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I Swear (Verflucht Normal)

S3 E6 · Muss Man Gesehen Haben!?
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1 Playsin 17 hours

Stellt euch vor ihr seid zwölf Jahre alt, der beste Torwart eurer Schule, ein Talentscout kommt zum nächsten Spiel — und genau in diesem Moment fängt euer Körper an, Dinge zu tun, die ihr nicht kontrollieren könnt. Tics. Laute. Flüche, die einfach so rausplatzen. Und alle — sogar die eigene Mutter — sind sich einig: Das ist eine Frechheit. Hör einfach auf damit.

I Swear, auf Deutsch leider etwas sperrig Verflucht normal betitelt, erzählt die wahre Geschichte von John Davidson (gespielt vom fantastischen Robert Aramayo) aus Schottland — einem Mann, der Jahrzehnte sozial ausgegrenzt wurde, bevor er verstand, dass er für sein Tourette-Syndrom nicht die geringste Schuld trägt. Und der heute mit dem Order of the British Empire ausgezeichnet ist.

Aber muss man ihn gesehen haben? Hört rein und findet es heraus.

Hinterlasst uns eine Sprachnachricht und werdet Teil der nächsten Episode:
www.mussmangesehenhaben.de

___
REGIE
Kirk Jones

DREHBUCH
Kirk Jones

DARSTELLER*INNEN
Robert Aramayo - John Davidson
Maxine Peake - Dottie Achenbach
Shirley Henderson - Heather Davidson
Peter Mullan - Tommy Trotter

KAMERA
James Blann

MUSIK
Stephen Rennicks

---
SHOW NOTES
The Fast And The Furious
City Kinos München
Muss Man Gesehen Haben!?: The Holdovers
BAFTA
Juilliard
Die Ringe der Macht
Ein Tick anders
Hot Ones

Jetzt auch die ganze Folge auf YouTube sehen:
https://youtu.be/DX8DCzhTEE4

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Danke Euch!

Transcript

Einführung der Gastgeber

00:00:07
Speaker
Willkommen zu einer neuen Ausgabe Muss man gesehen haben.
00:00:09
Speaker
Ihr sind eure Gastgeber Emilia und Bastian.
00:00:13
Speaker
Hallo lieber Basti.
00:00:15
Speaker
Hallo liebe Emilia und hallo alle Zuhörenden.
00:00:18
Speaker
Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt heute zu einer neuen Folge Muss man gesehen

Kinos als Zufluchtsort vor der Hitze

00:00:22
Speaker
haben.
00:00:22
Speaker
Es ist heiß.
00:00:24
Speaker
Sehr, sehr gut.
00:00:24
Speaker
Es ist heiß.
00:00:26
Speaker
Und dazu wollte ich einfach nochmal anmerken, wenn man der Hitze ausweichen will, geht ins Kino.
00:00:32
Speaker
Kino ist dunkel, Kino ist kühl.
00:00:34
Speaker
Man bekommt auch gekühlte Getränke.
00:00:36
Speaker
Man kann da wirklich sehr gut der Hitze für ein, zwei, drei Stündchen entfliehen.
00:00:41
Speaker
Findest du nicht auch?
00:00:43
Speaker
Absolut richtig, das habe ich auch tatsächlich genau gestern gemacht.
00:00:47
Speaker
Also in Vorbereitung auf heute habe ich mir gestern den Film erst angeschaut, ich versuche es ja immer frisch zu machen.
00:00:51
Speaker
Und da war ich auch im Kino und es war wirklich sehr angenehm kühl, es waren schöne zwei Stunden und dann bin ich rausgekommen, es hat einen wie so eine Wand, in die man gelaufen ist.
00:00:59
Speaker
Einmal erschlagisch.
00:01:00
Speaker
Ich habe übrigens einmal Fast and the Furious, den allerersten, nur deshalb gesehen, weil ich war in New York zu dem Zeitpunkt.
00:01:05
Speaker
Es war so heiß, dass ich nicht wusste, wie ich mich anders retten soll.
00:01:08
Speaker
Da habe ich Tickets für den erstbesten Film gekauft und das war, da lief gerade Fast and the Furious.
00:01:12
Speaker
Ich glaube, ich hätte ihn wahrscheinlich immer noch nicht gesehen, wenn es nicht die Hitze in New York

Ist 'Fast and the Furious 1' ein Muss?

00:01:16
Speaker
gegeben hätte.
00:01:16
Speaker
Würdest du sagen, es ist ein Film, den man gesehen haben muss, Fast and the Furious 1?
00:01:21
Speaker
Ähm...
00:01:22
Speaker
Wenn du mich jetzt so direkt fragst, würde ich sagen nein.
00:01:24
Speaker
Aber die Kühlung an dem Tag, die war absolut weltklasse.
00:01:27
Speaker
Ja.
00:01:27
Speaker
Muss ich ganz ehrlich sagen.
00:01:28
Speaker
Und in den USA ist ja alles nochmal ein bisschen kühler als bei uns.
00:01:31
Speaker
Ich wollte gerade sagen, das Einzige, was man den USA zugute lassen kann, ist, sie haben Klimaanlagen.
00:01:36
Speaker
Überall.
00:01:36
Speaker
Ja, absolut.
00:01:38
Speaker
Aber manchmal sind die dann sogar fast zu kalt.
00:01:40
Speaker
Also man hat das Gefühl, man kommt von draußen 40 Grad.
00:01:41
Speaker
Das ist für den Europäer.
00:01:42
Speaker
Ja, etwas.
00:01:43
Speaker
Absolut.

Anekdoten aus New York

00:01:45
Speaker
Dazu eine süße Anekdote.
00:01:47
Speaker
Als ich in der Zeit in New York war, habe ich mal den Move gemacht, dieses Gepiffen und die Hand hochgehoben, das Haxi hat gehalten.
00:01:57
Speaker
So Sex in the City mäßig?
00:01:58
Speaker
Ich glaube überall.
00:02:00
Speaker
Taxi Driver, überall machen die das.
00:02:01
Speaker
Aber da gibt es auch immer zu Anfang, also in der Einladung gibt es auch immer, wie sie immer das Taxi dann ruft.
00:02:08
Speaker
So, das dachte ich, da muss ich gerade dran denken und das dann durch die Pfütze fährt und wie auch immer.
00:02:12
Speaker
Also, Entschuldigung, ich wollte deine Geschichte nicht hijacken.
00:02:14
Speaker
Dann setze ich mich da rein und es war so kalt.
00:02:18
Speaker
Also es war wirklich Hochsommer, sagen wir Juni.
00:02:20
Speaker
Und in diesem Auto war es so kalt und dann habe ich ihn gefragt, ob wir die Fenster runter machen können.
00:02:24
Speaker
Dann hat er sich umgedreht und gefragt, ob ich Europäer bin.
00:02:29
Speaker
Total klar.
00:02:31
Speaker
Ja, wir mögen die frische Luft.
00:02:33
Speaker
Wir kommen mit eurer Klimaanlage nicht so gut zurecht.
00:02:37
Speaker
Alles gut, so kippt man sich gleich zu ergeben, gerade in der Hitze.

Kinos in München und Berlin

00:02:41
Speaker
In welchem Kino warst du denn?
00:02:43
Speaker
Ich war im City-Kino in München.
00:02:46
Speaker
Ist ja so ein sehr schönes Arthouse-Programmkino, da bin ich ja eigentlich auch häufig.
00:02:50
Speaker
Und das war sehr schön.
00:02:52
Speaker
Ich hatte ein großes Popcorn, hab mich total in der Größe vertan.
00:02:54
Speaker
Also ich habe gelernt, gestern, wenn man so diese Tüten nur so an der Vorderfront so hingeklebt hat, ohne Inhalt, dann kann man sich leicht mit der Größe verschätzen.
00:03:02
Speaker
Und ich hab mir die große Packung genommen und hab dann sehr schnell festgestellt, wow, der Film müsste fünf Stunden dauern und ich wäre immer noch nicht durch.
00:03:07
Speaker
Dann hättest du wahrscheinlich lieber den Fast and the Furious geguckt, weil der ist lang.
00:03:13
Speaker
Irgendwas mit Überlänge auf jeden Fall.
00:03:15
Speaker
Also ich habe auch noch jede Menge Popcorn mit nach Hause gebracht.
00:03:17
Speaker
Ich muss wahrscheinlich heute Abend und morgen vielleicht noch eine Filmnacht einbauen, um das dann auch aufzuessen.
00:03:22
Speaker
Oh nein.
00:03:22
Speaker
Ja, da war ich.
00:03:24
Speaker
Ja, nein, ganz furchtbar.
00:03:25
Speaker
Ganz, ganz schlimm.
00:03:26
Speaker
Genau, und du?
00:03:27
Speaker
Wo hast du, so angeschaut?

Einführung in den Film 'Icewear'

00:03:28
Speaker
Ich war im Rollbergkino.
00:03:29
Speaker
Da waren wir ja tatsächlich auch mal zusammen, um die Holdovers zu schauen.
00:03:34
Speaker
Natürlich.
00:03:35
Speaker
Weiß ich doch noch.
00:03:36
Speaker
Und wir können ja kurz aus dem Nähkästchen plaudern.
00:03:40
Speaker
Wir hatten eben gerade noch mal kurz Vorbesprechungen, aber die Vorbesprechung endete tatsächlich mehr um die Besprechung der jetzt laufenden Fußball-BM.
00:03:52
Speaker
Man kommt dem Thema nicht ganz aus.
00:03:53
Speaker
Ja, wir haben beide das...
00:03:58
Speaker
sich etwas ziehende Deutschland-Ecuador-Spiel.
00:04:03
Speaker
Schon wieder zusammen, aber doch alleine geschaut.
00:04:07
Speaker
Zusammen, aber getrennt, voneinander gesehen, genau.
00:04:10
Speaker
Und ja, es war jetzt nicht so toll.
00:04:12
Speaker
Also eigentlich ist es nicht so viel der Rede wert, eigentlich muss man sagen.
00:04:14
Speaker
Es lief nicht so ausgesprochen gut gestern.
00:04:17
Speaker
Aber das ist eine gute Überleitung zu dem Film, denn der lief ganz fantastisch in Farbe in dem Kino unserer Wahl.
00:04:25
Speaker
Ich hoffe, in deinem auch, ja, oder?
00:04:26
Speaker
Sonst wären wir wahrscheinlich nicht hier.
00:04:27
Speaker
Ja, in Farbe und in lustigen Akzenten.
00:04:32
Speaker
Absolut, ja.
00:04:33
Speaker
Dann schieß doch gleich mal los.
00:04:35
Speaker
Du bist heute dran mit dem Intro.
00:04:37
Speaker
Was haben wir denn geschaut?
00:04:37
Speaker
Wir haben geschaut Icewear, in dem es um am Anfang einen sehr gut aussehenden Jungen geht, der klug ist, talentiert ist, sehr fußballinteressiert und mit einem allerfeinsten stottischen Akzent.
00:04:51
Speaker
Dann wird er 13.
00:04:51
Speaker
Reit.
00:04:51
Speaker
Reit.
00:04:55
Speaker
Und unkontrollierbare Zuckungen passieren.
00:04:59
Speaker
Er vermasselt ein Fußballspiel, er beginnt zu fluchen, er beginnt zu spucken.
00:05:03
Speaker
Dann verlässt sein Vater auch noch die Familie, was dann so ein traumatisches Erlebnis wird, dass er sich das Leben nehmen will.
00:05:11
Speaker
Im Krankenhaus dann die Diagnose Tourette-Syndrom.
00:05:15
Speaker
Schon bekannt, aber unheilbar.
00:05:17
Speaker
Es gibt keine Therapie.
00:05:19
Speaker
Er wird also unter Medikamente gestellt und fängt an, ein sehr tristloses Leben zu leben, bis er einen alten Schulfreund trifft, der seine Zeit in Australien verbracht hat, aber wieder zurück in die schottische Einöde gekommen ist, da dessen Mutter eine Krebsdiagnose bekommen hat.
00:05:39
Speaker
Der Junge und die Mutter lernen sich dann kennen.
00:05:41
Speaker
Die Mutter war dann auch zufällig eine Krankenschwester für psychisch kranke Menschen und zieht dann bei ihr ein.
00:05:53
Speaker
Dort wird er das erste Mal als Mensch so wahrgenommen.
00:05:59
Speaker
Ihm werden die Medikamente entzogen.
00:06:01
Speaker
Er darf eben sein Leben so leben mit dieser Krankheit und bekommt da die große Unterstützung.
00:06:08
Speaker
Findet dann endlich auch einen richtigen Job, was er sich sowieso schon erträumt hat in der Jünger Kirche.
00:06:16
Speaker
Und da beginnt dann die Geschichte erst so richtig.

