwort jetzt überrascht, deswegen bin ich auf deine nächste Antwort gespannt.

Speaker: Jedes Jahr, egal auf welcher Messe, werden Besucherzahlen vermeldet, in der Regel am liebsten natürlich Besucherrekorde vermeldet.

Speaker: Wenn es mal nicht so läuft,

Speaker: Dann war vielleicht, weil es geregnet hat, da kommen die Leute nicht oder wenn das Wetter besonders schön war, ja, dann gehen die lieber in den Park und kommen nicht.

Speaker: Also im Prinzip, das Wetter taugt als Ausrede für beide Richtungen.

Speaker: Kannst du anhand eurer Auswertungen sagen...

Speaker: welches Wetter ist das Beste für so einen Messebesuch?

Speaker: Boah, jetzt hast mich natürlich alle Zahlen vorbereitet und genau diese nicht.

Speaker: Okay, vielleicht ist es, weil es auch irrelevant ist, kann ja auch sein.

Speaker: Wir betreiben natürlich bei der Leipziger Buchmesse umfangreiches Weather Engineering.

Speaker: Ich würde behaupten, also es ist natürlich immer...

Speaker: Also wenn da schon so die erste Frühlingssonne auf das Messegelände drauf scheint, also das ist sowohl für den Kopf natürlich irgendwie so eine sofortige Glückshormonsausschüttung, als auch für uns, weil das alles so ein bisschen entzerrt, wenn man sich nicht durch Starkregen kämpfen muss.

Speaker: Also

Speaker: Da habe ich keine Belege für, aber ich würde es mal stark vermuten, das ist ja oft so, nur dann entspannt sich einiges.

Speaker: Das ist sicher bei uns auch so.

Speaker: Und das Wetter, klar, das hält bei uns auch für vieles her.

Speaker: Den Joker haben sich ja alle immer in der Tasche behaltet.

Speaker: Da würde ich null verzichten wollen.

Speaker: Ja, das verstehe ich.

Speaker: Sag mal, eine Frage.

Speaker: Du hast vorhin erzählt, du hattest 20 Minuten, irgendwie bist du da mal durchgegangen.

Speaker: Hast du die Möglichkeit, mal so ein bisschen zu gucken?

Speaker: Weiß ich nicht, gehst du nachts, wenn dann die Reinigungskräfte in den Hallen unterwegs sind?

Speaker: Geht man dann vielleicht, kommt man von einer Veranstaltung und sagt, ach komm, ich laufe jetzt hier nochmal irgendwie durch die Halle und spiege nochmal ganz kurz, weil ich mir vorstellen kann, sonst hast du gar nicht so viele Möglichkeiten, überhaupt dir das alles anzuschauen?

Speaker: Also nach 20 Jahren Filmbranche, ich habe viel zu viele Horrorfilme gesehen, als dass ich das für mich so umsetzen könnte in der Begleitung.

Speaker: Nein, nein, das ist das Schönste.

Speaker: Ich bin ein, zwei Mal ja doch irgendwie an einem Messestand irgendwie versackt und wenn man dann so nachts nahezu allein oder mit Kollegen noch durch die Messe heingeht, das gibt nichts Schöneres.

Speaker: Ich mache das vorher.

Speaker: Wir haben ja Aufbauphase und da ist die Messe noch gar nicht auf, aber Mittwoch steht ja schon alles, hoffentlich bei den meisten.

Speaker: Das finde ich eine tolle Atmosphäre, weil man sieht sofort, wer wurstelt noch, wer es hat an der Deadline dran.

Speaker: Bin ich als Persönlichkeitsstruktur selber auch so, wo ist klar, die Energie muss wirklich kurz vor der Ziellinie entstehen, wer ist schon fertig und holt sich ein Fleißbildchen und so.

Speaker: Das finde ich eine sehr schöne Atmosphäre, wo man bei manchen auch denkt, boah, ob die fertig werden, ich weiß nicht.

Speaker: Ja.

Speaker: Und dann steht natürlich doch alles.

Speaker: Und diese Magie, ne, über Nacht dann auf einmal, den Tag vorher fahren Gabelstapler durch die Hallen und so und am nächsten Tag glänzt alles und leuchtet.

Speaker: Das finde ich Wahnsinn.

Speaker: Und ich habe tatsächlich am Sonntag, das finde ich eigentlich auch eine...

Speaker: Also jetzt mein zweiter Durchlauf, aber ich finde am Sonntag ist eigentlich auch eine sehr schöne Atmosphäre und da hatte ich letztes Jahr auch nach den ganzen Presseterminen auch ein bisschen Zeit, da merkt man, wie sich die Stimmung auch an den Ständen so ein bisschen entspannt, wo alle sagen, boah.

Speaker: Es war gut, war es, geschafft ist es.

