Transcript
Speaker: Hallo und herzlich willkommen, wie schön, dass ihr euch Zeit genommen habt zu Alles-Buchmarkt-Folge Nummer 8.
Speaker: Mein Name ist Alexander Schulz, neben mir wie immer Tina Schwabe und Andreas Hänisch und heute ausnahmsweise zwei ganz besondere Gäste.
Speaker: Als Einstimmung in unsere heutige Folge möchte ich euch was zitieren.
Speaker: Es gibt auf Facebook eine Gruppe, die nennt sich Buchhandelstreff und eine Buchhändlerin hat im Januar 2022, also vor knapp zweieinhalb Jahren, Folgendes geschrieben, das ich euch mal vorlesen möchte.
Speaker: Ich bin so kurz davor, eine Challenge für 2022 auszuloben, die besagt, keine Bücher mehr zu kaufen, auf denen Frauen in der Rückenansicht zu sehen sind.
Speaker: Vielleicht starte ich auch erstmal mit Nichtbestellung von den Titeln, auf denen die Frauen rot bekleidet sind.
Speaker: Und ja, es ist mir egal, ob sie dabei über die Schulter gucken.
Speaker: Ihr lieben Verlage, und das ist nicht ironisch gemeint, bitte, bitte, bitte, lasst euch andere Cover einfallen.
Speaker: Vermutlich wird es eh nicht mehr lange dauern, bis auch die Kundschaft das überhat.
Speaker: Danke.
Speaker: Ihr merkt, heute geht es um Buchcover.
Speaker: Und eine kurze Einleitung gibt euch erst einmal Tina.
Speaker: Ja, hallo zusammen.
Speaker: Beim Blick über die Büchertische in der Vorbereitung zu dem heutigen Podcast habe ich mir in Buchhandlungen und auf Bestsellerlisten mal angeguckt, was da sich so tummelt.
Speaker: Gerade in Bezug zu dem eben genannten Zitat wollte ich wissen,
Speaker: Ist es wirklich so, dass Cover fast alle gleich aussehen oder in der Wahrnehmung der Kundinnen und Kunden fast alle gleich aussehen?
Speaker: Und mir ist direkt aufgefallen, dass es gerade anscheinend einen Trend gibt, dass man Buchtitel in Versalien schreibt.
Speaker: Also während in den vergangenen Jahren oft die Sehnsucht nach Handschriften noch Vorrang hatte, gilt es nun in Großbuchstaben zu schreiben.
Speaker: Also gerne auch mal im 90er-Stil und die Titel auf dem Buchcover schreien einen regelrecht entgegen.
Speaker: Auch galten Themen wie Natur, Silhouetten, was Alex ja gerade schon mal erwähnt hat, wilde Muster noch als notwendige Komponenten vor ein, zwei Jahren.
Speaker: Nun sind es vor allen Dingen Illustrationen, ist mir aufgefallen.
Speaker: Man versucht so einen Gemäldestil zu kopieren.
Speaker: Doch, warum ist das eigentlich alles?
Speaker: So habe ich mich dann gefragt.
Speaker: Und außerdem, was man auch als, ich würde sagen, Trend ansehen kann, ist das Thema Farbschnitt.
Speaker: Gefühlt geht man da ins Mittelalter irgendwie zurück, bin ich der Meinung.
Speaker: Und auf Messen werden gar im Bereich New Romance Sondereditionen mit kreativen Farbschnittmustern angeboten, um die Kauflau und die Zielgruppe anzureizen.
Speaker: Man stellt sich dann teilweise die Bücher auch mit dem Buchrücken nach hinten ins Regal, um den Farbschnitt zu präsentieren.
Speaker: Und apropos Mittelalter, also früher wurden Bücher ja aufwendig illustriert von Mönchen und Handschriften ließen erkennen, aus welchem Haus so eine Abschrift stammt.
Speaker: Und gibt es solche Wiedererkennungsmerkmale auch heute noch unter Illustratoren, Grafikern und Buchgestaltern?
Speaker: Also sprich, wie kommt das Buch eigentlich zu seiner Gestaltung und wie kommt das Buch zu seinem Cover und wie sehen vielleicht die Trends der Cover auf den Büchertischen im Herbst aus.
Speaker: Und eine kurze Einleitung zu den Gästen.
Speaker: Gebt euch wie immer Andi.
Speaker: Vielen Dank, Tina.
Speaker: Wie Alex schon gesagt hat, dürfen wir heute gleich zwei Gäste bei uns begrüßen, die zusammen Buchcover gestalten, nämlich zum einen Burkhard Finken und zum anderen Dirk Wagner.
Speaker: Bevor wir dann aber jetzt gleich einsteigen, möchte ich euch die beiden natürlich ein bisschen genauer vorstellen.
Speaker: Warum sitzen sie hier und warum sind sie so wichtige und tolle Gesprächspartner?
Speaker: Die beiden sind natürlich Grafikdesigner und sie haben aber jeweils ein eigenes Büro oder eigenes Studio.
Speaker: Dirk sitzt normalerweise in seinem Studio Wagner in der Nähe von Karlsruhe und Burkhardt ist eine Hälfte des Designbüros Finken und Buhmiller in Stuttgart.
Speaker: Also sie haben eigentlich kein gemeinsames Büro, trotzdem arbeiten beide an gemeinsamen Projekten und das schon ziemlich lange.
Speaker: Alles begann nämlich vor ungefähr 20 Jahren mit einem rosa Briefchen.
Speaker: Das war ein Bewerbungsbrief, in dem Dirk einfach nur seine Lieblingsschriftarten und seine Lieblingsfilme genannt hat und damit hat er sich dann bei Finken und Buhmiller einfach mal beworben.
Speaker: Das kam dann bei Burkhardt so gut an, dass sie seitdem zusammenarbeiten.
Speaker: Burkhardt schätzt Dirk vor allem als fantastischen Typografen, der vor allen Dingen nie die Geduld verliert, wenn Burkhardt doch nochmal was ändern möchte.
Speaker: Dirk hingegen schätzt an Burkhardt vor allem sein Gespür für Grafik, vor allem wenn es um Farben und Komposition geht.
Speaker: Und er schätzt sein riesiges Durchhaltevermögen.
Speaker: Also Burkhardt geht öfter auch gerne mal die extra Meile auch für Verlage und macht dann einfach nochmal 50 Entwürfe.
Speaker: bis dann das Richtige dabei ist.
Speaker: Also man merkt schon, dass die beiden sich wirklich sehr gut ergänzen in ihrer Arbeit und was auch sehr spannend ist, für beide gilt nämlich, dass sie aus eigentlich allem etwas Spannendes kreieren können.
Speaker: Sie gestalten gemeinsam Buchcover für verschiedene Verlage, wie zum Beispiel Hoffmann und Kampe, Patmos, Torbecke, Ars Vivendi oder die Büchergilde Gutenberg.
Speaker: Und ich habe ja mit beiden vorher schon mal kurz gesprochen und habe sie über den jeweils anderen ausgefragt, wollte natürlich noch so ein bisschen persönliche Sachen auch erfahren.
Speaker: Dabei ist mir aber vor allen Dingen erst mal aufgefallen, dass beide ein Gespür für die schönen und kunstvollen Dinge im Leben haben.
Speaker: Burkhardt sammelt nämlich zum Beispiel sehr gerne japanische Teetassen und ist auch sonst ein leidenschaftlicher Teetrinker.
Speaker: Dirk spielt hingegen gerne Jazz auf seinem Waldhorn und laut Burkhardt macht er den Kampfsport, wo man mit einem Bambusstock dem anderen auf den Kopf haut.
Speaker: Wir waren uns dann, glaube ich, ganz sicher, dass es sich um Aikido handeln muss.
Speaker: Hauen könnte Burkhardt eigentlich auch und zwar auf sein Schlagzeug, das er besitzt.
Speaker: Aber das ist wirklich fast schon ein Mythos, denn bisher hat ihn niemand spielen sehen auf dem Schlagzeug.
Speaker: Aber sowas trägt ja auch zur Legendenbildung bei.
Speaker: Von daher wollen wir das auch gar nicht weiter thematisieren, ob er darauf spielt oder nicht.
Speaker: Und am Ende habe ich beide noch gefragt, wenn da jeweils andere eine Schriftart wäre, welche wäre es und warum?
Speaker: Und das möchte ich euch natürlich auch nicht vorenthalten.
Speaker: Burkhard hat für Dirk die Schriftart NN Nouvelle Grotesque gewählt.