Leben mit Tourette-Syndrom

00:06:19
Speaker
Denn überall im Land, in Schottland und in England, also in Großbritannien, schicken die Eltern, also Eltern mit ähnlicher Diagnose, Kinder mit ähnlicher Diagnose, die zu ihm hin.
00:06:32
Speaker
Und dann fungiert er als Aufklärer für die Eltern, für die Kinder und auch für die Polizei.
00:06:39
Speaker
Und dann ist es so, dass er sich in der Schule
00:06:42
Speaker
Damit beginnt der Film und endet der Film.
00:06:44
Speaker
Er wird geehrt von der Königin.
00:06:48
Speaker
Von der Königin.
00:06:49
Speaker
Von dem König wahrscheinlich nicht mehr.
00:06:52
Speaker
Da warten die Königin noch da.
00:06:54
Speaker
Aber genau.
00:06:55
Speaker
So ist die Geschichte des John Davidson.
00:06:59
Speaker
John Davidson wird gespielt, als er noch jung war, von Scott Ellis Watson und von Robert Armagio dann von Mitte 20 bis heute.
00:07:12
Speaker
Ja, also fängt ja an die Geschichte 1989 und dann 2000, nee 1983 und dann 2019.
00:07:19
Speaker
Also ein großer Sprung.
00:07:22
Speaker
Und gerade diese Geschichte eben als Kind, da die ersten sind so 20, 25 Minuten.
00:07:30
Speaker
Wichtig ist zu sagen, es ist auf einer wahren Geschichte beruht der Film.
00:07:34
Speaker
Die Geschichte von John Davidson gibt es wirklich.
00:07:37
Speaker
Und ich habe auch viele Interviews mit ihm gesehen in Vorbereitung auf heute und er hatte auch maßgeblich mitgewirkt, die Geschichte zu

Gesellschaftliche Missverständnisse über Tourette-Syndrom

00:07:45
Speaker
schreiben.
00:07:45
Speaker
Also diese Geschichte ist auch aufgrund dessen schon wahnsinnig wichtig, weil sie eine sehr große aufklärerische Komponente hat.
00:07:53
Speaker
Gleich zunächst mal zu sagen, es gibt sehr, sehr viele Missverständnisse um das Tourette-Syndrom.
00:07:58
Speaker
Also Tourette-Syndrom an sich ist keine Behinderung, sondern es ist eine angeborene Erkrankung des Nervensystems.
00:08:04
Speaker
So steht das auf Wikipedia.
00:08:06
Speaker
Und um auch mal zu schauen, wie viel gesellschaftliche Relevanz das tatsächlich hat, ist eins von hundert Kindern hat Tourette.
00:08:13
Speaker
Also das ist, es gibt es auch sehr, sehr unterschiedliche Ausprägungen.
00:08:17
Speaker
Manche haben mehr, manche weniger Tics.
00:08:18
Speaker
Diese Tics sind sozusagen ein begleitendes Muster und die, und das muss man auch gleich zu Anfang ganz, ganz wichtigerweise sagen, sind vollkommen unkontrollierbar.
00:08:28
Speaker
Und die Menschen, die Tourette-Syndrom haben, haben darauf keinen Einfluss.
00:08:31
Speaker
Und darauf kommen wir später noch zu sprechen, weil das sehr, sehr häufig, und das zeigt der Film eben auch, zu ganz, ganz fatalen Missverständnissen führt und auch zu Gewalt und auch zu unglaublicher sozialer Ausgrenzung der Menschen, die Tourette-Syndrom haben.
00:08:45
Speaker
Genau.
00:08:46
Speaker
Das ist so viel zum Anfang.
00:08:49
Speaker
Du hast ja schon gesagt, es fängt ja an, der Film eigentlich mit ihm in Uniform so und kurz vor dieser Preisübergabe von der Queen, wo er eben ganz, ganz aufgeregt und uns das Ganze erstmal hinschmeißt und möchte sagen, ich kann das nicht machen, da sind so viele offizielle Menschen, das ist denen so wichtig, ich kann mich da nicht reinsetzen.
00:09:05
Speaker
weil ich kann ja nicht kontrollieren, was ich sage.
00:09:07
Speaker
Und sonst rufe ich irgendwas rein in den Saal und darüber werden sich dann Leute echauffieren und werden sich verletzt fühlen.
00:09:13
Speaker
Das möchte ich nicht.
00:09:14
Speaker
Bis ihn dann Dottie, die Mutter seines Freundes, die dann ihre Fittiche nimmt, wie du so schön gesagt hast, eben davon überzeugt, es ist sein Moment.
00:09:21
Speaker
Er kann sich nicht immer nur an die Seitenlinien begeben.
00:09:25
Speaker
Er kann sich nicht immer nur zurückziehen.
00:09:27
Speaker
Er hat diesen Moment sich verdient und deswegen muss er da auch dabei sein und ein Teil des Ganzen sein.
00:09:31
Speaker
Und dann geht er da rein und das erste Mal sagt,
00:09:33
Speaker
Fuck the Queen!
00:09:35
Speaker
Und setzt sich daneben hin.
00:09:37
Speaker
Und so fängt es an und dann kommt der Rückblick eben, fängt der Rückblick an auf seine Jugend so mit 14 Jahren, was du eben schon gesagt hast.
00:09:43
Speaker
Genau.
00:09:43
Speaker
Ja, und ich weiß nicht, wie du das in deinem Umfeld erlebt hast, ob du da schon mal Überschneidungen mit jemandem hattest, der Tourette-Syndrom hat.
00:09:54
Speaker
Ich gar nicht.
00:09:56
Speaker
Und ich finde, was der Film wirklich erstklassig zeigt, ist wie...
00:10:04
Speaker
das sozusagen sehr gut zu porträtieren und zu zeigen, wie das Innenleben und wie ein Mensch sein Leben damit lebt.
00:10:14
Speaker
Und nicht nur jetzt, weil ich glaube, jetzt ist es bestimmt noch nicht ganz einfach, aber einfacher.
00:10:20
Speaker
Aber als es dann passiert ist, sieht man eben auch im Film, dass ihm vorgeworfen wird, dass er das...
00:10:29
Speaker
erfindet.
00:10:31
Speaker
Dass er sich zusammenreißen soll.
00:10:33
Speaker
Und ich glaube, man kann dazu ja auch sagen, dass Großbritannien da...
00:10:37
Speaker
noch mal konservativer ist als Deutschland, vor allem was die Schulen angeht, vor allem, dass die ja auch oft Internate haben, dass die geschlechtergetrennte Schulen haben.
00:10:49
Speaker
Und da sieht man dann eben auch noch, wie die Bestrafung in Schulen einfach etwas war, wo das ganz klar und okay auch war, dass dann der Schuldirektor sich den angenommen hat, um die Jungen in die Schranken zu weisen.
00:11:07
Speaker
Darf ich da ganz kurz ein kurzes Beispiel dazu geben?
00:11:10
Speaker
Weil das ist, glaub ich, auch so ein ganz wichtiger Punkt in dem Film, wo er ja am Anfang noch gezeigt wird als Junge, der auch gut im Fußball ist.
00:11:16
Speaker
Das ist eine Szene, wo er am Anfang einen Elfmeter hält und alle feiern ihn.
00:11:20
Speaker
Also er ist ein Junge, der gerade dabei ist, sein volles Potenzial zu entwickeln.
00:11:24
Speaker
Und dann fängt es eben an mit diesen Ticks, dass er eben diese unkontrollierten Bewegungen und dass er eben auch Dinge sagt, die er eben auf einmal irgendwelche unflätigen Dinge sagt, Leute beschimpft, dass das so aus ihm herausbricht.
00:11:35
Speaker
Und das sorgt dann zum Beispiel in der Schule dafür, der Direktor setzt sich in seiner neuen Schule neben ihn an den Tisch mit, ich glaube, zwei oder drei anderen MitschülerInnen und fragt, wie es ihm so geht.
00:11:44
Speaker
Und in dem Moment sagt er, fuck you, Headmaster, mehr oder weniger, und spuckt seine Erbsen ins Gesicht.
00:11:52
Speaker
Genau.
00:11:53
Speaker
Und natürlich hat dieser Direktor dafür keinerlei Verständnis, zitiert ihn dann zu sich ins Direktorat und auch Prügelstrafe gab es damals noch, fragt ihn eben, mit welcher Hand er schreibt und eben die Nichtschreiber nimmt er dann und da schlägt er ihm mit dem flachen Gürtel mehrere Male auf die Hand.
00:12:09
Speaker
Und am nächsten Tag hat er dann eben diese Sichtung für die Burbank Rangers, großes schottisches Team und er hofft sich da eben irgendwie einen Durchbruch, dass sie ihn und ihre Fittiche nehmen eben auch und er hofft sich eine Fußballkarriere, kann dann aber eben nicht spielen, weil seine Hand so stark verletzt ist.
00:12:22
Speaker
Er es aber auch niemandem sagen kann und möchte, weil es natürlich auch hieße, er hat Probleme in der Schule und er wurde von seinem Direktor geschlagen, was natürlich auf Fehlverhalten seinerseits hinweist.
00:12:31
Speaker
Das heißt, das ist so der Moment, in dem man merkt, dieser talentierte, mit viel Potenzial ausgestattete Junge, für den bricht gerade in diesem Moment seine Welt zusammen und die Dinge, die sich vorgenommen hat, werden so nicht eintreffen.
00:12:46
Speaker
Und alles ist unerklärbar und auch in seiner Familie.
00:12:49
Speaker
Er hat zwei Schwestern und hat dann eben auch das Gefühl, dass wegen ihm diese Familie auseinanderbricht.
00:12:59
Speaker
Sein Vater verlässt die Familie dann, genau.
00:13:02
Speaker
Und man hat eben dann auch diese Szene, dass die Mutter total überfordert ist und ihn einfach vor den Kamin hinsetzt, damit er, wenn er spucken muss, in den Kamin spuckt.
00:13:12
Speaker
Und man sieht einfach, dass da auch keine...
00:13:16
Speaker
Dass da kein Gespräch ist, dass kein, nicht irgendwie versucht wird, das irgendwie zu verstehen, sondern es wird davon ausgegangen, dass er sich das alles ausdenkt, dass er das kontrolliert und dass es eine Dreistigkeit ist.
00:13:28
Speaker
Und dann genau nach diesem Suizid.
00:13:30
Speaker
versucht wird, gibt es dann wenigstens eine Diagnose.
00:13:34
Speaker
Es wird aber auch nichts getan, außer zu sagen, hier gibt es Medikamente, die stellen ihn irgendwie ruhig.
00:13:40
Speaker
Sie grenzen aber das alles nicht ein.
00:13:43
Speaker
Er hat weiterhin die Tics, er hat weiterhin das Gefluche und das ist ja eben...
00:13:51
Speaker
total unkontrolliert und auch völlig, es ist entweder sexistisch oder rassistisch oder, also es ist ja auch total negativ.
00:14:01
Speaker
Er fängt ja nicht an zu fluchen und macht dann plötzlich den Menschen Komplimente.
00:14:06
Speaker
Ja.
00:14:07
Speaker
Und wo, also genau, da weiß ich nicht, wie viel Recherche du gemacht hast.
00:14:11
Speaker
Ich habe da jetzt leider wenig Recherche betrieben oder betreiben können.
00:14:15
Speaker
Aber dann zu sagen, wo kommt denn das her?
00:14:17
Speaker
Weißt du das?
00:14:18
Speaker
Ja.
00:14:20
Speaker
Wo das herkommt?