Speaker: Also wo sich mit dem einen oder anderen Verleger, Verlegerin einfach auch so ein netter Ratsch ergibt und schon ein erstes Feedback auch.

Speaker: Wie war es denn für euch?

Speaker: Das habe ich letztes Jahr tatsächlich auch echt sehr genossen, weil da fällt bei vielen auch die Anspannung weg, bei mir selber auch.

Speaker: Und dann ist es irgendwie so ein schöner, fast wie so ein Tanz, wo man dann nochmal sagt, alles geschafft.

Speaker: Ja, verstehe ich.

Speaker: Und während den Messetagen kann ich das gar nicht so machen, aber genieße ich habe unglaublich viele Veranstaltungen.

Speaker: Und das ist natürlich aber auch für mich ein tolles Erleben, wenn ich sehe, was alles ineinander greift und wie viele Themen parallel und gleichzeitig und die unterschiedlichen Zielgruppen und Interessenten und so.

Speaker: Und ich versuche auch die ganze Zeit natürlich ganz viele Cosplayer-Fotos mit mir selber zu machen.

Speaker: Da habe ich immer eine ganz persönliche Kollektion für mich.

Speaker: Okay, das heißt aber, du bist bestens im Bilde, denn wir verlangen ja von jedem unserer Gäste einen Buchtipp und dadurch weißt du genau, was auf dem Markt los ist und hast uns heute auch ein Buch mitgebracht.

Speaker: Ich habe zwei dabei.

Speaker: Darf ich?

Speaker: Ja, natürlich.

Speaker: Also, das eine, ich halte mal nur das Original in die Kamera, das ist Samantha Harvey, Umlaufbahnen, erschienen in Deutschland bei DTV.

Speaker: Die ist...

Speaker: auch gerade nominiert die Übersetzerin für den Preis der Leipziger Buchmesse.

Speaker: Die Autorin Samantha Harvey hat auch den Booker-Preis gewonnen.

Speaker: Ich finde es ein ganz tolles Buch, weil es so sechs Astronauten umkreisen, ganz unterschiedlich aus unterschiedlichen Nationen umkreisen die Erde und es verursacht beim Leser, bei der Leserin so ein

Speaker: Wirklich ein Reflektieren darüber, was wir eigentlich an dieser Erde haben.

Speaker: Also so hat es bei mir ausgegangen an Kultur, an schönen Erlebnissen mit anderen Menschen.

Speaker: Also das finde ich ganz, ganz toll, gerade in diesen Zeiten, ist aber gleichzeitig eben nicht banal, sondern auf den Punkt...

Speaker: was wir, wofür es sich zu kämpfen lohnt vielleicht auch.

Speaker: Und das zweite Buch ist jetzt wirklich Zufall, das ist Heike Geißler, Verzweiflungen, bei Surkamp erschienen, die Autorin lebt in Leipzig und das finde ich super, die schreit sich in diesem Buch einfach, also die Verzweiflung über unsere Welt,

Speaker: so unfassbar kraftvoll raus.

Speaker: Ich bin gerade noch dabei, das finde ich unglaublich gut.

Speaker: Und das ist nicht so, dass dann danach hoffentlich eine Statik erwächst, sondern das ist beim Lesen schon so, dass man...

Speaker: da so eine unglaubliche Verbundenheit mit ihr fühlt und dass man vielleicht daraus was machen kann und sagen, ja, aber dann machen wir es halt eben nicht so.

Speaker: Und habe da auch stark gefühlt, die filmische Entsprechung, es gibt einen Film von Spike Lee, der heißt The 25th Hour, da steht Edward Norton vor einem Spiegel und schreit sich ganz schlimme, rassistische, also ganz schlimme Sachen auch in diesen Spiegel rein.

Speaker: und entschließt für sich im Leben, das einfach jetzt mal anders zu machen.

Speaker: Das habe ich irgendwie sehr oft so in Spike Lee Filmen, das ist jetzt vielleicht eine banale Brücke, aber gibt mir gerade auch viel Kraft.

Speaker: Das heißt, die zwei Buchtipps hätte ich für euch.

Speaker: Vielen, vielen Dank.

Speaker: Zum einen schön, dass du trotz aller deiner ganzen Arbeit zum Lesen nach wie vor kommst.

Speaker: Die beiden Bücher verlinken wir euch in den Shownotes.

Speaker: Wenn die euch interessieren, könnt ihr sie gerne beim Buchhändler um die Ecke bestellen.

Speaker: Und auch Tina hat heute natürlich wieder was dabei.

Speaker: Tina hat diesmal einen Autor dabei.

Speaker: Da will sie schon ganz lange drüber reden.

Speaker: Und zwar Osama Schamani.

Speaker: Ich liebe diesen Autor und seine Sprache.

Speaker: Und ich habe einfach mal mir gedacht, ich bringe diesen Autor mit und seine drei Werke.