Speaker: Das ist eine Schweizer Schriftart, die laut Burkhard erstaunlich im Detail ist, gleichmäßig, ganz klar und mit Charakter.
Speaker: Und
Speaker: Und Dirk wählte für Burkhardt die Schriftart Jubilee von Offtype, denn die wirkt auf den ersten Blick klassisch, aber auch hat auch was Spezielles und ist quirlig.
Speaker: Und wir werden euch natürlich die beiden Schriftarten dann auch in den Shownotes verlinken, damit ihr dann auch seht, wie diese Schriftarten aussehen.
Speaker: Jetzt aber erst mal herzlich willkommen und schön, dass ihr Zeit für uns habt, lieber Dirk und lieber Burkhardt.
Speaker: Hallo.
Speaker: Hallo.
Speaker: Jetzt müssen wir aber noch, bevor wir zur ersten Frage kommen, noch mal ganz kurz die Frage beantworten, das mit dem Bambustock auf den Kopf hauen, das ist nicht Aikido, oder Dirk?
Speaker: Ne, das ist Kendo.
Speaker: Ist aber auch ein japanischer Kampfsport, ja.
Speaker: Ist es das mit dem?
Speaker: Mit der Maske, genau.
Speaker: Ja, okay, sehr gut.
Speaker: Dann haben wir das auch geklärt.
Speaker: Und meine erste Frage an euch beide wäre jetzt als Einstieg in das Thema, wie wird man überhaupt Buchgestalter?
Speaker: Also kam das eher zufällig oder war das auch für euch als Grafikdesigner irgendwie von Anfang an etwas, was ihr spannend fandet und unbedingt machen wolltet?
Speaker: Also angefangen habe ich nicht als Buchgestalter und hatte es auch nicht so im Blick.
Speaker: Ich habe ganz allgemein Grafikdesign studiert und dann hat es sich so ergeben.
Speaker: Also ich wollte nicht unbedingt Werbung machen und dann gibt es nicht so viele Felder, die man da machen kann und bin da ein bisschen reingeschlittert, aber eigentlich sehr froh darüber, weil es sehr vielfältig ist und viel Spaß macht.
Speaker: Also ich war jetzt von der Ausbildung in der Hochschule eigentlich auch nicht klassisch Buchgestalter oder wollte das nicht klassisch werden jetzt, aber habe zuerst mal Ausstellungsgrafik gemacht und bin da so ein bisschen reingerutscht, weil ich gedacht habe, ich möchte eigentlich, Typografie hat mich natürlich immer schon interessiert, das ist natürlich zentral jetzt bei der Buchgestaltung.
Speaker: Und Print fand ich immer schon gut, Drucksachen.
Speaker: Und so bin ich eigentlich dann da zur Buchgestaltung gekommen.
Speaker: Vielleicht können wir allgemein erst mal sagen, wie überhaupt so ein Buchcover entsteht.
Speaker: Denn ihr seid kreative Menschen, ihr setzt um.
Speaker: Aber natürlich passiert das alles nicht aus dem Blauen heraus.
Speaker: Und ihr bearbeitet sowohl Sachbücher als auch Belletristik.
Speaker: Deswegen seid ihr heute ideale Gäste.
Speaker: Aber lasst uns vielleicht mal so rangehen, wie...
Speaker: Ihr habt Verlage, die euch Aufträge erteilen.
Speaker: Wie läuft das ab?
Speaker: Meistens ist es eine E-Mail, die wir bekommen, mit einem PDF, einem Briefing.
Speaker: Da steht das Format, Verfasser, Titel und so weiter.
Speaker: Meistens da noch irgendwie drauf, was der Verlag sich...
Speaker: vorstellt als Zielpublikum oder ob es Bildideen gibt, ob es irgendwie vergleichbar sein soll mit anderen Titeln aus dem Programm oder von anderen Verlagen.
Speaker: Und dann hat man Zeit dran, die Ideen zu sammeln und zu konkretisieren und kann dann auch eine Weile präsentieren.
Speaker: Und dann geht es so ein bisschen pingpongmäßig zwischen Verlag und uns hin und her, bis dann ein Cover fertig ist.
Speaker: Aber das heißt auch, ihr müsst euch da im Vorfeld schon relativ tief in das Projekt einarbeiten.
Speaker: Dann nützt es nicht nur, den Titel zu wissen und Autor und alles klar, ich bastel euch was, sondern ihr müsst euch da schon so ein bisschen reingraben in das Thema.
Speaker: Ja, also ich muss ja zum Verlag passen, muss natürlich auch zu dem Buch passen und im günstigsten Fall auch noch nachher gut aussehen.
Speaker: Also klar, dann müssen natürlich die Schriften passen und die Abbildung muss passen oder überhaupt der Stil passen.
Speaker: der Gestaltung sollte eben der richtige sein für das Buch, klar.
Speaker: Und man darf ja nicht vergessen, Alex, das sagt ja auch deine Erfahrung, da sind ja noch viele andere Menschen involviert, wie Autoren oder Mitarbeitende in den Verlagen, die auch alle eine Meinung zu den Covern haben, Geschäftsführer, die eine ganz bestimmte Linie verfolgen, die vielleicht auch neue Zielgruppen erschließen wollen mit einem Cover.
Speaker: Und was man ja auch sagen muss, alles was der Buchmarkt auch noch hergibt, also die Konkurrenz ist ja auch noch irgendwie, die man bedenken muss, weil es gibt ja auch, man darf ja nicht gleiche Cover produzieren, obwohl die Buchhändlerin das ja vorgeworfen hat.
Speaker: Auch wenn es den Vorwurf ab und zu gibt.
Speaker: Ich kann vielleicht mal kurz erzählen, wie es bei uns mit unseren Belletristik-Titeln läuft.
Speaker: Wir haben also ein sehr ausführliches Exposé pro Buch.
Speaker: Zusammenfassungen, da stehen aber auch Jahreszeiten mit drin, in denen das Buch spielt.
Speaker: Die Jahreszahl sowieso.
Speaker: Gerade für Regionalkrim ist die Verortung natürlich ganz wichtig.
Speaker: All das, was also irgendwie interessant sein könnte,
Speaker: bekommt unser Grafiker auch vorab, dann frisst er sich dann da durch diese Arbeiten durch, durch diese PDFe und dann haben wir ein Briefing, ein erstes, bei dem
Speaker: Relativ viele Leute dabei sind.
Speaker: Natürlich der Autor oder die Autorin, die vorher auch schon mal Wünsche äußern durften.
Speaker: Das ist natürlich klar, jemand, der das geschrieben hat, der sich monatelang mit so einem Werk, mit seinem Werk befasst, der hat natürlich auch ganz eigene Vorstellungen, wie das Buch am Ende aussehen soll.
Speaker: ohne dass er jetzt großartig vielleicht eine gewisse Marktkenntnis hat.
Speaker: Wir haben die Lektorinnen und Lektoren, die dabei sind.
Speaker: Wir haben unsere Kollegen und Kolleginnen aus zum Beispiel dem Key-Account, die also den Buchhandel betreuen und Marketing und Vertrieb.
Speaker: All das prasselt nun bei uns dann immer auf den Grafiker ein.
Speaker: Der macht sich wie wild Notizen.
Speaker: Man hört ihn ab und zu seufzen und ein paar Monate später kriegen wir dann die Sachen präsentiert.
Speaker: Wie das Ganze dann weitergeht, kommen wir gleich dazu.
Speaker: Aber wie geht man damit um, dass man im Prinzip ja dann doch mehrere Auftraggeber hat?
Speaker: Dieses Briefing, was ihr da als PDF bekommt, das ist ja nur das eine.
Speaker: Diese vielen Meinungen, die Tina eben noch erzählt hatte, die alle zum Teil unterschiedliche
Speaker: Und wenn wir auch Positionen haben, sei es jetzt Autor oder jemand aus der Geschäftsführung oder aus dem Buchhandel oder Marketing oder Presse, wie bündelt ihr das und wie guckt ihr, worauf konzentriere ich mich jetzt?
Speaker: Naja, es ist ja so, je mehr Leute an einem Cover ziehen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein relativ normales Cover rauskommt, weil es dann halt immer zum kleinsten gemeinsamen Nenner wird.
Speaker: Und wir haben die Erfahrung gemacht, dass es eher von Vorteil ist, wenn dieser Kreis eher kleiner ist von der Abstimmung her, dass man da zu außergewöhnlicheren Covern kommt.
Speaker: Ja.
Speaker: Es kommt ja aber auch noch neben den Verlag- und Autorenmenschen die Kollegen dazu.