Isolation und Unterstützung im Film 'Icewear'

00:14:21
Speaker
Du meinst jetzt medizinisch gesehen?
00:14:23
Speaker
Genau, diese Negativität, also warum das da so verankert ist und dann so Ausbrüche hat.
00:14:29
Speaker
Also ich glaube so ganz genau, also jetzt im Detail ist es tatsächlich auch nicht so ganz klar, warum es gerade ist.
00:14:34
Speaker
Aber es scheint sich wohl laut meiner Recherche und ich lade jeden ein und das werde ich auch noch ein paar Mal betonen, glaube ich, in diesem Film, eigene Recherchen dazu anzustellen, sich mit dem Thema wirklich zu befassen.
00:14:44
Speaker
Weil dieser Film dazu eine Einladung ist.
00:14:46
Speaker
Und das ist das Wunderschöne an dem Film.
00:14:48
Speaker
Er leistet genau das.
00:14:50
Speaker
Er lädt uns ein, uns mit dem Thema zu beschäftigen.
00:14:53
Speaker
Also es geht aber tatsächlich um gesellschaftliche Tabus.
00:14:56
Speaker
Es geht um Tabubrüche, aber nicht im Sinne von ich möchte die, sondern einfach, ich glaube, psychologisch gesehen Dinge, die man nicht tun darf.
00:15:03
Speaker
dass die im Hirn eben dadurch genau als etwas eingestuft werden, dieses Tabu genau den Reiz ausmachen, es zu tun.
00:15:09
Speaker
Aber nicht aus willentlichen, aus freiem Willensurgen, ich mach das jetzt mal, sondern wirklich aus einer kompulsiven Verpflichtung heraus eigentlich.
00:15:19
Speaker
Und das kann man einfach nicht kontrollieren.
00:15:22
Speaker
Und das ist das Wichtige dabei.
00:15:23
Speaker
Und ich glaube, dass da wirklich auch gesellschaftliche Normen durchaus eine sehr, sehr große Rolle spielen.
00:15:27
Speaker
Deswegen ist es ja auch so, gerade wenn Stille herrscht, kommen wir auch noch drauf zu sprechen, wenn Leute nicht sprechen, ist dieser Impuls noch viel größer, als wenn Leute sprechen.
00:15:38
Speaker
Es gibt auch eine Szene in dem Film, wo er sagt, er kann sich in seinem Leben niemals in eine Bibliothek hineinbegeben, weil dort ist es still.
00:15:45
Speaker
Dort spricht niemand und das heißt für ihn ist deshalb, sind seine Tics, die sind eh nicht kontrollierbar, aber brechen noch viel wahrscheinlich aus ihm heraus und deswegen macht er eine Bibliothek in dem Moment dann einfach für die anderen Leute fast unbewohnbar, wenn du so möchtest.
00:15:59
Speaker
Und das weiß er auch.
00:16:00
Speaker
Ja.
00:16:01
Speaker
Genau.
00:16:03
Speaker
Also wir sehen schon, was eben ganz wichtig ist in dem Film und er fährt eine ganz brutale soziale Ausgrenzung.
00:16:10
Speaker
Ja, schon bei seiner eigenen Familie angefangen.
00:16:13
Speaker
Und sein Verhalten führt auch immer wieder zu Gewaltausbrüchen gegen ihn.
00:16:18
Speaker
Das fängt an mit dem Direktor.
00:16:20
Speaker
Es fängt dann später an, in der Schule sieht man das, er geht dann abends einmal weg mit einem Freund von sich und seine Tics heißen auch, er schlägt manchmal unkontrolliert um sich, also sein Arm fährt auf einmal aus, dann schlägt da jemandem das Getränk aus der Hand, dann entspinnt sich daraus eben eine Schlägerei, er wird eingesperrt, weil er natürlich auch die PolizistInnen noch beleidigt, kommt dann auch noch dazu, die natürlich auch kein Verständnis dazu haben.
00:16:47
Speaker
Er schreit einmal auf der Straße einer Frau Schlampe hinterher, was er natürlich auch nicht meint.
00:16:54
Speaker
Das weiß jemand nicht.
00:16:55
Speaker
Er sagt ihrem Freund Bescheid.
00:16:56
Speaker
Und dann lauern ihm die Freunde oder Freund und ein Freund von ihr auf und schlagen ihn krankenhausreif.
00:17:01
Speaker
Also diese Thematik zieht sich durch den ganzen Film.
00:17:05
Speaker
Und man sieht diese Ausgrenzung.
00:17:08
Speaker
Und das ist alles tatsächlich auch so passiert, wie ist der Film.
00:17:11
Speaker
Aber die...
00:17:13
Speaker
Jetzt genauso, weiß nicht, ob es die Brücke war natürlich, also mit der nötigen poetischen Freiheit, aber ist diese Geschichte auch so passiert, damals und jetzt auch noch, genau.
00:17:23
Speaker
Und genau, man sieht eben auch, wie er und wie beide Figuren eben das annehmen und sagen, ich werde eh niemals einen Job finden, ich werde eh niemals eine Freundin finden, ich werde eh niemals ein normales, soziales Leben aufbauen.
00:17:37
Speaker
Und dann gibt es dann eben diese Dottie, also gespielt von Maxine Pieck, das kann man ja kurz auch nochmal erwähnen.
00:17:43
Speaker
Ganz toll gespielt auch, genauso wie Robert Arameo.
00:17:46
Speaker
Ganz tolles Schauspiel.
00:17:47
Speaker
Ja, die...
00:17:50
Speaker
als Einzige und Gott sei Dank auch in dieser Kleinstadt, in dieser Einöde, da gewisse Erfahrungen schon gemacht hat, um ihn zu leiten, um ihm immer wieder diesen Versuch zu geben.
00:18:04
Speaker
Beispielsweise sie versucht ihm in eine...
00:18:07
Speaker
Er ist ja erwachsen, in eine Wohnung unterzubringen.
00:18:11
Speaker
Das geht schief.
00:18:12
Speaker
Und dann ist sie im Gespräch mit sehr vielen anderen Menschen und dann bekommt er eben in dieser Community endlich einen eigenen Job.
00:18:19
Speaker
Und alle sind so...
00:18:22
Speaker
eigentlich sehr begeistert von wie er seine Arbeit macht und lernt dann einfach das auch zu ignorieren, Gott sei Dank, diese Tics.
00:18:30
Speaker
Und das Schönste ist ja, und es gibt dann weiter später eben nochmal diese Anhörung,
00:18:38
Speaker
Wegen des... Wegen der Barfight, wegen der Schlägerei der Bar.
00:18:43
Speaker
Genau.
00:18:45
Speaker
Wird er vor Gericht gezerrt, weil einer von denen, mit denen er sich da geschlägert hat, der Vater von dem ist Anwalt und der möchte das höchstgerichtlich verfolgt sehen.
00:18:53
Speaker
Genau, dann zieht er sich da wieder.
00:18:54
Speaker
Und dann kann er schon den Eid nicht...
00:18:59
Speaker
Weil natürlich ist er nervös, natürlich kommen dann seine Tics raus, er fängt an zu fluchen.
00:19:06
Speaker
Und er hat dann eben diese Unterstützung nicht nur von Dottie, sondern eben auch von diesem Community-Leiter, von dem Tommy.
00:19:11
Speaker
Tommy?
00:19:12
Speaker
Trotter?
00:19:12
Speaker
Genau.
00:19:13
Speaker
Trotter, gespielt von Peter Mullen, der für ihn einsteht.
00:19:18
Speaker
Der das einmal versucht zu erklären, was er kontrollieren kann und was er nicht kontrollieren kann.
00:19:24
Speaker
Und damit kommt es, das allererste Mal gibt es dann eben auch eine mediale Aufmerksamkeit.
00:19:30
Speaker
Und er fühlt sich eben das erste Mal wahrscheinlich relativ sicher mit seinem Job, mit seiner Aufgabe.
00:19:38
Speaker
Er hat ja eben auch eine Aufgabe und seinem sozialen Umfeld und Leben.
00:19:43
Speaker
Und das ist sehr beschränkt, dass er bekommt dann auch einen Hund.
00:19:49
Speaker
das ihm hilft.
00:19:53
Speaker
Und der Tommy sagt ihm dann eben auch, hey, was hältst du denn davon, wenn...
00:19:59
Speaker
Du für Aufklärung sorgst, wenn du dich da hinstellst, um Leuten zu erklären, weil dann kommt hoffentlich ein gewisses Verständnis auf und über die Jahre kommt dann eben ein Verständnis auf.
00:20:11
Speaker
Und er darf irgendwie bei Forschungen teilnehmen und ist dann auch Ansprechpartner für Eltern und für die Kinder und macht es normaler und erträglicher für Menschen, die eben...
00:20:29
Speaker
die damit Probleme haben, sondern auch, es ist ja, nicht einfach für niemanden.
00:20:36
Speaker
Und das hat er, glaube ich, auch bei seiner Mutter auch nie als Vorwurf irgendwie, Gott sei Dank, auch gemacht.
00:20:42
Speaker
Das ist ja auch eine gewisse Stärke, wovon der Film tatsächlich lebt.
00:20:46
Speaker
Also es ist eine tragische Geschichte auf eine Art und Weise, aber sie erlauben es trotzdem auch witzig zu sein.
00:20:54
Speaker
Da ist viel Humor dabei.
00:20:56
Speaker
Die Figur als
00:20:59
Speaker
wie er gespielt wird, wo er selber ja auch sagt, das stimmt.
00:21:03
Speaker
Man darf sich auch über ihn ein bisschen lustig machen, weil er das selber akzeptieren kann und gemacht hat.
00:21:10
Speaker
Man lacht auch mit ihm.
00:21:12
Speaker
Und man kann sich so gut... Das ist ganz wichtig.
00:21:15
Speaker
Ja, nicht über ihn, sondern mit ihm.
00:21:17
Speaker
Den ganzen Film, der ganze Humor ist sehr inklusiv.
00:21:20
Speaker
Man lacht nicht über jemanden, sondern mit jemandem.
00:21:22
Speaker
Und das ist wichtig.
00:21:23
Speaker
Und da wirklich so eine feine Linie nicht zu überschreiten, wo man das Gefühl hat, oh,
00:21:32
Speaker
Ich werde hier gerade belehrt oder das wirklich in diese absolute Tragik reinzubringen, wo man dann irgendwie nur schluchzend im Kinositz sitzt und denkt, oh Gott, die Welt ist so furchtbar, warum gibt es solche Krankheiten oder Krankheitsbilder?
00:21:48
Speaker
Sondern es gibt...
00:21:50
Speaker
viel Verständnis plötzlich.
00:21:53
Speaker
Und es ist so, also ich muss von der schauspielerischen Seite sagen, beide haben mich umgehauen.
00:22:01
Speaker
Wie die diesen Charakter verkörpert haben.