Speaker: Es gibt Bücher, die liest man und es gibt Bücher, die fühlt man.

Speaker: Und diesen Satz habe ich irgendwo gelesen und das passt einfach auf diesen Autor.

Speaker: Und er hat mittlerweile, wie gesagt, drei Bücher bei Limmat rausgebracht, einen Schweizer Verlag.

Speaker: Und ein Buch habe ich auch tatsächlich im Moment verliehen.

Speaker: Das ist In der Fremde sprechen die Bäume Arabisch.

Speaker: Da geht es um diese Flucht vom Irak in die Schweiz und er ist ziemlich sprachlos in diesem neuen Land und entdeckt für sich das Spazierengehen.

Speaker: Diesen Begriff gibt es im Arabischen nicht.

Speaker: Also er weiß nicht, warum Menschen einfach so in die Natur gehen.

Speaker: Was soll das?

Speaker: Und anhand dieses Motivs des Spazierengehens und in den Wald gehen, entdeckt er sozusagen, oder verliert er seine Sprachlosigkeit in diesem fremden Land.

Speaker: Und das Zweite ist, das habe ich tatsächlich jetzt zum Zeigen, aber...

Speaker: Für euch dann in den Shownotes, im Fallen lernt die Feder fliegen.

Speaker: Da geht es tatsächlich um einen jungen Mann, der seine Kindheit berichtet im Irak und der auch flieht in die Schweiz, Philosophie studiert und über die Sprache sozusagen sich selbst entdecken kann.

Speaker: Und das dritte Buch ist, der Vogel zweifelt nicht an dem Ort, zu dem er fliegt.

Speaker: Auch da geht es wieder um Flucht, um

Speaker: um innere Zerrissenheit, kulturelle Erwartung, die halt immer wieder im Zwiespalt steht mit der eigenen Freiheit, die man halt entdeckt in einem fremden Land.

Speaker: Und wie gesagt, wer Bücher liebt, die unter die Haut gehen, sollte unbedingt Usama Schamani lesen.

Speaker: Denn besonders sprachlich hat mich das bis jetzt sehr, sehr tief beeindruckt, weil er schreibt ja sozusagen auf Deutsch.

Speaker: Bei Limmat ist auch Übersetzer mittlerweile für Arabisch,

Speaker: Und sehr, sehr feinsinnig, toller Verlag, wunderbarer Autor, fantastische Bücher.

Speaker: Vielen Dank, Tina.

Speaker: So viel zu dem einen Buchtipp, den sie mitbringen sollte.

Speaker: Wir verlinken alles, könnt ihr euch anschauen.

Speaker: Und sagen jetzt erst einmal ganz, ganz herzlichen Dank an Astrid Böhmisch, dass sie sich heute die Zeit für uns genommen hat.

Speaker: Wir sind ganz kurz vor der Leipziger Messe.

Speaker: Sie hat wahrscheinlich noch wahnsinnig viel zu tun.

Speaker: Daher doppelt danke, dass wir heute sprechen konnten.

Speaker: ganz viel Erfolg für eine reibungslose Messe, für eine sichere Messe, für eine erfolgreiche Messe, bei gutem und bei schlechtem Wetter, dass alles, was ihr euch da vorgenommen habt, Erneuerungen, genauso laufen möge.

Speaker: Vielen, vielen Dank.

Speaker: Ich danke euch für das schöne Gespräch und hoffe, ich sehe euch alle.

Speaker: Ja, das hoffe ich auch.

Speaker: Absolut.

Speaker: Also ich werde am Aufbautag um 17 Uhr fertig sein, der Herr Schulz.

Speaker: Donnerstagsmorgens steht alles.

Speaker: Genau.

Speaker: Wir freuen uns alle auf die Messe.

Speaker: So viel Stress es ist, umso schöner ist es.

Speaker: Was wir gar nicht erwähnt haben, ist Leipzig liest.

Speaker: Guckt euch den Veranstaltungskalender an.

Speaker: Die ganze Stadt ist voll von tollen, tollen Autorinnen und Autoren, die Veranstaltungen machen.

Speaker: Aber das ein anderes Mal.

Speaker: Bleibt sich es einfach eine schöne Messe.

Speaker: Beim nächsten Mal.

Speaker: Wir würden uns freuen, dich nächstes Jahr wiederzuhören.

Speaker: Jetzt erst einmal entlassen wir dich wieder zurück in diesen wahrscheinlich doch stressigen Alltag.

Speaker: Maschinenraum, wie sie gesagt hat.

Speaker: In den Maschinenraum zurück.

Speaker: Ich finde kein anderes Bild, aber es ist ja... Es ist ein wunderbares Bild.

Speaker: Es ist super, das Bild.

Speaker: Da spürt man förmlich den Schweiß.

Speaker: Dann alles Gute für dich und dein Team.

Speaker: Danke schön.

Speaker: Danke euch.

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