Speaker: Also sprich, der Dirk hat ja vielleicht auch noch eine Meinung zum Cover und ich habe schon gehört, dass ihr teilweise auch zusammen an Covern feilt.
Speaker: Wie geht ihr denn miteinander zum Thema Cover um?
Speaker: Ja, eigentlich haben wir dann, wir haben ja, sage ich mal, eine relativ klasse Arbeitsteilung, wenn man so will.
Speaker: Also ich kümmere mich eher so um die Schriftgeschichten, Typografie, das ist so meins.
Speaker: Und so ergänzen wir uns, was das angeht, ganz gut.
Speaker: Und wir haben halt, da wir ja beide an der Grafik arbeiten,
Speaker: Da ist es, ich finde es immer ein bisschen schwierig, wenn jetzt zwei Grafikerinnen und Grafiker da sitzen, die so eine unterschiedliche Vorstellung haben, wie es auszusehen hat.
Speaker: Also da fände ich vielleicht schon besser, wenn man sich so ein bisschen einig ist auch, was den Stil angeht.
Speaker: Und da sind wir uns sehr einig.
Speaker: Also da gibt es eigentlich kaum...
Speaker: oder irgendwie, dass wir da streiten anfangen und sagen, das sieht jetzt irgendwie nicht so gut aus.
Speaker: Das ist ein sehr guter Prozess, läuft sehr rund und da haben wir überhaupt keine Probleme, was das angeht.
Speaker: Und durch die Arbeitsteilung eben, wenn ich mich halt eher so, wie der Burkhardt schon gesagt hat, eher so ein Ping-Pong-System
Speaker: Das heißt, er schickt mir was, vielleicht schon ein bisschen vorgearbeitet, die Grafik schon ein bisschen, eine Bildidee und ich suche mir dann die Schrift dazu raus oder mache eben Schriftvorschläge.
Speaker: Dann geht es wieder zurück an den Burkhard und so geht es immer hin und her.
Speaker: Und es läuft sehr gut.
Speaker: Und ihr könnt dann auch sozusagen loslassen und sagen, okay, ich habe jetzt mit der Schrift eigentlich auf meinem Arbeitsplatz nichts zu tun, deswegen vertraue ich dem Dirk blind oder du sagst, die Illu ist nicht meine Aufgabe, deswegen, ich versuche es entsprechend zu arrangieren oder sagt man schon noch mal,
Speaker: Boah, mit der Elu kann ich gerade nichts anfangen, weil da passt die Typo nicht rein, die ich mir für den Titel vorstelle.
Speaker: Oder umgedreht, boah, nee, mit der Schrift, ich weiß, der Verlag wird da wahrscheinlich eher kritisch drauf gucken, lass mal nochmal rangehen.
Speaker: Meistens ist es eher umgekehrt, dass ich irgendwas zusammengebastelt habe und denke, ach ja, sieht ja schon ganz brauchbar aus und schick's dann dem Dirk.
Speaker: Und wenn's dann zurückkommt, denke ich, jetzt ist es richtig gut.
Speaker: Also das ist so, dass es dann wirklich nochmal einen extra Kick bekommt.
Speaker: Und wir sprechen uns ja auch ab, ob das dann passt mit den Illustrationen oder den Schriften und so weiter.
Speaker: Es ist ja auch nicht so, als würde man einen Entwurf dahin und her schicken, sondern wenn wir nachher fünf Entwürfe präsentieren beim Verlag, dann sind meistens vorher 20 Entwürfe gemacht worden.
Speaker: Und hinter den 20 Entwürfen stehen vielleicht 50 Ideen, die skizziert wurden.
Speaker: Und so konzentriert sich das dann immer halt auf die Gestaltung, die dann halt nachher rauskommen sollte im Idealfall.
Speaker: Das klingt jetzt total ideal und professionell, aber was macht ihr im Gegenteil?
Speaker: Burkhard, wenn du jetzt einen Entwurf machst, klatscht da schon eine Schrift drauf und dann kommt was zurück und du denkst, nee, meins war besser.
Speaker: Dann kann ich, wenn es denn so wäre, was wirklich sehr selten davor kommt, kann ich beide Entwürfe drin lassen und schauen, was rauskommt.
Speaker: Aber das ist wirklich selten der Fall.
Speaker: Dann ist die Menge gut.
Speaker: Sehr diplomatisch ausgedrückt.
Speaker: Mich würde noch mal interessieren, um sozusagen noch mal zum Briefing zurückzukommen, ist es für euch besser, also mit relativ wenig Informationen zu arbeiten, um einfach sich so ein bisschen freier austoben zu können oder je genauer das Briefing, desto besser für euch und damit auch zusammenhängt eben die Frage, Verlage schicken ja auch gerne so Moodboards und sowas, also wie geht ihr mit solchen Sachen um?
Speaker: Für uns ist es schon eigentlich besser, wenn wir relativ wenig aber halt die richtigen Informationen bekommen.
Speaker: Das heißt also, wie die Stimmung von dem Buch sein sollte und dann halt auch ein bisschen freie Hand haben, was dann daraus zu machen.
Speaker: Je konkreter die Vorstellungen sind oder je konkreter die Bildvorstellungen oder die Stimmung sind, desto eingeschränkter ist natürlich auch die Gestaltung und desto austauschbarer wird dann nachher der Umschlag.
Speaker: Das heißt, wir brauchen halt die Information, wie ungefähr das Buch von der Stimmung her ist und dann basteln wir drumherum die Möglichkeiten, die wir sehen,
Speaker: Also ihr braucht jetzt nicht sozusagen das ganze Buchmanuskript, um sozusagen Cover gestalten zu können?
Speaker: Die Zeit hätten wir auch gar nicht, das zu lesen.
Speaker: Also das ist ja auch ein bisschen Zeitfrage.
Speaker: Und manchmal ist es auch nicht so, dass man sich für das Thema so interessiert, dass man das ganze Buch lesen möchte.
Speaker: Deswegen kommt man da mit so einem kürzeren Briefing ganz gut zurecht.
Speaker: Ja, was in diesem Zusammenhang wirklich spannend ist, ist also dieser Begriff des Moodboards.
Speaker: Das bedeutet, dass egal wer, ob das nun Autor ist oder Verlag oder sonst wie, dass man nicht so konkret den Gestaltern sagt, ich möchte, da muss unbedingt ein Baum drauf sein und davor soll irgendwie dann noch eine Suppenschüssel stehen oder sonst irgendwas oder mach mir da Blut drauf oder so, sondern
Speaker: dass man eher versucht, die Emotionen, die das Buch haben soll, irgendwie zu beauftragen.
Speaker: Das kann sein, dass man Farbwelten vorgibt, dass man mit assoziativen Begriffen arbeitet, dass man vielleicht sogar sagt, ich möchte ein luftiges, ein wolkiges Cover oder bleib in Pastelltönen,
Speaker: Dann natürlich auch Konkurrenztitel, die man sich anguckt, wo man vielleicht sagt, dass genau diese Stimmung ist.
Speaker: Es ist ein ganz anderes Buch, es ist ein ganz anderes Genre, aber das, was da transportiert wird, das wünschen wir uns auch nicht.
Speaker: Ich glaube, mit sowas könnt ihr wahrscheinlich ein bisschen besser arbeiten, als wenn man euch so arg beschneidet.
Speaker: Andererseits muss man ja auch sagen...
Speaker: Und was ihr da macht, das ist jetzt nicht nur für die Muse und für die künstlerische Entfaltung, sondern es ist ja auch Geschäft.
Speaker: Und deswegen könnte ich mir auch vorstellen, dass es andererseits auch hilfreich sein kann, euch wirklich explizit was vorzugeben, was ihr dann nur sagt, das ist jetzt Geschäft, das setze ich um, so wie die das wollen und dann ist gut.
Speaker: Und dadurch wisst ihr natürlich auch, ihr arbeitet jetzt womöglich nicht ganz so viel für den Papierkorb.
Speaker: Das stimmt schon.
Speaker: Natürlich brauchen wir genaue Vorgaben, wie was der Verlag sich vorstellt, aber daneben würden wir halt eben gerne präsentieren, wie das Buch aussehen könnte oder sollte.
Speaker: Ich finde es immer gut, wenn ich mir vorstelle, es gibt den Büchertisch und das Buch, was ich da entwerfe, ist das Buch, zu dem ich dann auch greife oder zumindest dann die Zielgruppe, dass die dann sagt, das ist genau das, was ich gesucht habe.