Darstellerische Leistungen und persönliche Geschichten

00:22:06
Speaker
Und sie hatten eben, Fun Fact voraus, sie hatten einen Body-Move-Trainer.
00:22:13
Speaker
Und der John Davidson war eben auch viel am Set und sie haben eben viel Zeit mit dem auch verbringen können, um das einfach zu verstehen.
00:22:21
Speaker
Aber sich das so anzugucken, es ist eine unfassbar herausragende schauspielerische Leistung.
00:22:28
Speaker
Robert Rameo hat auch den BAFTA Award dafür gewonnen.
00:22:30
Speaker
Zwei.
00:22:31
Speaker
Kann man gleich sagen.
00:22:32
Speaker
Zwei sogar.
00:22:33
Speaker
Und das passiert eigentlich auch nie.
00:22:37
Speaker
Ja.
00:22:37
Speaker
Dass man überhaupt eigentlich, ja, gibt es halt immer ein besser Hauptdarsteller oder nicht besser Hauptdarsteller, aber er hat auch den Rising Star Award gegönnt.
00:22:51
Speaker
War sehr bescheiden auch, er ist aufgetreten, Ethan Hawke saß auch in der Menge, war an der Juliatschule, hat dann von dem Auftreff von Ethan Hawke dort erzählt, wie ihn das nachhaltig beeindruckt hat und auch so viel für seine Zukunft bedeutet hat, hat sich dann da arg bedankt, konnte gar nicht glauben, dass er den gewonnen hat.
00:23:07
Speaker
Kann man sich auch mal anschauen, ist wirklich schön zu sehen, wirklich unglaublich demütig und bescheiden, wer den Preis entgegen nimmt.
00:23:12
Speaker
Das ist wirklich schön.
00:23:14
Speaker
Ich glaube, was du gerade gesagt hast, ist fast alles so wunderbar zusammen eigentlich.
00:23:18
Speaker
Also ich...
00:23:19
Speaker
Ich glaube, was der Film eben zum einen zeigt, also zum einen, wie du schon gesagt hast, Tommy ist so ein bisschen auch diese Vaterfigur, die er setzt wird, also die er dann nicht hatte, nachdem sein Vater die Familie verlässt, ist Tommy derjenige, der ihm endlich diesen Halter wiedergibt und sich auch für ihn einsetzt.
00:23:32
Speaker
Und diese Aufklärung, die er dann betreibt, diese Arbeit, die er aufnimmt, von der du gesprochen hast, wo dann Leute auch zu ihm kommen, ihre Kinder zu ihm schicken, weil sie nicht wissen, wie sie mit ihm umgehen sollen.
00:23:42
Speaker
Da findet er so ein bisschen seine Bestimmung und es zeigt eines für mich und das ist unheimlich wichtig, dass wir immer die betroffenen Perspektive einnehmen sollten.
00:23:51
Speaker
Weil alle, die zu ihm kommen, ihm sagen, du weißt wirklich, worum es geht, du weißt, wovon du sprichst, du verstehst uns, weil du bist einer von uns, mehr oder weniger.
00:23:59
Speaker
Und davor war das Problem, dass sie immer mit Leuten zu tun hatten, die zwar die
00:24:03
Speaker
Den Zustand, den das Tyterett-Syndrom wissenschaftlich untersucht haben, aber nie betroffen haben.
00:24:08
Speaker
Und deshalb sehr klinisch kalt natürlich immer dann betrachtet haben.
00:24:12
Speaker
Und er war der Erste, der ihn tatsächlich auch diesen Halt und auch mit einer emotionalen Wärme darauf reagiert hat.
00:24:17
Speaker
Das heißt, Betroffenenperspektive aus meiner Sicht schlägt alles andere.
00:24:21
Speaker
Sie sollte immer die Richtung vorgeben, wie wir mit Dingen umgehen, wie wir sie bewerten.
00:24:26
Speaker
Das ist ganz wichtig.
00:24:27
Speaker
Und es zeigt auch, finde ich, dass man seine Bestimmung im Leben vor allem dann findet, wenn man von seinem Umfeld unterstützt wird.
00:24:33
Speaker
Wenn man das Umfeld auch mal pusht.
00:24:35
Speaker
Und das geht nur dann, wenn man auch die Bedürfnisse der betroffenen Personen versteht.
00:24:39
Speaker
Und dieser Austausch ist unheimlich wichtig.
00:24:41
Speaker
Und ich glaube aber nicht mal das Verstehen des Bedürfnisses, sondern einfach davon ausgehen, dass ja Menschen...
00:24:48
Speaker
ziemlich gleiche Grundbedürfnisse haben.
00:24:50
Speaker
Und davon eben auszugehen.
00:24:52
Speaker
Um dann zu sehen, dem Menschen, dem fehlt es an gewissen Grundbedürfnissen.
00:24:56
Speaker
Wie kann man das ändern?
00:24:58
Speaker
Und wie kann man den besser aufnehmen, um eben eben eine Unterstützung und auch irgendwie was gesellschaftlich Anerkennbares zu geben.
00:25:08
Speaker
Wie er wollte unbedingt arbeiten.
00:25:10
Speaker
Der hat etwas gefunden, das einen Wert hat, was ihm Freude macht, das ihn beschäftigt.
00:25:15
Speaker
Anstatt
00:25:16
Speaker
in seiner Jogginghose da Tag und Nacht im Dorf herumzulaufen und eben nicht zu wissen, wo er hingehört.
00:25:26
Speaker
Und das war ja seine Frage, bis er alt schon war, zu sagen, er wusste einfach nie, wo er hingehört, weil seine Mutter hat ihn zwar...
00:25:36
Speaker
wahrgenommen.
00:25:37
Speaker
Burnout quasi.
00:25:39
Speaker
Ja, aber ich meine, das finde ich auch, was der Film sehr gut macht, ist eben den Vorwurf nicht gegen die Mutter zu richten.
00:25:46
Speaker
Ja, richtig, absolut.
00:25:47
Speaker
Sondern sie auch gut gespielt, die Heather.
00:25:52
Speaker
Hast du die übrigens erkannt?
00:25:53
Speaker
Kennst du die?
00:25:55
Speaker
Ja, weiter.
00:25:57
Speaker
Woher?
00:25:58
Speaker
Da wollte ich nämlich noch fragen, genau jetzt, wo du es sagst gerade.
00:26:00
Speaker
Ich habe nämlich erst, dass ich im Kino gedacht habe, wer ist die Schauspielerin?
00:26:03
Speaker
Wer ist Shirley Henderson?
00:26:04
Speaker
Woher kennst du die?
00:26:05
Speaker
Und da musste ich sofort dann an dich denken, als ich drauf gekommen bin.
00:26:08
Speaker
Du als großer Harry Potter Fan.
00:26:11
Speaker
Ja.
00:26:12
Speaker
Weißt du, wer?
00:26:14
Speaker
Moaning Myrtle.
00:26:17
Speaker
Aus dem Badezimmer.
00:26:18
Speaker
Der Geist im Badezimmer, den Harry dann aussucht.
00:26:22
Speaker
Ja, genau, ja.
00:26:23
Speaker
Die war das, ja.
00:26:26
Speaker
Oh mein Gott.
00:26:27
Speaker
Wie war das?
00:26:28
Speaker
Ja, genau.
00:26:29
Speaker
Ich grüße meinen Familienmitglied.
00:26:35
Speaker
Wie auch immer.
00:26:36
Speaker
Wir schweifen ab, aber das fand ich ganz witzig.
00:26:38
Speaker
Da wollte ich dich nämlich unbedingt noch fragen.
00:26:39
Speaker
Gut, dass du mich nochmal drauf gebracht hast.
00:26:43
Speaker
Zurück zur Mutterfigur.
00:26:45
Speaker
Ja, Entschuldige.
00:26:46
Speaker
Ja, eben auch eine Frau war, verlassen wurde, eine Mutter von drei Kindern und Krankenschwester eben auch.
00:26:57
Speaker
Und ihr fehlt eben, was du vorher gesagt hast, total diese Empathie und diese Wärme, die dann andersrum diese Dottie ihm gibt und dieses Zuhausegefühl, um zu sagen, es gibt dann eben dieses Zitat auch, dass die Dottie sagt, in diesem Haushalt musst du eine Sache verstehen.
00:27:13
Speaker
Wenn du etwas tust, wofür du nichts kannst, dann
00:27:16
Speaker
dann hast du dich dafür, dich zu entschuldigen.
00:27:18
Speaker
Weil natürlich nach jedem Tick, weil er das gewohnt ist, sich permanent entschuldigen zu müssen, weil es kein Verständnis für gibt.
00:27:24
Speaker
Genau.
00:27:26
Speaker
Aber eben jede Figur, und das sind ja jetzt nicht so wahnsinnig viele Schauspieler, und das ist auch überschaubar, wer da miteinander agiert.
00:27:35
Speaker
Aber alle Figuren haben so... Also bei niemandem...
00:27:41
Speaker
hatte man das Gefühl, ihr habt irgendwie versagt, weil man alles nachvollziehen konnte.
00:27:46
Speaker
Und eben das auch so in so einem super feinen Beziehungsstrang gespielt wurde und erzählt wurde.
00:27:55
Speaker
Und ich habe das Gefühl, dass der Regisseur, Coric Jones, der auch das Drehbuch dazu geschrieben hat, eben zusammen mit John, da so darauf geachtet hat, um zu sagen, wir wollen hier eine...
00:28:07
Speaker
ein Leben zeigen und sagen, dass das so ist und dass es mehreren Menschen so geht, um da in den Diskurs zu kommen, um da ein Verständnis für zu haben, um zu sagen, wie können wir die in die Gesellschaft mit eingliedern und denen eben gewisse Chancen geben und denen gewisse Empathie zu geben, um dann eben zu sagen, dreht halt nicht den Rücken zu jemandem, nur weil er ein bisschen komisch ist.