Speaker: Und
Speaker: Das passiert ja nicht, wenn es irgendwie verwechselbar mit anderen Covern ist.
Speaker: Also es muss ja irgendwie herausstechen oder irgendwie dann einen interessieren oder interessant ausschauen.
Speaker: Und trotzdem gibt es immer wieder den Vorwurf,
Speaker: aus dem Buchhandel oder sagen wir es ein bisschen milder, den Wunsch aus dem Buchhandel, bitte lasst doch nicht alle Bücher immer gleich aussehen.
Speaker: Wie erklärt ihr euch das, dass es dann doch nicht immer so gelingt, dass alle Bücher so unverwechselbar sind, weil den Anspruch wahrscheinlich ja jeder Buchgestalter haben wird?
Speaker: Ja, also ich glaube, dass dieser Entscheidungsprozess einfach sehr viel demokratischer geworden ist, dass also einfach sehr viel mehr Leute mitreden und das verhindert ein bisschen, dass halt...
Speaker: sehr spezielle oder ein bisschen schräge Cover dabei rauskommen.
Speaker: Also da fehlt manchmal ein bisschen Mut dazu, was zu wagen.
Speaker: Man denkt immer, irgendwie ein Vergleichstitel ist gut gelaufen und wenn ich es jetzt so ähnlich mache, dann ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass der Titel auch gut läuft, was da vielleicht nicht immer funktioniert.
Speaker: Und welche Erfahrung ich auch schon gemacht habe, ist, wenn Autoren gerade bei einem Debütroman so eine konkrete Vorstellung haben von ihren Lieblingsautoren, die sie haben.
Speaker: Und die wollen dann auch so ein Cover.
Speaker: Das heißt, der Autor hat dann an sich schon eine konkrete Vorstellung, wie das Cover aussehen soll.
Speaker: Und aus Verlagssicht muss man den manchmal ausbremsen und sagen, nee, das ist aber nicht ein Cover für dich.
Speaker: sondern eigentlich ein anderes Cover und eigentlich musst du dich mal von dieser Vorstellung verabschieden, weil eben das auch den Verlag dann manchmal ausbremst in seiner Verkäuflichkeit.
Speaker: Ja, man muss das vielleicht auch mal ein bisschen erklären aus Verlagssicht.
Speaker: Ich glaube, diese Demokratie ist tatsächlich ein Problem, dass man da schon versucht, den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden.
Speaker: Andererseits ist es aber auch natürlich so, wir hatten in der vorangegangenen Folge eine Verlagsvertreterin zu Besuch.
Speaker: die innerhalb kürzester Zeit dem Buchhändler oder der Buchhändlerin ein Buch erklären muss.
Speaker: Und dann ist es natürlich extrem hilfreich, wenn man ein Cover anguckt und gar nichts lesen muss, sondern direkt weiß, wo ist das verortet, in welches Regal stelle ich das, an welche Kunden verkaufe ich das.
Speaker: Im zweiten Schritt für die Kunden natürlich...
Speaker: Aus Verlags-Sicht das alles gerade.
Speaker: Wenn jetzt hier gerade Buchhändlerinnen und Buchhändler zuhören, die mir widersprechen wollen, gerne.
Speaker: Aber es ist doch wahrscheinlich so, dass auch der Kunde durch den Buchhandel geht, weiß, was hat er zuletzt gelesen.
Speaker: Und dann natürlich auch darauf anspringt, was er schon vorher gelesen hat, was er gemocht hat und jetzt etwas entdeckt, was ähnlich aussieht.
Speaker: Wir haben das gerade im Humorbereich zum Beispiel, dass da so oft mit Illustrationen gearbeitet wird, weil das irgendwie relativ einfach ist, da eine Überspitzung darzustellen.
Speaker: Und ich erkenne als Kunde relativ schnell immer, wo ich mich bewege.
Speaker: Oder bin ich in einem historischen Roman, habe ich irgendwelche starken Frauenfiguren, weil mich das interessiert, eine starke Frauenbiografie zu lesen.
Speaker: Dann denke ich aus Verlagssicht, natürlich mache ich da eine selbstbewusst guckende, starke Frau im roten Kleid am besten noch, damit das Cover ein bisschen leuchtet und auf dem Tisch entsprechend auffällt und gehe natürlich dann auch immer wieder zurück.
Speaker: Wege, wie es Kunden wahrscheinlich gewöhnt sind, ob ich mich da jetzt zwingend immer an Büchern orientiere oder vielleicht auch an Filmplakaten oder irgendwelchen Darstellungen, irgendwas Vertrautes jedenfalls, was Kundinnen und Kunden kennen, was ich versuche mit dem Cover aufzugreifen.
Speaker: Und das kann ich mir schon vorstellen, dass das den Mut häufig einbremst.
Speaker: Gleichzeitig muss man ja aber auch sagen, dass für die Verlage jedes Buch
Speaker: immer ein gewisses Risiko bedeutet.
Speaker: Vom Inhalt überhaupt.
Speaker: Die stecken da Geld rein.
Speaker: Dass man dann vielleicht manchmal...
Speaker: ein bisschen vorsichtig ist und denkt, ich bin nicht ganz so mutig, sondern ich gehe lieber den sicheren Weg, ist wahrscheinlich die Erklärung, auch wenn das nicht allen gefällt.
Speaker: Aber ich habe direkten Einwand.
Speaker: Weil wir reden, glaube ich, von zwei verschiedenen Zielgruppen, die in die Buchhandlung gehen.
Speaker: Und das eine ist die, die was Vertrautes suchen.
Speaker: Das kann ich voll nachvollziehen.
Speaker: Aber es gibt halt auch die Zielgruppe, die sagt, ich suche was Neues.
Speaker: Und was mir schon ganz oft passiert ist, dass sogar ich in der Buchhandlung stehe und mir denke, habe ich das Buch schon zu Hause?
Speaker: Kann ich jetzt gerade nicht unterscheiden.
Speaker: Also sprich, ich gehöre eher zu der Zielgruppe, ich gucke, was ich definitiv nicht zu Hause habe und das erkenne ich halt auch visuell am Cover.
Speaker: Also das ist halt dieser Widerspruch, den man ja auflösen muss über das Cover.
Speaker: Zwischen etwas Vertrautes schaffen und es muss aber so sich abgrenzen, dass eben nicht der Kunde denkt, ach das habe ich doch eigentlich schon zu Hause.
Speaker: Finde ich jetzt zumindest.
Speaker: Also das ist ein Spannungsverhältnis, was da existiert.
Speaker: Und was wir auch noch gar nicht hatten, ist natürlich, dass wir mittlerweile nicht nur über die klassische Buchgestaltung reden, also wie sieht das Buch aus, was dann auf den Tischen liegt, sondern bei uns zum Beispiel auch immer wichtiger, wie funktioniert das Buch, wenn ich mir das jetzt auf den Online-Shops als kleine Briefmarke nur angezeigt bekommen lasse.
Speaker: Wie sieht es auf einem E-Reader aus, vielleicht sogar in schwarz-weiß, funktioniert es da trotzdem noch?
Speaker: Das sind ja alles nochmal zusätzliche Punkte, die
Speaker: in alle Überlegungen immer mit reinfließen und die wahrscheinlich, weil man alles unter einen Hut bringen will, auch immer so ein bisschen zu einer gewissen Einförmigkeit führen.
Speaker: Aber mich würde interessieren, Burkhardt und Dirk, also spielt der Endkonsument, die Endkonsumentin überhaupt eine Rolle für euch?
Speaker: Also dass ihr darüber nachdenkt, gibt es dann wirklich Leser, Leserinnen oder ist es halt wirklich, okay, uns geht es darum, der Verlag hat uns das Briefing geschickt und wir müssen den Verlag zufriedenstellen und die müssen dann eben damit zurechtkommen, ob das Cover funktioniert oder nicht.
Speaker: Nee, also man hat natürlich eine Vorstellung, wer das Buch nachher bekommen soll.
Speaker: Und für denjenigen macht man die Gestaltung.
Speaker: Das ist jetzt nicht nur, dass ich alles für meinen Bücherschrank da mache oder sage, ach, das soll halt hübsch aussehen und mir irgendwie gefallen, sondern wir wollen ja, dass der Verlag auch Bücher verkauft.
Speaker: Und im Idealfall ist es eine Schnittmenge, dass ich sage, ich kann damit gut leben und es ist aber auch wirklich gut für den, der das nachher kaufen soll.
Speaker: Wie läuft das eigentlich ab?
Speaker: Lauft ihr viel durch Buchhandlungen und guckt, was machen denn andere?
Speaker: Weil gerade wenn man den Anspruch hat, ich mache es jetzt mal anders, muss man ja wissen, was machen die anderen.
Speaker: Wenn ich jetzt allerdings immer gucke, was machen die anderen, beeinflusst mich das ja trotzdem irgendwie und ich mache manches vielleicht unbewusst dann wieder wie die anderen.
Speaker: Ja, also ich glaube, je mehr man macht, desto mehr macht man es auch anders.
Speaker: Also das heißt, man entwickelt ja immer wieder neue Möglichkeiten, irgendwie so ein Buch zu gestalten.
Speaker: Und von da aus glaube ich, das funktioniert schon.
Speaker: Also geht ihr nicht in die Buchhandlung?
Speaker: Also wir gehen nicht in die Buchhandlung.
Speaker: Selten zum Gucken, wie jetzt die anderen die Sachen machen.
Speaker: Aber es ist immer so eine Mixtur aus allem.
Speaker: Man schaut natürlich schon auch mal, was sind so die Trends oder wie machen das die anderen.
Speaker: Man hat vielleicht auch so ein paar Gestalterinnen und Gestalter,
Speaker: die man jetzt gut findet und man sagt, die Bücher sehen immer gut aus, immer ganz unabhängig vom Thema oder Verlag.
Speaker: Und es ist halt immer so ein Gemenge aus allem, so ein bisschen.
Speaker: Aber ich glaube, man schaut eher digital als in der Buchhandlung, was so ein Trend sein könnte oder was einem gefällt.
Speaker: Man interessiert sich dafür, deswegen guckt man die ganze Zeit nach irgendwelchen solchen Sachen und findet dann automatisch auch Sachen, also neue.
Speaker: Aber man merkt, glaube ich, schon, oder ihr hört gerade alle, das ist ganz viel...
Speaker: Gefühl und Emotion und Bauchgefühl vielleicht daher die Frage.
Speaker: Also bei uns im Verlag ist es so, dass wenn der Grafiker, wie ihr eben gesagt habt, der liefert eine gewisse Anzahl an Entwürfen ab für jedes Buch.
Speaker: durchläuft das bei uns erstmal so einen internen Prozess, dass dann eine noch größere Runde drüber guckt.
Speaker: Also da gucken dann auch die Kolleginnen und Kollegen aus Presse und Veranstaltungsbereich und E-Book-Bereich nochmal mit drüber.
Speaker: Und daraus schaffen wir dann immer eine Auswahl, die wir dann wiederum unseren ganzen Verlagsvertretern auch nochmal zur Verfügung stellen, weil man
Speaker: Und fairerweise sagen muss, jeder, der in einem Verlag arbeitet, ja dann doch irgendwie immer mehr so in seiner kleinen Blase ist und wir zumindest dann immer denken, dass die Vertreter noch diejenigen sind, die am nächsten am Buchhandel dran sind.
Speaker: Das sind bei uns, ich glaube, 17 Stück aktuell, die dann auch nochmal darüber gucken, über ein Online-Tool, die das Ganze dann bewerten und zum Teil auch kommentieren.
Speaker: Und gerade da ist man manchmal vielleicht nicht ganz so diplomatisch, wie man das im Vier-Augen-Gespräch wäre.
Speaker: Worauf ich hinaus will, unser Grafiker muss manchmal ordentlich einstecken.
Speaker: Wie gelingt euch das, wenn man sich stundenlang in eine Arbeit reinfuchst, man will ein gutes Ergebnis abliefern, präsentiert das und kriegt dann ein manchmal vielleicht ein bisschen unsachliches, das finde ich total doof, um die Ohren gehauen.
Speaker: Ja, das passiert.
Speaker: Es ist ein bisschen wie bei der Losbude.
Speaker: Also man stellt seine Entwürfe hin und jeder kriegt drei Bälle.
Speaker: Aber trotzdem muss man dann halt wieder neue hinstellen und im Idealfall geht dann einer durch.
Speaker: Aber ich glaube, apropos Bauchgefühl, das ist schon so, dass man nach so vielen Jahren auch sagen kann, ob ein Cover funktioniert oder nicht.
Speaker: Und
Speaker: Ja, dann ist es manchmal schade, dass man denkt, man war sicher, das würde funktionieren, aber es wird dann halt abgeschossen.
Speaker: Da muss man nur gucken, ob man dann einen gleichwertigen Ersatz findet.
Speaker: Es ist natürlich auch ein bisschen nicht so toll, wenn das heißt, ja, im Prinzip ist es gut, aber eine andere Schrift vielleicht noch oder die Schrift kleiner oder nach links oben oder mittelachsig.
Speaker: So als hätte man sich vorher gar nichts dabei gedacht oder es einfach mal nur so zufällig ausgeht.
Speaker: Aber im Großen und Ganzen sind das eben die Spielregeln und man muss halt dann einfach einen neuen Entwurf machen, der dann durchgeht.
Speaker: Aber diskutiert ihr dann, erklärt ihr, weil ihr sagt, ey Leute, wir haben das jahrelang studiert, wir machen das hier seit Jahrzehnten.
Speaker: Wenn wir sagen, das ist die richtige Schrift da drauf, dann glaubt uns mal.
Speaker: Andererseits sind das natürlich Auftraggeber.
Speaker: Also wie geht man damit um, dass einen das nicht so persönlich anfrisst?
Speaker: Ich glaube, man...
Speaker: Das wäre schon schön, wenn uns die Auftraggebenden da auch ein bisschen zuhören würden und sagen würden, ja, kommt, ihr macht das schon richtig.
Speaker: Aber es gehört natürlich auch dazu.
Speaker: Es ist ja auch eine schöne Sache, wenn man dann so im Austausch irgendwie zum Ergebnis kommt.
Speaker: Was ich tatsächlich, was der Burkhard gerade eben jetzt gesagt hat, schwierig finde, wenn man sagt, ja, ich nehme von Entwurf A das Bild und von Entwurf B die Schrift und die Farbe von Entwurf C. Das ist manchmal ein bisschen schwierig, weil wir schon, glaube ich, ein ganz gutes Gespür haben.
Speaker: Es ist eigentlich Buchgestaltung, es ist auch Handwerk und wir machen das jetzt auch schon ein paar Jahre.
Speaker: Und es ist einfach die Komposition, die dann schon stimmig ist.
Speaker: Also ich habe kein Problem, wenn man sagt, okay, nimm einen Entwurf C, der ist okay, oder mach vielleicht nochmal was Neues.
Speaker: Aber nicht so mischen und sagen, von dem das, von dem das.
Speaker: Und dann haben wir so unseren Umschlag, so wie wir uns das vorstellen.
Speaker: Das finde ich immer ein bisschen schwierig.
Speaker: Den bestmöglichen Kompromiss aus allem.
Speaker: Ja, genau, aus allem irgendwas, ja.
Speaker: Alex, bist du so jemand, der sowas macht?
Speaker: Weil du hast gerade so geguckt, ich dachte, jetzt wurde er ertappt.
Speaker: Ich will das vom Entwurf A, das vom Entwurf B und das vom Entwurf C und dann wäre ich zufrieden.
Speaker: Also Lutz Eberle, es tut mir leid.
Speaker: Ich kann dir aber sagen, bei uns passiert das auch.
Speaker: Ich fürchte, es wird sich nichts ändern, aber es tut mir leid.
Speaker: Also wir hatten die Fälle auch schon, dass wir gesagt haben A, B, C und jeweils eine Komponente und guck mal, wie das dann aussieht.
Speaker: Da nehmen wir uns, glaube ich, auch nicht raus.
Speaker: Ich höre das zum ersten Mal und werde den Podcast auf jeden Fall allen Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung stellen.
Speaker: Ich fühle mich auch gerade so ein bisschen ertappt, deswegen würde ich sagen, wir gehen einfach mal weiter.
Speaker: Ihr habt gesagt, ihr macht, ihr habt ausschließlich euch auf Buchgestaltung spezialisiert.
Speaker: Jetzt kann man natürlich sagen, wie sieht denn bei euch so ein klassisches Jahr aus?
Speaker: Es gibt in der Regel zwei...
Speaker: Zeitpunkte im Frühjahr und im Herbst, natürlich manchmal über Monate verteilt, aber es gibt diese zwei Erscheinungstermine, zu denen zumindest alle Cover fertig sein müssen, wenn dann auch alle Vorschauen verschickt werden.