Lehren über Empathie und Verständnis

00:28:32
Speaker
Ja, ich finde das ja sowieso, das zeigt ja der Film auch, finde ich, wie schnell wir Leute abstempeln, wie schnell wir Leute in die soziale Abgrenzung abschieben, weil wir uns nicht die Mühe machen, die Geschichte dahinter zu verstehen.
00:28:46
Speaker
Ich meine, man muss sich immer vor Augen führen, meistens wenn wir auf Menschen treffen, es sei denn, es ist natürlich das Freunde oder Familie oder so, aber wir haben einen kurzen Moment.
00:28:53
Speaker
Wir wissen nicht die unendlichen Momente, die diese Person genau dort in unsere Gegenwart gebracht haben,
00:28:59
Speaker
Und werden auch nicht die unendlichen Momente, die noch folgen, mitverfolgen.
00:29:03
Speaker
Und das heißt, unser Ausschnitt dieses Lebens, dieses Menschen ist unglaublich begrenzt.
00:29:10
Speaker
Und ich glaube, das muss man sich immer wieder vor Augen führen.
00:29:12
Speaker
Und das ist ja auch das Schöne an der Filmkunst, dass sie etwas leistet, was uns das eigentliche, wirkliche Leben sehr oft verwehrt.
00:29:18
Speaker
Nämlich diesen langen Blick, diese Perspektive, die Menschen folgt.
00:29:23
Speaker
Und dadurch auch unsere Empathie schult.
00:29:25
Speaker
Und dieser Film, finde ich, ist ein Paradebeispiel dafür, wie man die Empathie schulen kann, indem man genau solche Geschichten erzählt, die eben sich langfristig hinziehen und nicht nur in einem kurzen Moment, wo man jemanden auf der Straße sieht, der laut vor sich her schimpft und man sofort den in eine gewisse Schublade steckt, sich von ihm abwendet, ihn sozial auskennt und sagt, was ist denn das für einer, mit dem möchte ich nichts zu tun haben.
00:29:48
Speaker
Ja.
00:29:48
Speaker
Und dieser Film bringt das in unser Bewusstsein und leistet dadurch einen sehr, sehr großen Dienst, finde ich.
00:29:54
Speaker
Und was er noch tut, und das sind meine letzten Gedanken, glaube ich, jetzt erstmal so für die generellen Notizen ist, er zeigt halt auch noch eins, was ganz, ganz wichtig ist, er zeigt, wie wichtig
00:30:04
Speaker
Gemeinschaft ist.
00:30:05
Speaker
Ja.
00:30:05
Speaker
Gemeinschaft.
00:30:06
Speaker
Er zeigt, als er dann anfängt, die Aufklärung zu betreiben, als er dann in die Gruppen einlädt, als die dann alle auch in dieses Community-Center kommen, findet er seine Bestimmung und er ist glücklich.
00:30:16
Speaker
Und es zeigt dir auch, wenn du nicht mehr weißt, wohin im Leben, wenn du keine klaren Ziele in Verorgung hast und du dir überlegst, wo wird das enden,
00:30:24
Speaker
Man kann immer Menschen helfen und ich bin davon überzeugt, wenn man Menschen hilft, wenn man das zu seiner Aufgabe macht, wird man dadurch glücklich und entwickelt eine Richtung, die einem zuträglich oder die einem hilft.
00:30:32
Speaker
Und das zeigt der Film eben auch und wie gesagt, er betont einfach, wie wichtig Gemeinschaft ist und wie viel stärker wir sind, wenn wir uns nicht im Individualismus verlieren, sondern wenn wir aufeinander achten und wenn wir die Gemeinschaft auch aktiv suchen.
00:30:43
Speaker
So, bevor wir zu den Funfacts gehen, mache ich kurz ein bisschen Werbung für Basti.
00:30:48
Speaker
Denn was Hilfe angeht, hat Basti eine großartige Leistung an die Menschheit geleustet mit einem fantastischen Film.

Eigene Advocacy-Erfahrungen von Bastian

00:30:59
Speaker
Der heißt The March of Hope.
00:31:00
Speaker
Ich hoffe, Basti zeigt euch den und verlinkt den irgendwo.
00:31:05
Speaker
Denn...
00:31:06
Speaker
Ich glaube, mit diesem Film kann man auch nochmal sehen, was das bedeutet, für Leute da zu sein.
00:31:11
Speaker
Tatsächlich auch im größeren Stil als Menschen im Community Center als Land.
00:31:17
Speaker
Aber da möchte ich wirklich jeden nochmal, der das hier hört.
00:31:21
Speaker
Dazu einladen.
00:31:22
Speaker
Darf ich nur ganz kurz sagen, erstmal ist das total lief von der Liebe, liebe Emile.
00:31:25
Speaker
Das weiß ich unglaublich zu schätzen.
00:31:27
Speaker
Vielen Dank.
00:31:27
Speaker
Ich fühle mich gerade tatsächlich ein wenig geplättet, weil die eigentlichen Helden dieses Films sind ganz andere Menschen.
00:31:35
Speaker
Die sind, bin ganz sicher nicht ich, sondern es sind ganz andere Menschen.
00:31:38
Speaker
Alles, was ich gemacht habe, ich habe meine Kamera manchmal, ab und zu mal, vielleicht in die richtige Richtung gehalten.
00:31:42
Speaker
So wie Kork Jones ein Drehbuch über einen Menschen geschrieben hat, um da eine Aufmerksamkeit zu
00:31:49
Speaker
draufzulenken, hast du eine Kamera auf Sachen aufgehalten, um da Aufmerksamkeit draufzulenken.
00:31:56
Speaker
Den Unterschied verstehe ich jetzt nicht.
00:31:59
Speaker
Okay, ich lasse das jetzt mal so stehen.
00:32:01
Speaker
Ich möchte nur noch einmal betonen, die eigentlich wahren Helden sind die Leute vor der Kamera gewesen.
00:32:05
Speaker
Aber vielen, vielen Dank.
00:32:06
Speaker
Ich fühle mich sehr geschmeichelt.
00:32:07
Speaker
Und auch gleichzeitig sollte dieses Lob an andere Leute gehen.
00:32:14
Speaker
Aber trotzdem vielen, vielen Dank.
00:32:16
Speaker
Jetzt kommen wir zu den Fun Facts.
00:32:19
Speaker
Okay, dann leg doch