Speaker: Habt ihr sowas wie Leerlauf?
Speaker: Geht es bei euch das ganze Jahr durch?
Speaker: Wie muss man sich das vorstellen?
Speaker: Ja, Leerlauf haben wir Gott sei Dank nicht so wahnsinnig viel.
Speaker: Also es fügt sich eigentlich ganz gut, wenn die Vorschauen fertig sind.
Speaker: Also wenn erstmal die Cover gemacht sind, dann die Vorschauen fertig sind, dann kommen die Innenteile dran und dann ist schon wieder Zeit für die neuen Cover.
Speaker: Also im Prinzip läuft es ziemlich rund.
Speaker: Und nebenher haben wir ja noch für ein paar Stiftungen oder andere Sachen oder kulturelle Einrichtungen was zu tun.
Speaker: Aber auch bei den Verlagen, das läuft eigentlich wirklich ganz, ich meine, der Verlag, da sitzt ja auch niemand da und langweilt sich.
Speaker: Also es ist ja auch, die haben ja auch das ganze Jahr was zu tun.
Speaker: Und so sind wir auch beschäftigt.
Speaker: Mich würde mal interessieren, also so generell, wie lange dauert das denn so?
Speaker: Vom ersten Briefing bis zum finalen Cover, wie viel Zeit vergeht da?
Speaker: Das ist ja unterschiedlich.
Speaker: Da gibt es Verlage, die planen sehr lange im Voraus, dann kann das schon mal ein Dreivierteljahr ins Land gehen.
Speaker: Oder es gibt eben welche, die sagen, wir brauchen da übrigens noch ein Cover und es soll dann irgendwie in zwei Wochen in Druck gehen.
Speaker: Und dann klappt das auch irgendwie.
Speaker: Aber ihr müsst natürlich immer jonglieren, denn die ganzen Bücher müssen ja zu einem Zeitpunkt X dann fertig werden.
Speaker: Könnt ihr das runterbrechen, vielleicht auch anhand von Abrechnungen oder so, wie lange kalkuliert ihr für ein Buchcover an Arbeitszeit?
Speaker: Weil bei 50 Entwürfen, also 50 Ideen hast du ja vorhin gesagt, daraus werden ungefähr fünf fixe Entwürfe, die man dann auch präsentiert.
Speaker: Wie viel Zeit rechnet man damit?
Speaker: Oh, die Rechnung haben wir nie angestellt.
Speaker: Ich glaube, wir würden dann irgendwie sagen, das lohnt sich ja gar nicht.
Speaker: Also ich habe auch mal, wir hatten ja vor einigen Podcast-Folgen mal diese Folge mit Wer verdient was an einem Buch?
Speaker: Und ich habe jetzt in der Vorbereitung nochmal geguckt, ihr verdient theoretisch bei einem Buch, was 24 Euro kostet und eine 2000er Auflage hat, 3%.
Speaker: Also eigentlich ist es ja ein relativ verhältnismäßig geringer Anteil an einem Buch dafür, dass ihr die Werbebotschaft des Buches seid.
Speaker: Also das Cover ist ja meistens der erste Anreiz, das Buch überhaupt in die Hand zu nehmen.
Speaker: Deswegen würde mich wirklich interessieren, grob, ich sag jetzt mal, du machst ein Kochbuch und du hast Fotos, die liegen schon vor.
Speaker: Wie lange ist der Kreativprozess?
Speaker: Das ist wirklich ganz unterschiedlich.
Speaker: Es gibt Bücher, da ist man ein paar Stunden beschäftigt und dann gibt es Bücher, da ist man halt irgendwie eine ganze Woche dran, bis das wirklich sitzt.
Speaker: Meistens geht es so in der Michkalkulation auf, aber das ist wirklich nicht so zu sagen, dass man da eine Stoppuhr hat und sagt, so jetzt ist die Zeit um, jetzt muss fertig sein.
Speaker: Aber wovon hängt es ab, dass es komplizierter oder umfangreicher in der Ideenfindung ist als das Cover, was in ein paar Stunden fertig ist?
Speaker: Also welche Komponenten sind es?
Speaker: Wie konkret das Briefing ist oder wie viele Runden es gibt bei diesen Korrekturläufen und wie wichtig auch das Buch für den Verlag ist.
Speaker: Also dass man auch denkt, da lohnt sich jetzt wirklich das perfekte Cover dafür zu finden.
Speaker: Ja, davon hängt es ab.
Speaker: Hilft das eigentlich, wenn man für eine Reihe gestaltet oder macht es das manchmal vielleicht sogar noch ein bisschen komplizierter?
Speaker: Also ich denke jetzt an Diogenes zum Beispiel als klassisches Beispiel, wo man vermeintlich erstmal denkt, ja, das ist doch super simpel, ich suche da ein Bildchen drauf, Schrift und so steht ja alles schon.
Speaker: Was ja aber im Umkehrschluss denke ich häufig auch bedeuten kann, verdammt, das ist, ich...
Speaker: Bräuchte es ein bisschen anders, ich müsste die Schrift ein bisschen anders platzieren, darf ich aber nicht, weil es eine Reihe ist.
Speaker: Also was ist die dankbarere Aufgabe?
Speaker: Naja, also wir haben ja zum Beispiel für Metzler auch zusammen mit Dirk die ganzen Wissenschaftstitel gemacht und das war ja eine strenge Reingestaltung.
Speaker: Und bei Wissenschaftstiteln ist es ja durchaus sinnvoll, dass da ein vernünftiges Coverball rauskommt mit relativ wenig Stil.
Speaker: Zeitengagement.
Speaker: Man macht halt eine gute Typografie für die Reihe und sucht ein halbwegs passables Bild aus und dann funktioniert es sehr schnell.
Speaker: Also da ist man dann schnell und kann dann, was weiß ich, 10, 20 Cover am Tag machen.
Speaker: Und das ist auch dann für den Verlag entsprechend interessant.
Speaker: Sehen natürlich dann auch alle mehr oder weniger gleich aus.
Speaker: Gleichaussehen ist vielleicht auch ein Thema, was gerade ja ganz viele beherrscht und zwar die KI.
Speaker: Ich weiß, dass das bei Gestaltern ein Thema ist, wo ihr jetzt gleich den Raum verlassen wollt oder ist das im Gegenteil?
Speaker: Ist das ein Hilfsmittel?
Speaker: Ist das was, was euch arbeitslos macht oder ist das komplett unnötig?
Speaker: Ich kann da konkret gar nicht viel zu sagen.
Speaker: Wir haben es noch nicht eingesetzt.
Speaker: Weil wir Spaß an dem haben, was wir tun.
Speaker: Deswegen haben wir es noch nicht gebraucht.
Speaker: Ich bin auch eher ein Freund von traditioneller Illustration.
Speaker: Also von KI generierte Fotos.
Speaker: Die mögen vielleicht interessant sein, aber ich finde, es gibt so viel Fotoauswahl.
Speaker: Oder wenn es da nicht funktioniert, dann kann man es ja illustrativ lösen.
Speaker: Da gibt es sicher in Zukunft noch interessante Lösungen.
Speaker: Bloß habe ich mich damit noch nicht groß beschäftigt.
Speaker: Das ist vielleicht nur im Detail interessant, wenn man jetzt ein Bild bearbeiten muss.
Speaker: Das sind Dinge, die man vielleicht ein bisschen anders hat, dass man da vielleicht etwas Zeit sparen kann, auch wenn der Himmel jetzt nicht grau, sondern rosarot sein soll.
Speaker: Aber...
Speaker: Für meinen Bereich in der Typografie ist es nicht sonderlich hilfreich, die KI.
Speaker: Das sehe ich eher im Illustrationsbereich, in Fotografie vielleicht.
Speaker: Und ich finde halt, momentan ist es halt so ein bisschen so ein... Man probiert es halt aus, aber eigentlich sieht alles auch so ein bisschen... Also ich finde, man sieht schon, okay, das ist von der KI irgendwie...
Speaker: Und es sind neue Bilder, aber es sind ja doch irgendwelche Dinge, die schon da waren.
Speaker: Also ich glaube, man kann, wenn man jetzt so auf dieses Bauchgefühl wieder so ein bisschen schaut, kann man da nicht wirklich was komplett Neues dann gestalten damit.
Speaker: Deswegen wird es sicherlich schon ein großer Bestandteil dann auch werden, auch vielleicht unserer Arbeit, aber momentan sehe ich da nicht sonderlich.