Ziele des Regisseurs und wahre Geschichten

00:32:22
Speaker
du gleich mal los.
00:32:22
Speaker
Fun Facts.
00:32:23
Speaker
Super, Jünter, danke.
00:32:24
Speaker
Also, der Regisseur hat zu diesem Film noch dazu gesagt, dass ihm das sehr wichtig war und er wollte es eben unbedingt machen, weil er das Gefühl hat, es wird einfach, nicht das Gefühl hat, einfach herausgefunden hat, dass sehr viel Geld in die Studien zu Autismus geht und einfach viel zu wenig zu der Forschung, zu dem Tourette-Syndrom und wollte sich dann eben dafür stark machen.
00:32:47
Speaker
Okay.
00:32:52
Speaker
Ich habe...
00:32:54
Speaker
Ich habe jetzt, also jetzt nicht viel, aber ich habe zum Beispiel herausgefunden oder recherchiert, dass sich bei jungen Tourette drei bis viermal häufiger entwickelt als bei Mädchen zum Beispiel.
00:33:05
Speaker
Und das ist tatsächlich nicht bekannt, warum.
00:33:09
Speaker
Also es zeigt auch, es ist noch unglaublich viel unbekannt, was das Tourette-Syndrom betrifft.
00:33:14
Speaker
Es wurde auch erst, ich glaube, Ende der 1880er Jahre von einem Menschen namens Tourette festgestellt.
00:33:20
Speaker
Deswegen heißt es auch so.
00:33:21
Speaker
Also da ist noch ganz viel Wegstrecke vor uns.
00:33:25
Speaker
Aber es scheint wohl genetisch zu sein.
00:33:28
Speaker
So viel vermutet man zumindest schon mal.
00:33:30
Speaker
Wer hätte das gedacht?
00:33:34
Speaker
Der echte John hat in einem Interview mal gesagt, wie sehr er sich wünschen würde, dass der echte Tommy diesen Film sehen kann.
00:33:45
Speaker
Genau, dass ich das gewünscht hätte und wünschen würde, dass der echte Tommy das alles sieht.
00:33:49
Speaker
Und so stolz darauf ist, dass es diesen Film gibt, weil Tommy sich das eben auch gewünscht hat.
00:33:59
Speaker
Und Tommy ist ja vor allem auch wirklich ein, wirklich auch ganz toller, muss man auch an der Stelle nochmal sagen, ich finde, der ist so wahnsinnig schön auch gespielt von Peter Marlin.
00:34:09
Speaker
Also, muss ich auch an der Stelle einfach nochmal sagen, der macht den so herzensfroh, ist so ein toller Charakter, wollte ich an der Stelle auch nochmal sagen.
00:34:17
Speaker
Maxine Pieck, die ja Dotti spielt, ähm,
00:34:20
Speaker
Die hat davor schon mal in der Serie Shameless mitgespielt.
00:34:24
Speaker
Und da hat ihr Charakter einen Bruder, der auch Tourette-Syndrom hat.
00:34:29
Speaker
Also nur so.
00:34:31
Speaker
Dachte, ich wäre vielleicht ganz interessant.
00:34:33
Speaker
Sie hatte damit also schon Erfahrungen und Berührungspunkte.
00:34:37
Speaker
Oh.
00:34:38
Speaker
Oh.
00:34:45
Speaker
Ein etwas unerfreulicher Fun-Fakt ist, dass bei den BAFTAs, das haben wir jetzt schon mal gesagt, was die BAFTAs sind.
00:34:52
Speaker
Das ist quasi der Oscar der Großbritannien, wenn du so möchtest.
00:34:57
Speaker
Also ganz doof, amerikanisch, kulturschowinistisch auszudrücken, würde ich sagen.
00:35:01
Speaker
Ja, aber mit den Oscars können Leute halt was anfangen.
00:35:03
Speaker
Genau, es ist eben der große Filmpreis und der Film war nominiert und John Davidson war da.
00:35:09
Speaker
Natürlich war er da und er
00:35:12
Speaker
als dann Michael B. Jordan auf der Bühne stand, ist ihm da eben ein Tick passiert.
00:35:18
Speaker
Er hat etwas sehr Verletzendes gesagt.
00:35:22
Speaker
Er hat etwas sehr Verletzendes gesagt, genau.
00:35:25
Speaker
Und ja, sowohl die BBC als auch...
00:35:35
Speaker
Wer noch?
00:35:37
Speaker
Beide, beide, beide, beide TV-Übertragungen haben sich im Nachhinein nochmal an das Publikum gewandt und sich dafür entschuldigt.
00:35:45
Speaker
Ähm...
00:35:48
Speaker
dass es auch eben nicht herausgeschnitten wurde.
00:35:50
Speaker
Und es ist einfach ein nicht erfreulicher Funfact, weil Thema verfehlt, Freude.
00:35:56
Speaker
Absolutes Thema verfehlt.
00:35:58
Speaker
Wir könnten diesen Film gesehen haben, nominieren und dann in einer Stellungnahme sich an das Publikum nochmal dafür entschuldigen, dass etwas Unkontrolliertes passiert ist.
00:36:09
Speaker
Ich würde sagen, dass man der BBC vielleicht, dass man darüber reden kann, ob man das vielleicht, indem man das vielleicht ein bisschen versetzt ausstrahlt und das dann überblendet, den Einwurf von John Davidson, der eben dort vor Ort war, eingeladen war natürlich auch.
00:36:22
Speaker
Gott sei Dank war er eingeladen.
00:36:23
Speaker
Ich meine, bitte, das ist ein Film über sein Leben.
00:36:27
Speaker
Der muss dorthin.
00:36:29
Speaker
Darüber kann man natürlich sprechen, ob man das vielleicht technisch irgendwie hätte machen können.
00:36:32
Speaker
Aber tatsächlich, und ich habe das auch bei mir stehen hier, tatsächlich ist die Geschichte unglaublich erschütternd für mich.
00:36:40
Speaker
Weil es haben sich nämlich danach auch sehr, sehr viele dazu geäußert, haben Tourette als Begründung vollkommen ausgeschlossen.
00:36:49
Speaker
Menschen, die sich mit der Thematik überhaupt nicht befasst haben.
00:36:52
Speaker
Selbst Wochen danach noch, auch SchauspielerInnen, Jamie Foxx hat dazu gepostet, hat gesagt, von wegen Tourette, das ist ein Rassist.
00:37:00
Speaker
Ganz viele Menschen haben sich dazu geäußert, auch Wochen später.
00:37:03
Speaker
Und da muss ich dann tatsächlich sagen, ich verstehe natürlich, also wie gesagt, ich habe jetzt deswegen gesagt N-Wort, weil es ging tatsächlich um zwei schwarze Schauspieler auf der Bühne.
00:37:10
Speaker
Ich verstehe, dass das ein sehr sensibles Thema ist.
00:37:12
Speaker
Natürlich, gar keine Frage.
00:37:14
Speaker
Und dass man da sensibilisiert ist.
00:37:15
Speaker
Aber wenn ich Schauspieler bin oder Schauspielerin und ich mir dann Wochen später noch nicht mal die Mühe mache, den Film anzusehen, um den es eigentlich geht und nicht mit meinen Beschimpfungen weitermache, dann habe ich wohl offensichtlich mein Metier nicht ganz verstanden.
00:37:28
Speaker
Im Internet, ja.
00:37:29
Speaker
Ja, dann habe ich mein Metier auch nicht irgendwie verstanden.
00:37:32
Speaker
Und das ist wirklich, John Davidson musste dann nach der Hälfte der Preisverleihung in ein Privatzimmer gehen und hat es sich dort angeschaut, weil er das den Leuten nicht mehr zumuten wollte.
00:37:41
Speaker
Und dann sind wir wieder bei der sozialen Ausgrenzung, die der Film ja eigentlich genau schon zeigt.
00:37:47
Speaker
Und von wegen, wir sind weiter.
00:37:48
Speaker
Nein, wir sind immer noch genau an so einer Stelle, wo ich mir denke, das ist echt erschütternd, als ich das gesehen habe.
00:37:54
Speaker
Ich habe echt ein paar Tränen verdrückt, weil es so furchtbar ist.
00:37:57
Speaker
Und gerade von Leuten, wo man eigentlich Besseres erwarten müsste.
00:38:00
Speaker
Ja.
00:38:01
Speaker
Die wirklich die Filme machen, um dann den Lebensunterhalt zu verdienen.
00:38:04
Speaker
Dann noch nicht mal diesen Film anzuschauen und weiter darauf einzukloppen,
00:38:08
Speaker
Dafür verfehlt mir wirklich jedes Verständnis.
00:38:11
Speaker
Egal was der Tick war, egal was das Wort war, das ist zu wenig.
00:38:14
Speaker
Und da haben sie ihre Hausaufgaben nicht gemacht und haben sich einfach nur auf die Empörungswelle drauf geschwungen.
00:38:19
Speaker
Und das ist nicht gut genug.
00:38:21
Speaker
Sorry.
00:38:22
Speaker
Also deswegen hat das einfach gezeigt, wo wir dort noch stehen und dass da noch sehr, sehr viel Arbeit ist.
00:38:27
Speaker
Und deswegen ist dieser Film so unglaublich wichtig.
00:38:29
Speaker
Ja.
00:38:30
Speaker
Unglaublich wichtig und ein Meilenstein, finde ich, was unser Verständnis betrifft.
00:38:33
Speaker
Dazu kann man ja aber auch sagen, die Queen...
00:38:36
Speaker
hat sich nicht dazu geäußert und hat das auch einfach hingenommen.

Verbindungen zu anderen Rollen und gesellschaftliche Inklusion

00:38:44
Speaker
Ich habe noch einen letzten Funfact für die Nerds unter uns.
00:38:48
Speaker
Ich mag tatsächlich der Herr der Ringe nicht so gerne.
00:38:53
Speaker
Vielleicht kann man das ja irgendwann nochmal besprechen, ob es Filme sind, die man gesehen haben muss oder nicht.
00:38:58
Speaker
Jedenfalls haben Peter Mullen und Robert Aramayo, sowohl der John und der Tommy, die haben zusammengearbeitet und zwar bei The Lord of the Rings, The Rings of Power, der Film von 2022.
00:39:11
Speaker
Also wer eventuell Lust hat, die beiden in einer anderen Konstellation zu sehen, echter, mit wenigen Zwerkköniginnen.
00:39:24
Speaker
Und Königin... Wir verlinken, wir verlinken darauf, ja.
00:39:27
Speaker
Shownotes.
00:39:28
Speaker
Kann man auch sich mit This Web beschäftigen.
00:39:32
Speaker
Sehr gut, sehr gut.
00:39:36
Speaker
Dann sind wir ja eigentlich bei den Zitaten angekommen, oder?
00:39:39
Speaker
Oder beim Filmzitat.
00:39:40
Speaker
Exactly, ja.
00:39:41
Speaker
Exactly.
00:39:42
Speaker
Jünter, lass das mal rollen, bitte.
00:39:44
Speaker
Das Filmzitat.
00:39:46
Speaker
So, was hast du denn?
00:39:47
Speaker
Mein Filmzitat ist...
00:39:50
Speaker
Und das nochmal abschließend zu unserem unerfreulichen Funfact, das John Davidson gesagt hat, The problem is not Tourettes.
00:39:59
Speaker
The problem is that people don't know enough about Tourettes.
00:40:04
Speaker
Sehr gut.
00:40:05
Speaker
Er fasst den Punkt sehr, sehr gut.
00:40:07
Speaker
Auch den Film und das, was er leistet, finde ich gut.
00:40:09
Speaker
Ich habe ein anderes Zitat, das ist auch eine Szene, als er anfängt, diese Leute und die Menschen, die Betroffenen mit Tourette auch einzuladen, zu sich ins Community-Center.
00:40:23
Speaker
Und das ist schön, die kommen dann wirklich aus, ich glaube, aus allen Ecken Großbritanniens angereist oder zumindest Schottlands, keine Ahnung wie groß.
00:40:30
Speaker
Auf jeden Fall siehst du dann diesen Saal mit 50, 60 Leuten gefüllt und natürlich ist es ein riesen Durcheinander.
00:40:36
Speaker
50, 60 Leute mit Tourette-Syndrom.
00:40:38
Speaker
Davon die, ja.
00:40:39
Speaker
Mit einigen Ticks.
00:40:42
Speaker
Man lacht dann aber mit der Situation, nicht über sie.
00:40:44
Speaker
Man kann auch gar nicht über sie lachen, weil der Film davor ja schon den Weg bereitet hat, um das richtig auch einzuschätzen.
00:40:49
Speaker
Und das ist das Schöne.
00:40:50
Speaker
Und er steht dann vor ihnen.
00:40:51
Speaker
Dotti sitzt auch im Publikum und sagt dann immer zum Spaß zu ihm, weil's alle grade so um sich rumschreien und mit den Schimpfwörtern grade so um sich werfen, sagt sie, and you really think that was a good idea, John?
00:41:01
Speaker
Und dann...
00:41:03
Speaker
Wendet sich aber Jordan mit einem Lächeln eben an die Menge und dann sagt er, you know, today you're not a minority, today you are the majority.
00:41:12
Speaker
Also heute seid ihr nicht die Minderheit, heute seid ihr die Mehrheit.
00:41:14
Speaker
Und ich finde dieser Satz ist so wichtig, weil es zeigt, inwiefern Normen in einer Gesellschaft sich immer natürlich an Mehrheiten orientieren.
00:41:22
Speaker
Und genau deshalb ist es so wichtig, sich gesellschaftlich nicht an den Mehrheiten, sondern an den Minderheiten zu orientieren, weil umso mehr wir sie einbeziehen, sie nicht ausgrenzen, sondern ihnen Teilhabe gewährleisten, umso mehr sagt das über die Qualität unserer Gesellschaft auch aus.
00:41:36
Speaker
Und dieser Punkt wird in dieser Szene, in diesem Zitat, finde ich, unglaublich auf den Punkt gebracht und deswegen ist das mein Zitat des Films.
00:41:47
Speaker
Dann kommen wir zum Fazit.
00:41:50
Speaker
Nee, erst noch die Szene des Films, oder?
00:41:51
Speaker
Die Lieblingsszene.
00:41:52
Speaker
Oh, die Lieblingsszene.
00:41:52
Speaker
Ja.
00:41:53
Speaker
Ja.
00:41:54
Speaker
Die Lieblingsszene.
00:41:56
Speaker
Sag mal, was hast du?
00:41:58
Speaker
Eine hast du eigentlich schon genommen.
00:41:59
Speaker
Ich hatte eine draufstehen.
00:42:00
Speaker
Dann würde ich aber noch eine andere nehmen.
00:42:01
Speaker
Jetzt fang aber du erst mal an.
00:42:04
Speaker
Meine Lieblingsszene ist, wenn...
00:42:11
Speaker
wenn John mit seinem ersten Hund zum Grab läuft von Tommy und die Blumen austauscht und Tommy davon erzählt, was in seinem Leben gerade so passiert und wie sehr er ihn vermisst und wie dankbar er dafür ist, diese Chance bekommen zu haben.
00:42:31
Speaker
Ganz ruhig, ganz einfach und ganz ruhig und so normal, weil Tourette hin oder her, ich glaube, Leute, die wichtige Menschen verloren haben, die machen das.
00:42:42
Speaker
Das ist etwas sehr Menschliches und etwas sehr, was nochmal irgendwie für diese Beziehung eben steht.
00:42:49
Speaker
Ja, absolut.
00:42:51
Speaker
Finde ich sehr, sehr schön.
00:42:52
Speaker
Ich hatte die Szene in der Küche tatsächlich, die du vorhin schon erzählt hast, wo eben er gerade beim Abwaschen steht und Tics hat und schimpft und auch einen, oder schimpft, aber halt Schimpfwörter gerade so raushaut, unkontrolliert und dann auch einen Teller zerbricht und sich dann wieder entschuldigt bei ihr.
00:43:08
Speaker
Und Dotti, sich dann irgendwann umdrehen, sagt, sie sagt nur eine Sache zu ihm.
00:43:12
Speaker
Sie sagt eben erstmal, if you want to come more often to this house, which I hope that you do, we have to talk about your language.
00:43:20
Speaker
Und dann siehst du schon, wie John darauf reagiert und denkt, jetzt kriegt er dieselbe alte Leier, ja, ich muss aufhören Schimpfwörter zu benutzen, aber was soll ich denn machen?
00:43:28
Speaker
Aber dann überrascht Dottie eben mit dem Satz, we have only one rule in this house, if you do anything that you cannot help, you never ever have to apologize for it.
00:43:39
Speaker
Und das ist deshalb so groß, weil es genau dieser Punkt ist, wo John zum ersten Mal gesehen wird.
00:43:44
Speaker
Und ich glaube, die Szene ist auch deshalb wichtig, und das sieht man auch tatsächlich im realen Bezug zu dem Eklat bei den BAFTA Awards, dass viele danach John Davidson vorgeworfen hätten, er hat sich ja nicht entschuldigt und es ging ihm nur um ihn oder Sonstiges.
00:43:58
Speaker
Aber der Grund, warum er sich jetzt, er hat sich dann schon auch noch entschuldigt, das ist mal unabhängig davon, aber weil er gelernt hat, er hat sich sein Leben lang entschuldigt bei den Leuten, immer und immer wieder.
00:44:10
Speaker
Also ich meine, der kann keine Unterhaltung führen, ohne sich zu entschuldigen, aber da liegt das begraben, warum er es eigentlich nicht machen möchte unbedingt, weil er kann nichts dafür.
00:44:20
Speaker
Es ist nicht seine Schuld, es ist kein Verfehlen seinerseits und umso mehr er sich entschuldigt, umso mehr entsteht aber der Eindruck, als ob er etwas dafür könnte.
00:44:28
Speaker
Und das ist genau das falsche Signal, das er senden würde und deshalb ist es so schwierig, sich dafür zu entschuldigen.
00:44:33
Speaker
Und das sollte man auch begreifen, wenn man dann darüber urteilt, als führender Schauspieler bei einer solchen Preisverleihung.
00:44:40
Speaker
Und um ganz kurz nochmal auf das Schauspiel einzugehen, was mir in dem Film aufgefallen ist, was auch in einer ganz kleinen Nuance verschieden ist, ist die Stimmlage.
00:44:54
Speaker
Er redet viel tiefer als...
00:44:58
Speaker
Also ohne die Tics und immer wenn er die Tics hat, passieren dann eben diese Beschimpfungen in einer höheren Stimmlage.
00:45:06
Speaker
Ja.
00:45:08
Speaker
Das ist fein nuanciert und erst mal sehr gut gesehen und wahrgenommen von dir auch.
00:45:13
Speaker
Das stimmt, habe ich auch so wahrgenommen.
00:45:16
Speaker
Und ja, genau, es zeigt eben einfach, wie viel auch sich auf die Rolle vorbereitet hat und wie gut das Schauspiel einfach gelungen ist.
00:45:24
Speaker
War super.
00:45:26
Speaker
Sehr