Speaker: Also ich sehe gerade im Self-Publisher-Bereich ist das natürlich ein Riesenthema für Autorinnen und Autoren, die ihr eigenes Buch verlegen, das mal schnell durch die KI zu jagen.
Speaker: Tatsächlich, aber da sind wir wieder bei diesem Vorwurf, den ich ganz am Anfang vorgelesen habe,
Speaker: Wie du eben auch gesagt hast, Dirk, da kommt nichts Neues.
Speaker: Da ist aus Bewertem, aus Bekannten wird irgendwas gebastelt.
Speaker: Schauen wir mal, wie das weitergeht.
Speaker: Ich habe einen Vorschlag.
Speaker: Wir können ja vielleicht die KI, Alex, du hast ja einen ganz guten Zugang dazu, das präsentieren wir dann euch nochmal bei Insta, ein Cover machen lassen, was gerade die meisten Trends aufsaugt einfach mal.
Speaker: Also dass wir da mal vielleicht ein bisschen spielerisch rangehen und sagen, mach mir bitte mal ein Cover, was irgendwie die aktuellen Trends aufgreift und das präsentieren wir dann einfach mal.
Speaker: Das ist eine schöne Idee.
Speaker: Au ja, das machen wir.
Speaker: Und Dirk und Burkhard, ihr beide dürft das dann gerne auch nochmal bewerten und eine Schulnote vergeben.
Speaker: Aber ich muss sagen, ich bin ganz positiv überrascht, dass ihr da so relativ entspannt an die Sache rangeht, weil man ja tatsächlich sehr oft hört, damit will ich nichts zu tun haben, das zerstört irgendwie unseren Beruf.
Speaker: Aber bei euch habe ich schon das Gefühl, dass ihr, wie gesagt, vielleicht noch nicht so mit beschäftigt habt, aber trotzdem offen dafür seid, das sozusagen als ein weiteres Hilfsmittel in eurer Arbeit zu nutzen.
Speaker: Also das ist ja bei den Programmen jetzt, die wir nutzen, so diese Layoutprogramme, ist es mehr oder weniger schon Bestandteil automatisch.
Speaker: Also das haben wir uns jetzt auch so nicht ausgesucht, ist einfach drin.
Speaker: Und gewisse Dinge, die wir jetzt vielleicht früher auch umständlich gemacht haben in der Bildbearbeitung, da nutzen wir dann schon KI zwangsläufig, weil es eben schon so mehr oder weniger im Programm drin ist im Angebot.
Speaker: Wenn es nur Zeit spart und den Raum für Kreativität öffnet, dann umso besser.
Speaker: Wir haben gerade über kurze Typografie gesprochen und im Vorfeld dieser Folge haben Tina und ich uns auch schon, sind wir aneinander geraten kurz.
Speaker: Jetzt bin ich gespannt.
Speaker: Ich weiß, das ist ein Thema.
Speaker: Ich rede über das SZ.
Speaker: Über das SZ in einem Titel.
Speaker: Und das bewegt auch Tina ganz besonders.
Speaker: Der Burkhardt schüttelt den Kopf, also er nickt.
Speaker: Ja, was?
Speaker: Ja, ich weiß.
Speaker: Wir reden vom Versal SZ.
Speaker: Aber ihr macht dann schon, also das Versal-SZ existiert ja quasi in bestimmten Schriftarten auch nicht und ihr müsst dann quasi auch, wenn es vorkommt, das selber kreieren für Schriftarten, richtig?
Speaker: Genau, das fällt dann unter die Stunden von der Umschlaggestaltung, dann machen wir halt einfach nochmal ein großes SZ hin.
Speaker: Aber nein, das machen wir ja gerne, das ist ja nett, dann neuen Buchstaben einzubauen.
Speaker: Aber das heißt, ihr habt eine große Bibliothek sowieso an Schriften und tauscht dann vielleicht oder geht wirklich händisch an Buchstaben, die dann vielleicht in der passenden Schrift gar nicht unbedingt lesbar sind und spielt da noch ein bisschen rum.
Speaker: Habt ihr schon mal eigene Schriften entwickelt?
Speaker: Also ich glaube Burkhardt ja, so, oder?
Speaker: Ich nehm nicht.
Speaker: Also das ist auch schon 20 Jahre her, dass man da mal ein bisschen gebastelt hat.
Speaker: Da kam das auf, dass man das relativ leicht am Rechner dann Schriften bauen konnte.
Speaker: Aber da gibt es sehr viele Leute, die da geeigneter sind als ich.
Speaker: Und denen überlasse ich das Feld.
Speaker: Also es gibt ja sehr, sehr viele neue Schriftentwicklungen und da bediene ich mich gerne, ja.
Speaker: Ich weiß, ich habe das einmal im Studium probieren wollen und das war einfach für gar nichts zu gebrauchen.
Speaker: Man hat dann so diese Vorstellung, das werde ich dann künftig für meine eigenen Briefe nehmen, aber es ist einfach gar nichts zu gebrauchen.
Speaker: Es ist eine große Kunst, Schriften zu entwickeln.
Speaker: Wie ist das insgesamt?
Speaker: Cover entwickeln sich.
Speaker: Das sieht jeder, der in den Buchhandel geht, dass sich die Buchgestaltung einfach ganz natürlich immer wieder sich selber neu erfindet.
Speaker: Wie ist das, aber wie entstehen diese Trends, die man dann doch wieder entdeckt?
Speaker: Ist das darauf zurückzuführen, dass irgendein Grafiker, ein Gestalter eine mutige Idee hatte, die dann vom Verlag auch durchgewunken wurde und dann andere Gestalter und andere Verlage sagen, Mensch, das machen wir jetzt auch?
Speaker: Oder wie kommt das, dass man doch so eine
Speaker: dass man Trends in der Buchgestaltung erkennen kann.
Speaker: Ja, also man schaut ja immer, wie gesagt, digital, was es für neue Bücher gibt oder auch Entwürfe oder so.
Speaker: Das ist ja auch mittlerweile einfacher, abgelehnte Entwürfe irgendwo zu veröffentlichen.
Speaker: Das heißt, man hat einen Überblick über eine ganze Menge Sachen, die andere Leute machen.
Speaker: Und dann sieht man ja auch sehr viele interessante Arbeiten.
Speaker: Und oft gibt es dann eben welche, die herausragend sind und die einen dann auch beeinflussen, wenn man sagt, wow, das ist jetzt mal wirklich ein ganz anderer Ansatz.
Speaker: Und das fließt dann auch in die Überlegung ein, wenn man selber wieder arbeitet.
Speaker: Aber wir haben eben auch gehört, es gibt mal von der Ausstattungsseite mal Farbschnitt und so abgesehen, aber
Speaker: Es ist natürlich gerade der Hype auf New Adult, auf Romans, woraus sich ja auch eine Gestaltung ergibt, gerade wenn ich da jetzt an irgendwelche Pastellfarben und so denke.
Speaker: Wenn ihr durch den Buchhandel geht oder durch die Shops klickt, gibt es was, wo ihr regelmäßig denkt, wieso müssten ihr das jetzt alles gerade machen, das ist doch fürchterlich.
Speaker: Also welcher Trend ist jetzt eher der Trend, wo ihr sagt, der kann auch ganz schnell wieder vorbeigehen?
Speaker: Also Fantasy ist irgendwie was, mit dem ich nicht so viel anfangen kann.
Speaker: Ganz viel Verlauf drin oder so.
Speaker: Also wilde Muster.
Speaker: Ja.
Speaker: Muster kann man auch machen, aber es ist irgendwie, ich glaube das Schlimmste sind die langweiligen Cover.
Speaker: Ja, aber was ist für dich ein langweiliges Cover?
Speaker: Naja, wenn ich eben fünf rote Damen auf dem Bücherticht liegen habe, das ist, wenn ich denke, die sind ja alle gleich.
Speaker: Also das ist egal, welches ich da nehme.
Speaker: Das fände ich jetzt eher schön, wenn das irgendwie mehr Abwicklung so hätte.
Speaker: Auch mal ein blaues Kleid.
Speaker: Das wäre ein Ansatz, aber vielleicht noch ein bisschen besser, ja.
Speaker: Und gibt es was im Umkehrschluss, was ihr vielleicht immer mal wieder im Hinterkopf habt und denkt, das würde ich gerne mal irgendwie als Vorschlag einbringen, aber ihr wisst, das wird sowieso regelmäßig abgelehnt.
Speaker: Gibt es im weitesten Sinne einen Trend, den ihr euch wünschen würdet, damit ihr euch mit irgendeiner speziellen gestalterischen Leidenschaft mal ausleben könntet?