Emotionale Reaktionen und gesellschaftliche Reflexionen

00:45:27
Speaker
schön.
00:45:27
Speaker
Gut.
00:45:28
Speaker
Dann kommen wir zum Urteil, oder?
00:45:30
Speaker
Ja.
00:45:31
Speaker
Sind wir soweit?
00:45:31
Speaker
Okay, Jünter, start mal den Countdown, bitte.
00:45:38
Speaker
4, 3, 2, 1.
00:45:43
Speaker
Ja.
00:45:43
Speaker
Unbedingt.
00:45:44
Speaker
Un-fucking-bedingt.
00:45:46
Speaker
Entschuldigung, das musste ich jetzt einfach mal so raushauen.
00:45:51
Speaker
Ich leg heute mal los, wenn ich darf.
00:45:52
Speaker
Ja.
00:45:55
Speaker
Ich weiß nicht, ich glaube, viele von den Punkten, warum, habe ich ja eigentlich auch schon angedeutet.
00:45:59
Speaker
Wahrscheinlich war es auch einigen schon klar.
00:46:02
Speaker
Auch wenn ich so Pokerface ist nicht so meins, stelle ich immer wieder fest.
00:46:07
Speaker
Aber ich weiß wirklich nicht mehr, wann ich das letzte Mal in einem Film so viel geheult habe.
00:46:11
Speaker
Ich saß gestern in dem Film wirklich, ich konnte, ich habe die ganze Zeit vor mich hingeheult.
00:46:15
Speaker
Irgendwann war das eine Taschentuch, das ich dabei hatte, war vollkommen durchgerotzt.
00:46:20
Speaker
Ähm,
00:46:21
Speaker
Der Film zeichnet sich dadurch einfach aus, weil er geht diese Abwechslung zwischen Höhen und Tiefen, die sich gegenseitig verstärken, die Frequenz davon, der Wechsel zwischen denen.
00:46:30
Speaker
Das ist wirklich ganz hohe Filmkunst und hat schon fast was Symphonisches, finde ich.
00:46:36
Speaker
Und der Film leistet so viel, weil er aufklärt.
00:46:39
Speaker
Er zeigt auch, und die BAFTA Awards zeigen eben, wie viel Aufklärungsarbeit noch nötig ist, an welchem Punkt wir noch immer stehen.
00:46:47
Speaker
Und da leistet der Film wirklich ganz, ganz Großes.
00:46:50
Speaker
Und was mir aber auch wirklich tatsächlich noch das Herz gebrochen hat, ist auch, und da muss ich jetzt tatsächlich durchaus auch eine Parallele zu unserer aktuellen politischen Lage ziehen, ist, dass wir gerade in einer Welt leben, in einem Land, wo wir gerade davon sprechen, Jugend- und Behindertenhilfe massiv abzubauen.
00:47:06
Speaker
Und das ist genau der Punkt, den der Film eigentlich macht.
00:47:09
Speaker
Wir brauchen davon eigentlich mehr.
00:47:11
Speaker
Und wenn wir das so tun, wie das jetzt im Moment geplant ist, heißt das nichts anderes, als dass es eigentlich viel mehr wieder von den Geschichten John Davidsons geben wird und nicht weniger davon.
00:47:22
Speaker
Und das bricht mir wirklich das Herz.
00:47:25
Speaker
Weil ich weiß, wie wichtig es wäre und da könnte ich gleich wieder anfangen zu heulen, weil ich einfach weiß, dass das passieren wird und ich auch davon jetzt schon so viel gehört habe.
00:47:35
Speaker
Deswegen kann ich wirklich nur appellieren, jeder, der irgendwo dort Einfluss nehmen kann, das nicht geschehen zu lassen, weil das ist das Potenzial unserer Gesellschaft.
00:47:43
Speaker
Wir können es uns nicht erlauben, aus Werten heraus schon und auch tatsächlich aus allein Teilnahme, Teilhabegründen Menschen auszugrenzen.
00:47:51
Speaker
Dagegen müssen wir vorgehen, dagegen müssen wir alles tun, weil wie gesagt vorher schon, eine Gesellschaft ist nur so gut, wie sie ihre Minderheiten behandelt.
00:47:58
Speaker
Und wenn wir das zulassen, leben wir nicht in einer unserer bestmöglichen Gesellschaften, sondern in einer sehr, sehr schlechten Gesellschaft.
00:48:03
Speaker
Und das wollte ich dir gleich zusammen einfach nochmal sagen.
00:48:07
Speaker
Danke.
00:48:08
Speaker
Das war mir noch wichtig.
00:48:09
Speaker
Ja, das anzuschließen finde ich eben auch, dass man durch so einen Film immer wieder erkennt, auch was...
00:48:17
Speaker
was für fantastische Menschen dahinter stecken und wie liebevoll die sind und was die auch für eine ganz andere Wahrnehmung und Auffassungsgabe haben und dadurch so viel zu geben, um so glücklich zu sein, einfach die richtige Tasse Tee zu machen oder mit dem Hund eben diesen...
00:48:40
Speaker
nehmt das nochmal kurz an mich, aber es gibt da eben auch die Originalaufnahmen, wie er eben mit diesem Tix in der Straße steht und immer sagt, go forward, not you Tilly.
00:48:51
Speaker
Und das aber hintereinander so oft passiert, weil immer wieder, genau, Tilly heißt der Hund, immer wieder Autos kommen und dann immer noch dieses, let's go, not you Tilly.
00:49:00
Speaker
Und es gibt eben diese Originalaufnahme, gibt es bestimmt auch auf YouTube.
00:49:05
Speaker
Das ist total entzückend.
00:49:06
Speaker
Ich bin total deiner Meinung.
00:49:08
Speaker
Ich habe herzlich gelacht.
00:49:11
Speaker
Es habe mich abgeholt gefühlt.
00:49:13
Speaker
Ich habe auch viel heulen müssen.
00:49:16
Speaker
Waren auch Freudentrennen.
00:49:19
Speaker
Einfach vor Vorrührung, einfach auch ein bisschen vor...
00:49:23
Speaker
Ja, dieser Machtlosigkeit, das so zu sehen und dieses Gefühl zu sagen, wie kann denn nicht ein Mensch einmal ihn fragen, wie es ihm dabei geht oder was da bei ihm passiert und dass das nicht erklärbar ist.
00:49:36
Speaker
Ich möchte trotzdem einen Punkt abziehen.
00:49:39
Speaker
Und zwar war ich ab und an ein bisschen genervt von dem Soundtrack, weil ich gedacht habe, das war ein bisschen doll und das war ein bisschen viel und das hätte dieser Film gar nicht gebraucht, da einen nochmal auf die Tränendrüse geigen und alles runter zu machen.
00:49:58
Speaker
Weil ich glaube, was eben an diesem Film auch Spaß macht, ist tatsächlich dieses...
00:50:04
Speaker
urschottische Dorf mit diesen Akzenten.
00:50:07
Speaker
Das macht einfach Spaß, um dem auch zu sehen.
00:50:16
Speaker
Zur Überleitung, das ist mein zweiter Film, den ich gesehen habe über Tourette und der andere Film ist ein deutscher Film, da die Frage hast du, ich glaube der heißt Ein Tick Anders mit Jasna Fritzi Bauer und Heike Magac.
00:50:31
Speaker
Damals
00:50:34
Speaker
Fand ich den ganz, ganz toll und ich finde den, glaube ich, immer noch ganz toll, aber eben im Vergleich ist Icewear ein so wichtiger Film.
00:50:47
Speaker
Und ich habe auch irgendwie mir die Kommentare bei IMDb durchgelesen und es gibt einfach Leute, die gesagt haben, sie haben noch nie in ihrem Leben einen so guten Film gesehen.
00:50:56
Speaker
Und genau, damit können wir das ja stehen lassen.
00:50:59
Speaker
Ganz entzückend.
00:51:00
Speaker
Lassen wir so stehen.
00:51:01
Speaker
Mir ist es gar nicht aufgefallen, aber ja, aber trotzdem, ja, wunderbar.
00:51:05
Speaker
Also das ist trotzdem, wie gesagt, ich kann nur sagen, geht ins Kino, schaut euch den an.
00:51:09
Speaker
Es ist eine Schulung in Empathie.
00:51:11
Speaker
Davon brauchen wir auf jeden Fall mehr, nicht weniger.
00:51:14
Speaker
Und ich kann ihn nur empfehlen.
00:51:16
Speaker
Und nachdem wir das jetzt gesagt haben, ich habe noch einmal kurz Housekeeping von letzter Woche, von vor zwei Wochen tatsächlich, muss ich noch kurz sagen, also ganz kurzer Sprung, weil ich muss noch was korrigieren.
00:51:26
Speaker
Ich habe nämlich letzte Woche gesagt, vor zwei Wochen,
00:51:29
Speaker
Steven Spielberg wäre jemand der Aliens tatsächlich, der davon ausgeht und ein Believer.
00:51:34
Speaker
Das stimmt gar nicht.
00:51:35
Speaker
Ich habe noch mal zu einem Interview auch verlinkt vor zwei Wochen.
00:51:38
Speaker
Der sieht das schon mit der nötigen Skepsis, aber auch der nötigen Euphorie.
00:51:42
Speaker
Also nur da habe ich ihn zu etwas gemacht, was er gar nicht ist.
00:51:45
Speaker
Ich bitte um Entschuldigung, aber ich habe dann in der Folge auch noch zum richtigen Video verlinkt.
00:51:49
Speaker
Nur so viel an dieser Stelle.
00:51:52
Speaker
Die Szene der Woche.
00:51:53
Speaker
Kommen wir noch zu der Lieblingsrubrik.
00:51:56
Speaker
Meine absolute Lieblingsfubrik.
00:51:57
Speaker
Ich mache es tatsächlich kurz, weil ich bin zum Kino gelaufen, da das Wetter ja schön ist und mir Berlin gerade sehr gut gefällt mit diesem Wetter.
00:52:06
Speaker
Und hatte dann noch 15 Minuten und habe da einen kurzen Biergartenstopp eingelegt oder bin eben durch diesen Biergarten gelaufen.
00:52:13
Speaker
Und da hat Argentinien gegen Österreich gespielt.
00:52:18
Speaker
Und die waren eben so, haben...
00:52:21
Speaker
auf die Halbzeit drauf hingewartet, weiß ich nicht, gespielt, ja, haben drauf hingespielt und...
00:52:31
Speaker
Ich habe mich so köstlich darüber amüsiert, weil es waren dann plötzlich noch sieben Minuten Verlängerung.
00:52:36
Speaker
Und die Argentinier haben einfach gesagt, wieso, wir führen ja 1-0.
00:52:39
Speaker
Wir spielen jetzt genau so, wie ich glaube ich Fußball mit meinen Freunden spielen würde.
00:52:43
Speaker
Wir schießen uns den einfach hin und her.
00:52:47
Speaker
Österreicher haben nicht attackiert und so wurde das fünf Minuten ein Hin- und Hergekicke bei den Argentiniern, bis da tatsächlich der Abpfiff auch kam, weil alle gemerkt haben, die wollen jetzt auch Pause haben.
00:52:58
Speaker
Da kommen nicht mehr viel.
00:52:59
Speaker
Und ich saß da und ich fand das irgendwie, ich fand das wahnsinnig amüsant.
00:53:05
Speaker
Ich fand das total, also so, ja, so kann man es auch machen.
00:53:09
Speaker
Wieso, wir sind ja in Führung, wir sowas riskieren, wenn das irgendwie jetzt in trockenen Tüchern ist und dann erstmal Pause.
00:53:17
Speaker
Ja, fand ich total nett.
00:53:20
Speaker
Ihr seht doch, wir sind hier bei, muss man gesehen haben, mit einem absoluten WM-Fieber.
00:53:24
Speaker
Jawohl, absoluten WM-Fieber ist ein bisschen übertrieben.
00:53:26
Speaker
Die FIFA macht es einem sehr schwer, da so euphorisch zu sein.
00:53:30
Speaker
Aber es ist wieder ein anderes Thema.
00:53:33
Speaker
Sehr schön, vielen Dank.
00:53:33
Speaker
Bei mir war es tatsächlich, also ich muss tatsächlich sagen, ich fand die Szene auf der Bühne von den BAFTA Awards, die hat mich jetzt auch, wenn es jetzt auch nochmal zurückgeht, wo eben Delroy Lindo und Michael B. Jordan auf der Bühne stehen und dann eben der Zwischenruf von John Davidson passiert ist.
00:53:47
Speaker
Wie den beiden, und das kann ich auch verstehen, das will ich auch gar nicht schlecht machen, in dem Moment natürlich, wo zwei schwarze Schauspieler auf der Bühne stehen und dann eben das Wort ertönt, wie dieser Gesichtsausdruck, vor allem von Delroy Lindo.
00:54:04
Speaker
Das hat mich tatsächlich diese Woche, das war die Szene, die fand ich ziemlich gut, die
00:54:10
Speaker
Und ah, warte, eigentlich noch eine, eine ganz kurz.
00:54:13
Speaker
Ich schaue mir nämlich noch Hot Ones an, kennst du das, hast du schon mal gesehen?
00:54:16
Speaker
Das ist so eine Serie, so ein YouTube-Format eigentlich, wo prominente zehn heiße, also zehn scharfe Hot Wings essen und die steigern sich immer von einer Schärfe zur höchsten Schärfe und am Ende brennt denen der Mund quasi und das ist ein
00:54:32
Speaker
Interview-Formaten, das ist eigentlich sehr, sehr witzig und sehr, sehr gut, sehr gelungen, verlinke ich dazu.
00:54:36
Speaker
Und da gibt es eins mit Shaquille O'Neal und der kommt so bei dem achten Wing an, der wohl so wirklich die Soße auf Doom ist und die heißt auch Da Bomb und noch so sagt, was, die kommt aus Kansas?
00:54:50
Speaker
Kansas, die können ja nichts, was soll da schon aus Kansas kommen?
00:54:54
Speaker
Und in dem Moment, in dem er das sagt, er schaut doch noch so in die Kamera und
00:54:58
Speaker
fängt es wohl richtig an, Feuer zu fangen und deine Augen gehen wirklich so poppen, so auf, so oh oh.
00:55:05
Speaker
Das ist tatsächlich sehr, sehr lustig.
00:55:07
Speaker
Ich werde dazu verlinken.
00:55:07
Speaker
Gibt es auch eine vegetarische Variante?
00:55:11
Speaker
Ja, es war auch schon zum Beispiel, ich glaube es war jeder schon da, der Rang und Namen hat, gibt es jetzt schon 20 Seasons, 20 Staffeln.
00:55:23
Speaker
Es waren schon einige VegetarierInnen auch da und dann gibt es glaube ich so vegetarische Chicken Nuggets oder sowas.
00:55:31
Speaker
Sehr lustig, sehr empfehlenswert.
00:55:32
Speaker
Das war's dann.
00:55:33
Speaker
Das war's dann.
00:55:34
Speaker
Wir können sagen, die nächste Folge hat Basti ein bisschen Luft und wieder einmal eine Pause verdient.
00:55:42
Speaker
Basti hört ihr wieder in vier Wochen.
00:55:47
Speaker
Ja, das Alter und so.
00:55:48
Speaker
Das Alter und so.
00:55:49
Speaker
Naja, man muss ja eben sich auch um die Familie kümmern.
00:55:52
Speaker
Ja, absolut.
00:55:53
Speaker
Genau.
00:55:55
Speaker
Ja, damit... Aber du machst das so super, deswegen ist das ja eher qualitative vielleicht sogar Verbesserung eher als jetzt ein Downgrade.
00:56:01
Speaker
Von daher, dafür wünsche ich dir ganz viel Spaß.
00:56:04
Speaker
Vielen Dank, vielen Dank, vielen Dank.
00:56:05
Speaker
Ich freue mich auf meine nächste Folge.
00:56:09
Speaker
Und ich freue mich auf dich.
00:56:12
Speaker
Und ich freue mich auch auf dich und danke euch allen fürs Zuhören.
00:56:14
Speaker
Danke, dass ihr eingeschaltet habt.
00:56:15
Speaker
Wer in München ist, genießt das Filmfest.
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Speaker
Das kann man ja auch kurz Werbung für machen.
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Speaker
Oh, absolut, ja.
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Speaker
Das Filmfest geht, genießt, geht zur Isar, trinkt genug und habt einfach richtig viel Spaß.
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Speaker
Genau, ich bin am Sonntag da.
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Speaker
Ich habe Tickets für zwei Filme.
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Speaker
Vielleicht sehen wir uns ja da.
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Speaker
Ich würde mich freuen.
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Speaker
Und deswegen ein schönes Wochenende.
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Speaker
Dir in zwei Wochen eine schöne Aufzeichnung und dann hören wir uns in vier.
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Speaker
Ich freue mich drauf.
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Speaker
Bis dahin.
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Speaker
Tschüss.
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Speaker
Tschüss.
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Speaker
Das war Muss man gesehen haben mit Emilia Bernsdorf und Bastian Fischer.
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Speaker
So, das Urteil ist gefallen.
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Speaker
Wie Forrest Gump sagen würde, das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen.
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Speaker
Man weiß nie, was man kriegt.
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Speaker
Genau wie bei Filmen.
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Speaker
Manchmal ein Treffer und manchmal reden wir lieber nicht drüber.
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Speaker
Und jetzt kommt der Teil, wo wir euch brauchen.
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Speaker
Wenn euch die Folge gefallen hat, lasst uns eine Bewertung da.
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Speaker
Kommentiert, schreibt uns, sagt uns eure Meinung.
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Speaker
Wir lesen wirklich alles.
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Speaker
Auf Instagram findet ihr uns auch.
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Speaker
Hinter den Kulissen, mit Kino-News und gelegentlich auch Fotos von uns.
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Speaker
Wie Schwarzenegger schon sagte, I'll be back.
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Speaker
In unserem Fall, we'll be back.
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Speaker
Bis in zwei Wochen mit dem nächsten Film.
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Speaker
Tschüss!