Speaker: Wir dürfen ja auch ordentlich basteln.
Speaker: Ich glaube, ein bisschen mutiger mit dem Raum umzugehen, wenn man da irgendwie eine freie Fläche lässt, dann kommt meistens der Verlag und sagt, da kann man auch noch was hinschreiben oder das kann man da größer machen oder so, dass man da ein bisschen mehr Spannung hat in den Cover.
Speaker: Das wäre manchmal ganz gut.
Speaker: Da muss ich unseren Grafiker zitieren, von dem ich gelernt habe, den Satz, der leere Raum bewirkt das Wesen der gestalteten Fläche.
Speaker: Habe ich im ersten Coverbriefing gelernt und seitdem offensichtlich nie vergessen.
Speaker: Aber zur Not nutzt der Verlag den leeren Raum dann für den Spiegel-Bestseller-Aufkleber.
Speaker: Genau.
Speaker: Der farblich meistens überhaupt nicht passt.
Speaker: Genau.
Speaker: Weil man ja nicht damit rechnet, dass er sein Bestseller wird.
Speaker: Das stimmt.
Speaker: Ich würde aber sagen, ich glaube, man kann zusammenfassen, wenn man euch beiden zuhört, ihr seid schon mit den Buchhändlerinnen und Buchhändlern auf einer Linie, die ein bisschen mehr Vielfalt, ein bisschen mehr Mut einfordern.
Speaker: Und ich weiß, dass uns auch einige Verlagsmenschen hören und vielleicht nimmt sich das der eine oder die andere mal mit in die nächste Konferenz in den Hinterkopf.
Speaker: Und wir versuchen alle ein bisschen mutiger zu werden.
Speaker: An dieser Stelle schon einmal an euch beide ganz herzlichen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt und uns mal ein bisschen euren Alltag habt gucken lassen.
Speaker: Wir werden ein KI-Cover nochmal nachreichen über Social Media und dann könnt ihr das gerne nochmal fachmännisch bewerten.
Speaker: Was ihr aber auch mitgebracht habt, ist ein Buchtipp, bin ich der Meinung.
Speaker: Wir haben einen Buchtipp, also auch auf die Gestaltung bezogen, nicht auf den Inhalt, obwohl der Inhalt natürlich bestimmt auch gut ist.
Speaker: Genau das haben wir erwartet.
Speaker: Und die neue Reihe bei Fischer von Franz Kafka haben wir uns rausgesucht.
Speaker: Das ist vom Kosmos Büro gemacht und ziemlich souverän und ungewöhnlich umgesetzt, weil es eine rein typografische Lösung ist.
Speaker: Ja,
Speaker: Trümlich schick.
Speaker: Das werden wir euch natürlich verlinken.
Speaker: Das finde ich wieder ganz spannend.
Speaker: Wir hatten ja auch schon eine Buchhändlerin hier.
Speaker: Je nach Berufsgruppe gibt es immer jemand, wenn er ein Buch vorstellt oder wenn sie ein Buch vorstellt.
Speaker: Dann sagt man vielleicht nur den Autor oder man sagt den Titel.
Speaker: Wenn man aus dem Buchhandel kommt, sagt man in der Regel den Verlag dazu.
Speaker: Ihr seid die Ersten, die die Gestalter dazu genannt haben.
Speaker: Was natürlich nahe liegt, aber sehr sympathisch ist, dass das auch mal ein bisschen zur Sprache kommt, weil man das, glaube ich,
Speaker: da sind wir uns alle einig, nicht unterschätzen darf, dass egal wie gut ein Manuskript wäre, ohne den Umschlag, ohne das Cover es einfach sich nicht verkaufen würde.
Speaker: Und von daher muss man das einfach, glaube ich, kann man das nicht hoch genug hängen, welche Bedeutung das Buchcover hat.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Ihr habt Franz Kafka nochmal nach vorne gebracht, aber auch Tina hat noch eine Buchempfehlung für euch.
Speaker: Auch die heute natürlich rund um das Thema Gestaltung.
Speaker: Ich habe es nicht mitgebracht.
Speaker: Es liegt daheim, weil es schlichtweg ein bisschen anfällig ist beim Transport und ich es nicht riskieren wollte zu beschädigen.
Speaker: Denn auch ich habe ein Buch rausgesucht, was gestalterisch für mich wertvoll ist.
Speaker: Das Buch ist von Francis Nennig, heißt XO.
Speaker: Es ist ein Pseudonym des Künstlers.
Speaker: Und er hat in Leipzig unter anderem auch Ästhetik studiert.
Speaker: Das war sein Debütroman XO.
Speaker: Und auch ich sage erstmal die Hard Facts.
Speaker: Satz und Gestaltung haben Katja Eichfeld und Eike Henze übernommen.
Speaker: Gedruckt wurde es bei Steyr in Leipzig und verlegt von Etc.
Speaker: in Leipzig.
Speaker: Und es ist schon älter, vor dem Jahre 2012.
Speaker: Und es ist ein Roman auf rund 900 losen Seiten in einem Karton.
Speaker: Dieser Roman, ich glaube, das Deutschlandradio Kultur hat das mal genannt, der Roman ist eine Wundertüte.
Speaker: Und das liegt auch an der Gestaltung dieses Romans.
Speaker: Also da ist nicht das Cover sozusagen überzeugend, sondern das ganze Buch an sich, wie es gemacht wurde.
Speaker: Es sind keine festgelegten Seitenzahlen, es sind verschiedene Episoden, die zwar beziffert sind und das Werk kann vollkommen frei gelesen werden, hat also keine starre Abfolge.
Speaker: Gibt es mittlerweile auch als Taschenbuch gebunden, was ich dann wiederum spannend finde zu der eigentlichen Idee des Buches.
Speaker: weil es ja geplant ist, dass man das liest, was man gerade herauszieht, wenn man so möchte.
Speaker: Und es ist ein Sammelsurium an Persönlichkeiten und Lebensweisheiten.
Speaker: Es geht um Philosophie.
Speaker: Es geht um verschiedene Protagonisten, die auch in verschiedenen Erzählstilen und auch verschiedenen erzählenden Sprachen agiert.
Speaker: Und es gibt nicht wirklich einen roten Faden in dem Buch.
Speaker: Also die einzelnen Episoden hängen nicht miteinander zusammen.
Speaker: Und was ich so toll finde, ist einfach, dass es funktioniert.
Speaker: Jede Seite, sowohl von Autoren als auch Gestalterseite, funktioniert im Satz, dass man sie getrennt voneinander lesen kann.
Speaker: Auf 900 Seiten, einzelne lose Blätter in einem Pappkarton.
Speaker: Und deswegen ist das meine Empfehlung, weil das einfach...
Speaker: Ich habe sowas noch nie in der deutschen Literatur gesehen oder gelesen.
Speaker: Ich glaube, es gibt einen amerikanischen Roman, der ähnlich konzipiert wurde.
Speaker: Und hier ist es einfach ein Wahnsinnsprojekt.
Speaker: Und deswegen meine Empfehlung aus gestalterischer Sicht, weil hier nämlich auch der Satz nochmal eine Rolle spielt.
Speaker: Weil der so konzipiert ist, dass es funktioniert, jedes Blatt einzeln lesen zu können.
Speaker: Ob vorne, ob hinten, egal welcher Seite man anfängt.
Speaker: Ein verrücktes Konzept.
Speaker: Das gucken wir uns an, das verlinken wir euch auch.
Speaker: Für alle, die dir das gerade interessiert, in den Shownotes.
Speaker: Das könnt ihr euch nochmal anschauen und bestellen.
Speaker: An dieser Stelle vielen Dank an Dirk und Burkhardt, dass ihr euch die Zeit genommen habt.
Speaker: Und...
Speaker: Wir freuen uns auf viele weitere Bücher und nehmen alle diesen Mut ein bisschen mit und wünschen euch ganz viel Kreativität weiterhin.
Speaker: Prima, vielen Dank.
Speaker: Dankeschön.
Speaker: Wir weisen nochmal darauf hin, wenn ihr Kritik, Anregungen, Wünsche habt, schreibt uns einfach auf Instagram per persönlicher Nachricht oder lasst es uns wissen über den Buchmarkt, wenn ihr euch nicht direkt an uns wenden wollt oder könnt.
Speaker: Und wir freuen uns auf die nächste Folge.
Speaker: Bis ganz bald.
Speaker: Bis bald.
Speaker: Tschüss.
Speaker: Tschüss.

